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Balkan-Jugoslawien-Serbien

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Друштво за
српско-немачку сарадњу
http://www.drustvosns.org
Gesellschaft für serbisch-deutsche
Zusammenarbeit
http://www.drustvosns.org
Petar Mladjenovic
Dipl. Ing. Petar Mladjenovic
Balkan-Jugoslawien unden
Serbien-Konflikte
Balkan-Jugoslawien-Serbi
- Konfliktfeld der Großmächte
Oder - Kampf der Großmächte um Balkan und deutsch-serbische Konflikte
oder
Vorherrschaft auf dem Balkan
und grausamer Kriege gegen Serbien
Ein Beitrag
zur Klärung
der Vergangenheit
100 Jahre
deutschen
Drangs nach
damit der Frieden eine Chance in der Zukunft hat
1.0 Vorwort zum Inhalt des Themas
Das Wort Balkankonflikt umfasst ein sehr komplexes, historisches Thema und eine sehr lange
Zeitspanne, in der es verschiedene Konflikte gab. Die Vielfältigkeit der Konflikte liegt vor allem an
der geografischen Lage der Balkanhalbinsel, die von der Antike bis zur Gegenwart eine wichtige
Brückenfunktion zwischen Europa und dem Orient hat. Auf dem Balkan bestanden Trennungslinien
undzur
Bekämpfungsgrenzen
wichtigsten Staatsmächte und Religionen der Welt, und dort stoßen
Ein Beitrag
Klärung derderVergangenheit,
verschiedenste Stämme und Völker aufeinander.
damit der Der
Frieden
in das
derKampffeld
Zukunft
eineByzanz
Chance
hat.
Balkan war
zwischen
und Römerreich,
Osmanen und Habsburgerreich,
zwischen katholischen, orthodoxen und islamischen Religion, das russische Reich mischte sich dort
stark ein, und das deutsche Reich führte eben da erbitterte Kriege. Der Kampf der Großmächte um
Balkan und deren Zerstückelung in Kleinstaaten geht weiter, nur heute heißen sie nicht mehr Byzanz,
Römer, Osmanen und Habsburger, sondern Vereinigte Staaten von Amerika, Russland, Deutschland,
Großbritannien; Italien usw. Es gilt aber nach wie vor, dass die Großmächte bestimmen, ob es auf dem
Frieden oder umfasst
Krieg gibt ein sehr komplexes, historisches Thema und eine sehr lange
Der BegriffBalkan
Balkankonflikt
1.0 Vorwort zum Inhalt des Themas
Zeitspanne, in
Um den Balkankonflikt
in den
1991 bis 1999,
die fanatische
Kriegsexplosion
der es verschiedene
Konflikte gab.
DieJahren
Vielfältigkeit
der bzw.
Konflikte
liegt vor
allem an deringeografischen Lage der
Jugoslawien
undder
dessen
Zerfallzu
verstehen,muss
Hintergründe
und den Verlaufder
Balkanhalbinsel,
die von
Antike
bis zur
Gegenwartman
einediewichtige
Brückenfunktion
zwischen Europa und
Entstehung Jugoslawiens wenigstes teilweise beleuchten. Da Jugoslawien ein Vielvölker-Staat
dem Orient war,
hat. sollte
Auf dem
Balkan
bestanden
Trennungslinien
und
Bekämpfungsgrenzen
man wenigstens nur kurz die Geschichte der Völker beschreiben, die an der der wichtigsten
Staatsmächte
und
Religionen
der Welt,
dortder
stoßen
verschiedenste
und Völker aufeinander.
Entstehung und Zerschlagung
desund
Staates
Südslawen
(Jugoslawen)Stämme
gewirkt haben.
Der Balkan Auch
war das
zwischen
undder
Römerreich,
undzuHabsburgerreich, zwischen
ist esKonfliktfeld
wichtig, die Ursachen
undByzanz
die Akteure
Balkan- und Osmanen
der Weltkriege
erwähnen,
umso und
mehr,islamischen
wenn man weiß,
dass beide
auf denmischte
Trümmern
derdort
zweistark ein, und das
katholischen,
orthodoxen
Religion,
dasJugoslawien,
russische Reich
sich
Weltkriege
sind. Die Hauptakteure
beidender
Weltkriege
waren Deutschland
deutsche Reich
führteentstanden
eben da erbitterte
Kriege. Derder
Kampf
Großmächte
um Balkanund
und dessen
Österreich, und beide Male waren die zwei Staaten die größten Gegner der Vereinigung der
Zerstückelung in Kleinstaaten geht weiter, nur heute heißen sie nicht mehr Byzanz, Römer, Osmanen und
Südslawen. Man konnte den Eindruck haben, dass dieses Mal die beiden Staaten die größten
Habsburger,Befürworter
sondern USA,
Russland, Deutschland,
Großbritannien
usw. Es gilt aber nach wie vor die Tatsache,
der Zerstückelung
Jugoslawiens gewesen
sind.
dass die Großmächte
bestimmen,
ob es auf
dem
Balkan
Frieden
Wenn es also
die zwei Weltkriege
nicht
gegeben
hätte,
kämenoder
auch Krieg
die zweigibt.
Jugoslawien
nicht zu Stande. Demzufolge
ist es 1991
nicht möglich,
so blutigen
Zerfall
Jugoslawiens
zu erklären,
Um den Balkankonflikt
in den Jahren
bis 1999,
bzw. die
fanatische
Kriegsexplosion
in
geschweige
zu
verstehen,
bevor
man
keinen
Einblick
in
die
Ereignisse
vor
den
beiden
Jugoslawien und dessen Zerfall zu verstehen, muss man die Hintergründe und den Verlauf der
Weltkriegen hat. DieEreignisse während der Balkan- und Weltkriege selbst werden hier nicht
Entstehungbehandelt,
Jugoslawiens
wenigstes
teilweise
ein Vielvölker-Staat war,
sondern nur
die Vorgänge
vor dembeleuchten.
Krieg, die sichDa
auf Jugoslawien
die Serben und andere
sollte man Südslawen
wenigstens
nur kurz die Geschichte der Völker beschreiben, die an der Entstehung und
beziehen.
Auchdes
wenn
in der Öffentlichkeit
Europas
und vor allem in
Deutschland
fast nur eine
Zerschlagung
Staates
der Südslawen
(Jugoslawen)
gewirkt
haben.
in Jugoslawien für schuldig erklärt wurde, werden hier weder Schuldige
Auch ist esKriegsbeteiligte
wichtig, dieSeite
Ursachen
und die Akteure der Balkan- und der Weltkriege zu erwähnen, umso
noch Unschuldige gesucht, sonder nur bestimmte Vorgänge erläutert und eventuell Fragen
mehr, wenngestellt.
man weiß, dass beide Jugoslawien, auf den Trümmern der zwei Weltkriege entstanden sind.
Die Hauptakteure der beiden Weltkriege waren Deutschland und Österreich, und beide Male waren die
zwei Staaten die größten Gegner der Vereinigung der Südslawen. Man konnte den Eindruck haben,
1
dass dieses Mal die beiden Staaten die größten Befürworter der Zerstückelung Jugoslawiens gewesen
sind.
Wenn es also die zwei Weltkriege nicht gegeben hätte, kämen auch die zwei Jugoslawien nicht zu
Stande. Demzufolge ist es nicht möglich, so blutigen Zerfall Jugoslawiens zu erklären, geschweige zu
verstehen, bevor man keinen Einblick in die Ereignisse vor den beiden Weltkriegen hat. Die Ereignisse
während der Balkan- und Weltkriege selbst werden hier nicht behandelt, sondern nur die Vorgänge vor
dem Krieg, die sich auf die Serben und andere Südslawen beziehen.
Auch wenn in der Öffentlichkeit Europas und vor allem in Deutschland fast nur eine Kriegsbeteiligte
Seite in Jugoslawien für schuldig erklärt wurde, werden hier weder Schuldige noch Unschuldige
gesucht, sonder nur bestimmte Vorgänge erläutert und eventuell Fragen gestellt.
2
Im Endeffekt sollte aus den hier aufgeführten kriegerischen Handlungen auf dem Balkan auch
erkennbar werden, warum die Serben in den beiden Germanenländer so unbeliebt sind wie kein anderes
Volk auf dem Balkan.
Der Autor dieses Vortrages hat hier die Absicht, frühere deutsch-serbische Konflikte teilweise
aufzuführen, in der Erwartung, dass dadurch eine Erkenntnis entsteht, die womöglich den Menschen
der beiden Länder hilft, näher aufeinander zuzugehen. Als gebürtiger Serbe, mit abgeschlossenem
Studium und über 30-jährigen Aufenthalt in Deutschland, kann sich der Autor weder von Deutschland
noch von Serbien so einfach distanzieren, sondern möchte jedoch, dass Deutsche und Serben ihre
Missverständnisse endlich ausräumen und die gegenseitigen Beziehungen auf freundschaftlicher
Grundlage aufbauen.
2.0 Einwanderung der Südslawen auf den Balkan
Aus alten Dokumenten geht hervor, dass bereits vor Christus die Römer Kontakte mit frühen Slawen
hatten. Das Römische Reich hatte in seiner späteren größten Ausdehnung seine Grenzen an den
damaligen Siedlungsgebieten dieser Slawen. Um Christi Geburt etwa lebte zwischen der Ostsee und
den Karpaten und unterer Donau und Schwarzem Meer ein Volk, das sich als Frühslawen identifizieren
lässt.
Es waren hier die Völker; der Veneter (Wenden), Sarmaten / Skythen, Gotonen (Goten) bekannt und
auch Slavoni (Slawen). Es gab große slawische Stammesverbände die in Großfamilien, Sippen und
Stämmen (Plemena) organisiert waren. Oberhaupt eines Stammes war Župan. Die soziale
Differenzierung nahm in der neuen Heimat bald zu und mit der Zeit bildete sich der Adel heraus.
Historisch gesehen tauchen erste wichtige Berichte über die Slawen erst ab 500 n. Chr. auf.
Byzanz ermutigte slawische Stämme, sich als Föderalen in den Provinzen des Balkans anzusiedeln und
förderte das Entstehen kleiner Herrschaften als Puffer gegen das Awarenreich im Norden.
Das sind also die Slawen, die man heute Südslawen nennt und die ca. 70 Jahre lang die Bürger eines
Staates waren, welches man Jugoslawien (Südslawien) nannte. Unter den Südslawen begannen sich
später Umrisse einzelner Völker abzuzeichnen, die allmählich zu folgenden Hauptgruppen führten:
Slowenen, Kroaten und Serben. (1)
2.1 Südslawen im Einzelnen
Die Slowenen oder Alpenslawen: Im 7. Jahrhundert n. Chr. entstand ein slawisches Fürstentum auf
dem Gebiet des heutigen Kärnten, genant Karantanien (slowenisch Karantanija). Im Jahre 743 wandte
sich Borouth, Herzog der Karantanerslawen (heute Slowenen), an Herzog Odilo von Bayern um Hilfe
gegen die Awaren. Diese wurde auch gewährt, allerdings gegen Anerkennung der bayerischen bzw.
fränkischen Oberhoheit. So war es auch und im Jahre 822, unterstellten sich die heutigen Slowenen als
Herzogtum Karantanien endgültig bayrischem Schutz. Sie fielen dann bis zum Jahr 1918 abwechselnd
unter deutsche bzw. österreichische und zum Teil italienische Herrschaft. (1)
Die Kroaten: Ursprünglich bildeten Serben und Kroaten ein Volk und wurden nur Slawen genannt. Im
9. Jahrhundert entstand das erste kroatische Fürstentum unter dem Fürst Branimir. 843 n. Chr. wird im
Vertrag von Verdun Kroatien zwischen Italien und dem Frankenreich geteilt. Erst im 10. Jahrhundert
wird Kroatien wieder vereinigt und 925 wurde Tomislav König von Kroatien. Als dann König
Zvonimir I., der mit einer ungarischen Prinzessin verheiratet war, ohne Nachkommen starb, erhob
Ungarn Erbansprüche. Als der ungarische König Koloman im Jahre 1102 den kroatischen König
Savcic im Krieg besiegte, wurde Kroatien gezwungen in Personalunion mit Ungarn einzugehen und so
von ungarischem König bis zum Jahr 1918, also über 800 Jahre, verwaltet. (1)
Die Serben: Die Geschichte der Serben unterscheidet sich von der anderer Slawen insofern, als sie viel
länger unabhängig blieben. Die Serben waren die größte Gruppe der slawischen Stämme, die Richtung
3
Balkan aufbrach. Sie ließen sich zuerst in einer Gegend nieder, die man auch heute Raszien (Raska)
nennt. Die Hauptstat Serbiens, die sich in der Nähe des heutigen Novi Pazar befand, hieß Ras, deshalb
wurde Serbien auch Raszien (Raska) und Serben auch Raszier genannt Sie stellten sich teilweiße unter
fränkischen Schutz, kämpften gegen Byzanz und Ungarn und suchten auch bei denen Schutz,
schlossen Bündnisse mit Bosnien, Bulgarien, Griechenland usw. Erstmalige urkundliche Erwähnung
findet ein Staat Serbien 822 bei Einhard, dem Biographen Karl des Großen. Zu dieser Zeit regierte in
Serben Zupan (Stammesanführer) Strojimir, der Enkel des früheren Zupan Voislav.. Etwa seit dem 6.
J.h. ist die Herrschaft der Županen im Gebiet Serbiens bekannt. Sie waren es, die bis ca. 10. J.h. die
Regierung Serbiens innehatten. Im Laufe der Zeit wird Serbien zu einer großen militärischen und
wirtschaftlichen Macht. 1217 lässt sich der Groß Zupan Stefan Nemanja vom Papst Honorius III zum
König krönen. Damit bekam Stefan den Beinamen der Erstgekrönte, und die von seinem Vater
begründete Dynastie der Nemanjiden war bestätigt und gestärkt.
Um die gleiche Zeit erwirkte des Königs jüngerer Bruder Rastko (bekannt als heiliger Sava) beim
byzantinischen Patriarchen die Gründung einer autokephalen und autonomen Serbisch-Orthodoxe
Kirche. Die größte wirtschaftliche und politische Blüte erreicht Serbien im 13. und 14. Jahrhundert.
