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Jasmin Bieri: «Wie eine Welle eben» - Pro Infirmis

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REGION
BOTE DER URSCHWEIZ | MITTWOCH, 4. DEZEMBER 2013
9
Jasmin Bieri: «Wie eine Welle eben»
Für Jasmin Bieri aus Seewen ist
ein Herzenswunsch in Erfüllung
gegangen: Seit etwas mehr als
einem Jahr gehört sie zum Reinigungspersonal im Spital
Schwyz. Um dies für die junge
Frau mit dem Downsyndrom zu
ermöglichen, brauchte es enge
Begleitung und dieVerantwortung verschiedener Teams.
Von Sandrine Hedinger
Schwyz. – Morgens um halb acht beginnt Jasmin Bieris Arbeitstag im Spital Schwyz. Immer mit dabei sind ihr
Putzwagen und ein Zettel, der genau
zeigt, wann was zu erledigen ist. «Ich
bin sehr glücklich hier. Das Team ist
toll und gibt mir ein Gefühl von Sicherheit», so Jasmin Bieri über ihren
Arbeitsplatz. Speziell daran, dass sie
auf dem regulären Arbeitsmarkt tätig
ist: Jasmin Bieri hat das Downsyndrom (Trisomie 21).
Stets Begleitung zu Beginn
«Jasmin hat bei uns ohne Differenzierung angefangen zu arbeiten», erklärt
Monika Muri, Leitung Reinigung.Von
Beginn weg sei offen kommuniziert
worden, dass sie das Downsyndrom
habe, wie man damit umgehe und wie
man sich verhalte. Bevor die heute
21-Jährige eingestellt wurde und einen festen Arbeitsvertrag wie alle anderen erhielt, absolvierte sie drei
Schnuppertage und ein vier monatiges Praktikum. Die Schnuppertage
seien für beide Seiten enorm wichtig,
denn nur so könne eine Ebene geschaffen werden, um gemeinsam zu
starten, so Muri weiter.
Um jemanden mit einer geistigen
Beeinträchtigung auf dem regulären
Arbeitsmarkt einzustellen, gibt es
keine fixe Anleitung. Wie Muri erklärt, handelt es sich vielmehr um einen dauernden Prozess, in dem
Schritt für Schritt vorwärts gegangen
wird: «Eine enge Begleitung ist zu
Beginn von absoluter Wichtigkeit.»
Dafür brauche es verschiedene
Teams, denn «ein einziges Team wäre überfordert. Deshalb wird dieVerantwortung von verschiedenen
Teams mitgetragen.» Damit die Zusammenarbeit funktioniert, müssen
denn auch alle einen Beitrag leisten:
Jasmin Bieri, ihre Mitarbeiter und ihr
Arbeitgeber. Das Spital Schwyz hat
sich zur Aufgabe gemacht, «auch
Leute wie Jasmin mitzunehmen», so
Muri. Mittlerweile braucht Jasmin
Jasmin Bieri während der Arbeit:
Seit etwas mehr als
einem Jahr ist die
21-Jährige im Spital Schwyz angestellt.
Bild Sandrine Hedinger
Bieri weniger Begleitung und ist alleine zuständig für die Reinigung der
Mitarbeitergarderoben, der öffentlichenToiletten und derApotheke und
arbeitet in der Wäscheversorgung
und der Bettenstation mit. «Im Endeffekt ist es für alle eine Bereicherung.»
«Schon als kleines Kind wollte ich
im Spital alles erkunden und habe oft
Arztserien geschaut.» So erklärt Jasmin Bieri ihre Motivation, sich im Spital Schwyz beworben zu haben. Nach
einer zweijährigen IV-Anlehre als
Hauswirtschaftsmitarbeiterin im Barbara Keller Heim in Küsnacht, Zürich,
und aufgrund der Eigeninitiative ihrer
Familie, steht sie nun hier und hat ihre
Wunscharbeitsstelle. Sie ist mit viel
Tatendrang und Motivation dabei.
«Jasmin arbeitet genau, gewissenhaft,
und man kann sich auf sie verlassen.
