close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Ausgabe Juli/August 2011 - Berliner Anwaltsverein eV

EinbettenHerunterladen
AW Titel 07+08-2011
09.08.2011
11:21 Uhr
Seite 1
A 3566 E
Berliner
Anwaltsblatt
herausgegeben vom Berliner Anwaltsverein e.V.
in Zusammenarbeit mit der Rechtsanwaltskammer Berlin
Juli/August · 7-8/2011
wie man Wahlkosten sparen kann
mit den Mitteilungen der Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg
und der Notarkammer Berlin
60. Jahrgang
AW Titel 07+08-2011
09.08.2011
11:21 Uhr
Seite 2
ĆēğĊĎČĊēĎēĉĊē
ċĆĈčęĎęĊđē
> Berliner Anwaltsblatt
> Verbandsnachrichten-Steuerberater
> Baukammer Berlin
...werden beachtet!
Empfehlen Sie Ihren Mandanten die
Anzeigenwerbung in diesen Titeln
A 3566
l
Tite
010
10-2
10
0.20
08.1
K:G76C9HC68=G>8=I:C
E
3/10
er
Berlin blatt
alts
w
n
A
r
5 Uh
17:3
)$'%&%
e
Seit
6AA269B
;4@/
KDG '% ?6=G:C q
7>ABD< JC9 E:CH>DCHOJH6<:C q
9HIK q
V.
rein e. Berlin
altsve
r Anw
mmer
Berline anwaltska
ts
vom
eben it der Rech
eg
g
tm
heraus
arbei
/2010
mmen
r · 10
in Zusa
Oktobe
9.AA3T
C C:J:C 7JC9:HAtC9:GC
?162
<:=yGI 6J; 9:C EGz;HI6C9
C A:>EO>< &&#Ä&(#&%# '%&%
$.
6:
64
.BD2@
2;ARA
2;;
42;62B
?2
5?2
$B/69
?056A
$. 28A2;B;
1
5?2
.B8. .B8.::
::2
?2?9 2?42@2AG
6;
RB:@
3262?6:
.?
;42;6
@5.99
5.B@
* .426; (AB162
2B
A@059.
;142@
2+.5
A6242
?G2605
;
2;1
2?;42;6
(059.4
2B?/
.B8B
9605A.
;@A
B3162
.B8B
.B:
9AB?
26;2? @05BAG.
9@6;
A.B4960
52;(A A24?.92?
2@A.
.1A2;A
;1
D6089
B;4@ A269
=<96A68
2B?6:
#6@A<
?6@05
ßt
enie
nd g
eigt u
w
lt sch
nwa
Der A
59. Ja
nburg
ande
es Br
s Land
mer de
tskam
rlin
nwal
chtsa
mer Be
rkam
der Re
r Nota
lungen
und de
Mittei
n
mit de
hrgang
CB-VERLAG CARL BOLDT
Postfach 45 02 07 · 12172 Berlin
Tel. (030) 833 70 87 · Fax (030) 833 91 25
E-mail: cb-verlag@t-online.de · www.cb-verlag.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:16 Uhr
Seite 245
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
245
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen im Berliner Anwaltsblatt
I
m Juni – noch vor den Sommerferien
– hat der Berliner Anwaltsverein eine
weitere Zweigstelle der Rechtsberatung für Jugendliche eröffnet. Bisher
werden bedürftige Jugendliche in der
Exerzierstraße 23 im Wedding zweimal
wöchentlich kostenlos durch Anwältinnen und Anwälte beraten. Nun gibt es
einen weiteren Beratungsnachmittag im
Haus BETONIA, einem Jugendzentrum
in Marzahn.
A
nwälte gehen in die Schule – auch
in diesem Jahr wird unser Schulprojekt fortgesetzt. Noch bevor das Thema
in der Öffentlichkeit eine besondere Brisanz bekam, fanden Schulstunden mit
Anwälten statt, bei denen es um die
Problematik „iShareGossip“ – also Persönlichkeitsrechtsverletzungen, Äußerungsrecht und Straftaten im Web –
ging. Auch in der Presse – wie z.B. im
Tagesspiegel – fanden solche Schulstunden ihr Echo.
S
eit mehr als einem Jahr beteiligt
sich der Berliner Anwaltsverein
auch an dem Projekt „Recht aufschlussreich!“ der Landeskommission Berlin
gegen Gewalt. Bei diesen Schulprojektwochen lernen die Schüler die Arbeit
von Polizei und Justiz kennen und besuchen eine – fingierte und dabei erklärte –
Jugendgerichtsverhandlung. Richterinnen und Richter, Staatsanwaltschaft,
Polizei, Jugendeinrichtungen und der
ehrenamtliche Einsatz von Anwältinnen
und Anwälten ermöglichen dieses Projekt.
zum Rechtsbewusstsein von Jugendlichen in unserer Stadt leisten.
I
hre ehrenamtliche Beteiligung – auch
durch einen einmaligen „Einsatz“ – ermöglicht Jugendlichen diese Einblicke.
Bitte lassen Sie uns wissen, wenn Sie
sich hier engagieren möchten – durch
einen Anruf in unserer Geschäftsstelle
oder Ihre Nachricht an mail@berlineranwaltsverein.de.
Mit besten kollegialen Grüßen
O
b es um Fragen der Gewaltprävention geht oder um Rat in täglichen
oder besonderen Lebenslagen, um Verfassungsverständnis oder Rechtsstaatlichkeit, oder auch nur darum, einen Eindruck von der Arbeit von Anwälten und
ReNo’s zu gewinnen – die ehrenamtlichen Jugendprojekte des Berliner Anwaltsvereins möchten einen Beitrag
Ihr Ulrich Schellenberg
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:16 Uhr
Seite 246
246
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Impressum
Berliner Anwaltsblatt – 60 Jahrgang
Herausgeber:
Berliner Anwaltsverein e.V.,
Littenstr. 11 • 10179 Berlin, • Telefon (030) 251 38 46 • Telefax: 251 32 63
www.berliner.anwaltsverein.de • mail@berliner.anwaltsverein.de
Redaktionsleitung:
Dr. Eckart Yersin
Redaktion:
Christian Christiani, German von Blumenthal, Eike Böttcher,
Gregor Samimi, Benno Schick, Thomas Vetter, Dr. Eckart Yersin
Redaktionsanschrift:
Littenstr. 11 • 10179 Berlin • Telefon (030) 251 38 46 • Telefax: 251 32 63
www.berliner.anwaltsverein.de • redaktion@berliner-anwaltsblatt.de
Verantwortlich für
• Kammerton
(der RAK Berlin)
Marion Pietrusky, Hans-Joachim Ehrig, Benno Schick
Rechtsanwaltskammer Berlin • Hans-Litten-Haus • Littenstr. 9 • 10179 Berlin
Telefon: (030) 30 69 31-0 • Telefax: 30 69 31 99 • E-Mail: info@rak-berlin.org • homepage: www.rak-berlin.de
• Mitteilungen der RAK
Dr. Rüdiger Suppé,
des Landes Brandenburg Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg • Grillendamm 2 • 14776 Brandenburg
• Mitteilungen der
Notarkammer Berlin:
Elke Holthausen-Dux
Notarkammer Berlin • Littenstraße 10 •10179 Berlin •Telefon (030) 24 62 90-0 • Telefax (030) 24 62 90-25
E-Mail: info@notarkammer-berlin.de • Internet: www.berliner-notarkammer.de/
• Mitteilungen des
Versorgungswerks der
Rechtsanwälte in Berlin
Dr. Vera von Doetinchem,
Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Berlin • Schlüterstr. 42, 10707 Berlin
• alle anderen Rubriken:
Dr. Eckart Yersin
Meierottostr. 7 • 10719 Berlin • Telefon: (030) 214 15 77 • Telefax: (030) 218 92 02
• Anzeigen:
Peter Gesellius,
Baseler Straße 80 • 12205 Berlin • Postanschrift: Postfach 45 02 07 • 12172 Berlin
Telefon: (030) 833 70 87 • Telefax: (030) 833 91 25 • E-Mail: cb-verlag@t-online.de • www.cb-verlag.de
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 18 vom 1.9. 2010 • Anzeigenschluss ist der 25. des Vormonates
Zeichnungen:
Philipp Heinisch,
Dortmunder Str. 12 • 10555 Berlin • Telefon: (030) 827 041 63 • Telefax: (030) 827 041 64 •
E-Mail: philipp.heinisch@t-online.de • Internet: www-kunstundjustiz.de
Verlag:
Das Berliner Anwaltsblatt erscheint monatlich im
CB-Verlag Carl-Boldt, Baseler Str. 80 • 12205 Berlin,
Postanschrift: Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
Telefon: (030) 833 70 87 • Telefax: (030) 833 91 25 • e-mail: cb-verlag@t-online.de • www.cb-verlag.de
Bezugspreis im Jahresabo 75,- €, Einzelheft 8,- €
Druck:
Globus-Druck GmbH & Co. Print KG, 12205 Berlin • Telefon: (030) 614 20 17 • Telefax: (030) 614 70 39
Redaktionsschluss ist der 20. des Vormonates
Ja, ich will dem Berliner Anwaltsverein beitreten und die vielen Vorteile nutzen
Name: ..........................................................................
Anschrift: ....................................................................
.....................................................................................
Berliner Anwaltsverein
Geburtstag: .................................................................
Littenstr. 11
Zulassungstag: ............................................................
Telefon/Fax: .................................................................
1 0 1 7 9 Berlin
E-Mail: ..........................................................................
Datum
Unterschrift
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:16 Uhr
Seite 247
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
247
Unsere Themen im August 2011
Zur Erstattungsfähigkeit der Rechtsanwaltsvergütung für das Verlangen auf Erteilung
der Kostenschutzzusage gegenüber dem Rechtsschutzversicherer
von Rechtsanwalt Gregor Samimi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Seite
249
Seite
255
Seite
269
Aktuelle Kostenrechtsprechung in Berlin und Brandenburg
von Heinz Hansens, Vorsitzender Richter am Landgericht Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Rügen wegen Wahrnehmung widerstreitender Interessen
Aus der Rügepraxis des Vorstands der Rechtsanwaltskammer Berlin
RA Hans-Joachim Ehrig, Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Außerdem finden Sie in dieser Ausgabe:
Titelthema
Kammerton
Zur Erstattungsfähigkeit der Rechtsanwaltsvergütung für das Verlangen
auf Erteilung der Kostenschutzzusage gegenüber dem Rechtsschutzversicherer
249
Die Rechtsanwaltskammer Berlin
teilt mit
Rechtsschutzversicherung:
Erneut gesucht:
Anwalts Liebling
250
Aktuell
Personalia
Ehrendorktorwürde für Uwe Kärgel 285
266
Bücher
Mitgeteilt
Buchbesprechungen
Rechtsanwaltskammer
des Landes Brandenburg
272
Notarkammer Berlin
273
Versorgungswerk der
Rechtsanwälte in Berlin
274
Abgeordnetenhauswahl
Parteien zur Justizpolitik
252
Urteile
Aktuelle Kostenrechtsprechung
in Berlin und Brandenburg
255
Zivilprozesskosten
von der Steuer absetzbar
257
Die Xinnovations und das
Forum E-Justice 2011
258
Operation gelungen, Patient zahlt –
aber von zu Hause aus!
275
Keine PKH für Anwalts-GbR
276
Rechtsschutz muss Anwalt die
Umsatzsteuer auf Aktenversendungspauschale erstatten
276
Neue Geschäftsmöglichkeiten für
Anwälte auf dem britischen Markt
258
Praktisches und Schwieriges
zum Urkundenprozess – Teil 2
Richter- und Anwaltschaft im Dialog:
VRiKG Siegfried Fahr erneut zu
Gast beim Berliner Anwaltsverein 259
Presserecht im Schulunterricht:
Aufklärung gegen Cybermobbing
262
Veranstaltungen des BAV
264
Berliner Bündnis für
außergerichtliche Konfliktbeilegung 265
Terminkalender
287
Dieser Ausgabe liegen Prospekte der
Firmen
Juristische Fachseminare, Bonn,
PVS RA, Mühlheim an der Ruhr
und als Teilauflage
Liste Nr. 1 Kennwort Transparenz –
zur Wahl der Vertreterversammlung des
Versorgungswerkes der Rechtsanwälte
in Brandenburg 2011
bei.
277
Forum
Glanz und Gender in der Juristerei
Leserbriefe
Termine
Beilagenhinweis
Wissen
BAVintern
286
281
284
Wir bitten um freundliche Beachtung
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:16 Uhr
Seite 248
248
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
BAVintern
Die Mitgliedschaft im Berliner Anwaltsverein bringt Ihnen viel, kostet Sie aber fast nichts,
wenn Sie die Vorteile der Mitgliedschaft in Anspruch nehmen:
für den Mitgliedsbeitrag von 99,00 Euro im Jahr für Junganwältinnen und Junganwälte in den ersten zwei Jahren
nach Zulassung, danach für 198 Euro im Jahr bieten wir Ihnen
Alle Leistungen des Berliner Anwaltsvereins
• kostenlos das Berliner Anwaltsblatt (10mal jährlich),
• kostenlos DAV-Ratgeber in den ersten zwei Jahren nach Zulassung, danach gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro,
• Kostenlose Teilnahme an den monatlichen Fortbildungsveranstaltungen der Arbeitskreise im Berliner Anwaltsverein
(mit FAO-Teilnahmebescheinigung): Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Sozialrecht, Miet- und WEG-Recht,
Verkehrsrecht, Mediation, Medizinrecht, Strafrecht Verwaltungsrecht,
• Sonderkonditionen beim Zugang zu den Fortbildungsveranstaltungen des Berliner Anwaltsvereins,
• Sonderkonditionen beim Abschluss einer Krankenversicherung bei der DKV,
• Sonderkonditionen beim Abschluss von Berufshaftpflicht und Kanzleiversicherungen im Gerling-Konzern,
• Sonderkonditionen beim Abschluss von Kapital, Renten- u. Berufsunfähigkeitsversicherung bei der
Deutschen Anwalts- u. Notarversicherung,
• Sonderkonditionen beim Eintrag in den „gewusst-wo“-Rechtsberatungsspiegel in Zusammenarbeit mit dem
Verlag Schmidt-Römhild
Alle Leistungen des Deutschen AnwaltVereins (in dem Sie über den BAV automatisch Mitglied werden)
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
kostenlos das Anwaltsblatt (11mal jährlich),
kostenlos die DAV-Depesche (wöchentlich per E-Mail),
kostenlos Europa im Überblick (per E-Mail),
DAV-Service-Hotline zum Gebührenrecht,
kostenlose Aufnahme in den Datenbestand der Deutschen AnwaltAuskunft, der Anwaltvermittlung des DAV
(nur für DAV-Mitglieder),
kostenlose AnwaltCard - die Kreditkarte des DAV, in Kooperation mit der Santander Consumer Bank AG,
Zugang zu den DAV-Arbeitsgemeinschaften (nur für Mitglieder), die u. a. einen Erfahrungsaustausch ermöglichen,
Sonderkonditionen bei den Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Anwaltakademie,
Sonderkonditionen bei den Fortbildungsveranstaltungen des DAV,
Sonderkonditionen für das Anwaltverzeichnis (ca. 40 Euro Ersparnis),
Sonderkonditionen für Neufahrzeuge der Marken Opel und Saab,
Sonderkonditionen bei Mietwagen über eine Kooperation mit Hertz-Autovermietung,
Sonderkonditionen beim Telefonieren in Mobilfunk-Netzen bei der Grundgebühr über T-Mobile und E-Plus,
Sonderkonditionen im Festnetz/Mobilfunk/Internetzugang über Telego!,
Sonderkonditionen bei Kauf oder Miete digitaler Kopiersysteme, Drucker usw. der Marken RICOH und TOSHIBA über den
DAV-Kooperationspartner HOFMANN & WÖLFEL BÜROORGANISATION GmbH,
Sonderkonditionen beim Zugang zu Jurion (bis zu 50% Ersparnis für DAV-Mitglieder),
Sonderkonditionen bei der Nutzung von juris, mehr dazu unter www.juris.de/dav,
Sonderkonditionen beim Bezug der NJW (22,00 Euro Ersparnis jährlich),
Sonderkonditionen beim Erwerb und Onlinenutzung des AnwaltKommentars zum Bürgerlichen Gesetzbuch der
Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Sie sparen bis zu 30%),
Sonderkonditionen in Hotels der NH-Hotelkette in Deutschland http://anwaltverein.de/leistungen/rabatte/hotels,
Vergünstigungen bei verschiedenen Hotelketten über die Mitgliedschaft des DAV im Bundesverband der freien Berufe
Beitritt
Nehmen Sie unsere zahlreichen Vorteile in Anspruch, stärken Sie unseren gemeinsamen Einfluss
in Politik und Wirtschaft, arbeiten Sie mit uns an einer gemeinsamen und starken Berliner Anwaltschaft.
Daher: Zögern Sie nicht länger
und treten Sie dem zweitgrößten örtlichen Anwaltsverein Deutschlands mit über 4.000 Mitgliedern bei.
BAV
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:16 Uhr
Seite 249
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
249
Thema
Zur Erstattungsfähigkeit der Rechtsanwaltsvergütung
für das Verlangen auf Erteilung der Kostenschutzzusage
gegenüber dem Rechtsschutzversicherer
Gregor Samimi
Ob es sich bei
der Anwaltsvergütung für das Stellen der Deckungsschutzanfrage
beim
Rechtsschutzversicherer
um
einen vom
Anspruchsgegner
zu erstattenden
Schaden handelt,
ist in der Rechtssprechung sehr umstritten. In der Zeitschrift RVGreport ist in den
Beiträgen von Hansens (RVGreport 2010,
241 ff. und 321 ff.) dieses Thema behandelt worden. In diesem Beitrag werden
die praktischen Erfahrungen eines
Rechtsanwalts im Umgang mit Versicherungen berichtet.1
I. Der Stand der Rechtsprechung
Hansens hatte in seinem Aufsatz in RVGreport 2010, 321, 322 über den Stand
der Rechtsprechung berichtet. In der
Zwischenzeit sind weitere Gerichtsentscheidungen bekannt geworden. Zuletzt
hatten sich das LG München II – Urt. v.
7.3.2011 - 5 O 1837/09 und das LG
Freiburg – Urt. v. 19.11.2010 - Az. nicht
bekannt - bejahend und das OLG Celle
RVGreport 2011, 149 (Hansens) = AGS
2011, 152 verneinend mit der Frage
auseinandergesetzt. Eine Erstattungsfähigkeit wird von der jüngsten Entscheidung des BGH (RVGreport 2011,
186 (Hansens) = NJW 2011, 1222) dann
angenommen, wenn die Einholung der
Deckungszusage durch einen Anwalt
auch erforderlich war. Dies hatte der
BGH in dem konkreten Fall verneint.
„Dass die Klägerin hinsichtlich der Ansprüche auf Rückzahlung der Mietkaution und der Heizkostenvorschüsse die
1 Der Erstabdruck des Beitrages erfolgte in
der Zeitschrift RVGreport 7/2011. Der Nachdruck des Beitrages erfolgt mit freundlicher
Genehmigung des ZAP Verlages.
von der Rechtsschutzversicherung umstandslos erteilte Deckungszusage nicht
selbst hätte einholen können und insoweit die Inanspruchnahme anwaltlicher
Hilfe erforderlich gewesen wäre, ist nicht
dargetan“, heißt es in den Urteilsgründen.
II. Konkreter Vortrag erforderlich
Insoweit hat es die Revision augenscheinlich versäumt, zu diesem Punkt
substantiiert vorzutragen. Denn der u.a.
für das Verkehrsrecht zuständige VI. Zivilsenat des BGH (RVGreport 2006, 236
(Hansens) = NJW 2006, 1065 = AGS
2006, 256 = zfs 2006, 448) hat hierzu
(bisher wenig beachtet) bereits im Jahr
2006 wie folgt ausgeführt:
(…) Zu den ersatzpflichtigen Aufwendungen des Geschädigten zählen
grundsätzlich auch die durch das Schadensereignis erforderlich gewordenen
Rechtsverfolgungskosten. Nach der
ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (…) hat der Schädiger allerdings nicht schlechthin alle durch das
Schadensereignis adäquat verursachten
Rechtsanwaltskosten zu ersetzen, sondern nur solche, die aus der Sicht des
Geschädigten zur Wahrnehmung seiner
Rechte erforderlich und zweckmäßig
waren. (…) Teil der Schadensabwicklung ist auch die Entscheidung, den
Schadensfall einem Versicherer zu melden. Ist es aus Sicht des Geschädigten
erforderlich, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, so gilt dies
grundsätzlich auch für die Anmeldung
des Versicherungsfalles bei dem eigenen Versicherer. (…) Im Vordergrund
steht dabei das Interesse des Geschädigten an einer vollständigen Restitution. (…) Ein solcher Fall kann gegeben
sein, wenn der Geschädigte etwa aus
Mangel an geschäftlicher Gewandtheit oder sonstigen Gründen wie
Krankheit oder Abwesenheit nicht in
der Lage ist, den Schaden bei seinem
Versicherer selbst anzumelden. (…) Die
Aufhebung und Zurückverweisung gibt
dem Berufungsgericht Gelegenheit, die
Umstände des Streitfalls umfassend zu
würdigen und gegebenenfalls noch fehlende Feststellungen zur Erforderlichkeit
der Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe
nachzuholen.
Daher dürfte von einer grundsätzlichen
Erstattungsfähigkeit der Kosten für die
Einholung der Deckungszusage auszugehen sein, soweit hierfür die Einschaltung eines Anwaltes erforderlich gewesen ist. Hierzu ist konkret vorzutragen.
III. Das Verhalten
einiger Rechtsschutzversicherer
Einige Rechtsschutzversicherer sollen
Mandanten auf die telefonische Anfrage hin darauf hinweisen, „die Kostenschutzanfrage möge doch bitte durch
den Anwalt erfolgen“ oder sollen sich
hier und da sträuben, dem Mandanten
den Kostenschutz schriftlich zu bestätigen und stattdessen - so wird berichtet
- eine andere Anwaltskanzlei empfehlen,
was von Seiten des Rechtsschutzversicherers in einem konkreten Fall bestritten wird und die Berliner Gerichte beschäftigt hat, so etwa LG Berlin, Beschl.
v. 03.02.2001 – 14 O 55/11; KG, Beschl.
v. 15.03.2011 – 5 W 45/11.
IV. Verhalten des Rechtsanwalts
Soweit die Kostenschutzanfrage durch
die beauftragte Kanzlei erfolgen soll, ist
der Mandant besonders auf die Kostenfolge hinzuweisen, weil sie nach überwiegender Auffassung eine andere Angelegenheit im Sinne des § 15 Absatz 2
Satz 1 RVG darstellt (vgl. Hansens RVGreport 2011, 241; Volpert VRR 2011,
171 ff.).
1. Gesonderten Auftrag
erteilen lassen
Folglich sollte sich der Anwalt hierzu
von dem Mandanten gesondert bevoll-
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:16 Uhr
Seite 250
250
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Thema
Rechtsschutz-
Rechtsschutzversicherung:
versicherung
Erneut gesucht:
Anwalts Liebling
ADAC
Eher
Eher
Kann ich
zufrieden
nicht zufrieden
nicht sagen
ADVO CARD
ALLIANZ
Nach der erkenntnisreichen Umfrage im Jahr 2009 wollen wir
zum zweiten Mal von unseren Lesern wissen, wie Sie die Arbeit
der Rechtsschutzversicherungen
einschätzen und daraus ein Stimmungsbild erstellen. Mit welchem
Regulierungsverhalten sind Sie
eher zufrieden, mit welchem sind
Sie eher nicht zufrieden?
Bitte füllen Sie hierzu den Fragebogen aus und senden ihn bis
spätestens zum 15.10.2011 an
die Redaktion des Berliner Anwaltsblattes (Berliner Anwaltsverein e.V., Redaktion Berliner
Anwaltsblatt, Littenstraße 11,
10179 Berlin, Telefax (030) 251
3263). Alle Angaben werden
selbstverständlich vertraulich behandelt.
Als Dankeschön für Ihre Unterstützung nehmen Sie an der Verlosung von 3 Exemplaren des
Titels „AnwaltFormulare Rechtsschutzversicherung“ aus dem
Anwaltverlag teil. Bitte geben
Sie hierzu Ihren Namen und
Ihre Anschrift an. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
ALLRECHT
ARAG
AUXILIA
BADISCHE
CONCORDIA
D.A.S.
DBV-WINTERTHUR
DEURAG
DEVK
DMB
HAMB. MANNHEIMER
HDI-GERLING
HUK-COBURG
LVM
MECKLENBURG.
NRV
OERAG
R+V
RECHTSSCHUTZ UNION
ROLAND
VGH LAND.BRAND.HAN.
WGV-SCHWÄBISCHE ALLG.
WÜRTT. VERS.
ZÜRICH VERS. AG
Kontaktdaten des Einsenders*:
Name, Vorname:
Straße:
PLZ, Ort:
Als Rechtsanwalt tätig seit:
Kanzleisitz:
„
Berlin
„
Brandenburg
„
anderer
* Die Angaben sind freiwillig und dienen
statistischen Zwecken. Die Kontaktdaten (Name, Anschrift) werden nicht
veröffentlicht, sondern nur für eine
etwaige Gewinnbenachrichtigung im
Rahmen der Verlosung verwendet.
Die Daten werden Dritten nicht zugänglich gemacht.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:16 Uhr
Seite 251
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
251
Thema
mächtigen und beauftragen lassen um
Missverständnisse und Überraschungen
auf Seiten des Mandanten zu vermeiden. Aus dem Umfang einer schriftlich
erteilten Vollmacht lässt sich kein Rückschluss auf den Inhalt des Mandats ziehen, vgl. OLG Düsseldorf, Beschl. v.
27.5.2010 – I-24 U 211/09. Gegenstand
und Umfang der Mandatierung sollten
daher ausdrücklich festgehalten werden
(vgl. Samimi, Nachweis der Mandatserteilung und Substantiierungslast im Vergütungsprozess, zfs 7/2005, 324 f.).
Eine mögliche Formulierung könnte
wie folgt lauten:
„(…) Der Auftragnehmer wird daneben gesondert beauftragt und bevollmächtigt, die Kostenschutzzusage
des Rechtsschutzversicherers einzuholen. Die Rechtsanwaltsvergütung
steht weder nach Grund noch Höhe
in Abhängigkeit zu einem Kostenersatzanspruch gegenüber Dritten (z. B.
Versicherern, Gegnern etc.) oder insbesondere dem Bestand einer
Rechtsschutzversicherung. Dies gilt
insbesondere auch für die zusätzliche
Vergütung im Rahmen der gesonderten und entgeltlichen Einholung der
Kostenzusage
gegenüber
dem
Rechtsschutzversicherer.“
Volpert a.a.O. weist völlig zutreffend
darauf hin, dass bei Einholung der
Deckungszusage streng zwischen
der Entstehung der Vergütung und
deren Erstattungsfähigkeit unterschieden werden muss.
2. Dem Mandanten
ein Formular aushändigen
Dem Mandanten kann auch unterstützend ein Kostenschutzanfrageformular an die Hand gegeben werden um eine nicht auszuschließende
Verunsicherung des Mandanten
durch Mitarbeiter des Versicherers zu
vermeiden (vgl. Samimi / Liedtke,
Rechtsschutzversicherungen: Im Visier der Verbraucherschützer, Berl.
AnwBl. 2011, 153 ff.). Ein sich selbst
erklärendes Formular kann auf der
Homepage des Autors unter www.rasamimi.de heruntergeladen und an
die Bedürfnisse der Kanzlei angepasst werden. Es kann dem Mandan-
ten sodann auf der eigenen Kanzleihomepage zum Download angeboten werden, soweit er die Kostenschutzanfrage
selbst in die Hand nehmen möchte. Das
Formular dient zudem der Entlastung
der Kanzlei, weil die eine oder andere
Frage nur durch den Mandanten selbst
beantwortet werden kann. Es kann dazu
bequem am Bildschirm ausgefüllt, ausgedruckt und an den Versicherer vorzugsweise per Telefax übermittelt werden, weil dann der Zugang der
Deckungsschutzanfrage kaum noch
bestreitbar sein dürfte (s. hierzu allgemein BGH NJW 2006, 2263).
Der Autor ist Fachanwalt für Strafrecht,
Verkehrsrecht und Versicherungsrecht
und Autor des Werkes
„AnwaltFormulare
Rechtsschutzversicherung“,
das 2010 im DeutscherAnwaltVerlag
in der 2. Auflage erschienen ist.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:16 Uhr
Seite 252
252
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Aktuell
Aktuell
Abgeordnetenhauswahl
Parteien zur Justizpolitik
Der Deutsche Richterbund - Bund der
Richter und Staatsanwälte, Landesverband Berlin e.V. hat die großen Parteien vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus im September zu ihren Zielen
und Absichten in Sachen Justizpolitik
befragt. Die Parteien sollten unter anderem Stellung zu ihren Vorschlägen
zur Stärkung der Justiz, zur Besoldungssituation in der Justiz und zu Arbeitsanreizen für Justizbedienstete
sowie zur (Infra-)Struktur der Gerichtslandschaft nehmen. Wir haben die
Antworten der Parteien zu den Fragen,
die auch für die Anwaltschaft von Interesse sind, zusammengefasst. Alle
Fragen und Antworten sind im Verbandsmagazin „Votum“ (2/2011) des
DRB-Berlin abgedruckt.
