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Lügen, dass es kracht - Claudia Kemfert

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Titel
Lügen, dass
es kracht
Keinem wichtigen Vorhaben dichten Lobbyisten so viel an wie der Energiewende:
Sie kommt überstürzt! Macht uns arm! Zerstört die deutsche Industrie! Reißt uns ins
dunkle Chaos! Höchste Zeit, mit den Mythen über ein gutes Projekt aufzuräumen
Vo n C l au d i a K e m f e r t
14 Cicero 2.2013
2.2013 Cicero 15
Angesichts von Ressourcenknappheit,
Atomgefahren und Klimawandel, die
uns bedrohen, ist die Energiewende ein
sinnvolles, ein dringend notwendiges Projekt. Es ist höchste Zeit zu handeln. Zumal die Energiewende auch ein nützliches
Projekt ist, von dem die deutsche Volkswirtschaft profitiert. Denn der Umbau
unserer Stromversorgung ist mit gewaltigen Impulsen für die Wirtschaft verbunden und lässt dabei die Brennstoffkosten
sinken. Und schließlich ist die Energiewende ein erfolgreiches Projekt: Vieles
von dem, was vor wenigen Jahrzehnten
In den vergangenen Monaten hat sich
eine politische Auseinandersetzung um die
Energiewende entwickelt, die nicht eben zu
ihrem Gelingen beiträgt. Ein Kampf um
Strom tobt, und es ist zu befürchten, dass
dieser dem begonnenen Prozess des Energieumbaus schadet. So wurde der deutschen Energiepolitik vor kaum zwei Monaten auf der Weltklimakonferenz in Doha
bescheinigt, dass die grüne Energiepolitik
nach anfänglichen Erfolgen von ihrem
Weg abgekommen ist; es drohen Stagnation und Rückschritte. Inzwischen scheint
das von den Medien kolportierte Bild gar
nicht mehr so falsch: An manchen Stellen –
nicht an allen! – herrscht Chaos, und wir
können noch scheitern. Ein erster Erfolg
derer, die sich mit aller Macht gegen die
Energiewende zur Wehr setzen.
Gegen den Energieumbau stellen sich
in erster Linie jene, die von der bisherigen Energieversorgung am meisten profitieren: große Konzerne, für die jeder
Landwirt mit einem Windrad auf dem
Feld Konkurrenz bedeutet. Denn die Herausforderungen liegen nicht allein in der
Umstellung auf neuartige Energiequellen,
sondern auch in einer damit einhergehenden Neustrukturierung des Energiemarkts.
Neue Mitspieler treten auf den Plan und
machen den herkömmlichen Anbietern
ihre Pfründe streitig. Das kann nicht jedem gefallen; insbesondere die Betreiber
von Atom- und Kohlekraftwerken haben
sich diesem Prozess deshalb von Anfang an
widersetzt. Ihr Kundenstamm schrumpft
stetig, da sich inzwischen ganze Dörfer mit
Sonnenkollektoren auf den Dächern oder
durch die Energiegewinnung aus Biomasse
selbst versorgen.
Die Gegner der Energiewende haben
Macht. Ein halbherziger Versuch, den
Strommarkt zu liberalisieren, hat in den
neunziger Jahren zur Entstehung weniger großer Energieversorgungsunternehmen geführt, die den Markt fast vollständig unter sich aufteilten und so zu einem
wirtschaftlichen Schwergewicht werden
konnten. Diese starke Position ermöglicht
es ihnen heute, sich durch Lobbyarbeit und
16 Cicero 2.2013
Claudia Kemfert zählt zu den renommierten
Fachleuten für Energie und Klimaschutz
in Deutschland. Die 44 Jahre alte
Ökonomin leitet die Energieabteilung am
Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung
in Berlin. Zudem ist sie Professorin
an der Hertie School of Governance.
Kemfert ist parteilos, trat jedoch 2011
im Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen
für den CDU-Kandidaten Norbert
Röttgen als Schatten-Energieministerin
auf. Sie studierte Volkswirtschaft an
den Universitäten Bielefeld, Oldenburg
und im kalifornischen Stanford
noch im Reich grüner Utopien gesehen
wurde, gehört heute zum Alltag. Saubere,
grüne Energie ist technisch machbar und
wirtschaftlich bezahlbar geworden.
Deutschlands Energiewende, ein sinnvolles, nützliches und erfolgreiches Projekt?
Wer die eigene Meinungsfindung auf das
gründet, was die Medien täglich berichten,
hat vermutlich ein ganz anderes Bild im
Kopf: teuer, riskant, zum Scheitern verurteilt. Warum ist das so? Und wer hat recht?
