close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

as wir kaufen, wie viel und welche nergie wir verbrauchen, ob wir

EinbettenHerunterladen
der Ev. Kirchengemeinden Beelitz, Reesdorf, Schäpe, Schlunkendorf, Schönefeld
September - November 2014
as wir kaufen, wie viel und welche
nergie wir verbrauchen, ob wir unseren
rlaub mit oder ohne lugzeug planen,
all das hat globale uswirkungen.
s gibt keinen »privaten« onsum mehr!
erhard
reidenstein
Unsere
Gottesdienste
St. Marien - St.
14.o9. 11:oo
21.o9. 11:oo
28.o9. 11:oo
o5.10. 11:oo
12.10. 11:oo
19.10. 11:oo
26.10. 11:oo
o2.11. 11:oo
o8.11. 16:3o
o9.11.
16.11.
23.11.
30.11.
o7.12.
10:oo
11:oo
11:oo
14:oo
11:oo
14:3o
Nikolai, Beelitz
GD+AoA
Lektoren-GD (Fr. Ganzer)
Lektoren-GD (Hr. Höhne)
Erntedank-GD mit Bläserchor
GD+AoA
Tauf-GD; Täufling: Christian Nieclaus
Lese-GD (Fr. Rosenberger)
GD
St. Martinsfest mit Martinsanspiel + Feuer
Laternenumzug + Christenlehre + Posaunenchor
GD
GD
GD+AoA zum Ewigkeitssonntag
Friedhofsandacht; Trebbiner Straße
GD zum 1. Advent
Adventsfeier des Pfarrsprengel Beelitz im
Tiedemannsaal mit Posaunenchor
Reesdorf
2
o5.10.
o2.11.
o8.11.
9:3o
9:3o
16:3o
30.11.
o7.12.
9:3o
14:3o
Erntedank-GD
GD
St. Martinsfest mit Martinsanspiel + Feuer
Stadtpfarrkirche Beelitz
GD zum 1. Advent
Adventsfeier des Pfarrsprengel Beelitz im
Tiedemannsaal mit Posaunenchor
Schlunkendorf
28.o9. 9:3o
19.10. 9:3o
o8.11. 16:3o
23.11. 9:3o
o7.12. 14:3o
Lektoren-GD (Hr. Hagen)
Lektoren-GD zu Erntedank (Hr. Schröder)
St. Martinsfest mit Martinsanspiel + Feuer
Stadtpfarrkirche Beelitz
GD+AM zum Ewigkeitssonntag
Adventsfeier des Pfarrsprengel Beelitz im
Tiedemannsaal mit Posaunenchor
Schönefeld
14.o9.
12.10.
o8.11.
9:3o GD
9:3o Erntedank-GD
16:oo St. Martinsfest mit Martinsanspiel + Feuer
Stadtpfarrkirche Beelitz
16.11.
9:3o GD+AM zum Ewigkeitssonntag
o7.12.
Adventsfeier des Pfarrsprengel Beelitz im
14:3o Tiedemannsaal mit Posaunenchor
Schäpe
21.o9. 9:3o
19.10. 11:oo
o8.11. 16:3o
o9.11. 9:3o
o7.12. 14:3o
Lektoren-GD (Fr. Hübner)
Lektoren-GD zu Erntedank (Hr. Schröder)
St. Martinsfest mit Martinsanspiel + Feuer
Stadtpfarrkirche Beelitz GD
GD
Adventsfeier des Pfarrsprengel Beelitz im
Tiedemannsaal mit Posaunenchor
3
Visionsbedarf
von Paul M. Zulehner
Im aufgetragenen Umbau der Kirchengestalt gibt es eine gefährliche
Versuchung. Diese heißt in der plakativen Formel professioneller
Organisationsentwicklung: »Mehr vom Selben«. Einfallslos wird
weitergemacht wie bisher. Und dies, obwohl alle ahnen: »Wenn wir so
weitermachen wie bisher, werden wir nicht mehr lange weitermachen«,
ein weiser Satz des deutschen Politikers Erhard Eppler. Alle
Organisationsentwickler warnen davor. Werden dann zusätzlich im Zuge
des Umbaus der Kirchengestalt die Mittel knapp und schrumpft das
Personal (Mitglieder, Kirchgänger, Ehrenamtliche, Ordensleute,
Priester), dann wird einfach der bekannte Kirchenbetrieb heruntergefahren. Fachleute reden vom »downsizing»: Kirchenbetrieb auf
Sparflamme. Man sagt dann: Weniger Priester, also größere Räume
und weniger lokale Sonntagsmessen. Und fügt gleich - sich selbst
entlastend - hinzu, dass die Leute in Diskos und Supermärkte weite
Strecken fahren, warum dann nicht auch - wie man theologisch höchst
fragwürdig sagt - für den »Kirchenbesuch«? Den Leuten wird ein
»Kirchenselfservice« auf privaten Rädern zugemutet, auch Familien mit
kleinen Kindern (haben Sie schon einmal drei Kinder in ein Privatauto
verfrachtet?), Älteren, Kranken, Pflegebedürftigen, Menschen mit (Geh-)
Behinderung. Eine Kirche für die mobilen Gesunden ohne Kinder
entsteht! Die Nähe zu den Menschen wird zugunsten des Erhalts der
ohnedies verfallenden Sozialform der Kirche aufgegeben. Mit solchen
strukturellen Maßnahmen kann freilich das Auslaufen der überkommenen Kirchengestalt nicht verhindert werden. Manche befürchten
vielmehr, dass diese den Verfall sogar beschleunigen. Lebendigkeit geht
