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Fast wie im richtigen Spital - Hochwasserschutz Obwalden

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Freitag, 27. August 2010 / Nr. 198
J
Neue Luzerner Zeitung Neue Urner Zeitung Neue Schwyzer Zeitung Neue Obwaldner Zeitung Neue Nidwaldner Zeitung Neue Zuger Zeitung
Das wieder
entdeckte Lunni
ahre, nein Jahrzehnte habe ich
nichts mehr von ihm gehört,
habe es total vergessen – das Lunni. In der «Kleinen Niederdorfoper», da hatte es einen winzigen
Auftritt, das Lunni, als Schaggi
Baumann zu seiner Frau sagte:
«... und jetz hed das Lunni mit
ICH MEINTI
O B W A L D E N / N I D W A L D E N 27
Alpnach
Fast wie im richtigen Spital
Das neue Bildungszentrum
für Gesundheitsberufe in
Alpnach ist in Betrieb.
Angehende Berufsleute
lernen hier ihren Praxisalltag
realitätsnah kennen.
V O N M ATT H I A S P I A Z Z A
dem tingeltangelgasanova hit abig
abgmacht fir id Vorstellig!»
Wie dies auch Düfte und Gerüche können, versetzte mich das
Lunni subito wieder in vergangene Zeiten, in die Siebzigerjahre. In
unserer Familie war das Lunni
nicht zu Hause. Von meiner Mutter, einer gebürtigen Thurgauerin,
kenne ich dafür Wörter wie Schütti und Taussä. Noch gut erinnere
ich mich an die ersten Kindergartentage, als ich entdeckte, dass die
andern Kindern nicht Bese, sondern Bääsè sagten und die Schoss
eine Schäibè war.
Das Lunni habe ich in der Familie
meiner Freundin kennen gelernt.
«Du bist ein Lunni», ging es schon
mal zwischen uns hin und her,
aber auch «Bin ich ein Lunni»,
wenn wieder mal was vergessen
ging. Nach so vielen Jahren Wiedersehen wollte ich es genauer
wissen. Ja, auch die Nidwaldner
kennen das Lunni. Gemäss dem
Nidwaldner Wörterbuch von Ernst
Niederberger ist das Lunni eine
beschränkte Frau, sächlich, ein
Neutrum. Sind auch die Männer
ein Lunni? Oder gibt es ein Dialektwort für männliche Lunnis,
das ich nicht kenne?
Was gehört für mich noch in die
Lunni-Jahre? «Jute statt Plastik»Taschen natürlich. Die gibt es übrigens wieder. Kein Sack, eine
richtig schöne Tasche, in verschiedenen Farben mit dem Aufdruck
«Ick bin ne jute». Stimmt im doppelten Sinn, wenn ich an die Plastikabfälle in den Meeren und unseren Erdölverbrauch denke. Und
dann war da noch die erste Volksabstimmung, für die ich mich engagierte, die Atom- und Energieinitiative. «Natürlich», sie wurde
damals abgelehnt, die BefürworterInnen von erneuerbaren Energien belächelt. Stattdessen finanzieren wir seit Jahrzehnten das
Luxusleben der Ölscheichs.
Es ist immerhin ein Trost, dass
die meisten europäischen Länder
auf Wind, Solar und Energieeffizienz setzen. Zählen sie auf ihrer
nächsten Reise nach Deutschland
oder Österreich die Solaranlagen
auf den Haus- und Scheunendächern im Vergleich zur Schweiz!
Haben wir den Zug verpasst, um
uns als Entwicklungs- und Produktionsstandort für erneuerbare
Energie zu positionieren? Jammern nützt nichts, sondern handeln. Denn von nichts, kommt
nichts!
Aber es gibt Hoffnung. Das EWO
macht es vor: Alle Obwaldner Gemeinden sollen das Label Energiestadt tragen. In Nidwalden sind
Stans und Hergiswil dabei, weitere
Gemeinden müssten folgen, damit
uns die Obwaldner nicht überholen. Im September kann die Bevölkerung von Nidwalden darüber
abstimmen, ob sie den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie
bis 2039 will. Und schon bald wird
die Schweiz zur Frage nach neuen
Atomkraftwerken Stellung nehmen müssen. Nach rund 30 Jahren wieder die gleiche Frage: Wie
gehen wir mit unserer Erde und
mit der Zukunft unserer Kinder
um? Ich meinti, auch ein Lunni
würde heute auf erneuerbare
Energien setzen.
