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1 „Er schleppt II/1 in seiner Mappe herum wie eine Katze ihr Junges

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„Er schleppt II/1 in seiner Mappe herum wie eine Katze ihr Junges“
Ein biographisches Panorama zu Hans Urs von Balthasars Barthbuch1
Thomas Krenski
„Anekdotentheologie“ oder „Sitz im Leben“?
Nicht erst die in unseren Tagen populäre Biographieforschung, sondern schon die
Formkritik forderte, das Erfahrungsfeld eines Autors im Rahmen der Interpretation seines
Werkes in Rechnung zu stellen. Dieser Forderung kommen heutige Interpreten
historischer oder literaturwissenschaftlich relevanter Texte durch die Bank nach. Anders
verhält es sich im Blick auf zeitgenössische wissenschaftliche Publikationen. Nun scheint
sich
im
Rahmen
einer
im
Entstehen
begriffenen
„Theologiegeschichte
des
20.Jahrhunderts“2 in jüngster Zeit ein vermehrtes Interesse an den textexternen
Umständen einzustellen, unter denen ein Werk entstand. Es erschienen nicht nur vermehrt
Einführungen in das Werk epochal bedeutender Theologen, die sich zur Aufgabe machten,
den
Zusammenhang
zwischen
Biographie
und
Theologie
ausdrücklich
zu
berücksichtigen.3 Die Rezeption der Protagonisten der Theologie des vergangenen
Jahrhunderts scheint insofern in eine neue Phase einzutreten, dass man nach ihrem Tod ihr
Werk deutlicher als zu ihren Lebzeiten als Elaborat des 20. Jahrhunderts und ihres im
Verlaufe dieses Jahrhunderts gelebten Lebens und Erfahrens verstehen will.4 Wenn ich in
diesem Zusammenhang den „Sitz im Leben“ des Balthasarschen Barthbuches
auszumachen versuche, geht es mir nicht um „Anekdotentheologie“5, sondern um einen
hermeneutischen Beitrag, der den ein oder anderen inhaltlichen Aspekt in einem etwas
anderen Licht erscheinen lässt, als er das täte, wüssten wir nicht um das biografische
1
Dem Mainzer Neustadtkneipier und Seelsorger Herbert Koch (*1958 + 2005) zum Gedenken.
Dazu: Delgado (Hg.): Das Christentum der Theologen im 20. Jahrhundert. Neuner / Wenz (Hgg.):
Theologen des 20. Jahrhundert; Graf: Klassiker der Theologie. Auch die bei De Gruyter von
Richard Crouter und Friedrich Wilhelm Graf herausgegebene Zeitschrift für Neuere
Theologiegeschichte (ZNThG) und die in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig von Wolfram
Kinzig, Volker Leppin und Günther Wartenberg herausgegebene Reihe Arbeiten zur Kirchen- und
Theologiegeschichte (AKThG).
3
So etwa die Reihen: Theologische Profile (Grünewald/Mainz), .. .begegnen (St.Ulrich/Augsburg).
Für Balthasar und Barth: Guerierro: Balthasar; Krenski: Balthasar: Das Gottesdrama; Schulz:
Balthasar begegnen; Löser: Kleine Hinführung zu Hans Urs von Balthasar; Lochbrunner:
Balthasar und seine Philosophiefreunde. Busch: Karl Barths Lebenlauf; Frey: Theologie und
Lebensgeschichte; Busch: Gelebte theologische Existenz bei Karl Barth 170-174 (Eine
Vorüberlegung zum Problem von Theologie und Biographie); Drewes: Basler Zwiegespräch;
Selinger: Charlotte von Kirschbaum und Karl Barth.
4
Als Beleg dürfen die zahlreichen Veröffentlichungen anläßlich des 100. Geburtstages Karl
Rahners und Balthasar dienen. Pars pro toto: Striet / Tück (Hgg.): Die Kunst Gottes verstehen;
Batlogg u.a. (Hgg.): Der Denkweg Karl Rahners; Vorgrimler: Karl Rahner - Gotteserfahrung in
Leben und Denken.
5
Davor warnt: Tück: Balthasar – oder die Zukunft der Tradition 100.
2
1
Panorama, vor dem dieses Werk entstand. Ich biete Ihnen also ausdrücklich keine
Entstehungsgeschichte6, sondern einen ersten Einblick in das Beziehungsmilieu, in dem
das Epoche machende Buch sich entwickelte und in dem es fortzuwirken begann.
Wenn man nun nach dem „Sitz im Leben“ des Balthasarschen Gesamtwerkes früge,
müsste man ohne Zweifel hier in Luzern beginnen. Da wäre die Familie in Anschlag zu
bringen. Seine ungarische Großmutter unterhielt oberhalb der Hofkirche eine renommierte
Pension, in der Hans Urs aufwuchs und mit höchsten Gesellschaftskreisen in Kontakt
kam. Er erlebte dort englische Reisende, französische Offiziere und als 13Jähriger die
habsburgische Kaiserfamilie. Da wäre die Mutter, von der er immer wieder erzählte, dass
sie sich schon schwerkrank Morgen für Morgen von der von hier aus bergan liegenden
Villa Gibraltar in die Franziskanerkirche schleppte, um für ihre Kinder zu beten, so dass
für ihn kein Zweifel daran bestehe, dass er ihr seine jesuitische Berufung verdanke7. Da
wäre „mein heimatlicher See“8 von dem er wenige Tage vor seinem Tod erklärte, dass er
dort „an Sommertagen“ vor über 50 Jahren sein „Herz der Welt“ geschrieben habe. Er
spielt dabei auf Goethes Dictum vom „Orginaleindruck“ an, den der Mensch durch die
Erstanschauung der konkreten Welt gewinne. Da wäre für unser Unternehmen die
Tatsache, dass sowohl sein Großvater mütterlicherseits als auch drei der Urgroßeltern
mütterlicherseits protestantischer Konfession waren. Er selbst weist zwar auf diesen
Umstand hin, billigt ihm aber keinen Einfluss auf seine Theologie zu. Nun, wer weiß?
Soviel nur nebenbei als Tribut an Balthasars Geburtsstadt, die wir nun mit seinem
Barthbuch im Gepäck imaginär in Richtung Basel verlassen.
Dass Hans Urs von Balthasar 1940 vor die Wahl gestellt wurde, eine Professur an der
Gregoriana oder den Posten eines Studentenpfarrers in Basel zu übernehmen, betrachtete
er
als
„Fügung“9.
Schon
im
Rahmen
seiner
Lektüre
des
Barthschen
Römerbriefkommentares überkam ihn „eine solche Lust, Sie [Barth] zu kennen“.10
6
Neben den bekannten Fundorten der dem Barthbuch vorangegangenen Barth-Studien Balthasars
(Balthasar: Apokalypse der deutschen Seele III 316-391; ders.: Karl Barth und der Katholizismus;
ders.: Analogie und Dialektik; ders.: Analogie und Natur; ders.: Deux Notes sur Karl Barth) kann
Hans-Anton Drewes auf ein auf 1941/42 zu datierendes Manuskript verweisen, das Balthasar wohl
unter dem Titel „Analogia. Gespräch mit Karl Barth“ zu veröffentlichen beabsichtigte. Teile dieses
Manuskriptes sind in die zuvor zitierten Arbeiten und in das Barthbuch eingeflossen (Drewes: Karl
Barth und Balthasar 371). Die Entwicklung, die Balthasar von seinen oben zitierten Arbeiten bis
hin zu seinem Karl-Barth-Buch nahm, deutet an: Bouillard, Karl Barth I 94.
7
Dazu: Krenski, Intransitive Kirchenkritik.
8
Balthasar: Das Herz der Welt 5.
9
Balthasar an Karl Barth 30.8.1942.
10
Balthasar an Karl Barth 30.8.1942.
2
Wenige Tage nach seiner Ankunft in Basel wandte sich Balthasar mit der Bitte an Barth,
ihn besuchen und mit ihm ins Gespräch kommen zu dürfen. Von da an ergab sich eine
jahrzehntelange Nachbarschaft und diskrete Freundschaft zwischen zweien, die man
getrost zur „theologischen Avantgarde“ ihrer Kirchen rechnen darf und die in ihrem
Briefwechsel11 sich in der Lage zeigten, sich sowohl scharf mit der Position des anderen
auseinander zu setzen als auch in humoriger Art12 und Weise miteinander zu plaudern.
Ein und dasselbe Bild im Arbeitszimmer
Das erste Gespräch fand am 29. April 1940 in Barths Haus am St. Albanring 186 statt. Es
ging um die Frage aller Fragen, um Barths Kritik der Analogia entis, von der Balthasar
glaubte, dass sie ihrerseits insofern zu kritisieren sei, dass sie statt sich auf die „Vollgestalt
der Analogie“13 auf katholischerseits defizitären Modelle beziehe. Einen ganz und gar
unvermuteten Hinweis auf die Entwicklung ihres Gespräches findet man auf einem Bild,
das damals bereits in Barths, möglicherweise auch schon, spätestens aber seit den 1960er
Jahren in Balthasars Arbeitszimmer hing: eine Reproduktion des von Matthias Grünewald
geschaffenen Isenheimer Altares. Dabei spielte der Deutefinger des Johannes eine Rolle,
der auf das Zentralgeheimnis der christlichen Theologie - den gekreuzigten Christus
hinweist. So solle nach Barths Auffassung, Theologie „im ganzen und in allen ihren Teilen
christologisch bestimmt sein“14 Balthasar spricht später von einer „Nuance“, einer
„Färbung“, einer „Überspitzung“ oder „Überspannung“ des „christologischen Ansatzes,
der als solcher wohl mitvollzogen werden kann, ja, wenn man die biblischen Zeugnisse
ernst nimmt, unbedingt mitvollzogen werden muß“. Aber von da „bis zu der von Barth
vorgenommenen Engführung ist mehr als nur ein Schritt.“15 Die Retourkutsche Barths
darzustellen überlasse ich den Kollegen bzw. der Kollegin, deren Ausführungen einen
stärker systematischen Akzent erwarten lassen, als Sie ihn von mir im Rahmen dieser
„biographischen Panoramas“ erwarten dürfen. Wie dem auch sei, sowohl Barth als auch
11
Der Briefwechsel zwischen Karl Barth und Balthasar wurde im Balthasar-Archiv Basel
eingesehen. Weitere Briefe geben wieder: Busch: Karl Barths Lebenslauf und Drewes: Karl Barth
und Hans Urs von Balthasar.
12
Pars pro toto eine Kostprobe aus der Feder Balthasars: „Lieber Herr Professor, ich weiß gar nicht
warum (und es beängstigt mich fast ein wenig, ich Ihnen gegenüber immer so voller Schabernack
und Eulenspiegeleien bin: (...) Vielleicht gar einmal einen künstlichen Heiligenschein um Ihren
reformierten und feierlichen Zylinderhut aufleuchten lassen! (...) Warum auch setzen Sie immer,
wenn Sie Dogmatik schreiben, den reformierten Zylinder auf, den Sie doch sonst so gar nicht zu
tragen pflegen?“ (Balthasar an Karl Barth 30.8.1942).
13
Balthasar: Karl Barth. Darstellung und Deutung seiner Theologie. Olten/Köln 1951 (zitiert nach
4
1976) 124.
14
Barth, Kirchliche Dogmatik I,2/2, 135.
15
Balthasar: Karl Barth 253.
3
Balthasar entwickelten ihre Theologie nicht zufällig im Angesicht des Zentralbildes des
Isenheimer Altars. Barth sprach im Alter immer wieder von jenem Altarbild, das „zur
optischen Nachhilfe seit 50 Jahren vor ihm hinge“16. Balthasar betrachtete seine Theologie
„als eine Art Johannesfinger auf die Fülle der Offenbarung in Jesus Christus“17. Nahezu
gleichlautend zeigt sich Barth immer und immer wieder fasziniert von „Johannes dem
Täufer auf Grünewalds Kreuzigungsbild mit seiner in fast unmöglicher Weise zeigenden
Hand“18. Das ein und gleiche Bild im Studierzimmer bringt bei allen bleibenden
Differenzen die wachsende Übereinstimmung zum Ausdruck, die sich im Laufe der Jahre
in Sachen Christologie ergab. Man war sich einig, dass christliche Theologie sich
„grundsätzlicher Christozentrik“19 zu bedienen habe.
