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ene mene mu … wie gesund bist du? - SMZ Liebenau

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SMZ INFO november 2011
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in dieser ausgabe
mitarbeiterinnen
des SMZ Liebenau
Dr. Rainer Possert
Arzt für Allgemeinmedizin
Psychotherapeut
Dr. Gustav Mittelbach
Arzt für Allgemeinmedizin
Psychotherapeut
editorial
01
Ene mene mu...
Dipl. PT Heilwig
Possert-Lachnit, MSc
Physiotherapeutin
Dr. Inge Zelinka-Roitner
Soziologin
... Wie gesund bist du?
02
... Wie gesund darfst du einmal werden?
08
Ungleichheit von Anfang an 12
Was kann die schule tun?
Kann die schule etwas tun? 15
DSA Heike Gremsl
Sozialarbeiterin
Gesundheitliche Benachteiligung 17
im Kindheits- und Jugendalter DR. Florian Müller
Turnusarzt
angebote des smz liebenau
Mag. Karin Ettl
Verwaltung
Karin Sittinger
Arzthelferin
Birgit Paller, MA
Sozialarbeiterin
Michaela Spari
Assistentin
Dr. Ulrike Körbitz
Psychoanalytikerin
IMPRESSUM
HERAUSGEBER: SMZ Liebenau, Liebenauer Hauptstraße 102-104 a, 8041 Graz
Krista Mittelbach
Psychotherapeutin
TEL 0699 180 84 375 F (0316) 462340-19
Email smz@smz.at Homepage www.smz.at vereinsregister ZVR: 433702025
REDAKTION: Dr. Rainer Possert, Mag. a Dr. in Inge Zelinka-Roitner
FOTOS: S.1, S.6, S.11, S.13, S.14: Rainer Possert/SMZ Liebenau; S.16: Styria Vitalis;
Cover, S.5, S.7, S.9, S.16: fotolia.com
DSA Theresa Augustin
Psychotherapeutin
Dr. Wolfgang Sellitsch
Jurist
LAYOUT + SATZ CUBA, graz www.cubaliebtdich.at
DRUCK Druckerei Bachernegg GmbH, Kapfenberg AUFLAGE 1.700 Stk.
21
Editorial
Mein besonderer Dank gilt unseren GastautorInnen Sabine Haring, Christoph Pammer,
Angela Kaltenböck-Luef und Doris Kuhness,
die trotz ihrer vielfältigen Verpflichtungen Zeit
gefunden haben, dieses SMZ-INFO wesentlich zu gestalten.
Die Fakten lassen sich nicht wegdiskutieren:
soziale Ungleichheit – ein vornehmer Ausdruck für Klassenunterschied – und das damit
verbundene höhere Krankheitsrisiko – besteht
bereits im Volksschulalter. Diese Krankheitsanfälligkeit beginnt jedoch bereits mit der
Geburt und ist, bezieht man sich auf Pierre
Bourdieus Habitustheorie, in den Geist und
den Körper eingeschrieben und wird in
Bildungseinrichtungen weiter verfestigt.
Die AutorInnen unsere Infos sind sich darin
einig, dass die wichtigsten Maßnahmen auf
gesellschaftlicher Ebene getroffen werden
müssen und bringen auch eine Reihe von konkreten Vorschlägen.
Dass zu deren Realisierung finanzielle Mittel
notwendig sind, die jedoch angesichts der
„Krisen“ der „Finanzmärkte“ mittels so genannter „Sparpakete“ verknappt werden, ist die andere Seite der Medaille.
Da nützt es nichts, wenn am „Weltkindertag“
am 20.11.2011 in den Medien Krokodilstränen
über das Schicksal von armen Kindern vergossen werden, wenn die gleichen Medien seit
Wochen und Monaten unseren PolitikerInnen
zu Füßen liegen, wenn diese neue „Sparpakete“ verkünden, die immer die Ärmeren
am meisten belasten.
Rainer Possert
SMZ INFO november 2011
Dass die Veränderung des so genannten
Gesundheitsverhaltens (Ernährung, Bewegung
etc.) durch Appelle an die einzelnen Personen
kaum möglich ist, ist unter ExpertInnen unbestritten, bestenfalls wird damit die Mittel- und
Oberschicht erreicht (Wendt/ Wolf, Soziologie
der Gesundheit, Wiesbaden 2006, S.97).
Schulen können jedoch eine wichtige Rolle
in der Gesundheitsförderung spielen, wenn
den SchülerInnen Möglichkeiten zur Partizipation und zu Empowerment im Sinne einer
Hilfe zur Selbstbestimmung geboten werden,
wie aus einer Studie der WHO, die in 36 Ländern – darunter auch in Österreich – durchgeführt wurde, hervorgeht („Health behaviour in
school-aged children“).
01
Wie gesund bist du...?
ene mene mu –
wie gesund bist du…?
Sabine Haring, Inge Zelinka-Roitner
SMZ INFO november 2011
Zahlreiche Studien belegen, dass Krankheiten
und gesundheitliche Beeinträchtigungen im Erwachsenenalter zum Teil auf die gesundheitliche
und soziale Lage im Kindesalter zurückführbar
sind.
Bestimmte Einstellungen, Verhaltensweisen und
Gewohnheiten, aber auch die Zugehörigkeit zu
Vereinen, Interessensverbänden und Bildungseinrichtungen werden von Kindheit an „gelernt“
oder eben „nicht gelernt“. Damit werden auch
gesundheitliche Ungleichheiten sozusagen weiter vererbt.
Dies betrifft sowohl die Verhaltens- als auch
die Verhältnisebene: Kinder aus Familien mit
höherem Einkommen ernähren sich gesünder,
bewegen sich mehr, sind häufiger Mitglieder in
Sport- und Kulturvereinen, lesen mehr Bücher
etc. All diese Verhaltensweisen wirken sich positiv auf den Gesundheitszustand aus, so unsere
Annahme. Außerdem prägen die „äußeren“ Verhältnisse: Schlechte Wohnbedingungen, Schimmelbildung und Feuchtigkeit im Wohnraum, wenig Grün- und Bewegungsraum sowie Lärm- und
Verkehrsbelastung wirken sich negativ auf den
Gesundheitszustand aus.
02
stammen. Dabei wurden aber eher Jugendliche
als Kinder erfasst, nämlich 11,- 13- und 15-jährige
SchülerInnen.
Für die Stadt Graz gibt es umfassende Daten aus
den schulärztlichen Untersuchungen an Volksschulen, die flächendeckend durchgeführt wurden. Einige dieser Daten wurden uns von der Leiterin des schulärztlichen Dienstes, Dr. Veronika
Zobel, zur Verfügung gestellt. Da wir davon
ausgingen, dass sich Unterschiede im Gesundheitszustand von Kindern bereits im Volksschulalter zeigen und sich später noch deutlicher im
Übergang zu Hauptschule bzw. Gymnasium
manifestieren, wollten wir die Volksschulkinder selbst sowie deren Eltern dazu befragen.
Wir wählten dazu exemplarisch drei Grazer
Volksschulen aus, die in unterschiedlichen Stadtgebieten liegen: die Volksschule Mariagrün, idyllisch auf einem Hügel im Bezirk Mariatrost gelegen, die Volksschule Berlinerring im Bezirk Ries
am Rande einer Hochhaussiedlung im Grünen
und die Volksschule Schönau im dicht bebauten
Schönauviertel.
Neueste Daten
Was braucht man, um gesund zu sein?
