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Manfred Schindler erzählt über seine Leidenschaft - Mediaplanet

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Eine Themenzeitung von MEdiaplanet
Verkehr im Wandel
Neue Lösungen
sind gefragt
Elektromobilität
Zukunftsweisend
und startbereit
Modal Split
Kombinierter
Verkehr
Barrierefreiheit
Mobilität
ermöglichen
Nr. 1/März 2013
MOBILITÄT
3
tipps
E-BIKING
Manfred Schindler erzählt über seine Leidenschaft Rad zu fahren und
wie er trotz Gehbehinderung aktiv bleiben kann.
Impulsgeber für klimarelevante und nachhaltige
Energietechnologien. Wir unterstützen Ideen,
Konzepte und Projekte.
www.klimafonds.gv.at | +43 1 585 03 90 0
FOTO: TOBIAS BUCHINGER
um nachhaltig
voran zu kommen
Eine Themenzeitung von MEdiaplanet
2 · März 2013
vorwort
WIR EMPFEHLEN
Dipl.-Ing. Heimo
Aichmaier
Geschäftsführer
der Austrian
Mobile Power
S. 4
„In vielen Bereichen
der Elektromobilität
sind die entwickelten
Technologien bereits
alltagstauglich.“
Mobilität im Wandlungsprozess
Die Trends gehen eindeutig in
Richtung kombinierter Verkehr.
Dabei wird verstärkt auf zu Fuß gehen
gesetzt.
Foto: Shutterstock
Gesund und ökologisch S. 7
Carsharing S. 8
Die Rolle des Radverkehrs
in innerstädtischen Gebieten
Mobilitätstrends der Zukunft sind schon heute erkennbar. So viele Menschen
wie noch nie fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Radfahren erlebt in
Österreich einen regelrechten Boom. Das Interesse an Carsharing nimmt stark zu. Klar ist,
dass das Erdöl-Zeitalter zu Ende geht und die Zukunft der Mobilität elektrisch ist.
Ein zukunftsorientiertes Konzept
Seite 10
Mobilität der Zukunft
U
nsere Mobilität befindet sich im Wandel und wird vielfältiger. Mit dem Auto
zur Park & Ride Anlage am Bahnhof,
mit der Bahn weiter und dann mit dem Fahrrad die
letzte Meile zur Arbeit. Unser Mobilitätsverhalten wird rationaler. Immer mehr Menschen wählen das für
den jeweiligen Zweck am besten geeignete Verkehrsmittel aus. Und das
ist gut so. Denn solcherart sind wir
klimafreundlicher, kostengünstiger
und gesünder unterwegs. Wir verbrauchen weniger Energie und auch
weniger Platz durch parkende Autos
– Platz, der besonders in den Städten
knapp und sehr wertvoll ist.
Veränderte Bedürfnisse
Je effizienter ein Verkehrsmittel,
umso rosiger dessen Zukunft.
Denn Österreichs Ballungsräume legen stark an Bevölkerung zu. Im Jahr
2030,bis dahin sind es gerade einmal 17
Jahre,leben in den großen Städten Österreichs und deren Umland um eine
halbe Million mehr Menschen als heute. Die Nachfrage nach Bahnen und
Bussen wird in den kommenden Jahren deutlich steigen. Damit diese
Nachfrage – bei hohem Komfort – erfüllt werden kann, sind schon heute
die Weichen für den Ausbau zu stellen.
Es braucht ein dichteres Schienennetz,
es braucht zusätzliche Nahverkehrszüge, Straßenbahnen und S- Bahnen.
1
Das nützt nicht nur der Umwelt, sondern schafft auch viele Arbeitsplätze.
Denn Österreich ist in der EU das Land
der Schienenindustrie, hier werden
Züge und Straßenbahnen gebaut,Elektro-Motoren und Bremsen für den
Weltmarkt hergestellt und Weichen in
alle Welt exportiert.
UMDENKEN
„Die Mobilität von
morgen beginnt
schon heute.“
Mobilitätsmanagement
Eines ist unbestritten: Auch in
Zukunft wird der Weg in die Arbeit, das Pendeln, einen großen Teil
unserer Mobilität ausmachen. Betriebe und Unternehmen werden in Zukunft mehr Verantwortung für den
Arbeitsweg ihrer Beschäftigten übernehmen. Mobilitätsmanagement
wird selbstverständlich werden,
schon heute wird es von immer mehr
Unternehmen umgesetzt – nicht nur
weil es Teil der Corporate Social Responsibility ist, sondern auch, weil es
den Unternehmen selber Kosten spart
und damit direkten Nutzen bringt.
Während schon heute das Auto
seine Bedeutung als Statussymbol
für die Jugend verliert, ist noch ein
weiterer Trend so gewiss, wie der
tägliche Sonnenaufgang: Die Zahl
älterer Menschen wird in den kommenden Jahren stark zunehmen.
Mit dem demografischen Wandel
werden sich auch die Mobilitätskonzepte für unsere älter werdende Gesellschaft verändern.
Unsere Gesellschaft ist im Wandel. Ein Einblick in die möglichen
Änderungen im Verkehrsbereich
geben die folgenden Seiten dieser
Themenzeitung.
3
Umweltfreundliche
Fortbewegung
Neben dem öffentlichen Verkehr nimmt auch aktive Mobilität, also Gehen und Radfahren, zu.
Mehr Alltagswege zu Fuß oder per
Fahrrad zurückzulegen, ist nicht nur
umweltfreundlich, sondern auch gesund und kostengünstig.Das Fahrrad
ist in der Stadt das ideale Verkehrsmittel für kürzere Strecken. Es führt
schnell, ohne Stau und ohne mühsame Parkplatzsuche ans Ziel. Außerdem ist das Fahrrad in der Region ein
idealer Zubringer zum öffentlichen
Verkehr. Elektro-Fahrräder machen
das Radfahren im Land der Berge zu
einem leichtgängigen Vergnügen.
Ein Auto kann in punkto Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz weder jetzt noch in Zukunft mit
dem öffentlichen Verkehr, geschweige denn mit dem Fahrrad mithalten.
Die Entwicklung geht aber dahin,
dass Autos in Zukunft weniger Energie verbrauchen als heute. Von einem
Modell, das nicht nur im Testzyklus,
sondern auch beim wirklichen Fahren nur zwei oder drei Liter Treibstoff
braucht, würden neben der Umwelt,
in Zeiten steigender Spritpreise, vor
allem die Autofahrerinnen und Autofahrer profitieren.Sicher ist auch,dass
in den kommenden Jahren auf Österreichs Straßen mehr und mehr Fahrzeuge unter Strom stehen werden.
2
Dr. Willi Nowak
Geschäftsführer des VCÖ – Mobilität mit
Zukunft
Rudolf Hundstorfer
Bundesminister für Arbeit, Soziales und
Konsumentenschutz
We make our readers succeed!
Mobilität
erste Ausgabe, März 2013
Managing Director: Eliane Knecht
Produktions- und Redaktionsleitung:
Corinne Zollinger, Michael Müller
Layout und Bildbearbeitung:
Daniel Stauffer
Project Manager: Tobias Buchinger
Tel.: +43 (0)1 236 34 38 14
E-Mail:
tobias.buchinger@mediaplanet.com
Distribution: Der Standard
Verlagsgesellschaft m.b.H., 1030 Wien,
Vordere Zollamtstraße 13
Druck: Mediaprint Zeitungsdruckerei
Ges.m.b.H. & Co. KG, 1232 Wien,
Richard-Strauss-Strasse 16
Kontakt:
Hannah Demant
Tel.: +43 (0)1 2363 438 10
E-Mail: hannah.demant@mediaplanet.com
Das Ziel von Mediaplanet ist, unseren ­
Lesern qualitativ hochstehende
­redaktionelle ­Inhalte zu bieten und sie zum
Handeln zu ­motivieren. So schaffen wir
für unsere Inserenten ­eine Plattform, um
Kunden zu pflegen und neue ­zu gewinnen.
EntgELtLichE EinschaLtung
NÖ hat eine extrem
kleinräumige
Siedlungsstruktur.
Einkaufen, Arzt, Apotheker, Gasthaus,
Kaffeehaus, etc. sind oft auf mehrere
Standorte verteilt.
Das Land NÖ baut daher den öffentlichen
Verkehr kräftig aus - beispielsweise durch
Bussysteme.
Mobil sein ist auch am Land möglich
In dünner besiedelten Gegenden ist öffentlicher Linienverkehr auf Grund fehlender Fahrgastfrequenz meist nicht finanzierbar.
Oft steht jedoch auch kein eigenes Auto zur Verfügung. Deswegen muss aber nicht auf Mobilität verzichtet werden: Gerade im
ländlichen Bereich gibt es viele innovative Lösungen für die persönliche Fortbewegung.
Mobilität ist eines der Schlüsselworte unserer modernen
Gesellschaft. Die Forderung nach immer mehr Mobilität
und Flexibilität gilt gleichermaßen in Beruf und Freizeit.
Der öffentliche Verkehr trägt diesem steigenden Bedürfnis nur in Großstädten und Ballungsräumen Rechnung.
Dort befördern unzählige Stadt-, Straßen- und U-Bahnen sowie eine Vielzahl an Buslinien täglich tausende
Fahrgäste.
Aber wie sieht es abseits der großen Menschenansammlungen aus? Am Land und besonders in Kleingemeinden ist es für die BewohnerInnen oft nicht einfach,
ihr Leben wie sie es immer gewohnt waren fortzuführen. Der Linienverkehr ist nicht im selben Maß vorhanden wie in der Großstadt. Busse fahren meistens nur zu
Stoßzeiten, die Bahn kommt nicht überallhin. Das Fahrgastaufkommen für regelmäßigen Linienverkehr wäre
schlichtweg zu gering.
