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2014_10_22_Workshop_..

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Workshop:
arbeitsunfähig – Das glaube ich nicht!
IHZ-Personalleiterkonferenz, KV Luzern
Mittwoch, 22.10.2014
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
arbeitsunfähig – Das glaube ich nicht!
• Arbeitsunfähig ist der Arbeitnehmer, «ich» ist der
Arbeitgeber.
• Oder geht es doch um Kündigung?
• «Wahres oder fast Wahres» aus meiner Geschichten-Kiste,
das von Ihnen hoffentlich zerzaust und doch zu Herzen
genommen wird.
• … und die Idee der versicherungsmedizinischen Beratung
und des Case Managements vor dem Taggeld oder noch viel
früher?
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 2
Meine Person
•
•
•
•
•
Arzt
Facharzt FMH für Allgemein- und Unfallchirurgie
Vertrauensarzt SGV
executive MBA HSG
RVK Luzern
Bereichsleiter MedCasePool
Mitglied der Geschäftsleitung
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 3
Wer ist der RVK?
Über 80 Jahre im Gesundheitsmarkt, Sitz in Luzern
Verein, Nonprofit-Organisation
27 Mitglieder mit rund 620‘000 OKP-Versicherten, Vertretung von
rund 35 % aller Krankenversicherer (2014)
ISO, NPO Qualitätslabel, Good Priv@cy
Bilanzsumme Verein + AG rund CHF 65 Millionen (2013, ohne Versicherungen Dritter)
Prämien- und Dienstleistungsertrag rund CHF 14 Millionen (2013, ohne
Versicherungen Dritter)
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 4
Kernangebote
Versicherungen
Leistungseinkauf
MedCasePool
Managed Care
Bildung + Events
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Rückversicherungen KVG
Rückversicherungen VVG
Versicherungen Dritter
Spitalzusatz VVG
Pooling Grundversicherung
Vertrauensärztlicher und Versicherungsärztlicher Dienst
Case Management
DRG-Prüfstelle
Hausarztsystem, HMO
Aus-, Weiterbildung, Events, Forum
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 5
MedCasePool: Ein integriertes Lösungsmodell
Unabhängig mit eigener
Infrastruktur
VAD/VD
mit
VA / VZA Pool
Case
Management
Vollamtlicher VA als Leiter,
Netzwerk von VA und VZA
MedCase
Pool
Rechtsdienst
Unkomplizierter Zugang über
webbasiertes Fallbearbeitungssystem
Eigene Case Manager in enger
Zusammenarbeit mit VA
DRG-Prüfstelle
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Zugriff auf internen und externen
Rechtsdienst
Eigene Codierärzte
Kostengünstige Abrechnung nach
automatisierter Minutage
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 6
MedCasePool: Kunden
Kunden
- Krankenversicherer
- Vermittler
- Pensionskassen
- Unternehmen
- BSV mit kantonalen IV-Stellen
MedCasePool
Vertrauensärztlicher Dienst
Case Management
DRG-Prüfstelle
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
66 Kunden
28 Kunden
50 Kunden
Folien Nr. 7
Sonntag, 9. Februar 2014; Zentralschweiz am Sonntag
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 8
Arbeitsunfähigkeitszeugnis
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 9
5 Dinge, die uns stören…
• Wiederholte Absenzen
• Lange Arbeitsunfähigkeit ohne absehbares Ende
• Psychische Erkrankungen (ausser Burnout beim
High Performer)
• Krankheit nach Kündigung
• Nichtwissen der Diagnose
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 10
… und 3 Besonderheiten
• Vater meldet sich wegen krankem Kind krank.
(temporäre Pflege eines erkrankten Angehörigen
= Arbeitsverhinderungsgrund)
• Krankheit vor/nach Schwangerschaft resp.
