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China ist wie Deutschland –nur anders - Produktion

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Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie
Produktion
30. Januar 2014 · Nummer 04-05
Chinesische Aufkäufe
stehen erst am Anfang
www.produktion.de
Chinas WZM­Hersteller
sind auf dem Sprung
4
Im FokUs
Skedden macht dem
Löten Konkurrenz
Ohringen (snÖ). SKEDD er­
möglicht direkte Verbindungen
von Kabeln und Komponenten
mit der Leiterplatte.
Seite 21
Multi-Touch-Monitor
überbrückt bis zu 30 m
Eching (snÖ). OmniView Moni­
tore von Kontron eignen sich als
Multi­Screen­System mit abge­
setzten Monitoren.
Seite 24
METAV Düsseldorf
Halle 14 | Stand 14F28
PGN-plus
Der einzige Greifer
mit Vielzahnführung
www.de.schunk.com/PGN-plus
Superior Clamping and Gripping
Zahl der Woche
100...
...Mrd US­Dollar investierte Chi­
na 2013 im Ausland. Bis 2020 soll
die Summe auf 500 Mrd US­
Dollar steigen.
Zitiert
„Das China­Bild der Deut­
schen unterscheidet sich
extrem von der Realität.“
Ling Chi Liu, Turck
SerVice
Redaktion:
Tel.: (0 81 91)125-310, Fax: (0 81 91)125-312
Anzeigen:
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Abo-Service:
Tel.: (0 61 23)9238-257, Fax: (0 61 23)9238-258
Beilage Chinakarte
Deutsche Werke in China: Die beigefügte Karte zeigt, wo sie sind!
Einzelpreis Euro 2,80
Leserservice Produktion 65341 Eltville DPAG PVST 5339 Entgelt bezahlt
Konstruktion: Armaturen
regeln kleine Mengen exakt
14
erichte
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, 28
3 – 15
Neuer Anlauf: EU will
Umlage auf Eigenstrom
17
27
Jahr DeS PferDeS
China ist wie Deutschland – nur anders
Maren KaLkoWSkY, CLauS WiLk
Produktion Nr. 04-05 , 2014
Es steht für
Abenteuerlust,
Dynamik und
Ruhelosigkeit:
Ab Ende Januar
steht China im
‚Jahr des Pferdes‘.
Wirklich große Unterschiede in
der Führung eines deutschen und
eines chinesischen Werkes gibt es
nicht mehr – dazu ähneln sich die
Herausforderungen zu sehr. Wären da nicht die unterschiedlichen
Mentalitäten.
Bild: Rozol - Fotolia
Landsberg. „Meiner Meinung
nach besteht kein fundamentaler
Unterschied zwischen der eines
deutschen oder chinesischen Glo­
bal Production Centres von Festo“,
sagt Dr. Hong Zhou, Werkleiter und
Leiter Festo Product Supply China
(S.7). Der gebürtige Chinese muss
es wissen – immerhin startete er
seine Karriere bei Festo und kehrte
für Deutschlands Vorzeige­High­
Tech­Schmiede 2001 nach China
zurück.
„Deutsch sein“ allein
nicht mehr attraktiv genug
Dass die wesentlichen Themen
die gleichen wie in Deutschland
sind, unterstreicht auch Klaus P.
Schmülling, Geschäftsführer von
WMF, die im chinesischen Gu­
angzhou Bestecke für den Premi­
umsektor herstellt (S.5). Umwelt­
schutz, Arbeitssicherheit, syste­
matisches Lösen von Problemen,
Kommunikation zwischen den
Abteilungen stehen hüben wie
drüben auf der Tagesordnung.
Mittlerweile steht auch in China
der motivierte Mitarbeiter als Er­
folgsfaktor im Vordergrund der
Bemühungen des Managements.
„Nur weil wir eine deutsche Firma
sind, kommt niemand zu uns“, sagt
Klaus P. Schmülling. Da ist schon
mehr von Nöten: Chinesen wollen
am Wohlstand teilhaben, wollen
ein ordentliches Gehalt, wollen in
der Nähe ihrer Familien sein und
wollen eine Führungskraft, die
Das Jahr des Pferdes
Am 31. Januar beginnt für die Chinesen das Jahr des Pferdes. Dieses Tierzeichen gilt als ruhelos und immer
auf der Suche nach neuen Abenteuern. Entsprechend verspricht laut
der chinesischen Astrologie auch das
Jahr 2014 eines der Herausforderungen und der Veränderung zu werden. Entschlossenes Handeln steht
jetzt im Vordergrund. Jedoch kann
dieser besondere Tatendrang auch in
Hektik und Stress umschlagen.
Das Pferd ist das siebte Zeichen der
chinesischen Astrologie, die auf folgender Legende basiert: Zum Neujahrsfest lud Buddha alle Tiere zu einem Fest ein. Doch nur zwölf erschienen – die Ratte, der Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd,
Schaf, Affe, Hahn, Hund und zuletzt
das Schwein. Zum Dank machte Buddha jedes Tier zum Herrscher über
ein Jahr, in dem es alle Ereignisse
und Schicksale bestimmen kann.
Vorbild ist. Gerade den High Poten­
tials gegenüber wäre das absolut
notwendig, so Schmülling. „Die
junge Generation erwartet, dass
man sie leitet und weiterbildet. Für
die neue Generation in China muss
man klare Perspektiven aufzeigen,
um eine Bindung zu erreichen.“
China ist schon längst nicht
mehr das Billiglohnland von einst.
Ling Chi Liu, Vice President Marke­
ting & Product Management von
Automatisierer Turck, weiß, dass
qualifizierte Arbeitskräfte „Man­
gelware sind“ (S.10). Weit verbrei­
tetes Jobhopping lässt die Lohnspi­
rale immer schneller drehen. Zu­
dem: „Wir müssen aufpassen, dass
wir nicht den Anschluss verlieren“,
betont Philip Harting, Vorstand
beim gleichnamigen Hersteller
von Automatisierungslösungen.
Denn China drängt mit einem
Tempo, das man in Europa nicht
gewohnt ist, an die Weltspitze. Die
Qualitätsansprüche der chinesi­
schen Hersteller wachsen. Chine­
sische Maschinenbauer gehören
mittlerweile zur Weltspitze. Inzwi­
schen geht es Harting darum, loka­
le Entwicklungskompetenz aufzu­
bauen. F&E­Aktivitäten in China
anzusiedeln, ist laut Dr. Ulrich
Frenzel, Berater Staufen AG (S.15),
„eine unumkehrbare Bewegung“
und „eine natürliche Entwicklung“.
Eine Herausforderung, der sich
Festo (S.7), Harting (S.10) oder
Daimler (S.8) bereits erfolgreich
stellen.
Sagen Sie uns Ihre Meinung:
redaktion@produktion.de
2 · Nachrichten · Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
News-ticker
SKF erhält Großauftrag
von ArcelorMittal
Schweinfurt (pd). Bei der In­
vestition in individuelle elektro­
mechanische Hubzylinder für
ihre Stranggießanlage hat sich
die ArcelorMittal Bremen GmbH
für SKF entschieden. Die insge­
samt 30 maßgeschneiderten Zy­
linder stellen einen der größten
Aufträge für Mechatroniklösun­
gen dar, den SKF Deutschland
jemals von einem Kunden aus
der Metallbranche erhalten hat.
Über das Auftragsvolumen wur­
de Stillschweigen vereinbart.
Wacker: Mehrheit am
Samsung-Joint Venture
München (DJ/ks). Wacker Che­
mie schnappt sich die Mehrheit
an dem Gemeinschaftsunter­
nehmen Siltronic Samsung Wa­
fer. Bislang waren der Spe­
zialchemiekonzern als auch
Samsung paritätische Partner.
Im Zuge einer Kapitalerhöhung
des Herstellers von Siliciumwa­
fern steigt der Anteil von Siltro­
nic, einer Tochter des Münchner
MDAX-Konzerns, auf 78 %. Die
Beteiligung von Samsung sinkt
entsprechend auf 22 %.
Bei uns im Internet
Top geklickt auf www.produktion.de
1. Klaus Deller soll
Schaeffler-Chef werden
2. Loewe bleibt
in deutscher Hand
3. Milliarden-Fusion rüttelt
Europas Stahlbranche auf
4. EU geht wegen
Mercedes-Klimaanlagen
gegen Deutschland vor
5. Anwesenheit ist
keine Leistung
6. Großbritannien will
Industrie zurück
7. Ständige Erreichbarkeit
ist kontraproduktiv
8. Kabellos Strom übertragen
9. Bosch zahlt Millionen-Mitgift
für Solarwerk
10.SKF erhält Millionen-Auftrag
von Hyundai Motors
Ausländische
Teilnehmer gesucht
Bild der Woche
Produktion Nr. 04-05, 2014
Landsberg (gk).
Teilnehmer der
Fabrik des Jahres/
GEO müssen nicht
aus Deutschland
kommen. Produk­
tion und die Unternehmensbera­
tung A.T. Kearney rufen Werkleiter
und Geschäftsführer von Werken
in anderen Ländern dazu auf, den
Fragebogen unter http://www.produktion.de/fabrik-des-jahres/
wettbewerb/ herunterzuladen und
auszufüllen. Erstmals werden in
diesem Jahr bei dem führenden
Industrie-Benchmark Bewerber
auch aus China erwartet.
ASM PT
akquiriert DEK
Gunnar Knüpffer
Produktion Nr. 04-05, 2014
Landsberg. ASM PT will den welt­
weit agierenden Anbieter von Sieb­
druckern für die SMT-, Solarzell-,
Brennzell- und Metallisierungs­
branche DEK erwerben. DEK mit
seinen 600 Mitarbeitern, Standor­
ten und dem Management soll in
die Geschäftseinheit ASM Assem­
bly Systems SMT integriert werden.
ASM PT will ein Ausrüstungs-Zu­
lieferer für die gesamte ElektronikSupply-Chain werden.
Bild: Hunter Douglas
Weniger Lärm im Untergrund
NL-Rotterdam (ba). Hunter Douglas hat ein neues Aluminium-Verkleidungssystem für die U-Bahnhofdecken der Amsterdamer Nord-SüdLinie entwickelt. Die eleganten Aluminiumpaneele bewahren ihre ebe-
ne Erscheinung und Unbiegsamkeit
bis zu einer Länge von 2,50 m. Sie
bestehen aus zwei Aluminiumschichten, die durch eine Bienenwabenfüllung getrennt werden. Ein hoher Schallabsorptionswert von 0,75
Schaeffler
Klaus Deller soll Schaeffler-Chef werden
Gunnar Knüpffer
Produktion Nr. 04-05, 2014
Landsberg. Der für das Nutzfahr­
zeug-Geschäft von Knorr-Bremse
zuständige Vorstand Klaus Deller
soll Medienberichten zu Folge im
Juni neuer Schaeffler-Chef werden.
Das soll der Aufsichtsrat noch in
diesem Monat beschließen.
Der Leiter Investor Relations
und Unternehmenskommunikati­
on von Schaeffler, Christoph Beu­
melburg, sagte auf Anfrage von
Produktion: „Zu Personalspekulati­
onen nehmen wir keine Stellung.“
Nach dem Abgang des ehemali­
genSchaeffler-Vorstandsvorsitzen­
den Jürgen Geißinger Anfang Ok­
tober vergangenen Jahres hatte
Klaus Rosenfeld übergangsweise
die Führung des Unternehmens
übernommen. Klaus Deller gilt als
erfahrener Verhandler. Musste er
doch die Nutzfahrzeugsparte von
Knorr-Bremse durch schwierige
Zeiten lotsen, weil zum Beispiel
Volkswagen den Einkauf der bei­
den Marken MAN und Scania zu­
sammenführte.
Der bisherige Chef Rosenfeld
soll einem Bericht des ‚Manager
Magazin‘ zu Folge die übergeord­
nete Holding leiten. Außerdem soll
Wolfgang Reitzle als Berater bei
Schaeffler einsteigen.
Seminaranzeigen
Das wertschöpfungsorientierte
Produktionssystem von BMW
MANAGEMENT
IMPULSE
Lean Sales Management
> Wettbewerbsvorteile durch kurze Durchlaufzeiten, hohe Flexibilität und Null-Fehler
> Wertstromorientierte Umsetzung von Lean-Methoden
> Nachhaltiger KVP durch Shopfloor Management vom Vorarbeiter bis zum Werkleiter
www.staufen.ag/seminare-p
Klaus Deller soll ab Juni Schaeffler
leiten.
Bild: Knorr-Bremse
Mann + Hummel
will Vokes kaufen
Gunnar Knüpffer
Produktion Nr. 04-05, 2014
Erreichen Sie mehr und bessere Geschäftsabschlüsse in
kürzerer Zeit!
19.03.2014, BMW AG, Landshut
(Noise reduction coefficient, NRC)
sorgt dafür, dass die Paneele den UBahnlärm optimal reduzieren. Auch
haben sie einen hohen Lichtreflektionswert von 82 % – ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Paneelen.
Dieser Intensiv-Workshop richtet sich an
Führungskräfte aus dem Vertriebsbereich
sowie an Geschäftsführer, Vorstände, die
im Vertrieb mit Lean Management Methoden
in kürzerer Zeit bessere Ergebnisse erzielen
wollen.
Lernen Sie in diesem eintägigen IntensivWorkshop wirkungsvolle Werkzeuge für eine
effektive und effiziente Vertriebsorganisation
kennen.
Der Vertrieb ist einer der entscheidenden
Schlüsselfaktoren für den Unternehmenserfolg. Dennoch gibt es kaum einen Bereich
im Unternehmen, in dem Wertschöpfung und
Verschwendung so nahe beieinander liegen.
Managment-System für Effizienzgewinn, schnelle Reaktionszeiten und
bessere Unternehmensergebnisse
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Neukunden
25. März 2014 in Stuttgart
15. Juli 2014 in Frankfurt
■ Die 7 Verschwendungsarten im Vertrieb
■ Das 5-Modul-Modell Lean Sales
www.ceptm.de/akademie
Landsberg Mann + Hummel aus
Ludwigsburg beabsichtigt, den in­
ternationalen Luftfilter-Hersteller
Vokes Air zu übernehmen.
Vokes wurde 1921 in Großbri­
tannien als Zubehörhersteller für
Kraftfahrzeuge gegründet. Wäh­
rend des zweiten Weltkrieges war
das Unternehmen wichtig für die
Kriegführung des Königreiches
und zog nach einem Bombenein­
schlag in Räumlichkeiten außer­
halb Londons. 2008 erwarb die
Private-Equity-Firma
Riverside
Company das Luftfiltrationsge­
schäft des Unternehmens und gab
ihm den Namen Vokes-Air Group.
2010 wurde es in Vokes Air umbe­
nannt.
Der Übernahme durch Mann + Hummel muss noch das Bundes­
kartellamt zustimmen.
30. Januar 2014· Nr. 04-05 · Produktion ·
Nachrichten · 3
Chinesisches
Jahr des Pferdes
GRUSSWORT
GRUSSWORT
Sehr geehrte Leserinnen
und Leser der Produktion,
„Ni Hao“ aus Shenyang ! So grüßen wir uns in China.
Nachdem Sie den westlichen Jahreswechsel bereits vollzogen
haben, steht uns das chinesische Neujahr bevor. Am 30. Januar
haben wir unseren ‚Heiligen Abend‘ und anschließend das ‚Frühlingsfest‘. Danach fängt das Chinesische Neujahr an.
Nach unserer Kultur und Tradition ist das Frühlingsfest die bedeutungsvollste und schönste Zeit des
Jahres. Unsere Familien kommen zusammen, wir genießen die gemeinsame Zeit, erfrischen die Seele und den
Kopf und tanken Energie und Zuversicht für das neue Jahr auf.
Das kommende chinesische Jahr
ist das ‚Jahr des Pferdes‘. Das chinesische Sternzeichen Pferd symbolisiert
Energie und Initiative. Daher können
wir im neuen Jahr Veränderungen erwarten. Der beste Weg, Veränderungen harmonisch umzusetzen, sind
Flexibilität, Weitblick, Offenheit, Toleranz und Teamgeist.
Auch wir als chinesischer Werkzeugmaschinenhersteller werden uns im neuen Jahr verändern. Wir werden mehr als in der
Vergangenheit globale Herausforderungen annehmen, uns noch
mehr öffnen und in aller Harmonie im Sinne von ‚win-win‘ mit
internationalen Partnern zusammenarbeiten, auch eine nachhaltige Entwicklung unserer Welt.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern der ‚Produktion‘
sowie allen unseren deutschen Freunden ein gesundes, glückliches, erfolgreiches Jahr 2014 und ein Jahr des Pferdes. Unserer
Welt wünsche ich ein Jahr des Friedens und der Harmonie.
Xin Nian Hao / Gong Xi Fa Cai (Gutes neues Jahr / Viel Wohlstand im neuen Jahr)
Ihr Guan Xiyou, Chairman der Shenyang Machine Tool (Group) Co., Ltd
EDITORIAL
Warum so viel China?
Als wir vor einigen Jahren eine Produktion China widmeten,
rief mich ein wütender Leser an: Er hatte in China ein Röhrenwerk gebaut. Wenige Kilometer davon entfernt bauten die Chinesen das gleiche Werk – wurden aber viel früher fertig. Nie wieder
China, so seine Konsequenz. Inzwischen hat sich viel geändert.
Ist China, der attraktivste Industrie-Markt der Welt, also heute risikofrei? Nein. Aber ich glaube, dass mehr Wissen übereinander
und besseres Verständnis füreinander die
beste Voraussetzung für gute China-Geschäfte sind. Daher „so viel“ China – mit herzlichem Dank an Minister Miao Wei, an SYMGChef Guan Xiyou und an alle chinesischen
und deutschen Mitstreiter dieser Ausgabe.
eduard.altmann@produktion.de
Eduard Altmann
Chefredakteur
深化交流合作 促进共同发展
—为德国《生产》周报推出中国工业专刊的致辞
Zusammenarbeit vertiefen –
Gemeinsame Entwicklung fördern
在德国《生产》周报推出中国工业专刊之
际,我谨代表中国工业和信息化部,对总编阿特
曼先生及其团队在推动中德工业合作共赢发展中
作出的努力和贡献表示衷心感谢!
工业是中国国民经济的主导。60多年来,中
国工业实现了跨越式发展,取得了巨大成就,为
中国经济持续快速增长和世界经济繁荣发展做出
了重要贡献。当前,世界经济缓慢复苏但进程曲
折,新技术和产业革命正在孕育兴起,制造业对
于世界经济发展的重要
性进一步凸显。中国将
着力加快工业转型升级
步伐,以深化改革扩大
开放为动力,加强创新
能力建设,加快信息技
术普及应用,加大节能
减排和环境保护力度,
不断增强工业核心竞争
力和可持续发展能力。
Im Rahmen der Veröffentlichung der Sonderausgabe der Zeitung
„Produktion“ zum Thema „Chinesische Industrie“ möchte ich hiermit
im Namen des Ministeriums für Industrie und
Informationstechnologie der Volksrepublik China Chefredakteur Herrn Altmann und seinem
Team für die hervorragenden Beiträge zur Zusammenarbeit und Entwicklung der Industrie
zwischen Deutschland und China meinen herzlichen Dank aussprechen.
Die Industrie spielt in der chinesischen
Volkswirtschaft eine führende Rolle. Innerhalb
der letzten 60 Jahre hat sich die chinesische Industrie äußerst rasant entwickelt und viele Erfolge verzeichnen können. Das schnelle und kontinuierliche Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat der globalen Wirtschaft viele positive
Impulse gegeben. Zurzeit erholt sich die Weltwirtschaft langsam und schleppend. Sie befindet
sich auf einem Zickzack-Kurs. Neue Techniken
und Revolutionen in der Industrie sind am Entstehen. Deswegen gerät die Bedeutung der herstellenden Industrie zur Entwicklung der Weltwirtschaft in das Zentrum der Aufmerksamkeit.
Worum sich China bemühen kann, ist, die industrielle Transformation zu beschleunigen, Öffnung und Reformen zu vertiefen, Innovationen
zu verstärken, die Anwendung von Informationstechnologie zu verbreiten, Energieeinsparung
und Umweltschutz zu verbessern, die Kernkonkurrenzfähigkeit zu erhöhen und letztlich eine
中德两国经济处于不同的发展阶段,又同为
世界制造业大国和出口大国,互补性很强,合作
空间广阔、潜力巨大。在过去良好合作基础上,
中国工业和信息化部愿意进一步加强与德国以及
欧洲各国政府部门的交流合作,促进双方制造业
特别是新兴产业领域的互利互惠深入合作,为推
动中德两国及世界工业可持续发展作出不懈努
力。德国《生产》周报出版中国工业专刊,为中
国与德国工业加强交流合作提供了重要平台,希
望在促进两国增进了解、
加强互信、深化合作中发
挥重要作用。祝愿德国《
生产》周报越办越好。
中国工业和信息化部部
长 苗圩
2014年1月18日
nachhaltige Entwicklung
zu realisieren.
Deutschland und China befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, und gleichzeitig sind beide Länder führend in der Herstellung und im Export. Sie ergänzen sich sehr gut
und haben ein großes Potenzial für Zusammenarbeit in den verschiedensten Bereichen. Aufgrund der vergangenen erfolgreichen Kooperation möchte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie mit Deutschland und den
anderen europäischen Ländern im Bereich der
herstellenden Industrie, besonders in den neu
aufkommenden Sektoren, weiter, besser und tiefer kommunizieren und zusammenarbeiten. Davon können beide Seiten profitieren und noch
viel zur nachhaltigen Entwicklung der Weltindustrie beitragen.
Die Sonderausgabe „Chinesische Industrie“
Ihrer Wochenzeitung bietet eine wichtige Plattform für den Austausch und die Zusammenarbeit
der Industrien zwischen Deutschland und China.
Ich bin der Überzeugung, dass sie eine sehr bedeutende Rolle zur Verbesserung im Verständnis
und Vertrauen in der Zukunft spielen wird.
Ich wünsche der Zeitung „Produktion“ viel
Erfolg und eine gute Entwicklung!
Minister für Industrie und Informationstechnologie
der Volksrepublik China
Miao Wei
4 · Unternehmen & Märkte
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Chinesisches
Jahr des Pferdes
ÜBERNAHMEN UND BETEILIGUNGEN
Chinesische Aufkäufe erst am Anfang
DR. THOMAS KIEFER
PRODUKTION NR. 04-05 , 2014
Übernahmen von westlichen Traditionsunternehmen durch chinesische
Konzerne sorgen hierzulande immer wieder für Schlagzeilen. Doch
wenn man sich umgekehrt die vielen etablierten Unternehmen aus
dem Ausland in China ansieht, wird klar, dass dies erst der Anfang ist.
LANDSBERG (KK). Die Zahl der
Übernahmen und Fusionen in
Deutschland durch chinesische
Konzerne stieg 2012 gegenüber
dem Vorjahr um 89 %. Durch die
niedrigen Ausgangswerte waren
dies jedoch lediglich 17 Projekte.
2013 stiegen die Übernahmen auf
20; alleine im Dezember waren vier
größere Akquisitionen zu verzeichnen. Die Investitionsoffensive geht
weiter. So übernahm im Januar der
in Mannheim aufgewachsene
deutsche Staatsbürger Patrik Chou
mit seiner in Peking ansässigen
Firma BetterLife den Rotorblattfertiger SGL-Rotec, Lemwerder.
Bei den einzelnen Projekten ist
schnell zu erkennen: den chinesischen Investor mit einer bestimmten Strategie gibt es nicht. Die einzelnen Projekte sind sehr verschieden. Bei Privatunternehmen entschieden unterschiedliche Persönlichkeiten oftmals schnell und individuell. Die großen Staatskonzerne sind meist schwerfälliger,
haben jedoch einen großen Rückhalt in der chinesischen Politik.
Neben den öffentlich breit dargestellten Übernahmen spielen eigene
Unternehmensgründungen
oder Kapitalbeteiligungen über
den Aktienmarkt eine bedeutende
Rolle. Oftmals sind diese kaum
bekannt und werden manchmal
China
Unter 100 Produktionsunternehmen in Deutschland
1.350 Mio Einwohner
Fläche: 9.570.000 km²
nur durch eine kleine Notiz in einer
chinesischen Zeitschrift publik.
Einige der ersten Projekte chinesischer Investoren in Deutschland
scheiterten. Der Hersteller von
Tunnelbohrmaschinen Wirth war
nur vorübergehend in der Hand
der Shenyang Heavy Machinery
Group; die 2005 von der Shanghai
Sailstar Machinery Group übernommene Böwe Garment Systems
GmbH wurde 2010 wieder nach
Deutschland zurückverkauft. Die
Investoren hatten zu wenig Erfahrung. Die chinesischen Konzerne
treten heute jedoch eher als inter-
Chinesische Konzerne
treten sehr international auf
nationale Unternehmen auf, die
sich wenig von Konzernen anderer
Nationen unterscheiden. Ein
Merkmal für viele ist jedoch, dass
sie langfristig agieren und sich zumeist wenig in das Tagesgeschäft
der übernommenen Unternehmen einmischen.
Fast alle chinesischen Investoren beginnen ihre Geschäfte in
Bestandsimmobilien. Dafür ist in
Deutschland oftmals niemand zuständig. Der größte chinesische
Investor in Deutschland, Huawei
mit 18 Standorten und mehr als
1 600 Beschäftigten, taucht daher
Eine der spektakulärsten Übernahmen im Jahr
2012: Sany Heavy Industries
übernimmt den
deutschen Betonpumpenhersteller Putzmeister. Bild: Kiefer
in vielen Übersichten zu chinesischen Investitionen kaum auf.
Auch der andere im chinesischen
Besitz befindliche Riese beim Umsatz in Deutschland wird kaum als
asiatisches Unternehmen wahrgenommen: Volvo im Besitz des privaten chinesischen Autokonzerns
Geely. Nicht nur die Besitzverhältnisse, sondern auch die Investitionswege sind immer schwerer abzugrenzen. Gilt die Mehrheitsbeteiligung des Hongkonger Milliardärs Pan Sutong an Gigaset, welche
über die Britischen Jungferninseln
lief, als chinesische Investition?
Die großen Projekte aus China
gehen jetzt vor allem nach Bayern,
Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Wie zuvor durch
deutsche Investitionen in China,
können die Investitionen chinesischer Industriekonzerne die deutsche Industrie im Modernisierungswettlauf fördern. Durch Chinas Aufstieg und seine ungestüme
Modernisierung werden die welt-
China investierte 2013
100 Mrd US-Dollar im Ausland
weiten Wirtschaftskräfte neu aufgestellt. Deutschland muss dabei
achtgeben, dass es trotz bester
Voraussetzungen durch eine veraltete Investitionsförderung nicht
den Anschluss verliert.
China hat den größten Devisenschatz der Welt, der zunehmend in
Auslandsinvestitionen und Unter-
nehmenskäufe investiert wird.
2012 flossen 77 Mrd US-Dollar und
2013 etwa 100 Mrd aus China als
Investitionen ins Ausland. Bis 2020
sollen es 500 Mrd US-Dollar werden. Nach einem aktuellen Ranking der chinesischen Akademie
für Sozialwissenschaften liegt
Deutschland bei den Kriterien für
erfolgreiche Investitionen auf dem
ersten Platz. Gesucht sind in
Deutschland einerseits mittelständische Technologieführer und anderseits Teile großer Konzerne mit
umfangreichen
Patentpaketen.
Die Investitionen sollen, ähnlich
wie zuvor die deutschen Investitionen in China, zunehmend auch
den Marktzugang in Europa sichern.
Chinesische Unternehmens-Übernahmen und Beteiligungen in Deutschland
Mehr als 1 000 ‚Deutsche Werke‘ in China
Die beigelegte Übersichtskarte
‚Deutsche Werke in China‘ vermittelt
einen Eindruck, wie weit deutsche
Unternehmen mit einer eigenen
Produktion im Reich der Mitte engagiert sind. Volkswagen und Siemens spielen dabei eine Vorreiterrolle. Als die Wolfsburger Anfang
der achtziger Jahre ihre Produktion
in China aufbauten, produzierte ihr
Venture-Partner die Limousine
Shanghai, die auf einer DaimlerTechnologie von 1934 beruhte. Die
gesamte chinesische Jahresproduktion lag bei 5 500 Fahrzeugen. 2013
setzte VW in China 3,16 Mio Fahrzeuge ab. Der VW Absatz in China
ist damit höher als der Gesamtabsatz aller Marken in Deutschland zusammen, der 2013 bei 2,95 Mio Einheiten lag. Auch viele andere deutsche Unternehmen machen in China
mehr Umsatz als in Deutschland.
VW unterhält in China siebzehn Produktionswerke. Alleine 2013 kamen
dort fünf neue Werke dazu. Mit jeder Werkseröffnung von VW ziehen
zahlreiche deutsche Unternehmen
Deutschland
Über 1 000 Produktionsunternehmen in China
80 Mio Einwohner
Fläche: 357.000 km²
Exlusiv von Produktion recherchiert: Eine Übersicht deutscher
Produktionswerke in China
Bild: Produktion
ins Reich der Mitte hinterher. Auch
Siemens hat in China zig Produktionsstandorte und unterhält große
Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Technologieführern.
Deutsches Unternehmen
Albert Ziegler GmbH
Autefa Solutions
Aweco Appliance Systems
Conergy
Dürkopp-Adler
E+M, Hof
EMAG
Fluitronics
GIW-Gruppe
Helipark GmbH
HPTec
Kelch GmbH
KHD Humbold Wedag International AG
Kiekert AG
Kion Group
KSL-Kuttler
KSM Castings Gruppe
Kugel- und Rollen-lagerwerk Leipzig GmbH (KRW)
Linde Hydraulics GmbH & Co. KG
M-Tec
Medion
PFAFF Industriesysteme und Maschinen AG
Geothermie E+M
Gigaset, ehem. Telefonsparte von Siemens
Kiekert AG
PrehKeyTec
Putzmeister
SaarGumi
Schiess AG
Schwing Betonpumpen
Sellner
SGL-Rotec
Sunways
Thielert
ThyssenKrupp Tailored Blanks
VENSYS Energie
Waldkirch Coburg
ZF Friedrichshafen, Gummi- und Kunststoff-Sparte
Ziemann International GmbH
Quelle: Produktion
Chinesischer Erwerber
China International Marine Containers Group (CIMC)
China Hi Tech Group Cooperation (CHTC)
Zhejiang Sanhua Ltd.
Astronergy
Shanggong (Europe) Holding Corp.
China South Locomotive & Rolling Stock Corporation Limited (CSR)
Jiangsu Jinsheng Industry Holding Co., Ltd
Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG)
Tianjin Motor Dies
Shanxi Qingyun Group
China Minmetals
Harbin Measuring & Cutting Tool Group
Aviation Industry Corporation of China
Hebei Lingyun
Weichai Power Co., Ltd.
Suntech Power
CITIC Dicastal Wheel Manufacturing Co., Ltd
Wafangdian Bearing Group Corporation (ZWZ)
Weichai Power Co., Ltd.
Zoomlion Heavy Industry Science & Technology
Lenovo
Shanggong (Europe) Holding Corp.
China South Locomotive & Rolling Stock Corporation Ltd. (CSR),
Goldin Investment Limited
Lingyun Industrial Group Corp.
Joyson Automotive Ningbo
Sany Heavy Industries
Chonqing Light Textile Industry Holding
Shenyang Machine Tool Group
Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG
Ningbo Huaxiang
Betterlife
LDK Solar
Aviation Industry Corporation of China
Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO)
Goldwind
Beijing No.1 Machine Tool Plant
Zhuzhou Times New Material Technology (TMT)
China International Marine Containers Group (CIMC)
Art
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Mehrheitsbeteiligung
Mehrheitsbeteiligung
Übernahme
Übernahme
Mehrheitsbeteiligung
Mehrheitsbeteiligung
Übernahme
Mehrheitsbeteiligung
Übernahme
Mehrheitsbeteiligung
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Mehrheitsbeteiligung
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Mehrheitsbeteiligung
Übernahme
Übernahme
Mehrheitsbeteiligung
Übernahme
Übernahme
Unternehmensbeteiligung
Übernahme
Übernahme
Übernahme
Jahr
2013
2011
2012
2013
2004
2013
2010
2011
2013
2011
2008
2010
2011
2012
2012
2008
2011
2013
2012
2013
2011
2013
2013
2013
2012
2012
2011
2004
2012
2011
2014
2012
2013
2012
2008
2005
2013
2012
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Unternehmen & Märkte · 5
Chinesisches Jahr des Pferdes
INTERVIEW
KLAUS P. SCHMÜLLING, WMF (HESHAN)
MANUFACTURING CO.
