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schmackhafte Eichsfelder Küche
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Reisegesellschaften herzlich willkommen
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Ritteressen wie im Mittelalter
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Wurst- und Hausschlachtemuseum
Film über die traditionelle Eichsfelder
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Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
241
„Es ist der Stock, der manchem fehlt!“
175 Jahre Stockmacher in Lindewerra
von Josef Keppler
Auch wenn es heute nicht mehr üblich ist, auf
Spaziergängen oder beim Promenieren durch
Großstadtstraßen einen „Gehstock“ mitzuführen, wie das noch vor einigen Jahrzehnten selbstverständlich war, als der Stock als
Prestige- und Zierobjekt, Statussymbol und
Stütze für den „rechten“ Mann galt, genießt
das kleine Eichsfelddorf Lindewerra noch immer einen ungewöhnlichen Bekanntheitsgrad,
der vor allem aus dem selten gewordenen
Handwerkszweig der Stockmacher resultiert.
Mit dem Titel „Lindewerra, das Stockmacherdorf Deutschlands“ werben Heimatverein und
Gemeinde, Stockmacher und Gastronomen
erfolgreich für einen Besuch des Ortes im
eichsfeldisch-hessischen Werraland, obwohl
gegenwärtig nur noch in drei Werkstätten Stöcke und Schirmgriffe produziert werden.
Wilhelm Ludwig Wagner
Vor exakt 175 Jahren begann die Geschichte
der Stockherstellung in dem Dörfchen 300
Meter unterhalb der Teufelskanzel, als im
frühen Sommer 1836 der knapp 30-jährige
Wilhelm Ludwig Wagner (1809-1864) nach
Lindewerra kam. Er hatte in der väterlichen
Werkstatt in Eddigehausen nahe Göttingen
die Kunst der Stockherstellung erlernt und sich darin
so fleißig geübt, dass er über
ausreichende handwerkliche
Fertigkeiten und geschäftliche
Kenntnisse verfügte, um allein
tätig zu werden. Abrupt verließ
er seinen Heimatort und wechselte vom Königreich Hannover ins benachbarte preußische Eichsfeld.
Ortswechsel hatte allerdings wohl recht private Gründe, die das Kirchenbuch in Eddigehausen nach Eintrag der Geburt eines Sohnes
der Charlotte Ahlborn im November 1836 mit
einem Randvermerk des Pfarrers preisgibt:
„Als Vater zu diesem Kind hat sich bekannt
Wilhelm Wagner, Sohn des hiesigen Stockfabrikanten Wagner, nachdem die Sache gerichtlich ausgeklagt worden.“2
Dass Wagner Lindewerra als neuen Wohnsitz
auserkor, war aber vor allem auf sehr materielle Beweggründe zurückzuführen: In den Waldungen in Lindewerras unmittelbarer Umgebung entdeckte Wagner das Rohmaterial, das
er für die Stockherstellung benötigte, denn an
den Berghängen wuchsen fast ausschließlich
Eichen, deren Rinde nach dem „Loheschälen“ in den Gerbereien Verwendung fand. Die
unerwünschten neuen Eichentriebe, die den
Baumstümpfen entsprossen und etwa alle vier
Jahre entfernt und verbrannt wurden, überließ man dem Neuankömmling gern. Gewiss
sah man ihm zunächst skeptisch bei seinem
neuartigen Tun zu, bis man zuerst mit ihm gemeinsam und später auf eigene Faust selbst
„Stöcke machte“.
Sein plötzliches Erscheinen
in Lindewerra brachte zahlreiche Gerüchte in Umlauf, von
denen die kuriosesten noch
heute gern erzählt werden.
Man sagte Wagner Wilderei
und Gotteslästerung in sei- Abb. 1: Die Stockmacher Karl Nebeling und Karl Söder 1936
nem Heimatdorf nach.1 Sein beim Richten der Stöcke.
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
wie das Richten des Stockes, das Scheuern,
Schleifen, Trocknen u. a. mittels historischer
Arbeitsgeräte und Werkzeuge, aber auch
die Präsentation alter und besonderer sowie
neuer gewöhnlicher oder exquisiter Stöcke
gewähren einen Einblick in das Allgemeine
und Besondere des Stockmacherhandwerks.
Eine Volksweisheit, die eine Wand der Arbeitsstube ziert, lässt jedem Besucher die
freie Wahl einer persönlichen Interpretation:
„Es ist der Stock, der manchem fehlt!“ Seit
Gründung des Heimatvereins des Stockmacherdorfes Lindewerra im Jahr 1995 wurden lt.
Stand vom 31.12.2010 von dessen Mitgliedern
77.625 Gäste durch das Stockmachermuseum geführt.
Die 160-jährige Existenz des Stockmacherhandwerks in Lindewerra wurde im September des Jahres 1996 nicht nur mit einem Museumsfest gefeiert, sondern am Hirtenrasen
mit der Enthüllung eines Gedenksteines auch
ehrend des Begründers des Stockmacherhandwerks, Wilhelm Ludwig Wagner, gedacht,
dem es immerhin zu verdanken ist, dass die
wirtschaftliche Entwicklung des kleinen Werradörfchens etwas anders, vielleicht ein wenig
günstiger verlief, als es in anderen Eichsfelddörfern der Fall war.
Eine große deutsche Illustrierte veröffentlichte
1993 mit Blick auf das seltene Handwerk ein
doppelseitiges Foto von Stockmachern aus
Lindewerra und kommentierte werbend: „Der
245
deutsche Wandersmann stützt sich auf einen
Wanderstock aus Lindewerra.“9
Zum 175-jährigen Stockmacherjubiläum in
Lindewerra gibt es im Juli ein „Backofenfest“
im Stockmachermuseum, bei dem der traditionelle Stockmacherbackofen nicht zum
Stöcketrocknen, sondern zum Backen und
Garen von Schmand- und Zwiebelkuchen,
Bauernbrot sowie diversen köstlichen Braten
genutzt wird.
Anmerkungen
1
Vgl. Gresky, Wolfgang: Das Stockmacherhandwerk
von Lindewerra - von einem Eddigehäuser begründet. In: Göttinger Monatsblätter, Juli 1980, S. 12.
2
Kirchenbuch von Eddigehausen: Einträge des Pastors G. Laubinger für den 21. November 1836 und
vom 1. April 1838.
3
Vgl. auch Keppler, Josef: Schnurren aus Schelmenrode. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift 53 (2009),
Hefte 3, 5, 7/8 und 10.
4
Wussow, Alexander von: Statistische und sonstige
Verhältnisse des Heiligenstädter Kreises. Heiligenstadt 1860, S. 55.
5
Vgl. Pieper, Kurt; Rühe Adolf: Die Stockmacherei
als Hausgewerbe im Werra-Leine-Gebiet. Göttingen
1935.
6
Vgl. Schröder, Edward: Die Stockmacher von Lindewerra. In: Unser Eichsfeld 32 (1937), S. 18.
7
Für diese und zahlreiche andere Daten und Fakten
danke ich Stockmachermeister Heinz Sippel herzlich.
8
Adreßbuch des Landkreises Worbis (Eichsfeld).
Ausgabe 1948, Weimar 1948, S. 485 ff.
9
Die Stockmacher. In: Stern, Ausgabe 29/1993, S.
50/51.
Ein Kleinod der Natur und menschlichen Fleißes
Der Dingelstädter Riethpark wird 100 Jahre
von Ewald Holbein
Es gibt wohl kein Fleckchen in der Dingelstädter Flur, welches von den Einwohnern
des Städtchens öfter aufgesucht wird als der
Riethpark. Das beginnt schon in frühester
Kindheit. Kaum haben die Kleinen die Frage
gestellt, wo sie eigentlich herkommen, erzählen ihnen die Eltern oder Großeltern die
Geschichte vom Klapperstorch, der die Babys aus dem Rieth holt. Wenn sie dann noch
erfahren, dass ein Zuckerstein, den man am
Sauerbrunnen im Rieth ablegt, ihnen bald zu
einer kleinen Schwester oder einem Brüderchen verhelfen kann, fehlt der Zuckerstein
wohl bei keinem Sonntagsspaziergang ins
Rieth. So war es jedenfalls noch in meiner
Kindheit!
War man dann etwas größer, gab es wohl
keinen schöneren Abenteuerspielplatz als
das Rieth mit dem angrenzenden Kerbschen
Berg und dem Eschengraben, um die Natur
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Bernshausen präsentiert Dorfgeschichte
zur 1175-Jahrfeier
Am Pfingstsonntag
präsentierte die Seegemeinde Bernshausen weit mehr als
5000 Besuchern aus
der Region und den
Nachbarkreisen eine
echte Dorfidylle aus
restaurierten Fachwerkhäusern, historischen Ausstellungen,
Handwerkskunst,
gastlichen Hofschänken und Cafés mit
dem Flair der guten,
alten Zeit.
Fotos:
Hans-Jürgen Kasulke
und Jürgen Bach
Der Hochzeitszug.
Vorbereitungen zum Fest: Einkleiden mit der alten Tracht.
249
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
251
775 Jahre Eichstruth
Kleinste Gemeinde Thüringens feiert Jubiläum
von Torsten W. Müller
Die flächenmäßig kleinste Gemeinde des
Freistaates Thüringen ist Eichstruth im Eichsfeld. Auf 1,3 Quadratkilometern leben hier 90
Menschen. In diesem Jahr wird das Dorf seine urkundliche Ersterwähnung vor 775 Jahren zusammen mit dem Kirchweihfest der
Gemeinde festlich begehen.
Der Ort entstand wahrscheinlich in der Zeit
ab 1000 in der dritten Siedlungsperiode des
Eichsfeldes. Der Ortsname leitet sich von
einem Flurnamen ab, da das Dorf vermutlich
in einem mit Eichen bestandenen sumpfigen
Gelände angelegt wurde.1
Seine Ersterwähnung führt Eichstruth auf
eine Urkunde zurück, die im Hessischen
Staatsarchiv Marburg aufbewahrt wird. Darin
übertrug der Mainzer Erzbischof Siegfried III.
am 1. Januar 1236 dem Zisterzienserkloster
Marienfeld im Münsterland den Zehnten zu
Witzenhausen und Karmannshausen, mit
denen bisher die Brüder Dietrich Vitztum von
Rusteberg und Heidenreich von Hanstein belehnt waren. Als „Entschädigung“ belehnte er
die Brüder dafür mit dem Dorf Eichstruth, dem
Zehnten zu Mackenrode sowie Zinsfrüchten
zu Nesselröden und Langenhagen.2
1323 verkaufte Vitztum Heinrich von Hanstein
auf Rusteberg dem Erzbistum Mainz seine
Hälfte des Dorfes Eichstruth mit der Hälfte des
Zehnten. Jedoch müssen die Hansteiner diese
Hälfte bald zurückerworben haben, da das Dorf
in Folge stets zum Gericht Hanstein gehörte.3
Von 1236 an war Eichstruth also über 600
Jahre mit dem Adelsgeschlecht von Hanstein
Abb. 1: Schriftzug aus der Urkunde vom
1.1.1236. Erstmals wird Eichstruth hier als „villam Ecstrod“ erwähnt. Foto: StA Marburg: Urk.
35, 1236 Jan. 1 (Ausschnitt).
verbunden. Die Herren von Hanstein verfügten
nicht nur über die Zins- und Lehnsgerechtsame, sondern auch über die Gerichtsbarkeit und
den Blutbann. Außerdem waren sie Inhaber
des kirchlichen Patronats, hatten also bei zu
besetzenden Pfarrstellen das Recht der Präsentation eines neuen Geistlichen (Vorschlagsrecht).4 In den Stürmen der Reformation waren
die Dorfbewohner deshalb etwa 75 Jahre lang
protestantisch geworden, aber von 1623 an
gehören die Eichstruther wieder zur römischkatholischen Kirche. Der Katholikenanteil der
Einwohner beträgt noch heute 96 %.