15 StudentInnen des Instituts für Soziologie
beschäftigten sich im vergangenen Studienjahr
unter unserer Leitung eingehend damit, den
Zusammenhang zwischen gesundheitlicher Ungleichheit im Volksschulalter, sozialer Lage und
Segregation im Stadtgebiet für den Raum Graz
zu erforschen.
Nach eingehender Literaturrecherche und Erfassung der regionalen Forschungsdaten zur Kindergesundheit stellten wir fest, dass es für die
Steiermark kaum Daten aus direkten Erhebungen gibt. Der Kinder- und Jugendgesundheitsbericht des Landes stützt sich auf Sekundärdaten,
die zum Teil aus der HBSC-Studie (Health Behaviour in Schoolaged Children) für Österreich
Wir entwickelten Fragebögen, die von 236 Eltern
und 275 Kindern beantwortet wurden. Die Verteilung nach Schulen war dabei ungefähr gleich.
Außerdem wurden noch 15 Interviews mit ExpertInnen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich
geführt. Die Fragen beinhalteten verschiedene
Dimensionen von Gesundheit und richteten sich
nach dem von uns entwickelten Gesundheitsbegriff, der, wie in der folgenden Graphik ersichtlich
ist, unterschiedliche – sowohl Widerstandsressourcen als auch Problemlagen beeinflussende
– Dimensionen umfasst. Diese bestimmen mit,
ob sich jemand gesund oder krank fühlt sowie
als eher gesund oder krank eingestuft wird.
Wie gesund bist du...?
Gesundheitliche
Ungleichheit
PROBLEMLAGE
WIDERSTANDSRESSOURCEN
Lebensumstände
Räumliches
Umfeld
Materielles
Wohlbefinden
PHYSISCHES
WOHLBEFINDEN
KÖRPERBEWUSSTSEIN
PSYCHISCHES
WOHLBEFINDEN
EMOTIONEN
Soziale
Beziehungen
Freizeitverhalten
Soziale Ungleichheit
Soziale Ungleichheit nach
Schulstandort
Man weiß mittlerweile, dass ein niedriger
sozioökonomischer Status mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einhergeht, krank zu
werden und früher zu sterben. Uns interessierte daher die sozioökonomische Zusammensetzung der von uns befragten SchülerInnen je nach Schulstandort.
An der Volksschule Mariagrün gehören
über 80% der Kinder den beiden höchsten
Statusklassen an, an der Volksschule Berlinerring über 50% und an der Volksschule
Mariagrün nur knapp 1%.
Man wird den beiden höchsten Statusklassen zugerechnet, wenn mindestens drei der
folgenden Merkmale zutreffen: ein Haushaltseinkommen von mindestens € 2500
netto monatlich, Matura bzw. Hochschule als höchster Bildungsabschluss, eine
Wohnfläche von über 100m2, mindestens
2mal pro Jahr Urlaub außer Haus.
An der Volksschule Schönau können hingegen über 60% der Kinder der niedrigsten Statusklasse zugerechnet werden. Zur
niedrigsten Statusklasse gehört man, wenn
mindestens drei der folgenden Merkmale zutreffen: eine Einkommensgrenze von
€ 1250,- monatlich, Pflicht- bzw. Hauptschulabschluss als höchster Bildungsabschluss der Eltern, eine Wohnfläche von
höchstens 83m2 und nie bzw. einmal pro
Jahr Urlaub außer Haus.
84,2% der Kinder an der Volksschule Berlinerring gaben an, dass sie genug Geld haben, kein Kind an dieser Schule wählte die
Kategorie „uns geht es mit dem Geld nicht
so gut“. An der Volksschule Schönau gaben
56,6% der Kinder an, genug Geld zu haben,
aber immerhin 7,2% der Kinder meinten,
ihnen gehe es mit dem Geld nicht so gut.
43% der Kinder an der Volksschule Schönau meinten, viele Familien könnten sich
mehr leisten als sie. An den beiden anderen
SMZ INFO november 2011
Interessant war, dass auch die von uns befragten Eltern einen recht umfassenden Gesundheitsbegriff anwandten. Auf die Frage
„Wann sind Kinder für Sie gesund?“ erhielten wir Antworten wie „Wenn sie fröhlich,
aufgeweckt, sportlich aktiv, glücklich, zufrieden sind.
Wenn sie lachen, spielen, sich im Freien
aufhalten, sich gesund und ausgewogen ernähren, Spaß in der Schule haben.“
Gesundheit wird also nicht nur rein körperlich gesehen, es ist den Eltern auch wichtig,
dass ihre Kinder emotional gesund sind und
ein positives Freizeitverhalten an den Tag
legen.
03
Wie gesund bist du...?
»
Wann sind Kinder für sie Gesund?
Wenn sie fröhlich, aufgeweckt, sportlich
aktiv, glücklich und zufrieden sind!
Schulen waren dies nur um die 25%. Im Hinblick
auf die Wohnsituation hegten die Kinder und Eltern aus den Bezirken Liebenau und Jakomini
(das Einzugsgebiet der Volksschule Schönau)
viel eher den Wunsch, in eine „bessere“ Wohngegend umzuziehen, als die Kinder aus Bezirken wie Ries und Mariatrost.
Unterschiede zeigten sich auch massiv in der
Freizeitgestaltung. So gaben an der Volksschule
Schönau 66,7% der Kinder an, niemals mit ihrer
Familie gemeinsam kulturelle Veranstaltungen
oder Museen zu besuchen, an den beiden anderen Schulen war die Zahl nur halb so groß.
Körperliche Gesundheit und
Ungleichheit:
Auf die Frage, wie oft sie Kopfschmerzen hätten, antworteten je 3,2% der Kinder in der Volksschule Mariagrün und Berliner Ring mit „oft“, in
der Volksschule Schönau waren dies beinahe
dreimal so viel, nämlich 11,6%. Aus der niedrigsten Statusklasse gaben 47,5% der Kinder an,
oft Fastfood zu essen, während dies nur 15,2%
»
der Kinder aus der höchsten Statusklasse taten.
61% der Kinder aus der niedrigsten Statusklasse gaben an, sportlicher sein zu wollen, was
darauf hindeutet, dass ein Problembewusstsein
durchaus vorhanden ist, aber offensichtlich die
Möglichkeit fehlt, dieses Problem anzugehen. In
der höchsten Statusklasse wären nur 20,6% der
Kinder gerne sportlicher.
Ungleiche Freizeitgestaltung
Auf die Frage „machst Du Sport in einem Verein“
antworteten 62,8% der Kinder in Mariagrün und
54,8% der Kinder an der Volksschule Berliner
Ring mit „ja“, aber nur 33,7% der Kinder an der
Volksschule Schönau. Die Sozialisation in sozialen und sportlichen Netzwerken beginnt also
sehr früh. Bereits im Volksschulalter wird damit
eine Trennlinie zwischen jenen, die gesellschaftlich organisiert sind, und jenen, die sich weniger
zusammenschließen, vollzogen. Das SelbstAktivwerden im Vereinsleben stellt, abgesehen
vom „Netzwerken“, ebenfalls einen gesundheitlichen Vorteil dar.
Wunsch nach Umzug in eine bessere Wohngegend
%
56,7
60
57,2
50
40
34,3
30
21,4
20
10
3,6
2,3 2,4
SMZ INFO november 2011
0
04
Geidorf
9,1
9,1
8
Jakomini
Liebenau
Mariatrost
2,9
2,4
Ries
Eltern
Waltendorf
Kinder
schwerpunkt „ZU VIEL"
Hinsichtlich des Bewegungsverhaltens im
Freien gilt Ähnliches: Auf die Frage, ob das
Kind im Grünen spielen kann, antwortete
niemand aus der VS-Mariagrün mit „nein“.