‚Chinas Kultur akzeptieren‘
CLAUS WILK,
PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Es war der anspruchsvolle Job,
den Klaus P. Schmülling, Geschäftsführer von WMF im chinesischen Guangzhou, ins Reich der
Mitte trieb. Im Interview erklärt
er, was er an China schätzt.
Was ist der wesentliche Unterschied im Betreiben einer Fertigung in China und dem Managen eines Werkes in Deutschland?
Im Wesentlichen sind es dieselben
Themen, egal in welchem Land
man arbeitet. Umweltschutz, Arbeitssicherheit, systematisches
Lösen von Problemen, Kommunikation zwischen den Abteilungen.
Der Unterschied ist eher die Mentalität. Einige Mitarbeiter hier ergreifen eher selten die Initiative,
wenn ein Problem gelöst werden
muss. Es fehlt manchmal an kreativen Ideen, um andere Wege auszuprobieren oder aber man möchte sein Gesicht nicht verlieren, nur
weil mal ein Test nicht funktioniert. Aber China verändert sich
mit einer rasanten Geschwindigkeit, und man hat Mitarbeiter, die
kaum von einem Europäer zu unterscheiden sind. Die Anforderungen an die Firma und an den Vorgesetzten steigen, wie auch die
Gehälter. Ein Beispiel zu den Änderungen in der chinesischen Bevölkerung: Es war vor einigen Jahren normal, dass die Arbeiter in
Wohnheimen lebten, heute nur,
wenn man muss. Die Menschen
wollen beides, gutes Gehalt UND
nah bei der Familie sein.
Welche Eigenschaften muss
man als deutsche Führungskraft
für ein China-Werk mitbringen?
Es ist ein wenig schwer, diese Frage zu beantworten. Mir macht es
einfach Spaß und ich habe gezielt nach einer Aufgabe in China
gesucht. Ich denke aber, eine generelle Aktzeptanz der chinesischen Kultur sowie ein hohes
Maß an Energie sind wichtig. Das
Team arbeitet deutlich mehr als
in Deutschland. Wenn man sich
nicht ein wenig anpasst, wird es
schwer werden, die nötige Unterstützung vom Team zu bekommen. Auch sollte man sehr unabhängig arbeiten können, denn
aufgrund der Zeitverschiebung
kann man nicht für jede Kleinigkeit mit Deutschland Rückfrage
halten.
VITA
Klaus P. Schmülling
Von 2000 bis 2013, in verschiedenen Positionen bei Schott tätig.
Stationen u.a.: Technology Manager Alzenau, Produktionsleiter Albuquerque, Director Technology
Transfer and Engineering Shanghai. Ausbildung Dipl.Ing. Materialwissenschaften, Chemielaborant.
PATENTVERLETZUNGEN
Urteil – 2:0 für Harting
terlassung ein. Das Pekinger Gericht erließ ein Urteil, wonach eine
ESPELKAMP (SP). Die Harting Tech- Patentverletzung festgestellt und
nologiegruppe gewann zum zwei- der Hersteller zur Unterlassung
ten Mal einen Rechtsstreit um eine von Produktion und Vertrieb der
Patentverletzung. Gegen einen Ko- Plagiate sowie zur Zahlung eines
pierer ihrer Steckverbinder reichte Schadensersatzes verurteilt wurde.
das Unternehmen beim Beijing Der Ausgang des aktuellen VerfahNo. 1 Intermediate People’s Court rens zeigt, dass geistiges Eigentum
1333_PROD_METAV_97x280_de_METAV 2014 25.11.13 17:48 Seite 1
Klage
auf Schadensersatz und Un- auch in China geschützt wird.
PRODUKTION NR. 04-05 , 2014
„Nur weil wir eine deutsche Firma sind, wird
niemand mehr zu uns
kommen“.
Klaus P. Schmülling,
WMF (HeShan)
Manufacturing Co.
11. –15. März
Worauf kommt es bei der ‚Führung‘ von chinesischen Mitarbeitern an?
Integrität und ein Fokus auf
Teambuilding sind dabei extrem
wichtig. Darüber hinaus muss
man gerade den jungen High Potentials ein Vorbild sein. Wenn
man nur Mittelmaß ist, werden
sich diese Leute sehr schnell nach
anderen Firmen umsehen. Die
junge Generation erwartet, dass
man sie leitet und weiterbildet.
Für die neue Generation in China
muss man klare Perspektiven aufzeigen, um eine Bindung zu erreichen. Nur weil wir eine deutsche
Firma sind, wird niemand zu uns
kommen.
Wie ‚kommunizieren‘ Sie eigentlich mit ihren chinesischen
Kollegen und Mitarbeitern?
Auf Englisch, mein direktes Team
kann auf Englisch kommunizieren. Die Kunst ist, auf die Inhalte
zu achten und in der Kommunikation deutlich heraus zu arbeiten.
Thema Lean Management: Setzen Sie in Ihrem Werk auf entsprechende Methoden oder ist
ein so hohes Maß an Effizienz
wegen des Lohnkostenvorteils
nicht notwendig?
Eine Firma in China wird nicht
lange überleben, wenn man nicht
an diesen Themen arbeitet. Das
Lohnniveau steigt sehr schnell
und die Lohnkostenvorteile sind
in einigen Industrien schon lange
nicht mehr vorhanden. Auch hier
in China sind die Themen Lean
Management, Produktivität oder
Automatisierung klar im Fokus.
Welche Ziele und Ambitionen
haben Sie mit Ihrem ChinaWerk und gelingt es Ihnen gut,
diese auf die Mitarbeiter herunter zu brechen?
Zur Zeit erfährt das Werk eine
Transformation mit dem Fokus
auf ein modernes Management
der Fertigung. Dies wird die Basis
für eine weiterhin erfolgreiche
Produktion in China sein. Die
Fortschritte machen mich zuversichtlich und mit dem gestärkten
Düsseldorf
Team werden wir auch für die Zukunft gewappnet sein.
Wie geht es Ihnen als Deutschen in China; können Sie sich
mit den Lebensumständen gut
arrangieren?
Wie bereits erwähnt, wollte ich in
China arbeiten. Meine Familie,
Frau und zwei Töchter, sehen das
genauso. Man muss sich in vielen
Bereichen mit Dingen arrangieren. Das muss man übrigens auch
beispielsweise in den USA. Wenn
man das kann, dann wird das Umfeld ganz schnell zur Normalität.
Wir leben hier genauso gut oder
schlecht wie in den USA oder
Deutschland. Es gibt einige Unterschiede aber definitiv kein ‚besser‘
oder ‚schlechter‘. Wir kennen aber
genügend Beispiele, in denen die
Familie mitkommen muss und im
Grunde genommen die Zeit bis
zur Ausreise abwartet. Ich finde
das schade, denn China hat viel zu
bieten und trotz der sprachlichen
Barriere kann man viele nette Leute, sowohl Chinesen als auch Ausländer, kennenlernen.
Wie lange wollen Sie den Job in
China machen?
Es gibt keinen Fokus auf ein Enddatum. Meine kleine sechsjährige
Tochter meinte nur neulich, „I
would appreciate staying a little
longer in Guangzhou...“, weil sie
unbedingt Schlagzeug lernen
möchte. Solange müssen wir auf
jeden Fall hier bleiben.
Hand auf’s Herz: Abgesehen
vom Abenteuer-Aspekt – würden Sie sich noch einmal auf
den Werkleiterposten in China
einlassen?
Ich glaube, die Frage ist schon beantwortet. Es hat eigentlich nichts
mit Abenteuer zu tun, sondern
eher mit der Freude am Beruf und
Spaß am Arbeiten in einem dynamischeren Umfeld. Ich bevorzuge spannende Aufgaben in tollen
Firmen. Daher ist für mich die
Aufgabe und weniger das Land
wichtig. Erfreulicherweise unterstützt meine Familie mich in diesen Dingen.
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6 · Unternehmen & Märkte
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Chinesisches Jahr des Pferdes
INTERVIEW
CAJUS BAIERL, KUKA ROBOTER
Chinesen schätzen deutsche Ingenieurskunst
wird. Schwierigkeiten bereiten allerdings die uns als Deutschen
nicht so geläufigen Betonungen
von Buchstaben und Silben.
SUSANNE NÖRDINGER, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Mit Deutschland verbinden Chinesen Tugenden wie Präzision und
Perfektion, weiß Cajus Baierl, Vertriebs-Chef China bei Kuka Roboter.
Sie lieben daher deutsche Technik. Um sie zu verkaufen, müssen jedoch
die chinesischen Gepflogenheiten eingehalten werden.
„Deutsche Technologie
und Ingenieurskunst
hat in China einen sehr
hohen Stellenwert.“
Was unterscheidet die Arbeit in
China von der in Deutschland?
Grundsätzlich sind die Unterschiede gar nicht so groß. Natürlich hat jeder Kulturkreis seine Eigenheiten. Und gerade in China
gilt es, gewisse gesellschaftliche
und soziale Regeln zu beachten.
Es ist unabdingbar, sich mit diesen
Cajus Baierl arbeitet derzeit
für die Kuka Roboter GmbH
in Shanghai.
VITA
Cajus Baierl
studierte Jura und Politikwissenschaften an der Uni Augsburg. Bei
Kuka Roboter stieg er 2003 ein und
war lange als Key Technology Manager Foundry global tätig. Seit
Sommer 2013 ist er als Director
Area Sales General Industry für die
Region Asia/Pacific zuständig.
vertraut zu machen und sie zu respektieren. Dies erfordert eine entsprechende Vorbereitung. Ich bin
schon seit mehr als zehn Jahren in
der asiatischen Geschäftswelt aktiv. Daher sind mir diese Regeln
nicht gänzlich unbekannt, was die
Umstellung vereinfacht hat.
Sie sprechen von kulturellen Eigenheiten. Was heißt das konkret für Ihren Vertriebsjob?
Ein ganz zentraler Punkt für den
Vertriebserfolg in China ist der
Aufbau von geeigneten Netzwerken. Das gilt sicher für die Geschäftswelt weltweit, ist dort aber
noch bedeutsamer, da Investitionsentscheidungen in der Regel
einem komplexen Zusammenspiel verschiedenster Beteiligter,
Berater und Verantwortungsträger
entstammen. Dies kennen wir so
aus Deutschland nicht.
THEMA: ROBOTERABSATZ
China hat Japan überholt
Laut dem IFR-Präsidenten Dr. Shinsuke Sakakibara wird China im Laufe des Jahres 2014 Japan und die USA als größter Markt
für Roboter überholen, insbesondere wenn in China produzierte
Roboter in die Statistik einbezogen werden. Die IFR zählt jedoch
keine Roboter, die in China produziert werden. Sie verlässt sich
auf Datenmaterial lokaler Roboterverbände, die es in China mit
der ‚China Robot Industry Alliance‘ – CRIA – erst seit 2013 gibt.
Wie Ilian Bonev, Professor an
der Universität in Montreal, CanaGASTKOMMENTAR
da, berichtet, ist China voraussichtlich jetzt schon der größte Abnehmer von Industrierobotern weltweit. Zu den 23 000 Robotern, die
laut IFR 2012 nach China verkauft
wurden, addiert Bonev 9 800 weitere Roboter, die 2012 von den sechs
wichtigsten chinesischen Herstellern produziert wurden. Insgesamt
ergibt das 32 800 in China verkaufte
Roboter im Jahr 2012 – rund 4 000
Frank Tobe, Herausgeber
mehr als im selben Jahr in Japan
therobotreport.com
verkauft wurden. Ich habe mir von
chinesischen Quellen bestätigen
lassen, dass die von Professor Bonev vorgelegten Zahlen zutreffen. Es stimmt also, dass China schon jetzt der größte Absatzmarkt für Roboter ist.
All diese Berechnungen berücksichtigen dabei nicht die von
Foxconn in Taiwan produzierten und in China eingesetzten Roboter. Laut Foxconn-CEO Terry Gou handelt es sich um 30 000
Roboter. Da Foxconn aber weder der Taiwanese Robot Association noch der CRIA angehört, werden diese Zahlen auch nicht an
die International Federation of Robotics weitergegeben.
Frank Tobe
Herausgeber von www.therobotreport.com
Merkt man denn im geschäftlichen Umgang mit Einheimischen, dass Deutschland auf
Chinesisch Tugendland heißt?
In der Tat verbinden viele Chinesen mit Deutschland Tugenden
wie Präzision, Fleiß oder Streben
nach Perfektion und können sich
damit auch gut identifizieren. Außerdem hat deutsche Technologie und Ingenieurskunst dort einen sehr hohen Stellenwert.
Wie steht es nach den ersten
Monaten um Ihr Chinesisch?
Das geht nur langsam voran, aber
erste kleine Erfolge sind sichtbar.
Meine Familie und ich haben uns
als klares Ziel gesetzt, uns in diese
fremde Kultur auch zu integrieren.
Sprachkenntnisse sind dazu elementarer Bestandteil. Wir haben
festgestellt, dass das Bemühen um
die Sprache im privaten und geschäftlichen Umfeld geschätzt
Wie ist es, mit Familie in kulturelles Neuland auszuwandern?
Auf jeden Fall ist es eine große Herausforderung, die wir nur gemeinsam meistern. Hier war die
Unterstützung seitens Kuka sehr
gut. Neben der Wohnungssuche
oder der Integration unserer
Tochter in ein neues privates Umfeld und die Schule sind es oft
ganz banale Dinge, die in China
im Gegensatz zu Deutschland nur
mit viel Aufwand zu organisieren
sind. In einer Metropole wie
Shanghai ist man in Bezug auf die
Mobilität deutlich eingeschränkt.
Man fährt nicht mal eben einen
Tag in die Berge. Auch Strecken
innerhalb der Stadt können Stunden dauern. Deswegen muss man
Arbeitsalltag und Freizeitgestaltung gut organisieren. Eine schöne Erfahrung ist trotz aller Hürden, dass wir bisher viel Unterstützung seitens unserer chinesischen Kuka-Kollegen und anderen Expats erfahren haben.
ROBOTIK
Rosige Zeiten für Roboterbranche
Cloos bildet seine Mitarbeiter
in China ständig
weiter, um sie
an das Unternehmen zu binden.
PRODUKTION NR. 04-05 , 2014
Chinesische Firmen stellen
vermehrt auf eine automatisierte
Produktion mit Robotern um.
Drei Roboterhersteller berichten
exklusiv in Produktion, wie sie an
dem Boom teilhaben.
LANDSBERG (SUN). Der Robotermarkt in China boomt. Wie die
‚International Federation of Robotics‘ (IFR) berichtet, bietet China
in den nächsten Jahren ein riesiges
Absatzpotenzial. Dem stimmt Dr.
Robert Buchmann, Geschäftsführer bei Carl Cloos Schweißtechnik voll
zu: „Insbesondere im Automatisierungsbereich besteht großes
Wachstumspotenzial.“ Denn der
Kostendruck durch steigende Löhne sei auch in China enorm. „China
ist eindeutig der größte Robotermarkt weltweit“, erklärt Alwin Berninger, Executive Vice President
Asia/Pacific bei der Kuka Roboter
GmbH. Nicht nur die starke Automobilindustrie setze auf Automatisierung, auch die General Industry
wachse beträchtlich. Olaf Gehrels,
President der Fanuc Europe Corporation fügt hinzu: „China hat in vielen
Bereichen nicht zuletzt aus Qualitätsgründen einen hohen Bedarf
an moderner Fertigungs- und Automatisierungstechnik.“
Dass Fanuc seine Produktionskapazität auf 5 000 Roboter pro
Monat ausgebaut habe, sei auch
eine Folge der starken Nachfrage
aus China. „Wir verkaufen heute 25
Prozent aller Roboter in China“,
erläutert Gehrels. Wie Berninger
Bild: Cloos
berichtet, „konnte Kuka Roboter
seit 2010 jedes Jahr hohe zweistellige Wachstumsraten in China erzielen“. Im Dezember 2013 hat Kuka in Shanghai die erste Produktionsstätte außerhalb Augsburgs eröffnet. Bei Cloos hat sich der Umsatz in China innerhalb der vergangenen drei Jahre mehr als verdoppelt. „Ungefähr 70 Prozent der
Cloos und Kuka fertigen
mittlerweile vor Ort in China
Produkte für den chinesischen
Markt fertigen wir schon heute im
Land selbst“, berichtet Buchmann.
Fanuc hat 1982 die erste Niederlassung in China gegründet. „Unsere Ansprechpartner sind als
Landsleute vor Ort, sprechen die
Sprache der Kunden und kennen
deren Belange aus erster Hand“,
weiß Olaf Kramm, Geschäftsführer
Fanuc Deutschland GmbH. Laut
Berninger von Kuka müssten nicht
nur die Produkte und der Vertrieb
in China stark sein. „Auch im Customer Service sind wir mit der ge-
wohnten deutschen Qualität vor
Ort.“ Vor allem aber sei der chinesische Markt von einer außerordentlich hohen Dynamik geprägt.
Schnelles Wachstum mache es
reizvoll, hier zu investieren.
Gehrels von Fanuc sieht in China
vorwiegend Chancen und enorme
Möglichkeiten, den Automatisierungsgrad weiter auszubauen:
„Der Trend zu qualitativ hochwertigen und zuverlässigen Produkten
zu wettbewerbsfähigen Preisen
setzt sich durch, trotz des immer
noch sehr niedrigen Lohnkostenniveaus.“ Besonders die hohe Fluktuationsrate der chinesichen Werke treibe den Bedarf nach Automatisierung weiter voran. Für
Cloos ist es ebenfalls eine Herausforderung qualifizierte Mitarbeiter
zu finden und zu binden. „Unsere
Produkte sind technologisch hochanspruchsvoll und Roboter sind
insgesamt noch ein recht junges
Thema in China“, sagt Buchmann.
Deshalb seien Investitionen in die
Fortbildung der eigenen Mitarbeiter dringend notwendig.
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Unternehmen & Märkte · 7
Chinesisches Jahr des Pferdes
INTERVIEW
DR. HONG ZHOU, LEITUNG FESTO PRODUCT SUPPLY CHINA UND WERKLEITUNG
Festo: Produktion und Entwicklung in China
elle Fachabteilung dafür gegründet, was in China nicht gerade üblich ist. Dadurch hat sich die Zahl
der Arbeitsunfälle nahezu halbiert.
Darüber hinaus setzen wir uns aktiv für die Karriereplanung und
-entwicklung unserer Mitarbeiter
ein. Wir haben eine geringe Fluktuation von gerade einmal 4 %, was
im Vergleich zum Durchschnitt in
China, der deutlich über 10 % liegt,
relativ niedrig ist. Das bestätigt unseren Kurs!
MAREN KALKOWSKY, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
In der Vergangenheit wuchsen der Automatisierungsmarkt und auch
Festo in China rekordverdächtig. Das Festo Global Production Centre in
Jinan und die Festo Product Supply China leitet Dr. Hong Zhou.
Worin liegen die Unterschiede
im Managen eines Werkes in
Deutschland und in China?
Meiner Meinung nach besteht kein
fundamentaler Unterschied zwischen der Führung eines deutschen oder chinesischen Global
Production Centres von Festo. Wir
haben weltweite Führungsprinzipien, die auf den Werten der Firma
beruhen, welche sich auch hervorragend in China anwenden lassen.
Natürlich muss man sich aufgrund
kultureller Unterschiede den lokalen Gegebenheiten anpassen. Ein
besonderer Unterschied liegt jedoch in der Tatsache, dass unsere
Festo Production Co. Ltd in Jinan
durch die Übernahme der staatlichen Jinan Huaneng Pneumatic
Company im Jahr 2007 gegründet
wurde. Die Überführung eines
Staatsunternehmens in einen privaten Betrieb erfordert Fingerspitzengefühl. In China ist es sehr
wichtig, die Geschichte der ehemaligen Firma zu respektieren.
Worauf kommt es bei der ‚Führung‘ von chinesischen Mitarbeitern an?
Wichtig ist die Bereitschaft, unvoreingenommen aufeinander zuzugehen und Respekt für das Gegenüber aufzubringen – insbesondere
bei interkulturellen Begegnungen,
wie zwischen deutschen und chinesischen Kollegen. Zudem emp-
VITA
Dr. Hong Zhou
Als Leiter einer Forschungsgruppe
startete Dr. Zhou seine Karriere bei
Festo in Deutschland. 2001 kehrte
er nach China zurück, um das Festo
Technical Engineering Centre aufzubauen. Seit 2009 ist er Werkleiter
in Jinan und in Shanghai und hat
die Verantwortung für das gesamte
Festo Product Supply in China.
finde ich es in China als besonders
bedeutsam, ein gutes Vorbild zu
sein: Arbeite zuerst an Dir selbst,
bevor Du diese bestimmte Eigenschaft von anderen erwartest.
Oder: Behandle Dein Gegenüber
so, wie Du selbst gerne behandelt
werden möchtest.
Thema Lean Management: Auf
welche Methoden setzen Sie in
Ihrem Werk?
Seit Anfang 2013 arbeiten die Mitarbeiter in Fertigung und Montage
nach dem Festo Produktionssystem. Die so genannte Festo Value
Production (FVP) definiert internationale Standards für Betriebsprozesse innerhalb der Wertschöpfungsketten. Sie basiert auf
der engen Einbindung der Mitarbeiter in die Definition von Standards und die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und
technischen Lösungen. In Kombination mit diesem Produktionssystem lassen sich problemlos
verschiedene Lean Management
Methoden anwenden, wie 5S,
OEE, SMED oder TPM, um nur einige zu nennen.
Was waren die wichtigsten
Investitionen ins Werk im Jahr
2013?
Der Ausbau unseres Werkes in Jinan ist ein andauernder Prozess.
Dieses Jahr haben wir eine neue
Anlage für Oberflächentechnik
aufgebaut sowie unsere Gießerei
für das Alu-Druckgussverfahren
technisch erneuert. Zudem investieren wir kontinuierlich in die
Weiterbildung unserer Mitarbeiter. 2013 hat unser werkseigenes
Trainingscenter das Ausbildungsangebot erweitert und ein Qualifizierungsprogramm für Mechatronik gestartet.
Welche Ziele und Ambitionen
haben Sie für das China-Werk
in den kommenden Jahren?
„Wir haben eine
geringe Mitarbeiter-Fluktuation
von gerade einmal
4 %. Das bestätigt
unseren Kurs.“
Dr. Hong Zhou, Festo
Ganz nach der Mission von Festo,
Impulsgeber der Industrie-Automatisierung zu sein, ist unser
oberstes Ziel, weiterhin als KeyPlayer in der Region zu agieren.
Wir werden die Kapazität in Jinan
dem wachsenden Marktbedarf
entsprechend fortlaufend anpassen. Unserem Motto ‚In der Region für die Region‘ bleiben wir weiterhin treu und müssen deshalb
eine noch engere Kooperation
und Kommunikation mit unserer
Sales Organisation im gesamten
asiatisch-pazifischen-Raum fokussieren. Zudem beschäftigt uns
derzeit der Ausbau unserer Supply
Chain und des Forschungs- und
Entwicklungsnetzwerkes in China.
Somit können wir weiterhin TopProdukte und Lösungen anbieten
und schnellste Lieferungen gewährleisten.
rem lokalen Mitarbeitermagazin,
per Mitarbeiterumfrage oder bei
der jährlichen Betriebsversammlung. Motivierte Mitarbeiter sind
unser größter Erfolgsfaktor, deshalb möchten wir sie permanent
über die Situation in der Firma informiert halten. Auch Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit
stehen bei uns auf der Agenda ganz
oben. Wir haben sogar eine spezi-
Wie arbeiten Sie mit dem
Bereich F&E zusammen?
Unsere Kunden in China erwarten
von uns die gleiche Leistungsfähigkeit und Reaktionszeit wie in
Deutschland oder Amerika. Deshalb ist es für uns ein entscheidender Faktor, vor Ort nicht nur zu
produzieren, sondern auch zu
entwickeln. Unser Technical Engineering Centre (TEC) in Shanghai
erfüllt genau diese Funktion für
den asiatisch-pazifischen Raum
sowie für China. 2005 wurde auch
dort der Festo-spezifische Neuheitenentstehungsprozess (NEP) eingeführt. Unsere Produktlinien und
Business Centres steuern und verantworten diesen Prozess in allen
Phasen sowie für alle Werke rund
um den Globus.
Sie selber haben viele Jahre in
Deutschland verbracht: Was
vermissen Sie in China am
meisten?
Die saubere Luft!
Montagelinie
zur Erfüllung
von individuellen Anforderungen der Kunden
im Global Production Centre
von Festo in Jinan. Bilder: Festo AG
Wie gelingt es Ihnen, die Mitarbeiter dazu zu motivieren?
Die Geschäftsführung in Jinan
steht kontinuierlich im Austausch
mit den Mitarbeitern. Ob mit unse-
China-Geschäfte
ziehen weiter an
Ein Unternehmen des Freistaats Bayern
PRODUKTION NR. 04-05, 2014
MANNHEIM (ILK). Gute Prognosen
für Unternehmen, die in China aktiv sind: Die Handelsaktivitäten
dort und die deutschen Exporte
werden sich bis Mitte 2014 positiv
entwickeln. Auch als Zielland chinesischer Investoren ist Deutschland gefragt. So werden chinesische Unternehmen in den kommenden sechs Monaten verstärkt
in deutsche Unternehmen und
Projekte investieren. Zu diesem
Resultat kommt eine Befragung
von Führungskräften deutscher
Unternehmen in China, des ZEW
mit PwC und der deutschen Außenhandelskammer in China.
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8 · Unternehmen & Märkte
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Chinesisches Jahr des Pferdes
AUTOMARKT CHINA
Made in China – mit weltweitem Potenzial
unter den betrachteten Modellen
nur solche, die schon länger am
Markt sind. Wasner: „Beispielsweise hat sich der Trumpchi GS5 im
SUV-Segment wacker geschlagen.“
Die Siegerfirmen hätten bewiesen,
dass sie international Schritt halten
können, ob durch Engineering
„Was China als Mobilität
definiert, ist noch nicht klar“
oder
Lieferantenmanagement.
Doch Branding und Positionierung sei in China noch sehr schwierig. Ein weiterer Punkt: „Das, was
China als Mobilität definiert, ist
noch nicht ersichtlich“. Umbaubare Vans mit vielen Sitzen sind in
China derzeit besonders beliebt.
Trumpchi GS5, GAC Motor: Der Trumpchi repräsentiert laut der Jury den
Wechsel von einem rein chinesischen zu einem Anbieter, der nach
internationalen Märkten greift. Die
Entwickung des GS5 war extrem
kurz. Er gehört zur ersten Generation
von Fahrzeugen, die GA komplett
selber entwickelt und zur Serienreife
gebracht hat. GAC hat in den vergangenen Jahren gezielt Know-How in
(Produkt-)Engineering und Produktionsmanagement aufgebaut.
Haval H6, Greatwall: Mit dem Haval H6
hat Greatwall ein neues Marktsegment für SUVs zu Einstiegspreisen
geschaffen und so als erster Hersteller überhaupt das urbane SUV-Segment in China erschlossen. Design
und Motorblock stammen direkt von
Greatwall. Die Jury lobte die hohe
Leistung bei Technik und Qualität.
Als Bestseller hat der Haval großen
Einfluss auf andere chinesische Marken. Greatwall ist bis heute der profitabelste der chinesischen OEM.
Bild: Chang`an
A-WIEN. Die chinesische Regierung feilt mit gezielter Förderung
daran, eine Automobilindustrie
aufzubauen, die international erfolgreich sei kann. Das dies stellenweise bereits gelingt, zeigt der
Xuanyuan-Award der österreichischen Beratung EFS. „In China
existieren über 40 verschiedene
Automotive-Awards, deren Sieger
häufig vorab feststehen“, erläutert
Clemens Wasner, Chief Representative Asia bei EFS. „Wir wollten
herausfinden, welche Firmen es
geschafft haben, Fahrzeuge zu entwickeln und vermarkten, die auch
global Chancen haben. Dazu haben wir eine internationale Jury
eingesetzt.“ Weil es um den internationalen Erfolg geht, finden sich
SIEGER DES XUANYUAN AWARDS
Bild: Greatwall
Chinesische Autos für den globalen Markt – die Unternehmensberatung EFS hat sich mit einem neuen Award zum Ziel gesetzt, herauszufinden, welche Modelle hier besonders erfolgreich sind.
Bild: GAC Motor
SUSANNE BADER, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Eado, Chang`an: Chang`an wurde für
seine Engineeringleistungen im
Fahrzeugbau ausgezeichnet. Mit
dem Eado beweist Chang`an, dass
chinesische Hersteller Fahrzeuge bis
zur Serienreife im Alleingang entwickeln können. Der Eado ist bis heute
eines der meistverkauften Autos in
der Klasse der Familienfahrzeuge. Er
besteht fast zu 100 % aus chinesischen Bauteilen. Das Unternehmen
besitze großes Potenzial für den Aufbau globaler Kompetenz, so die Jury.
SHENZHEN BYD DAIMLER NEW TECHNOLOGY CO. LTD.
Wie Daimler ein eigenes E-Mobil launchte
Auf dieser Line
von BYD wird das
eigens für den chinesischen Markt
entwickelte Elektrofahrzeug Denza
von Shenzhen BYD
Daimler New Technology produziert.
Grundlage ist das
Mercedes-Produktionssystem.
GUNNAR KNÜPFFER, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Arno Röhringer, Projektleiter des Joint-Venture Shenzhen BYD Daimler
New Technology, brachte bei der Entwicklung des Denza, des neuen
E-Mobils für China, zwei Kulturen zusammen.
CH-SHENZEN. Für Arno Röhringer
dürfte der 21. April ein besonderer
Tag werden. Denn dann wird der
Projektleiter des Joint-Venture
Shenzhen BYD Daimler New Technology Co. Ltd. (BDNT) den eigens
für den chinesischen Markt entwickelten Elektrowagen Denza der
Öffentlichkeit vorstellen.
Im April 2010 war der damalige
Direktor des Daimler-Forschungszentrums im indischen Bangalore,
Röhringer, gefragt worden, ob er
Projektleiter für das neue JointVenture in China werden will.
Röhringer, der zuvor viele Jahre
Projektleiter bei Mercedes-Benz in
Sindelfingen war, sagte zu. Auf die
Frage, wie Daimler darauf gekommen ist, ein eigenes Elektrofahrzeug für China zu entwickeln, sagt
Röhringer gegenüber Produktion:
„China ist der größte Fahrzeugmarkt der Welt und es steht außer
Frage, dass das Land auch eine
entscheidende Rolle bei der Durchsetzung alternativer Antriebe haben wird.“
‚Tiger‘ hieß das neue Projekt, das
der Maschinenbauer im südchinesischen Shenzhen stemmen
sollte. In dem Außenbezirk Pingshan hat der chinesische Partner
BYD sein riesiges Werksgelände,
dort ist auch Platz für das Entwicklungsteam von BDNT.
Röhringer stellte zunächst ein
Entwicklungsteam aus 15 Ingenieuren von Mercedes sowie der
doppelten Zahl chinesischer Mitarbeiter zusammen. „Unterschiedlicher können die Unternehmen
nicht sein“, sagte Röhringer damals
der ‚Zeit‘. Die Chinesen seien besonders an der Entwicklungsphase
interessiert gewesen, bei der sie
etwas von Daimlers Wissen mitnehmen können. Die Daimler-In-
Der Denza wird auf einer
Linie von BYD produziert
genieure drückten dagegen aufs
Gas und wollten schneller als die
internationale Konkurrenz mit
dem neuen Elektrofahrzeug auf
dem Markt sein. Heute arbeiten
dort mehr als 250 Ingenieure und
Spezialisten beider Unternehmen
zusammen. Daimler steuert insbesondere sein Know-how bezüglich
Fahrzeugarchitektur, Sicherheit
Prototyp des
Denza: Leichte
Modifikationen
sollen das endgültige Erscheinungsbild verschleiern.
Bild: Daimler
Bild: Daimler
und Qualität bei, BYD bringt seine
Kenntnisse im Bereich Batterietechnologie und Elektroantriebssysteme ein.
Produziert wird der Denza beim
Partner BYD in einer bestehenden
Produktionsstätte in Shenzhen auf
einer separaten, vollkommen neuen Produktionslinie. Diese Linie
wurde nach Daimler-Fabrikstandards geplant. Um die Qualität des
Elektrofahrzeugs zu sichern und
die lokale Produktionsmannschaft
anzulernen, sind langjährige Produktionsexperten von Daimler
dauerhaft vor Ort. Beim Materialeinkauf stellte der Projektleiter sicher, dass alle Maßvorrichtungen
und Industrieroboter inklusive
Steuereinheiten von international
renommierten Lieferanten wie
zum Beispiel Kuka stammen.
