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Erfolgreiche und erfolglose Teilnehmer/innen eines - IFT

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wissenschaft & forschung | Begutachtetes Original
Eingereicht: 25. 7. 2008
Akzeptiert: 15. 10. 2008
Beleg/Autorenexemplar!
Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung
des Verlages unzulässig und strafbar.
Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die
Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
Es besteht heute Einigkeit darüber, dass Adipositas eine schwere chronische
Erkrankung mit vielfältigen körperlichen, psychischen und sozialen Konsequenzen
darstellt, die vor allem in der westlichen Welt inzwischen epidemische Ausmaße
angenommen hat [1, 2, 3]. Behaviorale Behandlungsansätze werden inzwischen
seit vielen Jahren eingesetzt und zeigen gute kurzfristige Erfolge [4, 5]. Weitgehend
ungeklärt ist jedoch die Frage, wem es gelingt, einmal erzielte Erfolge in der
Gewichtsreduzierung langfristig aufrechtzuerhalten.
Erfolgreiche und erfolglose Teilnehmer/innen
eines Gewichtsreduktionsprogramms:
Wie unterscheiden sie sich?
Ein Ziel unserer Befragung war, in diesem
Zusammenhang zu untersuchen, ob sich erfolgreiche von nicht erfolgreichen Teilnehmern eines Gewichtsreduktionsprogramms
hinsichtlich ihres Gesundheitsverhaltens
(Ernährungs-, Ess- und Bewegungsverhalten) unterscheiden.
Dr. rer. nat. Psych.
Karin Metz
Weitere Autoren:
Dr. Christoph
Kröger
Dipl. psych.
Rose Shaw
Dipl. oec. troph.
Ulrike Pelda
Einleitung
Übersichtsarbeiten wie die von PERRI & CORSICA [5] zeigen, dass in den meisten Fällen
die einmal erreichten Gewichtsreduktionen
langfristig nicht gehalten werden. Insofern
überhaupt follow-up-Studien über einen
Zeitraum von mehreren Jahren durchgeführt wurden, zeigen diese, dass in den Jahren nach Beendigung der Maßnahme das
Gewicht kontinuierlich wieder anstieg und
nach einer durchschnittlichen follow-upZeit von 4,3 Jahren nur noch mit einem
Wert von 1,8 kg unter dem Ausgangsgewicht
lag. Studien, in denen „continuous care“
Programme untersucht wurden, in denen
die Patienten über mehrere Jahre hinweg
mit multimodalen Behandlungselementen
weiterbehandelt werden, zeigen, dass auf
diesem Wege auch langfristige Erfolge möglich sind [6].
Üblicherweise werden die Erfolge in Bezug
auf das Gewicht als Gruppenmittelwerte angegeben. Dies verschleiert die Tatsache, dass
häufig nur ein kleiner Teil der Patienten
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Ernährungs Umschau | 12/08
langfristig eine signifikante Gewichtsreduktion aufrechterhalten kann, während andere nur geringe oder keine langfristigen
Erfolge aufweisen [7, 8, 9]. Wichtig wäre
daher eine differenzierte Auswertung nach
Kategorien der Gewichtsreduktion.
Über Einflussfaktoren für einen Therapieerfolg in Bezug auf Gewichtsreduktion ist
bislang wenig bekannt [10]. Neben genetischen Prädispositionen [11, 12] und psychischen bzw. kognitiven Faktoren [10, 13]
als mögliche Einflussfaktoren ist das gesundheitsbezogene Verhalten nach Abschluss der Maßnahme von großer Relevanz
für die Beibehaltung des Therapieerfolgs.
In den wenigsten Studien werden verhaltensbezogene outcome-Variablen erhoben.
Daher interessierte in der vorliegenden Untersuchung neben den unmittelbaren und
langfristigen Erfolgen bezüglich der Gewichtsreduktion auch, in welchen Erfolgsfaktoren sich erfolgreiche von nicht erfolgreichen Teilnehmern unterscheiden. Der
Schwerpunkt sollte dabei auf der Erhebung
von Änderungen im Verhalten (Ernährungsumstellung, Essverhalten, Bewegungsverhalten) liegen.
Methode
Design
Bei der Studie handelt es sich um eine retrospektive Befragung von Personen, die in
den Jahren 1991 bis 2003 an dem Gewichts-
Kontakt:
Dr. Christoph
Kröger
IFT-Gesundheitsförderung
Montsalvatstr. 14
80804 München
kroeger@ift.de
Erfolgreiche Teilnehmer/innen von Abnehmkursen befolgen eher die gelernten Verhaltensregeln.
reduktionsprogramm „Abnehmen –
aber mit Vernunft“ teilgenommen
haben, welches im gesamten Bundesgebiet von speziell in diesem ambulanten Gruppenprogramm geschulten Kursleiter/innen angeboten
wurde. Die Befragung erfolgte im
Jahr 2003 postalisch anhand eines
standardisierten Fragebogens. Von 15
Kursleiter/innen, welche sich über
das gesamte Bundesgebiet verteilten,
wurden alle ehemaligen Teilnehmer
angeschrieben, die bei Programmbeginn ihre Adressen für eine Nachbefragung zur Verfügung gestellt hatten. Von den insgesamt 700 angeschriebenen Teilnehmer/innen antworteten 298 (42,6 %) und sendeten
den Fragebogen zurück, in welchem
sie Fragen zu ihrer Gewichtsentwicklung, ihrem Ernährungs-, Ess- und Bewegungsverhalten seit Programmende beantworteten.
