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Gewusst wie: Planung, Auswahl, Umsetzung Die besten - modul100

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Ausgabe Rhein-Neckar – 6 / 08
1. Jahrgang
6.6.2008
4,90 t
E 08006
Arbeitsmarkt Rhein-Neckar
Hier geblieben!
Marktbericht Immobilien
Die besten Lagen in Heidelberg,
Mannheim und Ludwigshafen
Outsourcing-Studie
Gewusst wie: Planung,
Auswahl, Umsetzung
Intern
Bleiben Sie informiert
Econo Rhein-Neckar: Aus der Region – für die Region
Die Welt der Wirtschaft hat sich seit Erscheinen der ersten Econo-Ausgabe am
2. Mai weitergedreht. So gibt es auch in der
aktuellen Ausgabe, die seit dem 6. Juni an
den Kiosken liegt, wieder Neues, Wichtiges
und Interessantes aus dem Wirtschaftsleben in der Metropolregion Rhein-Neckar zu
berichten.
Viele Unternehmen haben in den vergangenen Wochen Quartals- oder Jahreszahlen vorgelegt und Ausblicke auf ihre künftigen Geschäfte gegeben. Andere haben
Übernahmen, neue Aufträge oder Kooperationen vermeldet. Econo blickt noch einmal
auf die wichtigsten Ereignisse zurück. In
den Nachrichten lesen Sie unter anderem
von der erfreulichen Bilanz der Weinheimer
Freudenberg-Gruppe, die dank dem Wachstum im asiatischen Markt ein Rekordergebnis erzielt hat (Seite 6/7). Und erfahren Sie
ein paar Seiten weiter vom chinesischen
Aufzug-Hersteller Edungburgh, wie er künf-
tig von deutschem Know-how in Heppenheim profitieren will (Seite 14/15). Lernen
Sie die Köpfe kennen, die hinter dem ersten
Bio Center Deutschlands in Mannheim stecken (Seite 16/17).
Blicken Sie außerdem mit der Econo-Redaktion voraus auf jene Ereignisse, die in
den kommenden Wochen wichtig werden.
Lesen Sie, wie Jürgen Ding mit der Herausforderung umgeht, als neuer Filialleiter die
Svenska Handelsbanken in Mannheim zu
etablieren (Seite 26/27). Und lassen Sie sich
vom Geschäftsführer des Hockenheimrings
erklären, warum er um die Zukunft der Formel 1 in Deutschland bangt (Seite 29/30).
Auch in der aktuellen Ausgabe setzt Econo Schwerpunkte. So dreht sich in der Titelgeschichte alles um den Arbeitsmarkt in der
Metropolregion Rhein-Neckar (Seite 64-71).
„Hier geblieben!“, heißt das Motto der
Stunde. Denn obwohl in den Universitäten,
Fachhochschulen und Berufsakademien
Herausragendes geleistet wird, muss sich
die Metropolregion einiges einfallen lassen,
um mit Städten wie Frankfurt, Hamburg,
London oder Paris mitzuhalten. Sonst könnte der Fachkräftemangel bald auf das Wirtschaftswachstum durchschlagen. Wie
schön es auch in Heidelberg, Ludwigshafen
und Mannheim ist, steht im Übrigen in dieser Ausgabe (S. 36-39). Einen weiteren
Schwerpunkt hat die Redaktion diesmal auf
die Verkehrsengpässe in der Region gelegt
(Seite 72-75). Eine Karte veranschaulicht,
wo es besonders eng wird.
Wir hoffen, wir haben erneut Ihr Interesse geweckt. Wenn Sie Anregungen haben
oder Kritik, dann senden Sie uns doch einfach eine E-Mail an folgende Adresse:
redaktion.econo@econo-rn.de.
Die Redaktion bei der Planung der Juni-Ausgabe (von links): Matthias Schmitt, Kristian Klooß und
Stefan Wagner (verantwortlich).
Bild: Wiegand
Herzlichst,
Ihre Econo-Redaktion
Juni
64 Leergefegt: der Arbeitsmarkt
Nachrichten
▲
▲
Unternehmen & Märkte
6
Weinheim. Freudenberg
wächst stark in Asien, weniger rund läuft es in den USA
16
Mannheim. Das neue Bio
Center – und die Köpfe, die
dahinterstecken
26
Banken. Svenska Handelsbanken eröffnet eine Filiale in
Mannheim
34
Software. Wie sich Walldorf
als SAP-Konzernsitz behauptet
8
Mannheim. Fike stellt Produkte her, die bestenfalls nie
zum Einsatz kommen
18
Mannheim. Beim Mannheimer Wirtschaftsforum dreht
sich alles um Kapitalfragen
28
Hockenheimring. Wie geht
es weiter mit der Formel 1 in
Deutschland?
36
Immobilien. Die Top-Wohnlagen in Mannheim, Heidelberg und Ludwigsahfen
10
Mannheim. Warum Alstom
und die Hochschule kooperieren
20
Mannheim. Die Mannheimer
Holding blickt zufrieden auf
das vergangene Jahr zurück
32
Bauindustrie. Erstmals darf
zivilrechtlich gegen ein Kartell geklagt werden
40
Handwerk. Wie Bestattungsunternehmen neue Trends
setzen
12
Rhein-Neckar. Die regionale
Konjunktur bleibt auf Kurs
22
Rhein-Neckar. Gründungsbilanzen: Unternehmer verwirklichen sich selbst
14
16
econo
Heppenheim. Warum ein chinesisches Unternehmen an
der Bergstraße fertigen lässt
23
Leimen. Die Bilanz von HeidelbergCement im Jahr der
Übernahme von Hanson
24
6/2008
•
6. Juni 2008
Rhein-Neckar. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH hat ihre
Bilanz vorgelegt
Nußloch. Betty Barclay setzt
auf „Germany’s next Top Models“
Menschen
33
Editorial
48
48
Impressum
80
80
Index
82
82
Der Schreibtisch
von . . .
42
Im Interview. Dr. Jürgen
Schwiezer über Roche und
den Standort Mannheim
46
Köpfe aus der Region. Was
Prominente zum ersten Heft
sagen
48
Menschen des Monats
Maßgeschneidert
in die Zukunft.
FREYLER – damit Ihr Gebäudekonzept auch morgen noch passt.
36 Immobilien: die besten Lagen
▲
▲
50 Outsourcing: gewusst wie
▲
▲
Management
50
Ousourcing I. Eine Studie
zeigt den Nutzen von Verlagerungen
52
Outsourcing II. Ein Leitfaden
gibt Unternehmen Tipps für
die Praxis
54
Outsourcing III. Interview
mit Artin Adjemian zu den
Chancen und dem Vorgehen
56
Software. IT-Firmen umgarnen den Mittelstand
61
Preise & Wettbewerbe
62
De Jure. Ist meine Homepage durch das Urheberrecht
geschützt?
63
De Jure. Aktuelle Urteile
Mit Lösungen von der Stange ist das so eine Sache: Meist
sind sie hier ein bisschen zu kurz, da etwas zu eng, und auch
dort fehlt die entscheidende Idee zur Perfektion. Genau diese
Idee mehr bietet Ihnen FREYLER: Das gebündelte Know-how
einer ganzen Unternehmensgruppe ermöglicht Konzepte
nach Maß, die Ihnen auch nach dem nächsten Wachstums-
Politik & Gesellschaft
64
68
Arbeitsmarkt I. Der Fachkräftemangel wird zum Problem. Universitäts-Absolventen wandern ab
Arbeitsmarkt II. Interview
mit SAP-Vorstandsmitglied
Prof. Dr. Claus E. Heinrichüber Innovationen
schub noch passen.
70
Arbeitsmarkt III. EQ-Praktika helfen Hauptschülern
Industriebau | Stahlbau | Metallbau
info@freyler.de | www.freyler.de
72
Infrastruktur. Die Engpässe
76
Bildung & Wissenschaft
78
Lifestyle
6
Nachrichten
Roche investiert und schließt
MANNHEIM. Die Roche
Diagnostics GmbH plant, bis 2011
rund 132 Millionen Euro in den
Standort Mannheim zu investieren.
Das Geld fließt in den Ausbau der
Immunologie-Produktion für den
Bereich Professionelle Diagnostik,
die Erweiterung der ParenteraliaProduktion und den Ausbau des
globalen Logistikzentrums. So
sollen rund 280 neue Stellen geschaffen werden. Gleichzeitig
kündigte Roche Diagnostics an, die
Chemieproduktion in Mannheim
schrittweise bis 2011 zu schließen.
Dies trage nach Konzernangaben zu
mehr Wettbewerbsfähigkeit bei.
Wachenheim Sekt baut Personal ab
WACHENHEIM. Die Sekt-
kellerei Schloss Wachenheim baut
laut Medienberichten bis 2010 rund
60 Arbeitsplätze in den Betriebsstätten Trier und Wachenheim
(Kreis Bad Dürkheim) ab. So will das
Unternehmen die bisher in mehrere
Bereiche gegliederte Vertriebsorganisation vereinheitlichen.
Darüber hinaus plant die Sektkellerei, sich auf ertragsstarke
nationale und regionale Kernmarken zu konzentrieren und
ertragsschwache Marken
abzustoßen.
Realtech schafft Ergebnissprung
WALLDORF. Mit einer Umsatz-
und Gewinnsteigerung ist der
Software- und IT-Dienstleister
Realtech ins Geschäftsjahr 2008
gestartet. Für das erste Quartal
verbuchten die Walldorfer im
Vergleich zum Vorjahr einen
Umsatzanstieg um 16 Prozent auf
16,5 Millionen Euro, Beim Ergebnis
gelang dem Unternehmen ein
Gewinnsprung um 91 Prozent auf
600 000 Euro. Die Anzahl der
Mitarbeiter nahm im ersten Quartal
um 87 auf insgesamt 671 zu.
Südzucker erleidet Gewinneinbruch
MANNHEIM. Die Südzucker AG
hat im abgelaufenen Geschäftsjahr
deutliche Gewinneinbußen verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr
sank das operative Ergebnis von 419
auf 233 Millionen Euro. Der Umsatz
des Zuckerherstellers blieb mit
5,8 Milliarden Euro stabil.
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
Tata Nano statt Ford Mondeo
Die Freudenberg-Gruppe legt Rekordzahlen vor. Die stürmischen
Geschäfte in Indien und China gleichen die Flaute im Geschäft mit
US-amerikanischen Autoherstellern aus
Weinheim. Die Unternehmens-
gruppe Freudenberg hat im vergangenen Jahr so gut verdient wie nie
zuvor. So stieg nicht nur der Konzernumsatz um 5,7 Prozent auf 5,34
Milliarden Euro. Auch das Betriebsergebnis steigerte der Konzern um
26 Prozent auf 384 Millionen Euro.
Trotz steigender Ölpreise, Rohstoffverknappung, Finanzkrise und
der Dollar-Schwäche gegenüber
dem Euro habe die Gruppe über alle
Geschäftsfelder hinweg Gewinne
erzielt, sagte Freudenberg-Chef Dr.
Peter Bettermann. „Ein wesentlicher Teil des Ergebniszuwachses
stammt aus Produktivitätsverbesserungen“, sagte Bettermann. Wobei
die Produktion oft an Kapazitätsgrenzen gestoßen sei und sogar
Aufträge abgelehnt werden mussten.
Seine Globalisierungsstrategie
hat der Konzern auch im vergangenen Jahr fortgesetzt. Allerdings entwickelte sich das Wachstum von
Region zu Region unterschiedlich.
Während die Dynamik in den USA auch durch die Absatzprobleme
amerikanischer Automobilhersteller
- an Schwung verlor, legte das Brut-
toinlandsprodukt im Euro-Raum um
2,6 Prozent zu. Freudenberg profitierte dabei von den Zuwächsen
der osteuropäischen EU-Staaten
(plus 6,4 Prozent) und dem starken
Wirtschaftswachstum in China
(11,5 Prozent) und Indien (8,7 Prozent). Die Schwächen des US-Automarkts hat der Konzern dabei mit
dem Wachstum in Asien, vor allem
in China und Indien ausgeglichen.
So entwickelte Freudenberg unter
anderem Motorlager und Dichtun-
gen für das rund 1700 Euro billige
Auto Nano des indischen Konzerns
Tata.
Produkte wie der Tata Nano, die
gemeinsam mit den Kunden entwickelt würden, seien ein Schlüssel
für den Erfolg der FreudenbergGruppe, sagte Vorstandsmitglied
Dr. Martin Stark. Vor diesem Hintergrund strebe das Unternehmen
auch eine Erhöhung des Umsatzes
mit neuen – also je nach Segment
ZAHLEN UND FAKTEN
Zukäufe geplant
■ Geschäftsfelder: Die Freudenberg-Gruppe ist unter anderem im
Maschinenbau, als Autozulieferer
und als Hersteller von Haushaltsprodukten aktiv. Dazu kommen
Haushaltsgeräte (Vileda).
■ Mitarbeiterzahl: Freudenberg
beschäftigte Ende 2007 34 330 Mitarbeiter, davon 11 266 in Deutschland.
■ Umsatz: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um sechs Pro-
Nachrichten
höchstens vier bis fünf Jahre alten
– Produkten an. In den kommenden
fünf Jahren soll diese Quote weiter
erhöht werden. Ein Schwerpunkt
will Freudenberg in diesem Zusammenhang auf neue Werkstoffe,
spezielle Dichtungsdesigns und
elektronische Komponenten setzen, die einen Beitrag zur CO2-Reduzierung im Automobilmarkt leisten sollen. Im Jahr 2007 hat Freudenberg mehr als 200 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung
investiert.
Neben
dem
organischen
Wachstum will das Unternehmen
auch künftig durch Akquisitionen
kleinerer Firmen seine Geschäfte
vorantreiben. „Wir verstärken gezielt unser Engagement in einigen
Segmenten der allgemeinen Industrie, wie Öl und Gas, Schwerhydraulik, Luftfahrt und Medizintechnik“, sagte Bettermann. Dabei gehe
der Konzern stets nach demselben
Muster vor. Erst werde ein Zielsegment bestimmt, anschließend ein
kleines Unternehmen gekauft, egal
ob dieses Gewinne erziele oder
nicht. Später würden ein bis zwei
mittelgroße Unternehmen akquiriert. „Den Rest machen wir dann
selbst“, so Bettermann. Ein Dutzend solcher Übernahmen hat
Freudenberg für das laufende Geschäftsjahr angekündigt.
Kristian Klooß
GROSSKRAFTWERK MANNHEIM
Renaissance der Bankfiliale
GKM AG leidet am milden Winter
MANNHEIM. Der Trend zum
Online-Banking und zur Selbstbedienung am Geldautomaten ist
laut einer Studie des Zentrums für
Europäische Wirtschaftsforschung
(ZEW) gestoppt. Danach setzen
Banken künftig wieder stärker auf
die Filiale als Vertriebskanal. Vor
allem die Beratung von Privat- und
Geschäftskunden solle wieder in
den Filialen stattfinden. Um wieder
mehr Kunden in ihre Geschäftsstellen zu locken, würden die
Banken unter anderem auch neue
Konzepte wie die Erlebnisfiliale
verfolgen. An der ZEW-Umfrage
beteiligten sich 252 Finanzmarktexperten.
MANNHEIM. Der milde Winter
hat der Großkraftwerk Mannheim
AG (GKM) einen Umsatzrückgang
beschert. 2007 setzte das Unternehmen 385 Millionen Euro um,
während es im Jahr zuvor noch
knapp 400 Millionen Euro waren.
Die verkaufte Menge an Bahnstrom
sank ebenfalls um 18 Prozent. Dennoch erzielte die GKM einen Jahresüberschuss von 6,6 Millionen
Euro. Dieser wird nach einem Beschluss der Hauptversammlung in
vollem Umfang als Dividende ausgeschüttet.
Indessen gehen die Proteste von
Umweltschützern gegen den geplanten Steinkohleblock auf dem
GKM-Gelände weiter. So wurde
Mitte Mai ein Güterzug mit Kohle
kurz vor dem Kraftwerksgelände
durch rund zwanzig Demonstranten für rund eine Stunde gestoppt.
Tage später drangen in Eisbär-Kostümen gekleidete Protestler auf das
Werksgelände vor. Dennoch hält
die GKM an ihren Plänen zum Bau
eines neuen Steinkohleblocks fest.
Bis 2013 will sie rund zwei Milliarden Euro investieren.
KrK
Sparkasse Vorderpfalz im Plan
VR-BANK KREIS BERGSTRASSE
Volksbanken stimmen für Fusion
LAMPERTHEIM. Die Vertre-
ter-Versammlung der Volksbank
Kreis Bergstraße hat für eine Fusion mit den Volksbanken in Darmstadt und an der Bergstraße gestimmt. Die Zustimmung erfolgte
mit großer Mehrheit, nachdem
Volksbank-Vorstandssprecher
Walter Konrad noch einmal die
Gründe, die für den Zusammenschluss sprechen, erläutert hatte.
So seien die bisherigen Fusionen
gute Entscheidungen gewesen,
weshalb der Vorstand weitere Zusammenschlüsse geprüft habe.
Auch vor dem Hintergrund des
Engagements von Direktbanken im
Internet habe man sich gesagt, es
sei sinnvoll, eine Verbindung einzugehen. Zudem würden sich die
Stärken der Partner ergänzen. So
habe die Darmstädter Volksbank
eine stabile Ertragslage und Vermögen, die Volksbank Bergstraße
ein interessantes Geschäftsgebiet.
Nachdem auch die beiden anderen
Volksbanken zugestimmt haben,
entsteht zum 1. Januar 2009 die
Volksbank Darmstadt-Kreis Bergstraße.
KrK
VR-BANK RHEIN-NECKAR
Zusammenschluss zahlt sich aus
MANNHEIM/LUDWIGSHAFEN. Die VR Bank Rhein-Ne-
zent oder 288 Millionen Euro auf
5,341 Milliarden Euro.
■ Ergebnis: Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten verbesserte
sich um 26 Prozent auf 384 Millionen Euro. Der Cash-flow aus der
laufenden Gwschäftstätigkeit betrug 407 Millionen Euro.
■ Investitionen: Freudenberg plant
rund ein Dutzend Zukäufe vor allem
in den Bereichen Öl- und Gasindustrie, Schwerhydraulik, Luftfahrt und
Medizintechnik.
7
ckar ist mit dem ersten Geschäftsjahr seit ihrer Fusion zufrieden. Das
Unternehmen erwirtschaftete einen Überschuss in Höhe von
5,3 Millonen Euro. Um das erste Ergebnis der VR-Bank Rhein-Neckar
annähernd zu bewerten, vergleicht
das Unternehmen sein Ergebnis mit
den addierten Abschlüssen der fusionierten Banken. So hat sich die
Bilanzsumme leicht um 4,6 Prozent
verringert, auch die Kreditnachfrage sei weiterhin zurückhaltend ge-
wesen, sagte Vorstandsvorsitzender Willy Köhler. Die Höhe der Einlagen blieb nahezu unverändert.
Ihren Mitgliedern will die Genossenschaftsbank sechs Prozent Dividende zahlen – insgesamt fast
2,6 Millionen Euro. Außerdem erhöht die Bank ihr Eigenkapital, indem sie rund 2,7 Millionen Euro in
die Rücklagen einstellt. Für 2008 erwartet das Kreditinstitut ein ähnlich
gutes Abschneiden. Dennoch werde die Bank ihre Belegschaft in den
kommenden Jahren um rund
50 Mitarbeiter reduzieren.
KrK
LUDWIGSHAFEN. Die
Sparkasse Vorderpfalz Ludwigshafen-Schifferstadt hat die
Bilanzsumme im abgelaufenen
Geschäftsjahr leicht auf
2,1 Milliarden Euro gesteigert. Das
Volumen bei Vermögensanlagen
wuchs dabei um 8,5 Prozent auf
2,45 Milliarden Euro. Bei
Wertpapieren legte das Volumen
um 18 Prozent auf 930 Millionen Euro
zu. Die Kundeneinlagen erhöhten
sich um 3,6 Prozent auf
1,52 Milliarden Euro.
Obst-Kooperation verlängert
WEISENHEIM. Die Sparte Obst
des in München ansässigen
BayWa-Konzerns und die
Vereinigten Obst- und Gemüsegroßmärkte (VOG) Weisenheim
(Kreis Bad Dürkheim) haben ihre
Zusammenarbeit verlängert. Über
den gemeinsamen Vertrieb hinaus
wird es nach Angaben der VOG ab
sofort auch eine intensivere
Kooperation in der Obstproduktion
geben. Die Kooperation zwischen
der BayWa AG und den VOG war im
August 2007 geschlossen worden.
Daimler schafft befristete Stellen
MANNHEIM. Im Mannheimer
Daimler-Werk könnten laut
Medienberichten bis zu 300 neue,
hauptsächlich befristete Stellen
entstehen. Grund ist das gute
Geschäft mit den in Mannheim
hergestellten Lkw-Motoren und
Bussen.
6/2008
•
6. Juni 2008
econo
8
Nachrichten
MVV-Tochter baut neue Kraftwerke
MANNHEIM. Die MVV Energiedienstleistungen GmbH, eine
Tochter der MVV Energie AG, investiert in Gersthofen bei Augsburg
rund 30 Millionen Euro in den Bau
eines neuen Industrieheizkraftwerks. Die Anlage wird ab Mitte
2009 in umweltfreundlicher KraftWärme-Kopplung Strom und Dampf
erzeugen. Abnehmer der
4,4 Megawatt elektrischer Leistung
und 43 Tonnen Dampf pro Stunde
sind die zwölf Unternehmen des von
einer MVV-Tochter betriebenen
Industrieparks Gersthofen. Darüber
hinaus hat die MVV Energiedienstleistungen einen Vertrag mit der
Mertinger Molkerei der Zott GmbH
& Co. KG geschlossen. Bis 2028 wird
sie die Molkerei mit Dampf
versorgen. Das Unternehmen
investiert dafür gemeinsam mit dem
Holzlieferanten Bayerische
Staatsforsten AöR rund neun
Millionen Euro in ein neues
Biomasse-Heizkraftwerk in der
Nähe von Donauwörth in Bayern.
Deere erzielt Rekordergebnis
MANNHEIM. Der Landmaschinenhersteller Deere &
Company, der auch in Mannheim
ein Werk unterhält, hat das zweite
Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem Rekordergebnis
von 763,5 Millionen US-Dollar abgeschlossen (Vorjahr: 623,6 Mio.). Die
weltweiten Umsätze stiegen um
18 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr erwartet der
Konzern ein Plus bei den
Maschinenumsätzen von
20 Prozent.
Geka-Wurstwaren ausgezeichnet
NEUHOFEN. Mit einer Goldmedaille und zwei Bronzemedaillen
hat das Testzentrum Lebensmittel
der Deutschen LandwirtschaftsGesellschaft (DLG) den Fleisch- und
Wurstwarenhersteller Geka
ausgezeichnet. Das Unternehmen
aus Neuhofen (Rhein-Pfalz-Kreis)
wurde für die hohe Qualität seiner
Produkte geehrt. An der europaweiten Qualitätsprüfung hatten
546 Unternehmen aus elf Ländern
mit 5514 Produkten teilgenommen.
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
Explosives
Wachstum
Fike Deutschland hat den Umsatz seit 2003 fast
vervierfacht. Da die alten Büros zu klein
wurden, sind die Mannheimer jetzt umgezogen
MANNHEIM. Markus Häseli
vertreibt Produkte, die im besten
Fall nie gebraucht werden. „Eigentlich verkaufen wir Vertrauen“, sagt
der Geschäftsführer von Fike
Deutschland. Das US-Unternehmen, das seine Niederlassung 1990
in Mannheim eröffnet hat, gehört zu
den weltweit drei bis vier Firmen,
die sich auf den Explosionsschutz
in der industriellen Produktion spezialisiert haben.
Die Kunden des Unternehmens
reichen vom Papierhersteller, über
die Getreidemühle bis zum Chemiekonzern. „Allein im BASF-Werk
sind Tausende unserer Berstscheiben verbaut“, sagt Häseli. Eine gewisse Explosions-Prävention können die Unternehmen zwar selbst
vornehmen. Zum Beispiel indem sie
Drehzahlen drosseln, um Reibungswärme zu vermeiden, indem verfahrenstechnische Komponenten
geerdet und Schuhe mit Gummi-
sohlen am Arbeitsplatz verboten
würden. Doch solcher Schutz reiche meist nicht aus. „Und dann
kommen wir ins Spiel“, sagt Häseli.
Für fast jede Explosion liefert Fike eine passende Berstscheibe,
von der Größe eines BleigießPfännchens bis zum GullideckelFomat. Diese Scheiben werden in
jene Behälter oder Silos eingesetzt,
in denen Explosionen möglich sind.
Kommt es zum Knall, dann zerreißen die Scheiben und leiten den
Druck im Behälter gezielt ab. Um
Flammen zu unterdrücken, gibt es
zudem spezielle Gitternetze. Darüber hinaus werden auch Detektoren für Druck und Licht eingesetzt,
die innerhalb von Millionstelsekunden Löschmitteldüsen aktivieren.
„Wir erkennen die Explosion, wenn
der Feuerball die Größe eines Golfballs hat. Bei der Größe eines Fußballs ist dann Schluss“, sagt Häseli.
Fike-Deutschland-Chef Markus Häseli zeigt, wom
Betrieben zum Schutz vor Explosionen eingesetz
Der Markt für solche Sicherheitsprodukte wächst in Europa vor
allem seit 2003 rasant, seit die Europäische Union die ATEX-Richtlinie
(siehe Kasten) beschlossen hat.
Rund 27 Millionen Euro hat Fike im
vergangenen Jahr in Europa umgesetzt. Den größten Teil dieses Umsatzes haben die Töchter in
Deutschland, England und Frankreich erwirtschaftet. „Seit 2003 hat
Fike Deutschland seinen Umsatz
um den Faktor 3,8 vervielfacht“,
sagt Markus Häseli. Mehr als
20 Prozent Wachstum waren es al-
KÜHLHAUS
Kuehlhaus AG zieht nach Mannheim
MANNHEIM. Die Internetagentur Kuehlhaus AG aus Weinheim hat Anfang Juni ihren Sitz
nach Mannheim verlegt. Als wichtigsten Grund nennt Vorstand
Christian Reschke die neuen Büroräume auf 750 Quadratmetern, die
dem Unternehmen Platz für die angestrebte Expansion ließen. Weitere Gründe sind die gute Verkehrsanbindung des in den P-Quadraten
gelegenen Firmensitzes. „Der neue
Standort Mannheim wird der gewachsenen Bedeutung unseres
Unternehmens in der Metropolregion Rhein-Neckar gerecht, in der
wir uns seit Jahren tatkräftig engagieren und in der wir mit unseren
Kompetenzen zu den wichtigsten
Innovatoren zählen“, sagt Reschke.
Die Full Service Internetagentur hat
das Jahr 2007 mit einem Rekordumsatz von mehr als zwei Millionen
Euro abgeschlossen (+11%). Die
Wachstumspläne für die Zukunft
sind noch ehrgeiziger: Reschke bezifferte auf Anfrage das angepeilte
Umsatzwachstum auf 25 Prozent
pro Jahr. Dazu soll die Mitarbeiterzahl von derzeit 35 auf bis zu 60 Mitarbeiter ansteigen. Mit Neueinstellungen der letzten Monate hat das
Unternehmen nach eigenen Angaben seine Kernkompetenzen in den
Bereichen Strategie und Beratung,
Web-Development sowie OnlineMarketing bereits gestärkt. Wachsen will Kuehlhaus auch im Bereich
User Centered Design, das heißt
bei der Gestaltung von Internetanwendungen, die sich durch gute
Bedienbarkeit auszeichnen. Mit
dem selbst entwickelten „Business
Centered Design Modell“ möchte
sich das Unternehmen als erste
Adresse für nutzerfreundliches EBusiness etablieren.
Matthias Schmitt
mit sein Unternehmen Geld verdient. Berstscheiben wie diese werden von unzähligen
zt.
Bild: Rinderspacher
HINTERGRUND
Die ATEX-Richtlinie
ATEX steht für „Atmosphère explosible“. Das Kürzel wird als Synonym
für die Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft auf dem Gebiet des
Explosionsschutzes, nämlich die ATEX Produktrichtlinie 94/9/EG und die
ATEX Betriebsrichtlinie 1999/92/EG, verwendet. Zweck der Betriebsrichtlinie ist der Schutz von Personen, die in explosionsgefährdeten Bereichen arbeiten. Die Richtlinie enthält die Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen, die von Herstellern zu beachten und nachzuweisen sind. Es
dürfen nur solche Maschinen, Betriebsmittel, Geräte oder Bauteile genutzt werden, die der ATEX Produktrichtlinie entsprechen. Deutschland
hat die Richtlinie 2003 in der Explosionsschutzverordnung umgesetzt.
lein 2007. Für dieses Jahr rechnet
der Geschäftsführer mit mindestens derselben Umsatzsteigerung.
Begann das Unternehmen vor
18 Jahren mit zwei Mitarbeitern in
der Mannheimer Edisonstraße, ist
die Anzahl der Beschäftigten seitdem auf neun gestiegen. „Fike ist
aus den alten Büros herausgewachsen“, sagt Häseli. Weshalb er
mit seinen Mitarbeitern im März in
die Innstraße ins Gewerbegebiet
Mannheim-Casterfeld umgezogen
ist. „Die Verkehrsanbindung ist
besser, die Büros konnten wir beliebig gestalten und im Obergeschoss haben wir ein Ersatzteillager für unsere Servicemitarbeiter
angelegt.“
Raum zum Wachstum hat sich Fike somit geschaffen. Angekurbelt
werden soll dieses Wachstum
auch von der seit längerem betriebenen Zusammenarbeit mit dem
schweizerischen
Anlagenbauer
Bühler. Die Schweizer gehören zu
den internationalen Marktführern
beim Bau von Anlagen für die Nahrungsmittelproduktion und der chemischen Verfahrenstechnik. „Dank
der Zusammenarbeit kann Bühler
unseren Explosionsschutz schon
vor dem Bau per Knopfdruck am
Rechner in seine Anlagen integrieren“, sagt Häseli. Was technisch
schon klappt, soll in den kommenden Monaten auch offensiv vermarktet werden. Darüber hinaus
habe Fike einen Blick auf das
deutschsprachige Ausland geworfen. „Es gibt konkrete Überlegungen, dort weiter zu wachsen“, sagt
Häseli.
Kristian Klooß
MLP
SAP
SNP
Finanzdienstleister rechnet
mit sinkender Marge
Softwarehersteller wächst
und erwägt Zukäufe
Beratungsunternehmen
steigert Gewinn deutlich
WIESLOCH. Die MLP AG ist mit
einem Umsatz- und Gewinnplus in
das Geschäftsjahr 2008 gestartet.
Die Erlöse legten im ersten Quartal
um 9 Prozent auf 158,2 Millionen
Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen
und Steuern (EBIT) stieg um 18 Prozent auf 23,2 Millionen Euro. Im Geschäftsfeld Altersvorsorge erreichte MLP mit einer vermittelten Beitragssumme von 1,9 Milliarden Euro das bislang beste Ergebnis der
Firmengeschichte. Für 2008 erwartet MLP weiteres Umsatzwachstum, rechnet allerdings mit einer
sinkenden EBIT-Marge.
KrK
WALLDORF. Die SAP AG hat im
HEIDELBERG. Die SchneiderNeureither & Partner AG (SNP) hat
ihren Konzernumsatz im Auftaktquartal des aktuellen Geschäftsjahrs um 31,4 Prozent auf 4,6 Millionen Euro gesteigert. Das operative
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(EBIT) steigerte das Unternehmen
um 42,6 Prozent auf 670 000 Euro. In
diesem Jahr rechnet das SAP-Beratungsunternehmen mit Erlösen
zwischen 20 und 22 Millionen Euro.
Der Softwarevertrieb soll mit 4 Millionen Euro zu dieser Entwicklung
beitragen. Im Vorjahr waren es
noch 2 Millionen Euro.
KrK
ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die Software- und
softwarebezogenen Service-Erlöse
gesteigert. Nach vorläufigen Zahlen nahmen sie im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 15 Prozent
auf 1,74 Milliarden Euro zu. Der Gesamtumsatz von SAP stieg um
14 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro.
Europas größter Softwarehersteller geht auch in den kommenden
Quartalen von Umsatzzuwächsen
im zweistelligen Prozentbereich
aus. Zukäufe schließt das Unternehmen dabei nicht aus.
KrK
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10
Nachrichten
Sita schließt Grünstädter Werk
GRÜNSTADT. Die Sita Rohstoffwirtschaft GmbH schließt
einem Bericht der „Rheinpfalz“
zufolge ihr Werk in Grünstadt. Dort
wurden seit 1995 jährlich rund
60 000 Tonnen Kunststoffverpackungen mit dem Grünen Punkt
zu Granulat verarbeitet. Als Grund
für die Schließung nannte die
Muttergesellschaft Sita Deutschland fehlende Aufträge. Das Duale
System war bisher der größte
Auftraggeber. Bei einer neuen
Ausschreibung für die Aufbereitung
von Plastikmüll ging die Grünstädter
Firma leer aus. Die 45 Mitarbeiter
haben ihre Kündigung erhalten, ein
Sozialplan wurde aufgestellt,
berichtet die „Rheinpfalz“ weiter.
Spezialdrucklack-Hersteller gekauft
HEIDELBERG. Die Heidel-
berger Druckmaschinen AG übernimmt den Spezial-DrucklackHersteller „Hi-Tech Coatings“.
Damit erweitert Heidelberg sein
Lösungsangebot von Verbrauchsmaterialien um die Herstellung und
den Vertrieb spezieller Drucklacke.
„Hi-Tech Coatings“ entwickelt und
produziert an den Standorten
Aylesbury/Großbritannien und
Zwaag/Niederlande. Mit der
Übernahme möchte das Unternehmen den Servicebereich
ausbauen. Das Unternehmen „HiTech Coatings“ wurde 1993 gegründet und gehörte bisher dem
Management. Die Firma vertreibt
ihre Produkte weltweit über
Händler und Lizenznehmer, heute
jedoch mit dem Schwerpunkt
England und Osteuropa. Im Jahr
2007 erzielte „Hi-Tech Coatings“
einen Umsatz von rund 25 Millionen
Euro.
Starkes Auslandsgeschäft
MANNHEIM. Die Friatec AG hat
im abgelaufenen Geschäftsjahr
ihren Umsatz um ein Viertel auf
193 Millionen Euro erhöht. Erstmals
beträgt der Exportanteil über
50 Prozent. Die gute Entwicklung im
Ausland hat den Umsatzrückgang
im Inland überkompensiert. Das
operative Ergebnis liegt bei
23 Millionen Euro (Vorjahr: 20,2).
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
Raus aus dem
Elfenbeinturm
Alstom und die Hochschule Mannheim richten
gemeinsam ein Kompetenzzentrum für
Kraftwerksservice und Energieeffizienz ein
MANNHEIM.
Klimawandel,
steigende Ölpreise oder großflächige Stromausfälle: Die Bedeutung eines effektiven und effizienten Umgangs mit Energie ist zu einem der Topthemen geworden.
Alstom Power Service und die
Hochschule Mannheim wollen zukünftig auf diesem Feld eng zusammenarbeiten. Dazu haben beide
Partner eine Kooperation vereinbart, die als Kern die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Kraftwerksservice und Energieeffizienz
vorsieht. „Alstom stellt sich der
Verantwortung, innovative Lösungen für einen möglichst effizienten
Umgang mit Energie zu finden“,
sagte Rolf Stierle, Alstom-Vorstand
für den Geschäftsbereich Power
Service, bei Unterzeichnung der
Kooperationsvereinbarung Ende
April. Wichtigster Beitrag des
Mannheimer Unternehmens ist die
Finanzierung einer Vollzeitstelle für
das an der Hochschule angesiedelte Zentrum. Die Hochschule Mannheim stellt im Gegenzug Professoren der Fakultäten für Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen zur wissenschaftlichen Begleitung sowie
die Räume und Infrastruktur für die
Projektarbeit zur Verfügung. Diese
drei Fächer vereinen das Knowhow der Hochschule im Bereich
Energie.
Die Studenten und Professoren
sollen bei ihren Studien und Projekten sowohl Verbesserungen an alten als auch neuen Anlagen im
Blick behalten. Konkrete Projekte
könnten sich mit Fragen der besseren Diagnose und Überwachung
Angewandte Wissenschaft: Durch die Zusammen
verzahnen. Im Bild: Turbinenproduktion bei Alsto
bei der Stromerzeugung beschäftigen. Hochschul-Rektor Prof. Dr.
Dieter Leonhard erinnerte daran,
dass eine verlässliche Energieversorgung für eine wettbewerbsfähige Region unerlässlich ist: „Das
Kompetenzzentrum wird als Diskussions- und Ideenmultiplikator
für Wirtschaft und Wissenschaft
dazu beitragen, die notwendigen
Innovationsprozesse weiter zu beschleunigen und Forschungsergebnisse schneller für die Praxis
verfügbar zu machen.“
Die Kooperation mit Alstom
stärkt aber auch die Wettbewerbs-
BASF SE
Chemiekonzern investiert in Ludwigshafen und Indien
LUDWIGSHAFEN. Die BASF
wird ihre Anlage zur Herstellung
des biologisch abbaubaren Kunststoffs Ecoflex am Standort Ludwigshafen deutlich erweitern. Damit erhöht sich die Produktionskapazität von bislang 14 000 auf
74 000 Jahrestonnen. Die Erweiterung soll im dritten Quartal 2010 die
Produktion aufnehmen. Die größeren Kapazitäten machen die Einstellung acht neuer Mitarbeiter
notwendig. Angaben zum Investitionsvolumen machte das Unternehmen nicht.
Mit Investitionen in Indien will
die BASF zudem von der boomenden Automobilbranche pofitieren.
Geplant sind Investitionen in Produktion und Entwicklung. So soll
am Standort Thane eine Anlage für
die Herstellung von technischen
Kunststoffen gebaut werden. In
Mangalore entstehe zurzeit ein
neues Farblabor für Autoreparaturlacksysteme, außerdem werde dort
die Anlage zur Produktion von Elektro-Tauchlacken erweitert. In
Chennai soll bis Anfang 2009 die
Produktionskapazität einer Anlage
für Autokatalysatoren verdreifacht
werden. Angaben zum Investitionsvolumen machte das Unternehmen
nicht. Der Automobilbereich ist
nach der Chemiebranche die zweitgrößte Umsatzquelle der BASF.
In dem monatelangen Streit mit
der EU-Kommission um die Zulassung der genetisch veränderten
Kartoffel Amflora scheint indes Bewegung zu kommen: Die EU-Kommission will gentechnisch veränderte Produkte künftig schneller
zulassen. Die BASF könnte für
„Amflora“noch vor der Sommerpause mit der notwendigen Genehmigung rechnen. Die Kartoffel ist
nicht als Nahrungsmittel für
Mensch oder Tier gedacht ist. Die
gewonnene Stärke soll beispielsweise zur Herstellung und Beschichtung von Papier verwendet
werden.
MSc
xmedias
DIE KUMPELS VON
MEINEM SCHLAG …
WEINHEIM
MANNHEIM
HEIDELBERG
DEUTSCHLANDWEIT
WELTWEIT
… BRINGEN JETZT BRIEFE FLOTT ÜBERALL HIN.
narbeit mit Alstom möchte die Hochschule Lehre und betriebliche Praxis besser miteinander
om in Mannheim.
Bild: Alstom
fähigkeit seiner Hochschule. Der
Austausch mit Unternehmen passe
in das Profil der Hochschule Mannheim, die sich ausdrücklich den angewandten Wissenschaften verschrieben hat. Die Zusammenarbeit mit Alstom verhindere, dass die
Lehre „im Elfenbeinturm verharre“.
Die Nähe zu Fragen und Problemen
aus der betrieblichen Praxis erlaube, die Hochschulforschung „am
Markt zu kalibrieren“, so Leonhard.