Ein Teil der Serben lebte auch in Bosnien. Dort bildeten sie ein eigenes Fürstentum, das sich hin und
wieder an Serbien durch Personalunion anschließt. (1) Die relativ kurze Zeit im 14. Jahrhundert, in der
die serbischen Zaren einen großen Feudalstaat beherrschten, der sich von der Donau bis an die Küsten
der Adria und der Ägäis ausdehnte, wurde im nachhinein als Großserbisches Reich bezeichnet (3)
Montenegro-Serben: Das Territorium des heutigen Montenegros nannte man im 10. Jahrhunderts
serbisches Fürstentum Duklja (Doclea, zuvor eine römische Stadt) und es war mit Serben besiedelt.
Duklja erkannte zeitweilig die Oberhoheit des serbischen Groß-Župan Časlav an. Ende des 10.
Jahrhunderts herrschte in Duklja Johann Vladimir (992-1016), der in byzantinischen Quellen als
serbischer Princeps unter der Oberhoheit von Byzanz bezeichnet wird.
Duklja war später über 200 Jahre lang (1168-1371) Bestandteil des serbischen Staates der NemanjidenDynastie. Mit dem Auseinanderbrechen des serbischen Zarenreiches unter Stefan Uroš V. konstituierte
sich im Jahre 1360 wieder ein unabhängiges Fürstentum namens Zeta unter der Dynastie der Balšić (ab
1360-1421). Nach dem Aussterben der Balšićs kam Zeta 1421 kurze Zeit wieder unter die Herrschaft
der serbischen Fürsten Stefan Lazarević und Djuradj Branković. Seit 1427 herrschten die Crnojevići in
Zeta und das Fürstentum wurde in Montenegro (Crna Gora) umbenannt.
Beim Berliner Kongress 1878 wurden Montenegro und Serbien gemeinsam von den europäischen
Großmächten als unabhängige Staaten anerkannt. (2)
Bosnische Slawen zwischen Serbien und Ungarn/Kroatien
Anfang des 7. Jahrhunderts werden die ältesten slawischen Siedlungsfunde in Bosnien-Herzegowina
datiert. Die Slawen in Bosnien hatten die gleichen Sitten und Gebräuche wie die Slawen in Serbien und
Kroatien.
Im 9. Jahrhundert bildeten sich die ersten serbischen und kroatischen Fürstentümer, die jeweils auch
Teile Bosniens einschlossen. Unter dem ersten kroatischen König Tomislav (910-928) gehörte ein Teil
zu Kroatien, während ein Teil im Osten unter Serben stand. Nach dem Tod Tomislavs gingen die
wenigen bosnischen Gebiete unter Kroatien verloren. Der größte Teil Bosniens wurde vom erstarkten
serbischen Fürstentum Raszien eingenommen. Aus dieser Zeit stammt die erste überlieferte Erwähnung
Bosniens als einer gesonderten Landschaft.
Damals meinte man damit nur ein kleines Gebiet am Oberlauf des Namensgebenden Flusses Bosna.
Nachdem Kroatien 1102 durch Personalunion an die Könige von Ungarn übergegangen war, blieb
Bosnien ein umstrittenes Land zwischen Ungarn und Serben, denn keiner konnte dort seine Herrschaft
auf lange Sicht stabilisieren.
4
Im 12. Jahrhundert entstand in diesem Machtvakuum ein mehr oder weniger eigenständiges Fürstentum,
dessen Bane (Fürsten) aber nominell Vasallen des Kaisers in Konstantinopel oder der ungarischen
Stephanskrone waren. Auch die bosnische Kirche führte ein Eigenleben und weder der Papst noch die
Orthodoxie konnten Einfluss über sie geltend machen.
Die erfolgsreichste Blüte des bosnischen Fürstentums und Königreichs erreichte Bosnien im 14.
Jahrhundert, unter dem König Tvrtko. (3)
3.0 Die Türkeninvasion und deren Herrschaft auf dem Balkan
Die osmanischen Türken hatten zuerst Anatolien erobert und marschierten auf Europa zu. Im Jahre
1371 besiegten die Osmanen die Serben zuerst in der Schlacht an der Marica (einem Fluss im heutigen
Bulgarien) und danach waren sie nicht mehr aufzuhalten. Am 28. Juni 1389 kam die, durch Legenden
verklärte große Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo polje). Die übermächtigen Türken standen den
Verbänden aus Serben, Bosniern und Bulgaren, unter der Führung des Fürsten Lazar von Serbien
gegenüber. Die Schlacht wurde zu einer totalen Niederlage der Serben. (An diesem Tag wird in Serbien
noch immer dieser Schlacht gedacht.) Der Name Kosovo, wo heute überwiegend Albaner leben, die
während der Türkenherrschaft angesiedelt wurden, stammt aus der serbischen Sprache von dem
Vogelnamen Kos = Amsel ab. Davon entstammt Kosovo polje, Amselfeld.
Nach der Schlacht von Kosovo trat das Ende der serbischen Eigenstaatlichkeit ein. Die Serben mussten
zunächst die Oberhoheit der osmanischen Pforte anerkennen und nach dem Fall Konstantinopels war
auch Serbien bedroht. In einem mehrjährigen Feldzug unterwarfen die Osmanen 1459 Serbien
endgültig. Für dreieinhalb Jahrhunderte blieb die serbische Nation unfrei. (1)
Am 20. Mai 1463 fiel auch die bosnische Festung Bobovac unter Osmanische Herrschaft und danach
haben die Türken ganz Bosnien und später auch Herzegowina eingenommen.
1526 fand die Schlacht gegen Ungarn bei Mohacs statt. Das osmanische Heer vernichtete die
ungarische Armee, und Ungarn fiel Teilweise dem Türkenreich zu. In gleichem Anlauf zogen die
Türken bis nach Wien, wurden aber zurückgedrängt. (1)
3.1 Befreiung von der Osmanischen Herrschaft
Mehrere Jahrhunderte erstreckte sich das Osmanische Reich über das Balkangebiet, und die
Balkanländer waren dadurch vom zivilisatorischen Fortschritt des Westens abgeschnitten.
Die Serben versuchten dann in mehreren Aufständen, sich von der osmanischen Herrschaft zu befreien.
Als die Habsburger die Osmanen aus Ungarn vertrieben haben, organisierten die Serben um 1689
nochmals einen Aufstand. Unterstützt von serbischen Aufständischen drangen die Truppen der
Habsburger die Türken bis nach Sarajevo in Bosnien und Skopje in Mazedonien zurück. (1)
Als sich die Österreicher zurückziehen mussten, folgten ihnen auch viele Serben, insbesondere
diejenigen, die sich am Aufstand beteiligt hatten und nun die Rache der Osmanen befürchteten.
Im Jahr 1690 wurden die neu angekommenen Serben von den Habsburgern in das entvölkerten
Gebiet zwischen Habsburgischem und Osmanischem Reich, bzw. heute zwischen Bosnien und
Kroatien und in den Gebieten Südungarns angesiedelt und bewaffnet.
Die Serben standen direkt unter Wiener Zuständigkeit, sorgten selbst für ihre Rechte und Ordnung,
hatten Glaubensfreiheit und dienten als Puffer zwischen zwei feindlichen Mächten über 300 Jahre lang.
Manche von denen folgten auch dem Ruf der russischen Zarin Katharina der Großen und siedelten in
der heutigen Ukraine, wo es zwei serbische Provinzen gab: Nova Serbia und Slovjanoserbia. (1)
1804 unternahmen die Serben einen neuen Aufstandsversuch. Es gelang, weite Teile Serbiens zu
befreien und eine eigene Regierung zu bilden. 1815 brach der Zweite Serbische Aufstand aus und
1833 wurden Serbien von Sultan Mahmud II mit einer Urkunde Autonomierechte des Fürstentums
zuerkannt. Serbien hatte damit wieder ein eigenes Staatswesen, das durch den Berliner Kongress von
1878 auch völkerrechtlich als unabhängig anerkannt wurde. (4)
5
In Bosnien haben die Osmanen schon in den ersten Jahrzehnten ihrer Herrschaft die orientalische
Stadtkultur gefördert. Große Teile der einheimischen Bevölkerung ließen sich schnell islamisieren.
Abgesehen von Albanien war Bosnien das Land auf dem Balkan, in dem die Islamisierung unter den
Einheimischen am stärksten war. Allerdings waren die Muslime bis zum Übergang des Landes an
Österreich-Ungarn (1878) immer noch eine Minderheit. Etwa die Hälfte der Bevölkerung im 17.
Jahrhundert waren griechisch-orthodoxe Serben.
Der Aufstand bosnischer Serben, der 1876 begann und auch von Serbien aus unterstützt wurde, war
der Anfang vom Ende der osmanischen Herrschaft in Bosnien. Im selben Jahr begannen Serbien und
Montenegro einen Krieg gegen das Osmanische Reich. Die Regierungen der beiden Länder hatten
jedoch die Stärke des Gegners unterschätzt und gerieten schon bald in die Defensive. Vor einer
militärischen Katastrophe wurden die Serben nur durch das Eingreifen der Russen bewahrt. Die
Osmanen haben aber damit die Macht in Bosnien endgültig verloren. (3)
Zwei Jahre später, 1878 stellte der Berliner Kongress Bosnien-Herzegowina sowie Novi Pazar unter
österreichisch-ungarische Verwaltung. Formal blieb Bosnien noch bis zur Annexion 1908 Teil des
Osmanischen Reiches. (4)
4.0 Balkankriege Anfang des 20. Jahrhunderts
Als 1908 Bosnien-Herzegowina von Österreich-Ungarn annektiert wurde, führte das zu einem
ernsten und dramatischen europäischen Konflikt, der sog. Bosnischen Annexionskrise. Proteste gab es
vom Osmanischen Reich und besonders war man in Serbien schockiert, weil Bosnien zuvor praktisch
durch Serbien befreit wurde und in Bosnien ca. 43% Serben, 39% Moslem und 18% Kroaten lebten.
Auch Russland sah sich von Österreich-Ungarn ausgespielt und stellte sich hinter Serbien.
Großbritannien war auch dagegen und forderte eine internationale Konferenz zur Klärung der
bosnischen Frage, die aber von Österreich-Ungarn abgelehnt wurde. Italien sprach sich ebenfalls
gegen eine Machterweiterung Österreich-Ungarns am Balkan aus.
Nur das Deutsche Reich hielt fest zu Österreich-Ungarn, lehnte jedoch die Präventivkriegsabsichten
des österreichischen Generalstabs zur so genannten Abrechnung mit Serbien ab. Das Deutsche Reich
warnte jedoch Russland vor Unterstützung Serbiens und zwang es, auf Serbien einzuwirken, die
Annexion anzuerkennen. Russland beabsichtigte jedoch, Serbien gegen jede zukünftige Drohung
seiner Unabhängigkeit zu verteidigen. (5)
4.1 Der erste Balkankrieg 1912
Nach der diplomatischen Niederlage im Bezug auf die Bosnienannexion, unterstützte Russland das
Bündnis der Balkanstaaten; - Serbien, Bulgarien, Griechenland und Montenegro. Auch wenn das
Ziel des Bündnisses nicht Österreich-Ungarn, sonder das Osmanische Reich war, waren Österreicher
dadurch stark verärgert.
Am 08. Oktober 1912 erklärte Montenegro dem Osmanischen Reich den Krieg, dann erst am 17.
Oktober machten das gleiche Serbien und Bulgarien und am 19. Oktober auch Griechenland.
Die bulgarischen, serbischen und griechischen Verbände haben fast alle übrigen Teile des Balkans
befreit, und unter Vermittlung der europäischen Großmächte wurde am 30. Mai 1913 der Londoner
Vertrag abgeschlossen, der den Krieg beendete. Die Osmanen verzichteten auf alle europäischen
Gebiete westlich der Linie zwischen Midia am Schwarzen Meer und Enos an der Ägäisküste. (6)
4.2 Der Zweite Balkan Krieg 1913
Nach der vereinbarten Waffenruhe mit den Osmanen kam es wenig später zum Streit über die
Verteilung der Territorien, insbesondere über Mazedonien.
6
In der Nacht vom 29. Juni 1913 griffen bulgarische Truppen gleichzeitig die griechischen und
serbischen Armeen an, ohne Kriegserklärung. Rumänien und Osmanen haben dann Bulgarien den
Krieg erklärt und die bulgarischen Streitkräfte mussten sich innerhalb weniger Wochen geschlagen
geben.
Unabhängigkeit Albaniens war ein weiteres Resultat der Balkankriege. Zuvor hatten sich Serbien
und Griechenland schon auf die Aufteilung der albanischen Gebiete geeinigt. Die griechischen und
serbischen Verbände mussten, wegen der Androhung eines Krieges durch die Großmächte, die Region
wieder räumen.
In der Frage des serbischen Adriazugangs bei Skutari stießen die russische und die österreichische
Balkanpolitik direkt aufeinander. Mit italienischer und deutscher Unterstützung hatte damit die Wiener
Diplomatie ihr Ziel erreicht, nämlich Serbien von der Adria fernzuhalten. (6)
5.0 Kriegerische Spannungen vor dem Ersten Weltkrieg 1914
Da für den Jugoslawischen Krieg am Ende des 20. Jh. fast ausschließlich die Serben, egal ob sie auf
dem Balkan oder in Deutschland und Österreich lebten, beschuldigt und beschimpft wurden, und da
sie auch nicht selten in Deutschland und Österreich als Verursacher des Ersten Weltkriegs gelten,
erscheint es hier als empfehlenswert, zuerst die Vorkriegatmosphäre in Österreich, Deutschland und
Europa zu beleuchten, um den Lesern zu ermöglichen, selbst den Kriegstreiber zu entdecken.
5.1 Österreichziele am Balkan vor 28. Juni 1914
Aus den Balkankriegen ging Serbien als politisch gestärkte Macht hervor. Dies führte zu Spannungen
mit dem benachbarten Österreich-Ungarn, das bereits 1908 Bosnien und Herzegowina formlos
annektiert hatte. Serbische wie bosnische Nationalisten in Bosnien strebten die Verdrängung
Österreich-Ungarns vom Balkan an.