Der Feind hört mit
Im Sommersemester 1941 kann Professor Barth den Jesuiten und Studentenpfarrer Hans
Urs von Balthasar als Teilnehmer seines Seminars über die Sakramententheologie des
Tridentinums begrüßen20. Die Atmosphäre des Seminargespräches erhellt sich aus einem
Brief Karl Barths an seinen Sohn Christoph. Er habe - so Barth - Balthasar „willkommen
[ge]heißen – mit den Worten: ‚Der Feind hört mit!’ natürlich“. Barth gibt seiner
Verwunderung darüber Ausdruck, dass Balthasar ihm keine „eindrucksvolle Gegenwehr“
entgegensetzte. Seine Erklärung: „Vielleicht hat er dazu etwas zu viel in meiner Dogmatik
gelesen (er schleppt insbesondere II/1 in seiner Mappe herum wie eine Katze ihr
Junges).“21 Barth wird sich an Balthasars philosophischen Mentor Erich Przywara22erinnert
haben, den er im Februar 1929 eingeladen hatte, an einer Sitzung seines Münsteraner
Seminars über das erste Buch der Summa des Thomas von Aquin teilzunehmen. Barth
hatte dieses Zusammentreffen inszeniert. Er postierte hinter dem Katheder zwei Sessel,
erklärte „dass seit Jahrhunderten wieder der evangelische und katholische Theologe an
einem Tisch säßen zu streng sachlich dynamischem Gespräch, bei dem es nicht um billige
Kompromisse
ging,
sondern
um
letzte
Klarheit
über
die
entgegenstehenden
Barth, Brief vom 30.9.1968 an Frau N.N. in Württemberg. In: Barth: Briefe 1961-1968, 503. So
auch gegenüber Hans Küng (Küng, Erkämpfte Freiheit 178). Zur Bedeutung des Grünewaldschen
Passionsbildes in Karl Barths Theologie: Marquard: Karl Barth und der Isenheimer Altar.
17
Balthasar: Zu seinem Werk 105.
18
Barth, Das Wort Gottes und die Theologie 79.
19
Balthasar: Karl Barth, 391, 389.
20
Speyr: Erde und Himmel I Einübungen 88 (Nr.117).
21
Barth an Christoph Barth 31.5.1941 (zitiert nach Busch: Karl Barths Lebenslauf 316).
22
Balthasar lernte Przywara während seines Philosophiestudiums in München kennen. Er erklärt
immer wieder, wie viel er ihm verdanke (Balthasar: Zu seinem Werk 10, 19f., 36, 43, 56, 76.),
verlegt seine Werke (Przywara: Schriften I – III; ders.: Augustinisch) und kümmert sich in den
1960er Jahren um den erkrankten Freund.
16
4
Standpunkte.“23 Przywara gab Barth „in vieler Hinsicht zu denken und zu fragen.“24 Hans
Urs von Balthasar hatte Przywara während seines philosophischen Studiums an der
Jesuitenhochschule in Pullach kennen gelernt, zeigte sich von seiner Analogielehre
fasziniert25 und war schon damals „eifersüchtig auf Przywara“26, der bereits Jahre zuvor
persönlichen Zugang zu Barth erlangt hatte. Nun brachte er Przywara erneut ins Gespräch.
In einem Brief vom 4.5.1940 ließ er ihn wissen:
„Es ist innerhalb der von Ihnen bekämpften Positionen scharf zu trennen
zwischen dem, was echt und unabdingbar katholisch ist und dem, was der
Ohnmacht und Gedankenlosigkeit der neueren Theologen zuzuschreiben ist. Wer
ist schon Bartmann? Wer ist schon Diekamp? Es ist sehr schade, dass Sie diese zu
Gegnern erwählt haben und dass Sie sich nicht noch einmal mit der einzig
hellsichtigen Analogielehre Przywaras näher auseinandergesetzt haben. Ich
glaube es wären dann doch die Hauptbedenken zerstreut worden. Denn gerade
dort wird sichtbar, dass es auf keinen Fall um einen über Gott und Geschöpf
übergeordneten Begriff gehen kann.“27
Busch: Karl Barths Lebenslauf 196-197; Neuser: Karl Barth in Münster 37-45.74-75.
Busch: Karl Barths Lebenslauf 197.
25
Dazu: Faber, Künder der lebendigen Nähe; Löser: Kleine Hinführung zu Hans Urs von Balthasar
70-73.
26
Balthasar an Karl Barth 30.8.1942: „Dass ich in München schrecklich eifersüchtig auf Przywara
war, das will ich Ihnen gleich auch noch verraten, denn als ich den „Römerbrief“ und dann den Rest
gelesen habe, erfasste mich eine solche Lust, Sie zu kennen, ich hatte Sie so lieb gewonnen (ich
wusste, dass hier etwas Definitives passiert war) und zugleich hatte ich solche Lust mit Ihnen zu
zanken, dass ichs als Fügung begrüßte, als Basel in Sicht kam.“
27
Balthasar an Karl Barth 4.5.1940. Noch einmal erwog Balthasar an einem Barthschen Seminar
teilzunehmen. Im Wintersemester 1942/43 bot Karl Barth eine Anselm-Societät an. Balthasar
zögerte, weil er wohl eigentlich nur Interesse an der Teilnahme hatte, wenn kontroverstheologisch
diskutiert werden würde: „Was Anselm betrifft, so weiss ich noch nicht, was daraus werden soll,
weil ich für das Seminar eigentlich nie Pläne mache, sondern mich fast von Stunde zu Stunde durch
den Stoff dahin und dorthin leiten lasse. So kann ich Ihnen freilich keine Garantie gegen die
Möglichkeit bieten, dass das von Ihnen Befürchtete eintreten könnte. Wiederum habe ich aber auch
keine besondere Absichten in dieser Richtung. Wiederum kann ich mir aber auch nicht vornehmen,
der Sache die Richtung auf ein „konfessionelles“ Gespräch zu geben. Je argloser Sie sich
entscheiden, ob Sie dabei oder nicht dabei sein mögen, umso besser. Ich werde Ihre Entscheidung
so oder so respektieren“ (Barth an Balthasar 22.10.1942). Balthasar scheint letzten Endes nicht
teilgenommen zu haben, da Karl Barth ihm genüsslich mitteilt, dass er ihn in der letzten
Seminarsitzung hätte können sagen hören, dass er an Anselms Stelle hätte katholisch sein wollen, er
aber wohlgemerkt nicht Anselm sei. Was Anselm betrifft wird Barth später erklären:
„Verhältnismäßig Wenige, zu denen z. B. Balthasar gehört, haben bemerkt, dass jene Beschäftigung
mit Anselm für mich alles Andere als ein Parergon war, wie viel ich mir dabei vielmehr – ob ich
nun den Heiligen historisch mehr oder weniger richtig verstand! – angeeignet oder, meinem
eigenen Stern folgend, zum Bewusstsein gebracht habe. Den Meisten ist wohl entgangen, dass man
es in diesem Anselmbuch wenn nicht mit dem, so doch mit einem sehr wichtigen Schlüssel zum
Verständnis der Denkbewegung zu tun hat, die sich mir dann eben in der ‚Kirchlichen Dogmatik’
mehr und mehr als die der Theologie allein angemessene nahegelegt hat.“ (Barth, Fides quaerens
intellectum 10).
23
24
5
Lieber Herr Ratzinger, ich frage nur
Balthasar stellte überdies den Kontakt zwischen Joseph Ratzinger und Karl Barth her.
Schon 1966 sollte eine erste Begnung in Basel stattfinden. Balthasar musste Barth unter
dem Datum des 14.10.1966 allerdings mitteilen:
„Lieber Herr Professor,
Ratzinger scheint so überlastet, dass er nun doch nicht nach Basel kommt, bzw.
später kommt, eventuell mit einigen Schülern.“28
Ratzinger nahm am 25.2.1967 an Barths Seminar zur Kirchenlehre des Zweiten
Vatikanums teil. Eberhard Busch lässt uns wissen, dass Barth nachdem Ratzinger „unter
Zurückstellung des papalistischen Denkens ... so Wunderbares von der Kirche erzählt
habe“29, ihn folgendermaßen anging:
„Warum ist bis jetzt noch nicht explizit, nicht entscheidend die Rede vom
Heiligen Geist gewesen? Und warum spielt die Tradition, auch wenn sie jetzt neu
verstanden ist, immer noch so tragende Rolle für die katholische Kirche? Kommt
das etwa aus der Angst vor dem Heiligen Geist? Lieber Herr Ratzinger, ich frage
nur, aber ich frage Sie: Ist nicht im Grunde Ihre ganze Kirche aufgebaut auf der
Angst und Flucht vor dem Heiligen Geist?“30
Ratzinger suchte während seines Baselbesuches mit einer Studentengruppe, zu der übrigens
der Freiburger Fundamentaltheologe Hansjürgen Verweyen gehörte, Hans Urs von
Balthasar auf, der Barth sogleich berichtete:
„Lieber Herr Professor, der griechische Schüler Ratzingers hinterließ mir
Beiliegendes für Sie. Die jungen Leute haben mir tüchtig zugesetzt, und Ratzinger
hat dabei seine Rolle sehr überlegen und scharfsichtig durchgeführt. Ich hoffe, Sie
hatten auch eine nette Stunde mit ihm.“31
Der Briefwechsel zwischen Balthasar und Barth endet mit einer Karte von seinem
Ferienhaus auf der Rigi:
„Lieber Herr Professor, ich hoffe, die Ohren haben Ihnen geklungen, da Ihr Name
– über den Nebeln der heutigen Theologie sich bewegenden Gesprächen oft
genug fiel. Herzlich Ihr H.v.Balthasar / Herzliche und verehrungsvolle Grüße von
Ihrem Joseph Ratzinger“32
Der Basler Zirkel
Balthasars Begegnung mit Karl Barth vollzog sich aber keineswegs nur im persönlichen
oder universitären, sondern vermehrt im gesellschaftlichen Kontext Basels. Auch wenn
Balthasar an Karl Barth 14.10.1966.
Busch: Gelebte theologische Existenz 180.
30
Busch: Gelebte theologische Existenz 180-181.
31
Balthasar an Karl Barth 27.2.1967.
32
Balthasar an Karl Barth 31.7.1968.
28
29
6
Balthasar später vom „widerborstige[n] abweisenden[n] Basel“33 sprechen wird, gelang es
ihm neben seiner sehr erfolgreichen Arbeit als Studentenseelsorger zunächst einen höchst
illustren Zirkel zu institutionalisieren. Kurz nach der ersten Begegnung mit Barth lernte
Hans Urs von Balthasar im Mai 1940 die Basler Ärztin und Professorengattin Adrienne
Kaegi-von Speyr kennen34, die für sein Leben und Werk von großer Bedeutung werden
sollte. Balthasar nahm die ihr geschenkten Ein-Sichten auf und transkribierte sie.35 Später
wird er die Herausgabe ihres theologischen Werkes als sein eigentliches Lebenswerk
bezeichnen.36 Sie war in zweiter Ehe mit dem Historiker Werner Kaegi (1901-1979)37
verheiratet, der zur gleichen Zeit wie Barth einen Ruf nach Basel erhalten hatte, aber im
Rahmen einer universitätsinternen Finanzkrise mit der Ernennung zum Ordinarius hinter
Karl Barth zunächst zurückstehen musste, so dass es zwischen Barth und ihm zu nicht
unerheblichen Animositäten gekommen zu sein schien38. Adrienne von Speyr war seit ihrer
Schulzeit mit Karl Barths Bruder Heinrich befreundet.39 Heinrich Barth entwickelte später
eine „Philosophie des Ästhetischen“40. Man weiß nicht, ob und inwiefern sich Heinrich
Barth und Hans Urs von Balthasar austauschten. Heinrich Barth stand Balthasar im Blick
auf sein Verhältnis zu Adrienne von Speyr wohl eher skeptisch gegenüber. Wie auch
immer: eine synchrone Lektüre der Barthschen Ästhetik und der Balthasarschen TheoÄsthetik wäre sicher lohnenswert. Nun darf man nicht vergessen, dass sich gerade in den
1930/1940er Jahren das Verhältnis zwischen den Brüdern Barth spürbar verschlechterte.