Flexible MobilitätsForMen
sind aM VorMarsch
Aber auch dort, wo die Kosten für öffentliche Beförderung nicht gedeckt werden können, gibt es das Bedürfnis nach Mobilität. Menschen, die über kein eigenes
Auto verfügen, haben allerdings oftmals Probleme ihre
täglichen Wege alleine – ohne Hilfe von Nachbarn oder
Familie – zu erledigen.
Um kleinräumige Mobilität zu gewährleisten, wurden
in manchen Regionen sogenannte „Anruf-Sammeltaxis“
(AST) eingeführt. Diese werden vom Land NÖ kraftvoll
unterstützt und gefördert. Dabei handelt es sich zumeist
um Fahrzeuge von Taxi- oder Mietwagenunternehmen,
die im Auftrag der Gemeinde die Fahrgäste zu bestimmten Zeiten und nach vorheriger Anmeldung von einer
Sammelstelle abholen und zu einer Zieladresse innerhalb des Bedienungsgebietes befördern. Der Tarif orientiert sich am Tarif für öffentliche Verkehrsmittel. So
erhalten EinwohnerInnen die Möglichkeit, die Wege
zum Arzt, zum Einkaufen oder für Freizeitaktivitäten
auch ohne eigenen PKW zu bewältigen. Diese AST-Systeme werden von kleineren Gemeinden und in dünner
besiedelten Regionen eingesetzt. Allerdings stößt auch
dieses System an seine Grenzen, beispielsweise in Gemeinden mit vielen Streusiedlungen und dazwischenliegenden langen Fahrtstrecken sowie dort, wo es kein
ansässiges Taxiunternehmen gibt.
GeMeindebusse als alternatiVen
Eine Alternative dazu bieten Gemeindebusse. Sie stellen das flexibelste System der kleinräumigen Mobilität
dar und bauen auf einem gemeinnützigen Verein auf,
der den Betrieb des Busses verwaltet und mit ehrenamtlichen FahrerInnen bewerkstelligt. Befördert kann
jeder werden, der Mitglied des Vereins ist.
Dass dieses System funktioniert, beweist die niederösterreichische Marktgemeinde Ernstbrunn. Dort ist
seit November 2011 das „Ernsti-Mobil“ unterwegs. Der
Kleinbus steht für Fahrten innerhalb des Gemeindegebietes zur Verfügung. Dazu wurde ein Verein gegründet,
der in der Startphase von allen Mitgliedern des Gemeinderats auch finanziell unterstützt wurde.
Zusätzlich hat sich der Gemeinderat um die organisatorische Projektleitung gekümmert und das Fahrzeug
in Form einer Vereinsförderung angeschafft. Dazu kommen noch 36 Unternehmen, die den Verein als „Mobilitätspartner“ unterstützen. Die FahrerInnen sind ehrenamtlich unterwegs und kommen ein- bis zweimal pro
Monat zum Einsatz. Das „Ernsti-Mobil“ ergänzt so den
bestehenden öffentlichen Verkehr.
Um die Gemeinden Niederösterreichs bei der Umsetzung von öffentlichen Anbindungen, die über die
Grundversorgung hinausgehen, zu unterstützen, gibt es
seitens des Landes Niederösterreich verschiedene Förderschienen. Damit können beispielsweise Buslinien,
Rufbusse, Anrufsammeltaxis sowie seit 1.1.2013 auch
Gemeindebusse nach dem NÖ Gemeindebus-Modell
gefördert werden! Das Land NÖ investiert jährlich rund
110 Mio. in den öffentlichen Verkehr. Davon entfallen
derzeit rund € 6 Mio. jährlich auf die Förderung von zusätzlichen Mobilitätsangeboten in den NÖ Gemeinden.
KARIN SCHILDBERGER
Mobilitätsmanagerin
Mostviertel Süd
Mobilitätszentren als reGionale
inForMationsdrehscheiben
SONJA WEIXELBRAUN, BSC
Mobilitätsmanagerin
Waldviertel
Das Beispiel Ernstbrunn zeigt, dass auch im ländlichen
Bereich niemand auf zielgenaue Fortbewegung verzichten muss – auch dann nicht, wenn kein eigenes Auto
vorhanden ist. Voraussetzung ist allerdings, dass die
BürgerInnen auch wissen, welche Möglichkeiten es
gibt. Es bedarf also eines flächendeckenden Mobilitätsmanagements und regionaler Mobilitätsinformationsdrehscheiben. Das ist auch eine Umweltfrage – je
mehr die Einwohner einer Region auf ein eigenes Auto
verzichten können, desto niedriger ist die Schadstoffbelastung durch den motorisierten Verkehr.
Im Bundesland Niederösterreich wurden daher
mittlerweile in allen Hauptregionen sogenannte Mobilitätszentralen eingerichtet. Sie fungieren als Kompetenzzentren für den öffentlichen Verkehr und seine
Zubringer. PartnerInnen der MobilitätsmangerInnen
sind die jeweiligen Mobilitätsbeauftragten in den
Gemeinden. Gemeinsam werden Fahrpläne kommuniziert, Projekte initiiert und gemeinsam mit dem Verkehrsverbund am Angebot des öffentlichen Verkehrs
gearbeitet.
Ziel ist es, durch Bewusstseinsbildung, besserer Vernetzung von öffentlichem Verkehr und Individualverkehr und
vor allem Fachwissen im Bereich Mobilität, gepaart mit
regionalen Kenntnissen das regionale Verkehrsaufkommen spürbar besser bewältigbar zu machen. Öffentliche
Verkehrsmittel sollen idealerweise mehr genutzt werden und damit ein wichtiger Schritt hin zum Schutz
des Klimas und der Umwelt erfolgen.
REGIONALMANAGEMENT
NIEDERÖSTERREICH
Büro Mostviertel
Mobilitätszentrale Mostviertel Süd
Mostviertelplatz 1, 3362 Öhling
mostviertel@n-mobil.at
www.n-mobil.at
MAG.A KARIN WAGENSONNER
Mobilitätsmanagerin
NÖ-Mitte
REGIONALMANAGEMENT
NIEDERÖSTERREICH
Büro NÖ-Mitte
Mobilitätszentrale NÖ-Mitte
Drinkwelderstraße 15,
3500 Krems
noe-mitte@n-mobil.at
www.n-mobil.at
PROJEKTVEREIN WALDVIERTEL
Mobilitätszentrale Waldviertel
Sparkassenplatz 1/2/3, 3910 Zwettl
waldviertel@n-mobil.at
www.n-mobil.at
MARGIT KRAUS
Mobilitätsmanagerin
Weinviertel
REGIONALMANAGEMENT
NIEDERÖSTERREICH
Büro Weinviertel
Mobilitätszentrale Weinviertel
Hauptplatz 39, 2100 Korneuburg
weinviertel@n-mobil.at
www.n-mobil.at
MAG.A WIEBKE STRAHL-NADERER
Mobilitätsmanagerin
Industrieviertel Süd
REGIONALMANAGEMENT
NIEDERÖSTERREICH
Büro Industrieviertel
Mobilitätszentrale NÖ Süd
Schlossstraße 1, 2801 Katzelsdorf
industrieviertel@n-mobil.at
www.n-mobil.at
Eine Themenzeitung von MEdiaplanet
4 · März 2013
news
1
Tipp
E-Mobility in Österreich –
Die Zukunft hat schon begonnen
Setzen Sie auf
nachhaltige
Technologien
Jüngst war die Meldung zu lesen, dass Österreich eine neue
achte E-Mobility-Modellregion
bekommt. Bald sollen die Pendler in Niederösterreich Elektroautos testen. In 49 Gemeinden stehen dann etwa 60.000
Pendlern 100 E-Autos und 80
E-Bikes zum Ausleihen zur Verfügung. Grund genug mit DI
Heimo Aichmaier, Geschäftsführer von Austrian Mobile Power, ein Gespräch über den
Stand der Elektromobilität in
Österreich zu führen.
zig Prozent kosteneffiziente erneuerbare Energien. Hinzu kommt die
hohe Forschungs-, Entwicklungsund Produktionskompetenz, die österreichische Unternehmen in den
Bereichen Elektronik- und Elektrotechnik, Systemtechnik sowie Energie- und Automobilzulieferwirtschaft international vorweisen.
■■Was sind die nächsten
Schritte, um Österreich
zu einem Land der
Elektro­mobilität zu machen?
■■Elektromobilität,
was verstehen wir unter
diesem Begriff?
Intelligente Elektromobilität verbindet das bestehende Verkehrsmit dem Energiesystem. Um es zum
Erfolg bei den Verbrauchern führen zu können, müssen drei Säulen
funktionieren: Zum einen bedarfsgerechte Nutzer- und Anwendungsservices, zum zweiten attraktive
E-Fahrzeuge und zum dritten die
dazugehörige Lade- und Verrechnungs-Infrastruktur.
Elektrofahrzeuge können teilund vollelektrische Fahrzeuge sein,
wir zählen ein- und zweispurige EFahrzeuge mit Plug-In-Hybridantrieben, mit Range-Extender-Technik oder reine Batteriefahrzeuge
dazu. Das kann von Bussen, über
den LKW bis hin zu Motorrädern,
Automobilen oder Fahrrädern reichen.
■■Dazu gehört aber
auch die entsprechende
Infrastruktur?
Richtig. Ohne einer interoperablen Infrastruktur zum Laden der EFahrzeuge geht es nicht.
Dipl.-Ing. Heimo
Aichmaier
Geschäftsführer
Austrian Mobile
Power
SCHNELL UND EFFIZIENT Kurzes Aufladen reicht für Strecken bis über 100 km.
FOTO: Viappy / Shutterstock.com
■■Ist Elektromobilität
schon alltagstauglich?