Die Balkankriege und die Niederschlagung des Osmanischen Reiches, Unabhängigkeit der kleinen
Balkanstaaten und vor allem unabhängiges Serbien, waren gefährliche Warnsignale für die
Österreich-Ungarische Monarchie. (5)
Folgende Auszüge von Philip Bauer, Bayerische Zentrale f. politische Bildung werden hier
interpretiert.
Im Vielvölkerstaat gab es zahlreiche ethnische Minderheiten, die zumeist nach nationaler
Unabhängigkeit strebten und es brodelte erheblich zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Unter
dem Habsburgerreich lebten damals Polen, Tschechen, Slowaken, Ungaren, Ukrainer, Rumänen,
Slowenen, Kroaten und ein Teil der Serben. In Ungarn und Polen gab es schon entsprechende
nationalistische Aufstände, die unterdrückt wurden. Im nördlichen Böhmen, Mähren und auf dem
Balkan schwanden Autorität und Integrationskraft. Angesichts der slawischen
Unabhängigkeitsbewegungen gegen die als Unterdrückung empfundene Habsburger-Herrschaft
drohte diese zu zerfallen. Das Verhältnis zu Russland war sehr gespannt, weil sich Russland als
Sprecher der "slawischen Völker unter Wiener Herrschaft" sah und als Schutzmacht des unabhängigen
Königreichs Serbiens auftrat. (5)
Hier ein Zitat von Philip Bauer:
„Den Konflikt mit Russland in Kauf nehmend, suchte Wien eine Gelegenheit, seine alte Autorität
mittels eines Krieges auf dem Balkan wiederherzustellen. Eine Fraktion von "Falken" im
österreichisch-ungarischen Generalstab um Conrad von Hötzendorf plädierte unter diesem Eindruck
beständig für einen "Präventivkrieg". Allein 1913 forderte Hötzendorf 25 mal Krieg gegen Serbien.
Ironischerweise verloren die Gegenspieler des kriegsfreudigen Generalstabschefs durch das Attentat
von Sarajewo ihren stärksten Verbündeten: Franz Ferdinand war der einflussreichste Gegner des
geforderten militärischen Vorgehens gewesen und galt als Anwalt slawischer Interessen.“ Ende
des Zitats.
7
Das offizielle Kriegsziel Österreich-Ungarns war die Erhaltung der Integrität des Habsburgerreiches
und die Stärkung ihrer Stellung als Großmacht durch Einflussnahme, bzw. durch Aneignung
bestimmter Gebiete in Serbien, Montenegro, Albanien, Rumänien, Polen und der Ukraine. Gegen
Serbien wurde ein verbaler Krieg, - auch mit dem Slogan „Serbien muss sterben“ geführt. (5)
5.2 Deutsches Reich neigt zum Militarismus
In einer ganzen Reihe schwerer Krisen war Europa seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer wieder an
den Rand eines Krieges gerückt. Deutschland befand sich zu der Zeit in einer Phase des tief greifenden
gesellschaftlichen Wandels und der inneren Zerrissenheit. Eine starke Spannung zwischen
beschleunigten Modernisierungsprozessen und alten Lebensgewohnheiten sowie Zukunftsangst prägten
die Gesellschaft. (5)
Philip Bauer beschreibt die damaligen Verhältnisse im Deutschen Reich wie folgt:
„Aufgrund der deutschen aggressiven, sprunghaften und lautstarken Außenpolitik war Deutschend in
außenpolitische Isolation geraten. Mal gegen Frankreich, mal gegen England oder Russland gerichtete,
- Politik der Stärke – hatte eine Situation geschaffen, die von Deutschland als Akt der
„Einkreisung“ empfunden und dargestellt wurde. Obwohl sich das deutsche Reich von Feinden
umgeben sah, handelte es sich vielmehr um eine „Auskreisung“, da sich das Reich selbsttätig ins
diplomatische Abseits manövriert hatte.
Besondere innenpolitische Schwierigkeiten bereitete die, mit ungeheuren Kosten verbundene
Aufrüstung. Auch regionale Konflikte zwischen einzelnen Bundesstaaten und dem übermächtigen
Preußen, konfessionelle Konflikte zwischen der protestantischen Mehrheit und dem im Kirchenkampf
bedrängten politischen Katholizismus, sowie "ethnische" Konflikte mit den Minderheiten der Polen,
Elsässer und Dänen, die sich gegen die Germanisierungspolitik stemmten, strapazierten das Land.
Der Nationalismus als kollektive Identitätsstiftung erreichte nach 1871 eine bisher nicht gekannte
Bedeutung und überdeckte viele innere Konflikte. Auch die weiteren Grundbestandteile des
deutschnationalen Gedankengutes, Antisemitismus, Rassismus und Militarismus hatten
Konjunktur. ……… Angesichts der gesellschaftlichen Krise erhofften sie sich in einem Krieg das
Erlebnis der nationalen "Wiedergeburt". Typisch hierfür mag die Haltung gewesen sein, die der
preußische Generalfeldmarschall und Militärhistoriker Colmar von der Goltz 1907 zum Ausdruck
brachte: ”.
Ich wünsche dem deutschen Vaterlande von allen guten Dingen zwei, nämlich völlige Verarmung
und einen mehrjährigen harten Krieg. Dann würde sich das deutsche Volk vielleicht noch einmal
wieder erheben und für Jahrhunderte vor moralischer Auflösung schützen.
Konsequenterweise war auf dem Höhepunkt der Balkankrise 1912 ein "Kriegsrat" abgehalten
worden, zu dem keine Zivilisten eingeladen waren. Im Kreise seiner militärischen Berater und in
Abwesenheit des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg wurden Pläne für einen
"Präventivkrieg" gegen Großbritannien, Frankreich und Russland mit dem deutschen Kaiser
diskutiert. Während Generalstabschef Helmuth von Moltke erklärte "Ich halte den Krieg für
unvermeidbar und je eher, je besser", wollte Großadmiral Alfred von Tirpitz den Krieg noch 1½
Jahre hinausschieben, bis die Marine auf dem erwünschten Stand sei.
Obwohl die Balkan-Krise 1913 diplomatisch beigelegt wurde und die deutsche Regierung den
österreichisch-ungarischen Bündnispartner mehrmals von einem militärischen Alleingang abgehalten
hatte, wurde dabei deutlich, dass die Reichsleitung über kurz oder lang einen Krieg nicht nur erwartete,
sondern auch befürwortete. Die Begründung der Kriegsbefürworter blieb schon seit den Krisen des
Jahres 1887 dieselbe: Es müsse durch rechtzeitiges Losschlagen verhindert werden, dass die anderen
europäischen Mächte – allen voran Russland – übermächtig würden. Verstärkt wurde die
Kriegsbereitschaft noch von dem an Eigendynamik gewinnenden rassenpolitischen Gedanken, - dass
8
ein europäischer Krieg über kurz oder lang kommen muss, in dem es sich in erster Linie um
einen Kampf zwischen Germanentum und Slawentum handeln wird. - (Moltke).“ (5)
Gleichzeitig und gleich betonend sagte Wilhelm II.: »Mit den Serben muss aufgeräumt werden,
und zwar bald. Jetzt oder nie!« Auch in Deutschland war der Spruch; - Serbien muss sterben –
Kriegsparole. (5)
5.3 Attentat von Sarajevo 1914
Am 28. Juni 1914, genau 525 Jahre nach der Schlacht von Kosovo Polje 1389, kam der österreichischungarische Thronfolger Franz Ferdinand, zufällig oder absichtlich, nach Sarajevo um das dortige
Militär-Reglement zu besuchen und dabei wird er, zusammen mit seiner Frau, von einem 19-jährigen
bosnischen Serben erschossen. Es sei noch zu bemerken, dass der junge Mann kein Staatsbürger von
Serbien, sonder von Bosnien, bzw. von Österreich-Ungarn war, und selbst das Attentat ereignete sich
nicht auf dem serbischen, sonder auf dem damals österreichischen Staatsboden, und es gab keine
unmittelbare Beteiligung der serbischen Institutionen. (5)
Die serbischen Kinder in deutschen und österreichischen Schulen werden auch heute noch von den
meisten Geschichtslehrern darauf angesprochen, dass es die Serben waren, die den Ersten Weltkrieg
verursacht haben. und dabei melden sich in der Regel kroatische, albanische oder muslimische Kinder,
die eine Diskussion über die Serben als negativen Elementen eröffnen.
Eben in deutschen und österreichischen Lehrbüchern noch heute steht, dass das Attentat von Sarajevo,
wo ein serbischer Nationalist den österreichischen Thronfolger und seine Gemahlin ermordet hat, der
Anlass zum Ersten Weltkrieg war.
Die englischen Historiker dagegen führen mehrere Beweise an, die eindeutig suggerieren, dass der
Thronfolger bewusst geopfert wurde, damit Österreich einen Anlass hat, um Serbien angreifen zu
können. (s. Zeitschrift NIN von 25.2.2010 Seite 47)
Eine detaillierte Beschreibung des Besuches von Franz Ferdinand in Sarajevo und seine Erschießung,
siehe, - Attentat von Sarajevo – Wikipedia.
5.4 Ausbruch des Ersten Weltkriegs
Bereits beim Kriegsrat vom 8. Dezember 1912,- hatte Kaiser Wilhelm II. mit der militärischen
Führungsspitze gefordert, dass Österreich gegenüber Serbien „kraftvoll auftreten“ müsse, und dann der
Krieg mit Russland unvermeidlich wäre. Also, fast 19 Monate vor dem Attentat von Sarajevo 1914,
wollte Kaiser Wilhelm II. den Krieg. War dann das Attentat tatsächlich der Anlas des Ersten
Weltkrieges?
Am 6. Juli 1914, kurz nach dem Attentat, versicherte das Deutsche Reich die unbedingte
Bündnistreue zu Österreich-Ungarn (Blankovollmacht) im Fall eines Krieges mit Serbien und
Russland. Selbst Kaiser Wilhelm II. hatte Österreich-Ungarn Unterstützung versprochen und auf ein
rasches Losschlagen gegen Serbien gedrängt. Diese Rückendeckung war entscheidend für die spätere
Kriegserklärung Österreichs an Serbien.
Danach stellte Österreich-Ungarn am 23. Juli an Serbien ein Ultimatum mit sechs Bedingungen, die
u.A. die Bekämpfung der gegen Österreich-Ungarn gerichteten Aktivitäten unter österreichischungarischer Beteiligung und Bestrafung der Schuldigen vorsahen.
Die serbische Regierung akzeptierte fünf der sechs harten Bedingungen, verwahrte sich jedoch gegen
die letzte Bedingung, die Einschränkung der Souveränität Serbiens, und beschloss die
Teilmobilmachung der Armee. Worauf Österreich-Ungarn die Antwort Serbiens für
„unbefriedigend“ befand und ebenfalls mit einer Teilmobilmachung begann. (5)
Am 27. Juli 1914 erklärte auch der päpstliche Staatsekretär dem österreichischen Gesandten, - dass
der Papst den Krieg mit Serbien wünsche und zwar nicht zum ersten mal, versteht sich. Am nächsten
Tag, am 28. Juli 1914 erklärte Österreich Serbien den Krieg. Das war jedoch nur durch volle
9
Unterstützung des Deutschen Reiches möglich, denn so ein Risiko würde Kaiser Franz Joseph I
niemals alleine tragen wollen.
Als am 29. Juli österreichische Truppen mit der Beschießung Belgrads begonnen hatten, ordnete der
russische Zar Nikolaus II. am 30. Juli 1914 die Gesamtmobilmachung seiner Truppen an.
Nun ordnete der deutsche Kaiser am 1. August die Gesamtmobilmachung und schickte die
Kriegserklärung an Russland, das Gleiche am 3. August an Frankreich, und am gleichen Tag
marschierten deutsche Truppen in Belgien ein. Am 4. August hat Großbritannien ein Ultimatum an
Deutschland gestellt, in dem der sofortige Rückzug aus dem neutralen Belgien verlangt wurde.
Deutschland reagierte nicht. Um Mitternacht erfolgte die britische Kriegserklärung an das Deutsche
Reich. In seinem "Aufruf an das Deutsche Volk" erklärte Wilhelm II. am 6. August:
"Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf! Zu den Waffen! Jedes Schwanken, jedes
Zögern wäre Verrat am Vaterlande." (5)
Katastrophale Kriegsbilanz insgesamt 10 Mio. toten, dazu noch 20 Mio. verwundete Menschen,
davon 2 Mio. Deutsche, 1,7 Mio. Russen, 1,4 Mio. Franzosen usw. Das Königreich Serbien zählte
Anfang 1914 rund 4,5 Mio. Einwohner. In den vier Kriegsjahren sind nach serbischen Angaben circa.
1,1 Millionen Menschen oder 24 % der Gesamtbevölkerung Serbiens ums Leben gekommen. Es sind
schätzungsweise 60.000 Zivilisten exekutiert worden und bis zu 400.000 weitere aufgrund von
Epidemien, Kälte, Hungersnöten und Krankheiten gestorben, viele davon auf dem verlustreichen
Rückzug zur Adria. Von den wehrfähigen Männern hat nur die Hälfte überlebt, das serbische Heer
zählte allein 360.000 Mann Verlust. (7)
6.0 Vereinigung der Südslawen 1918
Das Vereinigungsbestreben der südslawischen Völker begann bereits im 19. Jahrhundert. Zwischen
1830 und 1848 formierte sich in Kroatien der Illyrismus, aus dem später der Jugoslawismus entstehen
sollte.
Der Österreicher Erhard Busek sagte am 16.06.08:
„Der Erfinder der Konstruktion Jugoslawien war ein Geistlicher mit einem alles andere als slawischen
Namen: Joseph Georg Strossmayer, ein kroatischer Theologe und Politiker, Josip Juraj Strosmajer
(1815-1905), wie er sich später nannte. Strosmajer war einer der Vorkämpfer des Südslawentums und
einer Union mit der russisch-orthodoxen Kirche, die nicht gelang. Er widersetzte sich dem
Unfehlbarkeitsdogma des Ersten Vaticanums.“ (8)
Nachdem die Deutschen und Habsburger den katastrophalen Krieg verloren hatten, ergab sich die
Möglichkeit, dass auf den Trümmern des Krieges ein Wunsch der Südslawen in Erfüllung geht.