Zunächst einmal: Es geht um Dinge
wie Brennstoffe, Stromleitungen, Kraftwerke. Dinge, die wir gewohnheitsmäßig kaum beachten. Nur viel zu wenige
Menschen können den Betrag ihrer jährlichen Stromrechnung benennen. Doch das
Thema grüne Energie polarisiert, und die
Debatten darum sind in einer Weise emotional aufgeladen, die angesichts ihres prosaischen Inhalts überrascht. Dabei ist die
Geschichte der ökologischen Bewegung
eine schwere Hypothek. Wer sich offen für
grüne Ideen ausspricht, macht sich auch
heute noch eines träumerischen Ökoidealismus verdächtig. Kann man für die Energiewende sein, ohne als wirtschaftsferner
willige Handlanger in der Politik dem entgegenzustellen, was die Regierung längst
beschlossen hat. So tobt der Kampf um
Strom auf verschiedenen Ebenen. Da ist
vor allem die Politik: Im Schatten der
Lobby alteingesessener Energieriesen
konnte sich ein Umweltminister, der sich
mit einem allzu grün anmutenden Programm vorwagte, nicht lange halten. Seinem Nachfolger im Amt, Umweltminister
Peter Altmaier, gab der Bund der Industrie
kurz nach seinem Antritt den Rat, er solle
bloß nicht „den Röttgen machen“. Seither werden seine Bemühungen, die Energiewende aus der eingetretenen Stagnation
wieder herauszuführen, vom FDP-geführten Wirtschaftsministerium blockiert – was
zuletzt nicht nur von aufmerksamen Journalisten, sondern sogar einem Gremium
aus vier Regierungsberatern, die das Projekt seit Oktober 2011 begleiten, kritisiert
wurde. Halten wir uns das vor Augen: Ein
Teil der Regierung leistet offenen Widerstand gegen den Fahrplan zur Energiewende, der von derselben Regierung nur
zwei Jahre zuvor beschlossen und in die
Wege geleitet wurde.
Die Auseinandersetzung wird auch in
den Medien ausgetragen. Im September
steht die Bundestagswahl an, und darauf,
dass die FDP sich in der Regierung halten wird, möchte niemand wetten. Deshalb reicht es der alten Energielobby nicht,
in den Hinterzimmern von Ministern und
Abgeordneten die Fäden zu ziehen. Es gilt,
die Bevölkerung umzustimmen. Die sprach
sich bis Mitte des Jahres 2012 noch mit
großer Mehrheit für die Energiewende aus.
Womit wir wieder beim Bild wären, das
in der Öffentlichkeit über die Ökostromwende kursiert. Was könnte die Bevölkerung umstimmen? Sie muss das Vertrauen
in das Projekt verlieren. Zuschreibungen
wie „sinnvoll, nützlich, erfolgreich“ müssen ins Gegenteil verkehrt werden.
Illustrationen: Jan Rieckhoff
A
Realitätsverweigerer zu gelten? Kann man
ihre Umsetzung sachlich-konstruktiv kritisieren, ohne gleich das ganze Projekt infrage zu stellen? Und schließlich: Ist die
Energiewende so schlecht wie ihr Ruf, oder
hat sie in erster Linie ein Imageproblem?
ngela Merkels Fehler ist niemandem aufgefallen. Die Korrespondenten bemerken ihn nicht.
Sie sitzen vor der Kanzlerin in
Berlin auf der jährlichen Pressekonferenz und fragen alle wichtigen innenund außenpolitischen Themen ab, auch die
Energiewende. Später wird in den Medien
viel die Rede davon sein, wie Merkel im
siebten Jahr ihrer Amtszeit in sich ruht, wie
souverän sie das Corps der versammelten
Journalisten mit ihren Gesten dirigiert hat
am 17. September 2012, jenem Montagmorgen, an dem sie auch diese Sätze sagt:
„Ich bin davon überzeugt, dass wir die Energiewende schaffen. Wir haben ja erst ein
Jahr hinter uns und noch zehn, elf Jahre,
in denen wir die Ziele erreichen können,
die wir uns gesteckt haben.“
Noch zehn, elf Jahre? Ein echter Propaganda-Erfolg. Und zwar von denen, die
die Energiewende verhindern wollen. Eine
der Behauptungen, mit denen sie derzeit
Wirkung erzielen, lautet: Der Zeitplan ist
zu eng, bis 2022 schaffen wir den Umbau
der Energieversorgung nicht. Angela Merkels Fehler zeigt: Es wirkt, wenn Lobbyisten Unwahrheiten gebetsmühlenartig wiederholen. Es ist wie mit der Werbung. Wir
halten uns für aufgeklärte, selbstbestimmte
Konsumenten. Doch es stimmt nicht, das
Unterbewusstsein nimmt die Botschaften
auf, die uns von jedem Plakat entgegenleuchten, und am Ende beeinflussen sie unser Kaufverhalten. Im Konzept zur Energiewende sind Ziele zum Ausbau erneuerbarer
Energien formuliert, die sich auf das Jahr
2050 beziehen – auf 2050! Doch selbst
die Kanzlerin, die das Konzept mitverabschiedet hat, glaubt inzwischen, es seien
nur noch zehn, elf Jahre Zeit. Die Wahrheit
ist: Bis Ende 2050 sind es noch 38 Jahre.