An der VS-Berlinerring war das Ergebnis
ähnlich, nur 1,3% der Kinder meinten, sie
könnten nicht im Grünen spielen. An der
VS-Schönau verneinten aber immerhin
12,7% der Kinder die Frage.
Auch das Lesen, eine Schlüsselfähigkeit,
um später im Bildungswesen voranzukommen und gesellschaftlich anerkannte und
besser bezahlte Positionen zu erlangen,
ist stark abhängig vom sozioökonomischen
Status: In den ersten beiden, höheren Statusklassen gaben 68,1% der Kinder an, in
ihrer Freizeit gerne zu lesen. In den beiden
niedrigeren Statusklassen waren dies nur
halb so viele, nämlich 31,9% der Kinder.
Was tun?
Lösungsansätze müssten in erster Linie
darauf abzielen, eine Ghettoisierung in
Stadtgebieten zu vermeiden und bereits
bei der Stadtplanung darauf zu achten,
dass Gemeindewohnungen und leistbare
Wohnungen für größere Familien nicht nur
in bestimmten Stadtteilen konzentriert sind.
Dies würde allerdings langfristige Planung
und politischen Weitblick erfordern.
Zwei eher kurz- bis mittelfristige Maßnahmen haben wir im Anschluss an unsere Studie gefordert:
Die eine ist in der Gesundheitsförderungslandschaft allgemein anerkannt, nämlich
Geld ganz gezielt dort zu investieren,
wo es gebraucht wird: in benachteiligten
Stadtteilen und in Schulen, die besonders
belastet sind. Hier braucht man mehr LehrerInnen, SchulpsychologInnen, Schulsozialarbeit, eine/n fixe AnsprechpartnerIn für
Gesundheit etc.
Die zweite Maßnahme ist weit weniger akzeptiert und stößt sowohl bei ExpertInnen
als auch Eltern auf großen Widerstand,
nämlich eine andere Verteilung von SchülerInnen im Stadtgebiet. Dies würde bedeuten, dass man Quoten setzen muss und
z.B. pro Klasse nicht mehr als fünf Kinder
mit nicht-deutscher Muttersprache zulässt
und dass man auch sozial durchmischt. In
einer (relativ kleinen) Stadt wie Graz wäre
das durchaus möglich.
SMZ INFO november 2011
Höchst brisant sind auch die Daten zum
Fernsehkonsum: Während in der vierten
Statusklasse (also niedrigstes Einkommen,
niedrigster Bildungsstatus der Eltern, kleinste Wohnfläche) 61,5% der Kinder täglich
mehr als eine Stunde fernsehen, sind dies
in der ersten Statusklass nur halb so viele,
nämlich 30,3%.
05
Wie gesund bist du...?
Selbst-Aktivwerden im Vereinsleben stellt,
» Das
abgesehen vom „Netzwerken“,
einen gesundheitlichen Vorteil dar
Es ist natürlich politisch äußerst brisant, dies
umzusetzen. Und es ist durchaus nicht so gemeint, dass „die Ausländer“ verteilt werden und
„die Anderen“ die Schulen wählen können. Es
würde im Gegenteil bedeuten, dass alle Kinder
– wie am Land üblich - einem bestimmten Schulsprengel zugeteilt werden, der nicht zu weit entfernt von ihrem Wohnort ist. Es würde aber auch
bedeuten, dass man als Elternteil flexibler sein
muss und sein Kind vielleicht nicht in die nächstgelegene Volksschule schicken könnte.
Im Stadtgebiet sind fast alle Schulen mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Ein Argument dagegen hört man gerade von privilegierten Eltern oft: Das Kind soll die Möglichkeit haben, in der Nähe der eigenen Wohngegend mit
den aus dem Kindergarten bekannten Freunden
in die Schule zu gehen. Aber gerade viele privilegierte Eltern schicken ihre Kinder dann weit weg
in Waldorf- oder Modellschulen, ins Sacré Coeur
oder in eine andere Privatschule, weil sie dort
Gleichgesinnte vermuten.
SMZ INFO november 2011
Auch beim Thema Ganztagsschule gibt es gesellschaftliche Widerstände: Die Kinder würden
ihren Eltern „entrissen“, die Erziehung nur mehr
dem Staat übertragen, so heißt es (nicht nur) in
christlich-konservativen Kreisen. Aber: gerade
kirchliche Institutionen bieten seit Generationen
Ganztagsschulen und Internate für ihre Sprösslinge an und gerade betuchtere Eltern, die gute
Jobs haben, nehmen Nachmittagsbetreuung
und Horte in Anspruch. Misst man hier nicht mit
zweierlei Maß? Geht es letzten Endes nur
darum, „unter sich“ zu bleiben und mit dem „Pöbel“ nicht mehr als nötig in Kontakt zu kommen?
06
1
Das Sonntags-Interview, Kleine Zeitung 11. September 2011, S. 6-7.
Will man Probleme wirklich angehen und nicht
nur Lippenbekenntnisse abgeben, muss man
auch heiße Eisen anfassen und sich nicht darum kümmern, ob diese politisch eher „links“ oder
„rechts“ besetzt sind.
Niki Glattauer, Journalist, Autor und Lehrer, äußerst sich in diesem Zusammenhang in einem
Interview in der Kleinen Zeitung: „Wir haben
Ghettoschulen und Restschulen, nicht nur in
Wien, auch in Graz, Salzburg, Linz, Dornbirn
und Mattersburg. Dort sitzen viele Kinder mit
anderen Muttersprachen, die wir in dieselben
Schulen zusammenpferchen. Und dann wundern wir uns, dass wir sie nicht mehr richtig beschulen können.“ […]
Der deutschtürkische Schriftsteller Zaimoglu
meint dazu: „Türkische Kinder, die in Klassen
sind, wo nur zwei, drei Kinder Deutsch sprechen, das sei eine Katastrophe.’ Kinder müssen
aufgeteilt werden, aber man tut es nicht, weil
man sich fürchtet vor den Bürgern, die dann auf
die Straße gehen und dagegen protestieren, so
wie gegen die Moscheen.“1
Die Studierenden:
Matthias Dohr, Guido Ebner, Karin Fließer,
Annemarie Fraissler, Julia Gehrerstorfer, Tobias
Jesenitschnig, Carina Körbler, Violetta Krasnici,
Caroline Milinkovic, Anna-Lisa Schwarz, Margit
Strobl, Sigrid Verhovsek, Hannah Volk, Cristina
Volpe, Cathrin Wolff
SMZ INFO dezember 2010
schwerpunkt „ZU VIEL"
03
Wie gesund darfst du einmal werden
ene mene mu –
Wie gesund darfst Du
einmal werden?
Christoph Pammer
Das Forschungspraktikum des Instituts für Soziologie hat Beachtliches geleistet und zu Tage
gebracht. Während in der fortwährenden politischen Diskussion über die „Gesamtschule“ zu
Recht argumentiert wird, dass das Bildungssystem nicht im Alter von 11 Jahren eine Trennung in Schultypen und dadurch eine soziale
Trennung und eine ungleiche Ausstattung mit
Zukunftschancen für die Schüler/innen mit sich
bringen darf, wird die soziale Ungleichheit im
Volksschulalter geflissentlich ausgespart bzw.
wird die Volksschule verkürzt so dargestellt, als
handle es sich um eine Gesamtschule mit geringen sozialen Unterschieden.