Zusammen mit dem chinesischen Partner ließ Röhringer den
Vorserien-Denza in allen klimatischen Regionen Chinas testen: von
dem kalten Nordosten Chinas bis
zur tropischen Hainan Island ganz
im Süden. Das Fahrzeug wurde in
verschiedenen Geschwindigkeiten
gefahren und seine Strapazierfähigkeit in unterschiedlichen Umgebungen überprüft.
Derzeit läuft bereits die Serienproduktion des Denza. Auch die
verbauten Teile sind Serienprodukte der internationalen Zulieferer für das E-Mobil.
Mitte des Jahres öffnet der
erste Denza-Händlerbetrieb
Der Name Denza wurde in erster Linie für chinesische Kunden
entwickelt. Er leitet sich von zwei
chinesischen Schriftzeichen ab,
die für „wachsende Kraft und Dynamik“ stehen. Damit soll kommuniziert werden, das Fahrzeug
sei bei Entwicklungsgeschwindigkeit im Segment der Elektrofahrzeuge und bei Fahrzeugeigenschaften führend. Auch im Englischen soll Denza einprägsam sein.
Vertrieben wird der Denza über
drei der führenden chinesischen
Händlergruppen
Zhongsheng
Group Holdings Limited, Lei Shing
Hong Auto Management Co., Ltd
und Pangda Automobile Trade
Co., Ltd. Mitte des Jahres soll der
erste Händlerbetrieb für das Fahrzeug in Peking öffnen, weitere Betriebe entstehen in Shanghai und
Shenzhen.
China ist bereits der größte Automobilmarkt der Welt: 17 Mio Pkw
sollen dort nach Angaben des VDA
2014 verkauft werden. Und der
Vormarsch der Elektromobile wird
vom Staat massiv unterstützt. So
werden einzelne Elektrofahrzeuge
im vierstelligen Euro-Bereich subventioniert. Und auch von Fahrverboten wegen Smog sollen die EMobile ausgenommen werden.
Einen Stück vom Kuchen will sich
dabei Röhringer abschneiden,
wenn sein Denza auf der Automesse Auto China Peking im April Premiere feiert.
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Unternehmen & Märkte · 9
Chinesisches Jahr des Pferdes
WERKZEUGMASCHINEN
Heller produziert in China
PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Am 21. Oktober 2013 wurde im chinesischen Changzou das fünfte Produktionswerk der Heller Gruppe eröffnet. Rund 350 Gäste aus Politik
und Wirtschaft nahmen an Eröffnungszeremonie teil.
NÜRTINGEN (SM). Der Nürtinger
Werkzeugmaschinen-Hersteller
Heller hat sich zum Ziel gesetzt, die
regionale Marktpräsenz weltweit
weiter auszubauen und die Eroberung neuer Geschäftsfelder vor allem durch starke lokale Wertschöpfungsketten zu forcieren. Mit
der Gründung des neuen Produktionswerkes in China wurde nun ein
weiterer und konsequenter Schritt
in diese Richtung unternommen.
Wie wichtig China als Markt und
Standort für das Unternehmen
heute ist, dokumentiert die Entwicklung der Heller Aktivitäten in
dieser Region: Bereits seit 1950 exportiert Heller Maschinen nach
China. Bis heute wurden bereits
über 1 000 Maschinen und Anlagen
bei chinesischen Kunden erfolgreich in Betrieb genommen. Ziel ist
es mit der Gründung des neuen
Werkes, auch in China eine lokale
Wertschöpfungskette zu etablieren. Dadurch werden die Angebote
der schon bestehenden Anlagen
und Einrichtungen – unter anderem ein eigenes Applikations-Engineering, seit 2009 ein eigenes
TechnologieCenter und das lokale
Ersatzteillager – abgerundet. Sichtbar wird das nachhaltige Bekenntnis von Heller zum chinesischen
Markt außerdem durch die Erhöhung der regionalen Präsenz von
zwei (Shanghai, Beijing) auf insgesamt fünf Standorte für Vertrieb
und Service.
Durch den Aufbau eines wandlungsfähigen
Produktionsnetzwerkes mit den Werken in Deutschland, England, Brasilien, USA und
nun auch in China, erreicht Heller
entscheidende Vorteile. Dazu zählt
unter anderem die Möglichkeit des
flexiblen Up- und Downsizing von
Werkskapazitäten, die Nutzung
austauschbarer Wertschöpfungsumfänge abhängig beispielsweise
von Marktbedarf, Kostenstruktur,
Logistikkosten und Wechselkkur-
Am 21. Oktober
erfolgte im Rahmen einer feierlichen Zeremonie die Eröffnung des neuen
Heller-Werks in
Changzou.
Bild: Heller
sen sowie die zuverlässige Belieferung der Kunden durch marktnahe
Produktionsstätten.
Zukünftig sollen an dem neuen
Standort mit einer Produktionsfläche von über 7 000 m2 und mit
derzeit 85 Mitarbeitern Bearbeitungszentren projektiert, bedarfsgerecht ausgerüstet und ausgeliefert werden können. Hinzu kommen Reparaturen von Baugruppen, Umbauten und die Maschinenüberholung. Auch ein eigener Messraum und eine umfassende Vorrichtungskonstruktion und
-montage stehen zur Verfügung.
Am neuen Standort sollen
120 Beschäftigte arbeiten
Aktuell ist die Personalplanung
und –akquise in vollem Gange.
Gerade in der Anfangsphase werden die Mitarbeiter im Werk zusätzlich mit erfahrenen Experten
aus der Heller Gruppe unterstützt.
Dabei wird Personal nach China
entsandt, um die die dortige Belegschaft umfassend zu schulen und
auszubilden. Umgekehrt werden
auch Mitarbeiter aus China zum
Training und zur Ausbildung an
andere Standorte von Heller kommen. Dieser regelmäßige Austausch gewährleistet eine gleichbleibend hohe Qualität ‚Made by
Heller‘ innerhalb des Produktionsverbunds der gesamten Heller
Gruppe. Geplant ist, dass bis Mitte
2014 an dem neuen Standort in
China rund 120 Beschäftigte arbeiten werden.
In einer feierlichen Zeremonie
wurde das neue Werk am Standort
Changzhou in der Provinz Jiangsu
am 21. Oktober 2013 eingeweiht.
Vor kurzem feierte Volkswagen die Produktion des zehnmillionsten Fahrzeugs in China.
Bild: VW
AUTOMARKT CHINA
Deutsche OEM weiter
auf Erfolgskurs
SUSANNE BADER
PRODUKTION NR. 04-05 , 2014
Deutsche Autos sind in China nach
wie vor gefragt: Im vergangenen
Jahr erreichten die deutschen Hersteller ihre Marktziele im Reich
der Mitte. Auch für 2014 sind sie
auf Wachstum eingestellt.
LANDSBERG. Für BMW ist China der
wichtigste Absatzmarkt. Jeder fünfte BMW weltweit (rund 19,5 %)
wird heute bereits in China verkauft. Im Jahr 2013 hat BMW
362 500 Wagen im Reich der Mitte
verkauft (+ 20 % im Vergleich zu
2012). Allein der Zuwachs in China
sei ähnlich groß wie der gesamte
Absatz in Frankreich gewesen,
meldet der Konzern. Für das laufende Jahr sei immer noch ein
deutliches, jedoch langsameres
Absatzwachstum im „niedrigen
zweistelligen Bereich“ zu erwarten.
In diesem Jahr will BMW zehn neue
Modelle auf den chinesischen
Markt bringen, darunter das Elektroauto BMW i3.
Auch für VW ist China der größte
Absatzmarkt. Die Verkäufe von
PKW und leichten Nutzfahrzeugen
in der Volksrepublik legten um gut
16 % auf 3,27 Mio zu. Damit geht
fast jedes dritte Auto aus dem VWKonzern an einen chinesischen
Kunden. Erst im Dezember hat das
Unternehmen den neuen Golf
auch auf dem chinesischen Markt
eingeführt. Daimler folgt seinen
Konurrenten BMW und VW erst in
größerem Abstand nach. Der Hersteller verkaufte im Jahr 2013 in
China 235 000 Fahrzeuge. Derzeit
existieren 337 Daimler-Autohäuser
im Land, in diesem Jahr sollen weitere 100 in 40 chinesischen Städten
hinzukommen.
Insgesamt erreichte der chinesische Automarkt im vergangenen
Jahr das stärkste Wachstum seit
drei Jahren. Laut dem Herstellerverband CAAM stieg der Absatz
von PKW und Nutzfahrzeugen im
Vergleich zum Vorjahr um 14 % auf
22 Mio Einheiten. Bei den PKW lag
das Plus bei 16 % (18 Mio Autos).
„Der chinesische Automarkt ist
noch immer in einer Phase rapider
Expansion“, sagt Shi Jianhua, stellvertretender Verbandssektretär.
Das Wachstum verschiebe sich zu
den kleineren Städten.
Chinesen wollen
Peru-Kupfermine
PRODUKTION NR. 04-05, 2014
FRANKFURT (DJ/ILK). Ein chinesisches Konsortium hat gute Aussichten auf den Zuschlag für die
peruanische Kupfermine Las Bambas des Rohstoffgiganten Glencore
Xstrata. Wie Insider sagten, ist das
Konsortium – bestehend aus Tochtergesellschaften der chinesischen
Staatskonzerne China Minmetals,
Citic und Guoxin – gegenwärtig der
einzige Kaufinteressent.
Mit schätzungsweise mindestens 5 Mrd US-Dollar dürfte die
Kupfermine einer der bislang größten ausländischen Zukäufe durch
ein chinesisches Unternehmen
werden. Glencore muss Las Bambas verkaufen. Das ist eine Auflage
der chinesischen Behörden im
Gegenzug für die Genehmigung
für den Zusammenschluss mit
Xstrata in diesem Jahr. Noch ist die
Mine Las Bambas allerdings nicht
in Betrieb. Bis zur Aufnahme der
Förderung dürften noch Kosten
von rund 5,9 Mrd US-Dollar anfallen. China importiert rund 3,4 Mio
Tonnen raffiniertes Kupfer pro Jahr
und verbraucht mehr als 30 % der
weltweiten Erzeugung.
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10 · Unternehmen & Märkte
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Chinesisches Jahr des Pferdes
AUTOMATISIERER
浩亭–das ist Hartings Annäherung an China
zwischen den Zeilen lesen und
dürfen bei ausweichenden Antworten nicht insistieren“, so Harting. Er berichtet vom „BriefträgerPrinzip“, nach welchem in chinesischen Betrieben Mitarbeitern Kritik vermittelt wird: ein unbeteiligter Dritter lässt beiläufig die Botschaft des Managers ins Gespräch
mit dem betreffenden Mitarbeiter
einfließen. Auf dem selben Wege
geht es dann zurück. „Der Mitarbeiter überlegt sich eine Antwort.
Der Mittelsmann überbringt sie
dann dem Manager“, erläutert Harting. So wird das Risiko des Gesichtsverlusts vermieden.
SABINE SPINNARKE, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Schon als Schüler begeisterte China Philip Harting. Während eines
mehrjährigen Aufenthalts in der chinesischen Landesgesellschaft
wuchsen sein Respekt und Anerkennung für die Dynamik des Landes.
ESPELKAMP. 浩亭 lautet der Firmennamen Hartings auf Chinesisch. Auf eine knappe deutsche
Formel lassen sich die beiden chinesischen Bildzeichen nicht bringen, doch sinngemäß bedeuten sie:
das Unternehmen Harting bietet
Connectivity und Netzwerklösung
durch Hightech-Produkte und verlässlichen Service; Harting ist offen
für Kundenwünsche. Die chinesischen Bildsprache ist wichtig, sie
beeinflusst das Denken und die
Weltanschauung der Menschen.
Dies und vieles mehr lernte Philip
Harting, Vorstandsmitglied des Au-
tomatisierers Harting, im Laufe der
drei Jahre, die er in China lebte –
„um mir meine ersten Sporen zu
verdienen“, so Harting. Damals,
2005, betrug der Umsatzanteil der
chinesischen Niederlassung 10 %,
mittlerweile sind es 20 % – Philip
Harting hat sich seine Sporen verdient; sogar Wen Jiabao, der ehemalige chinesische Ministerpräsident, lobte sein Engagement:
„Herzliche Glückwünsche, Sie haben jetzt zwei Familien, eine in
Deutschland und eine in China“,
gratulierte er ihm auf der Hannover
Messe 2012.
Harting gründet in den 80er
Jahren 1. Landesgesellschaft
„Wir müssen aufpassen,
dass wir nicht den Anschluss verlieren“,
betont Philip Harting, Vorstand
Connectivity & Networks, Harting
In den 70er Jahren spielte China
für das Familienunternehmen
noch keine Rolle. Philips Vater,
Dietmar Harting, trieb damals die
Internationalisierung in Europa
voran. Dann kamen die 80er Jahre,
sie waren geprägt von den Erfolgen
der Elektroniknation Japan und der
rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Taiwans. Auch Harting wollte
an dem Wachstum dieser Märkte
partizipieren. So gründete Dietmar
Harting 1985 eine Landesgesellschaft in Japan, eine weitere 1988 in
Hong Kong, später, 1998, kam die
Einen Gesichtverlust des
Partners gilt es zu vermeiden
Nicht ganz einfach aber hilfreich war es, den deutschen Firmennamen in die
chinesische Bildsprache zu übertragen: 浩亭 - Harting auf chinesisch. Bild: Harting
Produktion in Zhuhai hinzu. „Damit öffnete uns mein Vater das Tor
nach Südostasien“, berichtet Philip
Harting, der schon als Jugendlicher
auf mehreren Reisen das Land kennenlernte und vom ersten Moment
an fasziniert war. Die enorme Dynamik, der stark ausgeprägte Willen der Menschen voranzukommen, ihre Leistungsbereitschaft,
ihre Fähigkeit, sich immer wieder
auf Neues einzulassen, seien sogar
in den Straßen spürbar. „Das reißt
mit“, erinnert sich Harting.
Doch so richtig bewusst wurden
ihm die zahlreichen Feinheiten
und auch Fallstricke im Umgang
mit chinesischen Geschäftspart-
nern und Mitarbeitern erst, als er
dort lebte. Kleine Verhaltensmaßregeln, wie das richtige Überreichen von Visitenkarten, korrektes
Anstoßen bei Geschäftsessen, die
Auswahl der richtigen Farbe von
Kleidung oder Geschenkpapier
können eine große Wirkung haben.
„Sitzt man beim Kunden und spielt
achtlos mit dessen Visitenkarten,
ist dies äußerst respektlos und es
bleiben einem künftig alle Türen
verschlossen“, berichtet Harting.
Das hat mit dem vielzitierten Gesichtsverlust zu tun: ‚Nein‘ zu sagen und eindeutige Aussagen vom
Gesprächspartner zu verlangen, ist
schlichtweg tabu. „Wir müssen
Mittlerweile lebt Philip Harting
wieder bei seiner Familie in Espelkamp. Er verantwortet jetzt den
Bereich Connectivity & Networks,
doch Asien betreut er weiterhin.
„Wir müssen aufpassen, dass wir
nicht den Anschluss verlieren“, betont er. Denn China drängt mit einem Tempo, das man in Europa
nicht gewohnt ist, an die Weltspitze. Inzwischen geht es Harting darum, lokale Entwicklungskompetenz aufzubauen. Die Qualitätsansprüche der chinesischen Hersteller werden immer größer. Chinesische Maschinenbauer gehören inzwischen zur Weltspitze. Harting
will weiterhin partizipieren und
mittelfristig 30 % des Firmenumsatzes in Asien generieren.
TURCK
Ling Chi Liu: Der Wanderer zwischen den Welten
SABINE SPINNARKE, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Der Mülheimer Automatisierer Turck eröffnete 1994 eine Vertriebsund Produktiongesellschaft in China. Marketingchef Ling Chi Liu vermittelt zwischen zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
TIANJIN. „Mit heute fast 500 Mitarbeitern hat sich Turck China zu einem der bedeutendsten Anbieter
von Sensor-, Interface-, Feldbusund Anschlusstechnik im Reich
der Mitte entwickelt“, sagte Geschäftsführer Christian Wolf stolz.
Die Gründe für den Erfolg sieht
Wolf vor allem darin, dass Turck die
Entwicklung des chinesischen Automatisierungsmarkts von Anfang
intensiv begleitet habe.
Ling Chi Liu pendelte viele
Jahre zwischen den Ländern
Einer der ‚Begleiter‘ jüngerer
Zeit ist Ling Chi Liu. Der in
Deutschland geborene und aufgewachsene Elektrotechnik-Ingenieur stieß vor knapp drei Jahren zu
dem Familienunternehmen. Als
Vice President, Marketing & Product Management erhielt er freie
Hand, was die personelle und
strukturelle Gestaltung seines Bereiches anging. Dass der Einzelne
bei Turck etwas bewegen kann,
reizte ihn damals dazu, die Heraus-
forderung anzunehmen. Davor arbeitete er für Siemens im Bereich
Mobilfunk und pendelte viele Jahre
zwischen China und Deutschland;
das war anstrengend. Inzwischen
lebt er in China. „Eigentlich befinde ich mich schon immer zwischen
den Stühlen. Ich bin der Gatekeeper, der Kommunikator, der zwischen den Welten steht“, sagt Liu,
der sich Zeit seines Lebens mit den
unterschiedlichen Vorstellungen
und Erwartungen Deutscher und
Chinesen auseinandersetzte: „Das
China-Bild der Deutschen unterscheidet sich extrem von der Realität. Immer noch dominiert der
wirtschaftliche Blickwinkel: China,
als die Fabrik der Welt, als große
Wirtschaftskraft und Absatzmarkt.
Kulturelle Aspekte oder Kenntnisse
über das Business fehlen.“ Er erzählt von einer völlig anderen Welt,
auf die man außerhalb von Städten
wie Shanghai, Peking oder Guangzhou trifft. Die kulturelle Vielfalt der Provinzen ist groß. Aber
auch das Armutsgefälle zwischen
dem Osten und Westen des Landes
Marketingchef Ling Chi Liu fördert den interkulturellen Austausch. Nur so
können Missverständnisse und Konflikte ausgeglichen werden.
Bild: Turck
ist erschreckend. Deutschen Unternehmern rät er: „Bevor Sie eine
Investition in China tätigen, sollten
Sie sich bemühen, nicht nur ‚gierig‘
auf die Größe des Marktes zu
schauen, sondern sich mit Bedacht
die verschiedenen Risiken bewusst
machen.“ Da ist es hilfreich, sich
erst einmal Zeit zu lassen, einzutauchen und die Risiken im Detail
zu analysieren. Denn bei einem
großen Schritt wie diesem gilt es,
viele Dinge zu berücksichtigen,
seien es rechtliche Aspekte, Fragen
der Kommunikation, örtliche Ge-
gebenheiten, Markteigenschaften
und vieles mehr. Auf den ersten
Blick verlockend niedrige Lohnund Produktionskosten spiegeln
nur zum Teil die Realität: „Was ignoriert wird, sind die regionalen
Unterschiede des Lohnniveaus,
die Qualifikation der Chinesen und
die herrschende Lohndynamik“,
meint Liu. Ist ein Unternehmen
beispielsweise darauf angewiesen,
für eine bestimmte Aufgabe qualifizierte Arbeitskräfte einzusetzen,
kann das sehr teuer werden. Denn
diese Leute sind Mangelware.
Ein weiteres Problem ist das opportunistische Verhalten der Mitarbeiter. „Jobhopping ist weit verbreitet. Da muss man sich Mechanismen ausdenken, um die Mitarbeiter zu halten“, so Liu.
Eine Folge des Jobhoppings
ist, dass die Unternehmen miteinander konkurrieren; dadurch
schraubt sich die Lohnspirale weiter nach oben. Zusätzlich unterliegt das Lohnniveau einer Dynamik, die von der Regierung befeuert wird; sie will auf diese Weise das
Lohngefälle minimieren und den
Absatz fördern. So ergibt sich ein
Teufelskreis.
Die Lohnspirale schraubt
sich weiter nach oben
Bei Turck wirkt man diesem Mechanismus entgegen, indem Mitarbeitern im Unternehmen Entwicklungschancen eingeräumt werden,
Löhne marktgerecht gestaltet werden und das Betriebsklima stetig
verbessert wird: „Das ist mir sehr
wichtig: nur wenn das Gesamtpaket stimmt, ist das Risiko, wertvolle
Mitarbeiter zu verlieren, nicht so
hoch“, bekräftigt Liu. Sein Beispiel
zeigt, wie wichtig es ist, Menschen
mit ins Boot zu nehmen, die zwischen den Kulturen vermitteln.
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12 · Unternehmen & Märkte
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Chinesisches Jahr des Pferdes
MASCHINENBAU
Lokale Produktion erhöht die Profitabilität
GUNNAR KNÜPFFER, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Die deutschen Maschinenbauer sehen ihre Position im Reich der Mitte
durch chinesische Konkurrenten weniger bedroht als noch vor drei
Jahren. Sukzessive verlagern sie ihre Wertschöpfung nach China.
LANDSBERG. Zwar gilt der deutsche
Maschinenbau in den meisten
Marktsegmenten weltweit als führend. Der größte Hersteller von
Maschinen ist jedoch seit 2009
China. Die Maschinenbauer des
Landes produzierten 2012 Maschinen und Anlagen im Wert von 678
Mrd Euro. Dabei stellen sie längst
nicht mehr nur billige Massenprodukte her, sondern immer mehr
Qualitätserzeugnisse, die auch international ihren Markt finden. Die
gezielte staatliche Förderung und
Weiterentwicklung in Schlüsselindustriekreisen sorgen für einen
konstant hohen Bedarf an Maschinen und Anlagen auf dem chinesischen Binnenmarkt. Die zukünftige
Bedrohung für deutsche Maschinenbauer durch chinesische Konkurrenz wird laut einer aktuellen
Expertenstudie von Struktur Management Partner jedoch weniger
stark eingeschätzt als noch 2010.
Rechneten damals über 55 % der
befragten heimischen Maschinenbau-Unternehmen mit einem stark
ansteigenden Aufkommen chinesi-
Deutsche Maschinenbauer steigern ihre Wertschöpfung in China
Bedrohung durch die chinesische Konkurrenz
scher Anbieter bis 2015, so sind es
heute nur noch knapp 30 %. Das
Bedrohungspotenzial hat sich aus
Sicht der deutschen Unternehmen
um drei Jahre verzögert (Grafik
links). Die härtesten Wettbewerber
deutscher Maschinenbauer in China kommen dabei weiterhin aus
Deutschland selbst. Die Konkurrenten aus anderen europäischen
Ländern und aus Japan verloren
deutlich an Boden, umso mehr
legten chinesische Firmen zu.
Wachstum gibt es im
mittleren Segment
Wachstumstreiber ist in China
das mittlere Segment (Mid-Segment). Besonders die führenden
chinesischen Maschinenbauer aus
dem unteren Mid-Segment profitiren laut der Studie von diesem
Wachstum. Sie sind demnach inzwischen zum zweitgrößten Konkurrenten deutscher Maschinenbauer in China geworden. Dieser
Trend zum Mid-Segment geht an
der Premium-Positionierung deut-
Deutsche Maschinenbauer
fühlen sich
durch die chinesische Konkurrenz weniger
bedroht als noch
vor drei Jahren
(linke Grafik).
Bild: Struktur Management Partner/Produktion
Quelle: Struktur Management Partner, Empirische Untersuchung 2013
scher Industrieunternehmen vorbei. Für die deutschen Maschinenbauer, die bisher keine stabile anwendungsbezogene Marktnische
für sich besetzt haben, seien zunehmend Schwierigkeiten zu erwarten, sofern kein Umdenken in
Richtung ‚Generalist für das MidSegment‘ erfolge, meinen der Managing Partner von Struktur Managgement Partner, Marc-René
Faerber, und der Leiter des Shanghaier Büros Haiying Chen. Sie raten
SGL CARBON
SGL Rotec geht an Chinesen
PRODUKTION NR. 04-05 , 2014
Der Rotorblattproduzent SGL Rotec gehört seit dem 1. Januar dem
Familienunternehmer Patrick Chou, der mit seinem Unternehmen
‚BetterLife‘ bisher in der chinesischen Automobilbranche tätig ist.
WIESBADEN (DJ/BA). Der Carbonspezialist SGL Carbon begründete
den Verkauf seiner Tochterfirma
mit einer „strategischen Neuausrichtung“ der SGL Group, in deren
Rahmen sich die Wiesbadener aus
der Rotorblattproduktion zurückziehen würden.
„Künftig konzentrieren wir uns
im Carbonfasergeschäft stärker
auf unsere Kernkompetenz Materialentwicklung und -produktion“,
hieß es in einer Pressemitteilung
zum bevorstehenden Wechsel. Die
SGL Rotec GmbH stellt Rotorblätter für Windenergieanlagen her
Der Carbonfaser-Konzern hatte
den Mitarbeitern der SGL Rotec
kurz vor Weihnachten den Verkauf
seines Hundert-Prozent-Anteils an
der SGL Rotec GmbH verkündet,
Profitabilität in Abhängigkeit vom
Lokalisierungsgrad
jedoch Stillschweigen über die
Identität des Käufers bewahrt. Spekulationen, auch der Mitarbeiter,
richteten sich auf den Automobilkonzern BMW als Käufer.
Patrick Chou ist in Mannheim
aufgewachsen und später in die
Heimat seines Vaters zurückgekehrt. Mit seiner in Peking ansässigen Firma ‚BetterLife‘ erlöste Patrick Chou jährlich zuletzt Umsätze
von 1,5 Mrd Euro. Mit dem Erwerb
eines Unternehmens, das Rotorblätter für Windenergieanlagen
herstellt, betritt er ein komplett
neues Geschäftsfeld. Mit den Kunden der SGL Rotec habe der Investor bereits erste Gespräche geführt
und sei dabei auf positives Echo
gestoßen, hieß es aus informierten
Kreisen.
SGL Carbon will
sich aus der Rotorblattproduktion für Windkraftanlagen zurückziehen und
hat daher die
SGL Rotec an einen chinesischen Investor
verkauft.
Bild: SGL Carbon
Den Standort in Lemwerder mit
550 Mitarbeitern, der künftig als
Carbon-Rotec firmiert, wolle Chou
ausbauen. Neuer kaufmännischer
Geschäftsführer ist William Tang.
Der Deutsche mit chinesischen
Wurzeln war bislang für Dax-Unternehmen in Frankreich, Großbritannien und China tätig – zuletzt
für die Volkswagen AG.
Gut positioniert für
die Offshore-Produktion
Die Geschichte der Rotec GmbH
geht auf eine Gründung der Werft
Abeking&Rasmussen im Jahr 1993
zurück. Das damalige Tochterunternehmen der Werft hatte bereits
die Aufgabe, Rotorblätter aus faserverstärkten Kunststoffen zu fertigen. 2008 stieg dann SGL Group
ein, seit 2013 gehörte das Werk zu
100 % zur SGL Group. Es umfasst
eine Produktionsfläche von mehr
als 20 000 qm und ausreichend Lagefläche. Pluspunkt in Hinblick auf
die schwierige Offshore-Produktion ist die Nähe zum Ochtumhafen,
der über eine 140 Meter lange, erweiterbare Kaimauer verfügt.
Die SGL Group kämpft derzeit
mit Gegenwind in allen Geschäftsfeldern und musste zuletzt rote
Zahlen schreiben. Der Konzern
wird derzeit strategisch neu ausgerichtet. Künftig will sich SGL im
Carbonfasergeschäft stärker auf
seine Kernkompetenz Materialentwicklung und -produktion konzentrieren.
zu einer stärkeren Anpassung an
die lokalen Marktverhältnisse.
„Made in Germany ist kein Selbstläufer mehr in China und nur rich-
Lokale Wertschöpfung
steigert Profitabilität
tig aufgestellte Unternehmen werden als eindeutige Gewinner aus
dem Wachstumsprozess hervorgehen“, sagt Chen. Von 98 befragten
Unternehmen haben 25 bereits
neue Produkttypen und 22 neue
Produktlinien für den chinesischen Markt eingeführt. Eine ZweiMarken-Strategie verfolgen nur
sechs Firmen. In den vergangenen
Jahren haben die deutschen Maschinenbauer auch Fortschritte bei
der Lokalisierung ihrer Wertschöpfung und dem Ausbau des Direktvertriebs erzielt. Diese Vor-OrtProduktion wirkte sich positiv auf
Profitabilität und Wachstumsrate
aus (Grafik rechts).
THEMA: CHINAS VOLKSWIRTSCHAFT 2014
‚System stößt an Grenzen‘
Chinas Wirtschaftssystem lebte bislang von niedrigen Kapitalund Arbeitskosten. Dieses System stößt an seine Grenzen, da die
niedrigen Kapitalkosten zu hohen Überkapazitäten geführt haben
und Arbeitskosten immer höher werden. China muss den Umstieg
von einer investitionsgetriebenen Wirtschaft auf eine Konsumgesellschaft schaffen, da sonst die Wahrscheinlichkeit sehr hoch
wird, dass China eine große Version von Brasilien wird, einem
Land in der Mittleren-Einkommensfalle, das weder mit niedrigen
Lohnkosten noch mit hoher InnoGASTKOMMENTAR
vationsfähigkeit punkten kann.
Anstelle Wirtschaftsreformen
umzusetzen, hat sich China in den
letzten Jahren Wachstum mit Hilfe
von Krediten erkauft. Das Investitionsprogramm des Jahres 2009 hat
in den letzten drei Jahren zu einer
durchschnittlichen Wachstumsrate
des Kreditvolumens von 20 % geführt und liegt damit weit über
dem Wirtschaftswachstum.
Jochen Siebert, Managing
Wir gehen davon aus, dass ChiDirector JSC Automotive.
na die aktuelle Finanzkrise überstehen wird und gleichzeitig ein Umbau der Wirtschaft stattfindet. 2014 wird daher ein Übergangsjahr.
Traditionelle Industrien wie Stahl, Schiffsbau etc. werden leiden,
wobei vor allem Staatsbetriebe betroffen sind. Andererseits werden
konsumnahe Bereiche wie Pharma, Elektronik, Spielwaren einen
langen Aufschwung beginnen. Die Automobilindustrie würde im
Falle des Umbaus der Wirtschaft eine Verschnaufpause einlegen,
um dann ab 2016 einen steten Aufstieg zu nehmen. Sollte die Automobilindustrie 2014 wieder so schnell wachsen wie 2013, wäre das
ein Indikator, dass der Umbau der Wirtschaft nicht stattfindet.
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Unternehmen & Märkte · 13
Chinesisches Jahr des Pferdes
INTERVIEW
GUNTER KOEB, ZF STANDORTLEITER IN CHANGCHUN
‚Mehr Aufwand bei Qualifizierungsmaßnahmen‘
VITA
DIETMAR POLL, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Gunter Koeb, Standortleiter bei ZF in Changchun, schildert seine
Eindrücke über die Unterschiede zwischen der Leitung eines Werkes in
Deutschland und in China.
Herr Koeb, gibt es Unterschiede Die chinesischen Mitarbeiter sind
beim Betreiben einer Fertigung sehr stark auf den Vorgesetzten foin China und in Deutschland?
kussiert. Dabei steht das persönliWenn ja, welche sind das?
che Verhältnis im Vordergrund. Es
Aus meiner Sicht ist der wesentli- wird erwartet, dass der Vorgesetzche Unterschied der Qualifizie- te die Richtung vorgibt und die
rungsstand der Angestellten und wichtigen Entscheidungen fällt.
Werker. Zum Beispiel gibt es in Die Mitarbeiter setzen die Vorgader VR China traditionell keine ben dann entsprechend um. Die
Ausbildung, die mit der deut- Kenntnis der chinesischen Mentalität ist sehr von
schen BerufsausVorteil. Zum Beibildung wie dem
„Mehr als 700 Mitarbeispiel sollte man
Dualen System
chinesische Mitarvergleichbar ist.
ter erwirtschaften einen
beiter nicht vor anDeshalb muss bei
Umsatz von über 500
deren Kollegen
Mitarbeitern in
Millionen Euro im Jahr.“
bloßstellen oder
der Produktion
sozusagen ‚das Geund Angestellten
sicht nehmen‘.
in den kaufmänGunter Koeb, Standortleiter
nischen, admiim ZF-Werk Changchun
nistrativen BereiIn welcher Sprache
chen ein wesentunterhalten Sie
lich höherer Aufwand in Traisich mit den chinesischen Kollenings- und Qualifizierungsmaßgen und Mitarbeitern?
nahmen investiert werden.
