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Kompetenzen nachweisen – aber wie? - DGUV

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Magazin der DGUV Akademie Dresden • www.dguv.de/akademie-dresden
Ausgabe 3 • 2013
Dresden
AkademieJournal
4. IAG-Trainertage
Kompetenzen
nachweisen – aber wie?
Aktuelles
Beratung
Veranstaltungen
Bildungsangebote für
Präventionsexperten
Resilienz: Ein neuer Ansatz
für die Prävention?
Dresdner Gespräch
Gesundheit und Arbeit
Inhalt
THEMEN
GESUNDHEIT
Entspannt ans Ziel
Foto: UVD
2
Gesundheit
AKTUELLES
3
Bildungsangebote für Präventionsexperten
4
DGUV für familienbewusste
Personalpolitik ausgezeichnet
Internationales Medien Festival für
Prävention – jetzt bewerben!
5
El Dorado für Unterweisungen
BERATUNG
6
Immer links überholen?
Ständige Erreichbarkeit:
Experten raten zu klaren Regeln
7
Resilienz: Ein neuer Ansatz für
die Prävention?
QUALIFIZIERUNG
8
Lernen für die Praxis ermöglichen
VERANSTALTUNGEN
9
Life-Balance – Haben Sie den richtigen
Dreh schon gefunden?
10 Der Mensch im Mittelpunkt
Renate Hanßen-Pannhausen
ist nun im Ruhestand
11
Kompetenzen nachweisen – aber wie?
AKADEMIEHOTEL
12 Schönheitskur von Kopf bis Fuß
KULTUR & FREIZEIT
13 AGIL – Werke von Dorothee Kuhbandner
Der Kern der Dinge –
Malerei und Grafik von Anne Kern
14 Wald-Erlebnis mit allen Sinnen
Neuer Pilgerweg führt durch Dresden
15 Auf den Spuren eines berühmten
Schriftstellers
Theaterstück von Erich Kästner
wird erstmals aufgeführt
16 Kultur erleben
2 •
AkademieJournal 3 | 2013
Entspannt ans Ziel
Aktive Pausen und die richtige Einstellung des Sitzes
helfen dem Rücken bei langen Autofahrten.
Wer mit dem Auto unterwegs ist,
muss sich auf Staus einstellen. Was
tun, damit die Autofahrt nicht zur
Marter für den Rücken wird? Die
Präventionskampagne „Denk an
mich. Dein Rücken“ gibt Tipps, worauf Fahrerinnen und Fahrer bei
der Einstellung des Autositzes achten sollten und wie sie ihren Rücken
entlasten können.
Langes Sitzen bedeutet eine einseitige Belastung für den Rücken. Das
kann zu Verspannungen, Schmerzen und Müdigkeit führen. Wichtig
sind deshalb vor allem regelmäßige
Bewegungspausen bei einer langen
Autofahrt. Ein kleiner Spaziergang
oder einige Lockerungsübungen
steigern Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit für den weiteren
Weg. Aber auch während der Fahrt
empfiehlt es sich, die Sitzhaltung
hin und wieder leicht zu verändern.
Ziel ist es, verschiedene Muskelgruppen anzusprechen und so einer
einseitigen Belastung vorzubeugen.
Aber wie findet man die richtige
Sitzhaltung? Anzustreben ist eine
leicht zurückgelehnte, entspannte
Haltung mit offenen Sitzwinkeln –
also größer als 90 Grad – in Hüfte
und Kniegelenk. „Krummes Sitzen
führt zu einer stärkeren Belastung
der Muskulatur und des Halteapparates im Rücken und damit zu
schnellerer Ermüdung und Schmer-
zen“, sagt Dr. Jörg Hedtmann, Mediziner und Präventionsleiter bei der
Berufsgenossenschaft für Transport
und Verkehrswirtschaft. Er rät deshalb, sich Zeit für die Einstellung
des Autositzes zu nehmen. Hedtmann: „Entscheidend ist, dass alle
wichtigen Bedienelemente des Fahrzeugs leicht zu erreichen sind.“
Faustformeln für die
Einstellung des Sitzes
Bei der Einstellung des Sitzes stehen
vier Funktionen im Vordergrund:
Sitzhöhe, Sitzlänge, Sitzflächenneigung und Rückenlehne. An folgenden Grundregeln können Fahrer
sich bei der individuellen Einrichtung orientieren:
• Die Pedale müssen bei bequem
aufliegenden Oberschenkeln gut
erreichbar sein. Der Fuß sollte
beim Betätigen auf der gesamten
Pedalfläche aufstehen.
• Der Abstand der Vorderkante
der Sitzfläche zur Kniekehle sollte
etwa eine halbe Handbreite betragen. Die Knie sollten in einem
Winkel von 110 bis 120 Grad stehen.
• Die Sitzfläche sollte leicht nach
hinten abfallen.
• Der Rücken sollte ganz an
der Lehne anliegen bei leicht
zurückgelehntem Körper.
Weitere Informationen
www.deinruecken.de
Aktuelles
Neuer Seminarkatalog des IAG
Bildungsangebote für Präventionsexperten
Der Seminarkatalog des Institutes für Arbeit und Gesundheit (IAG) bietet 2014 fast 200 Seminare
und Trainings. Das AJ befragte Dr. Thomas Kohstall zu den Schwerpunkten und Neuheiten.
Herr Dr. Kohstall, an
ner Kundinnen und Kunden
an. Dabei berücksichtigen
wen richten sich die
wir auch die Vorschläge der
Bildungsangebote des IAG?
DGUV-Mitglieder. Für die AusDas IAG befasst sich mit Thebildung der Aufsichtspersomen der Prävention zu Sicherheit und Gesundheit am
nen nehmen wir Anregungen
aus dem Ausschuss Aus- und
Arbeitsplatz. Ein Großteil unseres Angebotes richtet sich
Weiterbildung auf, insbesondere dem Unterausschuss II.
an die Präventionsexperten
der Berufsgenossenschaften
Die fachliche Abstimmung
und Unfallkassen. Für die
für das Angebot zur AusbilUnfallversicherungsträger
dung von Fachkräften für Arführen wir auch die Ausbilbeitssicherheit erfolgt im Ardung von Aufsichtspersonen
beitskreis Sifa-Optimierung,
durch. Diese Ausbildung er- Das AkademieJournal sprach mit Dr. Thomas Kohstall über das Seminarprogramm
dem Beirat Fernlehrgang und
Foto: IAG/Floß
folgt ab 2014 nach einem neu- des IAG für 2014.
über den Ausschuss Aus- und
en, einheitlichen Modell, das
Weiterbildung. Das Angebot
die Träger gemeinsam entwickelt haben. Beispielhaft möchte ich auf zwei neue Se- für Trainer und Dozenten wird vom IAG
minare hinweisen. Auf vielfachen Wunsch wissenschaftlich betreut und bedarfsoriEin weiterer Schwerpunkt ist die Aus- und bieten wir 2014 erstmals ein Seminar zum entiert zusammengestellt.
Fortbildung von Fachkräften für Arbeits- Social Media Marketing an. Zum anderen
sicherheit, Betriebsärzten und betriebs- haben wir das Thema Auswahl und Be- Als Forschungs- und Qualifizierungseinärztlichem Assistenzpersonal sowie von nutzung persönlicher Schutzausrüstung richtung der DGUV hat das IAG aber auch
Trainern und Dozenten. Das berufsbe- gegen Absturz in unser Programm auf- die Aufgabe, Trends zu beobachten und
gleitende Masterprogramm „Management genommen, ein sehr praxisorientiertes neue Seminare zu entwickeln, die es auf
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Seminar mit vielen Beispielen und Anlei- dem Bildungsmarkt noch nicht gibt. HierM.Sc.“ hat im Oktober zum dritten Mal auf tungen.
zu nutzen wir aktuelle Forschungsergebunserem Campus begonnen.
nisse aus unserer Abteilung Forschung
Wie stellen Sie sicher, dass
und Beratung für die Qualifizierung.
Neben Seminaren organisieren wir aber
die Seminarinhalte des IAG
auch Tagungen und Kongresse für diese stets aktuell und praxisnah sind?
Vielen Dank für das Gespräch!
Zielgruppen. Durch den Ausbau unserer Das IAG passt sein Bildungsprogramm
Veranstaltungskapazitäten haben wir un- immer wieder an die Anforderungen seiDas Gespräch führte Sabine Strickrodt.
ser Spektrum hier seit 2012 deutlich erweitern können.
Was gibt es in
diesem Jahr Neues?
Einen Schwerpunkt bildet die Ermöglichungsdidaktik, mit der Handlungskompetenzen durch selbstorganisiertes
Lernen verbessert werden. Wir werden
verstärkt nicht nur Fachkompetenzen
vermitteln, sondern mit gleicher Bedeutung auch Sozial-, Methoden- und Personale Kompetenzen. Damit erreichen
wir, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich auch mit zukünftigen neuen
Aufgaben selbständig auseinander setzen können.
DGUV Akademie Dresden
Zur Person
Dr. Thomas Kohstall ist Leiter der
Abteilung Qualifizierung und
stellvertretender Leiter des IAG.