Ein Vorteil ist ihre Klarheit. Die Qualität ist konstant, nur die Quantität
«Ist leider immer noch eine Ausnahme»
«Es ist wunderschön, dass Jasmin
auf dem regulärenArbeitsmarkt eine
Stelle gefunden hat, doch es ist leider
immer noch eine Ausnahme», so
Annemarie Ott, Freizeitkoordinatorin bei Insieme Innerschwyz. ChristianVogt, Geschäftsleiter von Pro Infirmis Uri Schwyz Zug, betont die
Wichtigkeit einer Ausbildung: «Gerade Jugendliche, die eine Beeinträchtigung haben, sei diese geistig,
körperlich oder psychisch, sind speziellen Herausforderungen ausgesetzt.» Deshalb sei es wichtig, dass
nicht bei derAusbildung gespart werde, sondern diese erst recht gefördert
wird. «EineAusbildung ist identitätsstiftend und für den Übertritt ins Erwachsenenalter, und um gleichbe-
rechtigt in der Gesellschaft aufgenommen zu werden, sehr zentral. Sie
gehört zu einer guten und positiven
Entwicklung.»
Ein oder zwei Jahre Ausbildung
Seit 2012 wird von der IV grundsätzlich ein Jahr Ausbildung finanziert.
Wenn Ende dieses einen Jahres
nachgewiesen werden kann, dass die
Integration für den ersten Arbeitsmarkt, im Gegensatz zum zweiten,
dem staatlich subventionierten, gegeben ist, wird ein zweites Jahr angehängt. «Bei Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung ist jedoch
meistens noch nicht gerade im ersten
Jahr klar, welche Entwicklung sie
machen. Deshalb ist es schwierig,
dann schon so etwas zu entscheiden», soVogt. Hubert Scherwey, Bereichsleiter Eingliederung IV-Stelle
Schwyz, betont, dass es auf die Fähigkeiten, Kompetenzen und Chancen der Jugendlichen ankommt, ob
noch ein zweites JahrAusbildung angehängt wird. «Es muss vieles rund
laufen, und das Verständnis des Arbeitgebers muss da sein. Doch ich
finde dieses Modell absolut wichtig,
und es ist in Bezug auf das Selbstwertgefühl der Jugendlichen sicher
positiv zu werten.» Erfolge die weitere Entwicklung nach dem ersten
Ausbildungsjahr etwas später, könne das zweite Jahr zu einem späteren Zeitpunkt absolviert werden, so
Scherwey. (san)
schwankt gelegentlich», so Muri. Jasmin Bieri ist sich dessen bewusst und
wirft ein: «Wie eine Welle eben.» Sie
erbringt eine echte Arbeitsleistung
und ist damit ein Teil des Reinigungsteams.
Kommunikativ und integriert
IhrArbeitstag ist klar strukturiert, und
das braucht sie auch, um ihre Arbeit
gewissenhaft erledigen zu können. Eine Eigenschaft von Jasmin Bieri hat
ihr vieles im Leben erleichtert, kann
manchmal allerdings auch schwierig
sein: «Jasmin ist sehr kommunikativ
und geht auf die Leute zu. Dabei vergisst sie schnell die Zeit», so Muri.
Deshalb hätte man klare Abmachungen, wann sie wo wie lange sein dürfe.
«Für Jasmin war es manchmal vielleicht etwas verletzend oder schwierig einzuschätzen, warum diese Abmachungen getroffen wurden. Doch
heute haben wir für alle Beteiligten
eine gute Lösung gefunden.»
Dass Jasmin Bieri gut integriert ist,
zeigt sich am Feierabendbier. Regelmässig gönnt sie sich mit einigen jungen Mitarbeitern eines. «Auch Jasmin
kann manchmal nicht so gut gelaunt
sein, doch sie strahlt ganz viel Herzlichkeit aus, und es wird überall geschätzt, wenn sie auftaucht.»
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HTI-Schulkinder sangen als Engel und Samichlaus
Gestern war der Internationale Tag der behinderten Menschen. Rund 30 Schulkinder des Heilpädagogischen Zentrums Innerschwyz (HTI)
nahmen die Gelegenheit wahr, um auf diesen Tag aufmerksam zu machen und anderen Menschen im Mythen Center Schwyz eine Freude
zu bereiten. Die HTI-Schulkinder sangen – teils als Samichlaus oder Engel verkleidet – einige Weihnachtslieder im Oktogon.
Bild Christoph Jud
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Seele and Geist
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