Der seit 1920 als Privatdozent an der Basler Universität Philosophie lehrende41 Heinrich
hatte seinem Bruder und künftigen Kollegen geraten, bevor er von Bonn nach Basel
Balthasar an Gustav Siewerth 29.6.1961 (zitiert nach: Wierciński: Between Friends 106).
Eine Schilderung ihres Kennenlernens findet sich in: Speyr: Erde und Himmel III 275 (Nr. 2279).
Auch: Balthasar: Erster Blick auf Adrienne von Speyr.
35
Zu den sogenannten „Diktaten“: Balthasar: Unser Auftrag. Bericht und Entwurf. Einsiedeln
1984, 47-53.
36
Balthasar: Zu seinem Werk 104.
37
Werner Kaegi heiratete 1936 die Witwe seiner Lehrers Emil Dürr. Er schuf eine monumentale
Burckhardt-Biographie, die zwischen 1947 und 1982 erschien: Kaegi: Jacob Burckhardt. Eine
Biographie. Basel (Schwabe) 1947-1982. Weitere Arbeiten findet man gesammelt in Kaegi:
Historische Meditationen. Zur Biographie Kaegis: Teuteberg, Werner Kaegi 9-22.
38
So: Welti: Ohne Frauen geht es nicht 140.
39
Speyr, Aus meinem Leben 212-213; dies.: Geheimnis der Jugend 61-63; dies.: Erde und Himmel
II 334.
40
Heinrich Barth: Philosophie der Erscheinung; ders., Erkenntnis der Existenz.; ders.:
Erscheinenlassen. Auch: Hauff; Schweizer; Wildermuth (Hgg).: In Erscheinung treten. Heinrich
Barths Philosophie des Ästhetischen. Weitere Hinweise bei: Gürtler: Der philosophische Weg
Heinrich Barths : transzendental begründete Existenzialphilosophie als Basis für das ökumenische
Gespräch.
41
Heinrich Barth hielt 1920 seine Antrittsvorlesung, wurde aber erst 1950 auf den vakanten
Lehrstuhl für Philosophie berufen. Sein Kollege auf dem zweiten Lehrstuhl war bis 1961 Karl
Jaspers. Dazu: Heinrich Barth: Das Problem des Ursprungs in der Platonischen Philosophie.
33
34
7
umsiedle, seine Lebensverhältnisse in Ordnung zu bringen.42 Seit 1927 führte Barth eine
„Ehe“ 43 zu dritt. Seine Mitarbeiterin und Lebensgefährtin Charlotte von Kirschbaum lebte
mit ihm, seiner Frau und seinen Kindern unter einem Dach. Diese Situation, so Heinrich
und seine Schwester Gertrud, werde man zwar im rheinischen Bonn, nicht aber im
protestantischen Basel akzeptieren44. In eine vergleichbare Situation wird Hans Urs von
Balthasar einige Jahre später im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit Adrienne von Speyr
geraten. Er wusste sich berufen ihren Ein-Sichten zu dienen45, sie unterstütze seine
Arbeit46. Balthasar lebte seit 1956, von der Basler Stadtöffentlichkeit beargwöhnt, mit ihr,
ihrem Mann und den Kindern ihres ersten Mannes über 20 Jahre unter einem Dach. Zurück
zum Zirkel: Man traf sich seit den frühen 1940er Jahren im Hause Kaegi, bei Vorträgen, zu
Ausflügen und öffentlichen Anlässen. Zu den Genannten gesellten sich hin und wieder
weitere Persönlichkeiten des universitären Lebens. So etwa der Ordinarius für französische
Literaturgeschichte Albert Béguin (1901-1957)47 , der Mediziner Franz Merke (18931975)48, der Kirchengeschichtler Oscar Cullmann (1902-1999)49 und viele andere mehr.
Barth / Thurneysen, Briefwechsel III 1933-1935, 827 Anm. 1.
„Dass Karl, Nelly und ich in dieses von uns nicht aufzuhebende Dreieck gestellt sind und dass
wir dieses Dreieck anerkennen, das ist für uns nicht ein willkürlicher Beschluß, sondern dazu
bekennen wir uns, wie man sich zu einer Entscheidung bekennt, mit der man steht und fällt. Das ist
für mich Karls, das ist für mich Nellys und das ist für mich durchaus auch meine ‚Ehe’“
(Kirschbaum an Gertrud Lindt 27.2.1935. In: Barth / Thurneysen, Briefwechsel III 837). Zum
Ganzen: Selinger: Charlotte von Kirschbaum und Karl Barth.
44
In einem Brief vom 17.2.1935 erklärte Barth, er glaube „speziell seinem Bruder Heinrich keinen
Anlaß geboten zu haben, sein Kommen nach Basel als eine dessen Arbeit bedrohende Störung
aufzufassen.“ (Barth / Thurneysen: Briefwechsel III 834 Anm. 1). Auch Charlotte von Kirschbaum
kommt auf das Gebaren Heinrichs zu sprechen: „Sieht nicht gerade euer Bruder Heiner Karl darum
falsch, weil er ihm eine triumphierende Haltung zutraut, von der er so weit entfernt ist, wie ein
Mensch es nur sein kann? Karl ist ein ganz schwer beladener Mann, der seinerseits viel zu viel von
der Not des Lebens gesehen hat, als dass er es wie sein Bruder noch wagen würde, so sicher und
direkt Eingriffe in die Not der Anderen zu machen.“ (Barth / Thurneysen: Briefwechsel III 840).
45
Balthasar: Erster Blick auf Adrienne von Speyr; ders.: Unser Auftrag..
46
Dazu: Balthasar: Unser Auftrag 61-69.
47
Albert Béguin war von 1929-1937 Dozent für moderne französische Literatur in Halle/Saale,
1937-1946 Professor für französische Literaturgeschichte in Basel, seit 1946 freier Mitarbeiter
mehrerer Zeitschriften und Verlage in Paris. Béguin war mit George Bernanos befreundet, dessen
Nachlass er verwaltete. Er darf als Vermittler zwischen der deutschen und französischen
Zwischenkriegskultur gelten.
48
Franz Merke war während Adrienne von Speyrs Studium Assistenzarzt, sie bei ihm
Unterassistentin. Zwischen ihnen bahnte sich eine Beziehung an, die jedoch seitens Adrienne von
Speyrs einer stets gleich bleibenden Verehrung und Freundschaft wich. Merke war später Professor
für Chirurgie und 1940 Taufpate Adrienne von Speyrs. Seine Forschungen fasste er zusammen in:
Merke: Geschichte und Ikonographie des edemischen Kropfes und Kretinismus. Auch: Speyr:
Geheimnis der Jugend. Einsiedeln 1966, 171,196,198-201; dies.: Aus meinem Leben 327, 331.
49
Balthasar an Karl Barth: „Wann hören wir den Don Giovanni zusammen? Ich habe ihn schon
einmal neulich vor lauter Ungeduld sausen lassen, vor ein paar Studenten. Wollen Sie mit
Cullmann etwas ausmachen und dann berichten? Vielleicht käme auch Dr. Fraefel dazu.“
(28.10.1942). Zu Cullmann: Brändle; Stegemann (Hgg.), Bibelauslegung und ökumenische
Leidenschaft. 242-248.
42
43
8
Freilich rümpfte man die Nase. Man hielt diesen lockeren Zirkel für elitär und gefährdet,
sich in eine Richtung zu bewegen, die man im protestantischen Basel beargwöhnte.
Balthasar notiert folgende Episode:
„Vor einigen Tagen war A. zum 60. Geburtstag von Pauline Müller, ihrer
Freundin eingeladen. Es waren viele Gäste da, ihr Tischnachbar war Professor
Heinrich Barth (...) Sie fürchtete sich vor dem Abend, weil sie eine Tischrede
halten sollte. Kurz bevor sie ausging kamen ihr ein paar Einfälle, sie hielt eine
Rede, die allgemeine Heiterkeit auslöste, weil sie so originell und humorvoll war.
Sie trieb eine heitere Zahlenmystik mit den Daten in Paulines Leben. Nachher
sagte ihr Barth, sie müsste eigentlich die Apokalypse auslegen. (...) Jemand sagte,
es sei doch schade, dass eine so gescheite Frau katholisch geworden sei. Barth
erwiderte: Vielleicht wurde sie gerade deswegen katholisch.“50
Der Konvertitenmacher
Womit wir beim Thema wären. Balthasar galt nach den Konversionen der
Professorengattin und Ärztin Adrienne Kaegi-von Speyr51 und des angesehenen
Romanistikprofessors Albert Béguin52 im Basel der 40er-Jahre als „Konvertitenmacher“.
So hoffte er nachdrücklich auf die Konversion des von ihm geschätzten Karl Barth. Sein
Tagebuch erzählt von nächtlichen Gesprächen53, die er mit Barth bezüglich einer etwaigen
Konversion führte. Darüber hinaus besprach sich Barth mit Adrienne von Speyr, die er
nach ihren Erfahrungen fragte. Ich zitiere aus Balthasars Tagebuch:
„Abends hat sie ein Gespräch mit K. B.; er fragt sie, ob sie glücklich sei, warum
und wie sie zur Konversion gekommen sei? Sie antwortet kurz und klar; B. ist
sehr nachdenklich. Sie fragt ihn dann auch, ob er glücklich sei, worauf er meint,
dies sei nicht so mit einem Worte zu beantworten.“54
Barth selbst hatte im Vorwort zum ersten Band der Kirchlichen Dogmatik erklärt, dass es
neben der Analogia entis keinen ernst zu nehmenden Grund gäbe, nicht katholisch zu
werden.55 Diese sei allerdings „die Erfindung des Antichrist“, die bedauerlicherweise das
katholische
Prinzip
schlechthin
darstelle.
Dagegen
stehe
das
reformatorische
Grundbekenntnis zur unbedingten Gnadenhaftigkeit von Schöpfung und Offenbarung.
Genau dieses Bekenntnis stelle die katholische Analogielehre im Blick auf ein über Gott
Speyr: Erde und Himmel II 334 (Nr. 1780).
Konversion am 1.11.1940.
52
Konversion am 25.11.1940.
53
Speyr: Erde und Himmel I 151 (Nr. 213): „Heimweg mit K. B., Gespräch über seine Konversion.
Viel Gutes, aber auch viel Halbes. A. erblickte ihn nachher in einer Schau, wie er sich zu Bett
legte, angstvoll ringend. Dann: ‚A, ba!’“
54
Speyr: Erde und Himmel I 170 (Nr. 255).
55
„Ich halte die analogia entis für die Erfindung des Antichrist. Wobei ich mir zugleich erlaube,
alle andern Gründe, die man haben kann nicht katholisch zu werden, für kurzsichtig und
unernsthaft zu halten“ (Barth: Kirchliche Dogmatik I/1,1, VIII-IX). Dazu Balthasar schon in:
Apokalypse der deutschen Seele III 380.