Den Studenten signalisiert das Alstom-Engagement außerdem, dass
Unternehmen an Absolventen aus
diesem Bereich großes Interesse
haben. Mit Sorge beobachtet Leonhard die Entwicklung, dass die Zahlen im Fach Elektrotechnik stagnieren. Stierle nennt es in diesem Zusammenhang einen „schönen Nebeneffekt“, wenn durch das Kompetenzzentrum Alstom als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen
wird. Die Kosten auf Unternehmensseite wollte Stierle auf Nachfrage nicht angeben. Die Kooperation sei langfristig angelegt und bei
erfolgreicher Zusammenarbeit sei
es gut möglich, dass Alstom sein
Engagement noch verstärke.
Matthias Schmitt
GAH-GRUPPE
Erstmals Auftragsmilliarde geknackt
HEIDELBERG. Die Heidelber-
ger GAH Gruppe profitiert vom Investitionsboom bei den Energieversorgern. Der Auftragseingang der
Gruppe überschritt 2007 erstmals
die Grenze von einer Milliarde Euro
und lag damit rund ein Drittel über
dem Vorjahreswert. Der Nettoumsatz legte um 15 Prozent auf
800 Millionen Euro zu (Vorjahr:
697 Mio. Euro). Der Cash-flow lag
mit fast 63 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.
Mit einem Ergbnis vor Zinsen
und Steuern (EBIT) von 35,3 Millionen Euro übertrifft GAH das Vorjahresergebnis um mehr als die Hälfte.
Der Geschäftsbereich Energieund Anlagentechnik profitierte von
zwei RWE-Großprojekten zur Errichtung von Hochdruck-Rohrleitungssystemen in den Kraftwerken
Neurath und Westfalen. Gesamtvolumen: 150 Millionen Euro. Mit
89 Millionen Euro erhielt die Gruppe 2007 sogar den größten Einzelauftrag ihrer Geschichte: Als Generalunternehmer realisierte sie ein
hochmodernes Gas-und-DampfKraftwerk in Linz.
2008 scheint die GAH-Gruppe ihr
Wachstum fortzusetzen. Nach dem
ersten Quartal stehen Aufträge in
Höhe von 764 Millionen Euro in den
Büchern des Konzerns.
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12
Nachrichten
Teuerung trifft alle gleich
BERLIN. Das Deutsche Institut
für Wirtschaftsforschung (DIW)
prognostiziert die diesjährige Inflationsrate auf etwa 2,6 Prozent. Dabei wird die Teuerung erst in der
zweiten Jahreshälfte etwas zurückgehen. Im nächsten Jahr dürfte die
Inflation bei ungefähr zwei Prozent
liegen. Das Institut hat festgestellt,
dass ungeachtet unterschiedlicher
Konsumgewohnheiten die verschiedenen Einkommensgruppen
relativ gleichmäßig betroffen sind.
Verbraucher zuversichtlicher
NÜRNBERG. Die Stimmung der
deutschen Verbraucher hat sich im
April spürbar verbessert, so die Gesellschaft für Konsumforschung
(GfK) in ihrer aktuellen Konsumklimastudie. Sowohl die Konjunkturund Einkommenserwartung als
auch die Anschaffungsneigung
zeigen deut-liche Zugewinne.
Folglich prog-nostiziert das
Konsumklima für Mai einen Wert
von 5,9 Punkten nach revidiert 4,8 im
April. Die im April durchweg positive
Entwicklung der Verbraucherstimmung führt dazu, dass das
Konsumklima zum ersten Mal seit
Juli vergangenen Jahres wieder
deutlicher zulegen kann.
Jobmaschine Maschinenbau
STUTTGART. In der Südwestindustrie hält die starke Nachfrage
nach Personal trotz konjunktureller
Abschwächung an. Nach Feststellung des Statistischen Landesamts stieg im März 2008 die Zahl der
Industriebeschäftigten im Vorjahresvergleich kräftig um
31 600 auf 1 113 400 Personen an
(+2,9 %). Im Vergleich zum Vormonat
kam es zu einem leichten Personalaufbau um 1400 Personen (+0,1 %).
Jobmotor Nummer 1 ist der
Maschinenbau. Die Unternehmen
dieser Branche erhöhten den
Personalbestand im Durchschnitt
der Monate Januar bis März um
12 700 auf 262 500 Beschäftigte
(+5,1 %). Bei der Umsatzentwicklung der Südwestindustrie
stand im März erstmals nach über
einem Jahr wieder ein Minus als
Vorzeichen. Die Umsätze gingen im
Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent
zurück.
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
Konjunktur auf Kurs
Die Aussichten der Wirtschaft bleiben rosig –
nicht zuletzt dank des starken Exports
RHEIN-NECKAR. „Ein fulminanter Start.“ So kommentiert der
Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages
(DIHK), Dr. Volker Treier, das
Wachstum von 1,5 Prozent im ersten Quartal. Doch wie geht es weiter angesichts der lahmenden USKonjunktur, der Dollar-Schwäche
und gestiegener Rohstoffpreise?
Die Industrie- und Handelskammer
(IHK) Rhein-Neckar hat bei ihren
Mitgliedsunternehmen
nachgefragt. Die wichtigsten Ergebnisse:
Die Konjunktur schwächt sich nur
leicht ab; die Unternehmen stellen
zusätzliche Mitarbeiter ein und vor
allem: Der Export wächst weiter.
nur 21 Prozent schlechtere. 49 Prozent der befragten Unternehmen
bezeichnen ihre gegenwärtige Lage als gut und nur elf Prozent als
schlecht. Nach wie vor am Besten
geht es der Industrie. Hier bezeichnen nur 6 Prozent der Unternehmen
ihre Lage als schlecht, bei den
Dienstleistern sind es 10, im Handel
18 Prozent. Den Industrieunternehmen in der Region kommt nach wie
vor ihr Auslandsgeschäft zugute:
Mit einer Exportquote von 57 Prozent liegt der IHK-Bezirk noch deutlich über dem Landesdurchschnitt
von 51 Prozent. Hiervon profitiert
auch der Arbeitsmarkt.
So steht der IHK-Konjunktur-Klimaindex (siehe Grafik) mit einem
Wert von 128 immer noch sehr gut
da (Januar: 135). Der Indexwert
100 bedeutet: Die aktuelle Geschäftslage wird im Durchschnitt
mit „befriedigend“, die Erwartungen im Durchschnitt mit „gleichbleibend“ bewertet. Bei jedem
Wert über 100 stehen die Zeichen
also auf Wachstum. Das ist derzeit
der Fall: 31 Prozent der Unternehmen erwarten bessere Geschäfte,
Spitzenreiter Industrie –
Schlusslicht Handel
Im Vergleich zum Vorjahr ist die
Zahl der in der Industrie beschäftigten Arbeitnehmer um 2531 gestiegen. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hat allerdings nicht nur
diesen Wirtschaftszweig erfasst.
Vor allem der Dienstleistungsbereich ist ein wichtiger Jobmotor.
Ein Ende des Beschäftigungsauf-
baus ist derzeit laut IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Franz J. Luzius nicht in Sicht. Insgesamt waren
im April im IHK-Bezirk noch
30 200 Menschen ohne Beschäftigung. Zum Vergleich: Ihren Höchststand hatte die Arbeitslosigkeit
2005 erreicht – mit 51 800 Menschen ohne Beschäftigung. Das ist
ein Rückgang von 41,3 Prozent.
Bemerkbar mache sich laut IHK
mittlerweile der Fachkräftemangel.
Luzius rät den Unternehmen in diesem Zusammenhang dreierlei: Zum
einen sollten Betriebe mehr ausbilden. Einen Ausbildungsbonus, wie
ihn die Große Koalition derzeit
plant, lehnt er ab: „Das Geld sollte
die Politik lieber in das Bildungssystem investieren.“ Zum anderen
sollten Unternehmen dafür sorgen,
dass ihre Mitarbeiter Familie und
Beruf gut vereinbaren können. Als
dritten Punkt führt Luzius an, dass
Firmen auch älteren Arbeitnehmern mehr Chancen geben sollten.
Ausgesprochen zuversichtlich
stimmt den IHK-Hauptgesschäftsführer die Investitionsbereitschaft:
34 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten mehr investieren, nur 15 Prozent weniger. Als Hauptmotive nennen die Befragten überwiegend Ersatzbedarf und Rationalisierungen.
Matthias Schmitt
Nachrichten
CROP ENERGIES
FUCHS PETROLUB
Nachfrage nach Bioethanol bringt
27 Prozent Umsatzwachstum
Schmierstoffhersteller investiert
sprudelnde Gewinne weltweit
MANNHEIM. Trotz stark gestiegener Rohstoffpreise und einem schwierigen Marktumfeld hat
die CropEnergies AG Umsatz und
Ergebnis im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 gesteigert. Dafür maßgeblich war
nach Angaben CropEnergies der
gestiegene Bioethanolabsatz sowie die effiziente Produktions- und
Kostenstruktur des Unternehmens.
Die Erlöse der Mannheimer
wuchsen um 27 Prozent auf
186,8 Millionen Euro. Das operative
Konzernergebnis verbesserte sich
um 4,8 Prozent auf 22 Millionen Euro, was einer operativen Marge von
11,8 Prozent entspricht, gegenüber
14,3 Prozent im Jahr zuvor. Zusammen mit einem verbesserten Zinsergebnis und einem einmaligen
Steuerertrag aufgrund der Unter-
MANNHEIM. Fuchs Petrolub
hat im Auftaktquartal 2008 seine
Gewinne erhöht. Von Januar bis
März steigerte der Mannheimer
Schmierstoffhersteller seinen Umsatz um 3,4 Prozent auf 350,7 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern legte um 19 Prozent auf
32,1 Millionen Euro zu.
nehmensteuerreform in Deutschland übertraf der Jahresüberschuss mit 20,2 Millionen den Vorjahreswert sogar um 80,4 Prozent.
Der Cashflow lag mit 26 Millionen
nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Für das Geschäftsjahr 2008/
09 erwartet CropEnergies auf Basis
der bereits realisierten Kapazitätserweiterungen und des prognostizierten Anstiegs der Nachfrage
nach Bioethanol in Europa Produktions- und Absatzmengen, die über
dem Vorjahr liegen. Dieses Wachstum werde sich positiv auf den Umsatz auswirken. Das Unternehmen
rechnet weiter damit, ein positives
operatives Ergebnis zu erwirtschaften. Dieses werde jedoch aufgrund des hohen Preisniveaus für
Agrarrohstoffe unter dem des Vorjahres liegen.
KrK
Das laufende Jahr werde durch
die flaue US-Konjunktur, den
schwachen Dollar und die Rekordpreise für Rohöl geprägt, sagte Vorstands-Chef Stefan Fuchs. Im Auftaktquartal 2008 sei folglich das
operative Ergebnis der renditestärksten Absatzregion Amerika
deutlich gesunken. Dennoch ließ
Fuchs keinen Zweifel daran, dass
sein Unternehmen 2008 das siebte
Rekordjahr in Folge erreichen will.
Diesem Ziel näher kommen will
der Schmierstoffhersteller vor allem durch seine Investitionen im Inund Ausland.
So will das Unternehmen unter
anderem 20 Millionen in den Standort Kaiserslautern investieren, wo
unter anderem ein Zentum für
Schulungen entstehen soll. Zehn
Millionen fließen nach China, wo
das Unternehmen im Herbst ein
neues Werk in Shanghai eröffnet.
Auch in Indien und Japan will
Fuchs Petrolub wachsen.
Erst im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Konzern erstmals
mehr als hundert Millionen Euro
Gewinn erzielt. Zum Stichtag
31. März beschäftigte der Konzern
nach eigenen Angaben weltweit
3.829 Mitarbeiter.
KrK
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Nachrichten
Justizakademie für Schwetzingen
SCHWETZINGEN. Die baden-
württembergische Landesregierung wird an der Fachhochschule für Rechtspflege in
Schwetzingen eine Justizakademie
einrichten. Damit folgt das Land
dem Beispiel anderer Länder und
wird die Aus- und Weiterbildung der
Justizmitarbeiter an einem Ort konzentrieren. Bis spätestens 2012 sollen nach den Plänen des Justizministeriums alle wichtigen Fortbildungsmaßnahmen im Südflügel
des Schwetzinger Schlosses stattfinden. Die Einspareffekte beziffert
das Ministerium auf 2,5 Stellen
sowie Synergieeffekte bei den
Sachmitteln. Der Umfang und die
Kosten für die noch auszuschreibenden Baumaßnahmen im
Schwetzinger Schloss sind noch
nicht ermittelt. Vorläufige
Schätzungen gehen von fünf
Millionen Euro aus. Freuen kann
sich die Hotellerie am Ort: Durch die
Akademie ergibt sich ein Bedarf von
5900 Übernachtungen pro Jahr.
Fahrstühle für
den Weltmarkt
Der chinesische Aufzugsbauer Edunburgh
produziert in Heppenheim. Gefragt sind
„Made in Germany“ und deutsches Know-how
HEPPENHEIM. „In China ge-
hen Sie in eine Halle rein und legen
los“, resümiert Thomas Josef Ehmann seine langjährige Erfahrung
im chinesischen Maschinenbau.
Für Aufbau und Genehmigung der
ersten europäischen Produktionsstätte musste der 48-Jährige lernen, dass im Vergleich dazu in
Deutschland Vieles „sehr kompliziert“ ist. Gleichwohl liegt der neue
Edunburgh-Standort im Zeitplan.
Seit 2003 hat die Edunburgh Elevator GmbH vom baden-württembergischen Igersheim aus den europäischen Markt beobachtet und
nach geeigneten Gewerbeflächen
gesucht. Ende 2007 war es so weit:
Mit Unterstützung der IHK Darmstadt und der Wirtschaftsförderung
des Kreises Bergstraße hat das Unternehmen eine passende Immobi-
Sie wollen nach oben: Edungburgh-Geschäftsfüh
Heppenheimer Firmensitz.
lie in Heppenheim gefunden. Mitte
Februar haben Ehmann und seine
derzeit sieben Mitarbeiter die neuen Geschäftsräume auf 400 Quadratmetern bezogen. In der
1000 Quadratmeter großen Montagehalle nebenan wird seit Ende
Mai produziert. Die chinesische
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Nachrichten
rer Thomas Josef Ehmann (l.) und Weilei Ye in zwei Ausstellungsaufzügen am
Bild: Neu
Mutter Shanghai Edunburgh Elevator Co. Ltd. entwickelt, baut, vertreibt und wartet Lift- und Rolltreppenanlagen sowie Parkdecksysteme. Die Edunburgh Elevator GmbH
konzentriert sich im ersten Schritt
auf die Montage von Aufzugssystemen. 400 Hochgeschwindigkeits-
antriebe mit den dazugehörenden
elektronischen
Steuersystemen
sollen jährlich die Produktionshalle
verlassen. Dazu kommen 30 Komplettanlagen und 50 Energierückgewinnungssysteme. Zum Vergleich: In Shanghai fertigt Edunburgh 1000 komplette Aufzugsanla-
gen und 10 000 Parkdecksysteme
und Rolltreppen jährlich. Mittelfristig schließt Ehmann nicht aus, dass
die gesamte Entwicklungsabteilung und ein Teil des Rolltreppengeschäftes an den Standort
Deutschland verlegt wird. Ehmann
betont, dass der deutsche Standort
keine verlängerte Werkbank der
chinesischen Produktion sei. Die
Chinesen wollen durch deutsches
Know-how „Made in Germany“
und hohe europäische Standards
vielmehr noch wettbewerbsfähiger
werden.
So liegen die Zielmärkte der in
Deutschland produzierten Anlagen
vornehmlich in China, Indien und im
Mittleren Osten. Vor den deutschen
Aufzugsherstellern hat Ehmann
Respekt – als direkte Mitbewerber
begreift er sie jedoch nicht: „Edunburgh ist mit eigenen hochwertigen
Produkten im High-Tech-Massenmarkt gut positioniert. Die Deutschen verstehen sich eher als Anbieter von spezialisierten Einzelanlagen.“ Dazu bringt der Manager
zwei Beispiele: Für das neue World
15
Trade Center in Wuxi/China liefert
Edunburgh 13 Hochgeschwindigkeits-Aufzüge, die die Fahrgäste
mit vier Metern pro Sekunde in dem
155 Meter hohen Gebäude auf- und
abtransportierten. Für das ExpoGelände in Shanghai hat sich das
Unternehmen Aufträge für 400 Aufzugsanlagen gesichert.
Ehmann geht aufgrund der vollen
Auftragsbücher davon aus, dass in
zwei bis drei Jahren die Belegschaft auf 25 Mitarbeiter aufgestockt werden könne. Bereits heute
könnte er mehr als die vier gewerblich-technischen Angestellten beschäftigen, allerdings findet er
kaum geeignete Fachkräfte.
Noch an anderer Stelle könnte
es aus Ehmanns Sicht besser laufen: Das „blödsinnige Just-in-Time“ habe häufig zu Verzögerungen
geführt. Asiatische und US-amerikanische Unternehmen reagieren
aus seiner Sicht schneller und flexibler. „Sehr kompliziert“, das gilt
eben nicht nur für deutsche Verwaltungsprozesse.
Matthias Schmitt
16
Nachrichten
Lauer-Konkursmasse aufgeteilt
LUDWIGSHAFEN. Die Zu-
kunft der insolventen Ludwigshafener Alois Lauer Stahl- und
Rohrleitungsbau GmbH ist geklärt.
Mehrere Investoren, darunter der
Mannheimer Baukonzern Bilfinger
Berger und der niederländische
Industriedienstleister Hertel übernehmen nach Angaben des Insolvenzverwalters Göran Berger die
Konkursmasse. Die Investoren
teilen die Firma unter sich auf.
Während Bilfinger Berger die
Niederlassung in Burghausen und
den Anlagenbau in Ludwigshafen
erhalte, bekomme Hertel die LauerStandorte in Frankfurt. Es werden
voraussichtlich rund 210 von
280 Arbeitsplätzen erhalten
bleiben.
Aufstieg in die
Champions League
HeidelbergCement legt im Jahr der
Übernahme von Hanson beim Überschuss zu
Leimen. Aufsichtsratsvorsitzender Fritz-Jürgen Heckmann schlug
bei der Begrüßung der 260 Aktionäre einen Ton an, der die gesamte
Hauptversammlung prägte: Im Jahr
der Übernahme der Hanson-Gruppe sei HeidelbergCement in die
„Champions-League“ aufgestiegen. Nach dieser Vorlage blickte
ein gut gelaunter Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Scheifele auf das
vergangene Jahr zurück: „2007 war
ein Ausnahmejahr in jeder Hinsicht.“ Die Integration des britischen Baustoffproduzenten verlaufe erfolgreich, aber auch das operative Geschäft sei sehr zufriedenstellend gewesen. Bei einem Umsatzwachstum von einem Drittel
hat sich der Jahresüberschuss
mehr als verdoppelt.
EU-Fördermittel für Infrastruktur
MANNHEIM. Im neuen EUFörderprogramm „Regionale
Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ stehen der Stadt
Mannheim Fördermittel von
12,4 Millionen Euro für Infrastrukturprojekte zur Verfügung. Die
Mittel stehen unter anderem für
verbilligte Darlehen für kleine und
mittlere Unternehmen in Förderprogrammen der L-Bank zur
Verfügung. Investieren will die
Stadt außerdem in die Erschließung
des Gebietes vom Viktoriaturm bis
zu John-Deere als attraktiven
Dienstleistungsstandort
(„Mannheim 21“), den zweiten
Bauabschnitt des MAFINEXTechnologiezentrums sowie die
Musik- und Kreativwirtschaft im
Stadtteil Jungbusch.
Drei Missionare
Mit dem Mannheimer Bio Center haben sich
Verbund soll bei Koordination helfen
SÜDHESSEN. Einen Vertrag für
eine enge Zusammenarbeit haben
der Odenwaldkreis, die Stadt Darmstadt und der Kreis DarmstadtDieburg unterzeichnet. Die Gebietskörperschaften wollen künftig
Schulentwicklung, Infrastruktur
und Einzelhandel miteinander
abstimmen. Den entsprechenden
Vertrag unterzeichneten die Landräte Horst Schnur und Alfred Jakoubek sowie Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann (alle SPD).
Der vorangegangene Zweckverband Starkenburg war 2007
aufgelöst worden.
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
Bernd Alt, René Neubauer und Thomas Hock
einen Traum erfüllt. Jetzt folgt der Praxistest
MANNHEIM. „Geiz ist geil war
gestern“, sagt Bernd Alt. Dass dies
stimmt, davon hängt für den Unternehmer alles ab. Denn das neue
Bio Center im Mannheimer Stadthaus ist nichts für den kleinen Geldbeutel. Der 51-Jährige setzt gemeinsam mit zwei weiteren Gründergesellschaftern auf den LOHASTrend. „Das steht für lifestyle of health and sustainabilty“, sagt Alt.
Gesund und nachhaltig, so sollen
seine Kunden leben.
Seit Mitte Mai sind die letzten
Kabel verlegt und die letzten Wände des wiedereröffneten Stadthauses gestrichen. Und auf den mehr
als 4000 Quadratmetern im Erdgeschoss laden ein Bio-Supermarkt
zum täglichen Einkauf, eine BioMetzgerei, Bio-Bäckerei und BioSafttheke zum Schlemmen, Cafés
mit Produkten aus fairem Handel
und ein Bio-Restaurant zum Verweilen ein. Darüber hinaus haben
sich ein Naturfriseur, ein Wellness-
Institut, eine
Öko-Boutique
und
entsprechende Telefon-, Stromund Finanzdienstleister
Bernd Alt (51)
eingemietet.
hatte die Idee für
das Bio Center.
„Alles ist
vermietet“,
sagt René Neubauer. Der 32-Jährige ist einer der beiden Kompagnons Alts. Neubauer, ein studierter Jurist, war zunächst in der
Pharma-Branche für das Unternehmen Boehringer Ingelheim tätig.
Nebenbei arbeitete er als Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Vertragsrecht. So lernte er auch Bernd
Alt kennen. „Ich war sein Berater“,
sagt Neubauer. Da die Chemie
stimmte, bot Alt, der seit 25 Jahren
Reformhäuser in der Metropolregion betreibt, dem jungen Anwalt an,
sich an der Gründung des geplan-
Nachrichten
Diese guten Zahlen spiegelt
auch der Kursverlauf der Aktie wider, der sowohl den Dax als auch
M-Dax deutlich geschlagen hat.
Viele der Kleinaktionäre störten
sich angesichts dieser Zahlen am
Dividendenvorschlag von 1,30 Euro.
Mit Vergleichen als „Rentenerhöhung“ oder Qualifikationen als
„schwäbische Dividende“ hatten
die Vertreter der Kleinaktionäre
hatten dabei die Lacher auf ihrer
Seite.
Lacher bringen aber keine Mehrheiten. Die ist fest in der Hand des
Unternehmers Adolf Merckle, dem
rund 80 Prozent der Anteile gehören. Scheifele parierte die Angriffe
gelassen: Die Aktionäre sollten
sich an der guten Kursentwicklung
freuen. Außerdem ließen die Ra-
ting-Agenturen keine andere Wahl,
als die Schulden schnell abzubauen. Hier gehe es gut voran. Alleine
im ersten Quartal sei die Verschuldung durch den Verkauf von Maxit
um über zwei Milliarden Euro abgebaut worden. Auch die Hanson-Integration liege im Plan. Die Synergieeffekte beliefen sich insgesamt
auf über 400 Millionen Euro.
140 Millionen Einsparung werde
bereits in diesem Jahr erzielt, bis
Ende 2009 will das Unternehmen
85 Prozent der angepeilten Einsparungen realisieren. Ausführlich erläuterte Scheifele auch die strate-
gische Bedeutung der Übernahme.
Mit Hanson habe sich der Konzern
eine zweites Rohstoff- und Produktstandbein geschaffen. Außerdem ergänze Hanson die weltweite
Präsenz in wachstumsstarken
Märkten wie Australien oder Malaysia. Der Umsatzrückgang durch
die Immobilienkrise in den USA lasse sich so gut verkraften. Für das
laufende Kartellverfahren seien bereits Rücklagen gebildet worden.
Dementsprechend
optimistisch
fällt die Prognose aus. Nach einem
guten ersten Quartal sei ein Umsatz
von 15 Milliarden möglich.
MSc
17
Teure Rohstoffe belasten Ciba
LAMPERTHEIM. Der Schwei-
zer Chemiehersteller Ciba hat im
ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. So sanken die
Erlöse um sechs Prozent auf
1,557 Milliarden Schweizer Franken
(umgerechnet rund 963 Mio. Euro).
Der Betriebsgewinn (EBIT) sank um
20 Prozent auf 107 Millionen
Franken (rund 66 Mio. Euro). Als
Gründe nannte das Unternehmen,
das eine deutsche Niederlassung in
Lampertheim (Kreis Bergstraße)
unterhält, Währungsschwankungen und den Anstieg von Rohstoffkosten. Ciba will auf die gesunkenen Margen vor allem mit
Preiserhöhungen reagieren.
Saint-Gobain Isover wächst
LUDWIGSHAFEN. Saint-
René Neubauer (links, 32) und
Thomas Hock (38) sind die zwei
weiteren Gesellschafter.
ten Bio Centers zu beteiligen. Ein
Angebot, das dieser 2007 annahm.
Um zu erklären, wie die beiden
Öko-Unternehmer den dritten
Mann ins Boot holten, ist hingegen
ein kurzer Umweg nötig. Denn der
38-jährige Thomas Hock begann
seine Karriere als Betriebswirt mit
Fachrichtung Steuern. Sein Geld
verdiente er dann allerdings als
weltweit tätiger IT-Berater. Das
ständige Jetten verdarb ihm jedoch
die Lust an diesem Job. Weshalb er
sich entschloss, eine Auszeit in Italien zu nehmen – am Lago Maggio-
re. Dort erwachte sein Unternehmergeist. So dass er nach einem
Jahr zurückkehrte, um in Mainz das
Bio-Restaurant „envita“ zu gründen.
Und so schließt sich der Kreis.
Denn Hock interessierte sich so
brennend für eine Restaurant-Eröffnung im neuen Bio Center im
Herzen Mannheims, dass auch
Bernd Alt und René Neubauer bald
Feuer und Flamme für die Pläne des
Öko-Gastronomen waren. „Von
seinen Ideen, wie man den klassischen Supermarkt weiterentwickeln kann, waren wir begeistert“,
sagt Neubauer. So kletterte auch
Hock ins Boot.
Zu dritt reiten die Bio-Missionare
nun auf der Öko-Welle, die seit einigen Jahren durch Deutschland
rollt. Und auch ihr Ziel steht fest:
Langfristig sollen deutschlandweit
bis zu fünfzehn Bio Center entstehen. Wobei Alt, Neubauer und
Hock für ihre Gesellschaft Naturfa-
brik nach weiteren Investoren Ausschau halten.
Ob dieses Ziel realistisch ist,
werden die kommenden Wochen
zeigen. Das weiß auch Bernd Alt.
„Wir haben nur diesen einen Versuch“, sagt er.
Kristian Klooß
Gobain Isover hat im vergangenen
Jahr ein Plus bei Umsatz und Gewinn erzielt. Deutschlands größter
Dämmstoffhersteller steigerte seinen Erlös von 361 auf 365 Millionen
Euro. Der Gewinn nach Steuern lag
bei 70,8 Millionen Euro. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung
des Vorjahresergebnisses.
Vorstands-Chef Michael Wörtler
rechnet auch in den kommenden
Jahren mit steigenden Absatzzahlen, da aufgrund steigender
Energiepreise auch die Anreize für
energie-sparende Investitionen in
Gebäude steigen würden.
Hafen schlägt weniger Container um
LUDWIGSHAFEN.Im
ZAHLEN UND FAKTEN
Investitionen
■ Sechs Millionen Euro hat der
Umbau des Stadthauses gekostet. Davon haben die Mieter drei
Millionen beigesteuert. Weitere
drei Millionen haben die Eigentümer (SV-Versicherungen und
LBBW) in das Projekt gesteckt.
■ 4000 Quadratmeter Ladenfläche sind komplett vermietet.
■ Mehr als 700 Parkplätze stehen zur Verfügung.
■ 130 Arbeitsplätze sind geschaffen worden.
vergangenen Jahr haben die
Ludwigshafener Hafenbetriebe
rund 16,5 Prozent weniger
Container umgeschlagen als im
Jahr zuvor. Die Zahl sank auf rund
60 300. Dennoch stieg die Anzahl
der im vergangenen Jahr umgeschlagenen Güter auf rund acht
Millionen an. Bei den Umschlagsgütern liegen die chemischen
Erzeugnisse mit einem Anteil von
57 Prozent vor Mineralöl-Produkten
mit einem Anteil von 30 Prozent. Für
das laufende Geschäftsjahr rechnet
die Contargo Ludwigshafen GmbH
wieder mit steigenden Umschlagszahlen für Container.
6/2008
•
6. Juni 2008
econo
18
Nachrichten
Maimarkt erfüllt Erwartungen
MANNHEIM. Die Aussteller
sind mit dem diesjährigen Maimarkt
zufrieden. Laut einer schriftlichen
Umfrage der Mannheimer Ausstellungs-GmbH sehen 81 Prozent
ihre Erwartungen erfüllt (Vorjahr:
80 Prozent). Rund acht Prozent
haben mehr verkauft als erwartet .
Im Vorjahr waren es neun Prozent.
An der Umfrage nahmen 668 von
rund 1500 Ausstellern teil. Die
Veran-stalter haben vom 26. April
bis 6. Mai laut eigenen Angaben
343 000 Besucher gezählt. Die
Motive, auf Deutschlands größter
Regional-messe auszustellen, sind
laut Umfrage vielfältig: Neben der
Gewinnung von Neukunden
(80 Prozent) hat vor allem der
direkte Verkauf (73 Prozent)
Priorität. Langjährige Pflege der
Stammkundschaft genießt mit
56 Prozent ebenfalls einen hohen
Stellenwert. Jeder zweite Aussteller sieht die Information der
Besucher als wichtiges Messeziel.
Rund 65 Prozent der Aussteller
erklären schon jetzt, sie wollen zum
nächsten Maimarkt wiederkommen
(Vorjahr: 67). Drei Prozent geben an,
sie möchten im nächsten Jahr nicht
teilnehmen. Dies entspricht der Vorjahresquote.
Demographie-Kongress
SCHWETZINGEN. Die Chan-
cen einer alternden Gesellschaft
thematisiert am Freitag, den 11. Juli,
der Demographie-Kongress RheinNeckar. Er findet von 9 bis 16 Uhr im
Schloss Schwetzingen statt.
Referenten zum Thema „altersgerechte Strukturen“ sind die
Baden-Württembergische
Ministerin für Arbeit und Soziales,
Dr. Monika Stolz, der Direktor des
Verbands Monopolregion RheinNeckar, Stefan Dallinger und der
Bau- und Wohnberater Alexander
Grünewald. Über das thema
„Wirtschaftskraft Alter“ werden
Sozio-Ökonomin Dr. Nese SevsayTegethoff, der katholische Priester
Dr. Lothar Katz, SenioRResearchGründer Rolf Kirchmair und AvisMarketingleiter Klaus Tusche.
referieren. Moderiert wird der
Konkress von der Frankfurter
Journalistin Ulrike Holler. Der
Kongressbeitrag beträgt 295 Euro.
Die Teilnhmerzahl ist begrenzt.
Kontakt: demographiekongress.de.
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
Gastredner Anselm Bilgri will auf dem Mannheimer Wirtschaftsforum am 19. Juni Mut und Zuversicht vermitteln.
Bild: ZU
Forum für Finanzierungen
Am 19. Juni findet das Mannheimer
Wirtschaftsforum statt. Im Fokus: Kapitalfragen
MANNHEIM. Welche Fördermöglichkeiten gibt es bei Exportvorhaben? Wie können Mittelständler Übernahmen finanzieren,
wie ihr Eigenkapital stärken? Diese
Fragen will das L-Bank Wirtschaftsforum Mannheim beantworten.
Die Veranstaltung findet am
19. Juni 2008 im m:con Congress
Centrum Rosengarten statt. Gastgeber sind L-Bank, Bürgschaftsbank, Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, IHK
Rhein-Neckar und die Metropolregion Rhein-Neckar. In Fachvorträgen und Workshops werden Fallbeispiele vorgestellt und diskutiert.
Wie Unternehmen mit Mut und
Zuversicht in die Zukunft geführt
werden können, erklärt in einem
Gastvortrag Anselm Bilgri (Bild).
Bilgri war langjähriger Prior und
Wirtschaftsleiter des Klosters Andechs. Inzwischen leitet er das von
ihm gegründete „Zentrum für Unternehmenskultur“.
Aktuelle Entwicklungen, Konzepte und Strategien der Finanzierung
stehen danach im Mittelpunkt der
Workshops, in denen Fachvorträge
gehalten werden. Wie Investitionsprojekte in der Praxis verlaufen, berichten Unternehmer gemeinsam
mit ihren Finanzierungspartnern.
Dabei bleibt auch Zeit für Diskussi-
on und Erfahrungsaustausch mit
den Fachleuten und Unternehmern.
Die Themen reichen von Investitions- und Übernahmefinanzierungen bis zur finanziellen Begleitung
bei Eigenkapitalstärkung oder bei
Auslandsaktivitäten.
Auf der begleitenden Messe sind
neben den Wirtschaftskammern,
die Banken der Region, das Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft Baden-Württemberg und Baden-Württemberg International vertreten. Die Teilnahme am Forum ist kostenfrei.
KrK
Kontakt
Termin: Donnerstag, 19. Juni 2008
Ort: CCR Mannheim
Anmeldeschluss: 10. Juni
Internet: www.l-bank.de/wifo
SICHERHEITSFORUM 2008
Erfolg mit Sicherheit
ST
LEON-ROT. Unter dem
Motto „Sicherheit als Erfolgsfaktor“ veranstaltet das Sicherheitsforum Baden-Württemberg am Mittwoch, den 18. Juni, von 12 bis 18
Uhr den Sicherheitstag 2008. Er findet in den Räumen der SAP AG in
St. Leon-Rot statt. Wirtschaftsminister Ernst Pfister eröffnet die Veranstaltung.
Im Mittelpunkt des Sicherheitstages 2008 stehen Maßnahmen des
Know-how-Schutzes, der Kriminalprävention und des Krisenmanagements. Praxisberichte sollen Unternehmer und Beschäftigte für aktuelle Gefährdungen sensibilisieren.
Referenten aus Sicherheitsbehörden und Unternehmen berichten
von ihren Erfahrungen. Darüber hinaus bekommen die Teilnehmer
Gelegenheit, sich mit Experten aus
verschiedenen Branchen auszutauschen.
Da die Teilnehmerzahl begrenzt
ist, sind vorherige Anmeldungen
ausdrücklich erwünscht. Die Veranstaltung ist kostenlos.
KrK
Kontakt
Termin: Mittwoch, 18. Juni 2008
Ort: St. Leon-Rot, Raiffeisenring 37
Internet:
www.sicherheitsforum-bw.de
www.mad-kommunikation.de
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22
Existenzgründer
Ein Formular für alles
PFALZ. Um die Startphase zu
beschleunigen und Gründer von
bürokratischen Lasten zu befreien,
werden die IHK/HWK-Starterzentren in der Pfalz noch in diesem
Jahr ein „Metaformular“ auf den
Markt bringen, das alle gründungsrelevanten Formulare elektronisch
zusammenfasst und Hilfestellung
leistet. So sollen sich Gründer im
Dickicht der Formalitäten besser
zurechtfinden. Mit diesem neuen
Angebot wollen die Starterzentren
die Funktion als One-Stop-Shop für
Existenzgründer erfüllen. Die IHK/
HWK-Starterzentren sind unter den
Service-Nummern 0180 / 54 45 782
(IHK) und 0180 / 54 95 782 (HWK) zu
erreichen (14ct/min).
Gewerbeanmeldungen bei der IHK
RHEIN-NECKAR. Ab sofort
können Gewerbeanmeldungen
außer beim Fachbereich Sicherheit
und Ordnung in Mannheim und beim
Bürgeramt in Heidelberg auch bei
der IHK Rhein-Neckar in Mannheim
und Heidelberg erfolgen. „Es ist
wichtig, unsere umfassenden
Service- und Beratungsgespräche
auch direkt mit Gewerbeanmeldungen abschließen zu können, um
den Kunden Dienstleistungen aus
einer Hand anzubieten“, so IHKHauptgeschäftsführer Prof. Dr.
Franz J. Luzius. Der neue und
verbesserte Service wird in enger
Kooperation mit den Städten Mannheim und Heidelberg umgesetzt.
Gründer suchen
Selbstverwirklichung
Zwei Studien beleuchten das regionale
Gründerverhalten. Fazit: Weniger ist oft mehr
RHEIN-NECKAR. Viele Menschen entscheiden sich heute für
eine Existenzgründung, weil sie
sich selbst verwirklichen wollen.
Dies ist eines der Ergebnisse, die
zwei unabhängige Gründungs-Studien der Industrie- und Handelskanmer (IHK) und Hanwerkskammer und HWK Pfalz und der IHK
Rhein-Neckar zu Tage gefördert
haben.
„Die Existenzgründung als Alternative zur Arbeitslosigkeit ist nicht
mehr das primäre Motiv wie noch
vor wenigen Jahren“, sagt Dr.
Wolfgang Niopek, Geschäftsführer
der IHK Rhein-Neckar. „Die Unternehmensgründung zur Selbstverwirklichung hat mittlerweile einen
höheren Stellenwert.“ Bei über der
Hälfte der betreuten Gründungen
sei der potenzielle Gründer oder die
Gründerin noch angestellt gewesen. Besonders auffallend ist nach
Ansicht der IHK Rhein-Neckar,
dass inzwischen wesentlich besse-
re Geschäftskonzepte zur Beurteilung vorgelegt werden als früher.
Der typische Existenzgründer im
Bezirk der IHK Rhein-Neckar ist
40 Jahre alt, hat ein Abitur, will sich
mit einer Dienstleistung selbstständig machen und startet dabei als
Einzelkämpfer. Knapp 45 Prozent aller Anfragen kamen im Berichtszeitraum zudem von Frauen.
Der typische Gründer
ist 40 Jahre alt
Als Standort für viele Existenzgründer ist – wie in den Jahren zuvor –
Mannheim als auch der Rhein-Neckar-Kreis mit jeweils gut 30 Prozent besonders attraktiv. In Heidelberg und im Neckar-OdenwaldKreis wollen jeweils gut 20 Prozent
ihren Firmensitz anmelden. Insgesamt wurden im Jahr 2007 im Bezirk
der IHK Rhein-Neckar 10 906 Unternehmen abgemeldet.
In der Pfalz sind im vergangenen
Jahr 8,2 Prozent weniger Unternehmen gegründet worden als noch im
Vorjahr. Als Gründe nennen die IHK
und HWK Pfalz in ihrem GründerReport die restriktivere Ausgestaltung der Gründungsförderung
durch die Agenturen für Arbeit sowie die besseren Rahmenbedingungen am deutschen Arbeitsmarkt infolge des konjunkturellen
Aufschwungs.
Der Gründungssaldo weist einen
zusätzlichen Bestand von 1700 neuen Betrieben in der Pfalz aus. Im
vergangenen Jahr waren es noch
2684. Werden die Gewerbeanmeldungen auf 10 000 Einwohner bezogen, so liegen in der Pfalz die Städte Speyer mit 129 Anmeldungen
und Kaiserslautern (117), gefolgt
von Neustadt (108), an der Spitze
der kreisfreien Städte. Bei den
Landkreisen bieten der RheinPfalz-Kreis (110), der Landkreis Bad
Dürkheim (108) und die Südliche
Weinstraße (101) überdurchschnittlich günstige Bedingungen
für Gründungen..
KrK
Verbilligte Darlehen für Gründer
BADEN-WÜRTTEMBERG.
Die L-Bank finanziert in BadenWürttemberg mit verbilligten
Darlehen alle Formen der Existenzgründung und Investitionsvorhaben von kleinen und mittleren
Unternehmen, deren Gründung
nicht länger als acht Jahre zurückliegt. Der Sitz des Unternehmens
spielt keine Rolle. Entscheidend ist,
dass das Unternehmen in BadenWürttemberg investiert. Mehr Infos
gibt es im Internet unter
www.l-bank.de
econo
6/2008
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6. Juni 2008
Wie hier im Musikpark Mannheim, geht es den Gründern vor allem darum, sich selbst zu verwiklichen. Im Musikpark ist vor
allem Kreativität gefragt.