Beschreibung der Stichprobe
Potenziell an einer Gewichtsreduktion Interessierte wurden durch Annoncen, Flyer, Volkshochschulausschreibungen etc. auf das Programm
„Abnehmen – aber mit Vernunft“
aufmerksam gemacht. Sie konnten
bei einer Informationsveranstaltung
teilnehmen und sich danach für eine
Teilnahme entscheiden. Bei der
Stichprobe handelte es sich zum
überwiegenden Teil um Frauen
(91 %), das mittlere Alter lag für die
Männer bei 53 Jahren, für die
Frauen bei 47 Jahren. Der durchschnittliche Body Mass Index (BMI)
zu Beginn der Behandlung betrug
für Männer 31,5 (range: 26,6–40,0)
und für Frauen 30,9 (range: 20,6–
53,9).
Als erfolgreich wurde ein Teilnehmer
eingestuft, wenn der Gewichtsverlust
zum Befragungszeitpunkt bei mindestens 10 % des Ausgangsgewichts
(Gewicht zu Programmbeginn) lag.
Als erfolglos galten Personen, die
zum Befragungszeitpunkt keinen Gewichtsverlust oder eine Gewichtszunahme berichteten. In die retrospektive Befragung gingen nur die
Teilnehmer/innen ein, deren KursEnde mindestens ein Jahr zurück lag
(N=192) und die sich den Extremgruppen „erfolgreich“ (n=67) bzw.
„erfolglos“ (n=46) zuordnen ließen.
Beschreibung des Gruppenprogramms
Das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
und dem IFT Institut für Therapieforschung, München, entwickelte Gewichtsreduktionsprogramm „Abnehmen – aber mit Vernunft“ [14] zur
Prävention von Adipositas ist ein verhaltenstherapeutisch ausgerichtetes
Gruppenprogramm zur Umstellung
des Ess-, Ernährungs- und Bewegungsverhaltens mit dem Ziel einer
langfristigen Gewichtsreduktion. Es
ist für Gruppen von 8–12 Teilnehmer/innen konzipiert und läuft über
einen Zeitraum von 20 Wochen. Als
Kursleiter/in ausgebildet werden Personen mit einem ernährungsphysiologischen, sporttherapeutischen, medizinischen und psychologisch-pädagogischen Hintergrund. Der überwiegende Anteil der geschulten Kursleiter/innen besteht aus Dipl.-Öko-
trophologen/innen, Diätassistenten/
innen, Dipl.-Psychologen/-innen und
Ärzte/-innen. Das Grundprinzip des
Programms basiert auf dem Selbstmanagementansatz von KANFER, REINECKER & SCHMELZER [15]: In einem
ersten Schritt beobachten die Teilnehmer/innen ihre Ernährungs(Was esse ich?) und Essgewohnheiten
(Wie esse ich?) mittels Tagesprotokollen. Anhand von Informationen
zu gesundem Ernährungs-, Ess- und
Bewegungsverhalten durch den/die
Kursleiter/in beurteilen sie anschließend ihre Gewohnheiten.
Der zweite Schritt besteht in der Veränderung ungünstiger Ernährungsund Essgewohnheiten sowie der Steigerung körperlicher Aktivität. Durch
konkrete Ernährungsfahrpläne (kalorienreduzierte, ausgewogene Mischkost nach den Empfehlungen der
DGE), durch Genussübungen, durch
das Einhalten individuell formulierter
Essregeln (z. B. „Ich esse nicht am Arbeitsplatz.“ „Ich esse nicht im Stehen
und Gehen.“ „Ich frühstücke täglich.“
etc.) und durch das Aufstellen und
Einhalten individueller Bewegungsziele („Statt öffentliche Verkehrsmittel/das Auto zu nutzen, gehe ich zu
Fuß.“ „Ich gehe einmal die Woche in
die Walkinggruppe.“ etc.) werden gesündere Verhaltensweisen in die Tat
umgesetzt.
