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Ausgabe 05/2012 Wirtschaftsnachrichten Süd

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Graz –City of Feinstaub
Umweltzonen für den Verkehr
sind nicht einmal die halbe Wahrheit:
Wie steht es um Hausbrand und
klimatische Einflüsse?
GRÜNDER
Gerade in Krisenzeiten ist Unternehmensgründung keine schlechte Idee
Zum dritten Mal in Folge gewinnt die Merkur
den Assekuranz Award Austria
K O M M U N A LW I R T S C H A F T
Kommunen präsentieren sich als nationale Sparmeister
I
ERFOLGSGESCHICHTE
EX N K L
P U
& N ORT S I V
EU WIR E S
E M TS P E
ÄR CH C I A
KT AF L
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GZ 02Z033423 M | P.B.B. | Verlagsort 8010 Graz | € 2,50
Foto: Jupiter Images (Montage)
UNABHÄNGIGES WIRTSCHAFTSMAGAZIN FÜR DIE STEIERMARK, KÄRNTEN, OSTTIROL & BURGENL AND 05/2012
DAS TUT DIE KOMMUNALKREDIT
FÜR ÖSTERREICH.
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als sauberer Stromlieferant
Infrastruktur ist die Basis für eine erfolgreiche Zukunft. Aus diesem Grund legt die Kommunalkredit ihren strategischen Fokus auf die Finanzierung von Infrastrukturprojekten, die einer breiten
Öffentlichkeit zugänglich sind. Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Energieversorgung, Anlagen der Wasserwirtschaft sowie der Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sind für die
Allgemeinheit unerlässlich. Jeder hat einen Nutzen davon. Unser Know-how und unsere Erfahrung
sind bedeutendes Kapital für Städte und Gemeinden, damit sie ihre Vorhaben erfolgreich umsetzen
können. Investitionen in öffentliche Infrastruktur sind ein wichtiger Motor für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherung der Zukunft.
EDITORIAL
Berufsstand Lehrer –
eine Parallelgesellschaft
ber viele Jahre hinweg hatten Lehrer
und Wirtschaft einen komplett unterschiedlichen Zugang zur Thematik Bildungssystem. Die Wirtschaft wollte spezifisch ausgebildetes Personal, um die eigenen
Parameter erfüllen zu können, musste aber
erkennen, dass das System immer wieder in
die falsche Richtung ausbildete. Daraus entstand natürlich eine Distanz – um nicht zu
sagen Diskrepanz – zwischen Wirtschaftstreibenden und Lehrern, die leider bis heute
anhält, auch wenn seit Kurzem immer mehr
wirtschaftlich orientierte Lerninhalte Eingang in die starren Lehrpläne gefunden haben.
Ü
Reduzieren wir den Fokus auf Pflicht- bzw.
allgemein bildende höhere Schulen (berufsbildende Schulen wie HAK, HASCH, HTL
seien hiervon bewusst ausgeklammert, da
der Bezug der Lehrer zur Wirtschaft ein
komplett anderer, weil weitaus praxisbezogener ist): In diesem Bildungs-Biotop hat
sich in den letzten Jahrzehnten kaum etwas
bewegt. Man hat sich bei Reformen und Novellierungen in erster Linie gewerkschaftlich
führen lassen und bei Zurufen aus der Öffentlichkeit immer wieder mehr angegriffen
als kooperativ gezeigt. Wie so vieles seitens
der Lehrer als Angriff verstanden wird. Beinahe schon reflexartig. Fast könnte man meinen, dass einige Lehrer (wohlgemerkt nicht
alle!) aus ihrer Schulklassenmentalität nie
herausgefunden haben. Zwölf Jahre Schulbank-Drücken als Schüler, weiter Student an
Universität oder Akademie und wieder zurück an die Tafel – nun eben als legitimierter
Pädagoge. Vielleicht fehlt daher ein wenig
der Blick fürs Wesentliche: für die Anforde-
rungen der „Welt da draußen“, für die
Grundbefähigungen, die die Basis für ein erfolgreiches „Leben nach der Schule“ bilden.
Diskussionen, ob Lehrer als „normale Berufsgruppe“ zu sehen sind, sind immanent
wichtig – Diskussionen über eine Parallelwelt, über ein abgeschottetes Biotop dagegen
mehr als unnötig. Im Vergleich zu anderen
Berufsgruppen – wie etwa die der Ärzte, Manager, Sozialarbeiter – klammern sich Lehrer
an einen strikt vorgegebenen Lehrplan, bedienen sich jedoch gleichzeitig eines Arbeitszeitmodells, das in keiner Weise dem
Grundzweck an sich entspricht: nämlich
junge Menschen motiviert und gebildet in
die Arbeitswelt zu entlassen.
Wo also sind die Lösungsansätze zu suchen?
Lehrer haben das berechtigte Bedürfnis, als
anerkannte Berufsgruppe zu gelten. Sie brauchen optimale Rahmenbedingungen wie
Vorbereitungsräume und schulische Infrastruktur, leistungsgerechte Bezahlung, die
Möglichkeit, sich ihren Fähigkeiten entsprechend einsetzen zu können, sich weiterzubilden und in einer politfreien Zone zu agieren. Somit berechtigte Bedürfnisse wie in jeder anderen Berufsgruppe auch.
Von Lehrern darf man andererseits aber auch
erwarten, dass sie in einem System Umsetzungen vollziehen, die von der Gesellschaft
eingefordert werden. Dass sie ihrerseits
Menschen formen, die die Gesellschaft
nachhaltig prägen – Philosophen ebenso wie
IT-Spezialisten, Physiker, Volkswirte, Geisteswissenschaftler. Dass sie ein intellektuell
breitgefächertes Spektrum helfen abzudecken. Keiner verlangt von ihnen, Erzie-
hungsarbeit im Alleingang zu übernehmen,
aber mit vollem Einsatz mitzugestalten. Man
kann von ihnen einfordern, bei einer Vollbeschäftigung 40 Wochenstunden direkt an ihrem Arbeitsplatz zu agieren – dort, wo Wissen vermittelt und erarbeitet wird. Man kann
auch von ihnen erwarten, dass sie hautnah
am „Point of Sale“ präsent sind, denn der
Dialog mit den jungen Menschen kann nicht
von zuhause aus passieren. Lehrer müssen
als Vor- und Leitbild funktionieren – durch
vormittägliche Contentvermittlung und
nachmittägliche Reflexion bzw. Festigung
der Lerninhalte, durch gemeinsame Erarbeitung zukünftiger Ziele und durch Wertevermittlung an ihre „Schutzbefohlenen“. Damit
es für die heranwachsenden Menschen wieder möglich ist, ab 16.00 Uhr vom Schüler
zum jungen Menschen zu werden. Wenn Eltern ihre Kinder nach einem beiderseits intensiven Arbeitstag wieder übergeben werden, dann dürfen Arbeit und Schule nur mehr
Randthemen sein.
Es gibt viele erstklassige Pädagogen, die
nicht mit Zähnen und Klauen ihre „wohlerworbenen Rechte“ verteidigen, die sich jedoch hüten, gegen das starre System anzutreten – aus Angst vor Mobbing durch ihre
Berufskollegen. Acht-Stunden-Tag, fünf Wochen Urlaub, ordentliche Bezahlung – worin
liegt das Problem,
fragt
Wolfgang Hasenhütl
Herausgeber
hasenhuetl@euromedien.at
dieenst24.at
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k!
Mulden und Container auf einen Klic
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
3
L E S E R A N A LY S E E N T S C H E I D U N G S T R Ä G E R
WIRTSCHAFTS
AUF ERFOLGSK
Die Wirtschaftsnachrichten sind im Süden Österreichs bereits an dritter Stelle bei
den LAE-geprüften Wochen- und Monatszeitschriften.
Reichweitensteigerung von 33 Prozent
Mit einer
Bundesländern Steiermark, Kärnten und Burgenland seit
der letzten Erhebung sind wir die großen
Gewinner der LAE 2011.
in den
25,9 %
22,9 %
21,8 %
19,7 %
14,0 %
Leser pro Ausgabe
Leser pro Ausgabe
Leser pro Ausgabe
Leser pro Ausgabe
Leser pro Ausgabe
Gewinn
trend
News
profil
R
2011 IN SÜDÖSTERREICH:
SNACHRICHTEN
K URS!
Die LAE Leseranalyse Entscheidungsträger ist eine der wesentlichsten Markt-Media-Studien im Business-to Business-Bereich. Sie misst die Verbreitung von Printmedien in
einer bestimmten Zielgruppe der Entscheidungsträger, wobei diese nach Bildung, Einkommen und beruflicher Position definiert wird. Auf Basis von 4.000
Interviews wurden, stellvertretend für 552.000 wirtschaftliche Entscheidungsträger, qualifizierte Daten zum Leseverhalten, zur Entscheidungskompetenz,
zur Funktion und zum Umfeld der Führungskräfte erhoben. Die LAE wird alle zwei Jahre vom IFES Institut für empirische Sozialforschung durchgeführt.
Zum Vergleich ein Blick zu den Tageszeitungen
der LAE-Erhebung 2011:
Die im Wirtschaftsbereich relevante Zeitung Wirtschaftsblatt erzielte in
Südösterreich eine Reichweite von 14,0 %.
Die weiteren Wertungen der in nebenstehendem Diagramm nicht angeführten Wochen- und Monatszeitschriften sind:
Focus 4,2 %, NÖ Nachrichten 4,1 %, manager magazin 3,8 %, WirtschaftsWoche 3,3 %, Capital 2,0 %, Succeed 1,3 %.
Quelle: Leseranalyse Entscheidungsträger 2011.
Wir freuen uns über unseren gemeinsamen Erfolg!
Wir sehen uns – mitten in Ihrer Zielgruppe!
13,0 %
11,8 %
8,7 %
6,3 %
5,6 %
Leser pro Ausgabe
Leser pro Ausgabe
Leser pro Ausgabe
Leser pro Ausgabe
Leser pro Ausgabe
Top-Gewinn
die wirtschaft
Format
Der Spiegel
Industriemagazin
INHALT
Die vielen Gesichter des Feinstaubs
Coverstory
IMPRESSUM
Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz
Medieninhaber (Verleger): Wirtschaftsnachrichten
Zeitschriften Verlagsgesellschaft m.b.H.,
8010 Graz, Stempfergasse 3, Telefon 0316/834020,
Telefax 0316/834020-10, office@euromedien.at,
www.wirtschafts-nachrichten.com
Herausgeber & GF: Wolfgang Hasenhütl
Co-Herausgeber & Verlagsleitung: Josef Lipp
Erscheinungsort: Graz
Chefinnen vom Dienst: Mag. Michaela Falkenberg,
Mag. Sabrina Naseradsky
Redaktion: Jakob Egger, Dr. Marie-Theres Ehrendorff,
Eva Hasenhütl, Barbara Hoheneder, Mag. Arthur
Schwaiger
Fotos: Falls nicht anders angegeben:
Symbol Pictures, Archiv
Layout und Produktion: Hans Obersteiner
Marketing & Verkauf: Mag. Barbara Steiner
Druck: Leykam – Let’s Print
Verlagsvertretung Slowenien: Business Media d.o.o.,
Kotnikova ulica 30, 1000 Ljubljana, Telefon/Telefax
+386/1/5181125, info@bmslovenia.si
Verlagsvertretung Kroatien: Business Media Croatia
d.o.o., Bosutska 9, 10000 Zagreb, Telefon +385/1/6311800, Telefax DW 810, info@bmcroatia.hr
Erscheinungsweise 2012: 10 x jährlich
Anzeigenpreise: lt. aktuellem Anzeigentarif. Es gelten
die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Österreichischen Zeitungsherausgeberverbandes.
Bezugspreis: € 2,50/Ausgabe; Jahresabonnement Inland € 25,–, Ausland auf Anfrage. Das Abonnement ist
jederzeit schriftlich kündbar. Wird es bis zum Bestelltag
nicht gekündigt, verlängert es sich automatisch um ein
weiteres Jahr.
Allgemeines: Alle Rechte, auch die Übernahme von
Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz,
sind vorbehalten. FN 257766v; UID-Nr.: ATU61454508
Verlagskonto: BKS, BLZ 17000, Kontonummer 180038949
Gerichtsstand ist das für Graz örtlich und sachlich zuständige Gericht.
Gründen in der Krise
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Der umfassende
Branchenüberblick.
Sollten Sie diese Beilage nicht in Ihrem Heft
finden, wenden Sie sich
bitte an unsere TelefonHotline:
+43(0)316/834020
6
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
26
Unternehmensgründung in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten? Der Steirer Stefan
Ponsold von „sunnybag“ glaubt, dass das
gar keine schlechte Idee ist.
Erfolg serienmäßig
28
Zum dritten Mal in Folge Platz eins in der
Kategorie „Krankenversicherung“ für die
Merkur beim Assekuranz Award Austria
2012. Die Awards wurden Mitte April vom
ÖVM-Forum in Linz feierlich überreicht.
Green Skills für Green Jobs
34
Derzeit gibt es rund 210.000 „Green Jobs“
in Österreich. Tendenz steigend. Jeder 20.
Arbeitsplatz ist bereits im Umweltsektor
angesiedelt, jeder zehnte Euro wird mit
Umwelt verdient und 11,8 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Bereich erwirtschaftet.
E-Mobilität: Siemens und Verbund
investieren 300 Millionen
Jetzt aktuell
8
Die Debatte um die Einführung einer
Umweltzone in Graz und Umgebung verläuft zum Teil sehr emotional, dient Politikern als Schaubühne und lenkt von
der Realität ab: Feinstaubverursacher
sind Hausbrand, Aufwirbelung , Verkehr,
Industrie und auch meteorologische Einflüsse. Bei all diesen Faktoren ist anzusetzen. Der Verkehr kann nicht alleine
als Sündenbock dastehen.
46
Umweltschützer und Anhänger einer ökologischen Mobilität feiern es als weiteren
Etappensieg, Skeptiker befürchten darin
einen reinen Marketing-Gag: Die Konzerne Verbund und Siemens planen den
österreichweiten Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Über eine gemeinsame Tochterfirma werden bis 2020
300 Millionen Euro in die langfristige Umgestaltung des Verkehrssystems investiert.
Österreichs Gemeinden erwirtschaften
52
Überschüsse
Kommunen als Sparmeister der Nation
Die Schuldenbremse greift, zumindest in
den Gemeinden, die 2011 laut aktuellem
Rechnungshofbericht Überschüsse in der
Höhe von 0,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder rund 390 Mio. Euro erwirtschaften konnten.
Kein Licht am Ende des Tunnels
68
Beim Fachkräftemangel ist auch der Süden Österreichs keine Insel der Seligen:
Drei Viertel der Unternehmer haben Probleme, Mitarbeiter zu finden. In der Steiermark versucht man nun Minderqualifizierte zu fördern, in Kärnten fordert man
einen Internationalisierungsschub, sonst
wird das Problem zum Konjunkturkiller
Nummer eins.
Frisches Blut für Kärntner Tourismus
78
Das Kärntner Tourismusgesetz aus dem
Jahr 1964 wird endlich erneuert: Ziele
sind die Minimierung der Bürokratie, eindeutige Mitbestimmungsrechte der Touristiker und die Aufhebung von Doppelgleisigkeiten. Start ist am 1. Jänner 2013,
entsprechende Urabstimmungen in den
Gemeinden sind schon im Gange.
MENSCHEN & MÄRKTE
Rhen Zeh und Hotel
12 Geschäftsführer
Alexander Zerzer.
Foto: Hotel 12
Weltformat
„Für mich ist der Krieger ein Symbol der Stärke – vor allem der inneren Stärke und soll den
Menschen als Vorbild dienen in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben.“ erklärt der zierliche
Künstler Rhen Zhe. In vielen Arbeitsschritten werden seine Werke geschaffen. Zuerst wurden
seine bis zu 3 Meter großen Skulpturen in Bronze gefertigt, doch „der Glanz des rostfreien
Stahls verleiht meinen Werken die besondere Ausdruckskraft und macht sie zu Weltkrieger“
so Zhe. In Kärnten steht nun eines seiner Werke vor dem Hotel 12 auf der Gerlitze und
begrüßt die Gäste des Hauses auf eindrucksvolle Weise. Inhaber Walter Langer ist mit Rhen
Zhe seit langem befreundet und ist stolz, seine Werk gemeinsam mit dem Chinesischen Botschafter enthüllt zu haben. Drei Monate war die Skulptur am Weg von Peking nach Bremen
per Schiff und von dort mit der Bahn nach Villach.
Ü
+ WEITER SO!
Wenn eine der größten heimischen Banken die
Bank Austria ihr Kreditvolumen um 7,2 Prozent
auf rund 5,1 Milliarden Euro erhöht, um die
heimische Wirtschaft mir Krediten zu versorgen, ist gerade in Zeiten von Basel III ist so eine
Ankündigung als wichtiges Signal zu werten.
Da die Banken durch Basel III gezwungen sind
ihre Risiken, unabhängig der Besicherung des Kreditnehmers, mit ca. neun Prozent Eigenkapital zu hinterlegen, geht Momentan die Tendenz der heimischen
Banken eher dazu ihre Kreditvolumen zu reduzieren. Betriebsmittelrahmen zu
kürzen um weniger Eigenkapital hinterlegen zu müssen ist gerade für die heimische Wirtschaft nicht besonders förderlich. Wir wollen hier nicht von einer Kreditklemme sprechen, sondern von einer zurückhaltenden Kreditvergabe. Daher:
Bitte mehr weitere so positive Beispiele wie das der Bank Austria, wir berichten
gerne darüber.
Ü
– ENTBEHRLICH!
Liebe Lehrer!
Burgstaller und Dörfler fordern das schier Unfassbare:
Lehrer sollen in den Sommerferien Kinder fördern – und
dafür wie jeder andere Berufstätige mit fünf Urlaubswochen auskommen. Ein typischer Fall für unser Plus. Das
Negativum stößt daher umso unappetitlicher auf: Die Lehrergewerkschaft steht schon auf den Barrikaden. Frage:
Was spricht gegen eine geregelte Arbeitszeit für Schülerförderung, Unterrichtsvorbereitung und Ausbau der schulischen Infrastruktur? Nichts! Ebenso wie gegen einen Wegfall von Nachhilfekosten, die bis dato ins Börserl unausgelasteter Pädagogen fließen, denen es anscheinend schwer fällt, Lerninhalte zufriedenstellend zu vermitteln? Oder kennen Sie Ärzte oder Pflegepersonal, die auf mehr Urlaub pochen,
weil sie besonders schwerwiegende Patienten zu betreuen haben? Eines zeigt die
Diskussion „sehr gut“: Die österreichische Bildungsreform wird ausschließlich
über eine Dienstrechtsreform funktionieren. Daher, liebe Lehrer: „Nicht genügend, setzen!“
Ü
PolitRückSpiegel
Es geht um
die Verhältnismäßigkeit
Jetzt schlägt’s 13, aber nicht,
wenn es nach Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek geht.
Ihr hat‘s die 12 angetan. Soviel
Frauen haben nämlich im Vorjahr in Österreich ihren Job verloren, weil sie schwanger waren.
Keine Frage, das sind zwölf
Fälle zu viel. Das reicht der Vorturnerin allen weiblichen Geschlechts keineswegs, denn die
Dunkelziffer sei wesentlich höher. Politike-
rInnen sollten nicht im Trüben
fischen. Ganz im Sinne des Klischees „Böse Unternehmer gegen Schwangere“ will sie mit
den Sozialpartnern über eine
Umkehr der Beweislast diskutieren: Der Arbeitgeber muss dann
beweisen, dass die Schwangerschaft nicht der Grund für die
Entlassung war. Man stelle sich
das Spielchen umgekehrt vor:
Sagen wir, in einer Betriebskasse fehlen 300 Euro und der
Chef bezichtigt einen Mitarbeiter des Diebstahls. Dann müsste
der Mitarbeiter beweisen, dass
er es nicht war. Wo kommen wir
denn da hin?
Nur zur Information: Laut Statistik Austria gibt es in Österreich 300.000 Unternehmer –
von diesen sind heiße zwölf
dann die schwarzen Schafe.
Ihr Scheibenputzer
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
7
COVERSTORY
Die vielen Gesichter des
Feinstaubs
Ein typisches Bild der Grazer Kessellage im Winter: Hier sieht man die Auswirkungen von Hausbrand und Verkehr am deutlichsten.
ie Stadt Graz und teilweise ihr Umland
haben mit dem Streitthema Umweltzone
ein tolles Betätigungsfeld für Politiker,
Studienexperten, Querulanten und den
Wirtshaustisch. Wie es in einer Studie des
Umweltbundesamts heißt, sind die Hauptverursacher des Feinstaubs PM10 der Verkehr, der Hausbrand und die Industrie. Beim
Verkehr stammt der Großteil von Diesel-Kfz
und der Aufwirbelung von Straßenstaub.
Alte, mit Holz oder Kohle betriebene Einzelöfen sind beim Hausbrand die Hauptverursacher. Bei der Industrie stammt ein wesentlicher Teil in den Städten aus der Bauwirtschaft, lokal auch aus industriellen Prozessen. Fakt ist: Zahlreiche Maßnahmen auf
lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene wie zum Beispiel Forcierung
von Partikelfiltern für Diesel-Kfz durch eine
Spreizung der Normverbrauchsabgabe, Tempolimits oder die Umrüstung kommunaler
Flotten haben in den vergangenen Jahren zu
einer Verminderung des Ausstoßes von Feinstaub geführt. Weitere Maßnahmen vor allem bei den Verursachern Verkehr und Hausbrand sind jedoch notwendig, um die Überschreitung der Grenzwerte einzudämmen.
D
Eine sehr interessante Studie zum Thema
Feinstaub und NOx-Reduktionspotenziale
stammt von der TU Graz und datiert mit
28.9.2011. Unter der Schirmherrschaft von
a.o. Univ.-Prof. Dr. Stefan Hausberger wird
schon einleitend bemerkt, dass es in den letzten Jahrzehnten zu einer deutlichen Senkung
8
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Foto: ubz
Die Debatte um die Einführung einer Umweltzone in Graz und Umgebung verläuft zum Teil sehr emotional, dient Politikern als Schaubühne und lenkt von der Realität ab: Feinstaubverursacher sind Hausbrand, Aufwirbelung, Verkehr, Industrie und auch meteorologische
Einflüsse. Bei all diesen Faktoren ist anzusetzen. Der Verkehr kann
nicht alleine als Sündenbock dastehen.
Von Arthur Schwaiger
COVERSTORY
LUFTGÜTEZIELE PM10
Status Quo: EU (2008-50-EG)
Jahresmittelwert 40 μg/m³
Überschreitungen
(2009)
an keiner Messstelle
Maximum: 34 μg/m³
(Graz Don Bosco)
Tagesmittelwert 50 μg/m³
<35 Tage:
(2010)
Überschreitungen
an 32 Messstellen
Maximum: 87 ÜT
Wien Belgradplatz 70
ÜT Graz Don Bosco
IG-L
Überschreitungen
an keiner Messstelle
<25 Tage:
Überschreitungen
an weiteren 37 Messstellen
Quelle: S. Hausberger; Graz, 28.09.2011
der Emissionen der meisten Abgaskomponenten gekommen ist. Resümierend zur Umweltzone als Maßnahme in der Reduktion
PM10 spricht er von Zufahrtsbeschränkungen bis Euro 3 bei Dieselfahrzeugen und
Euro 3 bei Otto-Motoren. Haupteffekt sei die
beschleunigte Flottenerneuerung. Der Effekt
auf NO2-Emissionen sei nur gering, da
EURO 5 kaum geringeres NO2 produziert
als EURO 1 bis EURO 3. Bei zusätzlichem
Anreiz für Filternachrüstungen könne NO2
sogar zunehmen. Aus den Worten des Professors ließe sich ableiten, dass Graz dann
auch noch zusätzlich ein gröberes NO2-Problem hätte.
Joanneum Research hat sich im Auftrag der
Wirtschaftskammer des Themas Feinstaub
in Graz ebenso angenommen. Es steht fest,
heißt es darin, dass die „Luftqualität in der
Landeshauptstadt Graz und Umgebung im
Österreich-Vergleich am stärksten mit Feinstaub belastet ist. Untersuchungen der Tagesmittelwerte von PM10 bzw. die Anzahl
der Grenzwertüberschreitungen für das Jahr
2008 zeigen: Vier Grazer Messstellen befin-
den sich unter den sechs höchstbelasteten
Messstellen in Österreich (UBA 2009). Graz
Don Bosco verzeichnet mit 73 Tagen die
meisten Überschreitungen von 50 μg/m³ als
TMW (UBA 2009).“
Darüber hinaus ist der Raum Graz mit teils
hohen Hintergrundbelastungen durch großräumige Ferntransporte von belasteten Luftmassen konfrontiert. Für den relativ kurzen
Zeitraum der Feinstaubmessungen ausgehend vom Jahr 2001 ist laut Programm zur
Feinstaubreduktion Steiermark 2008 bis dato
kein einheitlicher Trend der Belastungen erkennbar. Dieser Befund kommt u.U. auch
durch die gewählte Methode zustande, die
verbesserungsfähig ist. Für einzelne Messstationen ist ein solcher Trend klar beobachtbar. Aufgrund des hohen Anteils von heizungsbedingten Emissionen im Winter und
der Bedeutung der Witterungslage für die
Immissionsausbreitung, aber auch für
die
tatsächliche
Heizlast wären hier
witterungsbereinigte
Argumente von Umweltzonen-Befürwortern
n Feinstaub ist nachweislich gesundheitsgefährdend
n Die EU droht mit hohen Sanktionen pro Überschreitunstag (400.000 Euro)
n Die Zahl der Überschreitungstage könnte durch eine
Umweltzone um zehn Prozent sinken
n Einsparungen von bis zu 20 Tonnen Feinstaub sind
möglich
Zeitreihen zu erstellen, um hier zu einem
aussagekräftigen Befund zu kommen. Bisher
wurde nur qualitativ argumentiert, dass Immissionen von den jeweiligen meteorologischen Verhältnissen stark geprägt werden
und auch temporäre lokale Einflüsse, wie
z.B. Bautätigkeiten, fallweise zu „Ausreißern“ führen können.
Keine privat- oder volkswirtschaftliche
Kostenberechnung
Weiters führt die Studie an: Von den lokalen
Schadstoffen bleibt Feinstaub klar eines der
Themen mit dem höchsten Standortrisikopotenzial für die Steiermark. Neben der Berücksichtigung in Standort-Rankings und
„anhaltenden Risiken und Problemen in Genehmigungsverfahren besteht das Risiko von
unverhältnismäßigen Politikmaßnahmen, die
von potenziell Betroffenen (z.B. Wirtschafts-
Argumente von Umweltzonen-Gegnern
n Großer Wertverlust bei ausgeschlossenen Fahrzeugen
n Befürchtung von Umsatzrückgängen der Geschäftstreibenden
n Andere Feinstaubquellen bleiben unbeachtet
n Laut einer Studie der TU Graz wird durch Reifenabrieb, Bremsstaub und Aufwirbelung doppelt so
viel Feinstaub verursacht wie durch die Abgasbelastung. Und außerdem: Diese Verpestung produzieren
auch die sonst so hoch gelobten Elektro-Autos
n Umweltzonen in Deutschland haben oft nur 1,5 bis
2 % Feinstaubreduktion ergeben
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
9
COVERSTORY
Bgm. Mag. Siegfried Nagl
Foto: Stadt Graz
kammer Steiermark) bereits als Befürchtung
artikuliert wurden. Dadurch gibt es derzeit
keine Informationen, in welchem Verhältnis
die privat- und volkswirtschaftlichen Kosten
einzelner Maßnahmen zur erzielten Wirkung
stehen. Dazu ist weiters zu bemerken, dass
der Wirtschaftsstandort Graz durch die ungünstigen naturräumlichen Gegebenheiten,
die eine Inversionswetterlage begünstigen,
aufgrund der im Allgemeinen steigenden
Grenzkosten der Vermeidung von Schadstoffen insgesamt bereits aus dieser Tatsache mit
höheren Kosten belastet ist.“
Problem Plabutschtunnel
Ein weiteres heikles Thema sind die hohen
Schadstoffe im Bereich der Plabutsch-Tunnelportale. Aufgrund einer Anfrage seitens
des Umweltamtes der Stadt Graz wurden die
aktuelle Belastung im Bereich der Portale
des Plabutschtunnels erhoben sowie mögliche Auswirkungen auf die Luftqualität im
Westen von Graz geprüft, die eine erneute
Lüftungsumstellung von der derzeitigen Portalentlüftung auf die früher praktizierte
Schachtentlüftung haben könnte. Auslöser
für die hier als Bericht vorliegenden Untersuchungen waren Anrainerbeschwerden über
vermeintlich hohe Schadstoffbelastungen
durch die beiden Entlüftungsschächte des
Plabutschtunnels, die allerdings seit der Inbetriebnahme der 2. Tunnelröhre im Herbst
2004 nicht mehr der Tunnelentlüftung dienen. Die Tunnelabluft wird nunmehr durch
den Selbstentlüftungseffekt infolge des Fahrzeugschubs über die beiden Portale abgeführt.
Wie sensibel das Thema Feinstaub ist, zeigt
sich auch am wahlkämpfenden Grazer Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, neben seiner grünen Vizebürgermeisterin Lisa Rücker
10
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
LR Dr. Gerhard Kurzmann
wohl der größte Befürworter der Umweltzone. Gebetsmühlenartig predigt er die Vorteile einer Umweltzone herunter, ja lässt sogar geharnischte E-Mails versenden, u.a. mit
den Worten: „In der hitzig geführten Debatte
um die Umweltzone überschlagen sich vermeintliche Gegner mit Argumenten, leider
auch Falsch- und Scheinargumenten, gegen
die Einführung einer derart gesundheitssichernden Maßnahme. Ich nehme diese Panikattacke zum Anlass, alle Fakten rund um
die Vorgehensweise nochmals zusammenfassend darzulegen ...“ Und weiter zur Vorgehensweise: „Die Stadt Graz hat Expertinnen und Experten von Umweltamt (Stadt
Graz) und Umweltabteilung (Land Steiermark) beauftragt, bis Juni einen Maßnahmenkatalog betreffend der Umweltzone auszuarbeiten und diesen akkordierten Katalog
den Menschen zu präsentieren. Hierbei werden sämtliche Bestandteile der zukünftigen
Umweltzone erarbeitet: Betroffene Gebiete,
Foto: FPÖ
Geltungszeitraum der Umweltzone, betroffene Abgasklassen, Ausnahmen, begleitende
Maßnahmen, soziale Abfederungen, Übergangsfristen etc ...
Keinesfalls werden Maßnahmen in diesem
Zusammenhang überfallsartig eingeführt,
gleichzeitig ist aber sicherzustellen, dass es
zu keiner Verschleppung dieser für die Gesundheit notwendigen Entscheidungen
kommt.“
Hausbrand und Industrie
Man vermisst allerdings die Behandlung der
Fragen, was man bei der Industrie machen
könne. Auch das Thema Verminderung des
Hausbrands überlässt er seinem Kontrahenten auf Landesebene, Dr. Gerhard Kurzmann. Dieser wehrt sich vehement gegen
eine Umweltzone und verweist auf sein Luftreinhalteprogramm, das der Feinstaubreduktion wesentlich mehr bringe: „Was machbar
ist, haben wir mit unseren 45 Einzelmaßnahmen auf den Weg
gebracht.“
Und:
„Auch wenn man
Verbesserungen
schafft, werden wir
aufgrund der topografischen Lage und
des Wetters den Tagesmittelwert immer
wieder überschreiten.“
Ü
Auch wenn’s ordentlich qualmt: Autos
sind nicht die einzigen
Umweltverpester.
Foto: Jupiterimages
COVERSTORY
„Laut Kurzmann ist der Hausbrand
zu 50 Prozent schuld am Feinstaub in Graz“
aher sollen bis 2030 80.000 Grazer
Haushalte mit Fernwärme beheizt werden, derzeit sind es 40.000. Der Mann,
der diese Pläne umsetzen soll, ist Gert Heigl,
Geschäftsführer bei der Energie Graz: Durch
den Schulterschluss zwischen Stadt und
Land sei das zu schaffen. Ohne die Förderungen könnte man nicht so expandieren.
Kürzlich gab die Landesregierung wieder 2,9
Millionen Euro für Fernwärmeprojekte frei.
Gut aufmunitioniert mit Zahlen ist auch der
steirische WK-Präsident Ing. Josef Herk:
„Man sollte auch dem Luftreinhalteprogramm eine Chance geben. Die Maßnahmen
sind jetzt schon in Umsetzung, doch man
muss diesen Maßnahmen nun auch Zeit geben, damit sie ihre Wirkung entfalten können. Analysen haben ergeben, dass das Luftreinhalteprogramm zwischen 22 und 28 Tonnen Feinstaub einspart, und die zuletzt diskutierte Umweltzone würde im 1. Jahr 4,4,
Tonnen und im zweiten Jahr 1,6 Tonnen –
also insgesamt nur sechs Tonnen – bringen.“
Wissen sollte man auch, dass die Emissionen
im Winter ihren Höchstwert erreichen, wie
eine Präsentation von Univ.-Prof. Hans Puxbaum zum Thema „Hausbrand und Feinstaub“ zeigte, wesentlich verursacht aus
Holz (Biomasse) und Rauch sowie Ammonium-Nitrat aus Gasen. Übrigens zum Vergleich: Eine Erdgaskleinanlage erzeugt an
PM2,5 nur 0,05 mg/MJ, Holzpellets zwischen fünf und 30, Holz-Scheitholz Alt 100
bis 500 und ein Diesel-Pkw zwei.
D
Fazit: Die Rollen sind in der Feinstaubdebatte gut verteilt. Nagl ist der brave Petzi,
Kurzmann das kämpferische Krokodil und
Voves und Schützenhöfer sind die wohlwollend nickenden Großvater und Großmutter
Petz. Gespielt wird in einer Stadtidylle, aus
dem Kamin des Bärenhauses qualmt Ofen-
rauch, am Horizont rauchen Industrieschlote
und der Postler rauscht mit einer alten Karre
herum. Nur der Kasperl fehlt noch. Aber für
einen lustigen Charakter ist die Sache ohnedies zu ernst.
Ü
Was aus den Rauchfängen so abgelassen
wird, macht Graz zum zweifelhaften Spitzenreiter in der Feinstaubbilanz.
Foto: Jupiterimages
Mit den Eisenbahnstrecken von Graz nach Köflach
bzw. Wies-Eibiswald, sowie mit den zahlreichen
Buslinien erschließt die GKB umweltbewusst und
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
11
WIRTSCHAFT & POLITIK
Neue Wege
SPÖ-Graz-Vorsitzende Dr.in Martina Schröck im Gespräch mit den
Wirtschaftsnachrichten über die Gründe, warum sich die SPÖ nun verstärkt um Kleinunternehmen kümmert.
schen, die hart arbeiten und dennoch nicht
in Luxus leben können – und es darf auch
für SozialdemokratInnen hier keine Unterschiede geben, ob jemand angestellt oder
selbstständig ist. Denn für uns dürfen nur die
zu lösenden Probleme der Menschen zählen.
n Was sind denn die Probleme der BetreiberInnen von Einzel- und Kleinunternehmen?
Diese riesige Gruppe an Menschen – alleine
in Graz gibt es rund 20.000 Einpersonenunternehmen bzw. Unternehmen mit weniger
als zehn Angestellten – fühlt sich, das zeigen
Umfragen, von der Politik regelrecht im
Stich gelassen. Nur acht Prozent von ihnen,
so eine Untersuchung des Zukunftsinstitutes
Wien, fühlen sich von der Politik in ihren Interessen wirklich vertreten. Ein Riesenproblem für diese UnternehmerInnen stellt das
Thema „Krankheit“ dar. Es darf in unserer
Zeit nicht sein, dass Menschen krank zur Arbeit gehen, weil sie sich Kranksein nicht leisten können. Die soziale Absicherung von BetreiberInnen von Kleinunternehmen liegt im
Argen, hier ist die Politik gefordert. Auch
gibt es kaum Hilfe dann, wenn der gewünschte finanzielle Erfolg nicht eintritt.
Und die Höhe der Sozialversicherungskosten
stellt auch ein Problem dar.
n Aber es gibt doch sehr viele Angebote
für diese UnternehmerInnen?
Es gibt einige Angebote, aber nicht genügend. Ein Problem dabei ist aber auch, dass
diese Angebote vielfach zu allgemein gehalten sind und nicht auf die speziellen Bedürfnisse der einzelnen UnternehmerInnen eingegangen werden kann. Das liegt sicherlich
auch daran, dass die Zahl der Einzel- und
Kleinunternehmen in den letzten Jahren
massiv gestiegen ist und die Branchenvielfalt
immer größer wird.
n Was kann denn die Kommunalpolitik
hier zur Verbesserung beitragen? Anders gefragt: Sind hier nicht Bund und
Land gefordert?
Natürlich sind sie das – aber erstens können
Kommunen auch Druck auf Bund und Länder ausüben, zweitens gibt es auch auf kommunaler Ebene genügend Möglichkeiten,
bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.
Etwa dadurch, dass man Räumlichkeiten zur
Verfügung stellt, welche von mehreren Einzel- und Kleinunternehmen gemeinsam genutzt werden können. Oder dass man beim
Marketing oder der Nutzung neuer Informationstechnologien unterstützend eingreift
und Plattformen zur Vernetzung schafft sowie ihnen eine Anlaufstelle anbietet. Vor allem aber gilt es in erster Linie einmal den direkten Kontakt zu diesen UnternehmerInnen
zu suchen. Das hat die Politik bislang verabsäumt, ich will das nun auf Grazer Ebene
ändern.
n Wie wollen Sie das tun?
