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70 Wie Sie kollektive - Mathys AG Bettlach

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MÄRZ / APRIL 2014
70
Neues Denken für M edizin und Kl in ikallt ag
IMPULSE AUS DER ORTHOPÄDIE UND DEM BERUFLICHEN UMFELD – FÜR ÄRZTE, FACH- UND FÜHRUNGSKRÄFTE
Interview mit Prof. Dr. Karl Stoffel
„Einen optimys® zu implantieren,
ist wie mit einem Zug zu reisen“
Blickpunkt Wissenschaft
Ein weicher Werkstoff mit
ungewöhnlicher Härte
Aus dem Umfeld
Schwarmintelligenz
Wie Sie kollektive
Intelligenz für strategische
Entscheidungen nutzen
2
INTER
VIEW
„Einen optimys® zu implant
ist wie mit einem Zug
Bei der Erstimplantation eines Hüftschaftes werden knochenerhaltende Kurzschäfte favorisiert,
die die individuelle Anatomie berücksichtigen. Warum er sich für den optimys entschieden
hat, und worauf es bei der OP-Planung ankommt, fragten wir Prof. Dr. Karl Stoffel.
Herr Professor Stoffel, was hat Sie veranlasst, mit dem optimys Schaft in Australien
zu starten?
Prof. Dr. Karl Stoffel
Als gebürtiger Schweizer arbeitet Prof.
Dr. Karl Stoffel seit 2002 als Professor
für Orthopädische Chirurgie an der
University of Western Australia in Perth.
2008 kehrte er zwischenzeitlich in die
Schweiz zurück, wo er bis 2011 als
Chefarzt am Kantonsspital Chur tätig
war. Der 46-jährige Wissenschaftler
hat zahlreiche Fachbeiträge in renommier-ten „Peer-Review“-Publikationen
veröffentlicht und wurde mehrfach für
seine Forschungsarbeit im Bereich Biomechanik und Gelenkendoprothetik
ausgezeichnet.
Vor sechs Jahren fing ich in der Schweiz bereits
an, bei jungen Patienten einen Kurzschaft
einzusetzen. Mein Ziel war es dabei hauptsächlich, Knochen im proximalen Bereich des
Knochens zu erhalten, das Stress shielding zu
reduzieren und die Muskeln um den grossen
Trochanter herum bei der Implantation nicht zu
beschädigen. Da der Kurzschaft, welchen ich in
der Schweiz nutzte, in Australien nicht erhältlich war, stellte ich ein paar Nachforschungen
an. Ich brauchte einen kurzen proximal metaphysär verankerten Schaft, welcher zulässt,
weiterhin meinen minimal-invasiven Zugangsweg nutzen zu können und Knochen und
Muskeln zu schonen. optimys war dabei der
Schaft, welcher meinem bisher verwendeten
Schaft am nächsten kam und ausgezeichnete
publizierte Kurzzeitresultate hatte. Des Weiteren hat Mathys in Australien einen sehr guten
Ruf mit einem ausgezeichneten Kundenservice.
andere Philosophie: Er wird durch den Kalkar
geleitet, was die Rekonstruktion der individuellen Anatomie des Patienten erleichtert. Einen
optimys zu implantieren, kann man sich ungefähr vorstellen, als würde man mit einem Zug
reisen: Wenn man sich vom Kalkar leiten lässt
und Resektionshöhe, Schaftgrösse und OffsetVariante präoperativ korrekt plant, sollte jeder
im selben Bahnhof ankommen.
E-Mail: nkstoffel@hotmail.com
„optimys war dabei der Schaft,
welcher meinem bisher verwendeten
Schaft am nächsten kam und ausgezeichnete publizierte Kurzzeitresultate hatte.“
Was ist Ihrer Meinung nach der Vorteil von
optimys gegenüber anderen Hüftschäften?
Meiner Meinung nach besteht der grösste
Vorteil darin, dass das Rotationszentrum, der
femurale Offset und die Beinlänge bei fast
allen Patienten rekonstruiert werden können.
