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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 3 / 2013
Umnutzung von
Stallgebäuden
Seite 12
Anspruchsvolle
Reifenmontage
Seite 22
Übersaat –
Aber wie?
Seite 36
Bio-Eierproduzenten gesucht!
Seite 72
INHALTSVERZEICHNIS
EDITORIAL
Früh übt sich,
wer ein ProfiKälbermäster
werden will.
Roman
Engeler
Bild: agrarfoto.com
FENACO AKTUELL
Wertschöpfungskette Kernobst
Frisch, gesund und nah
4
Verwaltungsentscheide
Auf ein Wort von Martin Keller
Willy Gehriger ist Agro-Star Suisse 2013
4
5
8
MANAGEMENT
Anspruchsvolle Montage
Reifen spielen in der Landwirtschaft
eine zentrale Rolle, sind sie doch
die Schnittstelle zwischen
Maschine und Boden.
22
Umnutzung von landwirtschaftlichen Gebäuden
Ausserhalb der Bauzone
12
Kurzmeldungen
Zukunftsszenarien Landwirtschaft im Jahr 2030
Rentabilität in der Fleischschafhaltung
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11
14
16
18
LANDTECHNIK
Sonnenblumenanbau
Die Sonnenblumensorte «ExpressSun» revolutioniert den Anbau.
Die Sorte wurde nun in die
Sortenliste aufgenommen.
30
Hightech ohne Landwirte
Wie werden die neuen Technologien in der Praxis akzeptiert?
24
Kurzmeldungen
Der neue «Axion 800» von Claas fährt vor
Anspruchsvolle Reifenmontage
Produktneuheiten
Wettbewerb
19
21
22
27
28
PFLANZENBAU
Blattdüngung im Rebbau
Bessere Weinqualität durch Pflege
42
Kurzmeldungen
Eine anspruchsvolle Neuheit
Erfolgreiche Übersaat
Nachhaltige Landwirtschaft und GVO
29
30
36
40
NUTZTIERE
T3 und besser
Qualitätskälber lösen höhere
Preiszuschläge denn je. Es
lohnt sich, die Fütterung
darauf abzustimmen.
62
Jungsauen-Konditionierung
Rückenspeck macht leistungsstark
66
Kurzmeldungen
UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter
Milchkühe: Einfluss variierender Leistungsfuttermengen
Gute Nachfrage nach Original Braunvieh
Hygiene auf Alpsennereien
Kälber im Milchviehstall?
UFA-Revue Forum: Kapazität des Euters wird früh bestimmt
Eckzahlen für Vollmilchmäster
Praxisfall: Gesundheitsmanagement von der Kuh zum Kalb
Parvovirose: Impfung einsparen?
Mehrpreis für Alpschweine
Bio-Seite: Wertschöpfung mit Legehennen steigern
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49
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56
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62
64
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72
LANDLEBEN
Landwirtschaft im Film
Filme über die Landwirtschaft
seit dem frühen 20. Jahrhundert
sind im Archiv für Agrargeschichte zu finden.
76
UFA-REVUE · 3 2013
Schweizerische Trachtenvereinigung
Volkskundliche Schweizer Geografie
80
Kurzmeldungen
Filmarchivierung
Hinter den Kulissen einer Landwirtschaftsausstellung
Rheintaler Rezepte von Margrith Keller
Gartenseite: Zinnien aussäen
Ich bin gerne Bauer, sagt Christoph Moser
75
76
78
79
85
86
Mit konstanter Regelmässigkeit
wird die Öffentlichkeit mit
Lebensmittelskandalen konfrontiert.
Meist laufen diese nach dem
gleichen Schema ab. In einer ersten
Phase wird irgendwo in einem Regal
etwas festgestellt. Die Medien
bringen es mit der üblichen Schlagzeilen-Kosmetik ans Tageslicht. Die
Betroffenen versuchen den Schaden
sofort einzugrenzen und als
Einzelfall zu deklarieren. Aufgrund
der heute üblichen internationalen
Handelsströme stellt sich aber gleich
einmal heraus, dass der sogenannte
Skandal weitere und viel grössere
Kreise mit sich zieht. Schulbubenartig weist man jede Schuld von sich,
oder – noch schlimmer – beschuldigt einfach andere entlang der
Wertschöpfungskette.
Am Schluss, bevor alles wieder in
Vergessenheit gerät, stellen sich
Fragen wie
• Werden die Verantwortlichen zur
Rechenschaft gezogen?
• Was hat man daraus gelernt?
• Findet ein Umdenken statt?
Verschärfte Kontrollen und Auflagen
werden da und dort zwar Abhilfe
schaffen können. Solange jedoch
der Druck auf die Lebensmittelpreise weiter bestehen bleibt, die
Handelswege stets länger und
mitunter undurchsichtiger werden,
wird man wohl auch in Zukunft
wieder von diesem und jenem
Skandal zu hören bekommen.
Wer auf sicher gehen will, setzt auf
klare Deklarationen wie «Suisse
Garantie» und unterstützt dabei
nicht nur die einheimische Produktion, sondern sorgt auch dafür, dass
heimische Lebensmittelveredler im
Markt bestehen können.
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3
AKTUELL
FENACO
Frisch, gesund und nah
WERTSCHÖPFUNGSKETTE KERNOBST Die Vermarktung von gesunden,
frischen Schweizer Äpfeln gehört zu den Kernaufgaben des fenaco-Departements
Landesprodukte. In enger Partnerschaft mit den Produzenten und auf Augenhöhe
mit den Abnehmern fördert fenaco Kernobst sowohl eine umweltgerechte als auch
eine markt- und bedarfsorientierte Produktion. Qualität wird gross geschrieben.
Markus
Hämmerli
Schweizer Äpfel während 12 Monaten – das ist das Ziel der fenacoLANDI Gruppe. Damit dies möglich
ist, braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Produktion und
Vermarktung gepaart mit einer hochmodernen Infrastruktur. Während bei
einjährigen Kulturen die Anbauplanung
von Jahr zu Jahr den Kundenbedürfnissen angepasst werden kann, benötigt
die Sortenplanung bei Dauerkulturen
Voraussicht. Damit sich die Investition
für den Produzenten lohnt, gilt es, einmal gepflanzte Kernobstanlagen während 15 Jahren zu nutzen.
Die Konsumenten
wollen das ganze Jahr
über knackige Äpfel.
Dafür erfüllt die ganze
Wertschöpfungskette
grosse Qualitätsvorgaben und Richtlinien.
VERWALTUNG FENACO
CONSEIL D’ADMINISTRATION
Neubau Kläranlage der frigemo
Aufgrund der Sanierungsbedürftigkeit
der 40-jährigen Abwasserreinigungsanlage und der erreichten Belastungsgrenze, hat die fenaco-Verwaltung
entschieden, 14 Millionen Franken in
einen Neubau der Kläranlage der Frigemo in Cressier (NE) zu investieren.
In der betriebseigenen Kläranlage
wird das mit Erde, Stärke, Fett und Reinigungsmitteln belastete Abwasser aus
der Fabrikation gereinigt und in den
Zihlkanal eingeleitet. Im Dreischicht4
betrieb der Fabrikation fallen täglich
über 1 500 m3 Schmutzwasser an, dessen biologische Fracht jener der Stadt
Neuenburg mit ca. 50 000 Einwohnern
entspricht. Es wird ein Zwei-LinienKlärverfahren mit Stärkebehandlung,
Faulturm und Biogasproduktion sowie
einer entsprechenden Reservekapazität installiert. Gemäss Planung soll das
Bauprojekt ab August 2013 in zwei
Phasen erfolgen und Mitte 2015 mit
dem Rückbau der alten Anlage abgeschlossen sein.
3 2013 · UFA-REVUE
AKTUELL
NATS
ES MO IS
D
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B
DU MO
PHOTO
FENACO
AUF EIN WORT
EN UN MOT
Die Schweizer Obstproduzenten
passen sich mit bemerkenswerter
Geschwindigkeit den sich ständig
ändernden Bedürfnissen ihrer Kunden
an. Clubsorten sind zunehmend
gefragt, die bevorzugten Säure- und
Zuckerverhältnisse verschieben sich
und das optische Bild der Äpfel und
Birnen sowie deren Präsentation im
Regal werden immer wichtiger.
Strategietagung der fenaco
Anfangs März treffen sich die Verwaltungsmitglieder der
fenaco mit der Geschäftsleitung zu einem zweitägigen Verwaltungsseminar.
Ausführlich werden wichtige Themenbereiche aller Geschäftsfelder besprochen und
zukunftsträchtige Entscheide gefällt (im Bild Verwaltungsmitglieder Landwirt Walter Monhart
aus Schlatt, Landwirt Andreas Bernhard aus Alchenflüeh und Nationalrat Leo Müller
aus Ruswil). Die fenaco-Verwaltung besteht hauptsächlich aus aktiven Bauern und ist paritätisch
aus den vier Regionen zusammengesetzt. Sie wählt die Geschäftsleitung und bestimmt
den Kurs der fenaco-Genossenschaft.
Sortenwahl Im Fokus stehen heute
eine Vielzahl von sieben Premiumsorten, welche als eigenständige Marken
von einem ausgewählten Kreis von Partnern vermarktet werden. Dazu zählen
bekannte Namen wie Jazz, Pink Lady,
Tentation, Greenstar oder Kanzi. Die fenaco ist in der erfreulichen Situation,
dass sie Zugriff auf alle bedeutenden
Sorten besitzt und ihre Produzenten da-
TERMINE
AGENDA
Regionalversammlungen
• Zentralschweiz: 3. Mai 2013
• Mittelland: 6. Mai 2013
• Westschweiz: 7. Mai 2013
• Ostschweiz: 7. Mai 2013
Jahresmedienkonferenz
der fenaco
22. Mai 2013
Delegiertenversammlung
der fenaco
18. Juni 2013
UFA-REVUE · 3 2013
durch von einem zukunftsweisenden
Sortiment für ihre Anlagen profitieren.
Qualität Damit die Konsumenten
auch im Winter und Frühling knackige
Schweizer Äpfel und Birnen geniessen
dürfen, bedarf es entlang der ganzen
Wertschöpfungskette grosser Anstrengungen. Nur qualitativ einwandfreie
Früchte finden den Weg in den Einkaufswagen. Dabei spielen äussere und
innere Werte eine grosse Rolle. Die äussere Qualität wird bestimmt durch Kaliber, Ausfärbung und Schalenbeschaffenheit. Komplexer ist die Beurteilung der
inneren Werte wie Zucker und Festigkeit, die Aroma und Geschmackserlebnis beeinflussen. Bis anhin konnten die
Messungen nur mit einem destruktiven
Verfahren, das heisst die Früchte werden zerstört, durchgeführt werden. Die
neue «Near-Infrared-Technologie» ermöglicht die systematische, zerstörungsfrei Qualitätsbeurteilung.
Lagerung Eine der Hauptaufgaben
in der Vermarktung ist die optimale auf
die einzelnen Sorten abgestimmte Lage-
Fortsetzung Seite 6
Eines bleibt jedoch konstant: Die
hohe Erwartung der Schweizerinnen
und Schweizer an die Qualität und
Sicherheit der Lebensmittel «ihrer
Landwirte».
Die Schweizer Konsumentinnen und
Konsumenten sind interessiert an
Frische, Regionalität, Nähe und an
einer umweltschonenden Produktion.
Mancher Kunde würde wohl staunen,
welcher hohe Grad an Fachwissen,
Technologie und Automatisierung
heute zwischen der Neupflanzung
einer Kernobstanlage und der Präsentation der Früchte auf dem Ladentisch
liegt.
Unter dem aktuellen Preis- und
Margendruck halten wir die Steigerung
der Kosteneffizienz in unseren
Aufbereitungsanlagen für den einzig
zielführenden Weg. Auch deshalb
wurde die Infrastruktur des Departements Landesprodukte der fenaco fast
vollständig erneuert. Mit der Eröffnung
des erweiterten Leistungszentrums
«fresh&cool» für Kartoffeln, Karotten
und Zwiebeln in Bätterkinden im
August 2013 wird die Phase der
Grossprojekte abgeschlossen.
In folgenden Schwerpunkten dürfen
und wollen wir trotz Preisdruck nicht
nachlassen: Bei der Innovationskraft
und der Qualitätsführerschaft für
unsere wunderbaren Schweizer
Frischprodukte.
Martin Keller
Vorsitzender der Geschäftsleitung fenaco
5
AKTUELL
FENACO
rung der Früchte. Während der Sommer
und Herbstmonate erfolgt sie in konventionellen Kühlräumen bei Temperaturen
zwischen 1 – 3 °C. Für die Langzeitlagerung benötigt es spezielle Lager mit kontrollierter, gesteuerter Atmosphäre (CALager). Die Früchte verbringen ihre
Lagerzeit in einer Art Winterschlaf. Dabei werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxidgehalt reguliert, so dass sich die Atmung
und der Alterungsprozess von Äpfel und
Birnen verlangsamt und die Früchte ihre
volle Qualität über Monate behalten.
Sortieren und Abpacken Die Sortier- und Abpacktechnik erfuhr in den
letzten Jahren eine technologische Revolution. Die von den Produzenten
übernommenen Äpfel werden mittels
optischer Sortierung in eine Vielzahl von
Qualitäten unterteilt. In diesem vollautomatischen Prozess wird jeder Apfel
50-mal fotografiert, so dass die gesamte
Schalenoberfläche beurteilt werden
kann. Zudem werden Farbe und Kaliber
6
fenaco Kernobst in Kürze
Die fenaco Gruppe vermarktet jährlich 40 000 t Kernobst – dies entspricht einem
Marktanteil von 33%. Davon übernimmt die fenaco 35 000 t bei über 300 Produzenten
direkt ab Hof. Sämtliche Schweizer Äpfel und Birnen entsprechen dem Label «Suisse
Garantie» und erfüllen die Anforderungen von SwissGAP. Mit einem Inlandanteil von
über 90 % fördert das CM Kernobst die produzierende Schweizer Landwirtschaft. Die
Früchte werden in den vier fenaco-Leistungszentren gelagert und gemäss den kundenspezifischen Anforderungen aufbereitet. Zu den Abnehmern zählen nebst den fenaco
internen Kunden die Grossverteiler Coop und Migros sowie eine Vielzahl von in- und
ausländischen Grossisten.
in homogene Einheiten aufgeteilt, um
dem Kunden eine ansprechende Präsentation zu bieten. Die Transportwege
während der Aufbereitung legen die
Früchte im Wasserbad zurück. Damit
werden Druckstellen und Manipulationsschäden verhindert. Nach der Sortierung «verschwinden» die Früchte im
Hochregallager, welches eine gekühlte
Zwischenlagerung bis zum Abpacken ermöglicht. Erst am Tag der Auslieferung
werden die Früchte in das definitive Verkaufsgebinde verpackt. Jeder Apfel wird
noch einmal manuell auf die vorgegebenen Qualitätsanforderungen geprüft.
Zusammenarbeit mit Produzenten Die neue Struktur des Category
Management Kernobst fenaco (CM
Kernobst) ermöglichte die Bildung eines
«Produktzentrums Kernobst fenaco» mit
Produzentenvertretern aus allen Anbauregionen. Dieses Gremium erarbeitet
die nationalen Rahmenbedingungen
und verankert die Zusammenarbeit von
Produktion und Vermarktung. Dazu
zählen nebst den Übernahmebedingungen auch das Lagerprogramm und die
Flächen- und Sortenstrategie. Unterstützt wird dies von den regionalen Produzentenorganisationen, die ihre natio3 2013 · UFA-REVUE
AKTUELL
FENACO
Die fenaco investiert laufend in die regionalen KernobstLeistungszentren in Charrat, Perroy, Utzenstorf und
Sursee. Alle der verarbeiteten Schweizer Äpfel und Birnen
entsprechen dem Label «Suisse Garantie» und erfüllen die
Anforderungen von SwissGAP.
Bilder: Leistungszentrum Perroy
nalen Vertreter im Produktzentrum nominieren.
Im Rahmen des Projekts «LANDI
Frische» fungiert das Department Landesprodukte als Dienstleister in den Bereichen Beschaffung und Kommissionierung. Der LANDI-Laden kann an sechs
Tagen pro Woche rund 150 saisonale
Artikel bestellen. Diese werden täglich
im Leistungszentrum Utzenstorf kommissioniert und für die Feinverteilung
via Volg-Logistik bereitgestellt. Dank
der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der LANDI Schweiz finden die
Produkte des CM Kernobst ihren Weg
in den LANDI Laden – und dies in der
ganzen Schweiz.
Ⅵ
Autor Markus Hämmerli, Ing. Agr.
HTL, ist Category Manager Kernobst im
Departement Landesprodukte der
fenaco. www.fenaco-landesprodukte.ch
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2013
Grafik: fenaco Kernobst: Nationale Einheit mit regionalen Leistungszentern
LZ Utzenstorf
LZ Sursee
LZ Perroy
LZ Charrat
3 · 13
7
AKTUELL
FENACO
Willy Gehriger – «Agro-Star Suisse»
POSITIVES BEWEGT An der Messe «Tier&Technik» in St. Gallen wurde Willy
Gehriger, von 2002 bis 2012 Vorsitzender der fenaco Geschäftsleitung, mit dem Preis
«Agro-Star Suisse 2013» ausgezeichnet. Mit Willy Gehriger ehrt die Jury eine herausragende Persönlichkeit, die Positives für die Landwirtschaft bewegt und entsprechende
Akzente gesetzt hat.
In seiner Laudatio umschrieb JuryPräsident Christian Belz, Professor
für Marketing an der Universität
St. Gallen, die vier wichtigen Stationen im Leben des «Agro-Star» Preisträgers Willy Gehriger:
• Der Jugendliche, der auf dem elterlichen Gutsbetrieb bei Payerne, eng
verbunden mit der Landwirtschaft
aufwuchs.
• Der Forscher, der nach dem Agronomie-Studium an der ETH in Zürich
über ein ackerbauliches Thema eine
Doktorarbeit schrieb, später an der
Forschungsanstalt Changins (heute
ACW) den Bereich «Kartoffeln und
neue Kulturen» leitete und dabei unter anderem bewies, dass Soja auch
nördlich der Alpen gedeihen kann.
• Der Manager, den es in der Folge
zur Union des Coopératives Agricoles
Romandes (UCAR) in Lausanne
zog, deren Geschäftsleitung er übernahm, um beim Gründungsprozess
der fenaco eine wesentliche Rolle zu
spielen.
• Der Pensionierte, der nach dem Motto «ein alter Direktor wird rasch nur
zum Bremser» rechtzeitig die Führung
der fenaco in jüngere Hände gab und
so für sich jenen Freiraum schuf, den
er nun für vielfältige Aktivitäten nutzen kann: Präsidium von Delley
Samen und Pflanzen AG, Vorstandstätigkeiten beim Archiv für Agrargeschichte, der Genossenschaft Uvavins,
beim Centre Patronal oder beim Stiftungsrat der Schweizer Berghilfe.
In seiner Dankesrede
bekräftigte Willy Gehriger,
dass er diese Auszeichnung
nicht primär für sich, sondern
stellvertretend für alle über
8000 Mitarbeitende der
fenaco, entgegennehme.
8
Agro-Star Suisse
Mit der 2006 auf Initiative der Messe
«Tier & Technik» geschaffenen Auszeichnung, mitgetragen von der Zeitung
«Schweizer Bauer» und unterstützt durch
die Mobiliar-Versicherung, wird jedes
Jahr eine Persönlichkeit geehrt, die sich
in besonderer Weise um die Schweizer
Landwirtschaft verdient gemacht hat.
Der Preis wird vorrangig einer natürlichen Person zuerkannt und nur im
Ausnahmefall einer Personengruppe
oder einer Institution verliehen. Die
Person braucht nicht aus der Schweiz zu
stammen und muss nicht selber in der
Landwirtschaft tätig sein.
Belz bezeichnete Gehriger als unkompliziert, sympathisch, lösungsorientiert,
klar und verbindlich. Er sei ein profunder Kenner der Landwirtschaft, der die
Marktkräfte nicht nur verstehe, sondern
sie auch erklären könne. Willy Gehriger
könne stolz darauf sein, dass es ihm gelungen sei, im Unternehmen fenaco eine Vertrauenskultur aufzubauen, in der
Mitarbeitende Ideen realisieren können
und so den entscheidenden Unterschied zu Mitbewerbern ausmachen
würden.
Ⅵ
Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue,
8401 Winterthur
www.ufarevue.ch
3 · 13
3 2013 · UFA-REVUE
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UFA-REVUE · 3 2013
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3 2013 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
MANAGEMENT
Hof kurz vor Pfändung verkauft
Landwirt Z war stark verschuldet.
Ende 2008 verkaufte er sein landwirtschaftliches Gewerbe seinem
Sohn X für rund 2.1 Mio. Fr. In Anrechnung an den Kaufpreis begründete er ein lebenslängliches Wohnrecht für sich und seine Ehefrau.
2009 wollte das Betreibungsamt zu
Gunsten der Gläubiger von Z Pfändungen durchführen. Mangels
pfändbarer Vermögenswerte resultierten aber nur Verlustscheine im
Totalbetrag von über 1 Mio. Fr.
Im 2010 klagten einige der Gläubiger gegen X. Sie forderten, X habe
die Pfändung und Verwertung des
landwirtschaftlichen Gewerbes ohne das Wohnrecht zu dulden. Das
Bezirksgericht und das Obergericht
hiessen die Klage gut. Sie stützten
sich auf eine Bestimmung des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung
und Konkurs (SchKG), gemäss wel-
cher alle Rechtsgeschäfte anfechtbar sind, die der Schuldner innerhalb des letzten Jahres vor der Pfändung vornahm und bei denen er
eine Gegenleistung annahm, die zu
seiner eigenen Leistung in einem
Missverhältnis stand. Ein solches
Missverhältnis sei angesichts des
Verkehrswerts von rund 3.2 Mio.
Franken vorhanden. Wohl hätte der
Sohn auch im Rahmen einer
Zwangsversteigerung sein Vorkaufsrecht ausüben können, aber er wäre
dabei an den gebotenen Höchstpreis gebunden gewesen und hätte
sich nicht auf das Ertragswertprinzip
berufen können.
Vor dem Bundesgericht machte X
geltend, als selbstbewirtschaftender
Nachkomme könne er gemäss dem
Bundesgesetz über das bäuerliche
Bodenrecht (BGBB) den Hof zum Ertragswert beziehungsweise zu den
Grundpfandschulden – hier rund 1.8
Mio. Fr. – übernehmen. Das Bundesgericht gab ihm diesbezüglich
recht und hielt fest, dass bei Ausübung eines BGBB-Vorzugsrechts
nicht von einem Missverhältnis gesprochen werden könne. Es hiess
die Beschwerde von X gut und wies
die Sache zu neuer Beurteilung an
das Obergericht zurück. Auf Geheiss
des Bundesgerichts muss das Obergericht prüfen, ob allenfalls ein anderer
SchKG-Anfechtungstatbestand erfüllt ist. Anfechtbar ist eine
Rechtshandlung nämlich auch dann,
wenn der Schuldner diese mit der
erkennbaren Absicht vornimmt, seine Gläubiger zu benachteiligen oder
einzelne Gläubiger zum Nachteil anderer zu begünstigen (Urteil
5A_391/2012 vom 19.12.2012).
Andreas Wasserfallen, Agronom und
Rechtsanwalt, Bern, ෟ 031 300 37 00
Kein Vogel im Häuschen
ein bestimmter Tierschützer damit
nachweisen wollte, dass der Landwirt seinen Kühen den gesetzlich
vorgeschriebenen Auslauf im Freien
nicht gewährt hatte (Urteil
1C_500/2012 vom 07.12.2012).
Andreas Wasserfallen, Bern
Korrigenda
UFA-Revue 2/2013
In einem Bundesgerichtsurteil vom
Dezember 2012 ging es primär um
prozessuale Fragen. Der Sachverhalt, welcher das ganze Verfahren
ins Rollen gebracht hatte, ist interessant. Ein Landwirt hatte der Polizei gemeldet, dass er bei seiner
Scheune ein Vogelhäuschen mit einer versteckten Digitalkamera gefunden habe. Er übergab das Vogelhäuschen samt eingeschalteter
Kamera den Polizeibeamten. Die
Überprüfung der gespeicherten Fotos ergab, dass unzählige Aufnahmen von der Rückseite der Liegenschaft gemacht worden waren. Es
bestand Grund zur Annahme, dass
UFA-REVUE · 3 2013
Hofwegweiser im Edelweisslook
Neu sind beim landwirtschaftlichen
Informationsdienst Hofwegweiser
im Edelweisslook erhältlich. Sie sind
dreimal gelocht und können gut befestigt werden. Das Material Forex
(Kunststoff) ist beidseitig mit wasserfestem Filzstift beschriftbar. Für
die Wiederverwendung und kurzfristige Einsätze können die Wegweiser auch mit Klebefolien oder
Papierausdrucken bestückt werden.
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Entgegen der Aussagen im HF-Ausbildungsartikel der UFA-Revue
2/2013 belaufen sich die Ausbildungskosten am Strickhof für die
gesamte HF-Ausbildung auf 7200 Fr.
(pro Jahr 3600 Fr.). Die Agro-Techniker HF-Ausbildung wird im Vollzeitmodus angeboten. Die AgroKaufmann-HF-Ausbildung sowohl
in Vollzeit als auch berufsbegleitend. Am LBBZ Rheinhof in Salez
belaufen sich die Kosten auf: HF-Fächer 5600 Fr., Schulgeld BLS je nach
Schulort 4500 bis 6500 Fr., Schulmaterial und Exkursionen 2200 Fr.
Rückblick Milchproduktion
Die neusten Zahlen der TSM Treuhand GmbH zeigen, dass 2012 die
Milchproduktion pro Betrieb um
3.7% gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Betriebe mit einer
Milchproduktion unter 200 000 kg
produzierten über die Hälfte der gesamten Milch. 2012 stellten 854 Betriebe die Milchproduktion endgültig ein. Das sind mehr als zwei
Betriebe pro Tag.
40-jähriges Bestehen
der Vorsorgestiftung
Anlässlich des 75-Jahre-Jubiläums
des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) wurde beschlossen, etwas
für die Bauernfamilien besonders
Wertvolles zu schaffen. So hat der
SBV vor 40 Jahren die Vorsorgestiftung der Schweizerischen Landwirtschaft (VSTL) gegründet. Das war
der Start zum starken Engagement
des SBV für die Verbesserung des
sozialen und privaten Versicherungsschutzes der Bauernfamilien.