Ganz einfach: Man wird mich in den nächsten Monaten in vielen EPU- und KU-Betrieben sehen, ich werde versuchen, so viele Gespräche wie nur möglich zu führen – auch
im Rahmen unserer „Graz-Tour“, bei der wir
mehr als 40.000 Begegnungen planen.
Ü
Weitere Infos unter:
www.mehrfuergraz.at
Die neue Vorsitzende der SPÖ Graz will die
Foto: KK
Partei wieder an die Spitze führen.
n Frau Stadträtin, Sie haben bei Ihrer
Wahl zur Vorsitzenden der Grazer
SPÖ im vergangenen Jänner versprochen, die Sozialdemokratie in Graz zu
öffnen. Nun haben Sie kleine und Einzelunternehmer als Zielgruppe sozialdemokratischer Politik entdeckt. Ein
gewagter Schritt für eine Partei, die
sich primär den Interessen der ArbeitnehmerInnen verpflichtet fühlt, oder?
Nein, gar nicht. Denn die Sozialdemokratie
hat sich immer für jene Menschen eingesetzt,
welche die wahren LeistungsträgerInnen unserer Gesellschaft sind. Und dies sind eben
nicht jene Menschen, die nur von den Zinsen
ihres Vermögens in Reichtum leben können
– ganz im Gegenteil: Es sind all jene Men-
12
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Gemeinsam mit StR. Michael Grossmann strebt Martina Schröck nun mehr als 40.000 persönliche Begegnungen an. Dabei sollen auch zahlreiche EPU und KU besucht werden.
Foto: SPÖ
(Mehr) Wertschöpfung durch Wertschätzung:
Michael Ostrowski, Prof. Markus Hengstschläger, Rainer Wälde, Mag. Andrea Keimel, Ökonom Mario Matzer und Moderator Gregor Withalm (v.l.n.r.)
Das Team der Abteilung für Wirtschafts- und
Tourismusentwicklung
Fotos: Stadt Graz / Foto Fischer
15 Jahre für die Wirtschaft
Seit bereits 15 Jahren unterstützt die Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung (A15) der Stadt Graz Unternehmen bei ihren Vorhaben in
der Stadt. Unter dem Motto
„(Mehr) Wertschöpfung durch
Wertschätzung?“ lud die Abteilung im Rahmen des Clubs Zukunft zu einem interessanten
und unterhaltsamen Geburtstagsfest in die Alte Universität.
nau diese Wertschätzung leben zu können.“
Wirtschaftsstadträtin Mag. Sonja Grabner ergänzt: „Im Mittelpunkt muss immer der
Mensch stehen. Wertschätzung trägt immer
auch zur Wertschöpfung eines Unternehmens bei. Denn ohne die Menschen gäbe es
keine Unternehmen. Rund ein Drittel der
steirischen Unternehmen sind in Graz angesiedelt und sorgen somit für ein Kommunalsteueraufkommen von 100 Millionen Euro.
165.000 Menschen sind es, die in diesen Unternehmen arbeiten und somit Wertschöpfung generieren.“ Magistratsdirektor Mag.
Martin Haidvogl: „Wichtig für eine Stadt ist
das positive Miteinander von Stadt und Wirtschaft. Und hier gilt es, der A15 einmal
danke zu sagen für ihre Arbeit. Sie bieten das
Know-how, die Vernetzung und das Service
für Gründer und bestehende Unternehmen.
Zudem gibt es mit der Veranstaltungsreihe
Club Zukunft eine Werkstatt, in der vieles
entsteht. Das ist gut für die Wirtschaft, denn
mit Wertschätzung geht es immer besser.“
Hochkarätige Meinungen
as Service umfasst neben der Betreuung
von Unternehmen, die sich in der steirischen Landeshauptstadt ansiedeln
wollen, vor allem den Wissenstransfer und
die Netzwerkvermittlung im Fokus der A15.
Besonders die Wertschätzung der Unternehmen als auch der Mitarbeiter ist ein Anliegen, wie Abteilungsleiterin Mag. Andrea
Keimel betont: „Wertschätzung hat immer
eine besondere Bedeutung. Es ist nicht immer einfach, diese im Alltag und im Leben
auch umzusetzen. Wir haben unsere Abteilung vor einem Jahr neu strukturiert, um ge-
D
14
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Unter den zahlreichen Gästen konnten einige
namhafte Interviewpartner gewonnen werden. DiTech-Gründerin Mag. Aleksandra Izdebska: „Wertschätzung ist die Basis für zwischenmenschliche Kommunikation. Denn
durch mehr Wertschätzung entsteht meiner
Erfahrung nach mehr Wertschöpfung. Wichtig ist hierbei auch die Qualität und Nachhaltigkeit von Wertschätzung. Wertevermittlung
erfolgt aber nicht zuletzt durch die eigene
Haltung. Eltern geben hier viel – auch unbewusst – an ihre Kinder weiter.“ Der Finanzwissenschaftler Mag. Mario Matzer erklärt:
„Wertschätzung ist eine äußerst wichtige Kategorie, wird aber in unserer Gesellschaft in
erster Linie mit Geld assoziiert. Geld ist auch
Psychologie, macht aber nicht glücklich.
Glücklich macht eben Wertschätzung, die bei
uns aber leider sehr oft durch den Rost fällt.“
Herausgeber, Trainer und Moderator Rainer
Wälde: „Wertschätzung spiegelt die Sehnsucht vieler Menschen wider. Wie ein
Mensch sich z.B. in seinem neuen Arbeitsumfeld fühlt, entscheidet sich in den ersten
drei Minuten, denn hier stellt sich die Frage:
Werde ich angenommen? In den ersten drei
Stunden zeigt sich, wie wohl sich der Mitarbeiter fühlt und in den ersten drei Tagen entscheidet sich dann, ob der Mitarbeiter eine
Zukunft im Unternehmen hat. Denn viele
Unternehmen leben den Wert der Geringschätzung. Aber Wertschätzung hängt mit der
Kombination von Herz und Kopf zusammen.“ Dass man Wertschätzung und Wertschöpfung – siehe Buwog et al. – auch ganz
anders sehen kann, beleuchtet bissig ironisch
Michael Ostrowski. Prof. Markus Hengstschläger, Genetiker, Bestsellerautor: „Wertschätzung ist nicht genetisch, aber gesellschaftlich vererbbar. Dieses Humankapital
müssen wir nutzen und das Talent der Wertschätzung fördern, damit Wertschöpfung entsteht. Wertschätzung gehört zu der Talentgruppe der sozialen Intelligenz, die in Österreich leider nicht unterrichtet wird.“
Insgesamt waren sich alle einig, dass Wertschöpfung nur durch Wertschätzung entstehen kann. Das Fragezeichen im Titel der Veranstaltung konnte so ohne Wenn und Aber in
ein Rufzeichen umgewandelt werden. (Mehr)
Wertschöpfung durch Wertschätzung!
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WIRTSCHAFT & POLITIK
Ladegutsicherung – gesicherte Ladung!
as Thema Ladungssicherung eignet sich
sehr gut dazu, die Prävention anzusprechen – also rechtzeitig Sicherheits- bzw.
Sicherungsmaßnahmen zu treffen, um z.B.
einen Unfall zu verhindern. Oder anders ausgedrückt: Wenn man die Ladung nicht vor
Fahrtantritt gut gesichert hat, fällt sie möglicherweise einem selbst oder jemandem anderen auf den Kopf.
Wesentlich genauere Beladungsvorschriften
als früher findet man seit August 2003 im
Kraftfahrgesetz. Seit Juli 2005 ist aufgrund
einer Änderung des Führerscheingesetzes
auch das Vormerksystem („Punkteführerschein“) in Kraft – und eines der darin festgeschriebenen Vormerkdelikte ist die mangelhafte Ladungssicherung.
Der Personenkreis, der aufgrund einschlägiger verkehrsrechtlicher Bestimmungen bei
mangelhafter Ladungssicherung bestraft
werden kann, beschränkt sich nicht auf den
Lenker allein. Zumindest verwaltungsstrafrechtlich können auch der Belader und der
Zulassungsbesitzer bestraft werden. Dazu
kann allenfalls noch eine straf- und zivilrechtliche Verantwortung bzw. Strafe kommen.
Darüber hinaus sollte man folgende Überlegungen anstellen: Ladegut unterliegt während des Transportes physikalischen Naturgesetzen, die schon länger als irgendeine
Vorschrift wirken. Kräfte auf die Ladung
wirken allein aufgrund des Fahrbetriebes –
und diese Kräfte können im Fall einer Notbremsung ganz schön groß werden (80 Prozent des Eigengewichtes der Ladung). Diese
Kräfte sind durch Maßnahmen der Ladungssicherung zu beherrschen, weil die Reibung
allein in den seltensten Fällen genügt, eine
Ladung ausreichend zu sichern.
Und die Notbremsung gehört
insoferne zum sogenannten
normalen Fahrbetrieb, als diese
aufgrund der Verkehrssituation
notwendig sein kann, um
Schlimmeres zu verhindern.
Der Gesetzgeber schreibt als
Zielvorgabe vor, dass eben
diese Kräfte aus dem Fahrbetrieb zu beherrschen sind und
sich Ladegut prinzipiell nur geringfügig bewegen darf, um einen unsicheren Fahrbetrieb, den
Verlust der Ladung und Gefährdung von Personen zu vermeiden. Dadurch ist die Verbindung zwischen physikalischen
bzw. fahrphysikalischen Zusammenhängen mit den gesetzlichen Regelungen hergestellt.
Konkrete Handlungsanweisungen darüber, wie Ladegut – vom
D
16
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
DI Martin Gelbmann, Unfallverhütungsdienst
Foto: AUVA
Stückgut bis zur tonnenschweren Baumaschine – zu sichern ist, gibt der Gesetzgeber
nicht vor.
Noch einen Aspekt, der für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung spricht, sollte
man betrachten: Transportschäden aufgrund
mangelhafter Ladungssicherung führen zu
Kundenreklamationen, eventuellen Terminversäumnissen und wohl auch zu höheren
Versicherungsprämien. All das kostet somit
Zeit, Geld und Nerven!
Wer hat nun die Ladungssicherung am Fahrzeug durchzuführen? Der Gesetzgeber nennt
verantwortliche Personen, deren Verantwor-
tung für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung nebeneinander besteht. Es macht
daher Sinn, dass sich jeder, der etwas zu
transportieren hat – egal ob mit eigenen oder
fremden Fahrzeugen – mit allen Beteiligten
einen sicherheitsgerechten Ablauf bezüglich
geeignetem Fahrzeug, Verladung und Ladungssicherung überlegt und von den Staplerfahrern, Lenkern, Frächtern etc. einfordert. Zumeist wird der Lenker die Ladung
sichern (z.B. durch Niederzurren), aber er
muss es richtig bzw. nach den erstellten Rezepten und Anweisungen machen, damit alle
Beteiligten und auch dritte Personen (andere
Verkehrsteilnehmer) geschützt sind. Es ist
auch unabdingbar, dass die erforderlichen
Zurr- und Hilfsmittel (Zurrgurte, Antirutschmatten, Kantenschoner …) vorhanden sind
bzw. von den Arbeitgebern zur Verfügung
gestellt und bei Beschädigung ausgetauscht
werden.
Übrigens: Die Bestimmungen bezüglich Ladungssicherung gelten auch für private
Transporte – wenn Sie also z.B. auf Urlaub
fahren oder z.B. etwas auf dem Dach ihres
PKW transportieren, denken sie daran:
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WIRTSCHAFT & POLITIK
Fernwärmeausbau geht auf Hochtouren weiter!
Prozent
aller
Grazer Haushalte haben sie
bereits, doch es sollen
noch viel mehr werden.
Nämlich 50 Prozent aller
Grazerinnen und Grazer
sollen bis zum Jahr 2030
mit Fernwärme heizen!
Fernwärme ist sicher,
preisgünstig und ökologisch und deswegen wollen wir diese Energieform in möglichst viele
Grazer Häuser bringen“, erklärte Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl bei der öffentlichen Präsentation der Fernwärme-Offensive Anfang des Jahres. „Das ist der beste
Beweis dafür, dass große und nachhaltige
Maßnahmen gegen den Feinstaub möglich
sind, wenn die Politik konsequent an einem
Strang zieht“, zeigt sich die Grüne Bürgermeister-Stellvertreterin Lisa Rücker zufrieden.
Im vergangenen Jahr wurden mehr als 4.000
Wohnungen neu an das Grazer Fernwärmenetz angeschlossen und damit die Planwerte
für das Jahr 2011 um über 40 Prozent über-
Die Geschäftsführer der Energie Graz Dr. Rudolf
Steiner und Dr. Gert Heigl, Vize-Bgmst. Lisa
Rücker und Bgmst. Mag. Siegfried Nagl (v.li.)
36
Foto: Energie Graz
SchwerpunktAusbaugebiete 2012:
troffen. Ebenso wurden die 5.000ste Fernwärme-Übergabestation in Betrieb genommen und über 20 Kilometer neue Fernwärmetrassen errichtet. „Es war eines der intensivsten Planungs- und Ausbaujahre seit Bestehen der Fernwärme“, berichtet Dr. Gert
Heigl. „Diese erfreulichen Zahlen bedeuten
für die Energie Graz aber keineswegs, die
Hände in den Schoß zu legen. Für das Jahr
2012 ist der Anschluss von 250 Wohnobjekten geplant. Zusätzlich sollen Schulen, Unternehmen, und weitere öffentliche Institutionen an die Fernwärme angeschlossen werden“, berichtet Dr. Rudolf Steiner.
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Prochaskagasse
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Nur wer zahlt’s?
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zeitig vor.
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Stirbt ein geliebter Mensch, erlebt man eine Zeit der tiefen
fen T
Trauer.
rauer
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r. Zugleich bedeutet ein Todesfall
Todesfall
od
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auch immer eine finanzielle
Belastung. Eine rrechtzeitige
echtzeitige
eitige V
Vorsorge
orsorge
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für den Fall der Fälle ist für die Hinterbliebenen eine wichtige Entlastung in einer ohnedies sehr
schwierigen Zeit: Die Generali Bestattungsvorsorge hilft die Bestattungskosten gänzlich oder zumindest teilweise abzudecken. Nä
Nähere
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Um zu verstehen, muss man zuhören.
zuhören.
Unter den Flügeln des Löwen.
WIRTSCHAFT & POLITIK
Junge Industrie prämiert WURSCHT und MUT
Award zeichnet Leistungen für und gegen die Zukunft des Landes aus
Alexander Tessmar-Pfohl, Vorsitzender
der Jungen Industrie Steiermark
einer breiten Bevölkerung?“ waren die wichtigsten Fragen.
Foto: IV
Meinung kundtun
er WURSCHT- und MUT-Award soll
die Frage beantworten, welcher heimischen Politikerin bzw. welchem heimischen Politiker die Zukunft des Landes
scheinbar ganz besonders WURSCHT ist
und wer ganz besonderen MUT gezeigt hat.
Mit dieser Initiative richtet sich die Junge Industrie (JI) Steiermark gegen das österreichische „Weiterwurschteln“.
D
„MUT!-WUT!-WURSCHT!“
Bewusstsein für die derzeit herausfordernde
Situation in Österreich zu schaffen ist der JI
besonders wichtig. „Der Schuldenberg
wächst stetig, unsere Wettbewerbsfähigkeit
sinkt, unsere Strukturen sind nicht mehr zeitgemäß“, fasst der Vorsitzende Alexander
Tessmar-Pfohl zusammen.
Daher hatte die JI Steiermark im April auch
zu einer Diskussion mit dem Motto „MUT!WUT!-WURSCHT!“ geladen, wo diese Probleme von hochrangigen Expertinnen und
Experten – unter ihnen der ehemalige ägyp-
tische Präsidentschaftskandidat und Wahlösterreicher Mohamed Farid-Hassanein –
erörtert wurden. „Wie können Reformen in
Österreich ermöglicht werden?“ und „Wie
reformhemmend wirkt die Gleichgültigkeit
Die junge Generation muss den MUT haben,
ihre Meinung kundzutun und dies auch dürfen, indem ihr dafür Anlaufstellen bereitgestellt werden, so der Schluss aus der Veranstaltung. Dies sei aber nicht so einfach, da
es „in Österreich an der Erziehung zum kritischen Hinterfragen und zum Widerstand
fehlt und es Österreichern daher auch an Veränderungsbereitschaft mangelt“, erklärte
Tessmar-Pfohl. Der Genforscher Markus
Hengstschläger ergänzte: „Individualität
wird im heimischen (Bildungs-)System leider noch nicht gefördert.“ Klare Visionen
und Vorstellungen für die Zukunft und den
Mut, Initiativen gegen den Reformstillstand
zu setzen, das sind die Wünsche der Jungen
Industrie an die Politik. Unterstrichen sollen
diese Forderungen durch den WURSCHTund MUT-Award werden, für welchen politisch engagierte Menschen unter ji@iv-net.at
noch bis zum 30. Juni nominiert werden können. Die Preisverleihung findet am 18. Oktober 2012 in Wien statt.
Ü
Neue Maßstäbe
it der Kooperation zwischen der Christof Holding AG und HTL Mödling Abteilung Holztechnik setzt der steirische
Leitbetrieb neue Maßstäbe bei der umweltfreundlichen Energieerzeugung. Die vollautomatisch gesteuerten Anlagen zur Umwandlung von Biomasse in Strom und Wärme haben einen Wirkungsgrad von 85 Prozent. Von
Johann Christof wurde im Beisein von Umweltminister Nikolaus Berlakovich und den
zuständigen Landesräten Stephan Pernkopf
und Johann Seitinger die Anlage an der HTL
in Mödling in Betrieb genommen. Diese versorgt nun den Labortrakt der HTL mit Wärme
und speist noch zusätzlich Strom ins Netz ein.
CEO Johann Christof ist nicht nur von der
seit drei Jahren in Entwicklung befindlichen
Anlage begeistert, sondern sieht vor allem in
der Kooperation mit der Abteilung Holztechnik der HTL Mödling „ein tolles Beispiel für
sinnvolle Kooperation zwischen Industrie
und Ausbildungseinrichtungen“. Johann
Christof: „Gemeinsam mit Prof. Dr. Franz
Heiligenbrunner, Abteilung Holztechnik der
HTL Mödling, und den Schülern wird die
Anlage in Zukunft auf Herz und Nieren ge-
M
18
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Johann Christof (CEO Christof Holding AG), BM Nikolaus Berlakovich, LR Stephan Pernkopf, LR
Johann Seitinger (v.l.n.r.)
Foto: Christof Group
testet und weiterentwickelt. Die Techniker
und die Auszubildenden werden gemeinsam
mit unserer Entwicklungsmannschaft um
Franz Krammer praxisbezogene Erfahrung
sammeln können und einen wirklichen Beitrag zur Serienreife dieses Produktes leisten.“
Das in Familienbesitz befindliche steirische
Industrieunternehmen hat beträchtliche eigene Forschungsmittel in den vergangenen
drei Jahren investiert und dank öffentlicher
Förderungen durch Kommunal Kredit Public
Consulting (KPC) kann gemeinsam mit der
Abteilung Holztechnik, HTL Mödling, ein
entscheidender weiterer Schritt in Richtung
industrielle Fertigung der Anlage gemacht
werden. Gerade angesichts der weltweiten
Energieknappheit und der Vorgabe zur Erreichung der Klimaziele wird die CO2‐neutrale
Energieproduktion CO2 aus Holz immer bedeutsamer.
Ü
Alles gefördert
Anlässlich der Langen Nacht der Förderungen lud
die Steiermärkische Sparkasse zu einem informativen Förderabend ein.
ir wollen die Unternehmer dann abholen, wenn sie Zeit haben.
Daher hat die Steiermärkische Sparkasse die Lange Nacht der
Förderungen ins Leben gerufen, um Unternehmern die Zeit zu
geben, sich abseits des Tagesgeschäftes über Förderprogramme zu
informieren. Unser Ziel ist es, Unternehmern zu helfen, sich im Förderdschungel besser zurechtzufinden“, so Mag. Franz Kerber, Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter der Steiermärkischen Sparkasse. In
Impulsvorträgen der Förderexperten gab es einen ersten Förderüberblick, der im Anschluss in Gesprächen mit den Experten vertieft werden konnte. Die Unternehmer erfuhren hier konkret, welche Förderungen für sie in Frage kommen. Mag. Johann Moser, Geschäftsführer
Austria Wirtschaftsservice, und Mag. Alexander Schwarz, Geschäftsführer Steirische Beteiligungsfinanzierungsgesellschaft, standen für
Interviews zu den Rahmenbedingungen bei Investitonsförderungen
zur Verfügung. Der Tenor war einhellig: Natürlich gibt es das Sparpaket, doch gibt es bei Wirtschaftsförderungen immer noch viele interessante Zuschüsse, günstige Kredite oder Beteiligungskapital abzuholen. Zudem informierten Dr. Georg Silber, aws – Austria Wirtsschaftsservice, Mag. Andreas Lackner und Mag. Herbert Rössler,
SFG – Steirische Wirtschaftsförderungs GmbH, und DI Karin
Schweyer, Kommunalkredit Public Consulting GmbH, in Kurzrefe-
W
Mag. Alexander Schwarz, Geschäftsführer Steirische Beteiligungsfinanzierungsgesellschaft, Mag. Dagmar Eigner-Stengg, Leiterin
GründerCenter der Steiermärkischen Sparkasse, Mag. Franz Kerber,
Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter der Steiermärkischen
Sparkasse, und Mag. Johann Moser, Geschäftsführer Austria
Wirtschaftsservice (v.l.n.r.)
Foto: Steiermärkische Sparkasse
raten über die verschiedensten Varianten und Vorteile von Förderungen. In Summe hat die Steiermärkische Sparkasse im Jahr 2011 rund
400 Förderungen mit einem Projektvolumen von 130 Millionen Euro
eingereicht und abgewickelt. Die Spezialisten der Steiermärkischen
Sparkasse erledigen für Unternehmen neben der Finanzierung auch
sämtliche Förderungsangelegenheiten. Die Lange Nacht der Förderungen unterstützt Unternehmer, die maßgeschneiderte Förderung für
ihr Projekt zu finden. Die Steiermärkische Sparkasse möchte klare
Akzente setzen und die Investitionen in die steirische Wirtschaft weiter
stark ankurbeln. Franz Kerber: „Es ist unser großes Ziel, mehr Kredite
an die heimische Wirtschaft zu vergeben und Unternehmer zu unterstützen, die für sie passende Förderung zu finden.“
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN
5/2012
19
GELD & FINANZEN
Zuwachs
Präsentiert eine positive, aber
durchwachsene Bilanz: RLB Generaldirektor
Mag. Markus Mair
Foto: RLB Steiermark
Auf eine durchwachsene, aber durchaus positive Bilanz kann die Raiffeisen-Landesbank für das Jahr
2011 zurückblicken. Besonders über ein Kundenwachstum kann sich die Bank freuen.
enn der Fokus ist für Generaldirektor
Markus Mair klar: „Wir sind ganz klar
eine Kundenbank. Daran wollen wir
auch weiterhin festhalten und zudem noch
Kundenanteile dazugewinnen.“ Die Kunden
präsentieren sich volatil und wechselbereit.
Generell ist für Mair das Ergebnis der RLB
durchwachsen, aber zufriedenstellend. Besonderes Highlight des Jahres 2001 war die
Platzierung von Pfandbriefen im Wert von
500 Millionen Euro bei Investoren in ganz
Europa. „Das war operativ mit Sicherheit der
größte Erfolg im Jahr 2011“, so Mair. Daher
sollen auch heuer im Herbst wieder Pfandbriefe im gleichen Wert am Markt platziert
werden. Wo jedoch Licht ist, da ist auch
Schatten, und so musste die RLB mit ihrer
achtprozentigen Beteiligung an der ungarischen Raiffeisenbank eine Abwertung von
20 Millionen Euro vornehmen. „Der Vorfall
ist somit bereinigt. Unser Gesamtergebnis
präsentiert sich so positiv, dass wir Ungarn
verkraften konnten“, ist Mair erleichtert.
D
20
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Bilanzsumme
Mit einer Bilanzsumme von 14, 432 Millionen Euro erwirtschaftete der RLB Konzern
ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Das Betriebsergebnis beläuft sich
auf 146,4 Millionen Euro – ein Plus von einem Prozent. Der Jahresüberschuss vor Steuern sank jedoch um 15,4 Prozent auf 113,9
Millionen Euro. „Wir müssen auch weiterhin
Wachstum halten und generieren, um die
Kriterien von Basel III auch weiterhin erfüllen zu können. Die RLB befindet sich zwar
schon auf Basel-III-Niveau, aber wir brauchen auch weiterhin Eigenmittelwachstum,
um Basel-III-fähig zu bleiben“, sagt Generaldirektor Markus Mair. Viel erwartet er sich
von europäischer Seite. Vor allem im KMU
und Immobilienfinanzierungsbereich ortet
der Generaldirektor noch Handlungsbedarf
der europäischen Politik. „Basel III kann
falsch angewendet auch eine Wachstumsklemme sein“, vermutet Mair. Derzeit gelten
bei den Banken unterschiedliche Regeln für
unterschiedliche Geschäftsmodelle.
Mit einem Kreditwachstum von 2,7 Prozent
ist die RLB auch für ihre Kunden sehr gut
aufgestellt. Mair ortet auch keine bankenseitige Kreditklemme, sondern eher eine geringe Nachfrage durch die Kunden. „Bei vielen Unternehmen vor allem in der Steiermark
ist eine langfristige Investition kein Thema“,
weiß Mair. Da das Kreditvolumen auf Unternehmensseite stagniert, wird im Moment
mehr im Privatkreditbereich investiert.
Die ersten eineinhalb Quartale des Jahres
2012 sieht Mair positiv. Dazu Generaldirektor Markus Mair: „Ab dem 02.01.2012 war
die Stimmung an den Märkten positiv. Das
erste Quartal hat sich gut präsentiert, aber
dennoch haben früher als voriges Jahr Unsicherheitsfaktoren hereingespielt – Stichwort
Spanien und Portugal. Aus heutiger Sicht ist
es schwer eine Prognose zu stellen.“
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN
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an 15 Standorten in der Steiermark, Kärnten und im Burgenland mehr
als 60 Lehrlinge beschäftigt, zehn bis 15 Lehrlinge beginnen jährlich
im Herbst mit ihrer Ausbildung. Engagierte, motivierte Jugendliche
erhalten die Chance, in einem traditionell familiär geprägten Unternehmen die Basis für ihre spätere berufliche Laufbahn zu legen. Auszubildende junge Mädchen und Burschen will man bei Gady „fördern
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GELD & FINANZEN
Außenhandel – sicher mit der Bank Austria
Warum Unternehmen verstärkt
auf Internationalisierung setzen
sollten und welche Auslandsmärkte jetzt besonders attraktiv
sind.
Bernd Meister, Landesdirektor Firmenkunden der Bank
Austria Steiermark
(li.), und Bruno Waldl,
Landesdirektor Firmenkunden der Bank
Austria Kärnten, im
Gespräch.
Foto: UniCredit
n Welche Rolle spielt der Außenhandel
für Österreich?
Meister: Österreich erwirtschaftet mehr als
die Hälfte seiner Erträge durch grenzüberschreitende Geschäfte und zählt weltweit –
gemessen an den Ausfuhren von rund 15.000
Euro pro Kopf – zu den Top-Exportnationen.
n Welche Wachstumsmärkte sind für
österreichische Unternehmen interessant?
Waldl: Neben Deutschland als traditionellem Handelspartner bieten nach wie vor auch
zentral- und osteuropäische Länder, insbesondere die Türkei, gute Wachstumschancen
für österreichische Unternehmen. Global gesehen sind die USA, China, Indien und Brasilien interessante Zukunftsmärkte, die neue
Möglichkeiten für auslandsorientierte Unternehmen öffnen.
22
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
n Was kann die
Bank Austria
für ihre Kunden
wie die ausgezeichneten Kontakte zu Förim grenzüberschreitenden Geschäft
derstellen und Exportversicherern, sorgen
tun?
wir partnerschaftlich für einen effizienten
Meister: Aktuell spielen bei Auslandsgeund reibungslosen Ablauf. Unsere Kunden
schäften die Faktoren Sicherheit und Effiprofitieren von einer optimierten Kalkulatizienz eine ganz besonders entscheidende
onssicherheit bei ihren Auslandsgeschäften.Ü
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GASTKOMMENTAR VON BERNHARD WENGER
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Mit ETCs einfach in Rohstoffe investieren
Direkter Zugang – niedere Korrelation zu anderen Anlageklassen
– ähnlich hohe Sicherheit wie bei Fonds
orgen um eine zunehmende Inflation,
der Boom der Emerging Markets, aber
auch der Wunsch nach einem breit diversifizierten Portfolio – die Gründe für ein
Investment in Rohstoffe sind vielfältig. Mit
börsengehandelten Rohstoffen, so genannten Exchange Traded Commodities (ETCs),
können Anleger Rohstoffe einfach in ihr
Portfolio aufnehmen. Ein großer Vorteil gegenüber Investmentfonds die in Rohstoffaktien investieren. Diese ermöglichen Anlegern nur mittelbare Positionen auf den
Rohstoffmärkten. Ihre Wertentwicklung
und Investment-Eigenschaften weichen
stark von den zugrunde liegenden Märkten
ab. Eine Alternative sind ETCs. Bei ihnen
handelt es sich rechtlich um Schuldverschreibungen. Allerdings bietet die Konstruktion der einzelnen ETCs eine ähnlich
hohe Sicherheit wie Fonds. Die einzelnen
emittierenden Gesellschaften sind haftungsrechtlich strikt abgetrennt. Hinzu
S
kommt: Einige ETCs hinterlegen für jeden
ausgegebenen Anteilsschein das jeweilige
Edel- oder Industriemetall vollständig bei
einem unabhängigen Treuhänder. Im Falle
einer Insolvenz können die jeweiligen Bestände veräußert und die ETC-Investoren
ausbezahlt werden. Mit diesen ETCs können die Anleger so effizient in die Wertentwicklung der Edel- oder Industriemetalle
am jeweiligen Kassamarkt investieren. Allerdings verfügen nicht alle Rohstoffe über
eine so hohe Wertbeständigkeit und Lagerfähigkeit wie Edel- und Industriemetalle.
ETCs auf viele andere Rohstoffe, wie etwa
auf Agrargüter, aber auch auf Öl oder Erdgas, lassen sich daher nicht physisch hinterlegen. Sie bilden stattdessen Rohstoffindizes auf die einzelnen Terminmärkte ab.
Hierzu nutzen sie Swap-Vereinbarungen.
Trotz ihrer rechtlichen Struktur als Schuldverschreibung grenzen besicherte ETCs
mögliche Kreditrisiken mittels Kreditsi-
Zur Person: Der gebürtige Steirer Bernhard Wenger ist als Director bei ETF Securities – dem „Erfinder“ der Exchange Traded Commodities – für den österreichischen Markt zuständig.
Foto: ETF Securities
cherheiten effektiv ein. Zudem können Anleger die Zusammensetzung des Wertpapierportfolios im ETC jederzeit transparent
nachverfolgen.
Ü
Kein Weltuntergang – Nachhaltigkeit ist Programm
it 40.000 neuen Zimmern pro Jahr verbindet Accor Entwicklung und Wachstum mit Nachhaltigkeit auf einzigartige Weise für alle Hotels und Gäste. Das
zentrale Nachhaltigkeitsprogramm der
Accor Gruppe, PLANET 21, ist seit dem
12.04.2012 Programm. „Zu einem Zeitpunkt, an dem die Gruppe vor einer intensiven Expansionsphase steht und zum weltweiten Maßstab der Hotelbranche werden
will, untermauern wir unser Bestreben im
Hinblick auf verantwortungsvolles Wachstum und Mehrwert für alle. Mit dem Programm PLANET 21 machen wir nachhaltige
Hotellerie zum Kernelement der Strategie,
Entwicklung und Innovation des Konzerns.
Ich bin überzeugt davon, dass nachhaltige
Entwicklung ein neues Geschäftsmodell für
uns eröffnen wird. PLANET 21 ist ein hervorragender Antrieb für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Marken, unsere Attraktivität
für Gäste und Partner und die Treue unserer
Mitarbeiter“, führt Denis Hennequin aus,
Chairman und Chief Executive Officer von
Accor. Aus diesem Anlass haben sich die
Accor Hotels in Österreich eine besondere
Aktion für ihre Gäste ausgedacht: Bereits um
21 Euro können die schönsten Städte Öster-
M
24
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
reichs, Bregenz, Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg und Wien, besucht werden. Exklusiv
und einmalig haben Gäste seit dem 21. April
2012 für 21 Tage die Chance, die Nacht des
21. Dezember um 21 Euro zu buchen. Alle
30 Accor Hotels in Österreich bieten
online über die Buchungsplattform
www.accorhotels.com/planet21 diese Sonderrate an. Dieses Angebot ist 21 Tage lang
(vom 21.04. bis 11.05.) gültig.
Ü
DI Dr. Roland Kuras, power solutions GmbH,
Stéphane Engelhard, COO Accor Österreich,
und Thomas Kögl, Brand Operations Manager
Economy Hotels & Hoteldirektor ibis Wien
Mariahilf, stellen die neue NachhaltigkeitsStrategie PLANET 21 vor. (v.l.n.r.)
Foto: Accor
Neuer Standort
Mit „Office Connect Phone“ bietet Tele2 ein
Paket für IP-Telefonie und Internet, das speziell auf die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen mit Wachstumspotenzial abgestimmt ist.
Foto: Tele2
Spezielle Lösungen
Mit „Office Connect Phone“ bietet Tele2 ein
Paket für IP-Telefonie und Internet, das speziell auf die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen mit Wachstumspotenzial abgestimmt ist und mit der Unternehmensentwicklung Schritt halten kann. Durch diese
flexible Telekommunikationslösung können
teure Anschaffungskosten bei der Erweiterung des Anschlusses eingespart werden.
Wer bis zum 30. Juni 2012 „Office Connect
Phone“ für einen Einzelanschluss bestellt,
erhält das Paket schon ab 29 Euro pro Monat.
Alfred Pufitsch, CEO von Tele2 in Österreich: „Mit ,Office Connect Phone’ bieten
wir unseren zahlreichen klein- und mittelständischen Geschäftskunden ein flexibles
Leistungspaket. Gerade kleine Unternehmen
profitieren mit unserer Telekommunikationslösung von massiven Kosteneinsparungen,
da diese mit dem Erfolg des Unternehmens
mitwächst.“
Ü
HOCHTIEF Construction Austria ist seit
nunmehr fünf Jahren am österreichischen
Markt vertreten – fünf Jahre, in denen sich
das Team rund um Dipl.-Ing. Michael Salzmann und Dipl.-Kfm. Marcus Hermes stetig
vergrößert hat, sodass nun ein Umzug in größere Büroräumlichkeiten notwendig wurde.
Mitte März hat HOCHTIEF Construction
Austria die Räumlichkeiten am neuen Standort im Business-Park MARXIMUM in der
Modecenterstraße im 11. Wiener Gemeindebezirk bezogen. Dipl.-Ing. Michael Salzmann sieht im Umzug und seinem kontinuierlich größer werdenden Team eine Bestätigung seiner Strategie, einen weiteren
Schritt in Richtung Wachstum und verstärkte
Expansion nach Südosteuropa zu setzen. Ü
Wachstum
Das Multi-Technologieunternehmen 3M
Österreich kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurückblicken. Im Vergleich zu 2010 konnte der Umsatz in Österreich um 6,9 Prozent gesteigert werden, inklusive der Akquisition hat sich der Umsatz
fast verdoppelt. Besonders stark wuchsen
beispielsweise die Sparten Industrie und
Health Care. Heuer soll das Ergebnis von
2011 noch getoppt werden: „Wir peilen für
die gesamte alpine Region 2012 ein organisches Wachstum von über sechs Prozent an“,
sagt Felix Thun-Hohenstein, Managing Director der 3M alpine Region (Österreich und
Schweiz). Darüber hinaus sei weiteres
Wachstum über Akquisitionen zu erwarten,
die sowohl international wie auch in Österreich angedacht sind.
Ü
Taskforce
Die Bundesinnung Bau begrüßt die von Innen- und Sozialministerium angekündigte
Einsetzung einer bundesweiten Taskforce
gegen Steuer- und Sozialbetrug und sieht dadurch ihren langjährigen Kampf gegen die
Schattenwirtschaft in der Baubranche entscheidend unterstützt. „Die von Sozialminister Hundstorfer geplante Bündelung der Behörden beim Vorgehen gegen Scheinfirmen
ist ein zentrales Anliegen unserer Branche!“,
zeigt sich der Bundesinnungsmeister, HansWerner Frömmel, in einer ersten Reaktion
erfreut. Um die Einhaltung der gewerberechtlichen Vorschriften sicherzustellen, hält
Frömmel in diesem Zusammenhang einen
künftig geregelten Austausch von Daten und
Informationen aller mit Bauangelegenheiten
befassten Behörden für notwendig.
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Felix Thun-Hohenstein, Managing Director
der 3M alpine Region (Österreich und
Schweiz) freut sich über die gute Entwicklung von 3M.
Foto: 3M
Unternehmensgründung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten?
Der Steirer Stefan Ponsold von „sunnybag“ glaubt, dass das gar keine schlechte Idee ist.
Gründen
in der Krise
Start in schwierigen Zeiten: Sunnybag-Erfinder Stefan Ponsold.
Foto: Melbinger
SERVICE
tefan Ponsold hatte sich wohl schon oft
darüber geärgert: Man führt ein wichtiges Gespräch und plötzlich ist Schluss,
weil der Akku leer ist. Keine Steckdose weit
und breit, der moderne Mensch ist aufgeschmissen. Stefan Ponsold hat für dieses
Problem eine in seiner Einfachheit unschlagbare Lösung gefunden, den Sunnybag. Eine
Umhängetasche mit Solarzellen, die genug
Strom generiert, um Handys, iPads und anderes digitales Gerät ganz unabhängig von
öffentlichen Stromanschlüssen aufzuladen.