Mutterschaftsurlaub
• Stillzeit (Art. 35 ArG, Art. 60 ArGV, 1 Jahr)
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 11
Versicherungsmedizinische Beratung
Fundament
• Zwischenmenschliche Beziehung, auch am Arbeitsplatz
Vertrauen = Beziehung = Zeit
Vorgesetzter und Mitarbeiter, Unternehmenskultur
Modern Times
• Vertrauensarzt
beratender Arzt, Gesellschaftsarzt
Arzt des Vertrauens, Betriebsarzt
• Case Management
Heilungskosten / Erwerbsausfall, Taggeld / betriebliches CM
• zertifizierter Arbeitsfähigkeitsassessor ZAFAS SIM
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 12
Vollmacht, Entbindungserklärung
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 13
Arbeitsplatzbeschreibung
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 14
Versicherungsmedizinischen Beratung
Erläuterung medizinischer Sachverhalte
Versicherungsmedizinische Beratung zum weiteren Vorgehen
Kontaktaufnahme mit behandelndem Arzt
Plausibilisierung ärztlicher Zeugnisse
(bspw. Arbeitsunfähigkeit)
Spezialisierte Untersuchung bei Bedarf
Empfehlungen für weitere Untersuchungen
Second Opinion (bspw. zu Arztberichten/Gutachten)
Versicherungsarzt und Case Management Tür an Tür
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 15
5 wahre oder fast wahre Geschichten
•
•
•
•
•
52-jährige Teamleiterin Tankstelle
44-jährige Angestellte Tankstellenshop
61-jähriger Tankstellenleiter
27-jährige Assistent Store Managerin
53-jährige Sachbearbeiterin Versicherung
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 16
52-jährige Teamleiterin Tankstelle /1
• AUF 100 % 18.05. – 25.05 (Ausstellung 18.05.)
0 % 26.05.
(Ausstellung 26.05.)
• AUF 100 % 11.06. – Neubeurteilung in 10 d
(Ausstelllung 10.06.)
11.06. – Neubeurteilung 2. Woche Juli
(Ausstellung 19.06.)
• Ausstellung immer durch den behandelnden Hausarzt wegen
Krankheit.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 17
52-jährige Teamleiterin Tankstelle /2
• Gemäss Linienvorgesetztem vermehrt nicht mehr an
Vorgaben gehalten
• Nach mehrmaligen Ermahnungen durch den Vorgesetzten
folgt Arbeitsunfähigkeitszeugnis ab 16.05. für 1 Woche
• Dann erneute AUF ab 11.06. mit Verlängerung ab 19.06.
• Zentrales HR:
Entbindung des Vertrauensarzt der Unternehmung vom
Berufsgeheimnis durch Angestellte am 04.07. (Vollmacht).
Einholen einer Plausibilisierung der AUF durch
Vertrauensarzt der Unternehmung am 14.07.
Stellenbeschreibung beigelegt.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 18
52-jährige Teamleiterin Tankstelle /3
• Telefonische Auskunft des Hausarztes an den VA:
Laufende Abklärung wegen bereits bekanntem und
zunehmend Beschwerden verursachendem rheumatischem
bzw. degenerativem Leiden mehrerer Gelenke u. a. rechte
Schultern und obere Wirbelsäule, wobei nun auch
Zuweisung an Spezialist erfolgte.
Aufgrund des Befundes ist eine Rückkehr an den aktuellen
Arbeitsplatz kaum möglich.
Seit einiger Zeit bekannte, in letzter Zeit eher verstärkte
depressive Neigung, wobei nun auch Zuweisung an Spezialist
erfolgte, und die Probleme mit dem Vorgesetzten am
Arbeitsplatz nun die Beschwerden verstärkten.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 19
52-jährige Teamleiterin Tankstelle /4
• Telefonische Rücksprache VA mit Leiter HR 14.07.14:
Es handelt sich um eine ernstzunehmende Erkrankung.
Die aktuelle AUF von 100 % ist gerechtfertigt.
Z. Z. ist krankheitsbedingt keine Teilarbeitsfähigkeit möglich.
Es muss mit einem mehrwöchigen Ausfall gerechnet werden.
Die entsprechenden therapeutischen Massnahmen wurden
eingeleitet, die Angestellte ist beim Hausarzt kompetent
angebunden und die fachärztlichen Überweisungen sind
erfolgt.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 20
52-jährige Teamleiterin Tankstelle /5
(nicht an Arbeitgeber mitgeteilt: Eine Rückkehr an den
aktuellen Arbeitsplatz wird kaum möglich sein.)
Gemäss Leiter HR bzw. aktuellstem Arbeitsunfähigkeitszeugnis ist bereits ein chirurgischer Eingriff vereinbart.
