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Kämpfen wie Löwen in allen Teilen der Welt

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INTERNATIONAL
HILFE LC SÜDHARZ
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Kämpfen wie Löwen
in allen Teilen der Welt
Von Yvonne Schubert
I Lion Dr. Klaus Winter unterstützt Entwicklungsprojekte seit 30 Jahren
igentlich werden Löwen in Afrika ja gefürchtet - nicht aber diejenigen der Lions Clubs. Sie sind überall gerne gesehen, denn sie
kämpfen seit Jahrzehnten für notleidende Menschen in aller Welt.
Auch Dr. Klaus Winter, Zahnarzt und Lions-Mitglied aus Bad Lauterberg, engagiert sich seit langem in einer Vielzahl von Hilfsprojekten.
Das Club-Motto "Sieh Dich um und hilf!" ist auch nach über 30 Jahren
Mitgliedschaft keine leere Worthülse für ihn, sondern ein wichtiger
Bestandteil seiner Lebensphilosophie."Durch Lions habe ich gelernt,
über den alltäglichen Tellerrand hinaus zu schauen. Die ethischen
Grundsätze haben mich nachhaltig geprägt", sagt Winter.
Von der Welt hat er viel gesehen und mit Lions einiges bewegt:
Gerne erinnert er sich an Wohltätigkeitskonzerte zu Gunsten krebskranker Kinder und Flüchtlinge, an die Organisation des Weihnachtsmarktstandes in Bad Lauterberg oder die Tafel-Gründung in Osterode. Aber auch an die Spende von 300.000 Brillen an den LCWindhoek
in Namibia und den Aufbau eines Altenheims im indischen Goa denkt
er gerne zurück. "Über 30 Jahre Lions-Mitglied zu sein, ist für mich
eine Bereicherung an Herz und Verstand'; sagt der 66-Jährige.
Seit Mitte der 90-er Jahre ist er neben seiner Tätigkeit als niedergelassener Zahnarzt auch als Leiter der Stiftung Hilfswerk Deutscher
Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (HDZ) tätig, der er seit 1987
angehört. Die Hilfsorganisation finanziert sich ausschließlich aus
Spenden und leistet Projektarbeit auf nationaler und internationaler
Basis: Diese reicht von Soforthilfemaßnahmen für Katastrophengebiete wie Haiti, Pakistan,Japan oder Ostafrika über den Bauvon Schulen, Waisenhäusern, Sozialstationen und medizinischen Einrichtungen bis hin zur Versendung von 190 komplett ausgestatteten Zahnstationen. Auch den Bau von Wasseraufbereitungsanlagen in der
Dritten Welt unterstützt das Hilfswerk. Außerdem werden Einrich-
tungsgegenstände, Transportmittel, Schulbedarf und medizinisches
Gerät sowie Hilfseinrichtungen für Leprakranke finanziert.
Wofür das Geld der Spender ausgegeben wird, wägt das HDZ im
Vorfeld sehr genau ab. "Die finanziellen Mittel werden immer sehr
zielgerichtet eingesetzt, damit die Hilfe nicht verpufft, sondern nachhaltige Wirkung hat'; erläutert Winter. 2011 hat die Stiftung rund eine
Million Euro in 36 Projekte in Asien, Afrika, Südamerika und Europa
investiert. Einige konnten auch erst durch die aktive Unterstützung
von befreundeten Lions Clubs in die Tat umgesetzt werden. So zum
Beispiel der Bau einer neuen Zahnstation in der Lions-Augenklinik in
Kenias Landeshauptstadt NairobL"Eine komplette Praxis-Ausstattung
kostet in Kenia um die 8.000 Euro. Eine solche Ausrüstung konnte mit
Spenden mitteln direkt vor Ort gekauft werden", berichtet Winter.
Seither behandelt sein kenianischer Kollege und Lions-Mitglied,
Dr.Amisch Doshi, rund 50 Patienten pro Tag. Um diese Menschen kostenlos behandeln zu können, werden Überschüsse aus der Behandlung von Privatpatienten gebildet - ein Konzept, das funktioniert.
Eine Autostunde von Nairobi entfernt liegen Juja und Thika. Hier
befinden sich weitere gemeinsame Projekte, die zusammen mit dem
Distrikt 111-BN und seinem Governor, Dr. Günter H. Vitzthum, realisiert werden konnten. Dorthin reisten Dr. KlausWinter und sein Nürnberger Kollege Dr. Paul Festl, um sich mit den Verantwortlichen vor
Ort zu treffen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die endgültigen
Planungen, die Finanzierung und die Fertigstellung des zu erweiternden Klinikgebäudes für das St. Mulumba Hospital in Thika. Der finanzielle Kraftakt ist enorm. Allein die HDZ-Kosten dieses Projekts belaufen sich auf über 300.000 Euro. Inneneinrichtung, Verbrennungsofen,
Termitenbekämpfung und Außengestaltung sind darin noch nicht
enthalten .
