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Alle Liechtensteiner am Patscherkofel durchgekommen Wie uns

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4.-6. Januar
Papst Paul VI. besucht Jerusalem
6. März
König Paul I. von Griechenland
stirbt, Nachfolger wird sein
Sohn Konstantin VI. (verlässt
1967 das Land)
30. April
In Lausanne wird die schweizerische Landesausstellung
E X P O eröffnet
27. Mai
Der indische Premierminister
Jawaharlai Nehm stirbt
18. Juni
Der österreichische S c h a u spieler Hans Moser stirbt
2. Juli
U. S . Präsident Johnson unterzeichnet das neue Bürgerrechtsgesetz, das den Farbigen
volle Gleichberechtigung
zusichert
11. Juli
Die Walenseestrasse wird
eröffnet
274. August
Gefechte zwischen amerikanischen und nordvietnamesischen Kriegsschiffen im
Golf von Tonking; als Folge
kommt e s zu Bombenangriffen
auf Stützpunkte in Nordvietnam
4. September
Der deutsche Schriftsteller
Werner Bergengruen stirbt
14. Oktober
Der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow
verliert sämtliche Ämter in
Staat und Partei, neuer Parteichef wird Leonid Breschnew,
Ministerpräsident Alexej
Kossygin
16. Oktober
Die Volksrepublik China
zündet ihre erste Atombombe
Alle Liechtensteiner am Patscherkofel durchgekommen
Wie uns unser Innsbrucker Korrespondent mitteilt, sind
alle liechtensteinischen Teilnehmer an der schweren
Patscherkofel-Abfahrt durchgekommen und haben,
gesamthaft betrachtet, sogar sehr gute Zeiten erzielt.
Bei rund 85 Fahrern, die an den Start gegangen waren,
klassierte sich
Hans Walter Schädler mit der Zeit von 2.35.84 im 48.,
August Wolfinger mit 2.37.25 im 52. und Josef Gassner
mit 2.37.38 M i n . im 53. Rang.
Wenn diese Zeiten auch teilweise um 20 Sekunden
langsamer als jene des Olympiasiegers Egon Zimmermann
sind, so müssen doch verschiedene U m s t ä n d e in Betracht
gezogen werden. Der erste (und wohl wichtigste) wurde
schon vom österreichischen Radiosprecher erwähnt,
nämlich die Tatsache, dass unsere Fahrer wohl die
«echtesten» Amateure sind, die diese olympische Abfahrt
bestritten haben. Z u m zweiten hatte gerade unsere
Mannschaft mit grossen Anfangsschwierigkeiten zu
kämpfen, nachdem schon zwei Fahrer bei den Trainingsläufen schwer verletzt wurden . . .
Liechtensteiner Volksblatt, 1. Februar 1964
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v
1
Hervorragende Leistung von Alois Büchel in Tokyo
Mit 6849 Punkten stellte der liechtensteinische Zehnkämpfer einen neuen Landesrekord auf und belegte
den ausgezeichneten 14. Gesamtrang an den olympischen
Spielen.
Nach dem Strassenrennfahrer Adolf Heeb, der an den
olympischen Sommerspielen in Rom im Jahre i960 einen
beachtlichen 13. Rang erreichte, überraschte jetzt der
Z e h n k ä m p f e r Alois Büchel in Tokyo mit einer hervorragenden Leistung. V o n 22 Teilnehmern, die sich dem
Zehnkampf stellten, erreichte Büchel mit 6849 Punkten
den 14. Rang und erzielte gleichzeitig einen neuen
liechtensteinischen Landesrekord . . .
Liechtensteiner Volksblatt, 21. Oktober 1964
Liechtenstein und die Olympischen Spiele
. . . Die Winterspiele in Oslo (1952) wurden nicht besucht.
Auch die Sommerspiele 1956 in Melbourne fanden ohne
die Beteiligung Liechtensteins statt. D a f ü r gab es f ü r
die Winterspiele in Cortina d'Ampezzo eine grössere
Mannschaft: 6 Skifahrer und wieder einmal eine
Zweierbob-Mannschaft.
1960 vertraten erstmals liechtensteinische Sportler unsere
Farben in Übersee. 3 Skifahrer starteten in Squaw Valley.
A n den Sommerspielen in Rom bestand die liechtensteinische Mannschaft aus 3 Schützen, 2 Leichtathleten
und 1 Radfahrer . . .
Xaver Frick, Liechtenstein und die olympischen Spiele
- Briefmarkenausgabe 9. Dezember 1971, S . 14
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Die beiden liechtensteinischen Olympiateilnehmer Hugo Walser (links) und Alois
Büchel, abgebildet in einer japanischen
Zeitung
309
Reorganisation unserer Polizei
(Mitg.) Die Fürstliche Regierung hat in ihrer Sitzung
vom Freitag beschlossen, eine Reorganisation des Fürstlich
liechtensteinischen Sicherheitskorps durchzuführen und hat
hierfür mit sofortiger Wirkung eine Dienstinstruktion
erlassen. Das Sicherheitskorps, das unter der Leitung von
Herrn Polizeichef Josef Brunhart steht, wird in drei
Abteilungen aufgeteilt:
Abteilung A :
Allgemeiner Verwaltungsdienst. Abteilungsleiter:
Feldwebel Karl Gantner.
Abteilung B :
Fahndungsdienst. Abteilungsleiter: Feldwebel Hermann
Meier.
Abteilung C :
Verkehrsdienst. Abteilungsleiter: Korporal Vinzenz
Batliner.
Liechtensteiner Volksblatt, 4. Februar 1964
Amtliche Bekanntmachung
Die Melio
hat die
Die R e g i e r u n g hat mittels
Juni
1964
die
Arbeitszeit
V e r o r d n u n g v o m 8.
der
und Staatsangestellten w i e folgt
a) M o n t a g
bis D o n n e r s t a g
festgelegt:
v o n 7.30 b i s
im
12.15
U h r u n d 14.00 b i s 18.00 U h r
b) F r e i t a g v o n 7.30 b i s 12.15 U h r u n d 14.00 b i s
18.30 U h r
c) a n S a m s t a g e n b l e i b e n d i e B ü r o s g e s c h l o s s e n .
A l l e staatlichen Büros sind am Freitagnachmittag d u r c h g e h e n d
von
14.00 b i s
Liefe
Staatsbeamten
18.30 U h r
ge-
öffnet.
D i e s e R e g e l u n g g i l t a b 1. J u l i 1964
FÜRSTLICHE R E G I E R U N G
gez. Dr. G . B a t l i n e r , R e g i e r u n g s c h e f
Offert'
1000 Stück
g e 30 c m .
tene R ö h n
Im Berichtsjahre wurde endlich an die notwendige und
verschiedenerseits gewünschte Reorganisation unserer
Polizei geschritten. Aus einer namhaften Zahl von
Bewerbern wurden 8 A n w ä r t e r ausgewählt, die die VerT r i e s e n b e i pflichtung ü b e r n e h m e n mussten, f ü r die Kosten ihrer
Ausbildung zu Polizisten selber aufzukommen. Diese
M< Ausbildung geniessen die A n w ä r t e r beim LandesE g gendarmeriekommando in Bregenz. nachdem eine Ausbildung in der Schweiz mangels Schulkursen nicht möglich
war. Die Ausbildung dauert zirka 10 Monate.
