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1 • Was ist Psychotherapie? • Wie wirkt Psychotherapie - ptbn.de

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Was ist Psychotherapie?
Nach einer verbreiteten Definition von Hans Strotzka (1978) ist Psychotherapie „ … ein bewusster und
geplanter interaktioneller Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in
einem Konsensus (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig
gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation) meist verbal aber auch averbal, in
Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomminimalisierung
und/oder Strukturänderung der Persönlichkeit) mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des
normalen und pathologischen Verhaltens.“
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Wie wirkt Psychotherapie?
In der Psychotherapie werden psychologische, wissenschaftlich fundierte Methoden verbaler und
nonverbaler Kommunikation eingesetzt. Psychotherapie versucht, Störungsbilder, Konflikte oder seelische
Belastungen, die eine pathogene (krankmachende) Wirkung in Form von Symptomen oder
Beziehungsstörungen entwickelt haben, im Dialog mit den Patienten zu bessern. Solche Symptome sind
beispielsweise depressive Niedergeschlagenheit, psychosomatische Beschwerden, Angstzustände ohne
realen Anlass oder Zwangssymptome, die zu einem erheblichen Leidensdruck und zu einer Einschränkung
der Lebensqualität geführt haben. Psychotherapie zielt darauf, dass sich der Patient im Gespräch mit dem
Psychotherapeuten mit seinem Erleben und innerem Geschehen auseinandersetzt und einen verbesserten
Zugang zu zugrundeliegenden Konflikten findet. Störungen sollen bearbeitet und schließlich verarbeitet
werden können.
Die verhaltenstherapeutischen psychotherapeutischen Verfahren zielen auf die Förderung und bessere
Nutzung von (vorhandenen) Fähigkeiten und auf die Ermöglichung einer besseren Selbstregulation. So
sollen Patienten im Dialog mit der Therapeutin / dem Therapeuten ihre Gedanken, Bewertungen und
bisherigen Lösungsversuche besser verstehen lernen, um daraufhin ihre Erlebens-, Handlungs- und
Reaktionsmöglichkeiten zu erweitern und gegebenenfalls zu verändern.
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Who is Who? Psychologe, Psychiater, Psychotherapeut … Wer tut was?
Psychologe ist eine Berufsbezeichnung von Personen, die über eine universitäre Ausbildung im Fach
Psychologie verfügen (Diplom-Psychologen bzw. Master of Science [Psychologie]). Psychologen
beschäftigen sich damit, menschliches Erleben (Gedanken und Gefühle) und Verhalten zu beschreiben, zu
erklären, vorherzusagen und zu ändern. Durch das akademische Studium, dass mit dem Diplom bzw. dem
Master abgeschlossen wird, erwirbt die Psychologin / der Psychologe in den verschiedenen Gebieten der
Psychologie wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse und ein umfangreiches Wissen über menschliches
Denken und Fühlen, Lernen und Verhalten und auch darüber, wie man menschliches Verhalten beeinflussen
kann. Nach Abschluss des Psychologiestudiums können Psychologen eine mindestens dreijährige
psychotherapeutische Ausbildung absolvieren, die sie für die eigenverantwortliche Ausübung der
Psychotherapie qualifiziert. So ausgebildete Psychologen werden "Psychologische Psychotherapeutin /
Psychologischer Psychotherapeut" genannt. Psychologische Psychotherapeuten verwenden keine
Medikamente. Sie unterstützen ihre Patienten mit psychologischen Mitteln dabei, psychische Probleme
durch eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und/oder durch gezieltes Einüben neuer
Verhaltensweisen zu überwinden. Falls eine organische Erkrankung mitbehandelt werden muss, oder wenn
bei einer psychischen Störung eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Therapie
notwendig ist, arbeiten Psychologische Psychotherapeuten mit Ärzten zusammen.