Lions-Haus im Waisendorf St.Mary's Children's Home of Dominican sisters.
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LlON Februar
2012
Offizielle Übergabe der Zahnstation, in der Mitte Dr. Klaus Winter.
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INTERNATIONAL
Deutlich ist die Freude über die Hilfe in den Gesichtern zu erkennen: Dr. Klaus Winter mit Waisenkindern in Juja/Kenia.
Die Besichtigung der Primary School in "Juja Farm'; die das HDZ
allein in den vergangenen Jahren für 700 Schüler errichten ließ,
schloss sich an. Und auch im Waisendorf St. Mary's Children's Home,
wo eines der acht errichteten Familienhäuser den Namen des HDZ
und eines den Namen der Lions trägt, konnte sich das Team aus
Deutschland vom Erfolg der Einrichtung überzeugen. Das Dr. Festl
Wazzee-Home, ein Altenheim, überzeugte vor allem durch seine autarke Bewirtschaftung. "Die eigenständige Hühnerhaltung liefert täglich rund 200 Eier für die Kinder- und Waisenheime", erläutert Winter.
"Der Gemüseanbau, bewässert durch den eigenen Brunnen, sowie
eine eigene Bäckerei bringen genau die Hilfe zur Selbsthilfe, die wir in
solchen Entwicklungsländern brauchen."
Eine andere "Front", an der Winter mit seiner Stiftung kämpft, ist
Somalia. Die Bilder von verzweifelten Müttern, die ihre sterbenden
Kinder auf dem Arm tragen, sind hierzulande längst aus den Nachrichten verschwunden, doch noch immer leiden mehr als zwölf Millionen Menschen unter der unbeschreiblichen Dürre am Horn von Afrika. In der Hoffnung auf Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung
und ein provisorisches Dach über dem Kopf zieht es weiterhin viele
hungernde Menschen in die Nachbarländer, zum Beispiel nach Kenia.
Viele von ihnen erreichen ihr Ziel nicht, aber diejenigen, die es
schaffen, die Ödnis zu überleben und die Grenze zum Nachbarland zu
passieren, werden von den Salesianern Don Boscos in Empfang
genommen. Die Ordensbrüder und -schwestern sind seit vielen Jahren im Norden Kenias tätig. Gemeinsam mit dem HDZ und anderen
Spendern versuchen sie, das Unmögliche möglich zu machen: noch
mehr Menschen in den zur Verfügung stehenden Flüchtlingslagern
unterzubringen und zu versorgen - für wie lange, weiß niemand.
"Wohin sollen sie gehen? Sie haben alles verloren'; sagt Dr.Winter.
Im August drohte die Situation phasenweise außer Kontrolle zu
geraten. "Es starben viele Menschen, und täglich wurden es mehr",
erzählt Salesianer Pater Tharaniyil, der die Nothilfemaßnahmen vor
Ort koordiniert. "Inzwischen hat sich die Situation etwas entschärft,
aber die Stimmung ist noch immer angespannt und verzweifelt."
Bis Oktober war die Zahl an Flüchtlingen in den Lagern Dadaab
und Kakuma im Norden Kenias auf 500.000 angestiegen. Ursprünglich waren diese für 40.000 Menschen konzipiert. "Dass es dennoch
gelang, den Überblick zu behalten, war eine organisatorische Glanzleistung", so Winter. Unterstützt wurden die Hilfsmaßnahmen der
Salesianer mit rund 90.000 Euro, die das HDZ zur Verfügung stellte.
Weitere Maßnahmen sind geplant, und als der eines echten "Löwen" ist
der Enthusiasmus von Dr. Klaus Winter noch lange nicht erschöpft:
"Hilfswerke können nicht das Elend der ganzen Welt besiegen'; sagt er,
"doch viele Menschen, die kleine Schritte tun, können das Gesicht der
Welt verändern." Mit diesen Worten startet er in ein neues Jahr, von
dem niemand weiß, was es bringen wird. Zu befürchten ist aber, dass
Umweltverschmutzung, Ressourcen-Raubbau und Klimawandel die
Natur weiter an ihre Grenzen bringen und neue Katastrophen auslösen.
Um auch dann wieder helfen zu können, ist das HDZ auf die
Unterstützung angewiesen. "Ein großes Dankeschön an alle, die mich
bis hierher unterstützt haben! Die Arbeit lohnt sich! Bleiben Sie an
meiner Seite!", so dankt Winter allen Spendern. HDZ-Spendenkonto:
0004444000 (BLZ300 606 01) Apo-Bank, Hannover; www.hilfswerk-z.
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LlON Februar
2012
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