Die SPD will den (materiellen) Wert einer
funktionierenden Justiz stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.
Hierzu sollen die Möglichkeiten der
außergerichtlichen Mediation ausgeweitet und für diese weiter geworben werden. Mit dem Berliner Bündnis Außergerichtliche Konfliktbeilegung, an der auch
der BAV beteiligt ist, sei ein erster Schritt
getan. Mit der Schaffung 20 zusätzlicher
Richterstellen und weiterer 25 Stellen für
den nichtrichterlichen Dienst sowie zusätzlicher justizinterner Stellenverlagerung habe man in der aktuellen Wahlperiode das Sozialgericht im Hinblick auf die
Hartz-IV-Klageflut verstärkt. Auf Bundesebene wolle man weiter darauf hinwirken,
dass die Jobcenter besser organisiert
würden und so die Zahl der fehlerhaften
Bescheide im Vorfeld sinke.
In Sachen Besoldung im Justizdienst bedauert die SPD, aufgrund der angespannten Haushaltslage keine Gehaltssprünge wie in Süddeutschland realisie-
ren zu können. Zum 1. August 2011
wurde die Besoldung aber immerhin um
zwei Prozent angehoben (nach 1,5% im
letzten Jahr). Die Einführung einer neuen
Grundgehaltstabelle für Richterinnen und
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte mit 8 Erfahrungs- statt bisher 12
Lebensaltersstufen stellt nach Ansicht
der Sozialdemokraten ebenfalls eine Verbesserung der Besoldungssituation dar.
Zusätzliche Arbeitsanreize, wie sie etwa
in der Wirtschaft mit Prämien und Boni
erzeugt werden, findet die SPD “fehl am
Platz”.
In Sachen moderner Justizkommunikation soll vor allem das Projekt der elektronischen Akte mit Nachdruck fortgesetzt werden. Einen weiteren Schwerpunkt soll die Verbesserung des Gebäudezustands in der Justiz und des
Mobiliars bilden.
Um die Gerichtslandschaft einerseits
bürgernah und andererseits effizient zu
gestalten, könne es nach Angaben der
SPD nötig sein, einzelne Amtsgerichte
organisatorisch
zusammenzuführen,
ohne deren Standorte jedoch ganz aufzugeben. Die Größe des Landgerichts
sei sicherlich nicht optimal. Allerdings
würde eine Aufteilung eine Vielzahl weiterer Probleme aufwerfen, für die überzeugende Lösungen zu finden wären.
Über die konkrete Umsetzung etwaiger
Umstrukturierungsmaßnahmen
wolle
man aber in jedem Fall mit allen Beteiligten und Betroffenen vorab diskutieren.
Die Christdemokraten wollen die Richter
durch Aufgabenentzug entlasten. So
könne beispielsweise der Richtervorbehalt in § 81a StPO bei Blutentnahmen
nach Alkoholfahrten entfallen. Hierfür sei
man mit der Bundes-CDU in Kontakt.
Zur Entlastung der Sozialgerichte könnten Sozialrichter für Mitarbeiterschulun-
gen zeitweilig in die Jobcenter abgeordnet werden. Auch bei der CDU setzt
man dementsprechend auf eine Senkung der Fehlerquote bei den Jobcenter-Bescheiden und damit auf einen
Rückgang der Klagen. In Sachen Personalplanung wolle man die Personalbedarfsberechnung nach Pebb§y kritisch
hinterfragen.
In Sachen Besoldung will die CDU eine
Angleichung der Gehälter an den Bundesdurchschnitt bis spätestens 2017.
Derzeit sei das Land damit zwar finanziell überfordert, die Berliner Richter,
Staatsanwälte und Beamte verdienten
aber eine verbindliche Perspektive
Bei der Ausstattung der Richter- und
Staatsanwaltsarbeitsplätze müsse man
im Einzelfall entscheiden, was nötig und
möglich ist. Bei baulichen Maßnahmen
wolle man aber die Betroffenen in die
Planungen einbeziehen, da dies helfen
kann, Kosten zu sparen und bedarfsgerecht zu bauen.
Gemeinsam mit der Justiz will die CDU
auch Potenzial zur Verkürzung von Verfahrenslaufzeiten aufspüren, ohne dabei
rechtsstaatliche Standards zu gefährden.
DIE LINKE setzt auf eine stärkere Selbstverwaltung im Justizbereich. Die wegen
des Koalitionspartners SPD nicht realisierten Punkte erweiterte Selbstverwaltungsbefugnisse für die Gerichte, Ausbau
der Mitbestimmung oder die Erweiterung
der Befugnisse des Richterwahlausschusses (z.B. Auswahlentscheidung
statt Bestätigung eines Einstellungsvorschlags) will DIE LINKE weiter verfolgen.
Auch erweiterte Selbstverwaltungsstrukturen für die Staatsanwaltschaften sind
aus Sicht der Partei notwendig.
Im Bereich personelle Ausstattung, ins-
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 253
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
253
Aktuell
besondere bei der Sozialgerichtsbarkeit,
sei Handeln gefragt, auch wenn angesichts der Haushaltslage keine großen
Sprünge möglich seien. Mediation oder
andere Schlichtungsverfahren sollen
vorangetrieben werden und die Justiz
entlasten. Delikte im “weichen” Drogenbereich oder das Schwarzfahren sollen
entkriminalisiert werden.
Auch Die LINKE will die Besoldung der
Berliner Beamtinnen, Beamten, Richterinnen und Richter perspektivisch wieder an das bundesweite Durchschnittsniveau angleichen. Ein erster Schritt sei
mit den Besoldungsanhebungen vom
August 2010 und 2011 getan worden.
Eine verbindliche Festschreibung der
Besoldung bis 2017 sei aber wegen
wechselnder parlamentarischer Mehrheiten nicht möglich. Allerdings soll ein
Konzept bereits erarbeitet und dafür
nötige Gelder in den kommenden Haushaltsentwurf eingestellt werden.
Bei den Justizgebäuden habe die Been-
digung der Grundsanierung des AG
Mitte und des Landgerichts Priorität.
Dort, wo es nötig ist, sollen auch weitere
Sanierungsarbeiten fortgeführt werden.
Den Prozess der Einführung der elektronischen Akte wolle man weiter kritisch
begleiten.
keit der Rechtspflege in Berlin damit gedient.
In Sachen Personalentwicklung setzt
DIE LINKE auf einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Fortbildung und
Qualifizierung sowie die Verpflichtung
der Dienststellen, Qualifizierungsmaßnahmen zu fördern und entsprechende
Ressourcen zur Verfügung zu stellen.
Zudem könne man sich eine Lockerung
der Regelungen zur dienstlichen Beurteilung insbesondere bei Personen
höheren Lebensalters vorstellen.
Bündnis 90/Die Grünen hegen ebenfalls
Sympathie für eine Stärkung der Selbstverwaltung der Justiz. Begonnene Gespräche hierzu wolle man fortsetzen.
Der zügige Ausbau von Mediationsverfahren steht auch hier im Fokus. Die Zusammenarbeit von Justiz und Polizei
soll weiter verbessert werden. Dazu
strebt die Partei eine Dezentralisierung
der Jugendstaatsanwaltschaften an.
Die Aufspaltung des Landgerichts ist für
DIE LINKE derzeit keine sinnvolle Option. Zwar sei das LG ein sehr großes
Gericht, mit seiner Aufspaltung würden
sich jedoch weder Effektivitätsreserven
heben lassen noch sei der Einheitlich-
Wie die CDU streben die Grünen eine
Angleichung der Justizbesoldung an das
bundeseinheitliche Niveau bis 2017 an.
Bei den Justizgebäuden liegt den Grünen insbesondere die räumliche Situation am Landgericht am Herzen. Genau
E R MI TTL UNG E N
OBS E R VAT ION E N
| Anschriften- und Personenermittlungen
| Fehlverhalten in der Partnerschaft
| Pfändungsmöglichkeiten
| Mitarbeiterüberprüfung
| Kontoermittlungen
| Unterhaltsangelegenheiten
| Vermögensaufstellungen
| GPS - Überwachung
| Beweis- und Informationsbeschaffung
| Beweissicherung
Di e h o h en Qu a li tä ts- u n d A b wi c klu n g ssta n da r ds der DM P
Detektei wurden nach der strengen, international gültigen
Norm ISO 9001:2008 vom TÜV Rheinland erfolgreich zertifiziert.
Berlin
Hamburg
München
Kurfürstendamm 52
Valentinskamp 24
Maximilianstraße 35a
1070 7 Berlin
20354 Hamburg
80539 München
Fon +49 (0) 30 · 311 74 73 0
Fon +49 (0) 40 · 31 11 29 03
Fon +49 (0) 89 · 24 21 84 72
Fa x +49 (0) 30 · 311 74 73 30
Fa x +49 (0) 40 · 31 11 22 00
Fa x +49 (0) 89 · 24 21 82 00
P R O F E S S I O N E L L E B E W E I S - U N D I N F O R M AT I O N S B E S C H A F F U N G
www.dmp-detektei.de
|
in f o @d m p- d e te kte i.d e
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 254
254
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Aktuell
wie die technische Ausstattung im Allgemeinen soll diese verbessert werden.
Das Problem, dass die Richterschaft zunehmend nichtrichterliche Aufgaben
übernehmen muss, sehen auch die Grünen. Hier wolle man prüfen, wie es zu einer Entlastung kommen kann.
Einer Teilung des Landgerichts verschließe man sich nicht grundsätzlich.
Hier müsse aber geprüft werden, welchen Mehrwert dies den Rechtssuchenden biete. Die bestehende Gerichtsstruktur soll grundsätzlich erhalten bleiben. Wie auch schon bei der (dann doch
erfolgten) Fusion der AG Hohenschön-
Firmen
Erfolgreich im Mandat
oder selbst ins Verhör?
Auf die HDI-Gerling Berufshaftpflicht ist Verlass – dank
einer Haftungsanalyse, die auch spezielle Risiken Ihrer
Beratungstätigkeit berücksichtigt.
Mehr darüber erfahren Sie bei unserer Gebietsdirektion Berlin,
Tel. +49 (0)30 34009-274 oder schicken Sie uns einfach den
Coupon als Fax +49 (0)30 34009-110.
www.gerling.de
hausen und Lichtenberg lehne man die
geplante Zusammenlegung der Amtsgerichte Köpenick und Neukölln ab.
An konkreten Vorschlägen für die Stärkung der Berliner Justiz hat die FDP lediglich die Rückkehr zur früheren Zusammensetzung des Richterwahlausschusses anzuführen. Darüber hinaus
trage ein gewisses Maß an Zurückhaltung bei der Bewertung von gerichtlichen Entscheidungen in der Öffentlichkeit zu einer Stärkung der Justiz bei.
In Sachen Besoldung soll bis 2017 eine
Angleichung an den Bundesdurchschnitt erfolgen. Die nötigen Mittel dafür
sollen vor allem durch Verkleinerung des
öffentlichen Dienstes insgesamt aufgebracht werden. Die FDP schreckt auch
vor einem leistungsbezogenen Teil des
Gehalts in der Justiz nicht zurück. Neben ein Grundgehalt könnten Leistungsprämien treten. Der Zugang zu Qualifizierungsstellen, welche dazu geeignet
sind, die für bestimmte Beförderungsstellen hilfreiche oder erforderliche “Verwaltungserfahrung” zu erwerben, soll
grundsätzlich allen geeigneten Bewerbern gewährleistet sein. Die Auswahl
will die FDP nachprüfbar an den Kriterien der Bestenauslese orientieren.
In Sachen Arbeitsplatzausstattung soll
bei neuen EDV-Systemen auf länderübergreifende Lösungen gesetzt werden.
Unter anderem die elektronische Akte
soll die Modernisierung der Justiz fortführen.
Die Gerichtsstruktur in Berlin hat sich
laut FDP bewährt. Eine weitere Reduzierung der Anzahl der Amtsgerichte werde
abgelehnt, die Zusammenlegung von
Sozial- und Verwaltungsgerichtsbarkeit
stehe gegenwärtig nicht zur Debatte.
Eine Aufspaltung des Landgerichtes
halten die Freidemokraten für nicht geboten.
zusammengefasst von
Eike Böttcher
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 255
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
255
Aktuell
Aktuelle Kostenrechtsprechung in Berlin und Brandenburg
Heinz Hansens
I. Terminsgebühr in Familiensachen
Nach Vorbem. 3 Abs. 3 VV RVG erhält
der Rechtsanwalt die Terminsgebühr,
wenn er einen der dort aufgeführten Termine wahrnimmt. Nach Abs. 1 der Anm.
zu Nr. 3104 VV RVG entsteht die Terminsgebühr ferner auch dann, wenn in
einem Verfahren, für das mündliche Verhandlung vorgeschrieben ist, im Einverständnis mit den Parteien oder Beteiligten oder gem. §§ 307 oder 495 ZPO
ohne mündliche Verhandlung entschieden oder in einem solchen Verfahren ein
schriftlicher Vergleich geschlossen wird.
In jüngerer Zeit hat sich das KG mit der
Frage befasst, wann in Familiensachen
eine Terminsgebühr entstehen kann.
In dem vom KG durch Beschluss vom
8.11.2010 – 19 WF 183/10 – RVGreport
2011, 60 (Hansens) entschiedenen Fall
hatte das FamG in einer Familienstreitsache – worum es dabei ging, ist dem
mitgeteilten Sachverhalt nicht zu entnehmen – aufgrund des Anerkenntnisses des Antragsgegners ohne mündliche Verhandlung entschieden. Nach
Auffassung des KG war der Verfahrensbevollmächtigten der Antragstellerin
eine 1,2 Terminsgebühr nach Abs. 1 Nr.
1 der Anm. zu Nr. 3104 VV RVG angefallen. Das KG hat darauf hingewiesen,
dass das FamG gem. § 113 Abs. 1 Satz
2 FamFG in Verbindung mit § 128 Abs. 1
ZPO in der Familienstreitsache mündlich hätte verhandeln müssen. Zwar verweise § 113 Abs. 1 FamFG auch auf die
Bestimmung des § 128 Abs. 4 ZPO, wonach Entscheidungen des Gerichts, die
nicht Urteile sind, ohne mündliche Verhandlung ergehen können. Dies sei
gem. § 116 Abs. 1 FamFG in Familienstreitsachen der Fall, weil danach auch
die Endentscheidungen des FamG
durch Beschluss ergehen können. Dadurch wird nicht der Grundsatz aufgehoben, dass in diesen Familienstreitsachen zumindest in erster Instanz ein
Termin zur mündlichen Verhandlung anzuberaumen ist. Aus der Regelung, dass
in diesen Verfahren stets durch Be-
schluss zu entscheiden ist, kann nach
Auffassung des KG nicht gefolgert werden, es handele sich um ein Verfahren
mit freigestellter mündlicher Verhandlung. Da somit in Familienstreitsachen
die mündliche Verhandlung ungeachtet
der Entscheidungsform des Gerichts
vorgeschrieben ist, kann bei Beendigung des Verfahrens durch Erlass eines Anerkenntnisurteils gem. § 307
ZPO die Terminsgebühr auch ohne
mündliche Verhandlung entstehen.
Dies gilt im Übrigen auch in den Fällen,
in denen der Verfahrensbevollmächtigte
an einer auf die Erledigung der Familienstreitsache gerichteten Besprechung teilgenommen hat und dieses
Verfahren dann ohne mündliche Verhandlung endet, so OLG Hamm RVGreport 2011, 61. In
jenem Fall handelte es sich um
die Familienstreitsache Unterhalt.
men. Das FamG hatte nämlich in der wieder aufgenommenen Folgesache Versorgungsausgleich einen Erörterungstermin
weder anberaumt noch durchgeführt,
sondern eine schriftliche Entscheidung
erlassen. Bei dieser Fallgestaltung liegen nach Auffassung des KG die Voraussetzungen für den Anfall der Terminsgebühr nach Abs. 1 Nr. 1 der Anm.
zu Nr. 3104 VV RVG nicht vor. Zunächst
hat das KG darauf hingewiesen, dass
nach dieser Vorschrift eine mündliche
Verhandlung vorgeschrieben sei. In Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit
finde jedoch keine mündliche Verhandlung statt, sondern allenfalls gem. § 32
Abs. 1 FamFG ein Erörterungstermin.
Bei Einführung des FamFG hat der Gesetzgeber offensichtlich übersehen, die
Kreativität und Leistung
müssen geschützt werden.
Demgegenüber ist
es umstritten, unter
welchen Voraussetzungen
ohne
Durchführung eines
Termins die Terminsgebühr in einem Verfahren der
freiwilligen
Gerichtsbarkeit Anwendung findet. In
dem vom KG durch
Beschluss
vom
26.5.2011 – 19 WF
102/11 – AGS
2011, 324 entschiedenen
Fall
hatte die im Wege
der Verfahrenskostenhilfe beigeordnete Rechtsanwältin in einem Versorgungsausgleichsverfahren
keinen
gerichtlichen Termin wahrgenom-
Die persönliche Betreuung der Mandanten
steht seit 30 Jahren im Mittelpunkt unseres
strategischen Denkens und Handelns.
M AIKOWSKI & N INNEMANN
Patentanwälte • European Patent and Trademark Attorneys
Kurfürstendamm 54–55 · D-10707 Berlin
Tel. +49/30-8 81 81 81 · Fax +49/30-8 82 58 23
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 256
256
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Aktuell
Vorschrift von Abs. 1 Nr. 1 der Anm. zu
Nr. 3104 VV RVG auf Verfahren mit vorgeschriebener Erörterung zu erweitern.
Auch eine entsprechende Anwendung
dieser Vorschrift auf Verfahren mit vorgeschriebenem Erörterungstermin kam
nach Auffassung des KG hier jedoch
nicht in Betracht. Zwar bestimme § 221
Abs. 1 FamFG, dass das FamG in einer
Versorgungsausgleichssache die Angelegenheit mit dem Ehegatten in einem
Termin erörtern solle. Damit finde ein
solcher Termin zwar im Regelfall statt,
sei jedoch nicht notwendig durchzuführen. Das FamG könne nämlich von
sich aus und ohne Zustimmungserklärung der Beteiligten von einem Erörterungstermin absehen.
Das OLG Stuttgart
RVGreport
2010,
420 (Hansens) =
NJW 2010, 3524 =
AGS 2010, 586 hat
dies anders gesehen. Das OLG hat
die in § 155 Abs. 2
FamFG
vorgeschriebene Erörterungspflicht für bestimmte
Kindschaftssachen der
vorgeschriebenen
mündlichen
Verhandlung gleichgesetzt und eine Terminsgebühr zugesprochen. Obwohl das KG hier insoweit
von der Auffassung des OLG Stuttgart
abgewichen ist, konnte es die Rechtsbeschwerde an den BGH nicht zulassen, da dies für Verfahren auf Festsetzung der Verfahrenskostenhilfe in § 56
Abs. 2 Satz 1 i. V. m. § 33 Abs. 4 Satz 3
RVG ausdrücklich ausgeschlossen ist.
II. Höhe der Terminsgebühr
in Sozialgerichtssachen
In Verfahren vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit, in denen das GKG
nicht anzuwenden ist, entstehen Betragsrahmengebühren. Bei diesen Gebühren bestimmt der Rechtsanwalt
gem. § 14 Abs. 1 RVG die Gebühr im
Einzelfall unter Berücksichtigung der
dort genannten Umstände. Hierbei
kommt auch die Dauer des Termins als
Bemessungskriterium in Betracht. Das
SG Berlin geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass die durchschnittliche Verhandlungsdauer mit
30 bis 45 Minuten zu bemessen ist, so
Beschluss vom 25.1.2010 – S 165 SF
1315/09 E – sowie in ASR 2010, 83. In
einem Fall, in dem der Verhandlungstermin vor dem SG Berlin nur sechs Minuten gedauert hat, hat das SG Berlin im
Beschluss vom 17.2.2011 – S 180 SF
3212/10 E – eine Terminsgebühr weit
unterhalb der Mittelgebühr von 200
Euro, nämlich nur in Höhe von 128 Euro,
als angemessen angesehen. In jenem
Verfahren war zwar die Bedeutung der
Angelegenheit für den Mandanten hoch.
Jedoch standen dem dessen deutlich
unterdurchschnittlichen wirtschaftlichen
Verhältnisse als Bezieher von Leistungen nach dem SGB II gegenüber. Ferner
hat – jedenfalls nach Auffassung des SG
Berlin – ein besonderes Haftungsrisiko
für den Rechtsanwalt nicht bestanden.
Die Gerichte, die über die Angemessenheit von Terminsgebühren in sozialgerichtlichen Verfahren oder in Straf- und
Bußgeldverfahren entscheiden, stellen
für die Höhe der Terminsgebühr überwiegend auf die Dauer des Verhandlungstermins ab. Hierbei wird häufig –
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH
Friedrichstr. 95 - 10117 Berlin
Tel: 030/ 20 64 80 22
Fax:030/ 20 64 81 66
ra-micro@schucklies.de
www.ra-micro-mitte.de
Wir sind für Sie da:
www.ramicro24.de
© 2011 RA-MICRO BERLIN MITTE GmbH
ra-micro: einfach, preiswert, unschlagbar gut.
Infoveranstaltungen für Interessenten und Kanzleigründer
am 26.08.2011, 09.09.2011 u. 28.09.2011
Oder nach individueller Absprache jederzeit
Ihr
Michael Schucklies
und Team
Wir sind … Ihre
für Sie da!
.
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH…
im Herzen Berlins
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 257
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
257
Aktuell
wie auch vom SG Berlin hier – übersehen, dass die vorbereitenden Tätigkeiten des Rechtsanwalts nicht stets in den
Abgeltungsbereich der Verfahrensgebühr fallen. Dies gilt nämlich nur für die
allgemeine Vorbereitung der mündlichen
Verhandlung, während die konkrete
Vorbereitung des Verhandlungstermins zum Abgeltungsbereich der Terminsgebühr gehört, so etwa OLG Jena
RVGreport 2006, 423 = JurBüro 2005,
470; OLG Oldenburg JurBüro 2007,
528. Somit hätten die von dem Rechtsanwalt in dem Verfahren vor dem SG
Berlin vorgetragenen Tätigkeiten, nämlich eine besonders gründliche Besprechung des Anwalts mit dem Kammervorsitzenden, zum Abgeltungsbereich
der Terminsgebühr gezählt und deshalb
– gebührenerhöhend – berücksichtigt
werden müssen.
Ferner hat das SG Berlin bei der Überprüfung der von dem Rechtsanwalt bestimmten Terminsgebühr ein besonderes
Haftungsrisiko verneint. Hierbei hat das
SG Berlin jedoch nicht berücksichtigt,
dass das Gesetz in § 14 Abs. 1 Satz 2
und 3 Unterschiede für die Berücksichtigung des Haftungsrisikos bei der Bestimmung von Rahmengebühren trifft. Gem.
§ 14 Abs. 1 Satz 2 RVG ist nämlich bei
Rahmengebühren, die sich – wie hier in
Sozialgerichtsverfahren – nicht nach
dem Gegenstandswert richten, das
Haftungsrisiko zu berücksichtigen. Dieses ist somit stets zu berücksichtigen
und muss nicht ein besonderes Haftungsrisiko sein. Im Unterschied hierzu
bestimmt § 14 Abs. 1 Satz 3 RVG, dass
bei Rahmengebühren, die sich nach
dem Gegenstandswert berechnen, ein
besonderes
Haftungsrisiko
des
Rechtsanwalts herangezogen werden
kann. Hierbei ist die Berücksichtigung
somit nicht zwingend; die Anforderungen
an das Haftungsrisiko sind höher. Dabei
geht der Gesetzgeber davon aus, dass
sich das besondere Haftungsrisiko in einem hohen Gegenstandswert niederschlägt, der dann natürlich auch Einfluss
auf die konkrete Gebührenhöhe hat. Dies
ist allerdings nicht zwingend, weil das
Gesetz verschiedentlich streitwertvermindernde Regelungen enthält, die sich
auch auf die Höhe des Gegenstandswer-
tes auswirken. Beispielsweise sei hier auf
Rechtsstreitigkeiten betreffend Mietverhältnisse oder auf die Räumung einer
Wohnung (§ 41 Abs. 2 GKG) oder auf
Kündigungsschutzklagen (§ 42 Abs. 3
GKG) verwiesen, bei denen für den Prozessbevollmächtigten häufig ein ganz erhebliches Haftungsrisiko besteht, das
sich gerade nicht im Gegenstandswert
erhöhend niederschlägt.
Der Autor ist Vorsitzender Richter
am LG Berlin
Zivilprozesskosten
von der Steuer
absetzbar
Gemäß § 33 Abs. 1 EStG können bei der
Berechnung des zu versteuernden Einkommens außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Dazu zählen
dem Steuerpflichtigen zwangsläufig entstehende größere Aufwendungen, die
über die der überwiegenden Mehrzahl
der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens- und Vermögensverhältnisse und
gleichen Familienstands entstehenden
Kosten hinausgehen. Kosten eines Zivilprozesses wurden von der Rechtsprechung bisher nur ausnahmsweise bei
Streitigkeiten von existenzieller Bedeutung für den Steuerpflichtigen als außergewöhnliche Belastung anerkannt.
Diese enge Gesetzesauslegung hat der
BFH nunmehr aufgegeben und seine
Rechtsprechung dahingehend geändert,
dass Zivilprozesskosten unabhängig
vom Gegenstand des Zivilprozesses als
außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden können. Unausweichlich
Für die Parteien eines Zivilprozesses ist
in aller Regel ist nicht nur der Prozess
selbst belastend, sondern vor allem die
Kosten des
Rechtsstreits – das
gilt zumindest für
die
unterlegene
Partei. Da wäre es
doch schön, wenn
man diese Kosten
wenigstens
von
§ 15 FAO
der Steuer absetzen könnte. Bisher
versagten die Fi< Neues Recht u. Akt. Rspr. Arbeitsförderung
nanzgerichte die< Neues Recht u. Akt. Rspr. Arbeitsrecht
sem „Steuertrick“
jedoch die Aner< Abrechnung von Krankenhausleistungen
kennung.
Anwaltsfortbildung in Berlin
Das oberste deutsche Finanzgericht
hat nun mit Urteil
vom 12. Mai (VI R
42/10) unter Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden, dass Kosten
eines Zivilprozesses
unabhängig
von dessen Gegenstand bei der
Einkommensteuer
als außergewöhnliche Belastungen
berücksichtigt
werden können.
< Das ärztliche Sachverständigengutachten
Saus medizinischer Sicht
Saus rechtlicher Sicht
< Krankenhausarbeitsrecht
< Forum Sozialrecht
28.10.2011
29.10.2011
29.10.2011
18.11.2011
19.11.2011
28.10.2011
23. - 24.09.2011
< Computerstrafrecht
18.11.2011
< Das stand. Messverfahren im Bußgeldverfahren 11.11.2011
< Die Vergleichs- u. Abfindungserklärung im VerkR 12.11.2011
< Medizinrecht
15.09.2011 - 18.02.2012
Mehr Informationen: www.ARBER-seminare.de
Anwaltsfortbildung
Tel. 07066 - 90 08 0
Fax 07066 - 90 08 22
Kontakt@ARBER-seminare.de
www.ARBER-seminare.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 258
258
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Aktuell
seien derartige Aufwendungen allerdings nur, wenn die Prozessführung hinreichende Aussicht auf Erfolg biete und
nicht mutwillig erscheine. Davon sei
auszugehen, wenn der Erfolg des Zivilprozesses mindestens ebenso wahrscheinlich wie ein Misserfolg sei.
Im entschiedenen Fall war die Klägerin
zunächst arbeitsunfähig erkrankt. Nachdem ihr Arbeitgeber nach sechs Wochen
seine Gehaltszahlungen einstellte, nahm
die Klägerin ihre Krankentagegeldversicherung in Anspruch. Als bei der Klägerin
zusätzlich zur Arbeitsunfähigkeit auch
eine Berufsunfähigkeit diagnostiziert
wurde, stellte die Krankenversicherung
die Zahlung ein, da nach Eintritt der BU
keine Verpflichtung zur Zahlung von
Krankentagegeld mehr bestehe. Die dar-
aufhin erhobene Klage auf Fortzahlung
des Krankengeldes blieb erfolglos. Die
Kosten des verlorenen Zivilprozesses in
Höhe von rund 10.000 € machte sie allerdings bei ihrer Einkommensteuererklärung geltend. Ihr Finanzamt berücksichtigte diese Kosten jedoch nicht und
wurde darin zunächst vom Finanzgericht
bestätigt: Die Klägerin lebe in intakter
Ehe und könne auf ein Familieneinkommen von ca. 65.000 € „zurückgreifen“.
Der BFH hob dieses Urteil allerdings auf
und verwies an das FG zurück, welches
nun zu prüfen hat, ob die Führung des
Prozesses gegen die Krankenversicherung aus damaliger Sicht hinreichende
Aussicht auf Erfolg gehabt habe.