verloren. Gerade diese Lebendigkeit aber wäre es, die sich in einer
neuen Kirchengestalt zum Ausdruck bringen könnte - eine, die wir
vielleicht im Detail nicht kennen, aber die Gott herbeiführen wird. »Seht
her, nun mache ich etwas Neues. (...) Merkt ihr es nicht?«, so fragte im
Namen Jahwes der Prophet Jesaja (|es 43,19). Der finnischstämmige
Amerikaner Martin F. Saarinen hat eine Studie zur Frage erstellt, was
eine (methodistische) Kirchengemeinde lebendig macht. Dabei kam er
zur Erkenntnis, dass kirchliche Gemeinschaften und Organisationen
einen Lebenszyklus durchlaufen. Dieser beginnt mit der Geburt, setzt
sich fort über die Kindheit hin zur Jugendzeit, um das Erwachsenenalter
zu erreichen. Dann wird die Organisation alt: Sie durchläuft die von
4
Saarinen nunmehr originell benannten Stadien: Reife, Aristokratie,
Bürokratie, um schließlich zu sterben. Das ist eine erste schmerzliche
Einsicht seiner Analysen: Organisationen sind sterblich. Auch kirchliche
Organisationen wie z.B. Pfarrgemeinden, geistliche Bewegungen oder
Orden! So gab es in Kleinasien oder Nordafrika einst ein blühendes
Christentum. Auch die europäischen Gebiete Tschechiens, Estlands
oder Ostdeutschlands hatten eine kraftvolle christliche Kultur, bevor sie
in der Zeit des kirchenaggressiven Kommunismus zu atheisierenden
Kulturen im Herzen des einst christentümlichen Europas geworden sind.
Saarinen macht auch deutlich, dass junge Organisationen wachsen
müssen und erwachsene Organisationen altern können. Vor allem aber:
Geboren werden Organisationen aus der Kraft einer Vision. Am Beispiel
Jesu: Er verkörperte in dem, was er tat und wovon er redete, die Vision
von einer Welt, in der Gottes Schöpfungstraum Wirklichkeit werden
kann. »Reich Gottes« war das Logo seiner Vision. Um dieser Vision in
der Geschichte Raum zu schaffen, steckte er Menschen mit seiner
Vision an - die Phase der Kindheit! Die Jesusbewegung entstand. Sie
war nicht irgendeine Gemeinschaft, sondern eine Visionsgemeinschaft.
Wie die Stadt auf dem Berg sollte sie für andere lichtvoll (Mt 5,14) und
heilsam wie Salz (Mt 5,13) deutlich machen, wie die Menschen leben,
wenn die Liebe Gottes zu den Menschen und damit die Liebe der
Menschen untereinander Raum gewinnen. Diese jugendliche Visionsgemeinschaft wuchs. Die Konstantinische Wende von 313, welche
Kirche und Staat miteinander eng verflochten hatte, beschleunigte das
Wachstum. Aus der Katakombenkirche wurde eine Staatskirche, die
sich zur kulturell in der Bevölkerung tief verankerten Volkskirche
auswuchs. Dieses quantitative Wachstum war freilich zugleich eine
qualitative Schwächung: So schrieb im fünften Jahrhundert Silvianus
von Marseille:
»Und so bist du, Kirche, durch deine gesteigerte Fruchtbarkeit schwächer geworden, bist durch die Mehrung
zurückgesunken und hast an Kräften abgenommen.
Gewiss: Du hast über die ganze Welt hin die Glieder ausgesandt,
die zwar dem Namen nach den Glauben haben, aber keine
Glaubenskraft, und so begannst du reich zu werden an Scharen,
aber arm an Glauben; du wurdest weiter dem Leibe nach, aber
verkümmertest an Geist.«
Dieser Zustand charakterisiert bis heute die christlichen Großkirchen.
Es gibt heute viele Katholiken und Protestanten, aber darunter nur
wenige Christen. In solchen Zeiten des raschen Wachstums bildeten
Fortsetzung Seite 10
5
O Herr, wie töricht ist der Mensch
O Herr, wie töricht ist der Mensch,
Wie flüchtig ist sein Schaffen,
Du siehst ihn hasten, drängen,
Hab und Gut zusammenraffen.
Nicht selten zweifeln wir und tun
Gar nichts zu Deiner Ehre,
Der Himmel scheint uns öde und
Das All erfüllt von Leere.
Wir stürzen in Verzagtheit uns,
Verfluchen unsere Tage,
Wir leugnen Deine Existenz Zumindest Deine Gnade.
Vergib uns unsere Launen, Herr,
Der trüben Worte viele,
Wir wissen, dass wir töricht sind,
und widmen uns dem Spiele.
(…)
Wie wundersam ist Deine Welt,
Wie gnadenreich und rein.
Wir beten, dass auch Du
Uns (…) gnädig mögest sein.