Bild: Musikpark
Nachrichten
23
Die Weichen sind gestellt: Bis 2012 will die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH durch weitere Personaleinsparungen, eine „Harmonisierung“ der Tarifverträge sowie
Zusammenstreichungen beim Fuhrpark 29 Millionen Euro einsparen. Gleichzeitig soll kräftig in die Infrastruktur investiert werden.
Bilder: RNV
Gemeinsam günstiger
Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) hat ihre Bilanz vorgelegt.
Die Einsparungen bei Personal und Fuhrpark gehen in die Millionen
RHEIN-NECKAR. Bei der
Rhein-Neckar-Verkehr
GmbH
(RNV) sollen künftig die Kassen
klingeln. „Denn bislang produzieren wir nur Kosten“, sagte Geschäftsführer Andreas Kerber im
Rahmen der Bilanzpressekonferenz. Die Einsparungen durch den
Verbund kämen hingegen nicht zur
Geltung. Denn die vor drei Jahren
gegründete Gesellschaft bekommt
immer noch alle Ausgaben ihrer
Mutterunternehmen
erstattet,
während diese die Ticketverkäufe
verbuchen. Das soll sich bis Oktober 2009 ändern: „Künftig werden
wir die gesamten Fahrgeldeinnahmen einbehalten, damit den Kosten
auch Einnahmen gegenüberstehen. Das macht es transparenter“,
so Kerber.
Ganz ohne Kostenausgleich
durch die Mutterunternehmen wird
die RNV GmbH zwar auch dann
nicht
auskommen.
Dennoch
scheint sich die Fusion der fünf
Verkehrsunternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar auszuzah-
len. Dies kommt vor allem den
Haushalten der beteiligten Kommunen zugute kommt.
„Einen zweistelligen Millionenbetrag“ habe das Unternehmen
seit Gründung einsparen können,
sagt RNV-Geschäftsführer Kerber.
So habe die RNV unter anderem
den Fuhrpark für Reservefahrzeuge
verkleinert. Darüber hinaus werde
Ziel ist ein rechnergestütztes
Betriebsleitsystem
derzeit die zentrale Leitstelle in
Mannheim aufgebaut. In diesem
Zusammenhang ist vor wenigen
Wochen die Betriebsleitstelle
Schriesheim nach Mannheim umgezogen. Im Sommer folgen die
Leitstellen Ludwigshafen und Heidelberg. Durch die Zusammenlegung will die RNV Personal einsparen. 1716 Beschäftigte waren zum
Ende des Geschäftsjahrs (September 2007) bei der RNV tätig, 52 weniger als im Jahr zuvor.
Die Weichen sind gestellt, das
Ziel benannt: 29 Millionen Euro will
die RNV bis 2012 zusätzlich sparen.
Rund 250 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Darüber hinaus sollen die
Tarifverträge der Muttergesellschaften, mit jenen der RNV „harmonisiert werden“, sagt Kerber.
Wobei er betont, dass dies im Rahmen einer Vereinbarung mit der
Gewerkschaft Verdi geschehe.
„Das, was abweicht, muss ausgeglichen werden, damit der Besitzstand gewahrt bleibt.“
Neben dem Sparen, soll die Investition nicht zu kurz kommen. Vor
allem den Aufbau eines rechnergestützten Betriebsleitsystems will
die RNV vorantreiben. Die dafür nötige Vereinheitlichung der Liniennummern im RNV-Netz ist inzwischen abgeschlossen, so dass es
keine Doppelbelegungen mehr gibt.
Derzeit läuft zudem der IT-gerechte
Umbau der Fahrzeuge, der bis November abgeschlossen sein soll.
Darüber hinaus laufen derzeit
zahlreiche Maßnahmen zur Ver-
besserung der Infrastruktur. Hierzu
zählen unter anderem die Baustellen in der Rohrbacher Straße, in der
Sandhofer Straße, in der Dürerstraße und im Kundenzentrum Ludwigshafen. Hinzu kommen die Planungen für den weiteren Ausbau
des Netzes. So etwa der zweigleisige Ausbau der OEG-Strecke an der
Bergstraße, die Anbindung des
Neuenheimer Feldes in Heidelberg
an das Straßenbahnnetz und die
Modernisierung der Rhein-HaardtBahn.
Kristian Klooß
ZAHLEN UND FAKTEN
Lukratives Verkehrsnetz
■ Die RNV GmbH betreibt das
operative Geschäft der öffentlichen Verkehrsunternehmen
MVV Verkehr, MVV OEG, VBL,
HSB und RHB.
■ Die Länge des Schienennetzes beträgt 306,9 Kilometer.
■ 161 Millionen Fahrgäste
wurden im vergangenen Geschäftsjahr befördert.
■ Dabei setzte die RNV 144,6
Millionen Euro um.
6/2008
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6. Juni 2008
econo
24
Nachrichten
Metropolregion wird bekannter
RHEIN–NECKAR. Wie es um
die Bekanntheit der vor drei Jahren
gegründeten „europäischen Metropolregion Rhein-Neckar“ bestellt ist, hat die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen bei
2000 Bewohnern nachgefragt.
Immer-hin 73 Prozent der Befragten
haben von der Metropolregion
schon etwas gehört. Damit ist die
Bekannt-heit innerhalb des letzten
Jahres um fünf Prozentpunkte
gestiegen. Wenig Zutrauen gibt es
allerdings in die Arbeit der Städte
und Gemein-den im Hinblick auf den
Metropol-region-Gedanken. Nur
knapp ein Viertel derer, denen die
Metropol-region ein Begriff ist, sind
der Ansicht, dass die Kommunen
genü-gend Rücksicht auf die
gemein-samen Interessen nehmen.
Der Anteil derer, die sich über die
Metropolregion ausreichend
informiert fühlen, ist von 36 Prozent
im Juni 2007 auf nun 42 Prozent
gestiegen.
Gütesiegel für Heidelberger
HEIDELBERG. Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat ihr
Print Media Center an den Standorten Heidelberg und WieslochWalldorf nach dem internationalen
Forest Stewardship CouncilStandard (FSC) zertifizieren lassen.
FSC ist ein globales Zertifizierungssystem und steht für eine nachhaltige Waldwirtschaft. Holz und
Papier mit dem FSC-Gütesiegel
stammen garantiert nicht aus
Raubbau.
Bild: Betty Barclay
BERLITZ SPRACHSCHULEN
Am Anfang war das Fremd-Wort
MANNHEIM/HEIDELBERG. In diesem Jahr feiert das
Bäko spart und steigert Gewinn
EDINGENNECKARHAUSEN. Die Bäko
Süd-West eG aus Edingen-Neckarhausen (Rhein-Neckar-Kreis) ist im
vergangenen Jahr weiter gewachsen. Der Umsatz der Bäckerund Konditoren-Genossenschaft
legte um 5,8 Prozent auf rund
96,2 Millionen Euro zu. Grund seien
jedoch vor allem die höheren Kosten bei Getreide und Milchprodukten gewesen, die die Bäko weitergegeben habe. Aufgrund von Einsparungen bei Energie und Personalkosten konnte die Genossenschaft ihren Gewinn steigern. Er
nahm von 429 000 leicht zu auf
444 000 Euro.
econo
6/2008
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6. Juni 2008
Sprachen, in Mannheim Französisch
(4 Prozent), in Heidelberg Spanisch
(5 Prozent).
Unternehmen Berlitz 130-jähriges
Jubiläum. Bekannt wurde das Unternehmen durch die von Firmengründer Maximilian D. Berlitz entwickelte Methode, ab der ersten
Stunde den fremdsprachlichen Unterricht in der Zielsprache abzuhalten. Von den bundesweit über
60 Niederlassungen befinden sich
zwei in der Metropolregion: In
Mannheim ist die Sprachschule
seit 1899 vertreten, in Heidelberg
seit 1901.
An beiden Standorten liegt der
Schwerpunkt auf Einzelunterricht
für Privatkunden, aber auch Firmentrainings oder Gruppenkurse
werden nachgefragt. In beiden
Schulen ist Englisch am stärksten
nachgefragt (83 bzw. 70 Prozent),
gefolgt von Deutsch (6 und bzw.
25 Prozent). Auf großes Interesse
stoßen auch die romanischen
Mit dem im vergangenen Jahr
gegründeten
Geschäftsbereich
Business-Seminare versucht Berlitz, mehr Unternehmenskunden zu
gewinnen. Die Seminare für Fachund Führungskräfte reichen vom
Business-Knigge über Coaching
bis hin zum Projektmanagement.
Seit Gründung der ersten Schule
auf Rhode Island/USA, haben nach
Unternehmensangaben
über
30 Millionen Menschen bei Berlitz
gelernt, sich in einer Fremdsprache
zu unterhalten. Weltweit ist das Unternehmen in über 70 Ländern mit
550 Sprachschulen vertreten.
Matthias Schmitt
Nachrichten
Germany’s next Top Models
lächeln für Betty Barclay
Für die Herbst- und Winterkollektion setzt das
Modeunternehmen auf den Nachwuchs
NUSSLOCH. Ende April haben
ProSieben-Zuschauer in der Fernsehserie „Germany’s next Top Model“ das Betty Barclay-Casting und
-Shooting für die Herbst- und Winterkollektion miterlebt. Das Nusslocher Modeunternehmen war im
australischen Sydney auf der Suche nach einem neuen Kampagnengesicht. Die Teilnehmerinnen
der dritten Staffel „Germany´s next
Topmodel“ waren zur gleichen Zeit
in der Modemetropole; einige wurden dem Unternehmen als potenzielle Models für die kommende
Kampagne präsentiert.
Die Auswahl unter den sechs
Bewerberinnen fiel der Jury unter
Vorsitz von Marketingleiter Thorsten Maier schwer: „Da die Bild-
sprache von Betty Barclay eine
Nahaufnahme des Gesichts zeigt,
um so die Persönlichkeit der Marke
zu präsentieren, war es uns wichtig, den Fokus auf die Ausdruckskraft der Gesichter zu legen.“
Die Wahl fiel schließlich auf
Wanda (Bild), die das neue Betty
Barclay-Gesicht für die Herbst- und
Winterkampagne 2008 werden soll.
In den Geschäften ist die neue Kollektion ab Juli zu haben. Nach dem
für Wanda erfolgreichen Casting
ging es ans Shooting. In insgesamt
zehn Outfits trat die 23-jährige
Hamburgerin vor die Kamera. Hinzukamen Aufnahmen mit Produkten
wie Taschen, Schuhe, Brillen, Uhren oder Schmuck, die ebenfalls
zum Betty Barclay-Portfolio gehören. Außerdem standen noch Fotos
von Dessous sowie Tag- und
Nachtwäsche auf dem Programm.
Viel Arbeit für das Nachwuchsmodell: Insgesamt kam Wanda so auf
14 Aufnahmen mit jeweils 10 bis 15
unterschiedlichen Einstellungen.
Marketingleiter Maier will die Entwicklung des neuen Betty BarclayGesichtes „die nächste Zeit sicherlich sehr interessiert verfolgen und
wer weiß, vielleicht sogar begleiten“.
Die Unternehmensgruppe Betty
Barclay machte im letzten berichteten Geschäftsjahr einen Umsatz
von 250 Millionen Euro. Auf den Gehaltslisten stehen derzeit 900 Mitarbeiter, davon 500 am Firmensitz in
Wiesloch. Das Unternehmen ist mit
mehr als 3000 Fachhändlern in über
60 Ländern vertreten. Der Exportanteil liegt bei fast 50 Prozent.
Matthias Schmitt
25
Berufsakademien stark nachgefragt
STUTTGART. Das Statistische
Landesamt berichtet, dass erstmals
seit acht Jahren die Zahl der Studenten in Baden-Württemberg
gesunken ist. Zum letzten Wintersemester waren 231 500 Studierende an einer der 70 Hochschulen
im Land eingeschrieben. Das sind
fünf Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Zahl der Studierenden an den
acht Berufsakademien nahm um
8,4 Prozent auf 21 000 Personen zu.
Preisanstieg bereitet Sorgen
PFALZ. Die IHK Pfalz hat in einer
Internet-Umfrage Betriebe nach
den Auswirkungen der gestiegenen
Preise für Energie und Rohstoffe
befragt. 70 Prozent der antwortenden Unternehmen gaben an,
dass die hohen Preise die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Betriebe
gefährde. Dagegen spiele die Höhe
der Energie- und Rohstoffkosten nur
bei 15 Prozent der Firmen eine
untergeordnete Rolle. Die restlichen 15 Prozent könnten die Auswirkungen auf ihre Betriebe noch
nicht abschätzen, so das UmfrageErgebnis.
Neuer „Showroom“
BERGSTRAßE. Die Wirt-
KSB
Wasserwirtschaft ist Wachstumstreiber
FRANKENTHAL. KSB hat für
das vergangene Geschäftsjahr erneut ein Rekordergebnis präsentiert: Das Konzernergebnis vor
Steuern kletterte um über 40 Prozent auf fast 130 Millionen Euro. Zu
dieser guten Entwicklung haben
zweistellige Zuwachsraten im Auftragseingang (+12,9 %) und Umsatz
(+10,2 %) beigetragen. Im Konzern
erreichte der Pumpen- und Amaturenhersteller eine Umsatzrendite
von 7,3 Prozent und liegt damit nahe an der für 2010 angepeilten Marge von acht Prozent. Von den weltweit über 500 neue geschaffenen
Arbeitsplätzen entfielen fast die
Hälfte auf Deutschland.
Deutsche Produktionsstandorte
sind neben Frankenthal Halle (Saale) und Pegnitz. Dort investiert das
Unternehmen zur „Zukunftssicherung“ in neue Produktionshallen
rund 70 Millionen Euro. Auch in Indien will KSB in diesem und in den
beiden kommenden Jahren Kapazitätserweiterungen vornehmen. Insgesamt beschäftigt KSB fast
14 000 Personen, davon 360 in vier
neu konsolidierten Gesellschaften.
Da auch das deutsche Mutterunternehmen KSB AG sein Ergebnis
auf 21,8 Millionen Euro gesteigert
hat, ist eine spürbare Dividendenerhöhung auf 9 Euro je Stammaktie
und 9,26 Euro je Vorzugsaktie vorgesehen.
Im laufenden Jahr wollen die
Frankenthaler den Konzernumsatz
weiter erhöhen. Auch das Ergebnis
vor Steuern werde man im Konzern
nochmals steigern können, so der
KSB-Vorstandssprecher Dr. Wolfgang Schmitt. Zudem stellte er eine
Verbesserung der Umsatzrendite in
Aussicht.
Die Zahlen für das erste Quartal
lassen diese Prognose realistisch
erscheinen: Der Auftragseingang
ist um fast vier Prozent auf 578 Millionen Euro und die Umsatzerlöse
um 5,5 Prozent auf 434 Millionen
Euro gestiegen. Besonders erfolgreich entwickelte sich der Bereich
Wasserwirtschaft.
Matthias Schmitt
2007 in Zahlen
Umsatz: 1770,9 Mio. €
EBIT: 137, 1 Mio. €
Jahresüberschuss: 89,9 Mio. €
Cashflow: 138,5 Mio. €
schaftsregion Bergstraße/Wirtschaftsförderung Bergstraße
GmbH hat nach ihrem Umzug von
Bensheim in die Heppenheimer
Wilhelmstraße ihre neuen Räume
eingeweiht. Unter anderem wurde
ein Besprechungsraum eingerichtet, den die GmbH ihren 22 Gesellschaftern als „Showroom“ zur
Verfügung stellt.
Bilfinger Berger-Tochter verdächtigt
MANNHEIM. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt
gegen die nigerianische Bilfinger
Berger-Tochter Julius Berger. Das
Unternehmen wird verdächtigt, in
den 90er Jahren beim Bau einer
Flüssiggasanlage in Nigeria
Schmiergeld gezahlt zu haben.
Empfänger des Gelds soll die
Regierungspartei „Peoples
Democrativ Party“ gewesen sein.
Zum laufenden Verfahren will sich
Bilfinger Berger nicht äußern.
6/2008
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6. Juni 2008
econo
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Banken
Der 36-jährige Jürgen Ding wird die
neue Mannheimer Filiale der Svenska
Handelsbanken leiten.
Bild: Rinderspacher
Junger
Schwede
Svenska Handelsbanken expandiert in Deutschland. Den Aufbau der Mannheimer Filiale betreut
Jürgen Ding. Keine einfache Aufgabe in einer Bank, die den Filialleiter alles entscheiden lässt
J
eder kennt die schwedischen
Unternehmen IKEA, Ericsson
oder H&M. Aber Svenska Handelsbanken? Das soll sich ändern –
zumindest, wenn es nach dem Willen der schwedischen Universalbank geht. Bereits seit letztem Jahr
ist Handelsbanken mit Filialen in
München und Stuttgart präsent; Anfang 2008 folgte Düsseldorf. Zum
1. Juli nimmt eine weitere Filiale in
Mannheim ihre Tätigkeit auf. Zwar
gibt es schon seit über drei Jahrzehnten Niederlassungen in Frankfurt und Hamburg. Diese waren bis
zu einem Strategiewechsel 2007
aber nur Ansprechpartner für Unternehmen, die aus Skandinavien kommen, für skandinavische Töchter
oder für Firmen mit starker Handelsverflechtung im skandinavischen Raum.
Leiter der neuen Mannheimer Filiale wird Jürgen Ding. Der 36-Jährige ist zum 1. April von der Volksbank Rhein-Neckar zu Handelsbanken gewechselt und baut die Filiale
derzeit aufbaut. Ding musste sich
nach dem ersten Anruf des Headhunters schlau machen, was sich
econo
6/2008
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6. Juni 2008
hinter Svenska Handelsbanken verbirgt. Denn auch als Banker war
ihm nicht mehr als der Name geläufig. Das hat sich rasch geändert. Zuerst musste Ding dabei lernen, dass
in einem schwedischen Unternehmen lockere Umgangsformen herrschen. „Meinem künftigen Chef ist
schon im Vorstellungsgespräch ein
paar mal das Du rausgerutscht.“
Vier intensive Gespräche mit Handelsbanken, das letzte direkt mit
dem Vorstand in Stockholm, haben
Ding schließlich überzeugt: „Das
Konzept, der so genannte „Handelsbanken Way“, ist einmalig in der
Branche. Hier kann ich als Filialleiter so selbstständig arbeiten wie ein
Unternehmer – und das im warmen
Nest einer erfolgreichen Bank.“
„Handelsbanken Way“ meint: Organisation und Prozesse bei Handelsbanken sind stark dezentralisiert. Jede Filiale ist als Profit Center aufgestellt. Alle Entscheidungen fallen in
der Filiale. Stabsstellen oder Konzernbereiche sind auf ein Minimum
von sechs Einheiten reduziert. Eine
zentrale Marketingabteilung oder
einheitliche
Produktkampagnen
sucht man bei Handelsbanken vergeblich. Über Produktauswahl und
-gestaltung sowie die dazu passende
Werbung entscheidet alleine der jeweilige Filialleiter. Es gibt daher
auch nur drei Hierarchieebenen.
Über den einzelnen Filialen stehen
so genannten Regionalbanken, im
Falle der deutschen Filialen derzeit
noch Handelsbanken International.
Eine eigene deutsche Regionalbank
folgt erst, wenn das Filialnetz eine
bestimmte Größe erreicht hat. Die
einzelnen Regionalbankverantwortlichen sind in Personalunion Mitglieder des Bankvorstandes. „Diese
schlanke Struktur bedeutet Kundennähe und bringt deutliche Kostenvorteile“, sagt Ding.
Die Schweden zählen international zu den Banken mit dem besten
Verhältnis von Aufwand zu Ertrag.
Dieses Verhältnis wird mit der so genannten „cost-income-ratio“ gemessen, für die der Aufwand eines Geschäftsjahres durch die Erträge in
dieser Zeit geteilt werden. Je kleiner
der resultierende Prozentwert ausfällt, desto effizienter arbeitet eine
Bank. Die cost-income-ratio bei
Handelsbanken lag im letzten Jahr
bei 46 Prozent. Zum Vergleich: Die
skandinavischen Wettbewerber kamen auf Werte zwischen 51 und
58 Prozent (siehe Grafik). Bei den
deutschen Banken lag dieser Wert
Banken
im Durchschnitt bei rund 65 Prozent. Die Subprime-Krise ist aber
auch an Handelsbanken nicht spurlos vorübergegangen. Im ersten
Quartal musste die Bank bei einem
Ergebnis von 290 Millionen Euro
Kredite in Höhe von 11,5 Millionen
abschreiben.
Durch die kosteneffiziente und
schlanke Organisation hat der neueste deutsche Handelsbanken-Mitarbeiter derzeit jede Menge zu tun:
Ding muss Büroräume aussuchen
und anmieten, Mitarbeiter finden
oder den Business Plan erstellen.
Das Prinzip „Die Niederlassung ist
die Bank“ bedeutet in der Startphase viel Arbeit. Bei der Auswahl der
Büroräume hat der ehemalige Firmenkundenbetreuer nicht gespart.
Die neue Geschäftsstelle befindet
sich im fünften und sechsten Stock
eines repräsentativen Hauses am
Friedrichsplatz – Blick auf den Wasserturm inklusive. Auf den über
200 Quadratmetern sollen in einem
ersten Schritt insgesamt vier Firmenkundenbetreuer arbeiten.
Die Suche braucht ihre Zeit, da
der „Handelsbanken Way“ auch bedeutet, dass die Berater unternehmerisches Denken mitbringen und
auf Provisionen verzichten müssen.
„Wir sind an langfristigen und guten
Kundenbeziehungen interessiert.
Da stören provisionsgetriebene Verkäufer“, erläutert Jürgen Ding. Die
Planung ist anders als bei den meisten Banken nicht an festen Volumen- oder Mengenvorgaben orientiert. Das Ziel ist vielmehr relativ definiert: Handelsbanken will eine Eigenkapitalrendite erwirtschaften,
die über dem Durchschnitt der
Wettbewerber liegt. Das gelingt der
Bank seit nunmehr 34 Jahren in Folge. Niels Pflägling und Professor Dr.
Franz Rösli bescheinigen der Bank
in einem Beitrag für das Journal of
Performance Management eine „außergewöhnliche
Leistungsfähigkeit“. Die beiden Direktoren des internationalen Netzwerkes „Beyond
Budgeting“ beschäftigen sich mit
Unternehmen, die wie Handelsbanken ohne starre Managementpro-
zesse und Budgets auskommen.
Auch bei der Kundenzufriedenheit
schneidet Handelsbanken bei skandinavischen Indizes besser ab als die
Wettbewerber. Zur Entscheidung
für Mannheim als neuen Filialstandort erklärt Holger Namér, Deutschlandchef von Handelsbanken: „Im
Kern der Metropolregion Rhein-Neckar sind wir ganz nahe bei über
27
STICHWORT
Svenska Handelsbanken
Die Svenska Handelsbanken mit Sitz in Stockholm ist mit über 600 Filialen die größte Bank Schwedens und drittgrößte in Skandinavien. Außerhalb Skandinaviens wächst die Bank seit einigen Jahren stark in
Großbritannien. Jetzt will das Institut auch in Deutschland und Polen
expandieren. Die 1871 gegründete Universalbank stand Anfang der
1970er Jahre vor einer schweren Krise. In der Folge kam es zu einem
radikalen Bruch in Führung und Organisation: Die Bank verschrieb
sich dem „beyond-budgeting-Prinzip“ und steuert seitdem ihre Aktivitäten anhand relativer Ziele – ohne fixe Jahresbudgets und -vorgaben.
Außerdem wurde die Organisation strikt dezentralisiert. Kunden-, Risiko-, Markt- und Kostenverantwortung liegen beim Filialleiter.
100 000 potentiellen Firmenkunden und sehen diese Niederlassung
auch als Ausgangspunkt für die weitere Expansion in Baden und Rheinland-Pfalz.“ Die deutschen Handelsbanken-Filialen beschränken sich
derzeit – anders als die Filialen im
skandinavischen Raum – ausschließlich auf Firmenkunden. Professor Dr. Wolfgang Gerke erklärte
auf Anfrage: „Ausländischen Banken gelingt es immer wieder, in
Deutschland Fuß zu fassen. Denken
sie beispielsweise an IngDiBa.“ Der
Präsident des Bayerischen Finanz
Zentrums hält die Beschränkung auf
Firmenkunden für sinnvoll: „Im Retailgeschäft sind die Fixkosten viel
zu hoch.“
Firmenkunden erhalten bei Handelsbanken die klassischen Dienstleistungen im Bereich Zahlungsverkehr, Geldanlage sowie Devisenund Derivatgeschäfte. „Unser Kerngeschäft sind aber Kredite. Volumen
und Branchen spielen dabei keine
Rolle“, betont Jürgen Ding. Im Be-
reich Zahlungsverkehr bietet Handelsbanken auch Cash Pooling an,
also die tägliche Bündelung verschiedener Unternehmenskonten
zu einem einzigen Soll- oder Habensaldo. Dieses Verfahren erleichtert
die Liquiditätsplanung und bietet
Zinsvorteile. Bei Firmen mit Konten
in Skandinavien können diese in
den täglichen Abgleich einbezogen
werden. Jürgen Ding ist zuversichtlich, dass die Mannheimer Filiale
mittelfristig profitabel arbeiten wird.
Ein konkretes Datum für den Breakeven will er nicht nennen. Nur so
viel: „Die Zeit bis dahin ist nach
meinem Dafürhalten sehr großzügig
bemessen.“ Angesprochen auf seine
Vorstellung der Mannheimer Filiale
in zehn Jahren, muss er nicht lange
überlegen: „Kein Unternehmer hat
dann noch ein Fragezeichen
auf der Stirn, wenn er den
Namen Handelsbanken
hört.“ Matthias Schmitt
BILANZ
Quelle: Svenska Handelsbanken
Svenska Handelsbanken 2007
Operativer Gewinn:
14,8 Mrd. SEK (rd. 1,6 Mrd. ¤)
Dividende je Aktie (ohne Sonderdividende):
8,50 SEK (rd. 0,91 €)
4,7%
Dividendenrendite:
Eigenkapitalrendite nach Steuern:
23,3 %
Mitarbeiter:
10 500
Filialen:
660 in 22 Ländern
6/2008
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6. Juni 2008
econo
28
Hockenheimring
INTERVIEW VOR DEM F1-RENNEN AM 20. JULI
„Alleine können wir
das nicht schultern“
Hockenheim-Ring-Geschäftsführer Dr. Karl-Josef Schmidt spricht vor dem
Grand-Prix über seine Arbeit und die Zukunft der Formel 1 in Deutschland
Herr Dr. Schmidt, die Formel 1
kehrt nach zwei Jahren Pause auf
den Hockenheimring zurück. Wie
bewerten Sie, dass es jährlich nur
noch einen Grand-Prix in
Deutschland gibt?
➤ Dr. Karl-Josef Schmidt: Da wir
in diesem Jahr nicht in Konkurrenz
zum Nürburgring stehen, sind die
Möglichkeiten sicherlich höher, das
Zuschauerpotenzial auszuschöpfen.
Finanziell gesehen war die Formel 1 zuletzt ein Minusgeschäft.
2006 standen am Ende drei Millionen Euro Verlust . . .
➤ Schmidt: Wir kaufen uns die
Formel 1 von der FOA (Formula
One Administration, Anm. d. Red.)
für eine gewisse Summe ein. Unsere
einzige Erlösquelle besteht im Verkauf von Tickets und einer bestimmten Anzahl von Logen. Und
da der Zuschauerzuspruch in den
vergangenen Jahren deutlich abnahm, haben wir diese Probleme
bekommen.
Wie viele Tickets müssen verkauft
werden, um zumindest eine
schwarze Null zu schreiben?
➤ Schmidt: Der Break-Even-Point
liegt ungefähr bei 85 000. Genau ist
das nicht zu beziffern, da es schließlich auch eine Frage ist, welche Karten zu welchen Preisen verkauft
werden. Es sieht momentan aber
gut aus, dass wir die erhofften
85 000 Karten verkaufen. Über
60 000 sind bereits weg, die VIP-Packages komplett verkauft. Wir hoffen, dass vor allem auch die Menschen und Unternehmen unserer
Region des Rhein-Neckar-Raums die
Formel 1 als das wahrnehmen und
econo
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6. Juni 2008
würdigen, was sie ist, nämlich unser
aller Top-Sportereignis dieses Jahres.
Erfahrungsgemäß entscheiden sich
viele Leute aber erst kurzfristig, ob
sie kommen. Der Mainstream entscheidet dabei nach der aktuellen
Lage. Da gibt es viele Fragestellungen, die das beeinflussen, beispielsweise wie aufregend die Saison ist
oder wie stark die deutschen Fahrer
sind. Wenn der Local Hero Sebastian Vettel nach vorne fährt, oder
Nick Heidfeld im Vorfeld ein Rennen gewinnt, dann nehmen das
auch die Zuschauer wahr, und es
schlägt sich im Verkauf nieder.
Die Formel 1 ist wichtig für das
Image des Hockenheimrings.
Gleichzeitig steigen die Lizenzgebühren. Gibt es einen Punkt, an
dem Sie sagen: „Jetzt ist das Ende
erreicht, wir machen das nicht
mehr mit“?
Dr. Karl-Josef Schmidt.
Bild: Hockenheim-Ring GmbH
➤ Schmidt: Eine Formel-1-Strecke
zu sein ist vergleichbar mit dem
Heiligen Rasen von Wimbledon.
Das hat einen Nimbus. Als Formel1-Austragungsstätte ist man viel
„Alleine können wir das
nicht schultern“
häufiger in den Medien, was sicherlich auch einen gewissen Geldwert
hat. Anderseits hat es auch Grenzen. Unser Vertrag läuft bis 2010.
2009 werden wir mit den Verhandlungen beginnen. Um die Formel 1
weiter in Deutschland zu erhalten,
benötigen wir die Unterstützung
von allen Seiten. Von den deutschen
Teams, den Herstellern, Sponsoren
und der Landesregierung. Zu den
aktuellen Konditionen geht es künftig einfach nicht mehr. Alleine können wir das nicht schultern. Ich sage auch ganz klar, dass die Gefahr,
nach 2011 keine Formel 1 in
Deutschland zu haben, nicht nur
theoretischer Natur ist.
Könnten Sie sich wirklich die
größte Rennserie der Welt ohne
das Mutterland der Autos, dafür
aber in der Wüste, vorstellen?
➤ Schmidt: Eine Formel 1 nur
noch in der Wüste hat erhebliche
Nachteile, was den Werbeeffekt angeht. Das weiß auch die FOA mit
Bernie Ecclestone an der Spitze. Ich
denke, dass die ebenfalls Interesse
hat, dass es weiterhin Rennen in
Deutschland gibt.
2007 hat die Formel 1 in Hockenheim pausiert. War es bitter, nur
in der Zuschauerrolle zu sein,
oder hat die Pause die finanzielle
Situation der Hockenheim-Ring
GmbH entlastet?
➤ Schmidt: Der Nimbus, eine Formel-1-Strecke zu sein, ist nicht abhängig davon, ob das Rennen jedes
Jahr hier stattfindet. Entscheidend
ist die Regelmäßigkeit. Die Austragung alle zwei Jahre ist okay. Unsere
Fixkosten sind allerdings zu einem
nicht unerheblichen Teil auf die Formel 1 ausgelegt. Werte wie Zinsen,
Abschreibungen,
Personalkosten
sind zu einem substanziellen Teil
mit der Formel 1 verknüpft und
müssen auch in einem Jahr ohne
Formel 1 weiter finanziert werden.
Und die Tilgungen der Kredite laufen ebenfalls weiter, für die die Liquidität erwirtschaftet werden
muss.
Ohne die Formel 1 macht der Hockenheimring Gewinne?
➤ Schmidt: Alle restlichen Geschäfte produzieren schwarze Zahlen. Der Gemeinkostenblock, wie
gesagt, bildet sich aber zu nennenswerten Teilen unmittelbar aus den
Formel-1-Kosten, die nur zu decken
sind, wenn die Formel 1 Gewinn
bringt.
Der Hockenheimring ist an über
330 Tagen im Jahr mit Veranstaltungen ausgelastet.
➤ Schmidt: Unser Gut ist die Strecke und die für die ihre Nutzung
verfügbare Zeit, bei der wir beispielsweise durch die Lärmemission
eingeschränkt sind. Wir haben den
Ausnutzungsgrad ausgereizt. Das
Einzige, was wir verbessern können, sind unsere Produkte, um einen höheren Umsatz zu erzielen.
Hockenheimring
29
Formel 1 auf der Couch
TV-Zuschauer ab 14 Jahren in Mio. л
2006
Sebastian Vettel als neues Zugpferd: Der Heppenheimer startet erstmals mit
einem F1-Boliden auf dem Hockenheimring. Bild: Getty Images/Toro Rosso
7,41
2007
5,83
Quelle
: AGF/G
Das heißt, dass wir Angebote, die einen höheren Deckungsbeitrag erzielen, intensivieren. Es ist ganz
wichtig, den Hockenheimring nicht
nur auf die Formel 1 zu reduzieren.
Wir haben neben dem eben angesprochenen Tagesgeschäft noch
Großveranstaltungen wie die Eröffnung und das Finale der Deutschen
Tourenwagen Masters, deren Start
Anfang April in über 50 Ländern
live übertragen wurde und bei der
wir zum Hauptrennen 52 000 Besucher hatten. Dazu kommen zum
Beispiel die Dragster Nitrolympx
mit 30 000 Zuschauern oder das
Jim-Clark-Revival mit 20 000 Zuschauern bei den Hauptrennen –
die Gesamtzuschauerzahlen dieser
Veranstaltungen sind weit höher.
Dazu kommen weitere Veranstaltungen wie beispielsweise der
BASF-Firmencup.
Welche Bedeutung hat die Hockenheim-Ring GmbH als Arbeitgeber für die Region?
➤ Schmidt: Wir haben insgesamt
65 Festangestellte. Dazu kommen
zu den Renntagen noch fallweise
viele Leute aus der Hockenheimer
Bevölkerung und deren Vereinen
hinzu, die dann beispielsweise als
Streckenposten, Parkwächter, in der
Würstchenbude oder als Ticketabreißer hier arbeiten. Die Verknüpfung mit der Stadt Hockenheim
wird da sehr deutlich.
2006 war der Hockenheimring
ständig in den Schlagzeilen. Die
Insolvenz drohte, der Ring stand
kurz vor dem Aus.
➤ Schmidt: Gründe waren die
enormen Finanzierungskosten für
die 70 Millionen Euro, die der Umbau in den Jahren 2002 bis 2004
verursachte hatten. Hinzu kamen
die steigenden Gebühren für die
Formel 1 und sinkenden Zuschauer-
gehen. Ein Problem war, dass ab
2005 immer wieder neue Kredite
bei unterschiedlichen Banken zu
unterschiedlichen Konditionen dazugekommen waren, die einen Flickenteppich hinterlassen und wie
eine Art Impfschutz nur eine gewisse Zeit gehalten haben. Diese wurden zusammengefasst und gestreckt. Damit wurde unsere Liquiditätsbelastung deutlich besser und
unser Geldabfluss dem Zufluss besser angepasst. Die Landesbank Baden-Württemberg war und ist hierfür ein sehr guter Partner. Dazu ha-
„Die neuen Kredite haben nur wie
eine Art Impfschutz gehalten“
zahlen. Damit entstand ein Squeeze.
Wie genau sind Sie mit diesem finanziellen Engpass umgegangen?
➤ Schmidt: Was wir gemacht haben, war relativ simpel. Wir haben
unsere Kredite, die auf eine kurze
Tilgung von acht Jahren ausgelegt
waren, in langfristige Kredite umgewandelt, die jetzt bis zum Jahr 2032
ben wir mit der Stadt Hockenheim
einen sehr umsichtigen und solidarischen Eigentümer der Hockenheimring-Firmengruppe.
Oberbürgermeister Dieter Gummer und der
Gemeinderat stehen, wenn es darauf ankommt, immer hinter dem
Ring.
Ist das Thema Insolvenz damit
endgültig vom Tisch?
FK Fern
sehfors
chung/S
port + M
arkt
➤ Schmidt: Natürlich haben wir
eine Planung gemacht und diese unseren Prognosen unterlegt. Wenn
der Geschäftsverlauf den Planungen
entspricht, und alles deutet darauf
hin, dann ist das Thema vom Tisch.
Sie sind im August 2006 zur Hockenheim-Ring GmbH gekommen, um den Finanzbereich zu
übernehmen. Seitdem hat sich
die Situation deutlich beruhigt.
➤ Schmidt: Es war unabhängig
von meiner Person wichtig, dass jemand von außerhalb dazukam, der
unvoreingenommen Entscheidungen treffen konnte. Man wollte jemanden mit Berufs- und Lebenserfahrung, die ich mit meinen damaligen 58 Jahren hatte und habe. Dazu
kommt mit Georg Seiler ein Geschäftsführerkollege, der über dreißig Jahre dabei ist und über alle Erfahrung und Netzwerke verfügt, um
den Strecken- und Veranstaltungsbetrieb am Laufen zu halten. Für
mich war der Einstieg sehr einfach,
jeder hieß mich willkommen und
ich wurde nicht misstrauisch beäugt. Das hat es psychologisch sehr
leicht gemacht.
̈̈
6/2008
•
6. Juni 2008
econo
30
Hockenheimring
̈̈ Für die Banken war es natürlich
auch positiv, die wollten einen Ansprechpartner, der Verantwortung
übernimmt. Man sagt, in der Wirtschaft laufe mindestens 50 Prozent
über Psychologie. Das zeigt auch
das Vertrauen der LBBW, das sie mit
dem langfristigen Kredit ausdrückt.
Zuvor waren Sie stellvertretender
Vorstandsvorsitzender und Vorstand für den Bereich Finanzen
der SRH Learnlife AG. Weshalb
sind Sie zum Hockenheimring gegangen?
➤ Schmidt: Viele haben mich gefragt, weshalb ich das mache. Für
mich war es der Reiz, diese Aufgabe
zu lösen. Ich habe mir vorher das
Umfeld angeschaut und dann ge-
dacht, dass ich jetzt den Sprung ins
Wasser machen muss. Richtig rational begründen kann ich es nicht.
Wie sehen Sie die Zukunft des
Hockenheimrings?
➤ Schmidt: Wir sind wieder stabil
aufgestellt. Es wird aber für den
Ring ganz entscheidend sein, nicht
zu einem Dinosaurier der Branche
zu werden. Wir wollen ein Kompetenzzentrum für Mobilität sein, wo
man auch was ausprobieren darf.
Wir haben eine hochmoderne Strecke und sind dabei, beispielsweise
eine Rennserie mit alternativen
Brennstoffen zu schaffen. Die Faszination Motorsport wird auch in
dreißig Jahren vorhanden sein.
Vielleicht in einer anderen Form,
aber definitiv wird es den Sport
noch geben. Das ist genauso sicher,
wie es im Jahr 2032 noch Fußball
gibt. Wir müssen aber immer in Bewegung bleiben und auch mal neue
Veranstaltungen entwickeln.
Gibt es konkrete Neuerungen?
➤ Schmidt: Im nächsten Jahr
kommt die Superleague Formula zu
uns, eine Verknüpfung von Fußball
und Rennsport. Hier branden Fußball-Klubs die Boliden. Teams wie
der AC Milan oder Borussia Dortmund sind beispielsweise mit dabei.
Wann haben Sie Ihre „Mission
Hockenheimring“ erfüllt?
➤ Schmidt: Mein primäres Ziel ist,
die Zukunft der Formel 1 am Hockenheimring zu sichern, dazu die
finanzielle Konsolidierung stabil zu
halten und die betriebswirtschaftlichen Instrumentarien zu verbessern. Dazu ist es ganz wichtig, ein
Arbeitsklima zu haben, in dem alle
wissen, dass sie wichtig sind und
gerne kommen.
Als Sie zum Hockenheimring kamen, haben Sie sich damit vielleicht auch einen kleinen Kindheitswunsch erfüllt?
➤ Schmidt: Ich war schon immer
sportaffin, aber zuvor hatte ich noch
nie ein Motorsportrennen live gesehen. Heute schaue ich aus meinem
Büro, habe einen perfekten Blick
auf die Rennstrecke und denke mir,
toll, dass ich hier arbeiten kann.