Fotos: A1Pix/Your Photo Today (Seiten 14 bis 15), Horst Galuschka/Picture Alliance/DPA
Titel
Eine schwierige , aber keine unlösbare
Aufgabe. Denn, wir haben es am eingangs
zitierten Beispiel der Kanzlerin gesehen:
Wenn man Falsches oft genug wiederholt,
setzt es sich irgendwann in den Köpfen
fest. Aus Behauptungen wie der, die Energiewende sei mit nur zehn, elf Jahren ein
zu hastig gestricktes Programm – obwohl
es in Wahrheit noch 38 Jahre sind –, entstehen fest verankerte Glaubenssätze aus
Halb- und Unwahrheiten. Auf diese Weise
droht sich ein mutiges und in seinen Dimensionen gewaltiges Zukunftsprojekt
in ein Menetekel zu verwandeln: Stoppt
die wahnsinnige Ökopolitik, sie wird uns
in den Untergang treiben! Dabei werden
die meisten der Falschaussagen, die solche
Ängste schüren, bewusst von jenen gestreut,
die die Energiewende im eigenen Interesse
zu torpedieren suchen.
Braucht die
Energiewende ein
Tempolimit?
Es geht zu schnell, lautet einer der Vorwürfe, Mahnungen nach einem Tempolimit werden laut. Dabei liegt hier im doppelten Sinne ein Missverständnis vor: Zum
einen beziehen sich die noch vor uns liegenden zehn Jahre auf das Datum 2022, zu
dem die endgültige Abwicklung der Atomenergie geplant ist. Die Ziele der Energiewende – 80 Prozent der Stromversorgung
aus erneuerbaren Energien und die Reduktion der Treibhausgasemissionen um
80 bis 95 Prozent – sollen erst bis 2050
erreicht werden. Zum anderen: Das Hin
und Her von Rot-Grün zu Schwarz-Gelb,
von Laufzeitenverlängerung zum schnellen
Ausstieg nach dem Reaktorunglück in Japan hat tatsächlich den Eindruck eines hastigen, unüberlegten Handelns hervorgerufen. Das Konzept der Energiewende wurde
jedoch schon vor Fukushima geplant und
verabschiedet, mit einer panikartigen Reaktion hat es nichts zu tun. Man muss es
immer wieder richtigstellen: Der Atomausstieg und die Energiewende sind nicht
dasselbe – im Gegenteil. Als das Konzept
zur Energiewende von der schwarz-gelben
Koalition im Oktober 2010 beschlossen
wurde, verlängerte sie zugleich die Laufzeiten der Atomkraftwerke. Eine Entscheidung, die sie nur deshalb rückgängig
machte, weil die Zustimmung zur Atomenergie in der Bevölkerung nach den Ereignissen in Japan wegbrach.
Ein „Tempolimit“, ein langsamerer
Ausbau der erneuerbaren Energien, würde
der Energiewende schaden, was manchen
gelegen käme. Wenn der Ökostrom nicht
so bald kommt, nutzt das den Betreibern
von Kohlekraftwerken. Solange nämlich
aus Altersgründen stillgelegte Kraftwerke
und abgeschaltete Atommeiler nicht durch
erneuerbare Energien ersetzt werden können, müssen neue Kohlekraftwerke gebaut werden, um die Stromversorgung zu
sichern. Diese haben jedoch eine Lebensdauer von 40 bis 60 Jahren. Sind sie erst
einmal gebaut, besteht für den unbegrenzten Zubau von grünem Strom keine wirtschaftliche Notwendigkeit mehr. Das ist
gut für die Betreiber von Kohlekraftwerken. Die von der Bundesregierung ebenso
wie von der EU angestrebte spürbare Reduktion der Treibhausgase würde damit jedoch in weite Ferne rücken.
Bringt die
Energiewende uns
Planwirtschaft und
soziale Verelendung?
