close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Ab wie die Feuerwehr? - Feuerwehr Zivilschutz St. Gallen

EinbettenHerunterladen
BPRUENNKNT
Ausgabe 2/2007
Erscheint zweimal
jährlich
Mitteilungsblatt Feuerwehr und Zivilschutz Stadt St. Gallen
Kopflos den Löwen
hinauslassen
Wir Feuerwehrler neigen dazu, sofort und
unverzüglich Lösungen zu präsentieren, bevor wir sorgfältig überlegt haben, wo denn
das Problem wirklich ist. Was schon zerstört
ist, darf ruhig noch etwas länger brennen,
wenn wir dafür einen Weg finden, wie nichts
Neues Schaden leidet. Dr. Markus Pulm,
Ausbildungsleiter der Berufsfeuerwehr Karlsruhe, hat in einem in St.Gallen gehaltenen
Referat aufgezeigt, wie wichtig die Problemanalyse ist. Die Erkenntnis ist nicht absolut
neu. Sie wird nur immer wieder vergessen.
Das gilt übrigens nicht nur für die Feuerwehr,
sondern auch im ganz gewöhnlichen Leben.
Wie oft nehmen wir die erstbeste Lösung,
die uns in den Sinn kommt, ohne zu überlegen, wo das Problem wirklich ist und welche anderen Möglichkeiten es noch gäbe!
Besonders gerühmt für ihre überlegte
Handlungsweise wurde die FWSG nach dem
Brand an der Wallstrasse. «Beim Betreten
der Wohnung hat man kaum bemerkt, dass
es gebrannt haben soll», hörten wir von der
Liegenschaftsbesitzerin. Gratulation an
alle, die dabei waren!
Gerne hoffen wir, mit der Organisation
des Referates auch der GVA einen Dienst
erwiesen zu haben. Die vielen anwesenden
FW Of aus nah und fern dürften Pulm’s
Gedanken weit ins Land hinaus tragen.
Das Doppeljubiläum «150 Jahre Rettungs-Coprs/100 Jahre Berufsfeuerwehr»
im Jahr 2009 nimmt Gestalt an. Hauptstichworte sind: 20. Juni/29 August» Mehr
dazu auf Seite 4.
Hanspeter Schnüriger
Ab wie die Feuerwehr?
Die Feuerwehren geniessen einen hervorragenden Ruf. Sie leisten in schwierigen Situationen
eindrucksvolle Einsätze und haben sich so Ansehen und Respekt erworben. Doch wer gewohnt ist, fast immer unter Zeitdruck zu handeln, läuft Gefahr, auch dann ohne langes Überlegen loszuschlagen, wenn eigentlich Zeit wäre abzuwägen und den Einsatz so effizient
als möglich anzugehen. Das ist eine der Grundaussagen im Referat von Markus Pulm von der
Berufsfeuerwehr Karlsruhe vor Feuerwehrkadern in St. Gallen.
Auf Einladung der Feuerwehr St. Gallen ging
Pulm auf das Thema «Falsche Taktik – Grosse
Schäden» ein. Die gemachten Aussagen sind
nicht neu, regen aber zum Überdenken des
eigenen Verhaltens im Einsatz an. Sie sind
nicht nur für Offiziere, sondern für Feuerwehrleute aller Stufen von Bedeutung.
Verheerende Folgen
Bisher haben sich Feuerwehrleute oft wenig
Gedanken darüber gemacht, dass ein Brand
für die direkt Betroffenen verheerende Auswirkungen haben kann. Laut einer Studie nehmen
nämlich 43 Prozent der Betriebe nach einem
grösseren Brand die Produktion nie mehr auf.
Es sind vor allem die Sanierungskosten, die
den Untergang dieser Firmen bewirken können.
Aber nicht nur: Hinzu kommen Ausfallkosten
mit dem damit verbundenen Verlust der
Kundschaft. Auch in Wohnbauten sind die
Auswirkungen massiv. Nach einem Fernsehbrand beispielsweise ist eine Wohnung bis zu
sechs Monate nicht mehr bewohnbar.