Sein Pech: Die zündende Idee kam zur Unzeit, am Höhepunkt der internationalen Finanzkrise vor drei Jahren. Also zu einer Zeit,
in der viele voraussagten, die Weltwirtschaft
werde wie in 1930er Jahren auf einen globalen Crash zusteuern.
Stefan Ponsold ließ sich trotzdem nicht entmutigen. Er arbeitete weiter an der Umsetzung seiner Idee. „Ich bin deshalb auf Nummer sicher gegangen“, sagt er heute, „Ich
habe meinen Job nicht aufgegeben. Ich habe
einfach in meiner Freizeit an meiner Idee gearbeitet.“ Im September 2010 hat er seine
Firma gegründet. „Ich habe mir damals gedacht, eine Firma braucht ohnedies eineinhalb Jahre, bis sie wirklich in Gang“, berichtet er. „Ich habe darauf gesetzt, dass sich die
Wirtschaft im selben Zeitraum erholt haben
wird.“
Seine Rechnung ist aufgegangen. Heute beschäftigt Ponsold acht Mitarbeiter und ist gerade dabei, mit seinem Sunnybag zum
Sprung über die österreichischen Grenzen
hinaus anzusetzen.
Die wirtschaftlich ungünstigen Rahmenbedingungen waren kein Nachteil. Im Gegenteil. „Vielleicht ist es gar nicht so blöd, in
der Krise zu starten“, sagt Ponsold heute.
Weil die flaue Nachfrage gerade einem jungen Unternehmen Zeit gibt, Produktentwicklung, Marketing und Unternehmensstruktur
zu perfektionieren.
Das könne gut funktionieren, meint Ponsold
und fügt dazu, dass man beim Start unter
schwierigen Bedingungen eine Maxime auf
jeden Fall beachten sollte, nämlich Sparsamkeit. „Wir haben nicht in teure Infrastruktur
investiert“, sagt Ponsold, „dadurch konnten
wir das Risiko so klein wie möglich halten.
Und geschlafen habe ich deshalb auch besser.“
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internationaler Konzern – ein durchdachter und lückenloser Versicherungsschutz
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Kein Dienstwagen
Sparsamkeit bei nicht unmittelbar notwendigen Investitionen ist für Ponsold eine Voraussetzung dafür, ein Unternehmen in
schwierigen Zeiten etablieren zu können.
„Einen Dienstwagen haben wir uns nicht angeschafft“, sagt er.
Und fügt gleich hinzu, dass die steirische
Wirtschaftsförderung einen entscheidenden
Anteil am erfolgreichen Start hatte. „Wir
konnten in den Science Park einziehen“, sagt
Ponsold. „Das war für uns enorm wichtig,
weil wir uns so die Ausgaben für ein Büro
ersparen konnten.“
Startenden Unternehmern rät Ponsold daher
dringend, sich vor dem Start gut über die
Förderlandschaft in Österreich zu informieren. „Es gibt in Österreich bundesweit und
auf Länderebene wirklich gute Förderangebote“, sagt er. „Das bedeutet für ein junges
Unternehmen zwar einen gewissen bürokratischen Mehraufwand, aber das lohnt sich in
jedem Fall.“
Vor allem in den Bereichen erneuerbare
Energien und Umwelttechnologien sei das
Förderangebot in Österreich außergewöhnlich gut, lobt der Jungunternehmer.
Und fügt hinzu, dass es für einen unternehmerischen Erfolg nicht nur genug Geld, sondern vor allem auch Durchhaltevermögen
braucht. Eine Tatsache, die manche Kollegen
gerade in der euphorischen Phase des Starts
unterschätzten, meint Ponsold. „Wenn man
an den Start geht, dann ist man in der Be-
geisterung versucht, den Zuspruch von Kunden und Partnern zu überschätzen“, sagt
Ponsold. Man sei enttäuscht, wenn Abnehmer am Anfang vorsichtig reagierten. „Das
muss man aushalten“, sagt er. „Man braucht
es Steherqualitäten.“ Qualitäten, die sich in
seinem Fall bezahlt gemacht haben. Denn
die anfangs skeptisch abwartenden Abnehmer sind Kunden geworden.
Gerade einmal eineinhalb Jahre nach der
Gründung sind die Sunnybags in 50 österreichischen Geschäften im Sortiment und
über einen Online-Plattform auch übers Netz
zu bestellen. Der nächste Schritt ist die Eroberung des deutschen Marktes. Auf der
größten Industriemesse, der Messe Hannover, war Sunnybag mit einem eigenen Stand
vertreten. „Da haben wir viel Geld in die
Hand genommen“, berichtet Ponsold. Eine
Investition, die sich gelohnt zu haben
scheint. Denn das Ergebnis der aufwendigen
Präsentation habe „alle Erwartungen übertroffen“.
Ein Erfolg, der Ponsold im Gespräch auf
eine unternehmerische Hürde bringt, die
Startern wie ihm in der Aufbau-Phase großes
Kopfzerbrechen bereitet. Die Frage, wann es
an der Zeit ist, Mitarbeiter einzustellen.
Ponsold erinnert sich gut daran, wie er selbst
in dieser Situation war. „Eine Studienkollegin wollte für mich arbeiten“, erzählt er. „Ich
habe lange gerechnet und bin zum Schluss
gekommen, dass ich mir eine Angestellte eigentlich nicht leisten kann.“ Bei ihm angefangen hat die Kollegin trotzdem, erst einmal
auf Probe. Doch schon bald wurde klar, dass
es bei der zusätzlichen Arbeitskraft um mehr
ging als um zwei zusätzliche Hände. „Man
ist ja nicht immer gleich motiviert“, gibt er
zu. „In dieser Situation ist meine Mitarbeiterin eingesprungen. Und nach nur zwei Wochen sind die Umsätze gestiegen.“ Die Investition hat sich auch in diesem Fall bezahlt
gemacht.
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
27
SERVICE
Erfolg serienmäßig
Zum dritten Mal in Folge Platz
eins in der Kategorie „Krankenversicherung“ für die Merkur
beim Assekuranz Award Austria
2012. Die Awards wurden Mitte
April im Rahmen des ÖVM-Forums in Linz feierlich überreicht.
nsere Kernkompetenz liegt klar in
der Gesundheitsvorsorge und gestern haben wir dafür neuerlich die
größte Auszeichnung der Branche erhalten.
Das Urteil von Österreichs Maklern ist uns
besonders wichtig, es motiviert uns zu weiteren Innovationen und laufenden Verbesserungen. Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg und sind stolz auf die unabhängige Bestätigung unserer Arbeit“, so Kommerzialrat
„U
Alois Sundl, Generaldirektor der Merkur
Versicherung.
In dieser vom Österreichischen Versicherungsmaklerring (ÖVM) initiierten und vom
Marktforschungs-Institut WISSMA umgesetzten Studie hatten die österreichischen
Versicherungsmakler und -berater die Möglichkeit, Versicherungen, mit denen sie in den
letzten zwölf Monaten in Geschäftsbeziehung standen, zu bewerten. Österreichweit
wurden die Versicherer in den fünf Sparten
Kranken, Unfall, Leben, Betriebliche Altersvorsorge und Rechtsschutz beurteilt.
Die untersuchten Leistungsbereiche waren:
Produktqualität, Preise und Prämien
(Preis/Leistung), Leistungs- und Schadenregulierung, Image/Kompetenz, Polizzierung,
Maklerbetreuung, Erreichbarkeit, Extranet
– Maklerportal, Courtageabwicklung und
Software-Angebote.
Die Benchmarkstudie bietet gerade für Vertriebspartner und serviceorientierte Versicherungsunternehmen einen objektiven Überblick aus Sicht unabhängiger Versicherungsmakler.
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Merkur-Generaldirektor KR Alois Sundl mit
dem Zertifikat
Foto: Merkur
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SERVICE
Erfolgreiches Geschäftsjahr
Bit-Geschäftsführer
Dipl.-Betriebsw. (FH)
Manfred Brandner sieht
bei immer mehr Menschen
Selbstverantwortung in der
Aus- und Weiterbildung.
Foto: bit-Gruppe
Bildung als Selbstverantwortung
„Bildung hat in Österreich eine lange Tradition“, weiß bit-Geschäftsführer Dipl.-Betriebsw. (FH) Manfred Brandner. „Früher fand Bildung ausschließlich in den Schulen/Universitäten und oft auch in
den Unternehmen statt. Heute ist sie für Menschen auch eine notwendige Säule, um sich beruflich abzusichern, daher ist auch ein gewisses Maß an Selbstverantwortung notwendig. Ich sehe die Bildung
zukünftig auf drei Säulen: 1.) das bestehende Grundsystem mit den
verschiedenen Arten der schulischen/universitären Ausbildung, 2.)
auch Unternehmer müssen zukünftig mehr tun, um ihre Bedürfnisse
abzudecken – Stichwort Fachkräftemangel, 3.) Mitarbeiter nehmen
immer stärker ihre Eigenverantwortung wahr und investieren immer
stärker in privat finanzierte Ausbildungen“, so Brandner.
Ü
„Wir blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück, das geprägt
war von einer deutlichen Erweiterung der Gruppe durch wichtige Expansionsschritte und deren Integration im Konzern. Wir konnten uns
2011 noch besser aufstellen und unsere führende Position in allen
drei operativen Geschäftsbereichen signifikant ausbauen“, zieht Mag.
Harald Nograsek, Generaldirektor der Verkehrsbüro Group, zufrieden
Bilanz. „Wir haben den Wachstumskurs der Vorjahre fortgesetzt und
eine Umsatzerhöhung um zehn Prozent auf 851,5 Millionen Euro erzielt bei einem gleichzeitigen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern
um 4,9 Prozent auf 15,1 Millionen Euro – trotz wirtschaftlich herausfordernden Umfelds, das zudem von Unruhen und Naturkatastrophen
in wichtigen touristischen Destinationen massiv belastet war.“
Ü
Optimierung
Carlson Wagonlit Travel (CWT), ein weltweit führender Anbieter im Geschäftsreise-, Meetings- und Eventmanagement,
stellt ab sofort seinen Kunden die innovative Lösung CWT
Meeting Optimizer zur Verfügung. Der CWT Meeting Optimizer unterstützt Konferenzplaner von „Small Meetings“
dabei, vor allem für internationale Konferenzen mit bis zu
50 Teilnehmern den besten Meetingort zu finden. Das Tool
wurde gemeinsam mit Starcite® entwickelt, einem führenden
Unternehmen für strategisches Konferenz-Management.
Nach Angaben von Starcite® machen Meetings mit weniger
als 50 Teilnehmern rund 80 Prozent der von Firmen geplanten Veranstaltungen aus.
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Was für eine Reise!
Die Fünfziger: Der Bundeskanzler heißt Konrad Adenauer, der
Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft Fritz Walter und im
Süden Deutschlands sitzt ein junger Ingenieur an einer ganz
neuen
Idee,
die
Geschichte
schreiben soll. Erwin Hymer
heißt er und auf seinem Zeichen-
Foto: Hymer
tisch liegt der erste Entwurf eines Caravans.
ine aufregende Zeit erlebt der junge
Mann in seiner Heimatstadt Bad Waldsee, in die der gelernte Flugzeugingenieur auf Wunsch des Vaters nach arbeitsreichen Jahren für Claudius Dornier zurückgekehrt ist. Die Deutschen denken wieder ans
Reisen, das ganze Land befindet sich sprichwörtlich im Aufbruch, das legendäre Wirtschaftswunder ist im vollen Gange. Eine perfekte Zeit für Tüftler, wie Erwin Hymer einer
ist. 1956 kommt deshalb die Anfrage seines
Freundes Erich Bachem genau richtig. Der
gebürtige Westfale wünscht sich für den eigenen Urlaub einen kleinen, leichten Caravan, denn die Autos der Deutschen sind noch
schwach und zwischen Deutschland und
dem Sehnsuchtsort Italien liegen nun mal die
Alpen und es kommt gar nicht so selten vor,
dass den VW Käfern, Goggomobilen und
Leukoplastbombern mitten auf dem Bergpass die Puste ausgeht und der Urlaubstraum
wie eine Seifenblase platzt. Von einer ausreichenden Anhängerlast ganz zu schweigen.
Darüber hinaus ist die Übernachtung im Hotel für viele unerschwinglich, das unbequeme Zelt aber auch keine Alternative,
schließlich möchte man den neuen Wohlstand auch genießen. „Das kann ich bauen“,
antwortet Erwin Hymer selbstbewusst und
er sollte Recht behalten. In der väterlichen
Werkstatt für Ackerwagenbau wird gezeichnet, verworfen, getestet und schließlich für
gut befunden. Der Ur-Troll ist das Ergebnis,
eine Stahlskelettkonstruktion, die alle Anforderungen erfüllt. Was der Technik-Koryphäe Erich Bachem gefällt, müsste doch ei-
E
30
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
gentlich auch bei vielen anderen auf Gegenliebe stoßen, denkt sich Erwin Hymer, denn
schließlich ist er nicht nur ein begnadeter Erfinder, sondern auch ein hervorragender Geschäftsmann.
Kurzerhand geht er 1958 in Serienproduktion und wird damit zum Gründer einer Bewegung, sein Freund Erich Bachem gibt den
neuen Caravans den Namen, seine Anfangsbuchstaben bilden den Schriftzug „Eriba“,
der bis heute die Modellreihe der TouringCaravans ziert. Aber Erwin Hymer wäre
nicht Erwin Hymer, wenn er sich auf dem
ersten Erfolg ausruhen würde, sein Ideenreichtum sollte der Motor seines Lebens
sein. Nur vier Jahre später schlägt er ein weiteres Kapitel der Unternehmensgeschichte
auf. Er baut sein erstes Reisemobil, den Caravano. Der Campingbus mit Hubdach ist
Folge eines Urlaubs von Erwin Hymer in
Südfrankreich. Er hatte eine Idee mitgebracht: Es muss möglich sein, abseits von
Hotels und Campingplätzen flexibel Urlaub
zu machen. Damit betritt er wieder einmal
Neuland, schließlich meldet das KraftfahrtBundesamt Anfang der Sechziger nur einen
Bestand von 209 Reisemobilen in Deutschland. Basis des Caravano ist der Transporter
Borgward B 611. Mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und gut fünf Metern Länge zeigt er
Idealmaße. Doch das Reisemobil bleibt eine
Episode: Am 11. September meldet der Bremer Autohersteller Borgward Konkurs an.
Hymer fehlt das Basisfahrzeug, nur drei Caravano entstehen. Ein Rückschlag, aber kein
unüberwindbares Hindernis. Kurzerhand
legt Erwin Hymer den Fokus weiterhin auf
die Entwicklung der Caravans, die neue
Nova-Baureihe ist das Ergebnis und zehn
Jahre später unternimmt der Pionier der
Branche einen neuen Anlauf.
Hymer Reisemobil“ steht auf dem blau lackierten Prototyp, den die Öffentlichkeit auf
dem Caravan Salon 1971 bewundert. Hymer
kombiniert ein Mercedes-Fahrgestell mit einem Caravanaufbau, heute würde man von
einem Teilintegrierten sprechen. 1972 fertigt
Hymer 22 Reisemobile, 1973 schon knapp
100 Hymermobile, wie die Fahrzeuge bald
heißen. Bereits Mitte der 1970er Jahre stellt
Hymer auf integrierte Reisemobile um. Von
Mercedes stammen außer dem Fahrgestell
nur Windschutzscheibe und Kühlergrill.
Bald erregt Hymer mit eigenem Design und
geteilter Frontscheibe Aufsehen. Am Ende
des Jahrzehnts überschreitet die Jahresfertigung erstmals die Marke von 1.000 Fahrzeugen – der Begriff Hymermobil wird zum Synonym für diese Art des Reisens. Hintergrund für den Erfolg ist das Hymermobil
521, ein kompakter und recht preisgünstiger
Integrierter auf Basis eines britischen Transporters, den Opel als Bedford Blitz vermarktet. Umgerechnet 18.000 Euro kostet das
Reisemobil. Es verfügt über ein patentiertes
Hubbett, eine von vielen revolutionären Hymer -Entwicklungen.
In der Saison 1980 verwendet Hymer erstmals die bis heute einzigartige PUAL-Bauweise. Der Begriff setzt sich aus Polyurethan
SERVICE
(PU) als Isolierung und Aluminium (AL) als
Außenhaut zusammen und steht für einen
geschäumten Wandaufbau. Gute Isolation
und höchste Beständigkeit gegen Feuchtigkeit gehören zu seinen Vorteilen. Umlaufende Stahlprofile, ein Überrollbügel und
verklebte Seitenwände gewährleisten Stabilität und damit Sicherheit.
Es geht Schlag auf Schlag: 1981 feiert die
Hymer B-Klasse Premiere, die bis heute das
Rückgrat der Marke bildet. Zahlreiche Neuheiten ergänzen das Angebot nach und nach,
schnell hat Hymer das umfangreichste Programm der Branche. Immer wieder wird an
der optimalen Raumaufteilung getüftelt,
keine Änderung darf auf Kosten des Komforts gehen, der Unternehmer alter Schule
nimmt trotz seines immensen Tagesgeschäfts
Einfluss, ist Ratgeber und, wenn es zur Verbesserung beiträgt, auch Kritiker. Kein Wunder also, dass er seine Mitarbeiter immer
wieder auffordert, auch über den Tellerrand
hinaus zu blicken. Das Zeichen „Geprüfte
Sicherheit (GS)“ ist sichtbares Ergebnis dieser Anstöße und gewährleistet die Einhaltung
aller geltenden Sicherheitsnormen, gleichzeitig gibt Hymer als erster Hersteller eine
Dichtigkeitsgarantie – die Sensation ist perfekt!
1993 führt Hymer Dreipunkt-Sicherheitsgurte und Kopfstützen im Wohnbereich ein.
Bald folgt ein erster eigener Crashtest. Er ist
Auftakt einer Serie, die bis heute nahezu alle
Grundfahrzeuge umfasst – einzigartig. Technisch wie optisch ein Meilenstein sind die
Integrierten der Hymer B-Klasse ab Sommer
1997: Außen eine attraktive Form, unterstrichen vom elegant gebogenen Dach, das nun
per Klebeverbindung mit den Wänden ver-
DIE MEILENSTEINE
1957/58: Prototyp des Ur-Troll
und Produktionsbeginn
1961: Bau des ersten HymerReisemobil Caravano
1972: Prägung des Markenbegriffs Hymermobil
1978: Entwicklung des PUALSystems, das 1980 in die
Produktion einfloss
1980: Einführung der BKlasse
1993-94: Entwicklung der HymerKlebetechnologie
2000: Einführung eines Doppelbodens
2003: Das 100.000ste Hymermobil rollt vom Band
2010: Überarbeitung der BKlasse
2011: Eröffnung des Erwin Hymer Museums in Bad
Waldsee
2012: Prägung der 3-TonnenKlasse
bunden ist, im Innenraum sorgt das VarioBad für strahlende Augen bei den Kunden.
Der Erfolg bleibt natürlich nicht verborgen,
über die Jahre wird die Wand mit Auszeichnungen im Büro des Gründers immer bunter.
Zahlreiche Urkunden zeugen vom Respekt,
den die Branche Erwin Hymer entgegenbringt. Aber nicht nur die Branche honoriert
die Arbeit des gebürtigen Waldseers. Die Leser des Fachmagazins „promobil“ wählen
die B-Klasse zum besten Integrierten
schlechthin. Dabei soll es aber nicht bleiben.
Bis heute wurde die B-Klasse 28-mal ausgezeichnet!
Revolutionäre Konzepte setzt Hymer ebenfalls im Jahr 2000 mit der neuen Hymer SKlasse um. Wohnträume werden wahr: opulente Sitzgruppen, abgehängte Decken,
Lichtsäulen, verschiebbare Leselampen – ein
faszinierendes Reisemobil. Für die Hymer
B-Klasse und den Camp entwickelt Hymer
einen Doppelboden in Form einer Wanne aus
doppelschaligem GfK unter dem Fahrgestell.
Der einzige Doppelboden, der weder die
Höhe des Reisemobils noch dessen Gewicht
vergrößert – intelligenter Leichtbau à la Hymer.
Hymer kennt kein Innehalten: Über 50 Jahre
nach dem Caravano und dem Ur-Troll überzeugt die große Marke immer noch mit hoher
Innovationskraft. Mit dem neuen Exsis-i
bringt Hymer 2011 wieder einmal ein Reisemobil auf den Markt, das für Aufsehen
sorgt. Mit dem Eigengewicht von deutlich
unter drei Tonnen ermöglicht es nicht nur
jede Menge Zuladung, sondern kann dadurch sogar generationsübergreifend genutzt
werden, auch wenn der Fahrer nicht mehr
über den Führerschein der alten Klasse verfügt. Und als Bonus gibt’s Urlaubserlebnisse, wo man möchte! Ende 2011 erfüllt
sich dann noch ein ganz persönlicher Lebenstraum. In unmittelbarer Nachbarschaft
zum Werk in Bad Waldsee entsteht das Erwin Hymer Museum, ein architektonisch herausragendes Gebäude. Und auch hier zeigt
KURZINFO HYMER
„Man muss nur wollen und daran
glauben, dann wird es gelingen“ –
dieser Wahlspruch des berühmten
Grafen Zeppelin prägt auch das Leben von Erwin Hymer. 1956 folgt der
heutige „Mr. Hymermobil“ dem väterlichen Ruf und kehrt von Dornier
in Friedrichshafen zurück in die
Ackerwagenfertigung nach Bad
Waldsee. Dort kommt es schon bald
zu einem weichenstellenden Ereignis: Die Technik-Koryphäe Erich Bachem fragt an, ob er ihm einen
Wohnwagen bauen könne. Erwin Hymer kann, der Prototyp des Ur-Troll
ist 1957 das Ergebnis! 1961 folgt das
erste Reisemobil, der Caravano!
Heute, gut 50 Jahre später, ist der
Name Hymer längst zum Inbegriff
für Premium-Reisemobile und –Caravans made in Germany geworden,
das Unternehmen zum Marktführer
in Europa. Die Leser der Fachzeitschrift „promobil“ wählten Hymer im
Jahr 2011 einmal mehr zur TopMarke der Branche. Hymer beschäftigt derzeit gut 1.000 Mitarbeiter am
Standort Bad Waldsee.
sich sein Weitblick: Statt ein reines Unternehmensmuseum aufzubauen, geht er selbstverständlich einen Schritt weiter. Er zeigt die
ganze Welt des mobilen Reisens, auf Traumrouten reisen die Besucher durch die Zeit.
Mit über 80 Jahren tritt Erwin Hymer etwas
kürzer, sein Lebenswerk liegt ihm aber immer noch sehr am Herzen. Aber das ist auch
kein Wunder, schließlich fahren über eine
viertel Million Caravans und Reisemobile
mit dem Hymer-Schriftzug auf Europas Straßen und die Reise ist noch lange nicht zu
Ende, von der Marke des Jahrhunderts wird
noch viel erwartet!
Ü
BESONDERE AUSZEICHNUNGEN
1991:
2000:
2000:
2006:
2007:
2008:
2009:
2010:
2011:
2011:
„promobil“-Leser wählen die B-Klasse zum besten Integrierten
Eriba-Nova wird in den Niederlanden zum praktischsten Caravan des Jahres gewählt
Erwin Hymer erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande
Goldenes Lenkrad für die B-Klasse
Red Dot Design Award für den Eriba-Feeling
König Kunde Award in der Kategorie „Qualität“
Die britischen Fachzeitschrift „Which Caravan Magazine“ wählt in der Kategorie „Bestes Innendesign“ den HymerNova 580 SL zum Caravan des
Jahres.
Die „Deutschen Standards“ wählen die Marke Hymer zur „Marke des Jahrhunderts“, der Begriff „Hymermobil“ wird zum Synoym für mobiles Reisen. Eine Auszeichnung, die nur wenigen Marken wie z.B. Tempo zuteil
wird.
Hymer wird zur „Top-Marke der Branche“ gewählt
15 europäische Fachzeitschriften verleihen Hymer den „European Innovation Award“
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
31
BILDUNG
ServTec Austria 2012
ie Studienrichtung IT & Wirtschaftsinformatik an der FH CAMPUS 02 mit ihrem Forschungsschwerpunkt Service
Engineering, der sich mit der systematischen
Entwicklung und Gestaltung von (technologiebasierten) Dienstleistungen in der „Produktion“ von morgen beschäftigt, veranstaltete heuer zum zweiten Mal gemeinsam mit
der Evolaris next level GmbH die „ServTec
– Austria“, das österreichische Fachforum
für innovative Dienstleistungen und neue
Technologien.
Um Smart Services, um mit System entwickelte, intelligente Dienstleistungen, ging es
beim 2. Fachforum ServTec Austria in Graz.
„Ohne den Einsatz von IT im Hintergrund
D
könnten wir die Bearbeitung von 75.645 Servicefällen im Jahr nicht bewältigen“, stellte
in seiner Begrüßung Wirtschaftskammerdirektor Thomas Spann an den Anfang der Edition 2 der ServTec Austria in Graz. „Mit unserem Ziel, die Steiermark als wissensorientierten Produktionsstandort weiterzuentwickeln, deckt sich die Themenstellung dieses
Forums genau“, betonte auch Landesrat
Christian Buchmann in seinen Grußworten.
Service & Technologie
Rund 180 Teilnehmer hatten sich zu dieser
Veranstaltung der FH CAMPUS 02 in Kooperation mit Evolaris Next Level angemeldet, in der es diesmal um Kundenintegration
informationstechnologien
& wirtschaftsinformatik
1. IT-Karriere.Talk
Studienrichtung IT & Wirtschaftsinformatik
am 23. Mai 2012 von 18.30 bis 20.00 Uhr im Steiermarksaal der FH CAMPUS 02
Ein Abend im Zeichen der Karriere:
• Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten in der IT : Karriere-Talk mit
erfolgreichen AbsolventInnen
• Podiumsdiskussion mit Arbeitgebern (steirische IT-Leitbetriebe) zur
aktuellen und zukünftigen Situation des Arbeitsmarktes für
WirtschaftsinformatikerInnen
• Karriere Lounge & Networken beim Career Cocktail
PROGRAM-
MIEREN 1
MATHEMATIK 1
GRUNDLAGEN DER
INFOR-
MATIK
WEB GRUNDLAGEN
LAUFENDES
BERUFSPRAKTIKUM
IM UNTERNEHMEN
REQUIREMENTS
ENGINEERING
WIRTSCHAFTSSTATISTIK
DATENBANKEN 1
NETZWERKTECHNIK 2
INFORMATIONSSYSTEME 1
PROZESSMANAGEMENT 1
PRODUKTIONSWIRTSCHAFT UND LOGISTIK
GENERAL ENGLISH
BETRIEBS-
SYSTEME
ORGANISATION
IT-PROJEKT-
MANAGEMENT
KOSTEN-
RECHNUNG
CONTROLLING
SELBSTORGANISATION
UND ZEIT-
MANAGEMENT
LAUFENDES
BERUFSPRAKTIKUM
IM UNTERNEHMEN
PRÄSENTATIONSGRUNDLAGEN
DER WIRTSCHAFTS- TECHNIKEN
INFORMATIK BEGLEITENDES PROJEKT 1
PROJEKT- LAUFENDES
BERUFSPRAKTIKUM
MANAGEMENT
IM UNTERNEHMEN
BILANZIERUNG
GRUNDLAGEN
PROGRAMMIEREN 2
MATHEMATIK 2
MENTS
STRUKTUREN
NETZWERKTECHNIK 1
BUCHHALTUNG UND
DES MANAGE-
I T
S o l u t i o n s
Unternehmensberatung • IT
STEIERMARK
32
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
ALGORITHMEN
UND DATEN-
&
ENGINEERING
IT-INFRA-
PROFESSIONAL
BANKEN 2
IT-SERVICE
MANAGEMENT
IN ENGLISH
BACHELOR-
LANGUAGES
WIRTSCHAFTSUND DV-RECHT
SOFTWARE
DATEN-
MARKUP
INFORMATIONS-
SYSTEME 2
DIGITALE
MEETINGS
STRUCTURE
ARBEIT
MANAGEMENT
KRYPTOGRAPHIE
SOFTWAREDESIGN
FALLSTUDIEN
PROZESS-
DER WIRTSCHAFTS-
CONTROLLING
WISSENINFORMATIK SCHAFTLICHES
IT-SALES IDENTITY ARBEITEN
MANAGEMENT
MARKE- MULTIMEDIALE SERVICEBASIERTE
GESCHÄFTS-
MODELLE 1
PROZESSMANAGEMENT 2
TING
BUSINESS
ENGLISH 1
TEAMTRAINING
BEGLEITENDES
PROJEKT 2
SYSTEME
SICHERHEIT
VON WEBAPPLIKATIONEN
SOFTWARE
ARCHITEKTUREN
LAUFENDES
BERUFSPRAKTIKUM
IM UNTERNEHMEN
Smart Services
Die systematische Konzeptentwicklung für
Dienstleistungen nach den Entwicklungsansätzen der Studienrichtung IT & Wirtschaftsinformatik wurde bei AVL erprobt: Jens Poggenpurg, Director of Global Customer Services, und Andreas Aldrian, AVL-Mitarbeiter
und IT-Studierender, berichteten über die positiven Erfahrungen. Die Idee, IT-gestützte
Servicepakete für AVL-Kunden zu entwickeln, wird intensiv weiter verfolgt.
Auf Geodaten von rmData baut ein System
von Guep Software auf, das die automatisierte Instandhaltungsplanung für Rohrleitungen ermöglicht. Den Serviceansatz dafür
stellten Christoph Ehrenhöfer und Günther
Pregartner gemeinsam vor.
Sachkundig führte Stefan Posch, ICG Integrated Consulting Group, als Moderator
durch das Programm – das schon auf die Edition 3 von ServTec Austria im Frühjahr 2013
neugierig macht.
Service Engineering als Dienstleistungsangebot für Unternehmen
PUSH
your career
KOMMUNIKATION
und die Simulation von Services ging. Ein
eindrucksvolles Beispiel für die virtuelle
Produktentwicklung präsentierte Bernhard
Giptner, der Leiter der Technologieentwicklung am Siemens Rail Weltkompentenzcenter für Schienenfahrwerke: Technologie für
Züge, die schneller als Formel-1-Autos fahren und die für 1,5 Millionen Kilometer
Fahrleistung ausgelegt ist. Virtuelle Testverfahren für Dienstleistungen zeigten dann
Thomas Burger mit dem ServLab des Frauenhofer Instituts und Christian Kittl mit dem
evolaris Living Lab.
SYSTEME
WEBENTWICKLUNG
QUALITÄTSMANAGEMENT
DIENSTLEISTUNGSMANAGEMENT
„Gerade in KMUs gibt es zahlreiche noch
versteckte Ansätze, aus Servicemöglichkeiten ertragreiche Dienstleistungen zu entwickeln“, weiß Helmut Aschbacher, FH-Professor an der Grazer FH CAMPUS 02. „Seit
2007 befassen wir uns intensiv mit der systematischen Entwicklung und dem Management innovativer Dienstleistungen“, berichtet der Leiter der Studienrichtung IT und
Wirtschaftsinformatik, Ernst Kreuzer. Das
aktuelle Dienstleistungsangebot für Unternehmen umfasst neben der systematischen
Konzeptentwicklung innovativer Dienstleistungen und Smart Services im Rahmen der
Lehre bzw. in Form von geförderten Kooperationsprojekten vor allem auch ein modulares Qualifizierungsangebot, welches an
den Bedarf der Unternehmen maßgeschneidert wird.
Ü
Foto: Montan-Universität Leoben
Montanuni: Studie über
Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe
Für zahlreiche Hochtechnologie-Anwendungen sind sensible Rohstoffe wie Lithium oder verschiedene
seltene Erden in hohem Ausmaß erforderlich. Mit der zunehmend begrenzten Ressourcenverfügbarkeit
bzw. durch Einschränkungen als Ergebnis restriktiver Handelspolitiken wird die Abhängigkeit von diesen
kritischen Rohstoffen immer offensichtlicher und bedrohlich für Produktion und Wachstum.
ie Hochtechnologierohstoffe, die im
Zuge der Rohstoffinitiative von der Europäischen Kommission im Juli 2010
hinsichtlich des zukünftigen Zugangs als kritisch eingestuft wurden, zeichnen sich dadurch aus, dass sie aufgrund ihrer vielseitigen
Einsatzbereiche eine hohe wirtschaftliche Bedeutung und gleichzeitig aber nur eine begrenzte Verfügbarkeit besitzen. Zu diesen Elementen gehören die Seltenen Erden (17 Elemente) sowie 13 weitere Grundstoffe (Antimon, Beryllium, Cobalt, Flussspat, Gallium,
Germanium, Graphit, Indium, Magnesium,
Niob, Platingruppenmetalle, Tantal und Wolfram).
D
Abhängigkeit
„Gerade der Industriestandort Österreich ist
in hohem Maß von Rohstoffimporten abhängig, daher sind die heimischen Betriebe darauf angewiesen, die Marktsituation der
Hochtechnologierohstoffe ständig zu beobachten, um so möglichst rasch auf entstehende
Problemstellungen reagieren zu können“, erklärt Univ.-Prof. Helmut Antrekowitsch vom
Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie der Montanuniversität Leoben. „Für effektive Maß-
nahmen zum Gegensteuern muss daher eine
nachhaltige Rohstoffökonomie für diese Elemente aufgebaut werden, und dies ist auch
das Ziel der in Auftrag gegebenen Studie“, so
Antrekowitsch. Die Expertise soll aufzeigen,
welche dieser Grundstoffe für Österreich von
Bedeutung sind, und für diese den Ist-Zustand
des gesamten Produktlebenszyklus erheben,
wobei für die Gewinnung, Verarbeitung und
das Recycling auch der Stand der Technik sowie der Wissenschaft heranzuziehen ist. „Um
eine möglichst umfassende Aussage zu erhalten, sind hier Rohstoffgeologie, Bergbau, Aufbereitung, Metallurgie, Sammlung sowie Recycling als auch Stoffflussanalysen zu berücksichtigen und miteinander zu vernetzen“, erklärt Projektleiter Antrekowitsch.
Breite Vernetzung
Aufbereitung und Veredelung, nachhaltige
Abfallwirtschaft und Entsorgungstechnik,
dem Außeninstitut sowie der Technischen
Universität Wien mit dem Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft und mit dem Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur erstellt.
Maßnahmenkatalog
Das beabsichtige Ergebnis der Studie besteht
in der Erstellung eines Katalogs, mit welchen
Maßnahmen am schnellsten und effektivsten
in Zukunft auf auftretende Versorgungsengpässe reagiert werden kann. Darüber hinaus
ist auch aufzuzeigen, welche Themengebiete
und Aufgabenstellungen am dringendsten einer intensiven Forschung und Entwicklung
bedürfen, um derartige Probleme möglichst
ausschließen zu können.
Ü
Aus diesem Grund wird diese Studie im Rahmen einer Kooperation der MontanuniWEITERE INFORMATIONEN
versität Leoben mit
den Lehrstühlen für
Univ.-Prof. Helmut Antrekowitsch
NichteisenmetallurTel.: +43 3842 402 5200
gie, RohstoffmineraE-Mail: helmut.antrekowitsch@unileoben.ac.at
logie, Bergbaukunde,
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
33
Green Jobs, so weit das Auge reicht, und
ein Ende dieses Booms ist nicht abzusehen.
Foto: Melbinger
GreenWarumSkills
für
Green
Jobs
sich „grüne“ Weiterbildung rechnet
reen Jobs sind laut offizieller EU-Definition Arbeitsplätze in der Herstellung
von Produkten, Technologien und
Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten.
Die gesellschaftliche, aber auch wirtschaftliche Entwicklung der Umweltwirtschaft
zeigt von 2008 bis 2010 einen deutlich positiveren Verlauf als die Gesamtwirtschaft:
Während das nominelle BIP nur um 1,2 Prozent wuchs, stieg der Umweltumsatz um 5,8
Prozent. Die Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft reduzierte sich um 0,7 Prozent,
während die Umweltbeschäftigung einen gegenläufigen Trend aufwies und um 9,6 Prozent anstieg.
„Für Unternehmen rechnet sich ,grünes’
Wissen, weil sie dadurch schlicht Energie
G
34
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Derzeit gibt es rund 210.000 „Green Jobs“ in Österreich. Tendenz steigend. Jeder 20. Arbeitsplatz ist bereits im Umweltsektor angesiedelt,
jeder zehnte Euro wird mit Umwelt verdient und 11,8 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Bereich erwirtschaftet.
Von Marie-Theres Ehrendorff
sparen“, versichert WIFI-Kurator Karl H. Pisec. „Außerdem beweisen sie Kompetenz
und Zukunftsorientierung, indem sie energieeffiziente und nachhaltige Produkte und
Dienstleistungen anbieten.“ WIFO-Chef
Karl Aiginger spricht gar von einer „doppelten Dividende“: „Die Erreichung wirtschaft-
licher Ziele bei gleichzeitiger Verbesserung
der Umwelt ist nicht nur möglich, sondern
Gebot der Stunde.“
Dynamik der „Green Jobs“
Unternehmen und Arbeitnehmer, die an diesem Megatrend partizipieren und davon pro-
BILDUNG
„Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich Energie- und
Umwelttechnik ist stark und
wird noch weiter wachsen. Damit verbunden ist der Bedarf an
entsprechendem Know-how –
wie anerkannten Weiterbildungs- und Zertifizierungsprogrammen“, meint WIFI-Kurator
KR Karl H. Pisec, MBA
„Energiekosten, Ökogesetze und
Kundenforderunden nach ,grünen’ Produkten zwingen die Unternehmen zu nachhaltigem
Wirtschaften“, bestätigt WIFIInstitutsleiter Prof. Dr. Michael
Landertshammer den Trend zur
„grünen“ Weiterbildung.