Die Kommunikation läuft generell in Englisch. Falls notwendig,
Über welche Eigenschaften müs- werden auch Dolmetscher hinzugezogen.
sen Sie verfügen, um als Deutscher ein China-Werk zu leiten?
Fachwissen, Flexibilität, Offenheit
Der Lohnkostenvorteil ist imfür Neues und Geduld.
mer noch gravierend. Setzen
Sie in Ihrem Werk dennoch auf
Methoden wie Lean ManageSehen Sie Unterschiede beim
ment oder ist eine solche EffiziFühren deutscher und chinesienz eher zweitrangig?
scher Mitarbeiter?
THEMA: WIRTSCHAFTSREFORM CHINA
„Wo der Puck sein wird“
China hat 2013 umfangreiche Wirtschaftsreformen beschlossen. Daraus ergeben sich große Chancen – auch für ausländische
Investoren. Diese sollten sich mit innovativen Produktstrategien
nutzen lassen. Laut VDMA war China 2012 mit einem Volumen
von 678 Mrd Euro der weltgrößte Maschinenbaumarkt mit hohen
Wachstumsraten insbesondere im
GASTKOMMENTAR
mittleren Qualitäts- und Preissegment. Dieses dürfte sich in Zukunft
zum größten Teilsegment entwickeln. Angesichts der Wettbewerbsstärke chinesischer Maschinenbauer werden diese zu ernstzunehmenden Konkurrenten – auch
in diesem Segment. Deutsche Unternehmen sind gut beraten, wenn
sie ihre Produktstrategien überdenken. Sie sollten sich nicht in die
Marc Szepan, Leiter ForPremiumnische zurückziehen,
schungsgruppe Wirtschaft,
sondern auch dem Preis-LeisMercator Private Institute for
China Studies (MERICS)
tungsverhältnis des mittleren
Marktsegments gerecht werden.
Und: Deutsche Maschinenbauer müssen sich auf weitere Übernahmeversuche durch finanzkräftige chinesische Firmen einstellen. Dabei sollten sie die Option, selber Akquisitionen zu tätigen,
nicht aus den Augen verlieren. Angesichts der Marktentwicklung
in China sollten deutsche Maschinenbauer es mit der EishockeyLegende Wayne Gretzky halten: „Ich laufe dorthin, wo der Puck
sein wird, nicht dorthin, wo er war.“
Gunter Koeb, ZF
Gunter Koeb ist seit fast zehn Jahren in China für ThyssenKrupp
und ZF im Einsatz. Schwerpunkte
waren das Site Management für
die Transrapid-Strecke in Shanghai, Leiter Operations in einem
ZF-Komponentenwerk in Shanghai sowie seit dreieinhalb Jahren
ZF Standortleiter in Changchun. In
dem Joint Venture in Changchun
(ZF AG 51 %, Fawer Gruppe 49 %)
werden in einem Werk just-intime Achsen für den Audi A6 und
Q3 montiert. In dem zweiten
Werk werden Fahrwerkkomponenten für die Kunden FAW-VW,
BBA, SVW und Chery gefertigt.
Die Einführung und Weiterentwicklung des ZF-Produktionssystems ist in China genauso wichtig
wie in jedem anderem Standort
von ZF weltweit. Wir haben in
dem Standort in Changchun zwei
Mitarbeiter, die sich ausschließlich um das Produktionssystem
kümmern. Aktuell haben wir ein
Projekt in dem Bereich TPM gestartet.
Ihre Ziele mit dem Werk sind
vermutlich ähnlich wie in einem deutschen Werk. Aber inwieweit können Sie auch die
chinesischen Mitarbeiter mit
‚ins Boot nehmen‘?
Die Ziele für ein Werk in Deutschland oder China sind sehr ähnlich.
Es geht um profitables Wachstum,
Steigerung, Kundenzufriedenheit,
Verbesserung von Profitabiliät, Verbesserung von Qualitäts-, Lieferund Umweltkennzahlen und dergleichen. Für den Standort China
sind zusätzlich die Lokalisierungsaktivitäten von Produktionsmaterial, Equipment und Know-how ein
wichtiger Schlüssel zum Erfolg.
Sie leben samt Familie in China.
Haben Sie sich mit der fremden
Kultur arrangieren können?
Insgesamt geht es der Familie sehr
gut in China. Die Lebensqualität
variiert sehr stark mit den unterschiedlichen Standorten und Regionen. In den Metropolen Shanghai, Peking und Hongkong muss
man kaum Abstriche bezüglich des
westlichen Lebensstandards machen. Umso weiter man in die
Tier 2- und Tier 3-Städte geht, desto
mehr nimmt die Lebensqualität ab.
Sie sind seit über drei Jahren
Standortleiter. Wie lange wollen
Sie den Job in China machen?
Maximal zehn Jahre.
Mal ehrlich – würden Sie denselben Weg nochmals einschlagen?
Ganz ehrlich – ja.
DEUTSCH-CHINESISCHER WIRTSCHAFTSTAG
China auch in Zukunft wichtiger Partner
PRODUKTION NR. 04-05 , 2014
Kündigte weitere Reformen an:
der chinesische Botschafter
Mingde Shi.
Bild: DCW
KÖLN (KK). Inmitten aller weltwirtschaftlichen Turbulenzen entwickelt sich die chinesische Wirtschaft dynamisch weiter. Daher
wird China auch in Zukunft ein
wichtiger Partner Deutschlands
bleiben, so ein Ergebnis des
Deutsch-Chinesischen
Wirtschaftstag in Köln, veranstaltet
von der Deutsch-Chinesischen
Wirtschaftsvereinigung (DCW).
Auf dem Dritten Plenum des 18.
Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas wurde im November des vergangenen Jahres die
Weichen für weitere Reformen ge-
Freihandelszone soll
Investitionen beschleunigen
stellt und der Ausbau marktwirtschaftlicher Prinzipien befürwortet. „China ist weiterhin auf Wachstumskurs“, bekräftigte Mingde Shi,
Botschafter der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland. „Durch die Eröffnung der
Freihandelszone in Shanghai vor
einigen Monaten soll die Öffnung
Chinas gegenüber ausländischen
Investitionen beschleunigt werden. Es werden weitere Reformen
erwartet, so dass in Zukunft die
Erfahrungen, die sich in Shanghai
als erfolgreich erweisen, auf andere Regionen übertragen werden.“ Als Investitionsstandort sei
Deutschland bei chinesischen Investoren sehr beliebt, stellte Haifeng Ling, Vice President European
Region der Huawei Technologies
GmbH, heraus. Huawei ist mit
über 1 700 Mitarbeitern das derzeit größte chinesische Unternehmen hierzulande. „Deutschland
kommt in der Transformation der
chinesischen Wirtschaft eine
wichtige Rolle zu“, erklärte Prof.
Ulrich Lehner, Präsident des Bei-
rats der Deutsch-Chinesischen
Wirtschaftsvereinigung und Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA.
„Die vom chinesischen Handelsministerium erfassten Neuinvestitionen aus Deutschland lagen im
ersten Halbjahr 2013 mehr als 40 %
über dem Wert des Vorhalbjahres.
Damit nimmt Deutschland mit
Abstand den Spitzenplatz in der EU
ein. Deutsche Unternehmen gelten als Vorbilder für Effizienz und
Nachhaltigkeit. Mit diesem Vertrauen sollte die deutsche Industrie verantwortungsvoll umgehen.“
14 · Trends & Reports
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Chinesisches Jahr des Pferdes
WERKZEUGMASCHINEN
Chinesische Hersteller auf dem Sprung
MICHAEL PYPER, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Für deutsche Werkzeugmaschinenbauer ist China das Exportland Nr. 1.
Aber das Land ist auch einer der größten WZM-Hersteller der Welt.
Doch wo stehen die chinesischen Hersteller technologisch, erwächst
dem deutschen Maschinenbau Konkurrenz?
LANDSBERG (SM). Ende Juli verbreitete die staatliche chinesische
Nachrichtenagentur Xinhua die
Erfolgsmeldung, der chinesische
Hersteller Dalian Kede Numerical
Control habe erstmals ein fünfachsiges CNC-Highspeed-Vertikal-Bearbeitungszentrum
nach
Deutschland verschifft. Die Maschine ging an den Maschinenhändler Knuth Werkzeugmaschinen in Asbeck. Wan Weiming, leitender Beamter des Industrie- und
IT-Ministeriums, bezeichnet sie als
„konkurrenzfähig zu ähnlichen
importierten Maschinen aus westlichen Industrieländern“, aber
deutlich günstiger. Und es scheint
sich tatsächlich um mehr als eine
Eintagsfliege zu handeln. Yu Dehai, Vorsitzender der Dalian Guangyang Science and Technology
Engineering, der Kede-NC-Muttergesellschaft, verkündete stolz,
dass drei weitere Maschinen nach
Japan verkauft worden seien.
„Ich habe noch nie eine chinesische Werkzeugmaschine in einer
deutschen Produktionshalle stehen
sehen“, konstatiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Vereins
Deutscher Werkzeugmaschinenfa-
briken VDW. Klingt zunächst einmal
nach Entwarnung für den deutschen
Werkzeugmaschinenbau.
Aber ganz so einfach ist es natürlich
nicht. Denn chinesische Unternehmen entdecken gerade, dass es auch
außerhalb ihrer Landesgrenzen interessante Märkte gibt. „Wo die
Chinesen mittlerweile technologisch etwas aufgeholt haben, ist
beim klassischen Drehen und
beim Vierachsfräsen, auch einfache
Schleifoperationen beherrschen sie
mittlerweile recht gut“, gibt Dr. Schäfer zu. Entscheidend sei jedoch das
Know-how bei der Kombination
verschiedener Prozesse, der Integration anspruchsvoller Mess- und
Prüftechnik und den Automatisierungslösungen, „das macht bei allen
Systemen den Unterschied aus“.
Zumindest im preissensiblen mittleren Bereich könnte jedoch bald ein
ernst zu nehmender Konkurrent
erwachsen. Nicht umsonst bilden
Werkzeugmaschinen einen Schwerpunkt der chinesischen Innovations- und Industriepolitik und des
aktuellen Fünfjahresplans, um die
Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Beim VDW wollte man es genau
wissen und beauftragte die Unternehmensberatung EAC (Euro Asia
Consulting PartG), den chinesischen Wettbewerb eingehend zu
untersuchen. Ergebnis: Zumindest
Sieht in den Chinesen noch keine
Konkurrenz: Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW.
Bild: VDW
Berät den chinesischen Werkzeugmaschinenbauer SMTG: Dr.-Ing. Ömer
Ganiyusufoglu.
Bild: SYMG
Erste Maschinen nach Japan
und Deutschland verkauft
Die Nummer 1 in
China: die Shenyang Machine
Tool Group mit
ihrer Maschinenbautochter SMTCL beschäftigt
20 200 Mitarbeiter, davon 14 200
am SMTCLStandort Shenyang. Bild: SMTCL
den Komponentenhersteller drohe
so schnell noch keine Gefahr: „Chinesische Komponentenhersteller
bleiben nach wie vor technologisch
hinter der internationalen Konkurrenz zurück, Mangel an Innovation,
Qualität und Präzision markieren
hier die wesentlichen Probleme“, so
ein Fazit der Untersuchung. Die
strategischen Zielsetzungen der
Größtes Absatzpotenzial
zunächst im Heimatmarkt
chinesischen WZM-Hersteller richteten sich EAC zufolge auf den Ausbau von Vertriebsschienen, die Anhebung der Technologieposition
und die Stärkung der eigenen Innovationsfähigkeit. Mittelfristig sehen
chinesische WZM-Hersteller ihr
wichtigstes Absatzpotenzial im vo-
Leitet Chinas größten Werkzeugmaschinenhersteller SMTG: Guan Xiyou.
Bild: SMTG
Zumindest optisch
sind chinesische
Werkzeugmaschinen bereits auf
der Höhe der Zeit.
lumenstarken Heimatmarkt, der
über hohe Stückzahlen Preisdegression zulasse.
„Chinesische Werkzeugmaschinenhersteller wollen das deutsche
Hightech-Niveau gar nicht erreichen, die Anstrengung wäre unangemessen.“ Der das sagt, muss es
wissen: Dr.-Ing. Ömer Sahin Ganiyusufoglu war von 2006 bis 2010
Geschäftsführer der Index Dalian
Machine Tool Ltd., einem Joint
Venture der Dalian Machine Tool
Group und der deutschen IndexWerke. Seit 2011 ist er persönlicher
Berater des Vorsitzenden der Shenyang Machine Tool Group (SMTG)
Guan Xiyou – der Nummer eins
unter den chinesischen Werkzeugmaschinenherstellern. Ganiyusufoglu weiß, wie man in Märkte eindringt. Er war maßgeblich beteiligt,
dass japanische Werkzeugmaschinenhersteller hierzulande Fuß fassen konnten und heute auf Augenhöhe agieren. „Die Frage, die wir
uns stellen, lautet: Wo können wir
uns besser positionieren.“ Und da
sei man bei knapp 6 Mrd Menschen
in den Schwellenländern fündig
geworden. „Das ist der Markt, den
wir langfristig ins Visier nehmen,
und dafür brauchen wir genau so
viel Qualität, wie dort erforderlich
ist.“ Auf deutsches Know-how verzichtet SMYG dennoch nicht. Bereits 2004 kaufte man den Hersteller von Großwerkzeugmaschinen
Schiess in Aschersleben aus der
Insolvenz. Zuletzt investierte man
20 Mio Euro in Modernisierung
und Ausbau des Werkes Aschersleben. In Berlin wurde außerdem ein
Konstruktionszentrum gegründet.
SYMG-Chef Guan Yiyou, einer
der zehn Top-Industriemanager
Chinas des Jahres 2012, gibt die
neue Linie vor: „Entwickelt mit
deutscher Konstruktionskompetenz und gebaut in China; mit
dieser Strategie bringen wir das
Beste aus zwei Welten zusammen.“
Und in Firmenbroschüren erklärt
das Unternehmen selbstbewusst:
„Durch diese fortschrittliche Aufteilung wird eine neue Produktgeneration von SYMG mit einer bisher einzigartigen Kombination aus
SYMG: Deutsches Know-how
und ‚Made in China‘
deutscher Ingenieurskunst und
chinesischer Fertigungseffizienz in
Kürze die Weltmärkte erobern.“
Parallel werde das Netz der regionalen Vertriebsgesellschaften ausgebaut, die sich dann auch um
mögliche kundenindividuelle Anpassungen der Maschinen kümmern sollen.
Ein erstes Ergebnis der Zusammenarbeit ist die Viva Turn 4, ein
horizontales CNC-Drehzentrum
für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung. Die Basis bildet eine
Universaldrehmaschine. Ein Revolver mit angetriebenen Werkzeugen und optionaler Y-Achse
ermögliche die Bearbeitung komplexer Bauteile. Und schon heute
verspricht Dr. Ganiyusufoglu: „Es
gibt in fünf Jahren von SMYG nur
noch Maschinen nach dem Grundsatz: ‚created in China, designed in
Germany, produced in China, customized globally‘ “.
Bild: SMTG
Schiess betreibt in Berlin seit Kurzem eine Europazentrale mit Entwicklungszentrum, in dem Maschinen für SMTCL konstruiert werden sollen. Bild: Schiess Tec
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Chinesisches Jahr des Pferdes
INTERVIEW
DR. ULRICH K. FRENZEL, STAUFEN AG
‚Natürliche Entwicklung‘ nach China
MAREN KALKOWSKY, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
„Um in den Wettbewerb in China einzusteigen und in
ihm zu bestehen,
muss vor Ort aus eigener Kraft entwickelt werden.“
Deutsche Unternehmen in China tun gut daran, neue Produkte direkt
im Land zu entwicklen. Nur so können sie Trends auffangen und kurze
Durchlaufzeiten erzielen, so Dr. Ulrich K. Frenzel, Staufen AG.
Beobachten sie einen Schub im
deutschen Maschinenbau oder
bei Industrieunternehmen,
auch ihre F&E-Aktivitäten in
China anzusiedeln?
Ich würde es nicht Schub nennen,
aber es ist eine unumkehrbare Bewegung, sozusagen eine natürliche Entwicklung. Die deutschen
Unternehmen haben das enorme
Potenzial des chinesischen Marktes wiederentdeckt. Sie sehen die
Chance, diesen mit lokal entwickelten Produkten zu erschließen,
die den regionalen Bedürfnissen
entsprechen.
Gibt es neue Entwicklungen,
die es notwendig machen, dass
Unternehmen F&E in China ansiedeln?
Die chinesischen Unternehmen
entwickeln sich sehr schnell und
sind dann mit den Kompetenzen
ausgestattet, den eigenen Markt
mit Produkten zu versorgen. Um
in diesen Wettbewerb einzusteigen und in ihm zu bestehen, muss
vor Ort aus eigener Kraft entwickelt werden.
VITA
Dr. Ulrich K. Frenzel
Der Maschinenbauingenieur für
Konstruktions- und Steuerungstechnik Dr. Ulrich K. Frenzel ist seit
Mai 2011 Leiter der Business Unit
‚Lean Innovation‘ bei der Staufen
AG. Davor errichtete und leitete er
das Innovationcenter der Freudenberg Sealing Technologies. Bei der
Staufen AG konzentriert Dr. Frenzel sich vor allem auf das holistische trendbasierte Innovationsmanagement, insbesondere der Innovationstrategie, den Managementfunktionen sowie der Netzwerkund Kreativitätsarbeit in der Vorentwicklung.
Welche Chancen ergeben
sich daraus?
Jede Kultur und jedes Land hat eine andere Geschichte, andere
Denkweisen, andere Erfahrungen.
Daraus ergeben sich unterschiedliche Arten zu entwickeln, zu produzieren und zu nutzen. Das spiegelt sich auch in dem Ergebnis der
Entwicklung wider und kann neben der Eignung für den chinesischen Markt auch Synergien für
deutsche und europäische Produkte erzeugen. Denn vor allem
radikale Innovationen entstehen
häufig erst durch das Zusammenbringen verschiedener Sichtweisen.
Viele Unternehmen fürchten
sich vor chinesischen Kopierern
oder einem Know-how-Abfluss
nach China. Was entgegnen Sie
dieser Meinung?
Unternehmen können die Herausforderung annehmen und mit
dem richtigen Ansatz im chinesischen Markt agieren oder sie verschließen sich dieser Chance und
ziehen sich zurück, da sie die Risiken und Gefahren als nicht beherrschbar und unüberwindbar
betrachten. Wir empfehlen ihnen,
sich der Herausforderung zu stellen und die richtigen Maßnahmen
zu ergreifen: etwa für lokale Entwicklungsprozesse mit kürzesten
Durchlaufzeiten zu sorgen, lokale
strategische Partnerschaften einzugehen, geeignete Werkzeuge für
die Mitarbeiterbindung zu wählen, eine professionelle IP-Absicherung zu schaffen.
Warum raten Sie dazu,
F&E in China anzusiedeln?
Wenn die Unternehmen passende
Produkte für den lokalen Markt
entwickeln wollen, müssen sie wie
ein Chinese denken und handeln.
Denn die Generierung innovativer
Produktideen beginnt ja mit dem
Dr. Ulrich K. Frenzel,
Staufen AG
Sammeln und Analysieren von
Trends. Dies können nur sehr
schwer erfolgreich Personen leisten, die sich nicht in dem Kulturkreis und Umfeld bewegen und
dort integriert sind.
Worin liegt der Vorteil,
auf lokale Partner zu setzen?
Die gesamte Forschungs- und Institutslandschaft denkt und handelt chinesisch. Diese lokalen Einrichtungen sind daher auch die
richtigen Forschungs- und Entwicklungspartner für erfolgreiche
Innovationen für den lokalen
Markt. Es ist dann allerdings sehr
innovationsfördernd und geschwindigkeitssteigernd, wenn
auf die Entwicklungsleistung des
Stammsitzes zurückgegriffen werde, diese sozusagen als Dienstleistung im eigenen Entwicklungsprozess genutzt werden kann.
Welche Hindernisse für Innovationsaktivitäten bestehen generell in China?
Die Angst vor Kopierern ist natürlich ein großes Hindernis, um vor
Ort eine eigenständige leistungsfähige F&E auf- und auszubauen.
Dieses in Kombination mit der hohen Fluktuation von Leistungsträgern macht es vielen deutschen
Firmen vor Ort schwer. Aber es
lohnt sich, diese Herausforderung
anzunehmen.
Wie sollten Unternehmen
ihre Innovationen in China
absichern?
Da sind einerseits die rechtlichen
Möglichkeiten, also professionelles Patentmanagement, das eine
absolute Pflichtübung darstellt, da
die Chinesen systematisch die Patentlandschaft scannen und bestehende Lücken aufspüren, um
diese für sich zu nutzen und zu
schützen. Das gilt übrigens auch
für Deutschland, wenn man aus
Deutschland nach China exportieren will. Hinzu kommen: Ein professionelles und schlankes Innovations- und Entwicklungsmanagement, das eine sehr schnelle
‚Time to Profit‘ sicherstellt, also
durch kürzeste Durchlaufzeiten
schnelle Innovationszyklen ermöglicht. An zweiter Stelle kommen strategische Partnerschaften
mit lokalen Instituten und Unternehmen hinzu. Drittens ist es
wichtig, die Mitarbeiter langfristig
an das Unternehmen zu binden.
Dafür gibt es viele Maßnahmen,
von Qualifizierung, die sie woanders nicht erhalten, über Karriereperspektiven und auch über Gehaltsstrukturen. Es gibt durchaus
Unternehmen, denen es gelingt,
die Schlüsselpositionen langfristig
zu besetzen. Dies ist jedoch in
China eine wesentlich anspruchsvollere Führungsaufgabe als in
Deutschland.
MASCHINENBAU
Erster chinesischer Absolvent an der FH Jena
PRODUKTION NR. 04-05, 2014
An der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena (EAH) hat vor kurzem
der erste ausländische Absolvent
seine Promotion beendet: Dr. Ran
Zhang stammt aus China.
JENA (BA). Dr. Ran Zhang hat an
der EAH Jena Maschinenbau studiert. Der junge Wissenschaftler
behandelte in seiner Dissertation
ein Forschungsvorhaben zum
„Spanen
thermoplastischer
Kunststoffe mit vielschneidigen
Werkzeugen mit geometrisch
nicht bestimmten Schneiden
(V.l.:) Prof.
Schubert, Dr.
Ran Zhang,
Prof. Unwerth,
Prof. Lochmann
Bild: privat
(Schleifen und Polieren)“. Er führte dazu vor allem Untersuchungen zum Schleifen und Polieren
typischer
thermoplastischer
Kunststoffe (PMMA, PEEK, PC/
ABS Blend und PA6.6 GF30)
durch. Neben allgemein geltenden
Richtwerten für die Bearbeitungsparameter (vc, ap, ae) sowie für die
Bestimmung geeigneter Werkzeuge zum Schleifen und Polieren arbeitete er die Ursachen der Entste-
hung und die Möglichkeiten zum
Vermeiden typischer Fehler beim
Schleifen und Polieren heraus.
Weiterhin gab er erste Beurteilungen zur Schleifbarkeit und Polierbarkeit von typischen thermoplastischen Kunststoffen ab. Derzeit
arbeitet Dr. Ran Zhang an der TU
Chemnitz als Mitarbeiter der Professur
Mikrofertigungstechnik.
Seine Dissertation entstand in Kooperation mit der Technischen
Hochschule Chemnitz, wo sie
durch Prof. Dr. Holger Dürr, Fachbereich Maschinenbau, betreut
wurde. Ran Zhangs Doktorvater in
Jena war Prof. Dr. Klaus Lochmann,
ebenfalls FB Maschinenbau.
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16 · Konstruktion
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Trenntechnik
Online-Tool führt einfach zum richtigen Filter
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die neue web-basierte Filter-Angebotsanfrage von GEA erleichtert die
Auswahl und Bestellung von Filtermedien. So finden Anwender schnell
das richtige Filtermaterial aus 2 000 Varianten.
Bochum (snö). Ein neues Online- aus den mehr als 2 000 verschiedeTool leitet Anwender schnell und nen Varianten schnell und einfach
einfach zum richtigen Filter von selektieren, berichtet GEA. UnterGEA Delbag. In der Web-Lösung stützt werden Anwender dabei
sind
sämtliche GEA Delbag Filter durch Schieberegler zum EingrenD-945-GL Online li+re 60x270_D-945-GL Online li+re 6
enthalten. Mit der Auswahlhilfe zen der Abmessungen sowie Auslassen sich die relevanten Produkte wahl-Boxen für Filterklasse und
dry-tech Lager
konfigurieren
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iglidur Gleitlager
Produkt Finder
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iglidur Gleitlager
Lebensdauer
®
igubal Gelenklager Halbzeuge
Produkt Finder
Produkt Finder
®
xiros Kugellager
Lebensdauer
®
drylin Linearlager
Lebensdauer
®
drylin Linearlager drylin Lineartische
Produkt Finder
Produkt Finder
®
®
-typ sowie Filter- und Rahmenmaterial. Auf geänderte Suchkriterien
reagiert das System laut Herstellerangaben sekundenschnell und
zeigt die in Frage kommenden Filter an. Die Trefferliste weist neben
Produktbezeichnungen und Fotos
auch die wichtigsten Eigenschaften aus wie etwa Abmessungen,
Filterklasse und nomineller Volumenstrom. Weitere Infos sind über
einen Mausklick auf den Button
‚Produktdetails‘ erhältlich. Die On-
line-Lösung vereinfacht und beschleunigt auch den Bestellvorgang, verspricht GEA. Zur Angebotsanfrage werden der oder die
gewünschten Filter in den Warenkorb gelegt und in den folgenden
Schritten Rechnungs- und Lieferadresse eingegeben.
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✔
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Bei der Medienauswahl werden Kunden von der web-basierten Filter-Angebotsanfrage unterstützt.
Bild: GEA
Pumpen
Vibrationsarme und
langlebige Raffineriepumpe
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die technischen Merkmale, wie etwa die
patentierten Gleitlager, sorgen für eine
lange Lebensdauer der Pumpe.
Die leckagefreie Magnetkupplungspumpe RPHmdp in Prozessbauweise von KSB wurde nach
US-Standard API 685 entwickelt,
um Wartungskosten zu reduzieren und lange Standzeiten zu
erreichen.
Frankenthal (tbö). Die hori­zon­
tale, quergeteilte Spiralgehäusepumpe kombiniert nach Her­stel­
lerangaben die langlebige Hydraulik der RPH-Pumpe mit einem
hochmodernen Magnetantrieb.
Zum Einsatz kommen könnten die
Pumpen vor allem beim Transport
von gesundheitsschädlichen, benzolhaltigen Kohlenwasserstoffen,
für die es sehr strenge Emissionsvorschriften gebe. Die Aggregate
eignen sich laut KSB außerdem für
den Transport sauberer, explosiver
und toxischer sowie teurer Medien
in petrochemischen Anlagen und
Raffinerien. Je nach Anforderung
bezüglich Wirbelstromverlusten
und Wirkungsgrad stehen Spalttöpfe in unterschiedlichen Werkstoffen zur Verfügung.
Die Spalttopfausführung aus
kohlefaserverstärktem PEEK zum
Beispiel sorge für eine hohe Korrosionsbeständigkeit und die vollständige Vermeidung von Wirbelstromverlusten. Der Lauf der Pumpen sei sehr vibrationsarm, da man
während der Fertigung jeden Rotor
statisch und dynamisch auswuchtet. Patentierte Gleitlager sollen für
eine gute Wärmeabfuhr sorgen
Bild: KSB
und dafür, dass eingetragene Par­
tikel den Magnetkupplungsraum
wieder verlassen.
Die größte Fördermenge der
Baureihe beträgt nach Angaben
von KSB 300 m³/h und die maximale Förderhöhe liegt bei 270 m. Die
zulässige Betriebstemperatur reiche von -40 bis +300 °C.
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Produktion Nr. 04-05, 2014
Die Dosierpumpe Viscotec
Dispenser ist nach dem ‚Easy
Clean‘-Prinzip gebaut. Das senkt
die Reinigungs- und somit auch
die Instandhaltungskosten.
Töging am Inn (snö). Viscotec hat
eine laut eigenen Angaben neue
Generation der Dosierpumpe Viscotec Dispenser entwickelt. Bei der
Weiterentwicklung ging es darum,
die Reinigung und Instandhaltung
des Systems zu verbessern. Um
zeit- und kostenintensive Instandhaltungsaufwendungen zu reduzieren und eine hohe Anlagenverfügbarkeit zu gewährleisten, wurde
in einer neuen Bauform das Dichtungspaket komplett im separaten
Lagergehäuse integriert (EasyClean-Prinzip). Somit muss bei einer Reinigung wie zum Beispiel
bei einem Produktwechsel oder
der turnusmäßigen Instandhal-
Bei der neuen Dosierpumpe muss der
Dichtungsbereich bei einer Reinigung nicht mehr freigelegt werden.
Bild: Viscotec
tung der Dichtungsbereich nicht
mehr freigelegt werden, verspricht
Viscotec. Es ergebe sich eine längere Lebensdauer der Dichtungsteile. Instandhaltungskosten könnten
in Folge gesenkt werden.
Diese Neuerung verringere gleichzeitig die Rüstzeiten der Dosiersysteme und ermögliche häufigere
Produktwechsel. Somit reduziert
sich der Zeitaufwand der Umrüstung in Bezug auf Personalkosten
und Anlagenstillstand, aber auch
der Materialaufwand der für die
Reinigung benötigten Lösungsmittel und damit ebenfalls der Entsorgungsaufwand dieser Materialien,
berichtet Viscotec.
So werde auch die Fertigung
kleinerer Losgrößen wirtschaftlich
rentabel und Anlagenressourcen
könnten besser genutzt werden.
Dank ihrer ventilfreien Technik
arbeitet die neu vorgestellte Generation der RD-EC Dispenser laut
Angaben des Hersteller Viscotec
mit hoher Präzision und langen
Standzeiten.
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30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Konstruktion · 17
Pneumatik
Leicht zu handhabende Steckverschraubung
Produktion Nr. 04-05, 2014
6 000 verschiedene Verbindungselemente für die Drucklufttechnik
bietet die ITV GmbH. Die ipso-Steckverschraubung ist dabei in Bezug
auf Qualität und Handhabung optimiert, verspricht ITV.
Bielefeld (snö). Die ITV GmbH
aus Bielefeld entwickelt und produziert Verbindungselemente für
die Drucklufttechnik. Das Unternehmen bietet laut eigenen Angaben ein umfangreiches Portfolio
mit mehr als 6 000 Produkten. Die
Auswahl an Produkten reicht von
A wie Adapter bis Z wie zylindrische Steckverschraubungen – in X
Varianten und mit zahlreichen
Innovationen. So hat ITV zum
Beispiel die patentierte ipsoSteckverschraubung entwickelt.
Die hierbei verarbeitete EdelstahlSpannzange sorgt laut Herstellerangaben für hervorragende Produkteigenschaften in Bezug auf
Qualität und Handhabung. Auch
Zubehör wie Schläuche, Filter und
Manometer gehören zum Produktspektrum des Unternehmens.
Ein weiteres Geschäftsfeld von
ITV ist die Entwicklung von Sonderlösungen in enger Zusammenarbeit mit den Kunden der ITV. Als
Dienstleister stellt sich das Unter-
Armaturen
Kleine Mengen exakt regeln
Produktion Nr. 04-05, 2014
Eine exakte Steuerung macht es
möglich, dass die Mini-Sicherheitsventile 420 von Goetze viele
Funktionen auf kleinem Raum bieten. Mit den Ventilen lassen sich
kleinste Mengen exakt regeln.
Ludwigsburg (snö). Die Mini-Sicherheitsventile der Baureihe 420
sind laut Hersteller Goetze KG Armaturen die ersten zugelassenen
extrem kompakt bauenden Ventile
in Eckformbauweise mit Edelstahlfaltenbalg. Zudem sind sie vollständig aus Edelstahl gefertigt.