Bei den meisten Schaftsystemen wächst das
Offset mit dem Implantat mit. Somit kommt
es in Fällen eines schmalen proximalen Markraumkanals zu einer Medialisierung des Schaftes, was ein Hinken sowie das Risiko einer Luxation zur Folge hat. Der optimys verfolgt eine
Welches Designmerkmal mögen Sie am
meisten beim optimys?
Es ist das Komplettpaket, das mich überzeugt.
Dazu gehört beispielsweise das einfache Instrumentarium für den MIS-Zugang wie auch das
gebogene Schaft-Design mit der abgeflachten
Schulter und dem trapezoiden Durchschnitt.
Dieser hat sich bereits bei unzementierten
Schäften durchgesetzt und bewiesen, dass eine
sehr gute Primärstabilität erreicht wird.
Was war die grösste Herausforderung für
Sie beim Wechsel auf den optimys?
Da ich bereits mit dem anterolateralen MISZugang vertraut war und seit Jahren einen
NUTZ
BAR
tieren,
zu reisen“
ähnlichen Kurzschaft benutzt habe, fiel mir der
Wechsel relativ leicht. Die Planung ist jedoch
anders: Da der Schaft vom Kalkar geleitet wird,
sind standardisierte Röntgenbilder wichtig. Oft
haben die Patienten eine limitierte Innenrotation und der Femur bleibt in einer leichten
Aussenrotation stehen. Dies verringert das
Offset und erhöht den CCD-Winkel. Zudem
habe ich gelernt, die lateralen Röntgenbilder
in meine Planung mit zu integrieren, um die
Anteversion bestimmen zu können.
Die präoperative Planung ist also ein wesentlicher Punkt?
Absolut – nicht nur, um den Eingriff effizient
und präzise durchzuführen, sondern auch um
potentielle intraoperative Komplikationen vorherzusehen. Die
Planung auf einem standardisierten Röntgenbild hat zum Ziel,
die Beinlänge und den femoralen Offset zu bestimmen. Während der Operation messe ich die
Distanz vom kleinen Trochanter
zur Resektionshöhe und – nach
Einsetzen des Schaftes – auch
den Abstand zum Halsende. Die
richtige Grössenbestimmung
beim Schaft ist entscheidend,
um die primäre Stabilität zu
gewährleisten und eine Unterdimensionierung des Implantates
zu vermeiden. Sobald ich zwei
Grössen von meiner Planung abweiche, verwende ich intraoperativ einen Bildwandler (C-Bogen), um die Situation beurteilen zu können.
Was halten Sie davon, den Adamschen Bogen als „guiding rail“ zu nutzen?
Im Allgemeinen sind Form und Offset vom
Implantat durch die Anatomie des Kalkars
definiert. Hierbei gibt es einen engen Zusammenhang zwischen CCD-Winkel und dem
Rotationszentrum. Wenn ein Schaft so implantiert werden kann, dass der Kalkar als Führung
genutzt wird, ist dies definitiv die genaueste
Art, um die Anatomie des Patienten wiederherzustellen.
OP-RisikoKalkulator
im Netz
eine gute Primärstabilität. 1 Mit der CaPBeschichtung wird die Zeit zwischen Primär- und Sekundär-Stabilität reduziert.
Sind diese Produkteigenschaften Ihrer
Meinung nach ausschlaggebend für eine
gute Stabilität oder eher Spielereien?
Natürlich ist der Dreifachkonus wichtig für die
Primärstabilität, und die CaP-Beschichtung
wird das Anwachsen des Knochens an den
Schaft begünstigen. Allerdings darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass jeder Schaft
absinkt und Gefahr läuft zu versagen, wenn
er unterdimensioniert ist. Es gibt eine Lernkurve, wie Kurzschäfte zu implantieren sind.
Am Anfang besteht die Tendenz, den Schaft
zu klein zu wählen. Bei der Planung sollte die
Schaftgrösse so gewählt werden, dass der
laterale Bereich der Prothese bis zum lateralen
Kortex reicht.
„Wenn ein Schaft so implantiert werden kann, dass der Kalkar als Führung
genutzt wird, ist dies definitiv die
genaueste Art, um die Anatomie des
Patienten wiederherzustellen.“
Was würden Sie einem Kollegen raten, der
mit optimys beginnen möchte?