Die Allerheiligen-Kirche im Zentrum des
Dorfes wurde 1811 bis 1812 aus Sandsteinquadern erbaut. Das Innere schmücken ein
Barockaltar von 1770, eine Kanzel aus dem
16. Jahrhundert und die Aposteldarstellungen
der Kassettendecke von 1928. In der Nacht
zum 25. Juli 1991 zerstörte ein Brand Teile
der Inneneinrichtung. An religiösen Darstellungen befinden sich im äußeren Bereich der
Gemeinde: eine Lourdesgrotte (1914 erbaut),
ein Friedhofskreuz (1803 geschaffen), zwei
Bildstöcke (um 1890), eine Bonifatius-Stele
(wohl um 1750) und ein Flurkreuz (1955). Bis
1799 war Eichstruth eine Filiale der Pfarrei
Wüstheuterode, wurde aber in jenem Jahr der
neu gegründeten Pfarrei Mackenrode zugeordnet. Seit 2005 gehört der Ort in kirchlicher
Hinsicht wieder zu Wüstheuterode.5
Eine eigene Schule besaßen die Eichstruther
lange Zeit nicht, im Pfarrdorf Wüstheuterode
unterrichtete der Küster auch die Kinder aus
den Filialorten. 1771 stellte die Kirche Mittel
zur Verfügung, um einen Lehrer einzusetzen, jedoch verzichteten die Eichstruther und
wollten ihre Kinder lieber nach Mackenrode
in die dort errichtete einklassige Volksschule
schicken. Bis 1835 besuchten die Kinder aus
Eichstruth die Mackenröder Schule; schließlich wurde 1835 eine eigene Volksschule im
90-Seelen-Dorf eingerichtet.6 Im Herbst 1947
kam es zu einer Zusammenlegung der einklassigen Schulen der Nachbardörfer Mackenrode und Eichstruth; in beiden Orten
wurde bis 1975 unterrichtet.
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
253
100 Jahre Kindergarten Hüpstedt
von Edgar Rademacher
Im Mai dieses Jahres feierte der katholische
Kindergarten in Hüpstedt sein hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass soll hier ein
Blick in die Geschichte dieser segensreichen
Einrichtung geworfen werden. Zunächst sei
vorangestellt, dass der Kindergarten damals
nicht als eigenständige Einrichtung, sondern
als eine von drei Säulen der 1910 hier eingerichteten Niederlassung der Schwestern der
christlichen Schulen von der Barmherzigkeit,
kurz Heiligenstädter Schulschwestern, zu
verstehen ist.
Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
an bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges
ist im Eichsfeld die Gründung von zahlreichen
Schwestern-Niederlassungen verschiedener
Kongregationen zu beobachten. Rund zwei
Dutzend Kongregationen (Heiligenstädter
Schulschwestern, Graue Schwestern von der
hl. Elisabeth, Franziskanerinnen und Vinzentinerinnen verschiedener Mutterhäuser und andere) entwickelten in rund 90 Niederlassungen
im Eichsfeld ein reges karitatives Wirken. Sie
widmeten sich hauptsächlich der Kranken- und
Altenpflege, der Kinderbetreuung (Kindergärten und -heime) sowie der hauswirtschaftlichen Unterweisung junger Mädchen.
Auch in Hüpstedt wurde um die Jahrhundertwende der Wunsch nach einer solchen Niederlassung laut. Es ergab sich hier, dass der
alleinstehende Bauer Josef Ifland bereit war,
sein Gerechtigkeitshaus Nr. 42a im Oberdorf
mit zugehörigem Ackerland für einen solchen
Zweck zur Verfügung zu stellen. Mit einem
Vertrag vom 17. Oktober 1908 und seinem
Letzten Willen vom 7. Juli 1909 übertrug
Ifland sein Haus und Land der Kirchengemeinde. Allerdings war diese Stiftung nicht
ganz selbstlos. Ifland ließ sich bis zu seinem
Lebensende von den Schwestern versorgen
und pflegen. Er starb am 1. März 1921 als
ältester Mann der Gemeinde mit 87 Jahren.
Ortspfarrer Augustin Schwanstecher ließ das
Haus vom örtlichen Maurermeister Kaltwasser renovieren und kümmerte sich um die
innere Ausstattung für den künftigen Zweck.
Ende Juli 1910 war es so weit, dass die ersten
drei Schulschwestern einziehen konnten. Erste Oberin war Sr. Leontine (Johanna Konradi
aus Westhausen), die hier von 1910 bis 1920
und nochmals von 1921 bis 1936 tätig war.
Mit ihr kamen Sr. Hildegundis (aus Westfalen
gebürtig) und Sr. Amanda (Anna Backhaus
aus Marth). Diese leitete über Jahrzehnte
den Kindergarten in Hüpstedt, war sehr beliebt und konnte hier am 10. August 1957 ihr
goldenes Ordensjubiläum feiern.
Schon am 10. August 1910 wurde die sogenannte Kleinkinderverwahranstalt eröffnet.
Da Pfarrer Schwanstecher schwer erkrankt
war, konnte das neue Schwesternhaus zunächst nicht gebührend eingeweiht werden.
Das erfolgte im darauffolgenden Frühjahr
durch Schwanstechers Nachfolger, Pfarrer
Ignaz Vocke. Pfarrer Schwanstecher war am
19. Dezember 1910 verstorben.
Am Josefstage (19. März) 1911 begab sich eine
Prozession mit Gesang von der Kirche zum
Schwesternhause, wo die neue Einrichtung
unter dem Namen „St. Josephshaus“ feierlich
eingeweiht wurde. Anschließend ging die Prozession zurück zur Kirche, wo der Pfarrer eine
Festandacht mit Ansprache folgen ließ. Den hl.
Josef als Schutzpatron hatten sich mehr als 20
Schwesternhäuser der verschiedensten Kongregationen im Eichsfeld auserkoren.
Neben dem Kindergarten wurde die ambulante Krankenpflege (Gemeindeschwester)
von den Bewohnerinnen des Schwesternhauses bis zum 1. Juni 1986 wahrgenommen. Tag und Nacht fanden hier Hilfesuchende eine offene Tür. Die Anleitung junger
Mädchen in hauswirtschaftlichen Tätigkeiten
wurde anfangs ebenfalls mit großem Eifer
betrieben, doch der Bedarf ging im Laufe der
Zeit zurück.
Nach 88 Jahren segensreichen Wirkens
schloss das St.-Josephshaus im Dezember
1998 seine Pforten, Grund dafür waren vor
allem Nachwuchssorgen im Orden.
Der Kindergarten wurde darüber hinaus noch
vier weitere Jahre von der Ordensschwester
Regina Maria geleitet. Zu diesem Zwecke
256
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Aus den Lebenserinnerungen der
Freifrau Gertrud von Minnigerode (3. Teil)
mitgeteilt von Gerhard Rexhausen
In ihren umfangreichen Lebenserinnerungen
übermittelt Gertrud von Minnigerode unter
anderem ein anschauliches Bild des Hauses
„Auf dem Wall“ und die damaligen Lebensumstände in Gieboldehausen (Fortsetzung
aus Heft 6/2011):
„Für spätere Leser,
die nach uns vielleicht
die Schrift zur Hand
nehmen und manches
nicht begreiflich finden
würden, füge ich noch
folgendes hinzu:
Auf die Frage, wie war
es möglich in den 30er
bis Mitte der 40er JahFreifrau Gertrud von re des 19. JahrhunMinnigerode (1879- derts mit so wenigem
1970).
anständig zu leben,
bemerke ich, dass es allerdings einer festen,
tätigen Hand bedurfte, die alles im Haushalt
leitete, und die war in Tante Minna vorhanden. Dann waren alle für einfache Sitten
eingenommen und von dem festen Willen
beseelt, dass man allein durch Sparsamkeit
wieder zu besserer Lebenslage kommen könne. Das Leben auf dem Lande machte dies
natürlich leichter, als anderwärts es gewesen wäre, wo sogenannte gesellschaftliche
Pflichten herangetreten wären, und diesen
hielt man sich möglichst fern und tat nur das
Allernotwendigste. Außerdem war auswärtiger Verkehr erschwert, Eisenbahnen noch
der Zukunft vorbehalten, die Post noch nicht
einmal täglich gehend. Zeitungen und das
Duderstädter Wochenblatt brachten wenige
und magere Nachrichten, es passierte nichts
und lockte auch nichts nach der Außenwelt.
Die Hauptstadt des Landes Hannover, erschien als Bild der Größe. Nötige Einkäufe
wurden in Duderstadt oder Göttingen besorgt, wohin man zu Fuß oder mit Geschirr
(Fuhrwerk) gelangte, welches letztere erst
gemietet werden musste. Die Damen mach-
ten viel feine Handarbeit und lasen die bekannten Klassiker oder jährlich erscheinende
feinere Kalender oder die englischen und
amerikanischen Romane von Walter Scott
und Bulver und Cooper. Ganz einzeln besprach man bessere, neue deutsche prosaische Werke. Tante Minna konnte ihrer Augen
wegen abends nicht lesen und bei Tage hatte
oder nahm sie sich nicht die Zeit dazu. In Gesellschaften mit Damen (Kaffee, Tee), wurde oft Boston (Karten) gespielt oder „Bester
Bube“. Dabei gab es nur selbstgebackenes
Gebäck oder Kuchen.
Exklusiv waren die Großeltern gar nicht, in
Nachmittags-Kaffee-Gesellschaften sah
ich auch ab und an bäuerlichen Staat. Die
Moden der Damen waren noch einfach: 2
seidene Kleider – eins schwarz, eins braun
oder grau, gemacht vom Nähmädchen aus
dem Ort oder der Umgegend, die Essen
und täglich 25 Pf. erhielten. Die später viel
verlangte Frau Schlosser Conradi hatte als
Kindermädchen bei Anna und Luise hier in
Gieboldehausen bei Onkel August gedient,
konnte etwas weißnähen, das Schneidern
lernte sie vom Zusehen und arbeitete nachher gut; nach Muster schneidern konnte sie
freilich nicht, sie arbeitete nach Anpassen,
bis es gut saß.
Häkeln taten die Damen viel, Spitzen, feine Kragen, Handschuhe ohne Finger, auf
die die Großmutter sehr hielt. Wechselnde
Moden in Mänteln gab es nicht, man hatte
einen Mantel zum Ausgehen, der wurde getragen, solange er hielt. Für ganz „extra“ war
noch ein seidener da, der aber nie geändert
wurde, höchstens gewendet. Das Schuhwerk
wurde in Duderstadt oder Northeim gemacht,
Schuster Huch im letzteren Orte war weithin
als Damenschuster bekannt. Die Ballkleider
der jungen Damen waren nur aus weißem,
waschechten Stoff, und vorkommende Änderungen bestanden höchstens mal in einem
neuen Bande oder einer Schärpe, das Kleid
an sich blieb, wie es war. Die Ärmel waren
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
259
Zur Heiligenstädter Münzgeschichte
von Heino Richard
Im Mittelalter gab es in Deutschland viele
Münzstätten, die mit Genehmigung und im
Auftrag ihres Landesherrn betrieben wurden.
Aus Urkunden und durch Münzfunde belegt
sind uns heute die Prägestätten Gerode
(Münzstätte des Klosters Gerode), Heiligenstadt (Münzstätte der Erzbischöfe von Mainz,
Worbis (Münzstätte der Grafen von Beichlingen) und wohl auch Beuren (Münzstätte der
Grafen von Beichlingen)1 bekannt. Nach 1300
existierte nur noch die Münzstätte der Mainzer Erzbischöfe in Heiligenstadt.
Ab 1200 gibt es Brakteaten, lateinisch für:
dünnes Blech, Münzen des Mittelalters, die
aus sehr dünnen Blechen mit nur einseitiger
Prägung geschlagen wurden. Seit dem 14.
Jahrhundert bezeichnete man diese Blechmünzen auch als Hohlpfennige2, die aus der
Münzstätte Heiligenstadt hervorgingen. Man
lehnte sich an die Münzbilder der benachbarten Territorien an. So entstanden die Heiligenstädter Reiterbrakteaten. Reiterbrakteaten
wurden zuerst von den Thüringer Landgrafen
um die Mitte des 12. Jahrhunderts in Eisenach und dann in Gotha geprägt. Sie wurden
von vielen Münzberechtigten in Thüringen
und Hessen, so auch von der Reichsmünze in Mühlhausen, nachgeahmt.3 Es ist kein
Wunder, dass sich auch die Münzstätte Heiligenstadt diesem Typ anschloss. Ihre Münzen
zeigen einen Reiter, der durch eine Mitra als
Geistlicher kenntlich gemacht ist, und verschiedene Beizeichen. Die Darstellung des
H eili g en st äd ter
Stadtsiegels aus
dem 13. Jahrhundert ähnelt dem
Bild dieser Münzen.4
Brakteaten dieser
Art wurden in Heiligenstadt bis etwa
Abb. 1: Altes Stadtwappen 1250/60 geprägt.
von Heiligenstadt, Kupfer- Danach ist für eine
längere Zeit keistich aus dem 17. Jh.
ne Münztätigkeit
Archiv Heino Richard.
nachzuweisen. Erst 1399 finden wir wieder
eindeutige Nachrichten über die Münzstädte
Heiligenstadt.5
In einer alten umfangreichen Handschrift fand
ich den folgenden Aufsatz zur Münzgeschichte von Heiligenstadt. Dieser ist in deutscher
Handschrift von mindestens zwei Personen
verfasst worden. Dieses Werk basiert im
Wesentlichen auf Johann Wolfs „Politischer
Geschichte des Eichsfeldes“ und seiner „Geschichte der Stadt Heiligenstadt“. Unterstrichene Worte sind im Originaltext auch unterstrichen. Die Nummerierung der Anmerkungen wurde von mir vorgenommen. Im Original
wurden nur Anführungszeichen gesetzt. Die
Anmerkungen sind teilweise unvollständig.