Gemäss Leiter HR war der entsprechende Linienvorgesetzte
bereits ähnlichen Vorwürfen durch frühere Angestellte
ausgesetzt.
Leiter HR möchte die Mitarbeiterführung des
Linienvorgesetzten ansprechen und weiter verfolgen.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 21
52-jährige Teamleiterin Tankstelle /6
• Lösung ?
Aufgrund der Prognose und der aktuellen Probleme am
Arbeitsplatz werden durch das HR folgende Lösungen
angestrebt:
Einvernehmliche Lösung mit Austritt der Angestellten
oder
Wechsel Arbeitsort und Arbeitsplatz ohne entsprechende
körperliche Anforderungen mit entsprechender
Lohnanpassung.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 22
47-jährige Angestellte Tankstellenshop /1
• AUF 100 % ab 13.04. (Ausstellung 15.04. durch Hausarzt)
• Rückfrage des Leiters HR beim Vorgesetzten:
Angestellte roch bei Arbeitsantritt mehrmals nach Alkohol
bei privaten Problemen. Darauf angesprochen Begründung
durch Einnahme ärztlich verordneter alkoholhaltiger
Medikamente wegen Herzproblemen.
• Leiter HR informiert Angestellte:
Wünscht Klärung des Medikamentes, u. a. wegen
bestehender restriktiver Alkohol Policy.
Zustellung Entbindung des Hausarztes von ärztlicher
Schweigepflicht gegenüber VA der Unternehmung (Vollmacht).
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 23
47-jährige Angestellte Tankstellenshop /2
• Angestellte ruft Leiter HR an:
Ab Montag, 22.04. wieder Arbeitsfähig.
(Ärztliches Zeugnis folgt:
AUF 0 % ab 22.04. Ausstellung Hausarzt Samstag,19.04.)
Hausarzt rät von Einverständniserklärung ab.
Leiter HR wünscht Anruf von Hausarzt.
• Hausarzt ruft Leiter HR an:
Leiter HR informiert Hausarzt über Verdacht von
Alkoholeinnahme vor Arbeitsbeginn bzw. die Einnahme von
alkoholhaltigen Medikamenten.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 24
47-jährige Angestellte Tankstellenshop /3
• Am 25.04. unterschreibt Angestellte Entbindungserklärung.
• Telefonische Auskunft des Hausarztes an den VA am 02.05.:
Letzte Konsultation 25.04., keine weiteren Konsultationen
vereinbart.
Es liegt höchstwahrscheinlich ein Alkoholproblem ohne
gesundheitliche Schädigung vor.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 25
47-jährige Angestellte Tankstellenshop /4
• Beurteilung des Vertrauensarztes:
Erarbeitung Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und
Mitarbeiterin mit regelmässigen hausärztlichen Kontrollen
und Einleitung einer langfristigen Behandlung, wobei die
Einsicht der Mitarbeiterin und die Bereitschaft des
Arbeitgebers für langfristige Zusammenarbeit auch bei
Rückschlägen in der Anfangsphase Voraussetzung sind. Die
Prognose kann so als nicht schlecht beurteilt werden.
• Vorgehen des Arbeitgebers:
Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung in
einem gemeinsamen Gespräch von Leiter HR, Vorgesetztem
und Mitarbeiterin.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 26
61-jähriger Tankstellenleiter /1
• Seit 6 Jahren Tankstellenleiter mit 3maliger Verschiebung
des Arbeitsplatzes wegen nicht erfüllten Zielvereinbarungen.
• 19.03. in persönlichem Gespräch im Rahmen von
Umstrukturierungsmassnahmen Mitteilung eines
Funktionswechsels mit Herabstufung zum stellvertretenden
Tankstellenleiter per 01.06., wobei Mitarbeiter
Änderungskündigung nicht unterschreibt.
• 20.03. Einreichung des Arztzeugnisses:
AUF 100 % 20.03. – 14.04. (Ausstellung 20.03. Hausarzt)
• 29.03. unterschreibt Mitarbeiter Entbindungserklärung für
Hausarzt gegenüber Vertrauensarzt der Unternehmung.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 27
61-jähriger Tankstellenleiter /2
• Telefonische Auskunft der Hausarztes an den Vertrauensarzt
am 08.04.:
Eindeutige, wahrscheinlich vorbestehende, durch die Änderungskündigung endgültig ausgebrochene Depression mit ausgeprägten
Angstattacken und mit gewisser Suizidalität, wobei die ambulante
spezialärztliche Behandlung mit Antidepressiva und Psychotherapie
eingeleitet ist. Höchstwahrscheinlich länger dauernde AUF.