Der dritte Schritt fokussiert auf die
Stabilisierung der neu gewonnenen,
für eine Gewichtsreduktion und -aufrechterhaltung günstigeren Verhaltensweisen. Die Methode der Selbstverstärkung (sich für positives Ver-
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Ī
wissenschaft & forschung | Begutachtetes Original
halten belohnen) sowie das Training
sozialer Kompetenzen, durch welche
die Teilnehmer/innen lernen, in
ihrem sozialen Umfeld die Veränderungen zu kommunizieren und
durchzusetzen, sorgen für die Stabilisierung. Treffen der Gruppe in Eigenregie fördern darüber hinaus die
Unabhängigkeit der Gruppe von der
Leitung, um einen besseren Alltagstransfer zu gewährleisten. Das Erlernen eines Entspannungsverfahrens
(Progressive Muskelrelaxation nach
JAKOBSON), Gruppengespräche zum
Thema Zufriedenheit mit sich und
seinem Körper, der Austausch und
die Unterstützung in einer Gruppe
Gleichgesinnter sowie ein zugewandtes und wertschätzendes Kursleiterverhalten zielen auf eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens
ab.
Jede/r Teilnehmer/in definiert sein/
ihr Ziel für die unterschiedlichen Bereiche Ernährung, Essverhalten und
Bewegung selbst. Die Gruppenleitung
achtet darauf, dass die Ziele möglichst konkret und realistisch sind,
um sie überprüfbar zu machen und
um Enttäuschungen vorzubeugen.
Das verhaltenstherapeutische Programm bildet die Teilnehmer/innen
zu ihren persönlichen Gewichtsmanagern aus. Die Arbeitsmaterialien
des Programms sind so gestaltet, dass
sie für die Teilnehmer/innen auch
nach Programmende eine wertvolle
Hilfestellung sind.
Erhebungsinstrumente
Es wurde ein Fragebogen entwickelt,
in dem zentrale Ziele und Lernin-
halte des Programms in Form vorgegebener Antwortmöglichkeiten retrospektiv erhoben wurden. Die Gewichtsentwicklung wurde durch
Selbstauskünfte über das Gewicht vor,
direkt nach dem Kurs und bezüglich
des momentanen Gewichts erhoben.
Das Einhalten der folgenden Essregeln konnte, wenn zutreffend, angekreuzt werden: Ich esse am Esstisch
und im Sitzen; Ich esse nicht im Stehen und Gehen; Beim Essen ist der
Fernseher ausgeschaltet; Ich esse
nicht am Arbeitsplatz oder am Computer; Ich frühstücke täglich; Ich
trinke täglich 2 l Wasser, Früchteoder Kräutertee; Ich esse regelmäßig
zur gleichen Tageszeit; Wenn ich satt
bin, esse ich nicht weiter; Ich achte
darauf keine Süßigkeiten zu naschen.
Um das Ernährungsverhalten zu erfassen, kreuzten die ehemaligen Teilnehmer/innen an, wie häufig (a) gar
nicht oder seltener als 1 mal täglich;
b) 1 bis 2 mal täglich; c) 3 mal täglich
und öfter) sie derzeit Lebensmittel
aus den verschiedenen Gruppen
(Fleisch, Wurst, Fisch, Ei; Milchprodukte, Fette und Öle; Brot, Semmeln;
Kartoffeln, Reis, Nudeln; Gemüse,
Salat; Obst; Süßigkeiten und Chips;
Alkohol) zu sich nehmen.
Die Alltagsaktivität wurde erfasst, in
dem gefragt wurde, wie häufig (a)
täglich; b) 1 bis 3 mal wöchentlich; c)
seltener) sich die Personen an die folgenden drei Regeln halten: Treppensteigen anstelle Rolltreppe oder Fahrstuhl benutzen; Fahrradfahren statt
Autofahren; zu Fuß gehen anstelle öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
Die Fragen, ob Personen sich einem
Sportverein oder einem Sportstudio
angeschlossen haben und ob sie regelmäßig Sport treiben, zielten auf
die Erfassung der sportlichen Aktivitäten ab.
Durch die Zustimmung oder Ablehnung der Aussagen „Ich habe versucht das im Kurs gelernte Essverhalten beizubehalten“; „Ich habe noch
Kontakt zu anderen Gruppenmitgliedern.“; „Ich habe die Unterlagen des
Programms weiter genutzt.“; „Ich
habe einen anderen Abnehmkurs besucht.“; „Ich habe eine Diät ausprobiert.“ wurde die Umsetzung des Gelernten erfasst.
Die Befragten antworteten direkt auf
die Frage, ob sie mit ihrem jetzigen
Gewicht zufrieden sind und wenn
nein, wie viel Kilogramm sie gerne
noch abnehmen würden. Somit wurden das körperliche Wohlbefinden
und die Zufriedenheit mit dem derzeitigen Gewicht erfasst.
Auswertung
Da sich aufgrund des Designs (Befragung von Teilnehmern von fortlaufenden Kursen in verschiedenen Jahren) die Dauer des follow-up-Zeitraums unterscheidet, wurde die Gewichtsentwicklung jeweils für die Gesamtgruppe sowie getrennt für die
Zeitdauer seit Abschluss des Kurses
berechnet, um Hinweise auf weitere
langfristige Trends zu erhalten. Dabei
wurde zwischen „mehr als 3 Jahre“,
„2–3 Jahre“, „1–2 Jahre“ und „weniger
als ein Jahr“ seit Beendigung des Programms unterschieden.