Ludwig Ricke
ZUR PERSON
Dr. Karl-Josef Schmidt
Die Zuschauerzahl spielt für den Veranstalter eine entscheidende Rolle. Sie ist die
einzige Einnahmequelle.
Bild: Hockenheim-Ring GmbH
Im Sommer 2006 wurde der damals 58-jährige Dr. Karl-Josef
Schmidt als Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH vorgestellt. Er leitet unter anderem den Finanz- und Marketingbereich der
Hockenheimring Firmengruppe, während Georg Seiler als Geschäftsführer für das Veranstaltungsprogramm und den Vertrieb der
Produkte zuständig ist. Volljurist Schmidt startete seine Karriere
1975 als Richter beim Landgericht in Frankfurt am Main. Weitere
Stationen als international tätiger Wirtschaftsjurist bei der Metallgesellschaft AG, Geschäftsführer eines Immobilienunternehmens
und als Vorstand des Brockhaus- und Dudenverlages mit Zuständigkeiten für Finanzen, Personal, Verwaltung, EDV, Marketing und Vertrieb folgten. Als letzte Station, bevor der zweifache Familienvater
nach Hockenheim kam, war er als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand für den Bereich Finanzen bei der Heidelberger SRH Learnlife AG beschäftigt.
lu
Geknechtete Herren des Rings
Rennstrecke und Formel 1 haben Hockenheim Ruhm gebracht – und Probleme
B
ernie Ecclesstone hat die Lizenz zum Gelddrucken zwar
nicht, doch als Strippenzieher
der Formel 1 verfügt er über eine
Melkmaschine, die ihresgleichen
sucht. Die Gemolkenen indes haben schwer zu kämpfen. Das Paradies, das den Ausrichtern versprochen wurde, entpuppte sich alles
andere als ein Land, in dem Milch
und Honig fließen. Für den Hockenheimring wurde es vielmehr ein
Kampf ums Überleben. 2006 stand
der Hockenheimring vor dem Aus.
Gründe waren: der teure Strecken-
econo
6/2008
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6. Juni 2008
umbau, der knapp 70 Millionen Euro verschlang, die sinkende Zuschauerzahl und die steigenden Lizenzgebühren. „Die Zeit war spannend und kräfteraubend“, erinnert
sich Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer zurück. Denn
seine Stadt ist eng mit dem Schicksal der weltberühmten Rennstrecke
verbunden. Sie ist selbst Eigentümer der Hockenheimring-Firmengruppe. Die drohende Insolvenz
wurde abgewendet. Ob die Formel 1 auch nach 2010 weiter in der
Großen Kreisstadt gastiert, ist frag-
lich. 2009 beginnen die Verhandlungen mit der Formula One Administration. „Mit den Veranstaltungen auf dem Hockenheimring außerhalb der Formel 1 werden
schwarze Zahlen geschrieben“, sagt
Gummer: „Ohne die Formel 1 hätten wir aber Nachteile bei der Preisbildung für die anderen Events.“
Und deshalb schauen die Verantwortlichen in diesem Jahr ganz genau hin und wägen ab, ob die Formel mehr Fluch oder Segen ist:
„Das wird sicher keine leichte Entscheidung. Wir müssen uns überle-
gen, ob wir uns diesen Imageträger
leisten können.“ 2006 resultierte
aus der Formel 1 ein Verlust von
drei Millionen Euro. Deshalb wurde
2008 vorsorglich in den Haushalt
ein Darlehen von einer Million Euro
zur Liquiditätssicherung der Hockenheim-Ring GmbH ausgewiesen: „Das ist für den Fall der Fälle.
Ich glaube aber nicht, dass wir das
Geld benötigen“, erklärt Gummer.
Das Zugpferd Formel 1 soll in Hockenheim gehalten werden, aber
nicht um jeden Preis – darüber sind
sich alle einig.
Ludwig Ricke
Hockenheimring
31
STIMMEN
Vorfreude im deutschen Lager
Ẅ
ẅ
Ẅ „Die Rennen dort sind immer etwas Besonderes, schon allein, weil
der Ring so etwas wie mein Heimspiel ist – nur etwa eine Stunde entfernt von Wersau. Trotzdem wird
dieses Jahr ein ganz besonderes
Rennen für mich, wenn ich dort
erstmals in der Formel 1 starte. Dabei hoffe ich natürlich auf große
Unterstützung der deutschen Fans,
denen ich hoffentlich einen Grund
zum Feiern bieten kann.“
Timo Glock, Toyota
ẅ „Der Hockenheimring ist eine
sehr schöne Strecke, früher bekannt für die ewig langen und extrem schnellen Geraden. Heute,
nach dem Umbau, ist es eine Strecke in der alles drinsteckt und die
Ẇ
ẇ
den Fahrern sehr viel abverlangt.
Ich kenne den Hockenheimring seit
2003, da ich damals mein erstes
Formelrennen in der Formel BMW
ADAC bestritten habe. Zudem freue
ich mich auf das Rennen in diesem
Jahr, da es das erste Mal ist, dass
ich mit einem Formel-1-Auto dort
fahren werde und da ich aus Heppenheim komme, was ja nur einen
Katzensprung entfernt ist.“
Sebastian Vettel, Toro Rosso
noch zwei Grand Prix in Deutschland hatten. Der aktuelle Hockenheimring ist nicht mehr so charakteristisch wie der alte mit den langen Waldgeraden, aber die neue
Variante hat viele Vorteile: Die Zuschauer sehen mehr, der Kurs ist
sicherer, und ausgangs der Parabolika kann man sehr gut überholen.“
Nick Heidfeld, BMW Sauber
Ẇ „Die Vorfreude auf das Heimrennen ist mächtig, vor allem, weil
ich dort so viele von meinen Fans
sehe. Es sind in den vergangenen
Jahren immer mehr geworden. Das
ist eine tolle Unterstützung. Insofern war es für mich super, als wir
ẇ „Hockenheim ist im Zuge der
Rotation mit dem Nürburgring wieder Austragungsort des Großen
Preises von Deutschland und 2008
gleichzeitig das einzige in unserer
Heimat ausgetragene Formel-1Rennen. Diesem Wochenende fie-
Bilder: Sutton Motorsport Images, BMW AG, Gepa Pictures, hochzwei,
Ẉ
bern wir entgegen. Dabei darf man
sich nicht aus der Konzentration
bringen lassen. Denn bei Heimrennen gibt es auch nicht mehr Punkte
als anderswo. Der Hockenheimring
hat durch den Wegfall der Waldgera-den etwas von seiner Faszination eingebüßt, aber die Stimmung
dort dürfte nach einem Jahr ohne
Formel 1 wieder hervorragend
sein.“
Dr. Mario Theissen,
Teamchef BMW Sauber
Ẉ „Der Hockenheimring ist eine
meiner Lieblingsstrecken. Man
spürt die lange Tradition, insbesondere wenn man in ein voll besetztes
Motodrom einbiegt.“
Adrian Sutil, Force India
Bilder: Gepa Pictures/Redbull, BMW AG, Sutton Motorsport Images, hoch-zwei
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6. Juni 2008
econo
32
Bauindustrie
Bilder: Fotolia/BilderBox, Bildmontage: impuls Verlags GmbH
Preise in Beton
Vor fünf Jahren flatterte HeidelbergCement ein Bußgeldbescheid des Bundeskartellamtes ins Haus:
Das Unternehmen sollte 251,5 Millionen Euro zahlen. Jetzt wurden auch privatrechtliche
Schadensersatzforderungen zugelassen. Das könnte noch teurer werden
D
ie sechs größten Zementhersteller Deutschlands sind
2003 im bislang größten Kartellverfahren der Bundesrepublik zu
660 Million Euro Bußgeld verurteilt
worden. Fünf Jahre später droht den
Unternehmen weiteres Ungemach.
Nun machen auch die Kunden ihre
Forderungen geltend, die durch das
Wirtschaftskartell Schaden erlitten
haben – ein Novum.
econo
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6. Juni 2008
Möglich wurde dies durch die
Abtretung der Forderungen an ein
Unternehmen, das nur zu diesem
Zweck gegründete wurde. Das
Oberlandesgericht Düsseldorf hat
jetzt diese Art von Sammel-Klage gegen Marktführer HeidelbergCement
und fünf weitere Zementhersteller
zugelassen. Ob die Schadensberechnung Fehler enthält und ob die Abtretungen wirksam sind, bleibt of-
fen. Das Landgericht Düsseldorf
muss nun über die Ansprüche an
sich und die Höhe der Regressansprüche gegen die beklagten Gesellschaften entscheiden.
Der Mann, der diesen ersten Sieg
erfochten hat und gegen die Zementbranche antreten will, sitzt in
Kaiserslautern, ist Rechtsanwalt
und als ehemaliger Referent im Bundeskartellamt Spezialist in Wettbe-
werbsfragen. „180 000 Rechnungen haben wir durchgesehen – und
wir können belegen, dass während
des Kartells von 1993 bis 2001 den
Kunden ein erheblicher Schaden
entstanden ist“, sagt Ulrich Classen.
Je nach Zementsorte habe der Preis
in dieser Zeit zwischen 61 und
69 Euro gelegen, nach Beendigung
des Kartells ab Januar 2003 seien
die Preise auf 43 bis 45 Euro gefal-
len. 36 mittelständische Kunden,
vor allem Transportbeton- und Betonwarenhersteller, haben ihre Forderungen für jeweils 100 Euro an
die belgische Gesellschaft Cartel Damage Claims (CDC) verkauft, deren
Mehrheitsgesellschafter Classen ist.
Dafür erhalten sie im Gegenzug bei
erfolgreicher Klage 75 bis 80 Prozent der Schadensersatzleistungen.
Mit dem Rest deckt die CDC, so
Classen, im Wesentlichen ihre Kosten für die Aufbereitung und Durchsetzung der Ansprüche.
Hersteller Readymix, der nach der
Übernahme durch den mexikanischen Konkurrenten Cemex im Jahr
2005 inzwischen unter Cemex
Deutschland firmiert. Readymix
hatte für das Kartellamt die Rolle
des Kronzeugen übernommen.
Doch die Entscheidung steht noch
aus. Der Start des größten Bußgeldverfahrens, das Deutschland je gesehen hat, war eigentlich schon für
voriges Jahr angepeilt, doch bis heute gibt es keinen Termin.
Auf 170 Millionen Euro beziffert
Classen die an die CDC abgetretenen „Basis“-Schadensersatzansprüche, ungeachtet der Verzinsung.
„Die liegt nach aktueller Rechtssprechung bei acht Prozent über
dem Basiszinssatz, und da landen
wir ganz schnell bei 350 Millionen
Euro.“ Entgangene Gewinnchancen
seien bei diesen Berechnungen
noch gar nicht berücksichtigt. Ohnehin glaubt der Jurist nicht, dass
mit der aktuellen Klage das Ende
der Fahnenstange ereicht ist: „Jetzt
melden sich natürlich täglich weitere Geschädigte, doch deren Ansprüche werden wir in einen eigenen
Prozess packen.“
Schonung für die
Kronzeugen
„Da landen wir schnell bei
350 Millionen Euro“
HeidelbergCement bleibt ebenso
wie den anderen Betroffenen, Cemex, Dyckerhoff, Holcim, Lafarge
und Schwenk, noch die rechtliche
Möglichkeit, eine NichzulassungsBeschwerde beim Bundesgerichtshof einzulegen. „Das wird noch geprüft,“ so die Sprecherin von HeidelbergCement. Generell sei die
Schadensersatzklage nicht begründet. Es habe keine überhöhten Preise gegeben.
Der Zementhersteller hält an seiner offiziellen Stellungnahme aus
dem Jahr 2003 fest, in der er zum
damaligen Bußgeldbescheid des
Bundeskartellamtes heißt: „Die Gesellschaft bestreitet den wesentlichen Teil der Vorwürfe sowie jeglichen Mehrerlös und wird umgehend Einspruch einlegen.“ Dies haben auch die anderen betroffenen
Unternehmen getan – insgesamt belaufen sich die verhängten Bußgelder auf 660 Millionen Euro. Eine
Ausnahme machte lediglich der
HeidelbergCement jedenfalls kennt
sich in der Materie aus. Schon vor
2003 geriet das Unternehmen drei
Mal ins Visier der Wettbewerbshüter. 1989 wurde es zu einer Kartellstrafe von 112 Millionen Mark verdonnert. 1994 verhängte die EU eine Strafe von 30 Millionen Mark,
die später auf sieben Millionen
Mark reduziert wurde, und 1999
waren die Heidelberger mit knapp
24 Millionen Mark dabei, als bei der
Transportbetontochter Vulkan ein
Bußgeldbescheid in der Post lag.
Das Projekt „Zementkartell“ ist
für Ulrich Classen im Übrigen nur
der Auftakt für eine – wie er vermutet – Vielzahl gleichartiger Verfahren. „Schäden aufgrund überhöhter
Preise in Höhe von bis zu 175 Milliarden Euro entstehen jedes Jahr europaweit durch Kartelle“, so Classen unter Berufung auf ein von der
EU-Kommission in Auftrag gegebenes offizielles Gutachten aus dem
Frühjahr dieses Jahres. „Und da
möchten wir aktiv werden.“ Eine
Regress-Klage gegen die Beteiligten
eines Wasserstoffperoxid-Kartells,
über die im Jahr 2006 von der EU
eine Strafe von 390 Millionen Euro
verhängt wurde, hat die CDC schon
in der Schublade. Und eine Idee,
wie sie an die nötigen Informationen kommt, hat Classen auch
schon. Die CDC mache vor diesem
Hintergrund einen Deal mit einzelnen Kartellmitgliedern. Das Geschäft heißt: „Wenn du auspackst
und uns hilfst, unsere Schadensersatzforderungen
durchzusetzen,
bleibst du bei unseren Ansprüchen
außen vor.“ Einfach, aber wirkungsvoll, wie Classen meint.
Ulla Cramer
36
Immobilien
Die Neckarufer in und rund um Heidelberg sind besonders beliebte Wohnlagen – was sich deutlich bei
den Immobilienpreisen niederschlägt.
Bild: Fotolia
Fluss statt Land
Beste Wohnlagen sind rar in der Metropolregion Rhein-Neckar. Entsprechend eng ist der Markt für
Spitzenimmobilien, entsprechend hoch die Preise: Bis zu 2,5 Millionen Euro werden für die
beliebtesten Objekte verlangt und gezahlt. Besonders begehrt sind Stadtteile an Rhein und Neckar
G
erne steht Serge Mallet am
Abend nach getaner Arbeit auf
dem Balkon seiner Eigentumswohnung auf der Ludwigshafener
Parkinsel. Dort genießt er den Blick
auf den Rhein und das Mannheimer
Schloss. „Für eine solche Aussicht
müsste ich in Paris drei Mal so viel
bezahlen“, schmunzelt der Franzose, der vor zehn Jahren aus der Stadt
an der Seine in die Pfalz zog, wo er
seitdem im Einkauf des Chemiekonzerns BASF arbeitet. Schon vor zwei
econo
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6. Juni 2008
Jahren hat er sich zum Kauf seiner
neuen Bleibe entschlossen, obwohl
die Wohnung damals erst auf dem
Reißbrett existierte. Und dass er vermutlich noch einige Jahre warten
muss, bis die laufende Erschließung
und Bebauung der Areale am Rhein
beendet ist, stört ihn nicht. Der Diplom-Kaufmann wird sich diese Zeit
mit Gedankenspielen darüber vertreiben, wie das ambitionierteste
Bauprojekt der Stadt Ludwigshafen
seit vielen Jahren das Rheinufer ver-
ändern wird. Sein schönster Traum:
Ein Boot vor seiner Haustür in der
geplanten Marina.
Als Stadt mit hoher Wohnqualität
galt Ludwigshafen bisher nicht. Die
Manager der BASF und der anderen
großen Unternehmen vor Ort zog es
meist in die schönen Weinstädtchen
der Vorderpfalz wie Neustadt an der
Weinstraße, Deidesheim oder Speyer. Doch Ludwigshafen hat ehrgeizige Pläne. Ein ganz neues Quartier
soll am Rhein entstehen: 700 Woh-
nungen in Stadthäusern und Stadtvillen am so genannten RheinuferSüd werden gerade gebaut. Ergänzend wurden auf der Parkinsel
26 Baugrundstücke erschlossen, die
ersten exklusiven Eigentumswohnungen sind bezugsfertig. Auch für
zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten
wird gesorgt: Die ECE-Gruppe errichtet neben dem vorhandenen
Einkaufszentrum Walzmühle die
Shopping-Mall
„Rhein-Galerie“.
Fraglich ist, ob sich die Immobilien-
Immobilien
Preise am Markt durchsetzen lassen. Diese sprengen den in Ludwigshafen üblichen Rahmen, wie eine Makler-Umfrage der Zeitschrift
„Capital“ ergab (Immobilienpreisspiegel für Mannheim, Heidelberg
und Ludwigshafen ab Seite 38). Bis
zu 3100 Euro je Quadratmeter kostet eine Wohnung am Rheinufer
Süd, bis zu 2700 Euro je Quadratmeter muss man auf der Parkinsel
einplanen. Solche Preise sind in
Ludwigshafen noch nicht gezahlt
worden. Doch sind die besten Lagen in Ludwigshafen damit immer
noch günstiger zu haben als die
rechtsrheinischen Alternativen.
Die „edelsten“ Wohnlagen in der
Metropolregion Rhein-Neckar finden sich zweifelsohne in Heidelberg. In der Universitätsstadt wird
in den angesagtesten Vierteln selten
über Preise diskutiert: Hier ist das
Angebot derartig begrenzt, dass Verkäufer fast jede Summe verlangen
können. Die Immobilien am Neuenheimer Hang mit seinem Ausblick
auf das gegenüberliegende Heidel-
berger Schloss sind fast unbezahlbar. Bis zu vier Millionen Euro kostet eine alte Villa mit rund 300 Quadratmeter Fläche. Selbst liquide Interessenten müssen sich in Geduld
üben und hoffen, dass solche Objekte überhaupt offen angeboten werden. Denn wenn eines dieser
Prachtstücke überhaupt zum Verkauf steht, geht es meist unter der
Hand weg. Günstiger sind Immobilien im flachen Teil Neuenheims.
Der Stadtteil zählt innerhalb der
„Capital“-Umfrage im bundesweiten Vergleich zu den so genannten
„Aufsteigervierteln“, das heißt zu
den Wohngebieten, in denen die
Experten für die kommenden zwölf
Monate den stärksten Wertzuwachs
erwarten.
Eine weitere Premiumlage: der
Schlossberg. Auch hier ist Tradition
angesagt, die prachtvollen Häuser
werden von Generation zu Generation weiter vererbt. Unter einer Million Euro ist hier nicht viel zu machen – dafür ist die Adresse fast„königlich.“
Bodenständiger ist die Weststadt.
Der Immobilienmarkt konzentriert
sich hier weitgehend auf Eigentumswohnungen mit historischem
Ambiente. Sie sind für Quadratmeterpreise zwischen 2300 und
3700 Euro je Quadratmeter zu bekommen. Ein Viertel mit Anspruch
und Flair, mit vielen Läden und Restaurants, in dem neben höheren Beamten und leitenden Angestellten
viele Freiberufler wohnen.
Gute Objekte in
bester Lage sind rar
Auch in Mannheim sind gute Objekte in bester Lage rar. Die Wohnlage Nummer eins ist die Oststadt.
Prächtige Anwesen aus der Gründerzeit, viel Grün und ganz stadtnah: Das Kongresszentrum Rosengarten, die Kunsthalle, das Planetarium und das Landesmuseum für
Technik – alles um die Ecke. Wer
hier eine passende Immobilie findet,
sollte sich darüber freuen wie über
einen Sechser im Lotto. Es kommen
37
nur wenige Objekte auf den Markt
und wenn, dann kosten sie bis zu
2,5 Millionen Euro. Und die Preise
klettern.
Eine Alternative sind die beiden
südlich des Bahnhofs gelegenen
Stadtteile Lindenhof und Niederfeld. Das Stephanienufer, die Waldparkstraße und die Schwarzwaldstraße sind Top-Lagen mit Preisen
für Einfamilienhäuser von bis zu
zwei Millionen Euro. Hier zählen
die Nähe zum Rhein und das Naturschutzgebiet Reißinsel zu den Pluspunkten. Zu den begrenzten Spitzenlagen in Mannheim gehört auch
Neuostheim – und dort vor allem
das Viertel nördlich der Dürerstraße. Auch hier wertet ein Fluss die
Wohnlage auf – in diesem Fall ist es
der Neckar. Die Preise für ein Einfamilienhaus erreichen hier bis zu
zwei Millionen Euro. Eigentumswohnungen sind jedoch deutlich
günstiger als auf dem Lindenhof
oder in der Oststadt. Spitzenpreise
liegen hier bei 3200 Euro je Quadratmeter.
Ulla Cramer
6/2008
•
6. Juni 2008
econo
38
Immobilien
Die Aufsteiger
Lage
Einfamilienhaus
Eigentumswohnung
Haus oder Wohnung
Neben den klassischen Spitzenlagen mit
einer langen Tradition sind es zunehmend
Szeneviertel, die als Wohnquartier
interessant werden. Sie bieten Spannung,
Abwechslung und Spaß
A
uf die Frage nach dem verrufensten Stadtteil Mannheims
gab es bis vor wenigen Jahren
eigentlich nur eine Antwort: der
Jungbusch am Hafen. Nach dem
Niedergang der Binnenschifffahrt in
den 1970er Jahren verlotterte der
einstmals stolze Stadtteil und verkam zum Rotlichtviertel. Im
19. Jahrhundert residierte hier die
vornehmste Schicht Mannheims:
Kapitäne, Reeder und Handelsleute.
Heute leben überwiegend einkommensschwache Familien im Jung-
Grafiken (Lagepläne): Capital 08/2008
Ludwigshafen
Lage
Einfamilienhaus
Kaufpreis
Eigentumswohnung
Kaufpreis pro qm
Haus oder Wohnung
Miete pro qm
Top
350.000 bis 500.000
1500 bis 3100
6,00 bis 9,50
Gut
300.000 bis 400.000
1300 bis 2500
5,00 bis 8,50
Mitte
200.000 bis 350.000
7000 bis 1000
4,50 bis 7,00
Einfach 140.000 bis 240.000
750 bis 1300
3,50 bis 6,00
econo
/2008
•
6. Juni 2008
Heidelberg
Lage
Einfamilienhaus
Kaufpreis
Eigentumswohnung
Kaufpreis pro qm
Haus oder Wohnung
Miete pro qm
Top
850.000 bis 2.500.000
3000 bis 4500
9,00 bis 16,00
Gut
500.000 bis 900.000
2300 bis 3700
8,00 bis 11,50
Mitte
350.000 bis 700.000
1900 bis 3200
7,00 bis 9,50
Einfach 300.000 bis 450.000
1300 bis 2000
4,00 bis 7,50
busch, fast 60 Prozent der Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Mit der Yavuz-Sultan-SelimMoschee steht hier eines der größten islamischen Gotteshäuser in
Deutschland. Doch der Charakter
des Viertels ändert sich. Seit einigen
Jahren versucht die Stadt, den Jungbusch mit baulichen und sozialen
Maßnahmen wieder aufzuwerten.
Unter anderem wurden die Popakademie Baden-Württemberg und das
Existenzgründungszentrum Musikpark Mannheim hier angesiedelt, in
dem sich auch einer der bekanntesten Mannheimer Bürger, der Sänger
Xavier Naidoo, engagiert. In der
fünften Etage des Musikparks bietet
das „Hafenstrand“ eine guten Blick
auf den Verbindungskanal, eine
breite Palette von Burgern und Salaten sowie Live-Musik. Naidoos
Mutter Eugene, die hier früher den
Kochlöffel schwang, hat sich allerdings zur Ruhe gesetzt. Trotzdem:
Bis der Wohnraum im Jungbusch
ein Renner ist, wird wohl noch einiges Wasser den Rhein hinunterfließen. Im Moment sind die Preise mit
vier bis sechs Euro je Quadratmeter
Miete und ab 800 Euro je Quadratmeter für eine Eigentumswohnung
noch konkurrenzlos günstig.
Popstar Naidoo ist auch im Ludwigshafener Hemshof kein Unbekannter. Dort gründete er mit seinen Freunden im Jahr 2001 ein Bistro mit dem Namen „Unser“ in der
Rohrlachstraße. Heute heißt das
Restaurant „Brasserie“. Hemshof ist
ein Spitzen-Ausgehviertel mit einer
breit gefächerten Gastronomie und
vielfältigen Kulturangeboten. Millionen Fördermittel sind in das Multi-Kulti-Quartier geflossen und haben den Stadtteil aufgewertet. Vor
allem Singles ziehen in die sanierten
Wohnungen und nutzen das abwechslungsreiche Umfeld – und die
noch sehr günstigen Preise. Schon
ab 750 Euro je Quadratmeter kann
man hier eine Eigentumswohnung
erwerben, gut ausgestattete Objekte
kosten allerdings auch schon bis
2200 Euro je Quadratmeter. Die
Mietkosten
liegen
zwischen
3,50 und 7 Euro je Quadratmeter.
Ulla Cramer
Nähere Informationen
Immobilien-Sonderheft der Zeitschrift „Capital“ mit einem Überblick über die Top-Lagen in 84
deutschen Städten und im Internet
unter www.immobilien-kompass.de
Immobilien
39
Mannheim
Lage
Einfamilienhaus
Kaufpreis
Eigentumswohnung
Kaufpreis pro qm
Haus oder Wohnung
Miete pro qm
Top
500.000 bis 2.500.000
2000 bis 4400
8,00 bis 15,00
Gut
350.000 bis 700.000
1500 bis 2800
6,00 bis 8,50
Mitte
250.000 bis 400.000
1200 bis 2400
5,00 bis 7,50
800 bis 1500
4,00 bis 6,00
Einfach 200.000 bis 300.000
Peter Schwalbach
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Jeannine Feuerabend
Jeanni
Andreas Rullmann
An
40
Handwerk
Asche zu Diamanten
Bestattungen auf See, im Wald oder als Edelstein: Immer weniger Menschen finden auf dem
Friedhof ihre letzte Ruhe. Ein Wettbewerb hat jetzt die innovativsten Bestatter ausgezeichnet
Z
wei Unternehmen der Region
haben erfolgreich am Qualifizierungswettbewerb „Bestatter 2008“ teilgenommen. Die Pietät
Hiebeler GmbH aus Heidelberg erhielt die Auszeichnung „Bestatter
2008“, das Erste Mannheimer Bestattungsinstitut Bühn das Prädikat
„Anerkennung als qualifizierter Bestatter in Baden-Württemberg“. Das
Land möchte mit diesem Wettbewerb Bestattungsbetriebe auszeichnen, „die neue Wege aufzeigen und
als Vorbild für andere Betriebe dienen“, so Staatssekretär Richard
Drautz bei der Preisverleihung Ende
April in Stuttgart. Hintergrund ist
die sich rasant verändernde Bestattungskultur. „Dies stellt die Betriebe
vor neue Herausforderungen“, erklärte Drautz.
Dagmar Lutz vom ausgezeichneten Bestattungsunternehmen Bühn
nennt die Trends: „Es gibt mehr und
mehr anonyme Bestattungen und
Feuerbestattungen.“ Die anonyme
Bestattung erspart den Angehörigen
zwar die spätere Grabpflege, allerdings fehle dann „Platz zum Trauern“, so Lutz. Gut angenommen bei
Bühn seien derzeit Baumgräber.
Hier wird eine Urne nahe einem
Baum beigesetzt. Die Grabplatte
liegt ebenerdig auf. Eine Grabpflege
ist so nicht nötig. Das Unternehmen
mit sechs kaufmännischen, vier gewerblich-technischen und drei frei-
en Mitarbeitern bietet neben dem
Bestattungsservice auch Beratung
und Begleitung. So initiiert das Unternehmen jedes Jahr eine Trauergruppe. An zehn Abenden können
sich Menschen, die Angehörige verloren haben, austauschen und unterstützen. Ein weiterer Trend: Immer mehr Menschen beschäftigen
sich mit ihrer eigenen Bestattung
und planen diese zu Lebzeiten.
Auch hier steht oft die Entlastung
der Angehörigen im Vordergrund,
auch vor dem finanziellen Aufwand. Die benötigten Mittel legt
das Unternehmen treuhänderisch
an.
Angehörige von Planung und
Kosten entlasten
Waldbestattung macht bei Hiebeler
bereits fünf bis zehn Prozent der Bestattungen aus. Wer es lieber feucht
statt schattig mag: Das Unternehmen hat auch Seebestattungen im
Angebot. Noch selten angefragt sind
so genannte Diamantbestattungen.
Dabei wird die Asche des Verstorbenen zu einem Diamanten gepresst.
„Aus fünf konkreten Anfragen hat
sich bisher ein Auftrag ergeben“,
sagt Hauser-Hiebeler.
Das Heidelberger Unternehmer
bekam 2006 für weitere fünf Jahre
das Fachzeichen des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V. für
fachliche Kompetenz verliehen.
Hiebeler ist außerdem Mitglied im
Netzwerk „Qualifizierter Bestat-
Manuela HauserHiebeler, Geschäftsführerin der Pietät Hiebeler GbmH, freut sich
über die Auszeichnung „Bestatter des Jahres“. Sie sieht
dadurch besonders die Preistransparenz ihres Unternehmens bestätigt.
So bietet Hiebeler eine eigene Informationsbroschüre an, die detailliert
die Kosten der einzelnen Leistungen vorstellt. Auch ein schriftlicher
Kostenvoranschlag lässt Kunden die
finanzielle Seite einer Bestattung
einfach planen. Die neue Form der
Grabsteine und Skulpturen verlieren an Reiz. Immer mehr
Menschen lassen sich ausgefallen oder anonym bestatten.
Bild: Fotolia, Montage: impuls Verlags GmbH
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
ter“. Darin haben sich bundesweit
Bestattungsunternehmer
zusammengeschlossen, die sich auf einheitliche Standards verpflichten und
diese durch regelmäßige Betriebsprüfungen kontrollieren. Auch eine
ISO 9001-Zertifizierung kann das
Unternehmen vorweisen. Hiebeler
beschäftigt am Stammhaus in Heidelberg und in den Filialen sieben
Mitarbeiter und einen Auszubildenden als Bestattungsfachkraft. In baden-württembergischen
Bestattungsunternehmen arbeiten laut
Statistischem
Landesamt
fast
900 sozialversicherungspflichtige
Beschäftigte. Die Branche macht einen jährlichen Umsatz von 130 Millionen Euro.
Matthias Schmitt
Einladung zur Vernissage
Function and Lifestyle meets Entertainment
Sehr geehrte Damen und Herren,
am Samstag, den 21. Juni 2008, findet im Foyer des IHK Haus der Wirtschaft
Karlsruhe eine Vernissage mit vielen Multimedia-Exponaten rund um Business, Lifestyle und Entertainment statt, zu der wir
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76133 Karlsruhe
Beginn: ab 9:30 Uhr
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76133 Karlsruhe
www. karymultimedia.de
42
Im Porträt
Roche-Chef Dr. Jürgen Schwiezer
fühlt sich in der Baseler RocheZentrale „pudelwohl“. Nicht zuletzt,
weil er mit dem Auto in nur zwei
Stunden in die Metropolregion
fahren kann.
Bild: Roche
INTERVIEW
„Das dauert alles zu lange“
Dr. Jürgen Schwiezer im Interview mit den Econo-Reakteuren Stefan Wagner und Matthias
Schmitt zu seinem Start in der Schweiz, dem Roche-Standort Mannheim und zur Metropolregion
Herr Dr. Schwiezer, Anfang 2008
haben Sie Mannheim Richtung
Basel verlassen. Wie gefällt Ihnen
Ihr neues Leben in der Schweiz?
➤ Dr. Jürgen Schwiezer: Es gefällt mir unheimlich gut. Basel ist
zwar etwas kleiner als Mannheim,
aber wunderschön. Von meinem
Büro habe ich eine schönen Blick
auf die Stadt.
Was ist anders als in Deutschland?
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
➤ Schwiezer: Die Schweizer haben schon einen eigenen Charakter
und sind sehr stolz auf ihr Land. Sie
sind sehr höflich und freundlich,
fast so wie in Norddeutschland (er
lacht). Wie jedes Land mit größeren
Nachbarn sind sie etwas misstrauisch. Hier direkt in der Grenzregion
sind sich Deutsche und Schweizer
aber ziemlich nah. Nehmen Sie nur
die vielen Schweizer, die zum Essen
oder Einkaufen nach Deutschland
fahren. Was mich auch erstaunt ist,
wie gut Schweizer über Deutschland Bescheid wissen. Andersrum
ist das oft nicht so. Schwierig ist es
im Übrigen, Schweizer kennen zu
lernen. Die sind ziemlich zugeknöpft. Ansonsten ist der Lebensstandard natürlich sehr hoch, dementsprechend hoch die Ansprüche.
Auf der anderen Seite ist mir aufgefallen, dass Schweizer Dinge länger
benutzen als wir. Zum Beispiel Stra-
ßenbahnen. Die sind alle älter als
bei uns, aber noch in sehr gutem
und gepflegtem Zustand. Hier wird
alles für Jahrzehnte gebaut.
War es hier ein Thema, dass ein
Deutscher in den Vorstand eines
Schweizer Konzerns aufrückt?
➤ Schwiezer: Ob das in der Presse
ein Thema war, weiß ich nicht. Prinzipiell würde ich sagen, dass das
noch ziemlich ungewöhnlich ist.
Im Porträt
Wenn Sie die Mentalitäten vergleichen: Sind Auseinandersetzungen wie bei Roche in Mannheim in der Schweiz auch denkbar?
➤ Schwiezer: Nein. Allerdings
muss man sagen, dass die Belegschaft wesentlich internationaler ist.
Gewerkschaften spielen außerdem
keine Rolle. Aber das ist keine Frage
der Mentalitäten.
Wie beurteilen Sie als Vorstandsmitglied eines Schweizer Unternehmens, dass die Schweiz kein
EU-Mitglied ist?
➤ Schwiezer: Das hat für die
Schweiz sicher einige Nachteile. Einige Dinge können sie nicht so einfach machen wie zwischen EU-Mitgliedsstaaten. Allerdings glaube ich,
dass sich die Schweiz mit Ihrem Status ganz gut eingerichtet hat. Von
daher sehe ich in der Summe keine
Nachteile. Die Schweizer Neutrali-
tät und gute Reputation haben auch
ihre Vorteile.
Wie gefallen Ihnen Ihre neue Aufgaben?
➤ Schwiezer: Es ist eigentlich alles
so gekommen, wie ich es mir vorgestellt habe. Von den Inhalten ist wenig neu. Dazu zählen beispielsweise
Gespräche mit Analysten und Vertretern der großen Fonds dieser
Welt. Das ist wahnsinnig spannend.
Die Arbeit ist natürlich eine andere
geworden. Ich muss nicht mehr so
viel operativ arbeiten wie früher,
sondern mehr strategisch. Ich habe
mit dem Standort Basel nichts zu
tun. Das betreut der Leiter der Pharmasparte. Geografisch hat sich der
Verantwortungsbereich insofern geändert, dass ich nun im Diagnostikbereich für die ganze Welt Verantwortung trage, vorher nur für Europa, den Nahen und Mittleren Osten
sowie Afrika und Lateinamerika. Ich
war bereits viermal in den USA und
werde ich den nächsten sechs Wochen noch dreimal dorthin fliegen.
Dazu müssen Sie wissen: 40 Prozent des Weltmarktpotenzials liegt
in den USA. Wir sind dort aber nicht
ganz so gut aufgestellt. In einem
Wort: Das Thema ist gleich geblieben, aber die Schwerpunkte haben
sich verändert.
Wie lange bleiben Sie Vorstand?
➤ Schwiezer: Das weiß ich nicht.
Wie Sie wissen, bin ich 63 Jahre. Irgendwann gibt es ein Ende.
Ihr Einsatz gegen die Gewerbesteuererhöhung in Mannheim hat
gezeigt, dass Sie als Unternehmer
vor der politischen Arena keine
Scheu zeigen. Wie sehen Sie das
Verhältnis zwischen Wirtschaft
und Politik?
➤ Schwiezer: Manager sollten
sich generell stärker in die Politik
einbringen. Da können beide Seiten
voneinander lernen. Bei meiner Tätigkeit für das Stadtmarketing habe
ich erfahren, wie die Stadtverwaltung arbeitet und habe dadurch einen viel besseren Zugang erhalten. .
Was macht für Sie ein guter Arbeitgeber aus?
➤ Schwiezer: Sie haben in den
letzten Tagen gesehen, dass am
Standort Mannheim Veränderungen
anstehen.
Sie meinen die Schließung der
Chemiesparte?
➤ Schwiezer: Genau. Die globalen
Märkte erfordern von den Unternehmen immer schnellere Reaktionen. Als Arbeitgeber müssen Sie
diese Entwicklung antizipieren und
43
ZUR PERSON
Dr. Jürgen Schwiezer
Nach seinem Chemiestudium in Hannover und Münster und der Promotion in Münster begann Dr. Jürgen Schwiezer 1976 bei Boehringer
in Mannheim. Bis Ende der 80er Jahre hatte er verschiedene Positionen im Verkauf und Marketing inne. 1994 trat er in die Geschäftsführung ein, ein Jahr später stand er an deren Spitze. 1998 – der Schweizer Konzern hatte Boehringer übernommen – wurde er Mitglied der
Geschäftsführung der Roche Deutschland Holding GmbH und übernahm die Gesamtleitung der deutschen Diagnostika-Aktivitäten. Im
Jahr 2000 rückte er an die Spitze der Geschäftsführung von Roche Diagnostics. Anfang 2008 ist Schwiezer in den Konzernvorstand bei Roche in Basel aufgerückt. Als Chief Executive Officer verantwortet er
weltweit das Diagnostika-Geschäft. Als Standort-Chef in Mannheim
prägte er aber auch die Regionalentwicklung: Er war wichtige Triebfeder beim Stadtmarketing Mannheim. Dieser Public-Privat-Partnership
von Unternehmen und Stadt stand er von 2001 bis 2007 als Aufsichtsratsvorsitzender vor. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender
des BioRegion Rhein-Neckar e.V.
die Mitarbeiter darauf vorbereiten.
Im Fall der Chemiesparte haben wir
erkannt, dass in zwei bis drei Jahren
kaum noch Arbeit vorhanden sein
wird. Wenn wir bis dahin warten,
stehen wir mit 300 bis 400 Leuten
da. Jetzt haben wir Aufbaumöglich-
zess, dass auf einmal der gesamte
Bereich geschlossen wird?
Schwiezer: Das ist so nicht ganz
richtig. Wir haben vor drei bis vier
Jahren gesagt, dass wir uns zur Restrukturierung einen FünfjahresPlan geben. Und dann gucken wir
„Sicherheit für den Arbeitsplatz – nicht
aber für eine bestimmte Tätigkeit“
keiten innerhalb des Konzerns und
des Standorts. Wir verlagern einen
Teil der Produktion aus den USA
nach Deutschland. Wir expandieren
in der Logistik. So können wir diese
notwendige Veränderung intern gut
lösen. Das halte ich für wichtig: Mitarbeiter müssen eine gewisse Sicherheit und Verlässlichkeit im Hinblick auf Ihren Arbeitsplatz im Unternehmen haben, das heißt aber
nicht im Hinblick auf eine bestimmte Tätigkeit. Wer früher in einem
Unternehmen als Facharbeiter angefangen hat, konnte 30 oder
40 Jahre bis zur Rente das Gleiche
machen. Das gibt es heute nicht
mehr. Was Mitarbeiter brauchen ist
Vertrauen in das Management, dass
dieses für Arbeitsplätze und anständige Bedingungen sorgt.
Nun befindet sich die Chemiesparte am Standort gerade in der
Umstrukturierung und Effizienzsteigerung. Wie erklären Sie den
Mitarbeitern in solch einem Pro-
wieder hin. Und dieses Wieder-hingucken stand jetzt an. Die Zahlen
sind eindeutig: Von 55 Produkten,
die wir damals erzeugt haben, werden heute nur noch 35 am Standort
produziert. Die Arbeit dort geht
schlichtweg aus. Ein Manager, der
das nicht erkennt und handelt, ist
fehl am Platze. Und jetzt kann man
reagieren. In drei Jahren nicht mehr.