Ich rate jedem, an einem Workshop teilzunehmen, in dem das Implantat und dessen korrektes Einsetzen durch einen erfahrenen Ausbilder
vermittelt werden. Darüber hinaus empfehle
ich, zunächst einem routinierten Anwender zu
assistieren oder diesen zu bitten, einem selber
bei den ersten Eingriffen zur Seite zu stehen.
Ausserdem ist es sinnvoll, während der Operation eine Röntgenkontrolle durchzuführen. Wer
mit einem neuen Implantat beginnt, sollte nicht
gleichzeitig den Zugang ändern. Zum Schluss
noch der Hinweis: Wählen Sie den richtigen
Patienten, da das beste Implantat bei einem
ungeeigneten Patienten versagen kann.
Forscher des American College of Surgeons (ACS) haben einen Online-OPRisiko-Rechner entwickelt, mit dem
sich patientenspezifische postoperative
Komplikationen für 1.500 verschiedene
Operationsarten vorhersagen lassen.
Dazu wurden Informationen von über
1,4 Millionen Patienten in ca. 400 amerikanischen Krankenhäusern ausgewertet
und als Basis zugrunde gelegt.1
Der Rechner ermöglicht dem Chirurgen,
maximal 22 präoperative Risikofaktoren
eines Patienten einzugeben. Aus diesen
Angaben werden die Patienten-Risiken
für Mortalität, die Gesamtkomplikationsrate, die Rate schwerer Komplikationen
sowie die Risiken für Lungenentzündung, Herzprobleme, Infektionen etc.
errechnet und im Vergleich zu einem
„durchschnittlichen Patientenrisiko“ dargestellt. Darüber hinaus wird eine Schätzung der Dauer des Krankenhausaufenthaltes abgegeben.
Die Darstellung der Risiken erfolgt übersichtlich in Prozentzahlen und in Form
von Balkengrafiken. Die Ergebnisse lassen sich als PDF ausdrucken und digital versenden. Die Nutzung des RisikoRechners ist kostenlos und steht Ärzten
und Patienten in englischer Sprache zur
Verfügung unter:
www.riskcalculator.facs.org.
Herr Prof. Dr. Stoffel, vielen Dank für dieses Gespräch!
1
Bieger R. et al Biomechanics of a short stem: In
vitro primary stability and stress shielding of a conservative cementless hip stem. J Orthop Res. 2013
Aug;31(8):1180-6.
1
Die dreifachkonische Schaftgeometrie
des optimys gewährleistet nachweislich
3
Bilimoria KY, et al. Development and evaluation of the universal ACS NSQIP surgical
risk calculator: A decision aid and informed
consent tool for patients and surgeons. J Am
Coll Surg. 2013;217(5):833-42
BLICKPUNKT
WISSENSCHAFT
4
vitamys®
Ein weicher Werkstoff mit ungewö
Von Dr. Reto Lerf, Mathys AG Bettlach
Im Hüftsimulator wird die Dauerbelastung, die im Körper auf das Gelenk wirkt,
realistisch nachgeahmt. Der Implantat-Werkstoff vitamys zeigt selbst unter verschärften
Testbedingungen keinen erhöhten Verschleiss.
In Bezug auf die Abriebfestigkeit steigen die
Ansprüche an Implantate und die dafür verwendeten Materialien. Daher war es ein wichtiges Ziel in der Entwicklung des hochvernetzten, Vitamin E stabilisierten Polyethylens
vitamys, den Abrieb zu reduzieren. Beim Hüftgelenkersatz bedeutet weniger Abrieb eine
geringere Revisionsrate, wie z. B. das Australian National Joint Replacement Registry 2013
belegt. Mit zunehmender Implantationsdauer
wird der Unterschied in der Revisionsrate von
hochvernetztem PE („cross-linked“) zu konventionellem PE („non cross-linked“) immer
grösser (Abb. 1).