Psychiater: Facharzt für seelische Erkrankungen oder Störungen. Psychiater gehen meist von der
körperlichen Seite an psychische Probleme heran. Psychiater haben Medizin studiert. In ihrem Studium
haben sie sich sich in erster Linie mit der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Körpers
beschäftigt und gelernt, diese Erkrankungen zu behandeln. Nach Abschluss des Medizinstudiums haben sie
in medizinischen Einrichtungen eine mehrjährige Facharztausbildung absolviert. In dieser Ausbildung haben
sie spezielle Kenntnisse über Entstehung und Verlaufsformen von Störungen des Geistes und der Seele
erworben und gelernt, diese Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, zumeist mit Medikamenten, den
sogenannten Psychopharmaka. Erst eine psychotherapeutische Zusatzausbildung berechtigt einen
Psychiater (oder einen anderen Arzt), auch Psychotherapie auszuüben und neben der Facharztbezeichnung
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(hier: Psychiater) die Zusatzbezeichnung "Psychotherapie" zu führen. So ausgebildete Ärztinnen/
Ärztewerden "Ärztliche Psychotherapeutin / Ärztlicher Psychotherapeut" genannt.
Psychotherapeut: Ein Psychotherapeut übt Psychotherapie aus. Das kann ein Psychologe ("Psychologischer
Psychotherapeut"), oder ein Mediziner ("Ärztlicher Psychotherapeut") sein oder ein Pädagoge, der für die
Therapie von Kindern und Jugendlichen ausgebildet ist ("Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut"). Alle
drei haben zusätzlich zu ihrem "Grundberuf" eine psychotherapeutische Zusatzausbildung abgeschlossen.
Der Beruf des Psychologischen Psychotherapeuten ist seit dem 1. Januar 1999 durch das
Psychotherapeutengesetz geregelt. Das Gesetz schützt zugleich die Berufsbezeichnung "Psychotherapeut".
Nur diejenigen, die eine Approbation (Berufszulassung) besitzen, dürfen die Berufsbezeichnung
Psychotherapeut führen.
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Welche Art von Psychotherapie ist die richtige für mich?
In der Psychotherapie kann zwischen vier Grundorientierungen unterschieden werden: den behavioralen
Verfahren (hier vor allem die Verhaltenstherapie), den psychodynamischen Verfahren (tiefenpsychologische
Psychotherapie und Psychoanalyse), den systemischen Verfahren (systemische Familientherapie) und den
humanistischen Verfahren (Gesprächspsychotherapie, Hypnotherapie, Körpertherapie, Gestalttherapie). Im
Bereich gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden derzeit die Kosten für die Verfahren der
tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie
übernommen. Diese Verfahren nennt man Richtlinienverfahren. Die Kosten für humanistische und
systemische psychotherapeutische Verfahren, die in anderen Ländern längst anerkannt sind, wie z.B. die
Gesprächspsychotherapie, die Hypnotherapie und die systemische Psychotherapie werden in Deutschland
bislang von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen. Die Wahlmöglichkeit der Patienten
wird dadurch eingeschränkt. In unserer psychotherapeutischen Praxis werden verhaltenstherapeutische
Verfahren angeboten.
Da jedoch viele niedergelassene psychologische Psychotherapeuten neben den Richtlinienverfahren auch
über Weiterbildungen und Kompetenzen in anderen psychotherapeutischen Verfahren verfügen und die
Wirksamkeit einer Psychotherapie nach Ergebnissen der Forschung wesentlich von der Qualität der
persönlichen Beziehung zwischen Patient und Psychotherapeut abhängt, kommt es wesentlich darauf an,
dass hier die richtige Passung vorliegt. Denn Psychotherapie ist eine Beziehung zwischen zwei Menschen
und in dieser Beziehung wird die jeweilige Methode angewandt. Daher kann Psychotherapie nur dann
wirken, wenn diese Beziehung stimmt. Der Patient muss dem Psychotherapeuten vertrauen können; muss
sich bei ihm sicher und respektiert fühlen. Wenn dieses Vertrauen nicht da ist, wenn ein Patient das Gefühl
hat, bei diesem Psychotherapeuten nicht alles sagen zu können, dann ist das ein ernstes Warnsignal, das
wahrscheinlich bedeutet, dass dies nicht der richtige Psychotherapeut für ihn ist. Um also den richtigen
Psychotherapeuten zu finden, sind auf jeden Fall ein Vorgespräch und einige Probesitzungen (maximal 5
probatorische Sitzungen) zum persönlichen Kennen lernen notwendig.
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Werden in der Psychotherapie Medikamente eingesetzt?