Rauchschäden verhindern
Ziel der Feuerwehr muss daher sein, nicht nur
möglichst schnell zu löschen, sondern auch
möglichst wenig Schaden anzurichten. Nachdem gut ausgebildete Feuerwehren in der Regel
kaum mehr Wasserschäden verursachen,
muss sie ebenso sehr auf die Vermeidung von
Rauchschäden achten. Dies bedeutet, sich
vor jeder Tür zu fragen: Muss ich diese Tür öffnen? Verursache ich durch das Öffnen möglicherweise einen Rauchschaden? Kann ich auf
einem anderen Weg zum Brandherd gelangen,
ohne dass ich Rauchschäden verursache?
Der Einsatzleiter muss in seine Problemanalyse einbeziehen, welche Räume bereits
zerstört und welche noch unbeschädigt sind.
Wenn Ausbreitungs- und Ausdehnungsgefahr
dies zulassen, muss der Angriffsweg so gewählt werden, dass noch intakte Räume bestmöglich geschont werden.
Brandlöwen bändigen
Markus Pulm brauchte dazu ein anschauliches Bild von einem im Zimmer eingeschlossenen Löwen. Dieser kann zwar ins Sofa beissen oder an der Tapete kratzen. Solange aber
die Tür geschlossen bleibt, wird er vorerst
nicht mehr Schaden anrichten.
Wohnhaus-Brand an der Wallstrasse im Klosterviertel: Wenig Schaden dank überlegtem Einsatz.
Die Situation eines Brandes in einem massiven Gebäude ist vergleichbar. Es bleibt Zeit
zu überlegen, wie man den Löwen erlegen will.
Es darf nur nicht passieren, dass ein Trupp
voller Eigendynamik diesen Brandlöwen unverhofft ins Treppenhaus hinauslässt. Die vom
Einsatzleiter gewählte Taktik muss deshalb
allen Truppchefs bekannt sein. Alle AdF müssen überlegt und diszipliniert vorgehen.
Das Freihalten des Treppenhauses von
Rauch ist extrem wichtig wegen der Gefährdung der Hausbewohner. Im schlimmsten Fall
öffnet die Feuerwehr unbedarft die Türe zum
Brand im Keller, während die Hausbewohner
auf der Flucht im Treppenhaus sind.
Die Rettung der plötzlich im Rauch stehenden Leute über Leitern und die Einlieferung
der Verletzten mit Rauchgas-Vergiftungen in
die Spitäler gibt zwar spektakuläre Medienberichte, doch bei überlegterem Vorgehen der
Feuerwehr wäre solches vielleicht gar nicht
nötig gewesen. Richtigerweise nimmt sich die
Feuerwehr zuerst den Personen im Gebäude
an und sucht sich wenn möglich einen Zugang
zum Keller ohne Beeinträchtigung des Treppenhauses.
Drastische Beispiele
Pulm animiert die Feuerwehrleute dazu, Überlegungen zum eigenen Verhalten zur Schadensminderung zu machen, bevor dies die
Kunden der Feuerwehr tun. Es dürfe doch
nicht sein, dass die Bewohner pflichtbewusst
bei der Flucht aus dem Gebäude alle Türen
schliessen, bei der Rückkehr aber die Räume
schwarz vorfinden, weil die Feuerwehr ohne
Not die Türen wieder geöffnet und die Verrauchung so verursacht hat.
Die Vermeidung von Schäden beginnt bereits im Kleinen. Zur Lüftung eines nicht direkt
betroffenen Zimmers ist einerseits die «rasante Variante» möglich: Der AdF steigt mit den
verschmutzten Stiefeln auf das Sofa, wirft die
Blumenstöcke auf den Boden und reisst das
Fenster mit der Feuerwehraxt aus dem Rahmen. Ebenso wirkungsvoll und zeitgerecht
wird ein überlegt vorgehender AdF das Ziel
ohne jeden Schaden erreichen.
Selbstverständlich geht nach wie vor die
Rettung von Menschen allem anderen vor. Ein
überlegtes Handeln ist aber immer auch angezeigt, wenn es um die eigene Sicherheit geht.
Es gilt stets abzuwägen, ob der zu erwartende Gewinn dem eingegangenen Risiko entspricht. Keinesfalls dürfen sich Feuerwehrleute erhöhten Gefahren aussetzen, wenn der
Schaden bereits besteht und sowieso nichts
mehr zu retten ist.