So wurden nicht alle Verweise auf gedruckte
Urkundenbücher mit den detaillierten Angaben gebracht. Die zitierte Literatur wurde zur
Verdeutlichung bibliografisch ergänzt.
Münzwesen
„In Ansehung das beim Handel und bei anderen Geschäften üblichen Geldes kommen
nun verschiedene neue Ausdrücke vor. Man
liest häufig in den hiesigen Urkunden: Ponderis, valoris et warandia Heiligenstadiensis,
Heiligenstädter Gewichtes Wisse, Witte und
Währung,6 um dadurch den eigentlichen Wert
des Geldes zu bestimmen, womit man gezahlt
hatte oder zahlen wollte, ob nämlich die Mark
15, 14 oder 12 löthig sei, und wie viel Schillinge dafür gerechnet werden. Denn hierin wich
nicht nur eine Münzstätte von der anderen
ab, sondern eben dieselbe blieb sich nicht
immer gleich. Den Zeitgenossen war die jedesmalige Markwährung hinlänglich bekannt,
uns aber, die wir die alten Münzverordnungen nicht mehr haben, ist sie dunkel. Eine
einzige Nachricht von den Heiligenstädter
Marken steht noch in einem alten Stadtbuche
so verzeichnet: Anno1372 was da vor Mark
verschrieben sind, das sind alte Marke, und
was sieder uf Markzahl verschrieben ist, nach
dato dieser Schrift, das redet man von neue
262
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
anstelle dessen den vereinbarten Pacht. Aus
der Heiligenstädtischen Münze empfingen die
von Bülzingslöwen jährlich eine Mark, womit
sie belehnt waren.36
2
3
Joachim.I.Fr, Neueröffnetes Groschenkabinett,
Leipzig 1749-1753.
19
S. 163 u 164.
20
S. 70.
21
S. 76.
22
S. 77.
Lauerwald, Paul: Zur Münz und Geldgeschichte des
Eichsfeldes, Sonderausgabe der Eichsfelder Heimathefte 1976 sowie weitere Arbeiten von ihm zur
eichsfeldischen Münzgeschichte. Besonderer Dank
gilt Paul Lauerwald, der mir mit seiner Fachkompetenz beratend zu Seite stand.
23
Urkb. N.
Anmerkungen
1
18
24
von Praun S.91-92.
25
ebenda S. 112.
26
Anno 1446 galt der Gulden drittehalb Schock alten
Groschen. Aus einem alten Stadtbuche.
http://www.muenztreff.de/lexikon/b/brakteaten.php
27
II. B. polit. Gesch. des Eichsf. S.167.
Suhle, Artur: Deutsche Münz und Geldgeschichte
von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert. Berlin
1964, S.113.
28
Urkb. zum II.B.N LXVI.
29
Art. 93 94 108 160.
30
4
Lauerwald: Anmerkung 1, S.70.
Urkb. N.
31
5
Ebd. S. 70 f.
ebenda. N
32
6
Urkb.
7
auch den 45 Art. des Einworts.
Reuter: Albansgulden oder Geschichte … S. 148
(Johann Georg Reuter, Albansgulden oder Geschichte … Mainz 1790).
8
II B. polit. Gesch. des Eichsf., S. 165.
33
9
Ohne Angabe.
Döderlin de Numis germanes mediae p.243 (Doederlini Comment. De nummis Germaniae mediae
Nürnberg 1792).
34
ebenda S.149.
35
Eine Mark hält 16 Loth, ein Loth 4 Que, ein Quentchen 4 Sz, ein Sechtzenteil 16 Es. (Esgen), ein
Merksatz aus dem Rechenheft meines damals
17-jährigen Ururgroßvaters Deuna 1804
36
Wolf/Löffler: Politische Geschichte des Eichsfeldes.
Duderstadt 1921, S 232.
10
Würdtwein: Diplomat Mogunt. T.II.p.240.
11
Ibid. p.339. (ibid. Abkürzung für „Ibidum“ ist identisch mit „ebenda“ , p Abkürzung für „pagina“ Seite).
12
Ohne Angabe.
13
Urkb. zum II.B.N.LV.
14
Scheid God. Diplom p.703.
15
II. B. pol. Gesch. des Eichsf., S.165.
v. Praun S. 91 (vermutl. v. Praun, Nachrichten von
dem Münzwesen insgemein, Göttingen 1739).
Würdtwein c.c.
16
17
* Anmerkungen 6 bis 35 entsprechen den Anmerkungen im Originaltext mit Berichtigungen (kursiv),
ergänzt von Paul Lauerwald.
Wie die Eichsfelder Straßen zu ihren Namen kommen
von Heribert Reinhardt
Erste Folge: Straßennamen in Niedersachsen
Im Untereichsfeld gibt es Hunderte von Straßen. Die Grundwörter sind vielfältig. Sie reichen von Straße über Gasse, Weg, Platz,
Allee und Ring bis zur Stätte.
faches Geschäft der laufenden Verwaltung“.
Es muss die Zustimmung des jeweiligen
Gemeinderates oder eines beschließenden
Ausschusses vorliegen.
Wer bestimmt eigentlich, wie eine Straße heißen soll? Darüber gibt es in Niedersachsen
kein eigenes Gesetz. Die Entscheidung liegt
bei den Gemeinden. Das Recht, eine Straße
oder einen Platz zu benennen, ist kein „ein-
Die Bewohner einer Straße haben keinen
Rechtsanspruch auf einen bestimmten Straßennamen. Sie haben jedoch einen Anspruch
auf fehlerfreie Ermessensausübung der jeweiligen Gemeinde. An erster Stelle dient eine
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Straßenbezeichnung dazu, das Auffinden der
anliegenden Gebäude und Einrichtungen zu
ermöglichen für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste ebenso wie für Besucher. Auch
für das Pass- und Meldewesen ist es wichtig, dass Straßen einen Namen und Häuser
Hausnummern haben. Die Umsetzung erfolgt
durch den Fachbereich 4 Bauen und Wohnen
der Gemeinden, allgemein eher als Bauamt
bekannt. Liegen alle Voraussetzungen für die
Benennung einer Straße vor, stellt der Bauhof
der jeweiligen Gemeinde die neuen Straßenschilder auf.
263
Natürlich gehen auch die eichsfeldischen
Straßennamen weit über das nur Verwaltungsmäßige hinaus. Sie können Geschichte erzählen, aber auch Geschichten. Sie erinnern an Persönlichkeiten der Region und
ehemals deutsche Städte (Königsberger
Straße in Duderstadt). Sie weisen aber auch
auf Städte und Dörfer des Eichsfelds hin
(Heiligenstädter Straße). Straßennamen, die
mit großgeschriebenen Präpositionen (Am,
Bei, Über, Zum) beginnen, erinnern oft an
Flurbezeichnungen oder historische Stätten,
wie„Am Sulberg“ oder „Auf der Heerstätte“.
Aus vergilbten Briefen: Eine gute Sense
eingesandt von Hubert Gunkel
Am 29. Mai 1959 schrieb Vater Hey aus Heuthen den folgenden Brief an seinen Sohn Klemens:
„… Ich hatte dir ja gestern erst geschrieben,
aber wenn man so eine gute Sense erhält,
dann muß man den Empfang auch sofort bestätigen. Heute mittag 12 Uhr kam das Prachtstück an. Über die Verpackung muß ich dir ein
100-prozentiges Lob aussprechen. Und was
nun kommt, darüber wirst du vielleicht lachen.
Als ich die Sense ausgepackt hatte und den
Namen Julius Kronenberg gelesen hatte, da
traten mir vor Freude die Tränen in die Augen,
denn dieser Name bürgt wirklich für Qualität.
Ich habe sie heute Nachmittag gleich gedengelt, habe eine ganze Stunde dazu gebraucht.
Wenn erstmal eine richtige Bahn vorhanden
ist, dauert es dann keine Stunde mehr. Ich
habe dann gegen Abend gleich ein Fuder
Grünfutter aus dem Bach geholt. Trotzdem
daß es sehr trocken war, Junge ich sage
dir, es ist die alte Firma noch, diese Sense
braucht nur das Gras zu riechen.
Mein lieber Klemens, du als Handwerker
kannst es nicht ermessen, was du mir mit dieser Sense ein Wertstück geschickt hast. Ich
will dir auch heute mal schreiben, wie es kam,
daß ich so auf diese Sensenmarke versessen
bin. Es war einige Jahre vor dem Kriege, damals kamen jedes Jahr Sensenhändler aus
dem Sauerland nach hier; nachdem ich zuvor
innerhalb einiger Jahre folgende gute Marken-
sensen mir zugelegt hatte, wie eine Solinger
Schneidstahl, eine Deutsche Reichssense
und eine Storchsense. Letztgenannte Sense
war ja auch eine sehr gute Qualität. Und nun
kam wieder ein Händler und wollte mir eine
Sense verkaufen. Ich sagte zu ihm: Mein lb.
Mann, ich besitze eine Storchsense, die ist so
gut im Schnitt, dass Sie mir wohl kaum eine
bessere Sense verkaufen können. Und jetzt
kommt die Hauptsache; er machte die Storchsense nicht schlecht, im Gegenteil, er sagte
zu mir, wenn sie eine Storchsense besitzen,
so können sie von Glück reden, denn diese
Werke sind aufgelöst worden und bestehen
nicht mehr, aber, fügte er hinzu, ich will Ihnen
heute eine Julius Kronenberg verkaufen, die
bestimmt mit Ihrer Storchsense antreten kann.
Und er fügte noch den schönen Satz hinzu:
„Je höher die Sonn am Himmel steht, je besser meine Sense geht.“
Und in der Tat, der Händler hatte nicht zuviel
versprochen. Die Julius Kronenberg hat damals die Storchsense noch bei weitem übertroffen und in den Schatten gestellt. Selbst
heute dient meine alte Julius Kronenberg
noch täglich beim Stroh schneiden. Den Wert
einer guten Sense kann ja auch nur ein alter
Mäher ermessen. Nun lieber Junge, du hast
nun weder eine 80er noch eine 90er genommen, sondern du hast eine 85er genommen,
und das ist richtig so. Also man kann von einer
guten Sense einen ganzen Brief voll schreiben
…“
266
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Beschreibung der landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen
Verhältnisse im Landkreis Duderstadt 1972
von Dieter Wagner
Der ehemalige Landkreis Duderstadt erstreckt
sich auf einer Gesamtfläche von 22,5 Quadratkilometern. 16 km² dieser Fläche werden
landwirtschaftlich genutzt (70 %), davon 12,84
km² als Ackerland und 3,52 km² als Grünland.
Insgesamt 3,74 km² sind nicht mehr landwirtschaftlich genutzte Flächen. Dabei handelt es
sich vorwiegend um frühere Schafweiden, versumpfte Wiesentäler und Flächen in Hanglage,
deren Aufforstung angestrebt wird. Seit 1955
wurden 154 ha aufgeforstet.
11 % (2,5 km²) der Gesamtfläche ist mit Wald
besetzt.
Boden- und Wasserverhältnisse sowie
Klima
Die besten Böden mit Bodenzahlen zwischen
60 und 80 liegen vor allem in der Goldenen
Mark westlich von Hahle und Rhume. Die
landwirtschaftlich schwierigen Produktionsbedingungen mit Hanglagen finden sich
hauptsächlich im südöstlichen Kreisgebiet
im Bereich der „buckligen Welt“, also in den
städtischen Bergdörfern. Die Bodenzahlen
im Kreis schwanken zwischen 47 (Fuhrbach)
und 71 (Bernshausen), der Hektarsatz zwischen 700 und 1900 DM.