Psychologische Psychotherapeuten verordnen keine Medikamente und dürfen dies auch nicht. In der Regel
kommt die psychotherapeutische Behandlung ohne medikamentöse Mitbehandlung aus. In bestimmten
Fällen wird jedoch der Hausarzt oder ein Facharzt eingeschaltet, damit vorübergehend eine
Stützung über Psychopharmaka erfolgen kann. Eine Zielsetzung von Psychotherapie ist es, eine dauerhafte
Einnahme von Psychopharmaka überflüssig zu machen.
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Bei welchen Beschwerden sollte ich einen Psychotherapeuten aufsuchen?
Viele Beschwerden und Symptome können auf tiefer liegende seelische Belastung oder Störung hinweisen.
Eine Abklärung ist beispielsweise sinnvoll, wenn es zu einem länger anhaltenden Gefühl der inneren Leere
kommt, wenn unerklärliche Angstzustände ohne entsprechenden Anlass auftreten oder wenn man von
Zwangsgedanken oder -handlungen geplagt wird. Weiterhin ist ein Warnsymptom, wenn es in Beziehungen
mit Mitmenschen zu immer gleichen Abläufen kommt und man das Gefühl hat, einem inneren Muster zu
erliegen und darunter zu leiden. Beispielsweise können häufige Trennungen auf einen unbewussten Konflikt
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hinweisen, der sich jeweils neu in Beziehungen wiederholt. Ein weiterer Bereich sind somatische Symptome,
für die eine hausärztliche oder fachärztliche Abklärung keine ausreichende organische Begründung liefert.
Es kann sich dann um sogenannte psychosomatische Störungen handeln, deren eigentliche Ursache im
seelischen Bereich zu suchen ist. Beispielsweise kann dies häufig bei Schmerzsyndromen der Fall sein, bei
Hauterkrankungen, bei Störungen im Magen-Darm-Bereich oder bei manchen Herzerkrankungen.
Eine psychotherapeutische Abklärung ist grundsätzlich sinnvoll, wenn man längere Zeit einer erheblichen
Stresssituation oder Belastung ausgesetzt ist, weil diese akuten Belastungen häufig der Auslöser für eine
psychische Erkrankung sind.
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Woran erkenne ich qualifizierte Psychotherapeuten?
Seit 1999 ist der Begriff "Psychotherapeut" geschützt und an bestimmte Ausbildungen gebunden. Es wird
nun zwischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Psychologischen Psychotherapeuten und
Ärztlichen Psychotherapeuten unterschieden. Psychologische Psychotherapeuten sind von der
Grundausbildung her Diplom-Psychologen oder Master of Science (Psychologie) mit mehrjähriger
psychotherapeutischer Ausbildung. Ärztliche Psychotherapeuten sind in der Grundprofession Ärzte und
haben eine psychotherapeutische Weiterbildung absolviert. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
behandeln Personen im Alter von 0 – 21 Jahren. Sie sind von der Grundausbildung her Psychologen,
Pädagogen oder Ärzte mit einer mehrjährigen psychotherapeutischen Ausbildung. Nur der Titel
"Psychotherapeut" ist geschützt. Auch Personen, die nicht berechtigt sind, diesen Titel zu führen, dürfen –
auch ohne Zusatzausbildung - in der Öffentlichkeit oder in der Werbung psychologische Behandlungen
anbieten. Die Begriffe "Psychologische Beratung", "Lebensberatung", "Selbsterfahrung" etc. sind nicht
geschützt. Auch die Bezeichnung "Psychotherapie (HPG)“, also nach dem Heilpraktikergesetz ist nicht
immer Garant für eine qualifizierte Ausbildung. Scheuen Sie sich nicht, den Psychotherapeuten Ihrer Wahl
direkt nach seiner Ausbildung zu fragen.
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Überall gibt es lange Wartezeiten - ich brauche aber jetzt Hilfe
Dies ist ein schwieriges und belastendes Thema. Gemessen am Bedarf gibt es in Deutschland nach wie vor
zu wenig Psychotherapeuten, insbesondere solche mit Kassenzulassung. Psychotherapeutische Praxen
sind deshalb häufig überlaufen und haben eine lange Warteliste. Monatelange Wartezeiten sind nicht
ungewöhnlich.