50
51
9
und Mensch stehendes analogatum princeps in Frage. Es gehe reformatorischerseits
darum, die grundsätzliche „Hoheit Gottes in seiner Gemeinschaft mit dem Menschen“56
zu wahren. Balthasar war dem gegenüber der Auffassung, dass Barth einer Zerrform der
Analogia entis und damit einem Missverständnis aufgesessen sei, das er gesprächsweise
auszuräumen vorschlage. Nochmals kommt er auf Przywara zu sprechen:
„Ich sehe außer Przywara niemand, der auf katholischer Seite überhaupt einen
Blick dafür hätte, worum es Ihnen geht. Aber gerade weil ich es zu sehen glaube,
möchte ich das Gespräch aufnehmen und Ihnen versichern, dass das, wogegen Sie
im Katholizismus kämpfen und zum Teil mit größtem Recht kämpfen, eben doch
nicht das Wesentliche ist.“57
Ende 1945 schien die Frage einer Konversion Barths abschlägig entschieden. Barth ließ
aber keinen Zweifel daran, dass der Katholizismus die eigentliche Herausforderung
darstelle, der er sich zeitlebens ausgesetzt sah. Noch 1966 befürchteten seine Verwandten
angesichts der bevorstehenden Begegnung mit Paul VI., er werde konvertieren. Er schloss
eine Konversion gegenüber seinem Assistenten Eberhard Busch zwar aus, erklärte aber:
„Wäre ich heute ein Katholik, so würde ich es bleiben und nicht Protestant
werden. Es ist heute interessant – nicht katholisch zu werden, aber katholisch zu
sein.“58
So spricht er noch 1968 von „dem uns viel dringlicher als die Gott-ist-tot-Theologie
angehenden und objektiv viel wichtigeren Problem des römischen Katholizismus“, das ihn
„von jeher interessiert“ habe.59 Barth wusste sich seitens seiner protestantischen
Kollegen60 immer wieder dem Vorwurf des „Kryptokatholizismus“61 ausgesetzt. Barth
nahm nichts desto trotz in Sachen Analogia entis gegenüber den ersten Bänden der KD
unter dem Einfluss Balthasars in KD IV deutliche Korrekturen vor. Er mildert seine
Kritik, ohne sie allerdings grundsätzlich aufzugeben.62 Was Konversionen betrifft, erklärt
er in konsequent christozentrischer Manier:
„‚Konversionen’ von uns hinüber zur römisch-katholischen Kirche, oder
umgekehrt: von dort herüber zu einer unserer Kirchen haben als solche keinen
Sinn (peccatur intra muros et extra!). Sie können einen Sinn nur haben, wo sie die
gewissensmäßig notwendige Gestalt von ‚Konversion’ – nicht zu einer anderen
Kirche, sondern zu Jesus Christus, dem Herrn der einen, heiligen, katholischen
und apostolischen Kirche sind. Grundsätzlich kann es hüben und drüben nur
Küng: Rechtfertigung 17.
Balthasar an Karl Barth 4.5.1940.
58
Busch: Gelebte theologische Existenz 181.
59
Barth: Ad Limina Apostolorum 9.
60
Pars pro toto: Pannenberg, Grundzüge der Christologie 143.
61
Barth, Kirchliche Dogmatik I/1,1, IX. Die Bedenken protestantischer Kollegen und Freunde
benennt: Busch: Gelebte theologische Existenz 181.
62
Dazu: Riesenhuber, Maria im theologischen Verständnis von Karl Barth und Karl Rahner 32.
56
57
10
darum gehen, dass ein jeder sich an seinem Ort in seiner Kirche zum Glauben an
den einen Herrn und in seinen Dienst rufen lasse.“63
Die nicht stattgefundene Romreise
Was Barth am Katholizismus insbesondere herausforderte und interessierte, war
erstaunlicher oder auch - wie man sehen wird - nicht erstaunlicher Weise die Mariologie.
Er hält mit seinem Interesse an der Mariologie nicht hinterm Berg und bekennt, dass „mich
die Mariologie immer ganz besonders interessiert hat, indem ich in ihr so etwas wie das
methodische Prinzip des ganzen römischen Katholizismus erblicken zu müssen meinte“64.
Es ist hier nicht der Ort, auf die Entwicklung von einer noch in KD I konsequent
geäußerten scharfen Kritik der Mariologie bis hin zu den späten Äußerungen einzugehen,
dennoch darf unumwunden festgehalten werden, dass die Analogiefrage sich für Barth in
der Marienfrage zuspitzt und gewissermaßen personalisiert. Das macht verstehen, warum
sich Barth zeitlebens an der katholischen Mariologie abmühte bzw. sich angesichts ihrer in
seiner Kritik bestätigt fand. Wir schreiben das Jahr 1950. Papst Pius XII. hatte auf den 1.
November die feierliche Verkündung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens
in den Himmel angesetzt. Kommentar Barth:
Barth: Ad Limina Apostolorum. Zürich 1967, 18. Anlässlich eines Vortrages, den Karl Barth
1954 in Stuttgart hielt und in dem er die Konversion als „Verrat am Evangelium“ bezeichnete, kam
es aufgrund entsprechender Presseberichte zu einer Auseinandersetzung mit Balthasar. Balthasar
ging Barth unter dem Datum des 28.3.1954 scharf an: „Lieber Herr Professor, ich kann nicht
umhin, Ihnen diesen unerfreulichen Schrieb zu schicken, weil ich im Grunde meine, dass der Mann
(Redakteur Deutsches Volksblatt) recht hat. Warum müssen Sie immer so giftig über uns reden?
Halten Sie z. B. Frau Kaegi nicht für einen ‚anständigen Menschen’? Ich meine, dass Sie sich in
Deutschland so gewaltig schaden, wenn Sie dort unsere rückständige, ja hinterwäldlerischen
Schweizerverhältnisse, was Umgang der Konfessionen betrifft, vordemonstrieren. Sie haben es
doch weiß Gott nicht nötig. In aller Offenheit und christlicher Brüderlichkeit, die Sie mir ja nicht
versagen werden!“ Barth antwortet unverzüglich: „Ich unterschied wohl zuerst zwischen
autochenen Katholiken, von denen ich (und hier fiel Ihr Name und ich habe Sie meinen Freund
genannt) Positives gesagt habe und dann eben den Konvertiten als den Repräsentanten der
‚unmöglichen Möglichkeit’. Die Gesprächssituation, Alles, was in der Luft lag, verlangte nach
einem energischen Wort. Es lautete wohl in der Tat: ‚Ein anständiger Mensch tut das nicht!’ wobei
ich sofort hinzufügte (dem Mann vom DVbl. Ist das entgangen), dass das natürlich nicht moralisch
zu verstehen sei, sondern als Kennzeichnung des objektiven Greuels, der da begangen werde:
‚Verrat am Evangelium’ habe ich auch tatsächlich gesagt (....) Was ich damit wollte? Angesichts
der etwas weichen Kniee einiger Protestanten, die ich dort wahrnahm, ein bisschen zur Ordnung zu
rufen, darauf aufmerksam machen, dass mit dieser Sache nicht zu spielen sei, sondern dass es um
letzte Erscheinungen gehe. (...) Ich konnte meinen, zu unseren Leuten von dem zu reden, was sie
zu tun hätten. Seelsorgerlich, wenn Sie wollen und also nicht kontroverstheologisch. (....) Damit
meine ich ihnen ‚die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, die ganze Wahrheit’ über das was in
dieser Seitenallee jenes Stuttgarter Gesprächs vorgefallen ist, mitgeteilt zu haben. Gelt, ich darf
meinerseits annehmen, dass auch Sie mir diese Sache wenigstens nicht auf die Dauer ‚verargen’
und wieder zu mir kommen. (Gewiss hätte ich ja auch das, was ich gegen die Konvertiten auf dem
Herzen habe, ein bißchen anders sagen können. Kurzum: Jakobus 3,2-12!“ (Barth an Balthasar
29.3.1954).
64
Barth an H. Weber 15.10.1950 (zitiert nach Busch: Karl Barths Lebenslauf 385).
63
11
„Wenn die römische Kirche vermutlich in absehbarer Zeit zur Dogmatisierung der
Himmelfahrt der Maria schreiten wird, so wird sie damit (...) einen weiteren
Beweis für ihr tiefes Unverständnis für den grundsätzlichen Unterschied der
neutestamentlichen Situation und Ordnung gegenüber der des Alten Testamentes
liefern. In der neutestamentlichen Ordnung gibt es nach der Erhöhung des einen
Jesus Christus, in der verborgen auch die Erhöhung all der Seinen schon
vollzogen ist, nur eine ‚Entrückung’, von der darum nichts zu erzählen ist, weil
sie sich noch nicht ereignet hat; die Entrückung der Gemeinde dem in seiner
Endoffenbarung wiederkommenden Herrn entgegen, in der doch nur ihre in Jesus
Christus schon geschehene Erhöhung sichtbar werden wird.“65
Trotz dieser kritischen Haltung äußert Barth den Wunsch an der Verkündigung des
Dogmas in Rom teilzunehmen. Kauzig wie immer bemerkt er, dass es ihm eine Freude sei
„einmal dabei gewesen [zu] sein, wenn Einer etwas Unfehlbares sagt“66. Keine Frage, dass
Balthasar Barths Vorschlag begeistert aufnahm. Er bittet seinen Bruder Dieter, seines
Zeichens Offizier der Schweizergarde, für Barth und ihn eine Platzkarte zu besorgen67. Es
kam anders. Balthasar war Anfang 1950 aus dem Jesuitenorden ausgetreten, galt als ExJesuit und „kirchliches Freiwild“, so dass er glaubte sich ein öffentliches Auftreten mit
Barth nicht leisten zu können: „Wenn ich die Deckung verlasse, bin ich zum Abschuß
frei.“68 Balthasar sagt dem enttäuschten Barth ab.69 Nun lässt aber bereits der Plan,
gemeinsam der Zeremonie beizuwohnen, auf die rege Diskussion schließen, die in dem
genannten Zirkel um Fragen der Mariologie geführt wurde. Dass das Thema Mariologie
zwischen Karl Barth, Hans Urs von Balthasar, Adrienne von Speyr70 und Charlotte von
Kirschbaum eine erhebliche Rolle spielte, lassen nicht nur die zwischen Barth und
Barth: Kirchliche Dogmatik III/2, 777-778.
Barth an H. Weber 15.10.1950 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 385).
67
„Barth möchte um jeden Preis dabei sein. Barth nimmt leidenschaftlich Anteil an der
dogmatischen Entwicklung der Mariologie. Ich möchte ihm um jeden Preis den Gefallen tun. Wenn
ich irgend kann, fahre ich mit ihm hinunter.“ (Balthasar an Dieter von Balthasar. In: Guerrerio:
Balthasar 42).
68
Balthasar: Über Amt und Liebe in der Kirche 164.
69
„Lieber Herr Professor, ich kann mich zur Romfahrt nun doch nicht entschließen – ich konnte es
von Anfang an nicht recht und sehe immer neue Bedenken dagegen auftauchen. Und wenn auch
die Aussicht, mit Ihnen diese Reise zu machen, eine lockende ist, so seh ich vor mir die
überfüllten Züge, das überfüllte Rom, die überfüllte Peterskirche, die Hast und den Lärm, und
plötzlich kommt mir vor, ich könnte fern von all dem am 1. November die Mutter des Herrn viel
besser in Zürich oder in Basel feiern, in aller Stille, als in Rom, wo sie vielleicht, inmitten von
soviel Offizialität, nie besonders heimisch war.“ (Balthasar an Karl Barth 23.11.1950).
70
Ohne auf das Problem der Visionen Adrienne von Speyrs eingehen zu wollen, zitiere ich
unvermittelt aus Balthasars Tagebuch: „Ignatius gibt Anweisungen, wie K. B. zu behandeln sei.
Man solle nicht mehr auf seine Konversion warten, er habe so viel Gnade gehabt und habe sie
immer wieder verscherzt. Ich frage, was man dennoch tun könne. Er sagt: mit der Mariologie
einsetzen. Dort hat er eine ‚curiosité’. Ich frage weiter, wie. SPN sagt: ihm zeigen, dass Maria als
Magd die reine Demut ist, dass sie auf ihre Würde als Königin verzichtete, dass ihr Magdtum keine
Selbstverständlichkeit ist, wie die Protestanten es darstellen. Ich sage, das hätte ich ihm schon
gesagt. SPN macht ein Sternlein in die Luft: das Repetierungszeichen im Brevier.“ (Speyr: Erde
und Himmel II 140 [Nr. 1437]).
65
66
12
Balthasar gewechselten Briefe, sondern eine Szene erkennen, die sich zwischen Charlotte
von Kirschbaum und Hans Urs von Balthasar im Basler Weinkeller Charon abspielte.
Kirschbaum gehörte zu den schärfsten Kritikern der katholischen Mariologie.71 Karl Barth
gibt den Wortwechsel genüsslich wieder:
„Balthasar: ‚Wenn ich in den Himmel komme, so werde ich auf Maria zutreten,
ihr auf die Schulter klopfen und sagen: Schwester, das hast du gut gemacht!’