Wenn sie sich die Entwicklungen
und Produkte bei Ladesäulen, E-Motorrädern, E-bikes und bei verschiedenen Hybridfahrzeugen anschauen – eindeutig ja. Erste Produkte
aus Kleinserien sind verfügbar, Serienproduktionen sind weltweit
gerade bei Fahrzeugen und deren
Komponenten im Aufbau. Auf unseren Straßen sind etwa 1.390 Bat-
teriefahrzeuge und über 8.100 Hybridfahrzeuge zugelassen. Was die
Marktdurchdringung angeht, kann
Österreich mit anderen europäischen Ländern gut mithalten.
■■Was macht Österreichs
Vorteil in der
Elektromobilität aus?
Nun, wir Österreicher beziehen
heute – dank unserer Wasser- und
Windkraft – schon annährend sieb-
Facts
■■ 32 Partner gehören derzeit zur
e-mobility Alliance in Österreich. Bei weitem nicht nur Anbieter
von Elektroautomobilen, sondern
auch Forschungsunternehmen,
Energie- und Logistikanbieter
sowie Banken.
■■ E-Fahrzeuge stehen derzeit in
drei Bereichen in Konkurrenzsituation zu Autos mit Verbrennungsmotoren: Energiezufuhr, Haltbarkeit und Reichweite
■■ Die Technik hat große Fortschritte gemacht. Die Kombination
von Kfz-Leichtbauweise und Lithium-Ionen-Akku-Technologie wird
LEISER
FAHREN,
LAUTER
VERGNÜGEN
die Reichweite der Fahrzeuge verbessern. Auch die Akkuladezeiten,
die bislang ein Reichweitenproblem
darstellten, stehen unmittelbar vor
einer technischen Lösung.
■■ Die Haltbarkeit der LithiumIonen-Akkus – einem Hauptspeichermedium für die elektrische
Energie liegt bei vielen Herstellern
inzwischen bei etwa 100 000 Km.
Lesen Sie
mehr im Internet:
www.austrian-mobile-power.at
www.e-connected.at
www.vcoe.at
!
Öffentliche Verkehrs­
mittel, Radfahren und zu
Fuß gehen schonen nicht
nur die Umwelt, sondern
meist auch den Geld­
beutel. Wer trotzdem
nicht auf das Auto verzichten kann oder will,
hat die Möglichkeit
zumindest in Sachen
Treibstoff umzudenken.
Neben der Elektromobilität, ist
Erdgas eine solche Option und
zeichnet sich durch einen besonders hohen Wasserstoffgehalt aus.
Daher entstehen im Vergleich
zu konventionellen Kraftstoffen
deutlich geringere Schadstoffemissionen. Doch das ist nicht der
einzige Vorteil: Im Vergleich zu
einem Benzin-Motor ist ein Erdgasantrieb etwa um die Hälfte
kostengünstiger.
Einfach umrüsten
Erdgas ist ein fossiler Brennstoff
und wird ähnlich wie Erdöl hauptsächlich durch Bohrungen gewonnen. Allerdings kann das Gas
auch aus Biomasse,wie etwa Tiermist, Mais oder Gräsern gewonnen werden. Auch Abfälle aus Industrie können Basis sein. Biogas
muss jedoch durch Aufbereitung
mit Methan veredelt werden, bevor es zum Einsatz kommt.
Beinahe jeder Autohersteller
bietet inzwischen erdgasbetriebene Modelle an, wobei sich die
Investitionskosten kaum unterscheiden. In Österreich fördern
viele Bundesländer den Kauf zusätzlich und ein flächendeckendes Tankstellennetz steht zur
Verfügung. Darüber hinaus können auch bestehende Motoren
meist ohne Probleme umgerüstet werden.
Barbara Walkobinger
Frank Tetzel
redaktion.at@mediaplanet.com
redaktion.at@mediaplanet.com
6FKQHOOODGHLQIUDVWUXNWXU
DOV%HVWDQGWHLO,KUHV
%XVLQHVV0RGHOV"
ist das Motto von Silent Drive, Ihr erster Ansprechpartner
betreffend e-Mobilität in der Verwendung.
Die Zukunft hat bereits begonnen. Gelebte e-Mobilität wird zur
Realität und ist aus dem Alltag
nicht mehr wegzudenken. Die
Technik ist bereit, jetzt liegt es
an Ihnen umzudenken und die
Zukunft der Elektromobilität zu
sichern. Unsere Empfehlung für
jeden ist das Top Produkt von Silent Drive: führerscheinfrei, steuerfrei, versicherungsfrei und jede
Menge Fahrspass!
Einige wichtige Schritte sind schon
gemacht. Jetzt gilt unter Miteinbeziehung von bereits Vorhandenem,
eine flächendeckende Infrastruktur aufzubauen. Es bedarf eines intelligenten Netzes von Schnellladestationen mit möglichst mehr
als 22 kW an neuralgischen Punkten sowie Langsamladestationen
mit ungefähr 11 kW in privaten
und öffentlich zugänglichen Umgebungen. Damit werden längere
Strecken auch für Batteriefahrzeuge ohne Komforteinschränkungen
machbar. Leistungsfähige Schnellladestationen können Batterien
in rund 25 Minuten auf 80 Prozent
ihrer Kapazität aufladen – ausreichend, um unter alltäglichen Bedingungen mindestens 100 Kilometer weit fahren zu können.
Um es auf den Punkt zu bringen: Zwei Dinge müssen zusammenkommen, damit Österreich
eine Vorreiterrolle in der e-Mobility spielen kann: Interoperabilität,
sprich die betreiberunabhängige
Nutzbarkeit von Mobilitäts- oder
Ladeangeboten. Hierzu benötigen
wir auch europaweite, teilweise
auch weltweite Standards. Zweitens: Intermodalität, also einfache Angebotspakete verschiedener
Verkehrsmittel und damit Kombinationsmöglichkeiten von Autos,
Motorrädern und öffentlichem
Verkehr.
Erdgas – Treibstoff
aus Abfall
So können Sie Ihre Kosten senken und leisten einen Beitrag
zum Umweltschutz. Gerne laden
wir Sie daher ein sich von der
Alltagstauglichkeit dieser Technologie zu überzeugen und eine
unverbindliche Testfahrt in einem
unserer Standorte durchzuführen. Zusätzlich stehen wir Ihnen
mit Rat und Tat zur Verfügung um
Ihr Fahrzeug an persönliche Bedürfnisse anzupassen
Silent Drive Elektrofahrzeuge
A- 3376 St. Martin - Karlsbach, Hengstberg 49
Tel.:+43 664 126 4067
E-Mail: elektro.quad.silentdrive@gmail.com
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HUP|JOLFKWGXUFK)HUQEHUZDFKXQJXQGZDUWXQJUHPRWH6RIWZDUH8SGDWHVXQGGLH0|JOLFKNHLW
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2/26/2013 8:56:07 AM
Mobilität 3.0 – energiesparend und umweltfreundlich
Integrierte Mobilitätslösungen von Siemens für urbane Ballungsräume und deren Infrastrukturen
Wohin bewegen wir uns? Und vor allem wie? Seit 2009 lebt mehr
als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, bis zur Mitte dieses
Jahrtausends werden es 70 Prozent sein. Städte sind für rund 80
Prozent der Weltwirtschaftsleistung verantwortlich und somit
Knotenpunkte im globalen Mobilitätsnetz für Menschen und Güter.
Das heißt, dass sie für zwei Drittel des weltweiten Energieverbrauchs
verantwortlich sind und zu den großen C02-Emittenten gehören.
Das wirft wesentliche Fragen für Verkehrsplanung und Energieversorgung auf.
Ein Mosaikstein im komplexen Mobilitäts- und Energiegebilde der
Zukunft ist die Elektromobilität. Siemens Österreich ist auf diesem
Gebiet führend tätig. Im Rahmen des größten österreichischen
kooperativen Forschungs- und Entwicklungsprojekts wurde gemeinsam mit Partnern ein zukunftsfähiges Elektromobilitätsgesamtsystem geschaffen – vom Lade- und Datenmanagement sowie
der Bereitstellung erneuerbarer Energie bis hin zu Verrechnung
und Kundenmanagement. Darüber hinaus haben wir mit dem
Unternehmen „E-Mobility Provider Austria“ einen Mobilitäts- und
Serviceprovider mitbegründet, der in den kommenden Jahren
ein dichtes Ladenetz aufbauen sowie ein neuartiges pauschales
E-Mobilitätspaket für Firmen- und Privatkunden anbieten wird.
Unsere neue Elektrobus-Flotte in Wien zeigt vor, wie auch der
öffentliche Verkehr Menschen umweltfreundlich bewegt. Ein
Schnellladekonzept ermöglicht es, die Batterie innerhalb von nur
15 Minuten wieder voll aufzuladen. Die Busse bewegen sich mit
leisem Surren durch die Stadt, was auch die Lärmbelastung reduziert. Damit die öffentlichen Verkehrsmittel effizient und unkompliziert genutzt und miteinander verknüpft werden können, hat
Siemens ein E-Ticket entwickelt, das die Vernetzung verschiedener
Verkehrsmittel bequem macht. Auf einer einzigen Smartcard
werden die tatsächlich gefahrenen Strecken in U-Bahn, Bus und
Straßenbahn abgerechnet, einfach indem die Karte beim Ein- und
Aussteigen vor ein Lesegerät gehalten wird – und es ist auch möglich, diese Karte für das Anmieten von öffentlichen Fahrrädern zu
verwenden. Siemens hat auch eine App für Smartphones entwickelt,
die die Reiseroute im öffentlichen Verkehr von Tür zu Tür plant.
Gibt es Staus oder Verspätungen, werden in Echtzeit Alternativen
angeboten. Auch mit modernen und recyclebaren U-Bahnen sowie
umweltfreundlichen ULF-Straßenbahnen mit der weltweit niedrigsten Einstiegshöhe aus unserem Weltkompetenzzentrum für
städtischen Transport in Wien bieten wir Fahrgästen höchsten
Komfort und unseren Kunden einen wirtschaftlichen Betrieb.