• Rücksprache Vertrauensarzt mit Leiter HR am 08.04.:
Längere AUF bei ernsthafter Krankheit, spezialärztliche Behandlung
eingeleitet, Prognose eigentlich gut.
Mit Mitarbeiter in Kontakt bleiben (Entwicklung, Empathie).
Arbeitgeber möchte langjährigen Mitarbeiter behalten.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 28
61-jähriger Tankstellenleiter /3
• AUF 100 % 20.03. – 12.05. = 54 Tage
• 02.05. Kontaktaufnahme Arbeitgeber mit Mitarbeiter mit
Frage nach teilweiser Wiederaufnahme der Arbeit ab 03.06.,
„was Mitarbeiter nicht beantworten kann oder will“.
• AUF 100 % 20.03. - 02.06. = 75 Tage
28.06. 101
31.07. 134 (ausgestellt 08.06.)
• 21.06 Arbeitgeber wünscht erneute vertrauensärztliche
Abklärung von Heilungsverlauf und Prognose.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 29
61-jähriger Tankstellenleiter /4
• Telefonische Auskunft der Hausarztes an den
Vertrauensarzt am 24.06.:
Immer noch ausgeprägte Depression, 1x/Wo psychiatrischpsychotherapeutische Behandlung und weiterhin Anpassung
der medikamentösen antidepressiven Therapie.
Angabe des behandelnden Psychiaters, welcher weiter AUF
direkt attestiert.
(nicht zur Mitteilung an Arbeitgeber: z.Z. kann sich
Mitarbeiter eine Wiederaufnahme der Tätigkeit unter den
neuen Anstellungsbedingungen eher nicht vorstellen.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 30
61-jähriger Tankstellenleiter /5
• Mitteilung Vertrauensarzt an Leiter HR 24.06.:
Zu erwarten ist eine mehrmonatige AUF bei weiterhin
ernsthafter Krankheit, welche engmaschig spezialärztliche
behandelt wird. Langfristige Prognose bleibt gut.
Das Arbeitsunfähigkeitszeugnis wird ab 01.08 direkt durch
Spezialarzt ausgestellt.
Mit Mitarbeiter weiter in Kontakt bleiben (Entwicklung,
Empathie).
• Arbeitgeber möchte langjährigen Mitarbeiter behalten.
Für langjährige Mitarbeiter: Lohn 100 %, nach 91 Tagen
Taggeldversicherung 80 % plus Unternehmung 20 %.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 31
27-jährige Assistent Store Managerin /1
• 04.01. Geburt eines Baby mit Missbildung
• Längerer Austausch per Telefon, E-Mail und Brief mit
Arbeitgeber.
• Neue, junge HR-Managerin, der alle diese Infos nicht mehr
zur Verfügung stehen.
• 27.08. Mitarbeiterin per Brief an neue HR-Managerin:
Zur Zeit ist Wiederaufnahme der Arbeit bei intensivem
Pflege- und Betreuungsbedarfs des Kindes nicht möglich.
Mitarbeiterin sucht Pflege- und Betreuungslösung, was aber
sicher nicht vor Ende November möglich ist.
Möchte wieder ins Arbeitsleben zurückkehren.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 32
27-jährige Assistent Store Managerin /2
Bereitschaft zu guter und fairer Lösung.
Beigelegt Arztzeugnis z. Hd. Arbeitgeber vom behandelndem
Kinderarzt vom 26.08.:
Bestätigung Missbildung, Pflege- und Betreuungsbedarf,
Suche Krippenplatz nun möglich mit langsamer Instruktion
der Betreuerinnen, Aufnahme der Erwerbstätigkeit
voraussichtlich ab Ende November wieder möglich.
• Es liegt keine Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht
vor.
• gesetzliche Grundlagen:
Mutterschaftsurlaub 14 Wochen bis 11.04.