Dank der hochexakt arbeitenden
Steuerungstechnik konnte Hersteller Goetze die Bauteile der Armatur minimieren und somit eine
zunehmende Anzahl von Funktionen auf begrenztem Raum unterbringen. Die Armaturen mit den
minimalen Abmessungen können
laut Herstellerangaben sehr geringe aber auch große Durchsatzmengen exakt dosieren. Das Sicherheitsventil 420 eigne sich zum Bei-
Das Mini-Sicherheitsventil aus der
Baureihe 420 besteht aus Edelstahl
und baut extrem kompakt. Bild: Goetze
spiel im Rahmen von Gasmischanlagen oder an Prüfständen. Dabei
gewährleiste es die Sicherheit beim
Mischen und Dosieren von Gas. Im
Zusammenhang mit kleinen
Dampfkesseln oder Druckbehältern werden die Ventile branchenübergreifend eingesetzt, wie Goetze berichtet. Unter anderem finden
sie in Entsalzungs-, Chemie- und
Biogasanlagen, in der Medizintechnik und im Apparatebau, beim
Bau und der Ausrüstung von Schiffen sowie im Offshore-Bereich
Verwendung.
Die Goetze-Baureihe 420 trägt
sowohl TÜV- als auch europäische Bauteilzulassungen. Wahlweise sind die Ventile mit Gewindeanschlüssen (G 1/4 bis G 3/8)
oder Schneidringverschraubungen (8 bis 12 mm) erhältlich, sodass
auch ein Einbau in kleine Rohrleitungen mit geringem Aufwand
möglich sei. Dank verschiedener
Dichtungsmaterialien, einem Faltbalg und einer gasdichten Federhaube lasse sich das Ventil individuell an unterschiedliche Einsatzbedingungen anpassen.
www.goetze-armaturen.de
nehmen dabei laut eigenen Angaben allen technischen Herausforderungen der Anwender. Der Fokus liege dabei immer auf Effizienz
und Kundenzufriedenheit.
IVT wurde 1981 gegründet, sitzt
in Bielefeld und beschäftigt momentan 40 Mitarbeiter.
www.itv-gmbh.de
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Bei der ipso-Steckverschraubung
sorgt eine Edelstahl-Spannzange für
gute Qualität und Handhabung.
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Filter
Magnetfilter entfernt
Mikropartikel zuverlässig
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die Magnetfilter von Friess
beinhalten Magnete mit extrem
hoher Feldstärke. So können auch
Mikropartikel bis unter 1 µm aus
Prozessflüssigkeiten entfernt
werden.
Düsseldorf (snö). Zusätzlich zu
den manuell zu reinigenden Filtern von Friess gibt es jetzt auch das
neue, kompakte, rückspülbare Magnetfiltersystem Automag C. Es
besteht aus einem Filtergehäuse
mit insgesamt acht Magnetfilterstäben. Die Schmutzpartikel, die
mit der Prozessflüssigkeit in das
Filtergehäuse gelangen, werden
durch das extrem starke Magnetfeld der Magnetfilterstäbe angezogen und haften auf der Oberfläche
der Magnetfilterstäbe an, berichtet
Friess. Durch die besondere Strömungsführung in dem Magnetfiltersystem sei sichergestellt, dass
alle Magnetfilterstäbe gleichmäßig
umströmt werden. Durch diese
gleichmäßige Strömung werden
die Partikel gezielt in das Magnetfeld der Magnetfilterstäbe gespült,
sodass auch feine Partikel bis zu
1 µm auf den Magnetfilterstäben
haften, verspricht Friess. Durch die
besondere Anordnung der Magnetfilterstäbe werde verhindert,
dass der Filter bei voller Belastung
verstopft. Wenn die Magnetfilterstäbe vollständig mit Schmutz belegt sind, werden die Magnete mit
Hilfe eines Druckluftzylinders aus
den Hüllrohren herausgeschoben
und die gesammelten Schmutz­
partikel werden aus dem Filter
ausgespült. Der Rückspülvorgang
dauert circa 10 s, berichtet Friess.
Der Magnetfilter Typ Automag C ist
für einen Durchfluss bis maximal
200 l/min. ausgelegt.
Mit den Magnetfiltern lassen
sich grundsätzlich Partikel aus
Kühlschmierstoffen, Schleifölen,
Wenn die Magnetfilterstäbe vollständig mit Schmutz belegt sind, werden
sie automatisch gereinigt. Bild: Friess
Honölen, Waschwasser und anderen Prozessmedien entfernen.
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18 · Konstruktion
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Dosiertechnik
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den Konstruktionsaufwand
Produktion Nr. 04-05, 2014
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an, mit denen sich auf einer
Lineareinheit mehrere Schlitten
verfahren lassen. Das verringert
den Konstruktionsaufwand.
Furtwangen (snö). Dank neuer
Antriebskonzepte von IEF Werner
lassen sich mehrere Schlitten auf
einem Modul unabhängig voneinander verfahren. Weil nur eine Lineareinheit erforderlich ist, eröffnet das den Konstrukteuren neue
Perspektiven, wie IEF Werner verspricht. So verringere sich der
Konstruktionsaufwand und es ließen sich kompaktere Anlagen gestalten.
Sind die Lineareinheiten mit
Spindel- oder Zahnriemenantrieb
ausgestattet, könnten maximal
zwei, bei Linearmotorantrieben
auch mehr Schlitten unabhängig
voneinander verfahren werden.
Die Variante G der Lineareinheit
160/15 von IEF zum Beispiel besitzt
zwei Zahnriemen, die über zwei
Motoren angetrieben werden. Falls
Mit der zahnriemengetriebene Lineareinheit Modul 160/15 G von IEF-Werner
lassen sich zwei Schlitten unabhängig voneinander auf einer Achse verfahren
es die Anwendung erfordert, müssten somit keine zwei Lineareinheiten nebeneinander angeordnet
werden, eine Einheit genügt. Damit spart der Monteur Zeit, weil das
Ausrichten entfällt, berichtet IEF
Werner. Auch der Platzbedarf falle
im Gegensatz zu separaten Einheiten geringer aus. Dadurch könne
der Konstrukteur Anlagen kompakter gestalten. Die Linearachse
Bild: IEF Werner
Bild: Gather
Kupplung sorgt für
sicheres Betanken
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die Kupplungen der DBG-Serie
von Gather machen nach Herstellerangaben die Betankung
sicherer und bieten zudem ein
vereinfachtes Handling.
mettmann (tbö). Der VerdrehMechanismus an den tropffreien
DBG-Kupplungen von Gather soll
das Ein- und Auskuppeln bei An­
lagenrestdruck ermöglichen. Ein
großzügiger Griffe erlaube eine
einfache Handhabung auch mit
Schutzkleidung. Die Ventilführung
und die Abdichtung halte die
Kupplung sowohl unter hohem
Systemdruck als auch unter Vakuum zuverlässig dicht.
Eine gute Reinigungsfähigkeit
und der einfache Dichtungswechsel seien weitere Merkmale der
DBG-Serie. Die Kupplungen sind
mit DN40, DN50 und DN65 in Edelstahl 1.4404 und mit den verschiedenen Dichtungsmaterialien wie
zum Beispiel Viton, EPDM oder
FFKM erhältlich.
www.gather-industrie.de
Effizienz-Navi
Preis
Material
Energie
Service
Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die Motordosierpumpe Sigma von
Prominent ist standardmäßig mit
einem abnehmbaren Bedienteil,
Dosierprofilen, einer automatischen Überdruckabschaltung und
Sicherheitsmembran ausgerüstet.
Heidelberg (tbö). Die Motordosierpumpe Sigma erkennt laut
Hersteller Prominent den Kraftbedarf und steuert die Energiezufuhr
entsprechend der spezifischen Anforderungen der gewünschten Anwendung. In Summe ergebe das
eine Energieersparnis von über
15 % bei Volllastbetrieb, im Vergleich zu konventionellen Pumpensteuerungen, im Halb- und
2/3-Lastbetrieb sogar eine Einsparung von bis zu 30 %. Für ein opti-
males Dosierergebnis lasse sich
über Dosierprofile das Dosierverhalten der Pumpe an die Besonderheiten der Chemikalie oder der
Applikation anpassen. Dazu lasse
sich die Drehzahl der Antriebe
durch integrierte Frequenzumrichter gut variieren. Diese intelligente Bewegungsführung spare
weiter Energie. Der Hub könne gemäß des gewünschten Dosierprofiles ausgeführt werden: So könne
etwa mit kurzem Saughub und
langem Druckhub das Medium
gleichmäßiger abgegeben oder die
Dosierung bei hochviskosen Medien mit langem Saughub und kurzem Druckhub angepasst werden.
www.prominent.de
Effizienz-Navi
Preis
Material
Energie
✔ Service
Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
sei zudem mit einem integrierten
Kollisionsschutz ausgestattet.
Eine weitere Variante dieses Moduls ist die Version GPA. Damit
ließen sich zwei Flächenportale im
gleichen Arbeitsraum betreiben.
www.ief-werner.de
Die Sigma-Dosierpumpe kann
schnell und einfach in jede spezifische Applikation eingebaut
werden.
Effizienz-Navi
Preis
Material
Energie
Service
Handhabung Zeit
✔
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Pumpen
Die Kupplungen der DBG-Serie sollen
die Betankung sicherer machen.
Motordosierpumpe spart
bis zu 30 % Energie
Bild: ProMinent
Pumpen
60 % mehr Saugvermögen Langlebige und sparsame
beim Vakuumpumpen
Horizontalpumpe
Produktion Nr. 04-05, 2014
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die 8-Zylinder-Membran-Vakuumpumpen von Vacuubrand bieten
laut Hersteller 30 bis 60 % mehr
Saugvermögen als die Vorgängerbaureihe und eignen sich für viele
Anwendungen.
Die Mehrstufenpumpe Lowara e-HM aus Edelstahl von Xylem für Industrie- und Gebäudetechnik zeichnet sich nach Anbieterangaben durch
hohe Wirkungsgrade und hohe Effizienz bei gleichzeitig dauerhaft
niedrigen Betriebskosten aus.
Wertheim (tbö). Mit einem Saugvermögen bis nahezu 20 m³/h und
Enddrücken je nach Ausführung
zwischen 70 mbar und 0,3 mbar
kann mit der 8-Zylinder-Membran-Vakuumpumpe von Vacuu­
brand ein breites Spektrum abgedeckt werden. Sie eignet sich sowohl für Load-Lock-Anwendungen und Vakuumnetzwerkversorgungen, aber auch für den Kilolabund Miniplantbereich oder als Ersatz von Öl-Drehschieberpumpen
und Wasserringpumpen. Bei den
Chemie-Ausführungen seien alle
medienberührten Komponenten
aus hochbeständigen Kunststoffen
und Perfluorelastomeren gefertigt.
Dadurch könne der Einsatz von
Kühlfallen ebenso entfallen wie der
bei Drehschieberpumpen nötige
regelmäßige Ölwechsel.
Die 8-Zylinder-Pumpen seien
eine umweltschonende und wirtschaftliche Alternative zu herkömmlichen Vakuumpumpen. Sie
bieten laut Hersteller 30 bis 60 %
mehr Saugvermögen als die Vorgängerbaureihe. Die ChemiePumpstand-Ausführungen seien
dank des saugseitigen Abscheiders
ideal für raue Einsatzbedingungen
Die 8-Zylinder-Pumpen sind eine umweltschonende und wirtschaftliche
Alternative zu herkömmlichen Pumpen.
Bild: Vacuubrand
und würden zudem eine effiziente
Lösemittelrückgewinnung ermöglichen. Die Vario-Ausführungen
seien zudem bis zu 40 % energiesparender als die Vorgängermodelle. Im praktischen Einsatz könne durch die automatische, bedarfsgerechte Drehzahlregelung
bis zu 90 % der für einen Prozess
nötigen Antriebsenergie im Vergleich zu konstant laufenden Vakuumpumpen eingespart werden.
www.vacuubrand.com
Effizienz-Navi
Preis
Material
✔
Energie
✔ Service
Handhabung Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Grossostheim (tbö). Die Horizontalpumpe Lowara e-HM erhöhe dank eines innovativen Hydraulikdesigns die Energieeffizienz um
15 bis 20 %. Die Fördermenge betrage bis zu 29 m³/h, die Förderhöhe bis zu 16 bar. Verschiedene
Ausführungen sind für die Bereiche Kälte und Klimatisierung,
Druckerhöhung, Wasch- und Reinigungstechnik, Heizung und Wasserbehandlung sowie für aggressive Medien verfügbar.
Bei der Variante für geringe Drücke und Fördermengen besteht das
Gehäuse aus einem Teil. Die Ausführung mit geteiltem Pumpenmantel eigne sich sehr gut für hohe
Fördermengen und hohen Druck.
Mit mindestens 20 000 Betriebsstunden unter normalen Bedingungen biete die Lowara e-HM
verbesserte Lebenszykluskosten.
Die Pumpe mit einem MEI-Wert
von unter 0,7 ist in den EdelstahlAusführungen 1.4301 und 1.4404
sowie elektropoliert und passiviert
(Edelstahl 1.4404) erhältlich. Die
Elastomere (O-Ringe) sind in EPDM, FPM oder Kalrez verfügbar,
die Gleitringdichtungen in Kohle,
Keramik oder Siliziumkarbid, berichtet Hersteller Xylem.
www.lowara.de
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Preis
Material
✔
Energie
✔ Service
Handhabung Zeit
Lebensdauer
✔ Kosten senken mit Produktion
Bei der eHM-Pumpe
handelt es
sich um eine
langlebige
Konstruktion
für Industriekunden in
der Teilereinigung und
in der Wasseraufbereitung.
Bild: Xylem
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Konstruktion · 19
Pumpen
Den Dehnzylinder-Druck
dank Anzeige stets im Blick
Die HeliumRückgewinnungsanlagen
machen das
zur Lecksuche
genutzte Gas
nach Ablauf
der Prüfung
wiederverwertbar.
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die Pumpe von
Hytorc betreibt
Dehnzylinder
und baut den
gewünschten
Betriebsdruck
automatisch auf.
Eine digitale Anzeige auf der
Dehnzylinder-Pumpe HY-T15A
macht sichtbar, wieviel Druck
tatsächlich eingeleitet wurde.
München (snö). Die Dehnzylinder-Pumpe HY-T15A baut Druck
auf bis 2000 bar und besitzt eine
digitale Anzeige. Diese Anzeige informiert den Bediener jederzeit,
welcher Druck tatsächlich eingeleitet wurde, was laut Hersteller
Hytorc eine bislang einmalige
Funktion darstellt. Das Aggregat
betreibt Dehnzylinder mit einem
maximalen Betriebsdruck von
1500 oder 2000 bar und sorgt für
konstanten Druck im Zylinder, berichtet Hytorc. Dies führe zu einem
definierten Längen der jeweiligen
Schraube.
Die HY-T15A besitzt mit knapp
25 kg ein geringes Gewicht und
lässt sich somit gut transportieren.
Dies gehe jedoch nicht zu Lasten
der Präzision, mit der die fern­
bedienbare Pumpe ans Werk geht.
Die Dehnzylinder-Pumpe arbeitet
laut Herstellerangaben außerordentlich prozesssicher. Hytorc bietet das Modell zu einem laut eigenen Angaben günstigen Preis. Die
Fernbedienung der Dehnzylinder-
Bild: Hytorc
Pumpe HY-T15A ist mit digitaler
Druckanzeige ausgestattet sowie
mit einer automatischen Druckentlastung. Zusätzlich kann der
Bediener den Druck manuell entlasten, berichtet Hytorc. Den gewünschten Betriebsdruck baut die
Pumpe baut Betriebsdruck
automatisch auf
Pumpe automatisch auf und schaltet ebenso automatisch ab, wenn
sie ihn erreicht hat. Fällt der Druck
unter den gewünschten Wert,
pumpt die HY-T15A ebenfalls automatisch nach.
Damit Pumpen wie die HY-T15A
allzeit zuverlässig das gewünschte
Ergebnis produzieren, müssen sie
regelmäßig kalibriert werden. Hytorc bietet daher einen Kalibrierungsdienst an: Dabei prüfen Spezialisten die Pumpen (bis 2000 bar)
von beliebigen Herstellern vor Ort
beim Kunden. Das Werkzeug muss
somit nicht verschickt werden und
es entstehen keine Ausfallzeiten,
verspricht Hytorc. Das verwendete
Messgerät arbeite vollkommen digital und sei sehr handlich. Die
Pumpe müsse zum Kalibrieren also nicht an den Ort geschafft werden, an dem sich das Messgerät
befindet.
www.hytorc.de
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✔ Material
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Service
Handhabung Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Bild: Pfeiffer Vacuum
Vakuumtechnik
Heliumrückgewinnung
senkt Betriebskosten
Produktion Nr. 04-05, 2014
Damit sich Prozessabläufe bei
Dichtheitsprüfsystemen so
effizient und ressourcenschonend
wie möglich gestalten lassen, hat
Pfeiffer Vacuum Anlagen zur Heliumrückgewinnung entwickelt.
asslar (tbö). Die Helium-Rückgewinnungsanlagen von Pfeiffer Vacuum machen nach Herstellerangaben das zur Lecksuche genutzte
Gas nach Ablauf einer Dichtheitsprüfung wiederverwertbar. Bei Heliumkonzentrationen zwischen 10
und 95 % können demnach je nach
Prozessbedingungen bis zu 98 %
des Edelgases zurückgewonnen
werden.
Insbesondere im Hinblick auf
Umweltzertifizierungen
gemäß
DIN EN ISO 14001 und Ressourceneinsparungen würde sich die
Rückgewinnung von bereits verwendetem Helium anbieten. Die
Rückgewinnungsanlagen sind als
Stand-Alone-Systeme konzipiert
und gewinnen laut Anbieter unabhängig von den angeschlossenen
Dichtheitsprüfsystemen das Prüfgas Helium zurück.
www.pfeiffer-vacuum.de
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✔ Service
Handhabung Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Treffen Sie die Besten
auf dem Kongress zum Wettbewerb 2013
am 01. und 02. April 2014 in Amberg!
Die Sieger 2013
Aussteller:
Die Fabrik des Jahres
Siemens AG, Werk Erlangen
Deutscher GEO-Award
Continental AG, Werk Karben
Hervorragende Großserienfertigung
Volkswagen AG, Werk Bratislava, Slowakai
Hervorragende Standortentwicklung
IFA ROTORION – Powertrain GmbH, Werk Haldensleben
Hervorragendes Veränderungsmanagement
Silit-Werke GmbH, Werk Riedlingen
Hervorragendes Produktionssystem
Continental AG, Werk Regensburg
Zukunftspreis
Otto Bock HealthCare GmbH, Werk Duderstadt
www.fabrik-des-jahres.de
Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
Bundesministerium
für Wirtschaft
und Technologie
20 · Fertigung
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Bearbeitungszentren
Hocheffiziente Fertigung
auf kleinem Raum
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die Laufzeiterweiterung einer Maschine durch ein Rotationsladesystem
macht teils die Investition in eine weitere Maschine überflüssig. Andocken lassen sich ein oder zwei Bearbeitungszentren.
Kempten (snö). Ab Losgröße 1
setzt das Rotationsladesystem
(RLS) laut Hersteller Liebherr Effizienzpotenziale frei. Der Bediener
könne die Laufzeit der Maschine
für andere Aufgaben in der Produktion nutzen. Die Rüstkosten gingen
daher nicht in den Maschinenstundensatz ein. Das System sei ausgelegt für Werkstückgewichte bis
800 kg (RLS 800) beziehungsweise
1500 kg (RLS 1500) und Abmessun-
gen bis 1300 mm Durchmesser. Die
optimale Maschinenauslastung
und ein reduzierter Personalbedarf ergeben sinkende Stückkosten
von bis zu 20 %, verspricht Liebherr. So amortisiere sich die Investition in der Regel in weniger als
zwei Jahren. Zudem verbessere das
System die Lieferfähigkeit und ermögliche kurzfristige Reaktionen
auf kundenseitige Nachfrageveränderungen. Das RLS ist für An-
wender mit sehr geringen Losgrößen beziehungsweise Kleinserienfertiger eine kostengünstige Einstiegslösung. Es sei auch für Einbindung von Bestandsmaschinen
ausgelegt. Mit geringem Aufwand
auf Maschinenseite lasse sich das
System für ältere Maschinen anpassen.
Die Auslegung der Regale erfolge
mit Blick auf die jeweilige Anforderung. Bis zu 24 Speicherplätze auf
der minimalen Grundfläche sichern ausreichenden Arbeitsvorrat für die Überbrückung einer
Rotationsladesystem kann
einfach erweitert werden
kompletten dritten Schicht, berichtet Liebherr. Auch nach der
ersten Inbetriebnahme bleibe das
RLS flexibel. Der nachträglich ergänzbare Rotationsspeicherturm
erhöhe die Anzahl der Speicherplätze auf kleinem Raum. Diese
Flexibilität erlaube die einfache
Erweiterung des Systems für mehr
Speicherplätze oder eine zweite
Maschine – bei nur minimal höherem Platzbedarf schaffe er Platz für
bis zu 18 weitere Speicherplätze.
www.liebherr.com
Der Schlepper
EPS 110 ist für
weitläufige Fabrikgelände
und Industriehallen wie geschaffen.
Bild: Jungheinrich
Flurförderzeuge
Starker Schlepper braucht
nur wenig Energie
Produktion Nr. 04-05, 2014
Der Schlepper EPS 110 eignet sich
nach Angaben von Jungheinrich
insbesondere für lange Strecken
und wurde sowohl für die Beförderung von Personen als auch
für den Transport von Kleinteilen
entwickelt.
hamburg (tbö). Lange Strecken
etwa auf Fabrikgeländen sowie in
Industriehallen seien mit dem
14 km/h schnellen Schlepper EPS
110 von Jungheinrich effizient zu
bewältigen. Mit einer optional erhältlichen Plattform sei das Gerät
auch für den Warentransport, speziell von Kleinteilen, geeignet. Das
Fahrzeug mit einer Anhängelast
von 1000 kg sei mit der aktuellen
Drehstromtechnologie ausgestat-
tet. Er besitze einen hohen Wirkungsgrad bei einem konstant
niedrigen Energieverbrauch und
sei für intensive Einsätze sehr gut
einsetzbar. Durch die generatorische Bremse fließe bei der Rücknahme der Fahrgeschwindigkeit
automatisch Energie zurück in die
Batterie.
Die gefederte Plattform absorbiert laut Hersteller Stöße und Unebenheiten im Boden. Die Vollgummibereifung des Fahrzeugs
trage darüber hinaus zu einer erschütterungsfreien Fortbewegung
bei. Eine spezielle Gummimatte
sorge zudem für Rutschfestigkeit
beim Personentransport.
www.jungheinrich.de
Die Liebherr-Verzahntechnik ermöglicht mit dem Rotationsladesystem RLS
den kostengünstigen Einstieg in die hocheffiziente Produktion mit ein oder
zwei Maschinen.
Bild: Liebherr
Effizienz-Navi
Preis
Material
Energie
Service
Handhabung Zeit
Lebensdauer
✔ Kosten senken mit Produktion
Spanntechnik
Schleiftechnik
Mikrozerspanung im Blick
Oberflächen spiegelglatt polieren
Produktion Nr. 04-05, 2014
Schunk hat einen Katalog zum
Thema Mikrozerspanung herausgegeben. Anwender können sich
dort etwa über das Produktprogramm Tribos informieren, das
laut Schunk als Benchmark in der
ultrapräzisen Zerspanung gilt.
Lauffen/Neckar (snö). Aufgrund
der großen Nachfrage aus der Uhren- und Schmuckindustrie, der
Dental- und Medizintechnik sowie
aus dem Formenbau hat der Hersteller von Spanntechnik und
Greifsystemen Schunk nun eigens
zum Thema Mikrozerspanung einen Spezialkatalog aufgelegt. Auf
72 Seiten präsentiert das Familienunternehmen sein Komplettprogramm für anspruchsvolle Mikroanwendungen.
Die von Schunk entwickelte und
patentierte Tribos Polygonspanntechnik gilt laut Herstellerangaben
mit ihrer hohen Absolutgenauigkeit und Dynamik sowie mit ihren
guten Steifigkeits- und Dämpfungswerten weltweit als Benchmark in der ultrapräzisen Zerspanung. Mit dem smarten TribosMini, dem hohe Leistung zeigenDer neue Spezialkatalog gibt einen
umfassenden Überblick über das
Schunk Präzisionswerkzeughalterprogramm für die Mikrozerspanung.
Bild: Schunk
den Tribos-RM und der schlanken
Werkzeugverlängerung
TribosSVL lassen sich bei maximaler
Präzision exzellente Oberflächengüten und lange Werkzeugstandzeiten erzielen, verspricht Schunk.
Zusätzlich zu den Werkzeughaltern für die Schnittstellen HSK-A
25, 32 und 40 sowie HSK-E 25, 32
und 40 enthält der Katalog beispielsweise auch Aufnahmen für
die Highspeed-Spindelschnittstelle HSK-E 20 sowie für HSK-F 32, BT
30 und SK 30. Unter www.schunk.
com kann der Katalog kostenlos
bestellt werden.
www.schunk.com
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Service
Handhabung Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
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✔ Service
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Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Produktion Nr. 04-05, 2014
Mit Pitch-Polisher und AeroLap
lassen sich Oberflächrauheiten
bis in den Nanometerbereich polieren. So entstehen spiegelglatte
Oberflächen, wie sie in Medizinund Elektrotechnik gefragt sind.
Langen (snö). Der Pitch Polisher
der Baureihe SPP von Okamoto
macht es möglich, mit einer Maschine extrem glatte Ebenen von
Hochpräzisionsteilen wie Messgläsern, LCD-Bildschirmen, Teleskopspiegeln, Halbleitern aber auch
Komponenten im Maschinenbau
zu läppen und anschließend spiegelglatt zu polieren. Thomas Loscher, Technical Manager bei Okamoto erläutert: „Auf einer Maschine erreicht der Anwender zeitoptimiert und ohne fehlerbehaftetes
Wechseln des Bauteils auf verschiedene Maschinen 30 nm Oberflächengenauigkeit auf einer Fläche von 1,5 m2.“
Das Innenleben der Maschine
besteht unter anderem aus dem
hitze-, stoß- und vibrationsresistenten
Naturstein-Maschinentisch, der aus einem Stück gefertigt
wird. Die Werkstückauflage wird
individuell an das Bauteil angepasst. Eine spezielle, hydrostatische Präzisionslagerung des Poliertisches sowie die hochgenau
geläppte Korrekturauflage sorgen
in Kombination mit der integrier-
Der AeroLap ermöglicht es, unregelmäßige Profile automatisiert
auf Spiegelglanz
zu polieren.
Bild: Okamoto Europe
ten Abrichtstation sowie der permanent hinzu geschalteten Prozessüberwachungs- und Korrek­
tureinheit für eine hohe Produkt­
qualität, verspricht Okamoto.
Die Größen des Poliersystems
reichen von 1 200 mm bis hin zum
größten SPP 9600 mit 9 600 mm
Durchmesser und den dazuge­
hörigen Werkstückauflagen bezie-
Werkstückauflage wird
individuell angefertigt
hungsweise Käfigen für die zu läppenden und polierenden Werkstücke. Meist werden die SPP-Modelle
ganz individuell auf die jeweilige
Applikation hin maßgeschneidert.
AeroLap hingegen ermöglicht
es, unregelmäßige Profile auto­
matisiert auf Spiegelglanz zu po­
lieren. Prägestempel, Formkerne
für Spritzwerkzeuge, Schnittstem-
pel und Matrizen könnten so maschinell geläppt werden, was bisher fast ausschließlich nur manuell
zu bewerkstelligen war. Dazu gleitet ein spezielles, elastisches Medium, das mit abrasivem Material
versetzt wird, mit hoher Geschwindigkeit über die zu bearbeitende
Oberfläche, ohne diese außerhalb
der Toleranzgrenzen geometrisch
zu verändern. Durch die neu entwickelte Spezialemulsion ‚MultiCone‘ gelingt die gleichmäßige
und automatisierte Bearbeitung
aller Flächen.“ Das Verfahren ist
auch für alle Anwendungen im
Schnitt- und Formenbau sowie im
Bereich Umformwerkzeuge geeignet.
www.okamoto-europe.de
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Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Fertigungstechnik · 21
Verbindungstechnik
Dr. Klaus Wittig, Würth
Skedden macht dem Löten Konkurrenz
Das Anwendungsspektrum für
SKEDD reicht vom
Automotive-Bereich über die Industrieelektronik
bis hin zur Telekommunikation, bei
Haushalts- und Küchengeräten oder
in der Unterhaltungselektronik.
Bild: Würth Elektronik
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die elektrische Verbindungstechnik SKEDD von Würth Elektronik
macht es möglich, Einzelkabel, Steckverbinder oder Komponenten
ohne Adapterteil direkt mit der Leiterplatte zu verbinden.
Ohringen (snö). Würth Elektronik hat eine neue elektrische Verbindungstechnik auf dem Markt.
Bei der Technologie mit dem Namen SKEDD handelt es sich um
eine lötfreie Direktsteck-Verbindung für Leiterplatten. Sie ermöglicht, Einzelkabel, Steckverbinder
und andere Komponenten direkt,
das heißt ohne ein Adapterteil,
mit der Leiterplatte zu verbinden.
Die spezielle Form des SKEDD
Kontaktes und der Verriegelungsmechanismus des SKEDD-Gehäuses gewährleisten eine sichere
elektrische und mechanische
Verbindung.
Durch den Einsatz der SKEDD
Steckverbinder entfällt eine komplette Verbindungsebene. Bis zu
50 % Materialkosten und bis zu
30 % Prozesskosten könnten dadurch eingespart werden. Die Bauhöhe und das Gewicht der Gesamt-
lösung würden geringer und die
Montage werde einfacher, da die
Steckverbinder von Hand mit der
Leiterplatte verbunden und wieder
gelöst werden können. Auch Board
to Board Steckverbindungen seien
mit SKEDD möglich und würden
bereits in diversen Applikationen
praktiziert.
Mit der Adapterebene entfällt
ebenfalls eine elektrische Schnittstelle. Damit reduziert sich der
elektrische Übergangswiderstand
signifikant, berichtet Würth. Die
Erwärmung des Gesamtsystems
sei geringer und durch Eliminierung einer potenziellen Fehlerquelle sicherer. Die Steckverbinder
seien wiederverwendbar, einfach
zu recyceln und kämen ohne Chemikalien und mit geringem Energieverbrauch im Herstellungsprozess aus. Die SKEDD Technologie
wurde in akkreditierten Labors
qualifiziert. Dabei standen vor allem die hohe elektrische Zuverlässigkeit, die einfache Handhabung
sowie die mechanisch sichere Verbindung zwischen Steckverbinder
und Leiterplatte im Fokus.
Die Technologie wurde nach
Automotive-Standards geprüft, da
diese die höchsten Anforderungen
darstellen. Parallel dazu wurden
durch Kunden Benchmark-Tests
durchgeführt. Die bisher erbrachten Nachweise und Erfahrungen
bestätigen, dass SKEDD alle tech-
Simulation
Schweißverzüge berechnen
und minimieren
nischen Anforderungen an eine
industrietaugliche Steckverbindung erfüllt, und in Einzelfällen sogar übertrifft. Dies bestätigt
auch René F. Oberhänsli, der Geschäftsführer der S-Tec electronics
AG, des Schweizer Herstellers von
LED Beleuchtungen und Steuerungen: „Zusammen mit Würth
Elektronik ICS haben wir die
SKEDD-Technologie für die Verbindung von LED-Leiterplatten
entwickelt. Die herausragenden
Merkmale in der Anwendung sind
„Wir haben uns systematisch mit
der Frage beschäftigt, inwieweit
das heute gängige
elektrische Verbindungsschema ‚Leiterplatte – gelöteter Stecksockel –
Steckverbinder‘
nicht ersetzbar wäre durch das viel
einfachere System
‚Leiterplatte – Steckverbinder‘. Eine solche Vereinfachung wäre genial, denn sie würde den Lötprozess für die Sockel überflüssig machen, sie würde 50 % des Materials
einer Steckverbindung einsparen.
Unsere Lösung heißt SKEDD.“
die minimale Höhe, die schlanke
Abmessung, die hohe Stromtragfähigket und die lötfreie Verbindungstechnik. So werden LEDStreifen ohne störende Schatten
miteinander verbunden. In den
Beleuchtungsprodukten von eigerLight hat sich die neue Technologie
schon bestens bewährt.“
www.we-online.de
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✔ Material
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Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Qualität seit 40 Jahren
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die Software Simufact.welding
ermöglicht eine zuverlässige
Schweißstruktursimulation. Dies
gibt Aufschluss über die Festigkeit
der jeweiligen Schweißnaht und
minimiert Schweißfehler.