Hinter den vorgeblich sachlichen Diskussionen um die Energiewende und um
ihre bestmögliche Umsetzung verbergen
sich oft handfeste Interessen. Wäre grüner
2.2013 Cicero 17
Titel
Doch genau das Gegenteil ist der Fall:
Eine Quote zur Förderung des Ökostroms
brächte nicht mehr Marktgerechtigkeit,
sondern käme vor allem den vier etablierten Großkonzernen zugute. Während
das EEG jede produzierte Kilowattstunde
Ökostrom vergütet und damit fördert,
würde eine Quotenregelung bestimmte
Mengen grünen Stroms festsetzen, die jeder Anbieter produzieren beziehungsweise
handeln müsste. Auf diese Weise, so hoffen
die Befürworter, würde nur der am billigsten produzierte Ökostrom gehandelt, teurere Produktionsverfahren hätten keine
Überlebenschance. Gut für den Verbraucher! – prophezeien die Kritiker des EEG:
Das Quotenmodell führe zu niedrigeren
Strompreisen. Nun besteht der Sinn einer
Förderung aber gerade darin, technische
Innovationen so lange finanziell zu stützen, bis sie marktwirtschaftlich werden und
sich damit selbst finanzieren. Wenn sich
eine Volkswirtschaft entscheidet, immer
nur die zu einem gegebenen Zeitpunkt billigste Technologie zu unterstützen, mag das
kurzfristig niedrige Preise bringen. Doch
wer sich weigert, in zukunftsbringende
18 Cicero 2.2013
Technologien zu investieren, der verzichtet von vorneherein auf die Teilnahme an
einem lukrativen Wettbewerb.
Tatsächlich hat sich das in anderen EULändern praktizierte Quotenmodell als innovationsfeindlich erwiesen, darüber hinaus wurde der Strom keineswegs billiger
für den Verbraucher. Die Erfahrung mit
der Quote in Ländern wie Großbritannien
zeigt: Sie macht es den etablierten Konzernen leicht, kleinere Anbieter zu verdrängen – und dem Verbraucher am Ende Bedingungen und Preise zu diktieren. Wer die
Quote fordert, handelt nicht im Interesse
des Verbrauchers, sondern spielt den großen Energieversorgern in die Hände. Anders das EEG, das bereits heute zahlreichen
mittelständischen und kleinen Anbietern
zur Existenz verholfen hat und so dazu beiträgt, das kartellrechtlich äußerst fragwürdige Oligopol der großen vier allmählich
aufzuweichen. Und das zudem dafür sorgt,
dass Deutschland in ein bis zwei Jahrzehnten über ein breites Spektrum an Technologien zur Stromproduktion verfügen wird.
Teurer Ökostrom? Während die Kosten für
erneuerbare Energien sinken, werden Kohle und
Uran, Öl und Gas immer teurer werden
Strommarkt bei. Insofern erstaunt es, dass
sich die wirtschaftsnahe FDP für die Quote
ausspricht, oder es erstaunt wiederum
auch nicht, sondern zeigt vielmehr, dass
die FDP ihre liberalen Ideen gerne hintanstellt, wenn es darum geht, Interessen
etablierter Wirtschaftsmächte zu bedienen.
Noch weniger nachvollziehbar wird die
Strategie der Energiewendegegner, wenn
sie behaupten, das Vorhaben führe zu einer Deindustrialisierung in Deutschland.
Sicher, die Ökostromzulage, die auf den
Strompreis gezahlt werden muss, kann vereinzelt bewirken, dass energieintensive Betriebe wegen zu hoher Energiekosten im
internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten – hier sind Ausnahmeregelungen nötig, die die Politik der Industrie ja
längst großzügig gewährt. Doch stehen vorübergehend höhere Stromkosten im Verhältnis zu den enormen Wachstumsimpulsen, die von der Energiewende ausgehen?
Das Großprojekt des Energieumbaus
ist insbesondere für Deutschland ein Konjunkturmotor, der gerade deshalb so rund
läuft, weil unsere Industrie hervorragend
aufgestellt ist. Wir können unsere Anlagen selbst bauen, deshalb fördern wir mit
nahezu jeder Investition in neue Technologien die eigene Wirtschaft. Der Bau
von Wind- und Solaranlagen, von neuen
Kraftwerken, der Ausbau der Netze, aber
auch die Gebäudesanierung und die Elektromobilität stellen riesige neue Märkte
dar. Während jeder Euro, den wir für Öl
oder Gas ausgeben, in den Kassen ausländischer Konzerne landet, kommen die
Gelder der Energiewende zu einem großen Teil der deutschen, vor allem mittelständischen und regionalen Wirtschaft
zugute und schaffen auf diese Weise neue
Arbeitsplätze. Tatsachen, die in krassem
Widerspruch zu den Unkenrufen stehen,
die Ökoenergie reiße uns finanziell in den
Führt die
Abgrund. Anders als Maßnahmen wie die
Energiewende zu einer „Abwrackprämie“ von 2009, die der schwäDeIndustrialisierung
chelnden Autoindustrie helfen sollte und
in Deutschland? Und
deren Effekt nach drei Jahren bereits verpufft
ist, steht am Ende dieses Konjunkturfördern wir mit der
programms eine moderne, umweltfreundÖkostromzulage die
liche Energieversorgung. Je mehr Länder
Solarbranche in
sich dem deutschen Vorbild anschließen,
China?