Die Stiftung hat sich prächtig
entwickelt: Sie zählt heute über
20 000 Destinatäre, weist ein Prämienvolumen von rund 100 Mio. Fr.
pro Jahr aus und betreut in Zusammenarbeit mit Swiss Life ein Vermögen von über 700 Mio. Fr.
Auch die anderen Versicherungsunternehmen des Bauernverbands
(Agrisano, Pensionskassenstiftung
der Landwirtschaft und SBV-Versicherungen) gingen aus der Tätigkeit
der VSTL hervor und weisen zusammen ein Prämienvolumen von über
500 Mio. Fr. und ein Sparkapital
von über einer Milliarde auf. Von
ganz besonderer Bedeutung ist
auch der in enger Zusammenarbeit
mit den Kantonalorganisationen
aufgebaute Versicherungs-Beratungsdienst, an den sich die Bauernfamilien mit allen Versicherungsfragen wenden können. Ziel der
Beratung ist es, einen optimalen
Versicherungsschutz für die Familie
und den Betrieb ohne Lücken und
Doppelspurigkeiten zu möglichst
günstigen Prämien zu erreichen.
Dem SBV ist es anlässlich des 75Jahre-Jubiläums gelungen, eine
Idee in die Wirklichkeit umzusetzen, die den Bauernfamilien einen
grossen Nutzen bringt. Allen, die etwas zu dieser Erfolgsstory beigetragen haben, gebührt Dank.
Fritz Schober, Geschäftsführer Vorsorgestiftung der Schweizerischen
Landwirtschaft.
ww.vstl.ch
Tagesaktuelle Neuigkeiten
www.ufarevue.ch
11
MANAGEMENT
Umnutzung von
landwirtschaftlichen Gebäuden
AUSSERHALB DER BAUZONE Durch die Umstrukturierung in der Landwirtschaft
stehen immer mehr Gebäude leer. Die Frage drängt sich auf, wie dieses Bauvolumen
sinnvoll genutzt oder umgenutzt werden kann.
Ueli
Kunz
Die Zonenpläne teilen das Gemeindegebiet in Bauzonen und Landwirtschaftszone ein. Die Landwirtschaftszone ist grundsätzlich eine
Bauverbotszone. Bauten für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und
den produzierenden Gartenbau sind zonenkonform. Alle übrigen Bauvorhaben
benötigen eine Ausnahmebewilligung
nach Artikel 24 des Raumplanungsgesetzes (RPG).
Als zonenkonform gilt bei einem
landwirtschaftlichen Gewerbe eine Betriebsleiterwohnung und ein Altenteil,
sofern der Generationenwechsel absehbar ist und die nachfolgende Generation
eine landwirtschaftliche Ausbildung besitzt.
Nicht zonenkonformer Wohnraum (Art. 24c RPG) Eine Ausnahmebewilligung ist möglich für Bauobjekte, die vor 1972 erbaut wurden und
somit als altrechtlich gelten. Dies gilt für
12
landwirtschaftliche Wohnbauten und
angebaute Ökonomieräume. Diese Gebäude dürfen erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert und wiederaufgebaut werden.
Die Gebäude dürfen saniert und erneuert werden, wenn sie noch bestim-
Sanierung eines
Bauernhauses in Oberburg
Das traditionelle Bauernhaus enthält
eine Wohnung sowie einen Ökonomieteil mit Stallungen und Lagerräumen.
Es besteht kein landwirtschaftliches Gewerbe mehr, das Land wird vom
Eigentürmer von seinem Heimbetrieb
aus bewirtschaftet. Die eine Wohnung
wird nun saniert, darüber wird im
Dachgeschoss eine zusätzliche Wohnung
eingebaut.
Im Ökonomieteil sind nebst den Räumen
für die Technik und den Abstellräumen
eine weitere Wohnung und ein Studio
realisiert worden.
Das Bauernhaus konnte so optimal
ausgenützt werden, es bleibt bestehen
und konnte einer sinnvollen neuen
Nutzung zugeführt werden. Die Erschliessung ist bestehend, es musste
kein Land für Infrastruktur verbaut
werden.
mungsgemäss genutzt werden können
(Bauruinen geniessen keinen Bestandesschutz).
Der Ausdruck «massvolle Erweiterung» gibt immer wieder zu Diskussionen Anlass:
• Zulässige Erweiterung innerhalb des
bestehenden Volumens: Die anrechenbare Bruttogeschossfläche darf
maximal um 60 % erweitert werden.
Die übrigen Gebäudeflächen dürfen
als zonenfremde Nebennutzungen
geplant werden, wie Abstellräume,
Heizungen, Waschküchen und dergleichen.
• Zulässige Erweiterung ausserhalb des
bestehenden Volumens: Die anrechenbare Bruttogeschossfläche und
die Nebennutzfläche dürfen maximal
um je 30 % und insgesamt maximal
um 100 m2 erweitert werden. Zusätzliche Erweiterungen innerhalb des
bestehenden Gebäudevolumens werden dabei nur zur Hälfte angerechnet.
3 2013 · UFA-REVUE
MANAGEMENT
Streusiedlungsgebiet (Art. 39
RPV) Ein Spezialfall des nicht zonenkonformen Bauens stellt das Streusiedlungsgebiet dar. In kantonalen
Richtplänen können solche Gebiete ausgeschieden werden. Im Kanton Bern liegen grosse Teile des Emmentals, des
Schwarzenburgerlandes, des Berner
Oberlandes und des Berner Juras im
Streusiedlungsgebiet.
Die Absicht des Gesetzgebers ist es,
dass das vorhandene Bauvolumen, das
nicht mehr für die Landwirtschaft benötigt wird, saniert und genutzt werden
kann. Damit soll der Entvölkerung der
Randgebiete entgegengewirkt werden,
so dass die traditionellen Streusiedlungsgebiete im bisherigen Umfang bewohnt und als wertvolle Landschaften
erhalten bleiben.
Für Bauvorhaben im Streusiedlungsgebiet bestehen enge Vorschriften:
• Volumenerweiterungen sind grundsätzlich nicht möglich. Es geht ja darum, das vorhandene Volumen sinnvoll zu nutzen. Die vorhandenen
Gebäudeebenen dürfen genutzt werden, es können aber keine zusätzlichen Nutzungsebenen eingebaut
werden.
• Die Belichtung soll grundsätzlich über
die bestehenden Öffnungen erfolgen.
Pro Hauptdachseite dürfen maximal
drei Dachfenster eingebaut werden.
Die Gymwände des ursprünglichen
Heulagerraumes dürfen grossflächig
hinterglast werden, ebenfalls dürfen
Tennstore, Stalltüren und Tore der
Hocheinfahrt als ursprüngliche Ge-
bäudeöffnungen grosszügig verglast
werden.
• Es dürfen nur Gebäude ausgebaut
werden, bei denen bereits eine
Wohnnutzung besteht. Die Wohnungen müssen ganzjährig genutzt werden (keine Ferienwohnungen). Die
Gebäude müssen in einem guten Zustand sein, sie sollen sich für einen
Ausbau eignen. Auch hier geniessen
Bauruinen keinen Bestandesschutz.
sind solche Bauten nur innerhalb des
bestehenden Volumens möglich.
Identität des Gebäudes
Das
äussere Erscheinungsbild, die bauliche
Grundstruktur und damit die Identität
des Gebäudes müssen in allen Fällen erhalten bleiben. Man darf dem Gebäude
zwar ansehen, dass es anders als ursprünglich genutzt wird, der typische
Charakter, zum Beispiel die Dreiteiligkeit (Wohnteil, Tenne, Stallteil) muss erhalten bleiben. Das Dach muss möglichst unverändert bleiben.
Als bauliche Grundstruktur, die erhalten werden muss, gelten alle wesentlichen Teile der Tragstruktur und Konstruktionen wie Fundation, Boden,
Wände, Decken und Dach.
Die Erschliessung der Liegenschaft
besteht und muss höchstens geringfügig
angepasst werden. Der Bau darf keine
Ersatzbauten wie Einstell- oder Lagerräume zur Folge haben.
Im Streusiedlungsgebiet kann also bestehendes Volumen in Bauernhäusern
genutzt werden. Es ist auch sinnvoll, die
vorhandene Substanz auszubauen und
nicht mit neuen Gebäuden die ohnehin
knappen Landreserven aufzubrauchen.
Bauen für Freizeitlandwirtschaft Wenn keine Gewinn- und Ertragsorientierung zu erkennen ist,
spricht man von Freizeitlandwirtschaft.
Tiere werden ausschliesslich zur Selbstversorgung gehalten, es werden keine
landwirtschaftlichen Produkte zum Verkauf erzeugt.
Bei Bauten für einen nichtlandwirtschaftlichen Nebenerwerb mit einem
engen sachlichen Bezug zur Landwirtschaft (Besenwirtschaft, Schlafen im
Stroh) darf bestehendes Volumen genutzt und wenn nötig massvoll erweitert werden. Fehlt der Bezug zur Landwirtschaft sind solche Nebenbetriebe
(Lohnunternehmen, Schreinerei) nur
möglich für die Existenzsicherung von
landwirtschaftlichen Gewerben, sonst
gehören sie in die Gewerbezone. Zudem
Das äussere Erscheinungsbild, die bauliche
Grundstruktur und
damit die Identität des
Gebäudes müssen
erhalten bleiben. Beim
Innenausbau hat der
Bauherr jedoch grosse
Freiheit.
Die Voranfrage Das Bauen in der
Landwirtschaftszone ist eine komplexe
Angelegenheit, das «Wie» und «Warum»
ist nicht immer auf Anhieb klar. Um die
Bewilligungsfähigkeit eines Bauvorhabens abzuklären, leistet das Instrument
der Voranfrage gute Dienste. Grobe Projektskizzen, ein Situationsplan und eine
Umschreibung des Bauvorhabens und
der betrieblichen Gegebenheiten werden auf der Gemeindeverwaltung eingereicht. Von dort aus durchlaufen die Unterlagen alle Amtsstellen, die sich zu
einer Bewilligung äussern müssen. So
wird schnell klar, wo Schwierigkeiten
entstehen könnten und wo das Projekt
angepasst werden muss. Eine positive
Voranfrageantwort erleichtert die weitere Planung. Man kennt nun die einzuschlagende Richtung und weiss, worauf
zu achten ist. Die Zeit, welche in eine
Voranfrage investiert wird, lohnt sich,
wenn dafür dann ein Baugesuch eingegeben werden kann, das ohne grosse
Probleme das Bewilligungsverfahren
durchläuft.
Ⅵ
Autor Ueli Kunz ist Fachleiter Planung
bei der GLB in Emmenmatt.
www.glb.ch, www.glb-line.ch
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2013
3 · 13
13
MANAGEMENT
Traum, Wirklichkeit und Kohärenz
WELCHE LANDWIRTSCHAFT WOLLEN SIE? Die Universität Lausanne hat zu
diesem Thema im Rahmen eines Projekts mit dem Titel «Leben in der Unsicherheit» eine
spannende Diskussion lanciert. Für die Landwirtschaft kommt sie zum richtigen Zeitpunkt, denn, wo manifestiert sich die Ungewissheit stärker als bei ihr. Zwischen völliger
Marktöffnung und Abschottung gib es vielfältige Möglichkeiten.
Claude
Quartier
Die junge Architektin und Projektverantwortliche Nelly Niwa suchte
mit einem sorgfältig vorbereiteten
Konzept Antworten auf die Frage
«Welche Landwirtschaft wollen Sie?».
Antworten fand sie in Tagungen sowohl
bei der Stadt- als auch bei der Landbevölkerung. Dazu schuf Niwa in einem
Eingangsreferat mit einem historischen
Rückblick die Grundlage zum Verständnis der agrarpolitischen Entwicklung mit
Schwerpunkt des Kantons Waadt. Anschliessend zeigte sie mit Filmporträts
die Vielfalt der Landwirtschaft. Als drittes skizzierte sie vier gegensätzliche Zukunftsszenarien, die die Landwirtschaft
im Kanton Waadt im Jahr 2030 abbilden. Ausgehend davon eröffnete sich
ein breites Spektrum für Diskussionen,
insbesondere, wenn ausgehend von einem Televoting, die Teilnehmer aufgerufen werden, ihr Wunschszenario zu
wählen. Mehr Einzelheiten über dieses
sehr umfassende Vorgehen findet man
unter www.vaud2030.ch.
Zwischen Wunsch und Realität
Bei den Veranstaltungen wurde häufig
festgestellt, dass bei landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen
Kreisen eine grosse Diskrepanz zwischen Traum und Wirklichkeit besteht.
Viele träumen von einer einfachen
Gesellschaft, wie sie im Szenario 3 (unten) dargestellt wird, wo Bauern und
Stadtbewohner in Harmonie mit gesunden Nahrungsmitteln leben, die in der
Nähe und saisongerecht produziert wer-
den. Die schöne Landschaft wird erhalten, die Alp bleibt, was sie ist und der
Preis für das täglich Brot steigt nicht ins
Uferlose.
Die Realität präsentiert sich heute
völlig anders und nichts deutet auf eine
positive Entwicklung hin. Der Einkaufstourismus für Nahrungsmittel in den
Grenzorten wir auf hunderte von Millionen Franken beziffert. Die Märkte, der
Direktverkauf ab Hof und die Gemüsekisten sind zwar gut und recht, aber
machen nur einen kleinen Teil des
Gesamtumsatzes aus. Die Wirklichkeit präsentiert sich mit gekürzten Direktzahlungen, einer
Vier Szenarien für die Zuknft
Die Zukunft wird geprägt von Zufällen
und Sachzwängen und bietet Raum für
Träume, aber auch Ängste. Mit den vier
Szenarien hat die Universität Lausanne
versucht, die Landwirtschaft von 2030
zu umschreiben. Die Szenarien unterscheiden sich stark voneinander und
sind ohne Nuancen ausformuliert. Welches Szenario wählen Sie für die Landwirtschaft 2030? Welches ist das wahrscheinlichste? Welches das schlimmste?
Szenario 1:
Entwicklung ohne Revolution.
Die aktuelle Agrarpolitik geht ihren gewohnten Gang. Im Vierjahrestakt
gleicht sie ihre Ziele an und es kommt
zu keinen umwälzenden Änderungen.
14
Hier etwas mehr Ökologie, dort etwas
weniger Beiträge, ein bisschen mehr
Öffnung da, dafür etwas mehr Schutz
dank AOC und den Labels. Die Anzahl
Betriebe geht zugunsten grösserer Betriebe zurück. Die Bauern schliessen sich
vermehrt zu Betriebsgemeinschaften
zusammen und die Nebenerwerbslandwirtschaft setzt sich durch. Ökologische
Auflagen und fallende Preise führen zu
grossflächigem Anbau und zur Wiederbewaldung von Weiden in höheren Lagen. Beim genauerem Hinsehen verschmilzt die Landwirtschaft immer mehr
mit einer anpassungsfähigen und vielfältigen Gesellschaft, in welcher der alte
Mythos vom Bauern, der die Nahrungsmittel liefert sowie die Traditionen und
die Authentizität der Schweiz aufrecht
erhält, definitiv verschwunden ist.
Szenario 2:
Weltweite Grenzöffnung
Die Landwirtschaft bezahlt die Zeche.
Nur die grössten Betriebe überleben,
jene die den besten Boden bewirtschaften oder an idealer Lage anbauen
können, um die lokale Nachfrage zu befriedigen. Das heisst Bio-Produktion
oder AOC-Produkte, Landschaftsschutz
betreiben und Direktverkauf für Landwirtschaftsbetriebe am Stadtrand organisieren. Neben den Grossbetrieben behaupten sich jene Betriebe, die
Dienstleistungen im Tourismus- und
Freizeitbereich erbringen. Der Selbst3 2013 · UFA-REVUE
MANAGEMENT
Kompromisse zu finden, ist nicht einfach.
Öffnung für die Kundenländer auf Kosten von der landwirtschaftlichen Produktion. Wie weit geht die Unterstützung für die Landwirtschaft in den
Kantonsparlamenten, wenn Kindertagesstätten benötigt werden und die
ständig wachsenden Sozialausgaben gedeckt werden müssen? Der Wettbewerb
ist hart! Das gleiche böse Erwachen zwischen Traum und Wirklichkeit gibt es
auch in der Landwirtschaft. Gute Beziehungen zwischen Produzenten und
Konsumenten sind erwünscht. Wenn
der Konsument aber ein Umwelt- oder
Landschaftsschützer ist, heisst es aufpassen mit Forderungen wie «keine zusätzlichen Vorschriften, keine neuen
Auflagen, wir sind in der Schweiz bereits
Weltmeister für grüne Landwirtschaft».
www.vaud2030.ch
Foto: landpixel.eu
Alptraum Marktöffnung Das Szenario 2 «Öffnung» ist praktisch für alle
der Alptraum schlechthin. Die Bauern
sind einstimmig dagegen, die Städter
nur selten dafür. Hier, unter seinesgleichen zu leben, ist der Traum. Die Wirklichkeit zeigt gnadenlos, dass es in Richtung von mehr Öffnung geht. Wir reisen
alle ins Ausland, konsumieren Weine
aus der ganzen Welt, tummeln uns auf
Facebook und dem Internet. In der
Landwirtschaft stammen Dünger, teilweise Saatgut, Soja, Maschinen, Treibstoff und Arbeitskräfte aus dem Ausland. Unter diesen Voraussetzungen ist
das Schliessen der Grenzen schwierig!
Was bleibt, ist der Plan Wahlens, der
düstere Traum der Pessimisten, die sagen: «Sie werden es dann schon merken, wenn sie vor Hunger verrecken!»
Hier verschmelzen Traum und Alptraum, denn, wer kann erwarten, sein
Glück auf der Not einer ganzen Gesellschaft aufbauen zu können?
«Welche Landwirtschaft wollen Sie?»
Diese gute, von der Universität Lausanne gestellte Frage, zeigt alle Widersprüche und Kontroversen auf, die bei der
Gestaltung einer kohärenten Politik zu
akzeptieren sind. Einer Politik, die
Traum und Wirklichkeit möglichst gleichermassen berücksichtigt. Das Szenario 1 weist in diese Richtung. Das Problem dabei: Niemand ist wirklich davon
angetan und weiss es zu schätzen. Ⅵ
versorgungsgrad sinkt. Die landwirtschaftliche Nutzfläche ist rückläufig,
während die Zahl der Golfplätze steigt.
Grossflächige Alpen werden zu Naturreservaten. Die verbleibenden Bauern
sind eurokompatibel, dynamisch und
gut ausgebildet.
Szenario 3:
Landwirtschaft in der Region
Es werden alle notwendigen Schritte
unternommen, damit zwischen der
lokalen Bevölkerung und ihrer Landwirtschaft, zwischen Produzenten und
Konsumenten, eine enge Beziehung
entsteht. Die regionale Produktion wird
mit allen Mitteln gefördert. Auch grosse
Detailhändler spielen mit und unterUFA-REVUE · 3 2013
stützen die Partnerschaft mit lokalen
Bauern. Die regionale Produktion verbessert die Rückverfolgbarkeit, Frische
und Qualität der Produkte. Die Bio-Produktion wächst, die Ernährung wird gesünder und saisongerechter. Damit diese Ziele erreicht werden können,
übernehmen die Kantone in der Agrarpolitik eine wichtigere Rolle. Sie unterstützen die Landwirtschaft ihrer Region
aktiv und respektieren gleichzeitig die
vom Bund vorgegebenen Rahmenbedingungen. Für die Konsumenten bedeutet dies, gewillt zu sein, einen etwas
grösseren Teil ihres Budgets für Nahrungsmittel auszugeben. Letztlich wird
dadurch der Status der Landwirtschaft
insgesamt aufgewertet.
Szenario 4:
Zurück zum Plan Wahlen
Die Krise hält Einzug. Im Jahre 2030 ist
Energie teuer, die Bevölkerung wächst.
Die Nahrungs- und Energieproduktion
muss erhöht werden. Man greift zurück
auf den Plan Wahlen (Anbauschlacht)
und passt ihn den Bedürfnissen an, das
heisst, Schutz an der Grenze und Förderung der einheimischen Produktion. Es
wird versucht, die Energieeffizienz in
der Landwirtschaft zu erhöhen. Die Produktion von erneuerbaren Energien auf
den Betrieben wird gefördert. Golf oder
Disneyland auf den Betrieben sind tabu,
landwirtschaftliche Nutzung ist prioritär.
Der Warenkorb kostet im Vergleich zu
heute praktisch das Doppelte.
Autor Der frühere
Chefredaktor der
Westschweizer Bauernzeitung Agri, Claude
Quartier, Dipl. Ing. Agr.
ETH, lebt in Bourdy
(NE). Er ist Autor
mehrer Bücher, die sich
mit Land und Leuten
befassen. 2011 erschien
von ihm «Cloches et
sonnailles» in der
Edition Favre (französisch).
www.ufarevue.ch
3 · 13
15
MANAGEMENT
Rentabilität der Fleischschafhaltung
VOLLKOSTENANALYSE Eine sinkende Nachfrage der Konsumenten nach Lammfleisch und die Einfuhr von vergleichsweise günstigem, aber qualitativ hochwertigem
Importfleisch setzen die Lamm- und Schaffleischproduzenten unter Druck. Durch
eine Senkung der Produktionskosten sowie einer Steigerung der Leistungen können
Schafhalter ihre Wirtschaftlichkeit beeinflussen.
Lorenz
Büchel
Betriebe, die ihr
Fleisch direkt
vermarkten, erzielen
rund doppelt so
hohe Erlöse pro kg
Lammfleisch.
Foto: Forum
Der Schweizer Lammfleischmarkt
ist grundsätzlich mit Zöllen vor Importen geschützt, Zollkontingente
ermöglichen aber den Import von
Edelstücken wie die Rückenpartie oder
das Hinterviertel zu reduzierten Zolltarifen. In den letzten Jahren führte dies,
zusammen mit einem rückläufigen
Lammfleischkonsum, zu sinkenden Produzentenpreisen. Darüber hinaus ist die
Lammfleischproduktion durch starke
jahreszeitliche Schwankungen geprägt.
So gibt es im Herbst und Frühjahr ein
deutliches Überangebot an Lammfleisch.
Vollkostenrechnungen Im Rahmen einer Masterarbeit an der ETH Zürich wurde die Wirtschaftlichkeit der
Fleischschafhaltung im Schweizer Berggebiet untersucht. Grundlage für diese
Untersuchung bildeten Vollkostenrechnungen von neun Betrieben, die
Fleischschafe in den Kantonen Bern,
Wallis, Uri und Graubünden halten. Für
die eigene Arbeit wurde ein Stundenansatz von 28 Fr. vorgesehen. Die Betriebe
halten zwischen 54 und 250 Auen und
bewirtschaften zwischen 15 und 49 ha
landwirtschaftliche Nutzfläche. Die
Schafhaltung stellte bei allen Betrieben
einen Hauptbetriebszweig dar. Vier Betriebe werden nach Bio-Richtlinien bewirtschaftet, die restlichen fünf nach
ÖLN-Richtlinien.
Grössere produzieren günstiger
Die Auswertung zeigte, dass die Vollkosten der Lammfleischproduktion mit
zunehmender Herdengrösse sinken. So
lagen die Produktionskosten der vier
kleinsten Betriebe (im Durchschnitt 74
reproduzierende Auen) bei 3414 Fr. pro
100 kg Lebendgewicht (LG) Lammfleisch. Die drei grössten Betriebe (im
Durchschnitt 250 reproduzierende Auen) hatten Produktionskosten in der
Höhe von 1619 Fr. pro 100 kg LG Lammfleisch. Die Kosten pro 100 kg LG
Lammfleisch waren um mehr als die
Hälfte tiefer als bei den kleinsten Betrieben. Tiefer waren vor allem die Strukturkosten (Gebäude, Maschinen, allgemeine Betriebskosten) und die Kosten
für die Arbeit der Familienarbeitskräfte.
Einerseits können die Kosten für die
Maschinen und Gebäude auf eine grössere Produktionsmenge aufgeteilt werden, andererseits sinkt mit zunehmender Herdengrösse die Arbeit, welche pro
Schaf aufgewendet werden muss. Die
Direktkosten (Futter, Tierarzt) machten
sowohl bei den kleineren als auch bei
den grossen Betrieben nur etwa 15 %
der gesamten Kosten aus.
Vermarktungsform Für die Höhe
der Fleischerlöse ist die Vermarktungsform des Fleisches entscheidender als
die Betriebsgrösse. Von den untersuchten Betrieben vermarkten drei mehr als
50 % ihres Lammfleisches direkt. Diese
Betriebe konnten rund doppelt so hohe
Erlöse je kg Lammfleisch erzielen als die
Betriebe ohne Direktvermarktung. Der
durchschnittliche Fleischerlös der Betriebe ohne Direktvermarktung betrug
Fr. 4.26 je kg LG Lammfleisch, während
die Betriebe mit Direktvermarktung Fr.
7.26 pro kg LG Lammfleisch erzielten.
Im Fleischerlös konnte kein direkter Unterschied zwischen Bio- und Nicht-BioBetrieben festgestellt werden. Keiner
der grössten Betriebe vermarktet sein
Fleisch aber direkt. Die Direktvermarktung des Fleisches verursacht Mehrarbeit. Bei grossen Betrieben dürften die
dafür notwendigen zusätzlichen personellen Ressourcen oftmals fehlen.
Vollkosten nicht gedeckt Auf
keinem der untersuchten Betriebe
reichten die Erlöse aus dem Lamm-
16
3 2013 · UFA-REVUE
MANAGEMENT
Die Vollkosten der Lammfleischproduktion sinken mit zunehmender
Herdengrösse. Foto: BGK/SSPR
fleischverkauf und den Direktzahlungen
aus, um die Vollkosten zu decken. Das
landwirtschaftliche Einkommen war jedoch bei allen Betrieben positiv und lag
zwischen total 1300 und 65 000 Fr. Die
Betriebsleiter legen zwar kein «Geld
drauf», aber ihr Stundenlohn liegt weit
unter 28 Fr. Folglich arbeiten Familienarbeitskräfte teilweise fast gratis. Obwohl die grössten drei Betriebe im
Durchschnitt markant tiefere Kosten
hatten, lagen ihre landwirtschaftlichen
Einkommen sowie die Stundenlöhne
nur geringfügig höher als diejenigen der
kleineren Betriebe. Diese generierten
im Durchschnitt um einiges höhere Erlöse pro Kilogramm Lammfleisch, womit sie die höheren Sach- und Strukturkosten beinahe ausgleichen konnten.