Für vitamys konnte mittels Hüftsimulatorstudien eine Reduktion des in-vitro-Abriebs
um den Faktor sieben gezeigt werden.1 Das
Testprotokoll gemäss ISO 14242-Norm basiert
auf den Annahmen, dass eine fabrikneue Hüftpfanne im optimalen Winkel positioniert wird
und der Patient diese mit normalem Gehen
28%
belastet. Wie sieht es aber aus, wenn nicht
alle Bedingungen optimal erfüllt sind? Wenn
z.B. die Pfanne zu steil eingesetzt wurde, oder
die Pfanne schon seit Jahren im Patienten implantiert ist? Um diesen Fragen auf den Grund
zu gehen, wurden Hüftsimulatorstudien unter
verschärften Testbedingungen durchgeführt.
Hüftsimulatorstudie
mit gealtertem Polyethylen
Ein weiteres Ziel der Entwicklung von vitamys war es, die Alterungsbeständigkeit zu
erhöhen.3 Eine Möglichkeit, den Alterungsprozess im Labor zu simulieren, besteht
in der Erhöhung der Lagertemperatur. Bei
UHMW-PE werden die Proben bei 70° C
und – verschärfend – unter 5 bar Sauerstoff
gelagert. Die Norm ASTM F2003 sieht eine
Dauer von 15 Tagen vor, was ca. 10 Jahren in
vivo entspricht.4 Für vitamys wurde die Alterungsdauer auf 60 Tage verlängert, was also
rund 40 Jahre Implantationszeit simuliert. Die
Dr. Reto Lerf
Leiter Polymerentwicklung
Mathys AG Bettlach
Abriebrate im Hüftsimulator blieb nahezu unverändert bei 5,9 mg / Mio. Zyklen vs. 5,8 mg /
Mio. Zyklen im ungealterten Zustand. Bei
konventionellem PE stieg die Abriebrate von
29 mg / Mio. Zyklen, ungealtert, auf 45 mg /
Mio. Zyklen nach 15 Tagen Alterung (Abb. 2).
50
45
24%
40
20%
35
30
16%
Non Cross-Linked
25
Cross-Linked
12%
20
15
8%
10
4%
5
0%
0
0
2
4
6
8
10
12
Years Since Primary Procedure
Abb. 1: Kumulierte Revisionsrate bei totalen
Hüftendoprothesen, Vergleich hochvernetzt
(„cross-linked“) zu nicht vernetztem („non
cross-linked“) Polyethylen.2
UHMW-PE
UHMW-PE
aged 15 d
vitamys
vitamys
aged 60 d
Abb. 2: Hüftsimulator Abriebraten von konventionellem UHMW-PE und vitamys, ungealtert
und gealtert, 15 Tage für UHMW-PE, 60 Tage
bei vitamys.
Abb. 3: vitamys Inlays nach 5 Millionen Zyklen
im Hüftsimulator. Bei normalem Einbauwinkel,
entsprechend 45° Inklination, bedeckt die Kontaktfläche zum Kopf ca. 2/3 der Artikulationsfläche, bei 80° Inklination nur eine schmale Zone
am oberen Rand.
PRODUKT
IM FOKUS
öhnlicher Härte
Hüftsimulatorstudie
mit steiler Pfannenstellung
Bei Standard-Hüftsimulatortests werden Pfanne
und Kopf so angeordnet, dass sie einem in-vivoInklinationswinkel von 45° entsprechen. Um
eine sehr steil implantierte Pfanne zu simulieren,
wurde ein Einbauwinkel gewählt, der einer
Inklination von 80° entspricht.5 Die Ergebnisse
sind auf den ersten Blick überraschend. Bei
konventionellem UHMW-PE war die Abriebrate
mit 24 mg / Mio. Zyklen geringer als mit normalem Inklinationswinkel (29 mg / Mio. Zyklen).
Ein Blick auf die Inlays nach dem Test über 5
Millionen Zyklen (Abb. 3) erklärt weshalb: Der
steile Inklinationswinkel führt dazu, dass sich
der Abrieb auf eine Zone am caudalen Rand
der Pfanne konzentriert. Die Kontaktfläche zum
Kopf ist geringer und mit ihr der Abrieb. Bei
vitamys ist die Abnahme der Abriebrate unter
steiler Inklination kaum messbar: 5,4 mg / Mio.
Zyklen verglichen zu 5,8 mg / Mio. Zyklen.