Siemens Österreich ist Kompetenzzentrum für Smart FutureTechnologies, wie intelligente Stromnetze (smart grids) für einen
wirtschaftlichen und versorgungssicheren Betrieb, die Entwicklung
von Fahrwerken für die globale Schienenfahrzeug-Industrie oder
Mautlösungen, ob es sich nun um Straßenmaut im Ballungszentrum, City-Maut im Stadtkern oder Straßenmautnetze handelt. All
diese Lösungen zeigen, worum es geht: Die Zukunft des Verkehrs
ist intermodal. Die Kombination von öffentlichem und Individualverkehr kann die Verkehrsflut klimafreundlich bewältigen, ohne die
Menschen zu Verzicht und Enthaltsamkeit aufzurufen. Siemens
arbeitet mit seinem Angebot an nachhaltigen Produkten, Systemen
und Lösungen für intelligentes Verkehrsmanagement und Schienenverkehr, Stromverteilungssystemen bis hin zu energieeffizienten Gebäude- und Sicherheitslösungen an der Zukunft des urbanen Raums.
Mithilfe unseres Portfolios unterstützen wir Städte darin, im Zuge
ihres Wachstums Umweltschutz, Wettbewerbsfähigkeit und
Steigerung der Lebensqualität in Einklang zu bringen.
Wolfgang Hesoun
Vorsitzender des Vorstands der
Siemens AG Österreich
siemens.com.answers
Das Land Kärnten – die führende Modellregion für Elektromobilität, Technologie und erneuerbare Energien.
Umweltschutz & Effizienz
Lebensland Kärnten setzt mit
unzähligen Initiativen verantwortungsvolle und wichtige Schritte
in die Zukunft.
Elektromobilität
Österreichs größte e-Mobilitätsmesse
Über 3.000 m2 • mehr als 45.000 Besucher!
5. bis 7. April 2013, Messehalle 2
Klagenfurt am Wörthersee
Ein klares „Ja“ zu einer sauberen und
energieeffizienten Zukunft der Fortbewegung und der Energiegewinnung.
Das Angebot an Elektro-Fahrzeugen
reicht vom Auto, Transporter,
Scooter, Motorrad, Fahrrad bis hin
zum Boot.
Wissenstransfer &
Forschung
Zusammenarbeit mit Wissenschaft
und Forschung in Bezug auf alternative Energien und Elektromobilität.
Alternative Energieformen
Sonne, Wind, Wasser, Biomasse –
erneuerbare Energiequellen
werden gezielt entwickelt und
genutzt.
Alternative Mobilität
n Messe Live:
te
rn
ä
K
d
n
a
sl
en
b
Die Le
ORF Kärnten
Innovative Technologien und neue
Verkehrskonzepte sparen Ressourcen und sorgen für höhere
Lebensqualität.
beliebten
6. April 2013 in der
ten“
ng „Treffpunkt Kärn
du
en
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es
nd
La
www.lebensland.com
Besuchen Sie uns auf
Eine Themenzeitung von MEdiaplanet
6 · März 2013
1
2
inspiration
Ökologisch
unterwegs
dank E-Bike
■■Frage: Welche Vorteile hat ein
E-Bike gegenüber einem Auto?
■■Antwort: Vor allem in der
Stadt hat es Vorteile, wie etwa
schnelles Vorankommen,
kein Parkplatzsuchen und ein
geringer Kostenaufwand.
Wenn er ein Auto haben wollte,
würden es alle verstehen: Manfred
Schindler leidet seit dreißig Jahren
an Lymphödemen in beiden Beinen.
Aufgrund dieser und anderer schwerer Erkrankungen ist ihm das Gehen
längerer Strecken praktisch unmöglich. Zuhause ist er mit Krücken unterwegs. Aber Herr Schindler will
kein Auto – er ist passionierter Radfahrer. Mit einem elektrisch angetriebenen Liegerad hat der 58-Jährige den perfekten Weg gefunden,
seine Mobilität zu erhalten und
rasch von A nach B zu kommen.
Dabei tut er auch noch etwas für
seine Gesundheit. Egal ob Sommer
oder Winter, Regen oder Sonnenschein, Herr Schindler fährt mit
seinem Trike, wie die Bezeichnung
seines Gefährtes lautet, praktisch
überall hin: Zum Einkaufen, zu
Ärzten oder etwa bis vor den Bankomaten. „Nur bei minus fünfzehn
Grad habe ich letzten Winter verweigert, weil die Finger so schnell
einfrieren“, erzählt er.
Radfahrer aus Leidenschaft
Ein begeisterter Radfahrer war Herr
Schindler immer schon.Die Entscheidung, das Auto einfach stehen zu lassen, liegt etwa 25 Jahre zurück. Damals hat er ausgerechnet, wie viel er
in öffentliche Verkehrsmittel und
ein Rad investieren kann, wenn er
auf sein Auto verzichtet. Herausgekommen ist ein großzügiger Betrag.
„Ich wäre mir verrückt vorgekommen, mitten in Wien Mariahilf ein
Auto zu kaufen“, erinnert er sich. Daran konnten auch die lange Krankheit und die Gehbehinderung nichts
ändern. Keine Steuern, Parkgebühren
oder Benzin zu zahlen und auch noch
die Umwelt zu schonen, sind weitere
Pluspunkte. Inzwischen hat der Wiener auch ein passendes Garagenplätzchen gefunden. Für Schindler erfüllt
sein Trike drei Funktionen: Erstens
ist es schlicht ein effizientes Fortbewegungsmittel, Parkplatzsuche fällt
selbst mitten in der Stadt aus. Zweitens ist es ein Weg hinaus an die frische Luft zu kommen und drittens
etwas für die Beweglichkeit und Gesundheit zu tun, ohne sich zu überanstrengen. Denn beim Gehen ist oft
schon nach 50 Metern Schluss.
Alltagserleichterung E-Trike
Zwei Räder vorne, eines hinten um
bessere Stabilität gewährleisten zu
können. Getreten wird wie bei einem
normalen Fahrrad, bloß im Liegen.
Per Gashebel kann Herr Schindler seinen 500 Watt-Elektromotor zur Unterstützung zuschalten,der in das Hinterrad eingebaut ist. So bewältigt er auch
Steigungen und längere Wege. Mit einer Ladung fährt der inzwischen pensionierte Wiener 30 bis 40 Kilometer,je
nachdem wie viel Kraft er gerade hat.
Manfred Schindler
Passionierter
E-Biker
eine themenzeitung von mediaplanet
Tipp
Gehen Sie zu
FuSS und
fahren Sie
Fahrrad
Radverkehr als
Garant für Effizienz
und Wohlbefinden
2
Mit einem konventionellen Rad wäre
das undenkbar.
Das Aufladen des Akkus, der in der
Satteltasche verstaut ist, dauert etwa
drei bis vier Stunden, dabei beträgt
der Stromverbrauch bei einer Strecke
von 40 Kilometer umgerechnet nur
sieben Cent.Mit einigen Sonderanfertigungen wie etwa Krückenhaltern,
Magnetpads die das Abrutschen von
den Pedalen verhindern oder Pendelpedalen für das beeinträchtige Knie,
komplementierte der 58-Jährige sein
Schmuckstück nach und nach.
3
■■Inwiefern gewinnt
der Radverkehr für die innerstädtische Fortbewegung an
Bedeutung?
Einerseits liegt Radfahren im Trend,
andrerseits erkennen immer mehr
Menschen,dass man Geld nicht essen
kann. Autofahren wird ja gerade innerhalb der Städte immer teurer.Wer
Rad fährt spart innerstädtisch nicht
nur Zeit und Geld,es macht auch Spaß.
Daran, dass er wieder einmal mobil
sein würde, hat er nicht gezweifelt,
obwohl Herr Schindler mehr als zwei
Jahre ausschließlich im Bett verbringen konnte.Auch heute muss er noch
einen Großteil des Tages im Liegen
verbringen.
Um wieder gesund zu werden
und Krisen zu meistern, braucht es
starke Bilder. „Meine Vorstellung
war, mit dem Rad entlang des Heustadlwassers zu fahren. Das wollte
ich in meinem Leben noch einmal
machen“, erzählt er. Inzwischen ist
das kein Problem mehr: Im Sommer
kurvt der begeisterte Radfahrer schon
einmal bis an die Alte Donau oder
nach Purkersdorf hinaus. In alltägliche Erledigungen baut er Umwege
ein – weil es einfach Spaß macht.„Für
manche bin ich ein Exot“, sagt Herr
Schindler.Aber auf die Alltagserleichterung, die Bewegung und die Freude am Radfahren möchte er einfach
nicht verzichten.
Barbara Wakolbinger
Als Verkehrsexperte beschäftigt
sich Dipl.-Ing. Dr. Michael Meschik mit der Frage, was ein Verkehrssystem eigentlich erreichen
soll. Dabei geht es auch um Umweltschutz, Kosteneffizienz und
Gesundheit. Klar ist: Wer in der
Stadt aufs Fahrrad umsteigt, gewinnt in jeder Hinsicht.
Dipl.-Ing. Dr.
Michael Meschik
Assistenz Professor
am Institut
für Verkehrswesen
der Universität
für Bodenkultur
Motiviert durch starke Bilder
redaktion.at@mediaplanet.com
■■Welche Vorteile kann
sich der Einzelne durch den
Umstieg auf das Fahrrad
erwarten?
Inserat
i-Charge_104x138:Layout 1
1
28.02.2013
März 2013 · 7
11:41 Uhr
Gesetzliche Vorgaben
Seite 1
AKTIV UND WOHLAUF
1. + 2. Körperliche Betätigung fördert
die Gesundheit und trägt maßgeblich
zu einem positiven Lebensgefühl bei.
3. Der von der Stadt zur Verfügung
gestellte Garagenplatz erleichtert die
Nutzung des Trikes.