Ein Anwendungsfeld ist die Justiz. Eine
zeitgemäße Ausstattung der Justiz und
der Anwaltschaft mit elektronischen
Kommunikations- und Arbeitsmitteln ist
zwingende Voraussetzung dafür, dass
die Justiz mit dem rasanten Tempo der
Digitalisierung und der damit verbunde-
Das vorstehend skizzierte Spannungsfeld und das mit dem Digitalisierungsprozess
verbundenen
Erfordernis,
althergebrachte Organisationsstrukturen in der Anwaltskanzlei bzw. im Gericht zu verändern, haben den bereits
vor mehr als 10 Jahren eingesetzten
Prozess der Digitalisierung zum Stocken
gebracht. Ziel des Forums E-Justice ist
es, bereits vorhandene Lösungen zu
präsentieren, Problembereiche zu lokalisieren und daraus gemeinsame Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
Rainer Thiem, Xinnovations e.V.
Thomas Vetter
Die Xinnovations und das Forum
E-Justice 2011
Seit 2003 finden an der Humboldt-Universität zu Berlin die Xinnovations statt.
Die Xinnovations sind eine Konferenz für
netzbasierte Informationssysteme, die
Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und
Verwaltung in verschiedenen Anwendungsfeldern zum Dialog über die fortschreitende Digitalisierung der gesellschaftlichen Abläufe zusammenführt.
den Schutz der Daten vor Zugriffen Dritter - auch der Exekutive - und die Unabhängigkeit der Richter zu gewährleisten.
nen neuen Aufgabenstellungen schritthalten kann und Richter, Staats- und
Rechtsanwälte ihre Aufgabe auch künftig sachgerecht und effektiv wahrnehmen können. Wegen der besonderen
Stellung der Justiz als dritte Staatsgewalt können allerdings IT-Lösungen aus
anderen Bereichen nicht 1:1 auf die Justiz übertragen werden. Die besondere
Stellung des Anwalts als unabhängiges
Organ der Rechtspflege und auch die
richterliche Unabhängigkeit erfordern
trotz der im Grunde berechtigten Forderungen nach einer Standardisierung
technische Lösungen, die es einerseits
ermöglichen, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen, andererseits aber auch
Xinnovations • 19.09. – 21.09.2011 • Humboldt-Universität zu Berlin
Das im Rahmen der Xinnovations stattfindende Forum E-Justice wartet mit
Workshops und Vorträgen zu den Themen „Mobiles Arbeiten für Anwälte“ und
„Elektronische Kommunikation in der Anwaltskanzlei und mit Dritten“ auf,
u.a.:
• Elektronische Justizkommunikation aus dem Dokumentenmanagementsystem des Anwalts und aus der Sicht der Justiz
• Mobiles Arbeiten / TouchApps für Anwälte
• Organisation der elektronischen Kanzlei
• Wettbewerb im Rechtsberatungsmarkt und Datenschutz
Neue Geschäftsmöglichkeiten
für Anwälte auf dem
britischen Markt
Für international ausgerichtete deutsche
Rechtsanwälte und Kanzleien ergeben
sich neue Geschäftsmöglichkeiten auf
dem britischen Markt. Wie das Institut
für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und –forschung (IBWF Institut e.V.)
berichtet, können deutsche Anwälte nun
auch ihre Dienste britischen Mandanten
einfacher anbieten. Bislang mussten Anwälte, die Klienten in Großbritannien
vertreten wollten, Mitglieder einer multinationalen Sozietät mit Sitz in London
sein, so das IBWF. Nun sei die Gründung einer britischen Limited beispielsweise in London ausreichend.
Auch könnten nicht mehr nur (ausländische) Anwaltskanzleien auf dem britischen Rechtsberatungsmarkt tätig sein.
Jedes Unternehmen, dass Anwälte anstellt, darf Rechtsbeistand und Rechtsberatung anbieten. Die britische Coop
Genossenschaftsbank soll laut IBWF
bereits in den Rechtsberatungsmarkt
eingestiegen sein, eine Supermarktkette
soll sich auf diesen Schritt auch schon
vorbereiten.
Eike Böttcher
AW 8-11 Umbuch 1
25.08.2011
17:43 Uhr
Seite 259
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
259
BAVintern
BAVintern
Richter- und Anwaltschaft im Dialog
VRiKG Siegfried Fahr erneut zu Gast beim Berliner Anwaltsverein
Der Berliner Anwaltsverein freute sich,
im Rahmen der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Richter- und Anwaltschaft
im Dialog“ am Abend des 19. Mai 2011
den Vorsitzenden Richter am Kammergericht Herrn Siegfried Fahr als Referenten eines weiteren hochinteressanten
Vortrags zur aktuellen Rechtsprechung
des Kammergerichts zum Bankrecht
begrüßen zu dürfen. Teilnehmer und
Zuhörer waren 50 Gäste, darunter nicht
nur zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, sondern auch 10 Richterinnen und
Richter der Berliner Zivilgerichtsbarkeit.
Der Vorsitzende Richter am Kammergericht Siegfried Fahr, der den gesamten
Vortrag aus präsentem Wissen frei hielt
und für alle Teilnehmer eine sehr hilfreiche Zusammenstellung der zu besprechenden Entscheidungen vorbereitet
hatte, gab einen ebenso informativen
und anschaulichen wie breit gefächerten
Überblick über die Rechtsprechung der
Bankrechtssenate des Kammergerichts
in den vergangenen zwei Jahren. Dargestellt wurden im Detail rund 70 Entscheidungen des Kammergerichts, die vom
4. Zivilsenat, vom 9. Zivilsenat, vom 13.
Zivilsenat, vom 24. Zivilsenat und vom
26. Zivilsenat erlassen worden waren,
dies jeweils mit konkreten Sachverhaltsangaben und gut verständlichen
Rechtsausführungen unter Erläuterung
der
entscheidungserheblichen
Anspruchsgrundlagen.
Aufwendungsersatzanspruch
der Bank gegen ihre Kundin
bei TAN-Nummern-Phishing?
Einen hohen Unterhaltungswert und
eine entspannte Stimmung bewirkte
gleich eingangs der Bericht über einen
Sachverhalt, dessen rechtliche Würdigung der 26. Zivilsenat des Kammergerichts unter dem Aktenzeichen 26 U
159/09 im Urteil vom 29.11.2010 vorzu-
leichterung nach dem neuen § 675
v BGB als Umsetzung der SEPA-Richtlinie mit einer Beschränkung des Verschuldens von Bankkunden bei derartigen Lebenssachverhalten auf Vorsatz
und grobe Fahrlässigkeit habe nicht
zur Anwendung kommen können, da
sich der Vorfall zeitlich vor dem Inkrafttreten von § 675 v BGB ereignet habe.
VRiKG Siegfried Fahr
nehmen hatte. Eine Bankkundin war
beim Online-Banking durch ein sich auf
ihrem PC-Bildschirm öffnendes Fenster
im Rahmen einer Phishing-Attacke über
ein angebliches Fehlschlagen des Login
informiert und sodann aufgefordert worden, zum erneuten Login vier noch unverbrauchte Transaktionsnummern TAN-Nummern - aus ihrer TAN-Liste online einzugeben, was sie tat. Prompt
wurden größere Geldbeträge vom Konto
der Kundin durch Straftäter eingezogen.
Es stellte sich – so der Referent - nun
die Frage, ob die Bank gegen ihre Kundin einen Aufwendungsersatzanspruch
nach den §§ 675, 670 BGB für die an
die Straftäter geleisteten Zahlungen
habe und ob die Kundin der Bank einen
Schadensersatzanspruch nach § 280 I
BGB wegen Verwendung einer unstreitig veralteten Online-Banking-Software
(TAN-Verfahren statt ITAN-Verfahren)
entgegen halten könne. Das Kammergericht sei hier sowohl von einer Pflichtverletzung der Kundin in Höhe von 30 %
ausgegangen, da sich die Abfrage von
vier Transaktionsnummern anlässlich eines angeblichen Logins als konkreter
Verdachtsmoment für eine Softwaremanipulation für einen durchschnittlichen
Nutzer erweisen musste, als auch von
einer Pflichtverletzung der Bank in Höhe
von 70 % wegen der Verwendung eines
veralteten Online-Banking-Systems. Die
bankkundenbegünstigende Haftungser-
Immobilienfonds – Haftung der
Gesellschafter für Millionenkredite
Einen Schwerpunkt des Vortrags bildeten sodann die zahlreichen derzeit bei
den Bankrechtssenaten des Kammergerichts anhängigen Berufungsverfahren zu Forderungen von Banken gegen
Gesellschafter, die sich an Berliner Immobilienfonds in der Rechtsform einer
Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts
beteiligt haben und die analog der §§
128, 130 HGB für die hohen Immobilienkredite gegenüber den Finanzierungsbanken haften sollen. Der Referent Herr
AW 8-11 Umbuch 1
25.08.2011
17:43 Uhr
Seite 260
260
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
BAVintern
Bundesgerichtshof unter dem Aktenzeichen II ZR 177/10 eingereichten Nichtzulassungsbeschwerde zwischenzeitlich
rechtskräftig geworden sei, und verwies
auf das zugrunde liegende Urteil des
Bundesgerichtshofs vom 12.1.2010 zum
Aktenzeichen XI ZR 37/09.
VRiKG Fahr erläuterte hierzu alle wichtigen Aspekte, die regelmäßig vom Kammergericht geprüft werden, und verwies
auf zentrale Entscheidungen wie insbesondere die Urteile in den Verfahren 4 U
163/09, 24 U 185/09, 24 U 11/09, 24 U
102/07, 24 U 132/09 und 26 U 35/09.
Danach sei grundsätzlich eine meistens
quotale Haftung der Gesellschafter anzunehmen, sofern im Einzelfall nicht die
Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Aktenzeichen XI ZR 179/07
zum Tragen komme, derzufolge in besonderen Fällen die Frage einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung der
Dolmetscher
und Übersetzer
Tel 030 · 884 30 250
Fax 030 · 884 30 233
Anleger durch die Finanzierungsbank
gemäß § 826 BGB zu prüfen sei. In diesem Zusammenhang informierte der
Referent über den Prozessstand des
vom Bundesgerichtshof unter dem Aktenzeichen XI ZR 179/07 an den 24. Zivilsenat des Kammergerichts zurückverwiesenen Verfahrens, das dort unter
dem Aktenzeichen 24 U 185/09 durch
Urteil vom 1.12.2010 unter Ablehnung
von § 826 BGB entschieden wurde und
derzeit erneut als Nichtzulassungsbeschwerde unter dem Aktenzeichen XI
ZR 60/11 beim Bundesgerichtshof anhängig sei.
Mo-Fr 9 - 19 Uhr
post@zaenker.de
Norbert Zänker & Kollegen
beeidigte Dolmetscher und Übersetzer
( Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch )
Übersetzungen:
Fachtexte aus verschiedenen Gebieten, ferner Texte allgemeiner Art,
Privatbriefe, Geschäftsbriefe, Familienstandsurkunden, Zeugnisse. Wir
versehen von uns gefertigte Übersetzungen mit der Bescheinigung der
Richtigkeit und Vollständigkeit.
Fachgebiete:
Außenhandel, Bank und Börse, Bildung, Film, Funk, Fernsehen,
Handel, Recht (Zivilrecht, Strafrecht, Wirtschaftsrecht), Messewesen,
Patente, Politik, Steuern und Finanzen, Versicherung, Verträge,
Werbung, Wirtschaft, Zollwesen.
Termine und Kosten:
Für kürzere Texte müssen Sie im allgemeinen mit 1 bis 3 Tagen rechnen; Genaueres können wir Ihnen bei Vorlage des Textes sagen. Die
Kosten werden nach §§ 8, 11 & 12 JVEG berechnet; die Kalkulation
erfolgt bei Vorlage des Textes.
Dolmetschen:
Gerichtsdolmetschen, Gesprächs- und Verhandlungsdolmetschen,
Vortragsdolmetschen, Simultandolmetschen. Kosten und Bedingungen
nennen wir auf Anfrage.
Lietzenburger Str. 102 • 10707 Berlin
zwischen Bleibtreu- und Schlüterstraße
Weitere
interessante Ausführungen zum Thema
Immobilienfonds
erfolgten zu den
Unterpunkten Anschlussförderung –
Verfahren zu den
Aktenzeichen des
Kammergerichts 24
U 3/10 und 26 U
35/08 – und Verjährung der Gesellschaftsschuld im
Zusammenhang
mit der quotalen
Haftung von Gesellschaftern. Zum
vorgenannten
Rechtsbereich erläuterte der Vorsitzende Richter am
Kammergericht
Herr Fahr das Urteil
des
Kammergerichts
vom
30.8.2010 zum Aktenzeichen 26 U
133/09, das infolge
der Rücknahme einer zunächst beim
Verheimlichte Rückvergütungen,
insbesondere bei Medienfonds
Im Mittelpunkt der Rechtsprechung des
Kammergerichts in den letzten beiden
Jahren standen ferner auch Berufungsverfahren, insbesondere im Zusammenhang mit Medienfonds, bei denen Kapitalanleger anlässlich der Zeichnung von
Fondsbeteiligungen nicht über Rückvergütungen, sogenannte Kick Backs, aufgeklärt worden waren, so dass sie den
Interessenkonflikt der die Beteiligung
vermittelnden Finanzdienstleistungsgesellschaft, Bank oder Vermögensverwaltungsgesellschaft nicht erkennen konnten. Der Vorsitzende Richter am Kammergericht
Herr
Fahr
erläuterte
zunächst als Grundsatzentscheidung
den BGH-Beschluss vom 9.3.2011 zum
Aktenzeichen XI ZR 191/10, der eine
gute Zusammenfassung zur Thematik
beinhalte, und führte dann Einzelheiten
zu folgenden Entscheidungen des Kammergerichts aus: 4 U 82/09, 24 U
109/09, 24 U 100/10, 24 U 81/10, 26 U
127/09, 26 U 166/09, 26 U 48/09, 26 U
111/09 u.v.m.
Klagen gegen die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen EdW
Die Entschädigungseinrichtung der
Wertpapierhandelsunternehmen
EdW
gewährt Kapitalanlegern eine finanzielle
Entschädigung, wenn ein dieser Einrichtung zugeordnetes Unternehmen nicht
mehr in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften zu erfüllen und wenn der Entschädigungsfall
von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht festgestellt worden ist.
Bezogen auf den Finanzdienstleister
Phoenix Kapitaldienst GmbH, bei dem
die grundsätzliche Zahlungsverpflichtung der Entschädigungseinrichtung der
Wertpapierhandelsunternehmen
EdW
im März 2005 wegen des betrügeri-
AW 8-11 Umbuch 1
25.08.2011
17:43 Uhr
Seite 261
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
261
BAVintern
schen Schneeballsystems der Phoenix
Kapitaldienst GmbH angeordnet worden
war, waren der 9. Zivilsenat des Kammergerichts unter dem Aktenzeichen 9
U 148/10 und der 26. Zivilsenat des
Kammergerichts unter dem Aktenzeichen 26 U 240/08 im Berichtszeitraum
mit Geschädigtenansprüchen befasst.
Der Vorsitzende Richter am Kammergericht Herr Fahr führte dazu aus, dass es
im Berufungsverfahren zum Aktenzeichen 9 U 148/10 eine wichtige Vorfrage
gewesen sei, ob die Anleger eine Teilentschädigung von der EdW auch dann
beanspruchen könnten, wenn und soweit noch nicht abschließend geklärt
sei, ob ihnen ein Aussonderungsanspruch gegen den Insolvenzverwalter
der Phoenix Kapitaldienst GmbH zustünde. Das Kammergericht habe dazu
festgestellt, dass durch Aussonderungsrechte gesicherte Verbindlichkeiten nicht unter die Entschädigungsverpflichtung der EdW fallen würden, da insoweit kein Schaden gegeben sei. In
dem Berufungsverfahren, das zum Urteil
vom 6.1.2010 zum Aktenzeichen 26 U
240/08 geführt habe, habe es bereits an
den tatbestandsmäßigen Voraussetzungen für eine Entschädigungsleistung gefehlt, da die Saldenmitteilungen der
Phoenix Kapitaldienst GmbH unstreitig
fiktiv waren und daher nicht wirkliche
Geldflüsse und Guthaben der Kunden
widerspiegelten.
Entschädigungsberechtigt seien jedoch nach dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz lediglich real vorhandene
Guthaben oder real eingebrachte Wertpapiere.
KapMuG-Verfahren, Churning,
Lastschriftenwiderruf durch den
Insolvenzverwalter,
Lehman-Zertifikate
Weitere ausführlich besprochene Themen des Vortrags waren die zwischenzeitlich beendeten Verfahren des
Kammergerichts nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz unter den
Aktenzeichen 24 Kap 15/07, 24 Kap
4/08, 4 Kap 3/08 und 26 Kap 4/08 sowie
der Stand von Beschwerden hinsichtlich
der Aussetzung von Verfahren nach § 7
des Kapitalanleger-Musterverfahrensge-
setzes gemäß der Aktenzeichen 4 Kap
1/10 und 24 Kap 1/10. Im Bereich des
„Churning“, also der „Provisionsschinderei“ durch Finanzdienstleister, Vermögensverwalter und Banken, berichtete
der Vorsitzende Richter am Kammergericht Herr Fahr als Nachtrag zu seinem
ersten Vortrag zur Bankrechtsrechtsprechung des Kammergerichts im Berliner
Anwaltsverein am 15. September 2009,
dass das Urteil vom 28.8.2009 im Verfahren 4 U 137/06 zwischenzeitlich
Rechtskraft erlangt habe. Gleiches gelte
auch für das Urteil vom 14.6.2010 im
Verfahren 24 U 12/08.
folgten Lastschriften. Der Vorsitzende
Richter am Kammergericht Herr Fahr
führte dazu aktuell ergänzend aus, der
Bundesgerichtshof habe dies im Urteil
zum Aktenzeichen XI ZR 370/08 vom Ergebnis her bestätigt, für die Annahme
der konkludenten Genehmigung allerdings vom Kammergericht abweichend
den tatsächlichen Umstand herangezogen, dass der Schuldner in Kenntnis
konkret erfolgter Abbuchungen und
Überweisungsaufträge anschließend jeweils mittels Einzahlungen für eine ausreichende Deckung auf dem Konto gesorgt habe. Eingegangen wurde in diesem Zusammenhang ferner auf zwei
neue Urteile des 24. Zivilsenates des
Kammergerichts, die am 15.11.2010 im
Verfahren 24 U 103/09 und am 9.3.2011
im Verfahren 24 U 23/10 verkündet worden waren.
Ebenfalls als Nachtrag zum Erstvortrag
wurde sodann bezüglich des Themas
Lastschriften/Insolvenzrecht mitgeteilt,
dass das Urteil des 13. Zivilsenates des
Kammergerichts vom 2.12.2008 zum
Aktenzeichen 13 U 8/08 inzwischen
rechtskräftig geworden sei, da der BunMit Schadensersatzansprüchen aufdesgerichtshof am 23.11.2010 die Revigrund einer Falschberatung beim Version dagegen unter
dem Aktenzeichen
XI
ZR
370/08
zurückgewiesen
habe. Wie von
Herrn VRiKG Fahr
in seinem Erstvortrag zum Bankrecht
am 15. September
2009
dargelegt
worden war, vertritt
das Kammergericht
in diesem Urteil die
Auffassung, der Insolvenzverwalter
Das Soldan Service-Center in Berlin –
sei dann nicht mehr
zum Widerruf von
ein idealer Treffpunkt in Gerichtsnähe
Kontolastschriften
Hier präsentieren wir Ihnen den kompletten Berufsbedarf
berechtigt,
wenn
sowie Dienstleistungen für Rechtsanwälte und Notare.
der Schuldner nach
Bei kalten und warmen Getränken können Sie in einem umden betreffenden
fangreichen Literaturangebot stöbern oder sich beispielsLastschriftbuchunweise über juristische Datenbanken, digitales Diktieren und
gen über einen MoSpracherkennung informieren oder sich auf Marktplatznat lang weitere
Recht.de anmelden – dem Netzwerk für Juristen.
guthabensreduzierende Dispositionen auf seinem
soldan.de
Konto vorgenommen habe. Dies
führe
zu
einer
Littenstraße 10 | 10179 Berlin | Telefon: 030 240 8379-00
konkludenten GeGeöffnet: Mo. - Do. 09:00 -17:30 Uhr | Fr. 09:00 -14:00 Uhr
nehmigung der er-
AW 8-11 Umbuch 1
25.08.2011
17:43 Uhr
Seite 262
262
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
BAVintern
trieb von Zertifikaten der US-amerikanischen Bank Lehman Brothers Inc. seien
im Berichtszeitraum einerseits der 26.
Zivilsenat des Kammergerichts befasst
gewesen, der hierzu am 13.10.2010 unter dem Aktenzeichen 26 U 198/09 ein
Urteil verkündet habe, und andererseits
der 24. Zivilsenat des Kammergerichts,
der am 8.3.2010 einen Hinweisbeschluss zum Aktenzeichen 24 U 118/09
erlassen habe. Im Zusammenhang mit
Bürgschaften wurde das Berufungsurteil vom 8.12.2010 zum Aktenzeichen
26 U 137/09 besprochen.
Insgesamt wurde die Bankrechtsmaterie
vom Referenten Herrn Fahr, der selbst
seit 2009 der Vorsitzende Richter des
26. Zivilsenats des Kammergerichts und
damit Vorsitzender eines Bankrechts-
senates ist, sehr spannend und abwechslungsreich veranschaulicht. Zu allen Themen konnten während des Vortrags Fragen gestellt werden, wovon die
Zuhörer regen Gebrauch machten. Auch
brachten viele Kolleginnen und Kollegen
fachliche Beiträge und praktische Erfahrungen ein, die sie an anderen Gerichten
erlebt hatten, so dass der gemeinsame
Dialog sehr inspirierend und facettenreich für alle Teilnehmer verlief. Der Vortrag von Herrn VRiKG Fahr war somit
aus anwaltlicher Sicht wieder eine sehr
gelungene und erfolgreiche Veranstaltung.
Sylvana Morgenstern
Presserecht im Schulunterricht:
Aufklärung gegen Cybermobbing
Müssen Jugendliche einer 8. oder 9.
Klasse die Grundzüge des Presserechts
kennen? Man mag es nicht glauben,
Schülerinnen und Schüler kommen
durch neue Medien über das Internet
früh mit Rechtsgebieten in Berührung,
die vormals den entsprechenden Profis
vorbehalten waren.
Anlass für Schulprojekte mit einem spezialisierten Rechtsanwalt in mehreren
Schulen Berlins war die im Frühjahr zu
einem Höhepunkt gekommene Diskussion über sogenanntes Cybermobbing
an Schulen. Darunter versteht man
Möglichkeiten, durch elektronische
Dienste andere zu beleidigen, zu nötigen oder anders zu belästigen.
Schon 2006 gelangte das Thema zu
trauriger Popularität, als sich die 13jährige Megan aus dem Örtchen Dar-
denne Prairie im US-Staat Missouri das
Leben nahm, nachdem ihr vermeintlicher Online-Freund sich von ihr trennte.
Gleichzeitig beschimpfte er sie im Netz
und sandte herabwürdigende Nachrichten an andere Freunde. Hinter dem gefälschten Profil des vermeintlichen Online-Freundes steckte jedoch eine Mitschülerin, die sich an Megan rächen
wollte.
Die aktuelle Diskussion an Berliner
Schulen entbrannte im Frühjahr an dem
Dienst Isharegossip. Inzwischen ist die
Seite abgeschaltet - angeblich weil
Hacker an die Daten der Betreiber gekommen sein sollen.
Die Idee der Betreiber war, jedem die
Möglichkeit zu geben, Kommentare
über Mitschüler, oder Lehrer zu posten.
Ein Anmeldung war nicht erforderlich.
Auch eine Überprüfung der Einträge
fand nicht statt. So wurde munter drauf
los gehetzt: beleidigt, gekränkt oder intime Details veröffentlicht und manchmal auch ein Foto dazu hochgeladen.
Wie schlimm der Dienst arbeitet, merkten reuige Nutzer, die ihren selbst veröffentlichten Eintrag wieder löschen wollten: dafür sah der Dienst gar keine Möglichkeit vor. Klaus T. (9. Klasse) war so
einer: Er hatte das Foto seiner Klassenkameradin Simone O. aus deren Facebook-Profilseite kopiert und anschließend zum Mobben hochgeladen. Sein
Kommentar dazu: „die größte Schlampe
der ganzen Schule“. Trotz zugesicherter
Anonymität durch den Anbieter war an
der Schule der Täter bald ausfindig gemacht und zur Rede gestellt. Erst nach
der vierten ausführlichen E-Mail und der
Versicherung, dass er den Text verfasst
habe und ihn bereue, löschten die Betreiber den Eintrag.
Andere Schülerinnen oder Schüler hatten nicht soviel Glück. In späterer Zeit
beantwortete der Dienst viele Emails
nicht einmal mehr.
Im Workshop zum Presserecht erfuhren
die Jugendlichen, dass solch „kleinen“
Postings Publikationen sind, für die das
Presserecht Regeln vorgibt. Von Artikel
5 GG hatten die Teilnehmer schon
gehört und die Meinungsfreiheit war fast
allen gut bekannt. Bei den Grenzen der
Meinungsfreiheit und den Rechten anderer hatten sie dagegen nur vage Vorstellungen. Vielen war klar, dass Beschimpfungen und Beleidigungen „irgendwie“ verboten sind. Von den rechtlichen Folgen, wie zivilrechtlichen
Ansprüchen oder gar einer eventuellen
Strafbarkeit hörten viele Teilnehmer zum
ersten Mal.
German von Blumenthal
Werden auch Sie Mitglied im Berliner Anwaltsverein e.V. !
Nähere Informationen unter www.berliner.anwaltsverein.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 263
+OOGTCMVWGNN
&KG6GZVUCOONWPIHØT$GTNKP
Aus dem Inhalt
3
5VCCVU WPF8GTHCUUWPIUTGEJV
3
5VCCVUMKTEJGPTGEJV
3
8GTYCNVWPIUQTICPKUCVKQPU WPF
8GTHCJTGPUTGEJV
3
4GEJVFGUÒHHGPVNKEJGP&KGPUVGU
3
4GEJVFGTÒHHGPVNKEJGP5KEJGTJGKV
WPF1TFPWPI
3
$CW$QFGP9QJPWPIU WPF
0CEJDCTTGEJV
3
9KTVUEJCHVU WPF)GYGTDGTGEJV
'PGTIKGTGEJV
3
(KPCP\ WPF#DICDGPTGEJV
3
#TDGKVU WPF5Q\KCNTGEJV
3
)GUWPFJGKVU WPF
.GDGPUOKVVGNTGEJV
3
7OYGNVTGEJV
3
,WIGPFWPF5RQTV
3
$KNFWPI
3
-WNVWT WPF/GFKGPTGEJV
3
8GTMGJTUYGUGP
3
4GEJVURHNGIG
3
FCU5)$++#WUHØJTWPIU)
3
PFGTWPIGPFGU
-TGKUNCWHYKTVUEJCHVU WPF#DHCNN)
3
0GWDGMCPPVOCEJWPIFGU.CPFGU
INGKEJUVGNNWPIU)
3
\CJNTGKEJG PFGTWPIGPKO5EJWN
TGEJV
Unentbehrlich für die Praxis
Fax-Coupon
#NNGYKEJVKIGPCMVWGNNGP)GUGV\GUVGZVGWPF
8GTQTFPWPIGPHØTFKG*CWRVUVCFV&GWVUEJ
NCPFUKPGKPGOJCPFNKEJGP1TFPGT&KG
5COONWPIQTKGPVKGTVUKEJCPFGP$GFØTHPKUUGP
FGTRTCMVKUEJGP4GEJVUCPYGPFWPIWPFFGT
#WUDKNFWPI
'ZRN &TKGJCWU-ÀTIGN
8GTHCUUWPIUWPF8GTYCNVWPIUIGUGV\G$GTNKPU
#WHNCIG4F5GKVGP+O1TFPGTas
'TIÀP\WPIUNKGHGTWPIGPGTJCNVGP5KGDKUCWH9KFGTTWH
0COG
5VTC»G
2.<1TV
&CVWO7PVGTUEJTKHV
$GK UEJTKHVNKEJGT QFGT VGNGHQPKUEJGT $GUVGNNWPI JCDGP 5KG FCU 4GEJV +JTG $GUVGNNWPI KPPGTJCND XQP
9QEJGP PCEJ #DUGPFWPI QJPG $GITØPFWPI KP 6GZVHQTO \$ $TKGH (CZ 'OCKN \W YKFGTTWHGP
&KG TGEJV\GKVKIG #DUGPFWPI FGU 9KFGTTWHU KPPGTJCND FKGUGT (TKUV IGPØIV &KG (TKUV DGIKPPV PKEJV XQT
'TJCNV FKGUGT $GNGJTWPI &GT 9KFGTTWH KUV \W TKEJVGP CP FGP .KGHGTCPVGP $WEJJÀPFNGT DGEMUJQR
FG QFGT 8GTNCI %*$GEM EQ 0ÒTFNKPIGT 8GTNCIUCWUNKGHGTWPI #WIUDWTIGT 5VT C 0ÒTFNKPIGP +O (CNNG GKPGU 9KFGTTWHU UKPF DGKFGTUGKVU GORHCPIGPG .GKUVWPIGP \WTØEM\WIGYÀJTGP
-QUVGP WPF )GHCJT FGT 4ØEMUGPFWPI VTÀIV FGT .KGHGTCPV <W FGPUGNDGP $GFKPIWPIGP JCDGP 5KG CWEJ
GKP 4ØEMICDGTGEJV HØT FKG 'TUVNKGHGTWPI KPPGTJCND XQP 6CIGP UGKV 'TJCNV
+JT 8GTNCI %*$GEM Q*) 9KNJGNOUVT /ØPEJGP
Bestellen Sie bei Ihrem Buchhändler oder bei:
beck-shop.de QFGT8GTNCI%*$GEM“/ØPEJGP
(CZ “YYYDGEMFG
2TGKUKPMN/Y5V\\IN8GTUCPFMQUVGPaKPPGTJCND&GWVUEJNCPFUDGK$GUVGNNWPIDGKO8GTNCI
Jetzt wieder aktuell:
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 264
264
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
BAVintern
Veranstaltungen des Berliner Anwaltsvereins
Anmeldungen: mail@berliner-anwaltsverein.de
Datum / Ort / Gebühr
Referent
Thema
Donnerstag, 25.08.2011
19.00 – 21.00 Uhr,
Niederlassung HDI-Gerling,
Krausenstraße 9 - 10, 10117 Berlin
Anmeldung:
ak-verwaltung@berliner-anwaltsverein.de
RA Dr. Kostja von Keitz,
Fachanwalt für Verwaltungsrecht
Arbeitskreis Verwaltungsrecht
Wie lese ich einen Bebauungsplan?