Information und Anmeldung
www.dguv.de / iag-seminare
Die branchenspezifischen Seminarangebote der Akademiepartner
finden Sie unter folgenden Links:
• Akademie der VBG
www.vbg.de / seminare
• Akademie der BGW
www.bgw-online.de / seminare
• BGW schu.ber.z Dresden
www.bgw-online.de / schuberz
• Bildungsstätte der BG ETEM
www.bgetem.de / seminare
AkademieJournal 3 | 2013
• 3
Aktuelles
audit berufundfamilie
DGUV für familienbewusste Personalpolitik ausgezeichnet
Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer
der DGUV. „Denn die Vereinbarkeit von
Berufsleben und Privatleben gewinnt immer mehr an gesellschaftlicher und individueller Bedeutung. Als eine Institution,
die sich um sichere und gesunde Arbeitsplätze in unserem Land sorgt, sind wir als
DGUV ganz besonders diesem Thema verpflichtet.“
Zertifikatsverleihung: Für die DGUV nahm Maren Hanfeld (Stabsbereich Politik, Berlin, 3. v. l.) das Zertifikat zum
audit berufundfamilie entgegen.
Foto: berufundfamilie gGmbH
Im Rahmen einer Festveranstaltung in
Berlin ist die DGUV am 26. Juni 2013 mit
dem Zertifikat zum audit berufundfamilie
ausgezeichnet worden. Insgesamt erhielten 304 Arbeitgeber diese Auszeichnung
für eine strategisch angelegte familienbewusste Personalpolitik, die von der berufundfamilie gGmbH – einer Initiative der
Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – vergeben wird. Das Audit will Arbeitgeber darin
unterstützen, Unternehmensziele und
Mitarbeiterinteressen in eine tragfähige,
wirtschaftlich attraktive Balance zu bringen.
„Das Zertifikat ist für uns ein zusätzliches
Plus, mit dem wir uns unter anderem in
unseren Stellenausschreibungen und in
unserem Internetauftritt als attraktiver
Arbeitgeber zu erkennen geben“, sagt
Die Auszeichnung sei für die DGUV ein
Ansporn, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, an die vorhandenen positiven
Standards anzuknüpfen und diese systematisch weiterzuentwickeln. Gilt das audit
berufundfamilie zurzeit an den beiden
Standorten Sankt Augustin und Dresden,
so soll es künftig auch auf die anderen
Standorte der DGUV ausgedehnt werden.
Dazu hat im Juli 2013 bereits ein Strategieworkshop stattgefunden.
Quelle: DGUV
Weitere Informationen
www.berufundfamilie.de
XX. Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
Internationales Medien Festival für Prävention –
jetzt bewerben!
Die Macher von Filme und MultimediaAnwendungen müssen ständig auf dem
Laufenden bleiben, denn Sehgewohnheiten und technische Möglichkeiten entwickeln sich permanent weiter. Was ist
heute aktuell? Welche Trends gibt es? Wie
werden Präventionsbotschaften in anderen Ländern vermittelt? Antworten auf
diese Fragen und einen spannenden Blick
über den Tellerrand bietet das Internationale Medien Festival für Prävention. Es
findet im Rahmen des XX. Weltkongresses
für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit vom 24. bis 27. August 2014 in Frankfurt am Main statt.
Das Internationale Medien Festival für
Prävention bietet Auftraggebern und Produzenten die Gelegenheit, ihre Produktionen einem internationalen Publikum von
4 •
AkademieJournal 3 | 2013
TV, Mobisodes, Animationen, Fiktionen,
Dokumentationen, TV-Spots, interaktive
Medien, oder Webseiten.
Experten für Sicherheit und Gesundheit
zu präsentieren und Feedback aus aller
Welt einzuholen.
Bewerben können sich Unfallversicherungsträger, Unternehmen und Institutionen, die ein entsprechendes Medium in
Auftrag gegeben haben sowie Agenturen
und Filmschaffende, die es produziert haben. Zugelassen sind Medien zum Thema
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, die seit Januar 2010 produziert wurden. Eingereicht werden können Filme
oder Multimedia-Anwendungen in allen
Formen wie zum Beispiel Webclips, Web-
Die besten Medienproduktionen werden
mit dem International Media Award for
Prevention ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet im Rahmen des XX. Weltkongresses 2014 in Frankfurt am Main statt.
Quelle: BG ETEM
Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt ausschließlich
online unter www.safety2014germany.
com / imfp. Einsendeschluss ist der
31. Januar 2014. Die Anzahl der Einsendungen ist nicht begrenzt.
Aktuelles
Praxiskongress Medien in der Prävention mit Filmforum
El Dorado für Unterweisungen
Fragen zum Einsatz von bewegten Bildern in der Prävention standen im Mittelpunkt eines
Kongresses, der Filmemacher und Präventionsexperten zusammenführte.
Wie können Menschen mit Themen des
Arbeits- und Gesundheitsschutzes am
besten erreicht werden? Wie kann Arbeitsschutz in der heutigen Zeit im Betrieb
wirksam vermittelt werden? Wie können
Arbeitsschutzunterweisungen mit Hilfe
von digitalen Medien modern und ansprechend gestaltet werden, ohne Praxisbezug und die für die Zielgruppe gebotene
Bodenhaftung zu verlieren?
Über welche Quellen beziehen Sie Arbeitsschutzfilme oder Videoclips?
(Mehrfachnennungen möglich)
Arbeitsschutzfilm.de – Mediathek (MAG)
88,0 %
Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse
76,8 %
DGUV (z. B. E-Mail-Newsletter)
47,0 %
Sonstige Internetportale
33,3 %
BAuA
30,3 %
Kopie von Bekannten / Berufskollegen
26,6 %
Kauf bei kommerziellen Anbietern
25,4 %
Andere Quellen
Diese Themen standen im Mittelpunkt
eines Kongresses, den die Mediathek für
Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung
(MAG) in Kooperation mit der DGUV in
Dresden veranstaltet hat. Das Programm
richtete sich an betriebliche Arbeitsschützer und umfasste zahlreiche Beiträge und
Workshops zur Gestaltung von erfolgreichen Unterweisungen. Auch die systematische Verbindung der Unterweisung mit der
Gefährdungsbeurteilung war Thema. Diese
Mischung kamen gut an: „Das war ja hier
ein El Dorado für Unterweisungen!“ Solche
Feedbacks waren am Ende der zweitägigen
Veranstaltung kein Einzelfall.
8,1 %
Selbst produziert oder produzieren lassen
6,5 %
0%
Foto: Landespolizei SH
Deutscher Arbeitsschutzfilm-Preis
Zu den Highlights gehörte das Filmforum
mit Vergabe des Deutschen Arbeitsschutzfilm-Preises für die besten Beiträge. Um
die von der DGUV mit je 1000 Euro prämierte Auszeichnung hatten sich 30 Produktionen beworben. Fachjury und Publikum entschieden sich für:
100%
Zum betrieblichen Einsatz von Arbeitsschutzfilmen hat das IAG eine Befragung durchgeführt, an der bundesweit
über 500 Arbeitsschutzakteure teilgenommen haben.
• „Wach auf!“ – ein authentisches und
berührendes Musikvideo zur Drogenprävention (Siegerfilm der Fachjury
und Gewinner des Publikumspreises)
• „Der Strafzettel“ – einen ergreifenden
Filmclip zu sicherem Verhalten
im Straßenverkehr (Siegerfilm der
Fachjury)
Es zeigte sich, dass nicht immer die teuersten Filmproduktionen die beste Wirkung erzielen. Vielmehr gelang es auch
mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand, beeindruckende Arbeitsschutzclips
zu kreieren. Alle eingereichten Arbeitsschutzfilme wurden in die MAG unter
www.arbeitsschutzfilm.de aufgenommen.
Preisträger des Films „Der Strafzettel“: Landespolizeidirektor Burkhard Hamm und Ernst Kahl von der
Filmgruppe der Landespolizei Schleswig-Holstein.
50%
Praxisnahe Vorträge und Workshops
Bei den Vorträgen und praxisnahen Workshops wurde deutlich, dass die Vorführung eines Arbeitsschutzfilms allein keine
Verhaltensänderung bewirkt. Vielmehr
muss dieser immer kombiniert werden
mit einer Ansprache der Beschäftigten
und konkreten Vereinbarungen zu sicherheitsgerechtem Verhalten. Auf diese Vereinbarungen kann dann im Betriebsalltag
Bezug genommen werden. Auch aus der
Sicht der Arbeitsschutzbehörden wird der
Einsatz von Filmen in Unterweisungen begrüßt. Allerdings bleibt es Führungsaufgabe, sich von der Wirksamkeit der Un-
terweisungen im betrieblichen Alltag zu
überzeugen.
Wie eine detaillierte Mitarbeiterbeteiligung bei den Prozessen Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung sowie bei der
Erarbeitung praxisbezogener Betriebsanweisungen organisiert werden kann, wurde anhand eines Praxisbeispiels der Bayer
Pharma AG eindrucksvoll vorgestellt. Das
Fazit hier: Mitarbeiterkompetenz nicht mit
einzubeziehen heißt, auf vorhandenes
Know-how zu verzichten.