Ein Material, das Fehler verzeiht
vitamys zeigt unter Standardtestbedingungen
ausgezeichnete Abriebergebnisse. Die geringen Abriebwerte bleiben in extrem gealtertem
Zustand und bei sehr steiler Inklination. Selbst
unter ungünstigen klinischen Bedingungen
dürfen von vitamys gute Resultate erwartet
werden.
Quellen
1
Beck M et al. Oxidation prevention with vitamin
E in a HXLPE isoelastic monoblock pressfit cup.
Preliminary results in: Knahr K (Ed.) EFORT 2011
Tribology Book, Springer, Berlin 2012.
2
Australian Orthopaedic Association National
Joint Replacement Registry. Annual Report 2013,
Figure HT 26. Available from URL: https://aoanjrr.
dmac.adelaide.edu.au/annual-reports-2013.
3
Lerf R, Zurbrügg D, Delfosse D. Use of vitamin E
to protect cross-linked UHMWPE from oxidation.
Biomaterials. 2010; 31(13):3643-8.
4
Zurbrügg D, Abt N. Comparison between in vivo
ageing, shelf and accelerated ageing of UHMWPE based on the theory of oxidation kinetics, ESB
2003, Stuttgart.
5
Halma JJ, Señaris J, Delfosse D, et al. submitted
to J Biomed Mater Res: Part B – Applied Biomaterials.
5
Ligamys® – Heilung
des vorderen gerissenen Kreuzbandes
Ligamys ist ein neuartiges Implantat zur operativen Behandlung von Rissen des vorderen Kreuzbandes (VKB). Das Implantat schafft optimale Bedingungen für eine
biologische Selbstheilung des Bandes.
Ligamys® besteht aus zwei Hauptkomponenten:
Dynamische Stabilisierungskomponente (Monoblock mit integriertem Federsystem)
Polyethylenfaden mit Button
Bei der Behandlung mit Ligamys wird das Kniegelenk durch das Federsystem
dynamisch stabilisiert. Der hinter dem körpereigenen Kreuzband liegende Polyethylen-Faden wird dabei mittels Button auf dem Femur fixiert und unterhalb
des Kniegelenks mit dem Federsystem verbunden. Dadurch wird dem heilenden
Kreuzband die nötige Ruhe gegeben, damit sich die beiden Stümpfe finden und
stabil vernarben können.
Mit Ligamys ist keine Entnahme einer Spendersehne mehr nötig – ein sonst zusätzlicher Eingriff, der das Kniegelenk massgeblich schwächt.
Förderung der Selbstheilung
Um die Selbstheilung des rupturierten Bands zu fördern, wird der untere Kreuzbandstumpf mit PDS-Fäden angeschlungen und anatomisch reponiert. Zusätzlich
unterstützt Microfracturing die Regeneration des Bandes: Dabei wird das Femur im
Bereich der VKB-Insertion mit einer Ahle perforiert, wodurch Stammzellen austreten
und die Heilung des Kreuzbands beschleunigen können.
Da es sich beim Ligamys-Implantat nicht um eine starre Punkt zu Punkt Verbindung
handelt, wird eine Entlastung des heilenden VKBs über den gesamten Bewegungsumfang des Kniegelenks gewährleistet. Der Federmechanismus begünstigt so entscheidend die biologische Heilung des VKBs.
Für wen ist Ligamys® geeignet?
Aufgrund der Tatsache, dass die Selbstheilungskraft des gerissenen Bandes im
Laufe der Zeit abnimmt, muss Ligamys bis spätestens am 21. Tag nach dem Trauma
implantiert werden. Besonders sportlich aktive Patienten können von den Vorteilen
einer Behandlung mit Ligamys profitieren, welche die Kniestabilität und Propriozeption wieder herstellt.
Die Markteinführung von Ligamys ist im 1. Halbjahr 2014 in ausgewählten
Verkaufsgebieten geplant. Informationen zum obligatorischen Training und
Hospitationen finden Sie auf www.mathysacademy.com unter Kursangebote und
Ligamys Day.
6
AUS DEM
UMFELD
Schwarmintelligenz
Wie Sie kollektive Intelligenz für strateg
Geht es um komplexe Krankheitsbilder, können Konsilien die Diagnose untermauern.