Übergangsbeiträge Um den Einfluss der Direktzahlungen zu untersuchen, wurden auf der Basis der Daten
der Fallstudienbetriebe zwei Modellbetriebe gebildet. Dabei wurde ein durchschnittlicher Betrieb mit 54 Auen und
10 ha LN sowie ein grosser Betrieb mit
Freie Sicht!
Fazit Die Produktionskosten in der
Lammfleischproduktion sinken mit steigender Herdengrösse. Die wenigsten
Betriebe können ihre Herden beliebig
vergrössern. Für diese Betriebe stellt die
überbetriebliche Zusammenarbeit eine
Möglichkeit dar, Kosten zu senken. Tiefe
Kosten reichen nicht aus, um ein hohes
Einkommen zu erzielen. Die Vermarktung der Tiere darf aber nicht vernachlässigt werden. Bei der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems wird für
die Schafhalter vor allem die Ausgestal-
Grafik: Einfluss der Direktzahlungen
CHF pro 100 kg LG Lamm
276 Auen und 37 ha LN simuliert. Für
beide Betriebe wurde das Einkommen
unter dem heutigen Direktzahlungssystem sowie unter den Annahmen der
Weiterentwicklung des Direktzahlungssystem (WDZ) beziehungsweise AP
2014 – 2017 berechnet. Gemäss Botschaft des Bundesrats sollen Übergangsbeiträge bei der Umstellung verhindern,
dass bei einer Systemänderung finanzielle Einbussen entstehen, indem sie
die Differenz in den allgemeinen Direktzahlungen der einzelnen Betriebe ausgleichen. Diese Übergangsbeiträge sollen über mehrere Jahre abgebaut
werden. Wird das Einkommen unter
dem heutigen Direktzahlungssystem
mit demjenigen unter der neuen Agrarpolitik verglichen (Grafik) erreichen
beide Betriebe dank den Übergangsbeiträgen ein um 3 % höheres landwirtschaftliches Einkommen. Werden die
Übergangsbeiträge nicht berücksichtigt,
so nimmt es beim grossen Betrieb um
29 % ab. Aufgrund einer höheren Besatzdichte ist der Einkommensrückgang
beim grossen Betrieb höher als beim
durchschnittlichen Betrieb mit –12 %.
1000
800
600
400
200
0
– 200
– 400
– 600
– 800
– 1000
Einkommen
Unternehmensgewinn
Status quo
BØ | B+
WDZ mit ÜB
BØ | B+
WDZ ohne ÜB
BØ | B+
Einkommen der Modellbetriebe B (durchschnittlich) und B + (sehr gross)
unter dem jetzigen (Status quo) und der geplanten Weiterentwicklung
(WDZ) des Direktzahlungssystems.
tung der Übergangsbeiträge von Interesse sein. Es wird beabsichtigt, das
Geld, welches bei einer allmählichen
Abschaffung der Übergangsbeiträge frei
wird, in höhere Zahlungen für ökologische Leistungen zu überführen. Die
Fleischschafhaltung ist gut geeignet für
die Offenhaltung und Pflege von extensiven sowie exponierten Flächen.
Ⅵ
Autor Lorenz Büchel, Ing. Agr. ETH,
untersuchte in seiner Masterarbeit die
Wirtschaftlichkeit der Fleischschafhaltung im Berggebiet. Büchel arbeitet
beim Schweizerischen Bauernverband,
Treuhand und Schätzungen, Brugg.
Eine ausführliche Version dieses Artikel
ist im «Forum Kleinwiederkäuer»
erschienen. Forum Kleinwiederkäuer,
Industriestrasse 9, 3362 Niederönz,
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UFA-REVUE · 3 2013
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MANAGEMENT
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Anna
Steindl
In der Landwirtschaft ist immer etwas los. Ob neue technische Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse oder Änderungen in der
Gesetzeslage, kaum eine andere Branche ist derart im Wandel. Da ist es
manchmal nicht einfach, auf dem Laufendem zu bleiben. Vor allem Landwirte
finden wenig Zeit, Fachzeitschriften
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18
3 · 13
3 2013 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
LANDTECHNIK
Pöttinger mit Neuheiten an der Sima
Unter Strom
Pöttinger hat die Scheibenegge
«Terradisc», den Allrounder der Bodenbearbeitung, überarbeitet und
zeigte an der Sima in Paris mit der
Baureihe «1001» neue 3-Punkt-Maschinen und gezogene Varianten.
Die neue Generation dieser Kurzscheibenegge ist bei Pöttinger nun
durchgängig von 3 – 6 m Arbeitsbreite erhältlich. Eine markante Änderung ist das «Twin-Arm»-System,
bei dem zwei gezackte Hohlscheiben jeweils auf einer breiten
Klemmschale getragen werden.
Diese Konstruktion garantiert durch
die grosse Klemmlänge eine hohe
Stabilität. Die Scheibenschrägstellung bleibt konstant und es gibt kein
seitliches Ausweichen bei schweren
Böden. Darüber hinaus wurden die
Scheibenstärke erhöht und auch die
Scheibendurchmesser um rund
13 % auf 580 mm verlängert. Zum
Handling der Tiefeneinstellung muss
das hydraulische Steuergerät am
Traktor betätigt werden. Die Vorwahl der Tiefe erfolgt hydraulisch
und wird – von vorne einfach zugänglich – mit Einschwenkclips fixiert. Auch die Scheibenlagerung
bietet Komfort durch die Wartungsfreiheit: Die Lagerbolzen am Scheibenträger sind verschraubt und ein
zweireihiges, dauergeschmiertes
Schrägkugellager mit Kassettendichtung (sechs Dichtstellen) sorgt
für den notwendigen Schutz. Zusätzlich ist die Kassettendichtung
mechanisch mit einem Blechtopf
geschützt – zum Schutz vor langphasigen Ernterückständen oder am
Feld liegen gebliebenem Bindegarn.
Bei den gezogenen Maschinen
wird das Fahrwerk in der Arbeitsstellung über den Nachläufer nach
vorne geklappt. Der Schwerpunkt
sitzt vor dem Nachläufer und bringt
somit weiteres Gewicht auf die
Scheibenwerkzeuge. Dieser Vorteil
spiegelt sich auch beim Arbeitseinsatz wider. Durch diese Fahrwerksverlagerung läuft die Maschine
ruhig, bei unterschiedlichen Bodentypen oder Einsatzverhältnissen. Die Maschine schluckt sozusagen jede Unebenheit am Acker. Am
Vorgewende läuft die Maschine am
Nachläufer. Im Zentrum der Standpräsentation stand bei Pöttinger
das 50-jährige Jubiläum der Ladewagen-Produktion. Die Palette
reicht heute vom kleinen Heu-Ladewagen mit 17 m3 bis zum Grossraum-Silierwagen mit 100 m3 Fassungsvermögen.
Fella will erweitern
Goodyear steigt aus dem
Landwirtschaftsgeschäft aus
Joskin übernimmt
Anfang Februar erwarben die FellaWerke, mit Standort in Feucht bei
Nürnberg, rund 2.6 Hektar neues
Bauland zur Realisierung der geplanten Werkserweiterung. Mit
dem Kauf des neuen Grundstücks
einhergehend wurden von den Behörden auch die umfangreichen Erweiterungsmassnahmen genehmigt,
die zur Standortsicherung des heute
zur Agco-Gruppe gehörenden Unternehmens beitragen.
UFA-REVUE · 3 2013
Reifenhersteller Goodyear beabsichtigt, aus dem Markt für Landwirtschaftsreifen auszusteigen und
sich auf das Kerngeschäft der Autoreifen zu konzentrieren. Die Umsetzung dieses Projekts erfolge vorbehältlich der Abstimmung mit dem
europäischen Gesamtbetriebsrat sowie den Gesamtbetriebsräten der
betroffenen europäischen Länder,
heisst es beim amerikanischen Unternehmen.
Goodyear trennte sich bereits
2005 in Nordamerika von seinem
Landwirtschaftsgeschäft in, sechs
Jahre später folgte im Jahr 2011 dieser Schritt auch in Lateinamerika.
Nicht betroffen von dieser Massnahme ist die Region Asien-Pazifik.
Für diesen Markt will Goodyear
weiterhin
Landwirtschaftsreifen
produzieren und entsprechend im
Markt präsent sein.
Die belgische Joskin-Gruppe hat
den französischen Hersteller von
landwirtschaftlichen Kippern und
Miststreuern LeBoulch übernommen. LeBoulch soll zukünftig als eigene Marke innerhalb der JoskinGruppe weitergeführt werden. In
der Vergangenheit habe es bereits
mehrfach Interesse von Joskin gegeben, diesen französischen Hersteller
zu übernehmen, weil man in einigen
Märkten ein zweites Vertriebsnetz
mit einer starken Marke aufbauen
wollte.
Zu LeBoulch gehört auch die
Marke «Hauswirth», unter der Ballenanhänger, Geräteträger, Viehanhänger und Weidestriegel vertrieben werden. Laut Joskin verfügt
LeBoulch bereits heute über ordentliche Strukturen und Kapazitäten.
Dennoch wird noch in diesem Jahr
mit dem Bau einer neuen Fertigungshalle begonnen.
Elektrisch angetriebene Traktoren
sind keine Zukunftsmusik mehr,
sondern könnten schon bald in der
Landtechnik interessante Anwendungsbereiche finden. So hat beispielsweise der Schweizer Traktorenbauer Sepp Knüsel zusammen
mit der Universität Dresden einen
diesel-elektrischen Hybridtraktor
entwickelt mit elektrischen Einzelrad-Antrieben (Bild).
Ein elektrischer Antrieb ermöglicht eine exaktere Regelung und
Steuerung einzelner Komponenten.
Dies bietet einen klaren Vorteil gegenüber mechanischen und hydraulischen Systemen, was Effizient, Präzision und Umweltverträglichkeit
anbelangt. Zudem sparen elektrisch
angetriebene Maschinen (E-Maschinen) eine Menge Diesel, Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz-
mittel ein. Ein weiterer Pluspunkt
ist, dass sich die E-Maschinen im
Handumdrehen online steuern und
einstellen lassen. Voraussetzung ist
allerdings, dass die Stromversorgung mit dem vorhandenen Fuhrpark möglich ist. Deshalb entwickeln Firmen wie ZF oder GKN
Walterscheid Nachrüstlösungen in
Form von Anbau-Generatoren für
Zapfwellen. Weitere Entwicklungsschritte sind in Planung. So sollen
die Generatoren künftig auch direkt
auf den Geräten und Maschinen untergebracht werden. Um Prozesse
zu regulieren und Lastspitzen zu decken, wird auch über den Einsatz
von Kondensatoren oder mehrfach
überlastbaren
Elektromotoren
nachgedacht.
Tagesaktuelle Neuigkeiten
www.ufarevue.ch
19
KURZMELDUNGEN
LANDTECHNIK
MF mit neuen Traktoren der Serie «6600»
New Holland mit
stufenlosem «T6»
Tabelle: Leistungsübersicht
New Holland
«T6 Autocommand»
T6.140
T6.150
T6.160
Nennleistung
max. Leistung
max. Drehmoment
Nennleistung
max. Leistung
max. Drehmoment
Nennleistung
max. Leistung
max. Drehmoment
110 PS
143 PS
590 Nm
121 PS
154 PS
634 Nm
131 PS
163 PS
676 Nm
An der Sima in Paris zeigte New Holland die stufenlose Variante der
Baureihe «T6». Die mit der «Sidewinder»-Armlehne in der erneuerten
«Horizon»-Kabine ausgestattete Serie wird mit drei Vier-Zylinder Modellen mit 110 bis 131PS Nennleistung auf den Markt kommen. Die
drei neuen «T6»-Modelle mit stufenlosem Getriebe heissen «T6.140»,
«T6.150» und «T6.160». Die Traktoren mit Vier-Zylinder Motor sind
kompakt gebaut und erfüllen die Abgasstufe 3b mit SCR-Technik. Das
verbaute stufenlose Getriebe sei die
neuste Generation der «Auto Command» Getriebe, die New Holland in
seinem Werk in Antwerpen (B) selbst
herstellt, basiert aber auf jenem, das
in der Serie «T7» bereits eingesetzt
wird. Der Fahrer kann die Geschwindigkeit in Schritten von 0.01km/h
variieren, dies bei einer Minimalgeschwindigkeit von 0.020km/h. In
der «Horizon»-Kabine findet man die
«Sidewinder»-Armlehne, die auch
bei den Serien «T7», «T8» und «T9»
zum Einsatz kommt und eine intuitive Bedienung des Traktors mit dem
«Command-Grip»-Hebel ermöglicht.
Die Hydraulikpumpe mit 125l/min
ist serienmässig.
Tagesaktuelle Neuigkeiten
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20
Mit fünf neuen Modellen der Baureihe «6600» mit Leistungen von
120 –160 PS überträgt Massey Ferguson das Konzept der Baureihe
«7600» in eine neue Generation von
Vier-Zylinder-Traktoren. Das Topmodell «6616 Dyna 6» leistet dabei
bis zu 185 PS und ist das stärkste
Vier-Zylindermodell auf dem Markt.
Die neue Baureihe «MF 6600» ist
ein vielseitig einsetzbarer Traktor,
der für ein breites Spektrum von
Aufgaben wie Transport, Bodenbearbeitung oder Frontladerarbeiten
geeignet ist. Ausgerüstet mit der
neusten Generation von AgcoPower-Motoren, SCR-Abgasreinigungssystem und Diesel-Oxidations-FilterDOC sowie einem PowerManagement leistet das Topmodell
«MF 6616 Dyna-6» bis zu 185 PS bei
790 Nm Drehmoment. Es ist das aktuell stärkste Vier-Zylindermodell
am Markt. Wie auch die grösseren
Brüder der Baureihe «MF 7600»
sind diese Traktoren (je nach Modell) mit verschiedenen Getrieben
(Dyna-4, Dyna-6 und Dyna-VT) und
in verschiedenen Ausstattungsvarianten (Essential, Efficient und Exclu-
sive) und damit einhergehendem
Grad der Automatikfunktionen und
Komfortmerkmalen erhältlich. Die
Kabine ist baugleich mit der neuen
Komfort-Panorama-Kabine der Baureihe «7600».
Tabelle: MF Traktoren Serie «6600»
Modell
Getriebe
Nennleistung
max. Leistung
6612
Dyna-4
110 PS
120 PS
6613
Dyna-4 Dyna-6
115 PS 120 PS
125 PS 130 PS
Weiterentwicklung
Als Weiterentwicklung der Feldspritze «Altis» bringt Kuhn das Modell «Altis 2002» mit einem Behältervolumen von 2000 l auf den
Markt. Ausgerüstet mit L-Rahmen
und kompaktem sowie leichtem
«Optilift»-System kann das Gerät
auch an Traktoren angebaut werden, die für Feldspritzen mit 1600
oder 1800 l ausgelegt sind. Zusätzlich gibt es auch einen Fronttank mit
1000 oder 1500 l.
JCB-Motor erfüllt Stufe 3b
JCB gab bekannt, dass der «Ecomax»-Motor die Abgasstufe 3b ohne SCR und Partikelfilter erfüllen
kann. Der Motor wurde mittlerweile
in 70 verschiedenen Maschinen
während über 100 000 Stunden getestet und wird nun seriemässig in
JCB-Maschinen verbaut. Diesen
Motor gibt es mit Leistungen von
110, 125 und 145 PS.
6614
Dyna-6 Dyna-VT
130 PS 130 PS
140 PS 140 PS
6615
Dyna-4 Dyna-6 Dyna-VT
135 PS 140 PS 140 PS
145 PS 150 PS 150 PS
Premiere für den
«Maxxum CVX»
Case erweitert die «Maxxum EP»Baureihe mit drei neuen Modellen,
die über ein stufenloses Getriebe
verfügen. Damit weitet Case das
«CVX»-Sortiment auf die Vier-Zylinder Traktoren aus. Das Getriebe
basiert auf der Doppelkupplungstechnologie, wie es bei Case schon
bei den «Puma»-Modellen zum
Einsatz kommt. Motorseitig sind 4Zylinder Aggregate mit 4.5 l Hubraum und elektronischer Commonrail-Einspritzung verbaut. Diese
Motoren bringen einen echten
«Power-Boost» von 10 % bei einer
verminderten Motordrehzahl von
1900 Umin, was den Kraftstoffbedarf senkt.
6616
Dyna-6
150 PS
160 PS
Dyna-VT
150 PS
160 PS
Hürlimann mit neuem Outfit
An der Sima in Paris zeigte sich die
neue «XM»-Serie von Hürlimann in
einem neuen Erscheinungsbild: Die
Lackierung ist in karminrot und historischem Grün gehalten, die Kühlerhaube wurde stark modifiziert
und wirkt modern. Die Baureihe ist
motorseitig und bei den wählbaren
Getriebevarianten mit den «Virtus»Modellen von Same oder der Serie
«5» von Deutz-Fahr identisch. Hingegen soll es im Gegensatz zur Same-Ausführung beim Hürlimann eine stufenlose Getriebevariante
geben. Vorerst wird die neue «XM»Reihe jedoch mit den drei Getriebevarianten 10 x 10, 30 x 30 und
60 x 60 erhältlich sein.
3 2013 · UFA-REVUE
LANDTECHNIK
Der «Entkoppelte»
CLAAS «AXION 800» Vor zwei Jahren lancierte Claas an der Sima mit dem «Axion
900» eine neu konzipierte Traktorenbaureihe im oberen Leistungssegment. Nun findet
diese Entwicklungs- und Konstruktionsphilosophie Eingang bei vier neuen Modellen
vom Typ «Axion 800». Interessantes Detail: Die Frontzapfwelle kann temporär vom
Motor vollkommen entkoppelt werden.
Mit seinem gleichnamigen Vorgänger hat der neue «Axion 800», der
ab 2014 in den Markt gehen wird,
nicht mehr viel gemeinsam. Wie
sein Vorbild «Axion 900» verfügen die
vier neuen Modelle von 200 bis 270 PS
über einen langen Radstand bei einer
Gewichtsverteilung 50 : 50 auf Vorderund Hinterachse. Damit der Traktor
trotzdem wendig bleibt, weist das
Frontchassis eine Wespentaille auf. Das
Kühlerpaket sitzt auf der breitesten Stelle des Vorderachsträgers, der Motor
hingegen auf einer schlanken und in den
Rahmen integrierten Ölwanne. Dies ermöglicht hohe Lenkeinschläge bei
einem engen Wendekreis. Die stabile
Bauweise erlaubt den Einbau von Frontkrafthebern (Hubkräfte von 3.5 oder
5.6 t) ohne zusätzliche Verstrebungen.
Fahrerkomfort Als Kabine kommt
eine 4-Pfosten-Kabine mit 4-Punkt-Federung zum Einsatz. Die Schwingungstilgung von Hubwerk und Vorderachsfederung stammt ebenfalls vom grossen
Bruder. Entsprechend ähnlich sind sich
die beiden Baureihen bezogen auf ihr
Design. Die Kabine ist relativ weit vorne
angeordnet. Dank einteiliger Frontscheibe ohne Querstreben und gewölbter Heckscheibe hat der Fahrer freien
Blick nach vorne und nach hinten auf
die angebauten Maschinen.
Bedient werden die Traktoren
wahlweise mit dem «Cis»- (Basis, mechanisch) oder dem «Cebis»-Modul
(Option, elektronisch) mit dem ergonomich geformten Multifunktionshebel
«C-Motion».
Abgasstufe 4 Als erste Claas Ma-
Im neuen «Axion 800»
von Claas sind viele
Elemente, beispielsweise die Kabine, vom
grösseren «Axion 900»
verbaut.
schine verfügt der neue «Axion 800»
über einen Motor, der die Abgasnorm
der Stufe 4 zweistufig über einen Diesel-Oxydations-Katalysator kombiniert
mit einem SCR-Katalysator erfüllt. Angetrieben werden die Traktoren von
FPT-Motoren mit sechs Zylindern, 6.7 l
Hubraum und mit einem Konstantleistungsbereich von bis zu 500 Umin. Neu
ist auch, dass die volle Motorleistung jederzeit bei allen Anwendungen ohne
Begrenzung abrufbar ist.
Patentierte Entkopplung
Zunächst werden die «Axion 800» mit dem
«Hexashift»-Getriebe, später auch mit
Automatisches Lenkrad
GPS-gesteuerte Lenksysteme, ob manuell oder automatisch, sind mittlerweile gängige Praxis in der Landwirtschaft.
Das Claas Programm an GPS-gesteuerten
Lenkhilfen umfasste bisher unter diesem
Begriff je drei manuelle und drei automatische Systeme. Speziell für das automatische Lenksystem «GPS Pilot S3» gibt
es nun den GPS Pilot Felx», ein Lenksystem, das sich problemlos von
Maschine zu Maschine nutzen lässt –
auch herstellerübergreifend.
Aufbau und Austausch sind einfach und
schnell vollzogen: Es ist lediglich das
Lenkrad umzustecken, es müssen keine
Ventile installiert werden. Der Navigationsrechner schickt seine Lenkbefehle an
den Elektromotor des Lenkrads. Die
Lenkinformationen gehen also direkt auf
die Lenkstange des Fahrzeugs, auf das
sonst übliche und notwendige Hydraulik-Kit kann somit verzichtet werden.
einem stufenlosen «C-Matic»-Getriebe
verfügbar sein. Für das Frontzapfwellengetriebe hat sich Claas eine neue patentierte Kupplung einfallen lassen: Wird
dieses Getriebe, das in der Regel vom
Motor angetrieben wird und dessen im
Öl laufenden Zahnräder entsprechend
Energie brauchen, saisonweise nicht benötigt, kann das gesamte Getriebe vom
Motor entkoppelt werden. So soll man
0.4 l Diesel pro Stunde einsparen können, weil dieses Getriebe dann nicht
mehr permanent vom Motor angetrieben wird.
Ⅵ
Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue,
8401 Winterthur
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2013
3 · 13
21
LANDTECHNIK
Anspruchsvolle Reifenmontage
DIE REIFEN spielen speziell in der Landwirtschaft eine zentrale Rolle, sind sie doch
die Schnittstelle zwischen Maschine und Boden, dem wohl wichtigsten Produktionsfaktor. Neben der Wahl und des richtigen Innendrucks ist auch eine fachgerechte Montage
der Reifen entscheidend für eine nachhaltige Bewirtschaftung.
Mit diesen MontageFahrzeugen ist das
Pneuhaus Edi Leu
unterwegs, um Reifen
direkt auf dem Hof zu
montieren.
22
Seit knapp 30 Jahren ist Edi Leu mit
seinem Pneuhaus im luzernischen
Hochdorf aktiv in der Reifenbranche tätig. Ursprünglich einmal als
«Handelsreisender» für landwirtschaftliche Maschinenteile von Hof zu Hof unterwegs, hat er sich auf den Handel
und die Montage von Landwirtschaftsreifen spezialisiert. Mit insgesamt vier
mobilen Montage-Fahrzeugen bedient
das Pneuhaus Edi Leu Kunden in der
ganzen Schweiz. Zur Kundschaft gehören neben Landwirtschaftsbetrieben
auch Kommunalbetriebe und Landmaschinenhändler.
Dank seinem umfassenden Lager an
Qualitäts-Landwirtschaftsreifen in allen
Dimensionen ist das Pneuhaus Edi Leu
im Stande, innerhalb kürzester Zeit zu
liefern. Durch seine langjährige Tätigkeit
kann Edi Leu auf ein grosses Fachwissen
und viel Erfahrung in der Beratung der
anspruchsvollen Kundschaft zurückgreifen. «Die Kundschaft schätzt neben dem
allgemeinen Service unsere Pünktlichkeit und Verlässlichkeit», analysiert Edi
Leu. Er ist überzeugt, dass er in Sachen
Preis-Leistungsverhältnis absolut überzeugende Dienstleistungen anbieten
kann.
«Reifen-Wissen» Als unterschiedlich bezeichnet Edi Leu das Wissen der
Kundschaft über die Eigenschaften der
Landwirtschaftsreifen. Es gebe durchaus
Bauern, vor allem jüngere, die sehr gut
über diese doch komplexe Materie Bescheid wüssten. «Bei anderen wiederum
spielt dieses Thema scheinbar eine untergeordnete Rolle, obwohl doch gerade der Reifen als Schnittstelle zwischen
Boden und Maschine entscheidend für
eine nachhaltige Bewirtschaftung ist»,
betont Edi Leu.
«Wichtig ist beispielsweise die Kenntnis über die Tragfähigkeit eines Reifens», führt Edi Leu weiter aus. Er stellt
nämlich fest, dass diese Tragfähigkeit
bei Verkehrskontrollen vermehrt überprüft werde. Die Tragfähigkeit eines Reifens wird durch einen Index wiedergegeben, der die maximale Last angibt, die
ein Reifen bei einer bestimmten Geschwindigkeit und einem vorgegebenen
Reifendruck tragen darf.
«Die fachrechte Montage ist eine anspruchsvolle Arbeit», sagt Edi Leu.
Seine vier Montage-Fahrzeuge hat er
selber konstruiert und über die Jahre
perfektioniert. Die Neubereifung eines
kompletten Traktors dauert weniger als
eine Stunde, so dass der Traktor innerhalb kürzester Zeit wieder einsatzbereit
ist. Neben der eigentlichen Montage
geht es bei der Nachrüstung in erster Linie darum, dass der neu aufgezogene
Reifen den Bedürfnissen des Kunden
entspricht, vor allem aber auch rund
läuft. Dieser Rundlauf hat nicht nur Einfluss auf den Fahrkomfort, er schützt die
Maschine auch vor Vibrationen und so
vor der Beschädigung sensibler Systeme
wie beispielsweise der Elektronik.
Steckbrief
Das Pneuhaus Edi Leu wurde 1985
durch Edi und Frieda Leu gegründet und
befindet sich seit 1990 an der Hohenrainstrasse in Hochdorf (LU). Mit vier
mobilen Montage-Fahrzeugen beliefert
das Pneuhaus Kunden in der ganzen
Schweiz. Insgesamt beschäftigt das
Unternehmen, das von Edi und Frieda
Leu geführt wird, neun Personen. Mit im
Unternehmen ist auch bereits die zweite
Generation mit den Söhnen Samuel,
Pirmin und Severin (v.l.n.r. auf Bild).
Zum umfassenden Dienstleistungsangebot zählen neben dem Handel und der
Montage von Landwirtschaftsreifen auch
Felgen nach Spur und Mass, Pflege- und
Doppelräder sowie Achsen für Landwirtschaftsfahrzeuge und Schneeketten.