Kündigungsschutz 16 Wochen bis 25.04.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 33
27-jährige Assistent Store Managerin /3
• Mitteilung des Vertrauensarztes an Arbeitgeber 03.09:
Frage 1: Die Arbeitnehmerin ist nicht krank und nicht krank
geschrieben, sondern sie ist wegen der Pflege und Betreuung des
Kindes von der Arbeit begründet und unverschuldet verhindert.
Gemäss Arztzeugnis ist eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit
nicht vor Ende November möglich. Eine Anmeldung an die
Taggeldversicherung ist nicht möglich.
Frage 2: Arbeitnehmerin ist nicht krank geschrieben. Eine
ordentliche Kündigung durch Arbeitgeber möglich. Es handelt sich
um eine arbeitsrechtliche Frage i. R. von Art. 324a Abs. 2 OR,
wobei 3 Tage Lohnfortzahlung sicher unangebracht und eine an
die Dienstjahre angepasste Lohnfortzahlung von 1-3 Monaten
angebracht ist.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 34
27-jährige Assistent Store Managerin /4
Frage 3: Empfehlung zur Kontaktaufnahme mit Arbeitnehmerin
zur Erarbeitung einer einvernehmlichen Lösung. Bei einer
direkten Kündigung besteht die Möglichkeit, dass Arbeitnehmerin
in Erschöpfung bzw. Depression fällt und sofort ärztlich krank
geschrieben wird.
Bemerkungen: Es handelt sich um eine komplexe Situation in
einem sehr sensiblen Gesamtrahmen. In 3 Monaten bzw. Ende
November wäre die Arbeitnehmerin bereits ca. 7 ½ Monate nach
dem Mutterschaftsurlaub arbeitsverhindert. Durch die weiter
bestehende angeborene Erkrankung des Kindes besteht
voraussichtlich auch eine besondere Belastung der Familie, so dass
diese Umstände für eine nachhaltige Organisation der zukünftigen
Arbeitstätigkeit und Arbeitsbelastung einbezogen werden müssen.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 35
53-jährige Sachbearbeiterin Versicherung
• Arbeitgeber brieflich an Hausarzt 01.07.:
Mitarbeiterin in Ihrer Behandlung und vom 25.06. – 31.07.
100 % arbeitsunfähig.
Bitte um detaillierten ärztlichen Bericht über Diagnose,
Dauer AUF und Prognose an Vertrauensarzt.
• Hausarzt brieflich an Vertrauensarzt 05.07.:
2. Episode einer seit Jahren bekannten depressiven
Entwicklung, ursprüngliche ausgelöst durch Herzrhythmusstörungen, welche Patientin zuerst als Stresssymptome
interpretierte, aktuell erneute Verschlechterung durch
Belastung am Arbeitsplatz mit psychischem Zusammenbruch.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 36
53-jährige SB Versicherung /2
26.06. Zuweisung an Fachpsychiater und Behandlung mit
Antidepressiva und Psychotherapie.
Hausarzt hat wegen Depressionen bereits Mutter über lange
Zeit behandelt und damals Vater in psychiatrische Klinik
zwangseingewiesen, wo er sich trotzdem das Leben nehmen
konnte.
• Vertrauensarzt brieflich an Hausarzt 09.07.:
Kenntnisnahme der hausärztlichen Beurteilung und
telefonische Mitteilung an Vorgesetzten, dass attestierte AUF
absolut adäquat und plausibel und die entsprechende
Behandlung eingeleitet ist, sonst keine weiteren Auskünfte
erteilt.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 37
53-jährige SB Versicherung /3
• Vertrauensarzt telefonisch an Vorgesetzten 09.07.:
Attestierte AUF absolut adäquat und plausibel und
entsprechende Behandlung eingeleitet.
Kein weiteren Auskünfte, insbesondere zu Diagnose und
Prognose.
Vertrauensarzt eigentlich nicht Arzt des Vertrauens des
Arbeitgebers.