In Serbien, Kroatien, Bosnien und Slowenien war die Idee von der Vereinigung aller Südslawen
stark verbreitet. Die serbischen Wünsche reichten meistens über eine Vereinigung mit Kroaten und
Slowenen, aber auch mit Bulgarien und Montenegro. Ein anderer Teil der Serben wollte lieber ein
Großserbien, mit Abrundung des serbischen Gebietes und Zugang zur Adria.
Die Kroaten und Slowenen wollten endlich aus Österreich-Ungarischer Herschafft ausbrechen, in der
Hoffnung, mit den Serben einfacher zu Recht zu kommen. Der kroatische Abgeordnete Supilo hatte
schon im Dezember 1914 eine russisch-südslawische Denkschrift verfasst, wonach eine detaillierte
Vorstellung über den kommenden südslawischen Staat vorgestellt wurde. (9)
Bemerkung: Bosnier, Kroaten, Slowenen und ein Teil der Serben als Österreich-Ungarische
Staatsangehörige waren Kriegsgegner der Serben, Montenegriner und Mazedonier. Konnte aus dieser
Buntheit noch ein Staat werden?
Noch während der gegenseitige Vernichtungskrieg andauerte, hatten südslawische Emigranten 1915 in
London den "Südslawischen Ausschuss" gegründet, der sich für die Vereinigung der Südslawen
10
einsetzte. Nach einem Beschluss der Konferenz von Korfu am 20 Juli 1917 konstituiert sich der
"Nationalrat der Serben, Kroaten und Slowenen."
Am 29./30.10. 1918 erklärte der Nationalrat von Kroatien bzw. von Bosnien-Herzegowina die
Loslösung von Österreich-Ungarn. Die montenegrinische Volksversammlung verkündete am
19.11.1918 den Anschluss an Serbien. Der serbische Thronfolger Alexander I. proklamierte am
1.12.1918 das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. (9) Es muss aber hier erwähnt
werden, dass die serbische Führung politisch von den Großmächten, vor allem Britannien und
Frankreich aufgefordert wurde, zusammen mit Kroaten und Slowenen einen neuen Staat zu gründen.
Dieses geschah, weil man dadurch Serbien von Russland fern halten wollte und gleichzeitig dem
Deutschen Reich geografisch den Zugang zur Adria und Nahen Osten sperren wollte.
6.1 Das erste Jugoslawien - Anfang und Ende
Im November 1920 wurde die verfassungsgebende Versammlung gewählt. Schon am Anfang der
parlamentarischen Arbeit war allen klar, dass in dem neuen Südslawischen Staat sehr schwierig zu
regieren sein wird. Dieser Staat war von seiner Entstehung an von starken ethnischen Spannungen
geprägt. Die zentralistisch bestimmten Vorstellungen der serbischen Parteien stießen immer wieder mit
den föderalistisch geprägten Vorstellungen vor allem der Kroaten zusammen. (9)
Die serbische Demokratische Partei (DS), die sich für ein Zusammenwachsen zu einer
jugoslawischen Nation einsetzt, stellte mit 92 von 419 Sitzen ganz knapp die stärkste Fraktion. Die
Kroatische Bauernpartei unter Radic lehnte die monarchische Staatsform als solche ab, boykottierte
das Parlament in Belgrad und gründet in Zagreb eine "kroatische Volksbewegung". Die Zentralistische
Verfassung wurde im Juni 1921 mit den Stimmen der Serben, Slowenen und Moslem gegen die
Kroaten und Kommunisten angenommen. Nachdem am 20.6. 1928 ein montenegrinischer
Abgeordneter im Streit mit den Abgeordneten der kroatischen Bauernpartei, drei deren Parlamentarier
im Belgrader Parlament erschossen hatte, setzte König Alexander die Verfassung außer Kraft und löste
das Parlament auf. Im Jahr 1929 wurde der Staat in Königreich Jugoslawien umbenannt.
Im gleichen Jahr, 1929 gründete der Kroate Ante Pavelić, vorher Vorsitzender einer kroatischen
nationalistischen Splitterpartei, im italienischen Exil die Ustascha-Bewegung und rief zum
gewaltsamen Umsturz in Jugoslawien auf. Er wurde dabei vom italienischen Diktator Mussolini
unterstützt und konnte sich auch auf antijugoslawische und revanchistische Kräfte in Ungarn,
Bulgarien, Österreich und Deutschland verlassen.
Die Ustascha führte zunächst einzelne Anschläge durch und versuchte dann 1932 bis 1933 einen
regelrechten Aufstand zu beginnen, was jedoch aufgrund mangelnder Unterstützung aus der
Bevölkerung fehlschlug.
Die Ustascha-Bewegung unter Ante Pavelić plante im Zusammenarbeit mit der mazedonischen
VMRO und mit Unterstützung des italienischen Geheimdienstes die Ermordung Königs Alexander.
Zu diesem Zweck entsandten sie mehrere Mordkommandos nach Frankreich, wo Alexander zu einem
Staatsbesuch erwartet wurde. Bei dem Attentat wurden König Alexander und der französische
Außenminister Louis Barthou am 9. Oktober 1934 in Marseille ermordet. (9)
Da der Sohn von König Alexander, Peter II., noch minderjährig war, übernahm sein Onkel Pavle
Karađorđević als Regent die Leitung des jugoslawischen Königreiches. Peter II. wurde 1941 kurz vor
dem Überfall des Deutschen Reiches auf Jugoslawien für volljährig erklärt und übernahm für kurze
Zeit die Amtsgeschäfte. (9)
7.0 Der Zweite Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg blieb Jugoslawien zunächst neutral und weigerte sich, dem Dreimächtepakt
unter deutscher Führung beizutreten. Erst nach offenen Kriegsdrohungen wurde das Abkommen am
11
25. März 1941 von der Regierung Cvetković-Maček und Prinzregent Pavle unterzeichnet. Infolge
dessen kam es in Serbien zu Demonstrationen, die schließlich am 27. März 1941 zu einem, von
britischen Offizieren organisierten, Putsch serbischer Offiziere gegen den Regenten Pavle führte.
Obwohl die neue jugoslawische Regierung versuchte, sich mit dem Deutschen Reich zu verständigen,
reagiert Deutschland mit einem Überfall auf Jugoslawien. Schon am 6. April 1941 wurde Belgrad
ohne Kriegserklärung bombardiert und dabei: „kamen Unzählige Menschen, laut Schätzungen
zwischen 4 000 und 20 000, ums Leben. Die Verluste der jugoslawischen Armee hielten sich sonst in
Grenzen. Die Deutschen machten eine große Anzahl Kriegsgefangene, etwa 300.000, von denen sie die
meisten aber wieder frei ließen. So waren letztendlich im Juni 1941 noch 180 000 jugoslawische
Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft, und zwar vor allem Serben.“ (10)
Das jugoslawische Territorium wurde unter Deutschland und deren Satelliten; Italien, Ungarn,
Bulgarien, Albanien und Kroatien aufgeteilt. Der größte Teil Serbiens unterstand der deutschen
Militärverwaltung. So wurde die Vereinigung der Südslawen, sprich I. Jugoslawien, zerschlagen!
7.1 Unabhängiger Staat Kroatien
In Kroatien übergab die deutsche Führung die Macht der faschistischen Ustascha-Bewegung unter
der Führung von Ante Pavelic. Nach der Ermordung König Alexanders in Marseille 1934 wurde
Pavelic von Papst Pius XII. in besonders feierlicher Privataudienz empfangen und gesegnet. Nach dem
Einmarsch der Deutschem in Jugoslawien kehrte er auch nach Kroatien zurück.
Am 10.4.1941, haben Deutschland und Italien den Unabhängigen Staat Kroatien, dessen Gebiet auch
Bosnien-Herzegowina und den nördlichen Teil Serbiens beinhaltete, diplomatisch anerkannt.
„Unmittelbar nach der Nationalstaatsgründung beginnt die Ustascha mit ethnischen Säuberungen und
Vertreibung der Serben, Juden und Zigeuner. Nach einem Plan von Minister für Rasenfragen Mile
Budak sollten von den 2 Millionen Serben 1/3 zum Katholizismus gezwungen, 1/3 liquidiert und 1/3
vertrieben werden. Eines der grauenhaftesten Verbrecherregime war das des Ante Pavelics in Kroatien,
das massiv durch das Papsttum unterstützt wurde. Darauf begann ein katholischer Kreuzzug, der den
schlimmsten mittelalterlichen Massakern in nichts nachsteht.“ (10)
Schätzungsweiße um die 240 000 orthodoxe Serben wurden zum Katholizismus gezwungen. Man
massakrierte sie in "Gotteshäusern". Man stach ihnen lebend die Augen aus, schnitt ihnen die Ohren ab,
begrub sie lebendig, kreuzigte sie. Die katholischen Schlachtfeste in "Groß Kroatien" waren so
grauenhaft, dass selbst die italienischen Faschisten schockiert waren, und die deutschen Truppen gegen
die eigenen Verbündeten vorgehen mussten. "Alle Serben in möglichst kurzer Zeit zu töten", das
nannte der Franziskaner Simic, ein Militärvikar der Ustascha, "ist unser Programm". (11)
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Wien schätzt, dass im Nazi-Satellitenstaat Kroatien mind.
600.000 Serben, 77 Prozent der über 30.000 Juden und 20.000 Zigeuner ermordet wurden. Nach dem
Krieg war der Anteil der serbischen Bevölkerung in Kroatien von 30 auf 12 Prozent gesunken. Das
Alliierte Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg gab die Toten des faschistischen Terrors für ganz
Jugoslawien mit 1.251.000 an – Opfer von Kriegshandlungen nicht mitgerechnet. Die meisten Morde
fanden im berüchtigten kroatischen Konzentrationszentrum Jasenovac statt, für den jugoslawischen
Historiker Vladimir Dedijer „das jugoslawische Auschwitz“. (11)
7.2 Serbien unter deutscher Besatzung
In Serbien wurde unter dem deutschen Befehlshaber eine Marionettenregierung unter General Milan
Nedić eingesetzt, die nur geringe Befugnisse besaß.
Christoph Peter schreibt in seinem Werk: „In deutscher Öffentlichkeit ist wenig über den Zweiten
Weltkrieg in Jugoslawien bekannt, doch Jugoslawien war eines der brutalsten Schauplätze des Zweiten
Weltkrieges überhaupt. Nachdem Hitler und seine Verbündeten Jugoslawien eingenommen hatten und
12
das Land unter den Siegern aufgeteilt war, bildeten sich zwei Widerstandsgruppen gegen die Besatzer,
die kommunistischen Partisanen unter Tito und die königstreuen Tschetniks unter Mihailovic. Sie
lieferten sich in einem grausamen Guerilla-Krieg harte Schlachten mit den Deutschen, aber auch
untereinander gab es blutige Gefechte.“ (10)
Beide Widerstandsgruppen operierten vorwiegend in Serbien. Die Tschetniks warfen ihrerseits den
Partisanen vor, die rücksichtslosen Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Besatzer nur in Serbien zu
provozieren. In Serbien galt eine deutsche Verordnung, wonach für jeden umgebrachten Deutschen,
100 Serben, und für jeden verletzten Deutschen 50 Serben erschossen werden mussten.
Der grausamste Fall geschah am 20. Oktober 1941 in Kragujevac als 2324 Menschen, davon etwa
350 aus den Schulen geholte Schüler und Lehrer, als Geiseln erschossen wurden, weil es zuvor bei
einem Überfall von Titos Partisanen 10 tote und 26 verwunderte Deutsche gab. (12)
8.0 Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg
Mit Unterstützung vor allem der britischen Regierung (Churchill wollte es so haben) gewannen Titos
Partisanen (Kommunisten) die Oberhand im Land. Und zwar nur deshalb, weil man sicher war, dass
Tito wieder Jugoslawien im Ganzen aufbauen wollte, während die Königstreuen serbischen Tschetniks
nicht mehr dazu neigten und sind deshalb Titos Partisanen überlassen worden. Jugoslawien musste also
Deutschland zum Trotz weiter existieren.
In Jajce (einer bosnischen Stadt) bildet sich bereits 1943 unter der Präsidentschaft Titos eine
provisorische Regierung. Der Exilregierung in London, die den Tschetnik-Führer Mihailovic zum
Kriegsminister gemacht hat, wurden alle Befugnisse abgesprochen.
Am 29.11.1945 wurde die “Föderative Volksrepublik Jugoslawien” ausgerufen, die aus den
Republiken; Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Montenegro
besteht. Demnach bekamen Mazedonien und Montenegro, die zuvor Teile Serbiens waren, RepublikStatus. Dazu wurden innerhalb Serbiens noch zwei autonome Gebiete; Vojvodina und Kosovo,
gegründet, so dass Serbien sehr geschwächt wurde. Serbien wurde territorial verkleinert, was dem Ziel
diente, eine „Hegemonie“ eines einzelnen Volkes zu verhindern, – das war Titos Parole.
Dagegen wurde Kroatien so konstituiert, dass es Gebiete bekam, die es nie in der Geschichte hatte und
in denen keine Kroaten die Mehrheit bildeten, sondern es waren Kroaten, Serben, Italiener und viele
anderen Völker, die Jahrhunderte lang dort angesiedelt waren. Aus eigenständigen Gebieten Kroatien,
Slawonien und Dalmatien schafft Tito die Republik Kroatien und von den 30% des serbischen
Bevölkerungsanteils in Kroatien, vor dem Ustascha Staat, sind nur noch 12 Prozent geblieben.
Dennoch, ein autonomes Gebiet in Kroatien für die Krajina-Serben, wo sie die Mehrheit ausmachten,
hat Tito abgelehnt. Sie erhielten jedoch die konstitutionellen Rechte innerhalb der Sozialistischen
Republik Kroatien. Das bedeutet, die Serben waren mit Kroaten als zweites Staatsvolk gleichgestellt.
(13)
Die von der Kommunistischen Partei geführte Volksfront schaffte bei den Wahlen zur
Verfassungsgebenden Versammlung einen, wie auch immer entstandenen, Erfolg. Alle Unternehmen
wurden verstaatlicht. Es wurden abertausende Menschen in ganz Jugoslawien gejagt und ermordet, ins
Gefängnis gesteckt und verschwanden, bis Tito und seine Genossen nicht sicher waren, dass sie die
übrig gebliebenen Menschen unter Kontrolle hatten.