Wie groSS sind die sozialen Unterschiede
bereits in der Volksschule?
Während 86 % der Eltern von Kindern in der
Volksschule Mariagrün angeben, über mehr als
€ 2500,- Haushaltsnettoeinkommen zu verfügen, sind dies in der Volksschule Schönau gerade einmal 12,3 %. Mehr als die Hälfte der Eltern
(60 %) der Eltern in der Volksschule Schönau
verfügen über weniger als € 2000 netto.
So fahren 62 % der Volksschulkinder in Mariagrün drei Mal und öfter im Jahr auf Urlaub, andererseits ist dieses Vergnügen in der Volksschule
Schönau der Hälfte der Kinder nur ein Mal im
Jahr oder nie (12 %) gegönnt.
Erwartungsgemäß sind nahezu alle erhobenen
Krankheitsdaten der Volksschulkinder in Mariagrün, Schönau und am Berliner Ring sozial ungleich verteilt, was die Ergebnisse der angehenden Soziologen in den Bereichen körperliche,
psychische und soziale Gesundheit belegen.
SMZ INFO november 2011
Viel mehr kranke Kinder in Schönau als
in Mariagrün
08
Doppelt so viele Kinder in Schönau geben an, oft
krank zu sein, hier sind beispielsweise die Daten
über das psychische Wohlbefinden der Kinder
Besorgnis erregend. Es gibt viel seltener familiäre Aktivitäten, auch am Wochenende.
Die Mariagrüner Eltern sowie die Eltern der Kinder am Berliner Ring beurteilen den familiären
Zusammenhalt zu mehr als 90 % als „stark“
oder „sehr stark“, in Schönau sind dies nur etwas mehr als die Hälfte. Die Eltern benachteiligter Kinder geben weit häufiger an, depressive
Verstimmungen, Angst und Wutanfälle bei ihren
Kindern wahrzunehmen.
Die sozialen Unterschiede zeigen sich auch im
Gesundheitsverhalten. Sozial benachteiligte
Volksschulkinder ernähren sich schlechter und
sind weit seltener in einem Sportverein aktiv, dafür rauchen in Schönau doppelt so viele Personen im nahen Umfeld, die mit dem Kind zusammenleben wie in Mariagrün.
Und auch was die Verteilung der Gesundheitsressourcen betrifft, belegt die Untersuchung klar,
dass sich in den untersuchten Stadtteilen unterschiedliche Milieus ansiedelten und damit stark
unterschiedliche Lebensstile vorzufinden sind,
wenngleich diese mit dem Einkommen zusammenhängen.
Was tun?
Die Studierenden betonen in „ene mene mu –
wie gesund bis du?“, dass es nicht der durchschnittliche Reichtum einer Gesellschaft ist, von
dem die Gesundheit wesentlich abhängt (hier
liegt Österreich sehr gut), sondern dass es das
Ausmaß der sozialen Ungleichheit ist, (also der
gesellschaftliche Unterschied zwischen Arm und
Reich), das die Lebenserwartung in einer Gesellschaft und den Zuwachs an „Lebensjahren in
guter Gesundheit“ bedingt.
Chancengleichheit stärken
Soziale und gesundheitliche Ungleichheit
(Lebenserwartungsunterschiede von bis zu 10
Jahren!) müssen in der Gesundheitsförderung
mitgedacht werden, um Probleme der Kindergesundheit an ihren Wurzeln zu packen! Hier bestehen zwei politische Möglichkeiten: Man kann
weiterhin soziale Ungleichheit durch Umverteilungspolitik abschwächen und sonst nicht viel tun.
schwerpunkt „ZU VIEL"
Bessere soziale Durchmischung?
Was das in „ene mene mu – wie gesund
bist du?“ mit untersuchte Problem der sozialstrukturellen Ungleichheit betrifft, sind
immer wieder sozialtechnokratische Lösungen diskutiert worden. Wie zum Beispiel,
Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund (zwangsweise?) auf die bestehenden
Volksschulen zu verteilen oder mit anderen Mitteln für eine „gute soziale Durchmischung“ zu sorgen.
Abgesehen davon, dass solche Ansätze
stigmatisierend und rassistisch sein können
und deshalb grundsätzlich abgelehnt wer-
den sollten, übersehen sie, dass es um die
Potenziale innerhalb der Systeme Bildung,
Gesundheit und Soziales selbst geht, neue
Antworten auf Probleme der steigenden sozialen Ungleichheit zu finden, die mit ihren
Kernfunktionen in Verbindung stehen.
In den letzten Jahren haben sich aber Problemlösungen im Bildungssystem entwickelt, die auf dem Prinzip der Auslagerung
beruhten und erst dann einsetzten, wenn
Probleme bereits aufgetreten waren. So
werden etwa „verhaltenskreative“ Kinder an
Schulsozialarbeit verwiesen und medikalisiert (ADHS).
Vorschule stärken
Eine weit effizientere Wissensvermittlung
schafft das Bildungssystem selbst, wenn
das staatliche Lese-, Rechtschreib- und
Rechentraining bereits vor dem sechsten
Lebensjahr einsetzt. Davon profitieren vor
allem, aber nicht nur, Kinder aus sozial
schwachen Familien.
Vorschule in Österreich heißt, dass die Kinder freiwillig die erste Klasse der Volksschule
besuchen dürfen, um sich mit dem Schulalltag vertraut zu machen. Leider wird von
dieser Regelung kaum Gebrauch gemacht.
SMZ INFO november 2011
Eine der Grundfragen für eine Gleichheitspolitik (die per se eine Gesundheitspolitik
wäre) hat mit den Lebenschancen zu tun,
die Kinder in unserer Gesellschaft vorfinden.
Es liegt in der öffentlichen Verantwortung für
einen Ausgleich in Bildung (an erster Stelle!), Gesundheit und im Sozialsystem für
Benachteiligte zu sorgen. Österreich verharrt faktisch in einem Reformstau in allen
drei Bereichen, der wohl immer noch mit der
Illusion der politischen Akteure, die an einer
nivellierten Mittelschichtsgesellschaft festhalten, einhergeht.
09
Wie gesund darfst du einmal werden
» Die Eltern benachteiligter Kinder geben weit häufiger an,
depressive Verstimmungen, Angst und Wutanfälle
bei ihren Kindern wahrzunehmen.
In anderen Ländern bedeutet Vorschule, dass
die Kinder ab dem Alter von drei, vier oder fünf
Jahren an einem an ihre Bedürfnisse angepassten Lehrplan teilnehmen und dafür – neben der
Betreuung – verschiedenste Angebote geschaffen werden.
Vorschule kostet Geld, das jedoch mit dem Argument, die Kinder „doch so lange wie möglich
Kinder sein zu lassen“, n i c h t ausgegeben
wird, obwohl sich jeder investierte Euro elffach
zurückverdienen lässt (!)