Ein Psychotherapeut macht im Normalfall etwa 30-35 Therapiestunden pro Woche. Eine Therapie dauert
meist zwischen 6 und 12 Monate, oft länger. Das heißt, ein Psychotherapeut kann etwa höchstens 40 – 50
Patienten (in diesem Zeitraum) gleichzeitig betreuen, wenn manche Psychotherapien nur 14 tägig
stattfinden. Eine Warteliste wird so oft nur langsam abgearbeitet. Eine Beschleunigung ist kaum möglich.
Wenn in unserer Praxis in der absehbaren Zeit kein Platz zur Verfügung steht, was vor allem durch die Lage
unserer Praxis am Stadtrand und durch die noch viel geringere Versorgungsdichte mit
psychotherapeutischen Praxen im Land Brandenburg bedingt ist, empfehlen wir Ihnen, sich auf Ihrer Suche
mehr in Richtung der Berliner Innenstadtbezirke zu orientieren, weil es dort mehr psychotherapeutische
Praxen gibt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine Psychotherapie bei einem ebenso qualifizierten
psychologischen Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung im Verfahren der Kostenerstattung zu erwirken.
Eine weitere Möglichkeit ist es, sich Hilfen für den Übergang zu suchen: Selbsthilfegruppen, Aufenthalte in
einer psychosomatischen Einrichtung, im Notfall Psychiatrie. Sprechen Sie Ihre Probleme beim Hausarzt
oder Psychiater an.
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Wie ist Psychotherapie bei den Privatversicherten geregelt?
Der Umfang der Psychotherapie ist bei den verschiedenen privaten Krankenversicherungen unterschiedlich.
Teilweise gibt es pauschale Stundenzahlen pro Jahr (häufig 20 oder 30 Sitzungen), die ohne weiteren
Antrag in Anspruch genommen werden können. Manche Gesellschaften sehen (ähnlich wie bei den
gesetzlichen Krankenkassen) vor, dass zunächst eine Prüfung des Antrages erfolgt und dann über die
beantragte Stundenzahl für Psychotherapie entschieden wird. Bitte prüfen Sie auch, ob Ihre
Privatversicherung die Kosten einer Psychotherapie auch bei Psychologischen Psychotherapeuten
übernimmt. Manche Versicherungen finanzieren nur die Kosten bei Ärztlichen Psychotherapeuten. Die
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Abrechnung der Psychotherapie richtet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und der
Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Die jeweiligen Honorarsätze der beiden
Gebührenordnungen sind identisch.
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Wie ist die Regelung für Beihilfeberechtigte?
Bei Versicherten, die beihilfeberechtigt sind, gilt die Beihilfeverordnung für Psychotherapie. Dort ist
einheitlich geregelt, dass eine Kostenübernahme für die Verfahren tiefenpsychologisch
fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse und Verhaltenstherapie besteht. Falls mehr als 10 Sitzungen
Psychotherapie erforderlich sind, muss ein entsprechender Antrag bei der Beihilfestelle gestellt werden. Die
private Krankenversicherung des Beihilfeberechtigten schließt sich dann meist dem Bescheid der
Beihilfestelle entsprechend an. Die Abrechnung für Beihilfeberechtigte richtet sich nach der
Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Die
jeweiligen Honorarsätze der beiden Gebührenordnungen sind identisch.
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Gibt es Besonderheiten für Menschen die ALG II beziehen oder für
Grundsicherungs- oder Sozialhilfeempfänger?
Nein, für Menschen, die ALG II und/oder Grundsicherung oder Sozialhilfe beziehen gilt das
Beantragungsverfahren entsprechend. Sie sollten sich aber ebenfalls bei Ihrem Kostenträger erkundigen auch danach, wer Ihren Antrag begutachtet und ob das Antragsverfahren durch Chiffrierung geschützt ist.
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Welche psychotherapeutischen Verfahren werden bezahlt?
Nicht alle Psychotherapiemethoden sind über die Krankenkasse finanzierbar. Welche
psychotherapeutischen Verfahren als Kassenleistung anerkannt sind, regeln die Psychotherapierichtlinien
des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen. Derzeit sind als Kassenleistung anerkannt:
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Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Analytische Psychotherapie (Psychoanalyse)
Verhaltenstherapie
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Meine Krankenkasse übernimmt die Kosten bei einem Psychotherapeuten
nicht - was nun?