Offerten s
ten.
Rechenschaftsbericht der fürstlichen Regierung an den hohen Landtag,
1932, S . 37
ölwehr
A u f dem Gebiete der Ölwehr konnte in Zusammenarbeit
mit dem A m t für Gewässerschutz des Kantons St. Gallen
bei der Firma Kaiser, Schaanwald, ein Gerät entwickelt
werden, mit dessen Hilfe Öl auf kleinen Fliessgewässern
wirksam entfernt werden kann.
Nach mehrmonatiger Ausbildung trat das Polizeikorps
im A p r i l des Berichtsjahres seinen Dienst an. Der Landtag
beschloss, die Polizei in Vaduz zusammenzuziehen und
ihr die R ä u m e im Parterre des Regierungsgebäudes zu
adaptieren und zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig
wurde das Korps mit den nötigen Ausrüstungsgegenständen
ausgestattet. In einer Dienstinstruktion wurden seine
Pflichten und Befugnisse geregelt.
Rechenschaftsbericht der fürstlichen Regierung an den hohen Landtag,
1964, S . 77
Rechenschaftsbericht der fürstlichen Regierung an den hohen Landtag,
1933, S . 35
Liechtensteiner Vaterland, 27. Juni 1964
310
1964
Der Kaktus blüht
Geburtsstunde des ersten liechtensteinischen politischen
Kabaretts
Seit Wochen konnten wir es in unseren Zeitungen lesen:
E i n geheimnisvoller Kaktus macht sich bemerkbar. Nun
hat sich am vergangenen Samstag das Geheimnis gelüftet;
es handelt sich dabei um das erste liechtensteinische
Kabarett, welches sich im Waldhotel Vaduz dem Publikum
stellte, etwas fremd zwar f ü r unsere Gegend (der Name)
und doch schon längst fällig (die satirische Selbstkritik).
Kein Wunder, dass Scharen von Kakteenfreunden und
vielleicht auch -feinden zur Premiere strömten . . .
Liechtensteiner Vaterland, 21. April 1964
Liechtensteiner Volksblatt, 18. April 1964
muiGi i i a ü i i i d " 0 | j i M . G f i
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Kabarett Kaktus
Erstmals ein liechtensteinisches Kabarett im Waldhotel Vaduz
25 Jahre Operettenbühne Vaduz
Mit Lehars Operette «Die lustige Witwe» ist die
O p e r e t t e n b ü h n e Vaduz zum 25. Male seit 1940 vor das
Publikum getreten, ein Ereignis, das, wenn es sich um eine
Berufsbühne handeln würde, kaum einer grösseren
Beachtung wert wäre. Hier aber handelt es sich um ein
Ensemble, das seit seiner G r ü n d u n g im Jahre 1939
zum grössten Teil aus Laien besteht, die ohne auf
materiellen Gewinn hoffend, sich seit 25 Jahren immer
wieder zusammenfinden, um Theater zu spielen und zu
singen. U n d das ist meines Erachtens sicher Grund genug,
das silberne Jubiläum festlich zu begehen. So konnte
denn Herr F. Biedermann im Namen der «Gesellschaft der
Theaterfreunde» beim Presseempfang, der vor Beginn
der Premiere im Hotel «Adler» stattfand, eine grosse
Anzahl Vertreter der schweizerischen, vorarlbergischen und
inländischen Presse begrüssen. Anschliessend gab
Professor Otto Seger einen Rückblick über die 25 Jahre
Vaduzer Operette. Den Anstoss zu den jährlichen
A u f f ü h r u n g e n gaben Postmeister Rudolf Strub, der, wie
25 Jahre
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25.
April
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20.30
Uhr
Vadu
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Prof. Seger ausführte, auch heute noch die «Seele der
A u f f ü h r u n g e n und treibende Kraft» ist, sowie Herr
Hermann Korner. Ihnen standen als musikalische Leiter
der früh verstorbene Kapellmeister Fridolin Feger und als
Regisseur Karl Uray zur Seite. Den vorhandenen Kräften
entsprechend wagte man sich am Anfang nur an leichtere
Werke, steigerte jedoch bald die Ansprüche, und als vor
14 Jahren Kapellmeister Wilhelm Stärk die musikalische
Leitung ü b e r n a h m , brachte dieser Wechsel eine wesentliche
Steigerung des künstlerischen Niveaus. Das Orchester,
f r ü h e r hauptsächlich aus Dilettanten bestehend, wurde
nun aus Berufsmusikern aus Vorarlberg und Lindau
zusammengestellt. Seit 11 Jahren liegt auch die Regie
mit Oswald Czechowski aus Innsbruck in den H ä n d e n
eines Berufsregisseurs. Die O p e r e t t e n b ü h n e Vaduz, die
vor einem Vierteljahrhundert aus dem M G V «Sängerbund»
hervorgegangen ist. ist heute ein selbständiges Unternehmen, das von der «Gesellschaft der T h e a t e r f r e u n d e »
getragen wird . . .
Liechtensteiner Vaterland, 14. Januar 1964
O p e r e t t e n b ü h n e Vaduz
Die
lustige
Witwe
Operetrc in drei Aluer.
von Vieler Leon und
Leo Siein nadi dem
Lo.Eipiel .Der Anadre"
von Henri Medhic
Muvik von Franz Lrhir
Rathaussaal
Vaduz
311
Menschen erfolgten, die ihn auch in geistiger Hinsicht
unabhängiger und bodenständiger machen.
Die Massnahmen zur Förderung der Jugend, zur Schaffung
einer Stiftung «Pro Liechtenstein» und eines Kultur- und
Jugendbeirates, zur Schaffung eines Sportfonds und eines
Sportbeirates und zur Verbesserung des Stipendiengesetzes
dienen dazu, der Jugend eine vermehrte berufliche
Ausbildung und vermehrten Umgang mit geistigen Gütern
zu ermöglichen und zu erleichtern. Die Vorlagen tragen
dazu bei, Grundlagen abzugeben, um den Umgang mit den
gegenwärtigen Fragen in Freiheit und Selbstverantwortung
zu lernen. Je mehr Ausbildung, desto mehr Unabhängigkeit, freies berufliches Dasein, aber auch freieres, unabhängigeres und damit wieder bodenständigeres Denken . . .
A u s einem Votum von Regierungschef Dr. Gerard Batliner in der öffentlichen Landtagssitzung vom 17. Juli 1964 - Landtagsprotokolle 1964
. . . Wenn unser Land auch klein ist, muss es sich doch
mit dem Problem der steigenden Preise auseinandersetzen
und Massnahmen auf diesem Gebiete ergreifen. Es
erscheint mir dies im Interesse der Erhaltung der
Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft dringend geboten.
Eine andere Gefahr der steigenden Preise und der Geldentwertung sehe ich in der Lähmung des Sparwillens
unseres Volkes, eine Gefahr, der begegnet werden sollte.