Lollo [von Kirschbaum]: ‚Und dann wird sie Ihnen antworten: ‚Bruder, du hast
mich missverstanden.’“72
Die nicht stattgefundene Romreise holte Barth 1966 nach. Er bat in Rom, sich mit
entsprechenden Persönlichkeiten über die Dekrete des Konzils austauschen zu dürfen. Man
hieß ihn nicht nur im Einheitssekretariat willkommen, sondern im „innersten Sanktuarium
der römisch-katholischen Kirche, (...) wo uns ‚Sa Sainteté’ unter der Türe buchstäblich mit
ausgebreiteten Armen empfing.“73 Freilich darf man nicht vergessen, dass Barth trotz der
nicht stattgefundenen Romreise nach Rom gelangt war. Unter dem Datum des 17.5.1952
berichtet Hans Urs von Balthasar nach Basel:
„Lieber Herr Professor, habe heute sua santità persönlich ein Exemplar meines
„K.B.“ überreicht, er hat es interessiert angesehen.“74
Barth war also im Vatikan längst kein Unbekannter mehr. Paul VI. zeigte sich
ausgezeichnet informiert:
„der Papst hatte davon gehört, dass ich Joseph, den Nährvater Jesu, als Urbild des
Wesens und der Funktion der Kirche der nachträglich zur Himmelskönigin
erhobenen ancilla Domini vorziehen möchte, und versicherte mir, er werde für
mich beten, dass mir in meinem hohen Alter in dieser Sache noch tiefere Einsicht
geschenkt werden möchte.“75
Balthasar hatte 1951 darauf hingewiesen, dass in den Augen Barths trotz ausgeräumter
Missverständnisse und nicht kirchentrennender Meinungsverschiedenheiten immer noch
Gründe dafür bestehen könnten, die eine Trennung rechtfertigten bzw. unumgänglich
machten. Neben dem „unfehlbaren Lehramt“76, der „Zahl und Praxis der Sakramente“77
nennt Balthasar insbesondere „die Verehrung der Heiligen und vor allem der Mutter des
Herrn“78. Am Ende seines Lebens veröffentlicht Barth in seinem „Ad Liminia
Kirschbaum: Der Dienst der Frau in der Wortverkündigung. Dazu: Selinger: Charlotte von
Kirschbaum und Karl Barth 131.
72
Barth an Christoph Barth 30.12.1948 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 375).
73
Barth: Ad Limina Apostolorum 15.
74
Balthasar an Karl Barth 17.5.1952.
75
Barth, Ad Limina Apostolorum 16.
76
Balthasar: Karl Barth 393.
77
Balthasar: Karl Barth 394.
78
Balthasar: Karl Barth 394.
71
13
Apostolorum“ einen „Brief in Sachen Mariologie“79. Sein später Freund Carl Zuckmayer
ließ ihn daraufhin wissen:
„Dieser Brief in Sachen Mariologie hat mich besonders gefesselt. Für mich war
von historischen und theologischen Aspekten unbeeinflußt – immer ein, ich
möchte sagen, festlicher, freudiger Gedanke, dass die ancilla Domini zur regina
Coeli erhoben wurde.“80
Kurios, dass Barth, wie sein letzter Assistent Eberhard Busch berichtet, zwei Tage vor
seinem Tod ausgerechnet „dankbar eine katholische Rundfunkpredigt aus Anlass von
Mariä Empfängnis [hörte]“. Jahre später sprach Hans Urs von Balthasar anlässlich dieses
Festes die entsprechende Rundfunkpredigt. Ganz im Sinne Barths erklärte er:
„Gott also schafft sich ein offenes Menschenherz, in das er mit seiner
Grenzenlosigkeit eingehen kann“81.
Einsiedler Quartett
1948 treffen wir Hans Urs von Balthasar, Karl Barth, Adrienne von Speyr und Charlotte
von Kirschbaum bei Joseph Fraefel, mit dem Balthasar 1947 den Johannesverlag gegründet
hatte, in Einsiedeln: „wo wir nicht nur fast 24 Stunden lang Mozartplatten gehört, sondern
bei einer Messe in der Gnadenkapelle unseren seltsamen Freund auch in pontificalibus zu
bewundern die Gelegenheit hatten“82. Ich sage Ihnen nichts Neues, wenn ich daran
erinnere, dass sowohl Barth als auch Balthasar im Laufe ihres Lebens immer wieder neue
Bekenntnisse zu Mozart ablegten.83 Balthasar 1944:
„Zuerst der Anstieg: nichts ist uns rein genug, wir ertragen das Zweideutige, das
Erleichterte nicht mehr (Wagner, dann Beethoven), wir brauchen, um atmen zu
können, die kristalline Atmosphäre ohne Miasmen der Erde (Kunst der Fuge),
tauchen für eine Sekunde durch die oberste Sphäre ins Empyreum (Mozart),
begegnen dem göttlichen Kind, der Weisheit, die uns leise bei der Hand fasst und
die Treppen wieder hinabführt und uns (auch im Gekrächz der Grammophone und
aller schlechten Musik) den Nachhall seiner ewigen Melodie vernehmbar werden
lässt.“84
Barth: Ad Limina Apostolorum 63-66.
Zuckmayer an Karl Barth 10.7.1967 (zitiert aus: Barth; Zuckmayer: Späte Freundschaft 14).
81
Balthasar: Radiopredigten 238.
82
Barth an Christoph Barth 15.2.1949 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 376). Auch:
Selinger: Charlotte von Kirschbaum 71. Bereits am 20.3.1942 fragte Balthasar Barth an: „(...) Wäre
Ihnen vielleicht der Ostermontag zu einer Mozartfahrt genehm? Der Gastgeber in Einsiedeln lässt
Ihnen sagen, dass er sich gewaltig auf Ihren Besuch freue.“
83
Balthasar: Bekenntnis zu Mozart. In: NZZ 176 (1955) Nr. 381, 13; ders.: Zu seinem Werk 10,
37; ders.: Das Abschieds-Terzett. Dazu: Krenski, Balthasar 14-33; Barth: Bekenntnis zu Mozart;
ders.: Dankbrief an Mozart; ders.: Wolfgang Amadeus Mozart; ders.: Mozarts Freiheit. In: ders.,
Wolfgang Amadeus Mozart 13-46.
84
Balthasar: Das Weizenkorn 42.
79
80
14
Barth 1949:
„Ich habe mich, entsprechend einer Neigung, die ich schon als kleines Büblein
hatte, nunmehr ganz auf diesen Mozart konzentriert und festgelegt, im Verhältnis
zu dem doch auch Bach nur als Johannes der Täufer, Beethoven aber nur als
Origenes, wenn nicht gar als Hirte des Hermas zu verstehen ist.“85
Immer wieder trafen Barth und Balthasar sich, um auf dem 1949 neu erworbenen
„Centralmöbel“86 des Barthschen Hauses neu erschienene und erworbene Mozartplatten87
zu hören. Nachlesen solcher Stunden lauteten wie folgt:
“Ich bin entschieden dafür, dass wir die Frage der Apostolizität dieses
Fagottkonzertes einer Klärung und Entscheidung entgegenführen, was nach Lage
der übrigen Umstände offenbar nur in der Weise geschehen kann, dass es von
solchen Sachverständigen wie Sie und ich noch einmal in ernster Besinnung
angehört wird, worauf dann durch Akklamation ein Urteil zu vollziehen sein
würde, für dessen Proklamation sei es im Osservatore Romanum, sei es im
Luzerner ‚Löschhorn’ Sie nachher zu sorgen hätten.“ 88
Nun weiß man von Balthasars fulminanten Fähigkeiten als Pianist.89 Er war in der Lage
auswendig den Don Giovanni auf dem Piano zu geben.90 Immer wieder notierte er in sein
Tagebuch, dass er mit Gästen des Hauses Kaegi „Mozart gespielt“91 habe. Barth fungierte
als Zuhörer. Hinter dieser heiteren Mozarterei hegten beide die Überzeugung, dass die
Musik Mozarts in ihrer dem verkündigenden Bach gegenüber reinen Absichtslosigkeit das
absichtslose Spiel der göttlichen Weisheit vor Gottes Thron (Spr 8,30) zu Gehör bringe.
Mozart sei frei gewesen „von dem Krampfe, selbst durchaus etwas sagen zu müssen und
zu wollen“: „Er war selbst nur Ohr für jenes Klingen und sein Vermittler für andere
Ohren.“92 Mozarts Weisen seien „Gleichnisse des im Evangelium von Gottes freier Gnade
Barth an Christoph Barth 15.2.1949 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 376). Barth
spielt auf eine Erfahrung seiner Kindheit an. Er hörte seinen Vater etwas von Mozart auf dem
Klavier spielen: Es handelte sich – ich sehe die Situation noch heute vor mir – um ein paar Takte
aus der Zauberflöte (‚Tamino mein, o welch ein Glück ...’), von meinem Vater auf dem Klavier
angeschlagen. Sie gingen mir ‚durch und durch’ und in mich hinein, ich weiß nicht wie, und ich
habe gemerkt: Der ist’s!“ (Barth: Wolfgang Amadeus Mozart 7). Auch: Schildmann: Karl Barths
Träume 157-167.
86
Barth an Christoph Barth 23.6.1949 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 376).
87
Darunter: sein „Fagottkonzert“ B-Dur / KV 191 (Balthasar an Karl Barth 31.12.1948), die
„Entführung aus dem Serail“ KV 384 (Barth an Balthasar 28.11.1950), zwei Messen des jungen
Mozart C-Dur KV 167 / G-Dur KV 140 (Barth an Balthasar 24.7.1953).
88
Barth an Balthasar 31.12.1948.
89
Balthasar: Unser Auftrag 31; Pieper: Noch nicht aller Tage Abend 50: „Ich hatte damals,
zugleich fasziniert und ein wenig ärgerlich, den Klavierspieler begrüßt, der mich, auf höchst
sinnlich-raffinierte Weise einen Wiener Walzer intonierend, daran hinderte, ein
hochphilosophisches Gespräch zu Ende zu bringen, und der sich dann als Balthasar vorstellte.“
Zum Ganzen: Dumont: Ein musikalisches Genie.
90
Henrici: Erster Blick auf Balthasar 29.
91
Speyr: Erde und Himmel I 210 (Nr. 358), I 170 (Nr. 255).
92
Barth: Kirchliche Dogmatik III/3, 338.
85
15
geoffenbarten Reiches“93, so dass man mit diesen Klängen „dem immer neuen,
schrecklichen Erlebnis“ ausgeliefert ist, „dass es Dinge gibt, die zu schön sind für unsere
Welt“94. Es handelte sich bei diesen Überlegungen um mehr als nur um eine Liebhaberei.
Das wurde spätestens nach der Veröffentlichung der Barthschen Schöpfungslehre im Jahre
1950 offenbar, in der er als Frucht des mit Balthasar geführten Gespräches95 „auf
Wolfgang Amadeus Mozart zu sprechen“96 kommt. Balthasar zitiert diese Passage nahezu
vollständig in seinem Barthbuch:
„Er [Mozart] hatte eben das gehört und lässt den, der Ohren hat zu hören, bis auf
diesen Tag eben das hören, was wir am Ende der Tage einmal sehen werden: die
Schickung im Zusammenhang. Er hat wie von diesem Ende her den Einklang der
Schöpfung gehört, zu der auch das Dunkel gehört, in welchem aber auch das
Dunkel keine Finsternis ist, (...) auch das Düstere, das doch nicht zur Tragik
entartet (....) Mozart sah das Licht so wenig wie wir alle, aber er hörte die ganze
von diesem Licht umgebene Geschöpfwelt.“97
Eine Anekdote im Blick auf unser ökumenisches Anliegen sei erlaubt. Barth notiert in
Rückblende auf das letzte öffentliche Zusammentreffen mit Hans Urs von Balthasar, das
am 28.2.1968 im Rahmen einer hochkarätig besetzten ökumenischen Tagung in Leuenberg
stattfand:
„Dass zweimal auch Mozart gespielt und gehört wurde, könnte ein Hinweis in
diese Richtung sein. Ich empfahl den Herren Bischöfen, etwas für seine – nicht
Heilig- aber Seligsprechung in Rom in Bewegung zu setzen.“98
Zurück nach Einsiedeln. Wir sollten dem Umstand, dass Balthasar und Barth mit Adrienne
von Speyr und Charlotte von Kirschbaum reisten, wenigstens für einen Augenblick unsere
Aufmerksamkeit schenken. Es scheint mir bemerkenswert und andererseits nahe liegend,
dass beide ihre jeweils außergewöhnliche Beziehung zum Anlass nahmen, sich im Rahmen
der theologischen Anthropologie mit dem Phänomen der Geschlechterpolarität auseinander
zu setzen. Sowohl bei Barth als auch bei Balthasar ist der Einfluss der jeweiligen
93
Ebd.