Für den Vergleich der Extremgruppen (Erfolgreiche versus Erfolglose)
Zeit seit
Kursende
Gewicht vor
(BMI)
Gewicht nach
(BMI)
Gewicht
(BMI) bei
Nacherhebung
Gewichtsverlust
nach Kursende
in % und BMI
Gewichtsverlust
zum Befragungszeitpunkt in % und BMI
> 3 Jahre (n = 48)
29,5
26,0
28,1
11,2/3,5
3,9/1,4
2–3 Jahre (n = 66)
30,9
27,3
28,5
11,7/3,6
7,8/2,4
> 1 Jahr
(n = 114)
31,4
28,4
28,8
9,6/3,0
8,2/2,6
< 1 Jahr
(n = 58)
30,6
27,3
–
10,3/3,3
–
Gesamt
(n = 286)
30,8
27,5
28,6
10,5/3,3
7,2/2,2
Tab. 1: Entwicklung des Gewichts
714
Ernährungs Umschau | 12/08
Prozentualer Gewichtsverlust seit Kursbeginn
Zeit seit Kursende
10 % oder mehr
Abnahme
5–9,9 %
Abnahme
1–4,9 %
Abnahme
kein Verlust oder
Zunahme
> 3 Jahre
n = 13 (34,5%)
n = 4 (10,8 %)
n = 5 (13,5%)
n = 15 (40,5 %)
2–3 Jahre
n = 20 (34,5%)
n = 14 (24,1 %)
n = 8 (13,8 %)
n = 16 (27,6 %)
> 1 Jahr
n = 34 (35,1%)
n = 30 (30,9 %)
n = 18 (18,8 %)
n = 15 (15,5 %)
Gesamt
n = 67 (34,9%)
n = 48 (25,0 %)
n = 31 (16,1 %)
n = 46 (24,0 %)
Tab. 2: prozentualer Gewichtsverlust bis heute, nach Dauer seit Kursende (nur Kurse vor 2003, n=192)
wurden t-Tests1 gerechnet, bei Fragen
mit mehreren Antwortkategorien
chi2-Tests2 (PEARSON).
Ergebnisse
Gewichtsentwicklung
Die Teilnehmer konnten im Durchschnitt ihr Gewicht bis Ende des Kurses um 9,1 kg reduzieren, was einen
mittleren Gewichtsverlust von 10,5 %
des Ausgangsgewichts bzw. eine Reduzierung um 3,3 BMI-Punkte dargestellt. Dabei gab es erhebliche individuelle Schwankungen, von einer
Gewichtszunahme um 2 kg bis zu
einem Gewichtsverlust von 35 kg
(v Tabelle 1).
Zum Zeitpunkt der Nacherhebung
lag der durchschnittliche Gewichtsverlust im Vergleich zum Gewicht bei
Kursbeginn noch bei 6,2 kg, also
7,2 % des Ausgangsgewichtes. Im Mittel hatten die Teilnehmer demnach
wieder 2,9 kg zugenommen. Da es
auch hier erhebliche Schwankungen
gab, wurde der prozentuale Gewichtsverlust in mehrere Kategorien
aufgeteilt: Laut IOM-Kriterien [16]
kann als erfolgreich gelten, wer ein
Jahr nach Beendigung der Maßnahme mindestens 5 % unter seinem
Ausgangsgewicht liegt. Da es uns bei
1
Mit dem t-Test für unabhängige Stichproben werden
Unterschiedshypothesen überprüft. Im Gegensatz zum
Chi²-Test muss hier das zu vergleichende Merkmal intervallskaliert, (z. B. Größe, Gewicht, Alter) vorliegen.
2
Mit dem Chi²-Test können Unterschiedshypothesen
überprüft werden. Ziel ist es, einen Unterschied zwischen zwei oder mehreren Gruppen (bspw. zwischen
Männern und Frauen) im Hinblick auf ein bestimmtes
Merkmal nachzuweisen. Das zu vergleichende Merkmal
muss nominal- oder ordinalskaliert vorliegen, z. B. Schulabschluss, Raucher versus Nichtraucher.
dieser Fragestellung um den langfristigen Gewichtsverlust ging, wurden
für die weiteren Analysen nur jene
Personen einbezogen, deren Kursende mindestens ein Jahr zurücklag
(n=192). 35 % dieser Teilnehmer/
innen zeigten zum Zeitpunkt der
Nacherhebung einen Gewichtsverlust
gegenüber dem Ausgangsgewicht von
mehr als 10 %, 25 % der Teilnehmer/innen zwischen 5 % und 10 %,
16 % hatten weniger als 5 % Gewichtsverlust. Keinen Gewichtsverlust
bzw. eine Zunahme gegenüber dem
Ausgangsgewicht zeigten insgesamt
24 % der Teilnehmer/innen (v Tabelle 2).