Foto: WIFI/ Michaela Bruckberger
Foto: WIFI/ Formanek
fitieren möchten, benötigen allerdings das entsprechende Know-how.
So werden „grüne“ Zusatzqualifikationen zu einem immer entscheidenderen Wettbewerbsfaktor.
„Grünes Know-how, also Wissen in Sachen Energieeffizienz, Umwelttechnik etc., wird schon in fünf Jahren zur Grundfunktionalität
jedes Unternehmens gehören. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dieses Wissen als selbstverständliche, grundlegende Zusatzqualifikation in vielen Berufsfeldern voraussetzen. Wer sich bereits heute
um das nötige Know-how kümmert und das Wissen laufend am letzten Stand hält, kann für die nächsten Jahre und Jahrzehnte mit einem
sicheren Job rechnen“, ruft Michael Landertshammer, WIFI-Österreich-Institutsleiter, bereits jetzt zum Handeln auf.
Die Zeit drängt
Bei der internationalen UN-Klimakonferenz in Kyoto und deren
Nachfolgekonferenzen – wie zuletzt in Durban 2011 – wurden und
werden auch für Österreich verbindliche Klima- und Energieziele
vereinbart. Außerdem erwarten sich immer mehr Kunden „grüne“
Produkte und umweltfreundliches Wirtschaften von österreichischen
Unternehmen. Und ganz profan sind es auch die hohen Energiekosten, die nachhaltiges Wirtschaften den Firmen abverlangen.
Laut der Studie „Qualifikation – Green Jobs“ des Umweltministeriums sind in der umweltorientierten Produktion und Dienstleistung
bereits 20 Prozent aller Arbeitnehmer in der Bauwirtschaft (Niedrigenergie- und Passivhausbau, Gebäudesanierung, Kanäle/Kläranlagen, Solaranlagen), 18 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft,
11,9 Prozent im öffentlichen Sektor und 8,4 Prozent im Maschinenbau (z.B. Umwelttechnologien) beschäftigt.
Umwelt als Wachstums-Turbo
Umwelttechnik-Unternehmen im Großraum Graz, wo mit ECO
World Styria auch einer der größten Umwelttechnologiecluster
Europas angesiedelt ist, erzielten zuletzt sogar ein jährliches Wachstum von 39 Prozent. Und eine Studie des World Wildlife Fund WWF
2012 hat herausgefunden, dass Staaten, die in Umwelt und Nachhaltigkeit investieren, fünf Mal mehr Arbeitsplätze schaffen als mit Investitionen in Landwirtschaft oder Regionalpolitik.
Größter Arbeitgeber bei den „Green Jobs“ ist der Bereich Erneuerbare Energie. Rund 40 Prozent der Umwelt-Beschäftigten erwirtschaften in diesem Bereich die Hälfte des gesamten Umweltumsatzes. Der gesamte Umweltumsatz lag 2009 bei 31,5 Milliarden Euro
(11,5 Prozent des BIP nominell).
„Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich Energie- und Umwelttechnik ist stark und wird noch
weiter wachsen. Bereits jetzt sucht jedes Umwelttechnik-Unternehmen im Schnitt bis zu zehn neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“,
erklärt Landertshammer.
Für die Experten des internationalen Strategieberaters Roland Berger
ist die Umwelttechnik (also Energieeffizienz, erneuerbare Energie,
WIFI-Angebote von anerkannten Weiterbildungs- und Zertifizierungsprogrammen:
n das Programm klima:aktiv bauen (in Kooperation
mit dem Umweltministerium): praxisorientierte
Weiterbildung für Baumeister/innen, Planer/innen,
Architektinnen und Architekten, Bautechniker/innen mit Zertifizierung.
n Lehrgänge zum/zur ÖKO Energietechniker/in
bzw. ÖKO Energieplaner/in: Zusatzqualifizierung
für Handwerker/innen bzw. Planer/innen in Photovoltaik, Solarenergie, Solarinstallation, Wärmepumpentechnik, Komfortlüftung, Biomasse mit
Zertifizierung.
n Ausbildung zum/zur Abfallbeauftragten
n in Kooperation mit klima:aktiv mobil: Kurs „Fit
for E-Bike“ und Ausbildung zum/zur FahrradTechniker/in
n ab Herbst 2012 TU-WIFI-Energy-College gemeinsam mit der Technischen Universität Wien:
Qualifizierung für HTL-Abgänger/innen und
(Werk-) Meister/innen im Bereich Elektrotechnik
Am WIFI Steiermark wurde das Kompetenzzentrum Energietechnik gegründet. Schwerpunkte sind
Energieeffizienz und erneuerbare Energie. Vom Sonnenkollektor über Photovoltaikanlagen bis hin zum Ölkessel stehen vollwertige Anlagen für praxisnahes Lernen zur Verfügung. Angeboten werden u.a.
n Lehrgang zum/zur Europäischen Energiemanager/in
n Zertifizierungen im Bereich Alternativenergien
n Lehrgang zum/zur ÖKO-Energietechniker/in
Bislang absolvierten beim WIFI über 3.000 Teilnehmer in ganz Österreich Aus- und Weiterbildungen im
Bereich „Green Skills“, davon rund 1.200 mit Zertifikat.
Weitere Infos: www.wifi.at
Umwelttechnologien, Abfallwirtschaft, Recycling etc.) die Leitindustrie des 21. Jahrhunderts.
Politik muss handeln
Umweltminister Niki Berlakovich will weiterhin gemeinsam mit
Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung Rahmenbedingungen („Masterplan green jobs“) schaffen, die 100.000 zusätzliche
„Green Jobs“ bis 2020 bringen sollen. Der Fokus liegt auf Land- und
Forstwirtschaft, Umwelttechnik und erneuerbare Energie sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft. Ein spezieller Förderschwerpunkt betrifft die thermische Sanierung.
Kosten sparen
Energie ist momentan der größte Sparfaktor in Betrieben. So wird
derzeit in der Automobilindustrie jedes einzelne Werk nach Energiesparmöglichkeiten durchleuchtet. „Eine Faustregel sagt, bis zu 30
Prozent der Energiekosten können eingespart werden, ohne dass man
zusätzliche Investitionen tätigen muss – vorausgesetzt man hat das
Know-how für den optimalen Energieeinsatz“, weiß Karin Dullnig,
Unternehmensberaterin für Effizienzprojekte im Umweltbereich. Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
35
Hahn im Korb: Bei der Abendveranstaltung im schicken „M32“ bedankte sich WKO-Präsident Dr. Christoph Leitl bei den anwesenden Unternehmerinnen für ihren Leistungseinsatz im Dienste der heimischen Wirtschaft, genoss den herrlichen Ausblick vom Mönchsberg sowie die Gesellschaft seiner WKÖ-Stellvertreterin Martha Schultz und „Frau in der Wirtschaft“-Vorsitzenden Adelheid Fürntrath-Moretti.
Foto: Franz Neumayr
Unternehmerinnen-Festspiele
in der Salzach-Metropole
Mehr als ein Drittel aller heimischen Betriebe werden von Frauen geleitet. Bei Neugründungen beträgt
der Frauenanteil bereits 41 Prozent. Grund genug, um zum 2. Österreichischen Unternehmerinnen-Kongress, veranstaltet von „Frau in der Wirtschaft“, nach Salzburg zu laden. Von Marie-Theres Ehrendorff
uch Unternehmerinnen brauchen Motivation, Weiterbildung und Seilschaften“,
bekennt die Initiatorin des Unternehmerinnen-Kongresses, Adelheid Fürntrath-Moretti. Die erfolgreiche Geschäftsfrau aus der
Steiermark und Bundesvorsitzende der „Frau
in der Wirtschaft“ machte kein Hehl aus ihrer
Freude, dass mehr als 400 Unternehmerinnen ihrem Ruf nach Salzburg gefolgt sind.
„Die Wirtschaft ist weiblich und darauf sind
wir sehr stolz.“ Österreich zählt insgesamt
130.000 Unternehmerinnen und liegt damit
im Europavergleich auf dem dritten Platz.
Nicht mitgezählt sind die vielen „mittätigen“
Ehefrauen, die gemeinsam mit ihrem Partner
ein Unternehmen führen.
Der zweite österreichische Unternehmerinnenkongress von „Frau in der Wirtschaft“
bot eine perfekte Plattform, um sich bei einem bunten Programm, spannenden Vorträgen, hochkarätigen Podiumsgästen und interessanten Betriebsbesuchen mit neuen Informationen einzudecken und ausgiebig das
Netzwerk zu erweitern. Von Thomas Müller,
Alexandra Meissnitzer bis Magda Bleck-
A
36
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
mann spannte sich der Bogen der Top-Referenten, die von „Wirkungsvolles Selbstmarketing“, „Der Don Juan Verkäufer“, „Krisensituationen und deren psychologische Gesetze“ über „Sport und Unternehmertum“ bis
zu den „Geheimen Regeln der Seilschaften“
sprachen. Betriebsbesichtigungen zu Palfinger, Gössl, Stiegl-Brauwelt, Flughafen Salzburg, Relax Betten und zum Festspielhaus
Salzburg rundeten das zweitägige Programm
ab.
auf Kinder über das zehnte Lebensjahr hinaus dringend notwendig ist. Mit ihren Forderungen durchgesetzt hat sich
„Frau in der Wirtschaft“ bereits in der Einführung der Betriebshilfe, der Forcierung
von Mikrokrediten oder zahlreichen Maßnahmen, die den Unternehmerinnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern,
wie das Kinderbetreuungsgeld auch für Unternehmerinnen oder die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung.
Frauen als Chefs
Frauen sollen mitbestimmen
„Noch nie gab es so viele selbstständige
Frauen wie zum jetzigen Zeitpunkt“, betont
Fürntrath-Moretti, die sich auch als Nationalratsabgeordnete für die Anliegen von
Frauen einsetzt. „Als Unternehmerin hat
man keinen Nine-to-five-Job“, kritisiert sie
die fehlenden Rahmenbedingungen für alle
berufstätigen Frauen. Darüber hinaus weist
sie darauf hin, dass neben dem konsequenten
Ausbau von flexiblen Kinderbetreuungseinrichtungen auch die Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuung
„Der immer stärker werdenden Rolle von
Frauen im Wirtschaftsleben hinkt die Zahl
der Frauen im gesellschafts-, wirtschaftsund interessenpolitischen Leben noch etwas
nach“, legte WKO-Generalsekretärin Anna
Maria Hochhauser den anwesenden Unternehmerinnen nahe: „Ich ermutige jede Frau,
sich in diesen Bereichen zu engagieren, um
die eigenen Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten zu können. Wer kann unsere Interessen besser vertreten als wir selbst?“ Hochhauser unterstützt das Führungskräftepro-
SERVICE
Überwältigendes
Echo
Vorab an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön in eigener
Sache: Mit einer intensiven Rückmeldung zur Gründung unserer Initiative haben wir gerechnet – der Schwung an Anregungen, Einladungen zu Referaten und Anträgen für Mitarbeit
hat uns jedoch schier überwältigt. Umso mehr sind uns daKomplett ausgebucht: Mehr als 400 Unternehmerinnen sind nach
Salzburg gekommen, um interessante Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Sport zu treffen, sich weiterzubilden und jede Menge
neuer Kontakte zu knüpfen.
Foto: Franz Neumayr
durch der Auftrag zur Weiterführung der Initiative und der
noch forciertere Informationsfluss zu den Entscheidungsträgern ein immenses Anliegen.
Grundanliegen ist, das Wissen über Beteiligun-
gramm „Zukunft.Frauen“ und hilft Frauen, in ihren Karrieren weiterzukommen. „Mit dem Führungskräfteprogramm bringen wir TopFrauen in Top-Positionen“, so die Generalsekretärin.
Quotenfrau als No-go
„Mit unseren Unternehmerinnen-Foren oder den Ladies Loungen
holen wir erfolgreiche Frauen vor den Vorhang“, erklärt FürntrathMoretti, um den Damen Mut zu machen. „Soziale Kompetenz ist
eine der großen Stärken von Frauen, die sie in Unternehmen bringen.
Im Bereich Aus- und Weiterbildung sind wir den Männern bereits
eine Nasenlänge voraus.“ Gar nichts hingegen hält sie von Quotenfrauen. „Wir haben die Quote im staatsnahen Bereich und im öffentlichen Dienst, aber für die Privatwirtschaft ist sie ein absolutes Nogo“. Sie appelliert an die Unternehmerinnen, nicht nur Netzwerke
zu nützen, sondern sich auch Seilschaften aufzubauen.
In eben dieses Horn stößt Anna Maria Hochhauser, die standortsichernde Maßnahmen mit verstärktem Engagement in den Bereichen
Innovation und Qualifikation vorantreiben will. „Wir müssen versuchen, Frauen stärker für technische Berufe zu begeistern. Denn die
Auswirkungen des demografischen Wandels sind bereits spürbar,
und Frauen werden die Schlüsselkräfte der Zukunft sein.“ Auch die
Verbesserung der Rahmenbedingungen von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) stehen auf ihrer Agenda.
gen und Verflechtungen in der österreichischen
Medienlandschaft transparent zu machen. Organigramme, Zahlen und Fakten werden folgen, um
diese Verwicklungen der Öffentlichkeit zu transportieren. Unser intensiver Kontakt zur EU und
zur Agentur, die den Wettbewerb in der europäischen Medienlandschaft fokussiert, wird dabei
von enormer Hilfe sein und aus dieser Partnerschaft sind in
den nächsten Wochen hochbrisante Themen zu erwarten.
Der Großteil der an uns herangetragenen Fragen ging in Richtung: „Wie kann eine Schubumkehr von vielen Medien aus
wenigen Händen in verlegerische Vielfalt erwirkt werden?“
Deren Beantwortung ist natürlich Kern unserer Initiative und
kann in dieser Kürze nicht erfolgen. Vielmehr gilt es, die Sensibilisierung und Diskussionsbereitschaft öffentlich wahrnehmbar zu machen und die „veröffentlichte Meinung“ kritisch zu hinterfragen – auch unter dem Aspekt des wirtschaftlichen und politischen Hintergrunds. Politiker sind in ihrer
Legislaturperiode nämlich gut beraten, im Falle einer poten-
Qualität statt Quote
ziellen Personalrochade ein „geordnetes Haus“ zu übergeben
„Männer denken eindimensional logisch, Frauen ganzheitlich vernetzt – zusammen sind wir die ideale Kombination und machen
Österreichs Wirtschaft erfolgreich“, ist Wirtschaftskammer-Präsident
Christoph Leitl überzeugt. Qualität vor Quote ist seine Devise, so
sind zwei seiner vier Vizepräsidenten weiblich, und die Geschäftsführerin der Wirtschaftskammer – Generalsekretärin Anna Maria
Hochhauser – ist ebenfalls eine Frau.
bzw. zu hinterlassen. Dass dies selbstverständlich nicht einfach ist und ein gerüttelt Maß an Mut und Entschlossenheit
erfordert, erklärt sich von selbst. Andererseits: Erwarten wir
von unseren Volksvertretern nicht genau diese Eigenschaften? Diese sehen wir als Ansatzpunkt für mittel- und langfristige Veränderung.
Unternehmerinnen in Salzburg
Auch der Kongress-Austragungsort Salzburg ist ein gutes Pflaster
für weibliches Unternehmertum. 37,8 Prozent der Einzelunternehmen werden von Frauen geführt, und Statistiken über Unternehmensgründer belegen, dass sich die Unternehmerinnen weiter im Vormarsch befinden. Mehr als der Hälfte der 2.149 im Vorjahr gegründeten Unternehmen wurden von einer Frau realisiert. Julius Schmalz,
Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg, begrüßt die „Verweiblichung“ der Wirtschaft: „Frauen bringen Verantwortung und Nachhaltigkeit in die Wirtschaft und tragen damit wesentlich dazu bei,
dass die Gesellschaft enkeltauglich wird.“ So setzen 64 Prozent aller
Unternehmen zusätzliche Maßnahmen für die Umwelt. In Betrieben,
in denen Frauen Führungskräfte sind, sogar 71 Prozent. Zu diesem
Ergebnis kam die jüngste Studie „CSR in Salzburger KMU“.
Ü
Bitte bleiben Sie dran – wir freuen uns weiterhin auf Ihre zahlreichen Reaktionen. Genauso wie über Ihre aktive Mitarbeit,
zu der wir Sie herzlich einladen.
Wolfgang Hasenhütl
Sprecher der Initiative zur Erhaltung der Medienund Verlegervielfalt initiative@medien-vielfalt.at
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
37
SERVICE
Neues Universitätsprogramm
Mit dem Master of Legal Studies (MLS) bietet die WU Executive Academy neben dem LL.M. (International Tax Law) und dem Master of
Business Law (MBL) nun ein weiteres Master of Laws Programm an.
Der MLS ist ein postgradualer berufsbegleitender Universitätslehrgang, der sich an Manager von Unternehmen und Organisationen in
unterschiedlichen Branchen und/oder Dienstleistungen richtet.
nter der akademischen Leitung von
Univ.-Prof. HR Dr. Georg E. Kodek,
LL.M., erwerben die Teilnehmer alle erforderlichen juristischen Kenntnisse, die für
eine erfolgreiche Führungskraft sowohl in
der Privatwirtschaft als auch in der öffentlichen Wirtschaft und bei Non-Profit-Organisationen notwendig sind. Darüber hinaus
werden umfangreiche analytische Fähigkeiten sowie Sozialkompetenzen vermittelt.
Nach einer Einführung in die Rechtswissenschaften und juristische Methodik erfolgt die
juristische Schwerpunktausbildung in den
Bereichen Steuerrecht, Arbeitsrecht, Gesell-
U
schafts- und Kapitalmarktrecht, Zivilrecht,
sowie Öffentliches Wirtschaftsrecht und Europarecht.
„Fundierte Rechtskenntnisse sind heute für
Führungskräfte nicht mehr eine Zusatzqualifikation, sondern oft die notwendige Basis,
um komplexe Aufgabenstellungen erfolgreich lösen zu können. Vor allem Klein- und
Mittelunternehmen ohne eigene Rechtsabteilung profitieren von Mitarbeitern, die über
ihre vorrangige Qualifikation hinaus juristische Kenntnisse mitbringen können“, so
Mag. Michael Müller, Mitglied des Vorstand,
paysafecard group.
Ü
Univ.-Prof. HR Dr. Georg E. Kodek
INFOS:
www.executiveacademy.at/mls
Graz-Nord: Zentral und doch im Grünen
Wohnen am Rande des Freilandes bietet dieses Objekt mit multifunktionaler Bausubstanz
(Wohnen, Arbeiten, Erholung/Recreation) in Grünruhelage mit Pool. Nur 15 Autominuten von
der Grazer Innenstadt entfernt ist diese Immobilie in exklusiver Lage ein hervorragendes Anlageprojekt: Die Top-Büroräumlichkeiten können auch in Wohnungen umgebaut werden.
Gesamtgröße: Netto 888 m² Wohn- bzw. Nutzfläche + 2.531 m² Grundfläche
Büroflächen: ca. 706 m² Nutzfläche
Wohnung: 182 m² Wohnfläche
Kontakt: Michael Pontasch-Hörzer, Raiffeisen Immobilien Steiermark GmbH
Tel.: 0316/8036-2599, Fax: DW 2549, Mobil: 0664/53 45 495
e-mail: michael.pontasch-hoerzer@rlb-stmk.raiffeisen.at
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
SERVICE
Markenbewusst
Größere Firmen haben es längst erkannt: Die Marke wird immer gewichtiger, wenn es gilt, Personal zu
finden und zu halten. Einer europäischen Studie zufolge sind Österreichs Unternehmer Spitzenreiter in
ihrem Bemühen, als Arbeitgeber ihre Mitarbeiter zu beeindrucken.
S
n Welchen Stellenwert nimmt Employer Branding in der derzeitigen Personalplanung ein?
Generell ist die Frage nicht zu beantworten. Erfolgreiche Unternehmen beschäftigen sich im hohen
Maße und entsprechend umfassend mit dem
Thema. Andere Unternehmen wiederum wissen vielleicht nur im Ansatz, was damit
überhaupt gemeint ist, und geben dem
Thema keinen Stellenwert.
n Welche Faktoren beeinflussen den
Reiz, einem Unternehmen beizutreten?
Der Kernsatz für ein attraktives Unternehmen
würde lauten: Mitarbeiter finden Unternehmen
oder ihren Arbeitsplatz dann attraktiv, wenn sie
„den Menschen vertrauen, für die sie arbeiten, stolz
sind auf das, was sie tun, und Freude an der Zusammenarbeit mit anderen haben“. Dahinter steht eine Forschungsarbeit, die Robert Levering in der 80ern unter den führenden
US-Unternehmen durchgeführt hat. Die Essenz der Studie sagt aus,
dass die Qualität eines ausgezeichneten Arbeitsplatzes durch drei
miteinander verbundene Beziehungen bestimmt ist: 1. die Beziehung
zwischen Mitarbeiten und Management, 2. die Beziehung zwischen
Mitarbeitern und ihrer Arbeitstätigkeit sowie dem Unternehmen bzw.
der Organisation und 3. die Beziehung zwischen Mitarbeitern untereinander.
Ein weiter Aspekt ist der Absender Unternehmensmarke im Allgemeinen. Wir sehen hier einen starken Zusammenhang von Unternehmens-Marke(n) (B2C oder B2B) mit dem Employer Brand (E2E).
Ganz nach der Formel: Arbeitgeberqualität + Arbeitgeberimage =
Arbeitgeberattraktivität. Natürlich sind stark verankerte Marken im
ersten Blick auch sehr attraktiv für Arbeitnehmer. Wer möchte nicht
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
(abhängig von den persönlichen
Wertvorstellungen) bei Nestlé,
BMW, Siemens, BASF, Red
Bull, Greenpeace etc. arbeiten. Aber Vorsicht: „Nur wer
innen hält, was er draußen verspricht, ist als Arbeitgeber
langfristig wettbewerbsfähig.“ Wenn die Unternehmensmarke und der Employer Brand nicht synchronisiert und klar kommuniziert werden, dann kommt es oft zum bösen
Erwachen, und zwar beiderseits.
n Worauf legt ein/e Bewerber/in Wert beim Interesse für ein Unternehmen: Social-Media-
Kanäle?
Online-Jobbörsen? Presseveröffentlichungen?
Ich möchte diese Frage gerne aus
der Sicht des Unternehmens beantworten. Im Sinne: „Was muss ich wie tun
(gestalten), dass ich die passenden Bewerber anziehe?“ Hier gelten aus meiner
Sicht die gleichen Grundsätze wie in der B2CKommunikation. Es geht ja auch um dasselbe,
Foto: Jupiterimages
ich aktiv um die Gunst der Mitarbeiter zu bemühen, ist den Unternehmern in Österreich ein höheres Anliegen als sonstwo in
europäischen Ländern, das zeigt die Studie Workplace Survey
2010, für die der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half über
2.800 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern befragt hat. Demnach hat jeder zweite Betrieb eine Employer-Branding-Strategie bzw.
plant jeder Fünfte, in den nächsten beiden Jahren eine solche einzurichten. „Österreichs Unternehmen haben erkannt, dass sie in Zeiten
eines zunehmenden Fachkräftemangels nicht einfach auf die Strahlkraft ihrer Produkte oder Dienstleistungen vertrauen können, wenn
sie gut ausgebildete Spezialisten für sich gewinnen wollen“, erläutert
Darren Payne, Associate Director bei Robert Half International.
Aber längst sind noch nicht alle Unternehmer auf diesen Zug aufgesprungen, wie die „Wirtschaftsnachrichten“ in einem Interview mit
Univ.-Lektor Ing. Christian Reitterer, MBA, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Pro Management Quadrat, erfuhren.
Von Arthur Schwaiger
Foto: Jupiterimages
SERVICE
nämlich wie berühre ich Menschen und wie hole ich sie ab? Die
Basis ist eine markenstrategisch fundierte, interne Entwicklung und
externe Positionierung eines Unternehmens. Die Kommunikation
muss dann spezifisch auf den Kommunikationskanal aufgesetzt werden. Die Kommunikation soll auffallen, emotional berühren, neugierig machen, klar informieren zum Handeln anregen und authentisch sein. Die diesbezügliche Kommunikation von Unternehmen ist
derzeit größtenteils aus der Steinzeit.
n Warum sind Mitarbeiter die besten Markenbotschafter?
Die Basis liegt wohl – speziell bei der E2E Kommunikation – im Urvertrauen der Menschen. Wir vertrauen einfach dem besten Freund
mehr als jedem Werbemittel und nehmen die Empfehlungen und
Tipps gerne an. Ähnlich verhält es sich mit den Mitarbeitern als Markenbotschaftern, da ihnen durch ihr „Insider-Wissen“ die Kompetenz
zugeschrieben wird. Arbeitgeber, über die von Mitarbeitern gut gesprochen wird, von der „Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit
der Führungskräfte“ bis hin zu „gutem Betriebsklima“, sind nun einfach sehr attraktiv.
Ein weiterer Aspekt ist, dass Mitarbeiter erst die Marke zum Leben
erwecken. Der Aspekt wird immer wichtiger, je mehr Kontaktfläche
das Unternehmen mit seinen Kunden hat. Denken wir beispielsweise
an Hotellerie und Versicherungen. Fast jeder Mitarbeiter in der Hotellerie hat Kontakt mit dem Gast. Wenn hier nicht einheitlich die
Marke gelebt wird, kommt es zu einer komplett „verwaschenen“
Wahrnehmung der Marke(-nleistung). Heißt, die Geschäftsidee
könnte nicht umgesetzt werden. Denn was differenziert ein Intercontinental Hotel vom Meriott?
Oder: Beispiel Versicherung. Klassische Markenkommunikation ist
fein und natürlich notwendig, aber schlussendlich sitzt der Betreuer
bei mir im Wohnzimmer und repräsentiert das Unternehmen (Unternehmensmarke).
n Der Kampf um die besten Mitarbeiter hat also längst
begonnen?
Ja, Employer Branding wird immer wichtiger, weil gute Mitarbeiter
immer schwerer zu bekommen und zu halten sind: Je größer die
Wachstums-Ambitionen, umso attraktiver muss man als Arbeitgeber
sein. Denn qualifizierte Arbeitskräfte werden knapper, weil weniger
junge nachrücken, als alte ausscheiden. Qualifizierte jüngere Mitarbeiter wollen nicht einfach einen Job und ein gutes Gehalt, sondern
einen Beruf, der sie fordert. Sie suchen eine Anstellung, die ihnen
berechenbare Karrierewege bietet, und ein Arbeitsklima, in dem sie
sich wohl fühlen. Respekt, partnerschaftlicher Umgang, Kommunikation und Fairness spielen für sie eine größere Rolle sowie eine gute
Work-Life-Balance. Kann ein Unternehmen das nicht bieten, schwin-
Univ.-Lektor Ing. Christian
Reitterer, MBA, zum Thema
„Employer Branding“: „Die
diesbezügliche Kommunikation von Unternehmen ist
derzeit größtenteils aus der
Steinzeit.“
Foto: PMQ
den Engagement und Loyalität schnell: Wem in einer Wissensgesellschaft die Fachkräfte ausgehen, der hat am Weltmarkt schon verloren.
Für Unternehmen wird die Fähigkeit, Talente anzuziehen, zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
n Employer Branding schafft also Wettbewerbsvorteile?
Verbesserte Kundenzufriedenheit, erhöhte Leistungsbereitschaft der
Mitarbeiter, geringere Kosten im Personalwesen und nicht zuletzt
eine Steigerung des Geschäftsergebnisses sind die enormen Effekte
von strategisch fundiertem Employer Branding. Wenn Manager über
Probleme an den Schnittstellen klagen, wenn die Kommunikation
nicht klappt oder Verantwortung nicht auseichend übernommen wird,
wenn MitarbeiterInnen nicht stolz sind auf „ihr“ Unternehmen und
sie es nicht vorbehaltlos als Arbeitgeber empfehlen, läuft vieles unterschwellig schief und hemmt den Erfolg. Dank Employer Branding
lassen sich Fehlzeiten und Fluktuationen reduzieren und können Mitarbeiter – zum Wohle des Gesamtunternehmens – motiviert werden,
volle Leistung zu bringen, ihr ganzes Potenzial zu entfalten und Verantwortung zu übernehmen.
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Die größten Irrmeinungen zum
Thema „Employer Branding“:
„Wir sind doch keine Marke!“
„Wir haben doch nur wenig zu bieten!“
„Wir sind doch nicht so groß!“
„Wir sind doch nicht bekannt!“
„Wir haben keine bekannten Produkte!“
„Wir haben doch ein schlechtes Image!“
„Wir stellen derzeit doch gar nicht ein!“
„Wir bekommen das bei unserer Geschäftsführung nicht
durch!“
„Employer Branding richtet sich nur an High Potentials!“
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SERVICE
IM INTERVIES
Das Neue muss glänzen
Unsere Köpfe sind schon so voll,
was soll denn da noch ankommen?
benteuerliches Versteckspielen in einem
gläsernen Hochhaus: Der Stahl- und
Technologiekonzern Thyssen Krupp
lässt in einem Videospot kleine Zwillingsbrüder in Star-Treck-Uniformen spielerisch
die Vorzüge ihrer revolutionären TWIN-Aufzüge vorführen. Ein ausgeklügeltes Steuersystem lenkt zwei Kabinen durch einen engen Schacht, ohne Kollisionsgefahr und reibungslos in sicheren Bahnen.
A
Foto: Sokoloff
Das sind ja schöne Geschichten!
PR-Berater Mag. Walter Lanz vom
Netzwerk der Innovationsguerilla
n Welche zusätzlichen Instrumente oder Kanäle stehen Unternehmen zur Verfügung, das
Neue effizient mitzuteilen?
Presseunterlagen sollten Unternehmen mit ansprechenden Texten, Bildern und Grafiken gestalten. Corporate Publishing via Mitarbeiter- oder
Kundenmagazine kann ebenso erheblich zu einem positiven Innovationsklima beitragen. Tage der offenen Tür oder Messeveranstaltungen
verhelfen dazu, den Zugang zur Öffentlichkeit entscheidend zu verbessern. Weiters sind Kundenworkshops ein probates Mittel, das Neue
in den Köpfen der Konsumenten zu
verankern.
n Welche Möglichkeiten der Innovationskommunikation bieten
sich KMU’s, die noch unbekannt
sind und über geringe Mittel
verfügen?
Sie könnten als Redner bei Fachkongressen, als Autoren von Fachartikeln, bei Wettbewerben oder beim
Networken als Botschafter ihrer Innovation ihren Bekanntheitsgrad
steigern.
Tipp: Im Herbst startet am WIFI in
Linz ein Lehrgang zu Innovationsguerilla mit einem entsprechenden
Kommunikationsschwerpunkt.
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Mit der Methode des Storytelling, also Geschichteerzählens, gelingt es Thyssen Krupp,
diese radikale Innovation der Öffentlichkeit
anschaulich näherzubringen. Ängste vor dem
zwischen schwindelnden Höhen und Abgründen pendelnden Transportkäfigen werden rasch abgebaut, wenn sogar Kinder das
System leicht bedienen können. Auf einer
weiterführenden Website machte Thyssen
Krupp auch klar, was dieses Produkt für die
Allgemeinheit leistet: nicht nur 40 Prozent
Energieersparnis gegenüber herkömmlichen
Modellen, sondern auch mit weniger Raum
auszukommen. Das bedeutet erheblichen
Fortschritt in Großstädten, die an chronischem Platzmangel leiden.
Auch wenn sich Politiker und Firmenmanager die Worthülse „Innovation“ – als der
Konjunkturmotor und Wohlstandssicherer –
vergnüglich wie einen Fußball zuspielen:
Wir sind oft nicht in der Lage, neue Produkte, Dienstleistungen und Entwicklungen
so wirkungsvoll zu kommunizieren, dass sie
auch zur Marktreife und somit zum Durchbruch gelangen. Es ist auch bezeichnend,
dass für Entwicklungen ein Vielfaches mehr
als für Kommunikation von Neuheiten aufgewendet wird, obwohl die Mittel dafür vergleichsweise gering wären. Die brillantesten
Erfindungen bleiben auf der Strecke, wenn
verunsicherte Mitarbeiter eine Blockadehaltung einnehmen, potenzielle Kunden den
Nutzen nicht erkennen oder Redakteure
mangels Wissen das Neue ihren Lesern nicht
vermitteln können.
Siemens VAI gilt
weltweit als Innovator
im Bereich der
Metallurgie.
Foto: Siemens VAI
SERVICE
Fühler ausstrecken, Verbindungen knüpfen
Hier greift das Konzept durchdachter Innovationskommunikation,
wobei auf mehreren Ebenen anzusetzen ist. Firmenintern ist sie
Pflichtaufgabe des Firmenchefs, der als Navigator im Alltagsgeschäft
auch in die Rolle des Erzählers und Botschafters schlüpfen muss,
vor allem einmal betriebsintern. Die Innovationskraft lässt sich stärken, wenn er und sein Führungsteam es schaffen, zum Beispiel das
Erfahrungswissen älterer Kollegen für die jüngeren sichtbar zu machen beziehungsweise an diese weiterzugeben. Wichtig ist auch, auf
Widerstände und Unsicherheiten einzugehen oder sogar aktiv darauf
zu verweisen. Nur mit positiver Einstellung der Mitarbeiter lassen
sich die Sorgen um den Arbeitsplatz vertreiben. Hauptaugenmerk
sollte aber auf den Chancen liegen, die mit der Neuerung verbunden
sind. Daimler hat das kreative Potenzial seiner Mitarbeiter erkannt
und eine firmeninterne Community für Geschäftsideen und Produktverbesserungen eingerichtet.
Einen entscheidenden Faktor beim Gelingen von Innovation stellen
nicht zuletzt der Wissenstransfer und die koordinierte Unternehmenskommunikation der beteiligten Abteilungen wie Forschung und Entwicklung, Produktion, Marketing, PR und Innovationsmanagement
(soweit vorhanden) dar.
Die Zeiten sind vorbei, in denen Ideen hinter Firmenmauern ausgebrütet und entwickelt worden sind. Heute ist die Scheu vor der Öffentlichkeit fehl am Platz; ein erfolgreiches Unternehmen muss neben
der Generierung eigener Ideen auch Wissen von außerhalb erwerben,
vor allem sind auch Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner und Investoren in den Innovationsprozess einzubinden. Tchibo etwa ermutigt Kunden auf der Online-Plattform „tchibo ideas“, Ideen für neue
Produkte zu posten. Eine Erfindung verwandelt sich erst dann in eine
Innovation, wenn sie sozial akzeptiert und ihr Mehrwert klar erkannt
worden ist. SMS-Textnachrichten waren anfangs dafür vorgesehen,
einem Mobilfunknutzer eine eingegangene Sprachnachricht zu signalisieren. Daraus hat sich bis heute eine völlig neue Kommunikationskultur der Jugendlichen entwickelt.
Lebensretter statt Genmonster
Als Kommunikationsziel gilt also anzupeilen: das Vertrauen in die
Innovation stärken und auch das Unternehmensimage als Innovator
aufbauen und festigen. Die Kunst besteht darin, die komplexen und
unbekannten Inhalte so einfach und bildhaft wie möglich für die Bezugsgruppen zu gestalten, ohne in die Banalität abzugleiten. Allen
ist sicher noch das Schaf Dolly in Erinnerung, dessen (zu wissenschaftliche) Darstellung in den Medien zuerst dazu führte, die Vorbehalte gegen die Gentechnologie zu festigen. Erst als ein Bild von
Wie verhilft man
Innovationen zum Erfolg?
n Nutzen und Wert: Wie kann ich das Produkt/die
Dienstleistung anwenden?
n Demonstrieren, dass es aktuell zur Lösung von Problemen beitragen kann
n Unterhaltsam, spannend präsentieren, in Geschichten
verpacken
n Personen, Experten das Neue präsentieren lassen
n Erfinder, Innovatoren ins Rampenlicht stellen
n Auch die negativen Folgen aufzeigen/davor warnen
Dolly mit zwei kranken Kindern in den Medien erschien, das die
Rolle des Schafs bei der Bekämpfung der Stoffwechselstörung Cystische Fibrose verdeutlichte, änderte sich die öffentliche Meinung.
Wie lassen sich nun starke Bilder erzeugen? Indem man eine authentische, ungekünstelte Sprache entwickelt, frei von Phrasen und Bürokratendeutsch. Dabei können Analogien, das heißt treffende Vergleiche, hilfreich sein, die an die Lebenswelt und die persönliche Erfahrungen der Betroffenen anknüpfen.
Wirkungsvolle Innovationskommunikation basiert auf einem Mix
aus Methoden, Kanälen und Instrumenten: Nur wer gekonnt auf der
Klaviatur von PR und Pressearbeit spielt, vermag über die relevanten
Printmedien oder Fernsehanstalten die Aufmerksamkeit für sein Anliegen zu bündeln. Darüber hinaus tragen Veranstaltungen wie die
Lange Nacht der Forschung oder Science Center besonders zur Bewusstseinsbildung für den Stellenwert von Innovationen bei. Vor allem sollten Unternehmen das Web mit seinen multimedialen OnlineFormaten wie Microwebsites, Podcasts und Online-Videos nützen.
Einer der Vorreiter im Bereich der Innovationskommunikation ist
dabei die Siemens VAI. Dort hat man diesem Thema besonderen
Stellenwert beigemessen. „Nicht nur für Mitarbeiter in den Forschungsabteilungen sind Innovationen relevant – jeder Einzelne sollte
sich mit dem Thema identifizieren können“, so Mag. (FH) Viktoria
Steininger, die im Unternehmen für Innovationskommunikation verantwortlich ist.
