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Der Faire Konsum im Aufwind – weltweit wie auch in - RTL.lu

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Ein außergewöhnliches Jahr 2008 trotz Wirtschaftskrise:
Der Faire Konsum im Aufwind –
weltweit wie auch in Luxemburg!
Roodt-sur-Syre, den 16. Juli 2009
Der ethische Konsum in Luxemburg wächst. 2008 sind Fair Trade gesiegelte Produkte im Wert von
4,3 Millionen Euro hierzulande eingekauft worden. Das ist eine Umsatzsteigerung von 36 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Wachstumsmotoren waren insbesondere Zucker (+167%), Baumwolle
(+229%), Bananen (+31%) und Kaffee (+19%). Neue Partnerfirmen, ein erweitertes Angebot, mehr
Engagement des Handels sowie ein bewussteres Einkaufverhalten haben den Erfolg ermöglicht. Diese
Zahlen machen Mut und zeigen: es gibt einen Mentalitätswechsel, ein anderer Einkauf ist möglich!
Fairtrade in der Welt
Weltweit wurden 2008 zertifizierte Fairtrade-Produkte im Wert von 2,89 Milliarden Euro verkauft,
was einer Zunahme von 22% entspricht. Den größten Fairtrade-Umsatz erzielte Großbritannien mit
880 Mio. Euro, gefolgt von den USA, Frankreich und Deutschland. Mit einem Pro Kopf Einkauf an
Fairtrade Produkten von 9 Euro/Jahr liegt Luxemburg an 5. Stelle weltweit. Die Schweiz bleibt, wie in
den letzten Jahren, das Land mit dem höchsten Fairtrade-Pro-Kopf-Konsum.
Fairer Mehrwert
Von diesem Erfolg profitierten 2008 insbesondere die 746 Fairtrade zertifizierten ProduzentenOrganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Fairtrade Gelder werden hauptsächlich dazu
genutzt, die medizinische Versorgung, Bildung und soziale Einrichtungen zu verbessern. Damit
schafft Fairtrade Zukunftsperspektiven für mehr als eine Million Bauern und Arbeiter. Insgesamt
kommen mehr als 5 Millionen Menschen in den Genuss des Fairen Handels.
Finanzkrise erreicht Produzenten
2008 wurden weltweit extreme Preissteigerungen im Nahrungsmittelsektor beobachtet. Dies ist
zurückzuführen auf Ernteausfälle, explodierende Ölpreise und die Verwendung von Ackerland zur
Herstellung von Biotreibstoff. Diese Entwicklung stellt Kleinbauern in aller Welt vor erhebliche
Herausforderungen. Sind die Einkaufspreise für regionale Lebensmittel weiterhin sehr hoch, so fallen
in der letzten Zeit die Rohstoffpreise für international gehandelte Waren wie Kaffee, Tee, Zucker und
Kakao. Die Finanzkrise verstärkt die wirtschaftliche Notlage der Menschen in den ärmsten Ländern.
Ausgerechnet diejenigen, die an der derzeitigen Rezession am wenigsten Schuld trifft, haben am
stärksten unter den Folgen zu leiden. Sie sitzen in der "Hungerfalle".
TRANSFAIR – MINKA asbl 2a rue de la Gare L – 6910 Roodt-sur-Syre GD de Luxembourg
Tel: 00352.35 07 62 Fax: 00352.26 35 01 12 Email: alice.zehner@transfair.lu www.transfair.lu
Ernährungssicherheit durch Fairen Handel
Der Faire Handel setzt dem ein anderes Konzept entgegen: die gezielte und nachhaltige Förderung
kleinbäuerlicher Landwirtschaft und sozial geführten Plantagen in Lateinamerika, Afrika und Asien.
Durch den garantierten Mindestpreis, den die Produzenten für Kaffee oder Tee, Bananen, Orangen,
Kakao oder Reis erhalten, ist ihre Existenz und damit ihre Ernährung und die ihrer Familien gesichert.
Mit gezielter Beratung helfen Experten, die Anbaumethoden zu verbessern, eigenes Saatgut zu
entwickeln und die Produktion zu diversifizieren.