Die beiden Extremgruppen (kein Gewichtsverlust vs. Gewichtsverlust von
mehr als 10 %) wurden bezüglich der
eingehaltenen Essensregeln und dem
Bewegungs- und Ernährungsverhalten, der Umsetzung des Gelernten
sowie der Zufriedenheit mit dem Gewicht und dem körperlichen Wohlbefinden verglichen.
Essensregeln
Die erfolgreichen Teilnehmer hielten
mit im Schnitt 5,8 signifikant mehr
der insgesamt neun erfragten Essensregeln ein (die erfolglosen Teilnehmer hielten durchschnittlich 4,2 Re-
regelmäßige Essenszeiten
***
keine Süßigkeiten naschen
***
nicht weiter essen wenn satt
*
täglich 2 l trinken
tägl. frühstücken
*
nicht am Arbeitsplatz essen
nicht beim Fernsehen essen
nicht im Stehen essen
am Esstisch essen
0
20
40
Nicht Erfolgreiche
60
80
100
%
Erfolgreiche
Abb. 1: Einhalten von Essregeln getrennt für Erfolgreiche (Gewichtsverlust von > 10%)
und nicht Erfolgreiche (kein Gewichtsverlust)
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geln ein; T=–4,6; df=145; p<0,001).
Die erfolgreichen Teilnehmer hielten
sich in größerem Ausmaß an die Regeln „Ich esse nicht im Gehen und
Stehen“ (68 % vs. 38 %; Chi2=12,4;
df=1; p<0,001), „Ich frühstücke täglich“ (87 % vs. 69 %; Chi2=7,2; df=1;
p<0,05), „Ich trinke täglich 2 l Wasser,
Früchte- oder Kräutertee“ (81 % vs.
56 %; Chi2=10,7; df=1; p<0,05),
„Wenn ich satt bin, esse ich nicht weiter“ (66 % vs. 31 %; Chi2=17,1; df=1;
p<0,001) und „Ich achte darauf,
keine Süßigkeiten zu naschen“ (56 %
vs. 25 %; Chi2=12,9; df=1; p<0,001).
Bei den anderen Essensregeln (Am
Esstisch sitzen, nicht beim Fernsehen
essen, nicht am Arbeitsplatz essen, regelmäßig zu gleichen Zeiten essen)
zeigten sich keine signifikanten
Unterschiede zwischen den beiden
Gruppen (v Abbildung 1).
p<0,001). Bei den anderen Lebensmittelkategorien (Fleisch/Fisch/Ei;
Milchprodukte; Brote; Kartoffeln/
Reis/Nudeln; Gemüse/Salat; Obst
und Alkohol) zeigten sich keine Unterschiede zwischen den beiden
Gruppen (v Abbildung 2).
Ernährungsverhalten
Umsetzung des Gelernten
Erfolgreiche Teilnehmer aßen signifikant seltener Fette und Öle
(Chi2=21,2; df=2; p<0,001) sowie Süßigkeiten und Chips (Chi2=28,4; df=2;
Die erfolgreichen Teilnehmer versuchten signifikant häufiger, das im
Kurs erlernte Essverhalten beizubehalten (93 % vs. 69 %; Chi2=13,9;
Bewegungsverhalten
Erfolgreiche Teilnehmer fuhren häufiger mit dem Rad statt mit dem Auto
(Chi2=7,3; df=2; p<0,05), gingen tendenziell häufiger zu Fuß anstelle mit
öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren (Chi2=5,1; df=2; p<0,08) und trieben tendenziell häufiger Sport
(Chi2=2,7; df=1; p=0,10). Keine Unterschiede zeigten sich in der Mitgliedschaft in einem Sportstudio/verein oder dem Nutzen von Treppe statt
Aufzug/Rolltreppe (v Abbildung 3).
Süßigkeiten/Chips
***
Obst
Körperliches Wohlbefinden und
Zufriedenheit mit dem Gewicht
Bei 55 % der ehemaligen Teilnehmer
hatte sich der gesundheitliche Zustand und das allgemeine Wohlbefinden „sehr verbessert“, bei 30 % „ein
wenig“ und bei 15 % „gar nicht verbessert“. Beim Extremgruppenvergleich zeigten sich hier deutliche Unterschiede: Während sich bei den
erfolgreichen Teilnehmern das Wohlbefinden und der gesundheitliche
Zustand bei 84 % „sehr“ verbessert
hatte und nur bei 1 % „gar nicht“,
lagen die Werte bei den erfolglosen
Teilnehmern bei 2 % (sehr verbessert) und 41 % (gar nicht verbessert)
(Chi2=91,3; df=2; p<0,001).