Die Höhenlage schwankt zwischen 150 und
300 Meter (Bundsenberg bei Fuhrbach).
Die mittleren Jahresniederschläge liegen
zwischen 620 und 670 mm. Es bestehen 22
Wasser- und Bodenverbände, die sich auf
eine Fläche von 1.300 ha erstrecken.
Betriebsgrößen 1971
Betriebsgröße
0,5 - 10 ha
10 - 20 ha
20 - 30 ha
30 - 50 ha
über 50 ha
Anzahl
der Betriebe
1.659
314
181
60
11
Betriebsin %
fläche in ha
3.990
4.609
4.378
2.153
852
24,9 LN
28,9 LN
27,4 LN
13,5 LN
5,3 LN
Die Durchschnittsgröße aller Betriebe beläuft
sich auf 7 ha. Die Durchschnittsgröße der
Betriebe mit einer Fläche über 20 ha beträgt
29,00 ha sowie der hauptberuflich bewirtschafteten Betriebe auf 23,00 ha.
Betriebsstruktur der hauptberuflich bewirtschafteten Betriebe
270 Betriebe mit einer Betriebsfläche über
20 ha
200 Betriebe mit einer Betriebsfläche zwischen 10 und 20 ha, 30 Betriebe unter 10 ha.
Seit 1956 wurden 54 landwirtschaftliche Betriebe im Kreise ausgesiedelt, 225 Betriebe
erneuerten ihre Wirtschaftsgebäude grundlegend.
Von den hauptberuflich bewirtschafteten Betrieben sind 5 % reine Hackfruchtbetriebe,
40 % Hackfrucht- und Getreideanbaubetriebe, 50 % Getreide- und Hackfruchtbetriebe
und 5 % reine Getreidebaubetriebe.
Viehbestand-Schlepper-Mähdrescher
Jahr
Rindvieh
1938
1948
1961
1970
1971
11.027
9.980
13.148
13.753
13.558
Schweine Pferde Schlepper Mähdrescher
31.903
19.147
36.403
36.247
32.485
2.362
2.449
1.137
185
190
14
81
920
1.625
1.625
---328
338
Vermarktungsmöglichkeiten
Vieh:
Viehverwertungsgenossenschaft und Direktverkauf an Schlachtereien
Milch:
Molkereigenossenschaft Westerode und Molkereigenossenschaft Gieboldehausen
Teilweise auch an Molkereien in Landolfshausen, Gillersheim, Katlenburg und Hattorf
Getreide
Hauptsächlich Kornhaus Duderstadt mit Lagern in Duderstadt, Gieboldehausen, Bilshausen und Hilkerode
Spar- und Darlehnskassen in Nesselröden,
Seulingen, Bodensee, Rollshausen und Rüdershausen
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
wir hätten gern einmal einen lebenden „Grauschimmel“ gesehen. Wir bestaunten jetzt nur
noch ein wenig die großen Flügel. Sonst war
da aber nun wirklich nichts weiter zu sehen,
und so zogen wir denn mit unseren kindlichen
Interessen weiter, nach Küllstedt hinein.
Mühle und Müllerhaus ließ 1860 Wilhelm
Blume aus Jerxheim erbauen. Mühlenbesitzer nach ihm war Theodor Panier, danach
Otto Eckelmann. Die Namen lassen vermuten, dass keiner ihrer Träger vom Eichsfeld
stammte. Der letzte Windmüller war Karl
Waldmann aus Kefferhausen. Die Müllerei
war wenig erträglich, das bezeugt schon der
häufige Besitzwechsel. 1903 wurde die Mühle
stillgelegt und 1911 abgebrochen. Sie hatte
etliche Mal durch Blitzschlag Schaden erlitten.
Die Büttstedter Windmühle
Auch beim Nachbarort Büttstedt stand ehemals eine Windmühle. Sie war 1875 auf der
sogenannten „Kindsburg“ errichtet worden. Es
war eine Bockmühle. Der Müller hieß Schröter.
269
Die Mühle wurde im Jahr 1900 durch Brandstiftung zerstört. – 1912 bekam die Mühle eine
Nachfolgerin. Es richtete nämlich in jenem
Jahre der Einwohner August Günther mitten
im Dorf einen Mühlenbetrieb mit zwei Mahlgängen und einem Schrotgang ein. Die Kraft
dazu lieferte anfänglich eine Windturbine, die
auf einem 30 m hohen Holzturm eingebaut
war. Das Flügelrad hatte einen Durchmesser
von 10 m. 1922 wurde die Turbine, da das
Holzgerüst durch Fäulnis schadhaft geworden
war, abgebrochen. Die Dorfbewohner waren
darüber hocherfreut, insbesondere deshalb,
weil die Turbine immerfort ein lärmendes
Getöse erzeugt und das Dorfbild so sehr
verschandelt hatte. Der Mühlenbetrieb geht
aber weiter; statt des Windes liefern jetzt ein
Diesel- und Elektromotor die nötige Energie.
(Der 2. Teil folgt in Heft 9-2011)
Aus: Franz Huhnstock: Noch ein Päckchen Humor.
Hg. vom Dingelstädter Verein für Heimatpflege e. V.,
Duderstadt 2002, S. 109-111.
Weinanbau - auch auf dem Eichsfeld
von Josef Bodmann
Die Geschichte des Weinbaus begann unge- sonders gefördert. Wein gilt bis heute als ein
fähr vor 8.000 Jahren, so soll er seit dem 6. religiöses Symbol der Erlösung.
Jahrtausend vor Chr. vor allem in Vorderasien
In den nachfolgenden Jahrhunderten gewann
betrieben worden sein. Die ersten Weinreben
Wein immer mehr Zuspruch als Getränk für
sollen allerdings im antiken Persien und im
jeden gesellschaftlichen Anlass und war unheutigen Georgien gezogen worden sein.
verzichtbar bei allen Festen.
Wein wurde wegen seiner Rauschwirkung
Die erste historische Erwähnung des Weinauch von jeher für rituelle Praktiken genutzt.
anbaus im Eichsfeld geht auf das Jahr 1244
Im antiken Griechenland galt der Wein der rezurück. Der Beginn des Weinanbaus fand
ligiösen Verehrung und dem kulturellen Sinnzunächst hauptsächlich in den Klöstern statt.
bild. Der griechische Gott Dionysos wurde mit
Mönche holten aus süddeutschen Weinanwilden Weinfesten verehrt. Die Ägypter und
baugebieten Jungreben, die sie im Eichsfeld
Römer spritzen auch auf die darzubringenan Südhängen anpflanzten. Nachfolgend inden Opfer Wein, so wurde Wein auf die Erde
teressierte sich auch die Stadt Duderstadt für
oder ins Feuer geträufelt.
den Weinanbau und ließ als eines der ersten
Bei den Römern wurde Bacchus als Gott des Gebiete den Scherenberg in Werxhausen mit
Weines verehrt. Hier lag der ganze Weinan- Reben bepflanzen. Weiterhin gibt es Nachweibau in priesterlicher Hand, da er als religiöser se dafür, dass im 13. Jahrhundert südlich des
Akt verstanden worden ist. Den Erntebeginn Schalksberges, westlich von Wintzingerode
durften nur Priester festsetzen, die Rebstöcke Weinbau betrieben worden ist. Bis heute sind
wurden selbst von den Priestern gestutzt.
die dafür angelegten Terrassen noch sichtbar
Vom Christentum wurde der Wein vor allem
durch die Bedeutung des Abendmahls be-
Der Weinanbau im Eichsfeld begnügte sich
nicht nur auf Liebhaberei und Eigenbedarf,
270
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
sondern diente auch dem Verkauf mit zunehmendem Absatz. So entstanden selbst
im Eichsfeld Weingaststätten, da Wein neben
den festlichen Angelegenheiten auch von
Bauern und Arbeitern getrunken wurde, da
er zeitweise weit billiger als Bier war. Trotz
der niedrigen Preise von Wein stellte sich der
Weinverkauf auch im Eichsfeld als lohnende
Einnahmequelle dar.
Der Dreißigjährige Krieg veränderte im Eichsfeld den Weinanbau drastisch. Der Bedarf an
Nahrungsmitteln für die leidende Bevölkerung
stand im Vordergrund, sodass die meisten
vormaligen Weinbauflächen in Ackerland
umgewandelt worden sind.
In der Gegenwart wäre der Weinanbau im
Eichsfeld nicht mehr mit anderen Weingegenden konkurrenzfähig, da die klimatischen
Bedingungen die Trauben nicht ausreichend
reifen lassen können.
Das dem Eichsfeld nächste, noch aktiv betriebene Weinbaugebiet befindet sich in Thüringen im Saale-Unstrut-Gebiet in und um Bad
Sulza, nordöstlich von Weimar.
Brot und Hering für die Ärmsten
Sie sind heute in aller Munde und scheinen
angesichts der leeren öffentlichen Kassen ein
erfolgversprechendes Modell für die Lösung
vielfältiger kultureller und sozialer Aufgaben:
die Stiftungen. Zugleich sind sie uralt - seit
dem Frühmittelalter beruht vor allem das
kirchliche Leben auf Stiftungen reicher und
vornehmer Familien. Aber auch im kommunalen Bereich sind bürgerliche Stiftungen bezeugt, seit es die kommunale Selbstverwaltung, privaten Reichtum und die Schriftlichkeit
gibt. Der tiefste Grund dieser Stiftungen war
die Sorge um das eigene Seelenheil und das
Fortleben im Jenseits, der unmittelbare Stiftungszweck war oft karitativ und sozial.
In Duderstadt sind mehrere große Stiftungen
seit dem Mittelalter und der frühen Neuzeit bekannt. Die Markusspende, unbestimmbaren
Alters, wurde von der Kämmerei verwaltet.
Im Rechnungsbuch von 1466, das noch heute im Stadtarchiv verwahrt wird, wurden die
Ausgaben für ein Festmahl für die Armen der
Stadt aufgezeichnet: es gab Brot und Kuchen,
Bier, Äpfel, Käse, Senf, Essig, frische Fische
und getrockneten Stockfisch, Honigkuchen,
Petersilie und Eier.
Meist wurde eine bestimmte Menge Roggen
zu Brot verbacken und an die Armen verteilt
- so auch in der Spende aus der Stiftung des
Hans von Sothen, die am Sonntag Laetare
verteilt wurde: jeder Arme erhielt ein Brot und
einen Hering.
Üppiger lebten die Hospitalinsassen von „St.
Martini“, dem Vorläufer des heutigen Krankenhauses, und dem Hospital „Zum Heiligen
Geist“, das bis 1632 an der Worbiser Straße
vor dem Steintor lag und später am Neutor
wieder aufgebaut wurde. Aus dem Zinsertrag
von zwei Stiftungen der Gebrüder Lidemann
- des Priesters Johann und des Ratsherrn
Balthasar - die um 1550 errichtet wurden, erhielten sie einmal im Jahr je ein Schwein, das
im Spital oder im Haus des Spitalverwalters
gesotten oder gebraten werden sollte. Das
Stiftungskapital betrug 150 Silbertaler und 70
Goldgulden. Balthasar Lidemann setzte auch
eine Kleiderspende aus grauem und weißem
Mühlhäuser Tuch für arme Bürgerkinder ein.
Bei der Verteilung der Markusspende gab es
um 1757 ein dramatisches Unglück, als ein „ungehuerer Schwarm fremder Bettler, aus weitentfernten Orten“, so der Chronist Johann Wolf,
im tumultartigen Kampf um die Nahrungsmittel
zwei Mädchen zu Tode erdrückte. Der Magistrat beschloss daraufhin, die Stiftungserträge
künftig in regelmäßige Bargeldzahlungen an
die Armen der Stadt umzuwandeln - die städtischen Armenkassen (es gab vier) entstanden.
Die allmähliche Geldentwertung über Jahrhunderte und die galoppierende Inflation von
1923 haben die meisten mittelalterlichen Stiftungen zum Erlöschen gebracht, als Institutionen erinnern heute nur noch das Krankenhaus und die Kapelle St. Martini sowie das
Gebäude des Spitals „Zum Heiligen Geist“
daran. Der Grundgedanke bürgerlicher und
institutioneller Stiftungen zum Nutzen des
Gemeinwohls, heute vom Steuerrecht begünstigt, lebt aber fort.
Stadt Duderstadt
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Das historische Eichsfeldfoto
Eisenbahnbrücke in Rhumspringe, um 1922. Sammlung Heino Kühn, Heiligenstadt.
Postkarte aus Großbodungen, um 1915. Sammlung Heino Kühn, Heiligenstadt.