Ü
Schnelle und sichere Liquidität
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mit VB Factoring
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„Cash is king“, so lautet bei vielen Unternehmen die Devise. Wer jetzt
seine Rechnungen schnell und mit Skonto zahlt, punktet bei den Lieferanten. Ist der dafür erforderliche Cash in den eigenen Außenständen gebunden, hilft Factoring. Als flexibles Instrument zur Umsatz- und
Wachstumsfinanzierung bringt es schnelle und sichere Liquidität. Wie
beim Leasing ergibt sich beim Factoring noch der zusätzliche Effekt, dass es
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Foto: Herold
HEROLD MDOnline: Druck und Versand
von Mailings jetzt auf Knopfdruck
Mit dem kürzlich in die Online-Firmendatenbank MDOnline integrierten Druck- & Versand-Service bietet
der HEROLD seinen Kunden nun die Möglichkeit, nach der Datenselektion auf Knopfdruck gleich auch das
entsprechende Layout, den Druck und den Versand ihrer Direktmail-Aussendungen in Auftrag zu geben.
it MDOnline können User über ein
modernes Web-Interface überall, wo
ein Internetanschluss zur Verfügung
steht, auf wochenaktuelle HEROLD Daten
zugreifen. Die Daten können kinderleicht
nach Firmendaten wie etwa Branche, Mitarbeiter oder Umsatz sowie nach Personen
(Funktionen oder Name) selektiert und anschließend als CSV-, XML- oder Excel-Datei exportiert werden. Dabei kann man genau
festlegen, welche Details (Adresse, Fuhrpark, Rechtsform, Umsatz etc.) berücksichtigt werden sollen.
M
Jetzt neu: mit Druck- & Versand-Funktion
Nun wurde die Online-Firmendatenbank von
HEROLD um das praktische Feature Druck
& Versand erweitert. Damit können auf
Mausklick Aussendungen an die mit MDOn-
WEITERE INFORMATIONEN
HEROLD Business Data GmbH
Guntramsdorfer Str. 105
2340 Mödling
Tel.: 02236/401-30161
Fax: 02236/401-8
E-Mail: kundenservice@herold.at
http://daten.herold.at
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
line selektierten Firmen durchgeführt werden. Der HEROLD nimmt seinen Kunden
damit nun sowohl die Erstellung des Layouts
als auch das zeitaufwendige Drucken und
Kuvertieren ihrer Mailings ab. Firmen, die
das schon bisher fremd vergeben haben,
müssen keinen weiteren Lieferanten mehr
beauftragen und bekommen jetzt alles aus
einer Hand.
mern uns auch um den Druck und den Versand der Mailings. Bei den meisten Unternehmen sind die Ressourcen knapp. Ich bin
daher überzeugt, dass unser neuer Service
am Markt gut ankommen wird“, so HEROLD-Geschäftsführer Thomas Friess über
die jüngste Produkterweiterung seiner Firmendatenbank.
HEROLD Business Data GmbH
Und so funktioniert’s:
User führen auf MDOnline zuerst wie gewohnt ihre Datenselektion durch oder laden
ihre eigenen Daten hoch. Dann muss noch
ein möglichst aussagekräftiger Text für das
Mailing erstellt werden. In einem weiteren
Schritt werden dann das Briefpapier bzw.
Logo und auf Wunsch auch entsprechende
Bilder hochgeladen. Dann ist nur noch ein
Klick auf „Bestellung absenden“ nötig, und
schon wird der Produktionsprozess eingeleitet. Der Kunde erhält dann innerhalb von drei
Werktagen einen Layoutvorschlag zur Freigabe. Ist diese erfolgt, wird die Aussendung
gedruckt und im Anschluss versandt.
„Aufgrund der hervorragenden Datenqualität haben wir viele zufriedene Kunden, die
für ihre b2b-Aussendungen die Daten von
HEROLD MDOnline verwenden. Nun gehen wir noch einen Schritt weiter und küm-
HEROLD Business Data bietet auf seinen
Plattformen einen gemeinsamen Markt für
Käufer und Verkäufer: In HEROLD-Produkten finden Konsumenten immer und überall
relevante Daten zu Unternehmen, Produkten,
Marken und Dienstleistungen sowie Rufnummern und Adressen.
Firmen eröffnet HEROLD effiziente und
messbare Möglichkeiten, um Kunden zu gewinnen und zusätzliche Umsätze zu generieren.
Im Mittelpunkt der Unternehmenstätigkeit
steht die Herausgabe der österreichischen
Telefonbücher und der Gelben Seiten als
Printausgabe, online auf HEROLD.at und
auch am Handy. Darüber hinaus reicht die
Produktpalette von qualitativ hochwertigen
Daten für Direktmarketing über Special-Interest-Produkte bis hin zu Webseiten und
Suchmaschinen-Marketing.
Ü
SERVICE
Dem Kleben
gehört die Zukunft
Foto: tesa
Immer neue Werkstoffe, neue Materialkombinationen, neue Formen – die wachsenden Anforderungen
und sich beschleunigende Innovationszyklen in fast allen Branchen machen Verklebungen zu Fügetechnologien der Zukunft. Für die Möbelindustrie bietet tesa jetzt mit der „tesa ACXplus“-Technologie eine
neue, innovative Variante der Verklebung.
eit vielen Jahren steht die Marke tesa für
sicheres, anwenderfreundliches Kleben
in diversen Ausprägungen. Jetzt möchte
tesa mit einem komplett neu entwickelten
Produkt vor allem in der Möbelindustrie
noch stärker Fuß fassen. Angesichts der Tatsache, dass dem Kleben in den verschiedensten Branchen von der Automobil- über Elektronik- bis hin zu Möbelindustrie die Zukunft
gehört, setzt tesa alles daran, um neue Lösungen zu finden. tesa Schaumklebebänder
haben sich längst bei der Montage von leichteren Bauteilen oder Leisten etabliert. Mit
der Einführung der neuen tesa ACXplus-Technologie eröffnet tesa Möbelproduzenten
ganz neue Möglichkeiten.
S
tesa ACXplus ermöglicht doppelseitige Acrylat-Klebebänder mit besonders hohen
Schichtdicken und extrem starker Klebekraft. Die hohe Verklebungsfestigkeit bleibt
selbst auf kritischen Oberflächen verlässlich
– und vor allem über Jahrzehnte erhalten.
Neben der Abpufferung von Spannungen
können auch extreme Temperaturen, Feuch-
tigkeit und Chemikalien der Verklebung
nichts anhaben. Darum ist der Einsatz von
mechanischen Befestigungen unnötig. Selbst
strukturtragende Elemente, bei denen eine
verlässliche, dauerhafte Verbindung erwünscht ist, lassen sich problemlos mit tesa
ACXplus anbringen. Anwendungsbeispiele
sind großflächige Glas- und Spiegelelemente, die mit Profilen verklebt werden, oder
die Montage von Dekor-Paneelen, Blenden
und Verkleidungen. Hinsichtlich des Materials sind kaum Grenzen gesetzt: Holz, Glas,
Metall, Kunststoffe und lackierte Oberflächen lassen sich beliebig miteinander kombinieren.
Die Vorteile für die Nutzung von tesa
ACXplus-Klebebändern in der Möbelindustrie
liegen auf der Hand: Während herkömmliche
Fügetechniken wie Schrauben oder Nieten
oftmals Materialien beschädigen und Korrosion hervorrufen können, lassen sich Werkstoffe durch Kleben schonend und flächig
verbinden. Kräfte werden – anders als beim
Nieten – großflächig und nicht punktuell
übertragen. Dabei hat tesa ACXplus auch Flüssigklebern gegenüber Vorteile, denn Trocknungsprozesse, Aushärtungen und Reinigungsschritte entfallen. Der Verarbeitungsprozess wird einfacher, die Fehlerquote geringer und die Fertigung insgesamt wesentlich schneller.
Die neue Produktfamilie unterteilt sich derzeit in drei Kategorien: tesa ACXplus 705x
eignet sich für alle Anwendungen, bei denen
höchste Transparenz notwendig ist, beispielsweise Glas oder transparenter Kunststoff. Besonders hohe Klebkraft zeichnet das
extrem weichmacherbeständige tesa ACXplus
706x aus, das zudem in nahezu jeder Tönung
eingefärbt werden kann – für eine fast unsichtbare Klebestelle. Es ist speziell für die
Verklebung von pulverbeschichteten Oberflächen oder schwierig zu verklebenden Untergründen aus Kunststoff wie Leisten oder
Profile geeignet. tesa ACXplus 707x ist extrem
resistent gegenüber äußeren Einflüssen. Ein
Kälteschock oder Temperaturen von bis zu
130 Grad Celsius sind selbst über einen sehr
langen Zeitraum kein Problem.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
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Siemens-Chef Wolfgang Hesoun (li.) und Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber bei der Präsentation des Joint Ventures mit dem Arbeitstitel „EMobility-Provider“.
Foto: Verbund
E-Mobilität
Siemens und Verbund investieren 300 Millionen
Umweltschützer und Anhänger einer ökologischen Mobilität feiern es als weiteren Etappensieg, Skeptiker
befürchten darin einen reinen Marketing-Gag: Die Konzerne Verbund und Siemens planen den österreichweiten Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Über eine gemeinsame Tochterfirma werden bis 2020 300 Millionen Euro in die langfristige Umgetaltung des Verkehrssystems investiert.
aturgemäß sind Verbund und Siemens
ja Konkurrenten, für ein neues Projekt
ziehen sie nun – zumindest temporär –
an einem Strang. Kein Wunder: Sorgen doch
die Rekordpreise an den Tankstellen wieder
einmal für verstärktes Interesse an alternativen Antriebstechniken. Darunter auch die
immer noch in den Kinderschuhen steckende
Elektromobilität. Nach einem mittlerweile
bereits Jahre andauernden Wechsel von
Skepsis und Euphorie wollen sich nun der
Verbund und Siemens dieses Themas annehmen. Die beiden Konzerne planen, über eine
gemeinsame Tochter bis 2020 ein österreichweites Netz an Elektrotankstellen aufzubauen.
N
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
„Wir wollen weg von isolierten lokalen Projekten, hin zu einer österreichweiten Lösung“, sagt Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Allerdings sei das Joint Venture zwischen den beiden Konzernen keine „exklusive“ Veranstaltung, sondern offen für andere
Unternehmen – etwa die Landesenergieversorger. Diese könnten auch aus grenznahen
Ballungszentren im benachbarten Ausland,
etwa der slowakischen Hauptstadt Bratislava, kommen, so Siemens-Chef Wolfgang
Hesoun.
Langfristiges Ziel:
Umgestaltung des Verkehrssystems
Firmengründung und operativer Start des „E-
Mobility Provider“ von Siemens und Verbund sind für Sommer 2012 geplant. Die ersten operativen Schritte umfassen den Aufbau
der Infrastruktur sowie Angebote für Business-Kunden, also Firmen-Flotten. Bereits
im Jahr 2013 wird es ein Gesamtpaket für
Endkunden geben. Konkret soll die neu gegründete Tochterfirma, deren Name noch
nicht endgültig feststeht, bis 2020 ein Netz
von 4.500 öffentlichen Ladestationen für
Elektroautos aufbauen. Darunter auch etwa
100 Schnellladestationen, mit denen ein
Elektroauto in rund 20 Minuten geladen werden kann. Bei den herkömmlichen Ladestationen dauert dieser Vorgang zwischen acht
und 13 Stunden.
ENERGIE & UMWELT
Handy-Provider als Vorbild
Der Lösungsansatz von Siemens Österreich
und dem Verbund: Ähnlich wie ein Mobilfunk-Provider werden alle für den Betrieb
von Elektrofahrzeugen notwendigen Services gebündelt und den Kunden ein einheitliches Leistungspaket zum maßgeschneiderten Paketpreis angeboten. Das E-Fahrzeug
wird durch die Leistungen des Providers zur
mobilen „Smart Device“: Das Angebotspaket beinhaltet die Errichtung einer Ladesta-
tion am Wohnort des Kunden, den Zugang
zu (semi-)öffentlichen Ladeinfrastruktur sowie zum österreichweiten Netz an Schnellladestationen. Dazu kommt ein breites, integriertes Informations- und Serviceangebot,
das etwa den Abruf des Ladezustands über
Smartphones, Informationen über freie Ladesäulen mit Reservierungsmöglichkeit von
unterwegs sowie andere kundenorientierte
Mobilitätsdienstleistungen wie Routenplanung, Pannenhilfe und Service-Hotlines beinhaltet. Alle Services stehen dabei unabhängig von der Marke des gewählten E-Fahrzeugs zur Verfügung.
Betreiber optimistisch,
Studien pessimistisch
Ähnlich wie bei den Mobilfunkbetreibern in
den 1990er-Jahren sollen ausgehend von
Wien zuerst die Ballungszentren entlang der
West- und Südachse erschlossen werden.
Auch auf den verbindenden Autobahnen
zwischen den Städten sollen an bestehenden
Raststationen Schnellladestationen errichtet
werden. Mit diesem österreichweiten Netz
soll die politische Vision von 200.000 Elektroautos auf Österreichs Straßen bis 2020
Wirklichkeit werden, so Anzengruber. Eine
Zahl, die von vielen als unrealistisch angesehen wird. Denn per Ende Februar 2012 gab
Der Mensch
kann Gänsehaut
bekommen,
ohne dass ihm
kalt ist.
IST DER MENSCH NICHT EIN WUNDER?
WIR VERSICHERN DAS WUNDER MENSCH.
es hierzulande gerade einmal 1099 rein elektrisch betriebene Autos. Für das geplante
Joint Venture seien die 200.000 Autos aber
gar nicht notwendig. Denn schon ab 90.000
E-Fahrzeugen würde sich die Investitionssumme von 300 Millionen Euro rechnen.
Damit sind die beiden Konzerne deutlich optimistischer als etwa die Unternehmensberatung A.T. Kearney, die in einer Studie vor
zwei Jahren zu dem Schluss kam, dass sich
der Ausbau eines Elektrotankstellennetzes
in Österreich für die Betreiber nicht rechnen
kann. Die Berater rechneten damals mit Investitionskosten von 1,1 Milliarden Euro –
um dieses Geld sollten jedoch 230.000 öffentliche Ladestationen und 520.000 Stationen in privaten Garagen errichtet werden.
Die zusätzlichen Umsätze, die Elektroautos
an Stromanbieter bringen, belaufen sich laut
der Studie im Jahr 2020 aber lediglich auf
45 Millionen Euro pro Jahr.
Ein entscheidendes Thema könnten daher
staatliche Förderungen sein. Anzengruber
und Hesoun wollten anlässlich der Präsentation von „E-Mobility Provider“ keine Forderungen anmelden. Hilfreich wären jedoch
„schnellere Genehmigungsverfahren beim
Infrastrukturausbau“ oder eine „negative
Nova für Elektroautos“ – also eine staatliche
Förderung beim Autokauf.
Ü
www.merkur.at
Zumindest wer die Medien-Meldungen der
letzten Monate verfolgt, kommt zum
Schluss: E-Mobilität ist auf dem Vormarsch.
Befragungen zeigen jedoch, dass potenzielle
Anwender vor allem in den Bereichen „Ladevorgang“, „Reichweite“ und „Kosten“
noch skeptisch sind. Das Ziel der Initiatoren
ist daher, den täglichen Ladevorgang so einfach wie möglich und ohne Zusatzbelastung
zu gestalten, die begrenzte Reichweite der
E-Fahrzeuge auszuweiten, die derzeit noch
hohen Anschaffungskosten zu reduzieren
und den Benutzern die deutlich geringeren
Betriebs- und Instandhaltungskosten bewusster zu machen. Außerdem müssen den
Nutzern der neuen E-Mobilität die Zweifel
über die saubere Erzeugungsweise des eingesetzten Stroms genommen werden.
Am Standort von GREENoneTEC in St. Veit an
der Glan arbeiten derzeit 450 Mitarbeiter an
Forschung und Produktion. Fotos: GREENoneTEC
Das Reich
der Sonnenkönige
ir waren in China, in Deutschland, in
Großbritannien. Dann sind wir nach
Österreich gekommen – und haben
hier die besten Sonnenkollektoren gefunden“, sagt Ennis Rimawi von Millenium
Energy Industry. Sein Unternehmen hat als
Konsortialführer gerade das bisher größte
Solarkraftwerk der Welt gebaut. 36.000 Quadratmeter Sonnenkollektoren versorgen seit
Anfang des Jahres die 40.000 Studentinnen
der Frauenuniversität Princess Noura Bint in
der saudiarabischen Hauptstadt Riad mit
Warmwasser. Es ist die mit Abstand größte
solarthermische Anlage der Welt – und ein
W
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Österreichisches Umwelt-Know-how ist weltweit gefragt. Während
ein Unternehmen aus Kärnten in Saudi-Arabien soeben das größte
Solarkraftwerk der Welt gebaut hat, ist eine steirische Firma Weltmarktführer bei der Produktion spezieller Solartechnik-Folien.
gutes Stück davon kommt aus Österreich. Jeden einzelnen Sonnenkollektor für das 11,5
Milliarden Dollar schwere Projekt lieferte
der Kärntner Betrieb GREENoneTEC. Für
einen Anteil von umgerechnet 3,6 Millionen
Euro habe man die Solarpaneele komplett
neu adaptiert, erzählt Firmenchef Robert
Kanduth. Denn bisher mussten seine Sonnenkollektoren keinem Sandsturm mit einer
Windgeschwindigkeit von 150 Kilometern
ENERGIE & UMWELT
Firmengründer und
Geschäftsführer Robert Kanduth brachte
sein Unternehmen
GREENoneTEC binnen
20 Jahren an die Spitze
des Weltmarktes für
Solarthermie-Kollektoren.
Preis für Solarenergie fällt
pro Stunde standhalten. Anders als bei der
Fotovoltaik wird die Sonnenenergie bei der
Solarthermie nicht dazu genutzt, Strom zu
erzeugen, sondern dafür, Wasser zu erwärmen. Die Vorteile: Die Wirkungsgrade sind
deutlich besser als bei PV-Anlagen und vor
allem: Das System ist mit rund vier Cent je
Kilowattstunde um ein Vielfaches billiger.
Von der Garagenfirma zum Marktführer
Was Ende der 1980er-Jahre als Tüftelei begonnen hat, zählt heute zu den am weitesten
entwickelten Produkten solarer Technologie.
Tatsächlich hat es der Kärntner Robert Kanduth, der kürzlich seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, von seiner Garage in St. Veit an die
Weltspitze der Hersteller thermischer Solaranlagen geschafft. Mit seiner GREENoneTEC produziert Kanduth in Kärnten derzeit rund 800.000 Quadratmeter Sonnenkollektoren pro Jahr. Mit 450 Mitarbeitern erwirtschaftet er 152 Millionen Euro Umsatz.
Eine Grenze des Wachstums ist für den Selfmademan noch lange nicht in Sicht: „In Kärnten haben wir Produktionskapazitäten für bis
zu 1,5 Millionen Quadratmeter Sonnenkollektoren.“ Zum Vergleich: In ganz Österreich
wurde 2011 gerade einmal 280.000 Quadratmeter Kollektorflächen montiert.
Auch jenseits des aktuellen Prestige-Projekts
in Saudi Arabien kann sich Kanduth über
mangelnde Nachfrage nicht beklagen: Vor
allem in Europa sind seine Kollektoren ob
deren hohen Wirkungsgrads bei gleichzeitig
wettbewerbsfähigen Preisen heiß begehrt.
Die thermischen Kollektoren von GREENoneTEC nutzen die Sonnenenergie zu 80
Prozent, bei Fotovoltaik-Kollektoren haben
Kanduths Panele einen Wirkungsgrad von
17 Prozent erreicht. „Viel mehr ist derzeit
technisch nur mit einem extremen Aufwand
möglich, der sich einfach nicht rechnet“, so
Kanduth. „Warum sollte man für Solarkollektoren mit höherem Wirkungsgrad das
Doppelte zahlen, wenn man mit vergleichsweise günstigen fünf Prozent mehr Kollektorfläche den gleichen Effekt erzielen kann?“
Der Solarmarkt erlebt derzeit ohnehin einen
unglaublichen Preisverfall. Lag der Preis für
eine Kilowattstunde solarer Leistung vor
Jahren noch bei 3,40 Euro, kostet die gleiche
Energiemenge heute nur mehr rund 1,60
Euro. Kanduth: „Durch die weltweite Steigerung der Solarzellenproduktion sinken die
Preise laufend. Das wirkt sich auf den Kollektorpreis positiv aus.“ GREENoneTEC hat
erst unlängst eine Tochterfirma in Mexiko
eröffnet, von wo aus man auch den USMarkt bearbeiten will.
Solar-Know-how made in Styria
Um 40 Prozent ist der weltweite Solarmarkt
in den vergangenen zehn Jahren gewachsen,
getrieben vor allem durch die enorme Nachfrage aus China. Das Reich der Mitte setzt
stark auf Strom aus Sonnenenergie. Allein
heuer, so Experten des Vermögensverwaltungsspezialisten Sarasin, wird der chinesische Solarmarkt um 77 Prozent steigen.
Österreichische Solarunternehmen wachsen
dabei zügig mit. Neben GREENoneTEC
zählt auch Isovoltaic aus Lebring in der Steiermark zu den Weltmarktführern in Sachen
Sonnenenergie. Die Steirer fertigen Rückseitenfolien, die Solarmodule über einen langen Zeitraum vor Umwelteinflüssen schützen – etwa für Feuchtigkeit, chemische Sub-
stanzen oder mechanische Einwirkungen.
Die Folien sorgen auch für elektrische Isolierung, ohne die kein Solarkollektor funktionsfähig wäre. 35 Prozent des Weltbedarfs
an Rückseitenfolien deckt Isovoltaic derzeit
ab und erzielte 2010 einen Umsatz von rund
200 Millionen Euro.
Erst unlängst hat man eine Zweigstelle im
chinesischen Chang-zhou eröffnet. Isovoltaic-Geschäftsführer Thomas Rossegger:
„China hat in den letzten beiden Jahren
Deutschland als Marktführer im Bereich der
Fotovoltaik-Module abgelöst. Der Schritt auf
den chinesischen Markt war für uns daher
nur eine logische Konsequenz.“ Geforscht
wird bei Isovoltaic aber nach wie vor in
Österreich, etwa an Barrierematerialien zur
Einkapselung flexibler Solarzellen oder an
farbigen Folien. Rossegger: „Mit Rückseitenfolien in unterschiedlichen Farben lassen
sich spezielle dekorative Anwendungen und
Fassadenintegration leicht und ästhetisch
realisieren.“ Das dabei verwendete Polyamid
wird übrigens zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.
Ideenturbo Ökoenergie
Österreich ist in vielen Bereichen der Umwelttechnologie auch deswegen führend,
weil die heimische Wirtschaft seit mehr als
zwei Jahrzehnten konsequent an der Nutzung erneuerbarer Energieträger und nachhaltigen Produktionsmethoden arbeitet. Daher ist der Strukturwandel in Österreich auch
viel weiter als in den meisten anderen europäischen Ländern. Das schlägt sich etwa in
den Wachstumszahlen der Ökoindustrie nieder. Wurden 1997 im Umwelttechnologiebereich laut Wifo noch 2,47 Milliarden Euro
Umsatz erwirtschaftet und 15.000 Jobs geschaffen, sind heute 87.000 Österreicherinnen und Österreicher in Green Jobs tätig, und
die einschlägigen Unternehmen erwirtschaften 10,6 Milliarden Euro Umsatz. Damit betragen die jährlichen Wachstumsraten im
Umweltbereich durchschnittlich zwölf Prozent, das ist gleich doppelt so viel wie das
weltweite Wachstum in diesem Sektor. Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
49
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Trotz Sparpaket kurbeln
Kommunen Konjunkturmotor an
Als bedeutender Investor sind Österreichs Gemeinden nach wie vor maßgeblicher Wirtschaftstreiber der
heimischen Volkswirtschaft. Die Kommunalkredit Austria – spezialisiert auf kommunales Finanzmanagement – bietet gerade in Zeiten wie diesen neue Lösungsansätze für die Finanzierung öffentlicher Aufgaben. Dabei sind projektstrukturierte Modelle, welche die Finanzierungsbasis für öffentliche Infrastruktur verbreitern und die öffentlichen Haushalte entlasten, eine praktikable Lösung.
Auch in Zeiten von
Sparpaketen und
Ausgabenminimierung müssen die
Gemeinden ihre
Beleuchtung auf
den neuesten
Stand bringen –
kostensparend
und energieeffizient.
ie Kommunalkredit Austria macht Projekte für soziale Infrastruktur, Energie,
Umwelt und Verkehr nachhaltig erfolgreich“, erklärt Alois Steinbichler, Vorstandsvorsitzender der Kommunalkredit AG, „und
hat daher in allen drei Segmenten wichtige
Initiativen für die Kommunen gestartet.“
D
Initiative Energie – nachhaltige
Alternativen
Die „Initiative Energie“ begleitet Kommunen auf ihrem Weg zu den Energien der Zukunft und berät, welche ökonomischen und
ökologischen Vorteile ein Umstieg hat. Im
aktuellen „Ratgeber für Klimaschutz und
Energie der Zukunft“ findet sich neben den
Eckpfeilern einer nachhaltigen Energiepolitik auch eine Reihe von Best-Practice-Beispielen über bereits funktionierende nachhaltige Energielösungen aus ganz Österreich.
Windenergie hat sich in den vergangenen 20
Jahren in Europa zu einem wichtigen Baustein der Stromerzeugung entwickelt. Die
gemeinsam von der Kommunalkredit und
Price Waterhouse Coopers (PwC) Österreich
entwickelte Studie „Investieren in Windenergie 2012“ bietet erstmals einen Überblick
über die Rahmenbedingungen für Windkraftanlagen in Österreich, Deutschland sowie im CEE-Raum. Mit der aktuellen Studie
werden ein Mehrwert geschaffen und Kommunen auf ihrem Weg zu den Energien der
Zukunft unterstützt.
Initiative Pflege – für künftige
Anforderungen gerüstet
Das Thema Pflege stellt für Österreichs
Städte und Gemeinden eine große Herausforderung dar. Die „Initiative Pflege“ unterstützt mit Know-how und kompetenter Beratung, um hinsichtlich steigendem Pflegeund anstehendem Investitionsbedarf für entsprechende Einrichtungen gerüstet zu sein.
50
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Foto: Thorn
So definiert die Kommunalkredit bereits im
Vorfeld der Finanzierung die für die Strukturierung von Pflegeeinrichtungen notwendigen Parameter und berät, wie man diese
langfristig mit den richtigen Partnern umsetzt.
Burgenland geht neue Wege
In den vergangenen Jahren wurden im Burgenland drei moderne Pflegeheime realisiert:
Rechnitz, Neudörfl und Oberpullendorf. Das
Pflegeheim Neudörfl wurde von seinen
neuen Bewohnerinnen und Bewohnern bereits letzten Herbst bezogen, während beim
jüngsten Projekt, in Rechnitz, die Bauarbeiten noch bis Ende 2012 andauern. In allen
drei Pflegeheimen werden neue Betreuungskonzepte – basierend am „Leitbild Familie“
– umgesetzt, die es den Bewohnern ermöglichen, ihren Alltag in kleinen Hausgemeinschaften selbst zu gestalten.
Initiative Licht – Ersparnis
bis zu 50 Prozent
Seit 2010 läuft bereits erfolgreich die „Initiative Licht“, die Gemeinden den Umstieg
auf neue, energie- und somit auch kostensparende Technologien im Bereich der öffentlichen Beleuchtung ermöglicht. So kann
eine Kommune durch verbessertes Lichtma-
nagement eine Energiekostenersparnis von
bis zu 50 Prozent erzielen. Dabei kooperiert
die Kommunalkredit mit Energieversorgungsunternehmen, Lichtanbietern und dem
Österreichischen Gemeindebund.
Gefördert werden jene Anlagenteile der öffentlichen Straßenbeleuchtung, die zur Erzielung des Einspareffektes notwendig sind,
der Umstieg auf energieeffiziente Leuchten,
sensorgeführte Beleuchtungsregelung sowie
umweltrelevante Planungsleistungen. Die
umweltrelevanten Investitionskosten sind
mit 1.500 Euro pro Tonne jährlicher CO2Reduktion begrenzt. Der Förderungssatz beträgt max. 30 Prozent der umweltrelevanten
Investitionskosten als Investitionszuschuss
nach Umsetzung des Projekts.
Ü
NÄHERE INFORMATIONEN
Die Ratgeber können Sie bei der
Kommunalkredit anfordern oder von
der Homepage downloaden.
Kommunalkredit Austria
Tel. 01/31 6 31-0
communication@kommunalkredit.at
www.kommunalkredit.at
www.umweltfoerderung.at
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Erfolgreich
Der Industriegroßhändler Brammer Österreich konnte in den vergangenen Jahren im
Bereich Lineartechnik enormes Wachstum
verbuchen. Nicht zuletzt durch cleveres
Wirtschaften im Zuge der Krise. Auch 2012
soll die Sparte wieder deutlich zulegen. Vor
rund drei Jahren begann der Industriegroßhändler Brammer Österreich, Spezialist für
mechanische Instandhaltung (MRO), mit
dem Aufbau der Lineartechnik-Sparte in
Österreich. Mittlerweile ist daraus ein umsatzträchtiges Geschäft geworden: „Seit dem
Start konnte der Bereich jedes Jahr um rund
150 Prozent wachsen“, sagt Peter Giesinger,
Produktleiter für den Bereich Lineartechnik
bei Brammer Österreich. 2011 betrug der
Umsatz allein in dieser Sparte in Österreich
rund 1,9 Millionen Euro. Giesinger: „Für
heuer gehen wir von 2,4 Millionen Euro
aus.“
Ü
Zukunftsrohstoff
Zwei Wochen lang konnte man im März in
Dornbirn, Österreich, am ersten LifeCycle
Tower (LCT ONE) Tag für Tag die Holzmodule in die Höhe wachsen sehen. Das modulare LCT-Bausystem besticht mit einer Reihe
von Vorteilen (Ressourcen- und Energieeffizienz, deutlich verbesserte CO2-Bilanz,
kürzere Bauzeit nach Baumeisterarbeiten,
Serienfertigung u.a.) und wurde dafür bereits
2010 mit dem DGNB-Vorzertifikat in Gold
ausgezeichnet. Im Sommer 2012 werden zusammen mit dem Bauherr Cree GmbH,
Tochter der international renommierten
Rhomberg-Gruppe, die ersten Mieter in das
erste ungekapselte Holz-Hybrid-Hochhaus
der Welt einziehen. Als erstes Kundenprojekt
entsteht zudem für die Vorarlberger Illwerke
AG seit Anfang März 2012 mit rund 10.000
m² Geschossfläche eines der größten Bürogebäude der Welt in Holzbauweise: das Illwerke Zentrum Montafon (IZM).
Ü
Bewusstsein
Die Erfolgszahlen des umwelt service salzburg beweisen: Umwelt-Bewusstsein sowie
Umwelt-Investitionen von Unternehmen,
Gemeinden und Institutionen steigen. Im Beratungsjahr 2011 vermittelte und förderte das
umwelt service salzburg 232 Beratungen.
Jährlich sparen die beratenen Betriebe durch
Maßnahmen, die nach Beratungen realisiert
wurden. „Diese Erfolge im Umweltschutz
verdanken wir vor allem auch unseren engagierten Beratern. Sie bringen in den Betrieben, Gemeinden und Institutionen umwelt-
effiziente Maßnahmen auf den Weg“, freut
sich Dr. Martin Grießner, Leiter umwelt service salzburg. Die 40 Berater aus dem Beraterpool des umwelt service salzburg bieten
gebündeltes und kompetentes Know-how in
den Bereichen Energie, Abfall und Ressourcen, Mobilität und Umweltmanagement. Ü
Premiere
Peugeot präsentierte nun ein multifunktionales Fahrzeug mit SUV-Charakter, das Unabhängigkeit und Flexibilität verkörpert und
mit seinen kompakten Abmessungen den
Crossover-Gedanken von Peugeot neu interpretiert. Der Peugeot UrbanCrossover gibt
dabei einen Ausblick auf ein denkbares Design, ohne die Fragen nach Technik oder Antrieb zu beantworten. Mit seinem athletischen und rassigen Auftritt greift er Stilelemente des Peugeot 208 auf und verbindet
dessen Eleganz und Modernität mit einem
Hauch von Abenteuer und Freiheit. Eine
weitere Weltneuheit ist der 3008 HYbrid4
THP, der erste Full-Hybrid-Benziner von
Peugeot. Mit ihm beweist die Löwenmarke
erneut ihre Kompetenzen und Fähigkeiten in
der Entwicklung des HYbrid4-Antriebsstrangs, sowohl bei Diesel- als auch bei Benzinmotoren.
Ü
Ausgegoogelt? Standpunkt gegen Standort
Wegen
der
überschüssigen
Wärme liegt ein Hoffnungsprojekt für den Standort Oberösterreich nun auf Eis.
n die 50 neue Arbeitsplätze in einem der
wohl bekanntesten Unternehmen der
Welt könnten im oberösterreichischen
Kronsdorf geschaffen werden. Seit 2008
geistert dieses Projekt einer Serverfarm
durch die Medien und beflügelt die Fantasie
der rund 3100 Bewohner dieses Ortes. Bereits 2011 hätte der Betrieb aufgenommen
werden können. Immerhin hat die Standortund Innovationsagentur des Landes Oberösterreich (TMG) nachweislich hervorragende Arbeit geleistet und die Gemeinde das
Grundstück an der Enns mit 75 ha bereits an
Google verkauft.
Verzögert hat sich das Projekt zuletzt wohl
auch dadurch, dass das Finanzministerium
sich gegen die Energieabgabenrückvergütung sperrt. Das Gesetz sieht zwar vor, dass
ernergieintensive Unternehmen sich vom Fi-
A
nanzamt einen Teil der Energieabgabe wieder rückerstatten lassen können, jedoch gilt
dies seit Beginn des letzen Jahres nur für
Produktionsbetriebe und nicht für Dienstleister, wie beispielsweise Thermen. Aufgrund dieser offenkundigen Ungleichbehandlung von Branchen ist eine solche Regelung bereits einmal zu Fall gebracht worden. Der Finanzministerin Maria Fekter
dürfte dies allerdings nichts ausmachen,
denn bislang beharrt sie weiter auf diesem
Standpunkt, der dem US-Unternehmen
künftig mehrere Millionen Euro pro Jahr
kosten dürfte. Abgesehen davon, dass Google auch daran interessiert war, die Abwärme
der Serverfarm sinnvoll zu nützen, ist es
schwer nachvollziehbar, weshalb hier überhaupt solche Unterschiede gemacht werden.
Gelingt es Finanzministerin Maria Fekter zu
überzeugen?
Foto: BMF
Maria, steh uns bei!
Nun versuchen Wirtschaftslandesrat Viktor
Sigl und Landeshauptmann Josef Pühringer
eine andere Sichtweise einzubringen, indem
sie das Unternehmen nicht als einen Dienstleister, sondern als einen Produktionsbetrieb
betrachten, wofür es durchaus überzeugende
Argumente gibt. Für die Bewohner der Region bleibt zu hoffen, dass Frau Minister
Fekter, die in letzter Zeit überhaupt mit sehr
eigenwilligen Standpunkten aufgefallen ist,
doch noch überzeugt werden kann. Die Konsequenz wäre ansonsten gar die Rückreihung
des Standortes, der in Europa im wahrsten
Sinne des Wortes eine zentrale Rolle spielen
könnte.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
51
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Österreichs Gemeinden erwirtschaften Überschüsse
Foto: dpa_Boris Roessler
Kommunen als Sparmeister der Nation
nsgesamt weist der Bericht ein gesamtstaatliches Defizit von 2,6 Prozent der
Wirtschaftsleistung aus. Den Löwenanteil
am Defizit trägt mit 2,38 Prozent des BIP der
Bund, das gemeinsame Minus von Ländern
und Gemeinden lag bei 0,34 Prozent. Die Sozialversicherung machte 0,13 Prozent Überschuss. Der Ausblick für 2012 ist verhalten
rosig, da sich die Steuereinnahmen nicht relevant erhöhen werden.
I
NÖ weiterhin größter Investor unter den
Bundesländern
Die Investitionstätigkeiten der Kommunen
52
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Die Schuldenbremse greift zumindest in den Gemeinden, die 2011
laut aktuellem Rechnungshofbericht Überschüsse in der Höhe von
0,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder rund 390 Millionen
Euro erwirtschaften konnten.
Niederösterreichs haben sich um 21 Prozent
(138 Mio. Euro) auf 524 Millionen Euro reduziert. Trotz des rückläufigen Investitionsvolumens ist die Rolle der niederösterrei-
chischen Gemeinden als führender Investor
unter den Bundesländern nach wie vor ungefährdet, rund 31 Prozent der Gemeindeinvestitionen Österreichs werden von diesen
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Kommunen getätigt. Sie liegen mit 327 Euro
pro Einwohner weiterhin im Bundesvergleich klar über dem Österreich-Schnitt von
251 Euro und somit erneut an der Spitze.
Die Finanzschuld stieg moderat
Die Finanzschulden der niederösterreichischen Gemeinden sind 2010 um weitere
2,1 Prozent auf 2.361 Euro pro Einwohner
(Österreichs Durchschnitt stieg um 1,7 Prozent) gestiegen.
Burgenland: stabiler Haushalt
Im Zeitraum 2005 bis 2010 hatten die burgenländischen Gemeinden das beste Verhältnis
aller österreichischen Bundesländer zwischen
freier Finanzspitze und laufenden Einnahmen.
Anders gesagt: Sie verfügten in diesem Zeitraum immer über einen stabilen finanziellen
Handlungsspielraum im Hinblick auf ihre
Einnahmen. Der durchschnittliche Anteil der
freien Finanzspitze an den laufenden Einnahmen für die Periode 2005 bis 2010 lag bei 7,9
Prozent – ein Wert deutlich über den Österreich-Durchschnitt von 2,6 Prozent.