Hamburg (snö). Industrielle
Schweißprozesse setzen ein hohes
Maß an Prozesssicherheit voraus.
Maßgeblich für die Qualität des
Prozesses ist die korrekte Entwicklung des Schweißplanes, wie es
unter anderem für die Programmierung von Schweißrobotern erforderlich ist.
Simufact.welding ist eine laut
Herstellerangaben
besonders
leistungsfähige Finite-Elementebasierte Software mit moderner
Solvertechnologie, mit der das
elastisch-plastische Werkstoffverhalten modelliert werden kann.
Als eine der wichtigsten Aufgaben
gelingt es mit der Software, beim
Schweißen auftretende Verzüge
und Eigenspannungen unter Berücksichtigung von Gefügeumwandlungen realitätsnah vorher-
Weniger Schweißfehler durch
vorangehende Simulation
zusagen und diese in den Bauteilen zu minimieren. Simufact.welding berechnet Gefügeeigenschaften in der Wärmeeinflusszone; ihre Ausprägung lässt Rückschlüsse auf die Eigenschaften der
Schweißnaht zu, insbesondere
deren Festigkeit. So erhält der Anwender Hinweise, wie er Schweißfehler wie zum Beispiel Heißrisse
www.schroederschrauben.de
Fastener Fair in Hannover vom 08.-10.04.2014, Halle 22, Stad F 71
Schweißsimulation eines Trägers:
(oben) maximale Temperatur,
(unten) Eigenspannungen nach
dem Abkühlen und Ausspannen
Bild: Simufact
in der Simulation erkennen und in
der Praxis vermeiden kann, verspricht Hersteller Simufact.
Die Software unterstützt dabei,
die optimale Spannvorrichtung für
den Schweißprozess zu entwickeln
und liefert Fakten, um die beste
Schweißreihenfolge festzulegen.
Simufact.welding prognostiziert
laut Herstellerangaben die Endkontur des Werkstücks und hilft,
Bauteile toleranzgenau in Serie zu
fertigen.
Mit der numerischen Simulation
kann die Industrie zeitlich aufwändige und teure Erprobungsprozes-
se aus der Werkshalle in die Virtualität des Computers verlagern. Sie
erschließt Einblicke in Prozessvorgänge, Erkenntnisse über Zustände im Bauteil und deren Verhalten
während der Fertigung. Das spart
den Anwendern Aufwand und Zeit
bei der Entwicklung und Optimierung von qualitativ anspruchsvollen Bauteilen und deren Fertigungsprozessen.
www.simufact.com
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✔
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www.linn.de
www.linn.de
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22 · Fertigungstechnik
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Schweissroboter
Individuelle Schweißzelle zum Serien-Preis
Rohröfen bis 2100 °C und
Muffelöfen bis 1340 °C für
universelle Aufgaben.
Produktion Nr. 04-05, 2014
37/13
39/13 anwendungsBei den
modularen Schweißzellen von ABB ermöglichen
orientierte Module individuelle Lösungen zum Investitionspreis von
Serienprodukten. Die Paul Craemer GmbH setzt auf diese Lösung.
www.linn.de
www.linn.de
Friedberg (snö). Die Schweißzellen FlexArc sind für kleine bis mittelgroße Bauteile der Automobilzulieferer- und übrigen Industrie
ausgelegt. Zu den typischen Werkstücken zählen Fahrzeugsitzkomponenten, Achs- und Fahrwerksteile sowie Instrumententräger
aber auch Bauteile wie Lüfterräder
Einbrennoder Fahrzeugdämpfer. Gerade für
Muffelöfen:
z. B. Waferfertigung,
die Produktion
solcher Bauteile
F&E,
Labor,
...
spielen
dieReinraum
Produktivität
und Verfügbarkeit der Produktionsmittel
eine wesentliche Rolle.
Das Familienunternehmen Paul
Craemer GmbH nutzt beispielsweise die Zellen FlexArc RX 1. Der
www.linn.de
Hersteller von
Kunststoff- und
Metallumformteilen mit eigenem
Werkzeugbau setzt beim Schweißen seit 2005 auf Roboterlösungen
von ABB. Vier FlexArc-Zellen produzieren im Stammwerk am Unternehmenssitz und eine im slo­
wakischen Metallwerk. Aufgebaut
Hoch- und Mittelfrequenzgemäß demzum
Baukastensystem
ergeneratoren
Schmelzen,
reichen
sie hohe
Leistung und FleLöten,
Kleben,
Schmieden,
Härten,
... Raum. Mitte
xibilitätAnlassen
auf engem
Bis
100
kW, 100
kHzneue
- 27,12
MHz.
2012
wurde
eine
Zelle
für das
Bis
1000 kW, 2von
- 100Sitzstrukturteilen
kHz.
Schweißen
42/13
1-2/14
installiert. Sie enthält einen
Schweißroboter IRB 1600 und im
vorderen Zellenteil den Werkstückpositionierer IRB R-600 mit
zwei Stationen. Sobald der Maschinenführer die Vorrichtung einer
Station mit den schweißenden
Teilen belegt hat, dreht der IRB
R-600 sie in den RoboterarbeitsbeBanddurchlauföfen:
reich.
Der Roboter fährt nun sein
Wärmebehandlung, Löten,
Schweißprogramm
ab. WährendGlühen, kann
Schutzgas
... Bis 1150 °C.
dessen
der Mitarbeiter
aus
der zweiten Station die geschweißten Teile entnehmen und neue
zum Schweißen einlegen. „Da-
46/13
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www.linn.de
Schutzgaskammeröfen: Glühen,
Löten, Oxidieren, Reduzieren, Vak.
bis 1200 °C, 2000 l.
durch erzielen wir in jeder Zelle
eine optimale Produktivität“, erklärt Reiner Veit, Fertigungsleiter
Metall im Stammwerk.
Die neue Zelle enthält ein zusätzliches Funktionspaket aus dem
Baukastensystem FlexArc: Das
Daten­kommunikationsprotokoll
SpeedWeldPac von ABB und SKS
Welding Systems übersetzt die Signale zwischen Robotersteuerung
und Stromquelle in Echtzeit. Konventionell muss der Bediener jede
Bewegung des Roboters aufwändig
40/13
www.linn.de
Drehrohröfen:
Wärmebehandlung, Trocknen,
Kalzinieren, Sintern bis 1800 °C.
Hoch- und Mittelfrequenzgeneratoren zum Schmelzen,
Löten, Kleben, Schmieden,
Härten, Anlassen ...
Bis 100 kW, 100 kHz - 27,12 MHz.
Bis 1000 kW, 2 - 100 kHz.
Schutzgaskammeröfen:
Robotersteuerung
sprichtGlühen,
in
Löten, Oxidieren,
Reduzieren, Vak.
Echtzeit
mit der Stromquelle
bis 1200 °C, 2000 l.
programmieren. SpeedWeldPac
verbindet stattdessen die Schweißanlage und den Roboter zu einer
prozesstechnischen Einheit. Es
übermittelt die Istgeschwindigkeit
www.linn.de
des Roboters beziehungsweise
dessen Tool Center Point(TCP),
das heißt der Schweißelektrodenspitze, an die Steuerung der Strom- Das Baukastensystem FlexArc ermöglicht qualitativ hochwertige Roboterquelle, die damit ihre Parameter schweißlösungen bei niedrigen Investitionskosten.
Bild: ABB
direkt regelt. Das Ergebnis ist eine
konstante Streckenenergie wäh- an den Wendepunkten“ erläutert in den Produktionsablauf der Paul
rend des
Schweißprozesses.
„Zu- Veit. Dank des ausgefeilten Bau- Craemer GmbH integriert werden.
Hochund Mittelfrequenzdem erzielen
wir durch
Speed- kastensystems wurde die Zelle von
www.abb.de/robotics
generatoren
zum das
Schmelzen,
Löten,
Kleben, Schmieden,
WeldPac
ein optimales
Schweißer- ABB komplett vormontiert und Effizienz-Navi
✔ Material
Anlassen ...Einbrand sozusagen als Plug-and-play-Ver- Preis
gebnisHärten,
mit konstantem
Energie
Service
Bis 100 kW, 100 kHz - 27,12 MHz.
Handhabung
und gleicher Nahtoptik an allen sion ausgeliefert. So konnte sie in- Lebensdauer Zeit
Bis 1000 kW, 2 - 100 kHz.
Punkten der Schweißnaht – sogar nerhalb von nur drei Tagen nahtlos Kosten senken mit Produktion
1-2/14
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Verbindungstechnik
Fügetechnik
Dynamisch und absolut
zuverlässig schrauben
Dünne Bleche mit hoher
Qualität schweißen
Produktion Nr. 04-05, 2014
Vollautomatisierte Verschraubungen müssen präzise und hochdynamisch, aber auch zuverlässig gesetzt werden. Schraubsysteme der
WSM-Automation erfüllen diese Anforderungen.
Castrop-Rauxel (snö). Während
marktübliche Schraubsysteme das
Drehmoment mit 1 kHz messen,
sind bei WSM-Automation 2 kHz
der Standard. Als Sonderlösung
seien sogar Messraten bis zu
10 kHz möglich. Dadurch könne
die Schraubersteuerung auch
kleinste Drehmomentänderungen
schnell erfassen und darauf reagieren. So könnten die hochwertigen
Schraub­
einheiten aus dem Stillstand auf 1 500 min-1 beschleunigen und aus der gleichen Drehzahl
wieder auf Stillstand abbremsen –
und dies jeweils innerhalb eines
erforderlichen Drehwinkels von
maximal 10 Grad. In der Praxis liegen die Werte meist deutlich darunter und sind damit nicht nur
beim Beschleunigen und Bremsen,
sondern auch beim Wechseln der
Schraubstufe weitaus dynamischer als marktüblich, verspricht
WSM-Automation.
Die hohe Abtastrate, der dynamische Drehzahlwechsel und eine
16 Bit breite Auflösung der Drehmomente aus den Messwertaufnehmern ermögliche die Nutzung
neuartiger Schraubverfahren auch
unter Produktionsbedingungen.
Anders als einfache Steuerungen,
die schlicht bis zum Erreichen des
angegebenen
Anzugsdrehmoments schrauben und dann stoppen, erkennen die WSM-Steuerungen den charakteristischen Drehmomentanstieg, der beim Erreichen der Kopfauflage auftritt. Erst
Die Schraubersteuerung kann
aufgrund der
hohen Messraten von 2 kHz
und mehr auch
kleine Drehmomentänderungen schnell erfassen und darauf reagieren
Bild: WSM-Automation
ab diesem Zeitpunkt komme das
vorgegebene Drehmoment zum
Tragen, mit dem die eigentliche
Verspannung der Werkstückpartner erreicht werden soll. Dadurch
würden Fehlverschraubungen, die
ansonsten durch Störeinflüsse wie
Furchmomente, Materialschwankungen bei Schrauben und Werkstücken oder Verkantungen auftreten, verhindert.
Fehlverschraubungen werden
zuverlässig verhindert
Die Präzision der WSMSchraubsysteme lasse sich an
weite­ren Werten ablesen. So be­
trage die kleinste detektierbare
Drehmomentveränderung etwa
0,0000762939453125 Nm. Die Tiefensensorik erfasse den Schraubfortschritt intern in 1/100 mm
Auflösung, programmierbar seien
Vorgabewerte in 1/10 mm Schritten. Die robuste Mechanik sei
weitestgehend wartungsfrei. Um
die hohe Dynamik mit möglichst
geringen rotierenden Massen zu
erreichen, würden in den WSMSchraubeinheiten
KohlefaserVerbundwerkstoffe und Bauteile
aus Titan eingesetzt. Diese Werkstoffe seien nicht nur besonders
leicht, sondern dabei auch hoch
belastbar und verschleißfest.
www.wsm-automation.de
Effizienz-Navi
Preis
Material
Energie
Service
Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Produktion Nr. 04-05, 2014
Mit der CitoLine 3000 T lassen
sich dünne Bleche aus Stahl
und Aluminium im MAG- oder
MIG-Verfahren schweißen. Laut
Hersteller Oerlikon bietet sie ein
gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Eisenberg (snö). Das Verbinden dünner Bleche verlangt einen
möglichst geringen Wärmeeintrag.
Ein stets zuverlässiger Schutz vor
schädigender Überhitzung der
Bleche ist zudem zu gewährleisten.
Die CitoLine 3000 T in der Kompaktversion unterstützt diese Anforderungen an das Schweißen im
MIG und MAG-Verfahren. Dabei
sind die verschiedenen Programme des 2- und 4-Takt-Modus ebenso einstellbar wie die Zeitabstände
für das Puls- und Heftschweißen.
Diese Funktion sorgt laut Herstel-
Schweißverbindungen mit
hoher Qualität erzielbar
lerangaben dafür, dass Verbindungen in einer Qualität entstehen, wie
sie per Handeinstellung praktisch
nicht erzielbar sind. Kennzeichen
der 96 kg schweren, auf Rädern
beweglichen Anlage sind die
Ausrüs­
tung mit dem 4-Rollendrahtvorschub-System, integriertem Überhitzungsschutz, einer
3x7-stufigen Spannungsregelung
und digitaler Istanzeige der
Schweißparameter. Vom Bedienfeld aus wählt der Nutzer die Funk-
Komfortabel einstellbare Funktionen ermöglichen es dem Anwender,
Verbindungen hoher Qualität zu
schweißen.
Bild: Oerlikon Schweißtechnik
tionen des schonenden Softstart
oder die Drahtrückbrennzeit. Mit
letzterer kann er das ‚Ankleben‘ der
Drahtelektrode vermeiden, verspricht Oerlikon Schweißtechnik.
Das einfache Umkehren der Polarität erleichtert das Schweißen verzinkter Stahlbleche ohne Schutzgas mit selbstschützenden Fülldrähten. Die Drahtelektroden
kann der Anwender zwischen 0,8
und 1,2 mm Durchmesser wählen.
Dabei stehen Schweißströme von
35 bis 350 Ampere zur Verfügung;
bei 100 % ED (Einschaltdauer)
noch 180 A oder bei 35 % ED 300 A,
jeweils bei maximal 40 °C.
www.oerlikon.de
Effizienz-Navi
Preis
✔ Material
Energie
Service
Handhabung Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Verbindungstechnik
Fertigungstechnik · 23
Schweissanweisungen
Gewinde mit neuer
Fügetechnik einkleben
Schneller zum EN 1090-Audit
Produktion Nr. 04-05, 2014
Fronius hat sein Angebot an
vorgefertigten und zertifizierten
Schweißanweisungen für MAGSchweißsysteme erweitert. Das
erleichtert Stahltragwerks-Herstellern die EN 1090 Auditierung.
Produktion Nr. 04-05, 2014
Böllhoff und Delo haben gemeinsam ein Fügeverfahren entwickelt,
bei dem Gewinde mit vergrößerten Buchsen per Klebstoff auf dünnen
Metallblechen befestigt werden.
Bielefeld (snö). Böllhoff stellt ein
laut eigenen Angaben neues, maßgeschneidertes
Fügeverfahren
zum Aufbringen von Befestigungselementen auf dünnen Metallblechen vor: Insbesondere bei Gehäusen sei das Klebsystem geeignet.
Entwickelt wurde es gemeinsam
mit Delo Industrie Klebstoffe. Bei
dem Fügeverfahren spielt der
Klebstoff eine wichtige Rolle.
Zum Einsatz kommt eine Gewindebuchse, die durch eine entsprechende Vergrößerung des Durchmessers im unteren Bereich über
eine ausreichende Klebefläche verfügt. Der dabei entstandene Hohlraum sorgt für reproduzierbare
Schichtdicken und dafür, dass der
Klebstoff die Fügeteilflächen vollständig benetzt, verspricht Böllhoff.
Überflüssiger Klebstoff sowie vor
allem die eingeschlossene Luft entweichen laut Herstellerangaben
durch eine Bohrung ins Innere der
Gewindebuchse. Der eigentliche
Klebevorgang läuft in drei unkomplizierten Schritten ab: im ersten
Schritt wird der Klebstoff aufgetra-
Mittels Lichthärtung und Klebstoff
lassen sich Onsert Gewindeelemente
auf vorbehandelte oder lackierte
Bauteile sekundenschnell fixieren.
Bild: Böllhoff
gen, danach das Gewindeelement
gesetzt und anschließend im dritten
Schritt ausgehärtet.
Verwendet werden dabei dualhärtende Acrylate, die sich laut
Delo durch hohe Flexibilität auszeichnen. So überstanden die Bauteile problemlos den so genannten
‚Random Free Fall Test‘ (zehnmaliger Fall aus 1,5 m Höhe auf Steinboden), wie Böllhoff berichtet. Der
Klebstoff härtet sekundenschnell
aus, verspricht Böllhoff.
www.boellhoff.com
A-Wels (snö). Neben den Geräten
aus der TransSteel-Serie von Fro­
nius können nun auch die Mitglieder der Schweißsystemfamilien
TPS/i, TransSynergic und Trans­
Puls Synergic mit den optionalen
EN 1090-Paketen geordert beziehungsweise nachgerüstet werden.
Darüber hinaus bietet Fronius ein
Konformitätspaket für das Pulsschweißen an. Für Hersteller von Mit den WPS von Fronius sind Stahlbauunternehmen für branchentypische
Stahltragwerken, die noch nicht Schweißanwendungen gut gerüstet.
Bild: Fronius
nach der EN 1090 zer­tifiziert sind,
wird die Zeit knapp. Bis Juli 2014 paketen ab. Das reduziert den Zeit- den dabei die Grundwerkstoffe bis
muss der damit verbundene auf- und Kostenaufwand für die Zertifi- S355 J2 sowie die Zusatzwerkstoffe
wändige interne Prozess inklusive zierung, verspricht Fronius.
G3Si1 und G4Si1. Es stehen WPS für
Audit abgeschlossen sein. EinfaDas Standard- beziehungsweise Drahtdurchmesser 0,8, 1,0 und
cher und schneller gehe das für Puls-Paket enthält in enger Zusam- 1,2 mm zur Wahl. Laut Fronius lasFronius-Kunden. Fronius nehme menarbeit mit Praktikern erarbei- sen sich mit vorgefertigten und zuden Stahlbauunternehmen die tete Schweißanweisungen, die vie- gelassenen WPS-Paketen fünfstelzeitaufwändige Erstellung der von le branchenübliche Anwendungen lige Beträge einsparen.
der Europäischen Norm geforder- abdecken, berichtet Fronius. Die
www.fronius.com
ten Schweißanweisungen durch Pakete seien für unter Mischgas Effizienz-Navi
Preis
✔ Material
die Bereitstellung zugelassener geschweißte Stahlkonstruktionen Energie
Service
Handhabung
✔
Welding Procedure Specifications der Ausführungsklasse (EXC) 1 und Lebensdauer Zeit
(WPS) in Form von Konformitäts- 2 zugelassen. Berücksichtigt wur- Kosten senken mit Produktion
Per Elastomer
verkleben
Produktion Nr. 04-05, 2014
Greussenheim (sun). Bei elastischen Klebstoffen handelt es sich
um Kleb- und Dichtstoffsysteme,
die unter der Einwirkung von
Feuchtigkeit zu einem Elastomer
aushärten. Die Produkte vernetzen
bei Raumtemperatur durch das
Migrieren von Feuchtigkeit. Dies
kann mittels Luft-oder Materialfeuchte wie etwa Restfeuchte bei
Holz geschehen. Wiko bietet mit
den MS Polymeren solche elastischen Kleb- und Dichtstoffe an. Sie
haften auf einer Vielzahl von Substraten und sind UV-stabil. Weiterhin sind sie dauerhaft gegenüber
Torsions- und Deformationsbelastungen beständig. Die MS Polymer
Produkte sind nass-in-nass überlackierbar. Für die MS Polymere sind
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verfügbar, die die Haftung auf den
unterschiedlichsten Oberflächen
optimieren. So ließen sich auch
schwer zu verarbeitende Oberflächen wie Polypropylen, lackierte
Oberflächen, Glas und andere anspruchsvolle Untergründe problemlos verarbeiten.
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Schweißen und Schneiden
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die speziell für das Schweißen im gewerblichen und industriellen Einsatz entwickelt
wurden. Sie erfüllen jede Anforderung des
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Apparatebau, in der Metall- und
Blechverarbeitung sowie in der
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Bild: Wiko
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24 · Automatisierung
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Bediengeräte
Multi-Touch-Monitor
überbrückt bis zu 30 m
Produktion Nr. 04-05, 2014
OmniView Monitore von Kontron eignen sich als Multi-Screen-Systemund Long-Distance-Lösungen mit abgesetzten Monitoren. Sie lassen
sich bis zu 30 m entfernt vom Host-Rechner installieren.
Eching (snö). Kontron hat auf der
SPS IPC Drives in Nürnberg eine
neue langlebige Industrie-Monitor-Serie mit Multi-Touch vorgestellt. Sie vervollständigen die Skalierbarkeit des bereits bestehenden
OmniClient Panel-PC-Portfolios
um Multi-Screen-Systemlösungen
und Lösungen mit abgesetzten
Monitoren. Wie die Panel-PCs bieten sie projiziert-kapazitive (PCAP)
Multi-Touch-Funktionalität in einem 16:9 Wide-Screen Design mit
fugenfreier Glasfront. Durch die
Erweiterung des Produktportfolios
können Kunden Multi-Touch-basierte Multi-Screen-Lösungen laut
Hersteller besonders effizient umsetzen, da nun Panel-PCs und
Monitore mit identischem Bedienkonzept aus einer Hand zur Verfügung gestellt werden.
Die frontseitig IP65-geschützten
Monitore lassen sich mit jedem
gängigen Industrie-PC betreiben.
Über die Extenderoption des Long-
Die Industriemonitore sind
frontseitig
IP65-geschützt.
Bild: Kontron
Distance Interfaces für DVI-D und
USB lassen sich die neuen OmniView Industrie-Monitore bis zu
30 m (100 Fuss) vom Host-Rechner
entfernt installieren, was die Auslegung des GUIs von Maschinen und
Anlagen flexibel gestaltet. Mit ihrer
hohen Leuchtdichte (bis zu 300 cd)
und mattierten Glasfront bieten sie
eine gute Lesbarkeit, selbst unter
Anzeigen-Lesbarkeit auch bei
schlechtem Licht garantiert
schwierigen Lichtverhältnissen.
Montageoptionen für die neuen
Industrie-Monitore im 21,5, 18,5
und 15,6" Format sind je nach Gehäuseauslegung entweder PanelMount (Einbau) oder Vesa (StandAlone). Hohe Flexibilität zeigen sie
auch bei den Anschlussmöglichkeiten: Mit USB für die Touchscreen-Steuerung sowie DisplayPort-, DVI-I- und VGA-Eingängen
finden sie sowohl an neuesten als
auch an Legacy-Systemen Anschluss. Die Stromversorgung erfolgt über 24 VDC. Die IndustrieMonitore sind für Umgebungstemperaturen von 0 °C bis zu 50 °C
ausgelegt und ab sofort verfügbar.
www.kontron.de
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Material
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Service
Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Bildverarbeitung
OCR-Apps schnell und
einfach einrichten
Produktion Nr. 04-05, 2014
Eine OCR-Lesesoftware mit
Auto-Tune ermöglicht jetzt das
zeitsparende und funktionssichere Einrichten von Bildverarbeitung
für OCR-Anwendungen mit hoher
Leserate.
Karlsruhe (snö). Die erweiterte
OCRMax Technologie von Cognex
verfügt über eine neue automatische Tuning-Funktion. Dies macht
die optische Zeichenerkennung
und -Verifizierung (OCR-Anwendungen) für Benutzer ohne Einrichtungserfahrung zu einer einfachen Aufgabe mit hoher Funktionssicherheit, verspricht Cognex.
Die neue Auto-Tune Funktion ist in
den neuen Versionen von In-Sight
Explorer 4.8 und VisionPro Software 8.1. verfügbar.
Optische Zeichenerkennung
kinderleicht zu nutzen
Wird der Auto-Tune-Button vom
Benutzer gedrückt, erfasst das System ein Musterbild und stellt das
Tool automatisch auf die jeweils
optimalen Parameter für eine robuste Leseleistung ein. Der hochentwickelte OCRMax-Algorithmus
gewährleiste einfaches Font-Management für Anwendungen mit
optischer Zeichenerkennung und
-verifizierung (OCR und OCV):
Die OCR-Software mit Auto-Tune ermöglicht Leseraten von 100 %.
Bild: Cognex
hierzu zählt zum Beispiel das Decodieren von Klarschrift mit Datumsangaben, Chargen- oder Seriennummern. OCRMax sei ein Allin-one-Tool, das Zeichenabweichungen, Textschieflagen, Proportionalschriften und variable Längen von Zeichenketten sicher lese.
Gleichzeitig ermögliche das Tool
und Leseraten von nahezu 100 %,
kurze Setup-Zeiten und schnellere
vereinfachte Anwendung.
Neben der neuen Auto-TuneFunktion umfasst die SoftwareVersion von In-Sight Explorer 4.8
weitere Funktionen für das Lesen
von 2D-Codes, für Prozess-Feedback und integrierte Schnittstellen
intelligenter Kommunikation.
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Handhabung Zeit
✔
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Stromversorgungen
Bildverarbeitung
Schaltnetzgeräte mit
langer Lebensdauer
Schnelle Ereignisse analysieren
Produktion Nr. 04-05, 2014
Dank der kompakten Bauform mit
einer Tiefe von maximal 120 mm
sparen die PROeco Stromversorgungen von Weidmüller bis zu
50 % Platzbedarf ein und passen
damit sogar in kleinste Schaltschränke.
detmold (tbö). Die Schaltnetzgeräte PROeco eignen sich laut Hersteller Weidmüller mit ihren überdurchschnittlichen Performancewerten und kleinsten Abmessungen
besonders für den Serienmaschinenbau und die Automatisierungstechnik. Die PROeco-Stromversorgungen arbeiten in einem weiten
Temperaturbereich von - 25 bis
+ 70 °C und besitzen einen hohen
MTBF-Wert von mehr als 500 000 h
(mittlere Betriebsdauer zwischen
zweiAusfällen).EinhoherWirkungs­
grad bis zu 93 % und niedrige Leer-
Produktion Nr. 04-05, 2014
laufverluste sorgen für einen nachhaltig geringen Energieverbrauch
und eine lange Lebensdauer.
Der schnellen Zustandsdiagnose
dienen dreifarbige LED-Anzeigen
(frontseitig am Gerät zur vor-OrtAnalyse) und ein integriertes Statusrelais (zur Fernüberwachung).
Anwendern solle dies die Zustandsund Fehleranalyse erleichtern – sowohl bei Inbetriebnahme als auch
im späteren Betrieb. Mit dem frontseitigen Potentiometer lässt sich die
Ausgangsspannung einstellen. Eine
visuelle Vorwarnung erfolgt bei
90-Prozent-Nennausgangsstrom.
Dank Temperaturschutz, Kurzschluss- und Überlastfestigkeit lassen sich die Geräte laut Hersteller
in nahezu allen Applikationen einsetzen.
www.weidmueller.com
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Preis
Material
Energie
✔ Service
Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer
✔ Kosten senken mit Produktion
Die PROecoSchaltnetzgeräte
eignen sich auch
gut für den Einsatz in Förderanlagen.
Bild: Weidmüller
Beim MotionBlitz CVR ist ein kompakter Kamerakopf per Kabel mit
einer Recording Station verbunden. So sind Videoanalysen von
schnellen Ereignissen auch bei
engen Platzverhältnissen möglich.
Unterschleissheim (snö). Videoanalysen von hochkomplexen
sehr schnellen Ereignissen in
räum­
lich stark eingeschränkten
Platzverhältnissen
erfordern
Hochgeschwindigkeits-Speicherkameras in minimalen Abmessungen mit detailgenauer hoher Bildauflösung. Das neue MotionBlitz
CVR (Compact Versatile Recorder)
Aufnahmesystem von Mikrotron
eignet sich für diese Anforderung.
Es handelt sich um ein geteiltes
System, das aus einem kompakten
Präzise Ereignisanalyse auch
unter beengten Verhältnissen
Kamerakopf und einer Recording
Station besteht, die über ein 20 m
langes Kabel mit der Kamera verbunden ist. Dadurch erschließt das
System mit der Hochleistungskamera EoSens 4CXP in minimalen Abmessungen (80 x 80 x 53 mm,
C-Mount) und dem speziellen
RAID-Recorder im gesamten industriellen Umfeld und in der Forschung bislang ungenutzte Potenziale in der äußerst präzisen Ereig-
Das Aufnahmesystem besitzt eine hohe Lichtempfindlichkeit
und lässt sich einfach bedienen.
Bild: Mikrotron
nisanalyse, verspricht Mikrotron.
Beispielsweise könnten damit einzelne Produktionsschritte von
hochkomplexen sehr schnellen
Fertigungsprozessen in höchster
Detailauflösung bis in den µmBereich erfasst und exakt analysiert
werden.
Videosequenzen bis zu 12 s Aufnahmezeit werden laut Mikrotron
mit 560 fps bei einer Bildauflösung
von 2 336 x 1 728 Pixel direkt in das
RAM des Recorders gespeichert.
Durch den schnellen Datendownload vom RAM in den RAID Speicher des Systems sei der Recorder
schon in weniger als 4 min wieder
einsatzbereit.
Die kompakte EoSens CXP Kamera biete als Systemkomponente
einige Anwendungsvorteile. Bei
reduzierter Bildauflösung im vollen HD-Format 1 920 x 1 080 Pixel
werden 900 fps erzielt. Die stufen-
lose weitere Reduzierung der Bildauflösung gewährleiste bis zu
35 000 Bilder/s. Die Lichtempfindlichkeit ist bei bei Monochrome
3 200 ASA und bei RGB von 2 400
ASA hoch, berichtet Mikrotron.
Die Konfiguration und Bedienung des kompletten CVR-Systems
sei mit dem Software-Modul Mo­
tionBlitz Director2 einfach. Software-Tools wie beispielsweise Lifeview, Videobearbeitung und Exportfunktionen erweiterten die
Flexibilität und Anwendungsmöglichkeiten. Viele weitere Optionen
ermöglichen laut Hersteller Mikrotron die individuelle Anpassung
des Systems an die persönliche
Aufgabenstellungen.
www.mikrotron.de
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Handhabung ✔ Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Automatisierung · 25
Steuerungstechnik
Die kompakten
X20-Controller
verfügen serienmäßig über 32
eingebaute digitale und analoge I/Os. Bild: B&R
Kompakt-CPU lässt sich gut erweitern
Produktion Nr. 04-05, 2014
B&R hat sein X20-System um eine neue Reihe kompakter Steuerungen
mit integrierten I/Os erweitert. Weitere I/O-Module sind lokal anreihbar oder einfach über Kabel abzusetzen.
einfach über Kabel abgesetzt werden. Die neuen Kompaktsteuerungen werden in mehreren Leistungs- und Ausstattungsvarianten
angeboten. Serienmäßig sind sie
mit 32 eingebauten digitalen und
analogen I/Os ausgestattet und
Internet der Dinge, Cyber-physische
Systeme oder auch Industrie 4.0.
Egal, wie Sie es nennen wollen, eines
haben alle diese Bezeichnungen gemein:
Es geht um die Individualisierung der
Produkte unter den Bedingungen einer
hoch flexibilisierten Produktion, die
weitgehende Integration von Kunden
und Geschäftspartnern in Geschäftsund Wertschöpfungsprozesse und die
Verkopplung von Produktion und
hochwertigen Dienstleitungen, die dann
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Das Automatisierungs-Magazin für Unternehmer der verarbeitenden Industrie
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Erscheinungstermin: 14. November 2014
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PMA_industrial IT.indd 2
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R B AF E T
LLI G E N
TE
NI
AT-Lamprechtshausen (snö). Die
Sigmatek HMI-Serie für mobile
Einsatzgebiete ist um zwei laut
Herstellerangaben kompakte Control Panels erweitert worden: das
HGT 835 besitzt einen Touchscreen mit 8,4 Zoll Größe, das HGT
1035 mit 10,4 Zoll. Beide Handbediengeräte sind mit EDGE2-Technology-Prozessoren (2 x 800 MHz)
ausgestattet, die eine hohe Power
mit geringer Verlustleistung kombinieren, berichtet Sigmatek. Als
interner Speicher ist eine 512 MB
microSD Karte im Einsatz. Die mobilen Panels sind mit Not-Halt sowie Zustimmtaster und Schlüsselschalter ausgestattet, die letzten
beiden sind zweikanalig ausgeführt. Somit ermöglichen die mobilen Control Panels eine sichere
Bedienung der Anlage, verspricht
Sigmatek. Neben einem Varan- beziehungsweise Ethernet-Port steht
auch eine USB2.0 Schnittstelle bereit. Die TFT-Farbdisplays mit 800 x
600 (HGT 835) beziehungsweise
1024 x 768 Pixel (HGT 1035) Auflösung und LED-Backlight sorgen für
eine gute Visualisierung. Das ergonomische Design und das geringe
Gewicht von nur 950 beziehungsweise 1 100 g machen die Bedienung laut Sigmatek für Rechts- und
Linkshänder komfortabel.