271
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
273
Wir gedenken
Vor 50 Jahren starb Pfarrer Nikolaus Demme
Am 9. Juli jährt sich der Todestag von Pfarrer
Nikolaus Demme zum 50. Mal. Der Priester
erblickte das Licht der Welt am 5. Dezember
1906 in Hüpstedt. Er absolvierte das Gymnasium in Duderstadt, studierte in Paderborn
und Fulda Theologie und wurde am 23. Dezember 1933 im Hohen Dom zu Fulda zum
Priester geweiht. Nach priesterlichem Wirken
in Hanau, Gelnhausen, Geisa, Oberndorf,
Leinefelde, Wilbich und Uder wurde er ab 7.
Juli 1948 zum Pfarrer in Niederorschel berufen. Hier vollendete sich 13 Jahre später sein
Lebensweg.
In seinem Sterbeandenken heißt es: „Ich habe
eure Ehen geknüpft. Entheiligt sie nicht. Ich
habe eure Kinder lieb gehabt. Verzieht sie
nicht. Ich habe eure Toten zu Grabe gebettet. Vergesst sie nicht. Ich liege nun selbst im
Grabe. Vergesst auch mich nicht.“
Eine riesige Menge Arbeit war zu bewältigen,
als Demme nach Niederorschel kam, besonders in der Seelsorge. Seine Vorgänger hatten stets einen Kaplan an ihrer Seite. Pfarrer
Demme hatte nur Geistliche, die schon im Ruhestand waren, als Hilfe. So Pfarrer Breczinka, danach Pfarrer Muttke, welcher bis Mai
1957 in Leinefelde tätig gewesen war.
Nach 1945 wurde in Rüdigershagen eine
Seelsorgestelle eingerichtet, die von Niederorschel aus zu betreuen war. Die Seelsorgestunden für 600 Schulkinder waren abzusichern, hinzu kamen abends noch Gruppenstunden der Pfarrjugend. Auch auf baulichem
Primiz von Nikolaus Demme (vorn links) 1933.
Gebiet hat Pfarrer Demme zahlreiche Spuren
hinterlassen. Mit Hilfe der Gemeinde wurden
Unterrichtsräume auf dem Pfarrhof gebaut,
die ab 1950 nutzbar waren. Im selben Jahr
wurden die Kirchenbänke von den fünf Tischlern in Niederoschel fertiggestellt, die bereits
unter seinem Vorgänger Paul Weyer (19381948) in Angriff genommen worden waren.
Acht farbige Bleiglasfenster verschönern seit
diesem Jahr das Kirchenschiff. 1952 wurden
drei Stahlglocken als Ersatz für die 1942 beschlagnahmten Bronzeglocken angeschafft.
1960 wurde mit dem Bau der Sakristei begonnen, deren Fertigstellung Pfarrer Demme
nicht mehr erleben durfte. Die Fronleichnamsprozession hat er 1961 noch geführt. Wenige Wochen später starb er im Krankenhaus
Heiligenstadt.
Otto Gorsler
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274
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Berichte aus dem Eichsfeld
aus Meldungen der Thüringer/Eichsfelder Allgemeine, Thüringer/Mühlhäuser Allgemeine,
Thüringische Landeszeitung/Eichsfelder Tageblatt, Eichsfelder Tageblatt (Duderstadt)
zusammengestellt von Edgar Rademacher
Beberstedt. Bischof Joachim Wanke spendete am
19. Mai in der St.-Martin-Kirche 25 Jugendlichen
aus den Ortschaften Beberstedt, Helmsdorf, Hüpstedt und Zella das Sakrament der Firmung.
Bickenriede. Zum kommenden neuen Schuljahr schließt die Regelschule im Ort. Sie sollte
eigentlich im Spätsommer eine Außenstelle der
Regelschule in Ammern für die 5. und 6. Klassen
werden. Die Mehrzahl der Eltern der künftigen 5.
Klasse haben aber ihre Kinder gleich in Ammern
oder Küllstedt angemeldet. Trotz Umzugs der
Grundschule in das Regelschulgebäude ist dieses
bei weitem nicht ausgelastet.
Bodenstein. Nach gründlicher Restaurierung
ist das historische Epitaph Ende Mai an seinen
Stammplatz in der Bodensteiner Kapelle zurückgekehrt.
Burgwalde. Am Pfingstmontag pilgerten wieder
zahlreiche Gläubige zur Kapelle auf dem Brink, wo
die Pfarrer Ludger Dräger und Michael Ipolt den
Wallfahrtsgottesdienst zelebrierten.
Büttstedt. Nach 70 gemeinsamen Ehejahren
konnten Hubert und Emma Sander am 7. Juni die
Gnadenhochzeit feiern. Seit 2009 wohnt das Paar
im Küllstedter Pflegeheim „Sankt Vinzenz“.
Deuna. Auf Initiative des Fördervereins erhielt die
Grundschule unlängst ein grünes Klassenzimmer
auf dem Schulhof.
Die Wallfahrt am Pfingstmontag zum Dünkreuz mit
mehreren hundert Gläubigen war die erste für den
neuen Ortspfarrer Dietmar Ruhling.
Dingelstädt. Der Familienbund der Katholiken im
Bistum Erfurt und in Thüringen feierte am 15. Mai
auf dem Kerbschen Berg sein 20-jähriges Bestehen. Auch die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht stattete dem Familientag einen
Besuch ab.
Zur diesjährigen Kinderwallfahrt im Mai pilgerten
123 Kinder aus zehn Kindergärten auf den Kerbschen Berg, wo sie von Pfarrer Lothar Klapprott
begrüßt wurden.
Weihbischof Reinhard Hauke besuchte am 23. Mai
den katholischen Kindergarten „St. Elisabeth“ und
segnete die neuen Spielgeräte auf dem Spielplatz.
Zur 50. Frauenwallfahrt am 5. Juni auf dem Kerbschen Berg konnten die rund 2.000 Pilgerinnen
unter anderem Bischof Joachim Wanke sowie die
beiden Weihbischöfe Reinhard Hauke und HansReinhard Koch (em.) begrüßen.
Anlässlich des hundertjährigen Bestehens hatte
der Riethpark-Förderverein Anfang Juni zu einem
behaglichen Wochenende in das Naherholungsgebiet eingeladen.
Duderstadt. Der Hildesheimer Bischof Norbert
Trelle will zu Fuß zur Marianischen Vesper mit
Papst Benedikt XVI. ins Obereichsfeld pilgern. Wie
es hieß, werde sich der Bischof am 23. September
mit einer möglichst großen Gruppe aus seinem Bistum von Duderstadt aus auf den 13 Kilometer langen Weg zur Wallfahrtskapelle Etzelsbach machen.
Die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka stattete im Mai dem Duderstädter
Unternehmen Otto Bock einen Besuch ab. Nach
dem Rundgang in Ausstellungsraum und Werkstätten diskutierten Unternehmensvertreter mit der
Ministerin über die Umsetzung von Forschung in
Anwendung und serienreife Produktion.
Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, besuchte am 16. Mai Duderstadt
und äußerte sich dabei zu den Ortsumgehungen
um die Stadt. So könnte die Ortsumgehung Westerode 2012 möglich werden. Der Bereich Duderstadt stehe auf der Prioritätenliste der Ortsumgehungen an erster Stelle.
Vom 13. bis zum 15. Juni 2012 ist Duderstadt
Gastgeber des Tages der Niedersachsen. Das
Landesfest wurde 1981 ins Leben gerufen, um das
Zusammengehörigkeitsgefühl im Land zu stärken.
Der 17. Kultursommer
wurde am 29. Mai mit
einem Familienaktionstag im Stadtpark eröffnet. Mit 70 Programmpunkten an 30 Veranstaltungstagen bis zum
4. September gibt es
ein ansprechendes Angebot für Besucher aller
Altersklassen.
Das 50-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft feierten Anfang Juni die Brehmestadt und Tauberbischofsheim. Rund 100 Duderstädter waren zu diesem
Ereignis nach Baden-Württemberg gefahren. Die
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
279
Kirche, Kultur und Traditionen
Wer fand das Gnadenbild von Etzelsbach?
von Peter Anhalt
Legenden wurden über Generationen mündlich
weitergegeben. So war es auch mit der Auffindungslegende von Etzelsbach. Erst in jüngster Zeit
erfolgte ihre schriftliche Fixierung. Danach verschwanden viele Erzählvarianten. Heute wird die
Entstehungslegende des Eichsfelder Marienwallfahrtsortes Etzelsbach fast gleichlautend erzählt.
Bei der Betrachtung älterer Schriften fällt auf, wie
wenig über die Auffindung des Gnadenbildes
berichtet wird. Weder ein historischer Abriss aus
der Zeit um 1700 noch eine Schrift des Vaters der
Eichsfelder Heimatgeschichte, Johann Wolf, von
1809 erwähnen sie. Erst Heinrich Maria Waldmann, Oberlehrer in Heiligenstadt, schrieb 1879:
„Ungefähr eine Meile von Heiligenstadt in nordöstlicher Richtung liegt das Dorf Steinbach. Nicht weit
davon mitten im Felde befindet sich eine größere
Kapelle, welche den Namen Etzelsbach trägt. Sie
hat diesen von der anstoßenden Wiese empfangen, in welcher einst der Überlieferung nach eine
Statue der Mutter Gottes gefunden wurde, welche
jetzt in der Kapelle zur Verehrung aufgestellt ist. Da
sie für wundertätig gehalten wird, so wallfahrten die
Bewohner der Umgegend dahin. An allen Tagen
des Jahres, aber besonders an den hohen Marienfesten, werden Pferde zu der Kapelle geführt,
damit sie von Krankheiten bewahrt oder davon
befreit werden.“1
Es bleibt festzustellen, dass Waldmann von der
Auffindung des Gnadenbildes weiß, aber keine genaueren Umstände angibt. Klemens Löffler (18811933), ein Steinbacher und später ein anerkannter
Historiker, verfasste als junger Mann im Jahr 1904
zwei Zeitungsbeiträge über Etzelsbach. In seiner
nüchternen Art erwähnte er die Auffindungslegende nur sehr kurz. Er formulierte: „Das Gnadenbild,
eine künstlerisch anspruchslose Holzschnitzerei,
soll ein Steinbächer namens Schneider beim Pflügen gefunden haben. Seine Ochsen waren plötzlich nicht mehr von der Stelle zu bringen, fielen
auf die Knie und machten so auf das verborgene
Kleinod aufmerksam.“2
Da Löffler seine Kindheit in Steinbach verbracht
hat, gibt er eine Erzählvariante wieder, wie sie vor
Ort bekannt war. Ja, er kennt sogar den Namen jenes Bauern. Falls der Name „Schneider“ nicht rein
symbolisch genannt wird, weil er in Steinbach sehr
häufig anzutreffen ist, könnte über die Nennung
dieses Namens auch eine zeitliche Einordnung
vorgenommen werden. Nun ist es aber so, dass
die Schneidersippe eine der ganz wenigen ist, die
sich in Steinbach über alle Zeiten bis zum heutigen
Tag erhalten hat.
Schon in der Türkensteuerliste von 1542, der ältesten vorhandenen Einwohnerliste Steinbachs,
wurde ein Heinrich Schneider genannt.3 Er zählte zu den Bauern mit hohem Steueraufkommen.
Heinrich Schneider besaß folglich einen ansehnlichen Bauernhof. 1548 findet er in einer weiteren
Steuerliste nochmals Erwähnung.4
Wenn die Auffindungslegende einen wahren Kern
hat, dann könnte durchaus jener Heinrich Schneider das Gnadenbild gefunden oder für einen Bildstock in Etzelsbach gesorgt haben.
Im Bauernkrieg 1525 brannte die ursprüngliche
Kirche ab, 1534 war sie noch nicht wieder aufgebaut. 1555 starb das Kloster Beuren aus.5 In Etzelsbach war sehr wahrscheinlich zu dieser Zeit
nicht mehr viel von der einstigen Bebauung zu sehen. Die Familie Schneider könnte das fragliche
Land bearbeitet haben.
Abb. 1: Ein Bauer findet beim Pflügen das Gnadenbild von Etzelsbach. Gemälde von Willy Jakob,
1929, Ausschnitt. Foto: Peter Anhalt.
Eine zweite Besonderheit an der Löffler‘schen
Erzählvariante fällt auf. Er erwähnt keine Pferde.
Er weiß, dass Bauer Schneider ein Ochsengespann besaß. Das ist auch für die damalige Zeit
viel wahrscheinlicher. Die Ochsen konnten über
ein am Kopf befestigtes Geschirr enorme Zugkraft
entwickeln. Für schwere Feldarbeit waren sie besser geeignet als Pferde. Noch im 19. Jahrhundert
war Steinbach eichsfeldweit für seine guten Zuchtochsen bekannt.