Claudia Dillier-Küchler, Bereichsleiterin Spitex
und Familienfrau, Stans, äussert sich an
dieser Stelle abwechselnd mit anderen
Autoren zu einem selbst gewählten Thema.
Die Patientin wurde gerade frisch
operiert. Celina Burri misst ihren Blutdruck und Puls, kontrolliert die Pupillen. Die medizinischen Instrumente
und das Spitalbett sind zwar echt. Doch
wir befinden uns nicht etwa im Kantonsspital Obwalden, sondern im neuen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Alpnach. Und die junge Frau,
die sich untersuchen lässt, ist keine
Patientin, sondern angehende Fachfrau
Gesundheit. Zusammen mit den anderen Kursteilnehmenden hat sie gerade
eine Lektion über prä- und postoperative Behandlungen vermittelt bekommen. Nun, im Praxisraum können die
angehenden Berufsleute das neu ge-
«Die Feedbacks sind
durchs Band positiv.»
EMMANUEL HOFER,
ZIGG-GESCHÄFTSFÜHRER
lernte Wissen an einem praktischen
Beispiel anwenden. Fünfmal im Jahr
nehmen sie an den dreitägigen überbetrieblichen Kursen teil, ergänzend zur
Ausbildung in Lehrbetrieb und Berufsfachschule.
Hier darf man Fehler machen
«Hier, in dieser Übungsumgebung,
können wir Übungssequenzen in Ruhe
durchspielen, besprechen, dürfen Fehler machen die Vor- und Nachteile einer
Behandlung besprechen. Bedingungen,
die wir in der Praxis logischerweise
nicht haben. Dort hat man für solche
Handgriffe vielleicht höchstens zwei
Minuten Zeit, Fehler dürfen nicht passieren», hebt Dozent Mario Rigo den
Vorteil dieser Übungsumgebung hervor. Puppen, welche Vitalfunktionen
simulieren können und auf Behandlungen realitätsgetreu reagieren, sowie
weitere moderne Hilfsmittel sorgen für
eine möglichst realistische Situation.
Seit rund einem Monat finden Teile
der Ausbildung zum Fachmann Gesundheit und des Studiums zur Pflegefachfrau auf Stufe Höhere Fachschule
in den Räumlichkeiten des Innovations- und Dienstleistungszentrums
Michelle Agner testet im neuen Bildungszentrum in Alpnach den Blutdruck von Loris Müller.
(IDZ) in Alpnach statt. Trägerin des
neuen Kurszentrums ist die Zentralschweizer Interessengemeinschaft Gesundheitsberufe Zigg. Sie sorgt als
Dachverband von Spitälern/Kliniken,
Spitex-Organisationen und Alters- und
Pflegeheimen der Zentralschweiz für
die überbetriebliche Ausbildung in Gesundheitsberufen.
Im März hat der Innenausbau der
Schulungs- und Büroräumlichkeiten begonnen, im Juli wurde gezügelt. Die
Interessengemeinschaft hat auf zweieinhalb Etagen rund 3000 Quadratmeter
Fläche gemietet. Für den Innenausbau
wurden 3 Millionen Franken investiert.
Neuer Standort gefällt
Michelle Agner, lernende Fachfrau Gesundheit im Pflegezentrum Ennetsee bei
Cham, gefällt das neue Gesundheitszen-
trum. «Vor allem ist der Standort sehr
zentral, den Bahnhof erreicht man in
wenigen Minuten. So können wir am
Abend nach Hause. Das war am alten
Standort in Wikon nicht möglich, wir
mussten dort übernachten.»
Pro Jahr besuchen über 900 junge
Berufsleute die überbetrieblichen Kurse
in Alpnach. Die angehenden Pflegefachleute der Höheren Fachschule –
zurzeit rund 400 Studierende – absolvieren in Alpnach ihren Lernbereich
Training und Transfer. An den Kurstagen vermitteln Berufsbilder, welche
ausserhalb des Kurses in ihrem Beruf
arbeiten, ihr Wissen und ihre Erfahrung.