Christoph Benning, Michael Peters
Weitere Informationen zum Kongress
www.dguv.de / iag, Webcode d159464
Mediathek für Arbeitsschutz und
Gesundheitsförderung (MAG)
Das Portal www.arbeitsschutzfilm.de
ist seit Oktober 2010 online. Seitdem
wurden über die Mediathek mehr als
1,3 Millionen Mal Arbeitsschutzfilme
abgespielt. Im Angebot sind über
330 Arbeitsschutzfilme, ca. 150 davon
können registrierte User im Mitgliederbereich herunterladen.
AkademieJournal 3 | 2013
• 5
Beratung
Verkehrssicherheit
Immer links überholen?
Wer sich auf Autobahnen oder
zweispurigen Bundesstraßen
mit einem Kraftfahrzeug in eine Richtung bewegt, muss das
Rechtsfahrgebot befolgen.
Diese geregelte Weisung, die
sich laut § 2 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) an alle Verkehrsteilnehmer richtet,
scheinen die wenigsten zu ken- Drängler und Linksfahrer gefährden nicht nur den Straßenverkehr,
Foto: DVR
nen. Da gibt es kilometerlange sie riskieren auch ein Bußgeld und Punkte in Flensburg.
Autobahnabschnitte, in denen
stur links gefahren wird, obwohl die rech- auf den Fahrspuren sind dort annähernd
te oder mittlere Spur frei ist. Warum also gleich.“, sagt Uwe Nestler vom Kompetenznicht einfach das Rechtsüberholverbot auf- zentrum Technik & Verkehr. „In Deutschheben und die gesamte Breite der Straße land ist dies aber nicht der Fall.“ Hier
zum Überholen nutzen? Ganz offensicht- seien die Geschwindigkeitsunterschiede
lich gibt es ja Länder auf der Welt, wo das zwischen den Fahrspuren zu hoch. Aufunktioniert, zum Beispiel in den USA.
ßerdem gebe es Fahrzeugkategorien wie
zum Beispiel LKWs, die eigene Höchstge„In den USA ist das Rechtsüberholen ge- schwindigkeiten beachten müssen. Diese
rechtfertigt, weil der Verkehrsfluss viel liegen teilweise deutlich unterhalb der
gleichförmiger ist. Die Geschwindigkeiten Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.
In Deutschland herrscht deshalb das
Rechtsfahrgebot. Wer auf der linken oder
mittleren Spur fährt, ohne ein Fahrzeug
überholen zu wollen, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dies kann mit einem
Bußgeld von 80 Euro und einem Punkt in
der Flensburger Verkehrssünderkartei geahndet werden. Der Verkehrssicherheitsexperte rät deshalb, nur so lange links oder
in der Mitte einer Autobahn zu fahren, wie
dies zum Überholen anderer Fahrzeuge erforderlich ist. Dadurch wird zum einen die
Unfallgefahr reduziert, zum anderen werden Staus vermieden. Im Stau dagegen darf
dann natürlich rechts überholt werden,
aber nur bis zu einer Kolonnengeschwindigkeit von 60 km/h.
Ferdal Özcelik, Jürgen Wiegand
Weitere Informationen
IAG, Bereich Verkehrssicherheit
www.dguv.de/iag; Webcode d6931
iga.Report 23
Ständige Erreichbarkeit: Experten raten zu klaren Regeln
Um Beschäftigte vor
Überlastung durch
ständige Erreichbarkeit zu schützen, sollten Unternehmen
klare Regeln zum Umgang mit Handys und
Computern schaffen.
Eine permanente Verfügbarkeit wirkt sich
negativ auf Erholung
und Wohlbefinden
der Betroffenen aus.
Dies ergab eine Auswertung der Initiative
Gesundheit und Arbeit (iga). Durch die
Analyse von wissenschaftlichen Studien,
Experteninterviews und eine Unternehmensbefragung wurden vorhandene Erkenntnisse zusammengetragen und konkrete Handlungsempfehlungen für einen
gesunden Umgang mit ständiger Erreichbarkeit identifiziert.
6 •
AkademieJournal 3 | 2013
Die Auswertung zeigt, dass
die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer
mehr verschwimmen. Für
die betroffenen Beschäftigten bedeutet permanente
Erreichbarkeit über Smartphone und Tablet-Computer
eine deutliche Beeinträchtigung ihrer Erholungszeiten.
Helfen können transparente Regeln für Zeiten der Erreichbarkeit und zu Reaktionszeiten. Beschäftigte
sollten zudem lernen, mit
den neuen Techniken vernünftig umzugehen und wissen, dass nicht immer sofort
auf einen Anruf oder eine eingehende EMail reagiert werden muss. Auch die Erreichbarkeit für private Anrufe und Nachrichten am Arbeitsplatz könnte in solchen
Regeln thematisiert werden, da diese ebenfalls Stress erzeugen können.
Die Auswertung zeigt auch, dass mit den
neuen technischen Möglichkeiten durchaus positive Auswirkungen verbunden
sein können. Von den Beschäftigten werden insbesondere Flexibilitäts- und Mobilitätsgewinne begrüßt. Diese können
jedoch nur genutzt werden, wenn die
Mitarbeiter über eigene Spielräume bei
der Ausgestaltung verfügen.
Quelle: iga
Information und Download
iga.Report 23: Auswirkungen von
ständiger Erreichbarkeit und
Präventionsmöglichkeiten; Überblick
über den Stand der Wissenschaft
und Empfehlungen für einen guten
Umgang in der Praxis
www.iga-info.de
Beratung
Aus der Arbeitspsychologie
Resilienz: Ein neuer Ansatz für die Prävention?
Im Zusammenhang mit psychischen Belastungen fällt in letzter Zeit häufiger der Begriff
„Resilienz“. Was verbirgt sich dahinter und was hat Resilienz mit Sicherheit und Gesundheit
bei der Arbeit zu tun?
Resilienz lässt sich am besten mit „Widerstandsfähigkeit“ übersetzen. Seit einigen
Jahren wird das Konzept unter dem Begriff „resiliente Organisation“ auch auf
Unternehmen übertragen. Hierunter wird
häufig verstanden, dass die Beschäftigten
eine hohe Widerstandsfähigkeit besitzen
bzw. entwickeln. Es gibt Trainings und
Coachings, die die Resilienz des Einzelnen erhöhen sollen. Können solche Trainings die Resilienz fördern?
Resilienz im Kinder- und Jugendalter
Die Entwicklungspsychologie nimmt an,
dass man die Widerstandsfähigkeit einer Person im Kindes- und Jugendalter
fördern kann. Zu den Faktoren, die sich
förderlich auf die Resilienz auswirken, gehören zum einen kindbezogene Faktoren,
wie überdurchschnittliche Intelligenz und
ein positives Sozialverhalten. Zum anderen gibt es Schutzfaktoren in der Familie,
wie zum Beispiel eine stabile Beziehung
zu einer Bezugsperson oder auch ein hohes Bildungsniveau der Eltern (vor allem
der Mutter). Resilienz entwickelt sich also
aus dem Zusammenspiel von Person- und
Umweltmerkmalen. Man geht davon aus,
dass sie je nach Situation oder Lebensbereich spezifisch ist und nicht universell.
Resilienz im Erwachsenenalter
Die Klinische Psychologie beschäftigt sich
mit der Resilienz im Erwachsenenalter.
Sie untersucht, wie psychische Störungen
entstehen und aufrechterhalten werden.
Hier bezeichnet Resilienz den Gegenpol
zur Vulnerabilität, womit eine andauernde Anfälligkeit für psychische Störungen gemeint ist. Vulnerabilität und damit
auch ihr Gegenstück Resilienz gelten als
eher stabile Merkmale. Bei Kindern und
Jugendlichen scheint also eine Stärkung
der Resilienz möglich zu sein, bei Erwachsenen eher nicht.
Resilienz in Organisationen
Schaut man sich Seminare zur Stärkung
der Widerstandskraft an, sind diese in der
Regel verhaltensorientiert, das heißt Per-
Foto: chehov.fotolia.com
sonen werden trainiert, „resiliente“ Verhaltensweisen und Einstellungen zu entwickeln. So wird empfohlen, optimistisch
zu bleiben und Ereignisse in angemessener Perspektive zu betrachten. Die Inhalte der Trainings finden sich allerdings
bereits in vielen Programmen zur Stressprävention oder in der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Depressiven.
Es scheint keine Elemente zu geben, die
spezifisch für ein Resilienztraining sind.
Um ein „resilientes“ Unternehmen zu
entwickeln, benötigt man aber nicht nur
widerstandsfähige Beschäftigte, sondern
auch „gesunde“ Verhältnisse. Gerade für
die gesetzliche Unfallversicherung sind
verhältnispräventive Maßnahmen wichtig, da laut Arbeitsschutzgesetz individuelle Schutzmaßnahmen nachrangig zu anderen Maßnahmen sind. Darüber hinaus
handelt es sich bei Resilienztrainings oft
um bereits bekannte Inhalte, die mit einem neuen Etikett versehen werden.
Natürlich kann es hilfreich sein, sein eigenes Verhalten einmal kritisch zu analysieren und auch langfristig Strategien zu
entwickeln, mit Anforderungen gelassener umzugehen. Hierbei helfen Seminare
zur Stressprävention. Welchen Mehrwert
ein Resilienztraining gegenüber bewährten Seminarinhalten hat, sollte jeweils
hinterfragt werden.