desto größer werden die Möglichkeiten,
Indem das EEG kleine wie große An- die hierfür entwickelte Technik zu exporbieter gleichermaßen fördert, trägt es zu tieren. Doch anstatt solche EntwicklunLiberalisierung und mehr Vielfalt auf dem gen zu unterstützen, wettert man gegen die
dafür notwendigen staatlichen Hilfen und
diffamiert überlebensnotwendige Investitionen. Mit dramatischen Folgen, wie sich
am Beispiel der Solarbranche zeigt. Eine
Reihe von Pleiten hat hier in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass die Rufe
lauter wurden, man möge dieser Industrie
die Förderung streichen. Dabei liegt auch
hier ein großes Missverständnis vor, denn
die Pleiten wurden durch einen unerwarteten Preisverfall verursacht, der gerade für
den Erfolg der Fotovoltaik spricht. Ausgerechnet diese als unbezahlbar teure Luxusvariante des Ökostroms geltende Technologie wurde innerhalb der vergangenen
zwei Jahre so billig, dass sie nun eine wirtschaftliche Alternative zu konventionellen
Energieträgern darstellt.
Auch bei Erfolg dauert es ein paar Jahre,
bis junge Industrien anfangen, Rücklagen
zu bilden. Wird ihnen die Unterstützung
zu früh entzogen, kann sie das bei der
kleinsten auftretenden Schwierigkeit ihre
Existenz kosten. Die staatliche Förderung
einer neuen Industrie verfrüht aufzugeben,
schadet unserer Volkswirtschaft. Auf diesem Kurs droht tatsächlich eine Deindustrialisierung. Genau für diesen Weg aber hat
die Regierung sich in Bezug auf die Solarbranche entschieden.
Illustrationen: Jan Rieckhoff
Strom langfristig unbezahlbar, gäbe es das
Projekt Energiewende nicht. Natürlich
sind es nicht Sonnen- und Windenergie,
die zur sozialen Verelendung führen. Dieses Argument entlarvt sich in seiner Fadenscheinigkeit schon dadurch, dass es
ausgerechnet von der FDP vorgetragen
wird. Soziale Gerechtigkeit ist keine Frage
der Energiepolitik, auch in Bezug auf die
Strompreise nicht, sondern eine Frage der
Lastenverteilung – hier geht es nicht darum,
was wir bezahlen, sondern wer zahlt. Dabei kann man in der Tat Ungerechtigkeiten
feststellen, die jedoch an der Steuer- und
Subventionspolitik, nicht aber der Art unserer Energieversorgung festzumachen sind.
Noch fadenscheiniger ist es, das Erneuerbare-Energien-Gesetz – das maßgebliche
Instrument zur Förderung der erneuerbaren Energien – als „Planwirtschaft“ zu verunglimpfen. Es ist schlicht Heuchelei zu
behaupten, seine Abschaffung sei die Voraussetzung für eine besser organisierte
Stromversorgung. „Mehr Markt, weniger
Staat“, fordern die Kritiker des EEG und
schlagen ein alternatives marktregulierendes Instrument vor, die sogenannte Quotenregelung, die sie als das marktwirtschaftlichere Modell anpreisen.
In diesem Zusammenhang wird gerne behauptet, Deutschland fördere mit jeder Kilowattstunde Solarstrom die Solarindustrie
in China, die die benötigten Solarzellen billiger herstellen und die deutsche Konkurrenz damit aus dem Feld schlagen könne.
Das ist jedoch falsch: Da bei der Herstellung der Fotovoltaikanlagen die Materialkosten vergleichsweise hoch, die in
Deutschland überdurchschnittlich hohen
Produktions- und Lohnnebenkosten aber
vergleichsweise gering sind, können auch
in China Solarzellen derzeit – angesichts
des übersättigten Marktes – nur mithilfe
staatlicher Subventionen hergestellt werden. Doch die Chinesen setzen auf diese
Zukunftstechnologie und fördern sie. Auch
in den USA wird in Solarenergie investiert,
wie die Entscheidung von Warren Buffett
für den 2,5-Milliarden-Dollar-Kauf einer
Groß-Solarenergieanlage in Kalifornien
deutlich macht. Nur in Deutschland verschlechtert man die Bedingungen für Solar­
unternehmen, indem man ihnen die Unterstützung entzieht.
Treibt die
Energiewende den
Strompreis in die
Höhe?
Die Diskussion um die Energiewende
wird von einer Reihe fester Verknüpfungen begleitet, die manchmal verschleiern,
worum es in der Debatte eigentlich geht.
Da wäre die Verwechslung von Energiewende und Atomausstieg. Da wäre die
unlösbare Verknüpfung der erneuerbaren
Energien mit dem politischen Erbe der
Grünen, mit ökoideologisch motivierten
staatlichen Eingriffen in einen vermeintlich freien Energiemarkt. Und da wäre der
Strompreis. Sieht man sich diesen genauer
an, werden zwei Dinge deutlich: Der Energiemarkt war nie frei von staatlichen Eingriffen, und der Strompreis hängt nicht allein an den Kosten der Stromproduktion.