Regional ist das Unternehmen zudem im
Reifengeschäft für Personenkraftwagen,
Lieferwagen und Lastkraftwagen tätig.
www.pneuhausleu.ch
Entscheidend beim Reifenwechsel, so
Edi Leu weiter, sei zudem das genaue
Abstimmen des Übersetzungsverhältnisses zwischen Vorder- und Hinterradreifen, um einen optimalen Vorlauf der
Vorderräder zu erreichen. «Wird dies
nicht gemacht, kann es zu unerwünschten Reifenverformungen, erhöhtem Abrieb oder kostspieligen Getriebeschäden führen.»
Reifenpflege Ein Reifen benötigt
keine besondere Pflege. Dennoch führt
3 2013 · UFA-REVUE
LANDTECHNIK
eine schonende Behandlung dazu, dass
ein Reifen nicht über den normalen Alterungsprozess hinaus schneller altert.
Edi Leu rät dazu, Maschinen ausserhalb
der Saison möglichst mit normalem Reifendruck zu parken, um Standschäden
zu vermeiden. Zudem können durch eine regelmässige Reinigung der Reifen
einerseits Beschädigungen schneller erkannt, anderseits die Lebensdauer verlängert werden.
Ⅵ
Edi Leu: «Die Kundschaft
schätzt unsere Pünktlichkeit und
Verlässlichkeit».
Reifentypen
Standardreifen werden für kleinere bis mittlere Traktoren verwendet.
Mit der Serie «85» muss man keineswegs auf Fahrkomfort und Traktion
verzichten. Bei der Umbereifung auf Reifen mit Millimeterbezeichnung
ist zwingend eine Vorlaufsberechnung durchzuführen, um kostspielige
Folgeschäden zu vermeiden.
Breitreifen haben ein 12 bis 19 % grösseres Luftvolumen als
Standardreifen, weisen so eine deutlich höhere Tragfähigkeit und eine
bessere Bodenaufstandsfläche auf. Das Gewicht der Maschine wird
somit grossflächig und gleichmässig verteilt. Bei Geschwindigkeiten von
bis zu 65 km/h bietet der Breitreifen gute Stabilität und Fahrkomfort auf
der Strasse.
Volumenreifen verteilen durch die extreme Breite die Maschinenlast
grossflächig und gleichmässig, so dass die Wurzelbereiche der Pflanzen
bei Ackerbauarbeiten geschont werden. Mit der hohen Tragfähigkeit
und dem grossen Luftvolumen ist der Volumenreifen speziell für
Hochleistungstraktoren und Erntemaschinen konzipiert.
Pflegereifen der Serien «90» und «95» kommen vor allem in
Reihenkulturen zum Einsatz. Mit dem kleinen Querschnitt kann ein
Pflegereifen grosse Maschinenlasten tragen. Die spezielle Bauweise der
abgerundeten Schultern vermeidet Pflanzen- und Kulturschäden.
Pflegereifen werden auch bei Zwillingsbereifungen zur Reduzierung des
Bodendrucks eingesetzt.
Forstreifen besitzen im Gegensatz zu herkömmlichen Traktorenreifen
einen stichfesten Stahlgurt, der äussere Verletzungen und Beschädigungen der Karkasse verhindert. Mit dem richtigen Forstreifen können
Kosten, Arbeitsausfall durch Beschädigung und Zeit gespart werden.
Bauarten von Reifen
Beim Diagonalreifen verlaufen die Karkassenflächen schräg (diagonal)
von der einen zur anderen Seite des Reifenwulstes. Die Flanke und die
Lauffläche bilden dabei eine Einheit, da sie gleich gebaut sind.
Beim Radialreifen verlaufen die Karkassenflächen exakt quer (radial)
zur Fahrtrichtung von der einen zu anderen Seite des Reifenwulstes.
Mit zusätzlichen Kordeinlagen auf der Lauffläche (Gürtel) können
unabhängig von der Karkasse weitere Einsatzmöglichkeiten für den
Reifen geschaffen werden.
Ein umfassendes
Reifenlager ist
entscheidend für die
Lieferbereitschaft.
Autor Dr. Roman
Engeler, UFA-Revue,
8401 Winterthur
Die Neubereifung eines Traktors
dauert weniger als eine Stunde.
UFA-REVUE · 3 2013
www.ufarevue.ch
3 · 13
23
LANDTECHNIK
Hightech ohne Landwirte?
DIE DIGITALE LANDTECHNIK hält Einzug auf den Äckern. Effizienzsteigerung
und Kostensenkung versprechen komplexe Hightech-Systeme, die etwa beim Precision
Farming zum Einsatz kommen. Doch die Hersteller haben die Rechnung ohne die
Landwirte gemacht. Aktuelle Umfrageergebnissee in Deutschland zeigen, dass Landwirte
den Neuerungen noch mit grosser Skepsis gegenüber stehen.
Anna
Steindl
Im Bordsystem werden
die gewünschten
Parameter eingestellt.
Die Landwirtschaft unterliegt momentan einem schnell voranschreitenden, technischen Wandel. Um
sich globalen Herausforderungen
wie dem Klimawandel oder einer wachsenden Weltbevölkerung zu stellen,
kommen vermehrt innovative Technologien zum Einsatz. Dank GPS-basierter
Informationstechnologie und Isobus-fähiger Geräte wird beim Düngen, Ernten
oder Pflanzenschutz mit höchster Präzision gearbeitet.
Das sogenannte Precision Farming
sorgt dafür, dass Fahrspuren exakt eingehalten oder auch der Schädlingsbefall, die Bodenbeschaffenheit und der
Pflanzenbestand erfasst werden. Die
Messdaten werden direkt an die Schlagund Ertragskarteien des Betriebes weitergeleitet, so dass jederzeit nachverfolgt werden kann, unter welchen Bedingungen die Pflanzen kultiviert
wurden. Ziel der Hightech-Landwirtschaft ist es, Kosten zu senken und
gleichzeitig Effizienz sowie Produktivität
zu steigern. Ernährt ein Landwirt heutzutage 140 Menschen, könnten es im
Jahr 2050 schon doppelt so viele sein.
Akzeptanz gering Während sich
die Geräte rege untereinander austauschen, mangelt es an der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine.
Selbst moderne Landwirte trauen sich
nicht so recht an die neue Technik heran
und fühlen sich schnell überfordert.
Zwar wird das grosse Potenzial der modernen Landtechnik erkannt, jedoch
mangelt es an Know-how im Bereich Informationstechnik sowie an der Anwenderfreundlichkeit der Systeme. Der
praktisch veranlagte Landwirt greift bevorzugt auf konventionelle Technik zurück, anstatt sich mit den unzähligen
Knöpfen und Funktionen eines IsobusTerminals zu befassen. Obwohl einige
Landtechnikfirmen inzwischen umfassende Schulungen basierend auf Videofilmen oder Computeranimationen anbieten, fühlen sich viele Landwirte mit
der hochkomplexen Technik im Stich
gelassen und bemängeln das Beratungs-
Agrar-Hightech –
Die Ängste der Landwirte
• Hohe Anschaffungskosten
• Überforderung häufig wechselnder
Fahrer
• Abhängigkeit gegenüber Landtechnikherstellern steige
• Erhöhter Reparaturaufwand
• Fehlen von Schulungsangeboten
• Lange Einarbeitungszeiten
• Mangelhafte Beratung durch
Hersteller
angebot. Ablehnung bereiten zudem,
die hohen Anschaffungs- und Reparaturkosten der hochspezialisierten Technik. Die Erfahrung des Fachbereichs
Agrartechnik zeigt jedoch, dass sich innovative Agrartechnik durch Zeit- und
Produktionsmitteleinsparungen sehr
schnell amortisiert.
Der Informationsaustausch zwischen
den Geräten und
Maschinen sorgt für
höchste Präzision.
24
3 2013 · UFA-REVUE
LANDTECHNIK
Akzeptanz bei Schweizer Landwirten vorhanden
«Die Akzeptanz der Schweizer Landwirte gegenüber digitaler
Landtechnik kann insgesamt als hoch eingestuft werden», meint
Toni Schmid (Bild). Er ist bei GVS-Agrar für das Gebiet «Precision
Farming» zuständig. Jedoch gebe es Unterscheide zwischen den
verschiedenen Produktionsbereichen. «Während auf Gemischtbetrieben das Interesse an Hightech aufgrund geringer Einsatzmöglichkeiten relativ gering ist, sind Betriebe mit Reihenkulturen mit Begeisterung dabei», hält Schmid weiter fest. Gerade im
Gemüsebau würden Landwirte unternehmerisch denken und könnten durch
den Einsatz moderner Technik effizienter arbeiten. Aber auch biologisch
wirtschaftende Betriebe greifen immer häufiger auf Komponenten wie GPS
zurück. «Precision Farming» ist inzwischen dafür bekannt, Umwelt und
Geldbeutel gleichermassen zu schonen», so Schmid. Da würden auch die
hohen Anschaffungskosten kaum abschrecken.
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Fazit Der Trend zur digitalen
Landtechnik wird sich weiter fortsetzen, da sind sich die Experten aus
Forschung und Wirtschaft einig.
Landwirte müssen sich demnach
verstärkt mit dem Thema High-Tech
auseinandersetzen, um bestehen zu
können. Die Herausforderung für
die Hersteller besteht nun darin,
komplexe Technik für den Landwirt
verständlicher und dadurch auch
schmackhafter zu gestalten.
Ⅵ
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0827-GAM-FO-EU-CH-DE – Fotos: Watier Visuel – D. Rousselot
Das enge Händler- und Beraternetz der Schweiz sorgt dafür, dass den Anwendern von GPS und weiteren Hightech-Elementen bei Problemen rasch eine
Lösung geboten wird. Gerade der praxis- und bedürfnisorientierte Ansatz des
Vertriebes, nehme den Landwirten die Angst und Unsicherheit gegenüber der
komplexen Gerätschaft, führt Schmid weiter aus. «Hinsichtlich der Weiterverwendung der erfassten Daten, zur Feldkartierung, beziehungsweise zur Erstellung eines digitalen Bodengedächtnisses, gibt es allerdings noch die eine
oder andere Hemmschwelle.» Insgesamt erkennen die gut ausgebildeten
Schweizer Landwirte jedoch das Potenzial, das in der modernen Landtechnik
steckt und nehmen dieses als wertvolle Entlastung im Arbeitsalltag wahr.
Pflanzenbau I Tierhaltung I Landschaftspflege
be strong, be KUHN
Autorin Anna Steindl, UFA-Revue,
8401 Winterthur
Dieser Beitrag basiert auf einer
Umfrage der Max-Eyth-Gesellschaft
Agrartechnik, eine Fachgruppe
innerhalb des Vereins Deutscher
Ingenieure (VDI). Auszüge dieser
Umfrage wurden in den VDI-Nachrichten vom 16. November 2012
publiziert.
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2013
3 · 13
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Spurbreite 150 cm
ෟ 081 785 14 77
Schwadaufnahme
Samro für Zwiebeln,
passend zu Offset
ෟ 081 785 14 77
Heubelüftung, Aebi
BL9, 10 PS, isolierte
Krippenrollwand,
Antrieb elektrisch,
L 14 m, H 1.4 m;
Anbindevorrichtung
12 Plätze; Krananlage
Bücheler Spur 4 m,
B 16 m
ෟ 041 450 17 41
Absauganlage Happel,
für 4 Melkeinheiten
und Melkstand
ෟ 041 980 12 78
2 Förderschnecken,
4 m; 2 Hydraulikagregate
ෟ 079 470 80 61
Kunststoffsilo Huber,
100 m3
ෟ 079 370 99 24
Kreiselegge Maschio,
3 m, mit Spirowalze,
sehr gut erhalten
ෟ 033 453 17 77
3-Schar Pflug Althaus
Fr. 3000
ෟ 079 327 50 89
Milchkühltank, 530 l
mit kompl. Kühlaggregat, sehr guter Zustand
ෟ 032 675 26 36
3-Achs Fräsmaschine
Hispano, sehr gut
erhalten
ෟ 076 330 41 60
Rapid Spezial, guter
Zustand, günstig
ෟ 079 245 11 41
Ladewagen Mengele
435, inkl. elektrohydraulische Steuerung
und hydraulischer
Kratzboden, ab Platz
ෟ 079 794 52 70
Traktor
Case-IH 4230
Traktor MasseyFerguson 135 MP
Jg. 1994, PS 80
B-Std. 2300
CHF
20 500.–
René Naef, Frauenfeld
Tel.
079 514 22 93
Jg. 1969, PS 45
B-Std. 3300
CHF
6900.–
Traktorenreich, Matzingen
Tel.
079 376 14 06
Inserate-Nr.
Inserate-Nr.
231510
Fronthackgerät
Schmozer, 3-reihig mit
Düngertank , Zustand
fast wie neu Fr. 4500
ෟ 056 225 16 42
Schlauchhaspel,
150 m, Querschnitt
50 mm, Fr. 1000
ෟ 056 225 16 42
Gastank, 5000 l,
zylindrisch liegend,
Armaturen und
Dokumente vorhanden
ෟ 071 655 18 42
Motor Maag, zu
Motormäher oder
Schilter usw.
ෟ 079 245 11 40
Traktor ICH 383;
Mengelehäcksler
MB 290
ෟ 041 910 28 45
1-Achs Dreiseitenkipper, Reisch, 8 t, 4 x
2.1 m, 50 x 50 cm
Aufsatz, top Zustand
ෟ 079 422 30 55
4-Rad Wagen
Hofmann, 5 x 2 m,
2 x 50 cm, Bereifung
18“, Auflaufbremse,
8 to GG, top Zustand
Fr. 3900; Quaderballen-Zinken, 2 Stk.
à 110 cm + Konus,
Fr. 100; Diesel
Tanksäule, ex BP,
45 l/min, Fr. 150
Kanton ZH
ෟ 078 817 65 00
Generator, 2-Zylinder,
ex. Armee, GKW 380 V
Fr. 950
ෟ 079 460 76 43
235154
Dosiergerät Neuero,
6 m, Fr. 8000;
Siliergebläse New
Holland 28 mit DieselAufbaumotor, Fr. 4000;
Feldhäcksler Gehl mit
Pic-Up
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De Laval für 26 Kühe,
komplett mit 4
Melkmaster-Melkaggregaten, Selbstabnahme;
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für je fünf Kälber, mit
Eimerhalter; Holzwagen für drec Ster, Holz,
einachsig; Schleifapparat für Mäher und
Busatismesser,
ab 19:30 Uhr
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Klingenrotor Maschier,
3 m; Scheibenegge
Soschen-Pinte, 3.3 m;
Förderband Blaser 7 m;
2-R Rodesystem, klein,
6-Reihig, und Ladebunker Bleinroth 25 m3
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Fortsetzung
Seite 28
3 2013 · UFA-REVUE
NEUHEITEN
KNOW-HOW
«Top 722»: Flexibler Rechprofi
Kuhn Feldspritzen mit neuen Elementen
Pöttinger präsentiert mit dem «Top
722» eine neue Seitenschwader-Generation. Den hohen Anforderun-
Neu bietet Kuhn auf sämtlichen
Aluminium- Spritzgestängen ein
Umlauf-System mit pneumatischer
Zu- und Abschaltung der Düsenventile an. Das Spritzmittel zirkuliert in Ringleitungen aus Edelstahl.
Das Ein- und Ausschalten der Teilbreiten erfolgt über pneumatische
Düsenventile direkt oberhalb der
jeweiligen Düse mittels Druckluftimpuls. Jede Teilbreite wird von
einem Elektro-Pneumatik-Ventil
gesteuert. Gegenüber anderen Umlaufsystemen bietet diese kontinuierliche Zirkulation eine permanente Umwälzung der Spritzbrühe auch
gen der Praxis nach bester Rechqualität, perfekter Bodenanpassung
und geringer Futterverschmutzung
wird auch der neue Seitenschwader
gerecht. Mit einer Arbeitsbreite von
6.80 m ist der «Top 722» die optimale Ergänzung in der Erntekette.
Der Kreiseldurchmesser von 3.30 m
sowie die Ausstattung mit 13 Kreiselarmen sorgen für optimale Rechqualität bei gleichzeitig höherer Arbeitsgeschwindigkeit. Trotz dieses
Kreiseldurchmessers liegt die Trans-
porthöhe unter 4 m, ohne Demontage der Zinkenarme. Die Transportbreite beträgt 2.52 m und bewegt sich damit innerhalb der
normalen gesetzlichen Bestimmung. Auf Wunsch ist aber eine
breitere Achse verfügbar, die für zusätzliche Stabilität am Hang sorgt.
Um den Bedienkomfort zusätzlich
zu erhöhen ist der neue «Top 722»
als Rechtsableger konzipiert. Wie
bereits bei anderen Pöttinger
Schwadermodellen besitzt der «Top
722» eine hohe Vorgewendefreiheit.
Die kardanische Aufhängung der
Kreisel ermöglicht eine Anpassung
an alle Bodengegebenheiten um bis
zu + / – 5°. Für den Einsatz in besonders unebenem Gelände sind zusätzliche Multitast-Räder verfügbar.
Pöttinger AG, 5413 Birmenstorf
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bei geschlossenen Teilbreiten.
Vorteile:
• Düsenstrahl baut sich direkt nach
Einschalten auf und garantiert
Applikation bereits bei Arbeitsbeginn.
• Beim Abschalten der Teilbreite
wird Spritzmittelzufuhr schlagartig und ohne vorherigen Druckabfall abgeschaltet – kein Nachtropfen.
• Permanente Zirkulation in der
Ringleitung verhindert das Absetzen des Wirkstoffs.
• Kein Restwasser in der Leitung
bei Spritzbeginn – Vermeidung
des dreieckigen Spritzfensters bei
Beginn der Arbeit.
• Spül- und Reinigungsvorgang des
Spritzgestänges wird vereinfacht
und gründlicher.
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Breite und anpassungsfähige Einkreisler
Das Claas Programm an Einkreiselschwadern wurde um zwei Modelle
(Dreipunkt, gezogen) erweitert.
Mit einem Kreiseldurchmesser von
3.80 m verfügen die neuen «Liner»
über eine vergrösserte Arbeitsbreite
von 4.80 m. Somit bietet Claas
bei den Einkreiselschwadern ein
Angebot mit Arbeitsbreiten von
3.50 – 4.80 m.
Mit dem neuen «Liner Profil 500»
präsentiert Claas den ersten Einkreiselschwader für den Dreipunktanbau, der mit einer kardanischen
Kreiselaufhängung ausgestattet ist.
Durch diese kann sich der Kreisel
den Bodenunebenheiten dreidimensional und unabhängig von der
Traktorbewegung anpassen. Um die
Bodenanpassung und in Folge die
UFA-REVUE · 3 2013
Futterqualität noch weiter zu verbessern, kann der Schwader mit einem Sechsrad-Konturfahrwerk ausgerüstet werden. Beim «Liner 500 T»
wird die Bodenführung durch ein
zusätzlich erhältliches Tastrad optimiert. Zudem sind bei beiden Modellen die Fahrwerke so nahe wie
möglich an den Zinken positioniert,
damit sich der Kreisel dem Boden
anpassen kann. Zur Zentrierung der
Maschine nach Kurvenfahrten und
um ein Auflaufen der Schwader am
Hang zu verhindern, ist der «Liner
500» mit dem bewährten Kraftflusslenker «CKL» ausgestattet. Die neuen Modelle erhielten weitere bewährte Komponenten. Hierzu zählt
das dauergeschmierte und hermetisch geschlossene Schwadgetriebe.
Die Zinkenarme sind zudem mit einer 20-teiligen Vielverzahnung ausgestattet.
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Betreuung an Messen und Ausstellungen runden Ihr Aufgabengebiet ab.
Ihre Qualifikation
Sie haben eine Ausbildung im landwirtschaftlichen oder technischen Bereich
abgeschlossen und verfügen über eine kaufmännische Weiterbildung oder entsprechende Berufserfahrung. Sie sind versiert im Umgang mit MS-Office und
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Bedienung der Funktionen mit Daumen, Zeigeund Mittelfinger ermüdet die Hand beim
Arbeiten nicht so schnell, zumal der Arm auf der
gepolsterten Lehne ruht. Diese kann in Höhe
und Längsrichtung den individuellen Bedürfnissen des Fahrers angepasst werden. Dieser
Fahrhebel wird auch bei den weiteren Produkten
wie «Axion 900», «Lexion» Mähdrescher und im
«Xerion» eingesetzt.
Agrardruckfass, 3000 l,
guter Zustand; LKWKipper, klein Fr. 500
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Dreipunkt, beides
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Packungen und guter
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Fortsetzung
Seite 39
3 2013 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
PFLANZENBAU
Stetiges Wachstum der Bio-Produktion weltweit
Das Marktforschungsunternehmen
Organic Monitor schätzt den globalen Umsatz mit Bio-Produkten auf
fast 63 Mia. US Dollar (2010: 59
Mia. US-Dollar) oder über 45 Mia.
Euro. Die Vereinigten Staaten sind
der führende Markt. In Europa
führt Deutschland, gefolgt von
Frankreich. Die Länder mit den
höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für
Bio-Produkte sind die Schweiz und
Dänemark. Ungefähr 80 % der 1.8
Mio. (Vorjahr 1.6 Mio.) zertifizierten
Bio-Produzenten leben in Entwick-
lungsländern. Die meisten Produzenten sind in Indien, Uganda, Mexiko und Tansania die Länder mit
den meisten Produzenten.
Ende 2011 sind 37.2 Mio. ha
landwirtschaftliche Nutzfläche biologisch bewirtschaftet worden. Das
grösste Wachstum war in Asien. Die
Länder mit den grössten Wachstumsraten sind China, Indien und
Spanien. Australien ist nach wie vor
das Land mit der grössten Biofläche
(12 Mio. ha mit 97 % Weideflächen). Die Länder mit dem grössten
Bio-Anteil sind die Falklandinseln
(36 %), gefolgt von Lichtenstein
(29 % und Österreich (20 %). In
Europa gibt es eine Vielzahl von Förderungsmassnahmen (Direktzahlungen, Beratungsdienste etc.) zur Förderung des Bio-Anbaus.
Zielsortiment Bio
Russland weitet Importverbot aus
Russland weitet das zum 1. April angekündigte Importverbot für Pflanzkartoffeln aus der EU auf Pflanzgut
sämtlicher Arten sowie Topfpflanzen aus. Moskau begründet dies mit
mangelnden Informationen über
Quarantäneschaderreger-freie Anbaugebiete in der EU.
aus früheren Ernten seiner Kollegen
übrig geblieben war. Auch dieses
Saatgut stammte überwiegend von
Monsanto. Die Patentansprüche
des Konzerns hielt Bowman für erloschen. Doch das Unternehmen
klagte. Das Urteil wird bis Juli erwartet. Monsanto habe schon über
400 Landwirte wegen Patentverletzungen vor Gericht gezerrt. Von 72
bisher bekannten Urteilen seien
Monsanto über 23 Mio. Dollar an
Entschädigungszahlungen zugestanden worden. Nachzulesen auf
www.keine-gentechnik.de.
Gerichtsprozess wegen GVO
Fungizid in EU zugelassen
Vor dem Obersten Gerichtshof der
USA in Washington hat Ende Februar der Prozess des Landwirts Vernon
Hugh Bowman aus Indiana gegen
den Agrochemie-Konzern Monsanto begonnen. Dabei geht es um Patentansprüche des Herstellers gentechnisch veränderter Pflanzen
gegenüber dem 75-jährigen Bauern.
Bowman pflanzte auf seiner Farm
gentechnisch verändertes Soja-Saatgut, das er regulär von Monsanto
kaufte. Für eine zweite Aussaat
nahm er günstigeres Saatgut, das
Das Fungizid der BASF für Sonderkulturen, Initium hat die EU-weite
Zulassung für die Nutzung in Pflanzenschutzmitteln erhalten. Im November 2012 erhielt Initium einen
Agrow Award als «Best New Crop
Protection Product or Trait» (bestes
neues Pflanzenschutzmittel ).
Pflanzenbehandlungs-, Silier-, Stallfliegen-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, aber auch Dünger und
Handelssubstrate für den biologischen Landbau sind im Zielsortiment 2013 aufgelistet. Das Zielsortiment Bio 2013 ist bei den
regionalen LANDI erhältlich.
Spirituosenmarkt stabil
Der Schweizer Spirituosenmarkt ist,
wie die Zahlen 2012 bestätigen, seit
über zehn Jahren stabil. 2011/2012
betrug die einheimische Produktion
19 889 hl reinen Alkohol. Die Importe blieben mit 88 664 hl reinem
Alkohol auf konstant hohem Niveau. Sie erreichten 2012 einen
Marktanteil von 82 %, gegenüber
der einheimischen Produktion mit
18 %. Auch der
Pro-Kopf-Konsum
von Spirituosen
blieb stabil bei
1.6 l reinem Alkohol. Die Ethanolverkäufe beliefen
sich wie im 2011
auf 38 Mio. kg.
www.eav.admin.ch
UFA-REVUE · 3 2013
Alptraum wüchsige
Bohnenpflanze
Pueraria, auch Kudzu genannt, gehört gemäss IUCN weltweit zu
den 100 aggressivsten invasiven
Neophyten. In wenigen Jahren
kann Pueraria unter günstigen Bedingungen eine existierende Vegetation komplett überdecken
und zerstören. Ihr Stängelwachstum erreicht bis zu 27 cm pro Tag
– mit einschneidenden Konsequenzen auf die Biodiversität oder
die Entwicklung von landwirtschaftlichen Kulturen. In der
Schweiz ist Pueraria seit etwa zwei
Jahrzehnten im Tessin präsent. Es
sind 35 Befallsherde bekannt und
unter Beobachtung. Angesichts
ihres sehr schnellen Wachstums
erforscht Agroscope das Ausbreitungspotenzial und Bekämpfungsmassnahmen.
Der schier unglaubliche Tageszuwachs von 27 cm Länge dieser
Leguminosenart ist wohl das Auffälligste an dieser Pflanze. In den
Vereinigten Staaten wurde diese
Pflanze in den 30er und 40er Jahren als Erosionsschutz verwendet.
Pueraria ist also nicht nur als Gefahr für Biodiversität und Kulturpflanzen bekannt. Seit 1300 Jahren werden Bohnen, Wurzeln und
Blätter wegen ihres hohen Stärkegehaltes in der chinesischen Küche verwendet. Weiter gilt sie als
hochwertige Futter- und Textilpflanze. Noch bedeutender ist die
Verwendung als Heilpflanze zur
Linderung von Alkohol- und Nikotinabhängigkeit, Migräne, Bluthochdruck oder Allergien.