Hiltraut Paridon
Weitere Informationen
Hiltraut Paridon
 Hiltraut.Paridon@dguv.de
AkademieJournal 3 | 2013
• 7
Qualifizierung
Kompetenzentwicklung
Lernen für die Praxis ermöglichen
Das IAG bietet eine Vielzahl von Seminaren und Veranstaltungen an, fühlt sich aber auch der
Schulung seiner Trainerinnen und Trainer verpflichtet. So stellt das Institut Bildung auf hohem
Niveau sicher.
mittelt werden, und Aufbauseminare, die
einzelne Themen vertiefen. Individuelle
Fördermaßnahmen wie ein Coaching oder
eine Hospitation runden das Angebot ab.
Seinen Trainerinnen und Trainern bietet das IAG vielfältige Möglichkeiten, sich weiterzubilden – zum Beispiel
Seminare, Coachings und die IAG-Trainertage.
Foto: André Wirsig
Jährlich nutzen über 400.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Qualifizierungsangebote der Unfallversicherungsträger und der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (DGUV). Diese Menschen sind mit Aufgaben von Sicherheit
und Gesundheit im Betrieb oder in Bildungseinrichtungen betraut und erwarten
mit Recht, ihre Kompetenzen nachhaltig
entwickeln zu können.
Orientierung an neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen
Lernen ist aus neurowissenschaftlicher
Sicht ein individueller, eigenaktiver,
lebenslanger Prozess, in dem Kompetenzen wachsen. Dieses Wachsen wird durch
selbstgesteuertes, problemlösendes und
aktives Handeln optimal gefördert –
situativ beziehungsweise im sozialen Austausch. Das ist eine zentrale Annahme der
Ermöglichungsdidaktik, die der Bildungsstrategie der Unfallversicherungsträger
und der DGUV zugrunde liegt.
Die Seminare des IAG ermöglichen auf
vielfältige Weise die Auseinandersetzung
mit eigenen Erfahrungen. In den mehr als
20 Praxisfeldern auf dem Campus können
sich Theorie und praktisches Erleben ergänzen. Die Trainerinnen und Trainer be8 •
AkademieJournal 3 | 2013
obachten und fördern den Lernprozess
und werden dadurch zu Lernbegleitern.
Sie geben Inputs, moderieren und beraten. So kann jeder Teilnehmende genau
die Kompetenzen erwerben, die ihn oder
sie zum Handeln im Betrieb befähigen.
Neben Aneignungs-, Erlebnis- und Umsetzungsphasen sind dabei Reflexionsphasen besonders wichtig.
Foto: André Wirsig
Angebote für Trainerinnen und Trainer
Damit die internen und externen Trainerinnen und Trainer des IAG diesen vielfältigen didaktischen Anforderungen gerecht
werden können, haben sie die Möglichkeit, sich beständig weiterzubilden. Das
speziell für diese Zielgruppe aufgelegte
Programm bietet Basisseminare, in denen Grundlagen der Trainertätigkeit ver-
Zur Ermittlung des individuellen Weiterbildungsbedarfs wurde im IAG die Trainerprofilanalyse entwickelt. Mit ihr werden
vorhandene Kompetenzen und Entwicklungspotenziale herausgearbeitet: Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer agieren
in Aufgaben, die für den Traineralltag
typisch sind. Dabei werden sie von zwei
Expertinnen beziehungsweise Experten
beobachtet. Diese registrieren für alle
Übungen, welche Stärken gezeigt werden
und welchen Anforderungen der Unfallversicherungsträger die Trainerinnen und
Trainer weniger gut entsprechen. Am Ende
der Trainerprofilanalyse erhalten alle Teilnehmenden eine maßgeschneiderte Bildungsempfehlung, die eine gezielte Qualifizierung ermöglicht.
Beständige Weiterentwicklung
So, wie das IAG von seinen Trainerinnen
und Trainern erwartet, dass sie ihr Wissen
mit hoher Qualität weitergeben, so ist das
Institut auch selbst bestrebt, sein Bildungsangebot stets auf dem neuesten Stand zu
halten. Die Coachingausbildung für Trainerinnen und Trainer und die Weiterentwicklung der Ausbildungen für Fachkräfte für
Arbeitssicherheit und für die Aufsichtspersonen der Unfallversicherungsträger sind
aktuelle Beispiele für den Wandel in der
Didaktik. Auch die Trainerprofilanalyse
wird beständig weiterentwickelt. So ist
gewährleistet, dass die Bildungsempfehlung auf Anforderungen beruht, deren Relevanz durch aktuellste wissenschaftliche
Erkenntnisse belegt ist.
Susanne Birkner, Roland Furmankiewicz
Weitere Informationen
www.dguv.de / iag-seminare
Veranstaltungen
Dresdner Gespräch Gesundheit und Arbeit am 24. und 25. März 2014
Life-Balance – Haben Sie den richtigen
Dreh schon gefunden?
News-Ticker
Foto: iga, Gestaltung: tk-kommunikation, Icons: Shutterstock/bioraven
Wie kann die Balance zwischen beruflichen und privaten
Anforderungen in der Arbeitswelt gefördert werden?
Jeder Mensch wünscht sich ausreichend
Energie für alle Lebensbereiche: für den
Job, das Ehrenamt, die Familie oder Hobbys. Gleichzeitig gibt es neue Anforderungen an die Unternehmen, um am Markt
zu bestehen. Es gibt jetzt für Männer und
Frauen gleichermaßen die Möglichkeit,
den Beruf mit der Kindererziehung oder
Pflege in Einklang zu bringen. Zudem vermischen neue Medien in stärkerem Maß
Privates und Berufliches. Das alles erfordert neben der Fähigkeit zum persönlichen
Energieauftanken auch eine neugestaltete
Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Denn nur das kann langfristig
die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten sichern.
Beim 3. Dresdner Gespräch Gesundheit
und Arbeit möchte die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) folgende Fragen dialogorientiert beantworten: Welche Arbeitsbedingungen unterstützen die Balance
zwischen beruflichen und privaten Anforderungen? Wie müssen Arbeitsbedingungen beschaffen sein, damit die Beschäftigten trotz unterschiedlicher Lebensphasen
im Job (gesund) bleiben? Wie entstehen
Kompetenzen und Ressourcen für eine
Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben?
Impulse werden von Professor Heinz
Schüpbach von der Fachhochschule Nord-
westschweiz gegeben. Er berichtet in seinem Vortrag über erhöhte Flexibilitätsanforderungen in der Arbeitswelt und die
damit veränderten Anforderungen an die
Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben.
Professorin Jutta Rump von der Fachhochschule Ludwigshafen stellt anschließend
das Konzept der lebensphasenorientierten
Personalpolitik vor. Am zweiten Veranstaltungstag steht eine familienfreundliche
und geschlechtergerechte Unternehmenskultur im Vordergrund.
An beiden Tagen werden in so genannten
„Meetings“ individuelle Lösungen und
Angebote vorgestellt, die sich an verschiedenen Zielgruppen und deren Lebensphasen und Lebenslagen orientieren. Schwerpunkte liegen dabei unter anderem auf
Beruf und Pflege, Familienfreundlichkeit aus Vätersicht, Zusammenhang von
betrieblicher Leistungspolitik und WorkLife-Balance sowie Möglichkeiten der
Arbeitszeitgestaltung mit dem Fokus auf
Schichtarbeit.
Itke Schreiter, iga
Weitere Informationen
www.dguv.de / iag, Webcode d89617
www.iga-info.de > Veranstaltungen
und Ausstellungen
5. DGUV Fachgespräch Ergonomie
26. bis 27. November 2013
Expertinnen und Experten der UVTräger diskutieren bei dieser Veranstaltung über präventive Ansätze zur
Vermeidung arbeitsbezogener
Muskel-Skelett-Erkrankungen, die Gefährdungsbeurteilung bei physischen
Belastungen, Demografie und Präventionsansätze sowie die Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken.“
Information und Anmeldung unter:
fge2013@dguv.de
13. Dresdner Forum Prävention
5. bis 6. März 2014
Bei dieser Veranstaltung für
Entscheidungsträger der gesetzlichen
Unfallversicherung tauschen
Präventionsexpertinnen und -experten
Erfahrungen aus und diskutieren
aktuelle Fragen der Prävention.
www.dguv.de
Webcode d120197
6. Dresdner Kita-Symposium
21. bis 22. März 2014
Im Mittelpunkt der Tagung stehen Konzepte, aktuelle Forschungsergebnisse
und Diskussionen für mehr Rückengesundheit und weniger Stress in der
Kinderbetreuung, von denen nicht nur
Erzieherinnen und Erzieher, sondern
auch Eltern und Kinder profitieren.
www.kita-symposium.de
Mit der Bahn günstig nach Dresden
In Kooperation mit der Deutschen
Bahn bietet das IAG ein attraktives
Veranstaltungs-Ticket an. Der Preis für
die Hin- und Rückfahrt nach Dresden
beträgt bundesweit, von jedem DBBahnhof, ab 99,- Euro in der 2. Klasse
und 159,- Euro in der 1. Klasse.
www.dguv.de / iag,
Webcode d90380
AkademieJournal 3 | 2013
• 9
Veranstaltungen
Erste Dresdner Rehabilitationstage
Der Mensch im Mittelpunkt
lemlagen bei Unfallverletzten rechtzeitig
erkannt und zielgenau therapiert werden
können. Dabei wurde klargestellt, dass
auch im Berufskrankheiten-Verfahren ein
ganzheitlicher Behandlungsansatz gefordert ist, der den individuellen Bedarf der
Versicherten berücksichtigt.