Weitere Reduktion der Finanzschulden
und Zinsausgaben
Seit 2003 bauen die Gemeinden Burgenlands
ihre Schulden ab: 2010 um weitere 1,5 Prozent auf 365,4 Millionen Euro. Die Finanzschuld pro Einwohner des Burgenlands war
mit 1.292 Euro deutlich geringer als der Bundesdurchschnitt mit 1.754 Euro.
Rückgang des strukturellen Defizits in OÖ
Die oberösterreichischen Gemeinden haben
2010 die Belastungsschere des strukturellen
Defizits um 131,4 Millionen Euro bzw. 63
Prozent auf -114,5 Millionen Euro reduziert.
Die Einnahmen der Gemeinden Oberösterreichs sinken 2010 gegenüber dem Vorjahr
moderat und liegen bei 3.545 Millionen Euro
(2009: 3.587 Mio. Euro). Gleichzeitig konn-
ten die oberösterreichischen Kommunen die
Gesamtausgaben deutlich um 153 Millionen
Euro oder 4,2 Prozent auf 3.516 Millionen
Euro reduzieren (2009: 3.669 Millionen
Euro). Bei gleichgebliebener Schuldentilgung von rund 156 Millionen Euro im Jahr
2010 haben die Gemeinden die Schuldenaufnahme um 6,6 Prozent oder 20,6 Millionen Euro reduziert.
hat sich die freie Finanzspitze der Salzburger
Gemeinden um 41,5 Prozent oder knapp 20
Millionen Euro erhöht. Dieses Ergebnis ergibt sich hauptsächlich aus dem hohen Saldo
der laufenden Gebarung (mit 289 Euro pro
Kopf ebenso bestes Ergebnis in Österreich;
der Durchschnitt lag 2010 bei 143 Euro). Die
Tilgungszahlungen betrugen 2010 160 Euro
pro Kopf und lagen somit über dem bundesweiten Durchschnitt von 142 Euro.
Investitionen bleiben auf hohem Niveau
Mit 245 Euro pro Kopf liegen die Investitionen der oberösterreichischen Kommunen nur
mehr knapp unter dem Österreich-Durchschnitt von 251 Euro. Mehr investierten nur
Niederösterreichs Gemeinden mit 327 Euro
und die Gemeinden Vorarlbergs mit 285 Euro.
Weitere Reduktion der Finanzschuld und
der steirischen Zinsausgaben
Positiv hervorzuheben bei den steirischen
Gemeinden ist der weitere Abbau der Verschuldung um -2,4 Prozent auf 1,96 Mrd.
Euro. Er liegt damit erstmals seit 2007 wieder unter der 2-Milliarden-Euro-Grenze.
Dieser Trend ist ein Zeichen für ein gutes
Haushalten der steirischen Gemeinden. Die
Finanzschuld pro Einwohner der Steiermark
war 2010 mit 1.624 Euro geringer als der
Bundesdurchschnitt (1.754 Euro).
Investitionen verringern sich weniger als
der österreichische Durchschnitt
Bei den steirischen Gemeinden ist die Investitionstätigkeit 2010 um 12,2 Prozent auf
250,9 Millionen Euro gesunken. Jedoch ist
dieser Wert deutlich besser als der bundesweite Rückgang von 18,1 Prozent.
Salzburg führend bei freier Finanzspitze
Im Jahr 2010 weisen die Salzburger Gemeinden 129 Euro pro Kopf (Österreich-Durchschnitt 1 Euro) aus und liegen damit klar an
erster Stelle unter allen Bundesländern. 2010
Schuldenabbau setzt sich fort
Positiv hervorzuheben ist der Schuldenabbau
um -2,8 Prozent oder 18,7 Millionen Euro
auf 644,6 Millionen Euro. Dieser Trend hält
seit 2006 an, ein Zeichen für das gute Haushalten der Salzburger Gemeinden.
Die Finanzschuld pro Einwohner der Salzburger Gemeinden war 2010 daher mit 1.220
Euro deutlich geringer als der Bundesdurchschnitt (1.754 Euro). Aufgrund der niedrigeren Finanzschuld und des weiter gesunkenen
Zinsniveaus sind die Zinsausgaben der Salzburger Gemeinden um weitere 32,6 Prozent
(der durchschnittliche bundesweite Rückgang lag bei 27,8 Prozent) oder 6,5 Millionen Euro gesunken.
Tirol mit geringster Finanzschuld und
niedrigsten Zinsausgaben
Die Finanzschuld der Tiroler Gemeinden lag
2010 bei 1.148 Euro je Einwohner (gesamt
806,4 Mio. Euro) und somit deutlich unter
dem bundesweiten Durchschnitt von 1.754
Euro. Die Gemeinden Tirols haben ihre Finanzschuld um 1,1 Prozent oder 8,6 Mio.
Euro reduziert. Ein positiver Effekt daraus
ist, dass Tirols Gemeinden auch die niedrigste Zinsausgaben-Belastung haben. Im
Jahr 2010 haben sich die Zinsausgaben der
Gemeinden Tirols durch das weiter gesunkene Zinsniveau um 32,6 Prozent auf 19
Euro je Einwohner verringert (ÖsterreichDurchschnitt 33 Euro).
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14.9.20
„Unsere Gemeinden
sind in ihren Strukturen
gesund“
Das Sparpaket der Bundesregierung enthält umfangreiche Maßnahmen zur Konsolidierung des
maroden Staatshaushaltes. Zum Schuldenabbau
werden auch die Länder beitragen, die sich verpflichtet haben, rund 5,2 Milliarden Euro einzusparen. Helmut Mödlhammer, Präsident des
Österreichischen Gemeindebundes, sprach mit
den Wirtschaftsnachrichten über die derzeitige
Situation der heimischen Kommunen.
n Herr Präsident, wie ist die derzeitige
finanzielle Lage der Gemeinden in
Österreich?
Die Finanzkrise hat uns schwer getroffen,
weil uns die Steuereinnahmen weggebrochen sind. Wir sind ja zu einem guten Teil
abhängig von den Steuereinnahmen des
Bundes, von denen wir unsere Anteile bekommen. Diese Anteile erholen sich wieder,
aber die Krise hat uns einige Jahre zurückgeworfen.
n Zu welchen Problemen führt diese
Lage in den Gemeinden? Müssen wir
uns darauf einstellen, dass demnächst
kommunale Einrichtungen, wie
Schwimmbäder oder Bibliotheken, zugesperrt werden, so wie das in
Deutschland schon der Fall ist?
Nein. Gottlob unterscheidet sich unsere Situation von der Lage in unserem Nachbarland noch deutlich. Unsere Gemeinden sind
in ihren Strukturen gesund und arbeiten
höchst effizient. Die Einnahmenverluste sind
ja nur die eine Seite des Problems. Die
zweite Seite besteht darin, dass wir trotz sinkender Einnahmen immer mehr Aufgaben
aufgebürdet bekommen. Von der Kinderbetreuung bis hin zur Pflege tragen die Gemeinden immer größere Lasten. Viele Aufgaben werden nicht als gesamtstaatliche
Aufgabe angesehen, sondern vom Bund oder
den Ländern beschlossen, bezahlen sollen
dann aber die Gemeinden. Mit der Reform
der Pflegefinanzierung ist im
Vorjahr eine Erleichterung gelungen, der
Investitionsrückstau ist aber groß.
Noch ist
es jedoch nicht notwendig, kommunale Einrichtungen zu schließen.
n Zwei Drittel der Gemeinden sind Abgangsgemeinden, liest man immer wieder …
Das ist eine Darstellung, die mich ärgert,
weil es nur eine Betrachtung über das gesamte Kalenderjahr ist. Viele dieser Gemeinden decken ihre Abgänge aus Überschüssen
oder Rücklagen der Vorjahre. Auch die so
genannten Bedarfszuweisungen sind ja keine
mildtätigen Gaben der Länder, sondern Mittel, die den Gemeinden zustehen. Tatsache
ist, dass die Gemeinden österreichweit gesehen, mit einer Ausnahme ihre MaastrichtZiele immer erreicht haben. Insgesamt haben
wir aber dadurch Schulden in der Höhe von
16 Milliarden Euro, Bund und Länder sind
mit über 200 Milliarden Euro verschuldet.
Da soll man schon auch die Kirche im Dorf
lassen. Unseren Schulden stehen nämlich
Werte gegenüber, zum großen Teil im Bereich Kanal- und Wasserversorgung, die gebührenfinanziert und somit abgesichert sind.
Unsere Schulden sind kaum strukturell, sondern stecken in sehr konkreten und bezifferbaren Projekten.
n Was werden die Gemeinden zum
Sparpaket bzw. zur Budgetkonsolidierung beitragen?
Wir tragen jede Menge dazu bei. Zum einen
haben wir uns als einzige Ebene schon 2011
dazu verpflichtet, ab 2012 ein österreichweites Nulldefizit zu erwirtschaften. Noch haben wir nicht alle Daten, aber wahrscheinlich haben wir dieses Ziel
schon 2011 erreicht. Bund
und Länder sind Lichtjahre vom Nulldefizit
entfernt, hier kann sich
jeder eine Scheibe von
den Anstrengungen
der Gemeinden abschneiden.
n Und wo schmerzt Sie das Sparpaket
besonders?
Ein Sparpaket, das niemandem weh tut,
bringt nichts. Natürlich sind die Einschnitte
in vielen Bereichen für die Gemeinden nicht
erfreulich. Wir haben zum Beispiel hart darum gekämpft, dass die Gemeinden die
Möglichkeit, sich bei Infrastruktur-Projekten
die Vorsteuer zurückzuholen, nicht verlieren.
Zumindest haben wir aber hier einen Aufschub von einigen Monaten erreicht, damit
geplante und finanzierte Projekte nicht mit
einem Schlag um 20 Prozent teurer werden.
Das hätte nicht nur die Gemeinden, sondern
auch die Bauwirtschaft und den Arbeitsmarkt hart getroffen. Aber wir müssen künftig damit leben, dass viele Projekte eben um
20 Prozent teurer sind. Da werden sich einige
wichtige Dinge zeitlich verschieben. Aktuell
versuchen wir zumindest zu erreichen, dass
diese Regelung für den Bau von Bildungseinrichtungen zurückgenommen wird.
n Wird sich all das auf die Investitionstätigkeit der Gemeinden auswirken?
Natürlich wird es das. Wir haben schon in
den letzten Jahren einen großen Rückstau an
wichtigen Projekten angesammelt, weil das
Geld einfach nicht vorhanden war. Da geht
es nicht nur um Schulen, sondern auch um
Straßen, um Gebäude, um wichtige Sanierungen von Kindergärten und Pflegeheimen.
Jede Gemeinde muss jeden Euro drei Mal
umdrehen, bevor sie etwas anfängt und Prioritäten setzt. Wir investieren in Summe immer noch zwei Milliarden Euro pro Jahr.
n Läuft das nicht darauf hinaus, dass
auch die Gemeinden früher oder später Steuern erhöhen müssen?
Nein, das tut es nicht. Wir sind nicht so, dass
wir ständig über Steuererhöhungen nachdenken. Wir haben uns an einer Erhöhungsdebatte nie beteiligt, weil wir der Überzeugung
sind, dass es noch viele Einsparungspotenziale gibt. Auf Gemeindebene arbeiten wir
an stärkeren Kooperationen, auch in der Verwaltung sparen wir Jahr für Jahr größere
Summen ein. Worüber man sich in nächster
Zeit aber sicherlich unterhalten muss, das ist
die Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer, die so genannten Einheitswerte. Es
kann nicht sein, dass die Basis für eine
Steuer 40 Jahre alt ist. Hier werden wir bald
Reformmodelle vorlegen, die dann zu diskutieren sind.
Ü
In seiner vierten Amtsperiode als Präsident des
Österreichischen Gemeindebundes will der erfolgreiche Interessenvertreter Helmut
Mödlhammer mit guten Ideen statt mit ständigem Raunzen die heimischen Kommunen
wieder auf Vorkrisen-Niveau bringen.
Foto: Österreichischer Gemeindebund
KOMMUNALWIRTSCHAFT
„Größer heißt
nicht billiger“
Wenn in den Medien der Begriff von Gemeindezusammenlegungen
fällt, gerät Walter Leiss geradezu in Rage. Im Grunde kein Wunder,
Freizeitangebote kostenfrei schaffen, all das
sind Kosten, die in einer kleineren Gemeinde
viel niedriger sind.“
schließlich hat der Jurist als Generalsekretär des Gemeindebundes
Fusionen bringen kaum Einsparungen
die Interessen vieler kleiner Gemeinden zu vertreten. „Mich ärgert
allerdings nicht aus Prinzip, dass manche die kleinen Gemeinden zusammenlegen wollen, mich ärgert, dass die Begründungen dafür
schlichtweg falsch sind“, so Leiss. „Es wird da die Erwartungshaltung
geschürt, dass durch eine Zusammenlegung alles billiger wird.“ Dies
sei eine Annahme, so der Gemeindebund-General, die sich durch Zahlen nicht belegen lasse.
ei dieser Gelegenheit zieht der Niederösterreicher dann gerne Unterlagen aus
dem Gemeindefinanzbericht aus der Tasche. „Wir haben ja alle Personalkosten, alle
Verwaltungsdaten von jeder einzelnen Gemeinde aufliegen“, berichtet Leiss. „Richtig
ist, dass der Personalstand pro 1.000 Einwohner mit zunehmender Größe einer Gemeinde ansteigt.“ So beschäftigen etwa Ge-
B
... der Rest ist mit Dienstleistungsaufgaben beschäftigt“,
erklärt Dr. Walter Leiss, Generalsekretär des Gemeindebundes.
Fotos: Österreichischer Gemeindebund
56
„In Österreich arbeiten nur 15 Prozent der Gemeindemitarbeiter/innen in der Verwaltung,...
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
meinden bis zu 2.500 Einwohner durchschnittlich acht Mitarbeiter/innen pro 1.000
Einwohner. „Bei Gemeinden zwischen
10.000 und 20.000 Einwohner sind es schon
15 Mitarbeiter/innen, und ab 50.000 Einwohner überhaupt 20 Mitarbeiter pro 1.000
Einwohner.“ Zwei Gründe sind dafür entscheidend: Zum einen haben kleinere Gemeinden keine mittlere Managementebene,
sondern flache Hierarchien. „Da gibt es
den Bürgermeister,
den Amtsleiter und
drunter gleichrangig
die
Mitarbeiter.
Keine Abteilungen,
keine Bereichsleiter.“
Zum anderen sinke
mit zunehmender
Größe einer Gemeinde der Anteil jener Aufgaben, die
von
Freiwilligen
übernommen werden. „In der Großstadt sind viele Vereinsfunktionen schon
bezahlt, die Feuerwehr ist eine Berufsfeuerwehr, es gibt
kaum Vereine, die
Diese Struktur wirke sich nicht nur auf den
Personalstand, sondern auch auf die Personalkosten aus. Daher sind auch die Gebühren
und Abgaben in kleinen Gemeinden deutlich
niedriger. „Im Durchschnitt nimmt eine
kleine Gemeinde jährlich pro Einwohner 273
Euro an Abgaben und Steuern ein, in größeren Städten ist es das Doppelte bis Dreifache“, rechnet Leiss vor. „Und das sind keine
erfundenen Zahlen, sondern Fakten aus dem
Gemeindefinanzbericht.“
Die Diskussion in der Steiermark betrachtet
Leiss daher mit einiger Skepsis: „Niemand
hat etwas gegen eine durchdachte und intelligente Strukturreform“, so Walter Leiss, „da
soll man die Gemeinden auch nicht ausklammern.“ Wer aber glaube, dass dabei Hunderte
Millionen an Einsparungen zu holen seien,
der werde bald das Gegenteil feststellen.
„Die großen Fusionierer sollten einmal einen
Blick in die Schweiz werfen, wo in den letzten Jahren viele Gemeinden zusammengelegt wurden. Einsparungen sind dabei nicht
dokumentiert, da stellt sich dann schon die
Frage: Cui bono – wofür?“ In Österreich arbeiten nur 15 Prozent der Gemeindemitarbeiter/innen in der Verwaltung, der Rest ist
mit Dienstleistungsaufgaben beschäftigt.
„Wir ersparen uns keine einzige Kindergärtnerin, keine Pflegekraft, keinen Musikschullehrer, indem wir Gemeinden zusammenlegen.“
Keine Fusionen ohne Abstimmung
Für das Reformprojekt in der Steiermark hat
der streitbare Gemeindebund-General einen
klaren Standpunkt: „Ich habe nichts gegen
Zusammenlegungen, solange sie von den
Menschen mitgetragen werden. Bei konkreten Fusionsabsichten sind in den betreffenden Gemeinden Volksabstimmungen durchzuführen. Wenn die Mehrheit der Bewohner
in beiden Gemeinden einer Fusion zustimmt,
dann ist das in Ordnung. Alles andere wäre
undemokratisch, gegen den Bürgerwillen
und vermutlich nicht sinnvoll.“
Ü
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Kommunalleasing trotz Sparpaket attraktiv
ufgrund des vor Kurzem verabschiedeten Stabilitätsgesetzes (Sparpaket) werden Leasingfinanzierungen von Immobilien für nicht Vorsteuerabzugsberechtigte aus steuerlicher Sicht den Kreditfinanzierungen gleichgestellt. Genauer gesagt, dürfen Leasingfirmen (Vermieter),
die an Kommunen vermieten, keinen Vorsteuerabzug mehr von den Errichtungskosten für Immobilienprojekte geltend machen, wenn mit der
Errichtung des Gebäudes nach dem 1. 9. 2012 begonnen wird. Dadurch
verteuern sich künftig Bauten im öffentlichen Bereich um ca. zehn bis
15 Prozent. Die Vorsteuerberichtigungsfrist wurde von zehn auf 20 Jahre
verlängert, wenn der Mietbeginn nach dem 1. 4. 2012 liegt. Aus diesem
Grund müssen künftig Leasingraten für 20 Jahre mit Umsatzsteuer vorgeschrieben werden. Dennoch bleiben Leasingfinanzierungen der Erste
Group Immorent weiterhin attraktiv.
A
Foto: Foto Freisinger
1
Die Erste Group Immorent bietet aufgrund ihres Know-hows zusätzliche Leistungen an, wie die optimale Strukturierung des Geschäftsfalles oder Baudienstleistungen, wie begleitende Kontrolle, Projektsteuerung und anderes.
2
3
Auch für die reine Umfinanzierung bestehender Projekte gibt es spezielle Modelle ohne steuerliche Nebenkosten.
Finanziert die Kommune das Gebäude nicht über Kredit, sondern
über Leasing, wird der Verschuldungsgrad in der Regel nicht sofort
belastet.
4
Weiterhin möglich ist außerdem Leasing im Pflege- und Gesundheitsbereich.
Ü
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KOMMUNALWIRTSCHAFT
Die Kunst der Verwertung
Aus Abfall Wertstoffe zu machen, hat Zukunft
rotz Krise und Sparpaketen leben wir
nach wie vor in einer Gesellschaft des
Überflusses, dessen Kennzeichen auch
das Anhäufen von Müll ist. Wo das Überschüssige und nicht mehr Gebrauchte nicht
abgeführt werden, gerät das System ins Stocken. Die Bilder von den brennenden Müllbergen in Neapel haben für uns etwas Apokalyptisches, weil es dabei generell um den
Zusammenbruch von Ordnung geht. Dort,
wo der Kreislauf zu stehen kommt, droht der
Infarkt. Kein Wunder also, dass im Zuge einer IMAS-Umfrage jüngst Müllmänner unmittelbar nach den Ärzten als jene Berufsvertreter genannt wurden, die für uns als die
Unverzichtbarsten gelten.
Nun mag es zwar nicht funktionieren, dass
wir uns beispielsweise an der Warteschlange
einer Supermarktkasse vorbeidrängeln, indem wir sagen: „Lassen Sie mich durch, ich
habe es eilig, ich bin Müllmann.“ Jedoch
würden die anderen Kunden angesichts der
vielen Verpackungen, die dort über den
Scanner laufen, noch bewusster daran denken, wie viele Tonnen an Abfall täglich zu
entsorgen sind.
Die Sorge rund um das Sammeln und Entsorgen trägt genau genommen gemäß einer
1993 verabschiedeten Verordnung das Unternehmen, das eine Verpackung in Verkehr
bringt. Die Firmen können jedoch ihre Verpflichtungen an sogenannte Systembetreiber
abtreten. Dafür müssen sie eine Entpflichtungs- und Lizenzvereinbarung treffen und
Lizenzentgelte entrichten. Die Betreiber sind
teilweise auf Abfälle im Haushalts- oder Gewerbebereich spezialisiert und teilweise in
beiden Sektoren tätig. Einige von ihnen haben sich unter der Dachorganisation Altstoff
Recycling Austria (ARA-Systems) zusam-
T
In Österreich können rund 60 Prozent der Metallverpackungen wiederverwertet werden.
Foto: ARA/Lukas Maximilian Hüller
mengeschlossen. Früher bestand sie aus
neun Gesellschaften, aber im Jahr 2009 unternahm sie eine Schlankheitskur und reduzierte sich auf zwei: ARA und AGR (Austrian Glass Recycling).
ARA sammelt und verwertet mehr als
800.000 Tonnen Verpackungen im Jahr und
hatte bereits 2010 15.231 Lizenzpartner. In
jenem Jahr konnte sie 784.751 Tonnen Verpackungsabfälle stofflich und thermisch verwerten bzw. verwerten lassen. Dabei liefert
sie der österreichischen Wirtschaft wertvolle
Rohstoffe und kann den Ausstoß von rund
620.000 Tonnen CO2 ersparen.
Sie verwendet sowohl Hol- wie auch Bringsysteme. Leichtverpackungen sammelt sie
Containnerdienst24.at
ck!
Mulden und Container auf einen Kli
in gelben Säcken und gelben Tonnen. In einigen Regionen verwendet sie das Holsystem ebenfalls für Papier, Pappe und Papierverpackungen. Bei über 1,443 Millionen
Haushalte setzte ARA bis Ende 2010 diese
besonders benutzerfreundliche Form der
Verpackungssammlung ein, wobei die Sammelsäcke ab Haus abgeholt werden. Bei der
Sammlung gebrauchter Verpackungen ist
Österreich eines der führenden Länder weltweit.
Für das Bringsystem stellt sie Sammelstellen
und Altstoffsammelzentren zur Verfügung.
Dort übernimmt sie nicht nur Papier, Glas,
Verpackungsmetalle und Leichtverpackungen (Kunst- und Verbundstoffe), sondern
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Fein heraus: Die Müllabfuhr gilt laut einer IMAS-Studie als unverzichtbar.
Foto: ARA, Florian Auer
auch weitere verwertbare Altstoffe (z.B. Eisenschrott, Flachglas, Altholz usw.) und
sonstige Abfälle (z.B. Baurestmassen, TKVpflichtige Abfälle).
Für das Sammeln von Aluminiumverpackungen (zum Beispiel Schokoladenfolie
und Getränkedosen) ist die ARA ebenfalls
zuständig. Österreichweit findet man über
50.000 Sammelbehälter für diese Metallabfälle. Insgesamt registrierte die ARA 2008
rund 40.600 Tonnen Metallverpackungen.
Deshalb erreichte Österreich eine Recyclingsrate für Metallverpackungen von über
60 Prozent, wodurch gerade angesichts der
stark schwankenden Preise für Metalle ein
wichtiger Beitrag zur Rohstoffversorgung
der heimischen Produktion geleistet wird.
Das Kerngeschäft der ARA ist es, ihre Kunden von deren Verpflichtung, Verpackungen
einzusammeln und zu entsorgen, zu befreien.
Dabei verfolgt sie keine Gewinnabsichten,
arbeitet aber streng betriebswirtschaftlich
und effizient. Alle Verpackungsarten werden
gleich behandelt, um den Wettbewerb zwischen ihnen nicht zu beeinflussen.
Wels (WAV) und Lenzing (RVL) mit einer Gesamtkapazität von jährlich 600.000 Tonnen.
Außerdem verfügt die AVE über 30 moderne
Deponien, Splitting- und Sortieranlagen. Rund
6,9 Million Privatkunden, 86.135 Gewerbeund Industriebetriebe sowie eine Vielzahl von
Städten und kommunalen Verbänden nehmen
das AVE-Angebot in Anspruch.
Komplettlösungen
Einer der größten Partner bzw. der Marktführer in Österreich ist dabei die AVE (Aufbereitung-Verwertung-Entsorgung)-Gruppe,
eine 100-Prozent-Tochter der landeseigenen
Energie AG Oberösterreich. Sie sammelt Abfälle, bereitet sie auf, verwertet und entsorgt
sie. Mehr als 5.100 Mitarbeiter in Österreich,
Bayern, Südtirol, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Moldawien, der Ukraine und der
Slowakei arbeiten mittlerweile für das oberösterreichische Unternehmen.
Das Kernstück des Unternehmens bilden die
beiden thermischen Verwertungsanlagen in
( W:[VYL
56;PT(W
NYH[PZ
Die Bedeutung der Abfallwirtschaft nimmt
ständig zu, weshalb auch kleinere Unternehmen bestrebt sind, eine Nische für sich in
diesem Sektor zu finden. So hat sich beispielsweise die Embatex AG auf die Sammlung von leeren Tonerkartuschen aus Laserdruckern und Kopiergeräten sowie Tintenpatronen aus Tintenstrahldruckern spezialisiert. Diese werden gratis abgeholt und dem
Recycling zugeführt.
Ü
7
33(7
Spezialisten
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Entsorglos glücklich
Gemäß dem Motto „Tu felix Austria nube“ sind die Österreicher
zwar bekannt für das Heiraten, aber trennen tun sie auch gerne.
ie AVE Gruppe, eine 100-Prozent-Tochter der Energie AG Oberösterreich, ist
eine der führenden Unternehmensgruppen am Markt für die Abfallwirtschaft in
Zentral- und Osteuropa. Als Komplettanbieter von Entsorgungsdienstleistungen für
kommunale und private Kunden bietet die
AVE die gesamte Palette an Dienstleistungen
des Abfall- und Wertstoffmarktes an. Alleine
in Österreich bewegt die AVE jährlich rund
2,5 Millionen Tonnen Abfälle. Die Wirtschaftsnachrichten im Gespräch mit Geschäftsführer Ing. Mag. Roland Richter.
D
n Welche aktuellen Entwicklungen und
Herausforderungen gibt es derzeit in
Ihrer Branche und speziell in Ihrem
Unternehmen?
Obwohl die Branche regional strukturiert ist,
gelang uns die Marktführerschaft in Österreich mit über 20.000 zufriedenen Kunden
und über 1.200 MitarbeiterInnen sowie 330
Spezialfahrzeugen. Unser primäres Ziel ist,
flächendeckend als Dienstleister aufzutreten
und die komplette Wertschöpfungskette abzubilden. Daher verdichten wir unsere Wertschöpfung weiter und bewegen uns dabei
von der Abfallwirtschaft hin zu einem Anbieter von Ressourcen für die Produktion
oder die Energiegewinnung. Diesbezüglich
laufen derzeit auch etliche vielversprechende
Forschungsprojekte.
Durch die Positionierung im Bereich der
Ressourcenwirtschaft begeben wir uns auch
auf ein Terrain, das hohen Preisschwankungen wie etwa bei Metallen oder Altpapier
ausgesetzt ist. Wir werden bei der Rückgewinnung von Ressourcen immer besser und
kostengünstiger, so
dass sich hier gute
Chancen für die Zukunft ergeben.
n Neben den Rohstoffen ist ja auch
die Energie ein
Dauerbrenner aufgrund der hohen
Preise für fossile
Brennstoffe. Wie
entwickelt sich hier
die AVE?
Abfall ist auch ein guter Brennstoff. Wir beliefern beispielsweise
die WAV in Wels mit
einer jährlichen Verbrennungskapazität
von 300.000 Tonnen,
welche zur Strom- und
Fernwärmegewinnung
dient. Auch in Lenzing
sind wir ein Partner für
die Energieversorgung
Die Rohstoffverwertung
in Lenzing
Fotos: AVE
60
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Geschäftsführer Roland Richter will noch
weiter in Richtung Qualität und höherer
Wertschöpfung.
des dort ansässigen Konzerns und liefern
jährlich 300.000 Tonnen für die Verbrennung. Zudem beliefern wir die Energie AG
in Timelkam und andere Verbrennungsanlagen mit Altholz und sind auch Zulieferer für
Ersatzbrennstoffe der Zementindustrie.
n Wie sieht es derzeit mit der Sammelund Trenndisziplin der Österreicher
aus? Ist diese nach wie vor hoch oder
im Abflauen?
Wir sind europaweit, wenn nicht gar weltweit an der Spitze. Eine aktuelle IMAS-Umfrage zeigte, dass gleich nach den Ärzten die
Müllmänner für die Österreicher zu jenen
Berufsgruppen gehören, die als unverzichtbar gelten. Das lässt auch auf das Bewusstsein unserer Landsleute schließen, die solche
Verhältnisse wie beispielsweise in Neapel
nicht wollen. Österreich hat einen extrem hohen Standard im Bereich Abfall und Recycling, den die Österreicher sicherlich halten
wollen.
Ü
KOMMUNALWIRTSCHAFT
„Abfall ist Rohstoff am falschen Ort“
Umweltgerechte Entsorgung ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft, wie ein Interview mit Hans Roth, Aufsichtsratsvorsitzender von Saubermacher, zeigt.
n Welche Position nimmt „Saubermacher“ in der heimischen wie internationalen Entsorgungswirtschaft ein?
Unser Anspruch ist es, unseren Kunden und
Kundinnen perfekte Lösungen in Hinblick
auf die Qualität unserer Dienstleistungen,
aber auch auf die nachhaltige Erbringung der
Leistungen zu bieten. Dabei garantieren wir,
dass die uns überantworteten Abfälle durch
unsere Methoden der Abfallbehandlung umweltschonend aufbereitet werden. Hier wollen wir Vorbild sein und einen Beitrag zum
Erhalt einer lebenswerten Umwelt leisten.
Von dem über Jahrzehnte erworbenen
Know-how profitieren auch unsere Unternehmen in den CEE Staaten, indem wir neueste Technologien exportieren und in den
Nachbarstaaten zur Anwendung bringen.
Unser Zugang: Umweltverschmutzung
macht nicht vor Staatsgrenzen Halt.
Von Arthur Schwaiger
Die nicht recyclierbaren Stoffe werden in
weiterer Folge bei Saubermacher ThermoTeam zu Ersatzbrennstoffen verarbeitet und
in der Zementindustrie anstatt von Steinkohle verwendet. Das wiederum spart nicht
nur die Steinkohle, sondern auch die Transportwege – Steinkohle kommt ja aus Südafrika – und den damit verbundenen CO2Ausstoß.
n Welche Erwartungen setzt man in die
neue Forschungsanlage?
Viele Abfälle, die wir morgen haben werden,
sind bereits heute in Produkten enthalten,
existieren aber noch nicht als Abfall, da die
Produkte noch nicht am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind. Als Beispiel
denke ich hier an Photovoltaikanlagen oder
E-Autobatterien. Hinzu kommt der Wettbewerb um Ressourcen, wie z.B. seltene Erden,
Metalle oder auch Primärenergieträger.
Wenn man alle diese Faktoren zusammennimmt, erkennt man, dass neue Quellen für
die Gewinnung von Rohstoffen eröffnet werden müssen – denn nicht zuletzt hängt auch
unser Lebensstandard von der Versorgung
mit Rohstoffen ab. Und diese können eben
n Saubermacher legte erst kürzlich eine
Klima- und Energiebilanz vor: Wie
sieht diese konkret aus?
Konkret sparen wir durch unsere Art der Abfallbehandlung und Verwertung der Atmosphäre 237.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Dieses
tolle Ergebnis und die Vorreiterrolle gegenüber der herkömmlichen Müllverbrennung wurde nun
auch durch eine von der „PwC
Wirtschaftsprüfung GmbH“ erstellte Studie bestätigt. Konkret
sieht unser Weg der Abfallbehandlungen so aus, dass zuerst auf
High-tech-Sortieranlagen die Abfälle in recyclierbare (z.B. Kunststoffe, eisen- und nicht eisenhältige Metalle) und nicht mehr recyclierbare Stoffe getrennt werden.
Die wieder verwendbaren Materialien werden in den Stoffkreislauf zurückgeführt. So entstehen
beispielsweise aus alten PET-Flaschen neue Kunststoffprodukte
und Primärenergieträger wie Erdöl
werden nachhaltig geschont.
Wussten Sie beispielsweise, dass
Sie für die Produktion von einer
Tonne PET-Flaschen 1,9 Millionen Tonnen Erdöl benötigen? Unter diesem Aspekt macht es in meinen Augen Sinn, z.B. alte PETFlaschen zu recyceln und damit
nachhaltig den Rohstoff Erdöl –
der ja nur begrenzt vorhanden ist –,
zu schonen.
Verwertungspyramide Saubermacher
Aufsichtsratsvorsitzender Hans Roth: „Die
Zukunft der Abfallwirtschaft liegt im Recyclen
und nicht im Entsorgen.“
Foto: Saubermacher
Grafik: Saubermacher
aus der Erde oder zusehends aus dem Stoffkreislauf kommen. Ich sage immer wieder:
„Abfall ist Rohstoff am falschen Ort.“ Die
Zukunft der Abfallwirtschaft liegt im Recyclen und nicht im Entsorgen. Die Recyclingquote wird daher auf über 95 Prozent steigen.
Aber um wiederverwendbare Materialien aus
dem Abfall herauslösen zu können – und das
noch dazu auf eine wirtschaftliche Art und
Weise muss geforscht werden. Aus diesem
Grund haben wir uns entschlossen, eine eigene
Forschungsanlage – 400.000 Euro Investition –
zu errichten, die das Bindeglied zwischen Laborsituationen unserer Partneruniversitäten wie
z.B. der Montanuniversität Leoben und unseren Produktionsanlagen bildet.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
61
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Mulden und Container auf einen Klick:
Containerdienst24.at
gang macht Containerdienst24.at besonders
für Private und kleinere Gewerbetreibende
interessant. Mit Eingabe der Aufstelladresse
und Bekanntgabe der persönlichen Daten
(Anschrift, Telefonnummer etc.) kann der
gewählte Container auch sofort online zum
angezeigten Mietpreis bequem per Mausklick bestellt werden.Um böse Überraschungen bei der Abrechnung gänzlich auszumerzen, bekommt der User auf Containerdienst24.at auch genaue Hinweise geliefert,
welche Materialien konkret in Mulden für
beispielsweise Bauschutt, Sperrmüll oder
Altholz entsorgt werden dürfen.
b sofort ist die neue Bestellplattform
Containerdienst24.at online. Mit einem
Mausklick können nun bequem von zu
Hause aus, 24Stunden rund um die Uhr und
je nach Bedarf, unterschiedlichste Mulden
und Container in ganz Österreich bestellt
werden.
Egal ob Bauschutt- und Baumischabfallmulden für Häuslbauer oder -sanierer, sowie
Sperrmüll- oder Altholzmulden für alle, die
entrümpeln oder übersiedeln, oder etwa Mulden für Erdaushub bei Gartenumgestaltungen und Grünschnittmulden für Hobbygärtner – für alle gängigen Abfallarten und in allen gängigen Größen verfügbar, finden sich
unter „Containerdienst24.at“ die passenden
Behältnisse. Das Besondere am Containerdienst24.at ist der schnelle und einfache Online-Bestellvorgang. Der User gibt seine
Postleitzahl, die gewünschte Behältergröße
sowie Mietdauer ein und bekommt sofort online die Mietpreise für die jeweiligen Abfallarten sowie die Kosten je Tonne angezeigt.
Das sorgt endlich für eine in Österreich noch
nie dagewesene Kostentransparenz bei Container- und Muldenbestellungen. Genau
diese Kostentransparenz beim Bestellvor-
A
Corporate Data AVE Gruppe
Die AVE Gruppe ist ein zentraleuropäisches
Abfallunternehmen mit starkem Fokus auf
die Länder im Osten Europas. 100-ProzentEigentümer der AVE ist der Infrastrukturund Umweltkonzern Energie AG Oberösterreich, ein Unternehmen im Eigentum des
Landes Oberösterreichs. Das garantiert langfristige Sicherheit, speziell für kommunale
Partner. Die AVE Gruppe erwirtschaftet im
laufenden Geschäftsjahr in acht Ländern einen Umsatz in Höhe von rd. 520 Millionen
Euro (nicht konsolidiert). Über 5.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 159 Standorten sorgen für über sieben Millionen zufriedene Haushalts- und rd. 85.000 Gewerbeund Industriekunden. Mittlerweile können
Sie die über 2.500 weißen AVE Müllautos
mit dem typischen rot-weiß-roten Logo täglich auf den Straßen in Österreich, Südtirol,
Tschechien, Ungarn, Slowakei, Rumänien,
Moldawien und in der Ukraine sehen. Die
AVE betreibt in CEE 28 Deponien.
Ü
Geben Sie uns den Rest!
Saubermacher zahlt Vergütungen für Wertstoffe.
ten Recycling. Um hier weiterhin federführend zu sein, eröffnete Saubermacher jetzt
eine einzigartige Forschungsanlage in Graz.
Gemeinsam mit Universitäten und Forschungspartnern aus Industrie und Gewerbe
können dort Abfälle dahingehend untersucht
werden, ob und wie viele Rohstoffe daraus
wiedergewonnen werden können. Davon
profitieren wiederum die KundInnen von
Saubermacher, denn die Einsparungen, die
durch die Rohstoffgewinnung erzielt werden, können in Form von besseren Lösungen
an den Kunden weitergegeben werden. Ü
ohstoffe kommen aus der Erde oder dem
Stoffkreislauf. Selbstanlieferern von
Großmengen vergütet Saubermacher
Wertstoffe, wie z.B. Schrotte und Metalle
oder Kartonagen. Zusätzlich optimiert der
Saubermacher-Kunden-Coach die Abfallwirtschaft bei den KundInnen direkt vor Ort.