Balthasar: Zu seinem Werk 37.
95
Busch ist der Meinung, dass Barths Liebe zu Mozart durch die in Einsiedeln „neu belebte und
vertiefte Beziehung zu von Balthasar ... neuen Schwung“ (Busch: Karl Barths Lebenslauf 376)
bekam. Barth selbst erklärt, dass er sich nach diesem Ausflug „zu einem Sonderexkurs über Mozart
[habe] hinreißen lassen“ (Barth: Brief an Christoph Barth 15.2.1949, zitiert nach: Busch: Karl
Barths Lebenslauf 376).
96
Karl Barth, Kirchliche Dogmatik III/3, 337.
97
Karl Barth, Kirchliche Dogmatik III/3, 338. Ähnlich Balthasar: Bekenntnis zu Mozart. In: ders.:
Die Entwicklung der musikalischen Idee / Bekenntnis zu Mozart 63 (ursprünglich: NZZ Jg. 176
Nr.381 13.2.1955 Blatt 4).
98
Barth an K.P. Gertz 29.2.1968 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 511). Die Referate
Barths und Balthasars sind dokumentiert in: Balthasar; Barth: Einheit und Erneuerung der Kirche.
Balthasars Beitrag ist heute zugänglich in: Balthasar: Einfaltungen 69-104.
94
16
Gesprächspartnerin nicht von der Hand zu weisen. Unter dem Einfluss Charlotte von
Kirschbaums variiert Karl Barth seine Auslegung von Gen 2.99 Unter Adrienne von Speyrs
Einfluss entwickelt Balthasar seine Geschlechtertypologie, die sowohl für seine
Ekklesiologie als auch für das Dramatis Personae seiner Theodramatik von Bedeutung
werden sollte.100 Dass beide Frauen auf die Theologie der Männer massiven Einfluss
genommen haben, steht außer Frage. Barth erklärt für Charlotte von Kischbaum:
„Und nun möchte ich dieses Vorwort nicht schließen, ohne die Leser dieser nun
schon sieben Bände einmal ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, was mit
mir selbst auch sie der zwanzigjährigen Arbeit zu danken haben, die Charlotte
von Kirschbaum in aller Stille an meiner Seite geleistet hat. Sie hat im Dienst der
laufenden Entstehung dieses Werkes ihr Leben und ihre Kraft nicht weniger
eingesetzt als ich selber. Ohne ihre Mitwirkung könnte es nicht Tag für Tag
gefördert werden und wüsste ich nicht, wie ich mir die Zukunft, die es noch haben
mag, vorstellten sollte. Ich weiß, was es heißt eine Hilfe zu haben.“101
Balthasar für Adrienne von Speyr:
„Adrienne von Speyr war es, die ... den Grund zum meisten legte, was seit 1940
von mir veröffentlicht wurde. Ihr Werk und das meine sind weder psychologisch
noch philologisch zu trennen.“102
Eschatologischer Übermut
Während des Wintersemesters 1948/49 hielt Hans Urs von Balthasar in der Basler
„Gesellschaft für christliche Kultur“ 10 Vorträge unter dem Titel „Karl Barth und der
Katholizismus“. Karl Barth besuchte die Vorträge, um, wie er hin und wieder sagte, „mich
von ihm über mich selbst unterrichten“103 zu lassen. Im Anschluss traf man sich „jeweilen
im kleinsten Kreis mit Balthasar zusammen [zu] einer Manöverkritik bei ‚Charon’“104.
Balthasar hatte in einem seiner Vorträge über Barths Universalismus, seine Nähe zur
Apokatastasislehre und seine Überwindung der doppelten Prädestination gesprochen. Er
zeigt sich fasziniert von der Barthschen Erwählungslehre, die davon ausgehe, dass „Jesus
Die Entwicklung stellt dar: Selinger: Charlotte von Kirschbaum 113-154. 164-197. Auch:
Janowski: Zur paradigmatischen Bedeutung der Geschlechterdifferenz in K. Barths ‚Kirchlicher
Dogmatik’. Auch: Pfäfflin: Mann und Frau 34-52 (Mann und Frau in der Anthropologie und
Theologie Karl Barths).
100
Entscheidenden Einfluss hatte: Speyr: Theologie der Geschlechter. Dazu: Steinhauer: Maria als
dramatische Person bei Hans Urs von Balthasar 271. Balthasar: Christlicher Stand; ders.:
Theodramatik II/1 289-305. 334-350; ders.: Theodramatik II/2 260-330; ders.: Herrlichkeit. III/2,1
85. Zum Einfluss Barths auf Balthasar: Leahy: The Marian Principle in the Church According to
Hans Urs von Balthasar 82-83.
101
Barth: Kirchliche Dogmatik III/3, VII. Auch: Selinger: Charlotte von Kirschbaum 97: „Sie
verschaffte ihm darüber hinaus ein anderes ‚horizontales’ Leben neben jenem stets dominierenden
‚vertikalen von oben.’“
102
Balthasar: Zu seinem Werk 76.
103
Barth an F. Gehrig 5.12.1948 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 375).
104
Ebd.
99
17
Christus für uns Sünder als der einzige von Gott Verworfene gestorben [sei], um uns alle in
ihm zu Erwählten zu machen“105. Freilich bestehe die Gefahr, dass mit dieser
universalistischen Erwählungslehre ein „eschatologischer Übermut“106 in Richtung
Apokatastasis einhergehe. Auch wenn Barth ausdrücklich erkläre, dass die „positive Lehre
von der Apokatastasis nicht ins Credo gehöre“, und gar der Auffassung sei, dass „die
Dogmatik an dieser Stelle logisch inkonsequent“107 sein müsse, entgehe er wohl nicht der
Gefahr einer Systembildung, die „der Apokatastasis zu nahe“108 komme. Er warnt vor einer
konsequenten Systematisierung und votiert dafür, eschatologische Aussagen grundsätzlich
als eine „interprétation prophétique et non systématique“109 zu begreifen. Diese Kritik hält
ihn allerdings nicht davon ab euphorisch zu erklären:
„Barths Erwählungslehre, diese geniale Überwindung Calvins, zog mich mächtig
und bleibend an.“110
Es ist zu vermuten, dass man angesichts dieser Materie heftig diskutierte und zugleich
vorsichtig sein musste, was man sagte, um nicht eine „ungebremste“ oder
„unabgestützte“111
Apokatastasis-Lehre
zu
vertreten.
Nachdem
nahezu
alle
Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegangen waren, meinte Balthasar nachher ganz
seelenruhig:
„‚Ganz gut so, zuletzt sind wir dann ganz allein, dann kann man endlich sagen,
was man denkt!’ Über die Hölle (natürlich auch erst im Charon): es sei zwar
Dogma, dass es eine solche gebe, nicht aber, dass jemand darinnen sei!“112
Balthasar: Kleiner Diskurs über die Hölle – Apokatastasis 45.
Balthasar: Karl Barth, 199.
107
Barth: Credo. Die Hauptprobleme der Dogmatik, dargestellt im Anschluß an das Apostolische
Glaubensbekenntnis. 16 Vorlesungen. Zürich 1935, 36.
108
Balthasar: Kleiner Diskurs 45. Grundsätzlicher: Balthasar: Karl Barth 230. 256. Dazu: Greiner:
Für alle hoffen? Systematische Überlegungen zu Hans Urs von Balthasars Vorstoß 240-242.
109
Bouillard: Karl Barth. Parole de Dieu et Existence Humaine 286. Balthasar: Karl Barth 70.
110
Balthasar: Unser Auftrag 85.
111
Balthasar: Theodramatik IV 244.
112
Barth an Christoph Barth 30.12.1948 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 375f). Ohne
den Einfluss Karl Barths auf Balthasars universalistische Eschatologie zu schmälern, darf man
daran erinnern, dass Balthasar von „Längstgesuchtem“, also längst Vermutetem sprach, das er bei
Barth bestätigt gefunden habe (Balthasar: Zu seinem Werk 43.) Bereits in der Auseinandersetzung
mit dem Ethiker Scheler (Balthasar: Geschichte des eschatologischen Problems 224), den
Kommunisten Lukács und Bloch (ebd.), dem Sozialisten Péguy (Balthasar: Kleiner Diskurs über
die Hölle. Apokatastasis 14; ders.: Zu seinem Werk 67; ders.: Eschatologie in unserer Zeit 72. Zur
Rolle des Sozialismus bei der Wiederentdeckung einer universalen Eschatologie: Balthasar:
Geschichte des eschatologischen Problems 225; ders.: Eschatologie in unserer Zeit 72), mit den
Russen Berdjajew (Balthasar: Geschichte des eschatologischen Problem 225-231; ders.:
Apokalypse der deutschen Seele III 425-430) und Dostojewski (Balthasar: Theodramatik IV 285286; Krenski: Spekulativer Karsamstag 151-153) entwickelte Balthasar einen Universalismus, der
von den Vätern in der Weise vorbereitet war, dass sie – wie etwa Maximus Confessor in dem
verlorenen und wieder gefundenen Schaf „die eine, vollständige Menschennatur“ (Maximus
Confessor: Scholia in S. Dionysios 14 [PG 4, 104A]) erkennen zu dürfen glaubten, die der Hirte
105
106
18
Wie dem auch sei: Beider Ziel ist es, sich „in Richtung auf ein größeres Vertrauen auf die
Gnade, auf eine Tilgung jener dunklen Schatten [hin zu bewegen], die die Lehre von der
‚doppelten Prädestination’ (zum Himmel und zur Hölle) über die abendländische
Theologie gelegt hat.“113 Ihre eschatologische Offensive kulminiert in einer Theologie der
Hölle:
„Tatsächlich wissen wir nur von einem sicheren Triumph der Hölle – und das ist
die Überlieferung Jesu – und dass es eben zu diesem Triumph der Hölle kam,
damit sie nie mehr triumphieren dürfe und könne. Man darf auch das nicht
leugnen, dass Jesus sich nicht nur mit vielen Anderen, sondern auch für viele
Andere, an der Stelle vieler Anderer, an der Stelle aller derer, die an ihn glauben
werden, in die Tiefe der Hölle überlieferte. [...]. Dieser war verloren, damit außer
ihm keiner verloren ging.“114
Scheinbar ist Karl Barth seine steile Eschatologie bzw. sein „Widerwille“115 und
„Abscheu“116 gegen die Hölle nicht nur gut bekommen. Es scheint als melde sich diese
Wirklichkeit, der Barth „den Rücken zukehrt“117 im Traum, in dem sie sich nicht nur zu
Wort meldet, sondern nach Kompensation verlangt. Durchaus bemerkenswert versucht
Wolfgang Schildemann Barths Träume im Kontext von Leben und Lehre zu interpretieren.
In Sachen Eschatologie gibt er einen von Eberhard Busch überlieferten Traumbericht des
alten Barth wieder:
„Eines Morgens traf ich Karl Barth niedergeschlagen an. ‚Aber was ist Ihnen
denn zugestoßen?’ fragte ich. Er sagte: ‚Denken Sie, ich hatte heute nacht einen
argen Traum. Mir träumte, dass mich eine Stimme ansprach: ‚Willst du einmal die
Hölle sehen?’ und ich antwortete noch wohlgelaunt: ‚Doch, das möchte ich gern
einmal sehen; das hat mich schon lang interessiert.’ Da öffnete sich vor mir ein
Fenster, und ich sah hinaus in eine endlose Wüste, deren Anblick Mark und Bein
erschütterte; und mittendrin saß steineinsam ein einziger Mensch. Da schloß ich
das Fenster, und die Stimme sprach: ‚Und das droht dir!’ Ich sagte etwas
leichthin: ‚Ein Traum ...’. Er wehrte dem heftig: ‚O nein, Träume sind in der
Regel ernst zu nehmen.’ Er schwieg eine geraume Weile und fuhr dann zögernd
Christus heimzuführen gewillt sei und aus der sich der Himmel runde. In diesem Zusammenhang
kann Balthasar schon in seiner Dissertation von einer „universalen“ oder „allgemeinen
Eschatologie“ (Balthasar: Geschichte des eschatologischen Problems 224) sprechen, die, statt das
Heil aller zu lehren, aufgrund des universalen Heilswillens Gottes Anlass gebe bzw. verpflichte,
auf die Erlösung aller zu hoffen. (Balthasar: Was dürfen wir hoffen? Einsiedeln 1989).