Tito bildete eine provisorische Regierung mit der Volksfront (KPJ, ab 1952 Bund der Kommunisten
Jugoslawiens). Der Friedensvertrag von Paris führte dann zur Herstellung des Staates in den Grenzen
von 1941, erweitert um die bislang italienischen Gebiete Istrien und Dalmatien.
Im sozialistischen Vielvölkerstaat Jugoslawien lebten, laut Verfassung sechs staatstragende Völker:
Slowenen, Kroaten, Serben, Bosniaken (Muslime), Montenegriner und Mazedonier und einer Vielzahl
nationaler Minderheiten wie Albaner, Ungarn, Rumänen, Bulgaren usw. Es gab drei Amtssprachen
13
(serbokroatisch, slowenisch und mazedonisch) sowie die lateinische und die kyrillische Schrift und drei
stark entgegen geprägte Religionen; Griechisch-orthodoxen, Katholiken, Muslime. (13)
Die jugoslawische KP wehrt sich erfolgreich gegen die Einmischungsversuche Stalins. Der Staat wird
unter dem Vorwand ideologischer Abweichungen aus dem Informationsbüro kommunistischer Parteien
der Ostblockstaaten ausgeschlossen und wirtschaftlich isoliert. Jugoslawien erhält wirtschaftliche und
militärische Unterstützung von den USA, der BRD und anderen westlichen Staaten, lässt sich aber
nie ganz in den Westen integrieren. Innerhalb des Staates bestand, was die wirtschaftliche Situation
anbelangte, ein Nord-Süd-Gefälle, zwischen den entwickelten Gebieten wie Slowenien und Kroatien
und unentwickelten wie zum Beispiel dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro. Trotz staatlicher
Umverteilungsmaßnahmen waren die Entwicklungsunterschiede nicht geringer geworden, sondern
hatten sich in der letzten Zeit weiter verschärft. Es gab immer wieder wirtschaftliche und politische
Probleme zwischen den einzelnen Republiken, aber sie wurden ständig per Dekret verdrängt. (13)
Bosnien 1949: Die Studentenorganisation „Jungen Muslime“ hat Verbindungen mit Organisationen
in Islamischen Staaten und führt Kampagne der Jugend-Islamisierung durch. Vier Mitglieder wurden
zum Tode verurteilt, mehrere hundert zu Haftstrafen. (14)
Kroatien 1967: Kroatische Sprachwissenschaftler und verschiedene Studentenorganisationen
fordern das Abschaffen der Bezeichnung Serbokroatisch in Kroatien, es soll nur kroatisch heißen.
Um die gleiche Zeit wird der General Franjo Tudjman (später kroatischer Präsident) aus der
kommunistischen Partei ausgeschlossen, wegen seiner politischen Thesen, die eine Unterdrückung von
Kroaten durch Serben behaupteten, und die bereits in jener Zeit als kroatisch-nationalistisch bezeichnet
wurden. (14)
In Sarajevo 1970 veröffentlicht Alija Izetbegovic sein Buch „Islamische Deklaration“ (Islamska
deklaracija) und fand besonders in islamischen Staaten große Aufmerksamkeit. In Kuwait wurden
100.000 Exemplare in arabischer Sprache gedruckt und in Jugoslawien selbst blieb sie unbekannt bis
sie Anfang der 1980er Jahre bei einer Hausdurchsuchung gefunden wurde. Das Gericht verurteilte ihn
im Jahre 1983 zu 14 Jahren Haft wegen Aufrufs zur Zerstörung Jugoslawiens.
Kroatien 1971: Unter dem Stichwort Kroatischer Frühling forderten die Nationalisten, unter denen
auch führende Kommunisten und Funktionäre der Republik waren, mehr Selbstständigkeit für
Kroatien, eigene kroatische Armee und protestierten gegen Hilfen für die unterentwickelten Regionen,
weil dadurch Kroatien wirtschaftlich ausgebeutet werde. (14)
Der Staatspräsidenten Josip Broz Tito ließ diese politische - aus seiner Sicht separatistische und
nationalistische - Bewegung absetzen und Manche auch verhaften. Zu den verhafteten und zu
langjährigen Haftstrafen verurteilten gehörten sowohl Franjo Tudjman als auch der, bis vor kurzem
kroatische Staatspräsident Stipe Mesic. (14)
Die neue Verfassung von 1974 wurde unter starkem Druck der Kroaten und Slowenen angenommen,
durch die der Staat großzügig föderalisiert wurde. Die Kompetenzen, die diese Verfassung den
Republiken und autonomen Provinzen einräumte, waren teilweise so weit reichend, dass man zeitweise
von einer Überföderalisierung des jugoslawischen Systems sprach. Nur sehr wenige Aufgaben blieben
in der Kompetenz des Bundes und zu allen Beschlüssen des Bundes mussten die Republiken und
Provinzen ihre Zustimmung geben, das heißt, sie konnten die Entscheidungen der Bundesregierung
auch blockieren. In den achtziger Jahren machten die einzelnen Regionen verstärkt von diesem Gesetz
Gebrauch, um ihre Selbstständigkeitsbestrebungen zu unterstützen. Dies führte zu einer
Handlungsunfähigkeit der jugoslawischen Bundesregierung.
Dasselbe galt für die Republik Serbien, in der kein Gesetz, ohne Zustimmung der zwei Provinzen, zu
Stande kommen konnte. Die Provinzen Vojvodina und Kosovo gehörten formal zu Serbien, hatten
aber alle Attribute einer Republik. Viele Beobachter meinen, dass diese Verfassung der Anfang vom
Ende Jugoslawiens war.
14
Aufgrund dieser nationalistischen Spannungen wird ein kollektives Staatspräsidium geschaffen, das
paritätisch nach den Republiken besetzt ist. Gleichzeitig wurde Tito zum Präsidenten des Präsidiums
auf Lebzeiten ernannt. (9)
Der Vorsitz im Präsidium sollte nach seinem Tod jährlich nach einer festgelegten Reihenfolge unter
den Republiken wechseln. Dies sollte politische Stabilität in dem Vielvölkerstaat für die Zeit nach
Titos Tod sichern. (10)
8.1 Nach Titoära Wirtschaft verfällt, Nationalismus wächst
Am 4. Mai 1980 stirbt Jugoslawiens Staatspräsident Josip Broz Tito im Alter von 88 Jahren. Das
kollektive Staatspräsidium mit jährlich wechselndem Vorsitz übernimmt die Regierung in Jugoslawien.
Noch zur Titos Lebzeit ging es der jugoslawischen Wirtschaft ziemlich schlecht und nach seinem Tot
nehmen die wirtschaftlichen und politischen Probleme gewaltig zu. Anfang der 80er Jahre stiegen
rapide die Inflation und Arbeitslosigkeit, aber auch die Auslandschulden betrugen fast 20 Milliarden
US-Dollar.
Kosovo 1981: Am 1. April kam es in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, zu gewalttätigen
nationalistischen Demonstrationen der Albaner. Sie verlangen die Schaffung einer mit anderen
Teilrepubliken gleichberechtigten Teilrepublik Kosovo und den Status eines Staatsvolks. Dies wird
von allen Teilrepubliken sowie der jugoslawischen Bundesregierung abgelehnt. Proteste werden
niedergeschlagen und der Ausnahmezustand über die Region verhängt. Mehrere Menschen wurden
dabei getötet. (14)
Bosnien 1983: Es wird ein Gerichtsprozess wegen feindseliger und konterrevolutionärer Handlungen
aus muslimisch-nationalistischen Gründen gegen 13 muslimische Aktivisten geführt. Hauptangeklagter
ist Alija Izetbegović, der 13 Jahre zuvor seine „Islamische Deklaration“ geschrieben hatte. Die
Angeklagten, von denen einige am Ende des Zweiten Weltkriegs zu der nationalistischen Organisation
„Junge Muslime“ gehört hatten, werden beschuldigt, die Ziele einer terroristischen Organisation wieder
belebt zu haben. Das Gericht verurteilt Izetbegovic zu einer 14-jährigen Gefängnisstrafe, die nach der
Berufung auf elf Jahre reduziert wird. (14)
Serbien Memorandum 1986: Im September veröffentlichten die Intellektuellen der Serbischen
Akademie der Wissenschaften ein Memorandum zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen in
Jugoslawien. Darin wurde die politische Führung Jugoslawiens und seiner Republiken stark kritisiert.
Die Ursachen der umfassenden Krise in den 1980er Jahren sahen die Autoren im Erbe des Stalinismus
und des Kommunismus, in den Wirtschaftsreformen Mitte der 1960er Jahre und der Verfassung von
1974. Sie beklagten die Diskriminierung der serbischen Bürger in Jugoslawien, die Dreiteilung
Serbiens und den fortschreitenden Genozid in Kosovo an der serbischen Nation. Seit Frühjahr 1981
würde gegen die Serben in Kosovo ein offener und totaler Krieg geführt. Deren Lage war nach
Auffassung der Autoren aber nicht nur in Kosovo, sondern auch in Kroatien bedrohlich. Scharf wurden
die Assimilationspolitik gegenüber Serben in Kroatien sowie die kroatische Sprachpolitik kritisiert.
Abschließend forderten die Autoren die Wiederherstellung der vollen nationalen und kulturellen
Integrität des serbischen Volkes. (15)
Wirtschaftprobleme, Währungsfond: Ein Programm des Internationalen Währungsfonds verschärft
die soziale Situation zusätzlich. Der Reallohn geht in nur sechs Jahren, bis 1986, um bis zu 40 Prozent
zurück, die Produktivität sinkt rapide. Anfang 1986 beträgt die Inflationsrate etwa 100 Prozent, Anfang
1987 verfügte die Regierung das Einfrieren der Löhne.
Der Nationalismus blüht in Jugoslawien an allen Ecken. Aus Süd-Slawen wurden plötzlich
unterschiedliche Völker; Kroaten sind nicht mehr slawischer sonder „Iranischer (persischer)"
Abstammung, Serben sind ein slawischer Stamm, der sich seit dem 3.Jh. vor Chr. auf dem Balkan
aufhält, und die Moslems waren schon immer Türken und niemals Slawen.
15
Anfang 1990 beginnt ein gegenseitiger Handelskrieg. Slowenien und Kroatien führen zunächst nicht
mehr Steuern und Zölle an die Bundeskasse ab und stellen ihre Zahlungen in den Ausgleichsfonds der
Republiken ganz ein. Serbien belegt slowenische und kroatische Waren mit Sondersteuern, Kroatien
verlangt Sondersteuern von Serben, die Ferienhäuser an der Adria besaßen. (14)
Am 22.Januar1990 zerfällt die Kommunistische Partei Jugoslawiens, als die Kommunisten
Sloweniens und Kroatiens den Parteikongress der Kommunisten Jugoslawiens verlassen, weil ihre
Reformvorstellungen von Milosevics Anhängern abgelehnt wurden. (14)
Im Jahr 1990 wurden in allen jugoslawischen Republiken ihre Kommunistischen Parteien umbenannt
und „demokratische“ Wahlen (Mehrparteienwahlen) abgehalten.
Ein Zitat hierzu v. Holm Sundhaussen, Bundeszentrale für politische Bildung:
„Die Bevölkerung Jugoslawiens, die noch nie eine funktionierende, pluralistische Demokratie erlebt
und praktiziert hatte, wurde von einem Tag zum anderen mit weit reichenden Entscheidungen
konfrontiert. In der Regel erfolgten die Befragungen unter größtem Zeitdruck, und die Wählerinnen
und Wähler wurden unzureichend über die Konsequenzen ihrer Abstimmung informiert. In Slowenien,
Kroatien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina stimmte die jeweilige Bevölkerung über die Souveränität
ihrer Republik und/oder die Sezession vom jugoslawischen Bundesstaat ab. Alternativen jenseits von
"Ja" oder "Nein" gab es nicht. Diejenigen nationalen Minderheiten, die keine Chance hatten, die
republikweite Befragung in ihrem Sinne zu entscheiden, boykottierten die Volksabstimmungen oder
führten getrennte Plebiszite durch. Wesentlich mehr als die Ergebnisse der Parlamentswahlen wiesen
die Resultate der Volksbefragungen den Charakter von Volkszählungen auf. Die nationale
Zugehörigkeit wurde zum fast alleinigen Kriterium für die Entscheidung auf dem Fragebogen“. (15)
8.2 Ereignisse in Serbien
In Serbien war die Öffentlichkeit in den 80er Jahren sehr stark mit Problemen wie Wirtschaftskrise,
Kosovo, Verfassung von 1974 und mit der sichtbaren Bestrebung Kroatiens und Sloweniens nach
Unabhängigkeit beschäftigt.
Das Memorandum von 1986 war nach wie vor wichtiges Thema der Medien aber auch der Politiker.
Die meisten Politiker Serbiens haben das Memorandum als solches kritisiert, die Masse des Volkes war
aber der festen Überzeugung, dass alles, was im Memorandum stand, auch richtig sei, weil die
serbischen Politiker noch bei Tito unfähig waren, sich politisch gegenüber Kroaten und Slowenen
durchzusetzen. (15)
Etwa 5 Monate später, als Milosevic der Auffassung war, dass die Masse eher positiv zu dem
Memorandum stand, besucht er am 24 April 1987, zusammen mit Kosovo-albanischem Funktionär
Azem Vlasi, das Amselfeld (Kosovo Polje), wo sich die Serben über den Terror der Albaner beklagten.
Dabei kam es auch zum Zusammenstoss zwischen Polizei und andrängenden Serben, die dann
Milosevic zu Hilfe rufen; - sie schlagen uns. Milosevic geht zu ihnen und antwortet - niemand darf
euch schlagen. (15)
Dieses Ereignis war das Sprungbrett zu seinem Flug in den „Himmel“. Die Jahrzehnte lang enttäuschte
und von Angst erfasste Masse in Serbien wollte in ihm den Retter von Serbien sehen. In der 8.
Plenarsitzung der Kommunistischen Partei Serbiens am 23.September 1987 wurde er mit Hilfe seiner
Anhänger als Parteichef gewählt, indem er sich mit seinem Populismus gegen den als liberal und
besonnen geltenden Republikpräsidenten Stambolic durchsetzte.
Am 28. März 1989 hebt das Parlament Serbiens den hohen Grad der Autonomie für Kosovo und die
Vojvodina auf, d.h. vom Status einer Provinz zum Status eines Autonomen Gebiets, wie es auch vor
1974 war.