Deshalb verstehe ich die Arbeitnehmervertreter nicht. Die wären in
drei Jahren ansonsten gekommen
und hätten gesagt: „Hey Manager,
warum habt Ihr das nicht vorausgesehen?“ Natürlich bedeutet das eine
gewisse Unsicherheit. Allerdings haben wir eine Arbeitsplatzgarantie
gegeben. Alle Mitarbeiter aus diesem Bereich werden übernommen.
Ist ein hoher Umschulungsaufwand erforderlich?
➤ Schwiezer: Nein, ich schätze,
dass wir für rund achtzig Prozent
ziemlich ähnliche Tätigkeiten im
Werk finden.
̈̈
6/2008
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6. Juni 2008
econo
44
Im Porträt
̈̈
Ihr letztes Jahr in Mannheim war
von harten Auseinandersetzungen um Kosteneinsparungen und
die Einführung der 40-StundenWoche geprägt. Der Betriebrat
hat Ihnen „Erpressung“ vorgeworfen. Sind Arbeitgeber in solchen Auseinandersetzungen im
Vorteil?
➤ Schwiezer: Eigentlich nicht.
Die ganzen Dinge wie die eben angesprochenen Standortverlagerungen aus den USA können wir wegen
der 40-Stunden-Woche und des vor
zwei Jahren gestarteten Programms
„Exzellenz in Prozessen“ machen.
Damit haben wir die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nicht nur gehalten sondern stark verbessert. Bei
der Verlagerung aus den USA waren
auch Singapur und Shanghai im Gespräch. Ohne die Anstrengungen
der letzten Jahre hätte Mannheim
in diesem Standortwettbewerb keine Chance gehabt. Leider brauchen
wir in Deutschland lange, um solche Entwicklungen nachzuvollziehen. Auch die Politik kommt da
nicht mit. Wir brauchen ein stärkeres Wirtschaftswachstum, um die
soziale Struktur einigermaßen zu erhalten. Unser Eins-Komma-EtwasWachstum reicht da nicht aus. Es ist
mir ein Rätsel, wie man nicht sehen
kann, dass alles getan werden muss,
um zu einem höheren Wirtschaftswachstum zu kommen. Das gilt
auch für uns als Unternehmen.
Wenn Sie unter einem bestimmten
Wachstum liegen, wird der geringe
Zuwachs durch Preissteigerungen
und Gehaltserhöhungen aufgefressen.
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
Die Diagnostik steht im Schatten
der Pharmasparte. Wird das so
bleiben?
Was halten Sie von der Mitbestimmung?
➤ Schwiezer: Noch vor einigen
Jahren habe ich mich dazu in Vorträgen sehr positiv geäußert. Ich
war der Meinung, dass die Mitbestimmung die gute Entwicklung
nach dem zweiten Weltkrieg erst
möglich gemacht hat. Leider kommen die Gewerkschaften mit den
Veränderungen in der Welt heute
nicht mehr mit. Da gibt es noch eine
Klassenkämpfermentalität wie zu
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Das ist absurd. Darunter leiden wir heute. Am Beispiel der Verhandlungen in Mannheim im letzten Jahr sehen Sie außerdem, dass
das alles zu lange dauert. Das Ergebnis von neun Monaten hätte man
auch in zwei haben können.
Wie sähe ein Manteltarifvertrag
für die Chemiebranche nach Ihren Vorstellungen aus?
➤ Schwiezer: Als Grundvoraussetzungen stünden dort vierzig Stunden drin. Der Grund ist, dass man
immer schauen muss, wie man im
Verhältnis zu den Marktteilnehmern aufgestellt ist. Zusätzlich würde ich eine Komponente einführen,
Das Verhältnis zwischen Management und Arbeitnehmervertretern gilt seit dem Konflikt als zerrüttet. Hat sich der Streit gelohnt?
➤ Schwiezer: Selbstverständlich.
Die Vierzig-Stundenwoche bedeutet
immerhin ein Plus von sieben Prozent Produktivitätsgewinn. Und
vierzig Stunden sind allemal zumutbar. Weltweit ist das sowieso die Regel. Gerade in Asien fragen die Menschen gar nicht danach: Sie haben
aufzuholen beim Lebensstandard.
Da wird in den nächsten Jahren
noch einiges auf uns zukommen.
Die Chinesen produzieren eben
nicht nur Schrottautos sondern
auch High-Tech zu einem Preis, der
einen angst und bange macht. Gera-
➤ Schwiezer: Es ist ein großer,
starker Wirtschaftsraum, der in großen Teilen gut entwickelt ist, aber
durch die neuen, vor allen Dingen
osteuropäischen Länder, genügend
Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
de China hat enorme ökonomische
Macht. Bei 1,3 Milliarden Euro Einwohnern gibt es dort heute schon
eine erstaunlich finanzstarke Mittelschicht. Außerdem kehren viele gut
ausgebildete Chinesen nach Hause
zurück. Es ist ein Irrtum zu glauben,
dass das auf uns keinen Einfluss hat.
40 Stunden Arbeitszeit hält Dr. Jürgen
Schwiezer für absolut notwendig . . .
. . . und zumutbar: „Sie wollen gar
nicht wissen, wie lange ich in der
Woche arbeite.“
Bilder: Roche
die die Größe der Unternehmen berücksichtigt. Den großen Chemieunternehmen geht es allen gut.
Die jetzige Tariferhöhung von fünf
Prozent trifft keine der großen Firmen. Bei den mittleren und kleinen
läuft es dagegen nicht so rund. Das
muss berücksichtigt werden.
Es wurde vermutet, Sie seien in
die damalige Auseinandersetzung
vom Vorstand in Basel gedrängt
worden.
➤ Schwiezer: Dieses ist eine absurde Vorstellung. Ich bin nicht gedrängt worden. Im Zweifel ist es ihnen sogar egal. Eine Investition ist
schnell an einen anderen Standort
vergeben. Das geht ganz einfach. Es
ist doch mein Ehrgeiz als General
Manager gewesen, meinen Standort
so aufzustellen, dass er Investitionen erhält und sich gut entwickelt.
Wenn Sie keine Investitionen mehr
erhalten, schlägt das im Zeitraum
von fünf Jahren auf den ganzen Bestand um. Die Kollegen an anderen
Standorten haben genau dasselbe
versucht. Durch „Exzellenz-in-Prozesse“ haben wir hundert Millionen
Euro eingespart. Außerdem haben
wir in Deutschland sehr gut qualifizierte Mitarbeiter und investieren in
Weiterbildung. Wenn die Kosten
und Qualifizierung stimmen, brauchen sich die deutschen Standorte
nicht zu verstecken. Beispielsweise
ist gerade im Vergleich zur USA auffallend, wie deutlich besser deutsche Mitarbeiter ausgebildet sind.
Was spricht noch für den Standort
Europa?
➤ Schwiezer: Der Pharmabereich
wird immer deutlich größer bleiben.
Das hängt einfach mit dem Potenzial auf dem Weltmarkt zusammenhangen. Hier gibt es ein Verhältnis
von ungefähr eins zu zehn. Dass die
Diagnostiksparte in diesem Jahr
deutlich stärker gewachsen ist, freut
mich natürlich. Die Entwicklung
geht dahin, dass beide Sparten immer stärker kooperieren, ohne dabei
ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
Durch eine gute Diagnostik können
wir unsere Medikamente immer
besser auf den Patienten ausrichten.
Der Einzelne profitiert durch viel
wirkungsvollere Medikamente und
weniger Nebenwirkungen. Für das
Gesundheitssystem bedeutet das
große Einsparungen. Unser großer
strategischer Vorteil ist gerade die
Nähe der beiden Sparten.
Roche will 2008 auf ein Ergebnis
wie im Vorjahr kommen. Bleibt es
dabei?
➤ Schwiezer: Daran hat sich
nichts verändert.
Roche ist abhängig von der nationalen Gesundheitspolitik, die den
Markt stark reguliert. Wie planen
Sie in solch einem Umfeld strategisch?
➤ Schwiezer: Es ist gut, dass es
nicht nur Deutschland gibt. Es ist
kein leichter Markt, da Sie nicht
verlässlich die nächsten fünf Jahre
planen können. Innovationen sind
leider in Deutschland nicht sehr
willkommen. Dies bedeutet Rückschritt. Andere Länder sehen dies
ganz anders. Auf der anderen Seite
wird die Bevölkerung immer älter
und jeder will natürlich gesund älter
werden. Dieses eröffnet weiterhin
grosse Chancen für die Gesundheitsindustrie, zu der wir gehören.
Die Ursache vieler Krankheiten ist
noch gar nicht erforscht. Es gibt weder Medikamente noch Diagnostika
dafür..
Was haben Sie Ihrem Nachfolger
an guten Ratschlägen gegeben?
➤ Schwiezer: Viele. Nein, jetzt im
Ernst: Das Wichtigste ist die Wett-
Im Porträt
bewerbsfähigkeit des Standorts zu
erhalten und weiter zu entwickeln.
Die Entwicklung im letzten Jahrzehnt war positiv: Eine Milliarde
Euro wurde investiert, tausend
neue Stellen wurden geschaffen.
Wo sehen Sie den Roche-Standort
Mannheim im Jahr 2020?
➤ Schwiezer: Das hängt davon ab,
wie sich die Wettbewerbsfähigkeit
entwickelt. Klar ist: Der asiatische
Raum unternimmt alle Anstrengungen, um im Wettbewerb mit Europa
zu bestehen. Die Asiaten verlieren
den Respekt vor Europa. Sehen Sie
die Auseinandersetzung mit dem
Betriebsrat: Durch so etwas verlieren wir fortwährend Zeit. Vielleicht
müssen wir erst noch richtig auf die
Nase fallen um zu erkennen, dass
Europa zu langsam geworden ist.
45
Fast wie in Mannheim: Auch an
seinem neuen Arbeitsplatz, der
Baseler Roche-Zentrale, hat Dr.
Jürgen Schwiezer den Rhein vor
der Tür.
Bild: Roche
IM BLICKPUNKT
„Die Region schaut nicht über den Tellerrand“
Dr. Schwiezer sagt der Metropolregion noch viel Entwicklungsarbeit voraus
Sie sind Mitte der siebziger Jahre
in die Region gekommen und haben hier über drei Jahrzehnte gearbeitet und gelebt. Wie schwer
ist Ihnen der Abschied gefallen?
➤ Schwiezer: Der Abschied ist mir
leichter gefallen als gedacht. Hätte
ich bis 2009 in Mannheim weitergemacht wie vorgesehen, wäre
dann der abrupte Abschied gekommen. So gehört Deutschland mit seinen Standorten immer noch zu meinen Aufgaben, auch wenn ich nicht
sehr häufig dort bin. Es kommt hinzu, dass Basel von Mannheim nicht
weit entfernt ist. In zwei Stunden
bin ich zu Hause.
Aus der Ferne betrachtet: Was
sind die Stärken und Schwächen
der Region?
➤ Schwiezer: Auch von meiner
neuen Sicht von außen haben sich
die Stärken nicht verändert. Nach
wie vor gibt es enorm viele Gesundheitsunternehmen und -organisationen, die die Region in Europa einmalig machen. Nur macht man
nach wie vor nicht genügend daraus. Ich verfolge die Entwicklung
noch und muss sagen: Man schaut
nicht über den Tellerrand. Das ist
schlecht für die Region. Daran hat
sich nichts geändert.
Wie bewerten Sie die Arbeit des
Verbandes, des Vereins und der
GmbH?
➤ Schwiezer: Ich möchte da allgemein bleiben: Das ganze Konstrukt
wird getragen von der Industrie.
Das hat keinen dauerhaften Wert.
In anderen Metropolregionen, denken Sie an Hamburg, ist das genau
umgekehrt. Da tut die Politik, speziell die Bundesländer, sehr viel.
Hier muss sich die Metropolregion
ändern. Auf Dauer wird die Industrie diese Leistung nicht erbringen.
Das ist nicht deren Aufgabe.
Aus dem Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar sind Sie
ausgeschieden. Warum?
➤ Schwiezer: Man wollte die Welt
neu erfinden. Ich arbeite aber ungern für den Papierkorb. Bei mir
müssen Entscheidungen schnell fallen. Meine Befürchtungen sehe ich
bestätigt: Beim Thema Lifescience
passiert nichts. Aus dem unglaublichen Potenzial mit vielen Universitäten und Forschungseinrichtungen
sowie kleinen und großen Unternehmen wird zu wenig gemacht.
Und das ist das eigentliche Asset der
Region.
Die Metropolregion wird aus dem
Süden stark umworben. Halten
Sie eine engere Kooperation mit
der Oberrhein-Region und Karlsruhe für sinnvoll?
➤ Schwiezer: Erstmal muss sich
die Metropolregion so aufstellen,
dass sie ein starker Partner werden
kann. Im Moment sehe ich das eher
nicht.
Sie haben sich maßgeblich im
Stadtmarketing für Mannheim engagiert. Wie bewerten Sie die sieben Jahre im Rückblick?
➤ Schwiezer: Das ist als Beteiligter schwierig festzustellen. Die Umfragen zu dem Thema fallen jedoch
eindeutig positiv aus: Die sieben
Jahre Arbeit tragen Früchte. Das
Image der Stadt hat sich verbessert.
Ich hätte nicht geglaubt, dass das innerhalb einer so kurzen Zeit geht.
Auch wenn man bedenkt, mit welchen Startschwierigkeiten wir zu
kämpfen hatten. Denken Sie nur an
die Diskussionen um das neue Logo. Ist ein eigenes Mannheimer
Stadtmarketing in Zeiten der Metropolregion noch notwendig?
➤ Schwiezer: Das sagt eigentlich
schon der Name: Metropolregion
besteht aus zwei Teilen, der Metropole Mannheim und der Region dazu. Es muss beides passieren: Mannheim muss weiter für sich werben
und das Image verbessern. Das Gleiche gilt für die Metropolregion.
Haben sich Ihre Erwartungen in
den neuen Oberbürgermeister
Dr. Kurz erfüllt?
➤ Schwiezer: Der Haushalt
scheint mittlerweile auf stabilen Füßen zu stehen. Das hat auch mit der
guten Entwicklung bei den Gewerbesteuereinnahmen zu tun, zu der
Roche nicht unerheblich beiträgt.
Dass der neue Oberbürgermeister
die Verwaltung verschlankt hat,
kann ich noch nicht wirklich erkennen. Die Einsparung eines Bürgermeisterpostens ist eher ein äußeres,
aber gutes Zeichen. Dass die Verwaltung als Ganzes schlagkräftiger
geworden ist, lässt sich kaum sagen.
Der Fall Vögele lässt eher auf das
Gegenteil schließen. Ich würde mir
wünschen, dass der Oberbürgermeister eine größere Rolle in der
Metropolregion spielt. Denn Mannheim ist nun mal die Metropole.
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6. Juni 2008
econo
46
Stimmen
࡯ „Ich habe die erste Ausgabe mit
Interesse gelesen. Econo kann dazu beitragen, die Standortvorteile
der Metropolregion Rhein-Neckar
noch besser bekannt zu machen
und den Medienstandort Mannheim zu stärken.“
࡯ „Nachrichten und Hintergrund-
࡯ „Als Heidelberger Familienun-
࡯ „Was die Metropolregion Rhein-
berichte aus dem Wirtschaftsleben
der Metropolregion mit besonderem Stellenwert für den Mittelstand: So steigert Econo die Attraktivität der Region für Investoren,
Fach- und Führungskräfte.“
ternehmen begrüßen wir regionales Engagement für die bedeutsame Metropolregion Rhein-Neckar.
Econo ergänzt mit Form und Inhalten optimal die bestehende Medienlandschaft.“
Neckar so erfolgreich macht, ist
der zukunftsfähige Branchenmix
der insgesamt über 130 000 Unternehmen. Für die Darstellung dieser
Vielfalt ist Econo eine hervorragende Plattform.“
Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister
der Stadt Mannheim
Stefan Dallinger, Direktor des
Verbands Region Rhein-Neckar
Dr. Andreas Dulger, Vorstandvorsitzender der ProMinent GmbH
Regina Pfriem, Geschäftsführerin
des Zukunft MRN e.V.
STIMMEN ZUR ERSTEN ECONO-AUSGABE
Wie hat Ihnen das erste Heft gefallen?
࡯ „Die Metropolregion ist eine dynamische Region, wichtig für Menschen und die Wirtschaft. Deshalb
freuen wir uns, wenn Unternehmen
und Initiativen, wohlgemerkt auf
beiden Rheinseiten, ins rechte
Licht gerückt werden.“
࡯ „Ich freue mich darüber, dass
࡯ „Ich habe mich über interessan-
Econo es sich als regionales Wirtschaftsmagazin auf die Fahnen geschrieben hat, den Menschen die
Vielfalt, Dynamik und Bedeutung
der Wirtschaft in der Region näher
zu bringen. Weiter viel Erfolg!“
te Hintergrundberichte, griffige Interviews und den informativen
Nachrichtenteil gefreut. Spannende Storys gibt es in unserer Region
zu genüge, sie müssen nur erzählt
werden.“
࡯ „So lebendig, informativ und unterhaltsam kann Wirtschaft sein!
So erfolgreich sind die Menschen
der Metropolregion Rhein-Neckar
zu Hause und auf den Weltmärkten! Herzlichen Glückwunsch zum
gelungenen Start!“
Willy Köhler, Vorstandsvorsitzender
der VR Bank Rhein-Neckar
Dr. Rüdiger Beyer, Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz
Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg
Prof. Franz J. Luzius, Hauptgeschäftsführer der IHK Rhein-Neckar
࡯ „Bereits die erste Rhein-Neckar
࡯ „Das Magazin stellt sich als
࡯ „Ich halte es für ein vielverspre-
࡯ „Nur wer gut informiert ist, kann
Ausgabe hat mich überzeugt. Die
Berichte sind vielseitig und umfassend. Die Aufmachung ist ansprechend. Alles in allem ist Econo ein
ausgezeichnetes Informationsmedium für die Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar.“
wertvolle und informative Ergänzung zur regionalen Tageszeitung
für die Wirtschaft in der Metropolregion dar. Die Eichbaum-Brauereien AG Mannheim gratuliert den
Machern von Econo zum gelungenen Start und wünscht viel Erfolg.“
chendes Konzept, der Wirtschaftskraft der Metropolregion auf die
Spur zu kommen. Gut gefallen hat
mir die konsequente regionale Ausrichtung des Magazins und die Präsentation von Köpfen und Projekten
in der Region.“
die richtigen Entscheidungen treffen. Mir gefällt, dass Econo Wirtschaftsnachrichten „von hier für
hier“ bietet. Dabei ist es mir wichtig, dass regionales Geschehen
auch unter globalen Gesichtspunkten beleuchtet wird.“
Matthias Wilkes, Landrat Kreis
Bergstraße
Achim Kalweit, Vorstand der
Eichbaum-Brauereien AG
Werner Schineller, Oberbürgermeister der Stadt Speyer
Prof. Claus E. Heinrich, Vorstandsmitglied der SAP AG
econo
6/2008
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6. Juni 2008
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Dudenstr. 12–26, 68167 Mannheim innerhalb von 2 Wochen schriftlich zu wiederrufen (Datum des
Poststempels). Das Jahresabo kann 6 Wochen zum Verpfl ichtungsende gekündigt werden.
Es gelten die AGB. Handelsregister Mannheim, HRB 704188
Telefon (für Rückfragen)
Handy (für Rückfragen)
E-Mail
Geb.-Datum
Datum/Unterschrift
WA080101
48
Menschen
Menschen des Monats
࡯ Anke König und Dr. Thomas Haber haben den diesjährigen KlausO.-Fleck-Preis erhalten. Die von der
IHK Rhein-Neckar verliehene Auszeichnung ehrt herausragende Absolventen der Universitäten Heidelberg und Mannheim. König erhielt
den Preis für ihre Diplomarbeit
„Fußballregion
Rhein-Neckar:
Neubau eines Bundesligastadions
und dessen Auswirkungen – eine
Standortbewertung“, Haber für seine Dissertation zum Thema „Resistenz gegenüber Innovationen“.
࡯ Zu Deutschlands bestem Chef
unter den 30 Dax-Unternehmensführern ist jetzt Jürgen Hambrecht
gekürt worden. In einem Ranking
des Wirtschaftsmagazins ,Capital’
erhielt der BASF-Vorstandsvorsitzende eine Gesamtnote von 1,88.
Der Notenschnitt aller 30 Dax-Vorstandsvorsitzenden lag bei 2,54.
࡯ Prof. Dr. jur. Gerhard Vigener
(Bild), Professor an der SRH Hochschule Heidelberg, wird saarländischer Minister für Justiz, Arbeit,
Gesundheit und Soziales. Er wird
als Minister weiter an der Fakultät
für Sozial- und Verhaltenswissenschaften lehren, wenn auch in eingeschränktem Maße.
࡯ Hubert Wandjo (Bild), Geschäftsführer der 2005 gegründeten Popakademie in Mannheim und
Leiter des Studiengangs Musikbusiness, hat von Medienminister
Wille Stächele die Bezeichnung
„Professor“ verliehen bekommen.
Jetzt Minister:
Gerhard Vigener
Jetzt Professor:
Hubert Wandjo
࡯ August-Wilhelm Scheer ist aus
dem SAP-Aufsichtsrat ausgeschieden. Sein Nachfolger ist Bernard
Liautaud. Der 67-jährige Scheer
gehörte seit Beginn dem SAP-Aufsichtsrat an.
econo
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6. Juni 2008
Nachwuchs-Wissenschaftler ausgezeichnet
Anke König (3. v. r.) und Dr. Tobias Haber (2. v. r.) haben den diesjährigen Klaus-O.-Fleck- Preis erhalten. Mit diesem Preis zeichnet die IHK Rhein-Neckar seit über 50 Jahren hervorragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten an den Universitäten Heidelberg und Mannheim aus. Mit im Bild (v. l. n. r.): IHK-Hauptgeschäftsführer
Prof. Dr. Franz J. Luzius, der Rektor der Universität Mannheim, Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt, IHK-Präsident Dr.
Gerhard Vogel und der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel.
Bild: IHK
࡯ Wolfgang Ernst (SPD) bleibt für
weitere acht Jahre Oberbürgermeister in Leimen. Er setzte sich in
der zweiten Runde mit 54 Prozent
der abgegebenen Stimmen gegen
Claudia Felden von der FDP durch.
࡯ Ende April hat Finanzminister
Gerhard Stratthaus Thomas Riedel
als Vorsteher des Finanzamtes
Mannheim Stadt eingeführt. Sein
langjähriger Vorgänger, Leitender
Regierungsdirektor a. D. Dr. Günther Heger, verabschiedete sich im
September 2007 in den Ruhestand.
࡯ Bernd Schmidbauer, seit 1983
Bundestagsabgeordneter für den
Rhein-Neckar-Kreis, verabschiedet sich am Ende der laufenden Legislaturperiode aus dem Parlament. Höhepunkt seiner politischen
Karriere war 1991 seine Berufung
ins Kanzleramt. Bis 1998 koordinier-
te er dort als Staatsminister die Geheimdienste.
࡯ Der Landesforschungspreis Baden-Württemberg für Grundlagenforschung geht in diesem Jahr an
Prof. Dr. Markus Oberthaler vom
Kirchhoff Institut für Physik der Universität Heidelberg. Ihm ist es weltweit erstmals gelungen, kontrolliert
den sogenannten Tunneleffekt zu
beobachten. Dabei durchdringen
Quantenteilchen spontan räumliche Hindernisse – ein Ereignis, das
in der Welt der klassischen Physik
eigentlich unvorstellbar ist.
࡯ Der Kommandeur der US-Landstreitkräfte in Europa, General David McKiernan, ist offiziell verabschiedet worden. Der 57 Jahre alte
General hatte das Kommando in
Heidelberg im Dezember 2005 übernommen. McKiernans Nachfolger
ist Generalleutnant Martin E.
Dempsey (55).
࡯ Jobst Wellensiek wurde für weitere zwei Jahre zum Präsidenten
der Rechtsanwaltskammer Karlsruhe gewählt. Der Heidelberger
Spezialist für Insolvenzrecht hat
dieses Amt seit 1998 inne, bereits
seit 1972 ist er im Vorstand tätig.
࡯ Landrat Dr. Achim Brötel hat auf
der Hannover-Messe Unternehmen aus dem Neckar-OdenwaldKreis besucht. Auf dem Programm
standen die KSR-Kuebler AG aus
Zwingenberg, die Pinter Mess- und
Regeltechnik GmbH aus Obrigheim,
die MPDV Mikrolab GmbH aus
Mosbach-Diedesheim, die Webfactory GmbH aus Buchen, die Güdel GmbH aus Osterburken und die
Lexin Produktion GmbH aus Buchen.
Menschen
࡯ Stephan Plenz (43, Bild)) zieht
zum 1. Juli als viertes Mitglied in
den Vorstand der Heidelberger
Druckmaschinen AG ein. Der 43Jährige ist verantwortlich für den
Bereich Technik mit Forschung und
Entwicklung, Produktion und Einkauf. Plenz ist seit 14 Jahren in leitenden Positionen für Heidelberg
tätig. Seit April 2006 leitet er den
Standort Wiesloch-Walldorf und ist
für die Produktion weltweit verantwortlich. Gleichzeitig werden die
Aufgaben und Verantwortlichkeiten neu verteilt. Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier (54) wird
sich auf die strategische Entwicklung, Akquisitionen sowie die Kommunikation und Compliance konzentrieren. Seine Funktion als Arbeitsdirektor behält er bei. Der bisher von Schreier geleitete Vertrieb
wird künftig von Dr. Jürgen Rautert
(49) verantwortet. Rautert bleibt zudem für die kunden- und marktnahen Aktivitäten, Produktmanagement und Marketing zuständig und
wird den Ausbau des Service- und
Verbrauchsmaterialiengeschäftes
vorantreiben. Finanzvorstand bleibt
Dirk Kaliebe (42). Er verantwortet
zusätzlich die geplanten Maßnahmen zur Effizienzverbesserung.
࡯ Hans-Joachim Adler (Bild) ist
ins Präsidium des Deutschen Marketing-Verbandes gewählt worden.
Adler steht seit 1995 dem Marketingclub Rhein-Neckar vor. Der Verband hat bundesweit 13 000, die regionale Gliederung über 200 Mitglieder.
In den Vorstand:
Stephan Plenz
Ins Präsidium:
Hans-J. Adler
࡯ Der Heidelberger Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus von Beyme
ist mit dem Schader-Preis ausgezeichnet worden. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung ehrt Wissenschaftler, die „wichtige Beiträge für die Lösung gesellschaftlicher Probleme geleistet haben“.
Beyme war von 1974 bis 1999 als
Professor beim Heidelberger Institut für Politische Wissenschaft tätig. Als Gastprofessor lehrte und
forschte er unter anderem in Stan-
ford, Paris und Melbourne. Der 73Jährige zählt zu den wichtigsten
Vertretern seines Fachs.
࡯ Harald Töltl ist neuer Geschäftsführer bei der IHK Rhein-Neckar
und verantwortlich für den Bereich
Berufsbildung. Sein Vorgänger Dr.
Gerd G. Waldecker ist aus Altersgründen ausgeschieden.
࡯ Der Schwetzinger Oberbürgermeister Bernd Junker gibt aus persönlichen und gesundheitlichen
Gründen sein Amt auf. Kommissarisch übernimmt der 1. Oberbürgermeister René Pöltl das Amt. Junker
hatte Ende 2006 bei einem sehr
knappen Wahlausgang den Amtsinhaber Bernd Kappenstein geschlagen.
࡯
SAP-Mitbegründer Dietmar
Hopp, Wirtschafts-Nobelpreisträger Edmund S. Phelps und EUWettbewerbskommissarin Neelie
Kroes sind die Preisträger des
Weltwirtschaftlichen Preises 2008.
Mit dieser Auszeichnung würdigen
das Kieler Institut für Weltwirtschaft, die IHK Schleswig-Holstein
und die Landeshauptstadt Kiel Ökonomen, Politiker und Unternehmer,
die sich als Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen Gesellschaft verdient gemacht haben.
࡯ Gunther Hoffmann (38) hat mit 59
Prozent der abgegebenen Stimmen
die Wahl zum Bürgermeister von
Neulußheim klar für sich entschieden. Der unabhängige Kandidat
wurde von der SPD unterstützt. Der
von CDU und freien Wählern favorisierte Thomas Birkenmaier kam
auf 41 Prozent.
࡯ Werner Schreiner wurde vom
Präsidium des Verbandes der Verkehrsunternehmen Deutschlands
(VDV) in den Internationalen Verband für öffentliches Verkehrswesen (UITP) entsandt. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar GmbH soll in der
UITP die deutschen Interessen im
Komitee für Regional- und Vororteisenbahnen vertreten.
࡯ Andreas Wittke folgt Wilhelm
Heitmann als Country President bei
Alstom. Der 42-Jährige verantwortet damit rund zwei Milliarden Euro
Umsatz und ist Chef von 7000 Mitarbeitern in Deutschland. Heitmann
(69), der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Alstom Deutschland AG bleibt, legte das Amt des
Deutschland-Chefs
altershalber
nieder. In Diensten des französi-
schen Konzerns stand Heitmann
seit 1990.
࡯ Michael Class und Dr. Hansjörg
Roll (Bilder) haben die Geschäftsführung der MVV Umwelt GmbH
übernommen. Ihr Vorgänger Günter Hoffmann scheidet zur Jahresmitte altersbedingt aus. Die MVV
Umwelt GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der MVV
Energie AG.
49
Impressum
Ausgabe Rhein-Neckar – 6 / 08
1. Jahrgang
6.6.2008
4,90 t
E 08006
Arbeitsmarkt Rhein-Neckar
Hier geblieben!
Marktbericht Immobilien
Die besten Lagen in Heidelberg,
Mannheim und Ludwigshafen
Outsourcing-Studie
Gewusst wie: Planung,
Auswahl, Umsetzung
Neue Doppelspitze: Michael Class
(links) und Dr. Hansjörg Roll (rechts)
࡯ Dr. Markus Schwarz, Chefarzt
und Ärztlicher Direktor am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in
Wiesloch, ist einer der Preisträger
des Christian-Roller-Preises 2008.
Der 46-Jährige wurde für ein Forschungsprojekt zur Delikt- und Gewaltprävention schizophren Erkrankter geehrt. Der alle zwei Jahre vergebene Christian-RollerPreis ist mit einem Preisgeld von
120 000 Euro dotiert.
࡯ Gerd Backes ist als Vorsitzender
des Landesverbandes der Chemischen Industrie (VCI) Baden-Württemberg bestätigt worden. Der Geschäftsführer der Sigma Aldrich
Produktions GmbH (Steinheim) tritt
damit seine zweite Amtszeit an. Neben ihm wurden als Stellvertreter
Anno Borkowsky, Rhein Chemie,
Mannheim, und Rudolf Machat, Roche Diagnostics, ebenfalls Mannheim, wiedergewählt.
࡯ Der Heidelberger Röntgenmediziner Martin Bendszus ist mit dem
Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis
ausgezeichnet worden. Der Professor für Neuroradiologie erhält die
mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Arbeit über die Diagnostik von Erkrankungen des peripheren Nervensystems.
࡯ Der Aufsichtsrat der Bilfinger
Berger AG hat Bernhard Walter,
ehemaliger Sprecher des Vorstands der Dresdner Bank AG, als
Vorsitzenden wiedergewählt. Walter hatte das Amt im Jahr 2006
übernommen, dem Aufsichtsrat
von Bilfinger Berger gehört er seit
1998 an.
econo Rhein-Neckar GmbH
Geschäftsführer:
Bernhard Klumpp, Kim Lars Erdmann
Dudenstraße 12-26
68167 Mannheim
Registergericht Mannheim HRB 704 188
www.econo-rn.de
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Redaktionsleitung:
Stefan Wagner (V.i.S.d.P.)
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Redaktion:
Matthias Schmitt, Kristian Klooß
Autoren dieser Ausgabe:
Daniel Albrecht, Ulla Cramer,
Ludwig Ricke, Jochen Schönmann
Bilder:
Daniel Albrecht, Thomas Neu,
Manfred Rinderspacher, Michael Wiegand,
Masterpress, BilderBox, Fotolia.com
Titelseite:
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telefonisch anfordern unter
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6. Juni 2008
econo
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Outsourcing
Dienstleistungen
aus zweiter Hand
Outsourcing galt lange als Jobkiller. Eine Studie zeigt jedoch, dass die
Wertschöpfung meistens vor Ort bleibt. Firmen bietet die Kooperation
mit Dienstleistern viele Chancen – wenn sie es richtig anpacken
B
oban Mitrovic ist ein viel beschäftigter Mann. Im Mannheimer Quadrat G7 betreibt er
das „Büro für angewandte Gestaltung“. Der Job ist kreativ, aber auch
fordernd. „Ich habe gemerkt, dass
ich mich nicht um alles kümmern
kann“, sagt der Designer, dem das
Schreiben von Angeboten und
Rechnungen die Zeit fürs kreative
Arbeiten raubt. Die Lösung des Problems war einfach: Mitrovic engagierte eine selbstständige Buchhalterin. Seither ist sie für seine Finanzen zuständig.
Die Vergabe derartiger Tätigkeiten an externe Dienstleister liegt im
Trend. Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen, erkennen, dass
sie mit einer Auslagerung von bestimmten Leistungen neue Potenziale ausschöpfen können. Das Motto, das sie sich auf die Fahne geschrieben haben: Besinne dich auf
die Tätigkeiten, in denen du richtig
gut bist.
Outsourcing verbessert
Wettbewerbsposition
Große Konzerne haben in den 90er
Jahren vorexerziert, was es bedeutet, sich von ganzen Unternehmensbereichen zu trennen. Unter massivem Kostendruck schloss beispielsweise der Traktorenhersteller John
Deere seine traditionsreiche Gießerei in Mannheim. Über hundert Jahre lang waren hier die Teile für die
econo
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6. Juni 2008
Nutzfahrzeuge selbst hergestellt
worden. Plötzlich rechnete sich die
Eigenproduktion nicht mehr, sie
zählte nicht mehr zu den sogenannten Kernkompetenzen. Vor fast genau zehn Jahren erschmolzen die
Arbeiter in dem Werk die letzte eigene Charge. Die Schließung von
traditionsreichen Fabriken war damals landauf, landab keine Seltenheit. Tausende von Arbeitsplätzen
wurden verlagert. Es war eine
schwere Zeit für den Industriestandort Deutschland wie für das RheinNeckar-Dreieck. Doch die Radikalkur ermöglichte vielen Unternehmen das wirtschaftliche Überleben.
Davon profitiert die Metropolregion
heute.
Das Schlagwort, das vor gut zehn
Jahren die Runde machte, hieß
„Outsourcing“, das englische Wort
für Auslagerung. Der Begriff hat ein
schlechtes Image. „Outsourcing
wurde lange Zeit mit radikalen Restrukturierungen verbunden“, sagt
Artin Adjemian. Der Leiter des Bereichs Dienstleistungsgewerbe bei
der Industrie- und Handelskammer
(IHK) Rhein-Neckar in Mannheim
bemüht sich um ein differenzierteres Bild. „Unternehmen beziehen
externe Dienstleistungen mit dem
Ziel, langfristig bessere Wettbewerbspositionen einzunehmen“, zitiert er aus einer aktuellen Studie
der IHKs in Baden-Württemberg.
Für die Untersuchung haben Wissenschaftler der Universität Stuttgart Ende 2006 in einer repräsentativen Stichprobe rund 370 badenwürttembergische Firmen zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ befragt, davon viele aus der
Metropolregion. Das Ergebnis: Auslagerungen spielen eine wichtigere
Rolle als vor zehn Jahren. Die Effekte schätzen die Autoren eher positiv
ein. Outsourcing ist nicht gleich Arbeitsplatzabbau.
Weiche Faktoren
entscheiden
Von den Auslagerungs-Tendenzen
profitiert die gesamte Region, so das
Fazit der IHK. „In der Mehrzahl der
Fälle übernehmen Service-Betriebe
vor Ort die ausgelagerten Dienstleistungen“, sagt Adjemian. Nicht bestätigt habe sich die verbreitete Befürchtung, dass fremd vergebene
Dienstleistungen und damit Arbeitsplätze ins Ausland abwandern.
„Drei von fünf Unternehmen beziehen über die Hälfte ihrer Dienstleistungen von Service-Anbietern im
Umkreis von fünfzig Kilometern“,
so der IHK-Experte. Weiche Faktoren, wie Vertrauen und die Verfüg-
Outsourcing
51
Bild: Wiegand
barkeit vor Ort, seien für kleine und
mittelständische Unternehmen bei
Outsourcing-Entscheidungen häufig
viel wichtiger als Kostenaspekte.
Vier von fünf Unternehmen halten eine Reduktion der Kosten bei
einer Entscheidung für das Outsourcing für bedeutungsvoll. Die Wissenschaftler der Uni Stuttgart haben
jedoch festgestellt, dass Outsourcing auch als Mittel zum Erwerb
neuer Kompetenzen und als Hebel
zur strategischen Erneuerung von
Unternehmen dient. Bei der Wahl
eines neuen Dienstleisters legen
Verantwortliche vor allem Wert auf
Qualität und Zuverlässigkeit des Angebots.
Im Mittelpunkt eines Outsourcing-Vorhabens steht meist der
Wunsch nach mehr Effizienz. Das
ist realisierbar, wenn Unternehmen
bei der Auslagerung strategisch vorgehen. Eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim bestätigt, dass sich Outsourcing lohnen kann. Den Wissenschaftlern zufolge produzieren Unternehmen,
die Dienstleistungen für Informationstechnologien (IT) an externe Anbieter auslagern, insgesamt effizienter als Unternehmen, die IT-Dienstleistungen aus eigener Hand erbrin-
gen. Darüber hinaus sind Beschäftigte, die ihre Arbeit hauptsächlich
an einem Computerarbeitsplatz erledigen, in Unternehmen mit ITOutsourcing merklich produktiver.
Für Einzelunternehmer Boban
Mitrovic waren derart strategische
Überlegungen beim Outsourcing
der Buchhaltung freilich nicht von
Bedeutung. Bei ihm gestaltet sich
der Auslagerungs-Prozess deutlich
weniger komplex als etwa bei ei-
nem Mittelständler mit duzenden
Angestellten. Dieser wird - schon allein, um den Betriebsfrieden nicht
zu gefährden - häufig feststellen,
dass beim Auslagern wohlüberlegtes und systematisches Vorgehen gefordert ist und daher auf externe Beratung zurückgreifen. Personaldienstleister
übernehmen
auf
Wunsch gleich ein ganzes Paket mit
Aufgaben, die mit einer Auslagerung verbunden sind. „Outsourcing
beherrschen wir von der Planung
über die Konzeption bis zur Durchführung“, sagt Stefan Laier von der
Zeitarbeitsfirma „Top in Time“ in
Mannheim. „Hat ein Kunde neue
Ziele, suchen wir dafür gezielt engagierte Mitarbeiter.“ Schnell und mit
geringem zeitlichen Aufwand sei
das möglich – sprich: überaus kostengünstig.
Imageverlust und
Mitarbeiterprotest
So gibt es inzwischen zahlreiche
Dienste, die heute wie selbstverständlich an externe Dienstleister
vergeben werden. Dazu zählen
Leistungen rund um Sicherheit, Reinigung und Versorgung, aber auch
Beratung und IT-Service. Im Gegensatz dazu werden die Bereiche Einkauf und Beschaffung, Vertrieb und
Lagerhaltung eher selten zu externen Dienstleistern ausgelagert. Größerer Koordinationsaufwand oder
mögliche Qualitätsprobleme sind
die Faktoren, die gegen eine solche
Entscheidung sprechen. Auch Proteste der Mitarbeiter und mögliche
Imageschäden können einem erfolgreichen Outsourcing im Wege stehen.
Bei der Sicherheit allerdings will
heute kaum noch jemand auf exter̈̈
ne Arbeitskräfte verzichten.