FOTO: TOBIAS BUCHINGER
In klassischen Radfahrerländern wie
Dänemark und Holland geben Radfahrer vor allem an, dass sie das Rad
als praktischer empfinden. Man ist
innerstädtisch sehr schnell unterwegs und muss keinen Parkplatz suchen. Die Bewegung trägt auch zur
Lebensfreude bei.Außerdem ist es gut
für die Gesundheit: Wer sich regelmäßig bewegt und mit dem Rad fährt,
steigert seine Lebenserwartung im
Schnitt um zwei bis drei Jahre.
■■Gibt es durch den verstärkten Radverkehr positive Folgen für den Gesamtverkehr?
S­ iebentel bis ein Zehntel der Fläche eines PKW – neben allen positiven Umweltauswirkungen. In einer
ohnehin eng verbauten Innenstadt
spürt man das sehr direkt. Wer auf
die Straße schaut sieht schnell, wer
den meisten Platz verbraucht – das
sind die Autos, in denen oft nur eine Person sitzt. Platzökonomisch ist
das völlig unverhältnismäßig, vor
allem im Vergleich zu öffentlichen
Verkehrsmitteln – oder eben den
Fahrrädern.
■■Was sind die
Voraussetzungen für ein
effektives Radverkehrsnetz?
Ich sehe dafür drei wichtige Voraussetzungen. Zuerst muss der
Stress Radfahrender reduziert
werden. Zweitens müssen Wartezeiten verkürzt werden, damit
es schnell dahin geht. Das heißt,
es müssen möglichst direkte Verbindungen geschaffen werden.
Drittens muss besonders für Sicherheit gesorgt werden, um die
Unfallgefahr und Fahrraddiebstähle zu minimieren.
■■Was sind
die aktuellen Trends?
Ein Trend der letzten Jahre war das
Elektrofahrrad. Aufgrund der relativ hohen Anschaffungs- und Erhaltungskosten könnte diese Entwicklung allerdings zurückgehen.
Die Entwicklung geht eher zu teureren Luxusrädern, als Statussymbole. Verkehrspolitisch geht der Trend
vom Freizeit- zum Alltagsverkehr.
Mir persönlich bereitet allerdings
Sorgen, dass besonders in Wien relativ wenige Kinder mit dem Rad
unterwegs sind. Das ist verkehrspolitisch bedenklich, weil da nichts
nachwächst.
Ein Fahrrad braucht etwa ein
Facts
6 positive
Eigenschaften eines
E-Bikes
Umweltschonend – Mit einem E-Bike ist man völlig
emissionsfrei unterwegs. So
wird die CO²- und Schadstoffbelastung auf einfachem Weg reduziert. Die Umwelt dankt es
vor allem bei Kurzstrecken.
Kosten senken – Mit einem
500 Watt-Motor verbraucht man auf vierzig Kilometer gerade einmal sieben
Cent. Das ist deutlich billiger als
ein Benzin- oder Dieselauto. Der
Akku ist über Nacht schnell
wieder aufgeladen und braucht
nur eine Steckdose.
Zeiteffizienz – Schnell unterwegs und keinen Parkplatz suchen müssen: Ein EBike ist genauso schnell, wenn
nicht schneller als ein konventionelles Auto. Vor allem in der
Innenstadt, wo die Straßen eng
und freie Parklücken Mangelware sind.
Komfort – In der Arbeit
oder bei wichtigen Terminen will man nicht unbedingt
verschwitzt und außer Atem
ankommen. Das E-Bike unterstützt bei steilen Straßen, Gegenwind oder langen Wegen
und sorgt für einen makellosen
Auftritt.
Unterstützung – Eine körperliche Beeinträchtigung
ist kein Hindernis mehr für
Sport, frische Luft und Spaß am
Radfahren. Auch wenn das Training erst am Anfang steht, kann
ein E-Bike die perfekte Unterstützung sein und Motivation
verleihen.
Wartung – E-Bikes sind
pflegeleicht und für eine
lange Zeit zuverlässig.
Philipp Jauernik
redaktion.at@mediaplanet.com
Ländlicher Raum
EIN INTELLIGENTER ZUG!
Allgemeine Grundlagen
Was sind die rechtlichen
Rahmenbedingungen?
Mit dem Unterstützungsmotor eines Elektrofahrrades oder „Pedelecs“
ist es möglich, eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h zu fahren, bei
einer höheren Geschwindigkeit, beispielsweise beim bergab fahren, schaltet
sich der Unterstützungsmotor ab.
Solche Fahrräder mit Hilfsmotor, der eine Geschwindigkeit von bis zu maximal 25 km/h nicht überschreitet,werden als „low-performance mopeds“ bezeichnet.Sie benötigen einen Typenschein,sind aber von einigen Zulassungsanforderungen, ausgeschlossen.
E-bikes mit einer möglichen Geschwindigkeit von über 25 km/h, benötigen
jedenfalls einen Typenschein. Durch die Klassifizierung als Moped kommen
Helmpflicht,Alterslimit und Versicherungspflicht zum tragen. Ebenso ist die
Benutzung von Radwegen und anderen Wegen, die mit einem Fahrverbot für
motorisierte KFZ belegt sind, ist mit solchen Modellen nicht mehr erlaubt.
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Effektive Nutzung
Welche Potenziale
hat Elektromobilität im
ländlichen Raum?
Das Potenzial von Elektromobilität wurde bisher vor allem in Städten und
Ballungsräumen gesehen,wo es ohnehin ein gutes Angebot an Öffentlichem
Verkehr, Radfahranlagen und Carsharing gibt. Doch gerade für den ländlichen
Raum,wo es weniger Öffentlichen Verkehr gibt, birgt Elektro-Mobilität neue
Chancen in Sachen klimafreundlicher und kostengünstiger Mobilität.
Elektro-Fahrzeuge können Gehen, Radfahren und Öffentlichen Verkehr gut ergänzen. Der Großteil der zurückgelegten Strecken ist auch am Land kurz genug,
um problemlos mit Elektro-Fahrrädern, E-Mopeds oder E-Autos zurückgelegt zu
werden.Die reinen Elektro-Fahrzeuge der ersten Generation kommen etwa 100 bis
200 Kilometer weit – und sind damit für den überwiegenden Teil der Autofahrten
bestens geeignet.In Österreich sind rund 98 Prozent der Autofahrten kürzer als 100
Kilometer, 95 Prozent sogar kürzer als 50 Kilometer.50 Prozent aller Wege sind kürzer als 5 Kilometer, also leicht mit Fahrrad oder Öffis zurückzulegen.
Elektro-Fahrzeuge bieten sich im ländlichen Raum auch als Zubringer zum Öffentlichen Verkehr an. Wichtig ist dabei, dass es an den Haltestellen sichere Abstellanlagen für Elektro-Fahrräder gibt.
Neben Problemen wie Platzverbrauch, Lärm, hohen Kosten und Verkehrssicherheit, die Elektroautos nicht lösen können, kann der Ersatz von Autos mit herkömmlichen Antrieb durch Elektro-Fahrzeuge unsere Mobilität nur dann umweltverträglicher machen, wenn der dafür aufgewendete Strom aus erneuerbaren Energieträgern kommt.
KOMPETENZ VERBINDET.
Quelle: VCÖ – www.vcoe.at
Quelle: VCÖ – www.vcoe.at
Eine Themenzeitung von MEdiaplanet
8 · März 2013
NEWS
1
3
Tipp
Nutzen Sie
öffentliche
Verkehrs­
mittel
KOLLEKTIVER GEBRAUCH: Mobilität­
flexibel gestalten. Foto: shutterstock
CARSHARING
Geteilte Freude ist
doppelte Freude
■■Frage: Welche Vorteile
bieten Carsharing-Angebote
im Vergleich zu anderen Fortbewegungsmitteln?
■■Antwort: Das Konzept
schont die Umwelt, und trägt
dazu bei Kosten zu senken,
sowie seine Mobilität flexibel
zu gestalten.
KOMBINIERTER VERKEHR
Die Verbindung des gesamten
Angebots verspricht höchste
Effizienz.
Foto: Tupungato / Shutterstock.com
Nachhaltige Mobilität
stärkt Lebensqualität
Nachhaltige Mobilität ist ein
Schlagwort, das, wer sich für
­modern hält, im Munde führt. Doch
was bedeutet Nach­haltigkeit im
Verkehrssystem ­Österreichs? Doris
Holler-Bruckner gibt Antworten.
„Der öffentliche
Verkehr muss
nachhaltig
gefördert werden.“
Zukunftsorientiert
■■Was versteht man unter
nachhaltiger Mobilität?
Nachhaltige Mobilität ist die Verzahnung modernen Verkehrs mit
zeitgemäßer Umweltpolitik. Nach
wie vor ist in Österreich ein Zuzug
in die großen Städte zu verzeichnen,
doch unsere Straßen-Verkehrsinfrastruktur ist nicht mehr unendlich
zu erweitern. Damit bedeutet die
ungehinderte Zunahme des Autoverkehrs letztendlich einen Kollaps
der Städte, aufgrund der, durch diese
Entwicklung zu stark eingeschränkten Lebensqualität.
Vor allem in den urbanen Räumen haben wir verhältnismäßig
kurze Arbeits- und Einkaufswege,
die nicht unbedingt mit dem Individualverkehr bewältigt werden
müssen. Die Strategien und Programme müssen auf Dauer tragfähig sein und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Dabei sind die Öffis
ein wichtiger Teil.
■■Das heißt mehr
Menschen in öffentlichen
Verkehrsmittel?
Diesbezüglich haben wir in Österreich schon eine Menge erreicht.
Beispielsweise sind wir im Vergleich
zu vielen anderen Ländern bei der
Nutzung der Bahn top. Wollen wir
Doris Holler-Bruckner
Präsidentin des Bundesverbandes für
nachhaltige Mobilität
jedoch noch mehr Menschen in
Busse und Bahnen bringen, dann
muss, ähnlich wie in der Schweiz,
vielmehr auf die Flüssigkeit der Gesamtstrecke geachtet werden.
■■Wie kann
man das konkret erreichen?