Nur dann, wenn der einzelne Bürger die Überzeugung
hat, dass der Staat alles vorkehrt, um eine Entwertung
des Geldes zu verhindern, sieht sich der Bürger veranlasst,
zu sparen. Nun scheint mir gerade heute die Spartätigkeit
und die Eigentumsbildung in besonderem Masse wichtig,
sind doch durch die Umgestaltung unserer Wirtschaft
in den vergangenen Jahren zahlreiche Liechtensteiner aus
der Landwirtschaft in die Industrie abgewandert und es ist
zu befürchten, dass viele Familien in ein oder zwei
Generationen der Proletarisierung anheimfallen. Gerade
diesen Liechtensteinern sollte eine neue Vermögensbildung
ermöglicht werden, denn nur so können wir ihnen auch
in ihrem neuen Lebens- und Berufskreis Sicherheit der
Existenz und damit die der menschlichen Natur
zukommende W ü r d e und Freiheit bewahren. N u r ein
Bürger, welcher sich frei und unabhängig fühlt, wird die
richtige und enge Verbindung zur Heimat finden. Die
grosse Bedeutung der Eigentumsbildung wird noch durch
die Möglichkeit erhöht, den einzelnen Bürger zu bewegen,
sein Einkommen nicht laufend zu verbrauchen und damit
alle Sorge um sein Wohlergehen und um seine Zukunft
dem Staate zu überbinden.
Primär ist der einzelne berufen und verpflichtet, f ü r
seine Zukunft und sein Alter vorzusorgen und erst
sekundär hat die Öffentlichkeit hier helfend einzugreifen . . .
Aus der Thronrede S. D. Fürst Franz Josef II. anlässlich der Landtagseröffnung vom 21. März 1964 - Landtagsprotokolle 1964
Gesetzgebung im Jahr 1964
. . . Wenn Sie die Vorlage über die Ä n d e r u n g des
Gesetzes betreffend das Eigenheim, das Gesetz über das
Stockwerkeigentum, die Vorlage über die Förderung des
Stockwerkeigentums, die Vorlage über die Schaffung
von Baulandreserven und die Zweckbindung der G r u n d stückgewinnsteuer, aber auch das Sparprämiengesetz, das
Steuergesetz sowie die verschiedenen Vorlagen über die
Jugendförderung, d. s. die Vorlagen über die Schaffung
einer Stiftung «Pro Liechtenstein» und eines Kultur- und
Jugendbeirates, über die Schaffung eines Sportfonds und
eines Sportbeirates und das Stipendiengesetz betrachten,
so haben alle neben besonderen speziellen Rücksichten
ein gemeinsames, wesentliches Grundthema: nämlich
selbständige (auch für unselbständige Erwerbende),
bodenständige, freie, unabhängige, gesicherte und
gefestigte Existenzen in materieller wie in geistiger Hinsicht
zu fördern.
Der materiellen Festigung und Sicherung dienen: das
Eigenheimgesetz, das Gesetz über das Stockwerkeigentum,
das Gesetz über die Schaffung von Baulandreserven und
die Zweckbindung der Grundstückgewinnsteuer zur
Erleichterung des Erwerbes von Grund und Boden, das
Sparprämiengesetz und das Steuergesetz in jenen Punkten,
in denen das Sparen fiskalisch gefördert werden soll.
Es gibt aber keine bloss materielle Sicherung, aus der
nicht verschiedenste Einflüsse auf die Einstellung des
312
Liechtensteinisches Landes-Gesetzblatt
Jahrgang 1964
Nr. 3t
ausgesehen am 9. September 1964
Gesetz
betreffend die Schaffang eines Kultur- und
Jugend beirates
vom 23. Juli 19fi4
Eingedenk des Grundsatzes, dass in Belangen der Kultur
und der Jugendpflege dem eigenen Antrieb und der
Freiheit der Menschen eine vorzügliche Stellung zukommt,
der Staat aber die vornehme Aufgabe hat, fördernd und
helfend mitzuwirken, schafft die fürstliche Regierung einen
Kultur- und Jugendbeirat.
Artikel 1 der Verordnung über den Kultur- und Jugendbeirat der
fürstlichen Regierung - Liechtensteinisches Landes-Gesetzblatt,
1964, Nr. 36
Liechtensteinisches Landes-Gesetzblatt
Jahrgang 1964
Nr. 32
ausgegeben am 10. September 1964
Gesetz
betreffend die Schaffung einer Stiftung
«Pro Liechtenstein»
vom 23. Juli 19Ü4
Liechtensteinisches Landes-Gesetzblatt
Jahrgang 1964
Nr. 33
ausgegeben am II. September 1964
Gesetz
betreffend die Schaffung eines Sportbeirates
vom 23. Juli 1964
U m durch die Förderung des Sports in Liechtenstein die
körperliche Ertüchtigung, die Freizeitgestaltung und den
Gemeinschaftssinn vermehrt zu pflegen, schafft die
fürstliche Regierung einen Sportbeirat.
Artikel 1 der Verordnung über den Sportbeirat der fürstlichen Regierung
- Liechtensteinisches Landes-Gesetzblatt, 1964, Nr. 37
1964
Liechtensteinisches Landcsgcsclzblatt
Jahrgang 1905
\r. 17
ausgegeben am II. März 1965
Gesetz
vom -'t. h'elmiar iy<>.">
ü b e r dir Schaffung von B a u l a n d r r ü c r v e n i H i d die
Zweckbindung der G r u n d s t ü c k g e w i i i n s t e u e r
Liechtensteinisches Landcs-Geselzblatl
Jahrgang 1964
Nr. 48
ausgegeben am 28. Dezember 1964
Liechtensteinisches Landesgcsetzblall
Jahrgang 1965
Nr. 25
ausgegeben am 311. April 1965
Gesetz
vom IM. November 1!)(>4
ü b e r die G e w ä h r u n g von S p a r p r ä m i e n
(Sparprämiengcsetz)
Gesetz
vom 18. Dezember 1J(>4
(
ü b e r die A b ä n d e r u n g des Sachenrechts
(Miteigentum und Stockwrrkrigentum)
A m 6. August 1959 hat der A b g . Johann Beck in
bemerkenswerten A u s f ü h r u n g e n in der öffentlichen
Landtagssitzung folgendes gesagt:
«Ich möchte nun anregen, dass die Regierung auch Ü b e r legungen anstellen möge über die Schaffung eines
Jugendspargesetzes, und zwar ungefähr in der Form,
wie diese Gesetze in verschiedenen europäischen Ländern
geschaffen wurden, so dass ein Jugendlicher mit 18 oder
19 Jahren eine Spareinlage machen kann. Es müsste
hier wahrscheinlich ein Mindestbetrag festgelegt werden.
Der Staat sollte diesen jugendlichen Sparern einen zusätzlichen Zinsbeitrag gewähren, sagen wir bis 10%.
Wenn also der Bankzins 4% beträgt, müsste der Staat
6% beitragen. Dieser Zinsbeitrag könnte gewährt werden,
bis der Einleger 24 oder 26 Jahre alt ist. Damit würde
mancher junge Mensch zum Sparen angeregt, so dass er
später vielleicht in der Lage wäre, sich einen Bauplatz
zu erwerben oder in den Besitz eines Eigenheims zu
kommen.» — Soweit die A u s f ü h r u n g e n des A b g .
Herrn Beck.
Von der Regierungsseite wurden später in der Öffentlichkeit Anregungen zu einem staatlich geförderten Bausparen
gemacht. Die Ihnen nun unterbreitete Vorlage ist darüber
hinausgegangen und will ausser dem Sparen der Jugend,
dem Sparen künftiger Bauinteressenten, ein Sparen ganz
allgemeiner A r t fördern . . .