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INDUS
Sigmatek hat seine HMI-Serie für
mobile Einsatzgebiete um zwei
Control Panels erweitert. Beide
ermöglichen dank Not-Halt und
Zustimmtaster eine sichere mobile Maschinenbedienung.
Eine Sonderausgabe der Fachzeitung Produktion
DNI
SU
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wicklungsumgebung Automation
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Die mobilen Bediengeräte eignen
sich sowohl für Rechts- als auch für
Linkshänder.
Bild: Sigmatek
Sicher bedienen
per mobilem
Control Panel
I/Os mit Hilfe einer Funktionsblock-Library mit Reaktionszeiten
bis zu 1 μs angesteuert werden,
verspricht B&R. Die Programmierung erfolgt vollständig IEC61131-konform über den Standard
FBD-Editor der B&R eigenen Ent-
KI
A-Eggelsberg (snö). Die neuen
Kompaktsteuerungen von B&R gehören zur Reihe der X20-CPUs und
sind mit integrierten I/Os ausgestattet. Das System lässt sich beliebig vergrößern, indem weitere
I/O-Module lokal angereiht oder
verfügen über einen x86-Prozessor. Powerlink, Standard Ethernet,
CAN, RS232 und USB stehen als
integrierte Schnittstellen zur freien
Verfügung.
30 verschiedene digitale Einund Ausgänge und 2 Analog-Eingänge sind in den Geräten in­
tegriert. Ergänzt wird die Produktpalette der neuen CPUs durch
zwei Varianten mit der neuen, ultraschnellen reACTION Technology. Dabei können die integrierten
Die Fachzeitung Produktion unterstreicht mit dieser
Sonderausgabe die Bedeutung dieses Themenbereichs
und zeigt auf, welche Lösungen die klassischen Bereiche
Automatisierung und IT für die Zukunft parat haben.
Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie
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26 · Praxis
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Lagertechnik
Automatik-Blechlager versorgt Bearbeitungsmaschinen
Dieses Automatik-Blechlager
versorgt vier
Blechbearbeitungsmaschinen.
Produktion Nr. 04-05, 2014
Der Streckmetall- und Lochblechhersteller Mevaco versorgt seine
Bearbeitungsmaschinen prozesssicher aus einem Automatik-Blechlager
Compact der Stopa Anlagenbau GmbH, Achern-Gamshurst. Damit kann
trotz zunehmender Kleinmengenaufträge die Lieferqualität aufrecht­
erhalten werden.
Achern-Gamshurst (rm). Alle
Teile sollten spätestens vier Tage
nach Auftragseingang versandfertig sein, unabhängig vom Artikel
und von der Stückzahl. Das gilt für
alle zweidimensionalen anwendungsspezifisch zugeschnittenen
Teile, also auch für Sonderformen.
Dafür wurde der bestehende Ablaufprozess analysiert, wobei sich
eine neue Lagerstrategie als effizienteste Lösung herauskristallisierte: weg von staplerbedienten Regalen, hin zum Automatiklager.
Seit der Inbetriebnahme arbeitet
Individuelle
Wunschprodukte
Die Mevaco GmbH, Hersteller von
Streckmetallen und Lochblechen,
ist 1998 aus der Fusion von Seidl +
Mayer und Sorst entstanden. Mevaco beschäftigt europaweit 135
Mitarbeiter an 16 Standorten, hat
etwa 20 000 Kunden und erzielte
2012 einen Umsatz von rund 60
Mio. Euro. Es besteht ein breites
Fertigungsspektrum an Streckmetallen, Lochblechen, Wellengittern, geschweißten Gittern und Zubehörteilen. Meist werden die Artikel hinsichtlich Material, Abmessungen und Ausführungen individuell angepasst.
der Hersteller produktiver und somit wirtschaftlicher. Es sind viele
Nebenzeiten entfallen, beispielsweise der Suchaufwand und etwa
23 000 Staplerfahrten im Jahr. Vorher mussten jährlich circa 14 000mal Bleche an die Anlagen ge­
fahren und die Restbleche wieder
zurücktransportiert werden. Aufgrund der erreichten Prozessoptimierung geht man von einer Amortisation des Lagers nach sechs Jahren aus. In dieser Kalkulation ist der
verringerte Aufwand an manuellen
Tätigkeiten ebenso berücksichtigt
wie der Fortfall von Maschinenstillstandszeiten, der daraus resultiert, dass die Anlagen jetzt direkt
an das Lager angebunden sind.
Die Bewegungen des Automatiklagers lassen sich exakt auf das
ein- und auszulagernde Material
abstimmen. So kann man für alle
Bleche Bewegungsprofile in den
Stammdaten der Lagerverwaltungs-Software hinterlegen. Dadurch werde eine höhere Prozesssicherheit bei rutschigem Material
und kurze Zykluszeiten beim Versorgen der Bearbeitungsmaschinen erzielt. Der jeweiligen Vorgabe
entsprechend, bewältigt das Zweimast-Regalbediengerät (RBG) seine Fahraufträge mit hohen oder
niedrigen Beschleunigungs- beziehungsweise Geschwindigkeitswerten. Die maximale Längsfahrtgeschwindigkeit von 150 m/min ist
Bild: Stopa Anlagenbau
GmbH
zum Beispiel bei Leerfahrten gefragt. Auf ein sanfteres Handhaben
setzt der Lagerbetreiber vor allem
bei verzinktem und rutschempfindlichem Material.
Das Lager mit hohem Raumnutzungsgrad besteht aus 20 zweireihig angeordneten Regalblöcken. In
dem gut 7,5 m hohen sowie fast
49 m langen und 5,5 m breiten System liegen auf 654 Lagerplätzen
Tafeln im Klein-, Mittel- und Großformat. Als Ladungsträger dienen
Flachpaletten, die mit Material im
Gewicht von bis zu 3000 kg beladen
Schnittstellen wurden ohne
Schwierigkeiten angepasst
werden dürfen. Eine in einen Industrie-PC integrierte RealtimeSoft-SPS steuert die Systemkomponenten des Lagers, das bei dem
Blechhersteller teilweise im DreiSchicht-Betrieb und mit einer Verfügbarkeit von fast 100 % arbeitet.
Gabelstapler heben die Blechpakete von den anliefernden Lkw und
legen sie auf einen Auspacktisch
und später auf den mit Ablagestempeln versehenen Scherenhubtisch der Warenein- und -ausgangsstation. Die Wareneingänge
werden über das Lagerverwaltungssystem von Stopa im eigenen
ERP-System gebucht.
Auslagerungen an die angebundenen Anlagen, drei Stanzmaschinen und eine Streckmaschine, initiiert das Produktionsplanungssystem des Betreibers. Es ist Bestandteil des ERP-Systems und kommuniziert mit der Lagerverwaltung.
Da das Lager mit Tandemstationen
ausgestattet ist, kann das RBG eine
Flachpalette mit Material vorlagern, während die angegliederten
Maschinen noch Bleche von einer
anderen Palette bearbeiten.
Die Blechtafeln werden nicht
automatisch an die Maschinen
übergeben. Vielmehr werden sie
mithilfe einer Vakuumtraverse angehoben und von unten manuell
mit Stanzöl eingesprüht, um einen
größeren Verschleiß der Stanz-
werkzeuge zu verhindern. Man lagert weder Fertig- noch Halbfertigteile zurück, sondern nur Restpaletten mit Rohblechen. Dabei wird
das Material auf dem RBG gewogen
und der Bestand in der Lagerverwaltung entsprechend aktualisiert.
Wird eine kleinere Streckmetallmenge benötigt, produziert man
das gewünschte Streckmuster aus
Blechtafeln, die das Automatiklager auf einem Scherenhubtisch
auslagert. Dessen Plattform kann
sich um 180° drehen, damit sich die
Flachpalette so ausrichten lässt,
dass der Bediener bei der manu­
ellen Übergabe der Tafeln einen
kurzen Weg zur Streckmaschine
hat. Die Lagersteuerung lässt für
diesen Vorgang eine Palette herausfahren, auf der eine Rollenbahn
installiert ist, um ein durchhängendes Band zu vermeiden.
www.stopa.com
Effizienz-Navi
Preis
Material
✔
Energie
Service
Handhabung ✔ Zeit
✔
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Anlagenschutz
Pakete gelangen schnell und sicher ans Ziel
Christian Jürgenhake, Produktion Nr. 04-05, 2014
Geräteschutzschalter von Phoenix Contact schützen Bildverarbeitungssysteme von Vitronic für die Paket- und Päckchenerfassung wirkungsvoll vor Ausfällen.
Blomberg (rm). Mithilfe einer
ausgeklügelten Logistik kommen
Päckchen und Pakete immer
schneller und sicherer ans Ziel.
Hochleistungskameras erfassen
dazu Barcodes und 2D-Codes der
Pakete im Rahmen der Fördertechnik und speisen die Daten in den
Sortierprozess ein.
Transportiert werden die Pakete
mit einer Geschwindigkeit bis
4,5 m/s. Lichtschranken und Sensoren sorgen dafür, dass die Kame-
Gut abgesichert
Mit Geräteschutzschaltern von
Phoenix Contact konnte Vitronic
auch die mit 24 VDC betriebenen
Lichtschranken und Sensoren einer
Paketverarbeitungsanlage wirkungsvoll absichern:
Verfügbarkeit erhöht
▶▶ Kompakte Bauweise
▶▶ Fernmeldekontakt integriert
▶▶ Steckbare Ausführung
ras bei dieser hohen Geschwindigkeit genau dann auslösen, wenn
ein Paket vorbeifährt. Weil die Pakete unregelmäßig auf das Förderband gelangen, befindet sich der
Barcode oder 2D-Code auch an
ganz unterschiedlichen Positionen
auf dem Band. Um ihn dennoch
lesen zu können, werden Mehrseiten-Lesesysteme mit bis zu sechs
Kameras von Vitronic eingesetzt.
Bislang war die Elektrokonstruktion so aufgebaut, dass die mit
24 VDC betriebenen Lichtschranken und Sensoren gar nicht und
die mit 230 VAC betriebenen Kamerasysteme mit herkömmlichen
Leitungsschutzschaltern
ohne
Hilfskontaktschalter abgesichert
wurden. Bei der Optimierung des
Anlagenkonzepts ging es hauptsächlich darum, die Verfügbarkeit
der Anlage zu erhöhen, wobei diese nicht größer werden sollte.
Daher musste die Elektrokonstruktion klein und kompakt werden.
Außerdem sollten Fehlerzustände
so schnell wie möglich zu einer
Bei einer Anlage zur schnellen und präzisen Paketverarbeitung mittels Kamerasystemen von Vitronic enthält der Versorgungsschaltschrank die Geräteschutzschalter (Mitte links und unten rechts).
Bild: Phoenix Contact
Leitwarte ferngemeldet werden
können, um drohende Anlagenstillstände zu vermeiden. Schließlich sicherte Vitronic dazu den
Steuerschrank, die Kameras,
Senso­ren und Lichtschranken mit
Geräteschutzschaltern CB von
Phoenix Contact ab. Bei einem
Fehler wird eine Abschaltung der
Sicherung sofort über den Fern-
meldekontakt an die Steuerung
weitergegeben. Auf diese Weise
kann ein eventueller Fehler schnell
gefunden und behoben werden, so
Phoenix Contact.
Mit 12,3 mm sind die Geräteschutzschalter schmaler als herkömmliche Leitungsschutzschalter, obwohl der Fernmeldekontakt
bereits integriert ist. Auf diese
Weise ließ sich der Leistungs­
umfang vergrößern und der Platzbedarf im Versorgungsschaltschrank verringern, so Vitronic.
Der Versorgungsschrank schaltet,
versorgt und sichert nun Steuerschrank, Kameras, Lichtschranken
und Sensoren umfassend ab. Die
Verbraucher im Sekundärkreis der
Stromversorgung müssen selektiv
abgesichert werden, sonst kann es
ebenfalls im Fehlerfall zum Anlagenausfall kommen.
Neben der geringen Größe und
der Sicherheit war auch die Flexibilität der Geräteschutzschalter ein
wichtiges Argument für den Einsatz.
Denn sie sind steckbar aufgebaut,
wobei je ein Sockel und ein Stecker
eine Einheit bilden. Dies hat den
Vorteil, dass die Verkabelung nicht
gelöst werden muss, etwa für einen
anderen Nennstrom. Die Verkabelung kann auch zu einem früheren
Zeitpunkt erfolgen, die jeweiligen
Nennströme können später vor Ort
bei der Inbetriebnahme flexibel
angepasst werden.
www.phoenixcontact.de
www.vitronic.de
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30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Energie-Effizienz · 27
EEG-Novelle
Neuer Anlauf: EEG-Umlage auf ‚Eigenstrom‘
Michaela Neuner; Produktion Nr. 04-05, 2014
Während das Tauziehen mit der EU um die EEG-Ausgleichsregelung
andauert, ist bereits eine Ausweitung der EEG-Umlage angedacht. Im
Visier: selbst genutzter Strom aus eigener Produktion.
Landsberg. Wenn im Frühjahr die
nächste EEG-Novelle auf der Tagesordnung steht, soll neben neuen
Vergütungs- und Ausnahmeregelungen auch eine Ausweitung der
EEG-Umlage verhandelt werden:
Eine Umlage auf selbst erzeugten
und selbst verbrauchten Strom. So
steht es im Koalitionsvertrag von
CDU/CSU und SPD und auch im
aktuellen Eckpunktepapier von
Bundeswirtschaftsminister Sigmar
Gabriel in dem er skizziert, wie er
die Kosten für die Energiewende im
Zaum halten will: „Weiterhin setzen wir uns dafür ein, dass im
Grundsatz die gesamte Eigenstromerzeugung an der EEG-Umlage beteiligt wird“, heißt es dazu im
Koaltionsvertrag.
‚Vertrauensschutz‘ für
bestehende Anlagen
Entlastungen sind nur für KraftWärme-Kopplungs-Anlagen und
Anlagen zur Kuppelgasnutzung
vorgesehen. Für kleine Anlagen ist
eine Bagatellgrenze geplant. Und:
„Vertrauensschutz für bestehende
Eigenerzeugung wird gewährleistet“, versprechen die Koalitionäre.
Was keine Selbstverständlichkeit
ist: Einen gesetzlich festgeschriebenen Bestandsschutz für die Befreiung vorhandener Anlagen von der
Umlage gibt es im EEG nicht.
Eine Umlage für Solaranlagenbesitzer, die ihren Strom selbst ver-
brauchen, hatte schon der letzte
Bundesumweltminister Peter Altmaier im Januar 2013 im Rahmen
seiner ‚Strompreis-Bremse‘ vorgeschlagen. Er wollte außerdem einen
‚Energie-Soli‘ auf Bestandsanlagen
erheben. Davon erhoffte sich Altmaier Einnahmen in Höhe von bis
zu 300 Mio Euro. „Ich halte es nicht
für vertretbar, dass private Stromverbraucher, Mittelstand und
Handwerk das ausschließliche Risiko von Strompreis­steigerungen im
Zuge der Energiewende tragen“, erklärte er. Gabriel kritisierte die Pläne
damals als „durchsichtiges SchauManöver“, welches nur Investoren
verunsichere.
Bisher muss auf Strom aus eigenen Erzeugungsanlagen keine
EEG-Umlage entrichtet werden, solange der selbst erzeugte und verbrauchte Strom nicht durch ein öffentliches Netz geleitet bzw. „im
räumlichen Zusammenhang zu der
Stromerzeugungsanlage
verbraucht wird“ (§ 37 EEG). Dies gilt
unabhängig davon, ob de Strom aus
fossilen Brennstoffen oder regenerativen Energien erzeugt wird.
Auch das Netzentgelt entfällt für
den selbst erzeugten und verbrauchten Strom. Allerdings nutzen
viele Eigenstromerzeuger trotz eigener Stromerzeugungsanlagen die
öffentliche Infrastruktur, da sie mit
ihren Anlagen in der Regel nicht
ihren kompletten Strombedarf decken. So gesehen sei es abhängig
Industrielle Eigenstromproduktion in Deutschland
In 2011 wurden nach Angaben der AG Energiebilanzen in Deutschland netto 567,8 Mrd kWh Strom erzeugt. Knapp 250 Mrd kWh davon verbrauchten
Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe.
Quelle Grafik: VIK 2013
von der Betrachtungsweise, ob man
Eigenstrom mit Umlagen belasten
könne oder nicht, findet der energiepolitische Sprecher des VDMA,
Thorsten Herdan: „Das, was ich in
meiner eigenen Firma mache, dürfte eigentlich keinerlei Umlage in
welcher Form auch immer bekommen“, stellt er klipp und klar fest.
EEG-Umlage auf (EE-)Strom
aus eigener Erzeugung
Andererseits: „Ich muss natürlich
dann, wenn ich Strom beziehen
will, auch für die gesamte Infrastruktur, die dahinter steht, bezahlen. Aber das hat mit der EEG-Umlage nichts zu tun.“
Bundeswirtschaftsminister Gabriel will mit dem neuerlichen Vorstoß Richtung Eigenstrom „die Entsolidarisierung beenden“, wie er
sagt. Weil „immer mehr sich nicht
deshalb an Eigenstromerzeugung
machen, weil das für sie aus ihrer
wirtschaftlichen Struktur sinnvoll
ist, sondern um sich der EEG-Umlage und anderer Umlagen zu entziehen. Das heißt aber, wer das nicht
kann, insbesondere der Mittelstand, für den steigen die Kosten“,
erklärte er im Vorfeld der KabinettsKlausur in Meseberg letzte Woche.
Unklar ist bislang noch, wer die
EEG-Umlage auf Eigenstrom letztendlich bezahlen wird: Bestehende
Anlagen sollen laut Koalitionsvertrag Vertrauensschutz genießen.
Die meisten Betreiber größerer Industriekraftwerke gehören zum
Kreis der Unternehmen, die bislang
schon von EEG-Ausnahmeregelungen profitieren. Bleiben in der Industrie also vor allem Besitzer
künftiger KWK- und PV-Anlagen,
die bei ihrem Eigenstromverbrauch
nicht unter die Bagatellgrenze fallen.
Die Wirtschaftlichkeit von KWKEigenstrom-Anlagen würde bei Belastung mit einer zusätzlichen Umlage stark leiden. Anhand eines
Fallbeispiels haben Wissenschaftler
der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) ausgerechnet, dass
sich bei voll zu zahlender EEGUmlage die Amortisationszeit um
32 Monate verlängerte. Selbst bei
einer reduzierten Umlage in Höhe
von vier Cent pro Kilowattstunde
wären es immer noch 14 Monate
mehr als bisher.
Entsprechend sorgten bereits Alt­
maiers Pläne zur ‚StrompreisBremse‘ für Verunsicherung: „Konkret geplante KWK-Eigenstromprojekte in der Industrie wurden aufgrund der befürchteten Zusatzbelastungen, die die Wirtschaftlichkeit
der Projekte zunichte machen würden, auf Eis gelegt“, stellte der Verband der Industriellen Energie- und
Längere Amortisationszeiten
für KWK-Eigenstrom-Anlagen
Kraftwirtschaft (VIK) fest. Das wäre
jedoch nicht im Sinne des Gesetzgebers. Auch die neue Bundesregierung will am alten Ziel festhalten,
den Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Nettostromerzeugung
bis zum Jahr 2020 auf 25 % zu erhöhen. Sollte eine Mindestumlage auf
Eigenstrom angestrebt werden,
müsse deshalb auf jeden Fall die
positive Entwicklung der KWK berücksichtigt werden, fordert Thorsten Herdan. Die angedachte Bagatellgrenze weise „in die richtige
Richtung“.
Produkt der Woche
Energie-Spar-Tipp
Was man über Kühltechnik wissen sollte
Produktion Nr. 04-05, 2014
In der Rittal Technik-Bibliothek ist der zweite Band ‚Schaltschrank- und
Prozesskühlung‘ erschienen. Das Fachbuch vermittelt Grundlagenwissen und gibt praktische Hinweise für Projektierung und Betrieb.
Herborn (mn). Warum ist Wärmeabführung aus einem Schaltschrank notwendig? Wie sehen
physikalische Berechnungsgrundlagen aus? Welche energieeffizienten Kühltechnologien gibt es –
auch für die Abführung hoher
Verlust­leistungen? Auf solche und
viele andere Fragen, die sich vielen
Maschinen- und Anlagenbauern
stellen, gibt der zweite Band der
Rittal Technik-Bibliothek umfassend und kompetent Antwort. Der
Autor Dipl.-Ing. Heinrich Styppa
war Bereichsleiter bei Rittal in Herborn und in dieser Funktion international verantwortlich für Schaltschrank-Klimatisierung und Prozesskühlung.
Das Fachbuch vermittelt Expertenwissen über aktive Wärmeabführung durch Luftumwälzung,
Filterlüfter, Luft/Luft-Wärmetauscher oder thermoelektrische Kühler. Es behandelt die flüssigkeitsbasierte Kühlungslösungen bei hohen Verlustleistungen, die aktive
Klimatisierung mit SchaltschrankKühlgeräten sowie die exakte Auslegung und Dimensionierung der
Kühltechnik mithilfe von SoftwareTools.
Fachwissen vom Experten: der zweite
Band der Rittal-Technik-Bibliothek
‚Schaltschrank- und Prozesskühlung‘.
Bild: Rittal
Auch der fachgerechte Schrank­
aufbau mit Geräten und Betriebsmitteln wird thematisiert. Dazu
gibt das Rittal-Fachbuch nützliche und praktische Tipps. Aufgezeigt werden etwa Lösungen für
effiziente Luftführung im Schaltschrank, aber auch typische Projektierungsfehler aus der Praxis.
Für die Maschinen- und Prozesskühlung werden Einsatzmöglichkeiten von Rückkühlern zur energieeffizienten Wasserkühlung in
der industriellen Fertigung sowie
zum Betrieb von Rechenzentren
vorgestellt.
Schaltschrank-Wissen
kompakt auf 96 Seiten
Das Fachbuch kann direkt bei
Rittal bezogen werden bzw. steht
als PDF zum Download unter
http://www.rittal.com/imf/none/5_1092. Die englische Version
erscheint in Kürze. ‚Schaltschrankund Prozesskühlung‘ ist der zweite
Band der Rittal Technik-Bibliothek.
Thema von Band 1 ist ‚Der normgerechte Schalt- und Steuerungsanlagenbau – Anwendung der DIN
EN 61439‘. Wie Band 2 kann er sowohl heruntergeladen als auch als
Print-Ausgabe bei Rittal bestellt
werden.
www.rittal.com
Hybritec-Kombinationstrockner von
Kaeser: stabile
Drucktaupunkte
bis -40 °C. Bild: Kaeser
Druckluft kühl und trocken
Produktion Nr. 04-05, 2014
Coburg (mn). Niedrigere Drucktaupunkte bis minus 40 °C, auch für
höhere Liefermengen, lassen sich
mit den neuen Kombitrocknern von
Kaeser erreichen. Sie vereinen Kälte- und Adsorptionstrocknung in einem Gerät. Kaeser hat das Konzept,
das es bisher bis zu einem Volumenstrom von 20 m³ gab, nun auf Volumenströme bis 67 m³/min erweitert.
Im Vergleich zu herkömmlichen, separat betriebenen warmregenerierten Adsorptionstrocknern (für
Drucktaupunkt bei -40 °C ohne Kältetrockner als Vortrockner) ermöglichen die neuen Hybritec-Trockner
der Baureihen DTI bis DTH durch die
Kombination zweier Trocknungsverfahren laut Hersteller eine Energieeinsparung um bis zu 50 %. Der ge-
ringere Leistungsbedarf, die niedrigen Prozesstemperaturen und langen Trocknungszyklen verringern
zudem die mechanische und thermische Beanspruchung der Komponenten, was die Lebenszeit verlängert und Life Cycle-Kosten reduziert.
Durch die relativ niedrigen Prozesstemperaturen und langen Kühlphasen bieten die Kombinationstrockner auch stabilere Drucktaupunkte
bei niedrigen Druckluftaustrittstemperaturen. Eine geschickte Anordnung der Komponenten im Innenraum verbesserte die Servicefreundlichkeit und reduzierte den erforderlichen Platzbedarf um bis zu 49 %.
Für eine einfache und sichere Bedienung sorgt das Steuerungskonzept
der Eco Control mit intuitiv bedienbaren Touchpanel.
www.kaeser.de
28 · Management
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Chinesisches Jahr des Pferdes
INTERVIEW
CHRISTIAN HARM, HEAD OF BUSINESS DEVELOPMENT BEI KION
‚Führungskräfte kommen aus den Regionen‘
GUNNAR KNÜPFFER, PRODUKTION NR. 04-05, 2014
Wie die Kion Group den chinesischen Markt eroberte, verrät Christian
Harm: Der Material Handling-Anbieter betrat den Markt vor über 20
Jahren, engagierte lokale Führungskräfte und produziert vor Ort.
„Wir haben ein starkes lokales Management nicht nur in China, sondern auch in den anderen Wachstumsregionen.“
Welche Hürden mussten Sie bei
der Internationalisierung von
Kion überwinden?
Das wichtigste Thema war der
Lernprozess, den wir durchlaufen
mussten, um zu verstehen, dass
die Anforderungen an unsere Produkte, an unsere Dienstleistungen
in den verschiedenen Wachstumsregionen andere sind als die,
die wir in unserem angestammten
Heimatmarkt in Europa erfolgreich bewältigt haben.
Christian Harm, Head of Business
Development bei Kion
Wie sehen die Anforderungen
aus?
In Europa leben wir davon, dass
wir neben dem Produktgeschäft
auch ein umfassendes Serviceund Dienstleistungsgeschäft haben – damit machen wir 40 Prozent unseres Umsatzes, das ist eine wesentliche Stütze unseres Geschäfts. In den Wachstumsmärkten ist dieses Geschäft dabei, sich
zu entwickeln. Wir mussten lernen, dass wir dort Geschäftsmodelle entwickeln, die diese Säule
erst mitaufbauen müssen, und
wohnten Qualität gestaltet sind,
und der Produktpreis eine größere
Rolle spielt. Und letztlich ist sehr
erfolgskritisch, dass man in der
Produktion nahe an die Märkte
herankommt, um die Produkte
absetzen zu können.
Wie waren denn Ihre Erfahrungen mit den chinesischen Behörden?
Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit. Linde China war zunächst ja auch ein Joint-Venture
gewesen, das wir schon sehr früh
in 100-prozentige Eigentümerschaft übernehmen konnten. Das
war eine sehr gute Zusammenarbeit, die ja in der Automobilindustrie bis heute noch nicht gelungen
ist. Es gibt eigentlich keinen Punkt,
über den wir uns beklagen können.
Sie hatten bis auf die Produktanpassungen keine großen Probleme zu bewältigen.
Es ist mehr ein fortwährender
Lernprozess als ein Problem. Ich
sehe keine von außen
kommenden Hürden,
„Wir entwickeln und produzieren
die unserer Entwicklung entgegenstehen
zunehmend dort, wo unsere
oder entgegenstanAbsätzmärkte sind.“
den. Es ist einfach ein
organisatorisches LerChristian Harm,
nen, um mit dem AnHead of Business Development bei Kion
derssein von Märkten
zurecht zu kommen;
dass wir uns nicht auf diese Säule auch das mussten wir in der Zeit
von Anfang an verlassen können. lernen. Es hat mit Sicherheit auch
Da kommen wir beispielsweise in geholfen, ein lokales Management
China sehr gut voran. Dieses mar- aufzubauen, dessen Kenntnis der
genstarke und relativ konjunk- Region und der jeweiligen Märkte
turunempfindliche Geschäft wird ein unschätzbares Kapital ist.
auch dort immer wichtiger. Inzwischen machen Serviceleistungen
Das lokale Management bauen
in China bereits mehr als 25 ProSie weiter aus?
zent des Umsatzes aus. Die Grund- Das haben wir mittlerweile auslage dafür sind rund 90 000 Fahr- gebaut. Sämtliche Regionsverzeuge, die inzwischen landesweit antwortliche außerhalb Europas
bei über 15 000 Kunden im Einsatz stammen aus der jeweiligen Regisind. Das zweite ist, dass die An- on. Wir haben keine deutsche Exforderungen an die Produkte na- patriate-Organisation mehr auf
türlich etwas anders sind, Produk- dieser Führungsebene. Mittlerte auch einfacher, aber natürlich weile stammt jede Führungskraft
in der von Kion-Produkten ge- aus der Region, die sie verantwortet. Das haben wir über die letzten
VITA
Jahre, in China muss man sagen
Jahrzehnte, aufgebaut. Mit Sicherheit ist das auch erfolgskritisch.
Christian Harm
Seit 2012 ist Christian Harm Vice
President Strategy and Business
Development der Kion Material
Handling GmbH. Von 2006 bis
2012 hatte er die Position des Vice
President Purchasing in der Kion
Group GmbH inne. Davor war
Harm, der Handelswissenschaften
an der Wirtschaftsuniversität Wien
studiert hat, Leiter Einkauf Material Handling der Linde AG in Wiesbaden. Zuvor war der 46-Jährige
für die Österreichische Unilever
GmbH sowie McKinsey & Company
tätig gewesen.
Das trifft auch für die oberste
Führungsriege zu?
Das trifft insbesondere für die
oberste Führungsriege zu. Bei der
Kion Group gibt es auch Chinesen, die Führungsaufgaben in
Deutschland gehabt haben und
die wieder zurückgekehrt sind.
Natürlich haben wir nach wie vor
einen Expertenaustausch mit den
Regionen auch aus Europa heraus.
Es wäre fahrlässig, das nicht zu
machen. Denn das ist unser angestammter Heimatmarkt. In Zukunft werden wir das auch forcieren. Aber in der obersten Füh-
Christian Harm ist seit 2012 Vice President Strategy and Business Development von Kion Material Handling.
rungsriege haben wir keine deutschen Expatriates in der Regionalverantwortung.
Welche Erfolge haben Sie in
China erzielt?
Wir sind mit großem Abstand der
größte nicht-chinesische Anbieter
in China. Im lokalen Markt sind
wir die Nummer drei und wachsen
dort auch weiterhin mit dem
Marktpotenzial mit. Das ist eine
sehr gute Erfolgsbilanz, die wir
dort zeigen können. In den ersten
neun Monaten 2013 konnten die
Marken der Kion Group in China
12 577 Fahrzeuge und damit acht
Prozent mehr verkaufen als im
Vorjahreszeitraum – ein neuer Rekord. Der Umsatz belief sich in
dieser Zeit auf 237,8 Millionen Euro. Insgesamt arbeiten rund 3 200
Menschen für die Kion Group in
China, davon über 1 200 in der
Produktion und rund 1 500 in Vertrieb und Service.
Was war der Grund von Kion
für die Expansion insbesondere
nach China?
Der Hintergrund ist ganz klar die
Entwicklung unserer Märkte in
unserer Branche. Im Jahr 2003
machte China ungefähr 8 Prozent
des Weltmarkts der Industrial
Trucks aus. 2013 ist der Anteil
dann schon auf rund 25 Prozent
angestiegen. Die Wachstumsmärkte insgesamt, China im Besonderen, haben ganz erheblich an Bedeutung gewonnen. Das kombiniert mit unserem Anspruch, unsere Weltmarktposition nicht nur
zu halten sondern auszubauen,
führt dazu, dass wir uns als Kion
Group verstärkt internationalisieren und entsprechend aktiv sind.
Was wir mittlerweile geschafft haben, ist, dass mehr als jeder dritte
Auftrag für einen neuen Stapler
aus einer Wachstumsregion
kommt. Daran wird deutlich, wie
wir von der Globalisierung und
der Entwicklung unserer Absatzmärkte profitieren.