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6. Juni 2008
econo
52
Outsourcing
̈̈ Laut der IHK-Studie haben
60 Prozent der Unternehmen beispielsweise Werksschutz und Wachdienst komplett an externe Dienstleister abgegeben. Weitere 23 Prozent arbeiten eng mit externen Spezialisten zusammen.
Zugang zu Experten
und Fachleuten
Motivation für die Auslagerung der
Sicherheitsleistung ist häufig eine
mangelnde Qualifizierung des eigenen Personals. „Es gibt in unserer
Branche zahlreiche gesetzliche Bestimmungen“, sagt Carmine Noviello, Geschäftsführer der Security
Center Heidelberg GmbH. Zu seinen Kunden zählen große Einzelhändler wie Kaufhof oder Media
Markt, aber auch Anwaltskanzleien
und Inkassounternehmen. Die Einstellung von eigenem Sicherheitspersonal lohnt sich für die Unternehmen kaum.
Denn wer Leben oder Eigentum
fremder Personen bewachen will,
muss bestimmte Auflagen der Behörden erfüllen. Diese sich ändernden Anforderungen fortlaufend im
Blick zu haben und das Personal
entsprechend zu schulen, ist für die
Personalabteilung eines Unternehmens meist zu aufwendig. Für Si-
cherheits-Spezialisten ist das dagegen Alltag.
Bei der Weinheimer Zoll.ution
GmbH, einer noch jungen Ausgründung der Weinheimer FreudenbergGruppe, sitzen ebenfalls Spezialisten. Das auf Dienstleistungen rund
um das Thema Zoll spezialisierte
Unternehmen berät Firmen bei der
Entwicklung und Vermittlung von
Außenhandelsgeschäften. „Gerade
bei der Einfuhr von Waren und Gütern ändern sich die gesetzlichen
Rahmenbedingungen regelmäßig“,
sagt Zoll.ution-Chef Daniel Wiesler.
Auch er muss seine Mitarbeiter re-
gelmäßig zu Schulungen schicken,
damit sie in der Lage sind, internationale Sicherheitsrisiken verlässlich
einzuschätzen. Außerdem müssen
sie mit produktspezifischen ImportExport-Bestimmungen
vertraut
sein.
Anrufannahme durch
externen Dienstleister
Der Zugang zu Know-how und die
Konzentration auf das Kerngeschäft
ist für die Kunden des Security Cen-
ters Heidelberg und der Zoll.ution
entscheidend für die Wahl eines externen Dienstleisters. Ebenso für
Boban Mitrovic. Der Designer lässt
inzwischen sogar wichtige Werbetexte von einem externen Dienstleister korrigieren. Die Abrechung
durch den beauftragten Büro-Service aus Ludwigshafen erfolgt im
Fünf-Minuten-Takt. Nur das Telefon, das beantwortet Mitrovic noch
selbst. Sollten ihm die Unterbrechungen einmal zu viel werden,
wird er sich zu helfen wissen: Bürodienstleister übernehmen auch die
Anruf-Annahme. Daniel Albrecht
Leitfaden für die Outsourcing-Praxis
Die Verlagerung von Aufgaben ist für Untenehmen verlockend. Es winken Effizienzgewinne und
Kostenvorteile. Doch aufgepasst: Falsch angepackt, kann das Outsourcing zum Desaster werden
H
öhere Effizienz, Kostenersparnis, ein Gewinn an Knowhow: Erfolgreich durchgeführtes Outsourcing kann Unternehmen
große Vorteile bringen. Doch ist
beim Auslagern ein wohlüberlegtes
und systematisches Vorgehen gefordert. Jeder Entscheidungsträger, der
über eine mögliche Auslagerung
nachdenkt, wird feststellen, dass es
sich hierbei um eine komplexe Thematik handelt. Wer das Ganze
falsch angeht, kann zumindest kurzfristig nicht mehr zum Status quo
econo
6/2008
•
6. Juni 2008
ante zurück. Know-how-Verlust,
ausufernde Kosten oder die unerwünschte Abhängigkeit von einem
Dienstleister können die Folge sein.
Genau das Gegenteil von dem, was
eigentlich bezweckt werden sollte.
Irreversibler Eingriff in
Wertschöpfung
Um solche Probleme zu vermeiden,
hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Baden-Württemberg auf
Basis von zwei Studien einen „Leit-
faden zum Outsourcing von Dienstleistungen“ erstellt. In der 140 Seiten starken Broschüre finden Unternehmer, die sich mit dem Gedanken
der Auslagerung befassen, zahlreiche Informationen für die Praxis:
von der Anleitung zur konkreten Erfassung der Outsourcing-Thematik
bis zur praktischen Handhabung des
Outsourcing-Prozesses.
Verfasst wurde der Leitfaden unter Leitung von Professor Erich
Zahn, Inhaber des Lehrstuhls für
Planung und Strategisches Manage-
ment des Betriebswirtschaftlichen
Instituts der Universität Stuttgart.
„Outsourcing kann einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung
und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen leisten“,
schreiben die Autoren. Sie warnen
jedoch davor, die Thematik als Allheilmittel anzusehen: „Es handelt
sich bei einer Auslagerung um fundamentale, unter Umständen kaum
reversible Eingriffe in Wertschöpfungssysteme.“
̈̈
STICHWORT
Outsourcing:
Begriff, Leistungen und Ziele
Outsourcing bezeichnet die Vergabe von bestimmten Unternehmensbereichen an spezialisierte Dienstleistungsunternehmen.
Dies kann auch einen komplett
neuen Bereich betreffen, der
bislang nicht zu den eigenen
Leistungen gehörte.
Zu den Leistungen, die am
häufigsten an externe Dienstleister ausgelagert werden,
zählen Sicherheits- und Reinigungsdienste. Aber auch in den
Bereichen Versorgung, Beratung und Transport sowie Logistik verzichten viele Unternehmen auf selbsterbrachte Leistungen. Ausschlaggebend für
eine Auslagerung ist häufig die
Konzentration eines Unternehmens auf seine Kernkompetenzen.
Ziele sind meist eine Reduktion der Kosten und eine Steigerung der Effizienz, ebenso eine
Erhöhung der Flexibilität sowie
der Zugang zu ansonsten nicht
verfügbarem Know-how. Bei
der Auswahl eines externen
Dienstleisters legen Unternehmer vor allem Wert auf Qualität
und Termintreue des externen
Angebots. Gut der Hälfte ist zudem wichtig, dass der Dienstleister in der gleichen Region
ansässig ist.
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54
Outsourcing
̈̈ Vor der Entscheidung für ein
Outsourcing-Projekt, seien Unternehmen deshalb gut beraten, sich
mit den Chancen und Risiken der
Auslagerung systematisch auseinander zu setzen.
Strategische Planung
statt Aktionismus
Die Geschäftsführung oder eine Abteilung alleine ist mit der Vorbereitung und Begleitung von Outsourcing-Maßnahmen meist überfordert. Für die Durchführung von
Outsourcing-Vorhaben, empfehlen
sich daher Team, heißt es im Leitfaden. Die Arbeitsgruppe sollte aus
Mitgliedern verschiedener Abteilungen bestehen. Nicht zuletzt lässt
sich durch frühzeitiges Einbinden
von Mitarbeitern und Betriebsrat
sich die Akzeptanz für eine Entscheidung zugunsten einer Auslagerung fördern.
Den typischen Outsourcing-Prozess gliedert Professor Zahn im Leitfaden in sechs Phasen: Ist-Analyse,
Make-or-Buy-Entscheidung, Kontaktaufnahme, Abgleich, Vertrag
und Implementierung. Im Einzelfall
sollten Firmen aber bewusst davon
abweichen, wenn es firmen- oder situationsbezogene Besonderheiten
gebe, die individuell zu berücksichtigen sind.
Einer der ersten Ratschläge der
Autoren ist, Outsourcing nicht nur
wegen eines akuten Problemdrucks
zu erwägen. „Bloßes Reagieren
kann leicht zu hektischem Aktionismus verkommen.“ Bevor die Lösung für ein bestehendes Problem
gefunden wird, sollten zu Beginn
der Ist-Analyse zunächst die eigenen Stärken und Schwächen ermittelt werden. Hierdurch kann ein
Unternehmen sehr gut Anhaltspunkte zur tatsächlichen Bedeutung
der den eigenen Dienstleistung unterliegenden Prozesse und Leistungen bekommen. Diese Daten müs-
INTERVIEW
„Wo liegt meine Kern
diese gezielt durch Ko
Artin Adjemian über die Chancen des Outsourcings un
Was bringt die Auslagerung von
Unternehmensbereichen?
➤ Artin Adjemian: Outsourcing
bietet eine Reihe von Chancen.
Zum einen kann man neue Potenziale besser nutzen und sich Zugang
zu neuen Technologien schaffen.
Zum anderen kann man die vorhandenen Ressourcen stärken und die
Flexibilität im eigenen Unternehmen durch die Fokussierung auf
Kernkompetenzen erhalten und
stärken.
Wo Chancen sind, gibt es auch Risiken. Welche sehen Sie beim
Outsourcing?
➤ Adjemian: Risiken würde ich es
nicht nennen. Eher kann man von
bestimmten Abwägungen sprechen,
die im Vorfeld vorgenommen werden sollten. So sollte man sich nicht
nur fragen, welches Einsparpotenzial die Auslagerung bringt, sondern
auch wie viel Aufwand der Schritt
nach sich zieht.
Ist Outsourcing eher für kleine
oder für große Unternehmen interessant?
➤ Adjemian: Sowohl als auch,
hier gibt es keine Größenordnung,
die als Maßstab dienen könnte. Outsourcing kann sich auch für den Ein-
DOWNLOAD
Praxis-Tipps
Der Handlungsleitfaden „Outsourcing von Dienstleistungen – Informationen für die Praxis“ gliedert sich in die Kapitel Grundlagen, der
Outsourcing-Prozess, Ist-Analyse, Make-or-Buy-Entscheidung, Kontaktaufnahme, Abgleich, Vertrag, Implementierung, prozessbegleitende Aspekte und Übertragbarkeit auf andere Branchen. 68 Abbildungen sorgen für eine Visualisierung und bessere Verständlichkeit
der Texte. Hilfreich ist der Fall eines konkreten Unternehmens, der
den Theorieteil sinnvoll ergänzt. Wer nach den 142 noch nicht genug
vom Thema hat, findet außerdem ein ausführliches Literaturverzeichnis. Der Handlungsleitfaden steht als PDF-Download bei der IHK
Rhein-Neckar unter www.rhein-neckar.ihk24.de, Dokumentennummer 28394 zur Verfügung.
nkompetenz? Wie kann ich
ooperationen stärken?“
möbeldesign
eigene serienprodukte
Daniel Albrecht
individualprojekte
Bevor dann über die Auslagerung
einzelner Unternehmensbereiche
entschieden wird, sollten die eigenen Kernkompetenzen definiert
und anhand der Kriterien Dauerhaftigkeit und Qualität kategorisiert
werden. Chancen und Risiken des
Outsourcings bestimmter Bereiche
können über zwei getrennte Nutzwertanalysen ermittelt werden. In
der Folge werden sich Kernleistungen ergeben, die nicht ausgelagert
werden dürfen, resümieren die Autoren.
Bei der Suche nach Dienstleistern
empfehlen sich Messebesuche, die
Auswertung von veröffentlichten
Erfahrungsberichten. Als erster An-
beginnt der Implementierungsprozess. Je nachdem wie groß die Anzahl der betroffenen Unternehmensbereiche, wie „verkrustet“ die
Kontextgegebenheiten und wie
rasch die Auslagerung vollzogen
wird, ergeben sich auch hier unterschiedliche Bedürfnisse.
messestände
Messen für den ersten
Kontakt nutzen
sprechpartner sind häufig die IHKs
eine gute Adresse. Die Hauptaufgabe der gezielten Kontaktaufnahme
besteht dann darin, die generelle
Bereitschaft und Fähigkeit des jeweiligen Dienstleistungsunternehmens zur Übernahme von Leistungen zu eruieren. Einen externen Berater einzubeziehen, kann vorteilhaft sein. Nach Vertragsabschluss
präsentationsdisplays
sen dann mit den – schwieriger zu
bekommenden – Daten über Konkurrenzleistungen abgeglichen werden. So lassen sich nach und nach
Outsourcing-Kandidaten im eigenen
Unternehmen identifizieren.
nd wie Unternehmen bei Auslagerungen vorgehen sollten
Mann-Betrieb rechnen. Schon hier
lassen sich zum Beispiel die Reinigung des Büros oder die Buchhaltung an externe Dienstleister vergeben.
Welche Bereiche kommen für eine Auslagerung in Frage?
Artin Adjemian, 46, leitet den
Bereich Dienstleistungsgewerbe
bei der IHK.
Bild: Albrecht
➤ Adjemian: Zu den Bereichen,
die häufig an externe Dienstleister
vergeben werden, zählen vor allem
Sicherheit und Reinigung, aber
auch Beratung und IT-Service. Jedes
Unternehmen sollte für sich selbst
prüfen, wo ein Outsourcing überhaupt möglich und sinnvoll ist.
Welches Vorgehen empfehlen Sie
einem Unternehmer, der über
Outsourcing nachdenkt?
➤ Adjemian: Zunächst einmal sollte man sich über sämtliche Geschäftsprozesse klar werden. Wo
sind Leistungen, die ich nicht selbst
erbringen muss? Wo liegt meine
Kernkompetenz, und wie kann ich
diese durch gezielte Kooperationen
stärken? Das sind Fragen, die jeder
Unternehmer für sich beantworten
muss. Hilfreich bei dem Entscheidungsprozess ist zum Beispiel der
von den IHKs in Baden-Württemberg herausgegebene Leitfaden zum
Thema.
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56
Software
IT-Firmen umgarnen Mittel
Integrierte Software wird nicht mehr nur an Großkonzerne verkauft. Kleine und mittlere
Unternehmen rücken in den Fokus der Anbieter. Die Kunden greifen zu. Oft, weil sie es müssen
D
ie Wima-Gruppe steht exemplarisch für den deutschen
Mittelstand: familiengeführt,
hochspezialisiert, international. Vor
60 Jahren gegründet, ist das Unternehmen heute eine weltweit führende Adresse im Bereich elektronischer Bauelemente. Produziert wird
an drei Standorten in Deutschland.
Vertrieb und Zentrallabor sitzen in
der Metropolregion. Die Kunden sitzen in aller Welt. Mit Produkten
wie hitzestabilen Polyphenylensulfid-Kondensatoren oder Doppelschicht-Kondensatoren in winzigen
Metallzylindern hat das Unternehmen Trends gesetzt.
Bild: Fotolia; Montage: impuls Verlags GmbH
Doch die Konkurrenz schläft
nicht. Trotz exzellentem technischen Know-hows muss sich die
mittelständische Wima einem aggressiven asiatischen Wettbewerb
stellen. „Strenge Kostenkontrolle,
effiziente Produktion und kurze Lieferzeiten sind ausschlaggebend für
den Erfolg meines Unternehmens“,
sagt Geschäftsführer Wolfgang Westermann. Mit einer neuen Unternehmenssoftware will er der Konkurrenz auch künftig voraus sein.
Die Führungskräfte werden dank
des neuen IT-Systems besser über
Abläufe an anderen Standorten informiert. Der Chef selbst kann sich
jederzeit ein umfassendes Bild vom
aktuellen Leistungsstand verschaffen.
econo
Qualität und Verlässligkeit
reichen nicht aus
Das Beispiel des Kondensator-Spezialisten ist typisch für die Situation,
in der sich viele spezialisierte mittelständische Unternehmen befinden.
Allein durch eine hohe Qualität und
eine verlässliche Lieferung können
6/2008
•
6. Juni 2008
stand
sie sich der globalen Konkurrenz
nicht mehr erwehren. „Der starke
Verdrängungswettbewerb,
der
durch komplexe Kundenanforderungen und die weiter zunehmende
Globalisierung immer härter wird,
motiviert viele Unternehmen zu einem Umstieg auf ein neues, leistungsfähigeres IT-System“, sagt
Markus Gasser von der IT Consult
AG in Mannheim. Um eine starke
Stellung am Markt behaupten zu
können, benötigten auch Mittelständler eine auf ihre Bedürfnisse
zugeschnittene IT-Lösung.
Integrierte Lösungen gehen
vor Einzellösungen
Die Schlagwörter lauten Enterprise
Resource Planning (ERP) und Business Intelligence (BI). ERP bezeichnet betriebswirtschaftliche Software, die Warenwirtschaft, Finanzen, oder Kundenmanagement unter einem Dach vereint. Mithilfe
dieser Gesamtlösung lassen sich die
Prozesse in einem Unternehmen abbilden und die Verteilung der Ressourcen Kapital und Personal planen. Bei Business Intelligence geht
es hingegen um die Unternehmenssteuerung. BI-Systeme greifen auf
sämtliche Daten eines Unternehmens zu und erstellen automatisierte Analysen und Berichte, die das
Management bei der strategischen
und taktischen Führung des Unternehmens unterstützen.
Beides war bis vor wenigen Jahren meist nur im Zusammenhang
mit Großunternehmen ein Thema.
Für den Mittelstand sind die meist
kostspieligen Lösungen erst im Zuge
der Internationalisierung interessant geworden. „Mit isolierten ITLösungen für einzelne Funktionsbereiche wie etwa Personalwesen, Fi-
Software über das Internet nutzen – darin sehen viele
IT-Unternehmen die Zukunft.
Bild: Fotolia
nanzen oder Produktionsplanung
können mittelständische Unternehmen dem heutigen Wettbewerb
nicht mehr standhalten“, sagt ITMittelstandsexperte Helmut Ramsauer von der Beratungsfirma Capgemini. „Das globale Tempo ist zu
hoch.“
Das wichtigste Kriterium, das die
Mannheimer Wima-Gruppe an ihre
neue IT-Landschaft stellte, war die
Möglichkeit, sämtliche Unternehmensdaten zentral abzulegen und
zu integrieren. „Eine integrierte Lösung anstelle von vielen Einzellösungen wird die Transparenz im Unternehmen erheblich erhöhen“,
sagt Wima-Chef Westermann.
Entschieden hat sich Westermann schließlich für den Umstieg
auf die neue Mittelstandssoftware
von SAP, Business ByDesign. Mit ihr
will der größte europäische Softwarekonzern den Markt für ERPSysteme aufmischen. Mit dem Konzept von Business ByDesign betritt
SAP Neuland: Die Unternehmen
kaufen die Software nicht, sondern
mieten sie, ab 133 Euro pro Anwender und Monat. Sämtliche Daten
werden auf externen Rechnern gespeichert, über das Internet können
die Firmen darauf zugreifen. On-Demand („auf Abruf“) oder auch Soft-
ware-as-a-Service (SaaS) heißen diese Lösungen. „Das ist die Zukunft
der Unternehmenssoftware“, sagt
SAP-Deutschlandchef Volker Merk.
Nach Einschätzung der IT-Berater von Experton steigt die Bereitschaft, On-Demand-Angebote einzusetzen. Sie schätzen, dass sich das
Gesamtvolumen dieses Geschäfts
hierzulande in den nächsten drei
Jahren von 271 Millionen Euro auf
577 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Weltweit soll der SaaS-Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar in
diesem Jahr auf 9,1 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ansteigen. Das Beispiel SAP scheint bereits Schule zu
machen. Der auf Fertigungssysteme
und Lagerwirtschaft spezialisierte
Karlsruher Softwarehersteller AP
kündigte an, demnächst ebenfalls
ein On-Demand-ERP anbieten zu
wollen.
Bislang waren die großen Anbieter von ERP-Software – neben der
dominierenden SAP sind das in
Deutschland vor allem Microsoft
Business Solution, Infor, Sage und
Oracle – eher auf Großunternehmen spezialisiert. Doch der Markt
ist weitgehend abgegrast. Als neue
Klientel haben die Hersteller den
Mittelstand entdeckt, den sie nun
mit verschiedenen Initiativen um̈̈
werben.
58
Software
Lange war Standardsoftware bei
Mittelständlern verpönt, galt als zu
unflexibel, zu komplex und zu teuer. Die Einführung der Anwendungen gestaltete sich aufwendig und
zog sich lange hin. Viele kleinere
Unternehmen arbeiteten da lieber
mit regionalen Anbietern zusammen, die den Branchenriesen erfolgreich Konkurrenz machen. Die
Kehrseite der Medaille: Viele der
Systeme sind heute veraltet, können
mit den neuen Anforderungen nicht
mehr mithalten.
Heidelberg ansässig ist, ein Branchenriese den Mittelstand auf die
Fahne geschrieben. Ende Mai präsentierte der Hersteller in Heidelberg seine „mittelstandsgerechte“
Analyse- und Berichtssoftware „Edition M“. Jürgen-Heinrich Rohr, bei
SAS für die mittelständischen Kunden verantwortlich, sagt: „Die Anforderungen des Mittelstands werden sich auch in diesem Bereich denen von Großunternehmen annähern.“ Wie SAP betont auch SAS,
dass ihre neue Software in „maximal zehn Tagen“ schnell einführbar
und ohne viel Aufwand erweiterbar
ist. „Und die Lösungen können mit
unseren Kunden mitwachsen“, sagt
Rohr. Anders als die Walldorfer SAP
bietet SAS die eigene neue Anwendung jedoch vorerst nicht als OnDemand-Lösung an.
̈̈
IT-Systeme müssen
mitwachsen
„Mit selbst gestrickten ERP-Lösungen stoßen Mittelständler immer
häufiger an ihre Grenzen“, sagt Guido Piech, Redakteur beim Fachmagazin „IT Mittelstand“. Gerade
wachsende Unternehmen müssten
in der Lage sein, die IT-Systeme hinzugekaufter Firmen rasch in die eigene IT-Struktur zu integrieren.
„Hier kann eine standardisierte Software-Lösung von Vorteil sein“, so
Piech.
Maßgeblich sei, dass das IT-System mit dem Wachstum eines Unternehmens Schritt halten kann. Bei
den standardisierten Anwendungen
gibt es vorkonfigurierte Lösungen,
die auf bestimmte Branchen zugeschnitten und in denen bestimmte,
erprobte Geschäftsprozesse vordefiniert sind. „Diese Lösungen scheinen zwar auf den ersten Blick funktionell limitierter, bieten aber genau
die notwendige Funktionalität für
die entsprechende Branche und
sind somit nicht überfrachtet“, so
Piech. Solche Anwendungen seien
mittel- und langfristig in der Regel
Prozess-Optimierung vor
neuer Software
billiger als individuelle Lösungen,
für die sämtliche Prozesse erst eigenständig definiert und später immer wieder angepasst werden müssten.
„Unternehmen sind gut beraten,
sich beraten zu lassen“, sagt IT-Berater Markus Gasser. In der Praxis sei
immer wieder zu beobachten, dass
Firmen beim IT-Kauf nicht strategisch vorgehen. „Das kann teuer
werden“, so Gasser. Er warnt davor,
übereilt eine Lösung von der Stange
zu kaufen. Auch Beratungsunternehmen wie die Walldorfer Realtech AG, die sich auf SAP-spezifische Beratung spezialisiert hat, helfen Unternehmen bei dieser integrierten Betrachtung von Prozess
und Technologie.
Realtech analysiert typische Business-Prozesse, um verstecktes Optimierungspotenzial
aufzudecken.
Zudem vermitteln sie ihren Kunden, warum der Einstieg in ein ERPSystem nicht nur eine technische
Aufgabe ist, sondern vor allem eine
organisatorische Herausforderung.
Denn die Software, so der Rat von
Realtech, sollte in der Lage sein, den
internen Workflow vollständig abzubilden. Schon allein deswegen
sollte nicht ausschließlich die eigene
IT-Abteilung mit der Auswahl einer
geeigneten Lösung zu betrauen.
Das gilt umso mehr bei der Einführung einer Business-IntelligenceLösung. Auch hier hat sich mit dem
Softwarekonzern SAS, dessen
Deutschland-Zentrale seit 1982 in
Die Software allein garantiert freilich nicht den wirtschaftlichen Erfolg. Die Anwendungen können das
Management lediglich bei der
Steuerung des Unternehmens unterstützen. Denken und entscheiden müssen Führungskräfte auch in
Zukunft selbst. Ohne Hilfe durch eine zeitgemäße Informationstechnologie wird ihnen dies aber schwerer
fallen. Kurzum: Ohne geeignete ITLösungen drohen die deutschen
Mittelständler ihre führende Position im globalen Wettbewerb zu verlieren. Vernetzung und Transparenz
rund um den Globus sind gefordert.
Wer jetzt nicht handelt, könnte
schon morgen auf der Strecke bleiben.
Daniel Albrecht
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IT-Dienstleistungen
bebit Informationstechnik GmbH ist
ein mittelständischer Full-ServiceIT-Dienstleister. Zum Portfolio zählen:
Der bebit-Firmensitz in der Mannheimer Dynamostraße.
Bilder: bebit
Starker IT-Partner
■ IT-Services: Anwenderbetreuung rund um die Uhr und Betrieb
der Applikationen (SAP-Anwendungen, Office etc) in den beiden
hochverfügbaren bebit-Rechenzentren
■ IT-Consulting: Beratung bei der
Optimierung von Geschäftsprozessen, insbesondere Einführung und
Anpassung von SAP-Anwendungen
■ IT-Lösungen: Entwicklung und
Anpassung eigener Softwarelösungen (bebit solutions) beispielsweise für das Projekt- oder das
Bürgschaftsmanagement
■ HR-Services: Unterstützung der
Kunden bei Geschäftsprozessen im
Personalbereich
Die bebit Informationstechnik GmbH sorgt dafür, dass Unternehmen
Zugriff auf geschäftskritische Informationen und Anwendungen haben.
Herr Thum, das letzte Geschäftsjahr hat sich für bebit
mehr als positiv entwickelt. Wodurch?
➤ Christian Thum: Profitiert haben wir vor allem von
der steigenden Nachfrage nach IT-Services und IT-Beratung, insbesondere im SAP-Umfeld. Äußerst erfolgreich
hat sich auch unser Geschäftsfeld „HR-Services“ entwickelt. Hier übernehmen wir für Unternehmen administrative Aufgaben aus dem Personalbereich wie z.B. die
Lohn- und Gehaltsabrechnung. Wir haben zahlreiche
Neukunden gewonnen und erstellen inzwischen über
500 000 Entgeltabrechnungen jährlich.
Wird der Outsourcing-Markt weiter wachsen?
➤ Thum: Ja, denn immer mehr Unternehmen setzen
auf Outsourcing. Ziel ist es, flexibel zu bleiben und das
eigene Kerngeschäft auszubauen. Statt langfristig Kapital
in den Betrieb der IT oder den Ausbau der Personalverwaltung zu investieren, schließt man Dienstleistungsverträge mit einem spezialisierten Partner, dem man vertraut. Dabei setzen die meisten Unternehmen auf Partner vor Ort, statt Aufträge nach Indien oder China zu
vergeben.“
Wie schafft es bebit, sich gegen die Konkurrenz aus
dem Ausland durchzusetzen?
➤ Thum: „Outsourcing ist Vertrauenssache. IT und Personal sind ja immer geschäftskritische Bereiche des Unternehmens. Aber oft nicht das Kerngeschäft. Statt Ressourcen zu binden, ist es häufig effizienter, diese Bereiche auszulagern. Als IT- und HR-Dienstleister vor Ort
können wir viel schneller agieren als die Anbieter im
Ausland. Die Nähe schätzen vor allem unsere mittelständischen Kunden – nicht nur bei Beratung und Service. In
Mannheim betreiben wir ja auch zwei moderne Rechenzentren und können damit höchste Verfügbarkeit und
maximale Sicherheit der Daten gewährleisten. Damit
bieten wir unseren Kunden die IT-Infrastruktur eines großen IT-Dienstleisters in Kombination mit der Flexibilität
eines mittelständischen Partners vor Ort.“
Sie haben angekündigt, weiter wachsen zu wollen.
Suchen Sie auch neue Mitarbeiter?
➤ Thum: „Ja, auf jeden Fall. Wir wollen weiter wachsen und suchen daher qualifizierte Mitarbeiter und
Nachwuchskräfte für Vertrieb, Beratung und Projektmanagement. Als mittelständisches Unternehmen bieten
wir schlanke Strukturen – ideal für Menschen, die etwas
bewegen wollen. Weiterbildung, fachliche und persönliche Entwicklung der Mitarbeiter sind bei uns wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur. Auch in diesem Jahr bieten wir für Hochschulabsolventen unser
Trainee-Programm an. Des Weiteren suchen wir Berufsakademie-Studenten für das Jahr 2009.“
Wie sehen die Perspektiven für bebit aus – gerade am
Standort Mannheim?
➤ Thum: „In 2008 wollen wir doppelt so schnell wachsen wie der Markt. Unser Kernmarkt ist weiterhin
Deutschland, insbesondere die Metropolregion RheinNeckar. Gleichzeitig wird natürlich auch für unsere Kunden das Geschäft internationaler, so dass wir vermehrt
auch IT-Projekte im Ausland durchführen.
Geschäftsführer Christian Thum.
Damit unterstützt bebit Unternehmen dabei, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und ihre
IT- und Prozesskosten zu senken.
Zu den Kunden zählen mittlere und
große Unternehmen verschiedenster Branchen. bebit wurde 1993 gegründet und ist ein Unternehmen
der Bilfinger Gruppe.
Kontakt
bebit Informationstechnik GmbH
Dynamostraße 17
68165 Mannheim
Telefon: 06 21/40 01-0
Telefax: 06 21/40 01-25 80
Mail: info@bebit.de
Internet: www.bebit.de
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durchschnittlich im
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(lt. AGOF)
4.221.293 Page-Impressions
März 2008
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607.142 Visits
März 2008
(lt. IVW)
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Großer Stellenmarkt im
Preise & Wettbewerbe
61
Erfolge im Ausland werden belohnt
Der Emerging Markets Award prämiert Firmen,
die sich in Mittel- und Osteuropa engagieren
er Emerging Markets Award
(ehemals MOE Award) zeichnet mittelständische Unternehmen aus, die mit Mut, kreativen
Ideen und sozialer Verantwortung
die Chancen der aufstrebenden
Wachstumsmärkte nutzen. Schon
vier Mal überzeugten deutsche Unternehmen die Jury mit ihrer Arbeit
und ihren Projekten in Mittel und
Osteuropa. So wurden unter anderem der Milchproduktehersteller
Meggle und Geers Hörakustik für
ihre unternehmerische Weitsicht
und ihren Erfolg in Mittel- und Osteuropa geehrt.
D
in Mittel- und Osteuropa oder den
Nachfolgestaaten der Sowjetunion
erfolgreich sind. Die Veranstalter haben sich darüber hinaus entschieden, den regionalen Fokus der bisher als MOE Award etablierten Auszeichnung zu erweitern. Langfristig
wird der Preis daher für alle Wachstumsmärkte der Welt als Emerging
Markets Award verliehen. Weitere
Länder werden also in den folgenden Jahren hinzukommen.
2008 sind erstmals alle kleinen
und mittelständischen Unternehmen zur Teilnahme aufgerufen, die
Die jeweils besten drei Unternehmen gewinnen eine Reise zur feierlichen Preisverleihung mit hochkarätigen Gästen am Roten Platz in
Moskau. Veranstalter des Preises
sind die Hypovereinsbank und das
Wirtschaftsmagazin impulse. An-
GLOBAL SECURITY
Im Wiener Palais Liechtenstein fand die Verleihung des MOE Award 2007 statt.
In diesem Jahr werden die Sieger nach Moskau eingeladen.
Bild: HVB
melden können sich Unternehmen
noch bis zum 30. Juni 2008.
Kristian Klooß
www.euro.de/europa/ema
TELETRUST
TURNAROUNDER-PREIS
ECR AWARD
Aus Deutschland in die Welt
Sichere Business-Software
Retter gesucht
Kundenorientierung gefragt
MÜNCHEN. Erst in Deutsch-
BERLIN. Der „TeleTrust Innovati-
HAMBURG. Die Wirtschafts-
KÖLN. Der ECR Award ist ein
land siegen, dann weltweit. Das ist
die Idee der „Global Security Challenge“. Gesucht werden junge Unternehmen mit weniger als fünf Millionen Dollar Umsatz, die ein neues
technisches Produkt vertreiben, das
Flughäfen, Städte und Firmen sicherer machen. Wer sich mit seinen
Konzepten durchsetzt, bekommt
500 000 US-Dollar zur Verfügung
gestellt. Der Wettbewerb verläuft in
drei Runden: Zuerst werden Business-Pläne eingereicht, danach folgen die regionalen Halbfinals in den
USA, Deutschland (München) und
Singapur. Schließlich ermittelt eine
Jury aus den Regionalsiegern fünf Finalisten aus. Diese präsentieren ihre
Business-Pläne am 8. November auf
dem „Grand Final“ – bei dem Finanzierer, Politiker sowie Sicherheitsexperten ihr Urteil fällen. Anmeldeschluss ist der 15. Juni 2008. KrK
onspreis“ prämiert Anbieter von
Hard- und Software sowie OnlineServices aus dem Bereich elektronische Abwicklung von Geschäftsprozessen in Wirtschaft und Verwaltung. Im Fokus stehen dabei innovative, vertrauenswürdige und marktfähige Informationstechnik. Kernkriterien für die Auswahl sind die Sicherheit des Produkts, die Transparenz der integrierten Sicherheitsfunktionen, Anwendungsfreundlichkeit, die Interoperabilität (idealerweise mit europäischer Reichweite) sowie die Orientierung an der
Wirtschaftlichkeit. Vergeben wird
der Preis jährlich anlässlich der Konferenz „Information Security Solutions Europe“ (ISSE). Veranstalter ist
die Teletrust Deutschland GmbH
aus Berlin. Anmeldeschluss ist der
30. Juni 2008.
KrK
prüfungsgesellschaft BDO Deutsche
Warentreuhand AG und das Wirtschaftsmagazin impulse prämieren
mit dem „Turnarounder des Jahres“
erstmals Unternehmer für ihre vorbildlichen Strategien zur Rettung
bedrohter Firmen. Ziel des Wettbewerbs ist es, ermutigende Vorbilder
dieser Art zu finden und ihre Strategien nachzuzeichnen. Die Juroren
interessieren sich vor allem für kreative und mutige Sanierungskonzepte. Wer teilnehmen möchte, muss
den Turnaround anhand dokumentierter Zahlen nachweisen können.
Nicht prämiert werden zum Beispiel Produktionsunternehmen, von
denen nach der Restrukturierung
nur noch bloße Vertriebsgesellschaften übrig sind. Teilnehmen dürfen
Unternehmen ab 250 Mitarbeitern.
Anmeldeschluss ist der 30. Juni
2008.
KrK
Preis für kundenorientiertes Management. Ausgezeichnet werden
Unternehmen und Führungspersönlichkeiten aus dem Handel, dem Industrie- und dem Dienstleistungssektor, die sich in herausragender
Weise für ihre Kunden verdient machen. Dabei müssen sie die ECRRichtlinien erfolgreich umsetzen.
ECR steht für „Efficient Consumer
Response“. Mit dem Award wird die
Umsetzung des ECR-Qualitätsstandards gefördert. Ausgezeichnet werden drei Kategorien: erstens „herausragende Unternehmenskooperationen“, zweitens „erfolgreicher
ECR-Einsatz im Unternehmen“ sowie drittens „besondere Verdienste
einer Persönlichkeit um ECR“. Veranstalter ist die GS1 Germany
GmbH mit Sitz in Köln. Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2008. KrK
Internet
www.globalsecuritychallenge.com
Internet
www.teletrust..de
Internet
www.impulse.de/management/
Internet
Internet
www.gs1-germany.de
6/2008
•
6. Juni 2008
econo
62
De Jure
Copy & Paste
Internetrecht: Kann ich mich gegen das Kopieren meiner
kompletten Internetseite oder von einzelnen Seiten mit Verweis
auf das Urheberrecht wehren?
schafft durch den gezielten Einsatz
der Sprache ein neues Werk, dass
sich von der Masse abhebt.
Der Experte
Rechtsanwalt Manfred Zipper von
der Schwetzinger Kanzlei Zipper &
Kollegen schreibt für Econo über
Urheberrechtsfragen im Internet.
Die Tätigkeitsschwerpunkte des
Fachanwalts für Strafrecht sind
Urheberrecht, Wettbewerbsrecht,
Markenrecht und Strafrecht.
Die persönliche geistige Schöpfung liegt also vor allem in der Auswahl, der Einteilung und der Anordnung der Suchbegriffe aus der Alltagssprache auf der Webseite und
im Quelltext.
II. Schutzfähigkeit des Designs
Bild: Zipper
iele Unternehmen lassen ihre
Webseiten von Designern individuell gestalten. Das kostet
Zeit, Mühe und Geld. Da stellt sich
die Frage, ob solch eine Arbeit Urheberrecht für sich beanspruchen darf.
Wenn ja: Bei wem liegen eigentlich
die Urheberrechte? Die Rechtsprechung beantwortet diese Fragen bisher nicht einheitlich. Doch Streit zu
diesen Fragen gibt es ausreichend:
Ist ein Internetauftritt gelungen,
steigen schnell die Besucherzahlen.
Der eine oder andere nicht ganz so
innovative Webmaster wird dadurch verführt, Teile oder gar die
ganze Website zu kopieren. Können
Unternehmen aus urheberrechtlicher Sicht gegen solche Praktiken
vorgehen? Um diese Frage zu beantworten ist zu unterscheiden zwischen dem Quelltext und dem sichtbaren Design der Seite.
V
I. Schutzfähigkeit des Quelltexts
Der Quellcode von Webseiten, der
lediglich auf einer oder mehreren
HTML-Dateien basiert, ist grundsätzlich urheberrechtlich nicht ge-
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schützt. Mit Hilfe der HTML-Codierung wird die Formatierung der
Webseite definiert, Grafiken und
Texte bestimmten Positionen zugeordnet, letztlich nur die vorgegebene Bildschirmgestaltung kommuniziert (OLG Frankfurt MMR 2005,
705). Hierin liegt noch kein eigenes
schützenwertes Werk des Wegdesigners, dieser bedient sich bei der
HTML-Programmierung lediglich
einer „besonderen“ Sprache, schafft
aber nichts Neues, das sich von der
Masse des Alltäglichen abhebt. Anders ist es dagegen, wenn es sich bei
der Webseite um eine suchmaschinenoptimierte Seite handelt.
Setzt der Webdesigner die verwendete Sprache derart gezielt ein,
dass sie bei der Eingabe von Alltagsbegriffen in eine Suchmaschine unter den ersten Suchergebnissen erscheint, ist der Webseite als Computerprogramm bzw. Multimediawerk
Urheberrechtschutz zuzusprechen
(neben dem Oberlandesgericht Rostock, 2 W 12/07 auch Landgericht
München I). Der Webdesigner
Allgemein anerkannt ist, dass einer
Webseite unabhängig von ihrem Inhalt Urheberrechtschutz zukommen kann, wenn die Gestaltung die
erforderliche Schöpfungshöhe erreicht (Landgericht München I
MMR 2005, 267). Die Webseite ist
dann als Werk der angewandten
Kunst bzw. als Multimediawerk geschützt. Erforderlich ist, dass die
Gestaltung der Webseite einen gewissen Grad an Individualisierung
erreicht, sich also von dem Alltäglichen, dem Gros der ins Internet eingestellten Webseiten abhebt.
Wann diese Schöpfungshöhe erreicht ist, kann nicht mit Sicherheit
gesagt werden. Mit dem einem Urteil des Landgerichts Köln (28 O
298/04) lässt sich allerdings eine
brauchbare Negativabgrenzung herleiten: „Allein ein einheitliches Design und eine alltägliche grafische
Gestaltung der Benutzeroberfläche
genügt (...) nicht für das Erreichen
der erforderlichen Schöpfungshöhe.“
Mit anderen Worten, was jeder
kann, kann nicht einzelner über das
Instrument des Urheberrechts für
sich allein beanspruchen. Selbstverständlich können auch die einzelnen Grafiken und Texten der Seite
geschützt sein. Es ist deshalb von
grundlegender Bedeutung im Einzelfall zu beurteilen, welche Teile
plagiiert worden sind und ob den
einzelnen Teilen als auch dem Ge-
samtwerk Urheberrechtsschutz zukommt.