Melchior Rüdlinger
Wer hat «Appetito»?
Ungewöhnliche Zusammenarbeit: Einerseits
hatten Milizfeuerwehr und Berufsfeuerwehr
eine gemeinsame Übung am selben Abend.
Um die enge Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Partnerorganisationen unter Beweis zu stellen, wird der Verpflegungszug der
RZSO aufgeboten, um die Angehörigen der
Feuerwehren im Anschluss an ihre Kompanieübungen mit einem Nachtessen zu versorgen. Für den Verpflegungszug des Zivilschutzes hiess der WK «Appetito». Die Hauptübung
war am Abend des 26. Juni.
Melch Rüdlinger, Feuerwehrkdt-Stv, meinte
im Anschluss an die Übung: «Aus den Reihen
der Feuerwehr haben wir allseits viel Lob ge-
hört für den Einsatz des Verpflegungszuges.
Das Menu war ansprechend gewählt und hat
den Feuerwehrleuten sehr geschmeckt. Ebenso positiv aufgefallen ist die angenehme
Atmosphäre in der Halle, die einladende Möblierung und die zweckmässige Organisation.
Besonders geschätzt wurde insbesondere
auch, dass zum Dessert ein frischer Kolbenmaschinen-Kaffee zu haben war, was bei
der Verpflegung von so vielen Leuten in der
Regel nicht angeboten wird.»
Auftrag erfüllt
Mit der sehr gut gelungenen Verpflegung der
rund 200 Feuerwehrleute hat der Verpfle-
gungszug der RZSO somit bewiesen, dass er
seinen Leistungsauftrag erfüllen kann.
Zu diesem Hauptauftrag gehört, dass der
Zug 60 Minuten nach einer Alarmierung 200
bis 500 Einsatzkräfte am Einsatzort mit
Getränken, Tee und Bouillon versorgen kann.
120 Minuten nach einer Alarmierung muss
den 200 bis 500 Einsatzkräften am Einsatzort
eine Zwischenverpflegung abgegeben werden
können.
Drei Stunden nach der Alarmierung müssen
die200 bis 500 Einsatzkräfte mit einer warmen Mahlzeit verpflegt werden können.
Gunnar Henning
Einsatz «Ylenia»
Die Polizeidienstkompanie (Pol D Kp) wurde
für besondere Einsätze zur Unterstützung der
Stadtpolizei gebildet. Ein solcher war vom
Montag, 6. bis und mit Freitag 10. August. Ein
beklemmendes Aufgebot. Am 31. Juli war die
fünfjährige Ylenia in Appenzell entführt worden. Was bedeutet ein solcher Sucheinsatz?
Vor allem bei dem, was man von den Medien
schon wusste.
Tag 2 der Suche nach der vermissten Ylenia:
Um 07.00 Uhr treffen sich ca. 25 Angehörige
der Pol D Kp im an der Vadianstrasse 57 (V57),
der Einsatzzentrale der Stadtpolizei St.Gallen.
Die nicht mehr ganz sauberen und zum Teil
etwas malträtierten Uniformen derjenigen, die
am Montag bereits im Einsatz waren, lassen
erahnen, dass kein Spaziergang bevorsteht.
Mitten im Dickicht
Verschiebung nach Oberbüren in den Werkhof. Es gibt Kaffee und Gipfel. Befehlsausgabe: Es wird nur noch nach der zweiten Tatwaffe und dem Mädchen gesucht. Seit Montagabend ist bekannt, dass Ylenia höchstwahrscheinlich unbekleidet ist, da ihre Kleider
in ihrem Rucksäcklein gefunden worden waren. Täter Urs Hans Von Aesch hatte die
Gegenstände in der Nähe bei einem Wegkreuz
deponiert, bevor er sich selber erschoss.
Der Pol D Kp wird der Sektor 22 zugeteilt,
einer mit dem unwegsamsten Gelände aller
abzusuchenden Sektoren überhaupt. Wir verschieben uns zum Sektor 22, fassen der Metallstäbe zur Suche und Aufstellen auf einer
Linie, hangabwärts.
Die Suche beginnt: Brusthoch durch Brombeerenstauden und Brennnesseln. Der Hang
wird immer abschüssiger, zum Teil ist es nicht
mehr möglich, sich auf den Füssen zu halten.