Aus einem Votum von Regierungschef Dr. Gerard Batliner in der
öffentlichen Landtagssitzung vom 17. Juli 1964 - Landtagsprotokolle 1964
. . . Es ist eigentlich paradox, dass in der Zeit der
Prosperität, der Vollbeschäftigung und des steigenden
Einkommens noch solche Massnahmen getroffen werden
müssen. Ich möchte mich nicht von diesem Gesetz
distanzieren, sondern ich bedaure nur, dass trotz der
Entwicklung der Sparsinn in dem Masse nachgelassen hat,
und dass — was mich besonders erschüttert — die Bereitschaft der persönlichen Vorsorge mehr und mehr im
Schwinden begriffen ist, und dass in grösserem Ausmasse
auf staatliche Interventionen und Massnahmen abgestellt
werden muss . . .
Aus einem Votum von Landtagsvizepräsident Dr. Otto Schädler in der
öffentlichen Landtagssitzung vom 18. November 1964 - Landtagsprotokolle 1964
. . . Ich möchte der Regierung nahelegen, das Problem
der Siedlung an sich, der dichteren Besiedlung zu studieren.
In diesem Zusammenhang soll auch die Frage der
rechtlichen Schaffung des Stockwerkeigentums studiert
werden, welches heute eine zunehmende Rolle in allen
Kulturstaaten Mitteleuropas spielt.
Das Stockwerkeigentum ist bis heute in unserem Recht
nicht vorgesehen. Die rechtliche Regelung dieser Frage
würde uns befähigen, Eigentumswohnungen zu schaffen
und damit Siedlungen zu konzentrieren. Dies wird
immer notwendiger werden, denn wir müssen darnach
trachten, auf der gleichen Siedlungsfläche mehr
Wohnungen als bisher unterzubringen. W i r erreichen
damit zweierlei Dinge: erstens einmal eine sparsamere
Verwendung der bestehenden und leider immer mehr
und mehr schwindenden Siedlungsfläche und das billigere
Wohnen des Wohnungsinhabers, denn das Stockwerkeigentum ist natürlich erheblich billiger als das Einfamilienhaus . . .
A u s einem Votum von Landtagsvizepräsident Dr. Alois Vogt in der
öffentlichen Landtagssitzung vom 5. April 1960 - Landtagsprotokolle 1960
Konjunkturpolitische Massnahmen auch in Liechtenstein
Die Fürstliche Regierung teilt uns heute folgendes mit:
«Mit Rücksicht auf die schweizerischen Massnahmen gegen
die Teuerung hat die Regierung in Anbetracht der engen
Verbundenheit des Fürstentums Liechtenstein mit der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, Massnahmen auf
konjunkturpolitischem Gebiet getroffen. So hat die
Regierung nach Konsultationen mit den Interessenverbänden in ihren Sitzungen vom 27. und 29. Februar
1964 folgende Verordnungen erlassen:
1. Verordnung über konjunkturpolitische Massnahmen
auf dem Gebiet der Bauwirtschaft.
2. Verordnung betreffend die Mindestanzahlung bei
Abzahlungsgeschäften.
3. Prüfung weiterer Massnahmen.»
Die beiden Verordnungen treten am 3. März 1964 in
Kraft.
Liechtensteiner Volksblatt, 3. März 1964
313
Erfolgreiche liechtensteinisch-schweizerische
Verhandlungen
A m 24. Juli 1964 fand in Vaduz durch die Herren
Regierungschef D r . Batliner und Oberzolldirektor Dr. Lenz
die Paraphierung zweier Vereinbarungen zwischen dem
Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz statt. Veranlasst
durch die wirtschaftliche Entwicklung des Fürstentums
im letzten Jahrzehnt sieht die eine Vereinbarung vor,
dass Liechtenstein, in A b ä n d e r u n g des Vertrages vom
22. November 1950, rückwirkend ab 1, Januar 1962
pro Kopf der Wohnbevölkerung in gleicher Weise an
den schweizerischen Zolleinnahmen teilnimmt wie die
Schweiz. Vor der Verteilung der Einnahmen werden die
Ausgaben der schweizerischen Zollverwaltung in A b z u g
gebracht, so dass Liechtenstein auch seinen verhältnismässigen Anteil an diesen übernimmt. In der andern
Vereinbarung wird festgelegt, dass das Fürstentum
Liechtenstein, in A b ä n d e r u n g einer am 10./17. M a i 1947
getroffenen Regelung, auch vom Ertrag der eidgenössischen Warenumsatzsteuer auf den Kopf der
Bevölkerung den gleichen Anteil erhält wie die Schweiz,
wobei für die Verwaltungskosten 2 Prozent in A b z u g
gebracht werden . . .
Liechtensteiner Volksblatt, 25. Juli 1964
Paraphierung der Vereinbarungen über den
Zoll- und Warenumsatzsteuer-Anteil;
v.l.n.r.: Oberzolldirektor Charles Lenz,
Regierungschef Dr. Gerard Batliner, der
Leiter des Rechtsdienstes der fürstlichen
Regierung, Dr. Walter Kieber, der Sekretär
der Oberzolldirektion, Hans Beat Branger,
Dr. Henri Coelli vom Eidgenössischen
Politischen Departement und der liechtensteinische Geschäftsträger in Bern,
S. D. Prinz Heinrich von Liechtenstein
Der. _ ,
iechtensteiner
UNABHÄNGIGE WOCHENZEITUNG
DES F Ü R S T E N T U M S LIECHTENSTEIN
Frei tag. den 1 Mai
MAIFEIER
Warum eine dritte Zeitung in Liechtenstein ?
- wollen mehr Anteil nehmen an der politisch«!) Meinungsbildung — Mitbürger s
Sie haben die erste Nummer einer neuen Zeitung in der Hand. Und Sie werden
fragen, warum diese neue Zeitung ins Leben gerufen wurde, was sie den Lasern
„Der Liechtensteiner" will zunächst eine wirkliche Zeitung, ein Wochenblatt,
»ein. Er wird seine Leser über wichtige
Ereignisse informieren, ob sie in unserem Lande, in der Nachbarschaft od.rr
an den Brennpunkten des Weltgeschehens
stattfinden.
„Der Liechtensteiner'' wird den kleineren lokalen Begebenheiten einen entsprechenden Platz zur Verfügung stellen. Unsere einheimischen Vereine werden uns
immer bereit finden, ihre Feste anzukündigen und über deren Varlaul zu berichten sowie ihre sonstigen Anliegen einer breiteren Oeftentlichkeit zur Kenntnis zu bringen.
„Der Liechtensteiner' ist bestrebt, in
eigenen Spalten auf die Interessen der Leser einzugehen. Die Mausfrau, der Kraftfahrer, der Landwirt, der Bücherfreund.
Oer Musik- und Theaterlietihaber. sie alle sollen in unserem Blatt Mitteilungen
und Anregungen vorfinden
Das alles aber gerfugt nicht,, um das Erscheinen einer neuen Zeitung völlig zu
rtchtlertigen. ..Der Liechtensteiner" will
darüberhinaus mithelfen an der öffentlichen Meinungsbildung.
Unser Vaterland besitzt eine demokra-
Eine neue Zeitung in Liechtenstein
Mit Datum Freitag, 1. M a i , ist die erste
Nummer der Wochenzeitschrift «Der
Liechtensteiner» erschienen.