Das Engagement von Weichai
Power bei Kion wirkte sich si-
Bild: Kion
cherlich auf Ihre Strategie aus.
mal mehr als 20 Händler zum beEs gibt eine ganze Kette von Akti- stehenden Vertriebs- und Servicevitäten, die wir in der Vergangen- Netzwerk hinzugekommen. Und
heit schon gestartet haben. Wei- wir haben, das sollte man nicht
chai Power ist natürlich ein we- unterschätzen, auch mittlerweile
ein starkes lokales Management
sentliches Element an der Stelle.
Begonnen hat das alles aber schon nicht nur in China, sondern auch
viel früher. Ende vorigen Jahres in den anderen Wachstumsregiohaben wir das 20-jährige Jubiläum nen. Und lokales Management beunserer Premiummarke Linde in deutet auch, dass wir ebenso im
China gefeiert. Wir waren der erste Konzernvorstand der Kion Group
westliche Hersteller, der in unse- ein chinesisches Mitglied haben.
rer Branche nach China gegangen Auch auf diese Weise wird deutist. Wir sind im lokalen Markt die lich, welche besondere Bedeutung
Nummer drei und mit großem Ab- dem Thema Wachstumsmärkte
stand der größte nichtchinesische beigemessen wird.
Anbieter in der Branche. Das liegt
ganz einfach daran, dass wir sehr
Welche Herausforderungen befrüh vor Ort aktiv waren. Wir hastehen noch in China?
ben zwischenzeitlich auch weitere Wir wollen weiterhin mit den EntAkquisitionen getätigt. Schon 2009 wicklungen in dem Markt wachhaben wir Anteile an dem chine- sen. Auch in China wird die Besischen Anbieter Baoli erwor- deutung des Services-Bereichs zuben, den wir zwischenzeitlich nehmen. Das spielt uns in die
auch vollständig übernommen Hände, weil wir in unserem eurohaben. Die Beteiligung von Weich- päischen Stammgeschäft stark in
ai an uns und die Kooperation, die dem Bereich sind. Das müssen wir
daraus erwachsen ist, sind natür- dann wieder anpassen an die lolich ein weiterer Bestandteil, der uns
„Auch in China wird die Bedeutung des
hilft, in den wichtigen
Service-Bereichs zunehmen. In unseasiatischen Märkten
schneller und weiter
rem europäischen Stammgeschäft sind
voranzukommen.
wir stark in diesem Bereich.“
Zugleich loten wir
Potenziale aus, um
Christian Harm
Synergien zu heben,
beispielsweise beim
Einkauf.
kalen Bedürfnisse. Das ist eine Herausforderung für China, der wir
uns stellen müssen. Auch müssen
Wie sieht Ihre aktuelle Stratewir immer wieder unser Portfolio
gie in China aus?
Kern unserer Strategie ist, dass wir überarbeiten, um wettbewerbsfäzunehmend dort entwickeln und hig zu bleiben. Unser Marktanteil
produzieren, wo unsere Absatz- in China beträgt rund sieben Promärkte sind. Wir haben eine Infra- zent, langfristig streben wir einen
struktur nicht nur in der Produkti- zweistelligen Wert an.
on in lokalen Märkten wie in China aufgebaut, sondern auch in der
Welche Zukunftspläne haben
Forschung & Entwicklung. Wir beSie?
treiben ein F&E-Zentrum in Asien, Wir werden unser Vertriebs- und
das mittlerweile über 260 Mitar- Service-Geschäft weiter ausbaubeiter umfasst. Unsere Distributi- en. Und unsere Aktivitäten im Beonsnetze haben wir sehr stark aus- reich Forschung & Entwicklung
gebaut, mittlerweile ist die 100. werden wir weiter verstärken, um
Service-Niederlassung in China unsere Größenvorteile in China
eröffnet. Durch die Partnerschaft auch für andere Welt-Regionen
mit Weichai Power sind noch ein- nutzen zu können.
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
IT für die Industrie · 29
Unternehmens-Software
ERP erhöht Effizienz im VEB Zahnradwerk
Volker Vorburg, Produktion Nr. 04-05, 2014
Bei der erfolgreichen Privatisierung des ehemaligen VEB Zahnradwerk
Pritzwalk konnten nicht zuletzt mit Hilfe eines ERP-Systems die IT
Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gesichert
werden.
Pritzwalk (tbö). Nach der Priva­
tisierung des im brandenburgischen Pritzwalk gegründeten VEB
Zahnradwerk Pritzwalk führte man
das PPS-System eines kleinen Softwarehauses ein, das jedoch in
Konkurs ging. Allerdings hatte dieses System alle typischen Nachteile
eines DOS-basierenden Systems.
„Wollten wir unsere täglichen Umsatzdaten abrufen, dauerte das
Carsten Binder: „Bei unseren Produkten kommt es darauf an, dass man
die Verfolgung auch in Vorwärtsrichtung machen kann.“
Bilder: Pritzwalk
manchmal bis zu fünf Minuten. Im
Großen und Ganzen wurde zwar
alles abgebildet, aber Geschwindigkeit, Flexibilität und Durchgängigkeit ließen doch zu wünschen
übrig“, erläutert Pritzwalk-Geschäftsführer Dr. Carsten Binder.
Lieferantenbewertung ist im
System inklusive
Nach intensiven Validierungen
mehrerer Anbieter installierte man
die ERP-Lösung Microsoft Dynamics NAV ein. Ein Hauptargument
stellte dabei die für die Mitarbeiter
gewohnte Windows-Nähe dar.
Überdies bildete das System alle
geforderten Funktionalitäten ab;
individuelle Geschäftsprozesse ließen sich durch einfache Anpassungen integrieren. Spezielle Anforderungen wie die Qualitätssicherung
decken heute Zusatzmodule des
Microsoftpartners Cosmo Consult
ab, der neben Implementierung
und Betreuung Zusatzprogramme
entwickelt, die völlig in Dynamics
NAV integriert sind.
„Wir fertigen viele abnahmepflichtige Produkte für die Marineund Offshoreindustrie sowie Energietechnik und Kraftwerksbau. Da
(Links) Auch dank ERP: 350 Pritzwalk-Mitarbeiter fertigen Zahnräder und erwirtschaften einen Umsatz von 40 Mio Euro. (rechtes Bild) In der Härterei wird der durchgetaktete Fertigungsprozess unterbrochen, Chargen werden gesammelt und nach technischen Parametern zusammengestellt.
kommt es darauf an, dass man die
Verfolgung der Produkte auch in
Vorwärtsrichtung machen kann“,
erklärt Binder die Anforderungen
an das ERP-System. Zu den von
Cosmo Consult entwickelten und
Produktverfolgung auch in
Vorwärtsrichtung möglich
implementierten Modulen gehören noch cc|mobile solution für die
mobile Warenerfassung per Barcode in Dynamics NAV und
cc|lieferantenbewertung, das alle
Lieferanten nach einem tagesgenauen Raster und nach ihrer Liefertreue und Qualität einstuft.
In der Härterei wird der strikt
durchgetaktete Fertigungsprozess
unterbrochen, Chargen werden
gesammelt und nach technischen
Parametern wie der materialbedingten Einhärtetiefe zusammengestellt.
Der gesamte Wärmebehandlungsverlauf einschließlich der
Atmo­sphärenzusammensetzung
wird exakt vom ERP-System dokumentiert und archiviert. In der
Endkontrolle misst man die Teile
noch einmal und erstellt ein Pro­
tokoll. Sämtliche Messprotokolle
sind ebenfalls im System. Erst
wenn alle Daten erfasst und ausgewertet sind, erfolgt eine endgültige
Fertigmeldung und das Produkt
kommt ins Fertigteillager.
„Insgesamt hat sich bei uns einiges geändert – und damit verbessert. Vor allem ist die gute Übersichtlichkeit von Dynamics NAV zu
nennen. Umsätze, Fertigungsleistung und Auftragseingänge kann
ich zu jedem Zeitpunkt abfragen“,
nennt Binder Vorzüge des neuen
Systems. „Wir sehen uns als Qualitätsführer und Hersteller mit einem sehr breiten Spektrum. Da
bieten uns außer dem durchgängigen ERP-Standard vor allem die
Zusatzmodule einen echten Mehrwert“, konstatiert der Geschäftsführer abschließend.
Software
Industrie 4.0
Produkte flexibler entwickeln
Die Produktionsanlage
der Zukunft soll sprechen
Produktion Nr. 04-05, 2014
Die aktuelle Version der NX Software von Siemens (NX 9) bringt
neue Funktionen und weiterentwickelte Technologien für mehr
Flexibilität bei der Produktentwicklung.
Köln (hwe). Weltweit ist die Modellierung in 3D die bevorzugte
Konstruktionsmethode. Allerdings
sind in nahezu allen Branchen weiterhin auch 2D-Zeichnungen und
Produktdaten in 2D in einer Vielzahl digitaler Formate im Einsatz,
zumindest in einigen Bereichen
der Produktentwicklung. Inkompatible Datenstrukturen und uneinheitliche CAD-Technologien
gestalten die Arbeit mit diesen
2D-Dateien aber üblicherweise
zäh und zeitaufwändig. Synchronous Technology für 2D reichert
die 2D-Daten mit intelligenten Informationen an und löst so diese
Probleme. Eine Umwandlung ist
dabei nicht nötig, Anwender bearbeiten Multi-CAD-Dateien in 2D
auf diese Weise bis zu fünfmal
schneller. Das ist besonders für
Branchen mit besonders hohem
Altbestand an 2D-Produktdaten
hilfreich, wie etwa die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt
oder den Maschinenbau.
Verschiedene Branchen profitieren von bis zu fünfmal höherer
Produktivität. Innovative Werkzeu-
Produktion Nr. 04-05, 2014
Vergleich zwischen konventioneller Bearbeitung (links) und Verwendung der
Software NX9.
Bild: Siemens
ge, wie zum Beispiel Synchronous
Technology für 2D, erleichtern die
Bearbeitung von 2D-Daten erheblich. Die neu eingeführte FourthGeneration-Design-(4GD)-Technologie macht die Konstruktion
großer Baugruppen noch produktiver. Mit der NX Applikation Realize Shape steht jetzt außerdem ein
neuer Technologieansatz für die
NX9-Software ist in das
Siemens-PLM eingebunden
Freiformkonstruktion zur Verfügung, der optimal in den Entwicklungsprozess integriert ist. NX 9 ist
über die Active-Workspace-Umgebung von Siemens noch besser in
das Product Lifecycle Management (PLM) eingebunden. Insgesamt hat die integrierte Lösung für
Computer Aided Design, Manufacturing und Engineering (CAD/
CAM/CAE) zahlreiche weitere Ver-
besserungen in allen Bereichen
erfahren. Sie alle gehen auf Herausforderungen
verschiedener
Branchen wie dem Automobilbau,
der Luftfahrtindustrie, dem Schiffbau, der Konsumgütersparte oder
dem Maschinenbau ein und schaffen dadurch Mehrwert.
NX 9 enthält weitere Verbesserungen in fast allen Bereichen von
CAD, CAM und CAE. Mit 4GD wird
ein neues Paradigma für die Datenverwaltung eingeführt, das vielfältige und effiziente Methoden für
die Zusammenarbeit und die Konstruktion im Baugruppenzusammenhang ermöglicht. Damit lassen sich komplexe, großformatige
Produkte mit Millionen von Bauteilen schneller konstruieren.
www.siemens.com
Effizienz-Navi
Preis
Material
Energie
Service
Handhabung Zeit
✔
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
Technologieunternehmen und
Forschungsinstitute aus Ostwestfalen-Lippe wollen sprechende
Produktionsanlagen entwickeln,
die flexibel, ressourcenschonend
sowie menschlich und intuitiv
sein sollen.
Lemgo (TBÖ). Zwei scheinbar
unter­schiedliche Welten mit eigenen Kommunikationsformen sollen nach Angaben der Netzwerkpartner des Centrum Industrial IT
(CIIT) in einem Industrie 4.0-Entwicklungsprojekt über gemeinsame Ausdrucksmittel miteinander
verknüpft werden. Die Technik
solle menschliche Sprache, Gestik
und Mimik verstehen, verarbeiten
und benutzen. Dass diese Vision
irgendwann Wirklichkeit werde,
davon seien die Macher des CIIT
überzeugt.
Die Unternehmen Weidmüller,
Phoenix Contact, KBA-NotaSys, ISI
Automation, Fischer Mess- und
Regeltechnik, KW-Software, MSFVathauer Antriebstechnik und
OWITA forschen demnach gemeinsam mit dem Institut für industrielle
Informationstechnik
(­inIT) der Hochschule OWL und
dem
Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation
(IOSB-INA). Zusammen möchten
Fertigungstechnik soll eines Tages
menschliche Sprache, Gestik und Mimik verstehen, verarbeiten und benutzen.
Bild: Fotolia
die Partner einen entscheidenden
Beitrag für die Fabrik der Zukunft
leisten.
„Damit der Mensch mit diesen
Neuerungen nicht überfordert
wird und – im Gegenteil – die komplexe Produktionsanlage besser
versteht, müssen Menschen und
Maschinen eine gemeinsame
Sprache sprechen“, so Professor
Oliver Niggemann vom inIT und
Fraunhofer. In Zukunft seien Assistenzsysteme vorstellbar, die den
Menschen in der täglichen Arbeit
in der digitalen Fabrik unterstützen.
www.ciit-owl.de
Effizienz-Navi
Preis
Material
Energie
Service
Handhabung Zeit
Lebensdauer
Kosten senken mit Produktion
30 · Initiative Pro Standort Deutschland
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Eine Initiative der Zeitung Produktion
www.wattsindustries.de
Intelligente Lösungen für die Gebäudetechnik
www.ZAE.de
Funkenerosion
Deutschland ist besser als sein Ruf. Die Initiative „PRO Standort Deutschland“ setzt sich für Erhalt, Stärkung und Ausbau des Industriestandortes Deutschland ein.
Haben Sie auch Interesse? Mehr Infos bei Bettina Fischer, Tel.-Nr. 0 81 91/125-844.
30. Januar 2014 · Nr. 04-05 · Produktion ·
Office Tools · 31
Technische Details
Gewicht: 88 g
Prozessor: 1,2-GHz-Dual-Core
Kompatibel mit Android 4.0.4
interner Speicher: 8 GB
Akkuleistung: bis zu 6 h
Preis: 699,00 Euro
Sichtfeld: bis zu 812 cm Breite in
qHD-Auflösung
Kontakt: www.epson.de
Technische Details
Einen Blick durch die Brille der Zukunft riskieren
Display: 2,0-Zoll-/5,1-cm-Farb-LCD
interner Speicher: 4 GB
Dateispeicherformat: MP3, WMA oder 48
kHz/16 Bit Linear-PCM-Format
Recorder: 48 kHz/16 Bit Linear-PCM
Preis: 199,00 Euro
Kontakt: www.olympus.de
Die Moverio-BT-200 ist die zweite Generation der transparenten Smart-Brillen von Epson. Sie ist etwa nur halb so groß und mit 88 g um 60 % leichter
als das Vorgängermodell BT-100. Ab Mai 2014 sind die entsprechenden
Apps für Benutzer erhältlich. Auch für eine Vielzahl von Anwendungen im
kommerziellen und vertikalen Bereich erweist sich die BT-200 als effektives
optisches Tool. Sie kann zum Beispiel für Schulungen, in der Logistik, im
wissenschaftlichen Bereich oder für Sicherheitsdienste eingesetzt werden.
Technische Details
Länge: 1,80 m
Apple 30-polig auf USB: 14,99 Euro
Lightning auf USB: 19,99 Euro
Micro USB auf USB: 9,99 Euro
Preis: 9,99 - 19,99 Euro
Kontakt: www.pny.eu
Im Büro und unterwegs stets gut verbunden
PNY Technologies bietet neben Speicher-, Upgrade- und Grafiklösungen
nun auch ein Kabelsortiment an. Die Kabel sind für unterschiedliche Anschlüsse geeignet und erleichtern das Aufladen und den Datentransfer, zum
Beispiel von Präsentationen. Dank der Länge von 1,80 m und der leichten,
widerstandsfähigen Bauweise sind diese Kabel überall im täglichen Gebrauch einsetzbar, sowohl im Auto auf Geschäftsreise als auch im Büro am
Schreibtisch. Für Apple-Geräte ist ein spezielles Kabel erhältlich.
Technische Details
Display und Auflösung: 6" E Ink®
Pearl, 800 x 600 Pixel, 166 dpi
Grauabstufungen: 16
Prozessor: 1 GHz
Speicher: 4 GB
Betriebssystem: Linux 2.6
RAM: 256 MB
Preis: 69,00 Euro
Kontakt: www.pocketbook-int.com
Handbücher und Dokumente unterwegs lesen
Der E-Reader PocketBook Basic 2 ist mit einem leistungsfähigen 1 GHz-Prozessor und einem Arbeitsspeicher von 256 MB ausgestattet. Die verbesserte
Hardware ermöglicht ein noch schnelleres Umblättern der Seiten. Für die eigene elektronische Bibliothek stehen 4 GB interner Speicher zur Verfügung.
Darüber hinaus ist das Gerät mit einem MicroSD-Speicherkartenslot ausgestattet, der Karten mit einer Speicherkapazität von bis zu 32 GB liest. Über das
eingebaute WLAN-Modul können Handbücher und Dokumente hochgeladen
werden und stehen anschließend auch auf Geschäftsreisen zur Verfügung.
Impressum
Redaktion(08191-125-310)
Chefredakteur: Eduard Altmann (verantwortlich)
stellv. Chefredakteur:
Claus Wilk (-329)
E-Mail: redaktion@produktion.de
Redaktion (Print und Online):
Susanne Bader (ba) -812, Maren Kalkowsky
(kk) -696, Gunnar Knüpffer (gk) -107,
Sebastian Moser (sm) -443, Susanne
Nördinger (sun) -493, Dietmar Poll (pd) -695,
Sabine Spinnarke (sp) -445,
Sekretariat:
Tel. 08191/125-310, -442, -370, -303
Fax: 08191/125-312
E-Mail: sekretariat@produktion.de
Internet: www.produktion.de
Content Manager Online:
Andreas Karius (ks) -839
Anzeigen(08191-125-370)
Anzeigenleitung:
Michael Klotz -167
Anzeigenverkauf:
Klaus Peter Egger -497, Erich Elster -816,
Bettina Fischer -844,
Verena Förg -366, Christina Karge -224,
Bernadette Kraus -231, Gerald Zasche -337
E-Mail: anzeigen@produktion.de
Anzeigenverwaltung:
Renate Guggemos -323
E-Mail: anzeigenverwaltung@produktion.de
Vertrieb(08191-125-0)
Abonnement:
http://www.produktion.de/abo/
Jahresabonnement (inkl. Versandkosten)
Inland Euro 149,80 Ausland Euro 171,20
Einzelheft Euro 2,80 (zzgl. Versandkosten).
Der Studentenrabatt beträgt 35%
Kündigungsfrist:
Jederzeit mit einer Frist von 4 Wochen zum
Monatsende.
Leserservice:
E-Mail: leserservice@mi-verlag.de
Tel.: 06123/9238-257, Fax: 06123/9238-244
Leitung Vertriebsadministration:
Annette Tabel 08191/125-348
Erscheinungsweise:
wöchentlich, 51. Jahrgang
ISSN: 0344-6166
Erstes Touchscreen-Chromebook
mit 11,6 Zoll großem Display
Mit dem Acer C720P, einem neuen
Modell der kürzlich vorgestellten
Acer C720-Serie, bietet Acer zum ersten Mal ein Chromebook mit TouchFunktionalität an. Dabei kommen
die Anwender in den Genuss eines
29,5 cm (11,6 Zoll) Touchscreens mit
HD-Auflösung und LED Hintergrundbeleuchtung, um alle Möglichkeiten
des Chrome-Betriebssystems vollständig auszunutzen. Darüber hinaus ist das neue Modell ausgesprochen flach und leicht, womit es sich
perfekt für mobile Anwender eignet,
die es auch unterwegs auf Geschäftsterminen nutzen. Um das Chrome-
Aufnahmegerät mit
integriertem W-LAN
book voll zu nutzen, muss eine Internetverbindung bestehen. Für hohe
Leistung und eine Akkulaufzeit von
bis zu 7,5 h sorgt der integrierte Prozessor von Intel.
Technische Details
Prozessor: Intel Celeron 2955U
Akkulaufzeit: bis zu 7,5 h
Display: 29,5 cm (11,6 Zoll) Touch-Display
mit einer HD-Auflösung von 1 366 x 768
Pixeln
Gewicht: 1,35 kg
Arbeitsspeicher: 2 GB DDR3
Preis: 299,00 Euro
Kontakt: www.acer.de
Privates und Geschäftliches gut
getrennt auf einem Handy
Das neue Olympus Diktiergerät
DM-901 mit PCM-Aufnahme ist mit
einem integrierten W-LAN ausgestattet. Laut Herstellerangaben
handelt es sich um das erste Diktiergerät mit dieser Funktion. Das
eröffnet neue Möglichkeiten, Konferenzen, Interviews oder andere
wichtige Ereignisse aufzuzeichnen
und direkt an das Büro oder Kollegen weiterzuleiten. Die drahtlose
Verbindung wird über die kostenlose Olympus Smartphone App
hergestellt. Anwender können so
an nahezu jedem Ort der Welt arbeiten und die Aufnahmen direkt
teilen.
Technische Details
Display: 10,2 cm (4")
Prozessor: 1,2 GHz-Dual-Core-Prozessor
interner Speicher: 4 GB
Betriebssystem: Android 4.3
Preis Xperia E1dual: 149,00 Euro
Kontakt: www.sonymobile.de
Viel Flexibilität bietet das Xperia E1dual mit
zwei SIM-Karten-Slots. Mit nur einem Klick
kann so zwischen zwei separaten Verträgen
hin und her geschaltet werden. Das ist beispielsweise sinnvoll, um Privates und Geschäftliches in nur einem Smartphone auseinanderzuhalten. Das Xperia E1 ist laut Sony
ein Einsteiger-Smartphone in Premium-Qualität und bietet einen guten Sound. Dank
kleinem Format passt es in jede Hosentasche.
Dilbert
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Mitglied der Informationsgemeinschaft zur Feststellung
der Ver­breitung von
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Das Buch „Dilbert
und die Stunde des
Wiesels“
(350 S., € 19,90,-) ist
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32 · Wirtschaftsfakten
· Produktion · 30. Januar 2014 · Nr. 04-05
Maschinenbau-Aktien-indeX
Jungheinrich/Kion im Fokus
Weiter anziehend: Auftragseingänge in der Industrie
Landsberg (ilk). Im
November legten sowohl die Bestellungen
aus dem Inland
(+1,9 %) als auch aus
dem Ausland (+2,2 %)
zu. Die zusätzliche
Auslandsnachfrage
kam dabei ausschließlich aus Ländern außerhalb des Euroraums. Am deutlichsten stieg die
Nachfrage nach Investitionsgütern (+3,2 %).
Das teilte jetzt das
Bundeswirtschaftsministerium mit.
Stuttgart (ilk). Der DAX und der MaschinenbauAktien-indeX von Produktion und LBBW legten in der
Berichtswoche eine Verschnaufpause ein. Für Unruhe sorgte der überraschende Rückgang des Einkaufsmanagerindex für die chinesische Industrie.
Damit fiel das Stimmungsbarometer erstmals seit
sechs Monaten unter die Expansionsschwelle von
50 Indexpunkten. Dazu gesellten sich schwache
Daten vom Arbeits- und Immobilienmarkt in den
USA. Zudem sorgte die US-Berichtssaison mit
bisher hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Ergebnissen und verhaltenen Ausblicken
nicht für euphorische Kaufgelüste. Spekulationen
über einen Aufstieg in den MDAX dürften die Aktien der beiden Flurförderzeughersteller Jungheinrich und KION beflügelt haben. Der Vakuumpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum enttäuschte mit einer Senkung seiner Umsatzerwartung für 2013.
Regierungspläne zur Kürzung der Windenergie­
förderung belasteten die Aktie von Nordex.
Stefan Maichl,
Senior Analyst
der LBBW
Dow Jones
16500
16340
16180
16020
15860
15700
Euro Stoxx
3120
3078
3036
2994
2952
2910
09.12. 16.12. 03.01. 13.01. 27.01.
Hang Seng
23900
23580
23260
22940
22620
22300
© Produktion
Energie & Rohstoffe
09.12. 16.12. 03.01. 13.01. 27.01.
TecDax
1225
1198
1171
1144
1117
1090
09.12. 16.12. 03.01. 13.01. 27.01.
114
112
110
108
106
104
1 Jahr
540
540
MaschinenbauAktien-indeX
DAX 30
500
520
500
480
480
460
460
440
440
420
420
400
400
380
107,61
111,61
09.12. 16.12. 03.01. 13.01. 27.01.
Shell macht australische
Gasbeteiligungen zu Geld
Frankfurt (DJ/ilk). Shell macht
einige seiner Beteiligungen in Australien zu Geld. Für 1,14 Mrd USDollar wechseln Shells 8 % an dem
Wheatstone-Iago-Gasfeld sowie
ein 6,4-prozentiger Anteil an einem
Flüssiggasprojekt an die staatliche
Kuwait Petroleum Corp. Shell werde ein Spieler in Australien bleiben,
versicherte Shell-Chef Ben van
Beurden. Der Konzern werde sich
aber auf die vielversprechensten
Investments beschränken.
380
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
J
Rohstoffpreise
Maschinenbau-Aktien-indeX
Name
AIXTRON (XET)
BAUER (XET)
DEUTSCHE BET. (XET)
DEUTZ (XET)
DUERR (XET)
GEA GROUP (XET)
GESCO (XET)
DMG MORI SEIKI (XET)
HEIDELBERGER DRUCK (XET)
JENOPTIK (XET)
JUNGHEINRICH PFS. (XET)
KION GROUP (XET)
KOENIG & BAUER (XET)
KRONES (XET)
KUKA (XET)
LPKF LASER & ELTN. (XET)
MAN (XET)
MTU AERO ENGINES (XET) HLDG.
NORDEX (XET)
NORMA GROUP (XET)
PFEIFFER VACUUM (XET) TECH.
RATIONAL (XET)
SALZGITTER (XET)
SCHALTBAU HOLDING (XET)
SIEMENS (XET)
STRATEC BIOMEDICAL (XET)
THYSSENKRUPP (XET)
VOSSLOH (XET)
WACKER NEUSON (XET)
WINCOR NIXDORF (XET)
Indexmit- Kurs
glied
(eur)
16.01.
TecDAX
SDAX
SDAX
SDAX
MDAX
MDAX
SDAX
MDAX
SDAX
TecDAX
SDAX
SDAX
SDAX
MDAX
MDAX
TecDAX
MDAX
MDAX
TecDAX
MDAX
TecDAX
MDAX
MDAX
SDAX
DAX
TecDAX
DAX
SDAX
SDAX
MDAX
11,40
19,90
22,82
7,12
67,10
34,88
77,25
25,52
3,08
13,41
51,26
31,25
12,45
65,05
36,50
20,30
90,28
67,20
11,57
40,96
97,76
245,50
31,77
48,66
100,00
33,73
18,70
70,53
12,60
54,41
Kurs
(eur)
23.01.
11,95
19,73
22,30
7,12
64,99
35,53
77,45
25,47
2,99
13,15
54,35
34,74
12,18
64,98
35,86
19,78
90,22
66,72
10,10
40,26
92,61
243,25
32,26
47,48
97,99
33,80
18,98
70,08
12,60
53,28
Wochen
performance
(in %)
4,8%
-0,9%
-2,3%
0,0%
-3,1%
1,8%
0,3%
-0,2%
-2,8%
-1,9%
6,0%
11,2%
-2,2%
-0,1%
-1,8%
-2,5%
-0,1%
-0,7%
-12,7%
-1,7%
-5,3%
-0,9%
1,5%
-2,4%
-2,0%
0,2%
1,5%
-0,6%
0,0%
-2,1%
Marktkapitalisierung
(in Mio.)
Quelle: Datastream, LBBW Research, Produktion
Bemerkung: Es handelt sich hierbei um XETRA-Schlusskurse vom vergangenen Donnerstag.
Stammdaten zum Index: Anzahl der Werte: 30, Startpunkt 1.1.2000, Startwert 100, Indexart: Preisindex,
Gewichtung: Gleichgewichtung;
Werte, die nach dem 1.1.2000 notiert sind: Bauer, Nordex, Wacker Neuson, Wincor Nixdorf, Deutsche Beteiligungen, MTU Aero Engines, Schaltbau Holding, LPKF Laser & Electronics sowie Kion Group.
Mannheim (ilk). Die Konjunkturerwartungen für China, die auf
Basis des China Economic Panel
(CEP) berechnet werden, gehen in
der aktuellen Umfrage leicht um
6,4 Punkte zurück. Der CEP-Indikator, der die Erwartungen bezüglich Chinas wirtschaftlicher Entwicklung in den kommenden zwölf
Monaten widerspiegelt, erreicht
somit einen Wert von 24,4 Punkten.
Positiv allerdings ist, dass mehr als
zwei Drittel der befragten Experten
durchaus eine Verbesserung der
allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung im Reich der Mitte im
Laufe der nächsten zwölf Monate
erwarten.
Während die Befragten für die
Regionen auf dem chinesischen
Festland eine leichte Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung erwarten, bricht die Prognose
für Hongkong mit diesem Trend.
So legt der Indikator für die Wirtschaftsmetropole Hongkong in der
aktuellen Umfrage um 7,3 Punkte
auf 29,5 Punkte zu.
Branchenbarometer Afrika/Nahost
Wirtschaftsentwicklung
Importe 2012
Investitionen 2013
Land
(reale Veränd. geg. Vorjahr in %)
Ägypten
2,2
2,0
Algerien
2,7
3,3
Angola
7,9
8,3
Ghana
7,2
7,5
Irak
8,4
9,0
Aluminium je Tonne:
1762,15 $
Israel
3,1
3,8
Kupfer je Tonne:
7239,60 $
Katar
6,2
4,7
Gold je Feinunze:
1267,70 $
Kenia
4,6
4,8
Libyen
104,5
20,2
Silber je Feinunze:
1346
338
305
861
2249
6838
258
2007
702
753
870
3429
201
2053
1216
440
12719
3469
817
1283
914
2766
1939
292
86329
398
10739
934
884
1763
China: Besserung kommt
Produktion Nr. 04-05, 2014
09.12. 16.12. 03.01. 13.01. 27.01.
Maschinenbau-Aktien-indeX vs DAX
520
Entwicklung Ölpreis /
Barrel (159 l)
Konjunktur
19,87 $
Nickel je Tonne:
14435,00 $
Marokko
2,4
3,3
Zinn je Tonne:
22400,00 $
Nigeria
6,7
6,8
Saudi-Arabien
6,8
4,0
Südafrika
2,5
2,4
Tunesien
2,9
3,4
VAE
4,4
4,1
Umrechnungskurse
€
1,37 $
€
85,84 Rupie
€
140,48 Yen
€
47,48 Rubel
€
8,28 Yuan
€
4,20 Zloty
€
0,83 £
€
305,11 Forint
Quelle: Germany Trade and Invest, Bonn
Marktpotenzial
Bau
© Produktion
Analog zu den anderen Hauptwirtschaftszweigen wächst auch die Baubranche in Afrika/Nahost. Dabei sticht insbesondere Nigeria heraus: Kraftwerke
werden hier ebenso privat gebaut wie Häfen, Bahnlinien und Straßen.
Konjunktur und Märkte
US-Industrie fährt
Produktion weiter hoch
Weltbank erhöht globale
Wachstumsprognose
Eurozone: Industrie
zieht im November an
Washington (DJ/ilk). Die US-Industrie hat 2013 mit einem Zuwachs der Produktion abgeschlossen. Die Industrieproduktion stieg
im Dezember um 0,3 % gegenüber
dem Vormonat. Zugleich legte die
Kapazitätsauslastung auf 79,2 % zu.
Die Impulse kamen von den Primärmetallen, elektrischen Geräten und Automobilen.
Frankfurt (DJ/ilk). Die Weltbank
hat ihren Ausblick für das weltweite Wachstum im Jahr 2014 von
3 Prozent auf 3,2 % erhöht. Die Organisation begründet ihre verbesserte Prognose mit der stärkeren
Erholung in den USA und in der
Eurozone. Zugleich warnte die
Weltbank vor unsicheren Zeiten in
Schwellenländern.
Brüssel (DJ/ilk). Die Industrie in
der Eurozone hat im November die
Produktion so stark hochgefahren
wie seit dreieinhalb Jahren nicht
mehr: Sie stieg saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,8 %.
Die Produktion von Investitionsgütern kletterte dabei im November gegenüber dem Vormonat um
3,0 %.
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