Die Ersten Dresdner Rehabilitationstage boten neben Vorträgen aus Wissenschaft und Praxis auch die Möglichkeit, einen Rollstuhlparcours zu absolvieren.
Foto: DGUV/Floß
Am 20. und 21. Juni 2013 fanden in der
DGUV Akademie die Ersten Dresdner Rehabilitationstage statt. Unter dem Motto
„Der Mensch im Mittelpunkt“ diskutierten über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Ehrenamt und dem
Kreis der Führungskräfte von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen über
aktuelle Themen der Heilbehandlung
und Rehabilitation in der gesetzlichen
Unfallversicherung. Schwerpunkte der
Veranstaltung waren unter anderem die
Voraussetzungen für eine frühzeitige,
umfassende und bedarfsgerechte Rehabilitation, die Erkennung und Therapie
von psychischen Unfallfolgen sowie die
Optimierung der Reha-Verfahren durch
Forschung.
In Vorträgen aus Wissenschaft und Praxis wurden wichtige Ansätze zur weiteren
Individualisierung und Flexibilisierung
der Reha-Verfahren aufgezeigt. So konnte
dargestellt werden, wie berufliche Prob-
Am zweiten Veranstaltungstag ging es
bei einer Podiumsdiskussion um die besondere Rolle der BG-Kliniken in den neu
geordneten Heilverfahren der DGUV. Dabei wurde erörtert, wie die BG-Kliniken
ihrer Funktion als Leuchttürme in der
Versorgung von Arbeitsunfallverletzten
und Berufserkrankten auch unter veränderten Rahmenbedingungen gerecht werden können.
In den Veranstaltungspausen bestand
Gelegenheit, den von der Deutschen
Sporthochschule Köln entwickelten Aktivitätstest zur Mobilität im Rollstuhl zu absolvieren. Von dem Angebot, den eigens
hierfür aufgebauten Rollstuhlparcours
mit seinen Hindernissen zu bewältigen,
machten zahlreiche Tagungsteilnehmer
Gebrauch.
Markus Oberscheven, DGUV
Personalie
Renate Hanßen-Pannhausen ist nun im Ruhestand
Im August 2013 hat für Renate HanßenPannhausen ihr wohlverdienter Ruhestand begonnen. Mehr als zehn Jahre
wirkte sie mit ihren umfangreichen arbeitswissenschaftlichen Kenntnissen und
ihrer großen Berufserfahrung im IAG.
Zahlreiche Seminare rund um Ergonomie
hat Frau Hanßen-Pannhausen im IAG mit
entwickelt und durchgeführt. Die Themen
reichen von physischen Belastungen über
Bildschirmarbeit bis hin zum Disability
Management. Alles, was mit Beleuchtung
von Arbeitsstätten zu tun hat, war ihr besonders ans Herz gewachsen. Hier hat sie
zusätzlich Messungen und Beratungen
in Betrieben vorgenommen und bei der
Initiierung von Forschungsprojekten zu
nicht-visuellen Wirkungen des Lichts auf
den Menschen, insbesondere bei Schichtarbeit, entscheidend mitgewirkt.
10 •
AkademieJournal 3 | 2013
Frau Hanßen-Pannhausen hat nach einer
Ausbildung als Maschinenbauzeichnerin
Maschinenbau mit Schwerpunkt Ergonomie studiert. Nach ihrer Tätigkeit in einer
Arbeitshygieneinspektion und im Zentralinstitut für Arbeitsmedizin der DDR
arbeitete sie beim BKK Bundesverband.
Dort war sie maßgeblich am Aufbau und
bei der Durchführung von KOPAG und
IPAG beteiligt, den ersten gemeinsamen
Projekten von Krankenversicherung und
Unfallversicherung.
Als Referentin im IAG entwickelte sie in
der Fortführung dieser Kooperation bei der
Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) den
„igaCheck“. Dieses branchenübergreifende
Instrument zur systematischen Erfassung
von beruflichen Anforderungen, Belastungen und Gefährdungen hat eine weite betriebliche Verbreitung und sogar Eingang
Renate Hanßen-Pannhausen (2. von rechts) bei ihrer
Verabschiedung
Foto: IAG
in die Hochschulausbildung von Arbeitswissenschaftlern gefunden.
Nach ihrem erfüllten und erfolgreichen
Berufsleben wünschen wir Frau HanßenPannhausen nun einen Ruhestand nach
ihren Wünschen und in guter Gesundheit.
Hanna Zieschang
Veranstaltungen
4. IAG-Trainertage
Kompetenzen nachweisen – aber wie?
Kompetenzen sind wie Fingerabdrücke: in ihren Facetten und Ausprägungen charakteristisch,
jedoch nicht immer in vollem Umfang sichtbar. Bei den 4. IAG-Trainertagen ging es um den
Nachweis vorhandener Kompetenzen.
Die 4. IAG-Trainertage zeigten, dass Kompetenzen mit ganz verschiedenen Methoden sichtbar gemacht werden können.
Die IAG-Trainertage sind eine jährlich
stattfindende Weiterbildungsveranstaltung, die das IAG für seine Trainerinnen
und Trainer anbietet. Neben einem thematischen Schwerpunkt ist dabei auch
der rege Austausch aller Teilnehmenden
wichtig. 2013 stand die Veranstaltung im
Zeichen der Spurensicherung: dem Nachweis vorhandener Kompetenzen.
Das Umfeld hat Einfluss
Wie vielfältig und unterhaltsam die Spurensicherung sein kann, davon konnten
sich alle, die dabei waren, überzeugen.
Den Zugang über das Umfeld einer Person wählte Professor Olaf-Axel Burow
(Universität Kassel) mit seinem Impulsvortrag. Er verwies auf den entscheidenden Einfluss der Umgebung darauf,
welche Kompetenzen ein Mensch als
seine eigenen herausstellt. Dieser Gedanke begleitete die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer, als sie ihre eigenen
Kernkompetenzen in Kompetenzsteckbriefen formulierten. Auf deren Grundlage bildeten sich Kleingruppen, die sich
nach regem Austausch jeweils an eine
Definition von Kompetenz wagten. Professorin Susanne Narciss (TU Dresden)
bezog die so entstandenen Gruppenergebnisse in ihren Vortrag ein, der die
Kompetenzmessung wissenschaftlich betrachtete. Ihr Impuls ging zudem auf die
Möglichkeiten ein, die Feedbackprozesse
für die eigene, selbstgesteuerte Weiterentwicklung bieten.
Workshops mit Vielfalt
Jeder Mensch hat ganz spezifische Fähigkeiten und nimmt die Kompetenzen anderer
individuell gefiltert wahr. Wahrscheinlich
nimmt sogar jeder andere Spuren (=Kompetenzen) wahr. Daraus folgt, dass auch das
Vorgehen bei der Spurensicherung individuell ist. Der damit verbundenen Vielfalt
trugen die Workshops Rechnung.
Mit dem Ziel, möglichst viele Spuren erkennbar zu machen und das individuelle
Methodenrepertoire zu erweitern, näherten sie sich dem Kompetenzbegriff sehr
unterschiedlich. Während Harald Beck
alle Interessierten zu einem Wechsel der
persönlichen Perspektive einlud, durch
den sich das Dozieren zur Lernbegleitung
entwickelte, und Professor Burow seine
Theorie des kreativen Feldes vertiefte,
ließ Dr. Bettina Ritter-Mamczek in ihrem
Workshop klotzen: Turmbauten ermöglichten einen ganz praktischen Blick auf
das, was jeder Mensch mitbringt im Hinblick auf unterschiedliche Kompetenzbereiche.
Auch praktisch und doch völlig anders
näherte sich Sabine Schreiber-Costa den
Fotos: André Wirsig, Eric Münch
Chancen der Ermöglichungsdidaktik.
Sie gab ihre Erfahrungen in der Umsetzung eines entsprechenden Konzeptes
weiter. Mit Ralf Besser trug noch ein „alter Bekannter“ zum Gelingen der Veranstaltung bei: In einem Pre-Workshop
verknüpfte er Ermöglichungs- und Neurodidaktik, und in seinem Workshop bei
den Trainertagen freute er sich über Proteste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, da er mit ihnen zeigen konnte, wie
Einwände bei entsprechender Zuwendung ein tieferes Themenverständnis ermöglichen.
Den individuellen Nutzen, aber auch welche Dinge vielleicht noch fehlen, ließen
Professor Burow und Professorin Narciss
für das Fazit der Veranstaltung zusammentragen. Alle hatten die Möglichkeit,
einen Blick in ihren „Spurensicherungskoffer“ zu werfen und festzustellen, was
an neuen oder lieb gewordenen Dingen
darin war – und was in Zukunft vertieft
werden soll.
