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Alt werden, in Kontakt bleiben! Wie geht das?

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Josef Hilbert
bei
„Räume der Zukunft –
Wohnquartier 4.0“
,13. Mai 2014
Bielefeld
Alt werden, in Kontakt bleiben!
Wie geht das?
Was will ich ansprechen?
1. Lebenswert Altern – Wie geht das? Die Sicht der
Wissenschaft.
2. Ernährung, Bewegung, Austausch. Wie sehen es es
die Älteren?
3. Auch Ältere sind unterschiedlich: Aktivität und
Austausch im Alter nach Typen differenziert
4. Aktivierung im Quartier: Ansprachewege
Kontaktarme
Lebenswert alt werden? Wo sehen die
Altersforscher die zentralen Gestaltungsfelder?
Austausch
Ernährung
Die wichtigsten
Baustellen
Prof. Andreas Kruse, HD
Prof. Helmut Heseker, PB
Bewegung
Prof. Wildor Hollmann, K
Orientierung 1: Ernährung
Ernährung:
•
•
•
•
•
•
•
insgesamt nicht so viel essen,
dabei aber viel Gemüse, Kräuter,
Obst
mit Fleisch und tierischen Fetten
zurückhaltend sein
Trinken, trinken, trinken, v.a.
Wasser
Alkohol: wenn schon regelmäßig,
dann wenigstens mäßig
am besten Rotwein / Cabernet
Sauvignon
Antioxidantien gegen freie
Radikale
gesunde-lebensfuehrung.com
Aus: Hildmann, Attila 2013
Orientierung 1: Bewegung
„…wöchentlich rund 1500 zusätzliche Kilokalorien …also
aufgerundet 250 Kilokalorien pro Tag.
Quelle: ibaf.de
180 minus das Lebensalter in Jahren. So berechnet man seine
optimale Trainings-Pulsfrequenz.“
Quelle: Wildur Hollmann in S.Kelm / www.apotheken-umschau.de; 24.02.2010, aktualisiert am 13.03.2012
Orientierung 3: Austausch
Besonders anregend und
aktivierend wirken
• Arbeiten gehen, auch in
fortgeschrittenen Jahren
• Engagement in Familie und
Freundeskreis
• kulturelle Aktivitäten, v.a.
gemeinsam mit FreundInnen
• Lernen, bspw. In VolkshochschulKurse, Seniorenstudium
• ehrenamtliche Tätigkeiten, wie
Mitarbeit in Kirchen, Gemeinden
oder Vereinen
• Und neuerdings: bei Facebook,
Twitter und co dabei sein
nach BMG Geistig fit im Alter, Bonn o.J
.
A. Kruse betont, dass
selbst Multimorbide
glücklich werden können,
wenn sie etwas schaffen:
„„Generativität“.
Alter ist Lebenswert!
Positive Sicht auf das eigene Alter dominiert
Bemerkenswert:
Gefühlte Verjüngung
Zitat:
„Eigentlich fühle ich mich wie ein Lausbub
(lacht). Das biologische Alter kann man nicht
leugnen, das weiß man. Aber ich fühle mich wie
in den 40ern, 50ern.“ (Mann, 65 Jahre, mit
Partnerin)
Hundertjährige: 80 % mit dem Leben zufrieden!
Befragt wurden 112 Hundertjährige aus dem Großraum HD, 100 Frauen, 12 Männer)
Age @ work:
Gar nicht so selten, Tendenz steigend!
Ältere zeigen Zufriedenheit mit ihrem sozialen Austausch!
Zitat:
„Die Familie spielt eine sehr
große Rolle. Da ich allein
lebe, ist es für mich wichtig
und auch schön, in die
Familie meiner Tochter
eingebunden zu sein.“ (Frau,
68 Jahre, alleinstehend)
Mehr unterwegs sein als zu Hause ausruhen!
Sich einbringen hat Konjunktur!
Top-Felder des Engagements:
•
•
•
•
Kirche und Religion
Freizeit und Geselligkeit
Sport und Bewegung
Kultur und Musik
Reger Austausch zwischen den Generationen!
Zu schön, um wahr zu sein?
Neue Medien im Alter:
Da kommt noch was!