Zusätzliche Informationen des Vorgesetzten:
Leistung in letzter Zeit nicht mehr erbracht, belastend für
kleinen Betrieb, Notwendigkeit der Einstellung eines
Ersatzes, Kündigung unumgänglich, nächstes Jahr 30jähriges
Dienstjubiläum.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 38
53-jährige SB Versicherung /4
• Anruf des Geschäftsleiters an Vertrauensarzt 05.08.:
AUF 2 Mt. verlängert. Müsse nun Lösung finden, möchte
mehr Angaben. Sei seine erste Anstellung gewesen, sei an
Beerdigung des Vaters gewesen, Leistung in letzter Zeit
nicht mehr erbracht, Flucht in die Krankheit?, die Arbeit
muss aber erledigt werden, Kündigung werde wohl nötig
sein. Natürlich keine Auskünfte des Vertrauensarzt.
• Anruf des Vorgesetzten an VA 12.08. zur Info:
Inzwischen sei Diagnose ja eigentlich bekannt und Prognose
ja schwierig, telefonische Rücksprache mit Mitarbeiterin und
Kündigung angekündigt, sobald Kündigungsschutz nach ca. 6
– 9 Mt. abgelaufen sei, es bleibe keine andere Möglichkeit.
(Ablauf Kündigungsschutz fällt etwa auf Dienstjubiläum.)
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 39
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 40
Grundlagen
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Lohnfortzahlung
Kündigungsschutz
Sperrfrist
Pflichten des Versicherten
Pflege kranker Kinder
Zeugnis rückdatiert, in absentia
Arztgeheimnis
Steuerungsmöglichkeiten
1. Versicherungsmedizinische Beratung
2. Case Management
Formulare
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 41
Grundlagen I: Lohnfortzahlung
• Recht auf Lohnfortzahlung gem. Lohnfortzahlungsskalen (Bern, Zürich, Basel, etc.) bzw. gem. Vertrag, z.B.
1. Jahr 3 Wo, 2. Jahr 4 Wo, 3. Jahr 8 Wo, 5. Jahr 12 Wo,
10. Jahr 4 Mt., 20. Jahr 6 Mt.
• Kollektiv-Krankentaggeldversicherung
Wartefrist 3 – 180 Tage
Leistungsdauer 720 Tage
Deckung 80 % des Lohnausfalles
• Taggeld bei Unfall
ab 3. Tag 80 % des versicherten Verdienstes bis Eintritt der
vollen Arbeitsfähigkeit/Beginn der Invalidenrente/ bis Tod
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 42
Grundlagen 2: Kündigungsschutz
• 4 Wochen vor und nach bzw. während Militärdienst
• Krankheit und Unfall
1. Jahr 30 Tage, 2.-5. Jahr 90 Tage, ab 6. Jahr 180 Tage
• ab Beginn Schwangerschaft bis 16 Wochen nach Geburt
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 43
Grundlagen 3: Sperrfrist
• Die Kündigung während der Sperrfrist ist nichtig.
Nach Ablauf der Sperrfrist muss die Kündigung unter
Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist wiederholt
werden.
• Die Kündigung vor der Sperrfrist ist gültig.
Die Sperrfrist unterbricht die Kündigungsfrist. Die
Kündigungsfrist läuft erst nach der Sperrfrist weiter.
Nach Ablauf der fortgesetzten Kündigungsfrist endet das
Arbeitsverhältnis am nächsten Kündigungstermin, d. h. meist
per Ende des Monats.
• (Das Arbeitsunfähigkeitszeugnis schützt nur innerhalb der
Sperrfrist vor Kündigung.)