Susanne Birkner
5. IAG-Trainertage 2014
Die nächsten IAG-Trainertage finden am
3. und 4. Juni 2014 statt.
www.dguv.de / iag, Webcode d114804
AkademieJournal 3 | 2013
• 11
Akademiehotel
Akademiehotel Dresden
Schönheitskur von Kopf bis Fuß
In den letzten zwei Jahren wurden alle 266 Gästezimmer des Akademiehotels umgebaut
und renoviert. Auch der Wellnessbereich hat eine Kur bekommen.
Ein Umbau bei laufendem Betrieb – das
ist für jedes Hotel eine Herausforderung.
„Doch bei knapp 57.500 Übernachtungen pro Jahr hatten wir überhaupt keinen Spielraum, das Akademiehotel für
Modernisierungsarbeiten zu schließen“,
sagt Hoteldirektor Dirk Lauterbach. So
entschied sich die Hotelleitung dafür, alle
Etagen in einzelnen Bauabschnitten einer
„Farbkur“ zu unterziehen.
Die im Jahr 2010 begonnenen Umbauund Modernisierungsarbeiten in den
266 Gästezimmern konnten im Sommer
2013 erfolgreich abgeschlossen werden.
Die Zimmer haben an Wohnlichkeit und
Atmosphäre gewonnen – das belegen die
positiven Rückmeldungen der Hotelgäste,
von denen einige schon fast Stammgäste
sind.
Farbkonzept erleichtert die Orientierung
Das Farbleitsystem ist nun in allen fünf
Etagen zu finden und soll den Hotelgästen die Orientierung erleichtern. Jede
Etage ist in einer anderen Farbe gestaltet,
beginnend in der Ebene 0 mit bordeauxrot. Die Ebene 1 ist terracottafarben, Ebene 2 warmgrau, Ebene 3 apfelgrün und die
Ebene 4 goldgelb gestrichen. Die Farbtöne
der Flure wurden bis in die Zimmer gezogen und spiegeln sich im Fußboden, den
Stores, Bettläufern und Kissen sowie der
Wandfarbe wider. Großformatige Wand12 •
AkademieJournal 3 | 2013
motive, thematisch und farblich abgestimmt, runden das gesamte Konzept ab.
Dass alle Baumaßnahmen bei laufendem
Betrieb durchgeführt wurden, erforderte
nicht nur Flexibilität und Organisationstalent von den Mitarbeitern des Hotels,
sondern auch von den Architekten. Dank
der guten Zusammenarbeit der AkademiePartner sind aber alle Arbeiten reibungslos verlaufen und die Hotelgäste haben
während ihres Aufenthaltes kaum etwas
von den Baumaßnahmen gespürt.
Wellnessbereich und Aromasauna
Den heißen Sommer hat das Akademiehotel außerdem dazu genutzt, seinen Sauna- und Wellnessbereich umzugestalten.
„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
an Seminaren oder Kongressen sollen
sich bei uns nicht nur in ihren Zimmern
wohlfühlen, sondern sich auch nach dem
Seminar oder einem stressigen Tag eine
Auszeit in unserem Wellnessbereich gönnen“, sagt Dirk Lauterbach.
Die finnische Sauna (90°C) – eine von drei
Saunen im Wellnessbereich – hatte sich
nach 13jährigem Betrieb eine „RundumKur“ verdient. Sie wurde komplett neu
aufgebaut und lädt nun wieder zum Saunieren in angenehmer Atmosphäre ein.
Auch der Außenbereich der Saunalandschaft wurde umgestaltet und mit neuen
Fotos: Volker Kreidler (li.), Newpic Photography
Relaxliegen und Outdoor-Möbeln ausgestattet. Die Außenfassade hat eine neue
Farbe bekommen, das Ambiente wirkt
freundlicher und lädt zum Verweilen ein.
In den Herbst- und Wintermonaten können sich Gäste des Akademiehotels übrigens wieder auf ein Saunavergnügen
der besonderen Art freuen. Im 14tägigen
Rhythmus, jeweils dienstags, findet die
Aromasauna statt. Über den Abend verteilt werden hier drei bis vier Aufgüsse mit
unterschiedlichen Aromen durchgeführt.
Dazu gibt es frisches Obst und kühle Säfte. Pure Entspannung finden die Gäste
während der Ruhezeiten, bei denen sie
Geschichten und Gedichten rund um das
Thema Sauna lauschen können. Leichte
Entspannungsmusik fördert das Wohlbefinden und gibt Kraft und Energie für
die nächsten Tage.
Mandy Pauli
Foto: Fotolia
Die verschiedenen Farbtöne der Flure spiegeln sich in den Zimmern wider.
Weitere Informationen
www.akademiehotel-dresden.de
Kultur & Freizeit
Ausstellung im Akademiehotel
AGIL – Werke von Dorothee Kuhbandner
Bis zum 3. Januar 2014 präsentiert das
Akademiehotel Dresden unter dem Titel
„AGIL“ farbenfrohe Werke von Dorothee
Kuhbandner. Die Künstlerin wurde 1964
in Dresden geboren und studierte Malerei
und Grafik an der Abendschule der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Seit
2010 ist die gelernte Buchbinderin, Grafikerin und Illustratorin freiberuflich tätig.
Seitdem hat sie neben freien Arbeiten in
Acryl und Tusche auf Leinwand auch zahlreiche Grafiken und Buchillustrationen
geschaffen.
Ihre Arbeiten auf Papier und Leinwand
sind inspiriert durch Zeitgeschehen, Literatur und Theater. Das Thema Tanz und
Bewegung ist ein Leitthema, das sich wie
ein roter Faden durch das gesamte Schaffen der Künstlerin zieht. Dorothee Kuhbandner ist von der Art und Weise fasziniert, wie durch die Bewegung der Raum
um die Figur erst definiert wird.
Die Figur ist dabei nicht isoliert, die Körperkonturen sind vielmehr im Ablauf der
Bewegung aufgelöst. Bewegungsrhyth-
phatische Entfaltung, die Spannung zwischen den Figuren, das alles erscheint
hier in dem entsprechenden Licht. Die
Leinwand wird zum Ort multipler Übergänge, der visuellen, musikalischen und
poetischen Einschreibungen, der Wortund Klangbilder.
Barbara Aust-Wegemund
Weitere Informationen
www.doro-malerei.de
Kunst im Akademiehotel – Vorschau
AGIL (Mischtechnik)
Quelle: D. Kuhbandner
men in einer solchen Weise zu übersetzen,
verlangt eine besondere Beobachtungsgabe und Kunstfertigkeit. Im Geflecht von Linien und Flächen gehen die unterschiedlichen Stadien der Bewegung nahtlos
ineinander über. Der Pinselschwung ist
dabei so aufgetragen, dass die verschiedenen Stadien des Bewegungsablaufes wie
ineinander geblendet erscheinen: die em-
Ilka Pampel und Anja Russig
Heimatfacetten
5.1. bis 27.3.2014
Vernissage am 7. Januar 2014
Christian Scholz
Fotoausstellung
30.3. bis 26.6.2014
Vernissage am 6. April 2014
www.akademiehotel-dresden.de
Ausstellung in der BGW-Akademie Dresden
Der Kern der Dinge – Malerei und Grafik von Anne Kern
Gemälde und Grafiken von Anne Kern
sind bis zum 30. April 2014 in der BGW
Akademie Dresden zu sehen. Die Künstlerin wurde 1981 in Dresden geboren und
lebt in Stadt Wehlen in der Sächsischen
Schweiz. Dort findet sie auch die Inspiration für ihre Werke.
Ihre Arbeiten entstehen in der Natur, in
den ausgedienten Steinbrüchen des Elbsandsteingebirges. „Dort spüre ich zum
einen die Vergänglichkeit und die Zerbrechlichkeit und zum anderen die Lebendigkeit des Lebens, seine Ursprünglichkeit, Wildheit und Stärke. Dieses Gefühl
gibt mir die nötige Ruhe und Gelassenheit
für meine Arbeit“, sagt sie. Ihre Zeichnungen und Ölbilder zeugen vom Versuch, die
Oberflächen der ausgewählten Objekte zu
durchdringen und einen Zugang zu finden
zu dem Leben, das in ihnen ruht und sie
umgibt.
Birke I (Öl auf Leinwand)
Quelle: Anne Kern
Anne Kerns Arbeiten sind jedoch keine
Abbilder der Natur, vielmehr eine Projektion ihres Selbst. Sie spielt mit den Farben, mit Licht und Schatten, mit hell und
dunkel. Durch Verzerrung und Abstraktion, durch reduzierte Formen und Linien
schafft die Künstlerin Distanz zum realen
Abbild und Freiraum für eigene Interpretation. Dabei sind Sehen und Fühlen, Ort
und Form eine Einheit und so untrennbar
mit der entstehenden Arbeit verbunden.