Darstellungsweisen und Bedeutung
zeichnerischer Festsetzungen
Dienstag, 06.09.2011
18.00 – 20.00 Uhr
DAV Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-mietrecht@berliner-anwaltsverein.de
RA’in Silvia C. Groppler
RA Frank Schubert
Arbeitskreis Mietrecht und WEG
Der Wasserschaden und seine Folgen
Rechtsprechungsübersicht
Mittwoch, 07.09.2011
19.00 – 21.00 Uhr
DAV Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-arbeit@berliner-anwaltsverein.de
RA’in Dr. Stefanie Deinert
Arbeitskreis Arbeitsrecht
Arbeitszeitkonten in KMU
Rechtsprechungsübersicht
Mittwoch, 21.09.2011
18.30 – 20.30 Uhr
DAV-Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-strafrecht@berliner-anwaltsverein.de
RA Sebastian Scharmer
Arbeitskreis Strafrecht
Sicherungsverwahrung – gesetzliche Neuregelungen und Auswirkungen des Urteils des
Bundesverfassungsgerichts vom 04.05.2011
Dienstag, 27.09.2011
18.00 – 20.00 Uhr
DAV Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-mietrecht@berliner-anwaltsverein.de
RA Klaus Pfitzner
Arbeitskreis Mietrecht und WEG
Die Jahresabrechnung und die Darstellung
von Bestand und Entwicklung der
Instandhaltungsrücklage
Mittwoch, 05.10.2011
19.00 – 21.00 Uhr
DAV Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-arbeit@berliner-anwaltsverein.de
RA Michael Loewer
Arbeitskreis Arbeitsrecht
Tarifrecht des öffentlichen Dienstes in Berlin
Rechtsprechungsübersicht
Arbeitskreis Strafrecht
Besuch der polizeihistorischen Sammlung
Mittwoch, 19.10.2011
18.30 – ca. 20.30 Uhr
Polizeipräsidium, Platz der Luftbrücke 6,
12101 Berlin (rechter Gebäudeflügel
ehemaliger Flugplatz Tempelhof)
Anmeldungen:
ak-strafrecht@berliner-anwaltsverein.de
Dienstag, 01.11.2011
18.00 – 20.00 Uhr
DAV Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-mietrecht@berliner-anwaltsverein.de
RA Peter Seidel
Arbeitskreis Mietrecht und WEG
Verwertungskündigung,
§ 573 Absatz 2 Nr. 3 BGB
Mittwoch, 02.11.2011
19.00 – 21.00 Uhr
DAV Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-arbeit@berliner-anwaltsverein.de
RA Jörg Hennig
Arbeitskreis Arbeitsrecht
Grundzüge der Auslandsentsendung
Rechtsprechungsübersicht
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 265
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
265
BAVintern
Dienstag, 06.12.2011
18.00 – 20.00 Uhr
DAV Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-mietrecht@berliner-anwaltsverein.de
RA Ulrich Sperling
RA Johannes Hofele
Arbeitskreis Mietrecht und WEG
Thema: wird noch bekannt gegeben
Rechtsprechungsübersicht
Mittwoch, 07.12.2011
19.00 – 21.00 Uhr
DAV Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Anmeldung:
ak-arbeit@berliner-anwaltsverein.de
RA’in Dr. Gabriele Peter
Arbeitskreis Arbeitsrecht
Praktisches zum Entsendegesetz
Rechtsprechungsübersicht
Alle Veranstaltungen mit (FAO-) Teilnahmebescheinigungen. Die Teilnahmegebühren verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer.
Anmeldung unter mail@berliner-anwaltsverein.de; Tel. (030) 251 38 46; Fax (030) 251 32 63
Informationen zu den monatlichen Veranstaltungen der Arbeitskreise des Berliner Anwaltsvereins
unter: www.berliner-anwaltsverein.de (Teilnahme für Mitglieder kostenlos / mit FAO-Teilnahmebescheinigungen)
Berliner Bündnis für
außergerichtliche Konfliktbeilegung
Am 24.6.2011 ging das in Deutschland
einzigartige Projekt an den Start: Eine
Online-Plattform, die zu finden ist unter
www.schlichten-in-berlin.de. Hinter dieser verbraucher- und unternehmerfreundlich gestalteten Website stehen
die Initiatoren des „Berliner Bündnisses
für außergerichtliche Konfliktbeilegung“
– neben der IHK Berlin und der Senatsverwaltung für Justiz auch der BAV.
Hinzu kamen im Laufe der Zeit die
Handwerkskammer Berlin sowie die
Verbraucherzentrale Berlin. Seit März
2010 wurde an dem Projekt gearbeitet,
da alle Bündnispartner eine Stärkung
der Streitbeilegungsverfahren wie Mediation, Schlichtung, Schieds- oder Ombudsverfahren beabsichtigen. Der BAV
war von Anfang an vertreten durch den
AK Mediation und einen seiner Sprecher, den Kollegen RA & Mediator Jörg
Pahnke. Zusammen mit Frau Melanie
Bähr, Geschäftsführerin Recht und Fair
Play der IHK Berlin, und dem Kollegen
RA & Mediator Michael Plassmann
wurde an dem Konzept gearbeitet, anders als in anderen Bundesländern eine
neutrale Anlaufstelle für Fragen zu
außergerichtlichen Konfliktbeilegungsverfahren zu schaffen, die Unternehmen
und Verbrauchern gleichermaßen zur
Verfügung steht. Ob Mediatoren,
Schlichter oder Schiedsrichter – diese
Anbieter können dort problemlos gefunden werden. Durch die Verlinkung aller
Bündnispartner ist gewährleistet, dass
Nachfrager zur BAV-Website finden, um
AnwältInnen zu finden, die Mediation
anbieten. Der Startschuss mit der Pressekonferenz unter Beteiligung der Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue
sowie des BAV-Geschäftsführers Christian Christiani und die gute Resonanz
der Vorstellung des Bündnisses im Rahmen der anschließenden Veranstaltung
„Schlichten in Berlin“ am 24.6.2011 darf
jedenfalls als Erfolg bezeichnet werden.
RA und Mediator Jörg Pahnke
Werden auch Sie Mitglied im
Berliner Anwaltsverein e.V. !
Nähere Informationen unter www.berliner.anwaltsverein.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 266
266
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Kammerton
TOP im... Vorstand
Am 8. Juni 2011
Referendarausbildung
AG-Leiter gesucht
Die RAK Berlin hat die Unterrichtung
der Referendare in der neunmonatigen
Anwaltsstation im zweiten Jahr der
Referendarausbildung übernommen.
Der letzte Aufruf zur Mitarbeit als AGLeiter war sehr erfolgreich. Insbesondere für den Bereich des Öffentlichen
Rechts fehlt es aber noch immer an
einer ausreichenden Anzahl qualifizierter Dozenten. Gesucht werden
Dozentinnen und Dozenten,
- die bereits auf dem Gebiet der Aus-/
Fortbildung Erfahrungen sammeln
konnten,
- die länger als vier Jahre als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin zugelassen
sind,
- deren Examensnote
„befriedigend“ war,
mindestens
- oder die bereits anderweitig Dozentenerfahrungen sammeln konnten.
Die
Arbeitsgemeinschaften
finden
sechs Wochen lang einmal wöchentlich
für jeweils 2 Doppelstunden statt. Die
Tätigkeit wird vom Kammergericht und
der Rechtsanwaltskammer mit je
76,50 € pro Doppelstunde vergütet.
Wenn Sie daran interessiert sind, an
dieser Ausbildung mitzuwirken, bitten
wir Sie, den unter www.rak-berlin.de in
der
Nachricht
vom
18.07.2011
eingestellten Fragebogen ausgefüllt
zurückzuschicken.
Weitere Informationen über den Inhalt des
Ausbildungsplanes können Sie im Internet
unter www.kammergericht.de – Juristischer
Vorbereitungsdienst - erhalten.
Für Rückfragen steht Ihnen Frau Drucker,
Tel.: 30 69 31 31, zur Verfügung.
Die RAK Berlin hat die Unterrichtung
der Referendare in der neunmonatigen
Anwaltsstation
übernommen.
Nun
sollen die Einführungslehrgänge mit den
jeweiligen Arbeitsgemeinschaften unmittelbar verbunden werden. Darüber
hinaus sollen die Teilnehmerzahlen der
einzelnen Kurse dadurch reduziert werden, dass insgesamt 6 statt bisher 4 Arbeitsgemeinschaften durchgeführt werden. Daraus ergibt sich eine zusätzliche
Kostenbelastung von jährlich etwa
11.000 € sowohl für die RAK als auch
für das Kammergericht. Der Vorstand
hat
beschlossen,
dass
die
Verbesserung der Effektivität der Ausbildung diese Verwendung der Mitgliedsbeiträge rechtfertigt.
Strafrechtsänderungsgesetz
Der Vorstand beriet einen Referentenentwurf zur Beschränkung des Anwendungsbereichs
der
„Kronzeugenregelung“ in § 46b StGB. Diese erst am
1.9.2009 in Kraft getretene Regelung
sieht bisher Strafmilderung oder Absehen von Strafe für „Kronzeugen“ vor,
die Aufklärungs- oder Präventionshilfe
leisten, wobei bisher kein Zusammenhang zwischen der Tat des Kronzeugen
und der anderen Tat bestehen muss.
Rechtsanwaltskammer Berlin
Littenstraße 9, 10179 Berlin
Tel. 306 931 - 0 Fax: 306 931 -99
www.rak-berlin.de
E-Mail: info@rak-berlin.org
Der Newslettter der RAK Berlin
(z.Zt. 3.163 Abonennten) wird einmal
im Monat versandt und kann kostenlos abonniert werden unter
www.rak-berlin.de unter
Aktuelles/Newsletter.
Das war damals von der Anwaltschaft
heftig kritisiert worden, weil Fehlurteile
und Aufblähung der Hauptverhandlungen zu erwarten waren, um die
Angaben des Kronzeugen zu überprüfen.
Der jetzige Referentenentwurf will
diesen Fehler korrigieren, indem zukünftig ein Zusammenhang beider Taten
bestehen muss. Insoweit wurde der
Gesetzentwurf begrüßt.
Kritisiert wurde allerdings, dass keine
Übergangsregelung vorgesehen ist,
nach der in schon laufenden Verfahren
die bisherige Rechtslage weiterhin anwendbar bleibt.
Am 13. Juli 2011
Ausschreibung von Notarstellen
Der Vorstand hat sich in der Sitzung am
13.07.2011 gegen die von der Senatsverwaltung für Justiz geplante Erhöhung der Bedürfniszahl für die
Bestellung neuer Notarinnen und Notaren in der Allgemeinen Verfügung über
die Angelegenheiten der Notare (AVNot)
ausgesprochen. Die Justizverwaltung
beabsichtigt, so die Zahl der Kleinstnotariate, in denen die notwendige Routine fehle, zu reduzieren.
Der Vorstand hält dagegen Notare mit
einem geringen Urkundsaufkommen
nicht notwendigerweise für unerfahren,
da Notare zum Teil nur in Bereichen
beurkundend tätig werden, in denen sie
besonders erfahren sind. Kleinstnotariate seien nicht notwendigerweise
einkommensschwach, da es um hohe
Geschäftswerte gehen oder aber die
anwaltliche Tätigkeit der wirtschaftliche
Schwerpunkt sein könne. Darüber hinaus würden sich die Kleinstnotariate
durch das altersbedingte Ausscheiden
von Notaren und durch das geänderte,
aufwendige Zulassungsverfahren für
Notare ab 2011 ohnehin reduzieren.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 267
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Tag der offenen Tür am 25. August 2011
17.00 – 18.00 Uhr
Führungen durch die Räume der Geschäftsstelle
17.30 Uhr
www.rak-berlin.de
Navigation durch die Website der Rechtsanwaltskammer Berlin
4. Etage, Sitzungssaal
18.00 Uhr
Fragen und Anregungen an den Vorstand der Rechtsanwaltskammer
Vorstandsmitglieder stehen zum Gespräch zur Verfügung
18.30 Uhr
Plückhahn und Vogel - Die Musiksatire aus Berlin
4. Etage, Sitzungssaal
19.00 Uhr
Begrüßung durch die Präsidentin der Rechtsanwaltskammer Berlin Irene Schmid
Grußwort von Justizsenatorin Gisela von der Aue
Präsentation des Bildbandes „Leo Rosenthal - Ein Chronist in der Weimarer Republik“
durch den Vizepräsidenten der Rechtsanwaltskammer Berlin Dr. Marcus Mollnau
4. Etage, Sitzungssaal
19.30 Uhr
Plückhahn und Vogel - Die Musiksatire aus Berlin
4. Etage, Sitzungssaal
20.00 Uhr
Empfang mit Imbiss
Rechtsanwaltskammer Berlin
Geschäftsstelle in der Littenstraße 9, 10179 Berlin, 3. und 4. Etage
in der Nähe des Alexanderplatzes, U-Bahnhof Klosterstraße (U2)
267
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 268
268
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Kammerton
EGMR- Richterin
Angelika Nußberger am
05.09.2011 zu Gast
Prof. Angelika Nußberger, seit dem
01.01.2011 die neue Richterin am Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), wird auf Einladung der RAK Berlin am Montag,
5. September 2011, 17 Uhr, über die
aktuelle Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sprechen.
Vier Anwältinnen und drei Anwälte
für Berlin
Ergebnis der Wahlen zur Satzungsversammlung in Berlin
Die Vertreter der Berliner Anwaltschaft
in der 5. Satzungsversammlung stehen
fest. Die Kammermitglieder haben folgende Mitglieder für die 5. Satzungsversammlung gewählt:
RAuN Ulrich Schellenberg mit 987 Stimmen, RAin Ulrike Zecher mit 917 Stimmen, RAin Eva Pätzold mit 838 Stimmen, RAin Silvia C. Groppler mit 723
Stimmen, RA Gregor Samimi mit 705
Stimmen, RAuN Dr. Hans-Michael
Giesen mit 689 Stimmen und RAin Katrin Winkler mit 668 Stimmen.
Als Nachrücker wurden gewählt:
RA Hansgeorg Birkhoff (565 Stimmen),
RA Dr. Martin Stellpflug (526 Stimmen),
RA Marc Daniel Wesser (504 Stimmen)
und RA Dominik Kellner (366 Stimmen).
Von 12.991 Wahlberechtigten haben
1.871 gewählt. Die Wahlbeteiligung lag
damit bei 14,4 %, knapp 3 % höher als
vor 4 Jahren (11,58 %).
Die Amtszeit der 5. Satzungsversammlung dauert vom 01.07.2011 bis zum
30.06.2015. Die Satzungsversammlung
ist gem. § 191a BRAO bei der Bundesrechtsanwaltskammer eingerichtet
und gem. § 59 b BRAO zuständig für
die Gestaltung der Berufsordnung und
der Fachanwaltsordnung. Die erste
Sitzung der 5. Satzungsversammlung
findet am 14.10.2011 statt.
Prof. Angelika Nußberger
Die Veranstaltung ist der Abschluss
der Fortbildungsreihe der RAK über
die Rechtsprechung des EuGH und
des EGMR und findet in den Räumen
der BRAK, Littenstr. 9, 7. Etage, statt.
Anschließend Empfang.
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine
Bescheinigung gem. § 15 FAO erfolgt
nicht.
Anmeldung erforderlich, vgl. Seite 271.
BFH: Zivilprozesskosten
sind als außergewöhnliche
Belastungen abziehbar
Unter Änderung seiner bisherigen
Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 12. Mai 2011 VI
R 42/10 entschieden, dass Kosten eines
Zivilprozesses unabhängig von dessen
Gegenstand bei der Einkommensteuer
als
außergewöhnliche
Belastungen
berücksichtigt werden können.
(siehe S. 257 in diesem Heft)
Eine Studiengruppe der kosovarischen Rechtsanwaltskammer war Ende Juli in Berlin
und traf in den Räumen der RAK Berlin RAuN Bernd Häusler (links), Vizepräsident und
Menschenrechtsbeauftragter der RAK. Die Gäste hatten Fragen zum Berufsrecht und
zur Ethik des Rechtsanwalts. Die Delegation war im Rahmen des EU-Twinning-Projects “Legal Education System Reform” hier und erhielt einen Eindruck über Bedeutung und Organisation der Anwaltschaft in Deutschland.
Foto: Schick
Dialog mit Verwaltungsrichtern
Die Kammer im Internet:
www.rak-berlin.de
E-Mail: info@rak-berlin.org
Die Dialogreihe des Präsidenten des
OVG Berlin-Brandenburg und des Vorstandes der RAK Berlin wird am
27.09.2011, 15 - 18 Uhr, mit einem Vortrag von VR’in OVG Dagmar Merz, der
Vorsitzenden einer der beiden Bausenate des OVG fortgesetzt. Details S. 271
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 269
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
269
Kammerton
Rügen wegen Wahrnehmung widerstreitender Interessen
Aus der Rügepraxis des Vorstands
§ 73 Abs.2 BRAO weist dem Vorstand der Rechtsanwaltskammer eine Reihe von Aufgaben zu. Davon ist die Aufgabe „die Erfüllung der den Mitgliedern der Kammer obliegenden Pflichten zu überwachen und das Recht der Rüge zu handhaben“ eine
wichtige, wenn auch zahlenmäßig bei weitem nicht die häufigste. Von den 4.214 Einzelvorgängen, die die Vorstandsabteilungen
2010 bearbeitet haben (vgl. Jahresbericht 2010, Seite 4) waren 1.258 Beschwerdesachen. Im Jahr 2010 hat der Vorstand
weniger als hundert Rügen ausgesprochen. Dabei wurden die Beschwerden, die zu Rügen geführt haben, zu 43,2 % von Privatpersonen, zu 19,5% von Gerichten, zu 17,8 % von anderen Anwälten und zu 3,4 % von anderen Behörden erhoben. 16,1 %
dieser Verfahren wurden von Amts wegen durch die RAK Berlin eingeleitet.
Heute sollen Rügen des Vorstands zur Interessenkollision erläutert werden.
Erbenermittler und Erbe
Eine Rechtsanwältin schrieb im Auftrag
des Erbenermittlers den durch dessen
Tätigkeit gefundenen Erben an und ließ
sich zunächst dessen Geburtsurkunde,
später eine Geldempfangsvollmacht
von ihm übersenden. Vertragsdokumente zwischen Erbenermittler und Erben unterschrieb dieser nicht.
Nach Eingang des Erbes rechnete die
Kollegin ab und behielt dabei – entgegen der Anweisung des Erben, der
keine Zahlung an den Erbenermittler
leisten wollte – einen Betrag für die
Aufwendungen des Erbenermittlers ein.
Indem sie den Ansprüchen des Erbenermittlers Vorrang einräumte, handelte
sie im Verhältnis zum Erben im widerstreitenden Interesse und verstieß
dadurch gegen § 43 a Abs.4 BRAO.
Die Rüge vom 9. Juni 2010 sah außerdem § 43 a Abs.5 BRAO verletzt, weil
durch den Einbehalt des Anteils des Erbenermittlers
keine
unverzügliche
Auskehr des Fremdgeldes erfolgt war.
Das Berufsrecht berechtigt Anwälte
lediglich, mit eigenen Honorarforderungen aufzurechnen. Anwälte sind nicht
berechtigt, gegen den Willen der Mandanten deren mutmaßliche zivilrechtliche Verpflichtungen eigenmächtig
zu erfüllen.
Ehefrau und volljähriges Kind
Eine Rechtsanwältin hatte zunächst
Trennungsunterhaltsansprüche
der
Ehefrau gegen den Ehemann geltend
gemacht und – in einem gesonderten
Verfahren – Kindesunterhaltsansprüche
der gemeinsamen volljährigen Tochter
eingeklagt. Da das volljährige Kind
Barunterhaltsansprüche gegen beide
Elternteile hat, hat sie damit widerstreitende Interessen vertreten. Denn die
Höhe bemisst sich nach dem Verhältnis
der anrechenbaren Einkünfte der Eltern
und hängt somit (auch) von der Höhe
der Unterhaltszahlungen zwischen den
Eltern ab. Zwischen dem volljährigen
Kind und beiden Elternteilen besteht
somit ein objektiver Interessenwiderstreit. Selbst das Einverständnis der
Beteiligten mit dem Vorgehen würde
diesen nicht aufheben.
zunächst der Ehefrau beigeordnet worden und hat danach die Vertretung des
Ehemannes in demselben Verfahren
angezeigt. Im Rahmen der Anhörung
trug er vor, ihm sei ein Versehen unterlaufen und er habe das Mandat des
Ehemannes
niedergelegt.
Darauf
aufmerksam gemacht, dass er nach § 3
Abs.4 BORA verpflichtet ist, alle Mandate in derselben Rechtssache zu beenden, wandte er ein, dass die Ehefrau
dem aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses nicht zustimme.
Mit der Rüge vom 10. November 2010
musste auch ihm verdeutlicht werden,
dass die Mandatsbeendigung nicht vom
Parteiwillen abhängig ist.
Die Rüge vom 22. Juli 2010 betont,
dass das Verbot der Doppelvertretung
grundsätzlich nicht der Verfügungsmacht der Parteien unterliegt, weil es
nicht nur ihrem Schutz, sondern
daneben auch dem Vertrauen in die Anwaltschaft und dem Interesse des
Gemeinwohls an der Gradlinigkeit der
anwaltlichen Berufsausübung dient.
Der Rüge vom 17.Februar 2010 lag die
Konstellation zugrunde, dass ein Anwalt
den Ehemann vertrat, während der mit
ihm in Sozietät verbundene Kollege zuvor in demselben Scheidungsverfahren
die Ehefrau vertreten hatte. Da die Vollmachten von beiden Ehepartnern jeweils auf beide Rechtsanwälte ausgestellt waren, verstieß das Verhalten
bereits gegen § 43a Abs.4 BRAO, ohne
dass ein Rückgriff auf § 3 Abs. 1 und 2
BORA nötig war. Also auch wenn die
Vollmacht jeweils nur auf einen Anwalt
gelautet hätte, hätte das zweite Mandat
nicht angenommen werden dürfen –
übrigens unabhängig davon, in welcher
Rechts- oder Organisationsform die
Berufsausübungsgemeinschaft gestaltet ist.
Beide Eheleute
im Scheidungsverfahren
Dass der Anwalt nicht beide Eheleute im
Scheidungsverfahren vertreten darf,
sollte als Klassiker des Verbots der
Wahrnehmung widerstreitender Interessen geläufig sein. Und doch mussten
im letzten Jahr dazu zwei Rügen verhängt werden.
Ein Anwalt war im Scheidungsverfahren
RA Hans-Joachim Ehrig,
Geschäftsführer der RAK Berlin
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 270
270
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Kammerton
Grenzenlose Strafverfolgung in Europa?
E-Justice-Forum am
20.09.2011
Seit 2003 finden an der Humboldt-Universität die Xinnovations statt, eine
Konferenz für netzbasierte Informationssysteme, die Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung in verschiedenen Anwendungsfeldern zum
Dialog über die fortschreitende Digitalisierung der gesellschaftlichen Abläufe
zusammenführt.
Über „Grenzenlose Strafverfolgung und Bürgerrechte“ diskutierten auf dem justizpolitischen Europa-Tag am 27.Juni im Landgericht (v.r.n.l.) Generalstaatsanwalt Ralf Rother, Vizepräsidentin der RAK Berlin Anke Müller-Jacobsen, Moderator Dr. Christian
Rath, Prof. Dr. Cornelius Prittwitz und LG-Präsident Dr. Bernd Pickel. Frau MüllerJacobsen bezeichnete als Dreh- und Angelpunkt, dass die schrittweise Stärkung der
Rechte der Beschuldigten durch den tatsächlichen Zugang zum Recht über Beiordnung von Pflichtverteidigern/PKH für Bedürftige ergänzt werden muss.
Foto: Ehrig
Ein Anwendungsfeld ist die Justiz. Eine
zeitgemäße Ausstattung der Justiz und
der Anwaltschaft mit elektronischen
Kommunikations- und Arbeitsmitteln ist
zwingende Voraussetzung dafür, dass
die Justiz mit dem rasanten Tempo der
Digitalisierung und der damit verbundenen neuen Aufgabenstellungen schritthalten kann.
Das Programm des E-Justice-Forums
findet sich unter www. rak-berlin.de in
der Nachricht vom 05.07.2011.
Ausbildung 2011
Dr. Marcus Mollnau (auf dem Foto links hinten) konnte insgesamt 8 „sehr guten“ Absolventen der Sommerprüfung zum Abschluss ihrer ReNo-Ausbildung gratulieren.
Von den insgesamt 215 Prüfungsteilnehmern hatten weitere 50 mit „gut“, 80 mit „befriedigend“, 30 mit „ausreichend“ und 47 leider nicht bestanden.
Unterlassungsverpflichtung
Das Landgericht Berlin hat durch Anerkenntnisurteil vom 23.06.2011 Herrn
Hasan Ak bei Meidung der gesetzlichen
Zwangsmittel untersagt, ohne als
Rechtsanwalt zugelassen zu sein oder
sonst über eine Erlaubnis nach § 3
Rechtsdienstleistungsgesetz zu verfügen, Dritten Rechtsdienstleistungen,
insbesondere Beratung und Service im
Verkehrsrecht und/oder Ordnungswidrigkeitenrecht anzubieten, zu erbringen
und /oder zu bewerben.
Die Rechtsanwaltskammer Berlin hat
auch 2011 auf der Ausbildungsmesse
„vocatium“ bei Schulabgängern für die
Fachausbildung geworben. Im Bild Frau
Pöschke, die unter Tel. 30 69 41 51
gern alle Fragen zur Ausbildung beantwortet.
Fotos: Ehrig
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 271
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
271
Kammerton
Veranstaltungen der Rechtsanwaltskammer Berlin
Veranstaltungsorte: RAK ist angegeben, wenn das Seminar in der 4. Etage der Rechtsanwaltskammer, Littenstr. 9, 10179 Berlin stattfindet.
DAI steht für das Deutsche Anwaltsinstitut, Voltairestr.1, im EG des Gebäudes der RAK. Das Fachinstitut für Steuerrecht (FI) liegt in der Littenstr. 10
Anmeldung online unter www.rak-berlin.de in Aktuelles/Termine.
Freitag, 19.08.2011
Clever schreiben in Kanzlei und Notariat, Seminar für Rechtsanwälte und Mitarbeiter
13 - 18.30 Uhr, RAK, 80,- €
Claudia von Wilmsdorff, Fachautorin und Trainerin für Office-Anwendungen (u.a. Microsoft Word).
Mittwoch, 24.08.2011
Honorarverhandlungen
14 - 18 Uhr, RAK, 100,- €
RA und Mediator Markus Hartung, Lehrbeauftragter an der Bucerius Law School
Freitag, 26.08.2011
Neue Entwicklungen beim RVG (auch für Berufsanfänger)
14 - 18.30 Uhr, RAK, 80,- €
RAuN Herbert P. Schons, Vorsitzender der Gebührenreferententagung, 1. Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf
1) 31.08., 2) 07.09.11, jew. 14
- 18 h., RAK, 80,- €,(insges.)