Dies schont nicht nur die Geldbörse, sondern
auch die Umwelt!
R
62
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Informieren Sie sich jetzt unter Tel. 059 800
oder auf www.saubermacher.at
Foto: Saubermacher
„Gemeinsam mit dem Kunden analysieren
wir seine betriebsinterne Abfallwirtschaft,
beschleunigen die Prozesse und reduzieren
so die Kosten für innerbetriebliche Abläufe“,
erläutert Bereichsleiter Mag. (FH) Ing. Gerhard Hecker. So geschehen bei Stahl Judenburg, dessen Einkaufsleiter Joachim Seifert
über die Zusammenarbeit berichtet: „Unser
Ziel war es, die Kosten zu senken, ohne bei
den hohen Qualitätsstandards Abstriche zu
machen.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen. So konnte beispielsweise der interne Logistikaufwand um 75 Prozent gesenkt werden. Aber die Optimierung vor Ort ist eben
nur der erste Schritt. Denn die Zukunft nachhaltiger Abfallwirtschaft liegt im intelligen-
KOMMUNALWIRTSCHAFT
s waren äußerst schwierige, aber am Ende
erfolgreiches Verhandlungen zum neuen
Stabilitätspakt, nach einem Verhandlungsmarathon von Ländern sowie Gemeindebund und Städtebund mit Finanzministerin
Maria Fekter in Graz. „Die Erfüllung des
Paktes ist eine riesige Herausforderung, garantiert jedoch die Basis für ein starkes Österreich und starke Bundesländer“, betont die
derzeitige Vorsitzende der LandesfinanzreferentInnen und steirische Finanzlandesrätin
Bettina Vollath. „Gerade die Meldung der
letzten Tage, dass die Länder im Jahr 2011
den Stabilitätspakt eingehalten haben, zeigt,
wie ernsthaft wir auf die große Herausforderung des Defizitabbaus herangehen. Ich bin
jedenfalls optimistisch, dass wir einen Pakt
haben, der auf einer tragfähigen Basis steht“,
betont Vollath. Bei den beiden besonders
strittigen Punkten, dem Sanktionsmechanismus und der Geltungsdauer des Stabilitätspaktes, konnte in Graz Einigung erzielt werden. „Wir haben uns auf einen wirksamen
Sanktionsmechanismus geeinigt“, betont
Vollath. „Bei der Geltungsdauer ist nun klar
fixiert, dass der Stabilitätspakt unbegrenzt abgeschlossen wird, jedoch automatisch außer
Kraft tritt, wenn es gravierende Veränderungen beim Finanzausgleich und der Krankenanstalten- und Pflegefinanzierung gibt. Für
die Länder war es wichtig, dass wir Sicherheit auf der Einnahmenseite haben, denn
sonst ist eine seriöse Planung der Ausgaben-
E
Starke Basis
LH Josef Pühringer (Oberösterreich), LRin Bettina Vollath (Steiermark), Finanzministerin
Maria Fekter, LH-Stv. David Brenner (Salzburg), LH-Stv. Renate Brauner (Wien) verkünden
die Einigung. Foto: Land Steiermark
seite nicht möglich“, erläutert Vollath. Finanzministerin Maria Fekter geht davon aus,
dass der Stabilitätspakt trotz Ankündigung
des Kärntner Landeshauptmannes Gerhard
Dörfler, den Pakt nicht zu unterschreiben, am
9. Mai beim Bund-Länder-Gipfel in Wien of-
fiziell unterzeichnet wird. Fekter lobte nach
Ende der mehrere Wochen andauernden Verhandlungen das sehr konstruktive Gesprächsklima. „Es war spürbar, dass sich alle um eine
Lösung bemüht haben“, so die Finanzministerin.
Ü
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
63
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Fit für die
Zukunft
Im Reformland Steiermark werden auch in den
nächsten Monaten die großen Kapitel Gemeindestrukturreform, regionaler Bildungsplan, Strukturplan Gesundheit, weitere Maßnahmen in der
Verwaltung und das Doppelbudget 2013/2014 die
zentralen landespolitischen Themen sein.
ei der Gemeindestrukturreform geht es um einen Reformprozess,
der gemeinsam mit den steirischen Kommunen umgesetzt wird
und die Chance eröffnet, die weiß-grünen Gemeinden für die
enormen Aufgaben der Zukunft zu stärken. Nach der Anfang des Jahres beendeten „Vorschlagsphase“ folgt nun die „Verhandlungsphase“.
Diese dauert bis Ende September 2012. Ziel ist es, die Vorstellungen
des Landes mit den eingegangenen Vorschlägen der Gemeinden abzugleichen und in intensiven Verhandlungen Überzeugungsarbeit zu
leisten, um einen breiten Konsens für die neue Gemeindestruktur zu
finden. Dabei werden nun regionale Teams die Verhandlungen mit
den Beteiligten führen. Im Anschluss daran folgt die „Entscheidungsphase“, die von Oktober 2012 bis 31.1.2013 andauern wird. Hier
werden die Ergebnisse der Verhandlungsphase analysiert und auf Basis des Leitbildes ein Vorschlag für die neue Gemeindestruktur erarbeitet. Diese wird samt den erforderlichen Begleitmaßnahmen der
Landesregierung und dem Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt.
Begleitmaßnahmen, wie allfällig notwendige Gesetzesänderungen,
werden erledigt. Die nächsten Gemeinderatswahlen 2015 sollen bereits in der neuen Gemeindestruktur abgehalten werden.
B
Steiermark als Bildungs-Vorzeigeland
Bis zum Sommer dieses Jahres soll der „Regionale Bildungsplan
Steiermark“ die wesentlichen Fragen in diesem Bereich beantworten.
Es geht dabei vor allem darum, die inhaltliche Qualität abzusichern,
gefragt sind intelligente Projekte, die alle Synergien nützen. Die Landesregierung hat sich im Regierungsübereinkommen das Ziel gesetzt,
die Steiermark zu einem Bildungs-Vorzeigeland zu machen. In wei-
64
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
terer Folge wurde die Erarbeitung des „Regionalen Bildungsplans"
in Auftrag gegeben. Die Empfehlung für diese umfassende bildungspolitische Initiative wurde von einer Expertengruppe ausgearbeitet,
die aus Vertretern des Amtes der Landesregierung und des Landesschulrates besteht. Der nun vorliegende erste Zwischenbericht der
Arbeitsgruppe widmet sich der Optimierung von Schulstandorten im
Entscheidungsbereich des Landes, also allgemeinbildenden Pflichtschulen, land-, forst- sowie ernährungswissenschaftlichen Berufsund Fachschulen sowie Berufsschulen. Ziel der vorliegenden Maßnahmen ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler in der Steiermark
– unabhängig von ihrem Wohnort – Zugang zu einem umfassenden
pädagogischen Angebot haben. Dieses Mehr an Chancengerechtigkeit soll durch eine Verbesserung des pädagogischen Angebots bei
einem gleichzeitig effizienteren Mitteleinsatz sichergestellt werden.
Gesundheit im Visier
Ein weiterer Meilenstein ist der „Strukturplan Gesundheit“. Ziel ist
es, die Qualität zu erhalten und auf dieser Basis die steirischen Spitäler weiterzuentwickeln. Umfassende Versorgung einerseits, konkrete Schwerpunktmedizin andererseits stehen auf dem Plan. Der
„Strukturplan Gesundheit“ wird eine gleichmäßige, möglichst wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung gewährleisten. Der „Bedarfsund Entwicklungsplan Pflege“ orientiert sich am Grundsatz „ambulant statt stationär“. Dabei werden alle Betreuungsformen in die Regelfinanzierung eingebunden.
KOMMUNALWIRTSCHAFT
LH Mag. Franz Voves und sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer
demonstrieren Einigkeit: Die Neuordnung der Steiermark ist den Reformpartnern abseits von Parteiinteressen derzeit das größte Anliegen.
Foto: KK
GEMEINDESTRUKTUR
Verhandlungsgespräche
mit bereits 140 Gemeinden geführt
Im Bereich der Demokratie- und Verwaltungsreform hat die Reformpartnerschaft zwischen SPÖ und ÖVP bereits sehr viel weitergebracht, etwa die Abschaffung des Proporzes, die Verkleinerung von
Regierung und Landtag, die Fusionierung von politischen Bezirken,
die Reorganisation des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung
und vieles andere mehr. Die Parteienförderung wurde um 15 Prozent
gekürzt, es gab 2012 eine Nulllohnrunde bei den Beamten.
„Wir werden auch weiterhin gemeinsam dafür sorgen, dass unser
Land auf einen Konsolidierungskurs geführt wird, damit die Steiermark die künftigen Anforderungen meistern kann und der Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort abgesichert bleibt“, betont Landeshauptmann Mag. Franz Voves. Dazu sei es auch notwendig, in
Zukunftsfelder wie etwa Bildung oder erneuerbare Energie zu investieren. Und der Erste Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer erklärt: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Steiermark
neu zu ordnen – in der Politik, in der Verwaltung, in den Gemeinden.
In der Politik werden wir die Zahl der Regierungsmitglieder und Abgeordneten reduzieren, die Parteienförderung kürzen, den Proporz
abschaffen. Wir haben die Führungseinheiten in den Landesabteilungen halbiert und arbeiten gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen
und Bürgermeistern der Steiermark an einer Gemeindestruktur, die
die Steiermark zukunftsfit macht. Wir wollen den Jungen nicht Schulden aufbürden, sondern ihnen alle Chancen für die Zukunft ermöglichen.“
Ü
Seit Ende Februar 2012 wurden bereits sehr konstruktiv mit
über 200 Gemeinden Verhandlungsgespräche in den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften über die Reform der Gemeindestruktur geführt. Über die Ergebnisse der Verhandlungen wird ein Protokoll erstellt, in dem auch die weitere
Vorgangsweise festgehalten ist. Über diese Ergebnisse wird
schließlich im jeweiligen Gemeinderat berichtet.
Die Einladung der Gemeinden zu diesen Gesprächen basiert
auf einer Vielzahl von Informationen. Neben vielen freiwilligen Meldungen von Gemeinden über mögliche Konstellationen stützt sich das Land vor allem auf die im Leitbild zur
Gemeindestrukturreform festgehaltenen Kriterien. Aus diesem von der Landesregierung und vom Landtag beschlossenen Leitbild ist ersichtlich, dass vor allem die Lebensrealitäten (Zentrale-Orte-Konzept) sowie die finanzielle Situation und die Bevölkerungsentwicklung, raumordnungs- und
infrastrukturelle Gesichtspunkte sowie bestehende Kooperationen und geografische Lagen für die Beurteilung der
einzuladenden Verhandlungskonstellation herangezogen
werden. Ebenso stellen gemeinsam genutzte Infrastrukturen (z.B. Schulen, Kindergärten, Bauhöfe etc.) Ansatzpunkte
für die neue Gemeindestruktur dar.
Um diese Lebensrealitäten der SteirerInnen schematisch
abbilden zu können, wird darüber hinaus dem ZentraleOrte-Konzept entsprechend die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen betrachtet und nach
folgendem Punkteschema gewichtet: Kindergärten (18
Punkte), Volksschulen vierklassig (18 Punkte) oder Volksschulen mit weniger als vier Klassen (9 Punkte), Nahversorger im Vollsortiment (14 Punkte), Gasthaus (10 Punkte),
Arzt/Ärztin (10 Punkte), Pfarramt (10 Punkte), Banken (6
Punkte), Apotheken (6 Punkte), Rettungsstellen (4 Punkte)
sowie Postämter/Postpartner (4 bzw. 2 Punkte).
Die daraus resultierende Punktezahl zeigt bei der Betrachtung, welcher Ort im Sinne des Leitbildes bereits jetzt schon
wichtige Dienstleistungen und Infrastruktureinheiten anbietet, die von der Bevölkerung – auch außerhalb dieser Gemeinde – genutzt werden; sie ist ein möglicher Hinweis für
ein regionales Gemeindezentrum und bildet daher eine der
Grundlagen für die Einladungskonstellation zur ersten Verhandlungsrunde.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
65
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Es lebe der
Fortschritt
Seit sich die steirische SPÖ und ÖVP als Reformpartner deklariert haben, herrscht selbst unter den
Klubobmännern Walter Kröpfl (SPÖ) und Mag.
Christopher Drexler (ÖVP) ein amikaler Umgang,
der nicht als gewöhnlich bezeichnet werden kann.
Von Arthur Schwaiger
n Als Klubobmänner finden Sie sich seit der Reformpartnerschaft in einer ungewohnten Rolle: Wie geht es Ihnen dabei,
nicht ständig gegen den anderen ausrücken zu müssen?
Kröpfl: Es geht mir in dieser Position absolut gut. Und überhaupt
muss man in diesem Zusammenhang mit einigen Vorurteilen aufräumen: In der Öffentlichkeit herrscht manchmal die Meinung, die liegen
sich ständig in den Haaren. Das ist ein völlig falscher Eindruck. Zugegeben, es wird hart diskutiert in der Sache, aber die Parteivorsitzenden von SPÖ und ÖVP haben sich nun einmal gefunden. Man
muss zufrieden sein mit der Situation, die sich daraus ergibt.
Drexler: Dem kann ich nur zustimmen. Ich möchte ergänzend anführen, dass sich nach sieben Jahren Konfrontation ein Klima des
guten und konstruktiven Arbeitens eingestellt hat. Vieles von dem,
was momentan in der Steiermark verändert wird, muss notwendigerweise umgesetzt werden. Dazu bedarf es einer tragfähigen Achse,
wie sie momentan gegeben ist.
n Juckt es Sie nicht ab und zu, das Florett wieder mit dem Bihänder zu tauschen?
Kröpfl: Ich denke, um den Bihänder zu benutzen, sind andere politisch agierende Leute im Landtag zuständig. Wir haben große Reformen vor und sind auf dem besten Weg. Es ist wesentlich reizvoller,
etwas weiterzubringen, als dem anderen eins auszuwischen.
Drexler: Ich glaube für uns beide zu sprechen, wenn ich sage: Wir
waren und sind keine Freunde des Bihänders. Abgesehen davon: Für
die kleineren Gefechte mit dem Florett gibt’s ohnedies genug Platz
in der Auseinandersetzung mit der Opposition.
n Laut einer Umfrage denkt die Mehrheit der Bevölkerung po-
66
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
sitiv über die Umwälzungen, die im Land passieren. Das muss
nicht zwangsläufig bedeuten, dass man immer das Richtige
macht, oder?
Kröpfl: Ich kann dazu nur sagen: Die Schritte der Reformpartnerschaft sind absolut wichtig und richtig. Es geht hier um eine Sparpolitik, mit der man Zeichen setzt, wie zum Beispiel die Verkleinerung des Landtages ab der nächsten Legislaturperiode. Freilich, diese
Maßnahmen sind zum Teil auch schmerzlich, besonders wenn es um
Verwaltung geht. Ebenso sind Gemeinde- und Bezirksstrukturierungen wichtige – und heikle – Projekte.
Drexler: Ich gehe da mit meinem Kollegen d’accord: Was wir tun,
ist wichtig, aber eines ist auch klar, niemand ist im Besitz der absoluten Wahrheit. Ich wäre schon froh, wenn mehr als 90 Prozent der
Entscheidungen, die wir treffen, richtig sind. Toll ist, dass so viele
Menschen hinter unserer Politik stehen. Offenbar ist die Furcht vor
dem Stillstand größer als der Wille zum Fortschritt. Dass uns die
Bevölkerung auch in Umfragen Recht gibt, ist zum Teil auch parteiintern ein wenig überraschend, schließlich sind nicht alle unserer
Maßnahmen populär. Da tun natürlich repräsentative, positive Rückmeldungen über Umfragen sehr gut.
KOMMUNALWIRTSCHAFT
Foto: KK
zeie ich schon heute: Ob SPÖ oder ÖVP, beide Parteien werden bei
den nächsten Wahlen nicht schlecht abschneiden, Probleme werden
eher die anderen Parteien haben.
Drexler: Wenn wir zurückblicken, hatten wir 2005 und 2010 schrille
Wahlkämpfe, die konflikt- und konfrontationsorientiert waren. Das
Szenario wird 2015 ein ganz anderes sein. Die beiden Regierungsparteien haben zu einer neuen Art, einer neuen Qualität der Zusammenarbeit gefunden. Dieser Umgang ist auf längere Sicht unumkehrbar. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass SPÖ und ÖVP in frühere
Reflexe zurückfallen, das wäre auch im Sinne der Politik absolut unglaubwürdig.
n Bleiben wir bei der Umsetzung der Reformen: Sie sind ja in
Ihrer derzeitigen Funktion eher Mediatoren, Motivatoren:
Wie groß sind die Widerstände innerhalb Ihrer Parteien?
Kröpfl: Der Widerstand ist verhältnismäßig verschwindend. Alle sehen, es geht etwas weiter, wenngleich da und dort regionale Befindlichkeiten eine Rolle spielen. Die größten Probleme gibt es auf Gemeindeebene, da muss noch ordentlich Überzeugungsarbeit geleistet
werden.
Drexler: Freilich sind im Klub Diskussionen zu führen, schwieriger
gestaltet sich die Lage im kommunalen Bereich. Das ist auch nicht
verwunderlich: Wir verlangen den Funktionären auch einiges ab. Es
ist die Zeit eines Paradigmenwechsels, dazu bedarf es einer gehörigen
Flexibilität. Die Mediation ist wahrscheinlich eine der Aufgaben von
Politikern. Wir sind sozusagen der „Transmissionsriemen“ innerhalb
der Gesellschaft.
n Von außen hat man das Gefühl, die Reformpartnerschaft
punkte derzeit nur über das Einsparen in der Verwaltung.
Das sind zwar wichtige Rahmenbedingungen, aber wo bleibt
die Auseinandersetzung mit gesellschafts- und demokratiepolitischen Entwicklungen?
n Rot und Schwarz pochen geschlossen darauf, dass die Reformen Notwendigkeiten sind für die künftige Vitalität des Landes. Ist das, was man jetzt gemeinsam umsetzt, der größte
oder der kleinste gemeinsame Nenner?
Kröpfl: Ich bin davon überzeugt, dass das, was wir momentan für
das Land umsetzen, ein großer Wurf ist. Die Reformen, die wir einleiten, sind wirklich beachtlich und dienen nur einem Zweck, den
Haushalt des Landes in Ordnung zu bringen.
Drexler: Das unterstreiche ich in vollen Zügen: Bei den jetzigen Reformen würde ich es für einen großen und vernünftigen gemeinsamen
Nenner bezeichnen.
n Man braucht ja schließlich für die Zeit ab 2014 wieder Munition für die nächste Landtagswahl 2015, oder?
Kröpfl: Sich jetzt während der gemeinsamen Partnerschaft Gedanken zu machen, wie man den anderen angeht, ist der falsche Ansatz.
Derzeit gilt es, alle gemeinsamen Vorhaben durchzubringen. Glauben
Sie mir, für die Profilierung der Parteien im Hinblick auf die Landtagswahl 2015 besteht noch immer genug Spielraum. Eines prophe-
Kröpfl: Diese Debatte findet ausreichend statt, ob in gesundheitsoder bildungspolitischen Belangen, etc. Außerdem: Demografische
Entwicklungen sind kein steiermarkspezifisches Thema.
Drexler: Man würde die jetzige Politik falsch verstehen, sehe man
sie nur als „Reform von Sparbüchsen“. Sparen ist das Gebot der
Stunde, aber nicht aus Selbstzweck, sondern vor dem Hintergrund,
dass wir 2015 ein ausgeglichenes Budget erreichen und für die kommende Zeit wieder einen budgetären Spielraum haben.
n Stichwort Verkleinerung des Landtages 2015: Welches Modell
hat man bei der Reduktion der Landesräte im Auge?
Kröpfl: Fest steht, dass wir in der Landesregierung künftig zwischen
sechs und acht Landesräte bzw. 48 Landtagsabgeordnete haben werden. Die Ressort- und die Kompetenzverteilung wird nach Maßgabe
der politischen Verhältnisse und Persönlichkeiten ausgerichtet.
Drexler: Ich sag‘ es ganz plastisch: Bei der nächsten Wahl wird das
Fundament gelegt, das Häusl bauen wir danach.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
67
Foto: Jupiterimages
Kein Licht
am Ende des Tunnels
er Aufschrei über den Fachkräftemangel geht schon seit vielen Jahren durchs
Land, aber dennoch hat es den Anschein, dass die heimische Wirtschaft sehenden Auges gegen eine Wand fährt. Eine Umfrage des „market“-Institutes für die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bestätigt:
Sieben von zehn Arbeitgebern haben aktuell
Schwierigkeiten bei der Mitarbeiterfindung.
Bei Betrieben ab 20 Arbeitskräften trifft es
bereits jeden Zweiten, der eine personelle
Lücke nicht zufriedenstellend schließen
kann. Vor allem das Hotel- und Gastgewerbe,
der Handel, Verkauf und das Baugewerbe beklagen besonders häufig Probleme bei der
Mitarbeitersuche. Zwei Drittel der Unternehmen sehen demnach einen generellen Fachkräftemangel in Österreich. Mittel- und lang-
D
68
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Beim Fachkräftemangel ist auch der Süden Österreichs keine Insel der
Seligen: Drei Viertel der Unternehmer haben Probleme, Mitarbeiter zu
finden. In der Steiermark versucht man nun, Minderqualifizierte zu fördern, in Kärnten fordert man einen Internationalisierungsschub, sonst
wird das Problem zum Konjunkturkiller Nummer eins.
Von Arthur Schwaiger
fristig wird der Fachkräftemangel noch dramatischer: Bis 2015 sind zusätzlich 184.600
neue Arbeitsplätze zu erwarten, davon rund
63.000 im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen. Auch der erwartete Impuls durch
den seit 1. Mai des Vorjahres geöffneten Arbeitsmarkt für Menschen aus Tschechien,
der Slowakei und Ungarn ohne zusätzlich
notwendige Beschäftigungsbewilligung ist
ausgeblieben. Die Hoffnung vieler Betriebe,
SERVICE
dass sich auch höher qualifizierte Fachkräfte
aus den jüngeren EU-Mitgliedsstaaten in
größerem Ausmaß für Jobs in Österreich interessieren, erfüllte sich laut WKO nicht.
Kärnten im Abseits?
Hier will man nun in Kärnten ansetzen, die
Landesorganisation der Industriellenvereinigung fordert vehement einen Internationalisierungsschub. Die Nachbarländer aus Mittel- und Osteuropa leiden längst schon selbst
unter Fachkräftemangel. Das Lohnniveau
habe sich in den letzten Jahren und Monaten
beschleunigt an das österreichische angeglichen, wer sich jetzt noch vor der Überschwemmung unseres Arbeitsmarktes durch
billige Ost-Kräfte fürchte, der verkenne die
Zeichen der Zeit, so IV-Kärnten-Präsident
Mag. Otmar Petschnig. Er befürchte sogar
ein „Österreich der zwei Geschwindigkeiten“, bei dem der Osten sowohl heimische
als auch ausländische Spitzenleute zunehmend aufsauge, während der Süden immer
mehr ausgedünnt werde. Zur Situation: Von
allen Ausländern in Österreich arbeiteten im
Vorjahr nur 3,2 Prozent in Kärnten. Die Öffnung der Arbeitsmärkte hat kaum etwas geändert. Jedenfalls nicht, solange sich die Infrastruktur im Land so schlecht gestalte. Das
beginne bei den Linienflugverbindungen und
ende beim nicht vorhandenen Angebot einer
internationalen Schule, so die IV.
Ein wenig Abhilfe könnte die seit dem Vorjahr geltende und von der IV schon lange
monierte „Rot-Weiß-Rot-Karte“ schaffen.
Mit diesem System wird eine qualifizierte
Zuwanderung ermöglicht, die aufgrund festgelegter klarer und transparenter Kriterien
sowie ohne Quotenregelungen erfolgt. Die
„Rot-Weiß-Rot – Karte wird an besonders
Hochqualifizierte, an Fachkräfte in Mangelberufen, an sonstige Schlüsselkräfte, StudienabsolventInnen und selbstständige Schlüsselkräfte erteilt.
Steiermark zu säumig?
In der Steiermark wiederum will man den
Fachkräftemangel u.a. mit einer Förderung
der Minderqualifizierten abfedern. Bedenklich ist, dass rund 50 Prozent aller Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Unter den Arbeitslosen Beziehern ist jeder Zehnte sogar ein Notstandshilfebezieher. Ihnen fällt der Weg zurück in den
Arbeitsmarkt besonders schwer. Das Thema
Bildung hat demnach laut dem steirischen
WK-Präsidenten Josef Herk hohe Priorität:
„Dass die öffentlichen Haushalte saniert
werden müssen, wird von uns als Interessenvertreter der Wirtschaft nicht in Frage gestellt – aber bei der Bildung zu sparen, ist
der falsche Ansatz. Wenn diese Investition
in die Zukunft nicht gemacht wird, dann
stellt die Politik den Wirtschaftsstandort
Österreich bzw. die Steiermark in Frage.“
Einer, der sich intensiv mit dem Fachkräftemangel in der Steiermark im Bereich „Ju-
Univ.Prof. DDr. Matthias Karmasin von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt: „Man muss besonders die Berufe mit Fachkräftemangel für Kinder und Jugendliche viel attraktiver machen,
dann ergeben sich faszinierende Karrierechancen.“
Foto: KK
gend und Technik“ beschäftigt, ist Univ.
Prof. DDr. Matthias Karmasin von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Als Mitglied des Forschungsrates des Landes Steiermark gilt er als geistiger Vater einer Untersuchung, welchen Einfluss eine Kompetenzförderung in den Bereichen Mathematik,
Informatik, Naturwissenschaft und Technik
(kurz: MINT) auf den Arbeitsmarkt hätte.
„Das Arbeitskräfteangebot in den Bereichen
Technik und Naturwissenschaft ist sehr
schwach“, sagt Karmasin. Betroffen seien in
der Steiermark speziell das Bauwesen und
die Sachgüterproduktion sowie Betriebe mit
stärkeren Innovationsaktivitäten und größere
Unternehmen, Fachkräftemangel bestehe besonders bei den Metall- und Elektroberufen.
„Gründe für diese Lücke, die immer größer
zu werden droht, sind vorrangig in der demografischen Entwicklung zu finden: Geburtenschwache Jahrgänge bei gleicher
Quote an Studierenden führen zu geringeren
Absolventen. Außerdem herrscht eine verstärkte Nachfrage nach akademischen Beschäftigten aufgrund von Technisierung und
neuem Qualifikationsbedarf.“ Der Befund
des Forschungsrates Steiermark deckt ekla-
tante Schwächen im Aufbau des Fachkräftenachwuchses auf: Es existiert keine differenzierte Zielgruppenansprache für potenziell Motivierbare, das soziale Umfeld legt
zu wenig Augenmerk auf Förderung, Veränderungsanforderungen der Industrie werden
vernachlässigt, die MINT-Information ist unkoordiniert und erreicht die breite Öffentlichkeit nicht.
Dabei, so Karmasin, hätte die Steiermark
beste Chancen auf eine Vorreiterrolle in
Österreich. Der Forschungsrat hat die Aktivitäten von rund 40 Initiativen rund um die
Attraktivierung von Berufen bei Kindern und
Jugendlichen beleuchtet und in seine Empfehlungen einfließen lassen. Die Lösung:
„Es müsste gelingen, die Landespolitik mit
ihren Ressorts, die Wirtschaft, Verbände, Sozialpartner und Medien zu bündeln.“ Ein
weiterer Schritt wäre, die MINT-Aktivitäten
zu synchronisieren, fokussieren und breitenwirksamer zu gestalten, dazu bedürfe es eines Netzwerkknotens in der Koordination.
Das Traurige an der Sache: „Bisher hat das
Land Steiermark unsere Empfehlungen noch
nicht aufgegriffen“, bedauert Karmasin. Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
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www.bigshot.at / Christian Jungwirth
BILDUNG
Bildung zählt
bfi-Steiermark-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Techt im Gespräch über
Weiterbildung und die Zukunft unserer Jugend.
n Die Zusammenarbeit des bfi Steiermark mit dem Land Steiermark bei
der Förderung der Lehrabschlussprüfung wurde in den letzten Monaten intensiviert. Wie sieht diese Zusammenarbeit konkret aus?
Alle Statistiken des AMS beweisen, dass je
höher der Ausbildungsgrad, desto weniger
ist man von Arbeitslosigkeit betroffen. Daher
führt das bfi Steiermark schon lange die außerordentliche Lehrabschlussprüfung durch,
um hier jenen, die keine Lehrabschlussprüfung gemacht haben, eine zweite Chance zu
bieten. Wir freuen uns sehr, dass LR Siegfried Schrittwieser diese Möglichkeit nun
ausgeweitet hat und es möglich ist, auch einen zweiten Lehrabschluss kostenlos zu machen. Es ist ja oftmals so, dass jemand eine
Lehre macht, diese auch abschließt, aber
dann in einer anderen Branche arbeitet und
hier eine Qualifikation braucht. Letztendlich
sichert sich der Arbeitnehmer damit seinen
Job, aber auch eine besser Einstufung in den
Kollektivverträgen und hat somit die
Chance, im Berufsleben weiterzukommen.
Wir bewerben diesen außerordentlichen
Lehrabschluss gerade sehr intensiv in allen
Betrieben mit Unterstützung der Betriebsräte, die den Mitarbeitern den Vorteil eines
solchen Lehrabschlusses näherbringen. Zudem wurden die Felder der außerordentlichen Lehrabschlussprüfung erweitert. Der
Fokus liegt dabei ganz klar in Richtung mehr
Fachkräfte.
n Die Wirtschaft zieht wieder ein wenig
an. Steigen oder sinken aus Ihrer Sicht
die Mitarbeiterschulungen?
Die Anzahl der Mitarbeiterschulungen ist,
wenn die Wirtschaft anzieht, auf allen Ebenen stabil. Momentan sieht man keinen
grundsätzlichen Mangel an Arbeitskräften,
sehr wohl aber einen größeren Mangel an
Fachkräften. Im letzten Jahr haben wir im
bfi Steiermark beobachten können, dass nach
den intensiven Schulungen – die stark geholfen haben, die Arbeitslosenrate in der Steiermark niedrig zu halten – eine Nachdenkpause stattgefunden hat und sehr viele Weiterbildungen vorgezogen wurden. Jetzt erfährt das Thema Weiterbildung wieder in-
70
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
tensive Beachtung in den Unternehmen und
wir spüren einen erhöhten Bedarf an Firmenschulungen.
n Wie kann man Ihrer Meinung nach
dem Fachkräftemangel sinnvoll entgegentreten?
Die Philosophie des bfi Steiermark ist es, die
Menschen dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Gerade bei der Facharbeiterausbildung
fängt es manchmal schon bei Deutschkursen
oder dem nachträglichen Hauptschulabschluss an, setzt sich fort bei Spezialkursen
wie „Deutsch und Technik“, geht zur technischen Assistenz bis hin zum Lehrabschluss. Sehr vieles spielt sich auf der Migranten-Ebene ab, die stark davon betroffen
sind. Überaus wichtig ist auch die Aufklärung von jungen Menschen dahingehend,
welche Berufe zukünftig gefragt sind und
welche einen sicheren Arbeitsplatz bieten.
Dazu gehören nach wie vor die technischen
Berufe. Hier hat das bfi sehr große Erfolge
mit Programmen, die vom AMS gefördert
werden. Vor allem „Frauen in der Technik“
ist ein wichtiges Schlagwort, denn der Fachkräftemangel kann aus meiner Sicht nur mit
der stärkeren Beteiligung von jungen Frauen
in den Griff bekommen werden. Das bfi arbeitet hier auch intensiv mit vielen polytechnischen Schulen zusammen, die ihre Schüler
genau darüber aufklären, wohin der Weg
geht. Ein wichtiger Faktor ist sicher das kostenlose Anbieten der Lehre mit Matura, dadurch wurde der Begriff „Karriere mit
Lehre“, den die Wirtschaft immer geprägt
hat, erst richtig zum Leben erweckt.
n Lehre mit Matura wird immer beliebter. Was bietet das bfi einerseits den
jungen Menschen, aber andererseits
auch den Unternehmen hier an?
Interessant ist, dass immer mehr Unternehmen mit uns kooperieren und ihren Lehrlingen während der Arbeitszeit die Lehre mit
Matura anbieten und diese Ausbildungsform
auch betreuen. Im Wettbewerb um junge
Menschen wird es ein immer wichtigerer
Grund, dass Eltern erkennen, welche Chanche junge Menschen haben, die eine Lehre
absolvieren. In vielen Unternehmen wird be-
bfi Steiermark-Geschäftsführer Dr. Wilhelm
Techt im Gespräch über die Bildungszukunft.
Foto: bfi Steiermark
reits um die besten Lehrlinge konkurriert und
diese bekommen die Unternehmen nur dann,
wenn ihnen eine breite und zukunftsichere
Ausbildungsschiene geboten wird. Endgültig zum Durchbruch wird die Lehre mit Matura dann gelangen, wenn Eltern endgültig
erkennen, dass ein junger Mensch, der die
Schule abbrechen will, mit einer Lehre mit
Matura besser aufgehoben ist als nur mit einem erzwungenen Maturaabschluss. Mit der
Lehre mit Matura steht dann der Weg auf die
Uni oder Fachhochschule genauso offen,
wenn man will auch einige Jahre später und
berufsbegleitend. Die Zentralmatura wird
ohnehin beweisen, dass die Lehre mit Matura und die Schulmatura gleichwertig sind
und junge Menschen, die diesen Weg gehen,
selbstbewusst auf diesen zukunftsicheren
Ausbildungsweg stolz sein können.
n Was plant das bfi Steiermark für die
Zukunft?
Eines der größeren aktuellen Projekte ist es,
unser Angebot für Lehrlinge in einer bfiLehrlingsakademie zusammenzufassen, um
so die Wirtschaftsbetriebe bei der Problemstellung Facharbeitermangel noch stärker zu
unterstützen. Für das bfi Steiermark war und
ist immer die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Steiermark ein entscheidendes Thema.
Was meiner Meinung nach noch verstärkt
angegangen werden muss, ist die Tatsache,
dass viele Jugendliche einfach vom Markt
verschwinden. Diese „verlorenen“ jungen
Menschen gilt es abzuholen und wieder in
einen Arbeits- bzw. Ausbildungsprozess zu
integrieren.
Ü
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WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
71
MENSCHEN & MÄRKTE
Die beiden Jacques-Lemans-Modelle für das
UEFA Champions League Finale in München.
Foto: Jacques Lemans
Finale
Graz wird zu Recht als Österreichs Kompetenzzentrum in Sachen Mobilität wahrgenommen. Diese Tatsache untermauert die Eröffnung des „mobility Centers“ in der Grazer Jakoministraße 1. Das „mobility Center“ ist ab
sofort die Anlaufstelle für die Bereiche Elektromobilität und alternative Antriebe in der
Steiermark. Mit dem „mobility Center“ ist es
gelungen, mitten in Graz, direkt neben dem Mobilitäts- und Vertriebscenter der Graz Linien
in der Jakoministraße, eine Anlaufstelle für Elektromobilität zu schaffen. Damit können die
Kundinnen vom einstündigen Kurztrip bis zur dauerhaften Nutzung die Vorteile der Elektromobilität erfahren, sich ihr passendes Nutzungskonzept gestalten oder sich mit ExpertInnen
austauschen.
Ü
Jacques Lemans, offizieller Hersteller der
UEFA Champions League Uhren, präsentierte nun seine Modelle für das Finale in
München. Die coolen und sportlichen Modelle präsentieren sich im berühmten Starball-Design und mit dem Schriftzug „Munich 2012“. Ein „Must have“ für alle Fußball-Fans und Sportbegeisterten.
Ü
Imagefilm
Foto: Scoop an Spoon
Die Agentur Scoop and Spoon realisierte für
ihren Kunden AVL einen Imagefilm. Markante Eckpfeiler des Films
sind die kaleidoskopartig
dargestellten,
vielfältigen
Schwerpunkte
des HightechUnternehmens
sowie die Statements von AVL-CEO Helmut
List u.a. über die Gemeinsamkeiten von
technischer Innovation und künstlerischer
Kreativität etc. Scoop-Eigentümer Michael
Ksela: „Die Innovationsstärke von AVL wird
durch den weltweit eingesetzten Film emotional unterstützt.“ Zu sehen ist der Film
auch auf YouTube unter goo.gl/oQf0F (Cinematic Snapshot of Helmut List and AVL).Ü
SIE TUN
Neu für die Tour de Mur verantwortlich: Christoph Rebernik (l.) und Johann Nager (r.)
Foto: kk
Tour de Mur
Bereits zum 22. mal findet die Tour de Mur vom 7. bis 9.6.2012 vom Lungau ins steirische
Thermenland Bad Radkersburg statt. Und es warten einige Neuheiten: Die ehemaligen Organisatoren Hubert Gruber und Hans Köstner werden von einem neuen Team abgelöst. Die
Tour de Mur wird von der Sportpunkt GmbH mit GF Christoph Rebernik übernommen und
von Johann Nager (Gigasport Graz) organisiert. Besonderes Highlight für Kinder: kostenlose
Fahrt mit der Dampflok auf der ersten Etappe von St. Lorenzen ob Murau bis Unzmarkt (=
ca. 40 km). Neu sind auch zusätzliche Einstiegsstellen auf allen Etappen, um die Tour für
Familien und Hobbybiker attraktiver zu machen. Ein tolles Starterpaket im Wert von über
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72
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Foto: Holding Graz
E-Mobility
MENSCHEN & MÄRKTE
Dipl.-Ing.(FH) berufsbegleitend in zwei Jahren
as mit dem Abschluss der HTL beginnt, geht
mit dem Studienzentrum Weiz weiter. Gemeinsam mit dem Grazer Bildungsträger Ingenium Education und drei deutschen Hochschulen (Hochschule Mittweida, HS Regensburg und
HTWK Leipzig) wurden Studiengänge konzipiert, die eine studienzeitverkürzende Anerkennung der BHS-Vorbildung realisieren. Das
Studium, eine Kombination aus geblockten Präsenzveranstaltungen,
Fernstudium und studienzeitverkürzender Anrechnung der bereits erbrachten Vorleistungen,
ist speziell auf praxiserfahrene HTL-AbsolvenFoto: TTZ Weiz
ten ausgerichtet, die sich
in ihrer Disziplin weiterbilden wollen, und hat
dann eine Studiendauer von zwei Jahren. Zugangsvoraussetzung sind der facheinschlägige Abschluss
einer HTL mit Matura, und ausreichend (ein bis
drei Jahre) facheinschlägige Praxis.