Aus dem Gesangbuch der Gottesgärtner
[aus: Margaret Atwood, Das Jahr der Flut, Berliner Verlag 2009, S. 222, gekürzt - Anm.d.Red.]
6
Allen Geburtstagsjubilar/inn/en ab 65
(die in der Gemeindedatei gemeldet sind, nur runde Geburtstage ) *
Gottes Segen
September
o6.o9.
o8.o9.
o9.o9.
24.o9.
29.o9.
Röming
Kuhrmann
Wittenberg
Schone
Drewicke
Hans-Jürgen
Werner
Lisbeth
Ursula
Anita
Beelitz
Beelitz
Schlunkendorf
Beelitz
Beelitz
70
80
90
90
75
Bernd
Garri
Kurt
Heinz
Beelitz
Beelitz
Reesdorf
Beelitz
65
75
85
80
Brigitte
Peter
Angelika
Ilse
Karl-Heinz
Gisela
Ingrid
Inge
Gerda
Schlunkendorf
Beelitz
Beelitz
Beelitz
Schlunkendorf
Beelitz
Schäpe
Beelitz
Beelitz
65
75
70
90
80
80
65
75
85
Oktober
o5.10.
o8.10.
11.10.
25.10.
Winkler
Lederer
Wiesenack
Schwichtenberg
November
o4.11.
o7.11.
18.11.
18.11.
23.11.
25.11.
26.11
27.11.
27.11.
Zemlin
Feige
Schaller-Thimm
Werner
Schmidt
Psille
Knapstein
Plate
Rügen
* Wer in der Geburtstagsliste nicht genannt werden möchte,
melde sich bitte vorher im Pfarramt!
7
Gemeindeangebote
St. Marien – St. Nikolai
Christenlehre
jeweils Mittwoch - im Pfarrhaus
1.-3. Klasse um 16:3o Uhr
4.-6. Kasse um 15:3o Uhr
Konfirmanden
Termin wird auf der Elternversammlung
am Donnerstag, 11.oo9., 18:oo festgelegt.
CHOR
Alle sangesfreudigen Chorsängerinnen und
Chorsänger aus Beelitz proben jeweils am
Mittwoch um 19:15 Uhr gemeinsam mit den
Michendorfer Sängerinnen & Sängern im
Gemeindehaus Michendorf, An der Kirche 1.
Posaunenkreis
jeweils Donnerstag im Pfarrhaus
15 - 20 Uhr: Trompete / Posaune / Tenorhorn
teilweise in Einzelunterricht
Bitte melden Sie Ihre Kinder oder sich selbst zum
Erlernen des Spielens eines Blechblasinstrumentes
an. Die Musikstunden (Proben) sind kostenfrei;
ebenso auch die Instrumentenausleihe.
8
Seniorennachmittag
Donnerstag, 11.o9. / o9.10.. / 13.11. / 11.12.
jeweils um 14:3o Uhr - im Pfarrhaus
Gemeindekirchenrat
Montag, 15.o9. / 13.10. / 17.11. / 15.12.
jeweils 17:oo Uhr
im Pfarrhaus, Kirchplatz 1
Bastelkreis
25.o9. / 16.10. / 27.11.
jeweils um 19:oo Uhr im Pfarrhaus
9
Fortsetzung von Seite 5
sich verschiedene Rollen aus. Die Erstarkung des Klerus schwächte in
heftigen Kämpfen nach und nach die Laien. Aus der Ordination der
einen wurde die Subordination der anderen. Ein pastorales Grundschisma entstand. Entscheidend war allerdings die Arbeitsteilung
zwischen den verschiedenen Aufgabenträgern in der Kirche und in dem
mit ihr eng verwobenen Staat. Die Raumordnung der Kirche mit ihren
Diözesen und Territorialgemeinden entsprach weithin profanen Mustern
schon des Römischen Reiches - die Kirche hat sich »strukturell
inkarniert«. Ähnliches geschah im Mittelalter: Der gesamte Lebensraum
der Menschen wurde pfarrlich untergliedert. Die Menschen waren
verpflichtet, den Gottesdienst in ihrer Pfarre zu feiern, dort den Zehnt
abzuliefern, zu heiraten, die Kinder taufen zu lassen und die Angehörigen zu beerdigen. Man nannte diese Bindung an die Pfarrei den
»Pfarrbann«. Eine wichtige Rolle für die Kraft der Kirche spielten als
relativ unabhängiges Strukturelement die »alten« Orden: die Benediktiner und Franziskaner, die Dominikaner und die Jesuiten. Diese
Sozialform der Kirche hat helle und dunkle Seiten. Europa verdankt ihr
Bildung und Krankenwesen sowie viel Erfahrung in der Verwaltung, aber
auch die Inquisition, die Kolonialisierung anderer Kontinente und
Religionskriege. Voll erwachsen war die Jesusbewegung in jener Phase,
da sie auch eine visionsförderliche Administration ausgebildet hatte:
Verwaltung der Güter, des Geldes, der Mitglieder waren gut geregelt.