Es nützt nichts, nur einzelne Strecken auszubauen und die Nebenbahnen samt entsprechender Takt-
Facts
■■ Verbindungen: Im ländlichen
Raum Österreichs leben immer weniger Menschen. Die Verkehrsunternehmen haben immer weniger
Fahrgäste zu verzeichnen.
■■ Kombinierter Verkehr: Deshalb braucht es intelligente Anbindungen zwischen Städten und
dem Umland, um das Auto oder
Fahrrad am nächsten Park & Ride
Parkplatz stehen zu lassen.
■■ Fernverbindungen: Auch
der ländliche Raum muss attraktiv zum Leben bleiben und darf –
zumal vor dem Hintergrund des
demografischen Faktors – nicht
abgehängt werden. Hinzu kommen hohe Betriebskosten für den
ÖPNV, weil zu wenige Fahrgäste
in viel zu großen Verkehrsmitteln
sitzen.
■■ Erweitertes Angebot: Eine
Möglichkeit dazu stellt beispielsweise ein Rufbushaltestellen-System dar.
Sie funktionieren nach dem Prinzip,
dass Haltestellen nur bei einer Anforderung bedient werden. Dadurch ist
die wirtschaftliche Bedienung gering
frequentierter Orte möglich.
■■ Die Systeme führen zu einer
Flexibilisierung und Differenzierung der Verkehrsangebote.
Lesen Sie
mehr im Internet
www.bvmobil.at
www.nachhaltigkeit.at
www.klimaaktiv.at
!
fahrpläne zu vergessen. Öffentlicher
Verkehr soll nicht nur das Rückgrat
der innerstädtischen Mobilität sein.
Sein Ausbau bewirkt Verbesserungen beim Umwelt- und Klimaschutz,
steigert die Mobilität aller Bevölkerungskreise und ist nicht zuletzt
auch ein lokaler Wirtschaftsfaktor.
Nach diesen Kriterien ist er als
nachhaltig zu bewerten. Dennoch
müssen wir daran arbeiten, dass
wir den öffentlichen Verkehr noch
zukunftsorientierter und kundenfreundlicher gestalten. Dazu gehören auch entsprechend günstige
Preise, welche die Öffis noch attraktiver machen und über die Bundesländer hinweg verbinden.
■■Was können
Sie also empfehlen?
Wir beobachten, dass sich das Mobilitätsverhalten der Menschen
verändert. Die meisten Wege in der
Stadt werden immer noch zu Fuß
zurückgelegt und Autos verlieren
mehr und mehr an Bedeutung. Zumindest was ihren Besitz angeht.
Carsharingangebote sprießen wie
Pilze aus dem Boden, weil in der
Verzahnung mit dem öffentlichen
Verkehr die Angebote attraktiver
werden und Nutzung, nicht Besitz
das Megathema ist. Daher gilt: Je
besser man den Modal Split, also die
einzelnen Verkehrsträger wie Auto,
Fahrrad und das öffentliche Angebot an Bussen und Bahnen miteinander verzahnt, desto effizienter ist
das Vorankommen.
In Zeiten steigender Spritpreise
und Dienstleistungskosten wird
der eigene PKW schnell zu einer
finanziellen Belastung, daher
befinden sich neue Trends im
Aufwind. Die Menschen nützen
öfter ihr Rad, schauen sich nach
Mitfahrgelegenheiten um und
setzen auf das Prinzip des Carsharings.
Einfache Nutzung
Die Fahrzeuge von diversen Anbietern sind meist über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Dies
gewährleistet eine gute Erreichbarkeit der PKWs und macht das
Konzept bei spontanem Bedarf
besonders attraktiv. Die Reservierung erfolgt je nach Unternehmen auf unterschiedliche
Weise. Meist besteht die Möglichkeit dies via Internet oder
per Handyreservierung zu machen bzw. Fahrzeuge mittels
GPS-Ortung zu finden, einzusteigen und einfach loszufahren.
Eine vorhergehende Registrierung bei dem jeweiligen Anbieter ist wegen der Abrechnung
notwendig.
Flexible Gestaltung
Einerseits ermöglicht Carsharing, im Gegensatz zu Autovermietungen, die Nutzung des
Fahrzeugs über einen sehr kurzen Zeitraum, andererseits werden auch vergünstigte Tages-,
Wochen- und Monatspauschalen angeboten. Grundsätzlich
werden immer die zurückgelegten Kilometer und die Nutzungsdauer verrechnet. Kosten
wie Treibstoff, Versicherung etc.
sind im Preis inkludiert. Neben
den persönlichen Vorteilen der
Kunden besteht auch ein Nutzen
für die Gesellschaft.
Carsharing-Konzepte ergänzen das Angebot des öffentlichen
Verkehrs optimal und sorgen somit für eine Entlastung der Umwelt. Durch die gemeinschaftliche Nutzung der Fahrzeuge wird
der CO2-Austoß reduziert und die
Parkplatzsituation, besonders
im innerstädtischen Bereich,
entspannt sich.
Harald Triebnig
Frank Tetzel
redaktion.at@mediaplanet.com
redaktion.at@mediaplanet.com
eine themenzeitung von mediaplanet
März 2013 · 9
experten Panel
Frage 1:
Wo liegt Ihrer Meinung
nach die Zukunft des urbanen
Verkehrs?
Frage 2:
Wie kann sich jeder
Einzelne einbringen ein
nachhaltiges innerstädtisches
Verkehrsnetz zu fördern?
Dr. Klaus Pseiner
Geschäftsführer der Öster­
reichischen Forschungs­
förderungsgesellschaft FFG
DI Theresia Vogel
Geschäftsführerin des
Klima- und Energiefonds
Mag. Arnulf Wolfram
Leitung Sektor
Infrastructure & Cities CEE
Siemens AG Österreich
Mobilität ist der Motor der modernen Gesellschaft. Wir Menschen sind täglich unterwegs - das ist selbstverständlich. Doch die
steigende Mobilität bringt auch ökologische,
ökonomische und soziale Probleme. Nachhaltige Lösungen sind gefragt – gerade im städtischen Raum. Der urbane Verkehr der Zukunft
muss also intelligent, inklusiv und individuell sein. Das bedeutet, dass Mobilitätslösungen benutzerfreundlich, kreativ und technologisch hochwertig ausgerichtet werden. Die
Mobilität muss für alle leistbar und sozial zugänglich bleiben. Die Zukunft des urbanen
Verkehrs wird reichhaltig sein und eine echte Wahlfreiheit zwischen Individualverkehr
(zu Fuß gehen, Rad fahren, Auto fahren) und
öffentlichem Verkehr (Bus, Bahn, Bim...) ermöglichen.
Auf einer leistbaren, komfortablen Gestaltung der eigenen Mobilität mit Hintanhaltung der negativen Folgen des Verkehrs bauen
die Maßnahmen des Klima- und Energiefonds
auf, also auf dem Gesamtverkehrsplan des BMVIT. Dementsprechend zielen die von uns unterstützten Projekte auf multimodale Alltagsmobilität und eine effektive Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel ab. Informations- und Kommunikationstechnologien wie Elektromobilität, sie sind
„Enabler“ dieser Entwicklung. Etwa
in einem von uns geförderten Projekt: da informiert der Mobilitätsassistent am Smartphone gezielt über
jene urbanen Mobilitätsangebote, die
am besten zum definierten Ziel führen.
Fahrrad,Bus,Elektroroller,Bahn,(Elektro-)Auto –
sie alle werden genutzt anstatt besessen.
Das ist die große Herausforderung.
Denn es liegt vor allem in der Selbstverantwortung jedes Einzelnen von uns,einerseits innovative,neue Verkehrsangebote zu kennen und diese andererseits auch sinnvoll anzunehmen und
zu nutzen. Jeder Weg hat einen Zweck sei es zur
Versorgung, zur Arbeit, zur Freizeit, etc. und für
jeden Weg gibt es sinnvolle Verkehrsmittel. Gerade in der Stadt kann ein multimodaler Lebensstil gelebt werden und man kann zwischen Fußwegen,Radstrecken oder öffentlichen Verkehrsmitteln wählen. Mobilität insgesamt braucht
mehr Bewusstsein und muss im Sinne aller sicherer, nachhaltiger und umweltfreundlicher
werden. Letztlich ist Mobilität auch der Motor
für eine solide Wirtschaft, und damit für Lebensqualität auf hohem Niveau.
Den Menschen Lust zu machen mit ihren Gewohnheiten zu brechen, innovative
Technologien zu testen, sich auf Mobilitätsdienste einzulassen und diese auszuprobieren, darin sehen wir die Herausforderung. Der
Beitrag jeder/s Einzelnen besteht darin, neugierig zu sein, offen, Mobilität neu zu erleben.
Unsere Projekte zeigen auch die damit verbundenen budgetären Vorteile. Erfahrungen aus
den Modellregionen der E-Mobilität belegen,
dass Menschen an innovativer Mobilität interessiert sind. Sie testen Elektrofahrzeuge nicht
nur, sondern nutzen sie auch nachhaltig, beteiligen sich an Car-Sharing und neuartigen Mietund Leasingmodellen.Das eigene Auto wird dadurch für viele obsolet, es entsteht Spielraum
für die klimaschonende Stadt-Gestaltung.
Der Verkehr ist eine der größten Herausforderungen für Städte. Die Menschen wollen
mobil sein, aber die Nachteile des Individualverkehrs nicht mehr in Kauf nehmen. Die
Herausforderung insbesondere für Ballungsräume liegt somit darin, die Probleme wie Klimawandel, steigende Energiepreise und den
wachsenden Bedarf an Mobilität in den
Griff zu bekommen. Das ist nur durch
einen weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie durch vernetzte Verkehrssysteme möglich.