Internetnutzung nach Altersklassenassen (in %)
6,9
12,8
Jeden Tag
32
63,1
80+
70 - 79
60 - 69
90,4
unter 60
75,4
Nie
43,5
11,3
0
20
40
60
80
100
Quelle: EQLS 2013
Institut Arbeit und Technik
14
Technikkompetenz: Das Zusammenleben
im Haushalt macht einen Unterschied
Wie bewerten Sie selbst Ihren Umgang mit
modernen technischen Geräten? 65+ (in %)
Mehrpersonenhaushalte
31,4
Ein-Personen-Haushalte
19,1
42,9
33,3
25,7
sehr gut bis gut
47,6
mittel
schlecht bis sehr schlecht
gesamt
23,5
0%
36,7
20%
40%
39,7
60%
80%
100%
Quelle: IAT 2014; eigene Erhebung, ca. 400
Menschen 65 plus
Institut Arbeit und Technik
15
Aktivitätstypen
• Selbsteinschätzung der Aktivität in verschiedenen Lebensphasen auf einer
5-stufigen Skala
- Kindheit
- Junger Erwachsener
- Mittlere Lebensalter
- Seniorenalter
• Mit Hilfe einer Clusteranalyse können vier Typen identifiziert werden:
Typ I „Die Resignierten“: früher aktiv und bauen mit zunehmendem Alter ab
Typ II „Die Couchpotatoes“: waren ihr ganzes Leben wenig aktiv
Typ III „Die Durchstarter“: früher eher passiv, steigern ihre Aktivität mit
zunehmendem Lebensalter
Typ IV „Die Daueraktiven“: waren immer aktiv
Institut Arbeit und Technik
16
Charakterisierung der Aktivitätstypen
(n=392)
•
•
•
•
•
•
•
Typ I
Typ II
Typ III
Typ IV
„Der Resignierte“
30,3%
„Der Couchpotatoe“
11,0%
„Der Durchstarter“
16,2%
„Der Daueraktive“
42,6%
eher männlich
lebt eher allein
eher geringes
Einkommen
neigt zum Übergewicht
verspürt eher wenig
Energie
leidet mehr an
chronischen
Erkrankungen
Treibt deshalb kein
Sport
•
•
•
•
•
ist eher weiblich
eher höheres
Einkommen
neigt zum
Übergewicht
leidet oft an
seelischen
Erkrankungen
hat keine Lust, sich zu
bewegen
(„Sportmuffel“)
•
•
•
•
•
•
•
ist eher weiblich
eher höheres
Einkommen
neigt zum
Normalgewicht
treibt viel Sport
hat eine hohe
Eigenverantwortung
für die Gesundheit
leidet deutlich
weniger an
chronischen und
seelischen
Erkrankungen
häufig im
MehrpersonenHaushalt
•
•
•
•
neigt zum
Normalgewicht
treibt viel Sport
hat eine hohe
Eigenverantwortung
für die Gesundheit
hat deutlich mehr
Energie
Quelle: IAT 2014
17
EUROHIS-QOL 8 zur Ermittlung der Lebensqualität
Wer aktiv ist, fühlt sich besser und gesünder!
EUROHISS-QOL 8
• Die Skala enthält 8 Items zu folgenden Subskalen:
- psychologisch
- physiologisch
- sozial
- Umwelt
• Antworten werden auf einer 5-stufigen Skala gegeben
• Maximaler Punktwert liegt bei 40
Aktivitätstyp
Mittelwert
Typ I „Die Resignierten“
29,60
Typ II „Die Couchpotatoes“
31,35
Typ III „Die Durchstarter“
33,77
Typ IV „Die Daueraktives“
33,22
Gesamt
32,04
Quelle: IAT 2014
EUROHIS-QOL 8 Subskalen – Vergleich der Mittelwerte
Aktivitätsschwache stehen psychologisch u. sozial alt aus!
Typ I „Der Resignierte“
Typ II „Der Couchpotatoe“
9
9
8,5
8,5
8
8
7,5
7,5
7
7
6,5
6,5
Typ III „Der Durchstarter“
Typ IV „Der Daueraktive“
9
9
8,5
8,5
8
8
7,5
7,5
7
7
6,5
6,5
Quelle: IAT 2014
„Was tun Sie für Ihre eigene Gesundheit?“
Bewegung hoch im Kurs, Kontakte wenig Beachtung
79,6
92,9
98,4
92,4
Bewegung
54,1
64,3
Ernährung
73,8
70,1
21,4
28,6
med. Vorsorge
23
22,3
14,3
11,9
11,5
soziale Kontakte
24,2
0
Quelle: IAT 2014
20
40
60
80
Typ I "Der Resignierte"
Typ II "Der Couchpotatoe"
Typ III "Der Durchstarter"
Typ IV "Der Daueraktive"
100
120
„Wie oft führen Sie diese Tätigkeit mehrmals
wöchentlich durch?“ Bewegung stärker als Kontakte
17,1
11,6
Freunde/ Bekannte treffen
31,7
33,3
17,1
27,9
mehr als 30 Minunten bewegen
58,1
44,7
49,6
61
5 bis 30 Minunten bewegen
86,2
76,7
0
Quelle: IAT 2014
20
40
60
Typ I "Der Resignierte"
Typ II "Der Couchpotatoe"
Typ III "Der Durchstarter"
Typ IV "Der Daueraktive"
80
100
Aktivität im Alter: Viele Licht mit deutlichen Schatten
Ein Resümee
• Aktivität wirkt, fördert Wohlbefinden und
Gesundheit.
• Im Durchschnitt ist das ´silberne´Deutschland
sehr zufrieden und sehr aktiv.
• Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen
verschiedenen Aktivitätstypen.
• Bei den Aktivitäten viel Aufmerksamkeit für
Bewegung, wenig für soziale Kontakte.
• Sinnvoll, Resignierte und Couchpotatoes
aktivierend anzusprechen – mit Kombi aus
Bewegung u. Austausch.
Aktivierung im Quartier:
Ansprachewege für Resignierte und Couchpotatoes
Was wird da angedacht?
•
•
•
•
•
•
•
•
Seniorenbüros, Nachbarschaftszentren u. Agenturen
mit aktivierenden Befragungen und Besuchen
sowie Treffs für ausgewählte Themen u. Zielgruppen
Neuer Typ von Vorsorgekur? „Morgens Fango, Abends
Tango“, das aber im Quartier.
Seniorenpatenschaften (etwa für Pflegebedürftige oder
Kinder aus Zuzugsländern)
Case-Management für besonders Hilfsbedürftige
Next Generation Neighborhood Management: Neue
Medien für Logistik und Kommunikation nutzen
„www.aq-nrw.de“; „Altengerechte Quartiere / MGEPA
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Übrigens:
«Mensch, lerne tanzen,
denn sonst wissen die
Engel im Himmel mit dir
nichts anzufangen.»
Hl. Augustinus
Aus: spar-und-bau.de
‹Nr.› Institut Arbeit und Technik
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Bildung
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