Liechtensteiner Vaterland, 2. Mai 1964
314
tische Staatsform Alle Gesetze und Verordnungen kommen auf Grund von freien Abstimmungen zustande. Jeder stimmberechtigte Bürger des Landes Ist daher
verpflichtet, sich mit allen Fragen, die
das Zusammenleben der Menschen betreffen, vertraut zu machen. Nur wer
weiß, worum es sich im einzelnen Falle
handelt ist im Stande eine eigene Meinung zu haben, sie auch zu äußern und
so mitzuhelfen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen Es ist nicht nur bei uns
die bedenkliche Erscheinung zu beobachten, dag manche autrechte Patrioten am
öffentlichen Leben nicht so teilnehmen,
wie es ihren Fähigkeiten entsprechen
wurde. Diese bedauerliche Erscheinung
hat in vielen Landern ihre Ursache in
den politischen Ereignissen der letzten
Jahrzehnte, wo die Idealisten für ihre
Ueberzeugung oft grofte Nachteile und
sogar Verfolgung erleiden mußten, während die Geschäftemacher immer wieder
obenauf zu schwimmen kamen.
Da; Gespräch ist Fundament der Dernnkratie
i allen Problemen teilnehmen
Meinungsbildung mitzuwirken, soll eine
der vornehmsten Aufgaben des neuen
BUttes sein. . Der Liechtensteiner" wird
sich nicht scheuen. Fragen, die alle Liechtensteiner angehen, zu besprechen und
zur Diskussion zu stellen Ein offenes
Wort kann ott Klarheit schaffen, wo
Schweigen nur Unbehagen verursacht
Wenn wir mitunter Kritik üben, so wollen wir nicht mißverstanden werden. Unser Ziel wird es niemals sein, in unserer
Kritik irgendetwas oder gar irgend wen
schlecht zu machen Wir sind vielmehr
bestrebt, durch unsere Stellungnahme etwaige Unklarheiten zu beseitigen und
In diesem Sinne will ..Der Liechtensteiner" seine staatsbürgerliche Aufgabe
erfüllen und auch so verstanden wissen.
Wir laden unsere Mitbürger ein, uns ihre
Meinung zu den aktuellen Prjblemenmitzulcilen. Nach Maßgabe des uns zur Verfügung stehenden Platzes werden wir ihre
Zuschriften gerne verötfenl . h.-n m
Bei uns fallen solche Motive weitge- wenn sie mit unserer eigenen Ansicht
hend aus. Glückliche Umstände und Got- nicht übewinstimmen. Allerdings dürfen
tes Güte haben es dem Fürstentum Liech- solche Zuschritten nicht anonym sein und
tenstein erspart, von ..unbewältigter Ver- müssen den Anforderungen der Sachlichgangenheit" sprechen zu müssen. Umsn keit und Vornehmheit entsprechen. Für
mehr hat bei uns jeder die Verpflichtung, persönliche Angriffe und Gehässigkeit
aktiv an der Arbeit in der Gemeinschaft kann sich .Der Liechtensteiner*' nicht
hergeben.
mitzutun.
Damit sich alle unsere Mitbürger ein
.
Wo man sich mit den Belingen des
\ öffentlichen Lebens beschäftigt, wird de- Urteii über den Wert unseres Blattes
des UedifensteimifjiBTi Arbeiten* «(bono «
1
Programm
Eroflnungsmarsch der Harmoniimi-i
sik aus Schaan
X Eröffnung und Begrüßung durch den
Verbandsprasidenten Johann Beck
3. Harmoniemusik Schaan
A. Jodelclub ..Edelweiß". Schaan
5 Referat von Herrn German Stehle,
Landessozial Sekretär von BidenWürttemberg
„Fjgentumsbildung «' Arbeiterhand"
6. Jodclclub ..Edelweiß". Schaan
7. Harmoniemusik Schaan
8. Schlußwort vom Vizevorstand der
Sektion Schaan. Ludwig Nipp
9. Landeshymne
Anschließend Unterhaltungs- und Tanzmusik mit der Kapelle CUBANA
I.
folgen heimgesuchten Ländern w
bei uns die Bauern verhältnismäßig gut
dran. "Sie hatten für ihre Familien genügend Lebensmittel und konnten die
übrigen Dinge des täglichen Gebrauch«
durch Tauschhandel erwerben.
An Industrie war damals nicht viel vorhanden. Lediglich die beiden Spinnereibetriebe Spörry in Ebenholz und Jervny-Spörry in Triesen beschäftigten eine
Anzahl Arbeiter. Diesen beiden Betrieben bescheinigt Friedrich Kaufmann lo~
1964
Liechtensteiner Tag an der O L M A 64
Zum zweiten M a l nahm unser Land mit einer Sonderschau
an der Ostschweizerischen Land- und Milchwirtschaftsausstellung teil. Selbstverständlich durfte deshalb auch der
Liechtensteiner Tag an der O L M A nicht fehlen . . .
U m zirka halb 10 U h r traf der Sonderzug der S B B am
Bahnhof in St. Gallen ein. Der Bahnhofplatz und die Route
über Schibentor, Marktplatz waren von einer Menge
Zuschauer dicht umgeben. Die Stadtmusik St. Gallen
brachte als Begrüssung am Hauptbahnhof ein Ständchen
dar, das mit Applaus durch die Liechtensteiner
aufgenommen wurde.
U m zirka 10 U h r setzte sich der Festzug in Richtung
O L M A in Bewegung. Dem Z u g voraus schritt ein Fahnenträger mit der Liechtensteinischen Landesfahne, gefolgt
von Trachtenmädchen. Ihnen folgte die Harmoniemusik
Vaduz mit klingendem Spiel. Des weiteren schloss sich
eine stattliche Zahl von Frauen und Mädchen in
Liechtensteiner Trachten an . . .
A u f der ganzen Strasse, auf der der Liechtensteiner Festzug
vorüberführte, wurde durch die St. Galler Bevölkerung
herzlicher Applaus gespendet, der die freundschaftlichen
Bindungen von hüben und drüben wärmstens zum
Ausdruck brachte.
Beim Eingang am Brühltor löste sich der imposante Festzug
auf und die prominenten Gäste machten einen kurzen
Rundgang durch die O L M A - H a l l e n , sowie die Sonderschau
Liechtensteins auf dem St. Jakobsareal.. .
Liechtensteiner Vaterland, 13. Oktober 1964
. . . Eine Bereicherung erfährt die O L M A 1964 durch
die beiden Liechtensteiner Sonderschauen. Einmal
präsentiert das Fürstentum Liechtenstein eine
bemerkenswerte Zuchtviehschau. Die weitere Sonderschau,
ebenfalls auf dem Areal St. Jakob, zeigt die liechtensteinische Land- und Forstwirtschaft in einem lebendig
gestalteten Querschnitt. Damit verbunden wird eine
Produkteschau, die den Reichtum des Fürstentums an
Qualitätsobst, G e m ü s e , Ackerfrüchten und Reben aufzeigt
und in ihrer herrlichen Aufmachung das Auge jedes
Messebesuchers erfreut. Auch die kleine Gaststätte, nach
Liechtensteiner A r t geführt, verdient E r w ä h n u n g . . .
Liechtensteiner Volksblatt, 10. Oktober 1964
Internationale Konferenzen
Vom 23. März bis 15. Juni fand in Genf die U N O - W e l t handelskonferenz statt. Liechtenstein wurde Vollmitglied
der auf Grund dieser Konferenz durch die U N O Generalversammlung geschaffenen Organisation für
Welthandel und Entwicklung.