Bei Privatversicherten: Schließt Ihr Versicherungsvertrag psychotherapeutische Leistungen aus? Dann
müssen Sie wirklich selbst bezahlen.
Bei gesetzlich Versicherten: Die Psychotherapie bei einem Vertragsbehandler hat Vorrang. Wenn Sie aber
keinen Psychotherapieplatz oder eine lange Wartezeit glaubhaft machen können, haben Sie evtl. Anspruch
auf Kostenerstattung in der Psychotherapie.
Die Kostenübernahme durch die Versicherung ist noch unklar, die Therapie hat bereits begonnen. Können
Kosten auf mich zukommen?
Entschieden ja! Klären Sie unbedingt vor Beginn der Behandlung mit Ihrem Psychotherapeuten, ob auf Sie
Kosten zukommen können und in welcher Höhe.
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Was sind "probatorische Sitzungen"?
Um zu klären, ob eine Psychotherapie überhaupt sinnvoll ist und ob Klient und Therapeut zueinander
"passen", übernehmen Krankenkassen und Beihilfestellen meist vorab bis zu 5 "probatorische" Sitzungen
(Vorgespräche). Erst wenn wir die beiden erwähnten Fragen bejahen können, ist für Sie der Zeitpunkt
gekommen, eine Psychotherapie zu beantragen.
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Was mache ich, wenn mir der Psychotherapeut unsympathisch ist?
Die ersten Sitzungen sollten immer immer für beide Seiten Probesitzungen sein. Können Sie sich bei diesem
Psychotherapeuten öffnen, fühlen Sie sich verstanden und geschützt? Eine Therapie kann nur mit einem
gewissen Ausmaß an gegenseitiger Sympathie Erfolg versprechend sein. Sie sind zu nichts verpflichtet.
Sprechen Sie ganz offen mit Ihrem Psychotherapeuten darüber.
Bitte nutzen Sie das Angebot der probatorischen Sitzungen – der „Kennenlern-Sitzungen" dazu, sich in Ruhe
darüber klar zu werden, ob Sie in unserer Praxis richtig sind, d.h. ob Sie die geeignete Psychottherapeutin
oder den geeigneten Psychotherapeuten gefunden haben (manchmal kann es z.B. hilfreicher sein, mit einer
Frau anstelle eines Mannes zu sprechen – oder umgekehrt). Es ist also in Ordnung, wenn Sie einen oder
sogar mehrere weitere Psychotherapeuten vor Ihrer endgültigen Entscheidung kennen lernen möchten.
Auch bei einer einmal begonnenen Psychotherapie werden wir in regelmäßigen Abständen immer wieder
überprüfen, ob die Psychotherapie weiterhin für Sie von Nutzen ist und welche Erfolge Sie bereits erzielt
haben.
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Wie ist die Schweigepflicht geregelt?
Bezüglich der Psychotherapie besteht die im Strafgesetzbuch festgelegte Schweigepflicht. Inhalte der
Therapie dürfen vom Therapeuten ohne Erlaubnis des Klienten an keine Person oder Institution
weitergeleitet werden. Auch die Krankenkasse oder der Hausarzt des Klienten haben keinen Zugriff auf die
Inhalte der Behandlung. Die Krankenkasse erfährt für den Antrag lediglich eine allgemein gehaltene
Diagnose. Der Hausarzt oder der überweisende Facharzt kann jedoch mit Zustimmung des Klienten einen
Bericht vom Psychotherapeuten erhalten.
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Wie lange dauert eine Psychotherapie?
Vorgespräche und gegebenenfalls testpsychologische Diagnostik dienen dazu abzuklären, wie tiefgehend
ein seelischer Konflikt ist und in welchem Umfang Psychotherapie zur Besserung und Heilung angewandt
werden sollte.
Handelt es sich um eine genehmigte verhaltenstherapeutische Psychotherapie als Kurzzeittherapie stehen
25 Sitzungen zur Verfügung. In der Regel wird in wöchentlichen Sitzungen gearbeitet. Aber auch andere
Vereinbarungen sind bei der Kurzzeittherapie möglich. Vor oder bei Ablauf der 25 Sitzungen kann ein
Umwandlungsantrag von einer Kurzzeit- in eine Langzeittherapie gestellt werden. Nach der Befürwortung
durch einen Gutachter in einem anonymisierten Gutachterverfahren werden dann weitere 20
Therapiesitzungen bewilligt. Dieses Verfahren kann im Rahmen der VT durch zwei Fortführungsanträge auf
max. 80 Therapiestunden verlängert werden.