282
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Aus den Eichsfelder Vereinen
150 Frünne tagten im Kolping-Ferienparadies auf dem Pferdeberg
Das hat es auch noch nicht gegeben: Die „Hymne“
der Kolpingfamilien „War einst ein braver Junggesell“, auf Plattdeutsch umgetextet, wurde an prädestinierter Stelle, nämlich im Kolping-Ferienparadies auf dem Pferdeberg gesungen. So tönte es
„Voater Kolping liewe hoach“ aus 150 Kehlen, so
viel Plattdütsche Frünne hatten sich eingefunden.
In penibler Kleinarbeit hatte Frünne-Präsident
Werner Grobecker das bekannte Lied auf Platt
umgeschrieben. Passend zum Tagungsort sagte
Grobecker: „Anre moket enn Maisprung, wie Plattdütschen springet direkt int Poaradies.“ Grobecker
Vera Eckermann, Beate Franke und Sabine Nolte
sprachen aus dem Bildschirm zu den Anwesenden. Von „miener Schaultiet“ und anschließenden
Ausbildung als Cowboyjunge berichtete Hermann
Wucherpfennig. Originelle Beiträge kamen auch
von Janine Wucherpfennig (Dä Maiboam) und
Theo Mühlhaus (Dat niehe Ploster). Das Trio Vera,
Beate und Sabine fungierten als die Stallmädchen.
Anneliese Kopp zitiert einen Schnösel und Stiene
Wärsche. Lydia Langenohl mit ihrer Familienfeier
und Rita Maulhardt „Dä Chlauwe varßett Barje“
rundeten die Wortbeiträge ab. Noch einmal gab
es Musik vom Feinsten. Franz Otto spielte auf dem
Psalter und Anneliese & Hermann setzten den musikalischen Schlusspunkt.
Gerhard Germeshausen
Eichsfeld stellt fünf Bezirkssieger im
Plattdeutschen Lesewettbewerb
Dee draa Stallmäken mit (v. l.) Vera Eckermann,
Beate Franke und Sabine Nolte. Foto: Germeshausen.
ging kurz auf die Person Adolph Kolpings und dessen Werk ein. Er freue sich, dass diese Ferienstätte im Eichsfeld schon seit fast drei Jahrzehnten segensreich wirkte. Ortsbürgermeister Dieter Thriene
hieß die Gäste auf Plattdeutsch willkommen („Ek
häwwe mek dat von Moni Müller owerßetten loaten“). Auftakt für das zweieinhalbstündige Programm kam von Anneliese & Hermann „Wie komet
teßamm un vertellt essek wat“. Maike Mitzinneck
und Sina Bleckert von der Plattdeutsch-AG Nesselröden erzählten Geschichten in Platt. Ein neu
gegründeter Chor überraschte die Anwesenden
perfekt mit einem Lied in der Muttersprache. Den
„Hexenschuss“ präsentierte Steven Wucherpfennig, bevor Moni Müller die Dorfgeschichte von
Klaan-Pillecken-Darp (Gerblingerode) vortrug.
Christoph Eckermann kam mit „Ha lett ßek bestärken“ an das Mikrofon und Hermann Friederici
munterte zu einem Potpourri bekannter Lieder auf.
Fleiß und Anstrengung im Plattdeutschen Lesewettbewerb der Sparkassen haben sich für
fünf Teilnehmer jetzt gelohnt. Unter dem Motto
„Schoolkinner, leest Platt“ konnten sich die Leser
auf Bezirksebene in Syke kürzlich erste und zweite
Plätze sichern. Allein das Motto deutet darauf hin,
dass dabei die Vielfalt des Plattdeutschen vom
hohen Norden bis in die Südspitze von Niedersachsen bewältigt werden musste. Die Thematik
„Lesen macht Spaß“ beflügelte 32 Kinder aus dem
Eichsfeld über die örtliche und Kreisebene hinaus
dabei zu sein. Beate Hadamek von der Sparkasse
Duderstadt begleitete die Besten nach Syke. Dort
Die Sieger aus vier Bezirken in Niedersachsen zusammen mit Andrea Homann (3. von links hinten)
und Heinz Brinkmann von der Sparkasse Syke.
Foto: Germeshausen.
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
on der Fahrt. Gegen 21.00 Uhr sind wir wieder gut
in Dortmund angekommen.
Vor Beginn der Marienandacht am 2. Juni 2011
(Himmelfahrt) begrüßte der 1. Vorsitzende Erich
Anhalt die Anwesenden und bedankte sich für die
rege Teilnahme. Die Andacht wurde von unserem
Vereinsmitglied Pfarrer Alfons Wiegel gehalten, Helmut Funke und Heinz Golombowski waren Messdiener und Heinrich Henkel spielte die Orgel. Im
Gemeindesaal konnte der Vorsitzende 54 Mitglieder
und Freunde des Vereins begrüßen und bedankte sich für die Geburtstagsglückwünsche, die er
erhalten hat. Nach einem kurzen Gedicht gab es
Kaffee und Eichsfelder Schmandkuchen. Pfarrer
Alfons Wiegel verabschiedete sich und wünschte
allen noch einen schönen Tag. Danach wurde von
Erich Anhalt der Bericht der letzten Versammlung
und der Tagesfahrt nach Bonn und Linz vorgelesen,
auch die Danksagungen von Martin Kroepel anlässlich seines 70. Geburtstages und von Heinrich und
Renate Henkel anlässlich der goldenen Hochzeit.
Der Vorsitzende teilte der Versammlung mit, dass
unser treues Vereinsmitglied Friedrich Schulze
am 19. April d.J. verstorben sei – es wurde eine
Gedenkminute eingelegt. Weiterhin berichtete er
von einem Schreiben der Schwestern des Ordens
der hl. Maria Magdalena Postel (Heiligenstädter
Schulschwestern), in dem sie über die vielfältigen
Aufgaben ihrer Gemeinschaft berichten und dass
sie auf Spendengelder angewiesen seien. Eine
Spende kann unsere Kassiererin Renate Hanke an
den Orden überweisen. Der Vorsitzende bedankte
sich bei allen Anwesenden, erinnerte an den Lichtbildervortrag mit Pfarrer Wiegel am 24. Juli d.J. in
der Gartenanlage „Fröhliche Morgensonne“ in Dortmund-Aplerbeck und wünschte allen einen guten
Heimweg. Zum Abschluss wurde das Eichsfelder
Heimatlied gesungen.
Am 10. Juni 2011 unternahmen wir unsere traditionelle Tagesfahrt ins Münsterland zum Erdbeerpflücken. Unser 1. Vorsitzender Erich Anhalt konnte 37
Mitglieder und Freunde des Eichsfelder Vereins
Dortmund begrüßen und wünschte uns allen einen
schönen Tag. Den Bus fuhr unser Vereinsmitglied
Günter Osburg von der Fa. Osburg aus Wadersloh.
Dieses Jahr fuhren wir zuerst nach Dülmen. Zum
Frühstück wurden wir bereits im Café Uckelmann
erwartet. Nachdem wir uns gestärkt hatten, zeigte uns der Stadtführer Herr Behrens die Stadt.
Dülmen war anfänglich eine Bauerschaft. In ihrer
Mitte wurde die erste Kirche errichtet. Um diese
Kirche entstand das Dorf, das am 22.04.1311 die
Stadtrechte durch Bischof Ludwig II. erhielt. 1936
wurde die Hl.-Kreuz- Kirche erbaut, in der sich das
Grab der seligen Mystikerin Anna Maria Emmerick
befindet. Herr Behrens zeigte uns noch weitere
285
Schönheiten und Sehenswürdigkeiten und berichtete über die Entwicklung der 700-jährigen Stadt.
Zum Mittagessen fuhren wir zum Restaurant „Haus
Waldfrieden“. Nach dem guten und reichlichen
westfälischen Essen fuhren wir nach HavixbeckWalingen zum Erdbeerpflücken. Hier konnten wir
die mitgebrachten Körbe mit reifen und leckeren
Erdbeeren füllen. Als alle gefüllten Körbe verstaut
waren, ging unsere Fahrt weiter nach HavixbeckHohenholte in die Gaststätte Oeding. Nach Kaffee
und Kuchen besuchten wir noch die St. Georgs
Kirche. Danach konnten wir gemütlich und zufrieden die Heimreise antreten. Es war ein wunderschöner und erlebnisreicher Tag; wir haben viel
gesehen von der Schönheit des Münsterlandes.
Wir danken Erich Anhalt und Christel Anhalt für die
gute Organisation und unserem Mitglied Günter
Osburg für die gute Fahrt. Gegen 19.00 Uhr waren
wir wieder in Dortmund. Beate Funke
Ahnenbörse
Ortsfremde in den Kirchenbüchern
von Heuthen und Flinsberg bis 1802
zusammengestellt von Dr. Alfons Grunenberg
Aus Ascherode: Lorenz Althaus, ∞ 15.01.1748 in
Fb; Joannes Digmann, Pate am 22.06.1749 in Fb;
Joannes Albert Digmann, Pate am 13.04.1764 in
Fb; Anna Margaretha Jacob, Patin am 05.01.1708
in Fb; Maria Juliana Martin, Patin am 03.07.1793 in
Fb; Joannes Conrad Müller, Pate am 07.1717 in Fb;
Anna Maria Sonntag, Patin am 25.08.1723 in Fb,
Ehefrau von Christoph Sonntag; Anna Christina
Wecker, Patin am 05.01.1708 in Fb; Conrad Wehr,
Pate am 13.08.1742 in Fb; Helena Wehr, Patin am
18.06.1723 in Fb.
Aus Bebendorf: Werner Scheffel, ∞ 04.11.1726
Fb.
Aus Beberstedt: Joannes Christoph Hebner, Pate
am 05.07.1713 in Fb; Joannes Andreas Heerhold,
Pate am 05.10.1698 in Ht; Joannes Heerhold, Pate
am 05.10.1698 in Ht; Joannes Kaufhold, Pate am
03.10.1780 in Fb.
Aus Berlin: Joannes Christoph Fritsch, Taufe eines Sohnes am 26.02.1775 in Fb.
Aus Berlingerode: Laurentius Vogt, ∞ 14.04.1788
Ht.
Aus Bernterode: Jost Beckmann, Pate am
09.01.1667 in Ht; Conrad Dette, Pate am 22.12.1724
in Fb; Cyriacus Dette, ∞ 29.10.1753 Ht; Joannes
Conrad Hebenstreit, Pate am 04.10.1723 in Fb;
Joannes Wilhelm Heller, Pate am 02.03.1730 in
Fb; Martin Heller, † 11.04.1671 Ht; Maria Magdalena Homeyer, Patin am 21.04.1752 in Fb; Joannes
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
287
Kennen Sie das Eichsfeld?
Liebe Leserinnen und Leser,
unser Foto zeigt den Eingang zu einem Rathaus
im Eichsfeld.
Soviel sei noch verraten: Das Rathaus steht in einer eichsfeldischen Stadt, die sich seit 1859 Stadt
nennen darf.
Wo steht das Rathaus?
Ihre Lösung schicken Sie bitte bis zum 12. August
per Postkarte an die
Redaktion EHZ
Verlag Mecke Druck
Postfach 1420
37107 Duderstadt
Der Gewinner erhält das Buch
„Etzelsbach – Wallfahrtsort
des Papstes“.
Die Antwort auf unsere Quizfrage im letzten Heft
lautet: Steinbach.
Das Buch „Etzelsbach – Wallfahrtsort des Papstes“ hat unser Leser Karl-Heinz Müller, Delitzsch,
gewonnen.
Herzlichen Glückwunsch.
Eichsfelder Mundart
An Hoachamt met Uhtßettung
In Anlehnung an einen Vortrag bei den Plattdütscben Frünnen,
gelesen von Theresa Ebert beim Plattdeutschen Lesewettbewerb der Sparkasse
„Ritoa, hole moal dän Oppapm, wey möhnt noch
inne Schtadt tann Inköäpm foahrn!“ rapp de Ommamme.
Eek, datt chährn ümma mehfoahrn iß, lapp schnell
noahn Oppapm un höwwe öhne datte ßächt.
„Watt moat denn noch innekoaft wärn bey Ommas
Schpoarsoamkeit?“ ßächt de Oppappe un knörichte ßeek noch watt in Boart.