Seit seiner Aufnahme als Vollmitglied hat Liechtenstein
vom 29. M a i bis 11. Juli zum ersten M a l an einem
Weltpostkongress durch eine eigene Delegation
teilgenommen.
Rechenschaftsbericht der fürstlichen Regierung an den hohen Landtag,
1964, S . 5 9
Erfolgreiche Konferenz und Ausstellung unter dem Motto:
«Uber die friedliche Verwendung der Atomenergie»
Uber dieses, f ü r die gesamte Menschheit entscheidende
Thema trafen sich in Genf vom 31. August bis
10. September über 4000 Wissenschaftler und Energiefachleute aus aller Welt, um zum dritten M a l in einer
internationalen Konferenz über alle Schranken hinweg
dieses Problem zu erörtern . . .
W ä h r e n d im «Palais des Nations» die Wissenschaftler
und Delegierten tagten, demonstrierten in der grossen
Ausstellungshalle der Genfer Automobilausstellung die
nationalen Stände in grösster Form das in jedem Land
bisher erreichte Niveau der Entwicklung . . .
Z u den Ausstellern des Schweizer Standes gehörten zwei
liechtensteinische Unternehmen, die auf dem Gebiet der
Nuklearenergie arbeiten und deren Bedeutung durch
die ausgestellten G e r ä t e klar zum Ausdruck kam. Es
waren dies die B A L Z E R S A G f ü r Hochvakuumtechnik
und D ü n n e Schichten sowie die Forschungsanstalt f ü r
Strahlenmesstechnik in Schaan . . .
Unser Land wurde an der Genfer Atomkonferenz von
Prof. D r . Max A u w ä r t e r vertreten, der seinerseits von
Legationsrat H ü b e begleitet war. O b seines grossen
Fachwissens genoss Herr D r . Auwärter, der Liechtenstein
schon an verschiedenen Tagungen dieser A r t vertreten
hat, das besondere Ansehen der Delegierten anderer
Nationen . . .
Liechtensteiner Volksblatt, 19. September 1964
315
H H . Prälat und Fiirstl. Geistlicher Rat Josef Henny f
. . . A m 24. Juli 1886 erblickte H H . Pfarrer Henny . . .
das Licht der Welt . . .
Seine humanistischen Studien absolvierte Josef Henny in
Disentis und Samen. Seine theologischen Studien machte
er im Priesterseminar St. Luzi zu Chur, wo ihn am
Zum Zehnjahr-Jubiläum
17. Juli 1910 Bischof D r . Georgius Schmid von Grüneck
Landes-Jugendwallfahrt zu einem Marien-Heiligtum
zum Priester weihte. Seine Primiz feierte er am
unseres Landes
14. August 1910 in Obersaxen . . .
1954, im Marianischen Jahr, zündete zum erstenmal der
Die erste Anstellung in der Seelsorge erhielt Neupriester
Funke. H H . Korpskurat Engelbert Wolf und die KorpsHenny an der Churer-Dompfarrei. E r wurde D o m leitung riefen zur Wallfahrt nach Maria Lourdes Bendern
beneficiat mit der Verpflichtung zur Seelsorge und zum
auf. . .
Chorgebet im Verein mit den Domherren . . .
1955: Wallfahrt der liechtensteinischen Pfadfinder und
Im Jahre 1932 nahm Beneficiat Henny Abschied von
Pfadfinderinnen nach dem Muttergottesheiligtum Maria
Chur,
um als Nachfolger von H H . Kanonikus D r . Georg
Hilf in Balzers. V o n Triesen aus wählten wir — dem
Marxer die Pfarrstelle in Vaduz anzutreten. A u c h in der
Verkehr ausweichend — den steinigen Weg auf dem RheinFürsten-Residenz zu Vaduz, die während seiner 28jährigen
damm, und die über 230 Pilger zogen ins Heiligtum
Wirksamkeit einen ungeahnten Aufschwung erlebte und
ein, alle in unserer schmucken Uniform. Eine Votivkerze
ein
ganz internationales Gesicht bekam, war H H . Pfarrer
berichtete noch nach Jahren von unserem Pilgern.
Josef Henny der bescheidene und treue priesterliche
A m 6. M a i 1956 fand zum erstenmal eine Sternwallfahrt
Seelsorger . . .
statt. Von allen Orten trafen sich die Pfadfinderpilger
auf Maria zum guten Trost auf Dux. Der Bergpredigt gleich Sein segensreiches und verdienstvolles Wirken hat denn
auch mit Recht entsprechende äussere Anerkennung
lagerten die bunten Scharen auf dem Gelände hinter dem
gefunden: 1954 erhielt er den Orden eines Ritters vom
Marienheiligtum und lauschten der Predigt unseres
HI. Grab zugesprochen — 1956 wurde er von Sr. DurchH H . Landesvikars Pfarrer Tschuor . . .
laucht dem regierenden Fürsten Franz Josef IL zum
1957: Die Wallfahrt begingen wir diesmal nach Maria
Fürstl. Geistl. Rat ernannt — 1957 anlässlich seines
Einsiedeln . . .
silbernen Pfarrjubiläums wurde er von Papst Pius X I I .
A m 18. M a i 1958: Z u m erstenmal findet anlässlich des
Centinariums von Maria-Lourdes eine gemeinsame Landes- zum G e h e i m k ä m m e r e r Sr. Heiligkeit und von der Bürgerversammlung zum E h r e n b ü r g e r von Vaduz gewählt.
wallfahrt mit der Jungmannschaft und den JungfrauenA
m 14. August 1960 konnte H H . Prälat und Fürstl.
kongregationen statt. Ziel war Mariatrost auf Dux in
Geistl. Rat Josef Henny inmitten seiner Pfarrkinder
Schaan, das Hohe Fürstenpaar und der Herr Regierungsin Vaduz noch das goldene Priesterjubiläum feiern.
chef A . Frick beehrten die Pilger durch ihre AnwesenEs war dies ein ganz auserlesenes Fest. A b e r in jedes
heit . . .
Jubilieren
mischen sich leise und wehe Abschiedsklänge . . .
A m 3. M a i 1959: Diesmal war Unsere liebe Frau des
A m 16. August 1960 nahm er Abschied von seiner
Friedens in Malbun Ziel. H H . Pfarrer Daniel Lins hielt
geliebten Pfarrei Vaduz und die Pfarrkinder nahmen
die Ansprache . . .
Abschied von ihrem geliebten Hirten . . .
A m 1. M a i 1961: Wieder pilgerten wir nach Maria Hilf
nach Balzers. H H . Pfarrer Candreia zog uns mit seinen
Liechtensteiner Vaterland, 9. Juni 1964
Ministranten und Kreuz und Fahnen und der Jugend von
Balzers entgegen. Ü b e r 500 wallfahrteten ins Heiligtum . . . Primiz von Pater Bruno Rederer am 26. Juli
Der Sonntagmorgen des Freudentages Hess all das,
A m 4. M a i 1962 in Maria Lourdes Bendern sprach der
was rege H ä n d e zur Zierde des Festes bereitet hatten, noch
Religionslehrer des Bundesgymnasiums in Feldkirch,
anmutiger und besinnlicher erscheinen. Der geistliche
Prof. Fussenegger, zur liechtensteinischen Jugend.