Mit ihrem aktuellen Gewicht waren
insgesamt 19 % sehr zufrieden, 32 %
im Großen und Ganzen zufrieden
und 49 % nicht zufrieden. Auch hier
zeigten sich wieder große Unterschiede zwischen den Extremgruppen, indem bei den Erfolgreichen
73,7 % zufrieden oder sehr zufrieden
waren, bei den Erfolglosen nur 9,6 %
(Chi2=55,4; df=2; p<0,001).
Gemüse, Salat
Kartoffeln, Reis, Nudeln
Brot
Fette und Öle
df=1; p<0,001), nutzten signifikant
häufiger weiterhin die Unterlagen
des Kurses (37 % vs. 11,5 %
Chi2=10,7; df=1; p<0,001) und sie hatten signifikant seltener in der Zwischenzeit einen anderen Kurs besucht (5 % vs. 15 % Chi2=4,3; df=1;
p<0,05). Keine signifikanten Unterschiede zeigten sich bei der Durchführung von Diäten. Die erfolgreichen Teilnehmer hatten signifikant
häufiger noch Kontakt zu den anderen Gruppenmitgliedern (63 % vs.
35 %; Chi2=8,5; df=1; p<0,05) (v Abbildung 4).
***
Milchprodukte
Diskussion
Fleisch, Fisch, Ei
0
20
Nicht Erfolgreiche
40
60
80
100
%
Erfolgreiche
Abb. 2: Ernährungsverhalten (täglich mindestens einmal) getrennt für Erfolgreiche
(Gewichtsverlust von > 10 %) und nicht Erfolgreiche (kein Gewichtsverlust)
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Das verhaltenstherapeutisch orientierte Gruppenprogramm „Abnehmen – aber mit Vernunft“ hat sich
auch langfristig als erfolgreich in der
Gewichtsreduktion und der Steigerung des Wohlbefindens gezeigt. Die
Teilnehmer des Programmes konnten im Durchschnitt ihr Gewicht bis
zum Kursende deutlich reduzieren.
Der Gewichtsverlust von durchschnittlich 9,1 kg oder 10 % des Ausgangsgewichts ist vergleichbar mit
dem Erfolg anderer verhaltenstherapeutisch orientierter Therapieansätze
(nach PERRI & CORSICA liegt der
durchschnittliche Verlust bei 8,3 kg
[5]). Zum Zeitpunkt der Nacherhebung, also zwischen einem und zwölf
Jahren nach Kursende, liegt der
durchschnittliche Gewichtsverlust
noch bei 6,2 kg, was einem Gewichtsverlust von etwa 7 % gegenüber dem
Ausgangsgewicht entspricht. Orientiert man sich an den Erfolgskriterien
des IOM, so haben 60 % der Teilnehmer/innen nach mehr als einem Jahr
eine Gewichtsreduktion von mehr als
5 % gegenüber dem Ausgangsgewicht. Das Programm kann also nach
diesen Kriterien auch langfristig als
sehr erfolgreich bezüglich der Gewichtsreduktion bewertet werden.
Neben der Gewichtsreduktion konnte
langfristig eine Steigerung des Wohlbefindens und des subjektiv eingeschätzten gesundheitlichen Zustandes erreicht werden.
Auch diese Ergebnisse zeigen jedoch
den Trend, der sich in allen Langzeituntersuchungen zu Gewichtsreduktionsprogrammen findet: Je länger der Zeitraum der Nacherhebung,
desto stärker steigt das Gewicht wieder an. Dabei ließ sich aber in den
vorliegenden Daten eine Untergruppe von gut einem Drittel der
Teilnehmer/innen finden, die ihren
Gewichtsverlust stabil bei mindestens
10 % halten konnte. Diese „Sehr Erfolgreichen“ zeigten charakteristische
Unterschiede im Vergleich zu denen,
die nach mindestens einem Jahr keinen Gewichtsverlust oder sogar eine
Gewichtszunahme aufwiesen. Ein
prototypischer erfolgreicher Teilnehmer zeichnet sich wie folgt aus: Er
hält sich an die meisten der erlernten
Essensregeln, vor allem frühstückt er
regelmäßig, setzt sich zum Essen hin,
trinkt mindestens 2 Liter Tee oder
Wasser täglich, isst zwischendurch
wenig Süßes und kann mit dem Essen
aufhören, wenn er satt ist. Er isst seltener als einmal täglich Süßes, Chips,
Mitglied im
Sportverein
(*)
treibe Sport
zu Fuß statt
öffentlich
(*)
*
Rad statt Auto
Treppe statt Aufzug
0
20
40
60
80
100
%
Nicht Erfolgreiche
Erfolgreiche
Abb. 3: Sport und Alltagsaktivität (mindestens einmal pro Woche) getrennt
für Erfolgreiche (Gewichtsverlust von > 10 %) und nicht Erfolgreiche
(kein Gewichtsverlust), (*) p Յ 0,1 Ͼ 0,05
Fett und Öle. Er nimmt mehrmals wöchentlich das Fahrrad statt des Autos.