Forschungsanstalt Agroscope
Changins-Wädenswil
Tagesaktuelle Neuigkeiten
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29
PFLANZENBAU
Eine anspruchsvolle Neuheit
REVOLUTION BEIM SONNENBLUMENANBAU Eine chemische Regulierung
von zweikeimblättrigen Unkräutern im Sonnenblumenanbau war bislang nur vor
dem Auflaufen möglich. Die Express-SX-tolerante Sonnenblumensorte PR64H42, die
provisorisch in die Liste der empfohlenen Sorten aufgenommen wurde, eröffnet
neue Möglichkeiten, die aber auch einige Erklärungen erfordern.
Die in den 1980er Jahren eingeführte Sonnenblume hat sich besonders
als Frühsorte etabliert. Mit dieser
Kultur ist ein guter wirtschaftlicher
Ertrag gewährleistet, da sie beim Düngen keine besonderen Ansprüche stellt
und sich ausgezeichnet in der Fruchtfolge eignet. 2013 wurde mit den Ölwer-
Empfehlungen
• Express SX darf nicht bei anderen Sonnenblumensorten
angewendet werden. 30 g/ha Express SX und ein Benetzungmittel
im 4-Blattstadium der Sonnenblumen ausbringen.
• Die Behandlung nach 10 bis 14 Tage wiederholen.
• Express SX darf mit Graminiziden gemischt werden.
• Die üblichen Vorschriften, die bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und der Entsorgung von Brüherückständen und leeren
Gebinden gelten, sind zu befolgen.
• Das Spritzmaterial ist zu reinigen.
• Die Angaben auf der Packung sind unbedingt zu befolgen.
30
ken Abnahmeverträge über 18 000 Tonnen Sonnenblumen abgeschlossen, davon dürfen höchstens 12 000 Tonnen
ölsäurereiche Sonnenblumen sein. Für
High Oleic Sonnenblumen muss mit der
LANDI ein Anbauvertrag abgeschlossen
werden. Bei der Fruchtfolge wird auf der
gleichen Parzelle eine Anbaupause von
drei Jahren zwischen zwei Sonnenblumenkulturen empfohlen, um Krankheiten wie Mehltau, Phomopsis oder der
Phoma-Schwarzfleckenkrankheit vorzubeugen. Eine zu kurze Fruchtfolge begünstigt die Anreicherung befallener
Pflanzenreste im Boden oder den Befall
mit Pilzen wie Sclerotinia sclerotiorum.
Zudem darf im Rahmen des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) die
mit Raps und Sonnenblume bebaute
Ackerfläche nicht mehr als 25 % betragen. Der Erfolg einer Sonnenblumenkultur hängt in hohem Masse von einem
guten Anbaumanagement ab. Die Sortenwahl, Bodeneigenschaften, ein regelmässiges Auflaufen und das Unkrautmanagement erfordern besondere
Aufmerksamkeit. Der Reifezeitpunkt einer Sorte beeinflusst das Erntedatum.
Homogene Pflanzabstände wiederum
wirken sich positiv auf eine gleichmässige Abreife aus.
Die klassische Unkrautbekämpfung bei Sonnenblumen umfasst verschiedene Methoden, die auch miteinander kombiniert werden können.
Saatbettbereitung, Pflegemassnahmen
oder auch der Pflanzenschutz wie etwa
der Einsatz eines Vorauflaufherbizids
spielen hier eine besonders grosse Rolle.
Bei der chemischen Unkrautregulierung
ist nach dem Auflaufen der Kultur nur
die Anwendung eines Gräserhebizids
Was ist GVO?
Gemäss Definition ist ein GVO ein Organismus, der durch eine Transgenese
(Gentransfer) verändert wurde.
Transgenese ist jedoch nicht das gleiche
wie Mutagenese. Unter Mutagenese
versteht man die Mutationen der DNA
in einem Organismus durch einen
chemischen Stoff (beispielsweise einen
alkylierender Wirkstoff), physikalisch
(mit Röntgenstrahlen), einem integrierenden Virus, einem Transposon
(springendes Gen) oder durch die
Anwendung von Techniken aus der
Molekularbiologie.
Bei der Transgenese wird eine neue
DNA-Sequenz in das genetische Erbgut
eines Organismus eingesetzt. Genau
genommen entspricht die Mutagenese
einer Änderung der genetischen
Information und nicht der Einpflanzung
einer DNA-Sequenz ins Genom.
Aufgrund dieser Kriterien können die
neuen Sorten, die durch eine zufallsbedingte Mutagenese gezüchtet wurden,
gegenwärtig nicht als GVO oder gar als
«versteckte GVO» bezeichnet werden.
möglich. Das Fehlen von Wirkstoffen,
die gegen zweikeimblättrige Unkräuter
wirken und gleichzeitig von den Sonnenblumen toleriert werden, führt auf
den Anbauflächen teilweise zu Problemen, da sich mehrjährige Unkrautherde
bilden. Diese Problempflanzen müssen
während den Zwischenkulturen beispielsweise mit Glyphosat bekämpft
werden.
PR64H42 ExpressSun ist eine
Sonnenblumensorte, die durch eine
chemische Mutagenese im Rahmen eines gemeinsamen Programms von DuFortsetzung Seite 33
3 2013 · UFA-REVUE
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3 2013 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
«Ölsäurereiche»
Sonnenblumen?
Sonnenblumenöl zeichnet sich durch
einen hohen Gehalt (über 80 %) an Ölsäure (einfach ungesättigte Fettsäure)
und einem geringeren Gehalt an Linolsäure (mehrfach ungesättigte Fettsäure)
aus. Dadurch kann es auf hohe
Temperaturen erhitzt werden und eignet
sich so sehr gut zum Frittieren. Vom
Geschmack her lässt sich ölsäurereiches
Sonnenblumenöl nicht von konventionellen Sonnenblumenöl unterscheiden.
Zwischen Parzellen mit konventionellen
und ölsäurereichen Sonnenblumen
muss ein Abstand von 200 Metern
eingehalten werden, um eine Verunreinigungen vorzubeugen.
Fortsetzung von Seite 30
Pont und Pioneer gezüchtet wurde. Im
Gegensatz zu Sorten des Typs «Roundup
Ready» wurde sie nicht durch das gewollte Einführen eines neuen Gens in
die DNA der Pflanze gezüchtet, sondern
durch die Züchtung von Pflanzen, die eine spontane Resistenz gegen Glyphosat
aufweisen. PR64H42 wurde provisorisch in die Liste der empfohlenen Sorten von swissgranum aufgenommen.
Diese neue homozygote Sorte ist tolerant gegen Tribenuron-Methyl (Wirkstoff von Express SX), was den Einsatz
eines Sulfonylharnstoffs mit breitem
Spektrum nach dem Auflaufen erlaubt.
Die direkte chemische Bekämpfung gegen hartnäckige Unkräuter wie Distel,
Winde oder Ampfer ist ebenfalls möglich. PR64H42 toleriert zudem die bei
den anderen Sonnenblumensorten üblichen Unkrautregulierungsmethoden
wie die Unkrautbekämpfung im Vorauflauf. Besonders hervorzuheben ist, dass
mit dem Einsatz von «Express SX» auf
Sonnenblumenparzellen gleichzeitig
auch Ambrosia bekämpft und einer weiteren Verbreitung dieser stark allergenen Pflanze vorgebeugt wird.
Behandlung von Ausfall-Sonnenblumen Obschon die neue Sorte bei
der Unkrautregulierung klare Vorteile
mit sich bringt, tauchen neue Fragen auf
insbesondere zur Behandlung von Ausfallgetriede oder auch einer möglichen
Übertragung der Toleranz auf wilde
Sonnenblumen. Da Tribenuron-Methyl
der Gruppe der Sulfonylharnstoffe angehört, ist der Ausfall der Sorte PR64H42
wenig bis überhaupt nicht empfindlich
gegenüber gewissen Wirkstoffen dieser
Gruppe. Express SX ist auch für die Unkrautregulierung im Getreide zugelassen. Daher muss für die Bekämpfung
von Ausfall-Sonnenblumen bei der Herbizidwahl auf eine andere Resistenzgruppe zurückgegriffen werden. Die Toleranzen für Sulfonylharnstoff sind
häufig an sehr einfache Mechanismen
geknüpft. Dies erhöht das Risiko, dass
bei Wildpflanzen oder anderen Sorten
Toleranzen auftreten. Bei Problemen
mit toleranten Ausfall-Sonnenblumen
wendet man sich an die regionale Pflanzenbauberatung.
Zusammenfassung Mit der Aufnahme
der
Sonnenblumensorte
PR64H42 in die von swissgranum empfohlene Sortenliste bietet sich beim Anbau in Parzellen mit mehrjährigen Unkrautherden wie Disteln, Winden oder
Ampfer eine neue Bekämpfungsmöglichkeit. Die Splittinganwendung von
Express SX ermöglicht eine Nachauflaufanwendung und bekämpft so zweikeimblättrige Unkräuter. Andere Sonnenblumensorte, die durch eine direkte
Anwendung oder Abdrift mit Express
SX in Berührung kommen, werden geschädigt. Vor dem Ausbringen, und dies
gilt im Besonderen für Lohnunternehmer, sollte abgeklärt werden, ob die zu
behandelnde Sorte tatsächlich gegen
diesen Wirkstoff resistent ist und dass
keinerlei Risiken einer Abdrift auf benachbarte Parzellen bestehen. Wie bei
allen Sulfonylharnstoffen reichen bereits winzige Mengen des Wirkstoffs,
um bei empfindlichen Pflanzen verheerende Schäden anzurichten. Es wird
dringend empfohlen, das Spritzmaterial
mit einem geeigneten Mittel gründlich
zu reinigen.
Ⅵ
Die Sonnenblume
ist im Pflanzenbau
eine agronomisch
und wirtschaftlich
interessante Pflanze,
die ständig weiterentwickelt wird.
Autor Gaël Monnerat,
UFA-Revue,
1510 Moudon
Bei Fragen zu herbizidresistenten Sonnenblumen erteilt unsere
Pflanzenbauberatung
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UFA-REVUE · 3 2013
3 · 13
33
Rapsschädlinge
– die Benetzung
verbessern!
IP-Suisse Getreideproduktion –
gibt es noch Optimierungsmöglichkeiten?
Auch nach einem nassen Winter,
wird’s bestimmt wieder Frühling.
Gleichzeitig zur Rübensaat fliegen
schon die Stängelrüssler ein. Kurz darauf kommen schon die ersten Glanzkäfer (besonders in einem späten
Frühling, geht alles ganz schnell)!
Bei der Bekämpfung der Rapsschädlinge stellt sich auch immer wieder
die Frage: Wirkt es oder sind sie resistent, fallen sie runter oder wirkt es
langsam?
Zweifeln hilft nicht weiter!
Bei der Bekämpfung der Rapsschädlinge gilt es zu beachten:
• Aktivität: zum Behandlungszeitpunkt müssen die Käfer aktiv sein.
• Trockene Pflanzen: Wasser verdünnt die Spritzbrühe und behindert die Schädlinge bei ihrer Fortbewegung.
• Benetzung: dabei geht es auch um
eine bestmögliche Benetzung des
Käfers. Nutzen Sie deshalb alle Vorteile und optimieren Sie die Spritzbrühe mit Additiven.
In trockenen Anbaugebieten gewinnt
die extensive Getreideproduktion zunehmend an Bedeutung. Die Niederschlagsmenge limitiert das Ertragspotential und stellt dabei die intensive
Getreideproduktion (Wachstumsregulatoren, Fungizide und Insektizide) in Frage; es rechnet sich nicht mehr. Am
stärksten betroffen sind dabei die Regionen am Jurasüdfuss (Genf bis Schaffhausen).
Gleichzeitig besteht eine gute Nachfrage nach IPS-Richtlinien produziertem
Getreide. Es ist deshalb sehr wichtig,
diesen Markt mit bestmöglicher Qualität (Hektoliter Gewicht) zu bedienen.
In der extensiven Getreideproduktion
können wir folgende Ertragsfaktoren
beeinflussen:
• Nährstoffversorgung: Für eine optimale Nährstoffaufnahme benötigen
die Pflanzen ein möglichst weit vernetztes Wurzelwerk. Dies ist nur
möglich bei optimaler Bodenstruktur/-aktivität. Die letztjährigen Ernte
und Saatbedingungen waren diesbezüglich keine guten Voraussetzungen.
Die Herbstsaaten sind durch Extreme
gezeichnet; entweder sie sind bedingt durch den warmen Vorwinter
weit entwickelt/bestockt oder in der
Staunässe eingegangen. Nässe geschädigte Pflanzen können mit hohen
N-Gaben nicht gerettet werden. Es ist
deshalb ratsam die 1. N-Gabe dem
gut entwickelten Getreide anzupas-
Sticker (Netz- und Haftmittel)
• maximiert die Benetzung der Blattfläche und des Schädlings
• reduziert das Abprallen, bzw. Abfliessen des Spritztropfens.
Anwendung Stängelrüssler:
Talstar 0.2 l/ha + Sticker 0.2 l/ha
Anwendung Glanzkäfer:
1. Behandlung:
Pyrinex 1.0 l/ha + Sticker 0.2 l/ha
2. Behandlung:
Gazelle 150 g/ha + Sticker 0.2 l/ha
34
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sen, bzw. die starken Bestände nicht
zu «überziehen». Extensiv geführte
Bestände sollten nicht zu dicht sein
und müssen unbedingt stehen bleiben!
• Krankheiten: Der zu warme Vorwinter hat auch die Infektionen von
Krankheiten (Septoria, Mehltau und
Rynchosporium-Blattflecken)
begünstigt. Nicht allzu dichte Bestände
sind besser durchlüftet, trocknen deshalb besser ab und reduzieren somit
den Krankheitsdruck «nach oben».
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Internet und all seinen Möglichkeiten
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modernen Wissenstransfer stehen.
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PFLANZENBAU
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Gezieltes Vorgehen
ERFOLGREICHE ÜBERSAAT Was schön fürs Auge ist – blühende Wiesen mit
Löwenzahn, Hahnenfuss, Kerbel, Wiesenschaumkraut, Ehrenpreis oder Taubnesseln –
bringt im Futterbau zu wenig Ertrag. Blühende Wiesen sind Zeiger eines nicht
mehr optimalen Bestandes. Mit dem Frühling kommt der ideale Zeitpunkt, degenerierte
Bestände zu sanieren, um diese nachhaltig zu verbessern.
Hanspeter
Hug
Nur ein idealer, an den Standort angepasster Pflanzenbestand bringt
hohe Erträge. Er setzt sich aus rund
70 % guten Futtergräsern, 25 %
Kleearten und Futterleguminosen sowie
5 % guten Kräutern zusammen. Der Bestand muss dicht, aber nicht verfilzt
sein, so dass man bei der Bestandeskontrolle im Frühling um jede Pflanze noch
wenig offenen Boden sehen kann. Je
mehr Lücken oder Filz den Boden bedecken, desto kleiner wird der Ertrag. Die
Ertragsminderung in TS verringert sich
um bis zu 20%, wenn ein Viertel der Bodenoberfläche mit Lücken, Kräutern
oder Filzgras bedeckt ist.
Je nach Betriebsstruktur könnte diese
Ertragsminderung noch verkraftet wer-
den, doch schlechte Bestände bringen
auch tiefere Gehaltswerte. Will möglichst viel Milch und Fleisch aus dem
Grundfutter gewonnen werden, so kann
das mit einem blühenden oder verfilzten Wiesenbestand nicht erreicht werden. In der Milchproduktion ist die
Grundfuttermilch nur dann am günstigsten, wenn das Grundfutter den erforderlichen Anforderungen an Zusammensetzung, Struktur und Gehalt entspricht.
nutzt werden soll, desto genauer müssen die Einzelarten der Mischung an den
Standort angepasst werden. Nur angepasste Futterpflanzen bringen die besten Erträge. So bringen Knaulgras- oder
Wiesenfuchsschwanzbestände bessere
Erträge an ihren bevorzugten Lagen als
zum Beispiel Raigras. Erkennt das der
Bewirtschafter, so kann er die Nutzung
ganz auf die Entwicklung des angepassten Bestandes abstellen.
An Standort anpassen Während
Ursachen erkennen Je grösser die
Betriebe werden, desto rationeller müssen sie bewirtschaftet werden. Dabei
können oft standortgegebene pflanzenbauliche Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden. Die Bestände werden oft-
man im Fruchtfolge-integrierten Kunstfutterbau den gewünschten Pflanzenbestand säen kann, ist das im längerdauernden nachhaltigen (Natur-)Futterbau
nicht möglich. Je länger eine Wiese ge-
Löwenzahn und andere
Blumen geben nicht
die notwendigen
Ertäge und Qualitäten
für die effizente
und moderne Futterproduktion.
36
3 2013 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
Übersaatmischung wählen
Diese Mischungstypen sind analog zu normalen Futterbaumischungen aufgebaut, jedoch sind die Deckfruchtarten und
jene, die unter grosser Konkurrenz nicht auflaufen können, in den Mischungen nicht enthalten. Dadurch wird mit der
kleineren Saatmenge von 200 g/a der gleiche Effekt erzielt wie wenn eine normale Mischung mit einer Saatmenge von
rund 350 – 400 g/a gesät wird. Es gibt aber Ausnahmen. Wenn der Anteil guter Futtergräser nach der Filzentfernung
unter 25 % liegt, dann empfiehlt es sich, eine normale Futterbaumischung zu säen.
UFA-Samen bietet eine Vielzahl von Übersaatmischungen, auch für Bio-Betriebe an (Feldsamenkatalog Seite 12 – 13 oder
www.ufasamen.ch). Die Hauptmischungen sind:
Mischung
UFA U-240 AR
Zusammensetzung
Weissklee, Ital. Raigras, Bastard Raigras,
Englisch Raigras, Wiesenrispe
UFA U-440 AR Highspeed Weissklee, Englisch Raigras,
Wiesenrispe
UFA U-Swiss (Bergwiese) Weissklee, Englisch Raigras, WiesenHighspeed
rispe, Knaulgras, Wiesenfuchsschwanz
UFA U-431 AR
UFA U-Trockenweide
UFA U-Raigras
Weissklee, Englisch Raigras, Rotschwingel Knaulgras, Wiesenrispe
Weissklee, englisch Raigras, Rohrschwingel, Wiesenrispe
Englisch Raigras, Bastard Raigras,
Ital. Raigras
mals unter- oder übernutzt. Die Wiesen
«leiden» leise vor sich hin. Kommt noch
ein zusätzlicher Stress wie Trockenheit,
Nässe, Fröste, Schneeschimmel, Mäuse,
Wildschweine, Engerlinge, Tiefschnitt,
Vorwinterweide, falsche Düngung oder
schwere Maschinen dazu, kippt der Be-
Eigenschaften/Verwendung
Sehr auflaufstark, konkurrenzstark in
Filzbeständen, für Gebiete mit natürlichem
Vorkommen des Ital. Raigras; MähWeidenutzung
Hauptmischung für alle Englisch Raigraslagen; Ideal für Weiden; Mäh-Weidenutzung
Sehr ertragsstark, ausdauernd und
anpassungsfähig; für feuchte bis trockene
Lagen auch in nicht raigrasfähigen Lagen;
Mähnutzung mit Herbstweide
Knaulgrasbetonte Mischung für flachgründige trockene Standorte; Mähnutzung
Für trocken Standorte mit neuen Zuchtsorten
Rohrschwingel; Mäh-Weidenutzung
Auflaufstarke reine Raigrasmischung
Mähweidenutzung
stand sehr schnell. Die Gräser gehen zurück und die minderwertigen Lückenfüller wachsen in die zu locker stehenden
stressleidenden Futtergräser ein und
breiten sich aus. Das geschieht nicht von
heute auf morgen. Je schneller der Betriebsleiter dies bemerkt und entspre-
70 % gute Futtergräsern, 25 % Kleearten
und Futterleguminosen
sowie 5 % gute
Kräutern: Das ist eine
ideale botanische
Zusammensetzung einer
ertragreichen Wiese.
chend handelt, desto kleiner wird sein
Ertragsverlust ausfallen. Darum sollten
alle Wiesen regelmässig kontrolliert und
begutachtet werden. Jeder Pflanzenbestand hat seine Geschichte. Es setzt sich
immer jene Art durch, welche die besten Wachstumsbedingungen vorfindet.
Sanierung Je nach Ausgangsbestand sind unterschiedliche Massnahmen notwendig. Braucht es eine Übersaat oder kann mit einer gezielten
Bewirtschaftung ein ebenso grosser Effekt erzielt werden? Klar ist, dass jeder
Ausgangsbestand ein anderes Vorgehen
zur Wiesenpflege und Saatvorbereitung
verlangt. Unabhängig davon, ob übersät
oder natürlich versamt worden ist,
braucht ein Sämling zum wachsen:
• Bodenkontakt,
• Wärme,
• Licht und
• Wasser.
Das frischgesäte Saatkorn steht in der
Konkurrenz zum bestehenden Bestand.
Darum muss alles unternommen werden,
damit sich das Saatkorn zu einer Futterpflanze entwickeln kann. Der Boden
muss so vorbereitet sein, dass der Samen
auf den offenen Boden abgelegt und anschliessend flach eingearbeitet werden
kann. Ein Sämling entwickelt sich nach einer flachen Einarbeitung am schnellsten.
Oft muss vor der Saat Filz und Moos
abgeeggt, bei grossem Filzdruck oftmals
sogar abgeführt werden, damit ein offener Boden entsteht. Saaten in einen Filzbestand ohne Eliminierung des Filzes
bringen keinen Erfolg, dies auch dann
nicht, wenn das Saatgut mit einer Direktsaat- oder Schlitzsaatmaschine in einer
idealen Saattiefe abgelegt wird. Der bestehende Filz ist immer schneller als die
neugesäte, junge Pflanze. Übersaaten nur
mit einer Säwalze sind auch nicht optimal. Die Walze drückt das Saatkorn zwar
auf den Boden, doch Sämlinge die auf
Blätter des bestehenden Bestandes gesät
wurden, können nicht anwachsen. Je filziger der Ausgangsbestand, desto
schwieriger ist eine Übersaat. Krautreiche
und lückige Bestände hingegen können
gut übersät werden, sind doch solche
Wiesen dünn, so dass die Saatablage in
den offenen Boden gut möglich ist.
Nutzung So wichtig, wie die exakte
Saat, so wichtig ist auch die Bewirt-
UFA-REVUE · 3 2013
37
PFLANZENBAU
schaftung nach der Saat. Frisch übersäte
Wiesen müssen zeitiger genutzt werden. Spätestens, wenn der Altbestand
die frischen Sämlinge zu überwachsen
droht, muss geschnitten werden. Wartet man zu lange, kommt zu wenig Licht
auf die Sämlinge, sie gehen ein. Dasselbe gilt auch noch beim zweiten Schnitt
nach der Übersaat.
Aus diesem Grund ist eine Dürrfutterbereitung nach einer Übersaat nicht
ideal, Schlechtwetterperioden verhindern oft einen frühen Schnitt und das
Futter lagert schneller. Auch sollte auf
einer frisch übersäten Wiese nur schonend, möglichst wenig herumgefahren
werden. Frühe, leichte kurze Weidegänge, Eingrasen oder Silagebereitung
sind ideal.
Wann Übersäen? Ideale Saatzeitpunkte sind im Frühling und im Herbst.
Beide Zeitpunkte haben ihre Vor- und
Nachteile. Während man im Frühjahr
viele offene Lücken mit einem weichen
Boden vorfindet, sind diese im Herbst
besiedelt mit Filz oder mit einer harten
Kruste versehen.
Die gezielte Saatablage ist im Frühjahr einfacher. Der erste Aufwuchs im
Frühjahr ist jedoch schnell wachsend, so
schnell, dass die Gefahr besteht, die
Neusaat zu überwachsen. Auch leiden
die jungen Sämlinge viel schneller unter
Trockenheit und Sommerhitze, wachsen
sie doch in die langen Sommertage hinein. Umgekehrt ist es hingegen im
Herbst. Saaten Mitte August bis Ende
September haben sehr gute klimatische
Auflaufbedingungen, die länger werdenden Nächte mit viel Tau fördert die
Keimung und das Auflaufen. Auch der
bestehende Altbestand wächst nicht
mehr stark in die Höhe und beschattet
somit die Neusaat kaum mehr.
Fazit Blühende Wiesen bringen kleinere Erträge an Quantität und Qualität.
Ein an den Standort angepasster Pflanzenbestand bringt die höchsten Erträge. Darum muss die Bewirtschaftung
an den gewünschten Pflanzenbestand
angepasst werden. Müssen trotzdem
Übersaaten gemacht werden, so gilt zu
beachten, dass ein Sämling für seine Jugendentwicklung Bodenkontakt, Wasser, Licht und Wärme benötigt. Die
zu übersäenden Wiesen müssen so vor38
Saatgut in den Boden
Hans Rüedi aus Ortschwaben (BE, Bild rechts) betreibt eine
Pferdehaltung («Pferde-Altersheim») und hält die ihm
anvertrauten Tiere während 365 Tagen im Jahr auf der
Weide. Intakte Weiden sind für ihn und seinen Betrieb also
überaus wichtig, weshalb er die Flächen pro Jahr mindestens
einmal übersät. «Eigentlich ist die Bezeichnung ‹Übersaat›
falsch, denn ich möchte das Saatgut ja in und nicht nur auf
den Boden bringen, damit es ideale Voraussetzungen für die
spätere Keimung und das folgende Wachstum vorfindet», stellt Rüedi klar. Er spricht
deshalb lieber von einer «Durchsaat». Zu diesem Zweck setzt er bereits seit einigen
Jahren auf die entsprechende Saat-Technik des holländischen Herstellers Vredo
(Schweizer Vertriebspartner Alphatec in Orbe), mit dem das Saatgut über ein Doppelscheiben-System in den Boden gebracht wird. Die bestehende Grasnarbe bleibt so
erhalten. «Die Weide ist weiterhin durchgehend nutzbar, die Pferde können jederzeit,
vor-, während- und nach der Saat die Flächen beweiden», äussert sich Rüedi zu den
Vorteilen dieses Systems.
Auf die kommende Saison hin hat Hans Rüedi, nachdem er zuvor dieses System via
Lohnunternehmer oder mitttels Mietmaschinen eingesetzt hat, mit der Vredo «Agri Twin
5.8» (Bild unten) selbst eine solche Maschine angeschafft. Das Gerät besteht aus zwei
2.90 m breiten, hydraulisch klappbaren Einheiten. Bei einer Arbeitsbreite von 5.80 m
resultiert eine hohe Schlagkraft mit Fahrgeschwindigkeiten um die 10 km/h. Der
Saatgutbehälter umfasst 425 l, die Dosierung erfolgt pneumatisch (Sätechnik stammt vom
Schweizer Hersteller Krummenacher). Der Abstand der einzelnen Schare beträgt 7.5 cm.