113
Balthasar: Homo creatus est 314-315.320.
114
Barth: Kirchliche Dogmatik II/1/2 551. Barth hatte sich bereits in seiner Examensarbeit mit dem
Descensus Christi beschäftigt: Barth: Der Descensus Christi in den ersten drei Jahrhunderten.
Balthasar entwickelte im Anschluß an seine patristischen Studien und seine Zusammenarbeit mit
Adrienne von Speyr eine Theologie des Karsamtags. Fundorte: Balthasar: Theologie der drei Tage.
141-176; ders.: Theodramatik IV 223-293; Speyr: Kreuz und Hölle I - II. Auch: Maas: Das
Geheimnis des Karsamstags; Balthasar: Theologie des Abstiegs zur Hölle; Krenski: Spekulativer
Karsamstag 155-156.
115
Barth: Kirchliche Dogmatik III/3, 611.
116
Barth: Kirchliche Dogmatik III/3, 612.
117
Barth: Kirchliche Dogmatik III/3, 612; Kirchliche Dogmatik IV/3, 300.
19
fort: ‚Und da gibt es noch Leute, die mir vorwerfen, bei mir fehle das Wissen um
solche abgründige Bedrohung. Ich weiß nur zu gut davon. Aber was bleibt mir
gerade darum anderes übrig, als alles darauf zu setzen: ‚Gott schwört bei seinem
Leben, dass er dich nicht verlässt?“118
Das Wunder des Malachias
Ein Apercu gilt der Bedeutung der Literatur, die im Werk des „Germanisten“119 Balthasar
eine entscheidende, bei dem Theologen Barth eine eher untergeordnete Rolle spielt120.
Interessanterweise finden sich in der Kirchlichen Dogmatik Autoren wie Paul Claudel121,
und Georges Bernanos122, Charles Péguy123, Bruce Marshall124 und Gertrud von Le Fort125.
Es liegt auf der Hand, dass sich hier Balthasars Einfluss unmittelbar bemerkbar machte. Er
übersetzte nicht nur Paul Claudels „Seidenen Schuh“126 und Teilhard de Chardins „Hymne
an das Ewig-Weibliche“127, hatte über Béguin unmittelbaren Kontakt zu Bernanos128
gefunden, Charles Péguy als den Dichter der Hoffnung entdeckt und war durch seine
verlegerische Arbeit zu einem Brückenbauer zwischen der deutschen und französischen
Zwischenkriegsliteratur geworden. Auch mit der erwähnten Gertrud von Le Fort stand er
in ummittelbarem Kontakt.129 Was Bruce Marshall betrifft, hatte Balthasar im Februar
1953 seinen Verleger Jakob Hegner130 auf Barths positives Urteil aufmerksam gemacht.
Insbesondere die Romane „Das Wunder des Malachias“ und „Keiner kommt zu kurz oder
der Stundenlohn Gottes“ hatte Barth mit Gewinn gelesen. Daraufhin wandte sich Hegner
prompt an Barth:
Lieber und verehrter Herr Professor Barth, gestern Mittag war ich in Basel mit Dr.
von Balthasar zusammen, und er erzählte mir, dass Ihnen die beiden von mir
übersetzten Romane von Bruce Marshall tiefen Eindruck gemacht hätten. Ich
Schildmann: Was sind das für Zeichen 168. Zur Auslegung des Traumes: ebd. 168-183.
Balthasar: Zu seinem Werk 103.
120
Dazu: Kucharz: Theologen und ihre Dichter 43.
121
Barth: Kirchliche Dogmatik III/4, 246; ders.: Kirchliche Dogmatik IV/3, 35.
122
Barth: Kirchliche Dogmatik IV/3, 35.
123
Barth: Kirchliche Dogmatik IV/3, 35.
124
Barth: Kirchliche Dogmatik IV/2, 244.
125
Barth: Kirchliche Dogmatik I/2, 159; ders.: Kirchliche Dogmatik IV/1, 427.
126
Salzburg 1939; Luzern 1944; Freiburg 1965; Freiburg 1987.
127
Teilhard de Chardin: Hymne an das Ewig Weibliche.
128
Balthasar: Gelebte Kirche. Bernanos.
129
Der Briefwechsel findet sich auszugsweise dokumentiert in: Eschbach: Glauben heißt der Liebe
lauschen 175-232.
130
In Balthasar gewann Hegner einen wichtigen Autor, von dem er in den fünfziger Jahren
insgesamt sechs Bücher verlegte. Der renommierte Schweizer Theologe – engagiert in der
Ökumene – hat sich besonders verständnisvoll mit der dialektischen Theologie seines
Landsmannes Karl Barth auseinander gesetzt. Unter anderen Titeln sind Studien zu den HegnerAutoren Reinhold Schneider, Martin Buber und Georges Bernanos erschienen. Am gewichtigsten
ist wohl seine Monographie über Karl Barth von 1951, in der 2.Auflage 1962, die zu den
grundlegenden Werken des evangelisch-katholischen Dialogs wurde (Decke-Cornill: Jakob Hegner
als Verleger. Auch: Balthasar: Zum theologischen Gespräch um Karl Barth).
118
119
20
kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr mich das freut, mehr als sämtliche gute
Kritiken in sämtlichen deutschen Zeitschriften. Ich wäre Ihnen sehr dankbar,
wenn Sie mir einige Zeilen über die beiden Bücher schreiben und mir gestatten
wollten, Ihre Äußerung in Prospekten zu verwenden. Ich glaube, dass dann auch
viele Protestanten auf Marshall aufmerksam würden. In größter Hochachtung Ihr
Ihnen sehr ergebener Jakob Hegner“131
Im Alter setzte Barth sich allerdings intensiv mit Goethe, Molière und Balzac auseinander.
Eine besondere Rolle nahm Shakespeare ein. 1967 sieht man den inzwischen über
80 Jährigen mit „ausgedehnter Shakespeare-Lektüre“132 beschäftigt. Er erstellt eine Liste,
in der er menschliche Grundsituationen entsprechenden Dramen zuordnet.133 Ob der
glühende Shakespeareverehrer- und zitator Balthasar Pate gestanden hatte? Die Wurzeln
seiner späteren Theodramatik reichen in seine frühen Basler Jahre zurück. Dabei er setzte
er Barth regelmäßig in Kenntnis von Kursen und Vorträgen, die er im Rahmen seiner
Tätigkeit als Studentenpfarrer hielt134. Schon im WS 1946/47 ging es um die „Dramatik
des Christlichen“135. Dass dabei Shakespeare eine entscheidende Rolle spielte, wird sich in
programmatischen Einzelbeiträgen136, vollends aber im Verlauf der Entstehung der
Theodramatik137 zeigen. Auch Balthasars Reinhold Schneider-Buch, das er Barth
zukommen ließ und von dem wir wissen, dass Barth zumindest in es hineinlas138, dürfte
den vermeintlichen Literaturmuffel zu eifriger Lektüre dramatischer Literatur inspiriert
haben139. Werner Löser wies kürzlich140 in Rückgriff auf Hans-Wilhelm Pietz141darauf hin,
dass Barths Dogmatik, in der Christus als Sieger beschrieben werde, eine dramatische
Denkform voraussetze.
Barth: Offene Briefe 1945-1968, 330. Barths Antwort: 330-332.
Busch: Gelebte theologische Existenz 185.
133
„Julius Cäsar – Tragödie der Unsicherheit; Hamlet – Tragödie der Vieldeutigkeit; Coriolan –
Tragödie des Zwiespalts; Macbeth – Tragödie des Chaos; King Lear – Tragödie des Identitätsverlustes; Othello – Tragödie des Missverständnisses“ (Busch: Gelebte theologische Existenz 186).
134
Balthasar an Barth 4.11.1941: „Verehrter Herr Professor, damit Sie wissen, was bei uns geht,
erlaube ich mir, Ihnen das Programm unserer Kurse zu senden. Ich lege die kleine Einladung bei;
vielleicht interessiert sich der eine oder andere Ihrer Studenten für ein Thema.“
135
Balthasar: Unser Auftrag 62: „1946/47: Dramatik des Christlichen (6 Vorträge über Dramen der
Gnade. Nach einer Einleitung: Calderons Auto: ‚Der Maler seiner Schande’, Shakespeares ‚Maß
für Maß’, Goethes ‚Faust’, Strindbergs ‚Nach Damaskus’, Claudels ‚Verkündigung’. Das Ganze als
erste Skizze der späteren ‚Theodramatik’)“.
136
Balthasar: Die Tragödie und der christliche Glaube; ders.: Christ und Theater; ders.: Reinhold
Schneider und der tragische Christ.
137
Balthasar: Theodramatik I 375-382. 434. 436-449.
138
Barth an Balthasar 25.5.1953: „Herzlichen Dank für die Ueberreichung Ihres Buches über
Reinhold Schneider, in das wir hier mit vereinten Kräften schon hineingelesen haben..“
139
Dazu nötigt geradezu: Balthasar: Nochmals Reinhold Schneider 186-192.
140
Siehe den Beitrag in diesem Band: Löser: Von Balthasars Karl-Barth-Buch – eine theologische
Würdigung.
141
Pietz: Das Drama des Bundes. Auch: Krötke: Gott und Mensch als ‚Partner’.
131
132
21
Die ausgezeichnete Dissertation von Hermann Volk
Am 6. Oktober 1968 schrieb Carl Zuckmayer an seinen „lieben Freund“ Barth: „Ein
unerwarteter Besuch war sehr anregend und erfreulich: der Bischof meiner Vaterstadt
Mainz, Dr. Hermann Volk – vielleicht kennen Sie seine Schriften. Ein Mann von großem
Wissen und weitem geistigem Horizont“142. Wie sollte Barth ihn nicht kennen, hatte er
doch 1938 eine „ausgezeichnete“ in Fribourg eingereichte und angenommene Dissertation
zur „Kreaturauffassung Karl Barths“ veröffentlicht, die Balthasar ausdrücklich im Vorwort
zur ersten Auflage seines Barthbuchs erwähnt.143 Ich erinnere mich, daß einige
Kommilitonen Mitte der 1980er Jahre den gerade emeritierten Kardinal Volk baten, mit
uns Studierenden Barth zu lesen. Er wählte die im Nachkriegs-Bonn gehaltene Vorlesung
„Dogmatik im Grundriß“144. Es war ein Erlebnis ihn Barth auslegen zu hören. Warum
erwähne ich ihn? Nicht nur um seine Barthstudie zum Anlass zu nehmen, mich der
katholischen Barthrezeption zuzuwenden. Etwa der Arbeit Henri Bouillards, deren
Verteidigung Barth und Balthasar in Paris beiwohnten145, oder der Hans Küngs146, die
Hans Urs von Balthasar nicht nur einfädelte147, sondern auch publizierte148. Vielmehr gibt
Zuckmayer an Karl Barth 6.10.1968. (zitiert nach Barth / Zuckmayer: Späte Freundschaft 75).
Balthasar: Karl Barth 9. Auch 35.
144
Barth: Dogmatik im Grundriss.
145
Bouillard, Karl Barth I – III. „Auch er ist in aufsehenerregender Weise d’accord mit mir, auch er
möchte mich als eine Art trojanisches Pferd in die römische Theologie einführen, aber auch er
hängt mir ein kritisch-verbesserndes Schwänzlein an, nur dass es bei ihm im Unterschied zu Hans
Urs nicht im Leben irgendeiner Heiligen kleinen Therese oder Elisabeth, sondern in einer
transzendentalen Ontologie de la foi besteht, zugestandener Maßen kantischen Charakters. Es weist
doch Vieles darauf hin, dass ich die Chance habe, noch einmal eine Art katholischer Kirchenvater
in partibus infidelium zu werden.“ (Barth an seine Söhne 14.9.53 [zitiert nach Busch: Karl Barths
Lebenslauf 437).
146
Küng: Rechtfertigung. Küng gesteht, dass „ohne das Barth-Buch Balthasars (...) meine eigene
Arbeit kaum denkbar gewesen wäre“ (Küng: Erkämpfte Freiheit 166).