Die vier Elemente, welche zum lebendigen Wachstum einer Organisation verhelfen, haben sich in der Studie von Saarinen klar gezeigt: die
Gemeinschaft, das Programm, die Administration und alle drei
durchwoben von der Kraft der Geburtsvision. Auf deren Prüfstand müssen sich Gemeinschaft, Programm und Administration stets bewähren;
an ihr reiben und entfalten sie sich, Diese Geburtsvision nötigt die Kirche
zur ständigen Entwicklung und Reinigung. Manchmal auch zu radikaler
Umkehr und Buße, wie Johannes Paul II. am Beginn des 3. Jahrtausends in seinem bewegenden Schuldbekenntnis unter dem Missfallen
nicht weniger in der Kirche eingestand. Eine Stärke der christlichen
Kirchen ist ihre Entschlossenheit, an der Geburtsvision nicht rütteln zu
lassen. Sie ist in den Gründungsurkunden festgehalten, den Heiligen
Schriften, die dank der Ausbildung eines unantastbaren Kanons
(Verzeichnisses) getreu überliefert werden. Natürlich haben diese
Gründungsurkunden eine von Gottes Geist getragene Rezeptionsgeschichte. Diese bleibt für die Entwicklung der Kirchen verbindlich, darf
sie aber nicht an weiteren Entwicklungen in neuen Kulturen und Zeiten
hindern. Das ist nicht zuletzt heute der Fall, wo die jahrhundertelang das
10
Schicksal der Kirche prägende Konstantinische Epoche zu Ende
gegangen ist, während die Menschheit zusammenwächst - eine
Einigung, die durch Gewalt, Gier und Lüge und dahinter Angst ständig
bedroht ist. Nach Saarinen setzt das Altwerden einer Organisation just
dann ein, wenn die Kraft der Vision nachlässt. Es ist, so vermerkt er
heiter, eine beliebte Zeit für Jubiläen. Die jubilierenden Gemeinschaften
der Kirche schauen (wie Ehepaare, Ordensleute, Priester, Vereine)
zurück und freuen sich über die Kraft des Anfangs und was daraus
geworden ist. Nach den Visionen werden die Programme alt, wenn sie
nicht rechtzeitig aktualisiert werden. Was bleibt, ist eine gut verwaltete,
selbstzufriedene, aber zugleich alternde Gemeinschaft. Geht auch die
Gemeinschaft verloren, regiert nur noch die Administration mit ihrer Lust
an visionsarmen Strukturen. Es geht dann oft nur noch um Geld, kaum
noch um Gott. Eine sterbende Kirchengestalt wird erfolgreich verwaltet.
Ihr Ende: der organisatorische Tod nach einer schleichenden, lautlosen
Implosion.
Der Lebenszyklus einzelner Menschen ist unumkehrbar eingespannt
zwischen Geburt und Tod. Nicht so jener von Organisationen. Diese
haben die Möglichkeit, das, was ihnen fehlt, zuzuführen und so neue
Lebendigkeit und Kraft zu gewinnen. Erneuerung und Aufbruch sind in
jeder Lebens- und Altersphase möglich. Steht eine Organisation in der
Phase der »Reife«, in der die Kraft der Visionen nachlässt, dann braucht
sie Visionszufuhr. Ist sie eine »aristokratische Gemeinschaft« und fehlen
Vision und Programm, bedarf es eines Updates beider. Biblisch möglich
ist selbst das Wunder einer Auferstehung aus dem Organisationstod.
Ein organisationsberaterisches Beispiel für die Erneuerung der Lebendigkeit einer Gemeinde bietet das, was der »Knecht Johannes« den
auferstandenen Christus der kleinasiatischen Gemeinde in Laodizea
sagen ließ:
»An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er,
der »Amen« heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang
der Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt
noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist,
weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien,
Du behauptest: Ich bin reich und wohlhabend und nichts fehlt mir.
Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist,
arm, blind und nackt. Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das
im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir
weiße Kleider und zieh sie an, damit du nicht nackt dastehst und
dich schämen musst; und kaufe Salbe für deine Augen, damit du
sehen kannst. Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn
Fortsetzung Seite 16
11
12
13
14
An dieser Stelle allen fleißigen, ehrenamtliche Engagierten in
unserem Pfarrsprengel Beelitz ein herzliches Dankeschön für
ihre Hilfe, Bereitschaft und Unterstützung. Ohne sie alle, die sie
bereit sind, für ihre Kirche Zeit und Kraft einzubringen bei der
Kirchenreinigung, beim Blumendienst, beim Kuchenbacken und
Kuchenverkaufen, beim Abwaschen, beim Herrichten und auch
wieder Aufräumen, beim Ältestendienst und den vielen kleinen
Aufgaben die anfallen und oft von ihnen still übernommen und
gelöst werden, ginge alles was wir so in unserem Miteinander
und im Glauben verbunden in unserer Kirche tun, nicht.
Gott segne ihr Tun und ihre Familien auch weiterhin. (P.v.O.)
15
Fortsetzung von Seite 11
in Zucht. Mach also Ernst und kehr um! Ich stehe vor der Tür und
klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem
werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er
mit mir. Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so
wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen
Thron gesetzt habe. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den
Gemeinden sagt.« (Offb 3,14-22)
Von Saarinens Analyse ist für uns heute vor allem zu lernen, dass nicht
nur am Beginn, an der Wiege jeder Organisation eine kraftvolle und
bewegende Vision stehen muss. Diese ist und bleibt auch in der
weiteren Entwicklung die Garantin ihrer Lebendigkeit. Geht deren Kraft
aus, altert die Organisation und verliert nach und nach, was sie zum
Leben in Raum und Zeit braucht: Gemeinschaft, Programm und
Administration.
»Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der
Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten;
Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief
auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er
konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht
erloschen und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade
Gottes stand.« (1 Sam 3,1-3)
Zeiten, in denen es keine prophetischen Visionen in Israel gab, wurden
zu den dunklen Jahren gezählt. Das Volk fühlte sich gottverlassen, wenn
der »Mund Gottes« - das nämlich heißt Prophet übersetzt - verstummte.
»Ein Volk ohne Visionen geht zugrunde« (Spr 29,18), so übersetzte
Dorothee Sölle diese Warnung aus den Sprüchen Salomos, wo der Text
wörtlich heißt: »Ohne prophetische Offenbarung verwildert das Volk.«
Zur Zeit des Hohepriesters Eli war das, so das erste Buch Samuel,
offenbar der Fall. Eli »konnte nicht mehr sehen«. Eli war visionslos
geworden. Seine Augen waren schwach geworden. Er schlief auf
seinem Platz. All das sind Lesehilfen für den gläubigen Israeliten, dass
der Herr sich verbarg: Worte des Herrn waren selten.
Nun zeigt der Bericht aus dem Buch Samuel auch, wie neuerlich
Visionen ins Volk kommen. Gott selbst wird aktiv: Die Lampe Gottes war
noch nicht erloschen. Er bedient sich eines Menschen, den er sich
aussucht und erwählt. Gott beruft in diesem Fall jedoch nicht den
honorigen und zugleich korrupten Amtsträger Eli, sondern vielmehr den
jungen unerfahrenen Samuel. Vielleicht ähnlich unseren jungen Laien in
der Kirche? So tief beide im Tempel schlafen: Es ist der Schlaf, der sie
nicht nur passiv, sondern für den Zuruf Gottes empfänglich macht.
16
»Da rief der Herr den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin
ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich
gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder
schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief
noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und
sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe
dich nichtgerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!« (1. Sam
3,4-6)
Der Verlauf der Geschichte ist berührend aktuell. Gott ruft, und Samuel
geht zum Priester, weil er in seiner Gott-Unerfahrenheit annimmt, dieser
habe ihn nächtens gerufen. Eli aber schickt den jungen Mann wieder
schlafen. Und das Ganze zweimal! Das hartnäckige Missverständnis
von Laien, die sich als Gerufene der Priester betrachten und nicht
verstanden haben, dass sie unmittelbar berufene Mitarbeitende Gottes
sind! Das alles kann passieren, wenn jemand die innere Stimme Gottes
noch nicht vernimmt. Daher lapidar der Bericht: »Samuel kannte den
Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart
worden.« (1. Sam 3,7) Damit kommt aber die große Stunde des Eli. Als
der Junge das dritte Mal bei ihm auftaucht, schwant ihm, dass Gott den
Knaben rufen will. Er lehrt ihn daher Gotteskenntnis: Es ist der größte
Dienst, den jegliches Amt im Volk Gottes leistet - die Menschen zu
lehren, auf Gott zu horchen. Eli ist dies geglückt. Denn das nächste Mal
findet das Rufen Gottes in der Nacht bei Samuel Gehör:
»Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf
und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da
merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu
Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann
antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und
legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm)
heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel
antwortete: Rede, denn dein Diener hört.« (1. Sam 3,8-10)
Die Samuelgeschichte lehrt uns einerseits, dass es im Volk Gottes
Zeiten geben kann und gibt, in denen die Kraft der Visionen schwach ist.
Man kann nun die Glaubensschwäche der Welt und der Menschen
geißeln. Aber auch Gott ist dafür haftbar zu machen. Er verstummt. Eine
kraftvolle Vision gibt es erst dann (wieder), wenn Gott Menschen für die
Übermittlung seiner Vision beansprucht. Auch lernen wir demütig, dass
die Visionen nicht über die Amtsträger kommen - zumindest nicht immer.
Statt des müden, altgewordenen Eli ruft Gott den jungen und unverbrauchten Samuel. Er wählt den Anfänger und nicht den erfahrenen Profi.
Fortsetzung Seite 22
17
Schaukasten
in neuer Gestaltung
Seit dem Frühjahr absolviert unsere Mitarbeiterin im Friedhofs- und
Gemeindebüro Frau Rosenberger einen Kurs zur Qualifikation im Küsterdienst unserer Landeskirche. Jeweils am Freitag ist sie darum nicht im
Gemeindebüro anzutreffen, sondern im »Haus der Kirche« in Berlin. Sie
haben es vielleicht schon selbst bemerkt, wenn sie unser Gemeindebüro
an einem Freitag aufsuchen wollten und Frau Rosenberger leider nicht
antrafen. Bitte haben sie Verständnis für diese Schulungsmaßnahme,
auch wenn es für sie zunächst etwas Beschwerlichkeit mit sich brachte
und noch bis zum November 2014 bringen wird. Für unsere Kirchengemeinde und mehr und mehr auch für unseren Pfarrsprengel Beelitz
gewinnen wir dafür eine qualifiziertere Mitarbeiterin in den Dingen der
Verwaltung und Geschäftsabläufe eines Pfarramtes.