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 44
Grundlagen 4: Pflichten
• Schadenminderungspflicht des Versicherten
• Mitwirkungspflicht des Versicherten
• Heilbehandlung noch nicht abgeschlossen:
Beurteilung Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
• Heilbehandlung abgeschlossen, keine wesentlich Besserung
mehr zu erwarten:
Beurteilung Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeit
= Schadenminderungspflicht
Zumutbarkeit ist Begriff des Rechtsanwenders und nicht des
Arztes
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 45
Grundlagen 5: Pflege kranken Kinder
durch Mutter und Vater
Ein krankes Kind benötigt Pflege durch Mutter oder Vater. Genauso sieht es auch das
Arbeitsgesetz: Der Arbeitgeber muss Arbeitnehmern mit Kindern unter 15 Jahren, die für die
Pflege eines erkrankten Kindes erforderliche Zeit gewähren. Konkret sind es drei Tage, während
deren sich ein Angestellter um sein krankes Kind kümmern darf. Damit sind drei Tage pro
Erkrankung gemeint, nicht drei Tage pro Kalenderjahr. Allerdings darf der Arbeitgeber vom
Angestellten ein Arztzeugnis fordern, das die Krankheit des Kindes belegt. Braucht das Kind mehr
Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen, kann auch der andere Elternteil drei Tage zu Hause
bleiben. Zur Entlöhnung dieser Absenztage äussert sich das Arbeitsgesetz nicht. In der Praxis ist
es jedoch unbestritten, dass dem Arbeitnehmer während dieser Tage der gleiche Lohn zusteht,
wie wenn er selbst erkrankt wäre. Denn Eltern sind gesetzlich verpflichtet, sich um ihre Kinder
zu kümmern, und wer arbeitsunfähig ist, weil er eine gesetzliche Pflicht erfüllen muss, hat
Anspruch auf Lohnfortzahlung. Innert der drei Tage sollte dann eine anderweitige Betreuung
organisieren werden können. Ist das Kind nach drei respektive sechs Tagen aber immer noch
schwer krank und die elterliche Anwesenheit dringend erforderlich, können die Eltern
ausnahmsweise auch noch länger beim Kind bleiben. Diese Notwendigkeit soll vom Arzt bestätigt
werden.
Es handelt sich um eine Bescheinigung des Arztes, der das Kind behandelt, und nicht um eine
Arbeitsunfähigkeit. Die Betreuung anderer Familienangehöriger ist keine gesetzliche Pflicht.
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 46
Grundlagen 6: ärztliche Zeugnisse
rückdatiert / in absentia
• erhebliche Zweifel an Richtigkeit
• aber Rückdatierung bis max. 5 Tage
bei deutlich zukunftsgerichtetem Anteil
mit Vermerk, dass Beginn der Arbeitsunfähigkeit
auf Angaben des Patienten beruhen
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 47
Grundlagen 7: Arztgeheimnis
• Arztgeheimnis Arzt / Patient:
Arzt fragt nach Name des Vorgesetzten im Hinblick auf
allfällige Rückfragen
• Arbeitgeber ruft Arzt an und möchte Informationen:
nie ohne Entbindung vom Berufsgeheimnis
• Arzt ruft Arbeitgeber an und möchte Informationen
betr. Arbeitsunfähigkeit, Rückkehr an Arbeitsplatz,
alternativer Arbeitsplatz, Arbeitsplatzbeschrieb:
nur mit Erlaubnis des Patienten bzw. im Beisein des
Patienten
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 48
Steuerungsmöglichkeiten 1:
Versicherungsmedizinischen Beratung
Erläuterung medizinischer Sachverhalte
Versicherungsmedizinische Beratung zum weiteren
Vorgehen
Kontaktaufnahme mit behandelndem Arzt
Plausibilisierung ärztlicher Zeugnisse
(bspw. Arbeitsunfähigkeit)
Spezialisierte Untersuchung bei Bedarf
Empfehlungen für weitere Untersuchungen
Second Opinion (bspw. zu Arztberichten/Gutachten)
Versicherungsarzt und Case Management Tür an Tür
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 49
Steuerungsmöglichkeiten 2:
Case Management
Unabhängige, fallbezogene, medizinische Abklärung,
Beratung und Betreuung mit:
Analyse der Situation sowie Klärung des Bedarfes zur Erarbeitung
von Lösungsansätzen mit den Betroffenen
Unterstützung bei der Reintegration in den Arbeitsprozess
dem Ziel eine Chronifizierung zu verhindern
enger Zusammenarbeit mit den RVK-Vertrauensärzten
verschiedener Fachrichtungen
Sicherstellung von Kommunikation und Koordination zwischen
Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Leistungserbringern und involvierten
Sozialversicherern
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
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Folien Nr. 50
Formulare 1: Arbeitsunfähigkeitszeugnis
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
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Folien Nr. 51
Formulare 2: Arbeitsplatzbeschreibung
Workshop Arbeitsunfähigkeit - 22.10.14
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Folien Nr. 52
Formulare 3: Vollmacht, Entbindungserklärung
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Dr. med. R. Kölbli, Vertrauensarzt, RVK Luzern
Folien Nr. 53
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Gesundheitswesen
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