Viele glauben, die Ökostromproduktion verursache viel höhere Kosten als die
konventionelle Stromproduktion. Und
diese Mehrkosten seien es, die den Strompreis in die Höhe trieben. Die erneuerbaren Energien würden so zu einem Luxusgut, das sich der Mittelstand gerade noch
leisten könne, das die Menschen mit niedrigem Einkommen jedoch in den finanziellen Ruin stürze. Hartz-IV-Empfänger,
die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können, werden von einer Talkshow
zur nächsten gereicht, um diese These zu
untermauern. Doch es ist nicht der grüne
Strom, der dem Hartz-IV-Empfänger zu
schaffen macht.
Vergleicht man die konventionelle mit
der ökologischen Stromproduktion, so ergibt sich, sehr vereinfacht dargestellt, folgende Rechnung: Konventionelle Stromproduzenten, in erster Linie Atom- und
Kohlekraftwerkebetreiber, haben die Phase
der Investition hinter sich. Die teuren Meiler sind gebaut, und nun folgen Jahrzehnte,
in denen sie Gewinne abwerfen. Die erneuerbaren Energien hingegen befinden sich
noch in der Phase der technologischen
Entwicklung und der Investitionen. Anlagen müssen gebaut, Möglichkeiten zur
Speicherung des Stroms und zu seinem
Transport geschaffen werden. Deshalb ist
die Stromproduktion aus konventionellen
Energiequellen zurzeit billiger als der grüne
Strom. In ein, zwei Jahrzehnten wird sich
diese Rechnung verändert haben. Die Kosten für die Ökostromproduktion werden
sinken, je mehr Anlagen gebaut und je ausgereifter die Technologien sind. Vor allem
aber wird sie dann ohne die zusätzlichen
Kosten auskommen, die bei konventionellen Kraftwerkebetreibern für Brennstoffe
anfallen. Kohle und Uran, Öl und Gas kosten, Sonne und Wind dagegen nicht.
Für die Gegenwart gilt: Durch die
Ökostromzulage, mit der wir die notwendigen Investitionen in erneuerbare Energien finanzieren, bezahlen wir im Moment
einen höheren Strompreis. Doch bereits
2.2013 Cicero 19
Titel
Infografik
Die Neuen Wege des guten Stroms
Wie kommt der Wind als Strom in die deutschen Steckdosen? Wo fließt er hin? Wie war
der Energiemix früher, wie ist er künftig? Die Energiewende in Bildern und Zahlen
heute belegen zahlreiche Berechnungen,
dass diese Zulage bald nicht mehr steigen
und in ein paar Jahren sogar wieder fallen wird. Bei den konventionellen Energien verhält es sich genau umgekehrt. Während sie derzeit noch vergleichsweise billig
sind, fallen insbesondere bei der Atomkraft
Entsorgungslasten an, die uns noch lange
nach Stilllegung der Meiler teuer zu stehen kommen werden. Dasselbe gilt für die
durch den CO2-Ausstoß der Kohlekraftwerke verursachten Umweltschäden. In
der Zukunftsperspektive werden die grünen Energien billiger, die konventionellen teurer. Doch deren zusätzlich anfallende Kosten bildet der Strompreis nicht
ab. Und daraus ist entstanden, was in den
vergangenen Monaten in Presseberichten
als „Strompreislüge“ bezeichnet wurde.
Brutto-Energiemix
in Deutschland nach Jahren
Angaben in %*
2050: Leitszenario
des Bundesumweltministeriums
Netzentwicklungsplan
bis 2022
Steinkohle 2,7
Braunkohle 2,2
Erdgas 1,3
Wasser 7
Wind 45,1
Ostsee
Bevölkerungsdichte
Einwohner pro km2
Nordsee
905 – 4356
285 – 904
150 – 284
105 – 149
37 – 104
Hamburg
Sonne 14,2
Kraft-Wärme-Kopplung
27,4
2012
Steinkohle 19,1
Braunkohle 25,6
Atomkraft 16
Erdgas 11,3
Heizöl 6
Wasser 3,3
Wind 7,3
Sonne 4,6
Biomasse 5,8
Berlin
Hannover
Düsseldorf
Dresden
2000
Steinkohle 23,9
Energieverbrauch nach
Verbrauchergruppen, 2011
Stuttgart
Angaben in %
Industrie
München
1980
(nur Westdeutschland)
Steinkohle 26,4
30
Braunkohle 30,4
Neubau Gleichstrom
Neubau Wechselstrom
Netzverstärkung Wechselstrom
Startnetz (Existierende Netze inklusive
Gewerbe,
Handel, 15,5
Dienstleistungen
29,4
24 schon 2009 beschlossene Leitungen)
Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesnetzagentur, Arbeitsgemeinschaft
Energiebilanzen, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, BMU
20 Cicero 2.2013
Atomkraft 14,3
25,1
Privathaushalte
Verkehr
Erdgas 17,4
Heizöl 5,8
Wasser 5,5
* Fehlende zur Hundert = Sonstige Erneuerbare
Infografiken: Esther Gonstalla; Illustration: Jan Rieckhoff
Braunkohle 27,1
Atomkraft 32,7
Erdgas 6,7
Heizöl 2,2
Wasser 4,9
Wind 1,9
Biomasse 0,3
Mainz
Die Strompreislüge fußt auf dem Glauben, der Preis, den wir für Strom bezahlen,
decke sich mit den Kosten der Stromproduktion. Diese Annahme wiederum setzt
voraus, dass die konventionelle Stromproduktion ohne staatliche Hilfen auskommt. Dass dies nicht stimmt, ist lange
bekannt. Bereits 1988 veröffentlichte die
EU ein Gutachten, in dem bemängelt wird,
die Strompreise seien zu niedrig, was für
künftige Generationen zu stark steigenden
Strompreisen führen müsse. Doch als die
Energieversorger in den sechziger Jahren
zum Umrüsten auf die Atomenergie motiviert werden sollten, erklärte der Staat sich
bereit, anfallende Kosten zu bezahlen. Bis
heute und in noch langer Zukunft wird
die teure Endlagerung des Atommülls aus
Steuern finanziert. Würde man diese Kosten auf den Strompreis umlegen, würde der
konventionelle Strom im Vergleich zum
Ökostrom keineswegs besser abschneiden.