Vater, P. Daniel Lins, überreichte dem jungen Priester
A m 5. M a i 1963: Mehr als 600 nahmen an der Wallfahrt
beim Elternhaus das Kruzifix, verbunden mit einer sehr
nach Malbun teil, H H . Hofkaplan Martin Bamert sprach
zu Herzen nehmenden Ansprache. - Das feierliche Primizzu uns und zelebrierte auch beim Gemeinschaftsgottesamt sah den Neupriester zum ersten M a l an den Stufen
dienst die H l . Messe.
des Altars. In feierlicher Handlung und unter grosser
A m 3. M a i 1964: Wieder zieht es uns ins Heiligtum nach
Assistenz vollzog sich das Erstlingsopfer von H . H . P.
Malbun und diesmal ist es ein Rekord: über 700 legten
Bruno Rederer, das mit eindrucksvoller Kommunionfeier
auf der Strasse und in der Friedenskapelle ein mutiges
zu Ende ging . . .
Bekenntnis zu Maria und Christus ab . . .
Die Jugend, S c h a a n , Nr. 6,1964
Gedenkbuch der Schule Schellenberg
Primizfeier in Schellenberg am 26. Juli
1964; v.l.n.r.: Weihbischof Kräutler,
Primiziant Bruno Rederer, Pfarrer Edwin
Kaiser, S . D. Fürst Franz Josef II.
316
1964
Dr. Friedrich Ritter, Vaduz f
. . . D r . Friedrich Ritter wurde am 21. Oktober 1900
in Bozen als Sohn des aus Mauren stammenden
Rechtsanwaltes D r . Martin Ritter geboren. Nach Ablegen
der Matura am Gymnasium in Innsbruck promovierte
er 1921 an der Universität Innsbruck zum Doktor der
Staatswissenschaften. Anschliessend studierte er
Geographie und Philosophie, machte Studienreisen nach
A f r i k a und veröffentlichte darüber Reisebeschreibungen.
Dann arbeitete er als Assistent am geographischen Institut
in Innsbruck. 1937 promovierte er als Doktor juris und
übersiedelte mit seiner Familie 1938 nach Liechtenstein,
wo er den damaligen Sender betreute. Nach Einstellung
des Sendebetriebes infolge des Kriegsausbruches wurde er
Landesrevisor und 1945 wurde er Sekretär des Liechtensteinischen Roten Kreuzes. 1948 e r ö f f n e t e er seine eigene
Anwaltskanzlei in Vaduz. E r diente dem Lande als
Vorsitzender der Bankenkommission und wurde im
Frühling 1964 zum Präsidenten des Aufsichtsrates der
A H V gewählt. E r stand mit bedeutenden Wissenschaftlern
in ständigem Briefverkehr, der teilweise auch veröffentlicht
wurde . . .
Die beiden Neupriester Edgar Hasler (links)
und Emil Frick erteilen den Primizsegen
Liechtensteiner Volksblatt, 5. September 1964
t Fürstlicher Rat Alois Schädler
. . . Alois Schädler ist am 5. November 1878 als Sohn
des Johann Schädler und der Serafina geb. Eberle auf
Jonaboden in Triesenberg geboren . . .
Wie der Grossteil der Triesenberger, so begab sich auch
Alois Schädler als junger Mann nach der Schweiz und
übte dort den Beruf eines Gipsers aus, ja selbst bis nach
Deutschland führte ihn die Arbeitsannahme. Später
betätigte er sich als selbständiger Bauunternehmer in
Triesenberg und als solcher hat er bis in sein hohes Alter
herauf Arbeiten ü b e r n o m m e n . . .
Alois Schädler war Zeit seines Lebens ein grosser Freund
und G ö n n e r der Musik, der er selbst seit seiner frühesten
Jugend angehörte. V o n 1910 bis 1937 hat er die
Harmoniemusik am Triesenberg dirigiert, um dann den
Dirigentenstab in die H ä n d e seines Sohnes Toni Schädler
zu übergeben . . .
Alois Schädler war dabei, als D r . Wilhelm Beck sei. die
Volkspartei gründete, nahm bis in die letzten Jahre herauf
am Parteileben regsten Anteil und gehörte selbst durch
viele Jahre dem Parteivorstande der Volkspartei an, bis
sich dieselbe auf Anfang 1936 mit dem Heimatdienste
vereinigte und die heutige Vaterländische Union bildete.
Aber auch hier, in den Versammlungen der Vaterländischen Union, bei den Ortsgruppenversammlungen in
Triesenberg oder in den beratenden Kommissionen hat
Alois Schädler immer und immer bis in die letzten Jahre
herauf aktiv mitgearbeitet . . .
Das Mitwirken in der Öffentlichkeit brachte es mit sich,
dass Alois Schädler bereits 1922 als ordentlicher Richter
ins Obergericht gewählt wurde, dem er während zwei
Amtsperioden angehörte. V o n 1924 bis 1936 versah Alois
Schädler das A m t eines Gemeindevorstehers in
Triesenberg. . .
A m 28. Februar 1936 wählte der Landtag Alois Schädler
zum Mitglied der Landesregierung, der er bis zur
Umbildung derselben im Jahre 1938 angehörte . . .
Ebenso gehörte Alois Schädler von 1948 bis 1959 dem
Staatsgerichtshofe als Ersatzrichter an . . .
Erste Priesterweihe in Liechtenstein
Balzers und Liechtenstein erlebten am letzten Samstag
einen Fest- und Feiertag, wie er erstmals in der Geschichte
unseres Landes zu verzeichnen ist. Zwei junge Liechtensteiner wurden zu Priestern geweiht. Dank einer
EntSchliessung Seiner Exzellenz Bischof D r . Johannes
Vonderach von Chur wurde sie nach Balzers verlegt, und
die Bevölkerung hatte damit erstmals Gelegenheit, an
diesem hohen Weiheakt teilzunehmen. Die Balzner
Pfarrkirche, mitten in einer imposanten Landschaft stehend,
mit der Burg Gutenberg im Hintergrund, der Aufgang
geschmückt mit den Landes-, Fürsten- und allen
Gemeindefahnen des Landes und einem Triumphbogen,
bot in ihrem herrlichen Schmuck den würdigen Rahmen
für die heilige Handlung. Ihre Durchlauchten Fürst
Franz Josef IL und Fürstin Gina, Fürstl. Regierungschef
Dr. Batliner, Regierungsrat D r . Alois Vogt, rund dreissig
Priester, Angehörige und viel Volk füllten die Balzner
Fürst-Johann-Jubiläumskirche. Wenn es Augenblicke im
menschlichen Leben gibt, an die man sich immer wieder
zurückerinnert, so ist es sicher dieser feierliche A k t
der Priesterweihe, wie wir ihn in Balzers erleben durften.
Erhaben und f ü r immer eingeprägt ist diese Feier, wo junge
M ä n n e r Gott sich weihen, in Demut sich niederwerfen
und ihr Leben schenken, die priesterlichen Vollmachten
erhalten, die Macht empfangen, das Opfer des neuen
Bundes darzubringen, die Macht der Sündenvergebung an
sie verliehen wird, zur hohen Berufung als Mittler zwischen
Gott und den Menschen erkoren werden . . .