Man rutscht ein paar Meter ab. Gefunden wird
in diesem Waldstück nichts ausser ein paar
Wespenneste, deren Einwohner sofort angrei-
fen, nachdem man ihre Ruhe gestört hat. Die
erfolglose Suche wird um 13.45 Uhr unterbrochen. Wegen des unsicheren Wetters
Rückfahrt zum Werkhof und Einnahme des
Mittagessens.
14.45 Uhr: Die Suche wird fortgesetzt, für
uns in einem einfacheren Waldstück, in welches Von Aesch mit seinem Lieferwagen gemäss Zeugenaussagen gefahren sein soll.
Die Suche beginnt erneut, immer verbunden mit
der Hoffnung, etwas zu finden. Aber immer
auch unvermeidlich verknüpft mit der unvorstellbaren Situation, die einen erwarten könnte.
Von Spezialisten unterstützt
Ergebnis in diesem Waldstück: Wir stossen
auf ein grosses Loch, das mit relativ lockerer
Erde zugeschüttet ist. Die Experten des kriminaltechnischen Dienstes werden per Funk aufgeboten und graben die Erde um. Ergebnislos.
Später steigt der Geruch von Verwesung in die
Nase. Hunde werden aufgeboten, aber auch
deren Suche bleibt ohne Resultat. Um an
einer gut erkennbaren Stelle die Suche unterbrechen zu können, fahren wir erst um 17.40
anstatt wie geplant um 17.00 Uhr zum Werkhof zurück. Die Kollegen suchen am Mittwoch
weiter. Auch sie erfolglos. Die Leiche von Ylenia wird erst am 15. September von einer
Privatperson gefunden. Dort, wo auch wir gesucht hatten.
Matthias Luterbacher
Kleinlöschgeräte richtig einsetzen
Brandgefahren gibt es überall. Ob eine Kaffeemaschine, die nicht ausgeschaltet wurde, oder
eine Kerze, die nicht gelöscht wurde – schnell
kann solch eine Kleinigkeit zu immensem
Schaden führen. Auch Menschenleben können
gefährdet sein.
Im Ernstfall richtig entscheiden
Aus Erfahrung weiss man, dass in mehr als
der Hälfte der Brandfälle anwesende Personen das Feuer selber löschen könnten. Es ist
deshalb von Vorteil, wenn eine Brandsituation
richtig eingeschätzt werden kann. Dazu
braucht es jedoch praktische Erfahrung.
Das Ausbildungsteam «Kleinlöschgeräte»
der Berufsfeuerwehr St.Gallen schulte zwischen
1. Februar und 31. Juli mehr als 600 Personen verschiedenster Institutionen, Betrieben
und Unternehmen in der Handhabung von
Kleinlöschgeräten.
Zweiteilig
Die Ausbildung bestand aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im theoretischen Teil erlangten die Teilnehmenden mittels Experimentalvortrag und Videosequenzen
Kenntnisse über Verbrennungsvorgang, Alarmierungsablauf, Brandklassen, geeignete
Löschgeräte und Löschmittel.
Im praktischen Teil der Ausbildung wurde in
Einsatztrainings praxisbezogen und so realitätsnah wie möglich mit verschiedenen Kleinlöschgeräten intensiv geübt und trainiert. Das
Verhalten musste immer dem Ereignis entsprechen.
Haben wir auch Ihr Interesse geweckt?
Möchten Sie sich ebenfalls durch Profis
der Berufsfeuerwehr St.Gallen in der Hand-
habung von Kleinlöschgeräten schulen lassen?
Dann melden Sie sich. Walter Bruderer
(Tel. 071 224 50 75 E-Mail: walter.bruderer.fw
@stadt.sg.ch) gibt gerne weitere Auskünfte.