Lösungsideen mit vertrauten Leuten auch
ausserhalb der Gruppe zu diskutieren.
Bei strategischen Fragestellungen sind Gruppen oft klüger als ein einzelner Spezialist.
Damit sich kollektive Intelligenz optimal entwickeln kann, müssen vier Voraussetzungen
gegeben sein.
Ein Stations-Team, das gemeinsam neue Ideen
für das Pflegemanagement entwickelt. Eine
Ärztegruppe auf einem Kongress, die via Televoting die beste Therapiestrategie ermittelt.
Wenn in Gruppen kollektive Intelligenz entsteht, sind oft erstaunliche Resultate die Folge.
So kommt eine Gruppe von Menschen, die
die Zahl von Murmeln in einem Glas schätzen
soll, im Durchschnitt auf ein genaueres Ergebnis als jeder einzelne der Befragten. Diesem
Phänomen der Gruppenintelligenz begegnen
wir auch beim Publikumsjoker von „Wer wird
Millionär?“. Das Publikum hilft in 91 % der
Fälle, während die angerufenen Experten nur
in 65 % der Fälle richtig liegen.
Für strategische Entscheidungen, wie die Erweiterung des Einzugsgebietes oder die Bildung eines Zentrums, müssen eine Vielzahl
an Informationen verarbeitet und mögliche
Lösungsansätze bewertet werden. In solchen
Fällen kann die Intelligenz von Vielen genutzt
werden, um Ideen zu generieren und Strategien abzusichern.1 Psychologen haben erkannt,
dass eine Entscheidung, die sich aus den
unabhängigen Meinungen vieler Gruppenmitglieder zusammensetzt, zumeist besser und
sicherer ist, als die Mehrheit der darin enthaltenen Individual-Entscheidungen.2
Der Wirtschaftsjournalist James Surowiecki
definiert in seinem Bestseller „The wisdom of
crowds“ vier Grundbedingungen für die Entstehung kollektiver Intelligenz: 3
1.Meinungsvielfalt
Die Gruppe sollte möglichst heterogen aufgebaut sein, d. h. aus Männern und Frauen
unterschiedlichen Alters, verschiedenen Nationalitäten, Ausbildungen, Kompetenzen, Einstellungen usw. bestehen. Nur so ist gesichert,
dass alternative Sichtweisen zu neuen und
ungewohnten Lösungswegen führen.
In homogenen Gruppen, z.B. nur weibliche
Mitarbeiter einer Abteilung, neigen die Beteiligten dazu, bewusst oder unbewusst Informationen auszublenden. Die Folge ist das
Phänomen des „GroupThinking“. Dabei versucht
die Gruppe, Konflikte
nicht aufkommen zu lassen oder zu minimieren,
und einen Konsens zu erreichen – jedoch ohne Ideen angemessen kritisch zu
bewerten.
Tipp: Bilden Sie projektbezogene Teams mit Personen, die noch nicht aufeinander eingespielt sind
und sich gegenseitig durch
neue Ideen befruchten.
Ziehen Sie zu Meetings
externe Experten hinzu,
die ihre Sicht der Dinge
darstellen. Ermutigen Sie
die Gruppenmitglieder,
2. Unabhängigkeit
Kollektive Entscheidungen sind nur weise,
wenn die Beteiligten nicht zu sehr auf andere
hören. Daher müssen sich Gruppenmitglieder
unabhängig von Vorgesetzten und Kollegen
eine eigene Meinung bilden können. Abweichende individuelle Auffassungen und Einstellungen sind zu tolerieren und zu fördern.
Starke Hierarchien in einer Gruppe können
das Ergebnis verfälschen. Die Meinung des
Vorgesetzten erhält dann ein höheres Gewicht.
Ist der Gruppenzusammenhalt sehr hoch oder
wird von der Gruppe Druck auf Andersdenkende ausgeübt, kann sich ein unerwünschter
„Herdentrieb“ entwickeln.