Für den Verbraucher besteht der eigentliche Unterschied zwischen alter und neuer
Energie also vor allem darin, dass der Staat
sich aus der Förderung zurückzieht und
diese dem Stromkunden aufbürdet. Die
Diskussion über steigende Strompreise –
und über die sozialen Folgen – verfehlt ihr
Thema, solange sie um die Mär vom teuren
Ökostrom kreist. Sie müsste vielmehr von
der Frage handeln, wie weit der Staat sich
in der Energiewirtschaft engagieren und so
für bezahlbaren Strom sorgen sollte. Doch
der Staat, seit Jahrzehnten klamm, hat an
einer solchen Debatte das geringste Interesse. Die Politik verheimlicht tunlichst,
dass der Staat sich nicht nur aus der Subvention von Strom zurückzieht – die alten Energien werden aus Steuern finanziert,
die neuen über den Strompreis –, sondern
an der steigenden Ökostromzulage auch
noch kräftig verdient: Obwohl Güter, die
zur Grundversorgung zählen, nur mit einer Mehrwertsteuer von 7 Prozent belastet
sind, nimmt sich der Fiskus beim Strom
die vollen 19 Prozent. Es gäbe viele Wege,
die unteren Einkommen beim Strompreis
zu entlasten, ein Erlass der Mehrwertsteuer
wäre nur einer davon. Damit sind wir indessen nicht mehr bei der Frage, was uns
der grüne Strom kostet, sondern wer ihn
bezahlt. Eine Entlastung der Privatverbraucher scheint am wenigsten im Sinne der
Regierung: Sie befreit lieber eine zunehmende Zahl von Industriebetrieben von
der Ökostromzulage und verteuert damit
den Strompreis für den Privatkunden.
Führt die
Energiewende ins
Versorgungschaos?
Mit dem Bedrohungsszenario eines
Blackouts lässt sich die Angst vor Neuem
wunderbar schüren. Auch hier könnte man
von einer unseligen Verknüpfung sprechen,
denn wieder werden Ursache und Wirkung
in einen falschen Zusammenhang gebracht.
Im Zuge der Umstellung auf neue
Energiequellen verändern sich die Anforderungen an die Stromnetze. Anders als
die konventionellen Kraftwerke produzieren Wind- und Solaranlagen keinen gleichmäßigen Output an Strom, sondern liefern abhängig von den Wetterverhältnissen
2.2013 Cicero 21
Made in Norway
Wer hat jahrelang nicht in die Netze
investiert? Die Energieversorger.
Wer zahlt jetzt? Die Verbraucher
schwankende Mengen. Mit den sogenannten Smart Grids, den intelligenten Netzen, lassen sich solche Schwankungen bereits ausgleichen. Zudem ändern sich die
Standorte der Stromproduktion – Atomkraftwerke im Süden weichen Windkraftanlagen im Norden, an die Stelle von
Großkraftwerken treten zahlreiche kleine
Versorger –, und so sind auch neue Transportwege notwendig. Insofern stimmt es:
Wenn wir unsere Versorgung auf Ökostrom
umstellen, müssen wir uns auch um die
entsprechenden Netze kümmern, im anderen Fall drohen zwangsläufig Blackouts.
die Politik? Anstatt die Netzbetreiber für
die entstehenden Schäden in Haftung zu
nehmen und dabei deutlich zu machen, wo
die Verantwortlichen für drohende Blackouts zu suchen sind, einigt man sich in der
Bundesregierung darauf, dass die Verbraucher zahlen: über höhere Strompreise.