Im Rahmen dieser Qualifikation hat Fr. Rosenberger
auch Anregungen und Hinweise erfahren für die Gestaltung von Schaukästen.
Sicherlich ist Ästhetik immer
subjektives Empfinden. Doch
wir wollen gerne unseren
Schaukasten vor der Stadtpfarrkirche nutzen, um die
gewonnenen Erkenntnisse
und Hinweise in der Praxis umzusetzen. Vielleicht haben sie es schon
bemerkt und sich gewundert, was hier vor sich geht. Seit dem Sommer
ist unser Schaukasten bunter, strukturierter. Wenn sie Anregungen zur
Gestaltung unseres Schaukastens einbringen wollen, melden sie sich.
Frau Rosenberger wird fortan weiterhin eigenständig unseren Schaukasten aktuell gestalten. Und schön wäre es, wenn sich hier der eine
oder die andere Person miteinfände, um einladend mitzugestalten. Sehr
gerne. Melden sie sich im Gemeindebüro bei Frau Rosenberger. (P.v.0.)
18
Gibt es ein Leben nach der Geburt?
Eine Geschichte von Henri J. M. Nouwen
Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch
seiner Mutter.
»Sag’ mal, glaubst Du eigentlich an ein Leben nach der
Geburt?«, fragt der eine Zwilling. »Ja, auf jeden Fall! Hier
drinnen wachsen wir und werden für das, was draußen
kommen wird, vorbereitet«, antwortet der andere Zwilling.
»Ich glaube, das ist Blödsinn!«, sagt der erste. »Es kann kein
Leben nach der Geburt geben - wie sollte das denn bitteschön
aussehen?« »So ganz weiß ich das auch nicht. Aber es wird
sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir
herumlaufen und mit dem Mund essen?«
»So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund
essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die
Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen?
Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.« »Doch, es geht
bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.«
»Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der
Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, Punktum.«
»Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der
Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere
Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.«
»Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist
sie denn bitte?«
»Na hier - überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und
durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!«
»Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt,
also gibt es sie auch nicht.«
»Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie
singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.«
[Quelle: http://www.learnable.net/blog/index.php?/archives/56-Geschichte-Zwei-ungeboreneBabys-unterhalten-sich-....html]
19
TelefonSeelsorge
Probleme und Krisen können uns in
jeder Lebensphase treffen. Probleme mit
der Partnerin oder dem Partner, Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz,
Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit,
Einsamkeit oder Sinn- und spirituelle
Krisen. Solche Ereignisse und Verletzungen bringen uns oft an unsere Grenzen.
Sorgen kann man teilen. Mit der TelefonSeelsorge.
In schwierigen Lebenssituationen hilft es, sich jemandem anzuvertrauen. Die ausgebildeten ehrenamtlich Mitarbeitenden widmen sich
Ihnen und Ihren Sorgen am Telefon, per Chat und Webmail.
Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr. Kostenfrei.
0800/111 0 111 oder
18
0800/111 0 222
Christen-Spiegel
von Dietrich Vorwerk
Ein Christ muß sein
Ganz groß und ganz klein;
Vornehmen Sinns wie aus Königsgeschlecht,
Einfach und schlicht wie ein Bauernknecht;
Ein Held, der sich selbst bezwungen,
Ein Mensch, der mit Gott gerungen;
Ein Quell von heiligem Leben,
Ein Sünder, dem Gott vergeben;
Ein Herr dem eignen Verlangen,
Ein Diener den Schwachen und Bangen;
Vor keinem Großen sich beugend,
Zu den Geringsten sich neigend;
Ein Schüler vor seinem Meister,
Ein Führer im Kampf der Geister;
Ein Bettler mit flehenden Händen,
Ein Herold mit goldenen Spenden;
Ein Mann auf den Kampfesstätten,
Ein Weib an den Krankenbetten;
Ein Greis im Schauen,
Ein Kind im Trauen;
Nach Höchstem trachtend,
Das Kleinste achtend;
Gestimmt zur Freude,
Vertraut dem Leide,
Weitab vom Neide,
Im Denken klar,
Im Reden wahr;
Des Friedens Freund,
Der Trägheit Feind;
Selbststehend in sich,
Ganz anders als ich.
21
Fortsetzung von Seite 17
Benedikt von Nursia schreibt wohl deshalb in seiner Regel, dass bei
gemeinsamen Konsultationen als Erster der Jüngste gefragt werden soll.
Und wenn die Kirche schon Alte in die Ämter des Eli setzt: Wie können
diese von den jungen Samuels lernen, was Gott seinem Volk zumutet?
Hören die Elis - auch die heutigen Kirchenführer - genug auf das, was
Gott ihnen durch Samuels sagen will? Oder sind sie so besehen oftmals
gotttaub, weil sie nicht auf das Volk horchen? Saarinen, Samuel, Salomo:
Alle lehren uns, wie wichtig Visionen für die Lebens- und Handlungsfähigkeit auch und gerade von religiösen Organisationen sind. Vielleicht
haben wir deshalb heute in manchen Teilen der Weltkirche so viel
Depressivität, weil uns die bewegenden Visionen fehlen. Strukturen sind
für die Inkarnation der Vision in die Geschichte unverzichtbar. Aber sie
sind kein Ersatz für Visionen. Der derzeitige Kirchenumbau dreht sich
mehr um Strukturen als um Visionen. Mehr ums Geld als um Gott.