Tipp: Bilden Sie voneinander unabhängige
Teams, die an derselben Fragestellung arbeiten. Halten Sie sich als Führungskraft mit Ihrer
eigenen Meinung zurück, wenn Sie der Gruppe Aufgaben geben. Weisen Sie bei jedem
Meeting einem anderen Gruppenmitglied die
Rolle des Advocatus Diaboli zu.
3.Dezentralisierung
Das dezentralisierte Wissen der Vielen bildet
die Ressource kollektiver Intelligenz. Jeder ist
Experte auf seinem Gebiet und beurteilt ein
Problem aufgrund seiner persönlichen Wissensbasis: Vermutlich geht ein Controller an
die Frage, ob die Klinik ihr Indikationsspektrum
erweitern sollte, anders heran als eine OPSchwester. Die Spezialisierung der Einzelnen
vergrössert das Spektrum des Wissens und der
Erfahrungen in der Gruppe.
Häufig existieren wertvolle individuelle Informationen bei Einzelnen, die nicht allen zugänglich sind. Ein dezentrales System benötigt
deshalb Mittel und Anreize zur Verteilung der
Informationen und zur Vernetzung mit Experten und vermeintlichen Nicht-Experten.
Tipp: Jeder Mitarbeiter sollte die Freiheit haben,
sich zu spezialisieren, Informationen zu beschaffen und bei Bedarf mit anderen zu kooperieren.
Geeignete Anreize, beispielsweise eine Rangliste
der genauesten Prognostiker oder kleine Sachpreise motivieren die Teilnehmer, eine möglichst
exakte Prognose abzugeben.
IHR
ABRUFSTÜCK
gische Entscheidungen nutzen
Buchempfehlungen
Simon FB. Gemeinsam sind wir blöd!?: Die
Intelligenz von Unternehmen, Managern und
Märkten. Carl-Auer-Verlag; 4. Auflage, 2013
Gassmann O. Crowdsourcing – Innovationsmanagement mit Schwarmintelligenz – Interaktiv
Ideen finden – Kollektives Wissen effektiv nutzen – Mit Fallbeispielen und Checklisten.
Carl Hanser Verlag; 2. Auflage; 2012
Surowiecki J. Die Weisheit der Vielen – weshalb
Gruppen klüger sind als Einzelne.
Goldmann, München 2007
4.Aggregation
Im Idealfall können die individuellen Antworten mittels eines geeigneten Algorithmus zu
einer gemeinsamen Beurteilung gebündelt
werden. Schon vor Jahrzehnten ist es gelungen, durch Anwendung einer einfachen statistischen Formel die Diagnose einer Neurose
bzw. Psychose vorherzusagen. Das Urteil einer
Gruppe von 29 unerfahrenen und erfahrenen
Psychiatern war zuverlässiger als das des besten der beteiligten Nervenärzte.4
Im Idealfall sollten Meinungen und Prognosen in Form von Zahlen (z. B. Entwicklung
zukünftiger OP-Zahlen, Patientenzahlen etc.)
erfasst werden. Dieses als „Social Forecasting“
bezeichnete Vorgehen wird in grossen Unternehmen bereits erfolgreich praktiziert.
Tipp: Bilden Sie den Durchschnitt aus mehreren Meinungen und Prognosen! Dies führt in
7
Kollektive Intelligenz
im Klinikalltag
Erfahren Sie, welche Form von Leadership geeignet ist, um kollektive
Intelligenz im Klinikalltag zu nutzen. Wir stellen Ihnen ungewöhnliche Beispiele von Schwarmintelligenz vor und zeigen Ihnen Anwendungsgebiete und Grenzen. Die besten kollektiven Entscheidungen
kommen nicht durch Konsens und Kompromisse zustande, sondern
durch die Vielfalt der Sichtweisen auf die jeweilige Fragestellung.
Lernen Sie die ‚richtigen‘ Fragen zu stellen.
Ihr persönliches Exemplar mit praktischen Tipps und Anregungen
erhalten Sie ganz einfach
per beiliegender Faxantwort:
+41 32 644 1 161
oder ganz formlos per E-mail:
move@mathysmedical.com
der Regel zu einer höheren Treffgenauigkeit
als das Heranziehen von Einzelmeinungen und
Analysen von Spezialisten.