„Eek waat et nich!“ was miehne Antwort un eek
ßieh wer noa de Ommamme loapm.
Karte Tieht schpäta ßattn wey in Auto un de Foahrt
ching ümme.
Schproken wurde während de Foahrt nich vehle
doavor höwwe eek denn datt Roadio annemoket.
„Wo ßall eek deek denn hänfoahrn?“ fröächt de
Oppappe.
„Et Beste iß, wenne bey Aldi anhöälst denn
doa ßieht de chöästn Parkplätze un bey diehn
Foahrschtiele iß düt ßehr wichtich!“schprook de
Ommamme.
De Oppappe was nun richich kniestich un iß va
Wut erst choanich meh uhteschtejen. Et hat nich
lange woahrt un wey ßattn wer in Auto un ßieht
trückefoahrn.
Plötzlich röäppet de Ommamme laut: „Hoale moal
an, doa hät en Jerät arme Schtroahtne schtoahn,
vielleicht kamme datt jebrukn?“ De Oppappe hät
datt Auto awwebremset, hättn enbetchen trückeschohm un hät annehoahln. Schnell was de Ommamme drutn un kuckichte ßeek datt Ding an.
„Watt dä Luje ßo alles wechschmietet, datt ßüht
doch noch chaut uht“ schwatzichte de Ommamme
un kämm met dän Jeräte anjetoarret.
„Löät datt doa schtoahn, wer waat wart datt iß?“
schprook de Oppappe owa et halp nix, et mußte
inneloat währn.
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
An anren Morjen wurd Pit-ewecket vonnen Rieten
un Scharren. Watt wass datt? Ssiene Schäue, Hemmet, Hosen! Allet was in Fetzen! Struwwelpaul lach
upp alln Veeren doatwischen un guckichte chanz
sselich! Dann hüppichte uppet Bedde un namm
ssek en Küssen vor. Et sach ut wie ne Schneilandschaft! Struwwelpaul harre ssienen Noom Ehre
mooket. Datt chanze Zimmer wass „vastruwwelt“!
„Mamme, dei Klaane hätt noan Schatz-ebuddelt.“
Pappe was wien Blitz up de Stee in ssiene beste
Unrebüchse un keuchichte: „Eek teile bit dra un
289
denn is dei Köter wech!“ Watt maut, dat maut! Paul
was weer buuten.
Pit mosste in ssien Sunndachestüch inne Schaule.
Dei Anren hoat alle lachet.
Ober middachs vor de Huusdür chaff ett ne Freude! Struwwelpaul ssatt doa un wass an Wedeln.
Boale hoat sse ssek annanre-jewöhnt un de Luie
upp de Stroaten staunt over datt echte „Jespann“,
datt wohl mohl taun Frisöre chon könne, denn dei
twei wöörn ssek chanz ähnlich-ewoam!
Hindergeschichtn
von Carolin Schneider
Wie ich nach ganz kleine worr, do wohnten mee
nach in emm ohlen Huuse met ner Misten uff‘m
Höbe un ner großen Schinn. In disser Schirm hotten mee enn Hinderstall. Dach unse damischen
Hinder haan ehre Eier nit in dan Stall geläht, sondan uff dan Hauboddn do drewwer. Wie jeden
Owed wullte minn Vaoter de Eier usnahm. Dach
wie ha alle Eier binander hotte, dit sich dar Boddn
unger sinn Fießen uff. Har sterzte met ludem Gekrache in dan Hinderstall runger.
Do soß ha nun mank dan Hindern, dar Schießen,
dan kaputten Eiern un kreehlte sich das Harze
ussem Liebe. De Hinder flattertn immehar un dar
Haohn kreehlte Zeter un Mordio. No ner Wiele argreffen de Hinder de Flucht därch das Hinderloch,
dach minn Vaoter worr gefangn, weil ha zu groß
worr, färr das Loch. De Teer worr von ussen varrejjelt un värrm Fanster worr enn Gitter.
Ha krehlte un tobete so lange, bis minne Mutter
ehn eandlich gehoort hotte un ehn ruslangete. Ha
sogg us wie enn Hinderdieb. Äwwer un äwwer worr
har met Eiwiß bekloatert un de Hinderfaddern sticketen in sinn Hoorn.
Wie oweds minn Vaoter in dan Hinderstall muute,
so kimmerte sich morjens minne Mutter imme de
Hinder. Minn Bruder worr ungefar zwei Johre old,
do wullte ha Mutter halfen. Minne Mutter machte
de Klappen vom Hinderloche uff. Zuehste kom dar
Hoahn ruußer un hingerhar de Hinder.
Se luufen zuehste zum Frassen hänn, an ehren
Trogg, mant dar Hoahn stund un guckete wie
de Hinder froßen. Ob un zu guckete ha a nommol nom Uslauf. Do kom nun endlich unse ohles
Gluckehuhn ruß, das nit meh geschlachtet wardn
kunnte, sundan sinn Gnadenbrod bekom.
Dar Hoahn rannte glech uff das Huhn zu, trebb es
enn poar mol äwwern dan Hobb un machte sich
druff. Dar Kommentoor von dam Jungn worr: „Das
hast du nun davon, wenn du so bummelst!“ So bekom das Gluckehuhn uff sinne ohlen Taoge nach
dan Naomen Bummelhuhn.
Aus: Uhlnfaddern. Gereimtes und Mundartliches
aus Steinbach. Heiligenstadt 2001, S. 113f.
Buchvorstellungen
Reiner Schmalzl und Thomas Müller: Der Papst
im Eichsfeld. Wie wir Benedikt XVI. in unser
Land holten. Nordhausen 2011, 98 Seiten, 31
Schwarzweißabbildungen, ISBN 978-3-98117396-3, Euro 12,90.
Die beiden auf dem Eichsfeld tätigen Journalisten
Reiner Schmalzl und Thomas Müller legen rechtzeitig vor dem Papstbesuch in Etzelsbach ein kleines Büchlein vor, in dem sie zum einen dienHintergründen des Papstbesuchs und zum anderen
der Problematik der Beziehungen der Päpste zum
Eichsfeld nachgehen. Für letzteren Teil zeichnet
Reiner Schmalzl verantwortlich, während die aktuellen
Probleme des Papstbesuchs
von Thomas Müller dargestellt werden. Dieser Teil
ist „Papst Benedikt XVI. im
Eichsfeld“ betitelt.
Begonnen wird mit einer
kurzen Vorstellung von Etzelsbach, wobei der aktuell
für Etzelsbach zuständige
Pfarrer Franz-Xaver Stube-
290
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
nitzky mit seinen Statements die Darstellung der
aktuellen Situation belebt. Dann werden unter der
Überschrift „Wie alles begann - Trauer im Eichsfeld um Johannes Paul II.“ die Ereignisse um den
Tod des Vorgängers Benedikt XVI. geschildert.
Der Autor berichtet vieles aus erster Hand, war
er doch im Auftrag der „Thüringer Allgemeine“ als
Berichterstatter der Beerdigungsfeierlichkeiten vor
Ort in Rom.
Der nächste Abschnitt ist „Weißer Rauch im Vatikan – Eine Einladung und ihre Folgen“ überschrieben, wo insbesondere auch auf das Glückwunschschreiben des Eichsfelder Landrates an den neuen Papst, verbunden mit einer Einladung auf das
Eichsfeld und seine Folgen eingegangen wird.
Dann wird über die Burg Scharfenstein als ein historischer Papstort philosophiert, die Außenwirkung
des Papstes unter der Überschrift „Der Papst als
Popstar?“ untersucht und abschließend die Entscheidungen und Ereignisse zum Papstbesuch auf
dem Eichsfeld dargestellt. Thomas Müller versteht
es, diesen Teil durch viele Hintergundinformationen interessant und lesenswert zu gestalten.
Im zweiten Teil „Die Päpste und das Eichsfeld“ geht
Reiner Schmalzl verschwundenen und noch vorhandenen Papstbildnissen auf dem Eichsfeld nach,
behandelt urkundliche Privilegien und erteilte Ablässe zugunsten Eichsfelder Heiligtümer, Kirchen und
Klöster und geht auf Kontakte Eichsfelder Personen
mit Päpsten sowie päpstlicher Ehrungen für Eichsfelder ein. Seine Darstellungen sind „Warum Papst
Pius X. aus dem Eichsfelder Dom verschwand“, Benedikt XIV. erkennt die Marianische Bruderschaft
in Beberstadt an“, „Clemens VIII., Clemens IX. und
Alexander VII. gewähren Hülfensberg-Pilgern Ablass“, „Innozenz III., Bonifaz VIII. und Alexander IV.
nehmen sich des Klosters Beuren“ und Audienzen
von Eichsfeldern im Vatikan, Verbundenheit mit
Päpsten und herausragende Würdigungen“ überschrieben. Dabei ist hier zu unterstreichen, dass
päpstliche Urkunden und Ablässe nur beispielhaft
aufgeführt werden, die Urkundenauswertung lässt
noch viele andere Päpste, so Urban IV. für Gerode
und Reifenstein, für das Eichsfeld tätig werden.
Eine interessante Publikation, die auch über den
eigentlichen Papstbesuch hinaus ihre Bedeutung
nicht verlieren wird.
Paul Lauerwald
Veranstaltungen
Verein für Eichsfeldische Heimatkunde
und Heimatverein Goldene Mark (Untereichsfeld)
Mittwoch, 20. Juli 2011, 18.30 Uhr: Die „bucklige Welt“ rund um Eichstruth. Geologischhistorische Exkursion durch die „Eichsfeldische
Schweiz“. Führung: Dipl.-Theol. Torsten W. Müller
M. A., Dipl.-Geol. Helmut Heiland. Treffpunkt: Vor
der Allerheiligen-Kirche in Eichstruth.
Sonnabend, 27. August 2011, 14.00 Uhr: Theodor Storm und das eichsfeldische Werraland.
Spaziergang zur Teufelskanzel mit geografischhistorischen und literatischen Erläuterungen. Führung: Josef Keppler.
775-Jahrfeier in Eichstruth
Freitag, 15.7.: 18.00 Uhr: Heimatabend mit Festvortrag zur 775-jährigen Geschichte von Eichstruth
(Referent: Torsten W. Müller)
Samstag, 16.7.: 15.00 Uhr: Großer Festumzug
durch Eichstruth, 21.00 Uhr: Kirmestanz
Sonntag, 17.7.: 9.30 Uhr: Festhochamt, anschl.
verschiedenste Veranstaltungen auf dem Festplatz
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Klausenhof
08.09.: ab 10.00 Uhr, Thüringer Märchen- und
Sagenfest.
11.09.: 10.00-18.00 Uhr, Tag des offenen Denkmals. Thema: Romantik, Realismus, Revolution.
Galerie in der Burg Großbodungen
Ab Sonntag, 19. Juni bis zum 28. August zeigt die
Galerie eine persönlich gestaltete Ausstellung
„Meine schönsten Stillleben“. Stillleben faszinieren
seit ihrem Aufkommen als eigenständiges Bildsujet im 15. Jahrhundert durch die Raffinesse der
Malerei und die lebhafte Sinnhaftigkeit der Bildelemente. Diese sind oft Sinnbilder für religiöse
und moralische Inhalte oder verweisen auf die unwiederbringlich verrinnende Zeit. Die Vielfalt der
Stilllebenmalerei steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung, die eintrittsfrei von Mittwoch bis Sonntag,
14.00 bis 18.00 Uhr in der Bodunger Burggalerie
besucht werden kann.
Die Galerie in der Burg und das Café in der Kemenate sind geöffnet von Mittwoch bis Sonntag,
14.00 bis 18.00 Uhr.
Galerie in der Burg, Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen, Fleckenstr. 41, 37345 Großbodungen,
291
Tel. 036077 18934, kontakt@galerie-in-der-burg.
de www.galerie-in-der-burg.de
Wallfahrtskalender September 2011
04.09., Männerwallfahrt nach Germershausen,
9.30 Uhr Wallfahrtshochamt
04.09., Kolpingwallfahrt nach Worbis, 9.30 Uhr
Wallfahrtshochamt
08.09., Seniorenwallfahrt zum Klüschen Hagis, 13
Uhr heilige Messe
11.09., Wallfahrt Mariä Geburt nach Dingelstädt,
10 Uhr Festhochamt
11.09., Wallfahrt „Mariä Geburt“ nach Etzelsbach,
10 Uhr Wallfahrtshochamt
11.09., Wallfahrt „Mariä Geburt“ nach Bischofferode, 10 Uhr Festhochamt
17.09., Kreuzwallfahrt nach Kreuzebra, 19 Uhr heilige Messe
18.09., Prozession zum Sonnenstein, 10 Uhr heilige Messe
25.09., Michaelswallfahrt auf den Hülfensberg, 10
Uhr Wallfahrtshochamt
25.09., Pferdewallfahrt zum Höherberg, 10.15 Uhr
Gottesdienst
Personalien (ohne Gewähr)
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie haben selbst die Möglichkeit, Gratulationen oder andere wichtige Personalia in unserer
Heimatzeitschrift kostenlos zu veröffentlichen.