Auch erwarten wir in puncto Auto ein Umdenken und eine konkrete Verhaltensänderung bei den
Bewohnerinnen und Bewohnern der
Stadt. Dieses kann natürlich durch finanzielle Anreize noch zusätzlich gefördert
bzw. verstärkt werden. Unser Angebot im Bereich Infrastructure and Cities geht außerdem
über die des reinen Produkt – und Technologielieferanten hinaus: Intelligente elektronische Ticket-Lösungen und vernetzte Verkehrssysteme im Rahmen der kompletten Mobilitätskette sollen zukünftig dafür sorgen, dass
Stadtbewohner bequem ihr Ziel erreichen und
helfen, den Verkehr auf öffentliche, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu verlagern.
Urbaner
Verkehr
Ganz einfach. Es genügt schon,weitgehend
auf das Auto zu verzichten und so oft wie möglich öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.
Und wenn wir es schaffen, dass durch unsere
Produkte wie Straßenbahnen,U-Bahnen,Nahund Fernverkehrszüge und neuen Verkehrsleitsystemen der Anteil am öffentlichen Verkehr zunimmt, dann leisten wir einen großen
Beitrag, um die Lebensqualität in den Ballungsräumen zu verbessern.
Verkehrsverbund Ost-Region (VOR):
Mobilitätsagentur mit intelligenten Produkten
thOMas
bOhRn,
Mba
Geschäftsführer
VOR
Mag.
WOlfgang
schROll
Geschäftsführer
VOR
D
as Umsteigen mit einem Fahrschein vom Bus in die Tram oder
in andere Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs
(ÖPNV) in der Ostregion ist seit rund 30
Jahren selbstverständlich.
Doch wie werden wir in Zukunft mit
unserer Mobilität umgehen, wie werden
wir sie vor dem Hintergrund von Ressourcenknappheit, Nachhaltigkeit oder einer
immer älter werdenden Gesellschaft organisieren?
Heute reicht es nicht mehr eine Bus- oder
Tramlinie von A nach B fahren zu lassen, vielmehr sind intelligente, bedarfsgerechte und
nachfrageorientierte Konzepte gefragt. Dabei spielt das eigene Auto zwar immer noch
eine Rolle, doch dem öffentlichen Nahverkehr kommt eine besondere Position zur
Befriedigung der Grundbedürfnisse zu.
VOR sPielt VORReiteRROlle in
deR MObilität
Die österreichischen Verkehrsverbünde, allem voran der Verkehrsverbund Ost-Region,
der die Metropolregion Wien, Niederösterreich und das Burgenland umfasst, hat hier
eine Vorreiterrolle inne. Längst ist er nicht
nur Fahrplangestalter und für die Aufteilung der Fahrgeldeinnahmen zwischen den
beteiligten Verkehrsunternehmen zuständig, sondern unterstützt und koordiniert
die effiziente und sinnvolle Verknüpfung
aller Mobilitätsformen in der Ostregion.
„Als Mobilitätsagentur organisieren wir
heute rund 900 Bus- und Bahnlinien mit
knapp 11.500 Haltestellen und entwickeln
bedarfsgerechte Mobilitätskonzepte sowohl für den dichtbesiedelten, städtischen
wie auch den dünner besiedelten, ländlichen Raum in der Ostregion”, erläutert der
Geschäftsführer des VOR, Thomas Bohrn,
eine der wichtigsten Aufgaben des größten
österreichischen Verkehrsverbundes. Bohrn
betont, dass der öffentliche Verkehr die gesamte Mobilitätskette durch die Vernetzung
und Vertaktung von Bus und Schiene bediene. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die
Verknüpfung mit dem Individualverkehr.
„Das bekannteste Instrument sind Park&Ride- und Bike&Ride-Stellplätze, aber auch
Carsharing oder Fahrradleihsysteme gehören dazu. Durch die intelligente Verknüpfung verschiedener Verkehrsangebote, auf
Basis des öffentlichen Verkehrs, können die
unterschiedlichen individuellen Mobilitätsbedürfnisse gestillt werden.“
Online und MObil
Darüber hinaus kreiert man im VOR intelligente
intermodale Wegeketten, die Fußgänger, Fahrradfahrer, aber auch Autofahrer mit einschließen.
Ohne moderne Kommunikationsmittel funktioniert auch das nicht mehr. Die Fahrplanauskunft auf der jüngst neu gestalteten Internetseite wird jährlich 17 Millionen mal abgerufen.
Im Auskunftssystem des VOR werden sämtliche
Öffis in Wien, Niederösterreich und Burgenland
berücksichtigt. Neben tagesaktuellen Linienfahrplänen, Tickets & Preisen in der Ostregion,
sind auch allgemeine Auskünfte zu den Standorten und Tarifen von Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen sowie Anrufsammeltaxis und der
Mitfahrbörse verfügbar. Betreiber von eigenen
Internetseiten können die Fahrplanauskunft
einfach und kostenlos mit dem VOR-Fahrplan
Widget auf der eigenen Website integrieren.
Darüber hinaus stehen Infofolder und Pläne
kostenlos zum Download auf www.vor.at bereit.
Längst gibt es auch mobile Lösungen: So
sorgen Smartphone Apps wie qando oder
AnachB.at für iPhone und Android Telefone für
das punktgenaue Ankommen. Routenplaner
für öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad, Auto, zu
Fuß, aber auch in den Kombinationen wie Fahrradmitnahme, Bike&Ride oder Park&Ride können durch eine einfache Navigation abgefragt
werden. Ein Abfahrtsmonitor gibt in Echtzeit
alle künftigen Abfahrten der jeweiligen Haltestelle an.
“Oberstes Ziel unserer Anstrengungen ist es,
den Umweltverbund - also öffentlicher Verkehr,
Fahrrad und Fußweg - weiter zu stärken und
attraktiver zu gestalten, sodass das Nutzen des
eigenen Pkw’s immer seltener notwendig wird.
Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch
der eigenen Geldbörse”, ergänzt Bohrn.
eRfOlgsstORy
tOP-Jugendticket
Die Öffentlichen müssen „cool“ werden – formuliert Bohrn die Anstrengungen des VOR
mehr Fahrgäste von Bus und Bahn zu begeistern.
Auf Initiative der Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland gibt es mit dem
TOP-Jugendticket für Schüler und Lehrlinge
seit September 2012 ein neues Angebot, das
uneingeschränkte Mobilität in der Ostregion
bietet. Für nur 60 Euro im Jahr können Schüler
und Lehrlinge nicht nur den Weg von und zur
Schule, Lehrstelle oder Berufsschule zurücklegen, sondern das Verkehrsangebot auch in
ihrer Freizeit nutzen - und zwar auf allen Linien
des Verkehrsverbundes. „Der große Erfolg der
Jugendtickets bestätigt uns darin, junge Menschen schon frühzeitig an eine nachhaltige Mobilität zu gewöhnen und für den öffentlichen
Verkehr zu begeistern“, freut sich Thomas Bohrn.
Bis Anfang Februar 2013 haben bereits über
300.000 Schüler und Lehrlinge von den neuen
Jugendtickets Gebrauch gemacht.
10 · März 2013
Eine Themenzeitung von MEdiaplanet
GASTKOMMENTAR
7
tipps
BARRIEREFREIHEIT: Die Unterstützung der Allgemeinheit, trägt
maßgeblich zu einem erleichterten
Vorankommen bei.
FOTO: Shutterstock
Folgende Punkte
sind zu beachten
Einen blinden Menschen ohne zu fragen
am Arm zu nehmen um
ihn über die Straße zu führen,
kann den Betroffenen erschrecken und ihn in seiner Orientierung stark beeinträchtigen –
vermeiden Sie auf jeden Fall
ungefragt zu helfen.
1
GLEICHSTELLUNG
Menschen die in Ihrem
Vorankommen beeinträchtigt
sind, dürfen nicht benachteiligt
werden. Soziales Engagement
spielt dabei eine große Rolle.
Foto: Shutterstock
In unserer Gesellschaft ist Mobilität eine unerlässliche Anforderung an jeden einzelnen.
Eingeschränkte Mobilität bringt große Nachteile im beruflichen und privaten
Bereich mit sich, dies betrifft vor allem Menschen mit Behinderung.
Mobilität muss ermöglicht werden
In
Österreich leben
laut einer Befragung der Statistik
Austria aus 2008
über 1 Mio. Menschen (ca. 13 Prozent
der Bevölkerung)
die in ihrer Bewegungsfähigkeit
dauerhaft beeinträchtigt sind. 39
Prozent davon gaben im Rahmen
der Befragung an, Probleme im öffentlichen Verkehr zu haben, 67 Prozent berichten über Probleme im
Freizeitbereich. Ähnliche Antworten kamen auch von Menschen mit
Seh- bzw. Hörbeeinträchtigungen.
Verantwortungsvolle Planung
Fortbewegungsmittel die für den
„Durchschnittsmenschen“ gebaut
wurden, sind nicht für alle zugänglich. Stufen, Spalten bei Fahrzeugeinstiegen, zu geringe Türbreiten,
schlecht les- bzw. hörbare Informationen oder fehlende optische oder
akustische Signale schließen Menschen mit Behinderung von der Nutzung vieler Angebote aus. Wichtig
ist daher, bereits bei der Planung auf
die Bedürfnisse verschiedener Gruppen zu achten und Barrieren zu vermeiden. Dem öffentlichen Verkehr
kommt dabei eine besondere Rolle
zu. Hier gibt es durch die Niederflur-
technik bereits große Fortschritte in
Bezug auf Barrierefreiheit für mobilitätsbehinderte Menschen. Die Beachtung des „Zwei-Sinne-Prinzips“,
– zum Beispiel Informationen, die
gleichzeitig gesehen und gehört werden können – hilft sinnesbehinderten Menschen, sich selbständig zurechtzufinden.