Vorschulprogramme in sozialen Brennpunkten führten zu:i
einer 40 %igen Bedarfsreduktion schulischer Nachhilfe,
um 40 % erniedrigten Raten jener Schüler/innen, die im Alter von 15 Jahren eine
Schulklasse negativ abgeschlossen hatten,
einem mehr als 55 %igen Rückgang von Kindesmissbrauch bis zum Alter von 17 Jahren
einer Halbierung der Fremdunterbringungen,
einer um 45 % erniedrigten Kriminalitätsrate im Alter von 18 Jahren,
einer allgemeinen Verbesserung des ökonomischen Wohlstandes der
Programm-teilnehmer/innen und damit einhergehend
einer Reduktion der Inanspruchnahme finanzieller Hilfestellungen
Gemeinsam mit dem Steirischen Kindergesundheitsbericht liegen mit „ene mene mu“ nun gültige Anhaltspunkte vor, um das Thema „Kindergesundheit“ in Zukunft noch stärker ins Blickfeld zu nehmen.
DSA christoph Pammer, MPH, MA
Diplomsozialarbeiter, postgraduale Weiterbildung in Public Health (Interuniversitäres Studium Schweiz), Master of
Arts in Social Sciences. Mitarbeiter beim Verein Zebra, im SMZ Liebenau sowie an der Mediznischen Universität
Graz (Uni-Lehrgang Public Health) bei Prof. Horst Noack. Lehraufträge an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen. Derzeit selbständiger Gesundheits- und Sozialwissenschaftler. Projektkonsulent in den Bereichen
Evaluation und Entwicklung, Suchtberichterstattung. Besondere Interessen: Soziale Ungleichheit und Gesundheit,
SMZ INFO november 2011
Migration und Gesundheit, Kindergesundheit.
10
Reynolds A. J., Robertson, D. L. (2003): School-based early intervention and later child maltreatment in the Chicago Longitudinal Study. Child
Development, 74 (1):3-26.
i
Reynolds A. J.; Temple, J. A.; Ou, S. R. (2003): School-based early intervention and child well-being in the Chicago Longitudinal Study. Child
Welfare, 82 (5):633-656.
Reynolds A. J.; Ou, S. R.; Topitzes, J. W. (2004): Paths of effects of early childhood intervention on educational attainment and delinquency: a
confirmatory analysis of the Chicago Child-Parent Centers. Child Development, 75 (5):1299-1328.
schwerpunkt „ZU VIEL"
Fazit:
Selbst wenn Bewegungsprogramme, Ernährungstraining und Stressbewältigung
nachhaltig wirksam werden, erreichen sie die relativ reicheren, besser gebildeten
Es braucht vielmehr ein Bildungssystem, das soziale Unterschiede nicht länger
reproduziert, sondern durch eine gemeinsame Mittelschule, sowie klug veränderte
und neue Angebote im Vorschulbereich stärker als bisher ausgleicht, damit die
Chancen der Schüler/innen auf eine aussichtsreiche und gesunde Zukunft wieder
gleicher verteilt werden können.
SMZ INFO dezember 2010
und gesünderen Gesellschaftsgruppen.
03
Ungleichheit von Anfang an
Ungleichheit von Anfang an
Inge Zelinka-Roitner
Noch nie in der Geschichte war die Bevölkerung
in Österreich – und das gleiche gilt für viele andere europäische Länder - so gesund und hatte
eine so hohe Lebenserwartung wie heute. Absolut betrachtet betrifft das natürlich auch Menschen, die hinsichtlich Bildung, Beruf und Einkommen benachteiligt sind. Dennoch verbessert
sich im Verhältnis die Gesundheit der eben genannten Personengruppe langsamer als die Gesundheit der restlichen Bevölkerung. Menschen
mit niedrigem Einkommen sterben wesentlich
häufiger früher und leiden außerdem in der ohnehin schon kürzeren Lebenszeit häufiger an
gesundheitlicher Beeinträchtigung.1 Interessant
ist hierbei: Das Einkommen hat auf das Risiko
vorzeitiger Sterblichkeit einen größeren Einfluss
als die Ausbildung oder der Berufsstatus.2
Das größte Einzelgesundheitsrisiko in westlichen
Industriestaaten stellt das Rauchen dar. Auch
hier zeigt sich ein ganz deutlicher schichtspezifischer Zusammenhang: Je niedriger die Schicht,
desto mehr wird geraucht: Nach einer Untersuchung des deutschen statistischen Bundesamtes rauchen z.B. 54% der Bauarbeiter, aber nur
13% der Gymnasiallehrer. Geschlechtsspezifische Unterschiede werden zunehmend ausgeglichen, im Jugendalter rauchen z.B. bereits
gleich viele Mädchen wie Burschen.3
Gesundheitliche Unterschiede „ganz
früh“
SMZ INFO november 2011
Schichtspezifische Unterschiede lassen sich bereits im Kindesalter feststellen. Kinder mit einem
niedrigen Geburtsgewicht haben als Erwachsene ein höheres Sterberisiko, und das Geburtsgewicht ist nicht zufällig verteilt: Mütter mit relativ
hohem sozialen Status gebären auch schwerere Kinder. Es kann also angenommen werden,
dass ein beeinträchtigter Gesundheitszustand
im Erwachsenenalter zum Teil auf die gesund-
12
heitliche Lage im Kindesalter zurückzuführen
ist, da die meisten Krankheiten eine sehr lange
Entstehungsgeschichte aufweisen.4 Chronische
Erkrankungen werden oft erst durch eine Kombination verschiedener Belastungsfaktoren ausgelöst.5 Gesundheitliche Ungleichheit entsteht
demnach dadurch, dass sich bei bestimmten
Bevölkerungsgruppen die belastenden Lebensbedingungen im Lauf der Lebensjahre anhäufen
und so in ihrer Summe eher zu Krankheiten führen als bei Personen, die diesen Belastungen
nicht ausgesetzt sind.
Belastende Faktoren sind unter anderem: Verhaltensfaktoren wie Rauchen während der
Schwangerschaft, daraus resultierend ein niedriges Geburtsgewicht, materielle Faktoren
wie Hygiene, Feuchtigkeit im Wohnraum und
psychosoziale Faktoren wie Scheidung der
Eltern oder unsichere Bindungen. Im weiteren
Lebensverlauf kommen dann Faktoren wie unterschiedliche Bildungswege und daraus resultierend unterschiedliche Berufslaufbahnen,
Wohn- und Lebensbedingungen hinzu.
Gesundheitsförderung – wann, wo wie?
Die oben beschriebenen Tatsachen bedeuten,
dass Interventionen im Sinne der allgemeinen
Gesundheit auch sozialpolitische Interventionen sein und bereits sehr früh erfolgen müssen. Gesundheitsförderung muss also bei den
Lebensumständen von Müttern, Säuglingen
und Kleinkindern ansetzen und nicht in Form
von Projekten, sondern in Form einer flächendeckenden psychosozialen Primärversorgung
durchgeführt werden: z.B. Ausweitung der
Mutter-Kind-Pass Untersuchungen, Bereitstellung von Gemeindeschwestern, psychosoziale
Betreuung während der Schwangerschaft, vor
und nach der Geburt etc.
1
Vgl. Matthias Richter/ Klaus Hurrelmann (Hrsg.), Gesundheitliche Ungleichheit. Grundlagen, Probleme, Perspektiven. Wiesbaden 2009, S. 13.
2
Hradil, Stefan, „Was prägt das Krankheitsrisiko: Schicht, Lage Lebensstil?“, in: Richter/ Hurrelmann (2009): S. 35 – 45.
Vgl. Monika Jungbauer-Gans/ Christiane Gross, „Erklärungsansätze sozial differenzierter Gesundheitschancen“ in: Richter/ Hurrelmann
(2009), S. 80-81.
3
4
Richter/ Hurrelmann (2009), S. 24.