Liechtensteiner Vaterland, 11. Februar 1964
Liechtensteiner Volksblatt, 21. Juli 1964
317
. . . M i t Schenkungsurkunde vom 9. August 1956 haben
Seine Durchlaucht der Landesfürst dem Historischen
Verein die Burgruinen A l t - und Neuschellenberg mit dem
dazugehörigen Grund übergeben. D a f ü r sei Seiner
Durchlaucht auch an dieser Stelle nochmals der ergebenste
Dank ausgesprochen . . .
Vereinschronik, Jahrbuch des Historischen Vereins für das
Fürstentum Liechtenstein, Band 56, Seite 77
. . . Im Innern der Burg sind sämtliche R ä u m e ausgegraben
und die Mauern bis auf den Felsgrund freigelegt. So
ergibt sich ein vollständiger Grundriss, der allerdings
durch das Vorhandensein verschiedenaltriger Mauern noch
einige Rätsel aufgibt. . .
Für die kommenden Jahre ist die Konservierung der noch
erhaltenen Mauern der Burg vorgesehen. Dies ist eine
dringliche Angelegenheit, da sonst die Zerstörung des
teilweise noch recht gut erhaltenen Mauerwerks rasch
fortschreiten würde. Die zur Gänze ausgegrabene und gut
konservierte Burg wäre dann nicht nur ein Wahrzeichen
für das Unterland, sondern sicher auch ein vielbesuchtes
Anschauungsobjekt, z. B . f ü r Schulen und ein beliebtes
Ausflugsziel.
Vereinschronik, Jahrbuch des Historischen Vereins für das
Fürstentum Liechtenstein, Band 61, S . 227
Burgruine Schellenberg, Zustand vor der
Konservierung in den Jahren 1960/61
318
Im Berichtsjahr wurden die Konservierungsarbeiten an der
Burgruine Neuschellenberg beendet. Damit ist in
verhältnismässig kurzer Zeit eine grosse Arbeit fertig
geworden. In den Jahren 1960 und 1961 wurde jeweils
im Sommer zwei Monate gegraben. Im Jahre 1962
wurden die ersten Konservierungsarbeiten ausgeführt,
diese wurden dann in den Jahren 1963 und 1964 jeweils
in grösseren A b s t ä n d e n weitergeführt. M i t der Instandstellung des alten Burgweges und der Brücke über den
Burggraben zum Eingangstor konnte die Arbeit im Herbst
1964 abgeschlossen werden.
Vereinschronik, Jahrbuch d e s Historischen Vereins für d a s Fürstentum
Liechtenstein, Band 64, S . 263
1964
Hoher Besuch auf Schloss Vaduz
Gestern vormittag trafen aus London kommend Seine
Königliche Hoheit Herzog Philipp von Edinburgh, der
englische Thronfolger Prinz Charles und Prinzessin A n n e
zu einem Privatbesuch in Vaduz ein. Die hohen Gäste
wurden in Sargans von Seiner Durchlaucht Fürst Franz
Josef DL abgeholt. Eskortiert von Mitgliedern des F . L .
Sicherheitskorps unter der Leitung von Polizeichef
J. Brunhart und begleitet vom Chef des Protokolls, Walter
Kranz, trafen die Gäste um ca. 11 U h r auf Schloss Vaduz
ein. Kurz nach 12 U h r stellten sich die hohen Besucher
zusammen mit der Fürstlichen Familie den zahlreichen
Pressephotographen, die aus vielen Teilen Europas nach
Vaduz geeilt waren.
Liechtensteiner Volksblatt, 31. Dezember 1964
100 Jahre Harmoniemusik Vaduz, 13.14. Juni
(aus dem Festprogramm)
Den Auftakt der Festlichkeiten «100 Jahre Harmoniemusik Vaduz» bildet der Einmarsch der Militärkapelle
des Militärkommandos Tirol und der Speckbacher
Stadtmusik, Solbad-Hall, vom Hotel Löwen zum Rathaus
um 13 Uhr.
U m 16 U h r folgt dann die E r ö f f n u n g des Festzeltes.
Abends um 19.30 U h r beginnt der Festakt. A m Sonntag
findet um 13 U h r ein grosser Festumzug statt, anschliessend
daran die Vorträge der verschiedenen Gastvereine . . .
Liechtensteiner Vaterland, 13. Juni 1964
10 Jahre Aktion «Freude dem Alter» Schaan
Der schöne Gedanke, den Ältesten unserer Dorfgemeinschaft einmal im Jahre einen vergnüglichen Tag zu
bereiten, wurde in Schaan, der ersten Gemeinde
Liechtensteins, vor 10 Jahren durch Idealismus und
umfangreiche Vorarbeiten von Frau Maria Grabher-Meyer,
Herrn Eduard Walser sei. und Herrn Reinold Wanger
ins Leben gerufen . . . Ihnen allen sei an dieser Stelle
wieder einmal recht herzlich gedankt. Das Aktionskomitee «Freude dem Alter» Schaan beschloss zum
heurigen 10jährigen Jubiläum der älteren Generation von
Schaan und Planken das Buch von Frau Maria GrabherMeyer «Dorf meiner Kindheit» als Geschenk zu
überreichen. Möge es Ihnen und allen Lesern eine Freude
und Abwechslung bereiten und Sie so an unser lOjähriges
Jubiläum erinnern.
Josef Beck, Präsident des Aktionskomitees «Freude dem Alter»
im Vorwort der Jubiläumsausgabe von Maria Grabher-Meyer,
Dorf meiner Kindheit
Jungbürgerfeier 1964
A m vergangenen Samstagabend fand in Anwesenheit
Seiner Durchlaucht des Landesfürsten Franz Josef II. die
3. Liechtensteinische Jungbürgerfeier statt. Dieses Jahr
waren nicht nur die Jungbürger, sondern auch die Jungbürgerinnen zu dieser vaterländischen Feier eingeladen . . .
Liechtensteiner Vaterland, 1. Dezember 1964
. . . Obwohl bei uns die Frauen noch nicht zu Wahl und
Abstimmung aufgeboten werden, ist es nicht mehr so, als
hätten sie absolut nichts zu sagen. Tastend hat man sich
vorgewagt und ihnen das passive Wahlrecht in
Kommissionen zugestanden. Denn die Verfassung verwehrt
den Frauen weder das aktive noch das passive Wahlrecht.
Heute sitzen Frauen als gleichberechtigte Vertreterinnen
im Jugendrat und andern Kommissionen. Ohne öffentliche
Diskussion ist das erfolgt, kaum hat die Presse davon
Notiz genommen, man sah es als etwas selbstverständliches
an, dass Frauen in jene Körperschaften einziehen durften,
in denen sie spezifisch als solche zu wirken berufen sind.
Weit grössere Bedeutung hat die Tätigkeit der Frauen in
caritativen und andern Vereinen des Landes gefunden.
Selbst Ihre Durchlaucht die Landesfürstin ging mit dem
Beispiele voran und übernahm die Leitung des L R K .
Andere Frauen leiten die Fürsorgevereine des Landes und
üben dort ihre segensreiche Tätigkeit aus. Vielleicht,
vielleicht wird man sich bald tastend einen Schritt weiter
vorwärts getrauen . . .
A u s der Ansprache von Regierungschef-Stellvertreter Josef Büchel
anlässlich der Jungbürgerfeier in Vaduz am 28. November 1964
- Liechtensteiner Vaterland, 1. Dezember 1964
319
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