Beim Umbau und der Erneuerung der
Netzinfrastruktur wurden wichtige Entscheidungen viel zu lange verschlafen oder
bewusst blockiert. Das liegt nicht an der
Energiewende, sondern an einem Wirrwarr aus Kompetenzen und Zuständigkeiten. Beides gilt es in Zukunft aufzulösen.
Wie würde wohl Deutschlands Straßennetz aussehen, läge die Aufsicht darüber
Nun ist selbst die viel gescholtene Politik
nicht so blind, dass ihr das nicht klar wäre. nicht zentral in einem Bundesministerium?
Auf nationaler wie auf EU-Ebene wird Und wie käme wohl der Netzausbau voran,
seit langem an einer völlig neuen, EU- wenn die Ökostromproduzenten auch über
weiten Netzinfrastruktur gearbeitet. Nur die Netze verfügten?
wurde dabei bisher die Rechnung ohne
den Wirt gemacht. Denn bis zum Jahr
2009 teilten die vier großen Energieversorger RWE, Eon, Vattenfall und ENBW
das deutsche Stromnetz unter sich auf. Als
Besitzer allein zuständig für deren Instandhaltung, beschränkten sie über Jahre hinweg die dafür notwendigen Investitionen
auf ein Minimum und strichen so höhere
Gewinne ein. Mit dem Ergebnis, dass das
Durchschnittsalter der Höchstspannungsmasten (380 kV) Anfang des Jahres 2008
bei 32 Jahren und das der Hochspannungsmasten (220 kV) bei 50 Jahren lag. Das
Durchschnittsalter!
Die letzten größeren Stromausfälle, die
Deutschland erlebt hat, waren denn auch
ausschließlich auf diese Überalterung der
Stromleitungen zurückzuführen. Als nun
die Energiewende in Gang kam, saßen die Energiewende und
Energiekonzerne als Besitzer der Netze am
Energiepolitik
Schalthebel der Macht. Es war klar, dass
jede Verzögerung beim Netzausbau dem
Der Umbau unserer EnergieversorÖkostromausbau schaden würde. Inzwi- gung stellt einen gewaltigen, hochkomschen wurden die Netze auf Druck der plexen und langwierigen Prozess dar, einen
EU in eigene Gesellschaften ausgegliedert, Wandel auf allen Ebenen. Die Erzeugung
drei von ihnen in Tochtergesellschaften ih- und vor allem der technisch aufwendige
rer vorherigen Eigentümer. Und was macht Transport von Strom müssen vom privaten
22 Cicero 2.2013
Selbstversorger, der sich Solarzellen aufs
Dach baut, bis hin zu der komplizierten
Logistik einer europaweiten Verknüpfung
des Strommarkts koordiniert werden, woraus am Ende ein neues Netz entsteht, in
dem nahezu jeder von jedem abhängig ist.
Bereits heute kann eine kaputte Leitung
in Niedersachsen Stromausfälle in Österreich und bis nach Spanien verursachen.
Wir brauchen ein hervorragendes Management dieses Vorhabens, das entschlossen,
mit viel Übersicht und noch mehr Weitsicht handelt, um den Prozess des Energieumbaus zu steuern. Die Energiewende ist
ein schwieriges Vorhaben. Aber die Antwort auf die Grundfrage: Ökostrom – ja
oder nein? ist im Grunde unglaublich einfach. Drei Fakten reichen aus, um den Kern
der Zusammenhänge zu verstehen.
Erstens: Fossile Ressourcen wie Öl, Gas
und Kohle sind endlich. Sie werden knapper, und irgendwann wird der weltweit
steigende Energiebedarf durch sie nicht
mehr zu decken sein. Große Länder wie
Indien und China, in denen erst allmählich
eine vollständige Industrialisierung stattfindet, werden ihren Energieverbrauch in
den nächsten Jahrzehnten noch gewaltig
steigern.
Zweitens: Das Verbrennen fossiler Ressourcen verursacht Treibhausgase, die das
Klima gefährden. Trotz alarmierender Warnungen steigen jedoch auch die weltweit
produzierten Treibhausgase immer noch an.
Drittens: Erneuerbare Energien versprechen akzeptable Lösungen für beide
Probleme. Sie sind unendlich – Sonne und
Wind gibt es immer –, und sie verursachen
weitestgehend keine Treibhausgase.
„Energiewende“ und „Energiepolitik“
sind nicht dasselbe. Das eine ist die grundsätzliche Entscheidung unserer Politik, die
Stromproduktion der Zukunft auf erneuerbare Energien umzustellen. Das andere
ist die Umsetzung und Gestaltung dieses
Prozesses. Die Energiepolitik kann man
kritisieren, die Energiewende müssen wir
schaffen. Illustration: Jan Rieckhoff
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