Handelt es sich um eine genehmigte verhaltenstherapeutische Psychotherapie als Langzeittherapie, dann
stehen 45 Sitzungen zur Verfügung. In der Regel wird in wöchentlichen Sitzungen gearbeitet. Vor oder bei
Ablauf der 45 Sitzungen kann ein Verlängerungsantrag auf weitere 15 Therapiesitzungen gestellt werden,
der wiederum das Gutachterverfahren durchlaufen muss. In besonderen Fällen kann ein zweiter
Verlängerungsantrag auf weitere 20 Sitzungen gestellt werden, so dass auch hier für eine
verhaltenstherapeutische Psychotherapie maximal 80 Psychotherapiesitzungen (45 plus 15 plus 20)
beantragen werden können. Bei allen Verlängerungsanträgen ist kein erneuter Konsiliarbericht nötig.
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Was darf ich von einer Therapie erwarten, und was nicht?
Die Dauer einer Sitzung beträgt normalerweise genau 50 min. in seltenen Fällen 25 min. Üblich ist ein fester,
wöchentlicher Termin. Der Psychotherapeut hat das Recht, Ausfallhonorar zu verlangen, wenn Sie
unentschuldigt fehlen. Die Einzelheiten regelt häufig eine entsprechende Vereinbarung.
Während der Sitzung konzentriert sich der Psychotherapeut ganz auf Sie. Sie/ Er wird Ihnen nicht nur
aufmerksam zuhören, sondern Sie auch auf wichtige Dinge und Themen, die er mit Ihren Problemen im
Zusammenhang sieht, ansprechen. Dabei wird er Ihnen helfen, Ihre eigenen Wege und Lösungen
zu finden und wird Ihnen keinesfalls einfach nur "gute Ratschläge" geben, die Sie ohnehin schon von
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anderen kennen und die Sie nicht weiterbringen. Viel oder wenig Psychotherapie ist nicht entscheidend,
wichtig ist, was Sie daraus machen. Ein "guter" Psychotherapeut ist froh, wenn er so schnell wie möglich
wieder "überflüssig" wird. Für die Psychotherapie bedeutet das, dass der Psychotherapeut viel Zeit,
Verständnis und menschliche Wärme für Sie aufwendet. Geduld und Freundlichkeit, vor allem aber
Kompetenz und Erfahrung ist es, was Sie von Ihrem Psychotherapeuten immer erwarten dürfen.
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Wie wirke ich an der Behandlung mit?
Eine verhaltenstherapeutische Psychotherapie wird Ihnen besonders dann helfen, wenn Sie darüber
sprechen, welche Gedanken, Wahrnehmungen und Gefühle sie im Zusammenhang mit dem psychischen
Erleben, dass es zu bearbeiten gilt immer wieder haben, oder was Sie immer wieder bedrängt oder stark
beschäftigt. Das fällt naturgemäß besonders am Anfang schwer. Psychotherapie kann aber nur gelingen,
wenn Sie aktiv mitwirken und Verantwortung in der Therapie wie auch im sonstigen Leben übernehmen.
Dabei ist es die Aufgabe des Psychotherapeuten, Sie als Ihr "Assistent" bzw. "Trainer" auf dem Weg der
Heilung unterstützend zu begleiten - die eigentliche "Arbeit" wird Ihnen der Psychotherapeut aber nicht
abnehmen (können). Der "Heilungsvorgang" selbst (Ihre "Entwicklung") findet nicht nur in der
Behandlungsstunde statt, sondern v.a. in den Zeiträumen zwischen den Psychotherapiestunden. Nutzen Sie
also die Gelegenheit, neue Einsichten und Erfahrungen im Alltag umzusetzen bzw. zu erproben. Von einem
besonders guten Erfolg der Psychotherapie kann man sprechen, wenn Sie zu Ihrem eigenen
Psychotherapeuten geworden sind und damit dauerhaft auf die Unterstützung des Psychotherapeuten
verzichten können.
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