Am 28. Juni 1989 versammelten sich unter der Schirmherrschaft von Milosevic auf dem Kosovo polje
(dem Amselfeld) hunderttausende Serben, um der schlimmsten Niederlage in der serbischen
16
Geschichte zu gedenken. Denn vor 600 Jahren waren dort Fürst Lazar und die von ihm geführten
Kämpfer von den Osmanen vernichtend geschlagen. Slobodan Milosevic nutzt diesen historischen
Gedenktag, um seine Partei und sich selbst weiter zu profilieren.
Am 09. Dezember 1990 wurden in Serbien die ersten Wahlen abgehalten. Zuvor wurde die
Kommunistische Partei Serbiens in Sozialistische Partei Serbiens umbenannt, deren Vorsitzender
Slobodan Milosevic wird. Wie erwartet, erhielten die Sozialisten von Milosevic eine Mehrheit von
über 75 %, und er selbst als deren Kandidat wird zum Präsidenten von Serbien gewählt. (15)
Am 9. März 1991 demonstrieren in Belgrad über 50.000 Menschen für Pressefreiheit und gegen die
Übernahme der Medien durch die Sozialistische (früher Kommunistische) Partei von Milosevic Zwei
Menschen wurden getötet und 90 verletzt.
Milosevic rief die Armee zur Hilfe, um die Demonstration niederschlagen zu lassen. Die Armee traf
endlich ein, blieb aber nur für einen Tag. Milosevic wurde nicht von der Armee gerettet, sondern von
seinem Rivalen Präsident Tudjman. Am 25. März 1991 trafen sich beide heimlich in Karadjorvedo in
Serbien. Dort wurde eine Übereinkunft erzielt, den Kroaten, jugoslawischen Ministerpräsidenten
Markovic zu stürzen und Bosnien-Herzegowina zwischen Serbien und Kroatien aufzuteilen. (17)
8.3 Ereignisse in Slowenien und Kroatien
Die Politiker in Slowenien und Kroatien nutzen die Gelegenheit, dass in Serbien „ein Mann mit dem
Feuer spielt“, und verbreiten gemeinsam in ihren Ländern und im Ausland die Angst vor Serbien. Ihr
jahrzehntelanger Wunsch, Jugoslawien zu verlassen, war Gebot der Stunde.
Nachdem die Wirtschaft Jugoslawiens praktisch am Ende war und die Politik in Serbien, in der die
Erhaltung von Jugoslawien am stärksten gefordert wird, als unberechenbar dargestellt wurde, hatten die
Nationalisten der beiden Republiken absolute Unterstützung zu Hause aber auch im Ausland, sprich
Österreich und Deutschland.
Im September 1989 wird eine neue slowenische Verfassung entworfen und verabschiedet, in der
Slowenien sich legislative Souveränität gibt und ausdrücklich das Recht auf Sezession erklärt.
Anfang April 1990 wurden demokratische Wahlen in Slowenien abgehalten. Die slowenische
kommunistische Partei, mit Milan Kucan an der Spitze, heißt jetzt Partei der demokratischen
Erneuerung. Als Kandidat dieser Partei wird Milan Kucan zum Staatspräsidenten gewählt. Die
Regierung wird vom Oppositionsbündnis „Demos“ gestellt. Sie erklärt im Juli 1990 die Souveränität
Sloweniens und kündigt an, eine jugoslawische Konföderation mit anderen Republiken anzustreben.
Die slowenische Regierung möchte auch den Dienst ihrer Rekruten nur noch auf die Heimatregion
beschränken und eine eigene slowenische Bürgerwehr aufstellen. (15)
Am 22. April 1990 fanden in Kroatien Wahlen statt. Die kroatischen Kommunisten änderten den
Namen der Kommunistischen Partei in Partei der Demokratischen Veränderung und beteiligten
sich an den Wahlen, blieben aber nicht mehr an der Macht.
Die Mehrheit mit 40% der Stimmen und der Parlamentssitze bekam die national-konservative
Kroatische Demokratische Union (HDZ) unter Franjo Tudjman, ehemaliger Kommunist und
General der jugoslawischen Armee, aber auch Dissident und Gefangene unter Titos Regime. Tudjman
wird kroatischer Präsident und seine Partei stellt die neue Regierung auf.
Im Juni 1990 kündigt die HDZ die Unabhängigkeit Kroatiens an. Das kroatische Wappen zeigt das
historische weißrote Schachbrettmuster, das auch die Ustaschas verwendeten. (15)
Vom 19. August bis 2. September 1990 hatten die kroatischen Serben ein Referendum über ihre
Autonomie in den Gebieten, wo sie in der Mehrheit waren, abgehalten. Nachdem die Bevölkerung für
die eigene Souveränität gestimmt hatte, riefen die Serben das so genannte, - Serbische Autonome
Gebiet Krajina aus. Am 22. Dezember 1990 wurde die neue kroatische Verfassung, mit negativen
Vorzeichen für die Serben, verabschiedet. Ein unabhängiges Kroatien außerhalb Jugoslawiens löste
bei den Kraina-Serben Befürchtungen aus. (1)
17
Hier ein Zitat von Holm Sundhausen, -Bundeszentrale für politische Bildung:
„Die HDZ und Franjo Tudjman trugen maßgeblich zur Eskalation in Kroatien bei. Ihr mit
nationalistischen Parolen geführter Wahlkampf musste die knapp 600 000 Serben Kroatiens zutiefst
verunsichern. Die in der novellierten kroatischen Verfassung vorgenommene Herabstufung der
kroatischen Serben vom zweiten Staatsvolk zur Minderheit und die Abschaffung der bis dahin
notwendigen Zweidrittelmehrheit bei nationalitätenpolitischen Beschlüssen des kroatischen Parlaments
nährte die Diskriminierungsängste der Serben und weckte Erinnerungen an den kroatischen UstaschaStaat im Zweiten Weltkrieg.
Die öffentliche Zurschaustellung von Ustascha-Symbolen, die berufliche Diskriminierung von
Serben, das provokant-brutale Vorgehen der Polizei, die nationalistische Agitation der neu gegründeten
"Kroatischen Rechtspartei" des Extremisten Dobroslav Paraga, die Verharmlosung serbischer Opfer im
Zweiten Weltkrieg und eine rasch um sich greifende Serbophobie heizten die Atmosphäre an.
Auch die Berichte serbischer Medien über die Entdeckung von Skeletten serbischer Opfer, die von
den Ustaschas während des Zweiten Weltkriegs achtlos in zahllose Höhlen geworfen worden waren,
sorgten zusätzlich für Angst und Schrecken. Statt die aufgewühlte Stimmung in der Bevölkerung zu
beruhigen, weckten und schürten kroatische wie serbische Politiker die nationalen Emotionen.
Die Äußerungen Tudjmans während des Wahlkampfes, wie; „Ich bin so glücklich, nicht mit einer
Serbin oder Jüdin verheiratet zu sein“ - führten zusätzlich zum Misstrauen der Serben“. Ende des
Zitats
8.4 Der Beginn des Krieges in Kroatien
Am 2. März 1991 kam es in der serbisch besiedelten Stadt Pakrac zu einer gezielten Provokation
kroatischer Nationalgarde gegen die örtliche Polizeistation. Eine kroatische Einheit wollte die
durchwegs serbischen Polizisten der lokalen Station dazu zwingen, die Ustascha Schachbrettfahne der
damals auch international noch von niemandem anerkannten Republik Kroatien zu hissen. Als sich die
Polizisten weigerten, kam es zu Schiessereien und 2 Serben wurden verletzt.
Um über die Vorgänge in Kroatien zu Begin und während des Krieges zu erfahren, muss man
unbedingt das Buch „Reisen in das Land der Kriege“ von Kurt Köpruner lesen.
Am 31. März 1991 kam es entlang der Grenze und innerhalb der Krajina zu ersten Kämpfen zwischen
der kroatischen Polizei und der Nationalgarde auf der einen und serbischen Aufständischen auf der
anderen Seite. Als Beginn der beiderseits bewaffneten Auseinandersetzungen wird ein bewaffneter
Zwischenfall bei dem Nationalpark Plitvicer Seen bezeichnet, wobei es zwei tote Serben gab. In der
kroatischen Firmensiedlung Borovo Naselje wurden am 2. Mai zwei kroatische Polizisten von
serbischer Seite getötet. (11)
Am 25. Juni 1991 erklärten Slowenien und Kroatien einseitig ihre Unabhängigkeit von der
jugoslawischen Föderation. Slowenien übernimmt noch am selben Tag die Gewalt über seine
Staatsgrenzen.
Krieg in Slowenien: Am 26. Juni 1991 stellt die Jugoslawische Bundesregierung und deren
Ministerpräsident, der Kroate Ante Markovic fest, dass die Unabhängigkeitserklärung der beiden
Republiken illegal sei, und gibt an die Jugoslawische Volksarmee den Befehl, an den Staatsgrenzen in
Slowenien die Kontrolle zu übernehmen. Nach drei Tagen Krieg zwischen der Volksarmee und der
slowenischen Territorialverteidigung wird unter Vermittlung der EG ein Waffenstillstand geschlossen
und am 28. Juni begannen die in Slowenien stationierten jugoslawischen Militärverbände Slowenien
zu verlassen. (11)
Vom 19. August bis 2. September 1991 stimmte die serbische Bevölkerung in Kroatien in einem
Referendum für ihre Autonomie und am 21. Dezember 1991 rufen die Serben ihrerseits zunächst das
Serbische autonome Gebiet Krajina aus.
18
Die Serben sprachen den kroatischen staatlichen Behörden die Legitimität ab und hinderten sie an
jeglichen Tätigkeiten in mehrheitlich serbisch besiedelten Gebieten. Entlang der Hauptverkehrsrouten
wurden Barrikaden mittels Baumstämmen errichtet. Kroatische Fernsehreporter bezeichneten diese
Vorgehensweise daraufhin als so genannte „Baumstamm-Revolution“ (balvan revolucija).
Die Krajina-Serben erklärten sich daraufhin für autonom und riefen ihrerseits die Republik
Serbische Krajina aus. Während die Kroaten in dieser einseitigen Autonomie-Erklärung einen Angriff
auf ihre eben erklärte Unabhängigkeit und eine Gefährdung der Integrität ihres Staates sahen,
begründete die serbische Seite die Ausrufung der Krajina-Republik mit dem nunmehr nicht mehr
gewährleisteten Schutz durch die jugoslawische Armee. (11)
Im weiteren Verlauf kam es nun auch zu Übergriffen gegen die Zivilbevölkerung, und im Gebiet der
Republik Serbische Krajina begannen so genannte ethnische Säuberungen. Neben der ortsansässigen
Bevölkerung waren auch freiwillige Kämpfer aus anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawien und
Verbände der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) am Krieg beteiligt. Die auf kroatischem Boden
stationierten Einheiten der JNA sollten ursprünglich die Parteien trennen, dienten später den serbischen
Milizen als taktischer Berater und stellten Kriegsgerät bereit.
In Kroatien tobte schrecklicher Krieg in den serbischen Siedlungen, bzw. in den Gebieten, die KrajinaSerben unter ihrer Kontrolle hatten, und es gab abertausende von Toten, Massaker und Verbrechen auf
beiden Seiten und es gab noch Millionen derer, die deshalb leiden mussten.
Anfang 1992 wurde unter internationaler Vermittlung ein Waffenstillstand geschlossen und am 15.
Januar 1992 folgte, durch die EU und andere Länder, die Anerkennung der unabhängigen
Staaten Kroatien und Slowenien. . (14)
8.5 Der Krieg in Bosnien-Herzegowina
Während der kriegerischen Auseinandersetzungen in Kroatien wuchsen in den Jahren 1990 und 1991
auch die Spannungen zwischen Moslem, Serben und Kroaten in Bosnien und Herzegowina. Bosnien
war praktisch Jugoslawien im Kleinen, ein Gemisch aus den Volksgruppen, die sich in Jugoslawien
am wenigsten vertragen konnten; Muslime 43%, Serben 31% und Kroaten 17% von 4,36 Millionen
der Bevölkerung. Die Serben besaßen rund 60% des Landes als Eigentümer, die Muslime waren auf
die Städte konzentriert.
Nach bosnischer Verfassung hatten alle drei Nationen konstitutionelle Rechte und unter normalen
Bedingungen dürfte keine Nation überstimmt werden. Während Serben für einen Verbleib in der
jugoslawischen Föderation und einen engen Verbund mit Serbien plädierten, wollten Kroaten sich dem
neuen kroatischen Staat anschließen. Die Muslime dagegen (heute Bosniaken genannt, damals waren
sie noch Moslem) hatten den Wunsch, einen eigenen unabhängigen Staat zu bilden.
Am 18. November 1990 fanden die ersten Mehrparteienwahlen statt, und dabei erhielten die drei
nationalen Parteien die meisten Stimmen, etwa entsprechend den Bevölkerungsanteilen: Muslime 86,
Serben 70, und Kroaten 45 Sitze im Parlament von insgesamt 240 Sitzen. Alija Izetbegovic, Muslime,
der zuvor Jahre lang als moslemische Nationalist im Gefängnis war, wurde zum Präsident gewählt, ein
Kroate wurde Ministerpräsident und ein Serbe Parlamentpräsident. (3)
Nachdem Slowenien und Kroatien ihre Referenden und Unabhängigkeitserklärungen hinter sich
hatten, beschlossen im September 1991 muslimische und kroatische Parlamentarier, auch Bosnien als
souveräne Republik zu erklären. Darauf proklamierten Serben einige serbische autonome Regionen,
richteten eine parlamentarische Versammlung ein und erkannten die Gesetze Bosnien-Herzegowinas in
diesen Gebieten nicht an.
Serbische Erklärung dazu: „Dieser Vorgang war notwendig, weil für die Serben in Bosnien wie in
Kroatien das Jahr 1991 in vielerlei Hinsicht mit dem Jahr 1941 vergleichbar war, denn genau vor 50
19
Jahren hatte das Bündnis der Kroaten und Muslime im Ustascha-Staat Kroatien und auch in Bosnien
geherrscht, wo mehr als
1/2 Million Serben sterben mussten. So wie es damals 1941 die Deutschen die Schöpfer dieses
Verbrecherregimes waren, spürten die Serben die Angst, dass auch 1991 die Hauptakteur serbischer
Katastrophe wieder Deutschen und Österreicher zusammen mit Kroaten und Muslime sein konnten“.