Kirchen machen Strukturanpassungen durch. Und erst wenn diese
erledigt sind, beginnt das Nachdenken über Visionen. Der Weg - so lehrt
Saarinen - sollte umgekehrt verlaufen. Das bewirken nun Visionen:
Visionen sind wie der Stern, der den Weisen voranleuchtete, damit sie
den Weg zum Neugeborenen in der Krippe finden (Mt 2,1-12). Orient
bedeutet Aufgang - gemeint ist jener der Sonne. Die Sonne aber ist für
die christlichen Gemeinschaften Jesus, der in der Auferstehung zum
Christus gemacht worden ist (Apg 3,26). Die Gotteshäuser der Christen
sind geostet, damit klar ist, dass Christen sich an Christus aus- und
aufrichten. Die Schlüsselfrage der Kirche lautet daher nicht: Wie geht es
mit der Kirche weiter? Sondern: Wie geht ER, Christus, der Herr seiner
Kirche, mit uns weiter?
Visionen setzen in Bewegung, schaffen Wachstum
und Lebendigkeit. Sie
regen die Phantasie an.
Sie führen Menschen
zusammen und lassen
kluge, arbeitsteilige Programme entstehen. Unvergessen ist der Satz
von Antoine de Saint
Exupéry: »Willst du, dass
die Menschen ein Schiff
bauen, dann (...) wecke in
ihnen die Sehnsucht nach
22
dem weiten Meer.«
Prophetische Worte sind nie nur angenehm, Propheten haben den
gewohnten Lauf der Dinge gestört. Der Prophet Amos war ein schmerzender Stachel für den König und für die Priester seiner Zeit. Visionsgeleitete Kritik ist loyal. Sie entspringt der Sorge um die Lebendigkeit der
kirchlichen Gemeinschaften. Prophetische Kritik ist aus der Liebe zur
Kirche geboren. Propheten, die ihrem kritischen Amt nicht nachkommen,
verraten ihren Auftrag im Volk Gottes. Schweigen wäre für sie allemal
bequemer als reden. Aber sie konnten nicht schweigen, weil Gott die
Hand auf sie gelegt hatte. Manchmal haben die Propheten resolut
geredet, waren das Vorläufer der [zu] vielen Resolutionen zur
Erneuerung der Kirche? Manchmal haben sie aber auch gehandelt, was
ihnen den Vorwurf des »Ungehorsams« eingetragen hatte. Hat die
Kirche heute genug Propheten? Also Menschen, die prophetisch reden
oder auch so handeln? Oder verfügt sie im Sinn des Buches Amos nur
über »Priester« als ängstliche Verwalter des Erbes? Und sind die
Propheten mutig, auch wenn sie aus dem Schicksal aller früheren
Propheten lernen müssen, dass sie sich mit ihrer Kritik bei den
Mächtigen nicht beliebt machen (nur die falschen Propheten wurden in
Israel gelobt: Lk 6,26)? Jesus sagte einmal: »Jerusalem, Jerusalem, du
tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind.«
(Lk 13,34) Oder in der Apostelgeschichte heißt es: »Welchen der
Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die
die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und
Mörder ihr jetzt geworden seid.« (Apg7,52)
»Danach aber wird es geschehen, dass ich meinen Geist
ausgieße über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden
Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure
jungen Männer haben Visionen.« (Joel 3,1)
Gott geht mit seinem prophetischen Geist nicht sparsam um. Seinen
Geist will er auf alle im Volk Gottes ausgießen »am Ende der Zeiten«:
Damit ist biblisch die messianische Zeit und damit die Zeit der Kirche
gemeint. Das Wunder des Pfingstfestes kündigt sich an. Die Jungen
wie die Alten werden Propheten sein und von Gott mit Visionen
beschenkt werden. Nehmen wir diese Verheißung für uns Heutige ernst,
dann ist davon auszugehen, dass jede Christin, jeder Christ eine
gottgeschenkte Vision von dem in sich trägt, was Gott von seiner Kirche
heute erwartet. (…)
[Quelle: Zulehner, Kirchenvisionen - Orientierung in Zeiten des Kirchenumbaus, S.9ff; Patmos-Verlag 2012]
23
Stand 2013,
aus DSW-Datenreport 2013:
Geschätzter Reichtum weltweit
in Mini-Schokoküsse (40 Stück)
Weltbevölkerung: 7,2 Mrd
(100% = 20 Personen)
4,21 Mrd (60,5% = 12 Personen)
Reichtum 10% = 4 Schokoküsse
1,1 Mrd (15% = 3 Personen)
Reichtum 2% = 1 Schokokuss
730 Millionen (10% = 2 Personen)
Reichtum 40% = 16 Schokoküsse
590 Millionen (9% = 2 Personen)
Reichtum 5% = 2 Schokoküsse
345 Millionen (5% = 1 Personen)
Reichtum 40% = 16 Schokoküsse
38 Millionen (0,5% = 0 Personen)
Reichtum 3% = 1 Schokokuss
24
25
26
...
?