Aufbaukurs: Italienisch in der Rechtsanwaltskanzlei
Montag, 05.09.2011
Die aktuelle Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
17 - 19 Uhr, anschl. Empfang
Prof. Angelika Nußberger, Richterin am EGMR / In den Räumen der BRAK, Littenstr.9, 7. Etage / kostenfrei - Anmeldung erforderlich
Freitag, 16.09.2011
Zwangsvollstreckungspraxis
13 - 18 Uhr, RAK, 60,- €
Monika Wiesner, geprüfte Bürovorsteherin im Rechtsanwalts- und Notarfach
Mittwoch, 21.09.2011
Erfolgreiches Kanzleimarketing
13.30 - 18.30 Uhr, RAK, 60,- €
Ilona Cosack, ABC AnwaltsBeratung Cosack, Mainz
Freitag, 23.09.2011
Die dienstliche Beurteilung und die beamtenrechtliche Auswahlentscheidung
13.30 - 19 Uhr, RAK, 60,- €
Vors. Richter am Verwaltungsgericht Johann Weber. Gem. § 15 FAO für Verwaltungsrecht (5 Stunden)
Dienstag, 27.09.2011
15 - 18 Uhr, RAK, 40,- €
Reihe: Dialog Anwaltschaft/Verwaltungsgerichtsbarkeit: Öffentliches Baurecht, insbesondere ausgewählte Fragen
zum vereinfachten Baugenehmigungsverfahren VRi'inOVG Dagmar Merz. Gem. § 15 FAO (Verwaltungsrecht, 3 Std.)
Mittwoch, 19.10.2011
Prozesskostenhilfe und Beratungshilfe - Workshop für Rechtsanwälte und Mitarbeiter
13.30 - 18.00 Uhr, RAK, 80,- €
Dipl. Rechtspflegerin FH Karin Scheungrab, Trainerin für anwaltliches Gebührenrecht, München/Leipzig
Montag, 24.10.2011
Erfolgreiches Prozessieren - Update Zivilprozessrecht
14 - 18 Uhr, FI, 60,- €
Richter am Landgericht Björn Retzlaff und RA Dr. Bernhard von Kiedrowski, Präsidiumsmitglied der Rechtsanwaltskammer Berlin
Mittwoch, 26.10.2011
Existenzgründung als Rechtsanwältin / Rechtsanwalt mit RAin Dr. v. Doetinchem de Rande, Versorgungswerk der
9.00 - 18.00Uhr, RAK, 60,- €
RAe in Berlin, Steuerberater Frank Staenicke, RAuN Wolfgang Gustavus, Präsidiumsmitglied der Rechtsanwaltskammer Berlin
Do, 03.11.2011,
Coaching für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
14 -18 Uhr, RAK, 100,- €
RAin Christiane Huismans, Personal and Business Coach
Freitag, 04.11.2011
Seminar Personalvertretungsrecht
13.30 - 19 Uhr, RAK, 60,- €
Vors. Richter am Verwaltungsgericht Johann Weber. Gem. § 15 FAO für Verwaltungsrecht oder für Arbeitsrecht (5 Stunden)
1) 11.11., 2) 18.11.11, jew. 14
- 18 h., FI, 80,- €,(insges.)
Französisch in der Anwaltskanzlei
Teil 1: 14.11. Teil 2: 21.11.11
Montags, 14 - 18 Uhr
RAK, 80,- € insges.
Die steuerlichen Belange einer Rechtsanwaltskanzlei
Donnerstag, 17.11.11
Gebührenrecht für Strafverteidiger
16 - 18 Uhr, RAK, 40,- €
RAin Gesine Reisert, stellv. Vorsitzende der Gebührenabteilung der RAK Berlin. Gem. 15 FAO für Strafrecht (2 Stunden)
Mittwoch, 23.11.2011
Rechtsanwalt, Mandant und Rechtsschutzversicherer
14 - 18 Uhr, RAK, 60,- €,
RA Michael Rudnicki und RAuN Wolfgang Gustavus, Vorstandsmitglieder der RAK Berlin
1) 25.11., 2) 02.12.11, jew. 14
- 18 h., FI, 80,- €,(insges.)
Englisch in der Anwaltskanzlei
Dienstag, 29.11.2011
Informationstechnologie in der Kanzlei - was brauche ich wirklich?
15 - 19 Uhr, RAK, 60,- €,
Ole Bertram, Business Development Manager der AnNo Text GmbH
RAin Dott. Francesca Rosati
Mathieux Pagnoux, Avocat en omission
Teil 1: Die Umsatzsteuer mit RA Fabian Hammler bzw. StB Björn Ahrens
Teil 2: Finanzbuchhaltung und Ertragssteuer mit StBin Christine Seyerlein-Busch und RA und StB Norbert Ellermann
Dr. William Bondar, American Lawyer, Dozent an der HWR Berlin
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 272
272
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Mitgeteilt
Mitgeteilt
Tagungsort:
Berlin,
DAI-Ausbildungscenter
Referentin:
RAin
Dr. Susanne Berner,
Insolvenzverwalterin
Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg
Grillendamm 2, 14776 Brandenburg
Telefon (03381) 25 33-0
Telefax (03381) 25 33-23
Kostenbeitrag: 225,00 €
Zeitstunden:
1. Fortbildungsveranstaltungen
in Kooperation mit dem DAI
- mit Nachweis zur Vorlage
nach § 15 FAO Fachinstitut für Sozialrecht
Titel:
SGB II und SGB III
Termin:
16.09.2011,
14.00 - 19.30 Uhr
Tagungsort:
Cottbus,
Lindner Congress Hotel
Referent:
Jürgen Brandt,
Richter am Bundesfinanzgerichtshof,
München
Zeitstunden:
5
RVG aktuell –
Gebührenoptimierung
in Familiensachen
Termin:
08.10.2011,
9.00 - 14.45 Uhr
Tagungsort:
Berlin,
DAI-Ausbildungscenter
Referent:
RA Anton Braun,
HGF der BRAK a.D.,
Bonn
„RVG Abrechnung aktuell“
Vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben, Beratungsstrategien zur flankierenden
Absicherung im Sozialrecht
Termin:
18.11.2011,
14.00 – 19.30 Uhr
Tagungsort:
Cottbus,
Lindner Congress Hotel
Referentin:
Sabine Jungbauer,
Rechtsfachwirtin
Termin:
29.10.2011,
9.00 - 14.45 Uhr
Kostenbeitrag: 105,00 €
Tagungsort:
Berlin,
DAI-Ausbildungscenter
Fachinstitut für Erbrecht
Referent:
Stephan Rittweger,
Richter am Bayerischen
LSG, München
Titel:
Titel:
„Die Erbengemeinschaft in der
anwaltlichen Praxis“
Termin:
19.11.2011,
9.00 – 14.45 Uhr
Tagungsort:
Berlin,
DAI-Ausbildungscenter
Fachinstitut für
Strafrecht und Verkehrsrecht
Referent:
RA Stephan Rißmann,
FA für Erbrecht
Titel:
Kostenbeitrag: 205,00 €
Kostenbeitrag:205,00 €
Zeitstunden:
5
Gebührenoptimierung
in Straf- und
OWi-Sachen
Termin:
04.11.2011,
14.00 – 19.30 Uhr
5
Tagungsort:
Potsdam,
Mercure Hotel
Fachinstitut für Familienrecht
Referentin:
RAin Gesine Reisert,
FAin für Straf- und
Verkehrsrecht
Kostenbeitrag:195,00 €
Zeitstunden:
Titel:
Termin:
Tagungsort:
Referent:
Stolpersteine im
familiengerichtlichen
Verfahren und in der
Verfahrenskostenhilfe
21.10.2011,
14.00 - 19.30 Uhr
Fachinstitut für Kanzleimanagement
Titel:
Fachinstitut für Familienrecht
Titel:
5
Fachinstitut für Sozialrecht
Kostenbeitrag:165,00 €
Zeitstunden:
5
Kostenbeitrag:185,00 €
Zeitstunden:
Fachinstitut für Familienrecht
Titel:
„Aktuelles
Familienrecht 2011:
FamFG – Unterhaltsrecht – Güterrecht“
Termine:
01.12.2011,
14.00 – 19.00 Uhr
Kostenbeitrag: 175,00 €
Zeitstunden:
5
02.12.2011,
9.00 – 15.30 Uhr
5
Tagungsort:
Berlin,
DAI-Ausbildungscenter
RAin Ester Caspary,
FAin für Familienrecht
Fachinstitut für Insolvenzrecht
Brandenburg a.d.H.,
OLG
Titel:
Referenten:
Dieter Büte,
Vors. Richter am OLG,
Celle
„Lieferverträge in der
Insolvenz“
Termin:
11.11.2011,
14.00 – 19.30 Uhr
Kostenbeitrag: 245,00 €
Zeitstunden:
10
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 273
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
273
Mitgeteilt
Fachinstitut für
Miet- und Wohnungseigentumsrecht
2. Zulassungen und Aufnahmen
im Kammerbezirk Brandenburg
Titel:
„Praxisschwerpunkte
Mietrecht“
Termine:
01.12.2011,
14.00 – 19.00 Uhr
Christian Marnitz
Oranienburger Str. 16 a, 16515 Zühlsdorf
02.12.2011,
9.00 – 15.30 Uhr
Tagungsort:
Berlin,
DAI-Ausbildungscenter
Referent:
Michael Reinke,
Richter am AG,
Berlin-Lichtenberg
Kostenbeitrag: 260,00 €
Zeitstunden:
10
Fachinstitut für
Bau- und Architektenrecht
Titel:
„Der Architektenhonorarprozess –
Angriff und
Verteidigung“
Termin:
03.12.2011,
9.00 – 14.45 Uhr
Tagungsort:
Berlin,
DAI-Ausbildungscenter
Referent:
RA Dr. Ralf Averhaus,
FA für Bau- u.
Architektenrecht
Kostenbeitrag: 195,00 €
Zeitstunden:
5
Fachinstitut für Arbeitsrecht
Titel:
„Upgrade Arbeitsrecht“
(zwei Veranstaltungen)
Termine:
09.12.2011,
14.00 – 19.00 Uhr
10.12.2011,
9.00 – 15.15 Uhr
16.12.2011,
14.00 – 19.00 Uhr
17.12.2011,
9.00 – 15.15 Uhr
Tagungsort:
Berlin,
DAI-Ausbildungscenter
Referent:
Dr. Hans-Friedrich
Eisemann,
Präsident des
LAG Brandenburg a.D.
Kostenbeitrag: jeweils 210,00 €
Zeitstunden:
jeweils 10
Dr. Jürgen Herrmann
Schulstraße 5, 16359 Biesenthal
Aline Engelien
c/o RAin Seiring
Nuhnenstraße 23, 15234 Frankfurt/Oder
Nadja Bernhardt
Goethestraße 7, 15827 Blankenfelde
Nadine Brischka
Alte Bahnhofstraße 11, 03222 Lübbenau
Erika Wildau
Körnerstraße 9, 15566 Schöneiche
Nicole Riedemann
c/o hww wienberg wilhelm
Heinrich-Mann-Allee 18/19,
14473 Potsdam
Dr. Sandra Kischka
Rudolf-Breitscheid-Str. 150 B
14482 Potsdam
Stefanie Hoffmann
c/o Kanzlei Baumgart
Charlottenstraße 61, 14467 Potsdam
Julia Meißner
c/o RA Monz
Hebbelstraße 7, 14469 Potsdam
Christiane Pfeifer-Deselaers
Rudolf-Breitscheid-Str. 202,
14482 Potsdam
Yvonne Marfurt
Persiusstraße 7, 14469 Potsdam
Mitgeteilt
Notarkammer Berlin
Littenstr. 10, 10179 Berlin
Telefon (030) 24 62 90 0
(030) 24 62 90 12
(VRiLG a.D. Menzel)
Telefax (030) 24 62 90 25
info@notarkammer-berlin.de
www.notarkammer-berlin.de
50 Jahre Notarkammer Berlin
Die am 24.02.1961 in Kraft getretene
Bundesnotarordnung gab den Weg frei
für die Gründung der Notarkammer Berlin, die sich in der Sitzung am
26.07.1961 konstituierte. Aus diesem
Anlass gab die Notarkammer am
24.06.2011 im geschichtsträchtigen Plenarsaal des Kammergerichtsgebäudes,
den die Präsidentin des Kammergerichts, Frau Nöhre, dankenswerterweise
zur Verfügung stellte, einen Jubiläumsempfang. In Anwesenheit zahlreicher
Ehrengäste, darunter die Spitzen der
Berliner Justiz, hielt die Präsidentin der
Notarkammer Berlin, Frau Rechtsanwältin und Notarin Holthausen-Dux, einen
Einführungsvortrag, in welchem sie kurz
dargelegte, wie sich die Notarkammer
im Laufe der Jahre aus bescheidenen
Anfängen zu einem angesehenen und
einflussreichen Instrument der notariellen Standespolitik entwickelt hat.
Sie hob die historischen Verdienste der
Jan Sommerfeld
c/o Kanzlei Wulsten
Rudolf-Breitscheid-Str. 33,
14482 Potsdam
Michael Tschirschke
c/o Bergsdorf RAe
Berliner Straße 46, 16761 Hennigsdorf
Sandra Ruppin
Rostenstrasse 8, 14548 Schwielowsee
Thomas Neuhaus
Klinikallee 50, 14772 Brandenburg
Dr. Anja Schammler
Lindenstraße 13, 15370 Petershagen
Kathleen Westphal
An der Schraube 26,
03531 Finsterwalde
Präsidentin der Notarkammer Berlin
Frau Elke Holthausen-Dux
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 274
274
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Mitgeteilt
ihre Vorstellungen zu den Bedürfniszahlen für die Neubestellung von Notaren,
während die Präsidentin des Kammergerichts, Frau Nöhre, die historische Bedeutung des Kammergerichtsgebäudes
beleuchtete.
Den überaus geistreichen und amüsant
dargebotenen Festvortrag hielt Herr
Prof. Dr. Rainer Schröder zu dem
höchst aktuellen Thema der juristischen
Doktorarbeit.
Gesangseinlagen des Kammerchors
„Tonikum“ unterstrichen den kulturellen
Anspruch der Begegnung.
Prof. Dr. Rainer Schröder
Notarkammer um die Eingliederung der
Kollegen aus den neuen Bundesländern
nach der Wiedervereinigung hervor, sie
betonte die ständigen Bemühungen um
die insbesondere angesichts der rastlosen Tätigkeit unseres Gesetzgebers unverzichtbare Fortbildung der Notare und
wies auf die Bemühungen um eine Abstimmung der Standesinteressen mit
den übrigen deutschen Notarkammern
aber auch mit den ausländischen Notariaten hin, insbesondere auch auf die
besonderen Beziehungen zu den Ländern des lateinischen Notariats sowie
auf den lebhaften Austausch mit den
Notarkammern Peking und Shanghai
sowie Moskau und Warschau.
Die Senatorin für Justiz, Frau von der
Aue, referierte in ihrem Festbeitrag über
Beendet wurde die Veranstaltung durch
ein noch lange dauerndes Beisammensein der Teilnehmer bei einem vorzüglich zubereiteten und liebenswürdig dargebotenen Buffet.
Mitgeteilt
Versorgungswerk der
Rechtsanwälte in Berlin
Schlüterstr. 42 · 10707 Berlin
Telefon (030) 88 71 82 50
E-Mail: info@b-rav.de
Organe des Versorgungswerkes
gewählt
Das Versorgungswerk teilt mit:
1. Die 4. Vertreterversammlung des Versorgungswerkes ist am 28. Juni 2011
zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengetreten.
Sie wählte Dr. Sebastian Wille zum Vorsitzenden der 4. Vertreterversammlung, Martin Unverdorben zu seinem
1. Stellvertreter und Nadja Henkelmann zur 2. Stellvertreterin.
2. Unter der Wahlleitung von Cornelia
Seibeld wurden im 1. Wahlgang in
den Vorstand gewählt:
v.r.n.l.: Frau von der Aue, Frau Nöhre,
Herr Voß, Frau Eis
Frauke Reeckmann-Fiedler
Dr. Hermann Stapenhorst
Thomas Stötzel
Ines Trauer
Christine Vandrey
Die qualifizierte Mehrheit des § 4
Abs. 2 RAVG Bln von mehr als zwei
Dritteln der Mitglieder der Vertreterversammlung wurde von allen Kandidatinnen und Kandidaten erreicht.
Alle Gewählten gehören dem Versorgungswerk an.
Mit ihrer Wahl zum Vorstandsmitglied
sind Frauke Reeckmann-Fiedler, Dr.
Hermann Stapenhorst, Ines Trauer
und Christine Vandrey aus der Vertreter-versammlung
ausgeschieden.
Thomas Stötzel schied als Ersatzmitglied der Vertreterversammlung aus.
Als Ersatzmitglieder mit der jeweils
höchsten Stimmenzahl sind die Kolleginnen und Kollegen Dr. Karsten
Klotz, Dr. Holger Ellers, Benjamin
Schulz und Björn Günther in die 4.
Vertreterversammlung nachgerückt.
3. Als Mitglieder der Vertreterversammlung im Widerspruchsausschuss
wurden Dr. Knut Pilz und Dr. Swenja
Rieck, als 1. Stellvertreterin Vilma
Niclas gewählt.
Der Widerspruchsausschuss konstituiert sich, sobald das Mitglied des
Vorstands berufen ist.
4. In der konstituierenden Sitzung des
Vorstands am 28. Juni 2011 wurden
Dr. Hermann Stapenhorst zum Präsidenten und Christine Vandrey zur Vizepräsidentin des Versorgungswerkes gewählt.
5. Die Organe des Versorgungswerkes
gem. § 3 RAVG Bln sind daher in der
4. Legislaturperiode wie folgt personell besetzt:
Vertreterversammlung
Beckmann, Dr. Detlef Rüdiger
Eis, Julia
Ellers, Dr. Holger
Günther, Björn
Henkelmann, Nadja (2. Stellvertreterin
des Vorsitzenden)
Klotz, Dr. Karsten
Niclas, Vilma (1. Stellvertretendes Mitglied des Widerspruchsausschusses)
Pilz, Dr. Knut (Mitglied des Widerspruchsausschusses)
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 275
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
275
Mitgeteilt / Urteile
Reiss, Martin
Rieck, Dr. Swenja (Mitglied des Widerspruchsausschusses)
Schlimme, Nicole
Schulz, Benjamin
Seibeld, Cornelia
Unverdorben, Martin (1. Stellvertreter
des Vorsitzenden)
Wille, Dr. Sebastian (Vorsitzender)
Vorstand:
Ersatzmitglieder sind:
Geschäftsführerin
Siegfried, Dirk; Alpers, Bernward; Staudacher, Thomas; Lenz, Stephan; Garbe,
Robert; Wagner, Thomas; Ehlert, Percy;
Kliem, Lukas A.; Ginthum, Felix; Loeschner, Volker.
Dr. Vera von Doetinchem
Urteile
Reeckmann-Fiedler, Frauke
Stapenhorst, Dr. Hermann (Präsident)
Stötzel, Thomas
Trauer, Ines
Vandrey, Christine (Vizepräsidentin)
Präsident
Dr. Hermann Stapenhorst
Weitere Informationen finden Sie auf
unserer Homepage unter www.b-rav.de
UND ANDERE ENTSCHEIDUNGEN
WWW.URTEILSRUBRIK.DE
Operation gelungen, Patient zahlt –
aber von zu Hause aus!
§ 29 ZPO gibt dem Krankenhausträger keinen internationalen Gerichtsstand am Klinikort für den Honoraranspruch. (Leitsatz des Gerichts)
In einer Berliner Klinik wurde ein Serbe,
der auch in Belgrad wohnhaft war, auf
eigenen Wunsch ärztlich behandelt.
Nach Abschluss seines Krankenhausaufenthaltes drohte die Klinik auf den
Kosten der Behandlung sitzen zu bleiben. Um das zu vermeiden, wurde der
Serbe auf Zahlung der Behandlungskosten verklagt. Und zwar vor dem Landgericht Berlin. Sowohl das LG als auch
das in der Berufung angerufene Kammergericht wiesen die Klage jedoch ab,
da kein (internationaler) Gerichtsstand in
Berlin begründet sei.
Mangels anderweitiger bi-nationaler
Vereinbarungen oder gesetzlicher Regelungen komme als Rechtsgrundlage für
einen Gerichtsstand Berlin nur § 29 ZPO
iVm §§ 269, 270 Abs. 4 BGB in Betracht; und zwar auch nur dann, wenn
Erfüllungsort für die Geldleistungspflicht
des serbischen Schuldners der Sitz des
Krankenhauses, und damit Berlin, ist.
Dies verneinte das Kammergericht jedoch. Da es sich um eine bloße Geldleistungspflicht handele, sei nicht ersichtlich, warum diese ausschließlich am Sitz
der Krankenhausgesellschaft geleistet
werden könne. Vielmehr sei hier von
dem Grundsatz auszugehen, dass Erfüllungsort für die Zahlung der Wohnsitz
des Schuldners sei. Ein anderer Erfüllungsort käme nur dann in Betracht,
wenn er sich aus der Natur des Schuldverhältnisses herleiten ließe. Zwar sei es
der Krankenhausbehandlung immanent,
dass die Leistung „Behandlung“ im
Krankenhaus erfolge. Dies allein führe
allerdings noch nicht zu dem Umkehrschluss, dass auch die Bezahlung der
Leistung am Geschäftssitz des Krankenhauses zu erfolgen habe. So hat der
BGH zwar bei der Frage, welches materielle Recht nach dem hypothetischen
Parteiwillen bei Handelsvertreterverhältnissen anzuwenden sei, auf den
Schwerpunkt des Schuldverhältnisses
abgestellt. Auf die Bestimmung des Erfüllungsortes wurde diese Rechtspre-
chung aber nicht übertragen. Auch eine
Schuldverhältnisnatur, wie sie beim
klassischen Ladengeschäft vorliegt und
die dort für einen gemeinsamen Erfüllungsort im Laden sorge, sei beim Behandlungsvertrag eines Krankenhauses
nicht erkennbar. Hier würden eben bei
Vertragsschluss nicht gleich auch beide
Leistungspflichten an Ort und Stelle erfüllt. Die Behandlung werde regelmäßig
zu einem späteren Zeitpunkt geplant
und erfüllt; die Bezahlung erst recht, da
sie gerade bei Privatpatienten eine
Rechnungsstellung voraussetzt. Auch
eine Parallele zum Bauwerkvertrag, bei
dem ein vom Wohnsitz des Schuldners
abweichender Erfüllungsort interessengerecht sein könne, verbietet sich nach
Ansicht der KG-Richter. Durch den
Dienstvertragscharakter des Behandlungsvertrages sei der Bezug zu einem
festen Werk - und damit auch zu einem
festen Ort, an dem beispielsweise
Baumängel in einem etwaigen Prozess
begutachtet werden können - regelmäßig nicht gegeben.
Ebenso wenig überzeugend fand das
Kammergericht die Argumentation, wegen des Kontraktionszwangs könne sich
der Krankenhausträger seine Vertragspartner nicht aussuchen und es sei ihm
unzumutbar, seine Forderungen vor verschiedenen Gerichten einklagen zu
müssen. In Deutschland seien 90 Prozent der Patienten gesetzlich versichert,
so dass die Gefahr der Prozessstreuung
insoweit unerheblich sei. Bei Schuldnern mit inländischem Wohnsitz und damit auch inländischem Gerichtsstand
sei kein Grund ersichtlich, warum etwaige Prozesse nicht vor den jeweiligen
inländischen
Wohnsitzgerichten
zu
führen seien. Und für den Fall der Behandlung von „heranreisenden“ Patienten ohne inländischen Gerichtsstand
könne im Vorfeld auch auf wirksame
Weise eine Gerichtsstandvereinbarung
getroffen werden. Dies lasse § 38 Abs. 2
ZPO sogar mit einem Verbraucher zu,
so dass selbst eine Regelung in den
AGB des Krankenhauses nicht zwingend unwirksam wäre.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 276
276
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Urteile
Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die
vom KG zugelassene Revision wurde
beim BGH unter dem Aktenzeichen XI
ZR 245/10 eingelegt.
Kammergericht, Urteil vom 05.05.2011 –
Az.: 20 U 251/10
(eingesandt vom
20. Zivilsenat des KG)
Keine PKH
für Anwalts-GbR
Eine als Gesellschaft bürgerlichen
Rechts geführte Rechtsanwaltssozietät ist eine parteifähige Vereinigung im Sinne des Prozesskostenhilferechts. Die Durchsetzung von Gebührenforderungen rechtsberatender
Berufe berührt keine allgemeinen Interessen. (Leitsätze des Gerichts)
Eine aus zwei Einzelanwälten bestehende Anwalts-GbR hatte Außenstände
wegen nicht gezahlter Anwaltsgebühren
in Höhe von 14.404,71 Euro einzutreiben. Für den Weg vor Gericht stellte die
GbR einen Antrag auf Prozesskostenhilfe. Das Landgericht Potsdam und das
OLG Brandenburg wiesen den PKH-Antrag zurück und auch der BGH verhalf
der gegen die OLG-Entscheidung gerichtete Rechtsbeschwerde nicht zum
Erfolg. Nach § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO sei
für die PKH-Gewährung neben der fehlenden finanziellen Leistungsfähigkeit
eine weitere Voraussetzung, dass ein
Unterlassen der Rechtsverfolgung allgemeinen Interessen zuwiderlaufe. Anders
als
natürliche
Personen
hätten
parteifähige Vereinigungen zur Verfolgung wirtschaftlicher Zwecke, wie die
Anwalts-GbR, nicht grundsätzlich einen
Anspruch auf Fürsorgeleistungen des
Staates. Ein Zuwiderlaufen allgemeiner
Interessen bei nicht erfolgter Rechtsverfolgung sei dann anzunehmen, wenn
außer den am Prozess wirtschaftlich Beteiligten noch ein erheblicher Kreis von
Personen in Mitleidenschaft gezogen
würde oder wenn die Entscheidung
größere Kreise der Bevölkerung oder
des Wirtschaftslebens anspreche und
erhebliche wirtschaftliche und soziale
Auswirkungen entfalte. Diese Voraussetzung sei hier nicht gegeben. Die aus
einer Rechtsberatung entstehenden Gebührenansprüche würden regelmäßig im
Eigeninteresse der Rechtsberater geltend gemacht. Ein erheblicher Kreis von
Personen sei bei nicht durchgeführtem
Rechtsstreit nicht betroffen. Erhebliche
wirtschaftliche und soziale Auswirkungen für weite Teile der Bevölkerung
seien ebenso wenig zu erwarten. Zwar
diene eine funktionierende Rechtsberatung dem Allgemeinwohl. Mit der Tätigkeit der Rechtsberatung im Einzelfall
verfolgen die Angehörigen der rechtsberatenden Berufe jedoch lediglich ihre individuellen Erwerbsinteressen. Eine der
Allgemeinheit dienende Aufgabe werde
- abgesehen von Fällen der Beiordnung
eines Anwalts - durch die Rechtsberatung eines einzelnen Mandanten nicht
wahrgenommen. Das Eintreiben der anwaltlichen Gebührenforderung betreffe
daher ausschließlich Individualinteressen.
BGH, Beschluss vom 10.02.2011 –
Az.: IX ZB 145/09
(eingesandt von
RA Thomas Vetter, Berlin)
Rechtsschutz muss
Anwalt die Umsatzsteuer auf
Aktenversendungspauschale erstatten
Die auf die nach § 107 Abs. 5 OwiG
erhobene
Aktenversendungspauschale entfallende Umsatzsteuer ist
von der Rechtsschutzversicherung zu
erstatten, da es sich nicht um einen
für den Anwalt durchlaufenden Posten handelt. Der Rechtsanwalt ist insofern alleiniger Kostenschuldner der
Aktenversendungspauschale.
(Leitsätze des Bearbeiters)
In einem Bußgeldverfahren erhielt ein
rechtsschutzversicherter Kläger von sei-
ner Assekuranz die Deckungszusage für
seine Anwaltskosten. Der Rechtsanwalt
beantragte sogleich Akteneinsicht mittels Übersendung der Bußgeldakte.
Hierfür stellte der seinem Mandanten 12
Euro zuzüglich 2,28 Euro Umsatzsteuer
in Rechnung. Der Rechtsschutzversicherer war der Ansicht, die 2,28 Euro
nicht übernehmen zu müssen, da die
Umsatzsteuer auf die Aktenversendungspauschale als ein für den RA lediglich durchlaufender Posten nicht umsatzsteuerpflichtig sei. Sowohl die
Vorinstanzen als auch der BGH sahen
die Umsatzsteuer jedoch als erstattungsfähig an.
Die nach § 107 Abs. 5 OwiG von den
Behörden erhobene Aktenversendungspauschale könne vom Anwalt mangels
Zugehörigkeit zu seinen Gebühren dem
Mandanten gesondert in Rechnung gestellt werden. Die verauslagte Pauschale
sei bereits nach § 10 Abs. 1 UStG umsatzsteuerpflichtig. Ein rein durchlaufender Posten i.S.v. § 10 Abs. 1 Satz 6
UStG liege nicht vor, da dies nur Pauschalen erfasse, die im Namen und für
Rechnung eines anderen verauslagt
werden. Die umstrittene Frage, wer als
Kostenschuldner i.S.v. § 107 Abs. 5
OwiG anzusehen sei, beantwortete der
BGH dergestalt, das nicht etwa der
Mandant, sondern der Anwalt selbst als
Kostenschuldner anzusehen ist. Zum einen würden die Verfahrensordnungen
eine Versendung von Akten zur Einsichtnahme außerhalb von Diensträumen nur
an Anwälte zulassen, zum anderen auch
auf den Normzweck des § 28 Abs. 2
GKG verwiesen. Letzterer sei darauf gerichtet, im Interesse einer erleichterten
Erhebung und Beitreibung des Pauschbetrages eine vereinfachte kostenrechtliche Zuordnung zu begründen, welche
die sonst bei Anwendung der §§ 164 ff.