Etwas fehlt auf Anne Kerns Gemälden
und Grafiken: Menschen. Sie fehlen bewusst, die malt sie separat, bislang meist
als Porträts. „Der Mensch ist als narratives
Element nicht notwendig“, begründet sie,
„denn die Bilder erzählen von sich aus,
sie geben Hinweise auf meine Person,
mein Erleben und auf die Zivilisation, die
vor langer Zeit in die Natur eingegriffen
hat und sie veränderte.“
Klaus Wilk
Weitere Informationen
www.anne-kern.de
AkademieJournal 3 | 2013
• 13
Kultur & Freizeit
Ausflugstipp
Sächsischer Jakobsweg
Wald-Erlebnis mit allen Sinnen
Neuer Pilgerweg
führt durch Dresden
Eine halbe Autostunde von Dresden entfernt lässt sich im
Tharandter Wald der Alltagsstress gegen frische Waldluft mit
Erholungseffekt eintauschen.
Wegzeichen am Elbufer und im Stadtzentrum weisen seit Juni auf einen Pilgerweg hin, der mitten durch Dresden
führt. Der Sächsische Jakobsweg von
Bautzen nach Hof ist mit einer stilisierten Jakobsmuschel markiert und
Teil eines europäisches Wegenetzes.
Zwischen der Dresdner Hofkirche und
der Kathedrale in Santiago de Compostela liegen exakt 3 121 Kilometer.
Wer möchte, kann natürlich auch einzelne Etappen des Weges auswählen.
Dazu besorgt man sich am besten einen Pilgerführer oder informiert sich
im Internet über den Wegverlauf und
Übernachtungsmöglichkeiten.
Der Abschnitt, der durch Dresden
führt, misst vom Start an der Dresdner Heide bis nach Freital etwa 20
Kilometer. Es gibt aber auch andere Stellen, die sich für einen Einstieg eignen, z. B. das Neustädter Elbufer. Über den Elbradweg geht es von
hier zur Staatskanzlei und über die
Augustusbrücke in die historische Altstadt. Nach dem Postplatz macht der
Weg einen Schwenk zur Jakobsgasse,
dem Standort des einstigen Jacobihospitals. Von dort geht es zur Annenkirche, über den Weißeritzgrünzug nach
Plauen und weiter nach Dölzschen. Die
Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist an verschiedenen Stellen
möglich.
Weitere Informationen
www.saechsischer-jakobsweg.de
14 •
AkademieJournal 3 | 2013
Das Jagdhaus Grillenburg ist von Teichen umgeben, auf denen man bei gutem Wetter auch gondeln kann.
Foto: Andre Kaiser
Südwestlich von Dresden, zwischen
Tharandt und Naundorf, liegt ein etwa
60 Hektar großes Waldgebiet, das vielen als der „schönste Wald Sachsen“ gilt.
Hierher, in den Tharandter Wald mit seinem Jagdschloss Grillenburg, zog es den
Kurfürsten August von Sachsen einst,
wenn er sich entspannen und seine „Grillen“, also seine Sorgen, vertreiben wollte.
Fahrt mit dem Postschlitten
Foto: Andre Kaiser
Bis heute ist der Wald ein beliebtes Naherholungsgebiet, in dem Spaziergänger,
Radfahrer, Reiter und Pilzsammler ein
knapp 200 Kilometer langes Wegenetz
für Erkundungen entlang der Schluchten,
Täler und Bäche finden. Hier finden sich
auch Ortsfremde gleich zurecht, denn die
Wanderwege sind gepflegt und gut ausgeschildert und werden regelmäßig von Sitzgruppen oder Schutzhütten gesäumt, die
sich auch bei schlechterem Wetter gut für
ein Picknick eignen.
Ein guter Einstiegspunkt für eine Wanderung ist das „Walderlebnis Grillenburg“
im gleichnamigen Ort. Hier haben Studen-
ten der Forstwissenschaften mit viel Liebe mehrere Sinnespfade gestaltet, die von
Klein bis Groß die Lust auf den Wald wecken und die Besucher mit seinen Pflanzen und Bewohnern bekannt machen. Die
dafür aus Holz gestalteten Erlebnisobjekte
und Instrumente laden nicht nur Kinder
zu phantasievollen Erkundungen ein.
Zwischen Hochstand und Blockhütte lässt
sich hier zum Beispiel entdecken, welche
Eigenschaften verschiedene Holzsorten
haben und wofür sie verwendet werden
können.
Sommers wie winters lässt sich der Wald
auch von der Pferdekutsche aus erkunden, was vor allem in der Vorweihnachtszeit ein romantisches Vergnügen ist. Bei
diesen Fahrten lassen sich auf Wunsch
historische Stationen entdecken, die die
Geschichte des Waldes erzählen und die
zum Teil noch für Besucher betrieben werden. Dazu zählen der alte Meilerplatz im
Breiten Grund, auf dem noch heute zu
Schauzwecken Holzkohle gebrannt wird,
das Jagdschloss in Grillenburg und die
Forellenzucht in Tharandt. Letztere bietet
heute als „Teich-Wirtschaft“ ein Restaurant
für hungrige Wanderer und gleichzeitig interessante Einblicke in die traditionsreiche
Fischzucht der Region.
Berit Tolke
Weitere Informationen
www.tharandt.de
Kultur & Freizeit
Mein Tipp: Das Erich Kästner Museum
Auf den Spuren eines berühmten Schriftstellers
In dieser Serie geben Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der DGUV Akademie ihr
Insiderwissen weiter. Dr. Ulrich Winterfeld, ehemaliger Leiter der Abteilung Qualifizierung des IAG, empfiehlt das Erich
Kästner Museum am Albertplatz.
Er wurde am 23. Februar 1899 in der Königsbrücker Straße 56 in Dresden geboren
und ist weltweit einer der bekannteste
Schriftsteller dieser Stadt: Erich Kästner.
Seine Bücher für Erwachsene und Kinder
und seine Theaterstücke erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. Allein sein
Kinderbuch „Emil und die Detektive“ wurde acht Mal verfilmt, zuletzt 2001.
Sein Onkel Franz, der als Pferdehändler
reich geworden war, wohnte in der Villa
Augustin auf der Antonstraße 1 am Albertplatz. Dort war Erich Kästner als Kind oft
zu Gast, saß auf der Gartenmauer und
schaute dem Treiben auf Dresdens größtem Platz zu.
Wer nach dem Museumsbesuch dann
noch mehr über Kästner und sein Leben in
Dresden erfahren möchte, kann mit Igeltour einen Rundgang durch die Dresdner
Neustadt machen. Die Führung „Als ich
ein kleiner Junge war“ folgt dem bekannten autobiographischen Kästner-Buch
und führt an verschiedene Stätten seiner
Kindheit und Jugend.
Ulrich Winterfeld
In der Villa Augustin war Kästner als Kind oft zu Gast.
Heute befindet sich hier ein Museum.
Foto: Eileen Petrasch
In dieser Villa wurde 2001 auch das Erich
Kästner Museum Dresden eröffnet. Die
Museumsmacher möchten ganz bewusst
kein vorgegebenes Kästner-Bild vermitteln, sondern unterschiedliche Facetten
von Werk und Vita darstellen. So kann
man Leben und Werke des Schriftstellers
in Schubladen in diesem kleinen Museum selbst erkunden – ganz nach Lust und
Laune und im eigenen Tempo.
Erich Kästner Museum
Antonstraße 1, 01097 Dresden
Sonntag bis Freitag 10 – 18 Uhr
Donnerstags nur für angemeldete
Gruppen
www.erich-kaestner-museum.de
Igeltour Dresden
www.igeltour-dresden.de
Dresden in Familie
Theaterstück von Erich Kästner wird erstmals aufgeführt
Figurinen: Marie Luise Lichtenthal
Das Staatsschauspiel Dresden hat in den
letzten Jahren mit phantasievollen Familienstücken von sich reden gemacht. Darunter waren auch Uraufführungen, wie
die beiden „Reckless“-Stücke nach Romanen von Cornelia Funke. Nun ist dem
Theater ein besonderer Coup gelungen:
Es konnte die Aufführungsrechte für ein
bisher kaum bekanntes Theaterstück von
Erich Kästner erwerben.
Das Weihnachtsmärchen „Klaus im
Schrank“ galt lange als verschollen und
tauchte später im Nachlass einer Sekretärin von Erich Kästner auf. Der Autor hatte
es 1927 verschiedenen Verlagen angeboten, aber nur Ablehnungen erhalten. Man
habe das Stück in den Verlagen zwar als
„heiter und originell“ bezeichnet, aber
auch als „etwas modern“, sagte Intendant
Wilfried Schulz bei einer Pressekonferenz.
86 Jahre nach seiner Entstehung kommt
es im November in Dresden erstmals auf
die Bühne.
Wie bei vielen Kinderbüchern von Kästner, ist die Situation am Anfang erst einmal problematisch: Klaus und Kläre werden von ihren Eltern vernachlässigt. Doch
plötzlich tut sich im Inneren des Familienschranks eine andere Welt auf, in der die
Rollen vertauscht sind. Die Erwachsenen
müssen zur Schule gehen, die Kinder zur
Arbeit. Die einen sind den anderen plötzlich ausgeliefert und merken, wie unangenehm das sein kann. Doch auch die
Kinder begreifen, dass das Leben der Erwachsenen manchmal ganz schön kompliziert ist. In seiner Ankündigung des
Stückes verspricht das Staatsschauspiel
„diverse groteske Verdrehungen“ bis zur
Lösung des Problems. Das ist sicher spannend, hoffentlich lustig und auf jeden Fall
eine gute Gelegenheit, mal wieder ins
Theater zu gehen.