«Diese Durchsaat machen wir im Frühjahr, je nach Lage und Niederschläge im März oder
April», sagt Rüedi. Ebenso möglich und vielerorts angezeigt sei eine weitere Durchsaat
im Herbst. Denn, so Rüedi, eine komplette Neusaat der Wiesen und Weiden sei
wesentlich kostenintensiver. Zudem würden dann wichtige Flächen für die Futterproduktion und für die tägliche Weide der Tiere ausfallen.
Roman Engeler
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Grassamen
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Wiesen und Weiden durchsäen
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breitet werden, dass diese Voraussetzungen vorhanden sind. Nur dann können eine Übersaat und damit die
Bestandesregeneration zum Erfolg kommen. Ziel muss im intensiven Futterbau
sein: Wiederkäuer-gerechtes Grundfutter mit möglichst hohen Erträgen. Ⅵ
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Fortsetzung
Seite 45
39
PFLANZENBAU
Nachhaltige Landwirtschaft
und GVO
GENETISCH VERÄNDERTE ORGANISMEN (GVO) sind immer noch ein
Gesprächsthema. Nützlich im Resistenzmanagement? Eine Gefahr für Mensch, Tier
und Umwelt? Fluch oder Segen? Die Geister scheiden sich nach wie vor.
Die GVO eröffnen
insbesondere für das
Resistenzmanagement
neue Perspektiven.
Dennoch müssen bei
der Sortenwahl die
Marktbedürfnisse erste
Priorität haben.
Foto: Lemken
40
Genmanipulation von Nutzpflanzen
bieten auch der Landwirtschaft
ganz neue Perspektiven. Anstatt
Jahr für Jahr Pflanzen mit spezifischen Eigenschaften zu züchten, um Ertrag, Schädlingsresistenz oder Erntequalität zu verbessern, wird bei der
Genmanipulation mit tierischen oder
pflanzlichen Organismen, die diese Eigenschaften bereits aufweisen, versucht, die dafür zuständigen Gene zu
finden und sie in die DNA von Nutzpflanzen zu transferieren. Daraus gehen
Kulturen hervor, die sich von den traditionellen Sorten unterscheiden. Für die
Bekämpfung von Unkräutern und
Schädlingen bieten diese ganz neue Lösungen.
Einschlägige Strategie Mit genetisch veränderten Kulturen kann man
den Anbau häufig vereinfachen. Allerdings entstehen Monokulturen, welche
jedoch nicht den Standards einer nachhaltigen Landwirtschaft entsprechen,
welche neben hohen Erträgen gleichzeitig soziale und ökologische Erwartungen erfüllen soll. Ganz abgesehen
davon könnten die Bt- und Round-upReady-Sorten dazu beitragen, dass ins-
GVO in Europa
Die polemisch geführte GVO-Debatte
dauert bereits 15 Jahre. In dieser Zeit
wuchs auch die Anbaufläche für GVO
unablässig und betrug 2010 160 Mio.
Hektar, d. h. 10 % der Fruchtfolgeflächen
weltweit. In Europa werden auf nur
150 000 Hektar GVO-Mais und auf 17
Hektar Kartoffeln mit einem optimierten
Stärkegehalt für die industrielle
Anwendung angebaut. Der Anbau von
Bt-Mais hat sich im Jahr 2011 europaweit folgendermassen verteilt: Spanien
97 326 ha, Portugal 7724 ha, Tschechien
5091 ha, Polen 3000 ha, Slowakei
761 ha und Rumänien 588 ha.
Resistenzmanagement Der Anbau von GVO-Sorten erweitert das
Spektrum der Möglichkeiten, mit welchen der Landwirt seine Kulturen schützen kann. Die gute landwirtschaftliche
Praxis empfiehlt, die Wirkstoffgruppen
im Wechsel anzuwenden, um so Resistenzen vorzubeugen. Dasselbe gilt für
GVO. Über die Sorten «Round up Ready» und «Bt» wird am häufigsten berichtet. Sie werden als Ergänzung zu den
«traditionellen» Sorten eingesetzt und
ermöglichen bei Schädlings- und Unkrautbekämpfungsprogrammen neue
Lösungsansätze. Dennoch muss beachtet werden, dass diese bei häufigem Einsatz rasch resistente Unkräuter oder
Schädlinge hervorbringen. Dadurch gehen die Vorteile der GVO selbstverständlich wieder verloren. Aus diesem
Grund enthalten insektenresistente
Pflanzen immer häufiger mehrere Wirkstoffe gegen den gleichen Schädling.
3 2013 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
nicht von der Hand zu weisen, dass sich
mit diesen Pflanzen bei der Resistenzvermeidung neue Wege eröffnen, da auf
ein Totalherbizid zurückgegriffen werden kann. Damit die Strategie jedoch
wirklich greift, dürfen die Wirkstoffe,
gegenüber deren gentechnisch veränderte Pflanzen resistent sind, nicht bereits in den Fruchtfolgen – wie es bei
Glyphosat geschehen ist – grossflächig
eingesetzt worden sein.
Der Konsument ist König Wenn-
Die Manipulation von DNA weckt
tiefsitzende Ängste und unrealistische
Hoffnungen. Foto: Bayer CropScience
gesamt weniger Pflanzenschutzmittel
eingesetzt werden. Wie sich GVO auf
die Nahrungskette und unter anderem
auf die Verbraucher auswirkt, ist bisher
nicht abschliessend geklärt. Es ist aber
gleich aus agronomischer Sicht GVO
insbesondere im Resistenzmanagement
neue Möglichkeiten bieten, werfen sie
auch zahlreiche Fragen auf: Kann man
das Erbgut von einem Organismus in einen anderen übertragen? Wie soll auf
die Übertragung dieser Gene in Wildformen reagiert werden? Ist es denkbar,
den lebende Organismen zu patentieren? Sind die von den GVO produzierten neuen Substanzen für Nutztier und
Mensch schädlich? Trotz der auf diesem
Gebiet zahlreich durchgeführten Studi-
GVO-Anbau: Vernehmlassung über
die Koexistenzregelung
Obschon die gentechnisch veränderten Organismen (GVO) der
Schweizer Landwirtschaft heute keine offenkundigen Vorteile bieten,
darf ihre künftige Verwendung nicht ausgeschlossen werden. Laut
Bundesrat soll die Verlängerung des Moratoriums bis Ende 2017 von
den Eidgenössischen Räten genutzt werden, um eine Regelung in
diesem Bereich auszuarbeiten. Deshalb hat die Landesregierung die
Vernehmlassung über die gesetzgeberischen Änderungen eröffnet, die
für eine Regelung der Koexistenz zwischen konventionellen und GVOKulturen notwendig sind. Die traditionellen Kulturen müssen vor
unerwünschten Verunreinigungen mit GVO geschützt werden, und die
Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten muss gewährleistet sein. Weiterhin muss die unkontrollierte Ausbreitung von GVO
verhindert werden.
Die Koexistenzregelung legt die Massnahmen fest, die zum Schutz
konventioneller Kulturen und der Umwelt vor unerwünschten
Verunreinigungen mit GVO zu treffen sind. Die Frage nach der
Sicherheit von GVO für Mensch und Umwelt wird dabei ausgeklammert. Diese ist Gegenstand des Bewilligungsverfahrens für das
Inverkehrbringen, das für jede GVO-Sorte verpflichtend ist. Mit diesem
seit 2003 vorgeschriebenen Verfahren wird sichergestellt, dass ein GVO
die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt nicht gefährdet, etwa weil er sich unkontrolliert ausbreitet, sich mit anderen Kulturund Wildpflanzen kreuzt oder Nicht-Zielorganismen schädigt. Die
künftige Koextistenzregelung gilt somit ausschliesslich für GVO, die als
genügend sicher beurteilt wurden und in Verkehr gebracht werden
dürfen.
en darf nicht vergessen werden, dass es
unter anderem beim Konsumenten
liegt, ob dieser GVO in Lebensmitteln
akzeptiert. Der Landwirtschaft wurde
lange genug vorgeworfen, sich vom
Markt abzuschotten und die Wahl der
anzubauenden Sorten im Alleingang zu
entscheiden. Mit der Sortenwahl muss
nicht dem Lieferanten eine Freude bereitet, sondern vielmehr müssen damit
die Erwartungen der weiterverarbeitenden Industrie und der Konsumentinnen
und Konsumenten erfüllt werden.
Konsequente Strategie Von der
Schweizer Landwirtschaft wird verlangt,
hochwertige Nahrung zu produzieren
und gleichzeitig sehr hohe ökologische
Anforderungen zu erfüllen. Nur so können die Preisdifferenzen zu unseren
Nachbarn gerechtfertig werden. Die
Einführung von gentechnisch vänderten
Pflanzen auf dem Acker darf nur erfolgen, wenn die Erwartungen unserer
Kundschaft berücksichtigt werden. Es
nützt nichts, etwas zu produzieren, das
niemand kaufen will. Die Schweizer
Produkte geniessen einen vorzüglichen
Ruf und dieses Erbe gilt es – genau wie
den Boden, auf dem es angebaut wird –
zu bewahren.
Ⅵ
UFA-REVUE · 3 2013
Autor Gaël Monnerat,
UFA-Revue,
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3 · 13
41
PFLANZENBAU
Bessere Weinqualität durch Pflege
DIE STICKSTOFFDÜNGUNG DER REBEN wirkt sich direkt auf die Weinqualität
aus. Weinmost mit einem tiefen Formol-Index bringt adstringierende Weine mit
trockenen Tanninen hervor, die nur auf geringes Interesse stossen. Die Blattspritzung
mit einer Stickstofflösung ermöglicht eine Erhöhung des Formol-Indexes und hat einen
Einfluss auf die Endqualität des Weins.
Jean-Claude
Jaquet
Hervé
Décoppet
Die Blattdüngung wird häufig angewendet, um Mangelerscheinungen,
die sich auf die Pflanzenvitalität und
die Produktivität auswirken, zu bekämpfen. Beim Weinbau soll mit der
Stickstoff-Blattdüngung nicht direkt die
Produktivität verbessert, sondern der
Gehalt an Stickstoffverbindungen in den
Trauben (Formol-Index) erhöht werden.
Der Formol-Index ist direkt vom
Gehalt an Ammoniumstickstoff und
Stickstoffverbindungen abhängig. Diese
Elemente werden durch die Hefen bei
der alkoholischen Gärung des Mosts aufgenommen und begünstigen einen gu-
ten Fermentationsverlauf. In verschiedenen in der Schweiz und im Ausland
durchgeführten Untersuchungen wurde
nachgewiesen, dass zwischen dem Gehalt an Stickstoffverbindungen im Most
und der organoleptischen Qualität des
Weins ein Zusammenhang besteht. Parzellen, die nur schwach mit Stickstoff
versorgt werden, weisen einen tiefen
Formol-Index auf und somit adstringente Eigenschaften und trockene Tannine.
Sie wurden bezüglich Qualität als wenig
interessant eingestuft.
Wirkung auf die Trauben Bei der
Stickstoff-Blattdüngung wird die rasche
Aufnahme des Düngers zur Erhöhung
des Stickstoffgehalts in den Trauben genutzt. Die Anwendung muss bei der
Reifung der Trauben erfolgen. Der Stickstoff beeinflusst somit nicht die Pflanzenentwicklung, sondern kommt direkt
den reifenden Beeren zugute. Dies wirkt
sich direkt auf deren Stickstoffgehalt sowie auf die Fermentierung und die organoleptischen Qualitäten des Weins
aus.
Die
Stickstoff-Blattdüngung
wird vorerst durch die bessere Vitalität
der Blätter sichtbar. Die Stickstoffverbindungen der Düngung kommen je-
Von der Blattdüngung überzeugt
Pierre Monachon
ist überzeugt, dass
die StickstoffBlattdüngung
die Weinqualität
positiv beeinflusst.
Pierre Monachon aus Rivaz bewirtschaftet
einen terrassierten, drei Hektar grossen
Weinberg mit der Herkunftsbezeichnung
St-Saphorin und Dézalay und stellt auch
seinen eigenen Wein her. Chasselas, Pinot
noir, Mara, Merlot und Johannisberg sind
die Rebsorten, die er angebaut hat. In den
Jahren 2010 und 2012 hat er bei einem
Teil seines Weinbergs eine Blattdüngung
mit Safe N 300 vorgenommen.
UFA-Revue: Aus welchen Gründen haben
Sie eine Blattdüngung durchgeführt?
Pierre Monachon: Unter Freunden, die
bei der Kantonalen Fachstelle für Weinbau
arbeiten, haben wir häufig über den Einfluss des Formol-Indexes auf die organoleptische Qualität des Weins gesprochen
und die Möglichkeiten, diesen Index zu
verbessern.
Weshalb sollte man sich für eine Blattapplikation mit Safe N 300 entscheiden?
Die Blattdüngung erfolgt zum Zeitpunkt der
Reifung, wenn die Hauptdüngungsperiode
vorbei ist und es etwas ruhiger zugeht. Die
42
Arbeitsbelastung ist in dieser bereits arbeitsintensiven Zeit nicht übermässig. In
meinem terrassierten Weinberg ist eine
mechanische Bewirtschaftung äusserst
schwierig, wenn nicht unmöglich. Die
Hälfte meiner Reben kann ich mit der Spritzmethode Turbo, den Rest mit dem Kleinsprühgerät behandeln. Ein zusätzlicher
Durchgang mit dem Kleinsprühgerät erfordert aber immer besonders viel Motivation, nicht zuletzt deshalb, weil die Kollegen ihre Geräte bereits versorgen konnten.
Sie behandeln somit nicht Ihren ganzen
Rebberg mit dieser Methode?
Nein, ich wende sie nur auf jenen Parzellen
an, die am stärksten von Wasserstress
betroffen sind. Ohne Wasser steht der im
Boden vorhandene Stickstoff nicht zur
Verfügung. Die Idee war, mit der Stickstoff-Blattdüngung allfälligen Mängeln
vorzubeugen.
Wie gehen Sie vor?
Damit an den Blättern keine Verbrennungen auftreten, appliziere ich den Blatt3 2013 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
doch erst im Fass zum Tragen, wenn sich
ihre Wirkung auf den Wein übertragen
kann. Durch die Stickstoff-Blattdüngung
während des Reifeprozesses kann die
fruchtige und amylische Note beeinflusst werden. Zudem ermöglicht sie das
Vorbeugen gegen Stickstoffmangel, der
insbesondere in mit Gras bewachsenen
Weinbergen und bei Wasserstress auftreten kann.
Ⅵ
dünger am Morgen, wenn die Luftfeuchtigkeit mehr als 50 % beträgt.
Zudem ist die Temperatur zu dieser Zeit
erträglicher. Ich habe 2x10 l/ha Safe N
300 angewendet.
Was haben Sie festgestellt?
Zu Beginn wiesen die Blätter der behandelten Reben natürlich eine grünere
Farbe auf und hatten mehr Vitalität als
die unbehandelten Vergleichspflanzen.
Danach ergaben Messungen des Mosts,
dass der Formol-Index bei 12 lag,
während er bei den Vergleichsgruppen
10 betrug. Diese zwei Punkte Unterschied scheinen angesichts des Aufwands, den man mit dem Spritzgerät am
Rücken im Weinberg auf sich nahm,
gering. Aber die Weinqualität, die man
dadurch erzielt, entschädigt für alles,
und für mich bedeutet dies ganz klar ein
Gewinn.
Welche Nachteile haben Sie bei diesen
Versuchen festgestellt?
Das Hauptproblem ist die fehlende
UFA-REVUE · 3 2013
Im Winter nach
der Fermentation
sieht man, wie
vorteilhaft sich
die StickstoffBlattdüngung auf
die organoleptischen Qualitäten
des Weins
auswirkt.
Motivation. Man muss sich schon
überwinden, die zusätzlichen Vorbereitungen fürs Spritzen mit dem
Kleinsprühgerät zu treffen, wenn die
Kollegen ihre Geräte bereits versorgt
haben. Wenn ich meinen Rebberg mit
dem Traktor bewirtschaften könnte,
würde ich keinen Augenblick damit
zögern. Es ist einfacher, sich in eine
klimatisierte Kabine zu setzen, als das
Spritzgerät zu tragen.
Können Sie die Stickstoff-Blattdüngung
Ihren Kollegen empfehlen?
Für mich liegen die Vorteile dieser
Technik auf der Hand und als selbstkellernder Weinbauer ist mir die
Qualität meines Weins ganz besonders wichtig, denn sie ist meine
Lebensgrundlage. In zwei Jahren wird
mein Sohn den Weinberg übernehmen und ihn nach eigenem Gutdünken bewirtschaften. Ich hoffe aber,
dass die Stickstoff-Blattdüngung Teil
seiner Bewirtschaftungstechnik sein
wird.
Weshalb hat der
Stickstoff im Most
heute eine immer
grössere Bedeutung?
Vitistar
Im Most findet man relativ viele
Stickstoffbestandteile. Der Stickstoffgehalt der Traube variiert stark
und hängt von der Rebsorte, dem
Boden und den Anbaubedingungen
ab. Gegenwärtig besteht die Tendenz, das Ertragsmanagement zu
verbessern, das heisst, man will die
Wuchskraft der Reben kontrollieren.
Diese Kontrolle erfolgt durch vernünftige Düngungsmassnahmen und
teilweise auch durch eine Weinbergbegrünung. Diese Praxis ist zum Teil
aus Qualitätsgründen notwendig,
kann aber auch einen sinkenden
Stickstoffgehalt im Most zur Folge
haben, was sich rasch als Mangel
niederschlagen kann. Der Stickstoffgehalt im Most geht auch bei Überreife und Trockenheit zurück. Mit
der heutigen Klimaerwärmung ist
ein weiteres Phänomen aufgetaucht,
das zu einer Senkung des Stickstoffgehalts im Most beiträgt.
Quelle: Merkblätter des französischen
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Gesunde Getreidebestände mit
dem DuoPack-Getreide von Syngenta
DIE VERGANGENE GETREIDEANBAUSAISON war geprägt von starkem Pilzbefall.
Vor allem Septoria, Fusarien und Sprenkelnekrosen waren vermehrt ein Thema.
Bei der Wahl der Fungizide ist daher ein optimales Resistenzmanagement zunehmend
wichtig. Syngenta komplettiert deshalb dieses Jahr die Behandlungsstrategien mit
dem DuoPack-Getreide. Im Zusammenspiel mit den bisherigen bewährten GetreideFungiziden von Syngenta kann somit der Schutz vor Krankheiten noch besser an
die spezifische Situation angepasst werden.
Das DuoPack-Getreide ist ein Paket,
welches sich aus den beiden Fungiziden
Tolara und Bravo 500 zusammensetzt.
Tolara vereint zwei verschiedene Wirkstoffe aus der Gruppe der Azole und der
Carboxamide. Zusammen mit Bravo 500
wird an drei verschiedenen Punkten im
Pilzstoffwechsel angegriffen. Diese
Kombiantion minimiert eine potentielle
Resistenzbildung und ist gleichzeitig
breit wirksam. DuoPack-Getreide kann
in Weizen und Gerste angewendet
werden.
Wirkungsweise Tolara wirkt vorbeugend, abstoppend und systemisch.
Bravo 500 wirkt abstoppend als Kontaktmittel. Im Weizen liegt der grosse
Vorteil vom Duopack-Getreide in der
sehr guten Wirkung gegen Septoria und
Braunrost. Auch DTR-Blattfleckenkrankheit, Echter Mehltau, Gelbrost
und Sprenkelnekrosen werden mit dem
DuoPack-Getreide bekämpft.
In der Gerste zeigt das DuoPack-Getreide vor allem bei Sprenkelnekrosen eine
sehr starke Wirkung. Netzfleckenkrankheit, Ramularia-Blattflecken, Rhynchosporium-Blattflecken und Braunrost
werden ebenfalls sicher erfasst.
Blatt-Septoria Befall an Weizen im
fortgeschrittenen Stadium – Verluste
über 30 % sind möglich.
DuoPack-Getreide bringt den
maximalen Schutz vor Septoria, für
rundum gesunde Weizenbestände.
Erscheinen des Fahnenblattes bis zur
vollen Entwicklung des Fahnenblattes
der Einsatz von DuoPack-Getreide mit
je 1.5 l/ha Tolara und Bravo 500. Als
Alternative kann Stereo Eco durch
Amistar Xtra 1 l/ha und Unix 0.8 kg/ha
ersetzt werden.
In der Gerste bietet Amistar Xtra 1 l/ha
vom 1-Knoten-Stadium bis zum 2-Kno-
ten-Stadium den ersten Schutz vor Pilzkrankheiten. Danach sichert der Einsatz
von DuoPack-Getreide (je 1.5L/ha) bis
zum Öffnen der Blattscheide den Ertrag.
Einen Überblick zu den verschiedenen
Bekämpfungsstrategien gegen Pilzkrankheiten in Getreide zeigt die Abbildung unten.
Anwendung DuoPack-Getreide ist
als Baustein in einer integrierten Pilzbekämpfung zu verstehen. Im Weizen
wird bei erwartetem starken Septoriabefall vom 1-Knoten-Stadium bis zum
2-Knoten-Stadium einmal Stereo Eco
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3 2013 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
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Höhere Preiszuschläge für Fleischigkeit umgesetzt
Nachdem CH-TAX-Tabelle für Bankkälber von der Proviande im Sommer 2012 angepasst worden ist,
sind nun die Schlachtbetriebe nachgezogen und haben ihre Bedingungen entsprechend geändert. Gemäss Proviande-Vorgabe stiegen die
Preiszuschläge für T+ Kälber auf 50
Rp., jene für H-Kälber auf 1Fr. und
jene für C-Kälber auf 1.50 Fr. gegenüber T-Kälbern. Doch bald wird eine
erneute Überarbeitung der Bezahlungsmasken nötig. Ab September
2013 müssen Schlachtkälber freien
Zugang zu Raufutter wie Heu oder
Mais haben, wodurch die Kalb-
fleischfarbe künftig rosa bis rötlich
wird. Es sind Auswertungen und Beratungen in Gang, um die Grenzwerte für die verschiedenen Qualitätskriterien (Abgrenzung zu Rindfleisch, Alter) und die zukünftigen
Preisabzüge zu definieren.
Entscheiden will Kommission
Märkte und Handelsusanzen der
Proviande im Mai 2013. Geplant ist
die Einführung einer Alterslimite
von 160 Tagen. Die Kalbfleischfarbe
wird mit dem Farbmessgerät Minolta CR 410 gemessen. Diese Gerätemessung erfolgt auf privatrechtlicher Basis mit Überwachung durch
die Proviande.
Kalbfleisch ist zart und enthält
wertvolle Nährstoffe, Mineralstoffe,
Spurenelemente und Vitamine. Der
hohe Standard dieses Qualitätsprodukts soll beibehalten werden.
Fett züchterisch
verbessern?
Schmallenberg-Impfung
Qualitätsschwankungen
in Mischration
Die Schweizer Schweinezucht gibt
Vollgas, um noch besser zu werden.
Die Entwicklung eines Impfstoffes
gegen das Schmallenberg-Virus
rückt näher. Wissenschafter sind
den krankmachenden Eigenschaften
des Virus auf die Spur gekommen.
BVD-Überwachung
Per 2013 wurde in der Suisag-Stationsprüfung ein neues NIR-Gerät
eingeführt, welches das intramuskuläre Fett insbesondere bei tiefen Gehalten noch präziser bestimmt und
auch die Fettzahl misst. Darüber hinaus entwickelte man eine Methode, mit der sich die Fettqualität bei
jedem einzelnen Prüftier analysieren
lässt. Es wird geprüft, die Schweinefettqualität mit Hilfe dieser Methode auch züchterisch zu verbessern.
Kein Stress
Anders als bei den Reitern ist für
Pferde der Stress an einem Turnir
nicht grösser als im Training, haben
Wissenschaftler der Universität
Wien herausgefunden.
UFA-REVUE · 3 2013
Per 2013 wurde die flächendeckende virologische Untersuchung der
neugeborenen Kälber auf BVD eingestellt. Die Überwachung von
BVD-freien Betrieben erfolgt nun
via Tankmilch und/oder Blut von
Rindern. Tritt BVD in einem Betrieb
erneut auf, muss die Ursache in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt gefunden werden. Beispielsweise kann
ein vermehrtes Auftreten von
Aborten ein Anzeichen für ein BVDGeschehen sein.
Belegdichte beeinflusst
Leistung
Es lohnt sich, wenn Kühe besonders
nach dem Kalben viel Platz haben.
In einer Untersuchung am William
H. Miner Agricultural Research Institute gaben sowohl Erstlaktierende als auch Mehrkalbskühe bei reduzierter Belegdichte mehr Milch
und blieben gesünder.
Idealerweise hat eine Mischration
immer die gleiche Qualität. Ansonsten ändert sich das Fressverhalten
der Kühe und es gibt Rangkämpfe,
bestätigt eine Untersuchung an der
University of British Columbia mit
32 Holstein-Erstkalbinnen. Nahm
die Energiedichte der Ration gegenüber dem Vortag ab, verbrachten
die jungen Kühe weniger Zeit am
Fresstisch. An Plätzen mit Qualitätsfutter wurde mehr gefressen.
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Zusammen mit der kompetenten
Beratung durch die UFA-Kälbermastspezialisten, die auch den
Tränkeautomatenservice gewährleisten, profitiert der Tierhalter
von einem umfassenden Dienstleistungspaket für eine erfolgreiche Kälbermast.
Rabatt Fr. 5.– / 100 kg
bis 23.03.2013
Probleme
mit der Kälbergesundheit?
10 JAHRE
BIBLIS
QUALITÄT
Kuhmilch deckt den Bedarf
eines Kalbes nicht. Eine angepasste Mineral- und Wirkstoffversorgung unterstützt
die Gesundheit der Tiere.
UFA top-start und top-punch
enthalten wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Extrakte und unterstützen die Abwehrkräfte der
Kälber. Während UFA topstart wegen seinem hohen Eisengehalt von 1350 mg/kg
geschätzt wird, ist UFA toppunch für seine natürlichen
Pflanzenextrakte und deren
Effekt auf die Lungengesundheit bekannt. Beide Produkte
sind leicht löslich und eignen
sich für Kälbermast (Eisenbilanz berücksichtigen), Muniund Milchviehaufzucht.
Die Lösung:
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aktuell mit 10 % Rabatt!