BGB auftretenden Auslegungsfragen
vermeidet. Diese Grundsätze seien auch
auf die Auslegung des § 107 Abs. 5
OwiG übertragbar.
BGH, Urteil vom 06.04.2011 –
Az.: IV ZR 232/08
(eingesandt von
RA Gregor Samimi, Berlin)
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 277
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
277
Wissen
Wissen
Praktisches und Schwieriges zum Urkundenprozess
RA Thomas Röth und Ass. jur. Stephan Scheidgen
Dies ist der zweite Teil des von RA Röth und Ass. jur. Scheidgen verfassten Beitrages.
Der erste Teil ist im Berliner Anwaltsblatt 2011, 231 ff. abgedruckt. Das Heft mit dem Beitrag ist auch unter
www.berliner-anwaltsverein.de zu finden.
teil selbst erreichen. Ein Vorbehaltsurteil kann
auch erstmals in
der Rechtsmittelinstanz ergehen
(Zur
Berufung
gegen das Vorbehaltsurteil
siehe IX.).
VII.
Das
Vorbehaltsurteil
(§ 599 ZPO)
Da der Beklagte
im Urkundenprozess nur eingeschränkte Verteidigungsmöglichkeiten hat, bleibt
Thomas Röth
ihm eine breitere
Verteidigung vorbehalten, sofern er dem geltend gemachten Anspruch widersprochen hat.
Wenn er widersprochen hat, muss ein
Vorbehaltsurteil ergehen. Dies ist nur
möglich für den Fall teilweiser oder völliger Verurteilung des Beklagten (nicht für
die völlige Klageabweisung). Der Vorbehalt ist in der Urteilsformel auszusprechen; es genügt jedoch, wenn er in den
Entscheidungsgründen erwähnt wird.
Ansonsten ist eine Ergänzung nach §§
599 Abs. 2, 321 ZPO zu beantragen
oder Rechtsmittel einzulegen.
Der Widerspruch muss in der mündlicher Verhandlung erklärt werden. Es
genügt ein Antrag mit dem sich der Beklagte seiner vorbehaltlosen Verurteilung widersetzt. Der Widerspruch muss
nicht begründet werden. Vom erklärten
Widerspruch kann der Beklagte auch
abrücken. Bei säumigen Beklagten wird
in das Versäumnisurteil kein Vorbehalt
aufgenommen. Ebenfalls kein Vorbehalt
wird aufgenommen, wenn der Beklagte
vorbehaltlos anerkennt.
Will der Kläger ein vorbehaltloses Urteil
erlangen, weil er den Widerspruch des
Beklagten für Unwirksam hält, kann er
das nur durch das Einlegen eines
Rechtsmittels gegen das Vorbehaltsur-
Stephan Scheidgen
1. Anerkenntnis-Vorbehaltsurteil
Wenn der Beklagte den Klageanspruch
bestreitet und nur für den Urkundenprozess anerkennt, so soll nach § 307
i.V.m. § 599 Abs. 1 ZPO ein Anerkenntnis-Vorbehaltsurteil in der Hauptsache
und im Kostenpunkt ergehen. Jedenfalls
halten dies weite Teile der Rechtssprechung – trotz systematischer Ungereimtheiten – aus Zweckmäßigkeitserwägungen für zulässig. Hält der Kläger
den Vorbehalt wegen des Anerkenntnisses für unberechtigt, muss er Berufung
einlegen (siehe § 599 Abs. 3 ZPO).
Auch ein auf den Urkundenprozess beschränktes Anerkenntnis kann wegen
der Bindungswirkung des Vorbehaltsurteils (hierzu ausführlicher: VIII. 2. und IX.
1.) für den Beklagten gefährlich sein.
2. Zwangsvollstreckung aus dem
Vorbehaltsurteil
Die Zwangsvollstreckung findet vorläufig ohne Sicherheitsleistung statt (§ 708
Nr. 4 ZPO). Es wird dem Beklagten jedoch regelmäßig gestattet sein, die
Zwangsvollstreckung durch Sicherheitsleistung abzuwenden (§ 711 ZPO). Es
gibt in seltenen Fällen auch die einstweilige Einstellung gem. § 707 ZPO.
3. Rechtskraft
Das Vorbehaltsurteil ist der materiellen
Rechtskraft i.S.d. § 322 ZPO nicht fähig,
entfaltet aber nach Maßgabe des § 318
ZPO Bindungswirkung (vgl. VIII. 2. und
IX. 1.). Formell Rechtskräftig wird das
Vorbehaltsurteil, da es insoweit wie ein
Endurteil zu behandeln ist (§ 599 Abs. 3
ZPO), mit Ablauf der Rechtsmittelfrist.
Die dann „endgültige“ Vollstreckbarkeit
des Vorbehaltsurteils entfällt erst mit
Verkündung eines aufhebenden Endurteils im Nachverfahren. Dementsprechend ist dann die Zwangsvollstreckung
nach Vorlage des Urteils aus dem Nachverfahren einzustellen. Jetzt kann sich
die Gefahr des Schadensersatzanspruches nach §§ 600 Abs. 2, 302 Abs. 4
ZPO realisieren.
4. Vorbehaltsurteil
in der Berufungsinstanz
Ein Vorbehaltsurteil kann auch erstmals
in der Berufungsinstanz ergehen, etwa
dann, wenn der Vorbehalt im erstinstanzlichen Urteil unrichtigerweise gefehlt und der Beklagte sich hiergegen im
Wege der Berufung erfolgreich zur Wehr
gesetzt hat. In einem solchen Fall wird
grundsätzlich das Berufungsgericht für
das Nachverfahren zuständig (auf Antrag kann aber an das erstinstanzliche
Gericht zurückverwiesen werden).
VIII.
Das Nachverfahren (§ 600 ZPO)
Das Nachverfahren ist von Amts wegen
einzuleiten. Das Gericht terminiert also
unmittelbar für das Nachverfahren. Eine
Fortsetzung der mündlichen Verhandlung sogleich nach Verkündung des
Vorbehaltsurteils ist ebenso möglich.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 278
278
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Wissen
Prozesskostenhilfebewilligung im Urkundenprozess erstreckt sich auch auf
das Nachverfahren. Der Kläger beantragt typischerweise das ergangene
Vorbehaltsurteil für vorbehaltlos zu erklären, der Beklagte in der Regel die
Aufhebung des Vorbehaltsurteils und
Abweisung der Klage. Je nach dem, ob
der Beklagte mit seinen Einwendungen
durchdringt oder nicht, wird das Gericht
i.S.d. Anträge entscheiden.
2. Bindende Wirkung des Vorbehaltsurteils für das Nachverfahren
Im Nachverfahren kann das Gericht aber
nicht frei von den Erkenntnissen des
Vorbehaltsurteils entscheiden. Vielmehr
entfaltet das Vorbehaltsurteil nach § 318
ZPO Bindungswirkung für das Nachverfahren in allen Instanzen (BGH WM
2004, 650). Allein solche Feststellungen
des Vorbehaltsurteils, für welche möglicherweise die Beschränktheit der Beweismittel im Urkundenprozess ursächlich war, stehen neu zur Disposition.
Bindend sind insbesondere Entscheidungen über die Zulässigkeit der Klage
(BGH NJW 1973, 467), die Schlüssigkeit
der Klage (BGH NJW 2004, 1159) sowie
die Schlüssigkeit der Einwendungen
des Beklagten. Dem Beklagten ist also
die neuerliche Geltendmachung solcher
Einwendungen, die im Vorverfahren als
unschlüssig verworfen wurden, wegen
der Bindungswirkung des Vorbehaltsurteils verwehrt.
Die Verfasser ziehen daraus den
Schluss, dass Entscheidungen zu streitigen Rechtsfragen, die Rechtsfolgen einer insoweit unstreitigen Tatsachenlage
betreffen, für das Nachverfahren bindend sind.
IX.
Rechtsmittel
gegen das Vorbehaltsurteil
Sowohl für den Kläger als auch für den
Beklagten kann es sinnvoll sein, Rechtsmittel gegen das Vorbehaltsurteil einzulegen. Ein solches Vorgehen scheint
zwar – jedenfalls für den Kläger, der voll
obsiegte - auf dem ersten Blick gar nicht
in Frage zu kommen. Schließlich hat der
Kläger mit dem Vorbehaltsurteil sein Ziel
erreicht und müsste mit dem Ergebnis
zufrieden sein, andernfalls bestünde ja
kein Anlass den Beklagten Rechte für
das Nachverfahren vorzubehalten. Es
bleiben aber einen Grund, weswegen
der Kläger angehalten sein könnte, Berufung gegen ein Vorbehaltsurteil einzulegen: Hält der Kläger nämlich den Widerspruch des Beklagten für unrichtig (=
verspätet), hätte der Beklagte vorbehaltlos verurteilt werden müssen, wogegen
er sich nur im Wege der Berufung zur
Wehr setzen.
Auch aus Sicht des Beklagten scheint
ein Rechtsmittel unnötig. Er müsste sich
doch im Nachverfahren gebührend zur
Wehr setzen können? Dem ist mit Nichten so. Das Nachverfahren ist, obschon
es auf dem ersten Blick so erscheinen
mag, kein „neues Spiel“ und führt deswegen auch nicht immer zu „neuem
Glück“. Vielmehr entfaltet das Vorbehaltsurteil weit reichende Bindungswirkung für das Nachverfahren, weswegen
der Beklagte mit dem ein oder anderen
Vorbringen im Nachverfahren präkludiert sein könnte. Um diese Situation zu
verhindern, muss sich der Beklagte
schon während der Rechtsmittelfrist
nach Verkündung des Vorbehaltsurteils
Fragen, ob die Punkte, hinsichtlich welcher das Gericht gegen ihn entschieden
hat, im Nachverfahren noch zur Disposition gestellt werden können oder von
der Bindungswirkung des Vorbehaltsurteils erfasst sind. Gilt letzteres bleibt
schon jetzt nur das Rechtsmittel.
1. Ausgangspunkt: Bindungswirkung
des Vorbehaltsurteils
Eine sachgerechte Berufung (des Beklagten) gegen ein Vorbehaltsurteil ist
also stets auf die Bindungswirkung des
Vorbehaltsurteils für das Nachverfahren
zurückzuführen. Wie bereits oben erörtert, erstreckt sich diese auf sämtliche
Wertungen des Gerichts aus den Entscheidungsgründen des Vorbehaltsurteils, die nicht auf die Beschränktheit
der Beweismittel im Urkundenprozess
zurückzuführen sind. So ist insbesondere für den Fall, dass das Gericht Einwendungen des Beklagten schon als
unschlüssig zurückweist, die Berufung
des Beklagten geboten, denn in diesem
Punkt kann das Gericht im Nachverfahren wegen der Bindungswirkung des
Vorbehaltsurteils keine anderweitige
Entscheidung mehr treffen, also nicht
die Einwendung doch als schlüssig bewerten.
Hat der Beklagte beispielsweise im Vorverfahren eingewendet, dass der Vertrag mit dem Kläger gemäß § 142 Abs. 1
BGB in Folge Anfechtung als von Anfang an unwirksam anzusehen ist und
hat das Gericht dementgegen in den unstreitigen Vorbringen des Beklagten gar
kein Anfechtungsgrund erkannt, die Einwendung des Beklagten also als unschlüssig bewertet, unterliegt diese
Wertung der Bindungswirkung des Vorbehaltsurteils. Der Beklagte kann das
Gericht im Nachverfahren nicht mehr zu
einer anderen Wertung bringen, also
nicht mehr erreichen, dass das Gericht
seinem Vortrag doch einen Anfechtungsgrund entnimmt. Die Parteien, insbesondere der Beklagte, müssen also
schon nach dem Vorverfahren überlegen, ob ein Rechtsmittel gegen das Vorbehaltsurteil geboten ist. Wird dieses
versäumt erwächst das Vorbehaltsurteil
gleich einem Endurteil in formelle
Rechtskraft § 599 Abs. 3 ZPO. Entscheidungen des erstinstanzlichen Gerichts,
die der Bindungswirkung des Vorbehaltsurteils unterfallen, sind dann nicht
mehr abänderbar – auch nicht im Wege
der Berufung gegen das erstinstanzliche Endurteil im Nachverfahren. Die
Bindungswirkung gilt nämlich für das
Nachverfahren in allen Instanzen.
2. Folge:
„Aufspaltung“ des Rechtsstreits
Legt nun eine Partei Rechtsmittel gegen
das Vorbehaltsurteil ein, kommt es zu
einer Besonderheit mit verwirrenden
Folgen: Das Verfahren spaltet sich förmlich auf. Auf der einen Seite ist das
Rechtsmittelgericht zuständig. Auf der
anderen Seite wird vor dem erstinstanzlichen Gericht im Nachverfahren verhandelt. Urkundenprozess- in der Berufungsinstanz und (ordentliches) Nachverfahren laufen parallel. Rechtsmittelund Nachverfahren finden weitestgehend unabhängig voneinander statt.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 279
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
279
Wissen
Dennoch ermöglicht die prozessrechtliche Dogmatik eine einheitliche Lösung
für alle erdenklichen Konstellationen.
Wie die jeweiligen Konstellationen zu lösen sind, wird im Folgenden beleuchtet.
3. Lösung für
erdenkliche Konstellationen
a) Rechtsmittel des Klägers
Zunächst wird die Situation betrachtet,
in welcher der Kläger Rechtsmittel gegen das Vorbehaltsurteil einlegt, weil er
den Vorbehalt für fehlerhaft hält. Hierfür
sind folgende Ergebnisse denkbar:
aa) Rechtsmittelgericht entscheidet
zeitlich vor dem erstinstanzlichen
Gericht im Nachverfahren
Es sei vorausgesetzt, dass das Berufungsgericht entscheidet während das
Nachverfahren noch läuft. Wir unterstellen also, dass ein erstinstanzliches Endurteil noch nicht ergangen ist.
(i.) Erfolgreiches Rechtsmittel
Hat der Kläger mit dem Rechtsmittel Erfolg, so dass das Rechtsmittelgericht
das Vorbehaltsurteil wunschgemäß für
vorbehaltlos erklärt, stellt sich folgende
Frage: Was passiert nun mit dem
Nachverfahren? Da es einzig dazu dient,
dass der Beklagte die ihm vorbehaltenen Rechte ausüben kann, der Vorbehalt aber gerade durch das Rechtsmittelgericht aufgehoben wurde, wird das
Nachverfahren hinfällig. Es wird also
nicht weiterverhandelt. Der Rechtsstreit
in der ersten Instanz ist beendet.
(ii.) Erfolgloses Rechtsmittel
Bleibt das Rechtsmittel des Klägers hingegen erfolglos, zeitigt dies keine Folgen für das Nachverfahren. Es läuft
ganz normal weiter.
bb) Erstinstanzliches Gericht im
Nachverfahren entscheidet zeitlich vor dem Rechtsmittelgericht
Was passiert aber, wenn das erstinstanzliche Gericht per Endurteil im
Nachverfahren entscheidet, während
das Berufungsverfahren noch läuft?
(i.) Endurteil im Nachverfahren
zugunsten des Klägers
Lautet das Endurteil zugunsten des Klägers, erklärt das erstinstanzliche Gericht
also das Vorbehaltsurteil für vorbehaltlos, hat dies folgende Auswirkung auf
das Rechtsmittelverfahren: Da der Kläger das Ziel, welches er mit der Berufung verfolgte, nämlich ein vorbehaltloses Urteil, bereits im Nachverfahren erreicht hat, wird das Rechtsmittel mangels Beschwer unzulässig.
(ii.) Endurteil im Nachverfahren zuungunsten des Klägers
aa) Rechtsmittelgericht entscheidet
zeitlich vor dem erstinstanzlichen
Gericht im Nachverfahren
Auch hier ist zum besseren Verständnis
wieder ein zeitliche Unterscheidung vorzunehmen. Zunächst setzen wir also
wieder voraus, dass das Berufungsgericht zuerst entscheidet, so dass sich
wiederum die Frage stellt, welche Auswirkung eine Entscheidung über das
Rechtsmittel – diesmal des Beklagten –
auf das noch laufende erstinstanzliche
Nachverfahren hat.
(i.) Erfolgreiches Rechtsmittel
Entscheidet das erstinstanzliche Gericht
im Nachverfahren zum Nachteil des Klägers, wird das Vorbehaltsurteil also aufgehoben und die Klage abgewiesen, hat
das zunächst keine Auswirkung auf das
Rechtsmittelverfahren. Dieses läuft weiter. Obsiegt der Kläger sodann im Berufungsverfahren, gäbe es zwei widersprüchliche Urteile. Das Berufungsurteil
erklärt das Vorbehaltsurteil für vorbehaltlos und das erstinstanzliche Urteil im
Nachverfahren hebt das Vorbehaltsurteil
auf und weisst die Klage ab. Dieser Widerspruch ist zugunsten der Entscheidung des Rechtsmittelgerichts zu lösen.
Obsiegt der Beklagte, hebt das Rechtsmittelgericht also das Vorbehaltsurteil
auf, wird damit wiederum das Nachverfahren hinfällig – ohne Vorbehaltsurteil
kein Nachverfahren.
Das erstinstanzliche Urteil, welches das
Vorbehaltsurteil auflöst und die Klage
abweist unterliegt nämlich der auflösenden Bedingung der Vorbehaltloserklärung des Vorbehaltsurteils durch das
Berufungsgericht. Dies ist auch folgerichtig: Laut dem Tenor des Endurteils
im Nachverfahren, sei das Vorbehaltsurteil aufgehoben. Das spätere Berufungsurteil erklärt aber das Vorbehaltsurteil für vorbehaltlos. Dem Endurteil im
Nachverfahren fehlt damit der Bezugspunkt, wegen des Berufungsurteils gibt
es nämlich genau genommen kein Vorbehaltsurteil mehr, dass aufgehoben
werden könnte.
Auch für den Fall, dass das erstinstanzliche Nachverfahren vor dem Rechtsmittelverfahren per Endurteil beendet wird,
sind die Folgen für das Rechtsmittel des
Beklagten kongruent mit denen, die soeben für die umgekehrte Situation für
ein klägerisches Rechtsmittel gezeichnet wurden:
(ii.) Erfolgloses Rechtsmittel
Unterliegt der Beklagte mit seiner Berufung, gilt das Gleiche wie für ein erfolgloses Rechtsmittel des Klägers: Keine
Auswirkungen auf das Nachverfahren.
bb) Erstinstanzliches Gericht im
Nachverfahren entscheidet zeitlich vor dem Rechtsmittelgericht
Werden auch Sie
Mitglied im
Berliner
Anwaltsverein e.V. !
b) Rechtsmittel des Beklagten
Jeweils spiegelbildlich verhält es sich
denklogisch für den Beklagten. Legt
dieser Berufung gegen das Vorbehaltsurteil ein, wären die Konstellationen also
folgendermaßen zu lösen.
Nähere Informationen unter
www.berliner.anwaltsverein.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 280
280
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Wissen
(i.) Endurteil im Nachverfahren zugunsten des Beklagten
Obsiegt der Beklagte im Nachverfahren,
ist sein auch mit dem Rechtsmittel verfolgtes Ziel erreicht. Das Vorbehaltsurteil wurde aufgehoben und die Klage
abgewiesen. Das laufende Rechtsmittel
wird folglich mangels Beschwer unzulässig.
(ii.) Endurteil im Nachverfahren zuungunsten des Beklagten
Unterliegt der Beklagte im Nachverfahren, wird das Vorbehaltsurteil also durch
erstinstanzliches Endurteil für vorbehaltlos erklärt, läuft das Berufungsverfahren
– gleich der umgekehrten Situation aus
Klägersicht (s.o.) - normal weiter. Ein
späteres Obsiegen mit dem Rechtsmittel gegen das Vorbehaltsurteil würde
wiederum das erstinstanzliche Urteil zu
Fall bringen. Ein Endurteil, das das Vorbehaltsurteil für vorbehaltlos erklärt, unterliegt nämlich der auflösenden Bedingung der Aufhebung des Vorbehaltsurteils durch das Berufungsgericht. Auch
diese Situation, in der das Nachverfahren zunächst verloren, später aber das
Rechtsmittel gegen das Vorbehaltsurteil
gewonnen wird, stellt sich für den Beklagten wie für den Kläger dar (vgl.: IX.
3. a) bb) (ii.)).
4.
Tabellarische Übersicht
Die eben geschilderten Konstellationen
der Fälle, in denen sich infolge der Berufung gegen das Vorbehaltsurteil, der
Rechtsstreit in Rechtsmittel- und Nachverfahren „aufspaltet“, lassen sich folgendermaßen, zur besseren Übersicht,
tabellarisch darstellen:
Rechtsmittel des Klägers
Rechtsmittel des Beklagten
Erfolg im RM-Verfahren bei noch laufendem NV
Rechtsmittelgericht erklärt Vorbehaltsurteil für Vorbehaltlos, Nachverfahren
wird hinfällig
Rechtsmittelgericht hebt Vorbehaltsurteil auf, Nachverfahren wird hinfällig
Erfolg im NV bei noch laufendem RMVerfahren
Erstinstanzliches Endurteil erklärt Vorbehaltsurteil für vorbehaltlos, Rechtsmittel wird mangels Beschwer unzulässig
Erstinstanzliches Endurteil hebt Vorbehaltsurteil auf und weist Klage ab,
Rechtsmittel wird mangels Beschwer
unzulässig
Erfolg im RM-Verfahren bei abgeschlossenen NV (Nur denkbar bei Unterliegen im Nachverfahren)
Rechtsmittelgericht erklärt Vorbehaltsurteil für Vorbehaltlos, auflösende Bedingung für erstinstanzliches Endurteil
tritt ein, es wird hinfällig
Rechtsmittelgericht hebt Vorbehaltsurteil auf, erstinstanzliches Endurteil
wird hinfällig
Erfolg im Nachverfahren bei abgeschlossenem
RM-Verfahren
(Nur
denkbar bei Unterliegen im RM-Verfahren)
Erstinstanzliches Endurteil erklärt Vorbehaltsurteil für vorbehaltlos, Berufungsurteil widerspricht dem nicht und
bleibt daneben bestehen
Erstinstanzliches Endurteil hebt Vorbehaltsurteil auf, Berufungsurteil widerspricht dem nicht und bleibt bestehen
Misserfolg im RM- oder Nachverfahren
Hat auf das jeweils andere Verfahren oder bereits ergangene Urteil keinen Einfluss.
4.
Schlussfolgerung
Somit ist im Hinblick auf die Problematik
der „Aufspaltung“ des Rechtsstreits infolge einer Berufung gegen ein Vorbehaltsurteil für jeden möglichen Ablauf
eine sachgerechte Lösung gegeben.
X.
Fazit
Die Lektüre dieser Darstellung wissenswerter Information zum Thema Urkundenprozess sollte in dem Bewusstsein
des interessierten Praktikers vor allem
zwei Dinge bewirken. Zum einen die
Aufnahme der Möglichkeit einer Klage
im Urkundenprozess in das alltägliche
Handwerksrepertoire, zum anderen ein
grundlegendes Verständnis für die Systematik der Verfahrensart und ihre Forderung nach vorausschauender Abwägung ihres Nutzens, ihrer Probleme und
der möglicherweise chaotischen Folgen
im Einzellfall. Für die Einleitung eines
Urkundenprozesses (bzw. Nichtrücknahme in der ersten Instanz) sollte man
sich die Frage stellen, ob der Prozess
nur durch Urkunden gewonnen werden
kann (z.B. unwirksame AGB führen
dazu, dass eine Beherberungsstornopauschale (Miet- und Werkvertagsrecht) unwirksam ist; das Gericht weist
die Klage als unstatthaft ab, da Sachverständige die realen Ersparnisse des
Hoteliers (insbesondere hinsichtlich Bewirtung) schätzen müsste.
Thomas Röth
ist Rechtsanwalt in Berlin.
Stephan Scheidgen
ist Assessor in Berlin.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 281
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
281
Forum
Forum
Glanz und Gender in der Juristerei
Dorothee Dralle und Karoline Preisler
Frauen
haben
auch nach Jahren
der
Aufklärung und trotz
vieler Gleichstellungsbemühungen noch immer
nicht die gleichen
Chancen im Beruf. Während im
Karoline Preisler
Studium der Juristerei noch etwa
die Hälfte der Studierenden Frauen
sind1, finden schon weniger den Weg
bis zum Examen; zur Zulassung und ins
Berufsleben2 kamen 2009 noch 31 %.
Im Studium sind die Frauen stärker und
die Erfolgsquote beim Studienabschluss
im juristischen Fachbereich genauso
1
67 % der Frauen verfügen über einen
Hochschulabschluss, aber nur 62 %
Männer (DIW-Führungskräfte-Monitor
2010 in Böckler-Boxen)
2
Hommerich/Kilian/Dreske Statistisches
Jahrbuch der Anwaltschaft 2009/2010,
S. 19
3
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/
cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichun
4
http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/kg/notar/zahlen.html
5
http://www.pruefungsamtbnotk.de/1:215/Meldungen/Statistik.html
6
Hommerich/Kilian/Dreske, S. 125
7
ebenda, S. 137
8
Hommerich/Kilian/Dreske, S. 73
9
Ein Erfahrungsbericht im DER TAGESSPIEGEL;
http://www.tagesspiegel.de/berlin/diestadt-der-vorsichtigenvaeter/4069700.html
10 Die Autorinnen Karoline Preisler und
Dorothee Dralle sind Lehrbeauftragte an
der Beuth Hochschule in Berlin und arbeiten in Berliner Rechtsanwaltskanzleien.
11 Bertram in: NJW 2005, S. 582
gut wie die der
Männer.3
Die
Kolleginnen starten z.B. als Anwältinnen, aber
Partner werden
sie dann schon
kaum
noch.
Notarinnen4 gibt
es auch nur zu
Dorothee Dralle
einem geringen
Prozentsatz und
durch die notarielle Fachprüfung fallen
mehr Frauen als Männer.5 2008 betrug
der Anteil der Rechtsprofessorinnen in
der Bundesrepublik 16 % und hat damit
eine Reduktion von 8 % erfahren6,
während die Anzahl der Promotionen von
Frauen um 8,5 % auf 639 in 2008 (Männer: 1.096) gestiegen ist. Während in
2008 5 Frauen habilitierten, taten dies 30
Männer.7 Mit 10 400 Promotionen (insgesamt), die 2008 von Frauen absolviert
wurden, stieg der Frauenanteil an allen
Promotionen von 2000 bis 2008 um acht
Prozentpunkte auf 42 %. 2008 wurde ein
leichter Rückgang verzeichnet. Bei den
Habilitationen stieg der Frauenanteil von
2000 bis 2007 um sechs Prozentpunkte
und sank 2008 um einen Prozentpunkt
im Vergleich zum Vorjahr.
In beruflichen Positionen im Bereich
Forschung und Lehre sind Frauen immer noch stark unterrepräsentiert: Ihr
Anteil an den wissenschaftlichen und
künstlerischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen lag 2008, ähnlich wie im
Vorjahr, bei einem guten Drittel. Im Vergleich zu 2000 bedeutet das jedoch eine
Steigerung um fast acht Prozentpunkte.
Beim BGH liegt der Anteil der dort zugelassenen Rechtsanwältinnen bei 17 %.8
Finden sich etwa zu wenige qualifizierte
Juristinnen für eine Aufgabe, die über
Anfängertätigkeiten hinausgeht?
Das ist ein Dilemma, allerdings auch für
Männer. Stellen Sie sich einen erfolgreichen Rechtsanwalt vor, der seiner Kanzlei mitteilt, in die Elternzeit gehen zu
wollen! Er wird kaum mit offenen Armen
empfangen werden.9 Wie also sind die
Männer zur Problemlösung mit “ins
Boot” zu holen? Diskriminierung ist
schließlich keine Einbahnstraße. Gleichstellung der Frau bringt neben höheren
Erträgen für das Unternehmen auch
deutliche Vorteile für den Mann.
Unser10 Lösungsvorschlag besteht aus
einem Drei-Punkte-Programm.
Erstens:
Sprachliche Gleichstellung durch
diskriminierungsfreie Formulierungen
in Wort und Schrift
Unreflektiert übernehmen wir Stereotype wie “DER Anwalt”, “DER Chef“,
aber „DIE Sekretärin“. Auch in unserer
Kanzlei sind die Arbeitnehmenden typischerweise Frauen, aber Partner typischerweise Männer. Ändern wird sich
das erst, wenn auch Frauen in Lehre
und Kanzlei diesen Zustand nicht mehr
als selbstverständlich hinnehmen. Insbesondere da diese Stereotype, die in
der Sprache ihren Ausdruck finden,
auch in unseren Köpfen tief verankert
sind. Wer denkt bei Sekretariatspersonal nicht als erstes an eine Frau und bei
Führungskräften an einen Mann? Der
Begriff “Mitarbeiter” wird geschlechtsneutraler wahrgenommen, warum nehmen wir ihn nicht?