Vgl.: Nico Dragano/ Johannes Siegrist, „Die Lebenslaufperspektive gesundheitlicher Ungleichheit: Konzepte und Forschungsergebnisse“, in:
Richter/ Hurrelmann (2009), S. 183ff.
5
Ungleichheit von Anfang an
Natürlich lautet der allgemeine Tenor in der
Gesundheits- und Ungleichheitsforschung
auch, dass man Unterschiede in Bildung,
Berufsstatus und Einkommen verringern
müsse. In diesem Sinne sollten soziale,
kulturelle und finanzielle Barrieren beseitigt werden, die z.B. zu unterschiedlichen
Bildungsgewohnheiten führen. Viel mehr
Menschen bräuchten eine höhere Qualifikation, um bessere Positionen im Berufsleben
zu erreichen. Auch die Wirtschaft fordert:
Das Land braucht mehr qualifizierte Facharbeiter und Lehrlinge. Hier besteht auf
alle Fälle großer Nachholbedarf, vor allem
das Aufbrechen eingefahrener Strukturen
betreffend. Nach wie vor ist es so, dass
die Kinder von Akademikereltern meist ein
Gymnasium besuchen und studieren, während die Kinder von Pflichtschulabsolventen
meist die Hauptschule besuchen und ihre
Bildungskarriere ohne Matura abschließen.
Es ist – zynisch formuliert – der Gesellschaft
ganz recht, dass nicht alle gleich sind, dass
nicht alle studieren (können) und sich die
Privilegierten ihre Privilegien erhalten und
weitervererben können. Allerdings wäre es
auch nicht realistisch, alle Arbeiten gleich
gut zu bezahlen und für alle Tätigkeiten das
gleiche Bildungsniveau zu fordern. Wo kann
man also ansetzen?
Kurz zusammengefasst:
„Der Körper scheint negative wie positive Erfahrungen zu ‚erinnern’, und sie
prägen seine Konstitution bis ins höhere
Alter“.6
Drei Faktoren bestimmen nach Ansicht von
Experten gesundheitliche Ungleichheit:
materielle Faktoren, Gesundheitsverhalten
und psychosoziale Belastungen. Die beiden
letzteren sind gesellschaftspolitisch leichter,
wenn auch nicht leicht zu manipulieren. Und
hier gilt, wie oben beschrieben, die Devise:
ganz frühe Interventionen, die auf einer Zusammenarbeit der medizinischen und sozialen Berufe beruhen, sind besonders sinnvoll und zielführend!
6
Zitiert nach: Nico Dragano/ Johannes Siegrist, „Die Lebenslaufperspektive gesundheitlicher Ungleichheit: Konzepte und Forschungsergebnisse“, in: Richter/ Hurrelmann (2009), S. 191.
SMZ INFO november 2011
Doch provokant gefragt: wie könnte eine
Gesellschaft funktionieren, in der alle Menschen einen ähnlichen Bildungsstatus, einen ähnlichen Berufsstatus und ein ähnliches Einkommen haben? Utopien dieser
Art hat die Geschichte zum Scheitern verurteilt, wer übernimmt in einer solchen Gesellschaft gerne und freiwillig die „niedrigen
Dienste“, das Putzen, das Verkaufen, das
Fließbandarbeiten?
13
SMZ INFO november 2011
Ungleichheit von Anfang an
14
Was kann die schule tun? Kann die schule etwas tun?
Was kann die Schule tun?
Kann die Schule etwas tun?
Es ist ein Phänomen, dass auf der einen
Seite die Schule immer mehr Aufgaben
übernehmen soll, auf der anderen Seite das
Image der Schule, der Lehrer und Lehrerinnen immer weiter sinkt. Was veranlasst
eine Gesellschaft bei jedem Problem, sei
es AIDS-Aufklärung oder Drogenprävention, Klimaschutz oder Gesundheitserziehung….. nach der Schule zu rufen, einer
Institution, deren Image immer weiter im
Sinken begriffen ist? Ich kann mir das nur so
erklären, dass alle Kinder und Jugendliche
im Alter von 6 bis zumindest 15 Jahren die
Schule besuchen müssen und daher über
den Umweg der Schüler und Schülerinnen
auch die Eltern und Großeltern erreicht werden können.
Da alle Kinder die Schule besuchen, kann
und will sich die Schule der gesellschaftlichen Probleme nicht entziehen, denn in
die Schule kommt nicht nur das Gehirn,
sondern das ganze Kind, das von seiner
sozialen Umgebung geprägt ist. Neuere
Erkenntnisse belegen, dass Lernen nur
möglich ist, wenn die Grundbedürfnisse der
Kinder befriedigt sind. Dazu gehört gesunde
Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung. Gesundheitserziehung muss daher
auch für die Schule ein Anliegen sein. In der
Volksschule hat dies zwei Aspekte: Auf der
einen Seite müssen den Kindern elementare Kenntnisse der gesunden Ernährung und
der Körperpflege vermittelt werden. In allen
Schulen gibt es Programme, die sich mit
Zahngesundheit, gesunder Ernährung und
Bewegungserziehung beschäftigen. Sehr
viele Schulen haben auch erkannt, dass
das psychische Wohlbefinden sowohl für
die Gesundheit, als auch für den Lernerfolg
enorm wichtig ist. Daher beteiligen sich immer mehr Schulen am Projekt “Glück macht
Schule”. In diesem Programm steht das
soziale Lernen im Vordergrund. Die Kinder
sollen lernen, Gefühle bei sich und anderen
zu erkennen und zu benennen. Besonders
wichtig ist, die Kinder bei der Verarbeitung
von Wut, Ärger und Enttäuschung zu unterstützen und ihnen, sozial anerkannte Strategien zur Konfliktbewältigung zu vermitteln. Zum sozialen Lernen gehört natürlich
auch der Umgang mit Kindern aus verschiedenen Herkunftsländern. In diesem Zusammenhang kann ich nur von meiner Schule,
der Volksschule Schönau sprechen. In der
Schule funktioniert das Miteinander von
17 verschiedenen Nationen sehr gut. Dies
zeigt sich besonders bei allen Festen und
Feiern im Jahreskreis. Der Höhepunkt ist
immer das Sommerfest am Ende des Schuljahres. Dieses Fest macht deutlich, dass ein
friedliches, respektvolles Miteinander von
Menschen, die aus verschiedenen Ländern
stammen und unterschiedlichen Religionen
angehören, durchaus möglich ist. Es gibt
Lehrer/innen, die die Kinder beim Erlernen
der Deutschen Sprache unterstützen. Für
6 Sprachen wird muttersprachlicher Unterricht am Nachmittag angeboten. Das gute
Beherrschen der Muttersprache erleichtert
das Erlernen einer Fremdsprache. Es ist
sehr wichtig, dass von der Politik genügend
Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, damit die Kinder eine gute Ausbildung
SMZ INFO november 2011
Angela Kaltenböck-Luef
15
SMZ AKTUELL
ene mene mu –
wie gesund bist du…?
Sabine Haring/ Inge Zelinka-Roitner
machen können. Integration ist jedoch nur möglich, wenn Kinder mit und ohne Migrationshintergrund die Schule besuchen, denn nur dann
können sich Freundschaften über die Nationengrenzen hinweg entwickeln.