III. Fazit und Ausblick
Webseiten können urheberrechtlich
geschützt sein. Dem Urheber steht
insbesondere ein Unterlassungs- sowie ein Schadenersatz gegen den
Verletzer zu. Ob eine Webseite urheberrechtlich geschützt ist, ist im
jeweiligen Einzelfall zu beurteilen
und kann, wie aufgezeigt, nur nega-
De Jure
63
AKTUELLE URTEILE
Betriebsbedingte Kündigung und freie Unternehmerentscheidung
Ein Plakatanschläger hat erfolglos gegen eine betriebsbedingte Kündigung geklagt: Das Unternehmen für Städtewerbung hatte aus wirtschaftlichen Gründen beschlossen, die Anschläge nicht mehr durch
Arbeitnehmer sondern durch selbständige Unternehmen vornehmen
zu lassen. Das Bundesarbeitsgerichts hat dem Arbeitgeber Recht gegeben: Betriebsbedingte Gründe für eine ordentliche Kündigung
nach dem Kündigungsschutzgesetz (§1, Abs. 2) liegen vor, wenn das
Beschäftigungsbedürfnis für den Arbeitnehmer entfällt. Das ist unter
anderem dann der Fall, wenn der Arbeitgeber wie im vorliegenden
Fall den Betrieb reorganisiert und damit die bisherige Tätigkeit nicht
mehr anfällt.
(Urteil vom 13. März 2008 – 2 AZR 1037/06)
Bild: Fotolia
AGB-Kontrolle einer doppelten Schriftformklausel
Vom Arbeitgeber vorformulierte Arbeitsvertragsklauseln sind unwirksam, wenn sie den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligen. Individuelle Vertragsabreden haben Vorrang vor Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil festgestellt. Hintergrund ist die Klage eine Arbeitnehmers gegen
seinen Arbeitgeber: Als Büroleiter in China mit dortigem Wohnsitz erstattete der Arbeitgeber ihm die Miete. Diese Praxis verweigerte der
Arbeitgeber dem mittlerweile gekündigten Kläger unter Berufung auf
die im Arbeitsvertrag enthaltene Schriftformklausel. Nach dem Formulararbeitsvertrag bedürfen Änderungen und Ergänzungen des
Vertrags sowie der Verzicht auf das Schriftformerfordernis der
Schriftform. Das Gericht hat dazu festgestellt: Der Erstattungsanspruch des Klägers folgt aus betrieblicher Übung. Die Schriftformklausel ist zu weit gefasst und daher unwirksam. Sie erweckt beim
Arbeitnehmer entgegen der Schutzvorschrift des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) den Eindruck, auch eine mündliche individuelle
Vertragsabrede sei wegen Nichteinhaltung der Schriftform unwirksam.
(Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20. Mai 2008 – 9 AZR 382/07)
tiv abgegrenzt werden. Webseiten,
die sich durch die besondere Verwendung von Sprache oder durch
besondere grafische Gestaltung aus
der Masse hervorheben sind urheberrechtlich geschützt.
Zu erwarten ist, dass sich die Anforderungen an die Schöpfungshöhe, also der Grad des Abhebens von
der Masse, in Zukunft sinken wird.
Urheberrechtsschutz wird künftig
„früher“ zugesprochen werden
müssen. Bisher ging die Rechtsprechung davon aus, dass die Schutzuntergrenze bei Werken der angewandten Kunst höher anzusetzen
sei als bei den klassischen Werken
(Literatur, Wissenschaft, Kunst).
Diese Auffassung wird vor dem
Hintergrund der europäischen Urheberrechtsentwicklung als auch
vor der Entwicklung des deutschen
Rechts nicht mehr haltbar sein.
RA Manfred Zipper
Urlaubsabgeltung bei zweiter Elternzeit
Arbeitgeber müssen jungen Eltern Resturlaub nach der Elternzeit im
laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr gewähren. Endet das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit oder wird es im Anschluss an
die Elternzeit nicht fortgesetzt, so muss der Arbeitgeber den Anspruch abgelten. Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil
festgestellt. Damit revidiert das Gericht seine bisherige Rechtsprechung, die davon ausging, dass der auf Grund einer ersten Elternzeit
übertragene Urlaub auch dann mit Ablauf des auf diese Elternzeit folgenden Urlaubsjahrs verfällt, wenn er wegen einer zweiten Elternzeit
nicht genommen
werden kann. Hintergrund ist die
Klage einer Mutter, die für die Betreuung ihres ersten Kindes Elternzeit in Anspruch
genommen hatte.
Wegen der Geburt
ihres
zweiten
Mutter mit Kind: Was passiert mit dem Urlaub
Kinds im Jahr
bei einer zweiten Elternzeit?
Bild: Fotolia
schloss sich nahtlos eine weitere Elternzeit an. Das Arbeitsverhältnis der Parteien endete aber noch vor Ende dieser zweiten Elternzeit. Die Klägerin forderte die Abgeltung von 27,5 Urlaubstagen.
(Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20. Mai 2008 – 9 AZR 219/07)
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Arbeitsmarkt
2-2 / 7-290 / Bildt
Leergefegt
Wenig los im Arbeitsamt:
In der Metropolregion Rhein-Neckar herrscht
fast Vollbeschäftigung. Doch die Herausforderungen sind gewaltig.
Um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern, braucht es vor allem eines: Fachkräfte.
Der Kampf um Köpfe ist entbrannt. Nie war es wichtiger, dass alle am gleich Strang ziehen
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Arbeitsmarkt
er Blick auf die neuesten Arbeitsmarktdaten in der Metropolregion
Rhein-Neckar
(MRN) sollte eigentlich ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit auslösen. Im Prinzip gibt es gute Nachrichten auf der ganzen Linie: Die Arbeitslosenquote beträgt inzwischen
nur noch 5,6 Prozent. Im Vorjahr
waren es noch 6,6. Der Rückgang
war sogar stärker als im übrigen
Bundesgebiet, wo die Quote mit 8,1
Prozent ohnehin deutlich höher
liegt. Allein im Vergleich mit BadenWürttemberg hinkt die Metropolregion noch etwas hinterher. Deutschlands Klassenprimus glänzt mit 4,2
Prozent. Ab hier sprechen Volkswirtschaftler bereits von Vollbeschäftigung.
Doch allmählich scheint der Gipfel beim Beschäftigungsaufbau erreicht. Am Horizont ziehen bereits
die ersten Wolken auf: „Schon jetzt
erkennen wir, dass das Angebot an
Arbeitskräften wieder ansteigt“,
heißt es beim für die Region zuständigen Büro der Bundesagentur für
Arbeit (BA).
Die großen Unternehmen am
Standort, die meist als erste auf veränderte Bedingungen reagieren,
melden bereits eine Abschwächung
in Sachen Beschäftigungsaufbau:
„Zum Jahresende 2008 planen wir
für die BASF einen Personalstand
von 32 600 Mitarbeitern, der sich
auf stabilem Niveau weiterbewegen
wird“, sagt beispielsweise der Personalchef der BASF, Hans-Carsten
D
Hansen. Immerhin: Dieses Jahr
wird die BASF noch einmal 300
Hochschulabsolventen und gut 400
Auszubildende einstellen.
Auch bei der SAP AG in Walldorf
rechnet man mit weiterem, aber
verlangsamtem Wachstum am
Standort. Noch aber scheint sich
niemand darum zu sorgen, dass der
Rückenwind der letzten Jahre
schwächer wird. Der Aktienindex
der Metropolregion jedenfalls zeigt
eitel Sonnenschein. Der „S-Box Metropolregion Rhein-Neckar“ schlägt
derzeit eindeutig den DAX.
gemeißelt ist. Drei Faktoren sind es,
die die Region in den nächsten Jahren vor Herausforderungen stellen
werden, und die alle untrennbar
miteinander zusammenhängen.
■ Der zunehmende Fachkräftemangel, insbesondere im technischnaturwissenschaftlichen Bereich
■ Die Erhaltung der Industriearbeitsplätze, die mit einem Anteil
von über 35 Prozent in der Region
enormes Beschäftigungspotenzial
besitzen
■ Die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft
Fachkräftemangel: Es droht der
„Winter auf dem Arbeitsmarkt“
Es sind lediglich die Städte Mannheim und Ludwigshafen, die ein
wenig die Bilanz trüben. Mit 8,8
und 11 Prozent Arbeitslosenquote
bilden die beiden Industriestädte
die trübseligen Schlusslichter einer
ansonsten prosperierenden Region.
Allerdings sind es gerade diese
beiden Städte, die gemeinsam mit
Heidelberg einen Blick über den
Status quo hinaus ermöglichen.
Denn in den Städten meldet sich die
Zukunft meist früher an, als im Vorort-Idyll, wo es charmanter Teil des
Alltags ist, dass der Traktor nicht
nur den Berufsverkehr, sondern
auch die Zeit etwas ausbremst. Dabei wird schnell deutlich, dass der
aktuelle Trend keinesfalls in Stein
Kaum jemand kennt die Verhältnisse an Rhein und Neckar so gut
wie Gerhard Stratthaus (CDU). Der
baden-württembergische Finanzminister residierte lange als Stadtoberhaupt von Brühl und Schwetzingen
inmitten der Region, bevor er in die
Dienste des Landes trat. „Die Metropolregion verdankt ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort besonders ihrer Infrastruktur und der breiten wirtschaftlichen Basis“, sagt
Stratthaus. Die Verzahnung von
Wirtschaft und Wissenschaft ist für
ihn das entscheidende: „Die Wirtschaft hier profitiert enorm von der
engen Zusammenarbeit mit den vielen hervorragenden Forschungseinrichtungen.“
65
Das allerdings ist keineswegs eine
unveränderliche Tatsache. Deshalb
gibt der honorige Wirtschaftsexperte eine klare Parole aus, wenn es darum geht, die Region in eine der erfolgreichsten in Europa zu verwandeln: „Wir brauchen eine Aufgeschlossenheit für neue Ideen und eine fortschreitende Stärkung des
Wissenschafts-Standorts“
(Interview mit Prof. Dr. Claus E. Heinrich
auf Seite 68).
Wer die Region unter diesem
Blickwinkel betrachtet, findet unabhängig von der derzeitigen Behaglichkeit schnell auf den Boden der
Wirklichkeit zurück. Denn nichts ist
für die Region wichtiger, als Fachkräfte und Wissenschaftler. Die
hoch innovativen Arbeitsplätze und
die damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolge im High-End-Bereich
wirken sich automatisch auf die weniger qualifizierten Arbeitsplätze in
Produktion und Dienstleistung aus.
Doch genau hier hapert es. Engpässe gibt es bereits. Wieland Hennig, bei der Bundesagentur für Arbeit für die Region zuständig, weist
darauf hin, dass der Fachkräftemangel zwar bisher noch keine wirtschaftlich dramatischen Dimensionen angenommen hat. Mit Blick auf
die Zukunft formuliert er dennoch
drastisch: „Wir brauchen dringend
Strategien wider den Mangel an
Maschinenbau- und Elektroingenieuren. Damit die Wirtschaft blüht
und es nicht zum Winter auf dem
̈̈
Arbeitsmarkt kommt.“
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Arbeitsmarkt
̈̈ Doch die alles entscheidende
Frage ist: Wie lockt man die Spitzenkräfte in die Region?
Ansätze gibt es einige. Walter
Oechsler leitet den Lehrstuhl für
Personalwesen und Arbeitswissenschaft an der Universität Mannheim. Der Professor hat eine überraschende Antwort parat: „Die Spitzenkräfte sind schon da. Das Problem ist: Sie bleiben nicht hier.“
Abwanderung von
Studenten stoppen
Betrachtet man die Migrationsbewegungen an der Uni Mannheim,
wird das Problem deutlicher: „Die
Studenten, die jedes Jahr hierher
kommen, gehören zu den besten
der Republik“, sagt Oechsler. Im Bereich BWL beispielsweise sind das
Gymnasiasten mit einer durchschnittlichen Abiturnote von 1,2.
Allerdings: „Nahezu alle gehen danach wieder weg. Irgendwohin.“
Doch was sind die Gründe für die
Abwanderung? „Unsere Absolventen sind international extrem gefragt“, sagt der Professor. „Was hier
an der Uni an Großunternehmen
vertreten ist, ist nicht mehr zu überbieten. Und sie rekrutieren wie
wild.“ Dadurch wird die erste Garde bereits vor den eigentlichen Abschlüssen abgeworben. Sie erreichen nicht einmal den regionalen
Arbeitsmarkt. Diese Abwanderung,
sagt Oechsler, müsse gestoppt werden, wenn die Region nicht in einen
eklatanten Fachkräftemangel hineinrutschen will.
Das Verzwickte ist: Zwar sitzen
viele Großunternehmen mit starken
Repräsentanzen in der Region. Aber
bis auf die BASF, SAP, Heideldruck
und wenige weitere sind die Firmenzentralen nicht hier angesiedelt.
„Man kann zwar in der Metropolregion zweifellos viel Geld verdienen, aber wenn man weiter in
der Karriereleiter aufsteigt, ist hier
irgendwann Schluss“, sagt Oechsler.
Dann muss man in die Zentrale:
Nach Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, München, Berlin. Ein Weg zurück ist dann eher unwahrscheinlich.
Es tobt ein knallharter Wettbewerb um die besten Köpfe. „Bei
manchen Städten leuchten einfach
die Augen. Bei Mannheim oder
Ludwigshafen eben nicht“, sagt
Oechsler.
Und dass, obwohl die Region in
Sachen Lebensqualität kaum zu
schlagen ist. Wo sonst in wirtschaftlich attraktiven Regionen lassen sich
extrem anspruchvolle Arbeitsplätze
in Forschung und Entwicklung in
dieser Fülle und Internationalität
mit dem abendlichen Glas Rotwein
inmitten ländlicher Weinreben verbinden? Die Metropolregion hat mit
die meisten Sonnenstunden in
Deutschland. Das Klima ist nahezu
mediterran, der Weg nach Frankreich ist kurz, genauso in die
Schweiz. In etwa acht Autostunden
erreicht man die Apenninen, um ein
Wochenende mit Parmesan und
Parmaschinken zu verbringen.
Tagsüber die Vorzüge der Stadt
und am Wochenende die grüne
Lunge - nur einen Steinwurf entfernt. Das ist im Grunde einmalig.
Nur weiß es kaum jemand, der
nicht hier aufgewachsen ist.
Ein gezieltes Standortmarketing,
adressiert an die Spitzenkräfte, ist
das Gebot der Stunde. Kleine Anfänge sind bereits gemacht: Auf der
Website www.wishyouwerehere.de
bietet die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) GmbH internationalen
Fachkräften ein Angebot aus einer
Hand: Anreise, Hilfe bei der Wohnungssuche, soziale Kontakte und
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Unterstützung bei allen erdenklichen Problemchen des Alltags an einem neuen Ort sollen helfen, sich
für die Region zu entscheiden. Doch
der Weg zu einem echten Kommunikationskonzept für Top-Kräfte ist
noch weit. „Aber gerade dies ist der
Weg, den die Region konsequent gehen muss“, sagt Oechsler.
Denn die hoch qualifizierten Arbeitsplätze bilden das Schlüsselelement in der Region. Ohne sie gerät
das wirtschaftliche Gleichgewicht
ins Wanken. Ein Einbruch an dieser
Stelle würde mit voller Wucht auch
auf die weniger qualifizierten Arbeitsplätze und damit auf die ganze
Gesellschaft durchschlagen.
Hoch Qualifizierte
stützen Arbeitsmarkt
„Es ist ganz klar: High-End bricht
die Lanze für Low-End“, unterstreicht Eva Lohse. Die Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen ist seit
2006 Vorsitzende des Verbands Region Rhein-Neckar. Ihr LieblingsThema: Der Arbeitsmarkt in der Region. Insbesondere die Frage, wie
man die weniger gut ausgebildeten
Menschen ins Arbeitsleben integriert, liegt ihr am Herzen. „Eine
prosperierende Wirtschaft hilft zu
Arbeitsmarkt
allererst den gering Qualifizierten“,
stellt sie fest.
Dennoch, sagt sie, sei es wichtig,
sich nicht ausschließlich am oberen
Ende zu engagieren. Die weniger
gut ausgebildeten Menschen mitzunehmen und zu integrieren, ist für
sie ein unbedingter Grundpfeiler
des sozialen Friedens.
Und auch hier, am anderen Ende
des Arbeitsmarktes, gibt es in der
Metropolregion viel zu tun: Jugendarbeitslosigkeit, eine hohe Quote
von Schulabbrechern und die Integration von ausländischen Mitbürgern sind die drängendsten Probleme in diesem Bereich.
Ein Blick in die Statistik zeigt: Bei
den gering Qualifizierten ist die Arbeitslosenquote sechs mal höher als
bei den Akademikern. Hier herrscht
damit das umgekehrte Problem: Die
Nachfrage nach Arbeitsplätzen
übersteigt das Angebot bei weitem.
Bankrott-Erklärung für
das Bildungssystem
Die Misere der Hauptschulen tritt in
diesem Punkt immer offener zu Tage. „Gerade mal zehn Prozent der
Hauptschüler kommen wirklich im
Job an. Acht Prozent verlassen sogar
die Schule ohne jeglichen Abschluss“, sagt der Geschäftsführer
der MRN GmbH, Wolf-Rainer Lowack. Für ein Bildungssystem ist
das im Grunde eine Bankrotterklärung.
Weil für das System aber die Länder zuständig sind, bleibt den Verantwortlichen vor Ort nur der Weg
über nachträgliche oder begleitende
Qualifizierungsprojekte. Eines davon trägt den etwas sperrigen Namen „Kooperatives Übergangsmanagement Schule-Beruf“, kurz:
KÜM. Das Pilotprojekt wird gerade
an 15 Schulen in der Region getestet und ist bundesweit einmalig. Dabei kümmern sich so genannte „Lotsen“ - meist Pädagogen oder Sozialarbeiter - darum, in Zusammenarbeit mit anderen Partnern wie Ministerien, der Bundesagentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammern, Eltern und Schulen, einen
Weg zu finden, die Jugendlichen
schon zur Schulzeit ans Berufsleben
heranzuführen. Es geht darum, bei
den Schülern Interesse für bestimmte Berufe zu wecken. Ziel ist es,
Netzwerke zwischen Schulen und
Unternehmen zu knüpfen. Auf die-
se Art sollen die versteckten Talente
erkannt werden, die in manch einem schlummern.
Denn vielfach liegt es eben gerade nicht am Intelligenzquotienten,
wenn eine berufliche Karriere scheitert, bevor sie angefangen hat. Zerrüttete Familienverhältnisse, Drogenprobleme oder ein soziales Umfeld, dessen Hintergrund mitunter
schon die dritte Generation am Sozialhilfetropf bildet, sorgen häufig
dafür, dass die Jugendlichen überhaupt nicht wissen, wozu sie eigentlich fähig sind. „Aber auch Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Neugier
sind Dinge, die nicht vom Himmel
fallen. Man muss sie erst schätzen
lernen“, erklärt Lowack. Das Projekt KÜM ist auf drei Jahre angelegt.
Anschließend soll geprüft werden,
ob es bundesweit eingeführt wird.
Bei den Industrie- und Handelkammern (IHK) hat sich ein weiteres Modell als alltagstauglich erwiesen: Das Einstiegsqualifizierende
Praktikum (EQ). Die IHKs suchen
dabei Praktikumsplätze für Jugendliche, die den Berufseinstieg verpasst
haben. (Siehe Seite 70) Bezahlt werden die Praktikanten von den Arbeitsagenturen. Sie erhalten in dieser Zeit ein Taschengeld in Höhe
von 192 Euro im Monat.
„Oft fehlt es diesen Jugendlichen
an den einfachsten Kulturtechniken: Lesen, Schreiben, Rechnen“,
sagt Jürgen Mohrhardt, DiplomVolkswirt bei der IHK Rhein-Neckar
und zuständig für die Berufsausbildung. Dennoch: „Mit diesem Praktikum gelingt es, viele schulmüde
und frustrierte Jugendliche über die
praktische Tätigkeit in den Beruf zu
bringen. Die Erfolgsrate liegt bei
über 60 Prozent. Für ein Fördermodell in diesem Bereich eine überraschend gute Quote. Die gängigsten
Branchen sind Elektronik, Metallverarbeitung, Einzelhandel oder
Gastronomie.
Das Projekt ist ein kleiner Hoffnungsschimmer in einer Zeit, in der
mittlerweile allen Beteiligten klar
ist: Die Region kann es sich künftig
kaum leisten, ihre Talente nicht zu
entdecken.
Dies gilt um so mehr, wenn man
die demografische Entwicklung einbezieht. Laut einer Studie von Professor Paul Gans vom Lehrstuhl für
Wirtschaftsgeografie in Mannheim
nimmt die Bevölkerung in der Metropolregion Rhein-Neckar bis zum
Jahr 2020 zwar nur leicht ab (siehe
Grafik Seite 66). Allerdings: „Älter
wird sie trotzdem“, sagt Gans.
Zwar haben die Unternehmen
längst erkannt, dass lebenslanges
Lernen und eine qualifizierte Fortbildung im Alter künftig unerlässlich sind. Doch es wäre vermutlich
eine gewagte Strategie, allein auf
die mentalen Höchstleistungen der
über 70-Jährigen zu bauen. Nur
wenn es gelingt, das Potenzial der
weniger werdenden jungen Menschen weitaus effektiver zu entwickeln, als das heute der Fall ist,
kann die Metropolregion optimistisch in die Zukunft blicken.
Jochen Schönmann
DREI JAHRE HARTZ IV
Das Bundesarbeitsministerium,
die Bundesagentur für Arbeit
und der Deutsche Städtetag bezeichnen in einer gemeinsamen
Stellungnahme die Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe
und der Sozialhilfe als Erfolg.
Diese auch als „Hartz IV“ bezeichnete Maßnahme war ein
Teil der rot-grünen Arbeitsmarktreformen. Drei Jahre nach
Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II zeige sich ein
eindeutiger Abbau der Arbeitslosigkeit, so die drei Institutionen. Insgesamt ging die Zahl
der Arbeitslosen seit Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe um 1,7 Millionen auf 3,5 Millionen zurück.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank in den letzten zwei
Jahren von knapp 3,0 Millionen
auf 2,3 Millionen.
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Arbeitsmarkt
Eine Region als Prototyp
Econo im Gespräch mit SAP-Vorstand Prof. Dr. Claus E. Heinrich, dem ehrenamtlichen
Vorstandsvorsitzenden des Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V.
Herr Heinrich, Sie waren gerade
in den USA. Wie ist dort die Stimmung angesichts der Wirtschaftskrise?
➤ Prof. Dr. Claus E. Heinrich:
Man spürt deutlich, dass dort gerade nicht der grenzenlose Optimismus herrscht. Aber die Amerikaner
sind trotzdem immer positiv. Es
herrscht aber auch große Anspannung wegen des Wahlkampfs.
Eine McKinsey-Studie sagt: Die
Mittelschicht erodiert immer weiter. Außerdem brauchen wir drei
Prozent Wachstum, um unseren
Wohlstand zu halten. Nehmen sie
solche Studien ernst?
➤ Heinrich: Sagen wir mal so: Ich
kenne die Kollegen von McKinsey
sehr gut. Was da drinsteht, ist sicher
nicht falsch. Andererseits, drei Prozent Wachstum zu fordern… (er
lacht)
Sie finden das lachhaft?
➤ Heinrich: Nein, aber das ist ja
logisch. Das braucht man immer,
drei Prozent. Wenn man kein
Wachstum hat, keine Veränderung,
dann kann man ja gar nicht mehr
gestalten. Nur eine Gesellschaft, die
sich verändert, kann existieren. Genau das bedeutet ja Wachstum: Positive Veränderung.
Laut McKinsey geht es um Schlüsselindustrien: Die Automobilbranche werde als Wachstumsmotor von Hoch- und Umwelttechnologie, Gesundheit, aber
auch von Transport- und Logistik
abgelöst. Ist das die Art von Wende, die unsere Gesellschaft
braucht?
➤ Heinrich: Es geht viel mehr darum, unsere Strukturen neu zu definieren. Wir haben einen Rückgang
der Arbeitslosigkeit, das stimmt. Andererseits aber einen Mangel an innovativen Arbeitskräften. Deshalb
müssen wir gezielt für den gesamten naturwissenschaftlichen Bereich werben. Man muss doch mal
überlegen, warum wir in Mannheim Tausende Anfragen für ein So-
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Prof. Dr. Claus E. Heinrich: „Wir haben einen Mangel an innovativen Arbeitskräften.“
ziologiestudium haben und nur ein
paar Hundert für Ingenieurstechnik.
Wir brauchen eine gemeinsame Initiative von Wirtschaft und Wissenschaft. Wir müssen vermitteln, dass
Technologie etwas Gutes ist. Beispiel Umwelttechnologie: Man
glaubt häufig noch, Technologie
steht im Konflikt zur Umwelt – das
Gegenteil ist aber der Fall.
Dass man verkrustete Strukturen
aufbrechen sollte, ist nichts Neues. Es scheint nur einfach nicht zu
gelingen.
➤ Heinrich: Dann warten Sie mal
ab. Wir wollen hier in der Metropolregion Rhein-Neckar ein Prototyp
dafür werden, wie man Wissenschaft und Wirtschaft vernetzt. Wir
versuchen ein Klima zu schaffen, in
dem unternehmerisches Handeln
wieder attraktiver wird. Wir werden Wissenschaft „clustern“. Das
heißt: Die verschiedenen Universitäten sollen zusammen und anschließend gemeinsam mit der Wirtschaft arbeiten.
Wie im Fall der organischen Elektronik. In diesem Bereich möchten Sie ein groß angelegtes Forschungsprojekt ins Leben rufen.
➤ Heinrich: Nicht ein großes. Viele kleine. Die Kleinen sind deutlich
innovativer. Wir können uns nicht
zurücklehnen und sagen, jetzt gucken wir mal auf die Großen in der
Region, die werden es schon richten. Das werden sie eben nicht. Im
Gegenteil. Wir müssen mehr von
Netzwerken sprechen, von Lieferketten, von Logistikverbünden.
Künftig spielen da kleinere Unter-
Bild: SAP
nehmen eine größere Rolle. Mein
Ziel ist deshalb: Kreatives Unternehmertum fördern, Starthilfe geben,
und diejenigen, die innovative Ideen haben, einfacher mit Mitteln ausstatten.
Es gibt aber nicht viele, die gern
ihr Geld in Risiko-Geschäfte stecken.
➤ Heinrich: Weil die Infrastruktur
fehlt, eine gute Idee auch umzusetzen bis zur Marktfähigkeit. Dafür
braucht man flexible Netzwerke
zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, die sich je nach Bedarf neu
finden. Dafür wollen wir eine Plattform bieten: Orte, an denen man
junge Firmen zusammenbringt.
Glauben Sie, es ist Zufall, dass diese
ganzen Hightech-Unternehmen im
Silicon-Valley sitzen? Die partizipieren doch unglaublich voneinander.
Bleiben wir beim Beispiel organische Elektronik. Wie könnte das
aussehen?
➤ Heinrich: Es könnte nicht, es ist
so! Wir haben Unternehmen zusammengebracht, die großes Interesse an der organischen Elektronik
haben. Über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die einen
werden organische Stoffe bauen, etwa BASF, andere drucken vielleicht
Schaltkreise drauf, also Heidelberger Druck, wieder andere machen
Medizintechnik daraus, SAP liefert
die Software. Es mag dauern, aber
in diesem absoluten Zukunftsmarkt
rechnet man in einigen Jahren mit
bis zu 300 Milliarden Euro Umsatz.
Das ist sehr, sehr attraktiv.
Und wie behalten Sie den Überblick über die einzelnen Projekte?
➤ Heinrich: Wir stehen kurz vor
der Gründung eines Instituts. Hier
werden wir sicherstellen, dass wir
die Innovationen abgestimmt zur
Marktreife bringen. Denn das ist ja
das Hauptthema: Die Umsetzung.
Ideen haben wir genug. Das Entscheidende ist aber, sie schneller als
alle anderen umzusetzen, sodass
man selbst das Geld verdient.
Man sagt ja immer, der Deutsche
tüftelt gerne. Vermarkten tun es
dann andere.
➤ Heinrich: Sehen Sie: In
Deutschland hat die Wissenschaft
einen sehr hohen Stellenwert. Ich
bin ja selbst Honorarprofessor in
Mannheim, ich kenne das: Wenn
man etwas entdeckt, wenn man der
Wahrheit sozusagen nahe kommt,
ist das das Ultimative. Wenn man
dann aber damit Geld verdienen
will, ist das oft verpönt. Dann heißt
es: Ja, das machen ja andere. Diese
Einstellung gibt es wirklich. Aber
was ist denn die Konsequenz? Dann
schnappen uns andere Länder das
weg. So einfach ist das. Und wir haben umsonst geschuftet. Und wer finanziert in Zukunft dann die Forschung? Deshalb brauchen wir Institute, die schon räumlich so gestaltet sind, dass die Gruppen aus der
Wirtschaft und der Wissenschaft
von Beginn an zusammenarbeiten
wie eine kleine Firma.
Für die Wissenschaft hieße das:
Raus aus dem Elfenbeinturm…
➤ Heinrich: Raus da, sofort. Und
auch gleich mit hartem Wind segeln. Es herrscht raue See in der internationalen Wirtschaft, aber den
Kampf muss man aufnehmen wollen.
Dafür ist allerdings nicht jeder geschaffen.
➤ Heinrich: Aber es geht doch
auch um den Spaß. Wir wollen hier
ein Technologiecluster hinbekommen, das seinesgleichen sucht. Mit
den besten Leuten von der Hochschule in Mannheim oder aus Karlsruhe, oder vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge.
Wir bieten hochattraktive Möglichkeiten, so dass wirkliche Spitzenleute miteinander arbeiten und forschen können. Wichtig ist, dass
auch produkt- und marktfähige Lösungen herauskommen.
Wenn wir über Innovationsfähigkeit reden, geht es immer um
Menschen, die kraft ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten voran
gehen können. Müssen mehr internationale Top-Wissenschaftler
ins Land, damit wir als Gesellschaft innovativ bleiben?
➤ Heinrich: Das ist ein ganz, ganz
wichtiger Punkt. Wir müssen an der
großen Wissenswolke angedockt
bleiben. Aber dazu müssen wir Spitzenforscher adäquat bezahlen. Wir
stehen im Wettbewerb um die Besten. Wenn wir eine Spitzenkraft für
die organische Elektronik aus Harvard oder Stanford wollen, dann haben wir ein Problem, wenn wir
nach Landesbesoldungsgesetz bezahlen. Ich bin aber optimistisch,
dass wir gemeinsam mit dem Land
Lösungen finden. Der Wissenschaftsminister kennt das Problem.
Das wäre jetzt der monetäre Faktor. Ein harter Faktor. Wie wichtig
sind weiche Faktoren – zum Beispiel Standort oder Image?
➤ Heinrich: Die Region ist attraktiv. Heidelberg ist weltweit bekannt.
Wichtig ist auch, das Thema Mobilität für Wissenschaftler anzugehen.
Wenn man jemanden aus Amerika
haben will, braucht man ein Gesamtpaket: Hilfe beim Umzug, bei
der Suche nach einer Wohnung. In
welchen Kindergarten können die
Kids, welche Schulen sind interessant. Wenn der Partner eines Spitzenwissenschaftlers in der Wirtschaft tätig ist, dann schauen wir
mit den Unis, wie wir uns da helfen.
Was die Reputation angeht, sind wir
ohnehin mit München das Hochschulcluster schlechthin in Deutschland.
Herr Professor Heinrich, wir danken Ihnen für das Gespräch!
70
Arbeitsmarkt
„Kämpfen lohnt sich“
Wer den Jobeinstieg verpasst, hat eine zweite
Chance: das einstiegsqualifizierende Praktikum
S
andra Kissner ist in ihrem Element. Sie bindet einen Strauß
Blumen, sorgsam, und überlegt, welche Farben wohl am besten
zum Anlass passen. Wer dabei zusieht, kommt schwerlich auf die
Idee, das hier jemand steht, der so
ziemlich sämtliche Hindernisse auf
sich vereinigt, in einen regulären
Job zu finden. Die 23-Jährige ist allein erziehende Mutter. Ihr Sohn
Maximilian ist vier Jahre alt. Er geht
in den Kindergarten in MannheimKäfertal. „Kleine Jungs brauchen
viel Liebe“, sagt sie. „Es ist nicht immer leicht.“ Von ihrem Freund hat
sie sich schnell getrennt. Er hatte
mit seiner Vaterrolle nicht viel am
Hut. Sie hat einen mittelmäßigen
Hauptschulabschluss hinter sich gebracht. Danach verpasste sie den
Einstieg in den Job. „Auch viele
meiner früheren Mitschüler haben
nichts gefunden“, erzählt sie. „Ich
war keine Ausnahme.“ Trotzdem ist
Sandra Kissner eine Erfolgsgeschichte. Sie ist eine Siegerin. Aber es hat
gedauert.
Nach dem Hauptschulabschluss
geht sie auf die Hauswirtschaftsschule: Stricken, Nähen, Kochen.
Im Grunde ein Parken auf Zeit. Im
Kopf aber weiß sie bereits, sie will
Floristin werden. Dennoch beginnt
sie eine Lehre als Arzthelferin.
„Aber das war Mobbing vom ersten
Sandra Kissner hat über ein „Einstiegsqualifizierendes Praktikum“ eine
Ausbildung als Floristin gefunden.
Bild: Rinderspacher
Augenblick.“ Also lässt sie es wieder
sein. Sie bewirbt sich hier und da,
aber sie findet nichts. „Dann habe
ich beim Arbeitsamt die Möglichkeit bekommen, ein Praktikum zu
machen.“ Es ist ein so genanntes
Innovatives
Telemarketing
Ziele erreichen
Voraussetzung für erfolgreiche
Kundenbeziehungen ist der Spaß
und das Talent mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt
zu treten, ihre Erwartungen und
Wünsche zu erkennen und sie zu
verstehen.
Die KIM GmbH macht aus Interessenten langfristige Kunden. Angefangen bei der telefonischen
Verkaufsunterstützung einer
Produktneueinführung bis hin zur
Kundenbefragung zur Sicherung
von Qualitätsstandards, bietet die
KIM GmbH Unternehmen die umfassenden Dienstleistungen einer
modernen Telesales Agentur.
Ein Unternhemen der:
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Was wir für Sie tun können,
beantworten wir Ihnen gerne:
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Arbeitsmarkt
„Einstiegsqualifizierendes Praktikum“ (EQ). Das Projekt ist eine Kooperation zwischen Industrie- und
Handelskammern (IHK) und der
Bundesagentur für Arbeit (BA). Die
IHK wirbt die Stellen ein, die BA
zahlt den Praktikanten ein Taschengeld in Höhe von 192 Euro im Monat. Das Praktikum dauert zwischen sechs und zwölf Monaten.
„Poesie-Blumen“ in der Mannheimer Gartenstadt. Und in ihrem
Wunschberuf. Der Betrieb hat
schon seit zehn Jahren nicht mehr
ausgebildet, aber die beiden Chefinnen sind neugierig und wagen den
Versuch. Inzwischen haben sie die
23-Jährige in eine Ausbildung übernommen. „Kämpfen lohnt sich“,
sagt sie. Dass harte Praktikum musste sie Vollzeit absolvieren. Maximilian blieb in dieser Zeit bei der Großmutter. Mittlerweile kann sie halbtags arbeiten und hat wieder Zeit für
ihren Sohn. Zum Ausgleich geht sie
vier Jahre in die Lehre, statt der üblichen drei. Nun ist sie da, wo sie hin
will. „Ich liebe diesen Beruf, man
kann seiner Kreativität freien Lauf
lassen“, schwärmt sie.
Was als eine unter vielen Fördermaßnahmen begann, hat sich inzwischen zum Erfolgsprojekt entwickelt. Nach Angaben der IHK
Rhein–Neckar bleiben über 60 Prozent der EQ-Praktikanten anschließend im Job. Andere Maßnahmen
erreichen kaum 25 Prozent.
Das Projekt gilt als eines der wenigen, die einen gewissen Erfolg erzielen. Doch bei den Jugendlichen
scheint man davon nichts zu wissen. Inzwischen gibt es nämlich
mehr Stellen als Bewerber. „Von
762 Angeboten sind derzeit nur
343 besetzt“, sagt Andrea Kiefer
von der IHK. „Das Praktikum bietet
71
eine hervorragende Möglichkeit für
Betrieb und Jugendliche, sich gegenseitig unabhängig von einer
schriftlichen Bewerbung kennen zu
lernen und ein Bild voneinander zu
Die econo Rhein-Neckar GmbH ist ein junges, schnell wachsendes
Medienunternehmen. Hier wird monatlich das gleichnamige Wirtschaftsmagazin econo produziert und publiziert. Das Verbreitungsgebiet umfasst
momentan 110.000 Unternehmen und erstreckt sich über 18 Stadt- und
Landkreise. Neben international agierenden Konzernen zeichnet sich die
Region durch eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen mit hoher
Innovationskraft aus.
Zur Verstärkung unseres Anzeigen-Verkaufsteams suchen wir
Freie Handelsvertreter (m/w)
für die Landkreise Main-Tauber/Neckar-Odenwald
sowie Landau/Südliche Weinstraße/Germersheim
Ihnen liegt das Verkaufen im Blut, Sie kennen die Unternehmen in der
Region, sind konzeptions- und kontaktstark und arbeiten zielgerichtet?
Dann sind Sie bei uns richtig! Sie erwartet ein gutes Produkt, ein eingespieltes Team und eine gute leistungsorientierte Unternehmenskultur.
machen.“ Oftmals zeigen die Kids
dabei Talente, die man ihnen nach
Betrachtung ihrer schriftlichen Unterlagen kaum zugetraut hätte. Auf
diesem Weg landet Sandra Kissner
Ob sie am Ende der Ausbildung
übernommen wird, weiß sie nicht.
„Aber ich arbeite daran.“ Einen
Freund hat sie inzwischen auch
wieder. Einen, der kein Problem mit
einer Vaterrolle hat.
Jochen Schönmann
Interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre vollständigen
Bewerbungsunterlagen
per E-Mail an: bernhard.klumpp@econo-rn.de
per Post an:
econo Rhein-Neckar GmbH
Bernhard Klumpp
Dudenstraße 12 – 26
68167 Mannheim
72
Infrastruktur
Stop-and-go: Realität an vielen Werktagen in der Region. Bild:Fotolia
Vor dem Infarkt
Die Wirtschaft in der Metropolregion drängt auf einen Ausbau von Straßen und Schienen.
Ansonsten drohe der Verkehrskollaps. Bilanz einer festgefahrenen Diskussion
tinkende Abgase, lärmende
Motoren, genervte Autofahrer.
Wer sich zur Hauptverkehrszeit auf die Konrad-Adenauer-Brücke wagt, kommt nicht weit: Stau!
Das kleine Stück Straße, das Mannheim und Ludwigshafen verbindet,
steht täglich vor dem Verkehrsinfarkt: 67 000 Fahrzeuge und 7200
Lastwagen rollen jeden Tag über das
S
econo
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in den 50er Jahren errichtete Bauwerk. Auf der weiter nördlich gelegeneren Kurt-Schumacher-Brücke
sieht es mit über 58 000 Fahrzeugen pro Tag kaum besser aus. Eindeutig zu viel, sagt Jürgen Vogel von
der Industrie- und Handelskammer
(IHK) Pfalz. Im Namen der Unternehmen in der Region fordert er eine weitere Rheinquerung südlich
von Ludwigshafen. Laut IHK werden sich in wenigen Jahren täglich
137 000 Fahrzeuge durch die
Mannheim und Ludwigshafen zu
den Brücken quälen.
Verschärft wird die Situation
durch Bauarbeiten. Beide Brücken
sind durch die starke Belastung
mehr oder weniger marode, müssen
in den kommenden Jahren Stück für
Stück saniert werden. „Das wird eine Dauerbaustelle“, sagt Vogel.