Sabine Strickrodt
Klaus im Schrank oder Das verkehrte
Weihnachtsfest
Kinder- und Familienstück
für alle ab 6 Jahren
Uraufführung am 3. November 2013
Weitere Termine unter:
www.staatsschauspiel-dresden.de
AkademieJournal 3 | 2013
• 15
Kultur erleben auf sächsische Art – mit attraktiven
Wochenend-Arrangements des Akademiehotels Dresden
An Wochenenden und Feiertagen bietet
Ihnen das Akademiehotel Dresden besonders attraktive Übernachtungsmöglichkeiten. Nutzen Sie die Gelegenheit,
eine faszinierende Stadt näher kennen zu
lernen. Tauchen Sie ein in das Leben und
die facettenreiche Geschichte von Dresden. Lassen Sie sich von uns verwöhnen!
Gern arrangieren wir nach Ihren Wünschen ein unvergessliches Wochenende.
„Classic meets Cuba“ heißt es am 17. November beim Abschlusskonzert der Dresdner Jazztage. Das CrossoverTrio Klazz Brothers spielt zusammen mit Musikern aus Kuba. Zu hören sind Klassiker der Musikgeschichte, neu
arrangiert und mit ansteckender Leidenschaft und Lebensfreude interpretiert.
Foto: Mirko Joerg Kellner
Bis 11. November 2013
Reichtum – mehr als genug
27. November bis 24. Dezember 2013
Dresdner Striezelmarkt
7. Februar 2014
SemperOpernball
Glühwein und Stollen dürfen bei Deutschlands ältestem Weihnachtsmarkt nicht
fehlen. Besuchermagnete sind die vier
Advents-Wochenenden mit ihren Veranstaltungen.
www.dresden.de / striezelmarkt
Foto: PR
Foto: Oliver Killig
Ein Traumschiff ist das zentrale Gestaltungselement der neuen Sonderausstellung im Deutschen Hygiene-Museum. Sie
hinterfragt Gründe und Abgründe unseres
Strebens nach Reichtum.
29. November bis 2. März 2014
Schokoladenstadt Dresden –
Süßigkeiten aus Elbflorenz
Ein Ballereignis der besonderen Art, das
nicht nur in, sondern auch vor der Oper
stattfindet. Rund 10.000 Dresdner feiern
auf dem Theaterplatz mit einem eigenen
Programm.
www.semperopernball.de
www.dhmd.de
Januar bis Dezember 2014
Richard-Strauss-Jubiläum
8. bis 17. November 2013
Jazztage Dresden
Foto: PR
Das internationale Festival präsentiert
erstklassigen Jazz in seiner gesamten
Vielfalt: neben dem klassischen Jazz auch
Swing, Latin, Funk und Modern Jazz – für
passionierte Musik-Fans.
Dresden hat eine lange Tradition in der
Herstellung von Schokolade und Süßigkeiten. Diese Ausstellung im Stadtmuseum
widmet sich dieser bis in die Gegenwart
hinein lebendigen Geschichte.
Richard Strauss hatte eine sehr enge
Verbindung zu Dresden: Neun seiner
15 Opern wurden hier uraufgeführt. Die
Staatskapelle würdigt den 150. Geburtstag
des Komponisten 2014 mit zahlreichen
Aufführungen.
www.jazztage-dresden.de
www.stmd.de
www.semperoper.de
Klicken Sie uns an!
www.dguv.de / iag-seminare
Trainer und Dozenten im Arbeits- und Gesundheitsschutz
Seminar
SemTypNr.
Beginn
Ihr Körper spricht Bände (Teil 1):
Präsent sein, professionell auftreten
400080 06.11.2013
08.11.2013
Basisqualifikation für Lernbegleiter
400111
15.11.2013
20.12.2013
24.01.2014
Trainerprofilanalyse
400058 13.11.2013
Ihre Stimme – mitreißend und
überzeugend (Teil 1)
400038 27.11.2013
29.11.2013
09.04.2014 11.04.2014
Moderation für Trainer (Teil 3):
Visualisierung – Ein Bild statt tausend Worte
400070 02.12.2013
04.12.2013
Ihr Körper spricht Bände (Teil 2):
Körpersprache von innen begreifen
und gekonnt einsetzen
400098 18.12.2013
20.12.2013
Trainerprofilanalyse
400058 10.02.2014
12.02.2014
Aktivierende Übungen zu Gesundheit
und Prävention
400021 12.03.2014
14.03.2014
Lachen macht mehr Lust auf Lernen:
Humor in der Wissensvermittlung (Teil 1)
400071
11.11.2013
16.12.2013
20.01.2014
Ende
15.11.2013
26.03.2014 28.03.2014
Haben Sie noch Fragen? Rufen Sie uns an – wir sind gern für Sie da!
IAG-Seminarorganisation
Telefon: 0351 457-1910
E-Mail: seminare.iag@dguv.de
Fax: 0351 457-1915
Impressum
AkademieJournal Dresden
ISSN (print): 1618-0348
ISSN (online): 2190-8583
Herausgeber:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV), Mittelstraße 51, 10117 Berlin
Verantwortlich im Sinne des Presserechts:
Prof. Dr. Dirk Windemuth
Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG)
Königsbrücker Landstraße 2, 01109 Dresden
Redaktion:
Sabine Strickrodt
Telefon: 0351 457-1107, Fax: 0351 457-1005, E-Mail: sabine.strickrodt@dguv.de
Satz und Layout:
Liebchen + Liebchen Kommunikation GmbH
Kati van der Seylberg, IAG
Druck:
Lößnitz-Druck GmbH, Radebeul, Auflage: 3000
Titelbild: 4. IAG-Trainertage, Foto: André Wirsig
Klicken Sie uns an!
www.dguv.de / iag-seminare
Fachkräfte im Arbeitsschutz
Seminar
SemTypNr.
Beginn
Psychologische Erste Hilfe:
Krisenintervention für Gruppen
(Aufbaukurs mit CISM-Zertifikat)
530029 06.11.2013
08.11.2013
Gesund und fit am PC – Gesundheit für
Körper und Geist im Berufsalltag
530021
11.11.2013
25.11.2013
13.11.2013
27.11.2013
Qualifikation zum Ausbilder für Kranführer
500052 25.11.2013
29.11.2013
Gelassen und gesund bleiben bei Stress
mit Kunden und Kollegen
510060
27.11.2013
Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten
500038 09.12.2013
16.12.2013
13.12.2013
20.12.2013
Lebenserfahren, gesund und motiviert:
Konzepte für altersgerechte Arbeitsplätze
550026 09.12.2013
11.12.2013
Endlich Zeit für Wichtiges: Effektives
Zeit- und Arbeitsplatzmanagement
530019
11.12.2013
13.12.2013
SiMBA-Stressintervention – Moderator,
Berater, Ansprechpartner (Modul 1)
510075
27.01.2014
29.01.2014
Bei Licht betrachtet: Für jeden
Arbeitsplatz die richtige Beleuchtung
500026 24.02.2014 26.02.2014
Fit unterwegs: Intensivtraining für Transporterfahrer und Außendienstmitarbeiter
500047 24.02.2014 26.02.2014
Qualifikation zum Ausbilder für
Hubarbeitsbühnen-Bediener
500067 24.02.2014 28.02.2014
Einkauf von Arbeitsmitteln:
Die Ergonomie im Fokus
520026 17.03.2014
Betriebliches Gesundheitsmanagement
erfolgreich gestalten
550040 24.03.2014 26.03.2014
25.11.2013
Ende
19.03.2014
Präventionsexperten der Unfallversicherungsträger
Seminar
SemTypNr.
Beginn
Unterwegs gut vernetzt:
Notebook und Handy clever nutzen
700072 04.11.2013
07.11.2013
Rechtssicher handeln:
Verwaltungsverfahren in der Prävention
700092 05.11.2013
08.11.2013
Change Management
700085 06.11.2013
08.11.2013
Vibration am Arbeitsplatz:
Gefährdungsbeurteilung
700074 07.11.2013
08.11.2013
Beratung unter schwierigen Bedingungen
700045 13.11.2013
15.11.2013
Internet-Recherche für Fortgeschrittene:
Arbeitsschutz online (Aufbauseminar)
700040 18.11.2013
19.11.2013
Motivationskonzepte für sicherheitsgerechtes und gesundheitsbewusstes
Verhalten im Betrieb
700007 09.12.2013
11.12.2013
Mitarbeiterbasierter Arbeitsschutz: So
vermeiden Sie verhaltensbedingte Unfälle!
700107
20.12.2013
Expositionen recherchieren und beurteilen:
Ermittlungen zu Berufskrankheiten
700030 04.02.2014 07.02.2014
Specialist English: Basic Level
700011
Betriebliche Gefährdungsermittlung
und Risikobeurteilung
700035 22.04.2014 24.04.2014
Konfliktmanagement: Konstruktive
Auseinandersetzungen führen
700019
18.12.2013
17.03.2014
Ende
21.03.2014
24.04.2014 26.04.2014
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Kunst und Fotos
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