Hervorgetan im „Kampf“ um die sprachliche Gleichstellung haben sich bisher
vor allem die Gesetzesgebenden. Auch
wenn hier zuweilen mit Übereifer ans
Werk gegangen wurde und z.B. § 91 b –
des inzwischen aufgehobenen - AuslG
die Benennung einer weiblichen Ausländerbeauftragten festschrieb.11
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 282
282
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Forum
Zur sprachneutralen Formulierung ist
Kreativität vonnöten. Es werden verschiedene Ansätze herangezogen, die
sich jedoch nur sehr unterschiedlich für
einen flüssigen Gebrauch in der Schriftsprache eignen und zum Teil für den
mündlichen Sprachgebrauch gänzlich
verbieten. Der Gesetzgeber bemüht sich
seit langem und teilweise auch erfolgreich: So wurde in § 96 SGB IX die Vertretung zur Vertrauensperson der
Schwerbehinderten.
Kurzformen wie z.B. das „Binnen – I“
oder in Klammern gesetzte Endungen
waren eine Zeitlang in Mode. Durchgesetzt haben sie sich nicht - vielleicht,
weil dies einen ständig reflexiven
Sprachgebraucht fordert. Das Binnen-I
könnte mittels einer Betonung (ähnlich
wie bei “Vogelei”) ohne Probleme deutlich gesprochen werden.
Immer möglich ist die Doppelnennung
der weiblichen und der männlichen
Form der Bezeichnung. Die birgt wiederum das Risiko, dass die Reihenfolge
der Nennung der Bezeichnungen als unpassend empfunden wird. Es dupliziert
allerdings erheblich die Textmenge.
Zu empfehlen ist daher geschlechtsneutrale Begriffe zu wählen.
Zweitens:
Chancengleichheit als ein
qualitatives Unternehmensmerkmal
begreifen
Je höher der akademische Grad ist, um
so mehr sinkt der Anteil der Frauen in
dem Beruf. Im Jahr 2006 betrug der Anteil des wissenschaftlichen Personals an
Hochschulen 32,3 Prozent, der weiblich
war. Unter den C4-Professuren gab es
nur noch nur 11,0 Prozent Frauen. Mit
der Ernennung von Prof. Dr. Susanne
Baer an das Bundesverfassungsgericht
am 12.11.2010 ist eine Juristin eigenen
Schlages am höchsten deutschen Gericht angekommen: Sie propagiert seit
Jahren das Gender Mainstreaming im
Recht. Dies wird sich in der Rechtsprechung sicherlich bemerkbar machen. Allerdings ist sie nicht mehr erziehende
Mutter bzw. nicht mehr die „Führungskraft eines mittleren Unternehmens“,
wie die Werbung die Familienarbeit be-
zeichnet. In der Wirtschaft ist die Situation vergleichbar schlecht. Im Jahr 2007
waren nur 29 Prozent der Fach- und
Führungskräfte in Wirtschaft und öffentlichem Dienst in Deutschland weiblich.
In den Vorständen der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland
sitzen sogar nur 11 Prozent Frauen. In
den 160 größten deutschen börsenorientierten Unternehmen haben 144 keine
Frau im Vorstand, das entspricht 97 %
(Magazin Mitbestimmung 4/2010, Böckler-Stiftung). Keine einzige ist Vorstandsvorsitzende. Der Frauenanteil
wäre sogar noch niedriger, gäbe es
keine Arbeitnehmervertretungen in den
Vorständen. Hier liegt der Frauenanteil
immerhin bei 19 Prozent.12
Ein Schelm, der schlechtes dabei denkt:
Am 28./29.10.2010 fand in Frankfurt am
Main die Tagung “1. Deutscher Human
Resources Summit” statt. Sie behandelte Themen wie “Arbeitswelten im
Umbruch”, “Demografischer Wandel”
und “Vergütung für Führungskräfte”.
Warum nur war dies eine geschlossene
Veranstaltung für geladene Gäste?
Angesichts der demoskopischen Entwicklung und des daraus resultierenden
Fachkräftemangels stellt sich die Frage,
welches Unternehmen es sich wirtschaftlich leisten kann, Frauen dauerhaft derart aus den Entscheidungs-Etagen fern zu halten?
Im Bereich des Managements sollte daher das Thema Chancengleichheit Bestandteil der Aus- und Fortbildung sowie des Selbstverständnisses sein.
Dabei können Unternehmen und Arbeitgeber viel bewirken. Möglicherweise
verschrecken sie potentielle Bewerber
oder verlieren familiengebundene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Mängel in der Organisation. Dabei gibt es
Beobachtungen, dass Unternehmen inzwischen deutlich mehr Frauen als Juristinnen in ihren Rechtsabteilungen beschäftigten und dies wiederum sich auswirkt auf die Wahl der Anwaltskanzlei:
Die Unternehmensfrauen arbeiten gerne
mit Anwältinnen.13 Eine Möglichkeit,
Gleichstellung zu erreichen, ist verbesserte Organisation:
Wenn Mütter und Väter weiter berufstätig sein wollen, müssen die Kinder
professionell betreut werden. Wen Unternehmen ihre Top-Mitarbeiterinnen
halten und von ihnen profitieren wollen,
können sie entweder flexible Arbeitszeiten und/oder -orte, Betriebskindergärten, Wickel-/Stillräume anbieten.
Auf den Prüfstand muss folgende Tatsache: Die Arbeitswoche in juristischen
Unternehmen beträgt noch immer gut
50 Stunden. Ohne Großeltern, Freunde
und professionelle Kinderbetreuer zu
Hause ist das zur Zeit nur mit einer Kindereinrichtung nicht zu schaffen. Denn
auf die öffentlichen Angebote zur Kinderbetreuung können berufstätige Eltern nicht wirklich zählen. Hierbei versagt die Politik der BRD völlig: Mit ihrem
Krippenangebot liegt sie im europäischen Vergleich mit 6 % am untersten
12 http://www.boecklerboxen.de/2172.htm m.w.N.
13 Freifrau von Falkenhausen, BRAK Magazin 04/2010
14 http://www.bundestag.de/dasparlament/2004/33-34/thema/022.html
15 Salaw-Hanslmaier, ZRP 2010, 184
16 Born, NJW-aktuell 47/2010, S. 18
17 Horx, Berliner Zeitung 21.01.2011
18 Brändle, Berliner Zeitung 15/16.01.2011
19 Schröder, Frauen – so gleichberechtigt
ist die Wirtschaft, Der Tagesspiegel
2.1.2011
20 http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,592973,00.html
21 BAG 22.07.2010 8 AZR 1012/08, NZA
2011, 93 ff
22 ,Geschlechtergerechtigkeit, Festschrift
für Heide Pfarr, Kocher u.a. Gleichstellung der Geschlechter in der Privatwirtschaft
23 http://www.hwwi.org/publikationen
24 http://karrierebibel.de/gehaltsvergleich%E2%80%93-frauen-verdienen-23-prozent-weniger/; http://www.welt.de/finanzen/article3255332/Frauen-verdienenein-Viertel-weniger-als-Maenner.html;
Damit steht Deutschland im inernationalen Global Gender Gap Report 2009 im
ranking auf dem 12. Platz und damit hinter Südafrika und Lesotho (!), Geschlechtergerechtigkeit, aaO
25 http://www.bild.de/BILD/politik/2009/05/07/rente-fuer-frauen/studiefrauen-die-armen.html
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 283
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
283
Forum
Ende des Rankings .Vorbilder wie Dänemark (56 %), Frankreich (43 %), Irland
(40 %) und Deutschland-Ost (37 %) sind
in absehbarer Zeit nicht einholbar
(Böckler, Fakten).
Bietet das Unternehmen die Mitarbeit in
einem Zeitrahmen an, der die üblichen
Betreuungszeiten ermöglicht? Nach einer Studie des Instituts der deutschen
Wirtschaft gaben im Jahr 2003 58 Prozent der Betriebe an, flexible Arbeitszeiten anzubieten, sodass die Beschäftigten ihre Anwesenheit im Unternehmen
auch nach den Öffnungszeiten von Kindergärten und Schulen richten können.14
(Auch) Weil die Zahl der Professorinnen
an den deutschen Hochschulen zu wünschen übrig lässt (der Anteil liegt bei
16 %), beschäftigen sich auch diese
Hochschulen mit den Rahmenbedingungen und verschiedenen Arbeitszeitmodellen (Teilzeit in Verbindung mit Telearbeit, Job-Sharing).15
Eine weitere Möglichkeit ist aber auch
die Schaffung einer „Frauenquote“ – in
Anwaltskanzleien natürlich auf freiwilliger Basis. Dennoch zum Vergleich:
Die Telekom hat angekündigt, bis Ende
2015 auf der Führungsebene eine Frauenquote von 30 % einzuführen.16 Vor
fünf Jahren hat eine konservative Regierung in Norwegen eine Frauenquote eingeführt: innerhalb von 3 Jahren hatten
40 % der Aufsichtsräte der norwegischen Unternehmen mit Frauen besetzt
zu sein.17 Bis 2017 sollen 40 % der Vorstandsmitglieder in Frankreichs Unternehmen mit Frauen besetzt sein, sagt
ein soeben verabschiedetes Gesetz zur
Gleichstellung18 in Frankreich.
Folgen von Ungleichbehandlung schaden nicht nur dem Image und der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Firmen, die von Männern und von Frauen
geführt werden, erzielen höhere Umsätze.19 Auch werden Verstöße gegen
das AGG oft juristisch geahndet. Eine
Angestellte der Gema z.B. wurde bei der
Vergabe eines Direktorenpostens übergangen. Sie konnte die Diskriminierungspolitik des Unternehmens mathe-
matisch nachweisen. Danach gab es 85
Prozent Frauen im Unternehmen, aber
keine einzige auf der Chefebene. Diese
einfache Rechnung reichte den Richtern
des Landesarbeitsgerichtes aus, um
eine Frauendiskriminierung in dem Unternehmen zu bejahen20; nach Zurückverweisung durch das BAG21 muss das
LAG nun allerdings neu entscheiden.
Auch in einer großen Anwaltskanzlei ist
eine solche Rechnung und Schlussfolgerung durchaus denkbar. Vermeidbar
wäre dies durch die Schaffung einer
Gleichstellungsbeauftragten in Betrieben ohne Betriebsrat22, was wohl in –
auch sehr großen – Anwaltskanzleien
am häufigsten vorkommen dürfte.
Stirbt der besser berentete Ehemann
oder wird die Ehe geschieden, ist wieder
die Frau benachteiligt. Geteilte Rentenansprüche und weniger Erwerbsjahre
reduzieren die Rente deutlich.
Frauen leben jedoch statistisch gesehen
etwa fünf Jahre länger als Männer. Was
dazu führt, dass die Frauen mit den kleinen Renten auch noch länger haushalten müssen. Heute hat eine Frau mit
Mitte dreißig eine Lebenserwartung von
mehr als 87 Jahren. Sie muss ungefähr
20 Rentenjahre finanziell bestreiten, und
zwar inklusive Pflege- und Betreuungskosten. Schon jetzt ist die Frauenarmut
gerade in der älteren Generation allgegenwärtig. Während Frauen 2007 im
Bundesdurchschnitt lediglich eine gesetzliche Rente von 534 Euro im Monat
erhielten, bekamen Männer 1021 Euro.25
Die Folgen der Ungleichbehandlung
treffen mit besonderer Härte auch die
sozialen Träger und den Steuerzahler.
Frauen sind die Verlierer unseres RenDie Forderung nach mehr Chancentensystems. Das Hamburgische Weltgleichheit ist damit mehr als gerechtferwirtschaftsinstitut (HWWI) hat im Auftigt, sie ist eine wirtschaftliche Notwentrag der R+V Versicherungen das
digkeit.
Thema „Altersvorsorge und Konsumverhalten von Frauen in Deutschland“23
Drittens:
analysiert. Danach reicht die gesetzliche
Selbstkontrolle
bei der Umsetzung
Rente im Alter für viele nicht aus. Heutzutage müssen immer weniger ErwerbDie Juristin hat es selbst in der Hand,
stätige immer mehr Rentner finanzieren.
gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit zu
Das trifft besonders die Frauen hart. Sie
verlangen. Sie ist dafür ausgebildet und
verdienen statistisch durchschnittlich
kennt die Argumente, den Arbeitsmarkt
um 23 Prozent24 weniger als Männer in
und die Situation der Kanzlei bestens.
gleicher Position. Dabei erreichen qualiMöchte eine Juristin mehr Familienzeit
fizierte Frauen beruflich deutlich weniger
und weniger arbeiten, wird sie einen
als die ebenso qualifizierten Männer. Als
Weg finden und auch weniger Bezaheine Folge der Ungleichbehandlung
Rechtsübersetzungen
bleibt die finanzielle
und Dolmetschen
Altervorsorge der
für
europäische
Hauptsprachen:
Frau
auf
der
notarielle
Beurkundungen,
Verträge,
Strecke. Angeblich
Gesetze, Urteile, Gutachten
typische Frauenbe» Professionell: diplomierte Dolmetscher und Übersetzer
rufe und Teilzeitar» Spezialisiert: Rechtssprache insbesondere
beit wegen der Fa• Immobilien- und Grundstücksrecht, Baurecht
milie oder Babyjah• Gesellschaftsrecht
ren erledigen den
• Erb- und Familienrecht, Ausländerrecht
» Zuständig: Für Berliner Gerichte und Notare
Rest. In der Folge
beeidigt und ermächtigt
können Frauen nur
» Zuverlässig: Termintreue und Qualität
weniger
RentenFragen Sie bei Civit‘an!
beiträge zahlen und
Kristin von Randow, Dipl.-Dolm. und -Übers. (DE-FR-ES)
bekommen
dann
Altonaer Str. 1 T: 030-397 44 555 @: post@civit-berlin.de
10557 Berlin
F: 030-397 44 556 W: www.civit-berlin.de
später
weniger
H: 0173-361 66 45
Rente.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 284
284
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Forum
lung akzeptieren. Womöglich findet sich
eine weitere Mutter oder ein Vater, die
sich den Arbeitsplatz teilen. Warum
nicht 2 x 25 Stunden/Woche anstatt 1 x
50 Stunden? Eine flexible Kinderbetreuung vor Ort bieten inzwischen viele Arbeitgeber. Hierzu gibt es wundervolle
Beispiele für Betriebskindergärten und
Verträgen zwischen Kindereinrichtungen
mit Betrieben.26 Durch solch Engagement kann der Betrieb die Öffnungszeiten der Einrichtung seinen und den Bedürfnissen der Beschäftigten anpassen.
Die Umsetzung der Gleichstellung fängt
jedoch schon im eigenen Büro an. Es
beginnt bereits damit, gegenüber anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
auf sprachliche Gleichstellung zu achten. Das Einfordern korrekter Sprache
ist ein Anfang. Danach wird jeder leichter Wünsche äußern und Korrekturen
im Alltag akzeptieren
Eine Veränderung muss aber nicht nur
eingefordert, sondern auch von betroffenen Frauen umgesetzt werden. Das
bedeutet u.a. die Einforderung von Hilfe
vom Partner in Sachen Haushalt und
Kinderbetreuung. Damit rennen die
Frauen offene Türen ein, denn die modernen Väter und Männer wünschen
sich regelmäßig mehr Vertrauen ihrer
Partnerinnen in den täglichen Haushalts- und Kinderthemen.27 Dafür muss
akzeptiert werden, dass diese Hilfe nicht
1:1 den eigenen Auffassungen und Arbeitsgängen entspricht. Die Beteiligung
von
Männern
im
Bereich
der
Familien(arbeit) wird für alle Beteiligten
eine Bereicherung sein und sicherlich
auch zu neuen Ideen und Verbesserungen führen.
Im Ergebnis wird jedes gewinnorientierte Unternehmen seine Einstellung zur
Gleichstellung schon aus Gründen der
Gewinnmaximierung überdenken. Betrachtet man Unternehmen und Lebensarbeitszeit auf einem Zeitstrahl, sind die
26 http://www.froebel-gruppe.de/480.0.html
27 www.vaeteraufbruch.de , dort insbesondere: http://www.vaeteraufbruch.de/index.php?id=14&tx_ttnews[cat]=7&cHash
=ab8cceb3a3153362f5eebe1234fb302c
Familienzeiten nur kleine Abschnitte. Jedes Unternehmen handelt also vorausschauend, wenn es diese kurzen Familienabschnitte gemeinsam mit den Juristinnen und Juristen zu bestreitet.
Dorothee Dralle
ist geprüfte Rechtsfachwirtin
und Bürovorsteherin,
Karoline Preisler
ist Rechtsanwältin in Berlin.
Beide sind Lehrbeauftrage an der
Beuth Hochschule für Technik Berlin.
Leserbriefe
Zum Interview mit Dr. Andreas Köhler,
„Was ist das Rentenversprechen noch
wert?“, Heft 1+2/2011, S. 5:
In der Ausgabe 1+2/2011 des Berliner
Anwaltsblatts veröffentlichen Sie ein Interview mit Dr. Andreas Köhler, der als
Angehöriger der SPD-Fraktion Mitglied
des Berliner Abgeordnetenhauses ist.
Gegenstand des Interviews ist eine
kleine Anfrage zur aktuellen Situation
und den Kalkulationsgrundlagen des
Versorgungswerks der Rechtsanwälte in
Berlin (VRB), die MdA Dr. Köhler an den
Berliner Senat gerichtet hat, sowie die
Antwort des Senats auf diese Anfrage.
Als alternierender Vorsitzender der
Deutschen Rentenversicherung Bund
bin ich zum einen erstaunt über Formulierungen in diesem Interview, die sich
auf das Leistungsniveau von gesetzlicher Rentenversicherung und VRB beziehen. Die in der Kleinen Anfrage an
den Senat gerichtete Frage, ob es zutreffend sei, dass das Versorgungswerk
der Rechtsanwälte Berlin das Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr erreichen würde
wird folgendermaßen kommentiert:
„Zunächst dürfte schon allein die Frage
schockieren, weil man diese schlicht für
absurd halten und den Kopf schüttelt
dürfte.“ Ich möchte mich gegen diese
Wortwahl des Berliner Anwaltsblattes
ausdrücklich verwehren. Die gesetzliche
Rentenversicherung ist ein solides und
verlässliches Alterssicherungssystem,
das für seine Versicherten nach Ansicht
renommierter Ökonomen – etwa des
Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – auch in Zukunft eine Rendite in einer Größenordnung von zwei
bis drei Prozent realisieren kann. Wenn
nun der Rechnungszins des Versorgungswerks der Berliner Rechtsanwälte
auf 2,25 Prozent herabgesetzt wurde,
erscheint es wenig verwunderlich, dass
auch das ausgewiesene Leistungsniveau in etwa dem der gesetzlichen Rentenversicherung entsprechen dürfte.
Dies für „schockierend“ oder „absurd“
zu halten weist entweder auf mangelnde
Kenntnisse über die Funktionsweise von
Alterssicherungssystemen oder auf Vorurteile bezüglich des Leistungsniveaus
der gesetzlichen Rentenversicherung
hin.
Vor allem aber überrascht es mich, dass
in der Antwort auf diese Frage Bezug
auf den Zuschuss des Bundes an die
gesetzliche Rentenversicherung genommen wird. MdA Dr. Köhler führt aus, ihn
stimme sorgenvoll, dass die im VRB versicherten Rechtsanwälte keine höheren
Renten als bei der Deutschen Rentenversicherung erwarten könnten – auch
vor dem Hintergrund, dass das Versorgungswerk „ohne die erheblichen Zuschüsse aus dem Steuersäckel auskommen muss, auf die sich die gesetzliche
Rentenversicherung
verlassen
darf.“ Ich möchte in diesem Zusammenhang klarstellen, dass die Zahlungen
des Bundes an die Rentenversicherung
letztlich darin begründet liegen, dass
der Gesetzgeber der Gesetzlichen Rentenversicherung die Zahlung von Leistungen auferlegt hat, für die die begünstigten Personen keine bzw. keine adäquaten Beiträge an die Rentenversicherung gezahlt haben. Diese Leistungen
werden letztlich durch die Zahlungen
des Bundes an die Rentenversicherung
kompensiert. Ich nenne hier nur exemplarisch Rentenleistungen aufgrund von
Zeiten der Arbeitslosigkeit ohne den Bezug von Arbeitslosengeld, Renten nach
dem sog. Fremdrentenrecht oder die
rentenrechtliche Höherbewertung von
Zeiten der Berufsausbildung oder einer
(Teilzeit-)Beschäftigung neben der Erziehung eines Kindes unter 10 Jahren.
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 285
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
285
Forum / Personalia
Im Falle der Anrechung von Kindererziehungszeiten kommen die ohne eigene
Beitragszahlungen der Betroffenen erworbenen Rentenansprüche sogar auch
Mitgliedern des VRB zu Gute.
Mit den Zahlungen des Bundes an die
Rentenversicherung wird insoweit also
nicht das Niveau der durch Beitragszahlung erworbenen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung subventioniert. Sie dienen vielmehr der Finanzierung von Leistungen, die die Rentenversicherung nach dem Willen des
Gesetzgebers zu erbringen hat, ohne
dass sie dafür Beiträge von den Versicherten erhält. Sollte der Hinweis Dr.
Köhlers auf die Zahlungen des Bundes
an die Rentenversicherung darauf abzielen, vergleichbare Bundeszuschüsse
auch für das Versorgungswerk anzuregen, so wäre den Versorgungswerken
vom Gesetzgeber im Gegenzug auch
die Verpflichtung zu solchen, nicht auf
Beitragszahlungen der Versicherten begründeten Leistungen aufzuerlegen. Die
Verpflichtung der gesetzlichen Rentenversicherung, auch für Versicherte der
berufsständischen Versorgungswerke
Kindererziehungszeiten anzuerkennen,
könnte dann z.B. auf die Versorgungswerke übertragen werden.
Der demografische Wandel stellt für alle
Einzelsysteme der Alterssicherung eine
ernsthafte Herausforderung dar. Die
steigende durchschnittliche Lebenserwartung zieht letztlich in allen Systemen
einen Anstieg der Beitragssätze, eine
Minderung der Rentenzahlungen oder
eine Anhebung des Renteneintrittsalters
nach sich – bzw. eine Mischung aus
diesen Maßnahmen. Der Gesetzgeber
hat in den vergangenen Jahren mit einer
Reihe von z.T. einschneidenden Reformmaßnahmen sichergestellt, dass –
auch nach Einschätzung kritischer Wissenschaftler und internationaler Organisationen – die nachhaltige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung trotz der demografischen Veränderungen gewährleistet ist. Das VRB
ist mit der Einführung der neuen Heubeckschen Sterbetafeln und der Anpassung des Rechnungszinses nun ebenfalls an die Auswirkungen des demografischen Wandels angepasst worden.
Wenn dadurch auch für das VRB die
nachhaltige Finanzierbarkeit gesichert
werden kann, sollte dies nicht Anlass für
kritische Anmerkungen zur gesetzlichen
Rentenversicherung sein, sondern bei
den Betroffenen die Gewissheit stärken,
dass sie sich auch künftig auf finanzierbare Leistungen ihres Versorgungswerkes verlassen können.
RA Dr. Hartmann Kleiner
Personalia
Ehrendoktorwürde für Uwe Kärgel
Dem früheren langjährigen Vorsitzenden des Berliner Anwaltsvereins (BAV), Herrn
Rechtsanwalt und Notar Uwe Kärgel, wurde die Ehrendoktorwürde von der „Angel Kanchev“ Universität Ruse, Bulgarien, verliehen. Kärgel bekam am 6. Juni
2011 die Urkunde und Insignien eines “Doctor honoris causa“ in Vollzug des Verleihungsbeschlusses vom 19.04.2011 des akademischen Senat der bulgarischen
Universität überreicht.
Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Beloev, begründete Verleihung der Ehrendoktorwürde mit den Verdiensten Kärgels um das Zusammenwachsen der Anwaltschaften von Ost und West, seine Aktivitäten für die Anwaltschaften der
neuen EU-Mitgliedsstaaten und die Schaffung bilateraler Beziehungen zwischen
den Anwaltschaften in Europa.
Rechtsanwalt und Notar Dr. h. c. Uwe Kärgel, Berlin, wies in seiner akademischen Ansprache auf die positiven Erfahrungen des Zusammenwachsens der
Rechtsanwaltschaften aus Ost und West in Deutschland für die europäischen
Anwaltschaften hin. Zugleich betonte er die Notwendigkeit der verstärken Mitwirkung der Anwaltschaften der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten im vereinten und
sich weiter vereinigenden Europa zur besseren Durchsetzung der Individualrechte der Mandanten.
Dr. h.c. Uwe Kärgel ist der 11. deutsche Staatsangehörige, dem die Ehrendoktorwürde der Universität Ruse verliehen wurde. Unter ihnen befindet sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Dr. h.c. Uwe Kärgel (2.v.l.)
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 286
286
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Forum / Bücher
Zum Beitrag von Gregor Samimi und
Cornelia Liedtke, „Rechtsschutzversicherungen: Im Visier der Verbraucherschützer“, Heft 5/2011, S. 153:
Mit großem Interesse habe ich den Artikel des Kollegen Samimi im Berliner Anwaltblatt 05/2011 gelesen. Rechtsanwalt Samimi hat mit seinen erfreulich
klaren Worten das angespannte Verhältnis der Anwälte zu den Rechtsschutzversicherern im Kern des Problems getroffen.
Die von ihm angesprochenen Probleme
und Praktiken sind aber wohl nur die
„Spitze des Eisbergs“ – wer redet schon
gern über seine mickrigen Gebühren,
die er mit dem Rechtsschutzversicherers vereinbart hat...
Die Rechtsschutzversicherer haben
durch das jahrelanges Zögern und Zaudern von uns Rechtsanwälten nun die
Oberhand gewonnen und deren Ziel ist
erreicht: Die Rechtsanwälte sind Bittsteller geworden und die Versicherer
diktieren förmlich den Gebührenrahmen.
Man fühlt sich erinnert an den aktuell
einschmeichelnden Werbeslogan der
ERGO-Versicherungsgruppe: „ Dieses
Versicherungs-Chinesisch braucht doch
kein Mensch“. Dass es dabei aber –leider- nicht darum geht, dem gutgläubigem Versicherungsnehmer den Umgang
mit der Versicherung zu erleichtern,
bleibt hier im Verborgenen. Die Realität
spricht nämlich - wie wir Anwälte wohl
alle wissen- eine andere Sprache. Mit
anderen Worten: Der Versicherte wird
getäuscht und verhöhnt - Hauptsache
die Kasse der Versicherung stimmt.
Es Zeit für uns Anwälte, nun endlich zu
handeln – es ist „5 vor 12“.
RA Sven Skana
FA Verkehrsrecht
Bücher
Prof. Dr. Peter Raue/
Prof. Dr. Jan Hegemann (Hrsg.)
Münchener Anwaltshandbuch
Urheber- und Medienrecht
Handbuch
2011. Buch. XXXIX, 1035 S. In Leinen
Verlag C. H. Beck, München
148,00 EUR
ISBN 978-3-406-60450-8
Die Zahl an Veröffentlichungen
zum
Urheberund
Medienrecht ist in den
vergangenen
Jahren kontinuierlich gewachsen. Unter den
Lehr- und Praxishandbüchern
finden sich vor
allem solche, die sich jeweils eines Teilbereichs annehmen. Das entspricht der
üblichen Spezialisierung der mit der Materie befassten Juristen. Man konzentriert sich gewöhnlich auf das Presserecht oder das Urheber(vertrags)recht
oder das Rundfunkrecht etc., selten auf
alle Themen zugleich. Die Fachanwaltsordnung geht einen anderen Weg und
verlangt nachgewiesene Kenntnisse des
Fachanwalts für Urheber- und Medienrecht in allen der in § 14 j FAO aufgezählten Bereichen.Die Anforderungen an
den Berater, der sich in einem hochspezialisierten Rechtsgebiet umtut, sind erheblich. Was in der Fallpraxis den meisten schwerfallen dürfte, ist theoretisch
jetzt mit einem schönen “Rundumschlag” gelungen. Das Münchener Anwaltshandbuch zum Urheber- und Medienrecht vereint sämtliche Spezialge-
Von Praktikern gelesen
biete (und noch ein bisschen mehr), die
der Fachanwalt kennen und bestenfalls
beherrschen sollte. Die Grundlagen des
Urheberrechts und der spezifischen
Vertragsrechte, das Recht der Wortund Bildberichterstattung, das Recht
des öffentlich-rechtlichen und privaten
Rundfunks und die Besonderheiten im
Verfahrensrecht werden ebenso behandelt, wie der Jugendmedienschutz oder
Grundzüge des Marken-, Wettbewerbsund Werberechts. Auch die Kürzel TKG
und KSK sollten nach der Lektüre keine
Rätsel mehr aufgeben.Das Buch vermittelt – wenngleich mitunter durch die
subjektive Brille des Branchenvertreters
– detailreiche Kenntnisse sowohl über
theoretische Grundlagen, als auch über
praktisches Gewohnheitsrecht. Den
Herausgebern ist es gelungen, für die
thematisch teilweise weit auseinanderliegenden Gebiete, Autoren zu versammeln, die durchweg anschaulich, dabei
oft hochkonzentriert, ihr Fachgebiet zu
vermitteln wissen. Vielen Dank für dieses Kompendium.
Rechtsanwalt Dr. Carsten Markfort,
Fachanwalt für
Urheber- und Medienrecht,
Vorsitzender des Fachanwaltsausschusses für Urheber- und Medienrecht der RAK Berlin
Werden auch Sie Mitglied im
Berliner Anwaltsverein e.V. !!