Impressum
Herausgeber
Feuerwehr St.Gallen
Zivilschutz St.Gallen
9001 St.Gallen
Redaktion
Martin Arnet
Layout
Beatrice Estermann
Auflage
1000
Druck
AVD Goldach
Sulzstrasse 10–12
9403 Goldach
www.avd.ch
Neue Hydranten-Generation
In der Stadt St.Gallen stehen über 1700 Hydranten und während der derzeitigen intensiven
Bautätigkeit werden fast wöchentlich irgendwo
neue Hydranten gesetzt. Die Zahl der wenig bedienungsfreundlichen Unterflurhydranten konnte in den letzten Jahren auf 250 gesenkt werden. Diese stehen vornehmlich in der Altstadt
und werden im Rahmen von Sanierungen wo immer möglich durch Oberflurhydranten ersetzt.
Neuerungen dank Konkurrenz
Hydranten sind sehr langlebig. Noch sind in
der Stadt St.Gallen über fünfzigjährige Exemplare im Einsatz. Bis vor wenigen Jahren hatte
Wenn es
beim Material
«brennt»
Seit fünf Jahren können die Feuerwehren des
Kantons St. Gallen die Dienste des Dienstleistungszentrums (DLZ) der Feuerwehr
St. Gallen in Anspruch nehmen, wenn sie
neues Material beschaffen müssen.
Was das Feuerwehrherz begehrt
Urs Kohlbrenner, Leiter des Handels von
Feuerwehrartikeln, kann heute seinen Kunden
alles anbieten, was das Feuerwehrherz begehrt. Von der Ersatzbatterie über Signalisationsmaterial, Brandschutzbekleidung, Tauchpumpen, Funkgeräte, Atemschutzgeräte bis
hin zum Tanklöschfahrzeug kann alles bestellt
werden. Und Urs Kohlbrenner weiss, worauf er
bei der Evaluation neuer Geräte und Materialien achten muss, welche Anforderungen an
Mensch und Material gestellt werden, ist er
doch selber seit Jahren im Einsatz bei der
Feuerwehr der Gemeinde Mörschwil. Zum Service, den das DLZ bietet, gehört weit mehr als
nur die Evaluation und Bestellung. Urs Kohlbrenner legt grossen Wert auf persönliche
Kontakte. Er berät die Verantwortlichen auch
über neue Produkte, stellt Testgeräte zur Verfügung, lässt neue Produkte im Praxiseinsatz
bei der Berufsfeuerwehr St. Gallen auf ihre
Tauglichkeit testen. Zu den Dienstleistungen
gehören auch Fakturierung, Materialkontrolle
und Auslieferung. Zu guter Letzt stimmt auch
der Preis, ein nicht unerhebliches Argument,
wenn man bedenkt, was die Ausrüstung eines
Feuerwehrmannes kostet. Da Urs Kohlbrenner
Kontakte zu den meisten namhaften Importeuren pflegt, kann er den Feuerwehren attraktive Preise bieten.
Daniel Bischof
Urs Kohlbrenner
in seinem
umfangreichen
Materiallager
die Firma vonRoll in der Schweiz praktisch
eine Monopolstellung für die Lieferung von
Hydranten. Dadurch erfolgten über lange Jahre nur eine minimale Modellpflege und ganz
wenige Anpassungen im Design. Erst 1995
trat ein Schweizer Konkurrenzunternehmen im
Markt auf und bot neue Varianten an, was
denn auch beim vormaligen praktischen Monopolisten zu einem Innovationsschub führte.
Erschwerend für die Entwicklung eines feuerwehrgerechten Hydranten waren denn auch
die sehr unterschiedlichen Meinungen der
Feuerwehr-Exponenten. In St.Gallen setzt man
schon seit 1980 auf 75er Schläuche für den
Wassertransport und 40 Schläuche für den
Angriff. Daher verlangt man am Hydranten
zwei Abgänge mit Nennweite 75 mm. Andernorts sind noch heute vornehmlich Schläuche
der Nennweite 55 im Einsatz und man vertritt
die Meinung, dass ein Abgang pro Hydrant
ausreiche.
Im Jahr 2002 wurde in der Stadt letztmals
ein neuer Typ eingeführt. Der Hydrant hy+5705
wurde in einer speziell bedienerfreundlichen
Montagevariante rund 200 Mal eingebaut. Der
mit einem roten Schutzdeckel gekennzeichnete
rechte Stutzen dieses Hydranten hat kein Seitenventil. So kann dort sofort nach dem Öffnen
des Hauptventils Wasser entnommen werden.