Fairtrade trotzt dem Wirtschaftsklima
Die internationalen Zahlen belegen, dass die Konsumenten weltweit auch in wirtschaftlich
schwierigeren Zeiten Fairtrade unterstützen. Starke Wachstumsmärkte in Europa sind neben
Luxemburg auch Großbritannien, Deutschland, Kanada und die skandinavischen Länder. „Die
Tatsache, dass die Verbraucher Fairtrade weiterhin treu bleiben, macht Mut, so Rob Cameron,
Geschäftsführer von Fairtrade Labelling Organizations International. Die Produzenten brauchen
Fairtrade heute mehr als je zuvor. Die Nahrungsmittelkrise trifft sie hart genug, doch jetzt werden sie
auch noch mit der Weltwirtschaftskrise konfrontiert. Viele bekannte Marken sehen Fairtrade als
wichtigen Teil ihrer künftigen Entwicklung.“
Luxemburg: Fairtrade Produkte in Zahlen
Im Jahre 2008 wurden 130 Tonnen Fairtrade Kaffee in Luxemburg gekauft. Dies bedeutet eine
Steigerung um 19 Prozent. 205 000 Liter Fruchtsaft wurden getrunken, das sind 25 Prozent mehr als in
2007. Der Absatz von Zucker stieg mit 167% auf 33 Tonnen. 3700 Liter Wein ergänzen nun auch das
Angebot der „vins du monde“ unter fairen Bedingungen. Der Schokoladenmarkt blieb stabil mit 40
Tonnen Fairtrade Schokolade. 10,5 Tonnen Fairtrade Reis bedeuten ein Plus von 13 Prozent. Einen
erfreulichen Start gab es für Fairtrade Baumwolle (Jeans, T-Shirts, Stofftaschen, ...): der Umsatz
steigerte sich um 229 % auf 210 000 €. Die Fairtrade Bananen bleiben mit 376 Tonnen und einem Plus
von 31 % Produkt Nummer 1 unter den Fairtrade Produkten.
TRANSFAIR – MINKA asbl 2a rue de la Gare L – 6910 Roodt-sur-Syre GD de Luxembourg
Tel: 00352.35 07 62 Fax: 00352.26 35 01 12 Email: alice.zehner@transfair.lu www.transfair.lu
Koalitionsgespräche in Sachen Fair Trade und Kohärenz der Politiken
In ihren Wahlprogrammen stellen die beiden Parteien, die am Koalitionstisch sitzen, die Kohärenz
zwischen öffentlicher Einkaufspolitik und Fair Trade her. Bei der CSV möchte man „die in dieser
Legislatur gemachten Fortschritte im Bereich der Kohärenz der
Politiken und der nachhaltigen Entwicklung fortsetzen und vertiefen,
so im Agrarbereich zum Beispiel du die Förderung des fairen Handels
mittels
adäquater
Bestimmungen
in
der
Ausschreibungsgesetzgebung“. Die LSAP hebt hervor, dass sie „mit
ihren europäischen Schwesterparteien den fairen Handel fördern will
und sich für eine kohärente Politik im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit einsetzen“ möchte. Die LSAP empfing
Anfang April eine Delegation von TRANSFAIR -MINKA und
versprach, sich nach den Wahlen in einem Regierungsprogramm für
die verbindliche Einbeziehung der Kriterien des fairen Handels bei
öffentlichen Ausschreibungen einzusetzen. Mit einer solchen
Schnittmenge an Gemeinsamkeiten zwischen beiden Parteien in dieser Frage kann die kommende
Regierung, wenn sie ihre Versprechen hält, eine wichtige Vorbildrolle innerhalb der Europäischen
Union übernehmen. Jetzt gilt es nur noch, dies konsequent und kohärent in Luxemburg in der
kommenden Legislaturperiode umzusetzen. Auf EU Ebene sind die Weichen gestellt, die
luxemburgische Gesetzeslage macht es möglich.
Unabhängige Kontrolle durch FLO-CERT
Damit Produkte mit dem Fairtrade Siegel überall auf der Welt den gleichen festgelegten Fairtrade
Standards entsprechen, werden alle beteiligten Akteure regelmäßig kontrolliert. Mit dieser Aufgabe ist
die FLO-CERT GmbH mit Sitz in Bonn beauftragt. Die Gesellschaft arbeitet mit einem unabhängigen,
transparenten und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der ISO
Norm 65.
Hintergrund
Als unabhängige Siegelinitiative handelt TRANSFAIR -MINKA nicht selbst mit Waren, sondern vergibt
sein Siegel für fair gehandelte Produkte. Derzeit bieten neben den ausländischen Anbietern zehn
luxemburgische Unternehmen Fairtrade gesiegelte Produkte wie Kaffee, Schokolade, Kakao, Zucker,
Bananen, Reis und Rosen an. TRANSFAIR -MINKA ist Mitglied der Fairtrade Labelling Organizations
International (FLO), in der die weltweit 19 Siegelinitiativen zusammengeschlossen sind.
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