Wir sind für Sie zu erreichen:
Kirchen- & Friedhofsbüro: Fr. Rosenberger - 14547 Beelitz, Kirchplatz 1
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-12 Uhr und zusätzlich Do 15-17 Uhr % 42352
Christenlehre: Gabi Noack – 14547 Zauchwitz, Dorfstr. 19 % 34079
Pfarrer: Olaf Prelwitz – 14547 Beelitz, Kirchplatz 1 % 637102
Ansprechpartner Kirche Reesdorf: Hr. Gensicke % 34828
Ansprechpartnerin Kirche Schlunkendorf: Fr. Imme % 42253
Ansprechpartner Kirche Schönefeld: Hr. List % 0171 534 5914
Ansprechpartnerin Kirche Schäpe: Fr. Thietke % 33090
IMPRESSUM
Der Gemeindebrief wird herausgegeben durch das Pfarramt Beelitz.
Anschrift: 14547 Beelitz, Kirchplatz 1
% 033204-42352, Telefax -61205
Redaktion: Pfr. Prelwitz Homepage: www.kirche-beelitz.de Auflage: 550 Expl.
eMail: pfarramt@kirche-beelitz.de Erscheinungsweise: alle 2-3 Monate
Konto: MBS
IBAN DE05 1605 0000 1000 0159 51
BIC WELADED1PMB
27
Beelitz, 11. So.n.Trinitatis 2014
Liebe Gemeinde!
Erntedank. Das ist angesichts unserer ökologischen Ist-Situation schon lange kein
Datum mehr, um sich in nostalgischer Erinnerung in Bildern aus alter Zeit mit
Sämann und Korngarben oder Bäuerinnen in Traditionskleidung beim Korndreschen zu ergehen. Längst heißt Erntedank, die gesamte Schöpfung Gottes in den
Blick nehmen. Hier vor allem in besonderer Weise unseren Umgang mit Gottes
Schöpfung. Heißt es im 1. Buche Mose noch als Auftrag an Adam. »Mach dir die
Natur zum Untertan!«, sind wir längst schon darüber hinaus. Untertan, darin sind
wir sehr bibelhörig gewesen, ist uns die Natur längst. Aber auch der beste Untertan hört irgendwann mal auf, dem Herrn zu dienen oder anders gesagt, er verliert
seine Lebenskraft, wenn der Herr ihn fortwährend schlägt und mißhandelt; ihm
Gewalt antut. Wir haben gut gelernt, immer zunächst auf den Anderen zu weisen, die
Industrie zu beschuldigen, sich selbst gar nicht in der Lage sehend, bei diesen
großen Dingen als kleiner Verbraucher irgendetwas tun zu können oder Einfluß zu
nehmen. Aber das gilt nicht mehr. Zu komplex und umfänglich ist unser Verbraucherverhalten mittlerweile und durch die Masse der vielen kleinen unscheinbaren
Verbraucher in der Summe sehr wohl einflußnehmend. So daß sowohl unser Kaufverhalten, unser Energieverbrauch, die Art und Weise wie wir in den Urlaub reisen
mit dazu beiträgt, daß bzw. ob unsere Welt eine Zukunft haben wird. Die Menge
sauberer Luft, sauberen Wassers, fruchtbarer Erde, also die Dinge, die wir unbedingt zum Leben benötigen (kein Mensch benötigt zum Leben einen Flachbildschirm oder ständig aktuellere Kleidung), ist endlich. Und noch können wir nicht
von diesem Planeten woandershin auswandern. So darf und muß uns beim Thema
Erntedank sehr wohl beschäftigen, wie wir leben, was wir konsumieren und wieviel.
Die kapitalistische Wirtschaftsform der Ansammlung eines Mehrwertes ist unglaublich leistungsstark. Das hat sie gegenüber dem sozialistischen Modell der Planwirtschaft bewiesen. Aber sie basiert, genötigt durch die Triebkraft der Gier und des
Neids, auf Raubbau der Ressourcen. Nicht Nachhaltigkeit und Zukunft, sondern
mit bestmöglichem Gewinn jetzt, mir zum Genuß. Philosophen nennen diese Form
der Lebensweise Hedonismus. Lust & Genuß als treibende Größe und alles und jeder
wird zur Ware. Es muß sich rechnen, sagen wir mittlerweile sogar in unserer Kirche.
Im 2. Buch Mose erfahren wir die Geschichte vom Goldenen Kalb. Sie ist aktueller
denn je. Auch wir tanzen längst um die von uns selbsterschaffene Gottheit »Geld«,
hören auf sie und tun alles, damit es »IHR« gut geht. SIE bestimmt unser Tun &
Denken. Das zu erkennen, wo wir um des Geldes wegen entscheiden, Zerstörung in
Kauf nehmend, weil wir Rabatt bekommen oder Punkte, ist der aktuelle Bezug für
Erntedank. Die Welt ist keine Ware! Erntedank nimmt Gottes Schöpfung in den Blick
und setzt dem wuchernden Markt seine Grenze: Nicht alles ist käuflich! Helfen Sie
mit, diese Grenze in unserem Bewußtsein lebendig zu halten. Es gibt keinen privaten
Konsum mehr! Ihnen allen eine gesegnete Zeit des Herbstes. Ihr
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
4
Dateigröße
14 572 KB
Tags
1/--Seiten
melden