Von Barrierefreiheit profitieren
aber nicht nur Menschen mit Behinderung. Alle, die schon einmal
mit Kinderwagen unterwegs waren
oder nach einem Unfall einen Gips
Fuß hatten, haben sich über Aufzüge,
Rampen, Niederflurbusse und abgesenkte Gehsteige gefreut. Daher wird
zu Recht gesagt: „Barrierefreiheit ist
essentiell für 10 Prozent der Bevölkerung, notwendig für 40 Prozent der
Bevölkerung und komfortabel für 100
Prozent der Bevölkerung.“
Barrierefreiheit
„Nicht Mitleid ist
gefragt, sondern
ein gleichbe­
rechtigtes
Miteinander.“
Gestärktes Bewusstsein
Auch die UNO – BehindertenrechtsKonvention, die in Österreich seit
2008 in Kraft ist, sieht die Herstellung von Barrierefreiheit als zentrales Ziel, um Menschen mit Behinderung die Teilnahme am Leben in
der Gesellschaft zu ermöglichen.
Allgemeines Ziel ist es, die Beratungs- und Planungskompetenz im
Bereich der Barrierefreiheit bei al-
Rudolf Hundstorfer
Bundesminister für Arbeit, Soziales und
Konsumentenschutz
len einschlägigen Berufsgruppen
zu fördern sowie das Thema Barrierefreiheit verstärkt in das Bewusstsein der Wirtschaft und der Bevölkerung zu rücken.
Entsprechende Umsetzung
Im Verkehrsbereich soll für alle Nutzergruppen, insbesondere für Menschen mit Behinderung, bis 2020 ein
inklusives Verkehrssystem durch
innovative Produkte und Services
geschaffen werden. In die Diskussionen über Entwicklungen und Problemstellungen werden Menschen
mit Behinderung miteingebunden.
Wenn Menschen mit Behinderung im öffentlichen Verkehr durch
Barrieren benachteiligt werden,
kann dies nach den Bestimmungen
des Behindertengleichstellungsrechts Schadenersatzansprüche
auslösen. Aufgrund von Übergangsbestimmungen für den Verkehrsbereich gilt das Gesetz in vollem
Umfang erst mit 1.1.2016. Viele Verkehrsbetreiber haben für die Zeit
bis dorthin einen Plan zur Herstellung der Barrierefreiheit erstellt.
Vor einer Klage bei Gericht muss ein
Schlichtungsverfahren durchgeführt werden – dabei werden oft gute Lösungen für den Einzelfall gefunden.
Mobilitätsbeeinträchtigte Personen können
Ihre Lebensqualität
durch Assistenzhunde deutlich
verbessern. Vermeiden Sie die
Tiere ungefragt zu streicheln
oder zu füttern.
2
Wenn Sie sehen, dass
das Ein- oder Aussteigen in ein öffentliches
Verkehrsmittel für einen Rollstuhlfahrer mit Schwierigkeiten verbunden ist, bieten Sie
ihre Hilfe an. Die gewünschte
Hilfestellung richtet sich nach
den Bedürfnissen der Person
im Rollstuhl. Fragen Sie den
Menschen einfach, was er
braucht.
3
Behindertenparkplätze
sollen Bedürftigen längere Wege in Geschäfte
und andere Gebäude ersparen.
Halten Sie diese auf jeden Fall
frei.
4
Geben sie mobilitätsbeeinträchtigten Personen Vorrang beim Einund
Au s s t e i ge n
in
Verkehrsmittel und auch Vortritt beim Lift.
5
Bei U-Bahnstationen
und Bahnsteigen gibt
es taktile Blindenleitsysteme, die der Orientierung
von blinden Menschen mit einem Langstock dienen. Vermeiden Sie beim Warten auf
den Zug das Stehen auf diesen
Linien.
6
Achten Sie darauf,
durch Piktogramme
gekennzeichnete Sitzplätze in öffentlichen Verkehrsmitteln für Menschen
mit Behinderungen freizuhalten.
7
Mehr Informationen
im Internet:
www.statistik.at
www.help.gv.at
www.bmask.gv.at
www.bmvit.gv.at
!
eine themenzeitung von mediaplanet
März 2013 · 11
news
Hindernisse überwinden
■■Überlassen Sie Ihren Sitzplatz
bei Bedarf älteren und gebrechlichen Menschen.
■■Nehmen Sie Rücksicht auf
Schwangere und Personen mit
Kleinkindern.
■■Halten Sie die fürRollstuhlfahrer gekennzeichneten Flächen in
Bus und Bahn unbedingt frei.
Unterstützung
RÜCKSICHT IST GEFRAGT
Viele Dinge die für die meisten von uns als alltäglich und selbstverständlich
wahrgenommen werden, bedeuten für andere unserer Mitmenschen einen
großen Aufwand und sind mit Anstrengung verbunden. Gerade im Bereich der
Mobilität ist das ein zentrales Thema.
Doch jeder einzelne kann sich einbringen und dazu beitragen Barrieren überwindbar zu machen.
■■Nehmen Sie Rücksicht auf
Blinde- und Hörbeeinträchtigte
Mitmenschen.
Leuchttürme der
Elektromobilität
Wer Elektromobilität fördert, muss sich nicht nur um das Fahrzeug, sondern auch
um eine geeignete Infrastruktur kümmern. Genau da setzt das Technologieentwicklungsprogramm „Leuchttürme der Elektromobilität“ des Klima- und Energiefonds in
Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
(BMVIT) an und fördert richtungsweisende Großprojekte in Österreich.
Petra de Boer-Meulman
Im Rahmen dieses Projekts wurden bisher bei 4 Ausschreibungen insgesamt 28 Millionen Euro an Förderungen vergeben. Als besonderer Erfolg kann die hohe Industriebeteiligung
gelten, die nicht nur beim neuesten Projekt „Crossing Borders“, dem grenzüberschreitenden Schnell-Ladekorridor München-Wien-Bratislava, die Technologieführerschaft sichern
soll. Die Juryvorsitzende Petra de Boer-Meulman, Principal
Consultant beim Energieberatungsunternehmen DNV KEMA,
attestiert dem Programm “Leuchttürme der Elektromobilität”
international sichtbare Projekte zu initiieren, in denen ambitionierte Ansätze und innovative Entwicklungen umgesetzt
werden. Dieses Technologieentwicklungsprogramm zeige
die hohe Kompetenz österreichischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der alternativen Antriebe im Allgemeinen und der Elektromobilität im Besonderen.
Crossing Borders: Grenzüberschreitende Standards als Ziel
„Unter dem Projekt versteht man einen Schnell-Ladekorridor, der dazu beitragen soll, die Schnelllade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in den drei Hauptregionen München, Wien und Bratislava zu
verbinden.“, erklärt Petra de Boer-Meulman. „Dabei geht es auf der einen Seite primär um die Entwicklung und Festlegung von grenzüberschreitenden Technologiestandards bei Schnellladestationen
für Elektrofahrzeuge wie überall gleiche Stecker und Steckdosenformate. Andererseits gehören da
aber auch standardisierte Zugangs- und Abrechnungsverfahren oder ein System für interoperables,
intermodales Routing genauso dazu.“ Nur so kann gewährleistet werden, dass Elektromobilität in
den Nachbarländern genauso gut und problemlos funktioniert wie in Österreich selbst.
Die Kooperation von Stromanbieter VERBUND AG und elf anderen Projekt Partnern aus Wirtschaft
und Industrie setzt mit einem Projekt im Technologieentwicklungsprogramm „Leuchttürme der Elektromobilität“ zu Demonstrationszwecken bei der Verbindung der Großräume München, Wien und
Bratislava an. Dies ist laut Petra de Boer-Meulman aber auch auf andere Regionen und Länder übertragbar und kann somit als eine Pionierleistung auf diesem Gebiet betrachtet werden. „Von meinem
Standpunkt als Jurymitglied befürworte ich das Engagement zur internationalen Standardisierung
dieser Technologien. Dass diese Nutzung von einheitlicher Technologie grenzen- und länderübergreifend durchgeführt wird, betrachten wir natürlich als besonders positiv hervorzuhebenden Teil dieses
Engagements“, so die Expertin.
Spezielle Herausforderungen und allgemeiner Nutzen
Die große Herausforderung dieses Projekts liegt darin, dass es sich beim Thema Elektromobilität
immer noch um einen Wachstumsmarkt handelt, der sich stetig im Umbruch befindet und sich beinahe unkontrolliert entfaltet. Jedes Land entwickelt bisher seine eigenen Ladestationen und die dazugehörige Infrastruktur selbst, ohne auf Kompatibilität mit den Nachbarländern zu achten. Daher ist
es besonders wichtig, sich auf internationale Standards in der Entwicklung und Umsetzung dieser
Technologien zu einigen. „In dieser Hinsicht sehe ich das Projekt als sehr wichtig an, weil die Bemühungen nicht nur auf der Standardisation auf nationalem Niveau liegen, sondern man sich erstmals
auch grenzüberschreitend mit diesen Themen auseinandersetzt.“
Auch wenn es um den verkehrspolitischen Nutzen und die Vorteile für die allgemeine Bevölkerung
geht, zeigt dieses Projekt des Klima- und Energiefonds laut der Juryvorsitzenden den Führungsanspruch Österreichs auf dem Gebiet der Entwicklung einer geeigneten Infrastruktur zur Förderung privater Elektromobilität und unterstützt damit die Strategien des BMVIT. Noch hält sich die Verbreitung
von Elektrofahrzeugen in Grenzen, bedingt auch durch mangelnde Infrastruktur. Die Förderung und
Entwicklung einer verbesserten und grenzübergreifenden Infrastruktur wird die Elektromobilität für
die breite Masse in Zukunft attraktiver, deren Nutzung einfacher und effizienter machen. DI Theresia
Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds: „Unser Programm hat Entwicklungen zur
Marktreife gebracht, die zukunftsweisend auf dem Gebiet der E-Mobilität sind. Natürlich werden wir
mit dem BMVIT auch 2013 verstärkt auf dieses Thema setzen.“
+43 1 585 03 90 0
www.klimafonds.gv.at
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