Bitte haben Sie Verständnis, dass nur Zuschriften berücksichtigt werden, die in der nächstfolgenden Ausgabe publiziert werden sollen.
Bitte verwenden Sie dazu ausschließlich das
auf der vorletzten Seite abgedruckte Formular.
Arenshausen. Wir gratulieren zum Geburtstag:
Heinz Wand (75), Marta Gallrach (89), Johannes
Hesse (80); Ascherode. Wir gratulieren zum Geburtstag: Inge Vollrath (68); Beberstedt. Wir gratulieren zum Geburtstag: Hubert Hornung (79), Ilse
Schilling (67), Walter Seitz (85), Heinrich Heddergott
(72), Josef Heddergott (72), Theresia Hebenstreit
(90), Gisela Nonnast (81), Margaretha Funke (74),
Ursula Schollmeyer (69); Berlingerode. Wir gratulieren zum Geburtstag: Gerhard Hoffmann (78), Rita
Auge (75), Joseph Küllmer (80), Manfred Bosold
(67), Maria Fiedler (67), Rita Schweineberg (77),
Manfred Ellendt (70), Gerhard Jessl (68), Ilse Friedrich (86), Friedrich Pfeiffer (72), Augustin Drobe (74),
Werner König (76), Willi Dornieden (71), Heinrich
Klingebiel (81), Hans-Herbert Klinkowski (83),
Heinz-Josef Klinkowski (78); Bernterode. Wir gratulieren zum Geburtstag: Maria Hebestreit (81), Alfred Hennecke (72), Walter Raabe (72), Joseph Stolze (89), Gerhard Solf (68), Hermann Pfeifenbring
(74), Heinrich Schneppe (68), Margaretha Geburtzky (71), Leo Busse (82), Fridolin Schilling (80), Helmut Wilhelm (68), Heinrich Jung (65), Lieselotte
Seelnad (67), Magdalena Eberhardt (86), Christina
Seeland (70), Klaus Geburtzky (67), Anna Winter
(75), Lothar Voigt (70), Anna Gödecke (76), Rosemarie Hoffmann (67), Eva Wachtel (79), Helmut
Müller (79), Olga Pries (79); Bickenriede. Wir gratulieren zum Geburtstag: Hermann Gaßmann (89),
Agnes Oppitz (81), Edeltraud Richter (77), Maria
Wolf (81), Zita Staufenbiel (70), Renate Degenhardt
(83), Erich Drößler (89), Theresia Hülfenhaus (84),
Annemarie Ebhardt (60), Margaretha Drößler (61),
Erhard Hochhaus (74), Hilmar Wedekind (76), Joseph Reinhardt (73), Reinhold Anhalt (76), Margareta Jakobi (73), Wilfried Munz (81), Joachim Trapp
(62), Winfried Hülfenhaus (71), Roswitha Drößler
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
295
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werden nur schriftlich und nur für die nächstfolgende Ausgabe beim Verlag entgegengenommen. Eine
telefonische Übermittlung und Übermittlung per E-Mail können nicht bearbeitet werden. Eine redaktionelle
Bearbeitung behält sich der Verlag vor. Redaktionsschluss ist der 10. des Vormonats.
296
Eichsfelder Heimatzeitschrift – Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Inhaltsverzeichnis
Josef Keppler: 175 Jahre Stockmacher in Lindewerra 241
Franz Huhnstock: Windmühlen auf dem Eichsfeld
Ewald Holbein: Der Dingelstädter Riethpark wird
100 Jahre
Josef Bodmann: Weinanbau - auch auf dem Eichsfeld 269
245
Bernd Siebert: Bernshausen präsentiert
Dorfgeschichte zur 1175-Jahrfeier
249
Torsten W. Müller: 775 Jahre Eichstruth
251
Edgar Rademacher: 100 Jahre Kindergarten Hüpstedt 253
Gerhard Rexhausen: Aus den Lebenserinnerungen
der Freifrau Gertrud von Minnigerode (3. Teil)
256
Heino Richard: Zur Heiligenstädter Münzgeschichte
259
Heribert Reinhardt: Wie die Eichsfelder Straßen zu
ihren Namen kommen
262
Hubert Gunkel: Aus vergilbten Briefen: Eine gute Sense 263
Bertram Strecker: Die Teuerung und ihre Behandlung
durch die Verwaltung
264
Dieter Wagner: Beschreibung der landwirtschaftl. und
wirtschaftl. Verhältnisse im Landkr. Duderstadt 1972 266
267
Stadt Duderstadt: Brot und Hering für die Ärmsten
270
Das historische Eichsfeldfoto
271
Wir gedenken
Otto Gorsler: Pfarrer Nikolaus Demme
273
Berichte aus dem Eichsfeld
mitgeteilt von Edgar Rademacher
274
Kirche, Kultur und Traditionen
279
Peter Anhalt: Wer fand das Gnadenbild von Etzelsbach? 279
Aus den Eichsfelder Vereinen
282
Kennen Sie das Eichsfeld?
287
Eichsfelder Mundart
287
Buchvorstellungen
289
Veranstaltungen
290
Personalien
291
Titelbild: Dorfteich in Bodensee. Foto: Josef Keppler.
Eichsfelder Heimatzeitschrift - Die Monatsschrift für alle Eichsfelder
Internet: www.meckedruck.de/eichsfeld
ISSN 1611-1648
Herausgeber:
Helmut Mecke, 37115 Duderstadt (Eichsfeld)
Redaktionsadresse: Eichsfelder Heimatzeitschrift
Postfach 1420, 37107 Duderstadt (Eichsfeld), Fax (05527) 98 19 39
Redaktion:
Gerhard Germeshausen, Josef Keppler,
Helmut Mecke, Edgar Rademacher
Manuskripte und Fotos senden Sie bitte ausschließlich an die Redaktion. Eine Veröffentlichung kann nur honorarfrei erfolgen. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie uns
zu einem Ausdruck auch Ihre Text-Datei auf Datenträger oder über eine E-Mail zur
Verfügung stellen würden. Für unaufgefordert zugesandte Unterlagen wird keine
Gewähr übernommen. Eingangsbestätigungen erfolgen nicht. Eine persönliche
Abgabe von Manuskripten ist im Verlagsbüro Mecke Druck, Christian-Blank-Str. 3,
37115 Duderstadt (Eichsfeld), zur Weiterleitung an die Redaktion möglich. Die Veröffentlichung von Beiträgen kann nur vorgenommen werden, wenn diese eindeutig
mit dem Namen und der Adresse des Autors bezeichnet sind. Manuskripte, die von
der Redaktion nicht verwendet werden, können nur zurückgesandt werden, wenn
der Einsender einen ausreichend frankierten Rücksendebriefumschlag beilegt. Eine
Stellungnahme erfolgt nicht.
Die Redaktion behält sich eine Kürzung der Beiträge vor. Aufsätze und Beiträge
geben ausschließlich die Meinung und den Kenntnisstand des Verfassers wieder.
Redaktionsschluss ist am 10. eines jeden Monats.
E-Mail-Adresse für Beiträge u. redaktionelle Mitteilungen:
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Beirat:
Bernhard Berkhahn, Worbis, Wolfgang Friese,
Heilbad Heiligenstadt, Ewald Holbein, Dingelstädt,
Bertram Kieler, Struth, Paul Lauerwald, Nordhausen,
Dr. Gerd Leuckefeld, Leinefelde, Herbert Pfeiffer,
Duderstadt, Heribert Reinhardt, Duderstadt,
Gerhard Rexhausen, Gieboldehausen, Anne Severin,
Heilbad Heiligenstadt, Gerold Wucherpfennig, Seulingen
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Die Eichsfelder Heimatzeitschrift erscheint jeweils am Monatsanfang.
Etzelsbach. Wallfahrtsort des Papstes
Andreas Anhalt
Die Gläubigen im Bistum Erfurt und insbesondere die Eichsfelder
zählen gegenwärtig - unterstützt und angespornt durch die heimischen Tageszeitungen - die Tage bis zum Besuch seiner Heiligkeit
Papst Benedikts XVI. in Deutschland und halten es für eines der
bedeutendsten Ereignisse in der eichsfeldischen Geschichte, dass
der Pontifex das Wallfahrtsland Eichsfeld und hier den kleinen,
stillen Marienwallfahrtsort Etzelsbach bei Steinbach mit seinem
Besuch beehren will, wofür inzwischen ein minutiös festgelegter
Zeitplan vorliegt.
Andreas Anhalt
Etzelsbach
Etzelsbach – Wallfahrtsort des Papstes
Andreas Anhalt: Etzelsbach. Wallfahrtsort des
Papstes. Hg. vom Bistum Erfurt, Duderstadt 2011
Während umfassende Vorbereitungen in vielfältigen Organisationsbereichen schon öffentlich wie intern stattfinden, wird die
neogotische Wallfahrtskirche auch jetzt schon wesentlich häufiger
Wallfahrtsort des Papstes
von Gästen aufgesucht, als dies bisher in den Monaten vor den
bekannten Wallfahrten im Sommer eigentlich üblich ist. Viele
wollen - sich erinnernd oder vorab - einen Blick auf den „Wallfahrtsort des Papstes“ im Eichsfeld werfen,
dort beten und etwas von dessen Geschichte wissen, die durch den Papstbesuch eine Krönung erfährt.
I SBN 978 - 3 - 86944 - 037 - 8
9 783869 440378
Andreas Anhalt, gebürtiger Steinbächer, jetzt Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde „St. Stefan“ in
Sonneberg, legte bereits 1998 mit seinem Buch „Der Wallfahrtsort Etzelsbach“ einen Beitrag über die
Wallfahrtsgeschichte im Eichsfeld und im Bistum Erfurt vor. Nun erfüllt er gewiss den Wunsch vieler,
indem er eine handliche, reich bebilderte Informationsschrift über die plötzlich vielgenannte nordthüringische Pilgerstätte veröffentlicht.
Um Bekanntes und zudem auch nicht sofort abrufbares Wissen in ausreichender Weise für den Pilger
wie für den historisch Interessierten darzubieten, schlägt er mit der vorliegenden 64-seitigen Broschüre den weiten Bogen vom Geschichtlichen, das bis 1525 zurückverfolgt werden kann, bis hin zur
Meinungsäußerung der Einheimischen in der Gegenwart, die über die Bedeutung Etzelsbachs für ihr
Leben resümieren.
Gleich auf den ersten Seiten findet sich die Legende von der Auffindung des Gnadenbildes, der Pietá
aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, deren kunsthistorische Einordnung und eine Betrachtung ihrer emotionalen Wirkung auf die Wallfahrer. Anschließend informiert der Autor über das besondere
Brauchtum der Pferdesegung, wodurch Etzelsbach im mitteldeutschen Raum bekannt wurde, und erwähnt dann die höchst aktuelle jährliche „Fahrzeugsegnung“ am Sonntag nach dem Christophorustag.
Auf mehreren Seiten schildert er sodann Einzelheiten zur Baugeschichte der Kapelle und beschreibt die
Innenausstattung mit den Vierzehn Nothelfern in beiden Rundfenstern, die Chorfenster von 1900/01, die
Plastiken und Reliefs sowie die Wandbilder von Willy Jakob (1929), bevor er zu Details des Äußeren,
wozu u. a. eine datierte Pietá von 1805 gehört, Stellung nimmt. Mehrere Seiten widmet Anhalt schließlich traditionellem Gebets- und Liedgut von Etzelbach, was insbesondere die Wallfahrer freuen dürfte.
Das Buch kann bezogen werden über alle Buchhandlungen und beim Verlag Mecke Druck,
Postfach 1420, 37107 Duderstadt,
Tel. 05527-981922, Fax 05527-981939,
eMail verlag@meckedruck.de
Format: 13,5 x 19 cm,
64 Seiten, 38 Abbildungen
ISBN 978-3-86944-037-8
5,00 €
ISBN 978-3-86944-037-8 · www.meckedruck.de/buch715
Informationen und Bestellung: www.meckedruck.de/buchprogramm
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Seele and Geist
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