Da Kinder sich noch nicht selbst versorgen, ist
es auch wichtig, die Eltern zu erreichen. Die Familie, insbesondere die Eltern-Kind-Beziehung,
ist ein sehr intimer und sensibler Bereich. Eltern
wollen wirklich das Beste für ihr Kind. Alle Maß-
nahmen, die Eltern bei der Kindererziehung unterstützen wollen, müssen von dieser Prämisse
ausgehen. Eine Begleitung der Eltern kann meiner Meinung nach nur im Sinne eines Coachings
erfolgen. Obwohl Lehrer/innen über genügend
Wissen verfügen, bin ich mir nicht sicher, ob
Eltern Lehrer/innen als Expertinnen für Kindererziehung anerkennen würden, da die Schule
Auslöser für sehr viele Konflikte innerhalb der
Familie ist.
SMZ INFO november 2011
Mag. Angela Kaltenböck-Luef
16
Persönliches :
geboren 18.11. 1964, verheiratet, zwei Söhne (20 und 18 Jahre alt)
Bildungsweg: 1983 Matura
1986 Lehramtsprüfung für Sonderschulen
1987 Lehramtsprüfung für Volksschulen
1990 Sponsion zum Mag. phil. (Erziehunswissenschaften und Philosophie)
Beruf:
Seit dem Schuljahr 2008/09 Leitung der VS Schönau
Gesundheitliche Benachteiligung im Kindes- und Jugendalter
Gesundheitliche
Benachteiligung im Kindesund Jugendalter – was tun?
Doris Kuhness (Styria vitalis)
Diese und noch viele andere wissenschaftliche Befunde (wie z.B. die aktuelle soziologische Studie zur Gesundheit von Grazer
Volksschulkindern „ene mene – wie gesund
bist du“) weisen darauf hin, dass die Rahmenbedingungen für eine gesunde Entwicklung und das Gesundheitsempfinden
von Kindern von Einkommen, Berufsstatus
der Eltern und Bildungshintergrund der Eltern abhängen.
Gesundheitliche Chancengleichheit kann
auf verschiedenen Ebenen angesetzt werden:
1. Gesellschaftspolitische Ebene:
AkteurInnen in der Gesundheitsförderung
sollten verstärkt für folgende Themen eintreten:
• Zugang zu gleichen Bildungschancen und
Qualifikation für Kinder und Jugendliche
aus sozial benachteiligter Schichten:
kritische Hinterfragung der frühen
Differenzierung des Schulsystems
• Schaffen von Zukunftsperspektiven für
Kinder und Jugendliche
• Kleinere Klassen und Projekte in Schulen
an „sozialen Brennpunkten“ fördern
• Weiterentwicklung der LehrerInnen- bzw.
PädagogInnen-Ausbildung in Bezug auf
Gesundheit & sozialer Benachteiligung
• Schaffung von institutionalisierten
Netzwerken und Austauschmöglichkeiten,
in denen sich Kinder bewegen (Kindergarten – Schule – Nachmittagsbetreuung)
2. Schulebene:
Maßnahmen, die die ganze Schule betreffen:
• Gesundheitsförderungsarbeit in Schulen
mit sozialen Brennpunkten und/oder mit
besonderer Berücksichtigung
benachteiligter Zielgruppen ausweiten
• Kommunikation der Einflussmöglichkeiten
von LehrerInnen auf die Gesundheit von
SchülerInnen und Aufzeigen von
Handlungsmöglichkeiten
• Institutionalisierte Vernetzung von
LehrerInnen und anderen Unterstützungseinrichtungen (z.B. Lernbetreuung, Schulpsychologie, Sozialarbeit) für Kinder
mit besonderen Problemen in der Schule
• Elternschulungen im Setting Schule für
relevante Zielgruppen
• Herstellung gesunder Rahmenbedingungen für SchülerInnen und LehrerInnen
SMZ INFO november 2011
Kinder aus sozial benachteiligten Familien
fühlen sich subjektiv ungesünder, weisen z.
B. eine höhere Beschwerdehäufigkeit und
Erkrankungsrate, eine schlechtere Zahngesundheit, häufigere unfallbedingte Krankenhausaufenthalte oder auch öfter schweres
Asthma auf.1
17
Gesundheitliche Benachteiligung im Kindes- und Jugendalter
» Hausbesuche können eine gute Strategie sein,
um Verletzungen
zu reduzieren.
von Kindern
Interventionen auf Klassenebene
• Bearbeitung gesundheitsbezogener Themen im Unterricht,
• Förderung von Klassengemeinschaft,
Sozialem Lernen, Kommunikations-Stunden,
Projektunterricht, individuellen Förderungsmöglichkeiten, sozialer Integration über
spezifische Projekte und Programme
Interventionen auf individueller Ebene
• individuelle Bildungsberatung besonders auch
für sozial benachteiligte SchülerInnen mit
Einbeziehung der Eltern
• Unterstützungsangebote z.B. für
Opfer von Bullying
• Vermittlung von der Schule zu verschiedenen
(Einzel)Beratungs-Institutionen und zu
medizinischen Versorgung bei Bedarf
Wie kann man benachteiligte Kinder und
deren Familien sonst noch unterstützen?
Kinder, die in Armut geboren sind haben eine
größere Wahrscheinlichkeit
• eine Frühgeburt zu sein oder ein zu geringes
Geburtsgewicht zu haben
SMZ INFO november 2011
• nicht gestillt zu werden
18
• Eltern zu haben, die Raucher sind und damit
selbst RaucherInnen zu werden
• selbst früher Kinder zu haben, als sie
eigentlich möchten.
Es gibt zahlreiche Ansätze die zeigen, dass Unterstützungsmaßnahmen, die bereits in der frühen Kindheit ansetzen, die Chancen auf eine
gute Entwicklung und auf gute Gesundheit stark
erhöhen.
Auch die gesellschaftspolitische Sicherung eines Grund- oder Mindesteinkommens kann
Abhilfe schaffen: Daten belegen z.B., dass ein
garantiertes Mindesteinkommen bei Schwangeren zu einem höheren Geburtsgewicht führt.
Eine gute Evidenz gibt es auch in Bezug auf
Hausbesuche, Elterntraining, Fürsorge für sehr
junge Kinder und Eltern sowie Maßnahmen,
die Eltern über Unterstützungsmöglichkeiten
informieren. Die Einrichtung einer „Gemeindeschwester“ nach slowenischem Vorbild, welche von Geburt an in die Familien kommt, wäre
wünschenswert.
Reduktion von Verletzungen, Unfällen
und Misshandlungen
Hausbesuche können eine gute Strategie sein,
um Verletzungen von Kindern zu reduzieren.
Hierzu gibt es Studien mit guter Evidenz bei
Erstgebärenden aus sozial benachteiligten
Gruppen, sehr jungen Müttern, Alleinerzieherinnen. Auch hier bewährt sich das System der
Gemeindeschwester: Eine geschulte Krankenschwester kommt, um vor und nach der Geburt
nach der Mutter zu sehen, gibt soziale Unterstützung und Beratung in Bezug auf die Entwicklung
des Kindes und dessen Gesundheit, unterstützt
die Mutter-Kind-Interaktion und das Eltersein. In
England gibt es Studien, die belegen, dass Kinder, die in einem „Child Development Program“
sind, um 50% weniger oft physisch misshandelt
werden.
Programme und Projekte in der
Steiermark
dazu leisten, die gesundheitliche Chancenungleichheit zu verringern.
Die Förderung der Gesundheit von Kindern
aus sozial benachteiligten Schichten betrifft
alle Politikbereiche. Die Abschaffung des
erst kürzlich eingeführten kostenlosen Kindergartens kann ebenso negative Auswirkungen auf die Chancen eben dieser Bevölkerungsgruppe haben, wie die Rücknahme
von Lernbetreuung.