Er nutzt die Unterlagen des Kurses
weiter und versucht, das Erlernte umzusetzen. Er hält außerdem weiter
Kontakt zu den anderen Gruppenmitgliedern. Diäten oder andere Ab-
nehmkurse macht er nicht. Auch in
den vorgestellten Daten zeigte sich
demnach die Bedeutung von sportlicher Betätigung, insbesondere Alltagsbewegung, für den langfristigen
Erfolg. Darüber hinaus scheint die soziale Unterstützung durch andere
*
Kontakt
***
Unterlagen genutzt
Diät
anderen Kurs
*
Erlerntes
beibehalten
***
0
20
Nicht Erfolgreiche
40
60
80
100
%
Erfolgreiche
Abb. 4: Umsetzung des im Kurs Gelernten getrennt für Erfolgreiche
(Gewichtsverlust von > 10 %) und nicht Erfolgreiche (kein
Gewichtsverlust)
Ernährungs Umschau | 12/08
Ī
717
wissenschaft & forschung | Begutachtetes Original
Gruppenmitglieder nach Beendigung des Kurses von besonderer
Wichtigkeit zu sein.
Auffällig sind die extremen Gruppenunterschiede bezüglich des Wohlbefindens und der Zufriedenheit mit
dem Gewicht. Einerseits ist dieses Ergebnis nicht überraschend, da der
größere Erfolg bei der Gewichtsreduktion wahrscheinlich zu einer größeren Zufriedenheit führt; andererseits könnte es ein Hinweis auf einen
negativen Kreislauf sein, bei dem sich
die Unzufriedenheit der nicht erfolgreichen Teilnehmer/innen auf die
Motivation auswirkt, das Erlernte weiterhin beizubehalten. Der Kausalzusammenhang wäre jedoch durch weitere Studien abzuklären.
Als Erfolg kann sicherlich auch gewertet werden, dass in beiden Gruppen nur äußerst wenige Teilnehmer
nach dem Kurs eine klassische Diät
ausprobiert haben. Dass eine Gewichtsreduktion nur mit einer dauerhaften Umstellung der Lebensgewohnheiten (Ernährungs-, Ess- und
Bewegungsverhalten) erreicht werden kann, scheint somit erfolgreich
vermittelt worden zu sein. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die erfolgreichen Teilnehmer ihre Erfolge besser
halten konnten, obwohl sie noch seltener als die Nicht-Erfolgreichen später einen anderen Kurs besucht
haben.
Die Ergebnisse können aufgrund verschiedener methodischer Einschränkungen nur explorativen Charakter
haben:
Bezüglich der Erhebungsmethode ist
hier zu nennen, dass die Angaben
schriftlich und als Selbstauskunft erfolgten; es gibt aber wenig Grund zu
der Annahme, die Teilnehmer würden ihr Gewicht systematisch falsch
einschätzen oder angeben (s. auch
STUNKARD & ALBAUM [17], die Selbstauskunft mit Fremderhebung verglichen und keine Unterschiede fanden). Selbst wenn es eine falsche
Angabe des Gewichts gibt, so ist anzunehmen, dass diese für beide Gruppen ähnlich sein dürfte.
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Ernährungs Umschau | 12/08
Der eingesetzte Fragebogen wurde
nicht validiert. Es kann daher auch
keine Aussage über die Verbesserung
übergewichts-assoziierter Erkrankungen gemacht werden, lediglich über
das subjektiv eingeschätzte körperliche Wohlbefinden. Weiterhin wurden
keine standardisierten Verfahren zur
Erhebung des Essverhaltens, der körperlichen Betätigung und des Wohlbefindens verwendet.
Bezüglich der Stichprobe ist der
Rücklauf mit 43 % zu beachten, so
dass über die Mehrzahl der befragten
Teilnehmer keine Aussage gemacht
werden kann. Geht man vom „worst
case“ aus, dass nämlich alle Nicht-Antwortenden zu den Nicht-Erfolgreichen gehören, so weisen immerhin
noch ein Fünftel der Gesamtstichprobe eine langfristige Gewichtsabnahme von mindestens 5 % auf.
Nichtsdestotrotz ist bei der Interpretation der Ergebnisse darauf zu achten, dass diese sich auf die selektive
Gruppe jener 43 % beziehen, die geantwortet haben. Wichtige möglicherweise konfundierende Variablen
wie das Alter, Geschlecht, Komorbiditiät oder weitere Maßnahmen der Gewichtsreduktion wurden nicht kontrolliert. Positiv zu bemerken ist, dass
es sich bei der Stichprobe um eine
unselektierte Stichprobe aus der Allgemeinbevölkerung handelt, die das
Geschehen in der Realität möglicherweise besser abbildet als eine klinische Stichprobe. Bezüglich der Auswertung ist hier das Risiko eines
erhöhten α-Fehlers wegen der Durchführung vieler Einzelvergleiche zu berücksichtigen. Auch hier ist wieder
der explorative Charakter der Studie
zu betonen.