Nicht nur die Rheinquerungen
selbst sind betroffen, sondern auch
die Zubringerstraßen, die vor allem
auf Ludwigshafener Seite aus einem
Geflecht von kleineren Zufahrtsbrücken bestehen. Wenn die Arbeiter
mit der Sanierung an einem Ende
fertig sind, können sie am anderen
Infrastruktur
Ende wieder anfangen. Leidtragende der Situation sind nicht nur die
im Stau steckenden Pendler und
Spediteure. Auch den Einwohnern
von Mannheim und Ludwigshafen
schlägt die stinkende Pkw-Parade
durch ihre Stadtzentren auf die
Bronchien. Und die IHK warnt:
Wenn die Weichen nicht in Richtung Entlastung der Innenstädte gestellt werden, könnte das regionale
Wirtschaftsleben auf den Straßen im
Dauerstau erstarren.
Um den drohenden Verkehrsinfarkt im Herzen der Metropolregion
abzuwenden, fordern die regionalen Wirtschaftsvertreter seit Langem eine neue Rheinquerung südlich von Ludwigshafen. Seit den
60er Jahren gibt es Pläne, hier einen
„Rhein-Neckar-Schnellweg“ zu bauen. Als A 65 soll er die linksrheini-
sche B 9 mit der rechtsrheinischen
B 38a verbinden. Die Straßenverbindung soll die kleine Fähre ersetzen, die hier im Viertelstundentakt
Fußgänger und Fahrzeuge über den
Rhein schippert. In vielen Straßenkarten war der Lückenschluss bereits mit dem Vermerk „in Planung“
eingezeichnet. Doch das Projekt
scheiterte bislang am Widerstand
der von Naturschutzgebieten umgebenen Gemeinde Altrip. Deren Einwohner wehren sich vehement gegen die Schnellstraße vor ihrer
Haustür. Die Unterstützung der
Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen, Eva Lohse, ist ihnen dabei sicher. Bei einer Bürgerversammlung
zur Ansiedlung des Maschinenbauers Vögele bekräftigte sie im März,
sie lehne eine oberirdische Rhein-
73
querung aus „ökologischen Gesichtspunkten“ ab.
nötigte Rheinquerung doch noch
realisieren – als Brücke oder als Tunnel.
Menge der transportierten
Güter wächst rasant
„Die Metropolregion soll ein Motor sein für die wirtschaftliche Entwicklung des ganzen Landes“, so
Dallinger. „Dazu braucht es dringend eine funktionsfähige und zukunftsgerechte Infrastruktur.“
„Die Diskussion dreht sich im
Kreis“, stöhnt Stefan Dallinger, Direktor des Verbandes Region Rhein
Neckar (VRRN). Vor gut einem Jahr
hat er die schon fast tot geglaubte
Idee zu neuem Leben erweckt. Bis
2009 will Dallinger ein neues Gutachten auf den Tisch legen, das Varianten für eine Streckenführung
aufzeigt. Um Altrip macht er zwischenzeitlich – zumindest namentlich – einen großen Bogen. „Eine
Brücke dort fordern wir auf gar keinen Fall.“ So will er die dringend be-
Bis 2030, so schätzen die Verkehrsforscher des Beratungsunternehmens ProgTrans, wird die Menge der in Deutschland beförderten
Güter um 1,1 Prozent pro Jahr zunehmen. Das Bundesverkehrsministerium prognostiziert, dass die Menge der jährlich transportierten Güter
von derzeit 3,8 Milliarden bis 2030
auf 4,9 Milliarden Tonnen anwachsen wird. 20 Jahre später sollen es
̈̈
5,5 Milliarden Tonnen sein.
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Infrastruktur
̈̈ „Es ist schwer vorstellbar, wie es
gelingen soll, all das zu transportieren, ohne dass wir bestehende Lücken im Verkehrsnetz schließen“,
sagt Jürgen Vogel von der IHK.
Um die Lücken zu schließen und
Engpässe zu beseitigen, erarbeitet
der Verband Region Rhein-Neckar
(VRRN) gerade einen regionalen
Verkehrsplan. Er soll neben Lösungen für eine zusätzliche Rheinquerung vor allem aufzeigen, wie
Odenwald und Neckartal besser an
die Rheinebene angeschlossen werden können. Denn statt gut ausgebauter Schnellstraßen gibt es im Neckar-Odenwald-Kreis vor allem enge
und kurvige Landstraßen. Die IHK
Rhein-Neckar fordert daher nicht
nur den dreispurigen Ausbau der
B 27 von Buchen nach Mosbach,
sondern seit Langem auch den Bau
der sogenannten Odenwald-Transversale. Sie soll den Lastwagen den
mühsamen Weg von Buchen zur
A 81 (Würzburg-Stuttgart) ebnen.
„Das wäre ein Stück echte Wirtschaftsförderung“, sagt IHK-Verkehrsexpertin Dagmar Bross. Für sie
und ihre Kollegen in Ludwigshafen
und Darmstadt ist die Verkehrsinfra-
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struktur das Herz-Kreislauf-System
der Wirtschaft. „Wir müssen in der
Lage sein, den Transport von Produkten aus den Unternehmen heraus und in die Unternehmen hinein zu gewährleisten“, so die IHKExpertin. Zudem müssten die Arbeitnehmer möglichst ohne Behinderungen an ihre Arbeitsplätze und
wieder nach Hause kommen.
Odenwald-Transversale als
Wirtschaftsförderung
Im Namen der Unternehmen in der
Region melden sich die Industrieund Handelskammern regelmäßig
mit „Verkehrsleitbildern“ zu Wort,
in denen sie konkrete Forderungen
nach einem Ausbau von Straßen
und Schienen aufstellen. Den jüngsten dieser Forderungskataloge hat
die IHK Darmstadt veröffentlicht.
Ganz oben auf der Wunschliste
der südhessischen Wirtschaft
steht darin der sechsspurige
Ausbau der A 5. „Die wichtige Nord-Süd-Verbindung
ist den heutigen Verkehrsströmen nicht mehr gewachsen“, sagt Susanne Jung von
der IHK Darmstadt. Ihr Urteil: „dauerhaft überlastet“.
Gleiches trifft auf die A 6 und die
A 61 zu, wo kein Tag ohne Stau vergeht. Vor allem die Abschnitte zwischen Sinsheim und Rauenberg und
das Kreuz Frankenthal sind immer
wieder verstopft. „Problematisch ist
auch die Verbindung zwischen
Rheinbrücke und Viernheimer Dreieck“, sagt Dagmar Bross. Hier würde sie gerne drei Fahrstreifen in jeder Richtung sehen. Darüber hinaus
an der Anschlussstelle Sandhofen
ein „Kleeblatt“, also ein vollausgebautes Straßenkreuz mit den entsprechenden Verbindungsrampen
zur B 44.
Im Südosten der Metropolregion
wünscht sich die Wirtschaft gar ein
ganz neues Stück Autobahn: den
Lückenschluss durch den Bienwald.
Hier fehlt seit Jahren ein rund zehn
Kilometer langes Verbindungsstück
zwischen der A 65 und der französischen Autoroute 35. „Ein Aberwitz“, schäumt Jürgen Vogel, denn
derzeit gibt es hier nur die schnurgerade B 9, eine bei Lastwagenfahrern beliebte Abkürzung, auf der es
wegen zu hoher Geschwindigkeit
immer wieder zu Unfällen kommt.
Ob und wann diese und andere
Lücken geschlossen werden, ist jedoch ungewiss. Denn bevor Planierraupen und Asphaltiermaschinen
anrücken, muss ein Vorhaben eine
Reihe von bürokratischen Hürden
nehmen. Eine der wichtigsten ist
die Aufnahme in die jeweiligen Landesplanungen, der meist ein Raumordnungsverfahren vorausgeht: Im
Auftrag der Behörden prüfen Gutachter unter Anhörung der Öffentlichkeit, ob ein Vorhaben den langfristigen Plänen eines Landes entspricht. Rechtlich bindend ist allerdings erst das anschließende Verfahren zur Planfeststellung, an dessen
Ende ein klarer Beschluss für oder
gegen ein Vorhaben steht. Zuständig
bei größeren Straßenbauvorhaben
in der Metropolregion sind hierfür
meist, je Bundesland, die Regierungspräsidien in Darmstadt und
Karlsruhe sowie der Landesbetrieb
Mobilität in Koblenz.
Aus finanzieller Sicht wichtig ist
die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Dieser Investitionsrahmenplan legt alle zehn Jahre fest,
welche Gelder der Bundesverkehrsminister für welches Projekt zur
Verfügung stellt. Die aktuell gültige
Version stammt aus dem Jahr 2003
und listet sämtliche Verkehrsverbindungen zu Lande und zu Wasser
auf, die nach Ansicht der Bundesregierung bis zum Jahr 2015 eines
Ausbaus bedürfen.
Bund hat andere Prioritäten
als die Region
Viele der aus Sicht der Region vordringlichen Projekte, etwa die zusätzliche Rheinquerung, der Ausbau
der A 5, die Odenwald-Tansversale
oder die Bienwald-Strecke, haben
für den Bund derzeit keine Priorität.
Besser sieht es für den Ausbau der
A 6 aus: Für den Ausbau des knapp
elf Kilometer langen Abschnitts
Wiesloch/Rauenberg bis Sinsheim
hat der Bund 38,3 Millionen Euro
bereitgestellt. An anderer Stelle ist
MOBILE METROPOLREGION
Autoverkehr: In der Metropolregion Rhein-Neckar dauert es durchschnittlich acht Minuten, bis man mit dem Auto den nächsten Autobahnanschluss erreicht hat.
Bahnverkehr: Der Mannheimer Hauptbahnhof ist mit rund 160 Abfahrten pro Tag der zweitgrößte Fernverkehrsbahnhof Deutschlands. Heidelberg, Neustadt an der Weinstraße und Worms sind weitere ICEHaltepunkte in der Region. In 31 Minuten sind Reisende mit der Bahn
am Flughafen Frankfurt Rhein-Main, dem größten europäischen Kontinentalflughafen mit den weltweit meisten Interkontinentalverbindungen.
Güterverkehr: Der Rangierbahnhof Mannheim ist nach Hamburg-Maschen der größte Deutschlands. Das Hafenzentrum Mannheim/Ludwigshafen mit intermodaler Anbindung das zweitgrößte Europas.
der Ausbau im Gange oder bereits
abgeschlossen.
Höchste Priorität räumt der Bundesverkehrsminister zudem der
ICE-Neubaustrecke Rhein-Main/
Rhein-Neckar ein – dem mit Abstand wichtigsten Schienenverkehrsprojekt, das die Region betrifft.
Obwohl Einigkeit herrscht, dass die
Strecke so schnell wie möglich gebaut werden soll, ist das Vorhaben
seit Jahren blockiert. Denn Bahn
und Region streiten erbittertet über
die künftige Streckenführung. Dabei stehen die Gelder bereit, der
Bund hat 1,77 Milliarden Euro zum
Bau der zweigleisigen Hochgeschwindigkeitstrasse bewilligt. Die
Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren für einen Kompromiss
stark gemacht und damit die Phalanx der Umfahrungsgegner verlassen. Dafür musste sie von der Politik
viel Prügel einstecken. „Dieser
Schlingerkurs schadet den Interessen der Großregion“, attackierte etwa der Landesvorsitzender der
CDU Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, vor zwei Jahren den damaligen BASF-Vize und Chef des IHKWirtschaftsforums, Eggert Voscherau. Voscherau hatte zuvor die Blo-
Fahrt ins Ungewisse:
Die ICE-Neubaustrecke Rhein-Main/Rhein-Neckar, ein
Schlüsselfaktor im regionalen Verkehrskonzept, sorgt seit Jahren für Streit.
ckadehaltung gegen die von der
Bahn gewünschte Umfahrung
Mannheims kritisiert.
Nun sieht man bei der IHK gute
Chancen, dass es bis Ende des Jahres eine Einigung gibt und das Planfeststellungsverfahren eingeleitet
werden kann. „Hinter den Kulissen
laufen derzeit Gespräche mit diesem Ziel“, vermutet Dagmar Bross.
Sie hofft, dass die Bahn von der geplanten Umfahrung Mannheims abrückt und zugleich die regionalen
Politiker sich nicht zu sehr von Volkes Zorn beeindrucken lassen und
auch über konfliktträchtigere Varianten mit sich reden lassen.
Wird der Rhein
zur Trennlinie?
Ein neuer Konflikt droht in den Naturschutzgebieten südlich Ludwigshafens. Dass die Rheinquerung im
aktuellen Entwurf des nächsten
rheinland-pfälzischen Landesentwicklungsprogramms ausdrücklich
als „zu prüfen“ erwähnt ist, werden
die Bürger in Altrip mit Argwohn
zur Kenntnis nehmen. Ebenso die
Ankündigung von Verkehrsminister
Hendrik Hering, das Projekt im
nächsten Bundesverkehrswegeplan
mit Priorität einstufen lassen zu
wollen. „Aus fachlicher Sicht ist die
Maßnahme wegen ihrer hohen Entlastungswirkung und dem hohen
Nutzen-Kosten-Faktor ein sinnvolles Bundesprojekt“, so Hering. Bei
Unternehmen und Wirtschaftsfunktionären stoßen solche Worte auf
ein positives Echo. Denn die Metropolregion, so IHK-Experte Vogel,
müsse aufpassen, dass der Rhein
nicht zur Trennlinie werde.
Daniel Albrecht
76
Bildung & Wissenschaft
WM der
Maschinen
In Heidelberg haben sich Studenten aus
23 Ländern getroffen. Es ging um nicht weniger
als die Robotik-Weltmeisterschaft
s sieht aus, als hätten sich alle
Staubsauger, Kaffeeautomaten
und Lautsprecherboxen Heidelbergs an diesem Nachmittag im Forum des SRH-Turms verabredet, um
den schnellsten und schlauesten unter sich auszumachen. Auf einem
grauen, frisch gewienerten Spielfeld, groß wie ein Konferenztisch,
flitzen sie umher, sammeln farbige
Bälle ein, legen oder schießen diese
in Rillen und Körbe, die an den blauen und roten Spielfeldbanden angebracht sind.
Am Spielfeldrand steht ein Student, kurze Haare, Brille, dessen
Finger fest einen Schraubenzieher
umklammern. Ein anderer Student
rauft sich die langen Haare. „What
is he doing?“, ruft er und blickt auf
seinen Schützling, der einfach nur
dasteht, während sein französischer
Konkurrent einen Ball nach dem an-
E
deren einsaugt und dann schnell in
Richtung Spielfeldkante fegt, um die
Bälle in die dafür vorgesehenen Rillen fallen zu lassen.
„Vieles in diesem Wettbewerb ist
unabwägbar“, sagt der 23-jährige
Sascha Dech und zählt als Gründe
für Pannen Funkstörungen, Systemabstürze, falsch in die Kameras einfallendes Licht und durchgebrannte
Motoren auf. Dech gehört gemeinsam mit dem 28-jährigen zum Team
„HeidelBot“, dass der diesjährige
Gastgeber, die SRH Heidelberg, ins
Rennen geschickt hat – oder schicken wollte. Einen Tag vor Beginn
der Qualifikation, in der die deutschen WM-Teilnehmer ermittelt
werden sollten, schmorten „HeidelBot“ die Drähte durch und er gab
den Geist auf.
Dennoch, „Ziel war, viel zu lernen“, sagt Sascha Dech. „Und das
haben wir.“ Denn so ein Projekt sei
schon etwas anderes als die kurzen
Beispiele, die es in den Vorlesungen
gebe, bevor es dann schnell weiter
im Stoff gehe. „Einen Projektplan zu
entwerfen und zu überlegen, wo
und wann macht man was. Das war
für uns neu“, sagt der 23-Jährige.
Zumindest die Universität Heidelberg schaffte die WM-Qualifikati-
on. Der Clou – ihren Roboter „Carola“ hatten die Studenten komplett
aus Legosteinen zusammengesetzt.
Und statt Bälle in den Rillen abzulegen, schossen ihr Schützling direkt
auf die Tore am Spielfeldrand. Zum
Titel reichte es dennoch nicht – den
holte Seriensieger Frankreich.
Professor Achim Gottscheber, der
Organisator der WM, ist dennoch
zufrieden. Immerhin brachte er
44 Mannschaften aus 23 Nationen
Passend zur EM präsentierten sich auch die Fußball-Roboter auf dem Campus der SRH. Für sie gibt es allerdings eine eigene Weltmeisterschaft – den Robocup. Dieser
wird im Juli im chinesischen Suzhou stattfinden.
econo
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6. Juni 2008
Bildung & Wissenschaft
77
Ein Spiel hat 90 Sekunden: Bei der Robotik-WM treten jeweils zwei Roboter im K.o.-System gegeneinander an. Das diesjährige Motto hieß „Mission to Mars“. Ziel war
es, viele Gesteinsproben (Bälle) einzusammeln und diese entweder in die Rillen (Vordergrund) oder die Tore (links und rechts) zu befördern.
Bilder: Rinderspacher
in Heidelberg zusammen. „So ein
internationaler Austausch ist wichtig“, sagt er. Auch für die Industrie
sei so ein Ereignis interessant. „Es
ist wichtig, dass die Robotik in der
Region gefördert wird.“
Zwar sind zweibeinige Haushaltsroboter weiterhin Science-Fiction.
Doch schon jetzt gibt es erste Staubsaug-, Wisch- oder Spielzeugroboter.
Den Weltraum hat die Robotik
längst erobert. „Nicht ohne Grund
steht die diesjährige WM unter dem
Motto ,Mission to Mars’“, sagt Gottscheber.
Dr. Rainer Dulger, Geschäftsführer des als Sponsor beteiligten Heidelberger Dosierpumpen-Herstellers ProMinent, hat hingegen eigene
Motive. „Wir brauchen qualifiziertes Personal in allen Fachbereichen.“ Zwar gebe es keine Anwendung für die Robotik in seinem Unternehmen. „Doch die Disziplinen,
die zur Robotik führen – Mikroelektronik, Software, Akustik und Sensorik – die brauchen wir täglich.“
Ebenfalls auf seine Weise von der
Eurobot profitieren will die Ludwigshafener Medien-Agentur Cyperfection. Das Unternehmen hat
sich unter anderem auf die Entwicklung multimedialer und webbasierter Anwendungen spezialisiert. Zur
Robotik-WM haben die Ludwigshafener den offiziellen deutschen Internet-Auftritt gesponsert. „Wir
wollen die Marke Eurobot im Netz
positionieren“, sagt der zuständige
Projektmanager Bernd Baltz. Das
Interesse von Cyperfection konzentriert sich dabei vor allem auf jenes
Publikum, dass die WM online verfolgt. „Wenn unserer Angebote, die
Foren, die Blogs und die verschiedenen Web-Technologien von den
Nutzern mit unserer Agentur verbunden werden, dann haben wir da
nichts gegen“, sagt Baltz.
Kristian Klooß
HINTERGRUND
Der Wettbewerb entstand aus der 1994 begonnenen französischen
Meisterschaft Coupe de France de Robotique. Mir dem Titel Eurobot
fand die Robotik-WM, die allen Nationen offen steht, in diesem Jahr
erstmals in Deutschland statt. Austragungsort war vom 22. bis
24. Mai der Campus der SRH Hochschule Heidelberg.
Das Thema des Wettbewerbs variiert. In diesem Jahr lautet es „Mission to Mars“, wobei die bunten Kugeln einzusammelndes Marsgestein repräsentieren sollen.
Der Regelkatalog ist vierzig Seiten lang. So dürfen Roboter nicht höher als 35 Zentimeter sein, maximal fünf Bälle gleichzeitig transportieren und müssen sich nach 90 Sekunden selbst ausschalten. Außerdem darf kein Roboter einen anderen blockieren.
Mission to Mars: Treu nach dem WM-Motto zeigten sich diese Fans. Auch im
Forum der SRH Heidelberg herrschte galaktisch gute Stimmung.
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Lifestyle
Mit seinem Rugbyteam, den „Old Christians“ aus Montevideo, stürzte Nando Parrado über den Anden ab. Dies veränderte sein Leben und das jener, die auch der Hölle
entkamen. Heute wohnt der Uruguayer im Küstenort Punta del Este. In Vorträgen versucht er zu vermitteln, was er aus seinen Erfahrungen gelernt hat.
Bild: Parrado
Geschichten aus der Hölle
Weltbekannt wurde Nando Parrado als Überlebender eines denkwürdigen Flugzeugabsturzes in
den Anden. In den 72 Tagen bis zur Rettung veränderte sich das Leben des Uruguayers. Von seinen
Erfahrungen wird er am 28. November im Mannheimer Congress Centers erzählen
I
m Oktober 1972 steigt Nando
Parrado gemeinsam mit seinen
Freunden aus dem Uruguayer
Rugbyteam „Old Christians“ in eine
Propellermaschine. Die Mannschaft
will zu einem Freundschaftsspiel
nach Santiago de Chile reisen. Dass
die Spieler dort nie ankommen werden, wissen sie noch nicht.
Das Flugzeug, eine zweimotorige
Fairchild, gerät über der Gebirgskette in heftige Turbulenzen. Wohl
nach einem Pilotenfehler rammt es
schließlich einen Felsgrat. Ein Flügel reißt ab und durchschneidet den
Rumpf des Flugzeugs, der mit neun
Menschen in die Wolken gerissen
wird. Dann bricht der zweite Flügel
ab. Der Rumpf rast weiter und
streift einen zweiten Felsgrat. Dann
schlägt das Flugzeug auf ein ab-
econo
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6. Juni 2008
schüssiges Schneefeld auf. Acht Passagiere und vier Besatzungsmitglieder werden beim Aufprall zerschmettert, erschlagen oder zerdrückt. Nando Parrado liegt drei Tage im Koma. Er hat einen Schädelbruch erlitten. Als er aufwacht, erfährt er vom Tod seiner Mutter und
seines besten Freundes. Tage später
erliegt seine Schwester ihren Verletzungen.
Schließlich aßen sie
das Fleisch der Toten
Die Hoffnung auf Rettung stirbt, als
die Überlebenden nach acht Tagen
im Radio hören, dass die Suche
nach ihnen abgebrochen worden
ist. So beginnt für sie ein scheinbar
auswegloser Kampf gegen Tod, Kälte und Hunger. Bald sind die letzten
Lebensmittel verbraucht. Sitzkissen
werden herausgerissen, in der Hoffnung, essbares Stroh zu finden. Die
Verzweifelten Passagiere nagen am
Leder ihrer Koffer. Am Ende überwinden sie sich. Sie zerschneiden
mit Glasscherben das Fleisch aus
den Toten heraus. Dann essen sie
es.
Kurze Zeit später, am 19. Tag
nach dem Absturz, begräbt eine
nächtliche Lawine Menschen und
Flugzeugwrack unter sich. Acht
weitere Leben werden unter meterdicken Schneeschichten auslöscht.
Und Nando Parrado wird klar: „Entweder lassen wir uns vom Wahnsinn vollkommen verschlingen und
werden endgültig zu Tieren, oder
wir versuchen, gegen alle Chancen,
einen Weg aus dieser Hölle zu finden.“
Dies ist der Moment, in dem er
sich entschließt, gemeinsam mit
zwei Freunden die Anden in westliche Richtung zu überqueren. Dort
wollen sie Hilfe holen. Mit ihren
Rugbyschuhen an den Füßen durchklettern sie das Gebirge. Doch die
ersten vier Anläufe scheitern. Erst
nach sechs Wochen – unterstützt
von der ungewöhnlich kräftigen
Frühlingssonne – gelingt die Flucht
in die Freiheit. Nando Parrado und
sein Freund Roberto Canessa klettern über einen 5500 Meter hohen
Gipfel. Nach zehn Tagen durch
Schnee und Felsen entrinnen sie der
Hölle. Ihren Kameraden schicken
Inxmail
Professional
ZUR PERSON
Geboren ist Fernando Seler Parado, genannt „Nando“, 1949 in Uruguays Hauptstadt Montevideo. Seinen Schulabschluss machte er am
Stella Maris College in Montevideo, wo er auch begann, Rugby zu
spielen.
Seinen Flugzeugabsturz in den Anden im Jahr 1972 und die damaligen
Qualen hat der Mittfünfziger mittlerweile in seinem Buch „72 Tage in
der Hölle“ verarbeitet. Seit einigen Jahren hält der Uruguayer auch
Vorträge, in denen er von seinen Erfahrungen berichtet.
In seiner Heimat Uruguay ist Nando Parrado ein Star. Dort ziert er die
Titelseiten von Zeitschriften. Sein Geld verdient er als landesweit bekannter TV-Produzent.
sie einen Hubschrauber zur Rettung.
Ein Triumph des Willens
und des Teamwork
Diese wahre Geschichte über den
Triumph des Willens, über Mut,
Teamwork und Entschlossenheit,
hat Nando Parrado nicht mehr losgelassen. Und dennoch brauchte er
Jahrzehnt, um sie zu verarbeiten.
Seit wenigen Jahren berichtet er in
der ganzen Welt von seinen Erlebnissen. Ende November wird er dies
im Mannheimer Congress Center
tun. Er wird von dem Überlebenskampf berichten, den er in einer der
feindlichsten Umgebungen dieser
Erde ausgefochten hat, und er wird
dabei die Brücke zu innovativen
Strategien für das 21. Jahrhundert
schlagen.
Einlass zur Veranstaltung ist am
28. November 2008 um 18 Uhr. Im
Foyer des Congress Centers haben
die teilnehmenden Unternehmen
die Möglichkeit, sich mit Ständen
zu präsentieren. Das offizielle Programm im Mozart-Saal wird durch
eine kurze Begrüßung und Filmeinführung eröffnet, bevor Gastredner
Nando Parrado die Bühne betritt.
Die Inhaber eines Incentive oder
VIP-Tickets erwartet nach dem Vortrag ein gemeinsames Abendessen
mit dem Uruguayer.
Kristian Klooß
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unter www.inxmail.de
80
Index
Bild: Fotolia
Name
Seite
Adjemian, Artin
50, 54
49
Adler, Hans-Joachim
Alois Lauer Stahl- und
Rohrleitungsbau GmbH
16
Alstom Deutschland
49
Alstom Power Service
10
Alt, Bernd
16, 17
AP
57
Arndt, Prof. Dr. Hans-Wolfgang 48
Avis
18
Bach, Dr. Alfred
20
Backes, Gerd
49
Bäko Süd-West eG
24
Baldauf, Christian
75
BASF 8, 10, 34, 36, 48, 64, 66, 69
BayWa-Konzern
7
BDO Deutsche
Warentreuhand AG
61
Bendszus, Martin
49
Berger, Göran
16
Berger, Julius
25
Berlitz
24
Berlitz, Maximilian D.
24
Bestattungsinstitut Bühn
40
Bettermann, Peter
6
Beyer, Dr., Rüdiger
46
Beyme, Prof. Dr. Klaus von
49
Bilfinger Berger AG 16, 21, 25, 49
Bilgri, Anselm
18
Bio Center Mannheim
16, 17
BioRegion Rhein-Neckar
43
Birkenmaier, Thomas
49
BMW Sauber
31
Boehringer
42
Boehringer Ingelheim
16
Borkowsky, Anno
49
Brockhaus- und Dudenverlag
30
Bross, Dagmar
74, 75
Brötel, Dr. Achim
48
Bühler
9
Bundesverband
Deutscher Bestatter e.V.
40
Bürgschaftsbank
18
Büro für angewandte Gestaltung 50
Canessa, Roberto
78
Capgemini
57
Cartel Damage Claims
33
Cemex
33
Chemieverbände
Rheinland-Pfalz
20
Ciba
17
Class, Michael
21, 49
Classen, Ulrich
32, 33
Contargo Ludwigshafen GmbH 17
CropEnergies AG
13
D
aimler
Dallinger, Stefan
7
18, 46, 72
Deere & Company
8
Dempsey, Martin E.
48
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
12
Deutsches Institut
der Wirtschaft (DIW)
12
Ding, Jürgen
26, 27
Drautz, Richard
40
Dresdner Bank AG
49
Dugler, Dr. Andreas
46
Dyckerhoff
33
Eberthaler, Prof. Dr. Markus
Ecclesstone, Bernie
ECE
Edunburgh Elevator GmbH
Ehmann, Thomas Josef
Eichbau-Brauerei AG
Eitel, Prof. Dr. Bernhardt
EMEA
Ericsson
Ernst, Wolfgang
48
30
36
14, 15
14, 15
46
48
20
26
48
Europäische Gemeinschaft
Felden, Claudia
FH für Rechtspflege
Schwetzingen
9
48
14
F
8
6, 52
10
13
13
G
11
67
57, 58
61
8
27
12
31
ike Deutschland
Freudenberg
Friatec AG
Fuchs Petrolub
Fuchs, Stefan
AH-Gruppe
Gans, Prof. Paul
Gasser, Markus
Geers Hörakustik
Geka
Gerke, Prof. Dr. Wolfgang
GfK
Glock, Timo
Index
Großkraftwerk Mannheim AG
7
Grüner Punkt
10
Grünewald, Alexander
18
GS1 Germany GmbH
61
Gummer, Dieter
29, 30
Gündel GmbH
48
IngDiBa
Institut Omniphon
Internationaler Verband
für öffentliches Verkehrswesen
IT Consult AG
H
akoubek, Alfred
John Deere
Jung, Susanne
Junker, Bernd
Kagermann, Henning
Kaliebe, Dirk
Kalweit, Achim
&M
Haber, Dr. Thomas
Hagemann Snabe, Jim
Hambrecht, Jürgen
Handwerkskammer
Rhein-Neckar-Odenwald
26
48
34
48
18
J
27
20
49
57
16
16, 36, 50
74
49
34
49
46
M+W Zander
21
Machat, Rudolf
49
MAFINEX-Technologiezentrum 16
Mallet, Serge
36
Mannheimer AG
20, 21
Mannheimer
Ausstellungs GmbH
18
Mannheimer Forschungsgruppe
Wahlen
24
Mannheimer Morgen
10
Marketingclub Rhein-Neckar
49
Massachusetts Institute
of Technology
69
McKiernan, David
48
Media Markt
52
Meggle
61
INDEX
DIE NAMEN IN DIESEM HEFT
Hansen, Hans-Carsten
65
Häseli, Markus
8
Hauser-Hiebeler, Manuela
40
Heger, Dr. Günther
48
Heidelberger
Druckmaschinen AG 10, 49, 66, 69
HeidelbergerCement AG
32, 33
Heidfeld, Nick
28, 31
Heinlein, Klaus
20
Heinrich, Prof. Claus E. 46, 65, 68
Heitmann, Wilhelm
49
Hennig, Wieland
65
Hering, Hendrik
75
Hertel
16
Hi-Tech Coatings
1
Hochschule Mannheim
10
Hock, Thomas
16, 17
Hockenheimring GmbH 28, 29, 30
Hoffmann, Günter
21
Hoffmann, Gunther
49
Hoffmann, Walter
16
Holcim
33
Holler, Ulrike
18
Hopp, Dietmar
49
HSB
23
Hypovereinsbank
61
IHK Baden-Würrtemberg
52
IHK Darmstadt
13, 74
IHK Pfalz
25, 46
IHK Rhein-Neckar 12, 18, 22, 46,
48, 49, 50, 55, 67
IHK Schleswig-Holstein
49
IKEA
26
Industriepark Gersthofen
8
Infor
57
Kanzlei Zipper & Kollegen
Kappenstein, Bernd
Katz, Dr. Lothar
Kaufhof
Kerber, Andreas
Kiefer, Andrea
Kirchhoff Institut für Physik
der Universität Heidelberg
Kirchmair, Rolf
Kissner, Sandra
Kloster Andechs
Köhler, Willy
König, Anke
Kroes, Neelie
KSB AG
KSR-Kuebler AG
Kuelhaus AG
Kurz, Dr. Peter
L
62
49
18
52
23
71
48
18
70
18
7, 46
48
49
25
48
8
45, 46
aier, Stefan
51
Landesverband der Chemischen
Industrie Baden-Württemberg
49
Lafarge
33
L-Bank
16, 18, 22
LBBW
17
Leonhard, Prof. Dr. Dieter
10, 11
Lexin Produktion GmbH
49
Liautaud, Bernhard
48
Lohse, Dr. Eva
66, 72
Lowack, Wolf-Rainer
67
Ludwigshafener Hafenbetriebe 17
Lutz, Dagmar
40
Luzius, Prof. Dr. Franz J.
12, 22, 46, 48
Merk, Volker
34, 57
Mertinger Molkerei
8
Metallgesellschaft AG
30
Microsoft Business Solution
57
Mitrovic, Boban
50, 51, 52, 53
MLP AG
9
Mohrhardt, Jürgen
67
MPDV Mikrolab GmbH
48
Musikpark Mannheim
22, 38
MVV Energie AG
8, 21, 49
MVVEnergiedienstl. GmbH
8, 21
MVV OEG
23
MVV Umwelt GmbH
21, 49
MVV Verkehr
23
Naidoo, Eugene
Naidoo, Xavier
Namér, Holger
Neubauer, René
Niopek, Dr. Wolfgang
Noviello, Carmine
Oechsler, Prof. Walter
Oracle
Orphan Drug Designation
Parado, Nando
Pfalzwerke
Pflägling, Niels
Pfriem, Regina
38
38
27
16, 17
22
52
66
57
20
78
20
27
46
Phelps, Edmund S.
Piech, Guido
Pietät Hiebeler GmbH
Pinter Mess- und
Regeltechnik GmbH
Plenz, Stephan
Poesie-Blumen
Pöltl, René
Posch, Helmut
ProgTrans
ProMinent GmbH
Quoka.de
49
58
40
48
49
71
49
20, 82
72
46
21
Südzucker AG
Sutil, Adrian
Svenska Handelsbanken
SV-Versicherungen
Sygnis Pharma AG
6
31
26
17
20
Tata
6
61
Teletrust Deutschland GmbH
Testzentrum Lebensmittel
der Deutschen
Landwirtschaftsgesellschaft
Theissen, Dr. Mario
Töltl, Harald
Toyota
Treier, Dr. Volker
Tusche, Klaus
S
age
57
Saint-Gobain Isover
17
SAP AG
9, 18, 34, 46, 48,
57, 65, 66, 68, 69
SAS
58
Scheer, August-Wilhelm
48
Schindler, Werner
46
Schmidbauer, Bernd
48
Schmidt, Dr. Karl-J. 28, 29, 30, 31
Schmitt, Dr. Wolfgang
25
Schneider-Neureither
& Partner AG
9
Schnur, Horst
16
Schreier, Bernhard
49
Schreiner, Werner
49
Schwarz, Dr. Markus
49
Schwenk
33
Schwiezer, Dr. Jürgen 42, 43, 44, 45
Security Center Heidelb. GmbH 52
Seiler, Georg
29, 30
Sektkellerei Schloss Wachenheim 6
SenioRResearch
18
Sevsay-Tegethoff, Dr. Nese
18
Sigma Aldrich Produktions
49
Sita Kommunal Service Süd
21
Sita Rohstoffwirtschaft GmbH
10
Sparkasse Vorderpfalz
Ludwigshafen-Schifferstadt
7
SRH Hochschule Heidelberg
48
SRH Lernlife AG
30
Stark, Dr. Martin
6
Statistisches Bundesamt
12
Stierle, Rolf
10, 11
Stolz, Dr. Monika
18
Stratthaus, Gerhard
48, 65
U
niversität Heidelberg
48
Universität Mannheim
48, 66
Universität Stuttgart
51
VBL
23
Verband der Verkehrsunternehmen
Deutschlands
49
Verband Region Rhein-Neckar
46
Vereinigte Obst- und
Gemüsegroßmärkte Weisenheim 7
Verkehrsverbund
Rhein-Neckar GmbH
20, 49
Vettel, Sebastian
28, 29, 31
Vigener, Prof. Dr. Gerhard
48
Vogel, Dr. Gerhard
48
Vogel, Jürgen
72, 74
Vögele
45, 72
Volksbank Darmstadt
7
Volksbank Kreis Bergstraße
7
Volksbank Rhein-Neckar
26
Voscherau, Eggert
75
VR Bank Rhein-Neckar
7, 46
Vulkan
33
Waldecker, Dr. Gerd G.
49
49
48
48
48
57
52
46
57
Walter, Bernhard
Wandjo, Prof. Hubert
Webfactory GmbH
Wellensiek, Jobst
Westermann, Wolfgang
Wiesler, Daniel
Wilkes, Matthias
Wima-Gruppe
Wirtschaftsförderung
Kreis Bergstraße
Wittke, Andreas
Wörtler, Michael
Würzner, Dr. Eckart
14, 25
49
17
46
Zahn, Prof. Erich
52, 54
Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung
Zipper, Manfred
Zoll.ution GmbH
Zott GmbH & Co. KG
Zukunft MRN e.V.
Zweckverband Starkenburg
=XJDQJVNRQWUROOV\VWHP
• =XJDQJVNRQWUROOV\VWHP
3HUVRQDO]HLWHUIDVVXQJ3=(
3=(
• 3HUVRQDO]HLWHUIDVVXQJ
%HWULHEVGDWHQHUIDVVXQJVV\VWHP%'(
%'(
• %HWULHEVGDWHQHUIDVVXQJVV\VWHP
3URGXNWLRQV3ODQXQJV
3ODQXQJVXQG
XQG
• 3URGXNWLRQV
6WHXHUXQJVV\VWHP336
336
• 6WHXHUXQJVV\VWHP
:DUHQZLUWVFKDIWVV\VWHP:(6
:(6
• :DUHQZLUWVFKDIWVV\VWHP
Häuslematten 1
78132 Hornberg-Niederwasser
8
31
49
31
12
18
R
amsauer, Helmut
57
Rautert, Dr. Jürgen
49
Readymix
33
Realtech
6, 58
Rechtsanwaltskammer Karlsr.
48
Reschke, Christian
8
RHB
23
RheinChemie
49
Rhein-Neckar-Verkehr GmbH
23
Riedel, Thomas
48
Roche Deutschl. Holding GmbH 43
Roche Diagnostics GmbH 6, 43, 49
Rohr, Jürgen-Heinrich
58
Roll, Dr. Hansjörg
21, 49
Röösli, Prof. Dr. Franz
27
RWE
11
3&! 6RIWZDUH YRQ 56
LEBER HYGIENE SERVICE GMBH
Betriebs- und Waschraumhygiene
81
56
3RS GmbH & Co.
KG*PE+ Q &Ré.*
'DLPOHUVWUD‰H
‡Malsch
' 0DOVFK
Daimlerstraße
27 • D-76316
7HOHIRQ
/ 94
55
Telefon
0 7246
- 0
• Fax‡ 09D[
72 46
/ 94
55 - 90
(PDLOQLQIR#UVGH
‡ ZZZUVGH
Email: info@3rs.de
• www.3rs.de
7, 51
62
52
8
46
16
82
Finale
Der Schreibtisch vom Chef
Was sagt uns der Schreibtisch eines
Menschen über dessen Arbeitsweise und Persönlichkeit? Küchenpsychologen sagen: „Ziemlich viel!“
Econo ist da skeptischer. Dennoch
stellen wir Ihnen an dieser Stelle immer den Schreibtisch eines Machers
aus der Region vor. Unsere Interpretation gibt es ohne Psychologiestudium und Gewähr. Heute an der Reihe: Helmut Posch, Vorstandsvorsitzender der Mannheimer AG Holding. Wer es lieber handfest mag:
Auf Seite 20 berichten wir über die
Jahresbilanz des Unternehmens.
Schöne Aussichten für Mannheimer-Chef Helmut Posch
Welch ein Ausblick auf Mannheim!
Und was man aus der Terrasse alles
machen könnte. Darum geht es hier
aber nicht. Also schön im Zimmer
bleiben. Was fällt in diesem Büro
auf?
Natürlich dieser Stuhl. Ist das ein
Stuhl? Nein, sieht eher aus wie ein
Melkschemel, aber der einer Hochleistungsalm. Oder ist es ein Barhocker? Dafür wäre er aber ein wenig
zu kurz gekommen. Fest steht, die-
ser Hocker oder Schemel ist orthopädisch wertvoll. Denn einen gesunden Rücken und ein starkes
Kreuz hat dessen Besitzer Helmut
Posch bewiesen. Immerhin stand
die Mannheimer Holding vor eini-
gen Jahren schon kurz vor dem Aus.
Dann kam Posch. Von tiefroten Zahlen ist heute in der Bilanz nichts
mehr zu sehen. Die Farbe der
Schreibtischplatte muss daher Zufall
sein.
Matthias Schmitt
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