UFA-REVUE · 3 2013
PREMIUM
Reserven für die Säugezeit
mit UFA 367 condition
Jungsauen sollen beim ersten
Belegen 14 bis 17 mm Rückenspeckdicke aufweisen, damit sie
genügend Reserven für die Säugezeit und die zweite Belegung
haben. Moderne Jungsauen weisen genetisch ein hohes Proteinansatzvermögen auf, können
aber mit Säuge- oder Galtsauenfutter nicht genügend Rückenspeck bilden.
Dank idealem Lysin-VES-Verhältnis schafft UFA 367 condition hier Abhilfe. Das Konditionierungsfutter ist mit ausgewählten Mineralstoffen für einen
gesunden Knochenaufbau ausgestattet. Organisch gebundene
10 % PREMIUM-Rabatt
auf UFA 367 condition.
Spurenelemente sowie Biotin unterstützen die Klauengesundheit.
Einsatz: 3 bis 3.5 kg UFA 367
condition pro Jungsau und Tag ab
der Feldprüfung bis zum Belegen.
49
UNTERWEGS MIT...
EN ROUTE AVEC …
…Schweinespezialistin Gaby Stamm
Das Immunsystem benötigt Unterstützung
Seit 13 Jahren unterstützt Gaby Stamm
die Schweinebetriebe mit ihrem Fachwissen, früher als Zuchtberaterin, heute
als UFA-Fütterungsspezialistin im
Kanton Aargau. Auf einem Landwirtschaftsbetrieb im Kanton Schaffhausen
aufgewachsen, ist die gelernte Meisterlandwirtin mit den Herausforderungen
in der Tierhaltung bestens vertraut.
Geringer Arzneimitteleinsatz
Regelmässig besucht Gaby Stamm
den Gutsbetrieb Freudenberg, der
seit 20 Jahren von Peter und Ursula
Junker bewirtschaftet wird. Der im
Jahr 1987 gebaute Sauenstall wurde sukzessive an die neuen Anforderungen angepasst und dient
heute der Mast von IP-Suisse
Schlachtschweinen aus eigener
Ferkelproduktion. Den ungewöhnlich geringen Arzneimitteleinsatz führt Peter Junker auf das
«geschlossene System», aber auch
auf die bedarfsgerechte Fütterung und
Managementmassnahmen wie die systematische Eingliederung der Jungsauen
und die konsequente Fliegenbekämpfung zurück. Auf vorbeugendes Medizinieren ganzer Gruppen wird bewusst
verzichtet. «Das Immunsystem der Tiere
kann nur dann gestärkt werden, wenn
es auch mal etwas leisten muss», begründet der Betriebsleiter.
Füttern ist Chefsache Eine Energie-, Protein-, Aminosäuren-, Mineralstoff-, Spurenelement- und Vitaminversorgung, die ans Wachstumsstadium
und die Leistung der Tiere angepasst ist,
stärkt die Körperabwehr entscheidend.
Auf dem Freudenberg ist das Füttern
deshalb Chefsache. Peter Junker nutzt
die Gelegenheit, die Tiere zu beobachten, um bei Bedarf rasch intervenieren
zu können.
Während der Säugezeit erhalten die
Sauen UFA 361-6 Extra, das für die
Milchbildung alle wichtigen Proteine
enthält und über einen erhöhten Energiegehalt verfügt. Auch L-Carnitin (bessere Futterverwertung), Biotin (Klauengesundheit) und organisch gebundene
Spurenelemente (Fruchtbarkeit) sind in
UFA 361-6 drin. Zur Förderung einer
rechtzeitigen Rausche und einer erfolgreichen Belegung werden ab dem Absetzen 50 g UFA 996 Cyclo Extra pro Sau
und Tag verabreicht. Zu den Besonderheiten bei UFA 996 gehört das Fruchtbarkeitsvitamin Beta-Carotin, dessen
Einsatz sich gemäss dem Betriebsleiter
«als zusätzliche Sicherheit» im Fruchtbarkeitsmanagement bewährt.
Nach reichlicher Kolostrumaufnahme
lernen die Ferkel rasch UFA 309-6 fressen, um das Absetzen möglichst ohne
Wachstumsknick zu überstehen. In der
Vormast kommt UFA 321-4, in der Ausmast UFA 331-4 zum Einsatz. Mit dieser
Phasenfütterung wird dem hohen
Muskelwachstum durch die vermehrte
Zufuhr an Protein und essenziellen Aminosäuren zu Mastbeginn Rechnung getragen. Gute Mastleistungen und
Schlachtresultate bestätigen die gewählte Fütterungsstrategie.
Ausgeklügelte
Eingliederung
Sauenremonten durchlaufen eine
schrittweise Eingliederung. Gefüttert
werden sie bis zur ersten Belegung mit
3 bis 3.5kg UFA 367 condition (Menge
nach Kondition), welches das optimale
Lysin-VES-Verhältnis für diese entscheidende Entwicklungsphase aufweist.
Nach der Zeit im Eingliederungsstall
werden die Neuankömmlinge ins Deckzentrum und dann in die Halle der Galtsauen gebracht, wo sie dank ausgeklügeltem Zugangssystem vorerst noch
über eine eigene Bucht und Abrufstation verfügen. So hat ihr Körper Zeit, gegen die «betriebsspezifischen» Krankheitserreger eine Abwehr aufzubauen.
Konsequent werden Sauen nach dem
Absetzen entwurmt. Bei den Jagern er-
Der Gutsbetrieb Freudenberg
konzentriert sich auf die Standbeine Milch und Schweine.
Gaby Stamm, 8217 Wilchingen
Geboren
15. September 1976
Zivilstand
In festen Händen
Laufbahn
Ausbildung zur Meisterlandwirtin, Tätigkeit als
Schweinezuchtberaterin, seit 2000 im
UFA-Beratungsdienst Lenzburg bzw. heute Seon
Hobbies
Skifahren, Velofahren
Motto
«Dem Betriebsleiter aufzeigen, wo er noch
ungenutztes Potenzial hat, um wirtschaftlich
erfolgreich zu sein.»
50
3 2013 · UFA-REVUE
folgt die Entwurmung, sobald diese im
Maststall «richtig fressen».
Vormast- oder Einphasenfutter? Wo es die Gegebenhei-
Biologische Fliegenbekämpfung
Die Fliegenbekämpfung ist vor allem
deshalb wichtig, weil dadurch die Übertragung von Krankheitserregern reduziert werden kann. Fliegen im Mist bekämpft Peter Junker mit Schlupfwespen,
im Güllebereich mit Güllefliegen, beides
Produkte der LANDI. Bleibt der erwünschte Erfolg aus, wird chemisch
nachbehandelt. Ein Vorteil der Nützlinge sei, «dass chemische Mittel dann
besser wirken, weil keine Resistenzen
gezüchtet werden», redet der Betriebsleiter aus Erfahrung.
Heizen wie die Sonne Hohe Priorität räumt Peter Junker dem Klimamanagement ein. Absetzferkel brauchen
über 30 °C im Nest, damit die Energie
aus dem Futter für die Erhaltung der
Körperfunktionen und Thermoregulation ausreicht. Saugferkel benötigen bei
der Geburt gar über 38 °C, während die
Temperatur für das Muttertier unter
16 °C betragen sollte.
Bei den Ferkeln und Jagern kommt
auf dem Freudenberg die «ATX»-Wärmewellenheizung zum Einsatz, welche
die Kleinen vom Nestdeckel aus bestrahlt, ohne dass die Luft aufgeheizt
werden muss. Die «ATX»-Heizung erzeugt keine Staubaufwirbelung wie die
Bodenheizung. Durch den Einsatz von
Thermostat ist die Luftfeuchtigkeit und
Temperatur leicht regelbar.
Betriebsspiegel
Peter und Ursula Junker mit Nik
(20 Jahre), Lena (16) und Anja (13),
Gutsbetrieb Freudenberg, 8932
Mettmenstetten
Nutzfläche: 41 ha
Tierhaltung: 60 Sauen, 200 Mastplätze,
75 Milchkühe, 50 Aufzuchttiere
Pflanzenbau: 6 ha Silomais,
5 – 6 ha Wintergerste, Kunst-, Naturund Ökowiesen
Arbeitskräfte: Betriebsleiter-Ehepaar,
1 Mitarbeiter, 1 Lehrling
BLICKPUNKT
POINT DE VUE
Peter Junker,
Mettmenstetten (ZH)
«Bei der UFA schätze
ich die kompetente
Beratung und Zuverlässigkeit besonders.»
UFA-REVUE · 3 2013
ten zulassen, ist der Einsatz eines
Vormastfutters wie UFA 321-4 ideal, weil das gegenüber Universalmastfutter höhere Lysin-VES-Verhältnis den Fleischansatz unterstützt. UFA 321-4 ist ein NPr-Futter
(stickstoff-/phosphorreduziert) und
daher auch für Betriebe geeignet,
welche die Nährstoffbilanz im Auge
behalten müssen. Mit NPr-Futter
nehmen die Leistungen nicht ab,
weil für die Tiere nicht in erster Linie der Rohproteingehalt, sondern
der Gehalt an essenziellen Aminosäuren massgebend ist. Die Zugabe
von Phytase sorgt für eine optimale
Phosphorverfügbarkeit.
Das Vormastfutter UFA 321-3
enthält Benzoesäure («VevoVitall»),
die für folgende Eigenschaften bekannt ist:
• Stärkung der antimikrobiellen
Barriere im Darm
• Stabilisierung der Verdauung
• Leistungssteigerung und -sicherung
Wo der Einsatz eines Vormastfutters nicht möglich ist, bietet UFA
331-4 eine bewährte Alternative.
Versuche zeigen, dass mit diesem
Einphasenfutter qualitativ gute
Schweine gemästet werden können. Um den verminderten Futterverzehr in der Endmast zu kompensieren, ist die Futterkurve in der
Vormast entsprechend anzupassen.
Jedoch sollen sich die Tiere auf keinen Fall überfressen können. Der
folgende Absturz in der Futteraufnahme lässt sich nie mehr aufholen.
Fleischreiche Tiere dürfen intensiver gefüttert werden.
Gut isolierte Nester
(«ATX»-Deckel,
isolierte Wände und
doppelte Vorhänge)
ermöglichen es, die
Stalltemperatur
niedrig zu halten.
Der Stall für die
Galtsauen wurde 2001
gebaut. Er bietet
echten Komfort.
51
ERFOLG IN DER PRAXIS
SUCCÈS DANS LA PRATIQUE
LESE-FUTTER
À LIRE
Kombirabatte nutzen
Profitieren Sie von den attraktiven Mengenrabatten der UFA,
welche sowohl die Bezüge
von Kälbermilch, Mineralsalz
als auch UFA-Spezialitäten
umfassen! Die Produkte
können frei kumuliert werden
und die entsprechenden
Rabatte gelten für die gesamte
Lieferung.
Olivier Pochon und
Gervais Gillabert.
UFA top-punch, «ein wertvoller Verbündeter»
Oft sind es die Frauen, die mit den Kälbern arbeiten. Sie wissen, dass dabei
nichts sicher ist. Dieselbe Praxis kann
von einem Jahr auf das andere unterschiedliche Resultate bringen.
Auf dem Betrieb von Gervais Gillabert (Val d’Illiez VS) und Olivier Pochon (Châtillon FR) kümmern sich die
Männer um die Kälber. Nach Anwendung aller Rezepte der Grossmutter –
verschiedenste Wässerchen und Medizinalprodukte – wurde UFA toppunch entdeckt. Die Kälber werden alle in Châtillon geboren. Jene von
Olivier bleiben auf dem Hof, jene von
Gervais gehen im Alter von zwei bis
vier Wochen ins Wallis, um dort aufgezogen zu werden. In Zusammenhang mit dem Transport der Kälber
traten Probleme wie Durchfall, Atemwegserkrankungen, mangelnde Vitalität, geringe Zunahmen und Tierverluste auf. «UFA top-punch hat sich als
Lösung unserer Probleme erwiesen»,
sagen die Betriebsleiter heute.
Die UFA-Spezialität enthält wertvolle Stoffe, die in der Milch fehlen:
Vitaminkomplexe, Mineralstoffe, Spu-
HOBBYTIER-ECKE
ANIMAUX D’AGRÉMENT
HYPONA 786 sichert die Milch
Nach dem Abfohlen sind Stuten mit
Milchleistungen von bis zu 20 l pro Tag
auf eine entsprechend hohe Proteinzufuhr angewiesen. Mit HYPONA 786
kann das volle Potenzial ausgeschöpft
werden. HYPONA 786 deckt auch die
Bedürfnisse der hochtragenden Stute.
Je nach Raufutterqualität kommen 2
bis 6 kg pro Tier und Tag zum Einsatz.
• Lein- und Sonnenblumensaat für
Wohlbefinden, eine funktionierende Verdauung und Fellglanz
• gute Schmackhaftigkeit
• bedarfsgerechte Vitaminierung und
Mineralisierung
• erfolgreiche Wiederbelegung
Vorteile:
• hohe Nährstoffkonzentration für eine hohe Milchleistung und gutes
Fohlenwachstum Ende Trächtigkeit
HYPONA 786 ist
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52
renelemente und Pflanzenextrakte.
«UFA top-punch verleiht Kraft, stimuliert das Immunsystem und macht die
Atemwege frei – und das für nur 12 Fr.
pro Kalb und Monat», rechnen Gervais
und Olivier vor. Seit 2010 erhalten ihre
Kälber jetzt systematisch UFA toppunch: Stierkälber von Geburt bis zum
Verkauf, Kuhkälber während den 30
bis 60 ersten Lebenstagen.
Preisaktion: Bis am 16. März 2013
sind UFA top-punch und UFA topstart (erhöhter Eisengehalt) in Ihrer
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Auf jeder Etikette der UFAKaninchenfutter-Säcke finden
Sie den orangen UFA-Sammelpunkt. Kleben Sie die Punkte
auf die vorgesehenen Felder
Ihrer Sammelkarte, die Sie in
Ihrer LANDI beziehen können.
Pro ausgefüllte Sammelkarte
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sponsern UFA und LANDI neu
Fr. 5.– pro volle Karte an den
Kleintierzuchtverein Ihrer
Region. Geben Sie hierzu
Namen und Kontakt Ihres
Vereins auf der Sammelkarte
an. Die alten Sammelkarten
können weiter genutzt werden.
Um damit einen Verein unterstützen zu können, bieten die
LANDI ein zusätzliches
Formular an.
UFA-Berater
Conseiller UFA
3052 Zollikofen
058 434 10 00
1070 Puidoux
058 434 09 00
6210 Sursee
058 434 12 00
9500 Wil
058 434 13 00
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3 2013 · UFA-REVUE
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NUTZTIERE
Einfluss variierender
Kraftfuttermengen
EIN FÜTTERUNGSVERSUCH sollte klären, mit welchen Leistungsfuttergaben
sich eine optimale Versorgung der Milchkühe erreichen lässt. Ziel war, die Grundfutterverdrängung möglichst gering zu halten.
Martin
Pries
Die Verbesserung der Rentabilität
in der Milcherzeugung stellt für die
Produzenten eine permanente Herausforderung dar. Die Futterkosten
nehmen einen grossen Teil an den
Gesamtkosten ein und sind somit ein
entscheidender Einflussfaktor auf die
Rentabilität. Bei Herden mit hohen Laktationsleistungen wird Kraftfutter zu
einem bedeutsamen Kostenpunkt. Andererseits kann der Energiebedarf allein
über das Grundfutter nicht gedeckt werden, da das Futteraufnahmevermögen
nicht im gleichen Masse steigt wie der
Nährstoffbedarf. Daher ist die Optimierung des Einsatzes von Milchleistungsfutter ein zentraler Punkt in der Milchproduktion.
(TS) 51.5 % Grassilage, 34.4 % Maissilage, 5.6 % Rapsextraktionsschrot, 5.4 %
Pressschnitzelsilage, 2.6 % Stroh und
0.5 % Mineralfutter. Bei Leistungen
oberhalb von 20 kg ECM fand via Abrufstation eine Zuteilung von Milchleis-
tungsfutter statt. Die Versorgung in den
ersten 28 Laktationstagen entsprach bei
allen Tieren den Empfehlungen der
DLG. Danach erhielt Gruppe 1 weiterhin eine Zuteilung nach DLG-Vorgabe,
während den Tieren in den Gruppen 2
Material und Methoden Die
Wirkung variierender Kraftfuttermengen auf Leistungsvariablen von Milchkühen wurde in einem Fütterungsversuch im Landwirtschaftszentrum Haus
Riswick überprüft. In den Versuch gingen 48 Kühe und Erstkalbinnen der Rasse Deutsche Holstein ein, aufgeteilt in
Gruppen mit jeweils 16 Tieren. Die
Gruppeneinteilung erfolgte bei mehrkalbigen Kühen nach Leistung in der
Vorlaktation und bei Erstkalbinnen nach
Mutterleistung sowie nach Gewicht
nach dem Kalben. Zusätzlich wurde die
Laktationsnummer berücksichtigt. Die
Datenerhebung erstreckte sich über ein
Jahr.
Alle Tiere erhielten die gleiche Mischration für eine Leistung von 20 kg energiekorrigierte Milch (ECM) und den Erhaltungsbedarf (650 kg Lebendgewicht)
nach den Vorgaben der Deutschen
Landwirtschaftsgesellschaft (DLG). Die
Ration enthielt in der Trockensubstanz
54
3 2013 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
und 3 durch eine Verminderung des
Leistungsfutters um 2 beziehungsweise
4 kg die Möglichkeit gegeben wurde,
mehr Mischration aufzunehmen. Bei
den Erstkalbinnen führte eine unterstellte verringerte Milchmenge aus der
aufgewerteten Ration von 3 kg zu einer
entsprechend angepassten Vorlage des
Leistungsfutters.
Die mittleren Futteraufnahmen
der drei Gruppen sind in der Tabelle enthalten. Dabei wird zwischen Mischration und Milchleistungsfutter unterschieden. Mit sinkender Zuteilung des
Milchleistungsfutters stieg die Aufnahme an aufgewerteter Mischration. Insgesamt jedoch nahm die TS-Aufnahme zu,
wenn die Rationsgestaltung den Empfehlungen entsprach und war somit in
Gruppe 1 am höchsten. Die Differenz in
der Gesamt-TS-Aufnahme zwischen der
ersten und dritten Gruppe von 2.5kg
entspricht in etwa 0.64 bis 0.40kg pro
Kilogramm TS Leistungsfutter.
Die mittleren Milchmengen und
der drei
Milchinhaltsstoffe
Gruppen sind ebenfalls in der Tabelle
ersichtlich. Die Gruppe 1 erbrachte
eine mittlere Milchmenge von 30.3 kg
pro Tag und damit eine um 0.9 kg beziehungsweise 2.3 kg höhere Leistung
als die Gruppen 2 beziehungsweise 3.
Bei der Betrachtung der energiekorrigierten Milchleistung verschieben
sich die Differenzen zwischen den Gruppen. Die Gruppe 1 erbrachte eine mittlere Leistung von 30.6 kg ECM pro Tag,
während es in den Versuchsgruppen
2.6 kg beziehungsweise 3.5 kg weniger
waren (ebenfalls signifikant).
Tabelle: Versuchsresultate (Mittelwerte)
Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3
Trockensubstanzaufnahme
Mischration (kg)
13.6
13.8
14.2
Milchleistungsfutter (kg)
6.8
5.1
3.7
Total (kg/Tag)
20.4
18.9
17.9
Milchmenge und -inhaltsstoffe
Milchmenge (kg/Tag)
30.3
29.4
28.0
Energiekorrigierte Milch (kg/Tag)
30.6
28.0
27.1
Fett (%)
4.1
3.72
3.78
Protein (%)
3.36
3.15
3.22
Gruppe 1:
Leistungsfutter-Zuteilung nach DLG-Norm
Gruppe 2:
ab 28. Laktationstag schrittweise Reduktion um 2 kg Leistungsfutter
pro Tag gegenüber DLG-Norm
Gruppe 3:
ab 28. Laktationstag schrittweise Reduktion um 4 kg Leistungsfutter
pro Tag gegenüber DLG-Norm
Die Entwicklung des Lebendgewichts zeigte eine stärkere Mobilisation an Körpermasse bei verhaltenem
Einsatz von Milchleistungsfutter. Die
Tiere mit dem geringsten Einsatz an
Leistungsfutter hatten auch das geringste mittlere Lebendgewicht (611 kg). In
den Gruppen 1 und 2 lag das mittlere
Gewicht bei 639 kg beziehungsweise
616 kg. Statistisch waren die angegebenen Mittelwerte nicht unterschiedlich.
Leistungsfutter kann
die Grundfutteraufnahme erhöhen.
Bild: agrarfoto.com
Fazit Ein im Verhältnis zu den
Versorgungsempfehlungen verhaltener
Einsatz an Milchleistungsfutter führte
zu einer leicht erhöhten Aufnahme an
aufgewerteter Mischration, insgesamt
aber zu einer deutlich geringeren Gesamt-TS-Aufnahme. Als Folge wurde eine deutlich verminderte Milchleistung
beobachtet. Für eine Erhaltung der Tiergesundheit und unter ökonomischen
Aspekten sollte daher dem Leistungspotenzial entsprechend gefüttert und keine Reduktion des Milchleistungsfutters
vorgenommen werden.
Ⅵ
Autor Martin Pries, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen,
48147 Münster, Deutschland,
www.landwirtschaftskammer.de
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2013
3 · 13
55
GENETIK
NUTZTIERE
«Viehzucht ist immer extrem»
DIE ORIGINAL BRAUNVIEH POPULATION ist im letzten Jahrzehnt gewachsen,
während die totale Anzahl Milchkühe abgenommen hat. Im In- und Ausland wird
Original Braunvieh Genetik rege nachgefragt. Es gab Zeiten, da ging der Trend in eine
ganz andere Richtung.
«Ohne eigene Stierenhaltung würde
es heute vielleicht kein Original
Braunvieh mehr geben», vermutet
Beat Liver. Der Präsident der Braunvieh-Stierenhaltervereinigung und Vizepräsident des Original Braunvieh Zuchtverbandes freut sich, dass diese
Schweizer Rasse in den vergangenen
Jahren an Beliebtheit gewonnen hat.
Die Anzahl Standardabschlüsse in der
Milchleistungsprüfung sind seit 2003
um über 1400 gestiegen.
Auch für Mast geeignet «Das
Original Braunvieh ist eine Zweinutzungsrasse mit guter Milchleistung und
Kürzere Zwischenkalbezeit mit eigenem Stier
Die Zwischenkalbezeit bei Milchkühen kann durch den Einsatz eines
Natursprung-Stiers reduziert werden, bestätigen Auswertungen des
Beratungsdienstes Ökologischer Landbau Schwäbisch Hall e.V.
Aufgrund verbesserter Fruchtbarkeit sinken die Tierarztkosten und die
Herdenleistung steigt. Je nach erzielter Schlachtqualität können die
Aufzuchtkosten mit dem Verkauf des Stiers im Alter von zirka zwei
Jahren gedeckt werden. Übernimmt ein Stier das Decken, sinkt die
Bedeutung der Brunstbeobachtung. Die entsprechenden Kühe müssen
nicht gefangen und fixiert werden. Ausserdem erlaubt es der Einsatz
eigener Stiere, die Genetik der Herde betriebsindividuell zu prägen.
Häufig erwähnter Nachteil ist das Unfallrisiko, das sich jedoch mit
folgenden Massnahmen eindämmen lässt:
• Stier schon als Kalb ans Führen mit Strick gewöhnen und den Kontakt
bis ins Erwachsenenalter pflegen
• keine Angst, aber Respekt zeigen
• nicht zwischen Stier und brünstige Kuh stehen
• weibliches Tier in der Box des Stiers belassen
• Zäune möglichst ausbruchsicher erstellen
• bei Kontakt immer einen Stock dabei haben
Betriebsspiegel
Beat und Eva Liver, 7426 Flerden
Nutzfläche: 27 ha, Bergzone 3,
1180 m über Meer
Pflanzenbau: 25 ha Mähwiese,
2 ha Weide
Tierhaltung: 20 Milchkühe, 1 Zuchtstier,
20 Aufzuchttiere (5 Rinder auswärts in
der Vertragsaufzucht)
Eva und Beat Liver mit der
13-jährigen Bilz Bianca
(Zweite an der Joba 2006) vor
dem Hausberg Beverin.
hohen Milchgehalten», fasst Beat Liver
die Vorteile zusammen. Die Milchleistungen seien auf ein anspruchvolles Niveau angewachsen. Nicht zuletzt lösen
Tränkekälber höhere Verkaufspreise als
reine Milchtypen. Original Braunvieh
(OB) eignet sich dank seinem guten
Charakter, ausgeprägtem Mutterinstinkt
und hoher Fleischqualität auch für die
Mutterkuhhaltung.
Es gab Zeiten, in denen das OB-Samenangebot gering und der Druck
durch Verdrängungskreuzungen hoch
war. Deshalb wurde damals der Verein
zur Förderung des OB gegründet. Indem
die OB-Züchter gute Stiere heranzogen
und gezielt einsetzten, konnte die Stellung gehalten und später das Genetikniveau deutlich erhöht werden.
Leistungen: 6800 Milch pro Laktation
(Höchstleistungen von 9500 kg),
4 % Fett, 3.5 % Eiweiss, 25 000kg
Lebensleistung
Arbeitskräfte: Betriebsleiterehepaar,
Sohn Jürg Liver
Stiere mit Ausstrahlung Beat
Liver remontiert seine Milchviehherde
vorwiegend mit eigener Nachzucht und
deckt die Kühe, so weit es der Inzuchtgrad zulässt, mit dem eigenen Stier. Spe-
• Vorsicht, wenn fremde Menschen in den Stall kommen
• Verhältnis zum Stier regelmässig überprüfen
• Stier bei Risikoanzeichen schlachten
Quelle: Merkblatt «Stierhaltung für die Zucht im Biobetrieb»;
FiBL, Demeter; 2007
56
Stier Alex (Vater Verol Mingo x Hold
Havanna) weist einen Zuchtwert
Milch von 140 und gute Inhaltsstoffe
aus. Auch das Exterieur stimmt.
3 2013 · UFA-REVUE
GENETIK
NUTZTIERE
«Zugekauftes Futter muss höchste
Ansprüche erfüllen»
Wichtigste Futtergrundlage auf dem Betrieb Liver sind die Mähwiesen und Weiden. Im
Winter besteht die Milchviehration aus Belüftungsheu, Gras- und Maissilage, Getreideflocken und UFA 173 F Milchleistungsfutter (nach Leistungspotenzial). Als Stufenbetrieb
organisiert, nutzen Livers während der Vegatationsperiode gepachtete Parzellen in Thusis
(700 m über Meer) und drei Maiensässe (1500 – 1800 m). Die Weide wird mit Heu,
Getreidemischung, Maiswürfeln und UFA 173 F ergänzt.