147
So Balthasar an Barth am 1.7.1953: „Ein junger Theologe aus Rom (Küng, Sursee), geweckt,
will auch über Sie dissertieren; ich wies ihn zur Abwechslung auf die Ethik (ev. auf ‚Wort Gottes’
und ‚Jesus Christus’)“. Wieder am 14.7.1955: „Hier ist eine Arbeit eines jungen Freundes vor mir,
aus Sursee, Weltpriester, der in Rom an der Gregoriana und als Germaniker einen rechten Aufruhr
entfachte als „Barthianer“ und schließlich doch mit Auszeichnung laufen gelassen wurde. Er geht
jetzt nach Paris, um die Sache weiter zu betreiben und abzurunden. Ich finde die Arbeit recht gut,
möchte sie eventuell später drucken. Küng scheint mir eine kleine Audienz bei Ihnen verdient zu
haben, er ist bis Ende Oktober im Land. Er hat sich tapfer für Sie geschlagen und der Freiheit eine
Gasse gehauhen, im finstersten Pfaffenwinkel.“ Die spätere Auseinandersetzung Küngs mit seinem
„Konkurrenten Henri Bouillard spricht Balthasar an, indem er Barth unter dem Datum des 23.12.56
mitteilt: „Küng hat von de Lubac aufs Dach bekommen (wohl ein Pseudonym für Bouillard selber).
Weiter am 30.12.56: „Haben Sie Küngs Malheur gehört, Lubac hat ihn angegriffen, weil er so
taktlos war Bouillard anzugreifen, nun hat er leider beide Fronten gegen sich, was vorauszusehen
war. Wer von den beiden Parteien der Barth-Exegese hat recht? Das wissen wohl nur Sie.“ Und
wieder am 9.10.57: „Küng hat einen tüchtigen Deckel in der Freiburger Zft. (Schweiz) erhalten, er
ist konsterniert und ratlos ... es war höchste Zeit, dass sein Kamm ein wenig abschwoll. So spaziert
man nicht in das Paradies der ökumenischen Versöhnungen, und Protektionen sind sogar bei uns
142
143
22
Volks Arbeit Anlass, sich abschließend des kirchenpolitischen Klimas zu vergewissern, in
dem Balthasars Barthbuch entstand und sich der Dialog zwischen den Basler Nachbarn
zutrug. Ich will gar nicht von der 1950 erschienenen Enzyklika „Humani generis“ reden,
von der Barth im Rahmen der „kopfschüttelnden Beratungen“ mit Balthasar149 der
Auffassung war, dass durch die entsprechenden Erklärungen „allen meinen katholischen
Freunden das Lebenslicht wenn nicht ganz, so doch fast ausgeblasen worden“150 ist. Jahre
zuvor verfasste der Freiburger Erzbischof Konrad Gröber ein Memorandum151, in dem er
seiner Sorge über einige fragwürdige Tendenzen im Bereich der Theologie Ausdruck
verlieh und das er im Januar 1948 kommentarlos an den deutschen Episkopat versandte. Er
wandte sich u. a. gegen den „wachsenden Einfluß der protestantischen Dogmatik auf die
katholische Glaubensdarstellung“152. Volk und Balthasar waren betroffen153: Volk ob
seiner Barth– und Brunnerstudien. Balthasar ob seiner zahlreichen bereits in der 1940er
Jahren erschienen Arbeiten zur Theologie Karl Barths. Im gleichen Jahr veröffentlichte der
Luzerner Fundamentaltheologe und Mitarbeiter der Schweizerischen Kirchenzeitung
Viktor von Ernst unter dem Titel „Karl Barth und kein Ende“ eine Polemik, in der er zum
Frontalangriff auf „katholische Theologen“ pfiff, „die Barth ihre Komplimente machen
und ihn als großen Theologen feierten und immer noch feiern“154. Balthasar reagiert mit
der bescheidenen Frage: „ob es nicht vielleicht am Platze wäre, statt ‚Karl Barth und kein
Ende’ zu rufen, nun vielleicht einmal einen kleinen, allerersten Anfang zu machen, und
jenseits aller persönlich ägrierten Kurzschlüsse hüben und drüben damit zu beginnen,
sachlich von der Sache selbst zu reden.“155 Balthasar war angesichts dieser Angriffe der
nicht alles.“ Dazu: Küng: Erkämpfte Freiheit 163-189; Becker: Hans Küng und die Ökumene 2931; Lubac: Meine Schriften im Rückblick. Freiburg 1996, 204. 290.
148
Küng: Erkämpfte Freiheit 190: „Mein Verleger Balthasar hat mich 1957 in allen Fragen der
Veröffentlichung glänzend beraten: vom kurzen Titel ‚Rechtfertigung’ (ohne ‚des Sünders’!), auf
dem Umschlag groß in Versalien gedruckt, über die charaktervolle Schrift und das leicht lesbare
Layout, bis hin zu den großzügig verschickten Rezensionsexemplaren.“
149
Busch: Karl Barths Lebenslauf 384.
150
Barth an D. Schellong 12.10.1950 (zitiert nach: Busch: Karl Barths Lebenslauf 384).
151
Memorandum des Freiburger Erzbischofs Conrad Gröber vom 18.1.1943. Abgedruckt in: MaasEwerd: Die Krise der Liturgischen Bewegung 540-569. Dazu: Rahner: Theologische und
philosophische Zeitfragen im katholischen deutschen Raum.
152
Maas-Ewert: Die Krise der Liturgischen Bewegung 546.
153
Volk führte in seiner philosophischen Dissertation den Dialog mit Barth (Volk: Die
Kreaturauffassung bei Karl Barth. Eine philosophische Untersuchung. Diss. Freiburg/Schweiz
1937. Würzburg 1938) und in seiner theologischen Dissertation das Gespräch mit Brunner (Volk:
Emil Brunners Lehre von der ursprünglichen Gottebenbildlichkeit des Menschen. Diss. Münster
1939). Balthasar hatte nach dem Barth-Kapitel seiner Apokalypse weitere Barth-Studien
veröffentlicht.
154
Ernst: Karl Barth und kein Ende.
155
Balthasar: Beschäftigung mit Karl Barth.
23
Auffassung, dass es nun um „Sein oder Nichtsein der ganzen Auseinandersetzung“156gehe.
Der Mainzer Diözesanbischof Albert Stohr157, der dem modernen Protestantismus Interesse
entgegen brachte, nahm mittels des so genannten „Mainzer Gutachtens“158 Theologen vom
Schlage Hermann Volks und Hans Urs von Balthasars in Schutz. Stohr glaubte nicht nur
im neu erwachten Interesse an biblischer und patristischer Theologie deutliche Zeichen des
Aufschwungs wahrnehmen zu können159, er begrüßt nicht nur einen „gesunden
Supranaturalismus“160, sondern geht ausdrücklich auf Barths und Brunners systematische
Entwürfe ein161, mit denen man sich auseinandersetzen müsse. Dabei gehe es nicht um
„‚Grenzöffnungen’“162, sondern „lediglich um den Versuch, andere zu verstehen, der nicht
von vornherein Verdächtigungen ausgesetzt werden darf.“163 In diesem Sinne wussten sich
Hans Urs von Balthasar und Karl Barth verpflichtet, „in ein dogmatisch ernstes
ökumenisches Gespräch [einzutreten], ohne das der ganzen Bewegung das Fundament
fehlen würde“164. Deshalb - so Hermann Volk in seiner durchaus kritischen Besprechung165
des Balthasarschen Barthbuchs – gebührt
Balthasar an Karl Barth 14.12.1948.
Albert Stohr war von 1935-1961 Bischof von Mainz. Zur Biographie: Berg, Hermann: Bischof
Dr. Albert Stohr. Mainz: Öffentlichkeitsarbeit Bischöfliches Ordinariat, 21990. Werke: Stohr,
Albert: Die Trinitätslehre des hl. Bonaventura (Diss. Freiburg), 1923; ders.: Die Trinitätslehre
Ulrichs von Straßburg (Habil. München), 1928; ders.: Randbemerkungen zu Solowjews
Sophialehre, in: ZKTh 52, 1928, 532-540; ders.: Augustinus als Mensch und Denker, Frankfurt
1930; ders.: St. Augustinus als Herold der göttlichen Gnade, in: Divus Thomas (9) 1931, 117-145;
ders.: Evangelische Katholizität, in: Pastor Bonus 43 (1932), 32-64; ders.: Streiflichter in den
modernen Protestantismus, in: Pastor Bonus 43 (1932), 167-176.
158
Diözesanarchiv Mainz, Nachlass Stohr. Verz. Nr. 269.
159
Stohrs Thesen fasst zusammen: Wolf (Hg.): Karl Rahner, Theologische und philosophische
Zeitfragen im katholischen deutschen Raum 50-54.
160
Ebd. 52.
161
Ebd.
162
Ebd.
163
Ebd.
164
Balthasar: Zu seinem Werk 76-77. Dazu: Lehmann: Balthasar und die Ökumene.
165
Volk: Rezension zu: Balthasar: Karl Barth. Volk kritisiert insbesondere Balthasars pointierten
Ansatz bei der Denkform Barths, mit dem Balthasar sich in die Gefahr begebe „dogmatische
Einzelpositionen zu entwerten und sie als nur relative Erscheinungsformen eines dahinter liegenden
Eigentlichen zur Geltung zu bringen“ (26). Des Weiteren kritisiert Volk Balthasars patristische
Schlagseite, die übersehe, dass es „unpatristische Fragestellungen“ gebe, die „man nicht mehr rein
patristisch beantworten“ könne (25). Außerdem sei es nicht ausgemacht, ob die Lyoner Theologen
nicht doch einen Schritt zu weit gegangen seien in der Betonung der Eigenständigkeit kreatürlichen
Seins (25). Theologische Konvergenzen im Blick auf „dogmatische Einzelpositionen“ ergeben sich
im Laufe des Entstehens der Hauptwerke beider Autoren. Dabei ist insbesondere auf Konvergenzen
im Blick auf eine dramatische Theologie (Krötke: Gott und Mensch als ‚Partner’; Pietz: Das
Drama des Bundes. Die dramatische Denkform in Karl Barths Kirchlicher Dogmatik), in deren
Mitte sich eine Theologie göttlichen Schmerzes (Krause: Leiden Gottes – Leiden des Menschen;
Krenski: Passio Caritatis) zu entwickeln begann. Des weiteren darf sowohl an die trinitarische
Signatur sämtlicher Traktate als auch an den jeweiligen Versuch der Überwindung des Deutschen
Idealismus erinnert werden. Es lohnte sich im Blick auf die Einzeltraktate den Barths Kirchliche
156
157
24
„dem Verfasser besonderer Dank, dass er dadurch dem interkonfessionellen
Gespräch einen neuen Impuls gegeben [und] die unvermeidliche Differenziertheit
der theologischen Aufgabe erneut aufgewiesen [...] hat.“166
Dogmatik und Balthasar Balthasars Theodramatik synchron zu lesen und sich der Frage zu stellen,
inwieweit sich die konkreten Einzeltraktate einer grundsätzlichen Denkform verdanken.
166
Volk: Rezension zu: Balthasar: Karl Barth 26-27.
25
Literaturverzeichnis
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Salzburg: Pustet, 1939; Freiburg: Johannes 21998; III. Die Vergöttlichung des Todes. Salzburg:
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26
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Johannes 1967.
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Ders.: Theodramatik I. Prolegomena. Einsiedeln: Johannes, 1973
Ders.: Theodramatik II. Die Personen des Spiels. 1 Der Mensch in Gott. Einsiedeln: Johannes,
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Ders.: Theodramatik II. Die Personen des Spiels. 2 Die Personen in Christus. Einsiedeln: Johannes
1978.
Ders.: „Du krönst das Jahr mit deiner Huld“. Radiopredigten. Einsiedeln: Johannes 1982.
Ders.: Unser Auftrag. Bericht und Entwurf. Einsiedeln: Johannes 1984.
Ders.: Einfaltungen: Auf Wegen Christlicher Einigung. Einsiedeln: Johannes 1985.
Ders.: Homo creatus est. Skizzen zur Theologie V. Einsiedeln: Johannes, 1986.
Ders.: Was dürfen wir hoffen? Einsiedeln: Johannes 1986; Freiburg: Johannes 21989.
Ders.: Kleiner Diskurs über die Hölle. Ostfildern: Schwabenverlag 1987; Freiburg: Johannes
1999.
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