Nähere Informationen unter Telefon (030) 251 38 46
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 287
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
287
Termine
Terminkalender
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den jeweiligen Veranstalter
Datum
22. - 26.08.
25.08.
26./ 27.08.
31.08.
02./ 03.09.
02./ 03.09.
03.09.
03.09.
05.09.
06.09.
07.09.
Thema
Referent
English Intensive Course
David Hutchins
Ian Mark Whalley
Wie lese ich einen Bebauungsplan? DarstellungsDr. Kostja von Keitz
weisen und Bedeutung zeichnerischer Festsetzungen
Die praktische Durchsetzung von Forderungen
im Büro vom Aufforderungsschreiben bis
zum vollstreckbaren Titel
Marlies Stern
Optimale Gebührenabrechnung im Familienrecht
Dorothee Dralle
Silvia Groppler
Veranstalter
DeutscheAnwaltAkademie
www.anwaltakademie.de
Arbeitskreis Verwaltungsrecht
www.berliner-anwaltsverein.de
Reno Berlin-Brandenburg
www.reno-berlinbrandenburg.de
Aktuelle Entwicklungen bei notariellen Urkundsgeschäften mit Schwerpunkt Liegenschaftsrecht /
Wohnungseigentum / Erbbaurecht für die notarielle
Praxis
Prof. Walter Böhringer
Grundlagen und praktische Anwendung in der
Kostenfestsetzung, Prozesskostenhilfe und
Zwangsvollstreckung
Monika Wiesner
Einführung in die Strafverteidigung
Clemm, Honecker,
v. Klinggräff
Dralle Seminare
www.dralle-seminare.de
Fortbildungsförderverein
www.reno-berlinbrandenburg.de
Reno Berlin-Brandenburg
www.reno-berlinbrandenburg.de
RAV e.V.
www.rav.de
Freizügigkeit und öffentliche Leistungen
für Unionsbürger
Sven Hasse
RAV e.V.
Weiterbildung in Mediation – Familienmediation
kostenfreier Informationsabend
Frauke Decker
Joachim Hiersemann
www.mediation-bim.de
Arbeitskreis Mietrecht und WEG:
Der Wasserschaden und seine Folgen
Silvia Groppler
Frank Schubert
www.berliner-anwaltsverein.de
Arbeitszeitkonten in KMU
Dr. Stefanie Deinert
www.rav.de
Berliner Institut für Mediation
Arbeitskreis Mietrecht und WEG
Arbeitskreis Arbeitsrecht
www.berliner-anwaltsverein.de
07.09.
Stammtisch der Familienanwälte im Café Brel
Arbeitsgemeinschaft
Familienrecht im DAV
familienanwaelte-dav.de
07.09.
08.09.
10.09.
14.09.
Zwangsvollstreckung Basic
Gundel Baumgärtel
gepr. Bürovorsteherin
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH,
www.ra-micro-berlin-mitte.de
Sommerempfang der ARGE Anwältinnen
in der TowerLounge
www.dav-anwaeltinnen.de
ARGE Anwältinnen
Einführung in das RVG (Das RVG in seiner
Sylvia Granata
praktischen Anwendung speziell für Auszubildende)
www.reno-berlinbrandenburg.de
Das neue Personalvertretungsrecht
in Nordrhein-Westfalen
Bundesvereinigung
Öffentliches Recht
Dirk Lechtermann
Reno Berlin-Brandenburg
www.bör.de
14.09.
RVG - Workshop - Teil II
Horst-Reiner Enders
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH
www.ra-micro-berlin-mitte.de
16. - 17.09.
6. Deutscher Handels- und Gesellschaftsrechtstag
DeutscheAnwaltAkademie
www.anwaltakademie.de
16.09.
16.09.
Das Recht auf Neugier: Informationsfreiheitsgesetz, Dr. Bertold Huber
Umweltinformationsgesetz, Verbraucherinformationsgesetz
Die GmbH nach dem MoMiG
Andreas Kersten
Bundesvereinigung
Öffentliches Recht
www.bör.de
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH
www.ra-micro-berlin-mitte.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 288
288
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Termine
17.09.
Das Psychatrisch/psychologische Gutachten
im Strafprozess
Dr. Dirk Fabricius
19.09. – 21.09. Xinnovations
Humboldt-Universität zu Berlin
20.09.
RAV e.V.
www.rav.de
Xinnovations e.V.
www.xinnovations.de
Forum E-Justice im Rahmen der Xinnovations
Xinnovations e.V.
www.xinnovations.de
21.09.
21.09.
22. - 24.09.
RVG - Praktikerseminar mit Heinz Hansens
Sicherungsverwahrung – gesetzliche Neuregelungen
und Auswirkungen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 04.05.2011
Heinz Hansens,
Vors. Richter LG Berlin
Sebastian Scharmer
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH
www.ra-micro-berlin-mitte.de
Arbeitskreis Strafrecht
www.berliner-anwaltsverein.de
9. Jahresarbeitstagung des Notariats
DAI
www.anwaltsinstitut.de
23. - 24.09.
23. - 24.09.
24.09.
27.09.
29.09.
Forum Sozialrecht 2011
Groth, Neumann,
Klatt, Theobaldt
Effizient Verhandeln für Rechtsanwälte:
Grundlagen effektiver Verhandlung,
Grundlagen des Harvard-Konzepts und des
kooperativen Verhandelns
Petra Padberg
Jörg Pahnke
Prof. Dr. Anusheh Rafi
Grundzüge der Zwangsvollstreckung – Teil I.
(Voraussetzungen, Vollstreckungshindernisse)
Prof. Brigitte Steder
Die Jahresabrechnung und die Darstellung von
Bestand und Entwicklung der Instandhaltungsrücklage
Klaus Pfitzner
Das neue P-Konto - Erfahrungen
Peter Mock
ARBER|seminare
www.ARBER-seminare.de
Institut TRIANGEL e.V.
www.Institut-Triangel.de
Fortbildungsförderverein
www.reno-berlinbrandenburg.de
Arbeitskreis Mietrecht und WEG
www.berliner-anwaltsverein.de
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH,
www.ra-micro-berlin-mitte.de
30.09.
05.10.
Beweisantragsrecht im Verwaltungsprozess Richtige Antragstellung, Reaktion des Rechtsanwalts und Vermeidung von Fehlerquellen
Dr. Hans-Peter Vierhaus Bundesvereinigung
Öffentliches Recht
Das neue Personalvertretungsrecht
in Nordrhein-Westfalen
Dirk Lechtermann
www.bör.de
Bundesvereinigung
Öffentliches Recht
www.bör.de
05.10.
Tarifrecht des öffentlichen Dienstes in Berlin
Michael Loewer
Arbeitskreis Arbeitsrecht
www.berliner-anwaltsverein.de
06. - 07.10.
07.10.
Intensivseminar öffentliches Gesundheitsrecht
Aktuelle Rechtsfragen im Umfeld von
Friedhof und Bestattung
Prof. Dr. Th. Clemens,
Prof. Dr. Michael Quaas
Matthias Spranger
DAI
www.anwaltsinstitut.de
Bundesvereinigung
Öffentliches Recht
www.bör.de
07.10.
07.10.
Optimierung der Abrechnung
verwaltungsrechtlicher Mandate
Dr. Hans-P. Vierhaus;
Norbert Schneider
Optimierung der Abrechung verwaltungsrechtlicher Mandate
DAI
www.anwaltsinstitut.de
Norbert Schneider DAI
www.anwaltsinstitut.de
08.10.
08.10.
08.10.
10.10.
Effektive Zwangsverwaltung
von Miet- und WEG-Objekten
Michael Drasdo
Grenzüberschreitende Schadenregulierung
Prof. Dr.
Ansgar Staudinger
DAI
www.anwaltsinstitut.de
RVG Aktuell - Gebührenoptimierung in Familiensachen - Streitwerte und Gebühren nach FamGKG
Anton Braun
Beginn 3. Fachausbildung Mediation
Michael Plassmann
DeutscheAnwaltAkademie
www.anwaltakademie.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
10.10.
Weiterbildung in Mediation – Familienmediation
kostenfreier Informationsabend
Frauke Decker
Joachim Hiersemann
Berliner Institut für Mediation
www.mediation-bim.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 289
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
289
Termine
10.10. ab
13.10. - 14.10.
14. - 15.10.
3. Fachausbildung Mediation
Leitung:
Michael Plassmann
Vertiefungs- und Qualifizierungskurs
GmbH-Beratung
Dr. Joachim Bauer
Intensivkurs Erbrecht
Dr. Norbert Frenz
DAI
www.anwaltsinstitut.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
14.10.
17.10. - 18.10.
19.10.
Hochschulorganisation, Akkreditierung, Rechtsfragen des Studiums - Grundlagen und aktuelle
Praxisprobleme
Dr. Josef Lindner
Dr. Christian Birnbaum
Vertiefungs- und Qualifizierungskurs
Testamentsvollstreckung
Hans Christian Blum
Bundesvereinigung
Öffentliches Recht
www.bör.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
Besuch der polizeihistorischen Sammlung
Arbeitskreis Strafrecht
www.berliner-anwaltsverein.de
19.10.
19.10.
19.10.
DAI Late Nite Arbeitsrecht I: Streitwertrechtsprechung des LAG Berlin-Brandenburg
Martin Dreßler
DAI Late Nite Familienrecht I:
Offene Rechtsfragen zum FamFG
Harald Vogel
Das Zentrale Testamentsregister
Dr. Thomas Diehn
DAI
www.anwaltsinstitut.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
19.10.
21. - 22.10.
21.10.
21.10.
24.10. ab
25.10.
25.10.
26.10.
Notariatsseminar: Amts- und Beurkundungsrecht
6. Jahresarbeitstagung Bau- und Architektenrecht
Marianne Drillich-Groß
gepr. Bürovorsteherin
www.ra-micro-berlin-mitte.de
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH,
Leitung:
Dr. Wolfgang Koeble
www.anwaltsinstitut.de
DAI
Das Einvernehmen der Gemeinden nach
§ 36 BauGB und ihre Haftung - behandelt anhand
aktueller Fragen und Gerichtsentscheidungen zum
Zulässigkeitsrecht der §§ 30 bis 35 BauGB
Prof. Dr. Wilhelm Söfker Bundesvereinigung
Öffentliches Recht
Stolpersteine im familiengerichtlichen Verfahren
und in der Verfahrenskostenhilfe
Dieter Büte
9. Vorbereitungslehrgang auf die
notarielle Fachprüfung
diverse
Mitarbeiterführung: Führungsstile, Motivation,
Kommunikation
Anke Reinert
Zwangsvollstreckungstipps für Fortgeschrittene Praktiker-Seminar
Johannes Kreutzkam
Fernabsatzrecht - aktuelle Rechtsprechung
Dr. iur. Walter Felling
www.bör.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
ARGE Anwältinnen
www.dav-anwaeltinnen.de
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH,
www.ra-micro-berlin-mitte.de
RA-MICRO Berlin Mitte GmbH,
www.ra-micro-berlin-mitte.de
28.10.
28.10.
Aktuelle Fragen des Erneuerbare-EnergienGesetzes 2012 - Biomasse, Solar, Windkraft:
Vergütung und Netzanschluss/-ausbau
Prof. Dr. Th. Schomerus Bundesvereinigung
Dr. Sebastian Lovens
Öffentliches Recht
Das arbeitsrechtliche Mandat im Krankenhaus
Dr. Peter Hüttl
www.bör.de
DAI
www.anwaltsinstitut.de
28.10.
Ein Jahr FamFG-Rechtsmittelrecht
Mallory Völker
Arbeitsgemeinschaft
Familienrecht im DAV
www.cp-bonn.de
28.10.
Krankenhausarbeitsrecht
Dr. C. Liebscher
ARBER|seminare
www.ARBER-seminare.de
28.10.
29.10.
Neues Recht und Aktuelle Rechtsprechung
Arbeitsförderung
Dr. M. Neumann
Abrechnung von Krankenhausleistungen
C. Sorek
ARBER|seminare
www.ARBER-seminare.de
ARBER|seminare
www.ARBER-seminare.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 290
290
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Inserate
Inserate
Außensozität (7 RAe, 2 Notare) Schwerpunkt Wirtschaftsrecht in bester Citylage sucht 2 qualifizierte Kolleginnen oder Kollegen mit eigenen Mandanten, gern
Fachanwältin/ -anwalt
Moderner, heller Raum,
optimal geschnitten (ca. 24 qm) zu vermieten, unbefristet
oder tageweise, beste Mitte-Lage an der Ecke Tucholsky-/
Oranienburger Straße, sonnig, direkt an S-Bahn und Tram.
Neubau (1997). Spätere Bürogemeinschaft nicht ausgeschlossen.
Auskünfte:
Tel.: 030 / 88 68 07 22 oder 0171-217 3104
www.kanzlei-bartels.de
Nutzung der Infrastruktur und des Personals möglich.
Oder Fusion/Kooperation mit bestehender Kanzlei,
Büroflächenerweiterung von vorh. 600m2 auf bis zu
1050 m2 möglich.
Kontaktaufnahme: 030/21477668
Angesehene auf dem Gebiet des Immobilienrechts tätige
Rechtsanwalts- und Notariatskanzlei in Berlin-City (Wilmersdorf) mit repräsentativen Büroräumen sucht
Fachanwalt/Fachanwältin
für Bau- und Architektenrecht
mit eigenem Mandantenstamm zwecks Erweiterung der Sozietät bzw. Bürogemeinschaft. Genügende Infrastruktur vorhanden, Personal kann eingebracht werden.
Anschreiben bitte unter Chiffre AW 7-8/2011-5 an
CB-Verlag Carl Boldt, Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
StB-Ges. sucht: Rechtsanwalt/in ab sofort zur Untermiete,
1 Raum ca. 22 qm, Prenzl. Berg, Nähe Kollwitzpl., Miete rd.
350 € brutto warm zzgl. MwSt., auf Wunsch zzgl. Sekretariatsleistungen.
Telefon (030) 44 01 28 60
RA’e, Notare, WP, StB,
Nähe Europacenter, 7 Berufsträger.
Bieten Bürogemeinschaft oder Aussensozietät.
Auch Zusammenschluss mit bestehender Kanzlei möglich.
Sehr gute Bedingungen.
Kontaktaufnahme: 030/21 99 088
Renommierte, etablierte Kanzlei mit umfangreichem Notariat
bietet nach Umstrukturierung in zentraler City-West-Lage
(Uhland-/Lietzenburger Straße)
1 1/2 bzw. 2 repräsentative Arbeitsräume
(29 und 19 m2)
zur Untermiete unter Mitnutzung der Büroinfrastruktur wie
Empfang, Sekretariat, Konferenzraum, Telefonanlage, ramicro etc. für Anwaltskollegen/-in, gern auch in Kombination
mit freier Mitarbeit.
Wir sind eine überregional tätige Rechtsanwalts- und Notariatskanzlei mit wirtschaftsrechtlicher Ausrichtung und
Schwerpunkt im Immobilienbereich.
Wir suchen qualifizierte
Rechtsanwältinnen / Rechtsanwälte
mit Berufserfahrung, eigenem tragfähigen Mandantenstamm
und Spezialisierung in den Bereichen
Bau-, Immobilien- und Vergaberecht
für unsere Standorte Berlin und München.
Wir bieten Quereinsteigern attraktive Rahmenbedingungen
und gute Entwicklungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche
Zusammenarbeit.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Wollmann & Partner GbR
Rechtsanwälte und Notare
Herrn Rechtsanwalt und Notar Michael Ch. Bschorr
Meinekestraße 22, 10719 Berlin
Telefon: 030/88 41 09-0
E-Mail: bschorr@wollmann.de
www.wollmann.de
Angenehm wären dabei Tätigkeitsschwerpunkte im Strafrecht/ Verkehrsrecht/Arbeitsrecht als Ergänzung zur vorhandenen Fachkompetenz.
Telefon 0171 436 00 54
K A N Z L E I
STEPHAN
MIT
SITZ
AM GENDARMENMARKT
bietet 1 – 2 Büroräume sowie die Mitbenutzung des
Besprechungsraumes an.
Tel. (030) 86 39 49 10 · post@kanzlei-stephan.de
1-2 repräsentative Büroräume in
Berlin-Mitte (Friedrichstraße)
nebst Mitnutzung der Gemeinschaftsräume in Fachanwaltskanzlei (Arbeitsrecht) an wirtschaftsrechtlich ausgerichtete/n
Kollegen/in oder StB/WP unterzuvermieten. Mitnutzung Sekretariat oder Anmietung separater Sekretariatsarbeitsplatz
ggfs. nach Absprache möglich.
Tel.: 01717590099 E-Mail: arbeitsrecht-berlin@web.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 291
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
291
Inserate
Notar zur Übernahme eines gut
gehenden Notariats – 2 Notare in Berlin-Mitte – im
Rahmen fortzusetzender Sozietät gesucht.
Zuschriften unter Chiffre AW 7-8/2011-6 an
CB-Verlag Carl Boldt, Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
Nette Bürogemeinschaft in Berlin-Mitte
bietet Raum und Sekretariatsmitbenutzung.
Informationen über RA Kraske: 030 / 34 38 92 18
Rechtsanwalt/Notar in Neukölln sucht
zum 1.1.2012 Nachfolger mit Übernahme
der Praxis.
Tel. (030) 687 49 48
RA, Berufsträger, Fachanwalt VwR sucht
nach abgeschlossener Promotion kollegiale Kooperation.
Neugründung einer Bürogemeinschaft oder Einstieg in
bestehende Strukturen denkbar. Zielvorstellung: 4 Berufsträger, vorzugsweise Fachanwälte in sich ergänzenden
Rechtsgebieten mit dem Anspruch einer überregionalen und
internationalen Ausrichtung. Eigenes Profil: Wirtschafts- u.
Verwaltungsrecht, Mediation, FamR, deutsch-französische
Rechtsbeziehungen.
Jüngerer Rechtsanwalt und Notar
mit mehrjähriger Berufserfahrung sucht Zusammenarbeit
gerne mit wirtschaftsrechtlicher Kanzlei.
Notar-Berlin@gmx.de
E-Mail: kanzleigruendung-berlin@gmx.de
Junger promovierter Rechtsanwalt,
Rechtsanwalt und Notar sucht
Kooperation mit Notarkollegen,
die für ihr Notariat eine Nachfolgelösung suchen.
Zuschriften bitte unter Chiffre AW 7-8/2011-3 an
CB-Verlag Carl Boldt, Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
Thöner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
sucht freiberufliche/n Rechtsanwältin/Rechtsanwalt
insb. Straf-, Insolvenz-, Gesellschaftsund/oder Sozialrecht
Teamfähigkeit wird vorausgesetzt!
mehrsprachig, mit eigenem Mandantenstamm und Schwerpunkten im Gesellschaftsrecht und Kapitalanlagerecht sucht Kooperation mit Kollegen in einer bestehenden oder zu gründenden Sozietät oder Bürogemeinschaft.
Zuschriften bitte unter Chiffre AW 7-8/2011-1 an
CB-Verlag Carl Boldt, Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
RA, Notar bietet Zusammenarbeit in
eigenen, repräsentativen Büroräumen
in Citylage.
Zuschriften unter Chiffre AW 7-8/2011-7 an
CB-Verlag Carl Boldt, Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
Kantstraße - Berlin Charlottenburg
Tel.: 030 - 89009977, e-mail: ihr-partner@thoener-gmbh.de
Zivilr. Bürogemeinschaft gesucht
ü40-Anwalt mit 3,5 Jahren Berufserfahrung als Anwalt,
mehrjähriger Tätigkeit in freier Wirtschaft u absolv FA-Lehrgängen, MietR/ WEG, ArbR, BauArchR sucht neue BG. Mitbenutzung Sekretariat. Kombinierte Bürogemeinschaft und
Honorartätigkeit in diesen o. anderen zivilr. Fachbereichen
erwünscht aber nicht zwingend. Kollegialer fachlicher Austausch, zeitliche Vertretung selbstverständlich.
Kontakt: 030 20286962
info@kanzlei-braemer.de
Sehr schöne Gewerberäume direkt am Kurt-Schumacher-Platz zu vermieten!
Objektbeschreibung:
Bei dem Objekt handelt es
sich um einen sehr gepflegten
Neubau mit einem Personenaufzug! In dem Objekt befinden sich diverse Arztpraxen,
die Schülerhilfe und ein Restaurant im Erdgeschoss.
Die drei renovierten Räume
haben eine Größe von ca. 121
m², befinden sich im 3. OG
und verfügen über Teppichfußboden, eine Teeküche und
getrennte WC´s für Damen und
Herren.
Das Objekt befindet sich direkt
am stark frequentierten KurtSchumacher-Platz, gegenüber
vom Einkaufzentrum Der Clou.
Eigentümergemeinschaft Ostrowski
Prenzlauer Promenade 42, 13089 Berlin
Telefon: 030 - 477 577 -24 ɿ Telefax: -23
Email: IWO-Ostrowski@t-online.de
AW 8-11 Umbuch 1
09.08.2011
11:17 Uhr
Seite 292
292
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
Inserate
Anwaltskanzlei bietet ab Juli in Berlin-Mitte (nähe
Hackescher-Markt) einen Büroraum (ca. 15 qm) nebst
Sekretariat, Infrastruktur und repräsentativem Besprechungsraum an Kollegin/-en mit eigenem Mandantenstamm. Zusammenarbeit erwünscht.
Zuschriften unter Chiffre AW 7-8/2011-4 an
CB-Verlag Carl Boldt, Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
Die Ausgaben des
Berliner Anwaltsblatts
finden Sie auch im Internet unter
www.berliner.anwaltsverein.de
Zur Bürogemeinschaft in bester Citylage (West)
bieten wir kostengünstige Räume inklusive technischer
Ausstattung neuesten Standards und eingearbeitem Personal ab sofort oder später.
Heller, 24 qm Büroraum (2 Raum ggf. optional) in
Zuschriften unter Chiffre AW 7-8/2011-8 an
CB-Verlag Carl Boldt, Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
in 2er Bürogemeinschaft ab 01.07. oder später, Nutzung
vorhandener Bürotechnik/ Arbeitsplatz Sekretariat möglich.
Mitte - Linienstr.
Telefon 0177 – 6885703
2 Büroräume in Berlin Wilmersdorf
(nähe Ku-Damm)
Wir vermieten zwei freundliche helle Zimmer in Bürogemeinschaft in 10719 Berlin-Wilmersdorf ab sofort. Wir bieten ferner die Mitbenutzung des Besprechungszimmers an. Die
Kanzlei hat die Schwerpunkte Strafrecht, Medizinrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht, Notariat.
Zuschriften bitte unter Chiffre AW 7-8/2011-2 an
CB-Verlag Carl Boldt, Postfach 45 02 07, 12172 Berlin
Bürogemeinschaft bietet repräsentativen
Arbeitsraum (20 qm mit Balkon, Hochparterre, Altbau)
direkt am S-Bahnhof Karlshorst für 270,00 €/Monat.
Tel: (030) 856105252
Anwaltsservice für alle Fälle
Ch. Schellenberg
Tel.: 030-757 64 033 Mobil: 0160-99 25 52 91
Kleine Wirtschafts- und Medienrechtskanzlei in Berlin-Mitte
Attraktive Kanzleiräume am
sucht Rechtsanwältin/Rechtsanwalt
Leipziger Platz
für Anstellung oder freie Mitarbeit.
Kontakt: Berlin@schott-law.de
Wir verfügen über Büroflächen gehobener Ausstattung, die
wir gerne einer Anwalts- und/oder Steuerkanzlei zur Nutzung
anbieten wollen. Es handelt sich um mindestens 4 Räume,
insgesamt 103 m2, bei günstigen Mietkonditionen. Eine berufliche Zusammenarbeit wird angestrebt.
Rechtsanwalt sucht wegen Erreichung des Rentenalters
für seine Kanzlei in Berlin-Charlottenburg Nachfolger.
Kontakt: Fax: 030/34702642
Kontakt: Dr. Ulrich Dieckert, Tel.: (030) 278 707
oder per E-Mail: ulrich.dieckert@wrd.de
Helle, sonnige 2 1/2-Zimmer-Wohnung zu verkaufen
1. OG, 89 qm, in Berlin-Marienfelde, ruhige Lage, Nähe Hildburghauser Str., direkt vom Eigentümer
Die Wohnung ist bezugsfrei und vollständig renoviert. Balkon, Bad mit Fenster, Einbauküche
mit Geschirrspüler, Kühlschrank, Tiefkühlung, Elektroherd, Dunstabzugshaube
Wohnräume Laminat. Parkplatz vorhanden.. Preis: VB
Anfragen und Besichtigungstermin unter Telefon 0172-316 3004
AW Titel 07+08-2011
09.08.2011
11:21 Uhr
Seite 3
Berliner Anwaltsblatt 7-8/2011
293
Terminsvertretungen
Terminsvertretungen
Terminsvertretungen
an allen Amts- und Landgerichten
im Großraum Hannover/Braunschweig
RA Michael Richter
Friesenstr. 48a • 30161 Hannover
Tel.: (0511) 676 57 35 • Fax (0511) 676 57 36
anwalt@kanzleirichter.de
BRANDENBURG AN DER HAVEL
Terminsvertretung beim Amtsgericht und Arbeitsgericht
sowie Brandenburgischen Oberlandesgericht
Rechtsanwalt Thomas Küppers
Kanzlei Scherbarth, Hergaden, Küppers & Partner GbR
Magdeburger Straße 21
Telefon: 03381/324-717
14770 Brandenburg
Telefax: 03381/30 49 99
E-Mail: kanzlei@scherbarth-partner.de
Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Berlin und München
übernimmt Termins- und Prozessvertretungen aller Art:
CLLB München
CLLB Berlin
Liebigstr. 21, 80538 München
Tel.: (089) 552 999 50
Fax: (089) 552 999 90
Dircksenstr. 47, 10178 Berlin
Tel.: (030) 288 789 60
Fax: (030) 288 789 620
mail: kanzlei@cllb.de
web: http://www.cllb.de
Terminsvertretungen vor den
Amtsgerichten Zossen, Luckenwalde und
Königs Wusterhausen übernimmt
Rechtsanwalt Uwe Bamberg,
Fischerstraße 10, 15806 Zossen
Tel. 0 33 77/ 33 05 31 Fax 0 33 77/ 33 05 32
Terminsvertretungen vor den Gerichten in
Cottbus, Lübben, Senftenberg und Guben
Terminsvertretung vor allen Gerichten in
Leipzig
Rechtsanwalt Klaus-Dieter Narroschk
Robert-Schumann-Str. 13, 04107 Leipzig
Tel.: 0341 / 21 33 652 · Anwaltskanzlei.Narroschk@t-online.de
übernehmen
Bohn & Kollegen • Rechtsanwälte
Ostrower Wohnpark 2 • 03046 Cottbus
Telefon: 0355/3 83 24 30 • Fax: 0355/3 83 24 31
Stuttgart/Ulm: Terminsvertretungen
MIT
EINER
ANZEIGE IN DER RUBRIK
TERMINSVERTRETUNGEN
SIND
SIE
AG, LG, OLG, ArbG,
Rechtsanwaltskanzlei Jochen Waldenmaier,
Robert-Bosch-Str. 8 • 73117 Wangen
Tel.: (07161) 956 521 • Fax: (07161) 956 522
BEI
16.200 RECHTSANWÄLTEN
BERLIN, BRANDENBURG UND
MECKLENBURG-VORPOMMERN
PRÄSENT.
IN
ANZEIGENSCHLUSS
JEWEILS AM 25. DES VORMONATS
CB-VERLAG CARL BOLDT
TEL. (030) 833 70 87 | FAX (030) 833 91 25
CB-VERLAG@T-ONLINE.DE | WWW.CB-VERLAG.DE
Wir übernehmen Termins- und Prozessvertretungen
aller Art an folgenden Kanzleistandorten
bundesweit:
Düsseldorf, Köln, Berlin, Hamburg, München, Dortmund,
Stuttgart, Aachen, Essen, Frankfurt, Nürnberg, Bonn,
Bremen, Dresden, Freiburg, Kiel, Koblenz, Leipzig,
Magdeburg, Mainz, Mannheim, Marburg, Regensburg,
Rostock, Saarbrücken, Trier, Witten.
Kontaktaufnahme bitte über
RA Dr. Dirk Christoph Ciper,
Kurfürstendamm 59, 10707 Berlin, Tel. 030-8532064,
E-Mail: RA.Ciper@t-online.de, www.Ciper.de
AW Titel 07+08-2011
09.08.2011
11:22 Uhr
Seite 4
» Ich habe mich für
ra-micro entschieden,
weil ich meine Nerven
für meine Fälle
brauche. Und nicht
für meine Kanzleiorganisation »
RA
AM
Mur
urat
ur
at Ö
Özg
zg
gür
ü
Kanz
Ka
nzle
nz
l i Pü
le
Pütz
tz & Ö
Özg
zg
zgür
gür
ür,
F ön
Fr
önde
denb
de
nb
ber
e g//Ru
Ruhr
uh
hrr
Eine von 57 neuen ra-micro
Kanzleien im Monat Juni 2011.
www.ra-micro.de
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
99
Dateigröße
4 077 KB
Tags
1/--Seiten
melden