Zigg-Geschäftsführer Emmanuel Hofer ist mit dem neuen Standort rundum
zufrieden. «Die Feedbacks sind durchs
Band positiv – sowohl von den Kursteil-
BILD CORINNE GLANZMANN
EXPRESS
In Alpnach besuchen Lernende
im Gesundheitswesen
überbetriebliche Kurse.
Morgen zeigt sich das
Bildungszentrum an einem
Tag der offenen Tür.
nehmern als auch den Instruktoren
und Dozenten.»
HINWEIS
Am Samstag ist zwischen 10 und 16 Uhr im
Bildungszentrum Tag der offenen Tür – mit
Raumbesichtigung, kulinarischer Umrahmung,
Wettbewerb und Einblick in die Welt der
Gesundheitsberufe. Internet: www.zigg.ch.
Hochwasserschutz Obwalden
Gegenvorschlag ist breit abgestützt
Dieser Tage hat sich das
überparteiliche Komitee
«Hochwassersicherheit
Sarneraatal» gebildet. Es
ist politisch gut verankert.
An der Spitze des überparteilichen
Komitees für den Gegenvorschlag von
Parlament und Regierung steht Kantonsratspräsident Walter Hug aus Alpnach. Als Vizepräsident wirkt der Sarner
Gemeindepräsident Manfred Iten mit.
Hug leitet zudem seit 2005 die kantonsrätliche Kommission «Folgemassnahmen Hochwasserkatastrophe». Er stellt
fest, dass im Komitee Vertreterinnen
und Vertreter aller aktiven politischen
Parteien mitwirken. Die eindeutigen
politischen Entscheide im Kantonsrat –
gleichzeitige Planung der Stollen Ost
und West am 4. Dezember 2009 sowie
der entsprechende Kredit am 20. Mai
dieses Jahres – führten dazu, dass dieser
«Gegenvorschlag» zur Initiative der IG
Hochwasserschutz Sarnen breit abge-
stützt ist. «Man hat begriffen, dass
endlich verlässliche Zahlen auf den
Tisch müssen», betont Hug auf Anfrage.
Hinzu komme da und dort die Befürchtung, dass der von der IG Hochwasserschutz geforderte Stollen Ost vielleicht
wesentlich teurer werden könnte als
bisher angenommen: «Wie würden wir
Obwaldner dann wohl dastehen, hätten
wir es bewusst unterlassen, eine zweite
Stollen Variante ebenso sorgfältig zu
planen wie das Projekt Ost.»
Verantwortung wahrgenommen
Dem überparteilichen Komitee gehören auch sämtliche Gemeindepräsidenten von Obwalden an. Für die Talschaft
Engelberg ist es der Statthalter. «Die
Faktoren sprechen für sich», betont
Manfred Iten auf Anfrage, «deshalb
musste für die Teilnahme meiner Kolleginnen und Kollegen gar kein Lobbying
stattfinden.» Es gehe dem Komitee
einzig und alleine um die Möglichkeit,
alle drei Hochwasserschutz-Varianten
auf einen vergleichbaren Planungsstand zu bringen. «Und da nehmen die
Gemeindepräsidenten nur ihre Verant-
wortung wahr, damit die Bevölkerung
zwischen Projekten entscheiden könne,
die bewilligungsfähig und subventionierbar sind», argumentiert der Sarner
Gemeindepräsident weiter. «Der Einwohnergemeinderat von Sarnen hat
damals die IG Hochwasser eindringlich
gebeten, die Initiative zurückzuziehen»,
gibt Iten noch zu bedenken.
Ständerat nicht dabei
Dem Komitee hat sich inzwischen
auch Nationalrat Christoph von Rotz
angeschlossen, während Ständerat
Hans Hess nicht zur Verfügung steht
und seine Absage nach Darstellung
von Hug auch ausreichend begründet
hat. «Er versicherte uns zudem, auch
keinem anderen Hochwasser-Komitee
beizutreten.» Die kantonsrätliche
Kommission
«Folgemassnahmen
Hochwasserschutz Sarneraatal» mache
sich ebenfalls lückenlos für den Gegenvorschlag stark, erklärt Hug. Er legt
grossen Wert auf die Tatsache, «dass
wir in diesem Komitee dafür einstehen, klare Grundlagen für einen optimalen Entscheid zu schaffen und in
keiner Art und Weise darüber diskutieren, ob die eine oder andere Variante
bevorzugt werden soll.
PRIMUS CAMENZIND
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