Im Januar 1992 stimmten, gegen serbischen Einspruch, die muslimischen und kroatischen Mitglieder
des Parlaments für die Abhaltung eines Referendums für die Unabhängigkeit, das im Februar
durchgeführt und von den Serben boykottiert wurde. Zwei Drittel der am Referendum Teilnehmenden
(Muslime und Kroaten) sprachen sich für eine Unabhängigkeit aus. (3) In einem Internetartikel, - Die
Zerschlagung des ehemaligen Jugoslawien – schreibt unter anderem Michel Chossudovsky:
„Am 6. April, exakt 51 Jahre nach dem zerstörerischen Bombardement Belgrads 1941 durch die
deutsche Luftwaffe, erkannte die EU, unter deutschem Druck, Bosnien-Herzegowina als
unabhängigen Staat an, die USA einen Tag später. Damit spielten die westlichen Staaten, vor allem
Deutschland und die USA, eine wesentliche Rolle bei der Ausweitung der Kämpfe.“
Inzwischen hatten alle drei Volksgruppen in den Regionen, wo sie ihre Bevölkerungsmehrheit hatten,
eigene Machstrukturen errichtet und eigene Armeen aufgestellt, - der Krieg kann beginnen. Zunächst
kämpften Muslime und Kroaten gegen Serben, dann später Kroaten und Serben gegen Muslime, dann
wieder umgekehrt und so entstanden in Bosnien ethnische Säuberungen, Massaker, Völkermord,
Vergewaltigungen, und Kriegsverbrechen in unvorstellbaren Maßstäben. Durch den Bosnienkrieg
zerbrach Jugoslawien nicht nur endgültig, sondern er widerspiegelte uns die Schrecken des 1. und 2.
Weltkrieges, wo offenbar die Wurzeln dieser Brutalität zu finden sind.
9.0 Warum musste Jugoslawien zerfallen?
Die nach Titos Tod 1980 eingeleitete Liberalisierung des kommunistischen Systems gab den
nationalistischen Kräften aller Republiken freie Räume für deren Tätigkeit gegen Jugoslawien.
Unbewältigte Vergangenheit; vor allem die grausamen Morde während des Zweiten Weltkriegs von
Kroaten und Muslimen an Serben, aber auch von Serben an Muslimen sind nicht vergessen worden.
Die Probleme wurden während der Herrschaft Titos nicht aufgearbeitet, sondern waren tabu. Damit
waren nationale Vorurteile und Feindbilder gegenüber den jeweiligen anderen Nationalitäten stark
verbreitet
Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit in den 80er Jahren sorgte dafür, dass nationalistische
Propaganda offen verbreitet werden konnte. Nationalismus pur herrschte in allen Teilen Jugoslawiens,
jedoch die stärkste antijugoslawische Stimmung herrschte in Kosovo, dann in Kroatien und in
Slowenien. Die erste und umfangsreichste Massenbewegung gab es jedoch in Serbien, unter der
Führung von Slobodan Milosevic, mit dem Ziel Jugoslawien zu bewahren, mit der Begründung, dass
sehr viele Serben auch in anderen Republiken lebten und deshalb Serbien starkes Interesse hatte,
Jugoslawien zu erhalten.
Daraufhin leiteten kroatische und slowenische Politiker mit Hilfe von deutschen und österreichischen
Medien eine Propaganda gegen Serbien und gegen Milosevic ein, wonach Milosevic ein Kommunist
sei und Kroatien und Slowenien, bzw. ganz Jugoslawien der serbischen Führung unterstellen und
becherschen wolle.
Tatsächlich ist es Milosevic gelungen, die unaufgeklärte Masse in Serbien zu mobilisieren, in dem er
den verarmten und verängstigenden Menschen neue Straßen, Brücken, Wohnungen und Wohlstand
versprach, und es gab Anzeichen, dass er zweiter Tito werden wollte. In Serbien war bekannt, dass
Milošević sehr lange zuvor in den USA gelebt hatte, und viele sprachen davon, dass er für die
Amerikaner arbeitet oder sogar ein CIA-Mann ist. Auf jedem Fall war Milosevic niemals ein
serbischer Nationalist, der sich für das serbische Interesse einsetzte, sondern vor allem ein
Verfechter der Macht. Man könnte behaupten, er sei eher ein amerikanischer als ein serbischer
20
Nationalist gewesen. Im Übrigen, Milosevic stammt aus Montenegro und hatte serbische
Staatsangehörigkeit, weil seine Eltern zu der Zeit seiner Geburt in Serbien lebten, während sein älterer
Bruder, der in Montenegro geboren wurde, als Montenegriner gilt. Auch die Tochter von Milosevic
lebt heute in Montenegro als Montenegrinerin. Es ist vielleicht interessant noch zu erwähnen, dass auch
Radovan Karadzic ein Montenegriner ist und dass er in Montenegro geboren wurde.
Über die zwei weiteren Hauptakteure des Krieges in Jugoslawien, nämlich Franjo Tudjman und
Alija Izetbegovic, wurde hier schon gesagt, dass beide noch während Titos Macht als Nationalisten im
Gefängnis waren. Die Beiden, zusammen mit Milosevic, konnten, wenn sie es gewollt, bzw. wenn ihre
Mentoren es ihnen erlaubt hätten, Frieden statt Krieg schaffen, aber leider wurde der Krieg gewollt!
Am 24 Mai 1992 in Zagreb, der kroatische Präsident Franjo Tudjman sagte: „Wir wollten und
begannen den Krieg in Kroatien “
Das Ende des Ost-West-Konflikts brachte es mit sich, dass auch die wichtige strategische Bedeutung
Jugoslawiens als eventuelle Pufferzone zwischen den gegnerischen Blöcken verloren ging. Damit starb
auch das Interesse der westlichen Welt an den jugoslawischen Problemen. Es war offenbar schon
vorprogrammiert, dass nach der Sowjetunion, auch Jugoslawien verschwinden sollte. Insbesondere
Jugoslawien mit ihrem kommunistischen Einparteinsystem und der so genannten
„Arbeiterselbstverwaltung“ war natürlich für den Westen ohne grundlegende Reformen nicht
akzeptabel.
Amerikanische und deutsche Politiker plädierten lange Zeit am Anfang der Jugoslawienkrise für die
Erhaltung von Jugoslawien, obwohl sie wussten, dass Jugoslawien zerfallen wird. Amerika hatte kein
Interesse mehr, Jugoslawien als solches zu unterstützen, sondern stärkte heimlich den Rücken
kroatischen, slowenischen und muslimischen Führern in ihrem Einsatz gegen Jugoslawienerhalt, und in
der gleichen Zeit wurde Slobodan Milosevic in seinem Einsatz für die Erhaltung von Jugoslawien
gelobt. Milosevic verhielt sich so, als ob Amerika tatsächlich an seiner Seite steht, deklarierte sich als
Kämpfer für die Rettung von Jugoslawien und durfte so die Rolle eines kommunistischem Diktators
einnehmen, der sich als Gegner von deutschen Politikern, die ein Selbstbestimmungsrecht der Völker
in Jugoslawien forderten, in Serbien gut verkaufen konnte.
In Wirklichkeit war Milosevic ein Werkzeug der Amerikaner, die ihn so zu einem trotzigen,
kompromisslosen Diktator, - einen gegen Alle, - erzogen haben. Die Westpolitiker und ihre Medien
hatten damit genug Argumente, um Serbien und deren Politiker zu verteufeln und sich auf einen
blutigen Jugoslawienzerfall einzustellen. Die Amerikaner konnten jetzt, den westeuropäischen, vor
allen deutschen Politikern volle Unterstützung für die Dividierung von Jugoslawien gewähren.
Für Deutschland und Österreich war die politische Konstellation nie zuvor so günstig, um
Jugoslawien, das in Deutschland schon immer als künstliche Schöpfung bezeichnet wurde, wieder
mal zu zerschlagen. Denn Genscher und Kohl wussten, dass England und Frankreich nicht mehr
Deutschland als Gegner, sondern als festgebundenes Mitglied der Europäischen Union betrachteten,
dass die USA Interesse an dem Zerfall von Jugoslawien und am schwachen Serbien hatten, um so
Serbien von ebenso schwachen Russland fern zu halten, dass Russland mit dem Säufer Jelzin an der
Spitze so schwach war und gar nichts unternehmen dürfte, und vor allem wussten sie, dass kroatische
und slowenische Politiker fest entschlossen waren, Jugoslawien zu zerschlagen. Einen so radikalen
Vorstoß durften die Kroaten und Slowenen nur anleiten, weil deutsche und USA Politiker dahinten
standen.
Gegen Serbien wurde ein Propagandakrieg geführt, wie es einen gleichen seit dem Zweiten
Weltkrieg nicht gegeben hat. Besonders aggressiv war die antiserbische Haltung in Deutschland und in
Österreicher verbreitet. Die Politiker und die Medien in den beiden Ländern rechtfertigten ihre Haltung
mit dem Einsatz für Selbstbestimmungsrechte der einzelnen Völker. Diese Behauptung wirkt aber
unglaubwidrig, besonders bei den Serben, wenn das serbische Volk in Bosnien, 1,5 Million, und in
21
Kroatien 1/4 Million, keine Selbstbestimmungsrechte in Anspruch nehmen durfte. Anderseits, ist es
eine Tatsache, dass Kroaten, Muslime, Albaner und auch Bulgaren im Zweiten Weltkrieg Deutschlands
Verbündete waren und dass die Serben als Deutschlands Gegner von allen hier erwähnten
Volksgruppen bis zur Vernichtung bekämpft wurden. Mehr Opfer haben die Serben durch die
erwähnten deutschen Satelliten zu beklagen als selbst durch die deutsche Maschinerie.
9.1 Warum wurde Serbien ruiniert?
Antiserbische Propaganda, nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in anderen
Großmächten von Westeuropa und Nordamerika, hatte das Ziel, nicht nur Jugoslawien zu zerschlagen,
sondern war eine Vorbereitung auf den Kampf um den strategisch wichtigen Balkan.
Nachdem Russland mit seinem Rohstoffreichtum seit Jahrhunderten den Westmächten ein Dorn im
Auge ist, und nachdem Napoleon und Hitler es nicht geschafft haben, halten es offensichtlich die
Strategen von USA und Großbritannien für möglich, eine Expedition so etwa wie gegen den Irak zu
unternehmen, um Russland zu erobern.
Um Balkan unter Kontrolle zu haben, hat man Serbien, parallel zur Zerschlagung Jugoslawiens,
durch Propaganda und Sanktionen wirtschaftlich und politisch ruiniert, isoliert, demütigt,
erniedrigt und am Schluss bombardiert, und zwar nicht nur weil Serbien russlandstreuer Staat ist,
sondern auch, weil Serbien dadurch wirtschaftlich so geschwächt werden sollte, dass es nicht mehr in
der Lage sein würde, sich militärisch verteidigen zu können. Auf diese Weise war es auch leichter, das
serbische Jerusalem (in Serbien vergleicht man Kosovo mit Jerusalem) den Serben zu entreißen.
Amerikaner waren es, die in Serbien, Kroatien und in Bosnien zu bestimmen hatten, ob es Krieg oder
Frieden gibt, natürlich in Zusammenwirken mit Milosevic, Deutschland, Großbritannien,
Frankreich,…..usw. Der Krieg in Bosnien hätte schon am Anfang gestoppt werden können, wenn die
Amerikaner es gewollt hätten. Ihnen ging es nicht unbedingt um Frieden, sie wollten zuerst ihre
Waffen verkaufen und neue ausprobieren, und vor allem neue Untertanen und Stützpunkte auf dem
Balkan für eventuellen Sturm nach Osten beschaffen.
Gut geeignet dafür ist Kosovo, wo die USA den größten Stützpunkt in Europa aufgebaut haben.
Deshalb wurde Kosovo von Serbien auch beschlagnahmt und den Albaner übergeben, um da angeblich
einen albanischen Staat zu installieren, wohl wissend, dass die Albaner dort niemals einen stabilen und
selbständigen Staat aufbauen können. Kosovo bleibt also dauerhaft von Westmächten abhängiger
Brennpunkt auf dem strategisch wichtigen und somit konfliktreichen Balkan. In Serbien herrscht
die Meinung, dass durch Zerschlagung von Jugoslawien, Serbien gezielt ruiniert und verkrüppelt wurde,
und alle politischen Kräfte in Serbien schwören, die Bombardierung 1999 niemals zu vergessen und
niemals Kosovo als Staat anerkennen zu wollen. Es stellt sich die Frage, ob es dort auf lange Sicht noch
Frieden geben wird?
Über die Absichten der Amerikaner schreibt der renommierte deutsch-amerikanische Publizist,
Wirtschaftsjournalist und Dozent, William Engdahl, am 11.03.2008 bei Kopp Verlag Rotenburg, in
einem Artikel, - Der Kosovo und Washingtons strategische Pläne für Europa und Eurasien, - wie
folgt:
„Die Unabhängigkeit und die Anerkennung des Kosovo verletzen nur leider die Resolutionen der UN
für dieses Gebiet und machen das gesamte von der UN beschlossene internationale Recht zu einer
Farce. Das neue Regime wird von einem Mann geführt, der von Interpol und dem deutschen BND als
Krimineller bezeichnet wird, einem Chef des organisierten Verbrechens, der für Drogenhandel,
Erpressung und Prostitution verantwortlich ist. Die interessante Frage ist nun, warum Washington
Europa dazu gedrängt hat, dieses Schmierentheater mit der »Republik« Kosovo mitzumachen?
Vom Standpunkt des US-Militärs aus betrachtet, das den Ölfluss und die politischen Entwicklungen
vom ölreichen Mittleren Osten bis Russland und Westeuropa kontrolliert, ist der Kosovo ein winziges
22
Stück Land an einem der wichtigsten strategischen Orte in ganz Europa. Die gegenwärtige, von den
USA betriebene Anerkennung der selbst ernannten Republik Kosovo ist eine Fortsetzung der
amerikanischen Balkan-Politik seit der illegalen, von den USA geführten Bombardierung Serbiens
durch die NATO, einem »Out-of-Area«-Einsatz der NATO, der niemals vom Sicherheitsrat der UN
genehmigt wurde, angeblich unter dem Vorwand, dass die Armee von Milosevic sich anschickte, einen
Massenmord an den Kosovo-Albanern zu begehen.“
Ein Blick auf die Karte zeigt die strategische
Bedeutung, die der Kosovo in den Plänen der USA
und der NATO spielt.