Dennoch scheinen die Ergebnisse einige wichtige Schlussfolgerungen zuzulassen. Zum einen hat es sich als
sinnvoll erwiesen, bei der Evaluation
einer Maßnahme zur Reduktion von
Übergewicht zwischen erfolgreichen
und nicht erfolgreichen Teilnehmern
zu unterscheiden, da sonst zentrale
Gruppenunterschiede im Mittelwert
„untergehen“. In weiteren Studien
sollte geklärt werden, ob es sich bei
unserem Befund von jeweils einem
Drittel „Sehr Erfolgreiche“, „Mittel-
erfolgreiche“ und „Erfolglose“ um
eine stabile Größe handelt. Weitere
Studien sollten gezielt explorieren,
warum ein Drittel der Teilnehmer/
innen nicht von therapeutischen
Maßnahmen profitiert. Möglicherweise kommt hier eine genetische
Vorbelastung ins Spiel, die durch psychotherapeutische Maßnahmen nicht
beeinflussbar ist. Vielleicht ist es aber
auch notwendig, für die Phase der
Aufrechterhaltung neue Ziele zu definieren: nicht die Fortsetzung des Erlernten, sondern die Vermittlung
neuer Fertigkeiten sollte im Mittelpunkt stehen [18]. Das Halten des reduzierten Gewichts erfordert möglicherweise andere Techniken als eine
Gewichtsabnahme; hierzu sollten spezifische Techniken vermittelt werden.
Die Erfolgreichen unterschieden sich
von den nicht Erfolgreichen auch in
der Umsetzung des Erlernten im Alltag. Für einen Großteil der Personen
mit Übergewicht scheint es eine
Überforderung darzustellen, diese
Übertragung des veränderten Lebensstiles in den Alltag alleine zu bewältigen. Hier scheinen sich boosterSitzungen zu bewähren, bei denen in
regelmäßigen Abständen eine Auffrischung des Wissens erfolgt [5, 10].
Auch die größeren Langzeiterfolge
der Teilnehmer, die nach Abschluss
des Programms noch weiter Kontakt
zu anderen ehemaligen Teilnehmern
halten, sprechen für die Bedeutung
sozialer Unterstützung.
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Zusammenfassung
Verhaltenstherapeutisch orientierte Programme haben sich
als erfolgreich in der kurzfristigen Gewichtsreduktion erwiesen; Langzeitstudien über die Aufrechterhaltung der Erfolge
sind selten und zeigen oft einen Wiederanstieg des Gewichts.
Es wurde eine Befragung von 700 ehemaligen Teilnehmern
des Gruppenprogrammes „Abnehmen – aber mit Vernunft“
zur Gewichtsreduktion durchgeführt, bei denen die Teilnahme am Programm zwischen mehreren Monaten und 10
Jahren zurücklag. Neben der Gewichtsreduktion wurde untersucht, wie sich das Ernährungsverhalten, das Bewegungsverhalten und das allgemeine Wohlbefinden verändert
haben. Hauptergebnis war zum einen die deutliche Gewichtsreduzierung unmittelbar nach Kursende um durchschnittlich 10 % sowie zum Zeitpunkt der Nacherhebung
(mind. 1 Jahr nach Kursende) um 7% des Ausgangsgewichtes. Zum anderen wurden deutliche Unterschiede zwischen
erfolgreichen (>10 % Gewichtsverlust bei Nacherhebung) und
nicht erfolgreichen (kein Gewichtsverlust oder Zunahme)
Teilnehmern in Bezug auf Einhalten von Verhaltensregeln,
Ernährungsverhalten, Bewegungsverhalten, soziale Unterstützung, Umsetzung des Gelernten und allgemeinem Wohlbefinden gefunden.
Summary
Successful and unsuccessful participants in a weight
reduction program. What are the differences?
Karin Metz, Munich
Programs based on behavioural therapy have been successful in short-term weight reduction. However, the few longterm studies on the maintenance of weight reduction have
often recorded weight increases. A survey was carried out on
700 persons who had taken part in the group program “Losing weight sensibly” between several months and 10 years
previously. The survey covered changes in weight, nutritional
behaviour, exercise and general well-being. The main result
was a marked reduction in weight of 10 % immediately after
the end of the course. At the time of the follow-up survey (at
least one year after the end of the course), weight reduction
was 7 % relative to the starting weight.
Successful participants were defined as those with more than
10 % weight loss in the follow-up survey. Unsuccessful participants were defined as those with no weight loss or an increase in weight. There were marked differences between
these groups with respect to code of conduct, nutritional behaviour, exercise, social support, implementation of what was
learnt and general well-being.
Key words: Weight reduction, nutritional changes, obesity,
physical activity, code of conduct, weight loss course
Ernährungs Umschau 55 (2008) S. 712–719
Ernährungs Umschau | 12/08
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719
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