Das Projekt „SCHUPS“ – Schule und Psychische Gesundheit“ wird an vier Grazer
Volksschulen umgesetzt und wurde vom
Unterstützungsverein für Schulpsychologie in Kooperation mit Styria vitalis entwickelt. Drei der vier teilnehmenden Schulen
befinden sich in einem Einzugsgebiet mit
Kindern aus eher sozial benachteiligten
Bevölkerungsgruppen oder mit Migrationshintergrund. Neben Konfliktmanagement für
SchülerInnen, oder Ermutigungspädagogik
im Schulalltag, sind auch PsychologInnen
einmal in der Woche vor Ort, um direkt für
die Sorgen der SchülerInnen, LehrerInnen
In den vergangenen Jahren entwickelten
Styria vitalis und andere Organisationen, die
sich mit Gesundheitsförderung und Prävention beschäftigen wie VIVID oder das SMZ
Liebenau Programme, die einen Beitrag
SMZ INFO november 2011
schwerpunkt „ZU VIEL"
19
Was tun?
» Gesundheit ist ein Menschenrecht,
aber die Chancen
auf eine gesunde Kindheit und eine gesunde Entwicklung
sind ungleich verteilt.
und Eltern da zu sein, um zu beraten oder bei
Bedarf an entsprechende Unterstützungsstellen
zu vermitteln.
Inputs zu erhalten und den PädagogInnen, sich
motivierende Unterrichtsmethoden anzueignen,
um zu diesen Themen zu arbeiten.
Das Projekt „Zähne zeigen“ zielt auf eine bessere Zahngesundheit bei sozial benachteiligten
Kindern und Kindern mit Migrationshintergrund
zwischen 0 – 3 Jahren. Mit der Ausbildung von
muttersprachlichen
ZahngesundheitsmentorInnen und deren Einsatz für niedrigschwellige
Aufklärungsarbeit sollen Sprach- und Kulturbarrieren überwunden werden. Die ersten ZahngesundheitsmentorInnen sind bereits in den Bereichen Zahngesundheit, Ernährung und Didaktik
ausgebildet und kommen demnächst z.B. bei
türkisch-, arabisch- oder bosnisch-stämmigen
Eltern in bereits bestehenden Gruppen zum Einsatz.
Die STGKK richtet sich mit ihrem Gesundheitsförderungs-Programm „Gesunde Schule bewegtes Leben“ an Hauptschulen vor allem im
städtischen Raum, wo auch davon ausgegangen wird, dass diese Schulen eher Jugendliche
aus Familien mit geringeren Gesundheitschancen besuchen.
Das Programm Gesundheitsförderung in den
Steirischen Landesberufsschulen und Lehrlingshäusern gibt ebenfalls einer Gruppe von
eher bildungsfernen Jugendlichen die Möglichkeit, zu den Themenbereichen „Gesund Essen
& Trinken“, „Bewegung“ und „gesundes Lernen“
„ENCARE“ von VIVID, der Fachstelle für Suchtprävention, ist ein Projekt zugunsten von Kindern, deren Entwicklung durch familiäre Risikofaktoren wie elterliche Abhängigkeit von Alkohol
oder illegalen Substanzen gefährdet ist.
Gesundheit ist ein Menschenrecht, aber die
Chancen auf eine gesunde Kindheit und eine
gesunde Entwicklung sind ungleich verteilt.
Das muss nicht so bleiben. Wichtig ist, dass
verschiedene Professionen auf verschiedenen
Ebenen ihre Kraft einsetzen, einen Beitrag zur
Verringerung dieser Ungleichheit zu leisten.
Mag. Doris Kuhness, MPH
Psychologin, Master of Public Health leitet die Abteilung Schule von „Styria vitalis“. Erfahrung in Projektkonzeption
und –durchführung von Gesundheitsförderungsprojekten in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen,
SMZ INFO november 2011
Implementierung der Website www.feelok.at in Österreich, diverse Lehrtätigkeiten.
20
Vgl. Dür et al, 2000; Klocke/Hurrelmann, 1998, Michaelis/Bauch, 1991 und 1993, Geyer/Peter, 1998, Mielck et al, 1996 zitiert nach Pott und
Lehrmann, 2003.
1
www.smz.at
smz@smz.at
ANGEBOTE
DES SMZ LIEBENAU
Allgemein-medizinische Praxisgemeinschaft
Dr. Gustav Mittelbach, Dr. Rainer Possert (alle Kassen)
Hausbesuche, Gesundenuntersuchungen, ärztliche Psychotherapie und Beratung, Behandlung
von Suchterkrankungen, Akupunktur, Sozial-, Arbeits- und Umweltmedizin.
Terminvereinbarung unter 46 23 40
Physiotherapie
Akutschmerzbehandlung, Bewegungstherapie, Entspannungstechniken, Heilgymnastik durch
eine diplomierte Physiotherapeutin. Therapieschwerpunkte: Neurologie und Orthopädie. Hausbesuche im Bezirk möglich. Tel. Anmeldung unter 46 23 40-15
Familienberatung & Rechtsberatung
Anonyme und kostenlose Beratung durch Ärzte, PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen
und JuristInnen. Donnerstag von 18.00 bis 19.00 Uhr am Grünanger (Tel.: 0699 180 84 375),
von 19.00 bis 20.00 Uhr im SMZ, Tel. Anmeldung unter 46 23 40
Psychotherapie
Gestalt- und Familientherapie, NLP, Systemische Therapie, Einzel- und Gruppentherapie sowie
Kinderpsychotherapie. Teilkostenersatz durch die Krankenkassen. Tel. Anmeldung unter 46 23 40
Soziale Arbeit
Beratung in sozialrechtlichen Fragen, Hilfen bei Kontakten zu Behörden, Hilfestellung bei Wohnungsproblemen, Arbeitslosigkeit,... Telefonische Kontaktaufnahme unter 42 81 61 oder
0664/34 38 381 / e-mail: gremsl@smz.at / paller@smz.at
Gesundheitsförderung
Sozialmedizinische und gesundheitsförderliche Veranstaltungen; Durchführung von Projekten
im Bereich Gesundheitsförderung. Kooperationen im Bezirk und mit anderen Organisationen.
Kontakt unter 0699 180 84 375 / e-mail: smz@smz.at, zelinka@smz.at
Sexualberatung
Information, Beratung, Psychotherapie zu folgenden Bereichen: Beziehungskonflikte, Sexualprobleme, Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Homosexualität, Verhütungsfragen, Sexualaufklärung, Schwangerschaftskonflikten usw. Tel. Anmeldung (auch anonym) unter 46 23 40
Walken sie mit uns
WALKEN an der Mur – jeden Montag von 15.00 bis 16.00 Uhr, Treffpunkt: Andersengasse 34.
WALKEN IM PARK – Nordic Walking Gruppe jeden Dienstag von 15.00 bis 16.00 Uhr, Treffpunkt
im Hof des SMZ; Stöcke zum Probieren können ausgeborgt werden!
Informationen unter 0699 180 84 375
AuSSenstelle Grünanger
SMZ INFO november 2011
Seit Juli 2009 sind wir auch am Grünanger, Andersengasse 34, für Sie erreichbar.
Informationen unter 0699 180 84 375
21
P.b.b. Zulassungsnummer: GZ 02Z034445M; Verlagspostamt 8041 Graz
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