William Engdahl schreibt weiter:
„Einige Monate vor der Bombardierung serbischer
Ziele durch die USA, einem der schwersten
Luftangriffe seit dem Zweiten Weltkrieg, erzählte ein
hoher Beamter des US-Geheimdienstes kroatischen
Offizieren bei einem privaten Gespräch in Zagreb
einiges über die Strategie Washingtons im ehemaligen
Jugoslawien. Diesen Berichten zufolge, die dem Autor
privat mitgeteilt wurden, bestand das Ziel des
Pentagon darin, die Kontrolle über den Kosovo zu
erringen, um sich eine militärische Basis zu sichern,
um die gesamte südosteuropäische Region bis
hinunter zu den Ölfeldern des Mittleren Ostens zu
kontrollieren.
Seit Juni 1999, als die Kosovo-Streitkräfte der NATO (KFOR) das Gebiet besetzten, das damals ein
integraler Bestandteil des ehemaligen Jugoslawiens war, steht der Kosovo unter dem Mandat der
Vereinten Nationen (Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates). Auch Russland und China stimmten
diesem Mandat zu, das die KFOR damit beauftragte, für eine Einstellung der ethnischen Säuberungen
und Grausamkeiten zwischen der serbischen Minderheit und den Kosovo-Albanern, der islamischen
Mehrheit, zu sorgen. Unter der Resolution 1244 sollte der Kosovo bis zum Zeitpunkt einer friedlichen
Festlegung seines Status ein Teil von Serbien bleiben. Diese UN-Resolution wurde von den USA,
Deutschland und den Ländern der EU ignoriert.. Die strategischen Pläne der USA für den Kosovo
sind primär militärisch, wobei im Mittelpunkt Russland und die Kontrolle der Ölströme vom
Kaspischen Meer über den Mittleren Osten nach Westeuropa stehen. ......
Unmittelbar nach der Bombardierung Serbiens im
Jahre 1999 beschlagnahmte das Pentagon ein 1000
Morgen großes Gelände bei Urosevac im Kosovo,
nahe der Grenze zu Mazedonien, und schloss mit der
US-Firma Halliburton einen Vertrag ab, als Dick
Cheney (Vizepräsident der USA unter George W.
Bush) dort Vorstandsvorsitzender war, um eine der
größten Militärbasen der USA im Ausland zu bauen,
Camp Bondsteel, wo heute über 7000 Soldaten
stationiert sind“ Ende d Zitats.
Das ist also der Gerechtigkeitsmaßstab der
Machthaber, die als Moralprediger durch angebliches
Friedenschaffen die Welt erobern möchten.
Die Zerschlagung Jugoslawiens wurde also vorprogrammiert. Die nationalistischen Politiker in
Jugoslawien und deren Unterstützer in Deutschland/Österreich, USA/Großbritannien, Frankreich, …
23
die Titos-Jugoslawien von der Weltkarte endlich ausradieren wollten, waren die Uhrheber und
Vollender des Krieges und des Friedens in Jugoslawien.
Wenn man jetzt Bescheid weiß, unter welchen Umständen die beiden Jugoslawien, jeweils nach
den zwei Weltkriegen, entstanden sind, wie blutig sie wieder zerschlagen wurden und wie viele
Menschen deswegen sterben mussten, dann folgt die Schlussfolgerung – es wäre für alle viel, viel
besser, wenn es
Camp
Bondsteel
Jugoslawien nie gegeben hätte.
9. Schlussfolgerungen zum Frieden um und in Serbien
Serbien liegt im Zentrum der Balkanhalbinsel, an der wichtigsten Route, die Europa und Asien
miteinander verbindet. An der Grenzlinie zwischen Osten und Westen ist das Tiefland des Flusses
Morava der nächste Binnenweg aus Europa nach Griechenland, Kleinasien oder Kaukasien. Krebswunde von Russland. Die Strecke von Belgrad bis Nis (Stadt in Südostserbien) ist unersetzbar.
Denn das war der einzige Weg auch im Jahre 1189, als der serbische Großfürst Stefan Nemanja in Nis
den deutschen Kaiser Friedrich I Barbarossa empfing, als er auf dem Dritten Kreuzzug mit seinem Heer
durch serbische Gebiete reiste. Geographisch und historisch, kulturell und politisch ist Serbien
sowohl im Orient als auch im Okzident verwurzelt. Als „Osten im Westen und Westen im Osten“ hat
sich Serbien stets gesehen und suchte damit eine Balance zwischen Byzanz und dem Westen im
Mittelalter. (17)
In der Zeit der 350 jährigen osmanischen Herrschaft kämpften die Serben darum, ihr Leben und ihren
Glauben zu erhalten in der Hoffnung, vom christlichen Europa befreit zu werden. Als sich Serbien
Anfangs des 19. Jh. praktisch selbst von Osmanen befreite, gab es plötzlich zwei entgegen gesetzte
Mächte, - Russland und Habsburg, also Osten und Westen, die sich bemühten, Serbien unter eigene
Interessensphäre einzuordnen. Russland war aus eigenem Interesse bemüht, die Befreiung der
slawischen Völker, die Jahrhunderte lang den Habsburger untergeordnet waren, zu unterstützen. Dem
entgegen hatte die Habsburger ungeheuere Angst davor, ihr Imperium zu verlieren und zeigten ständig
Strenge den slawischen Völkern gegenüber, und besonders zu Russland war das Verhältnis durchaus
angespannt.
Bis zum Jahr 1903 regierte in Serbien die Dynastie Obrenovic, die eine gute politische,
wirtschaftliche und auch kulturelle Beziehung zu Wien hatte. Als dann 1903 die Dynastie
Karadjordjevic an die Macht kam, die vorrangig die Beziehungen zur Russland pflegte, war Serbien in
den nächsten Jahren permanent zahlreichen Sanktionen und Drohungen ausgesetzt. In diesem Kontext
hat die österreichische Führung den unbeliebten Thronfolger Franz Ferdinand absichtlich am Tag der
Kosovoschlacht nach Sarajevo geschickt, um ihn loszuwerden und somit eine Veranlassung zu haben,
Serbien militärisch anzugreifen (nach Meinung der britischen Historiker).
Die tragischen Folgen der so inszenierten und äußerst brutal geführten Kriege, ob Österreich gegen
Serbien, Deutschland gegen Polen…, USA in Vietnam und jetzt im Irak oder der Bürgerkrieg in
Jugoslawien u. a. sind uns bekannt und mahnen uns, endlich zur Vernunft zu kommen.
In der intellektuellen Welt Serbiens gab es immer viele laute Stimmen gegen die Abgrenzung vom
Wesen, dennoch gibt es leider noch sehr viele Serben, die eine antiwestliche Haltung propagieren. Zu
dieser Haltung hat besonders die Milosevic-Ära beigetragen, als in den staatlichen Medien jeden Tag
berichtet wurde, wie böse der Westen sei, der Serbien als Staat vernichten will. Aber auch die von der
NATO, wegen Kosovo, in der Zeit von 24.März bis 02. Juni 1999 ununterbrochene Bombardierung
Serbiens, war mehr als schrecklich und unmenschlich, und trug besonders viel zu der feindlichen
Haltung der Serben gegenüber der westlichen Welt bei.
Dennoch, Serbien hat keine andere Alternative, sondern muss und soll Teil der westlichen Welt
bleiben wie es das serbische Volk immer war. Serbien kann mit Russland ewig im Frieden leben, aber
24
westliche Wirtschaft-Politik- und Kulturraum ist auch serbisch, und Serbien muss alles tun, um
Mitglied der Europäischen Union zu werden. Nur so kann Serbien gute Beziehungen zu Amerika, zu
Russland und zu Europa haben und Mitten auf dem Balkan ein Faktor des Frieden und Stabilität sein.
Besonders wichtig wäre dabei, wenn Serbien gute Beziehungen zu Deutschland pflegen würde. Im
Frieden hatten Deutsche und Serben immer sehr gut zusammen gearbeitet, im Krieg dagegen kämpften
sie immer gegeneinander. Durch den deutschen Kriegseinsatz im Ersten und Zweiten Weltkrieg auf
dem Balkan und in Serbien sind mehr als 2,5 Mill. Serben umgekommen. Im Verhältnis zur
Einwohnerzahl trägt Serbien den traurigsten Rekord in Europa an verlorenen Menschen. Aber auch
Millionen von Deutschen sind in Serbien auf dem Balkan und anderswo sind um sonst gefallen und
haben nie mehr ihre Heimat gesehen. Das ist nicht nur eine deutsche und serbische, sondern eine
europäische Tragödie, und das darf natürlich niemals wegen der Vergangenheit, aber noch mehr
wegen der Zukunft, vergessen werden. Wir müssen alles tun, damit es solche Vernichtungskriege nie
mehr gibt. Nachdem die Europäer keinen Krieg mehr gegeneinander führen wollen, wird es hoffentlich
nie mehr Krieg zwischen Serbien und Deutschland geben. Serbien braucht Deutschland in vielerlei
Hinsicht, aber auch Deutschland zeigt zurzeit großes Interesse daran, gute Beziehung zu Serbien
aufrechtzuerhalten. Wenn auch die Öffentlichkeit sowohl in Deutschland als auch in Serbien kaum
etwas von der gegenwärtigen Zusammenarbeit der beiden Länder zur Kenntnis nimmt, sind die
Interessen der beiden Seiten an guten gegenseitigen Beziehungen außerordentlich groß. Hier werden
nur einige Beispiele aufgeführt.
Unter der Bezeichnung – Guten Tag Serbien – wurde Anfang Oktober 2010 in Belgrad und anderen
Städten Serbiens von der deutschen Botschaft und zahlreichen deutschen Institutionen und
Unternehmen in Serbien die Manifestation „Deutscher Tage“ organisiert. Im Rahmen dieser
Manifestation, anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Vereinigung, gab es sehr viele
Informationen, Ausstellungen und Beiträge im Bereich Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, und in der
Belgrader Tageszeitung „Politik“ wurde auch eine Sonderbeilage eingelegt, in der unter der Überschrift
– Partnerschaft Deutschlands und Serbiens in Zahlen – beeindruckende Angaben zu lesen sind:
In Serbien sind z. Z. über 250 deutsche Unternehmen erfolgsreich tätig und 92 % von ihnen erwarten
einen noch größeren oder gleich bleibenden Erfolg.
Seit dem Jahr 2000 bis heute hat Deutschland 950 Mill. € direkter Hilfe und ca. 440 Mill. € über EUFonds für Reformen in Serbien geleistet.
Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Handelspartner Serbiens, vor Russland und Italien.
In Deutschland leben ca. 500 000 Serben, entweder mit deutscher oder serbischer
Staatsangehörigkeit.
Nur im Jahr 2009 haben die deutsche Lufthansa und die serbische Fluggesellschaft JAT 275.000
Reisende auf der Relation Serbien - Deutschland übergeführt.
Es gibt noch viele Beispiele, die zeigen, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Serbien in
jeglicher Hinsicht eine Verbesserung aufweisen und dass heutiges Serbien und heutiges Deutschland
fest entschlossen sind, freundschaftlich und vertrauensvoll miteinander umzugehen.
Auch wir als Gesellschaft für serbisch-deutsche Zusammenarbeit sind höchstens motiviert, durch
unsere Aktivitäten zur freundschaftlichen und vor allem friedlichen Zukunft unserer Völker
beizutragen. Die Ziele und Aufgaben der Gesellschaft sind in unserer Satzung festgelegt und lauten:
„Unterstützung und Wahrnehmung von Bestrebungen, die einem besseren gegenseitigen Verständnis
des serbischen und des deutschen Volkes zuträglich sind im Geiste einer sowohl gegenseitigen als auch
gesamteuropäischen Integration und der Zusammenarbeit, die auf Recht, Freiheit und Wahrheit
beruht.“
Quellenverzeichnis:
25
1) Die Balkanfrage von Andreas Unkelbach 2003
2) Geschichte Montenegros - www.montenegro.org.au
3) Geschichte Bosniens und Herzegowina v. Salih Muvekkit Hadžihuseinovich
4) Bewegte Geschichte Serbiens - Porträt der Parlamente, Urheber: Parlamentdirektion Wien
5) Der 1. Weltkrieg – Vorgeschichte und Ausbruch v. Philip Bauer, Bayerische Landeszentrale
für politische Bildungsarbeit
6) Von den Balkankriegen zum 1. Weltkrieg v. Katrin Böckh, München 1996
7) Enzyklopädie Erster Weltkrieg von Gerhard Hirschfeld
8) Erhard Busek, EU-Beauftragte für Stabilitätspakt 16.06.08.
9) Zerfall Jugoslawiens – Svenja Kraft
10) Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg von Christoph Peter
11) Reisen in das Land der Kriege von Kurt Köpruner
12) Kragujevac 1941 von Stanisa Brkic
13) Geschichte Jugoslawien 1918-1980 – Holm Sundhaussen
14) Jugoslawienkriege und Vorgeschichte v. Justitia et Pax
15) Der Zerfall Jugoslawien und dessen Folge, v. Holms Sundhausen,
Politik und Zeitgeschichte, APuZ 32/08, Bundeszentrale für politische Bildung,
16) Die Financial Times berichtete am 27.06.91
17) Serbien zwischen Ost und West- Kulturgeschichtliche Spannungsursachen, v. Tihomir Popovic
Weitere Quellen:
Michael Weithmann: Der ruhelose Balkan, dtv. Wissenschaft 1993
Mira Beham: Kriegstrommeln - Medien, Krieg und Politik, dtv 1996
Wolfgang Libal: Das Ende Jugoslawiens, Wien 1991
Österreichs Bundesheer - ÖMZ - Ausgabe 4/2005 - Siegt die Wahrheit?Gerhard Meder, Michael
Reimann: Chronik des Bosnien-Konflikts (Januar 1990 bis März 1996)
Erster Weltkrieg - Wikipedia
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