Wird mehr Wasser benötigt, kann der linke Abgang über das dortige Seitenventil bedient werden. Dieses Seitenventil ist nicht mehr wie
früher als Niederschraubventil, sondern als
Schieber, analog eines Teilhahns ausgebildet.
In der Praxis hat es sich gezeigt, dass dieses
Ventil durch «Zuwürgen» beschädigt werden
kann. Dies ist durch schlecht instruierte
Wasserbezüger auf Baustellen bereits mehrfach passiert.
Wegen dieses Problems hat das Feuerwehrkommando gemeinsam mit den Stadtwerken
beschlossen, zukünftig Hydranten ohne Seitenventile zu verbauen. Die Wahl fiel auf den Hydrant vonRoll hytec. Dieser kann auf alle Hydran-
ten-Unterteil seit Baujahr 1935 aufgebaut werden. Der neue Hydrant ist so konstruiert, dass
keine Fehlbedienung mehr möglich ist. Es gibt
nur noch ein Hauptventil im frostsicheren Unterbau. Dieses kann nach Entfernung von
mindestens einer Verschlusskappe über eine
mittig angebrachte Spindel bedient werden.
Der neue Hydrant erfüllt die Bedürfnisse der
Feuerwehr voll und ganz. Durch den Wegfall der
Seitenventile muss jedoch für die zeitversetzte
Inbetriebnahme des zweiten Stutzens die
Wasserlieferung am ersten Stutzen kurz unterbrochen werden. Weil die Wasserförderung
jedoch grundsätzlich über Tanklöschfahrzeuge
erfolgt, ist dies problemlos möglich.
Bereits im Einsatz
Der neue Hydrantentyp ist wartungsfrei, vandalensicher und verfügt über eine Sollbruchstelle, sodass er umgefahren werden kann, ohne
dass eine Wasserfontäne entsteht. Die Lieferfirma garantiert 20 Jahre einwandfreies Funktionieren. Bereits sind mehr als 20 neue Hydranten verbaut. Die Angehörigen der Feuerwehr St.Gallen werden noch im Jahr 2007 mit
der einfachen Bedienung vertraut gemacht.
Melchior Rüdlinger
Ein Buch und vier Anlässe
für vier Zielgruppen
2009 feiern wir ein Doppeljubiläum: 150 Jahre
Rettungscorps und 100 Jahre Berufsfeuerwehr. Die Vorbereitungen haben begonnen.
Eine Festschrift soll auf Geschichte,
Gegenwart und Zukunft eingehen.
Am Freitag, 19. Juni 2009 ist der offizielle
Festanlass.
Am Samstag 20. Juni 2009 werden wir der
Bevölkerung der Stadt die Feuerwehr gestern
und heute zeigen, mit vielen interaktiven Vorführungen für Gross und Klein, mit einem
Feuerwehr-Corso aus alten und neuen Feuerwehrautos durch die Innenstadt, mit Gelegenheiten zu Gesprächen und Fachsimpeleien.
An jenem Samstag wird zudem die jährliche
Versammlung der Delegierten des Schweizerischen Feuerwehrverbandes in St.Gallen
stattfinden. Neben den fachspezifischen
Themen werden wir ihnen auch unsere Stadt
und unsere Feuerwehr zeigen.
Am 19./20 Juni stehen wir also alle im Einsatz. Die aktiven und ehemaligen Feuerwehrler und ihre Partnerinnen/Partner sollen aber
auch nicht zu kurz kommen. Am Samstagabend, 29. August 2009 wird das Rettungscorps zusammen mit der aktiven Feuerwehr
ein unvergessliches Fest feiern und andere
dafür arbeiten lassen.
Deshalb gilt für die ganze FWZSSG: Die Wochenenden vom 19./20. Juni 2009 und 29.
August 2009 müssen bereits heute leuchtend
rot in der Agenda eingetragen werden. Also
wenn irgendwie möglich: Keine Hochzeiten,
keine Familienfeste, keine Geburtstage,
keine Geburten: Einfach FWZSSG
und Rettungskorps!
Ich danke allen, die mithelfen unser Doppeljubiläum vielseitig und
attraktiv zu gestalten.
HP Schnüriger
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
4
Dateigröße
1 461 KB
Tags
1/--Seiten
melden