Ergebnis durch die höhere soziale Sensibilität
von Frauen. Sie können Gefühle anderer besser wahrnehmen und richtig einordnen.
Psychologischer Hintergrund
für Gruppenintelligenz
Eine Studie, die im renommierten Journal „Science“ publiziert wurde, versuchte der kollektiven Intelligenz auf den Grund zu gehen – mit
aufsehenerregendem Ergebnis:5 Erwachsene
mit zuvor ermitteltem Intelligenzquotienten
(IQ) wurden randomisiert Gruppen zugeordnet, die sich mit Brainstorming, Entscheidungsfindung sowie der Lösung komplexer Probleme
befassen sollten. Wider Erwarten hatte ein
hoher IQ aller Gruppenmitglieder nur einen
geringen Effekt auf die kollektive Intelligenz.
Auch spielten Gruppenzusammenhalt, Motivation und Zufriedenheit kaum eine Rolle. Ausschlaggebend war der Anteil Frauen im Team.
Die Autoren begründeten das ungewöhnliche
Um das Wissen von Vielen für strategische
Entscheidungen zu nutzen, kommt es auf die
richtige Zusammensetzung der Gruppe an.
Wer Vernetzung ermöglicht und sich als Führungskraft zurücknimmt, schafft gute Voraussetzungen für kollektive Intelligenz.
Impressum
Herausgeber:
Mathys AG Bettlach • Robert Mathys Strasse 5 • 2544 Bettlach • Schweiz
Telefon: +41 32 644 1 485 • E-mail: move@mathysmedical.com
Verantwortliche Redakteurin:
Tanja Rölli • Leiterin Marktkommunikation • Mathys AG Bettlach
Leimeister JM. Kollektive Intelligenz. In: Wirtschaftsinformatik. Gabler Verlag 2010; 4(52):239-42.
Yi, SKM, Steyvers M, Lee MD, Dry MJ. The wisdom
of the crowd in combinatorial problems. Cognitive
Science. 2012; 36(3):1-19.
3
James Surowiecki. The wisdom of crowds. Anchor;
New ed. Trade Paperback. 2005.
4
Goldberg LR. Simple models or simple processes?
Some research on clinical judgements. Am Psychol.
1968;23:483-96.
5
Woolley AW, Chabris CF, Pentland A, et al. Evidence
for a collective intelligence factor in the performance
of human groups. Science. 2010;330(6004):686-8.
1
2
move! ist eine Veröffentlichung der Mathys
AG Bettlach – Ihr kompetenter Partner für
die totalendoprothetische Behandlung in
der Orthopädie. move! wendet sich mit
neuen, nützlichen Informationen an orthopädische und traumatologische Spezialisten
in Klinik und Praxis sowie an alle Fach- und
Führungskräfte in Medizin, Pflege und Management im Krankenhaus.
Vielen Dank an alle, die uns bei der Realisierung von move! mit eigenen Beiträgen,
­Informationen und Fotos behilflich waren!
Sie haben Neuigkeiten oder Tipps aus Orthopädie und Klinik für uns? Sie möchten
sich mit einem eigenen Beitrag an move!
beteiligen? Gerne. Nutzen Sie das beigefügte Fax-Formular. Oder den direkten
Draht per Telefon und mail.
Looks good?
Anzeigen-PDF
folgt
97.3
%
Works even better!
97.3 % survival at 13 years. [1,2] The balanSys cruciate retaining knee system
has an excellent survival rate. The probability of having NO revision within
the first 13 years after surgery is 97.3 %.
[1]
10 years results of the tension controlled, ligament balanced TKA. Klenk JS, Christen B, Eijer H,
Schuster AJ; SGOT Congress, Lausanne, 26 – 28
June 2013
[2]
Long-term results of a tension controlled ligament balanced total knee arthroplasty. Klenk
JS, Christen B, Eijer H, Schuster AJ; White Paper,
Mathys Ltd Bettlach, 2013
Mathys Ltd Bettlach • Robert Mathys Strasse 5 • P.O. Box • 2544 Bettlach • Switzerland • www.mathysmedical.com
Ad_A4_Looks-good_allSujets_GZD.indd 5
01.10.2013 13:37:01
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