Das Studienprogramm beinhaltet die Studienrichtungen Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Technische Informatik und Bauingenieurwe-
W
Kooperation
sen an den Studienstandorten Graz, Weiz, Wr. Neustadt, Wien, Hollabrunn, Linz, Vöcklabruck, Salzburg, Innsbruck, Fulpmes, Rankweil und neu ab
Herbst 2012 auch in Kärnten (Klagenfurt, Ferlach,
Wolfsberg).
„Dass diese Kombination die angebotenen
Studiengänge studierbar
macht, zeigen die Nachfrage nach Studienplätzen (zur Zeit ca. 1700 berufstätige Studierende in
ganz Österreich) und die
finanzielle Beteiligung
der Industrie“, so HR
Dipl.-Ing.
Günther
Friedrich (GF Studienund Technologie Transfer Zentrum Weiz).
Die nächsten Studiengänge starten Anfang
September 2012. Da nur eine begrenzte Anzahl an
Studienplätzen vorhanden ist, ist eine rasche Anmeldung empfohlen.
Ü
Informationen zu Inhalt, Ablauf, Informationsveranstaltungen und weiteren Starts erhalten Sie unter
info@aufbaustudium.at bzw. (03172) 603 4020 od.
4021.
Huang Ming (Himin Solar Energy Group), LR Dr. Christian Buchmann,
Ing. Bernhard Puttinger (ECO World Styria)
Foto: Eco World Styria
Die Anziehungskraft innovativer steirischer Technologien der Energie- und Umwelttechnik führte den
Träger des Alternativen Nobelpreises 2011, Huang Ming, in das Green Tech Valley. Der chinesische Solarpionier, stellte seine Zukunftsvisionen den 300 Besuchern der ECO Zukunftswerkstatt vor. ECO
WORLD STYRIA bahnte in Gesprächen mit einem Dutzend steirischer Solar- und Photovoltaik-Unternehmen neue Geschäfte mit China an. Seinen Aufenthalt im Green Tech Valley nutzte Huang Ming nicht
nur dazu, die schöne steirische Landschaft zu bewundern, sondern vor allem zur Anbahnung von Geschäftskontakten mit Eco-Cluster-Unternehmen wie Isovoltaic, Solid, AT&S, Fibag, I-Tec und anderen.
„Ich bin beeindruckt von der Dynamik, die hier im Bereich der regenerativen Energien zu spüren ist,
und freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit“, so Huang Ming.
Ü
ZUKÜNFTIGES
Energiewende
In dieser ab nun regelmäßig erscheinenden
Kolumne werde ich über
die Hintergründe der
Energiewirtschaft berichten. Dabei schöpfe
ich aus knapp zwei Jahrzehnten Erfahrung in
diesem Bereich.
Zwei Hauptaspekte bewegen die Branche zu
Beginn des 21. Jahrhunderts: Marktwirtschaft
und Klimawandel.
Unsere Welt ist endlich.
Jedoch geht die Abfallmenge, die die Menschheit produziert, gegen
unendlich. Besonders
Treibhausgase wie
CO2 sind
eine
enorme
Bedrohung unserer Lebensgrundlagen. Die südoststeirischen Landwirte
etwa spüren schon jetzt
die resultierende Trockenheit ganz konkret.
Viele andere Folgen beeinflussen unser tägliches Leben mit exponentiell steigenden Auswirkungen, wie z.B. vermehrt Flüchtlinge aus
Afrika und Zentralasien.
Die Reaktion. Allen voran hat die EU-Kommission darauf reagiert,
Europa wird weltweit dafür anerkannt. Österreich sitzt in diesem
Konzert links hinten,
aber ist immerhin dabei.
Wie und durch welche
Maßnahmen erfahren
Sie in den nächsten Kolumnen.
DI Helmut Brückler,
General Manager &
Energieexperte,
helmut@brueckler.or.at
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
73
MENSCHEN & MÄRKTE
Alfred Kordasch, designiertes
Mitglied
der Leitung
der BKS
Bank Direktion
Steiermark
Foto: BKS
Bank
Herbert Pfeilstecher (Vorstandsvorsitzender, Sattler AG), (r.) und Christoph A. Schug (Bereichsleiter Umwelttechnik, Sattler AG) vor einem mehr als zehn Meter hohen Biogasspeicher.
Neue Leitung
Foto: Sattler AG
Werner Boruta, das für das Retailkundengeschäft der BKS Bank Direktion Steiermark
zuständige Leitungsmitglied, tritt mit Ende
Juni in den Ruhestand. Ihm folgt Alfred Kordasch nach, der gemeinsam mit Mag. Nikolaus Juhász die Direktion leiten wird. „Wir
wünschen Werner Boruta für seinen neuen
Lebensabschnitt alles Gute. Seinem Nachfolger hat er ein gut bestelltes Haus hinterlassen“, so BKS-Bank-Generaldirektor
Heimo Penker. Im Sinne eines nahtlosen
Überganges wurde mit Alfred Kordasch bereits ein Nachfolger designiert. Er ist seit 1.
Mai Mitglied der Direktionsleitung.
Ü
Umweltfreundliche Energietechnik
Die Sattler AG mit Sitz in Graz und Produktionsstätten in Graz-Thondorf und Rudersdorf
(Burgenland) ist ein österreichischer Leitbetrieb, der vor allem durch die Erzeugung von
Markisen- und Planenstoffen bekannt ist. „Neben zahlreichen anderen Produkten stellen wir
seit 30 Jahren auch Biogasspeicher her, unsere Tochtergesellschaft ,die CENO in Deutschland
ebenfalls“, sagt Sattler-AG-Vorstandsvorsitzender Herbert Pfeilstecher. Derzeit erzielt die
Sattler AG mit der Produktion von Biogasspeichern einen Jahresumsatz von rund 25 Millionen
Euro, was einem Fünftel des Gesamtumsatzes entspricht. Herbert Pfeilstecher: „Die Bedeutung von Biogas als alternativem Energieträger nimmt überall zu, insbesondere da Biogasenergie, anders als Photovoltaik-Strom und Windenergie, jederzeit verfügbar ist, wenn man
sie benötigt. In Österreich sind derzeit etwa 360 Biogasanlagen installiert, rund 80 davon
wurden von der Sattler AG hergestellt.“
Ü
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www.DENZEL.at
74
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
BMW X3: von 135 kW (184 PS) bis 230 kW (313 PS), Kraftstoffverbrauch gesamt von 5,6 l/100 km bis 8,8 l/100 km, CO2-Emission von 147 g/km bis 204 g/km.
MENSCHEN & MÄRKTE
Helmut Birringer, Bernd Meister, Rudolf
Weininger (v.l.n.r.)
Foto: Fischer
Starker Partner
Das Kundengeschäft der Bank Austria in der
Steiermark entwickelte sich 2011 stabil – das
Gesamtvolumen beträgt wie 2010 rund 10,1
Milliarden Euro. Das Kreditvolumen konnte
deutlich ausgeweitet werden und erhöhte
sich um 7,2 Prozent auf mehr als 5,1 Milliarden Euro. Das Veranlagungsvolumen beträgt rund 4,5 Milliarden Euro. Aktuell ist
die Bank Austria in der Steiermark mit 32
Standorten – davon zehn Spezialfilialen für
KMU – präsent. Sie beschäftigt 422 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2011 wurden elf
neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon drei Lehrlinge) aufgenommen. Anlässlich der Bank Austria Konjunkturmilliarde
für KMU im Jahr 2011 wurden alleine in der
Steiermark 216 Millionen Euro nachgefragt
– für 2012 sind bereits 300 Millionen Euro
für steirische KMU reserviert. Somit ist die
Bank Austria ein starker Partner für die heimische Wirtschaft.
Ü
Herbert Pirker, Herbert Martulek, Ursula Hilberger, Hellmut Samonigg, Andreas Oberbichler,
Johannes Forisch (Verein für Krebskranke) (v.l.n.r.)
Foto: Wolf/Wittwar
Wittwar spendet für Krebskranke
Zum elften Mal präsentierte das Autohaus Wittwar, ein Unternehmen der Pappas-Gruppe,
im November des Vorjahres im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kultur in der Werkstatt einen
Abend mit Folke Tegetthoff. Im Mittelpunkt des Abends stand wie jedes Jahr der gute Zweck.
Zugunsten des Vereines für Krebskranke an der Med. Universitätsklinik Graz wurden Lose
verkauft. Zu gewinnen gab es schöne Preise, zur Verfügung gestellt von Evamaria Thonet,
bei Steinwender und Wittwar. Der aus dem Losverkauf erzielte Betrag wurde vom Autohaus
Wittwar großzügig aufgerundet. Unlängst konnte Wittwar-Geschäftsführer Andreas Oberbichler dem Vorstand der Klinischen Abteilung für Onkologie, Professor Dr. Hellmut Samonigg, einen Scheck in Höhe von 7.500 Euro überreichen.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
75
MENSCHEN & MÄRKTE
Rekord
Das nennt man wohl einen Auftakt nach
Maß: Mehr als 400 RadlerInnen sorgten
beim ersten CityRadeln der Saison gleich für
einen neuen TeilnehmerInnenrekord! Auch
Petrus scheint ein heimlicher Pedalritter zu
sein, sorgte er nach einigen Regentagen doch
pünktlich für perfektes Radfahrwetter. Mit
dabei im Pulk rollten auch drei absolute
Sportkanonen: Der Triumphator des vorjährigen „Race Across America“, das als härtestes Radrennen der Welt gilt, Christoph
Strasser, war ebenso dabei wie der Sieger des
Radrennens rund um Österreich, Edi Fuchs,
und Extremradler Franz Preihs. Das nächsten CityRadeln findet am Mittwoch, 23. Mai,
wieder mit Start um 18 Uhr auf dem Mariahilferplatz
startet.
Infos
unter
www.graz.at/cityradeln.
Ü
Tritt als Geschäftsführer
der Acoton
Projektmanagement und
Bauträger
GesmbH zurück: Ing.
Gerhard Gollenz.
Foto: Acoton
Karl Gerstmann (Leiter
Flagshipstore Graz), Dr.
Georg Emprechtinger, Helene Fasswald, DI Simone
Pagger, Tamara Rollant,
Dietmar Hasenöhrl (Geschäftsführer der TEAM 7Flagshipstores) (v.l.n.r.)
Foto: Symbol
Eröffnung
„Der Marktführer ökologischer Designmöbel, TEAM 7, hat in Graz seinen neuen Flagshipstore eröffnet. In Top-Lage ist das exklusive Naturholzmöbel-Sortiment von TEAM 7 zu sehen. Rund 200 Gäste, darunter Bürgermeister Siegfried Nagl, ließen sich von den schönen
Stücken des Hauses inspirieren. Das Jugendstil-Ambiente am Andreas-Hofer-Platz in unmittelbarer Nähe zum Grazer Rathaus bietet den perfekten Rahmen für einzigartige Möbel,
die in österreichischer Handwerkstradition hergestellt werden. Auf 600 Quadratmetern finden
sich im neuen TEAM 7-Markenhaus für jede Wohnsituation hochwertige Produkte. „Wir
möchten in unseren Stores ein besonderes Wohnraumgefühl erlebbar machen und für Inspiration bei unseren Kunden sorgen“, so Mag. Dietmar Hasenöhrl, Geschäftsführer der
TEAM 7-Flagshipstores.
Ü
Rücktritt
Ing. Gerald Gollenz legt mit Wirkung zum 30. Juni 2012 die Geschäftsführung der Acoton
Projektmanagement und Bauträger GesmbH zurück und beendet sein Angestelltenverhältnis
mit dem Unternehmen. Zukünftig wird Ing. Gollenz dem Unternehmen als Konsulent beratend zur Verfügung stehen. Der Reiz, sich noch einmal neuen Herausforderungen zu stellen,
hat ihn bereits Ende 2011 dazu bewogen, seinen Wunsch nach vorzeitiger Auflösung seines
Vertrages zu unterbreiten. In den 17 Jahren als Geschäftsführer konnten in Wien, Graz, Salzburg und Linz rund 700 Wohnungen und ca. 30.000 m² Büro- und Geschäftsflächen mit
einem Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro erfolgreich realisiert werden. Seine Funktionen in der Wirtschaftkammer als Obmann der Fachgruppe Steiermark und Obmann-Stv.
des Fachverbandes Österreich wird er auch weiterhin ausüben.
Ü
IN SICHERHEIT
INVESTIEREN
Pfandbriefe sind speziell besicherte Anleihen. Neben einer fixen Laufzeit und attraktiven Zinsen bieten sie
auch optimale Sicherheit. Für alle Verpflichtungen aus Pfandbriefen haftet die HYPO ALPE-ADRIA-BANK AG mit ihrem gesamten Vermögen,
insbesondere aber mit einem zur Deckung gebildeten Deckungsstock. Zu beachten sind mögliche Bonitäts- und Liquiditätsrisiken sowie
Kursrisiken bei vorzeitigem Rückkauf. Wir beraten Sie gerne.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an unseren Experten im Bereich Public Finance, Herrn Günther Strutz,
Tel. 050202 2814 oder E-mail: guenther.strutz@hypo-alpe-adria.com.
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76
Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung mit ausschließlichem Informationscharakter, die keinesfalls die anleger- und objektgerechte Beratung sowie die umfassende
Risikoaufklärung – jedes Produkt hat ein unterschiedlich hohes Risikoniveau – ersetzt. Es handelt sich weder um ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf, noch
um eine Einladung zur Angebotslegung, ebenso wenig um eine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung. Für sämtliche Angaben wird keine Gewähr übernommen. Änderungen vorbehalten.
Ersteller dieser Mitteilung: HYPO ALPE-ADRIA-BANK AG, DOMGASSE 5, 9020 KLAGENFURT AM WÖRTHERSEE, FN 245157A.
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
SERVICE
Auf der Überholspur
Der Halbleiter-Konzern NXP ist im Bereich kontaktlose Identifikationssysteme („RFID“) Weltmarktführer. Nördlich von Graz am Standort Gratkorn befindet sich das NXP-Kompetenzzentrum, in dem mehr
als 350 hochqualifizierte Mitarbeiter beschäftigt sind – doppelt so
viele wie vor fünf Jahren.
FID-Systeme, wie sie z.B. in elektronischen Pässen und Autoschlüsseln,
Bankkarten und Mobiltelefonen sowie
im Logistikbereich verwendet werden, bestehen aus einem Datenträger (HalbleiterChip und Antenne) sowie einem Lesegerät,
um die Informationen berührungslos lesen
und auch ändern zu können. Dieser Vorgang
ist für den Anwender sehr einfach und intuitiv. Die hohe Marktakzeptanz der NXP
RFID-Produkte kann eindrucksvoll in einer
Zahl zusammengefasst werden: Bis Ende
2011 hat NXP mehr als sieben Milliarden
Bauteile für kontaktlose Identifikationssysteme verkauft. Mit anderen Worten, wenn
RFID, dann von NXP.
R
lung durch Partnerschaften mit nahezu allen
wichtigen Handyherstellern, Betriebssystem-Anbietern und Applikationsentwicklern.
Bis dato haben OEMs die NFC-Technologie
von NXP bereits für mehr als 130 Mobilgeräte gewählt.
Vernetzte Mobilität –
Autoschlüssel der nächsten Generation
„Vernetzte Mobilität“ ist ein NXP-Konzept,
in dem Fahrzeuge, Benutzer und Infrastrukturen sicher und effizient miteinander kommunizieren. Die in Gratkorn entwickelten intelligenten Autoschlüssel ermöglichen dabei
Komfortfunktionen wie KFZ-Statusabfragen
via Mobiltelefon oder das Auffinden des
Kontaktloses Bezahlen mit dem Mobiltelefon – NXP macht es möglich
Near Field Communication (NFC) –
in aller Munde
Spätestens seit Google sein „Google Wallet“
(kontaktloses Bezahlen mit dem Mobiltelefon) vorgestellt hat, ist die kontaktlose Funktechnologie Near Field Communication
(NFC) in aller Munde.
NFC ist eine markterprobte Technologie, die
2002 von NXP und Sony erfunden und am
Standort Gratkorn federführend entwickelt
wurde. NXP ist der zentrale Akteur in diesem Ökosystem und fördert dessen Entwick-
Vielzahl neuer Türen zur Welt der vernetzten
Mobilität.
Kundenorientierung und Teamwork
Die vielen Erfolge sind für das NXP-Team
in Gratkorn jedoch kein Grund, sich zurückzulehnen. Geschäftsführer Dr. Volker Graeger: „Der Erfolg von NXP Semiconductors
Österreich basiert wesentlich darauf, dass
unsere MitarbeiterInnen ihre Kreativität, ihre
Erfahrung und ihre Kundenorientierung voll
entfalten und eigene Ideen weitgehend einbringen können.“ NXP Österreich wurde
mehrfach für sein gutes Betriebsklima, u.a.
mit dem „Great Place to Work“-Preis, ausgezeichnet.
Ü
Der intelligente Autoschlüssel – Beispiel Car-Finder Fotos: NXP
Fahrzeuges („Car Finder“). All diese Anwendungen verbinden die branchenführende
NXP Wegfahrsperren-Technologie mit dem
Know-how zu NFC und öffnen damit eine
INFO
RFID live erleben am 5.6.2012 bei NXP
Ein idealer Event, NXP und das
österreichische RFID-Netzwerk
„live“ zu erleben, bietet sich am
5.6.2012 im Zuge der SFG Veranstaltungsreihe „RFID Hotspot Steiermark“ bei NXP in Gratkorn.
http://www.sfg.at/cms/393/3779/
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
77
KÄRNTEN
Frisches Blut für
Kärntner Tourismus
Das Kärntner Tourismusgesetz aus dem Jahr
1964 wird endlich erneuert: Ziele sind die Minimierung der Bürokratie, eindeutige Mitbestimmungsrechte der Touristiker und die
Aufhebung von Doppelgleisigkeiten. Start ist
am 1. Jänner 2013, entsprechende Urabstimmungen in den Gemeinden sind schon im
Gange.
Von Arthur Schwaiger
ass der Tourismus heute auf ganz anderen Schienen läuft als vor 50 Jahren,
leuchtet jedem ein. Um auf diese völlig
neuen Herausforderungen einzugehen, tritt
nun mit 1. Jänner 2013 das neue Kärntner
Tourismusgesetz in Kraft, das gemeinsam
vom Land Kärnten, der Wirtschaftskammer
und der Kärnten Werbung entworfen wurde.
Wesentlich ist dabei vor allem die Einbindung der Unternehmer, die ein Sensorium
dafür haben, wie man Gäste nach Kärnten
bringt. Das Procedere ist folgendermaßen
geregelt: Seit 1. Mai ermitteln Gemeinden
in Urabstimmungen, ob ein eigener Tourismusverband gegründet wird. Stimmberechtigt ist jeder Unternehmer, der eine Tourismusabgabe bezahlt. Votieren weniger als 50
Prozent für die Gründung eines eigenen Verbandes, bleiben die Tourismusagenden und
die Finanzverwaltung bei der Gemeinde.
D
78
Kaum zu glauben: Nach fast 50 Jahren wird der Kärntner Tourismus gesetzlich auf völlig neue Beine gestellt, die Unternehmer bekommen viel mehr Verantwortung.
Foto: Kärnten_Rodach
nVorgeschrieben ist die Urabstimmung in
allen Gemeinden mit mehr als 50.000 ortstaxenpflichtigen Nächtigungen im Jahr. Sie
kann allerdings auch in anderen Gemeinden
erfolgen, wenn die Gemeinde von sich aus
oder zehn Prozent der wahlberechtigten Unternehmer dafür plädieren. Wechselt die Tourismusbetreuung von einer Gemeinde zu einem neu gegründeten Verband, müssen die
bisherigen Tourismusmitarbeiter zumindest
bis 2015 übernommen werden.
Unternehmer haben mehr zu reden
Mit der Installierung eines Tourismusverbandes haben es nun die Unternehmer in der
Hand, die touristischen Aktivitäten zu beeinflussen und auch selbst in den Vorstand wählen zu lassen. Die Verbände sind nicht nur
mit der Basisarbeit (Gästeinformation und
-betreuung, Pflege touristischer Einrichtun-
gen, Freizeit-Infrastruktur etc.) betraut, sondern können auch selbstständig Projekte und
Einrichtungen betreiben bzw. an regionale
Organisationen delegieren. Vergrößert wird
die „Spielwiese“ Tourismus dadurch, dass
die Tourismusabgaben und Ortstaxen in Hinkunft direkt in den Tourismus zurückfließen
und so für eine größere Transparenz des
Geldflusses sorgen. Auf diese Weise lassen
sich auch leichter Doppelgleisigkeiten bei
Aktivitäten vermeiden, basierend auf der landesweit einheitlichen gesetzlichen Regelung.
Jetzt liegt es an den Unternehmern, ihr Mitspracherecht in Tourismusfragen zu nutzen,
wie Tourismus-Spartenobmann Helmut Hinterleitner appelliert: „Unternehmergeld
bleibt nun in Unternehmerhand. Denn Unternehmer wissen immer noch am besten,
was die Wirtschaft braucht!“
Ü
TOURISMUSVERBÄNDE NEU 2013
TOURISMUSGESETZ NEU 2013
Die Tourismusverbände (TVB) sind Körperschaften öffentlichen Rechts, d. h. bisherige öffentliche Aufgaben gehen in die Selbstverwaltung über, die Mitgliedschaft
für betroffene Unternehmer ist verpflichtend. Jeder TVB wird von einem sechsköpfigen Vorstand geführt und besteht aus folgenden Mitgliedern: dem Bürgermeister,
drei aus tourismusnahen Betrieben (z.B. Hotellerie, Gastronomie, Drogerie) und
zwei aus tourismusfernen Branchen. TVB können 30 Prozent der Tourismusabgaben und 50 Prozent der Ortstaxe beanspruchen sowie einen zusätzlichen Beitrag
(Höhe zwischen 50 und 100 Prozent der Tourismusabgabe) einheben.
n einheitliche Rechtsbasis
n gesetzlich geregelter Mittelfluss
n Tourismusabgaben kommen wieder Tourismus zugute
n professionelle Kompetenzverteilung auf Orts-, Regional- und
Landesebenen
n gebündelte Mittelverwendung
n verpflichtende Abstimmungen
n Einsatz versierter Touristiker
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
KÄRNTEN
Hypo Alpe-Adria-Bank AG:
Respektables Jahresergebnis
durch erfolgreichen Sanierungskurs
Die Hypo Alpe-Adria-Bank AG hat
das abgelaufene Geschäftsjahr
2011 gestärkt und mit neuer Sta-
rund 3,4 Milliarden Euro stabil zu halten und
durch eine umfassende Serviceausrichtung
langfristig abzusichern. Es liegt an uns, den
eingeschlagenen Weg mit dem Vorsatz „kleiner, einfacher, flexibler“ erfolgreich weiterzugehen.
bilität abgeschlossen. Wir haben
Vorstandsmitglied Mag. Peter
Lazar zum vergangenen Jahr,
aber auch zu den Plänen für das
laufende Geschäftsjahr befragt.
n Herr Lazar, nach vier Verlustjahren
erzielte Ihr Kärntner Bankhaus erstmals wieder ein positives Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von
rund 10,2 Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach den österreichischen
Bilanzierungsvorschriften (UGB) beträgt 7,5 Millionen Euro.
Die vorgelegte Bilanz unterstreicht in jedem
Fall den eingeschlagenen Weg der Sanierung. In einem generell schwierigen Marktumfeld ist es uns durch die kundenorientierte
Ausrichtung auf die drei Bereiche Privatkunden, Firmenkunden und die öffentliche Hand
gelungen, die Primäreinlagen in Höhe von
n Die Rückbesinnung auf traditionelles
Bankgeschäft mit einem konservativen
Produktansatz – ist auch das mitverantwortlich für den Erfolg Ihres Institutes?
Mit der Positionierung als „DIE Bank im
Herzen Kärntens“ setzen wir auf unsere
Kernkompetenz als verlässlicher Partner in
der Region – mit soliden Produkten in turbulenten Zeiten wie mündelsicheren Pfandbriefen, Fix-Zins-Sparbüchern oder Wohnraumfinanzierung für Private. Unsere Kunden danken uns dies mit ihrer Treue – ohne
sie hätten wir das Jahr 2011 nicht so erfolgreich abschließen können. So wollen wir unseren Kunden auch künftig Bankgeschäft mit
Herz und Hirn bieten. Das bedeutet für uns,
den Kunden maßgeschneiderte Produkte für
alle Lebenslagen in den Bereichen Finanzierung, Vermögen, Vorsorge und Liquidität anzubieten.
n Zum Erfolg einer Bank gehört ja bekannterweise nicht nur das operative
Geschäft, sondern auch ein entsprechendes Risikobewusstsein.
Sie haben vollkommen Recht. Daher
haben wir unseren
Rucksack aus der
Vergangenheit, die
problembehafteten
Kredite, um rund ein
Viertel erleichtert
und damit auch die
Eigenmittelquote
signifikant erhöht.
Peter Lazar: „Solide
Produkte und umfassende Beratung im Fokus“
Fotos: Hypo-Alpe-Adria
VDir. Mag. Peter Lazar: „Stabilität und Nachhaltigkeit als bestimmende Faktoren“
n Ihr Ausblick für 2012?
Wir haben uns eine klare Strategie vorgenommen, die wir gezielt weiterführen werden: einerseits Abbau des risikobehafteten
Portfolios und andererseits eine Neupositionierung zur Wiederbelebung des operativen
Geschäfts. Dahinter steckt neben der Ausrichtung auf unsere Wurzeln vor allem die
Rückbesinnung auf unsere Rolle als Universalbank in Kärnten, die sich als starker Partner für Private, den gewerblichen Mittelstand
und institutionelle Kunden versteht. Dank
der Treue und des Vertrauens unserer Kunden sind wir zurück in der Gewinnzone und
wollen auch 2012 den Beweis antreten, dass
wir nachhaltig profitabel am Markt bestehen
können.
Ü
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
79
KÄRNTEN
Schlank, flexibel und inte
Schlanke Strukturen, flexible und hochqualifizierte Mitarbeiter sowie internationale Vernetzung. Diese
Antwort gibt Geschäftsführerin Mag. Karin Kern auf die Frage nach den Gründen des Erfolgs von CONFIDA.
ONFIDA hat sich seit der Gründung im
Jahr 1978 zu einer der führenden Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Österreich und in Südosteuropa etabliert. Mit einer Gesamt-Mitarbeiterzahl von rund 300 wird der Weg in neue
Länder konsequent fortgesetzt.
„Unseren Klienten bieten wir umfassenden
Service und maßgeschneiderte Lösungen
an“, sagt Kern. In Kärnten hat sich die Kanzlei wohl auch deshalb die Position der
Marktführerin erkämpft. „Wir haben in unserer Kanzlei Spezialisten aus vielen Bereichen. Damit können wir Industrieunternehmen ebenso betreuen wie Gewerbebetriebe,
Freiberufler und Klienten aus der Land- und
Forstwirtschaft. Wir sorgen dafür, dass unsere Klienten nicht nur fachlich optimal betreut werden, sondern dass wir für jeden auch
auf einer persönlichen Ebene den richtigen
Berater finden. Das Vertrauen unserer Klienten ist die entscheidende Basis der Zusammenarbeit und gleichzeitig der Garant für
den gemeinsamen Erfolg.“
CONFIDA ist dank ihrem internationalen
Netzwerk auch auf dem südosteuropäischen
Markt stark vertreten. Mit Büros in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Serbien betreut
CONFIDA diesen für die österreichische
Wirtschaft besonders wichtigen Markt. Derzeit wird eine Kanzlei in Albanien aufgebaut.
C
Dipl.-Kfm. Walter Groier
Beeideter Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
und Partner
Gründungsmitglied der CONFIDA (1978)
80
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
Die Zusammenarbeit funktioniert trotz kultureller Unterschiede problemlos. „Wir haben immer einen österreichischen Geschäftsführer vor Ort“, sagt Kern. „Das erwarten
unsere Klienten von uns. Durch diese Präsenz können wir unsere hohen Qualitätsstandards in der gesamten CONFIDA Gruppe
garantieren.“
„Wenn unsere Klienten ins Ausland gehen
und dort einen neuen Standort aufbauen, erwarten sie von uns, dass wir mit der Beratungsleistung mitgehen“, sagt Kern. Das
Netzwerk sowie der Mix aus lokalem Knowhow, internationaler Erfahrung und großer
Flexibilität spielen dabei eine wichtige
Rolle. Ganz einfach deshalb, weil man nicht
lange nach dem vom Klienten benötigten
Spezialisten suchen muss.
Dipl.-Kfm. Walter Groier – einer der Firmengründer – hat sich sehr früh für die internationale Vernetzung seiner Kanzlei eingesetzt. Aus diesem Grund ist CONFIDA
heute Teil eines internationalen Zusammenschlusses von unabhängigen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien,
dem „International Network of Accountants
and Auditors“ (INAA). Zwischen 2006 und
2008 war Groier Vorsitzender der INAA, an
Dr. Alexander Greyer
Beeideter Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
und Partner
Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger
seit 2003 im Unternehmen
Mag. Oliver Preiss
Beeideter Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
und Partner
seit 2005 im Unternehmen
KÄRNTEN
rnational
deren Aufbau er wesentlich beteiligt war.
Dieses Netzwerk gibt CONFIDA die Möglichkeit, internationalen Service mit lokalem
Know-how optimal zu verbinden. „Das
macht uns zu einem starken Partner auf lokaler und auf internationaler Ebene“, ist
Kern überzeugt. „Wir sind extrem flexibel,
ohne dass wir uns starren Strukturen unterwerfen müssen.“
Ü
CONFIDA
Standort Klagenfurt
Geschäftsführende Gesellschafter
Dipl.-Kfm. Walter Groier, Mag. Karin
Kern, Dr. Alexander Greyer, Mag.
Oliver Preiss
Leistungsspektrum
n Beratung und Prüfung von
Industrieunternehmen
n Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft
n Freiberufler (Ärzte, Apotheker,
Rechtsanwälte, Ziviltechniker,
etc.)
n Finanzierungsberatung
n Sanierungsberatung
n Umgründungen und optimale
Rechtsformwahl
n Internationales Steuerdesign
und -optimierung
n Wirtschaftsförderung mit Schwerpunkt steuerliche Forschungsprämie
Mag. Karin Kern
Steuerberaterin und Partnerin
seit 1995 im Unternehmen
Fotos: CONFIDA
Steuerliche Forschungsprämie –
ein unterschätztes Förderinstrument
Von Alexander Greyer und Oliver Preiss
etriebliche Forschung und Entwicklung („F+E“) wird in Österreich seit
vielen Jahren steuerlich gefördert. Seit
dem 1. Jänner 2011 werden auf Antrag
10% (bisher 8%) der Aufwendungen für
F+E vom Finanzamt als steuerfreie Prämie
ausgezahlt. Insbesondere gewerbetreibende Klein- und Mittelbetriebe nutzen
diese Möglichkeit jedoch sehr eingeschränkt. Dies liegt vor allem am mangelnden Wissen, was unter F+E im „steuerlichen“ Sinne zu verstehen ist. Die meisten
Unternehmer verbinden mit dem Begriff
F+E Institutionen wie die NASA, Universitätsinstitute oder medizinische Labors
und erkennen die Relevanz der steuerlichen
Forschungsförderung für das eigene Unternehmen nicht. Dabei verzichten sie auf
viel Geld, auf das sie – unter der Voraussetzung, dass die im Einkommensteuergesetz definierten Kriterien und Anforderungen erfüllt werden – Anspruch haben.
Höhe der Förderung
Förderbare Aufwendungen
Worauf warten Sie noch?
Unter die steuerlich geförderte F+E fallen
zahlreiche alltägliche Tätigkeiten in Unternehmen wie die Verbesserung von Produkten oder Produktionsverfahren, die Errichtung von Pilotanlagen und Prototypen sowie – im eingeschränkten Umfang – Softwareentwicklungen. Die Verbesserungen
müssen zwar einen einzigartigen Neuigkeitswert besitzen, keineswegs ist jedoch
die Erforschung komplett neuer Technologien erforderlich. Die förderbaren Aufwendungen umfassen sämtliche Arbeitsschritte
von der Konzeptionierung über die Konstruktion hin zur Installation und Testphase
der Verbesserungen, bis eine technologisch
bzw. kommerziell zufriedenstellende Produktion erreicht ist. Aufwendungen für die
Errichtung von Pilotanlagen und der erforderlichen Anzahl von Prototypen sind
ebenfalls Bestandteil der Bemessungsgrundlage. Neben Personalaufwendungen
für die involvierten Mitarbeiter können anteilige Sachaufwendungen (Maschinenstunden, Materialaufwand, anteilige Finanzierungs- und Gemeinkosten, zugekaufte
Leistungen etc.) sowie Investitionen in für
die F+E verwendete Sachanlagen in Ansatz
gebracht werden. Ausgeschlossen von der
Einbeziehung in die Bemessungsgrundlage
sind Abschreibungen und Vertriebsaufwendungen (Marketing, Repräsentationsaufwand etc.).
Die Vorteile der steuerlichen Forschungsförderung liegen auf der Hand. Der Steuerpflichtige hat bei Vorliegen der Voraussetzungen einen Rechtsanspruch auf die
Forschungsprämie. Im Vergleich zu den
meisten anderen Förderungen ist der Aufwand für die Erarbeitung der Bemessungsgrundlage sowie die Antragstellung gering.
Neben dem Hauptaspekt des unmittelbaren
finanziellen Vorteils führt die Beschäftigung mit der Forschungsprämie in Unternehmen oftmals zu weiteren positiven Auswirkungen auf Vertrieb, Strategie, Mitarbeitermotivation etc., da im Zuge der Ermittlung der Forschungsprämie vielfach
bisher unbeachtet gebliebene Stärken des
Unternehmens erkannt werden.
B
Gefördert werden sämtliche Aufwendungen, die im Zuge der F+E-Tätigkeit tatsächlich anfallen, durch Auszahlung einer
10%-igen, steuerfreien Prämie an den Antragsteller. Dies unabhängig davon, ob das
Unternehmen im betreffenden Wirtschaftsjahr einen steuerpflichtigen Jahresgewinn
erzielen konnte.
Fristen
Die Forschungsprämie kann bis zur
Rechtskraft des Ertragsteuerbescheides für
das betreffende Jahr beim Wohnsitz- bzw.
Betriebssitzfinanzamt beantragt werden.
Die Wiederaufnahme bereits rechtskräftig
veranlagter Jahre z.B. im Rahmen von Betriebsprüfungen eröffnet dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit, doch noch in den
Genuss von in der Vergangenheit nicht
(ausreichend) geltend gemachten Forschungsprämien zu gelangen.
CONFIDA Klagenfurt
Steuerberatungsgesellschaft m.b.H.
Kardinalschütt 7
A-9020 Klagenfurt
Tel. +43 463 55 140
E-Mail: office@confida.at
www.confida.at
WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN 5/2012
81
KÄRNTEN
Alpiner Familien-Genuss im Cristallo
Fotos: Falkensteiner Hotels Katschberg
Kinderbetreuung ab drei Jahren im Falky-Land
Falkensteiner Hotels Katschberg
schüren die pure Lust am Leben
tungen und dem Sport- und Aktivprogramm
Die Ferienregion Katschberg gehört laut eider beiden Häuser heraus. Nach Herzenslust
ner Schweizer Langzeitstudie zu den Toprelaxen und ihren Energien freien Lauf lasdrei-Destinationen der Alpen. Die gesunde
sen können die Gäste im 2.000 m2 großen
Lage auf allergenarmen 1.600 Metern Höhe
tut Körper, Geist und Seele gut. Die erste
Acquapura Spa, in der separaten FalkyAdresse auf dem Berg sind die Falkensteiner
Acqua-World für Kinder oder im Falkyland
Hotels Katschberg, sie schüren die pure Lust
für die Kleinen ab drei Jahren. Zusätzlichen
am Leben. Nicht zuletzt geschieht dies durch
Mehrwert schaffen die drei Familienhits auf
die Partnerschaft mit der regionalen Lebensdem Katschberg: der österreichweit größte
mittelmarke „Kärnten Echt Gut“, die ProHochseilklettergarten
Adventurepark
dukte von heimischen Anbietern vertreibt.
Katschberg (über 160 Stationen!), die „Pony
Essen mit weniger Transportkilometern
Alm“ rund um die familienfreundliche Pritzschmeckt einfach besser! Der Club Funimahütte und die KinderNaturErlebniswelt
tion mit kulinarischem All Inclusive light
Katschhausen samt Streichelzoo. Die beiden
und das Hotel Cristallo mit Genuss-VollpenFalkensteiner Hotels auf dem Kärntner
sion sind ideale Urlaubsadressen für
Katschberg sind für Gäste aus Östersportlich aktive (Jung-)Familien und
reich über günstige AutoverbindunWellnessgenießer. Ein Maximum
gen ganz nahe liegend.
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