Verol Mingo ET,
aktuell im Einsatz
über die Stierenhaltervereinigung (SHV),
erreichte an der
ZM Zug zwei
Abteilungssiege.
«Auch Originale haben gern gutes Futter, wenn sie viel leisten sollen», begründet Beat
Liver. «Wenn ich schon Futter zukaufe, dann muss dieses höchste Ansprüche erfüllen.»
UFA 173 F werde gern gefressen. In der Praxis lässt sich zudem feststellen, dass Kühe bei
der Aufnahme von jungem Gras stabiler koten, wenn sie eine Ergänzung UFA 173 F
erhalten. Zu erklären ist dies mit der relativ langsamen Abbaugeschwindigkeit flockierter
Futter, welche den Pansen entlastet, und in der Ausgewogenheit der Ration, die zu einer
gleichmässigen Fermentation führt.
Robin Rosetta
erreichte an der Joba
2011 den zweiten
Rang und wurde Dritte
im Schöneuter-Wettbewerb. Sie imponiert
mit Milchgehalten von
4.15 % Fett und 3.61 %
Eiweiss.
Jürg Liver mit
Milton Maloja.
ziell freut er sich, wenn einer seiner Stiere ein gutes Resultat oder gar den
Sprung in den KB-Katalog schafft. So
geschehen mit Stier Milton Monti (Mister ZM Zug, 2009). Auch Verol Mingo
ET, dessen Samen im privaten Rahmen
vermarktet wird, erweist sich als qualitativ hochstehender Stier. Vento Vicarbo und Hecker Hugo sind im Natursprung aktiv. Zu den nicht mehr aktiven
Stieren gehört Robin, der einen Milchwert von 132 erreicht hatte.
Für den Mittelweg «Viehzucht ist
immer extrem, aber zu extrem ist nie
gut», findet Beat Liver. Früher drehte
sich alles um die Erhöhung der Milchleistung, heute suchen viele wieder die
langlebige, robuste Kuh.
Die genomische Selektion hält Beat
Liver insbesondere aus Sicht der Stierenzucht für eine grosse Chance, da die
genetischen Eigenschaften schon beim
Kalb geschätzt werden können. Aber
auch hier gelte es, Extreme zu vermeiUFA-REVUE · 3 2013
Aufzuchtkälber erhalten in den ersten Wochen rund 8 l Milch pro
Tag, statt wie früher empfohlen nur rund 6 l. Damit soll ihr
Wachstumspotenzial optimal ausgeschöpft werden. Neuere
Untersuchungen zeigen nämlich, dass eine intensive Milchversorgung zu Lebensbeginn die spätere Leistungsfähigkeit der
Milchkühe steigert.
Eugen Signer, Fütterungsspezialist im UFA-Beratungsdienst,
9501 Wil
den. Seiner Ansicht nach handeln die
Zuchtverbände klug, wenn sie neben
den genomischen Prognosen auch die
Zuchtwerte aus den Nachzuchtprüfungen weiter ausweisen. «Ich will die genetische Qualität der Tiere nicht nur auf
dem Papier, sondern auch in der Praxis
sehen», begründet der ehemalige
Schaurichter.
OB-Kühe sind gesucht Da Beat
Liver über eine ausgeglichene Kuhherde
verfügt, zieht er praktisch alle Kuhkälber
auf. Drei bis vier Stück werden jährlich
als erstlaktierende Kuh oder als Rind
verkauft. Erfolge an nationalen Ausstellungen (Joba, Bruna) und der Markt allgemein führen zu einer guten Nachfrage, die aus der Milchvieh-, aber auch
aus der Mutterkuhhaltung stammt.
Ebenfalls nach Deutschland und ins Tirol
können Tiere verkauft werden. «Allerdings mit einem relativ hohen administrativen Aufwand», hält Beat Liver fest.
Die gute Nachfrage führt zu Preisen von
über 3500 Fr. pro Kuh. Der Export von
OB-Samen nimmt tendenziell zu und
hat 2011/12 rund 15 000 Dosen erreicht, bestätigt Hans Ulrich Moser von
Swissgenetics.
Hofkäserei Gute OB-Genetik garantiert noch nicht die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Ebenso wichtig ist ein kostendeckender Milcherlös.
Beat und Eva Liver verkäsen rund einen
Drittel der gehaltreichen Milch selber zu
Bergkäse, Hirtenkäse (mit Weinhefe),
Rahmkäse «Beverin» (so heisst der
Hausberg) und zum Weissschimmelkäse
«Soldadis» (so heisst der Hof). Der Käseabsatz erfolgt via Wochenmarkt Chur
(Mai bis Oktober), vier Wiederverkäufer
und den Hofladen, der viele Stammkunden hat. Im Sommer werden auch Joghurt, Quark und Vollmilchziger produziert. «Frischprodukte bringen die beste
Wertschöpfung», erklärt Beat Liver. Ⅵ
80 % aus Natursprung
Zirka 80 % der an der letzten Bruna und Europaschau in St. Gallen
aufgeführten Original Braunvieh Tiere waren Nachkommen von
Natursprungstieren. Das Stierenzuchtprogramm 2012/13 umfasst zwei
Brown Swiss und zwei Original Braunvieh Stiere. Dieses Programm
ermöglicht es privaten Stierenhaltern, ihre Genetik breit einsetzen, und
seltene Blutlinien können erhalten werden.
Unter www.top-braun.ch ist das aktuelle Stierenangebot ersichtlich. Die
Website dient auch als Vermittlungsplattform für den Nutzstierenhandel.
Autor Matthias Roggli, UFA-Revue,
3360 Herzogenbuchsee, www.ufa.ch
www.ufarevue.ch
3 · 13
57
NUTZTIERE
Hygiene hat oberste Priorität
AUF ALPSENNEREIEN gehören die Eutergesundheit sowie die Milch- und
Käsequalität zu den wichtigsten Herausforderungen. Entscheidend sind
eine gute Tier-, Melk- und Anlagenhygiene. Auch beim Käsen gibt es verschiedene
Hygienetipps zu beachten.
Erich
Thoma
Auf Alpen kommen Tiere aus den
verschiedensten Talbetrieben und
Keimmilieus zusammen. Das führt
zu einem gesteigerten Risiko für hohe Zellzahlen und Euterinfektionen.
Euter- und Tierhygiene Um eine
gute Eutergesundheit, Verkehrsmilchund Käsequalität während der Alpung
zu fördern, sollten nur Schalmtest-negative Tiere mit einem Zellgehalt von unter 150 000/ml Milch zur Sömmerung
zugelassen werden. Gesunde Euter steigern den Zellzahlgehalt in der Milch bis
zur Rückfahrt ins Tal nur geringfügig. Zu
den Mastitis-begünstigenden Faktoren
gehören auch der Futter- und Klimawechsel, Stress durch Rangkämpfe sowie schmutzige Tiere und Ställe.
Eine regelmässige Überwachung der
Eutergesundheit mittels Schalmtest
lohnt sich. Zuerst werden gesunde,
dann verdächtige und zuletzt kranke
Saubere Einrichtungen und Ställe: Abtrocknen dient als Barriere
gegen die Keimvermehrung.
Kühe gemolken. Zur wirksamen Verhinderung von Infektionen (Mastitisbarriere) von Euter zu Euter während dem
Melken bewährt sich die ZitzenbecherDesinfektion (Tabelle 1). Das Zitzentauchen schützt das Euter vor Erregern aus
dem Stall.
Melkanlage Für die Melkanlage
empfehlen sich folgende Massnahmen:
• Funktionierende Mechanik und intakte Gummiteile bei der Melkanlage
gewährleisten.
• Melkanlage sofort nach Gebrauch mit
lauwarmem Wasser vorspülen und
aussen mit der Bürste reinigen.
Hauptreinigung mit Endtemperatur
Saubere Tiere,
eine wichtige Voraussetzung für eine
hygienisch
einwandfreie
Milchgewinnung.
•
•
•
•
Tabelle 1: Hygienekonzept beim Melken
Massnahme
Händereinigung
Zitzenreinigung
vor dem Melken
Zitzentauchen
nach dem Melken
Zwischendesinfektion der
Zitzenbecher (Mastitis-Barriere)
58
Reinigungsmittel
Haladerm (keimreduzierende Seife)
Halanol / Agraro Eutertuch
(Einweg-Euterhygiene-Präparat)
Lorasol / Zitzentauchmittel Agraro
Anwendung
Vor dem Melken, nach Bedarf
Für jedes Euter (Zitzen) ein frisches
Tuch verwenden
Zitzen tauchen (dippen) oder sprühen
Halades 01 (FiBL-gelistet),
Konzentration = 0.5 % in Kaltwasser
Zitzenbecher einlegen oder die milchberührten Flächen einsprühen
von mindestens 50 °C und während
mindestens zehn Minuten im Kreislauf. Alle milchführenden Teile mit
Trinkwasser nachspülen (Tabelle 2).
Die vom Hersteller empfohlene Reinigungsmittelkonzentration einhalten (0.5 – 1%). Alternierend reinigen:
Lauge morgens, Säure abends oder
umgekehrt.
Bei der Schlussspülung kann schlechtes Wasser die Melkanlage bakteriologisch wieder verunreinigen. Deshalb ist es oft nötig, vor der Alpzeit
beispielsweise das Wasserreservoir zu
reinigen.
Eine trockene Lagerung des Milchgeschirrs hemmt die Vermehrung
schädlicher Keime.
Die Reinigung von Milchpipelines
gleicht dem Vorgehen bei Rohrmelkanlagen (Tabelle 3).
Käseformen und Presswannen
werden am besten mit sauren Einphasenreinigern wie «Halacid ultra» oder
«RV 546 PF» gereinigt. Im automatischen Reinigungsverfahren wird nach
3 2013 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
Tabelle 2: Reinigungskonzept für Melkanlagen
Objekt
Reinigungsmittel
Variante A
(alternierende
Reinigung)
Sauberes Melkzeug: Die Zwischendesinfektion nach jedem Tier
beugt der Verschleppung von
Mastitiserregern vor.
einer warmen, gründlichen Vorspülung
eine zweiprozentige Lösung bei einer
Temperatur von mindestens 65 bis
70 °C während zirka 30 Minuten in der
Presswanne umgewälzt. Die Umwälzung kann mit Druckluft erfolgen.
Durch die speziellen Inhaltsstoffe der
Einphasenreiniger werden Eiweiss und
Fettbeläge problemlos gelöst und in
Lösung gehalten.
Bei manueller Reinigung werden Käseformen und Entsirtermätteli nach Gebrauch sofort mit Wasser gründlich gespült und in ein Bad mit einem
Reinigungsmittel wie «Halacid ultra»
oder «RV 546 PF» eingelegt:
• Einsatzkonzentration:
2 % = 2 l auf 100 l Wasser
• Einsatztemperatur: 65 bis 70 °C
• Einsatzkonzentration bei
Kaltanwendung: 3%
• Einwirkungszeit: 30 Minuten
Anschliessend Käseformen und Entsirtermätteli mit der Bürste nachreinigen.
Spülen mit kaltem Wasser.
Morgens nach dem
Melken alkalisch:
Halapur M oder
Halapur MP
Abends nach dem
Melken sauer:
Halacid ...
oder Variante B
Nach dem Melken
alkalisch:
Halapur M
oder Halapur MP
Mindestens einmal
pro Woche sauer:
Halacid ...
Milchsteinentfernung Zuerst sauer mit
Halacid ...
Eiweissbelagentfernung
(Schockreinigung)
Danach alkalisch:
Halapur M
oder Halapur MP
Alkalisch mit
Halapur MP
Kupferkessi eignen sich Produkte wie
«Niroputz». Durch die perfekt abgestimmte Zusammensetzung von Säuren
und Schmiergelstoff wird das Kessiputzen einfach und mühelos erledigt.
0.5
0.5
1.0
2.0
0.5
3
–
5
50
–
70
50
–
70
10
50
–
70
50
–
70
50
–
70
50
–
70
10
10
20
UFA-REVUE · 3 2013
Reihenfolge kann auch umgekehrt
angewendet werden:
morgens sauer, abends alkalisch
Halacid Altag, Halacid P, Halacid S,
Halacid flüssig TS
Bioacid, Halacid ultra
Sofort gründlich vorspülen (ideal lauwarm). Endtemperatur bei Rohrmelkanlage und Melkstand nicht unter 50°C
Halacid Altag, Halacid P, Halacid S,
Halacid flüssig TS,
Bioacid, Halacid ultra
Halacid Altag, Halacid P, Halacid S,
Halacid flüssig TS
Bioacid, Halacid ultra
20
30
Was?
Wann?
1. Milch mit fliessendem
Wasser kühlen
2. Wasser nachspülen
3. Schwammgummikugel
durch Leitung schicken
4. Reinigung und
Entkeimung der Milchleitung
Vor dem Ablassen
5. Trinkwasser nachspülen
6. Schwammgummikugel mehrmals aufsaugen und ausdrücken
Vorgehen / Produkte
Wenn keine Milch fliesst
Nach dem Ablassen der Milch
(Trennung Milch – Wasser)
Nach Ablassen der Milch
Milchleitung
mit Wasser spülen
Nach Spülung mit Wasser
Halapur M, 5 Schwammgummikugeln
3 x wöchentlich
Halacid ultra
1 x wöchentlich
Halades PE
Nach der Reinigung
Nach Gebrauch
Halapur M
Ort werden die Käsebretter manuell
oder maschinell gereinigt. Die Desinfektion erfolgt mit einem Mittel wie «Hala-
des 01» (Einsatz 0.5 %, kalt) ohne nachzuspülen. Danach werden die Käsebretter auf sauberem Untergrund im Freien
gelagert.
Ⅵ
Konz. Temp.
Zeit
%
°C Minuten
1.0
1.0
0.5
80
80
kalt
5
5
0.5
45
30
Autor Erich Thoma,
Leiter Beratungsdienst,
Halag Chemie AG,
8355 Aadorf,
www.halagchemie.ch
Fragen? Haben Sie
Fragen zur Reinigung
und Hygiene auf Ihrer
Alp? Kontaktieren Sie
die Halag Chemie via
info@halagchemie.ch
oder ෟ 058 433 68 68.
Käsekeller Nach der Käsepflege im
Keller empfiehlt es sich, den Boden inklusive Abläufe mit einem alkalischkombinierten Reinigungsmittel wie
«Halapur M» oder «Halapur MP» (Einsatz 0.5 %) zu reinigen. Die anschliessende Desinfektion mit «Halades 191»
(Einsatz 1.0 %) erhöht die Sicherheit
gegen Keime wie Listerien. Achtung!
Abläufe müssen immer mit separatem
Bürstenmaterial gereinigt werden.
Hilfsmittel / Bemerkungen
Tabelle 3: Reinigungsvorschriften für Milchpipeline
Käsebretter An einem separaten
Käsekessi Für glänzend saubere
Konz. Temp. Zeit
%
°C Minuten
0.5
50
10
–
70
Betriebsspezifische
Hygienepläne erstellt
Ihnen die Halag Chemie
auf Anfrage.
Sauberkeit in der Verarbeitung: Vom Käsekessi bis zum Käsekeller.
www.ufarevue.ch
3 · 13
59
STALLBAU & -TECHNIK
NUTZTIERE
Klimabedingungen der Kälber
RESTFLÄCHEN IM STALL oder anderswo in der Scheune werden vielerorts mit
Kälbern gefüllt. Auch die Umnutzung alter Milchviehställe für die Kälbermast
oder Jungviehaufzucht kann ein Thema sein. Für eine erfolgreiche Kälberhaltung
sind wichtige Klimabedingungen zu berücksichtigen.
Markus
Sax
Das Stallklima wird durch verschiedene Parameter wie Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation, Schadgaskonzentration,
Beleuchtung und vieles mehr beeinflusst.
Schadgas und hohe Luftfeuchte
Kälber stellen
hohe Anforderungen
ans Klima.
Während Kälber auch mit tieferen Lufttemperaturen zurechtkommen, setzen
ihnen zu hohe Schadgaskonzentrationen und eine relative Luftfeuchtigkeit
von über 80 % mehr zu. Hohe Luftfeuchtigkeit vermindert die Isolationsfähigkeit des Fells, wodurch die Tiere mehr
Wärme verlieren und anfälliger auf Zugluft sind. Zudem entsteht an kalten Bauteiloberflächen Kondensat, was zu
Schimmelpilz- und Keimbildungen sowie Bauschäden führen kann.
Betonwände isolieren Kälber legen sich gerne entlang von Wänden hin.
Bei direktem Körperkontakt zu Massivbauteilen wie Beton oder Mauerwerk
verlieren sie viel Körperwärme. Daher
ist zu empfehlen, die Wände mit feuchtbeständigen Platten zu verkleiden.
Tiere vor Kaltluft schützen Die
erforderlichen Luftraten (Frischluftzufuhr) hängen vom Tiergewicht ab und
können aus der Tabelle entnommen
werden. Beim Lufteintritt sind Vorrichtungen wie Luftleitplanken einzubauen,
damit keine kalte Luft direkt auf die Tiere strömt. Idealerweise sollte bei einseitigen Lüftungsöffnungen die Frischluft
beispielsweise durch einen Lochkanal
gleichmässig im Stall verteilt werden.
Grosse Öffnungen mit Netzen
schliessen Bei natürlicher Lüftung
Tabelle: Richtwerte für minimale Winterlüftungsrate
Gewicht Kalb
(kg)
Wärmegedämmtes Dach
Nicht wärme(U < 1 W/m2 K) 1
gedämmtes Dach
Minimale Winterlüftungsrate (m3/h pro Kalb)
50
70
150
75
80
180
100
90
220
150
105
260
200
120
300
Maximale Sommerlüftungsrate (m3/h pro kg LG)
1
2
1
Zur Begrenzung der relativen Feuchtigkeit im Stall kann eine höhere
Lüftungsrate erforderlich sein.
Quelle: ART-Bericht 667
60
sind genügend grosse Zu- und Abluftöffnungen einzubauen, da der Luftwechsel
im Stall sehr stark vom Aussenklima abhängt. Zu empfehlen ist, diese Öffnungen beispielsweise mit Windschutznetzen zu versehen, damit bei exponierten
Windlagen die Windeinwirkungen vor
den Tieren abgebremst wird. Können
die minimalen Luftraten mit der natürlichen Lüftung nicht erreicht werden, ist
eine mechanische Lüftung (Ventilator)
einzubauen.
Keine Gülle- oder Mistluft Bei
beiden Lüftungssystemen ist zu beachten, dass die Frischluft nicht über Misthaufen, Güllebehälter oder Ähnliches
angesogen und somit bereits vor Stalleintritt mit Schadgasen oder Keimen angereichert wird.
Licht im Aufenthaltsbereich Zur
erforderlichen Helligkeit im Kälberstall
gibt es Vorgaben in der Tierschutzverordnung. Im Aufenthaltsbereich der Tiere ist tagsüber eine minimale Beleuchtungsstärke von 15 Lux einzuhalten.
Reinigen, desinfizieren und viel
misten Aus der Mistmatratze entstehen Schadgase und durch den Verdunstungseffekt nimmt die relative Luftfeuchtigkeit im Stall zu. Die
Entmistungsintervalle sollten daher
nicht zu gross gewählt werden. Vor dem
Neueinstallen ist der Stall sehr gut zu
reinigen und zu desinfizieren.
Fazit Nicht jeder Stall eignet sich für
die Kälberhaltung. Mit den aufgeführten Bau- und Managementmassnahmen
können die Klimabedingungen aber
spürbar verbessert werden. Wichtig ist
insbesondere, die Schadgaskonzentration zu begrenzen und eine zu hohe relative Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. Ⅵ
Autor Markus Sax, Agroscope
Reckenholz-Tänikon (ART), 8356
Ettenhausen, www.agroscope.ch
www.ufarevue.ch
3 · 13
3 2013 · UFA-REVUE
BILDBERICHT
NUTZTIERE
Euterkapazität wird früh bestimmt
AM UFA-REVUE FORUM der «Tier & Technik» war zu hören, wie die
Milchleistung einer Kuh schon in ihren ersten Lebenstagen beeinflusst
werden kann. Das Rezept: Weg von der rationierten und hin zur kontrollierten
Ad-libitum-Fütterung.
Die ersten Lebenstage sind entscheidend für die Entwicklung des
Kuheuters und die spätere Leistungsfähigkeit der Kuh, erklärte
Hansueli Rüegsegger, UFA, am UFA-Revue Forum vom 22. Februar in St. Gallen. Unter dem Namen «UFA Junior
Support» wurde ein Fütterungs- und
Dienstleistungsprogramm für die Milchviehaufzucht lanciert, das die Nährstoffversorgung konsequent auf eine gute
Tiergesundheit, hohe Zunahmen, ein
frühes Abkalbealter und hohe Milchleistungen ausrichtet.
Kontrollierte Ad-libitum-Fütterung Neu wird in den ersten Lebenstagen eine kontrollierte Ad-libitum-Fütterung empfohlen. Frederike Stöfen
stellte den entsprechenden «40FIT
Plan» von Förster-Technik vor. Das gleitende Abtränken ab dem 35. Lebenstag
vermeide Stress und Wachstumsdepressionen und führe zu einer gleichwertigen Vormagenentwicklung wie die restriktive Fütterung.
Mit dem neuen «CalfRail», einem Fütterungsroboter für die Igluhaltung,
könnten pro Kalb gegenüber Eimertränke zweieinhalb Arbeitsstunden einge-
spart werden. «Tränkeautomaten füttern wie die Natur», findet Frederike
Stören. Sie erleichtern die exakte Dosierung der Komponenten sowie die
Tierkontrolle und führen dank häufiger Tränkeaufnahme und richtiger
Tränketemperatur zu einer verbesserten Tiergesundheit, Futterverwertung Roman Engeler, Chefredakteur der
UFA-Revue, moderierte das Forum.
und Gewichtsentwicklung.
Tierindividuelle Gaben von
Milch und Kraftfutter ermöglichen es
jedem Kalb, seinen Absetzzeitpunkt
selber zu bestimmen. Ein Absetzknick
wird verhindert, gegenseitiges Besaugen reduziert, zitierte Nina Keil Versuchsresultate an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon.
Die Kraftfutteraufnahme diene als
wertvoller Gesundheitsindikator. Bei
Entwicklungsverzögerungen werde
die Futterkurve automatisch angepasst.
Ⅵ
«Vollgas am Start», empfiehlt
Hansueli Rüegsegger, UFA.
Nina Keil führt Aufzuchtversuche in Tänikon durch.
Know-how in der Kälberaufzucht
zahlt sich aus.
Nur das beste Futter ist für
junge Kälber gut genug.
Starke Kälber, starke Kühe – das
war das Fazit des Forums.
Autor Matthias Roggli, UFA-Revue,
3360 Herzogenbuchsee
Förster-Tränkeautomaten werden
vom UFA-Beratungsdienst vermietet,
verleast und verkauft. Zusätzlich wird der
Wartungs- und Reparaturservice
sichergestellt.
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2013
3 · 13
Interessiert am «UFA Junior
Support»?
Ein Tränkeautomat reduziert die Arbeit und verbessert die
Kälbergesundheit, betont Frederike Stöfen, Förster-Technik.
61
NUTZTIERE
Eckzahlen für Vollmilchmäster
MODELLRECHNUNGEN liefern dem Kälbermäster wichtige Kennzahlen und
Vergleichswerte, anhand derer er das Optimierungspotenzial auf seinem Betrieb
identifizieren kann. Aufgrund umfangreicher Auswertungsdaten der UFA
erweist sich die Mast eigener Tränkekälber mit Vollmilch als wirtschaftlich interessant
und bezüglich Gesundheitsstatus als unproblematisch.
Alfred
Erni
Die Vollmilchmast ist die wichtigste
Produktionsart in der Schweizer
Kälbermast. Von den rund 260 000
Bankkälber-Schlachtungen (gemäss
Erhebung im Jahr 2011) werden nach
Schätzungen von Marktkennern zirka
190 000 Kälber vorwiegend mit hofeigener Vollmilch gemästet (Grafik 1). Zur
Ergänzung der Ration werden zum Teil
Magermilch, Molke von den Käsereien
oder andere Milchnebenprodukte verfüttert. Mit Milchpulver wird die Protein- und Energieversorgung je nach
Futtergrundlage abgestimmt. Spurenelemente, Vitamine und Eisen runden
die optimale Fütterung in der Kälbermast ab.
Technische Zahlen Verschiedene
Varianten von Mastauswertungen und
Modellberechnungen ergeben zum Teil
unterschiedliche Ergebnisse. Jeder Betriebsleiter, der Kälber mästet, sollte die
wichtigsten Eckzahlen kennen. Seit Jahren erstellt die UFA AG Modellrechnungen für zahlreiche Betriebe in der
Schweiz. Laufend werden die Modellzahlen mit den Praxisabrechnungen verglichen und angepasst.
Einfache Mastabrechnung Die
Eckdaten für eine einfache Mastabrechnung umfassen:
Tierdaten
• Eingestallte Kälber (Lebendgewicht,
Preis)
• Ausgestallte Bankkälber (Schlachtgewicht, Preis nach den Abzügen)
• Diverses: Transporte, Gebühren und
mehr
Futtermengen und -preise
• Vollmilch (Preis wird berechnet)
• Milchnebenprodukte
• Milchpulver
• Futterspezialitäten
• diverse Futter
Diverse Kosten
• Stroh, Einstreu
• Strom, Wasser (Preis pro Kalb)
Tabelle: Modellrechnung
Grundlagen
9 Bankkälber à 124 kg SG, T3,
13.6 Fr./kg, 1 Abgang
10 Tiere à 670 kg LG, 5.80 Fr./kg
650 kg
25 kg
Vollmilcheinsatz 14 230 kg
2000 kg
Schlachtpreis inkl. Abzüge
und Transport
– Tränkerpreis
– Milchpulverkosten
– Spezialitätenkosten
= Deckungsbeitrag 1
– Stroh
– Automatentechnik
– Tierarzt
– Gebühren, Strom, Wasser
= Deckungsbeitrag 2
Vollmilcheinsatz 14 230 kg
62
Erlöse bzw.
Kosten (Fr.)
15 177.60
3886.00
2470.00
155.00
8666.60
920.00
450.00
450.00
200
6646.60
Ertrag pro l
Vollmilch (Fr.)
• Tierarztkosten
• Automatentechnik
• diverse Kosten
Das bringt’s Wer seine Mast- und
0.60
0.46
Quelle: UFA-Stammdaten
Schlachtdaten kennt, analysiert und
Schritt für Schritt verbessert, kommt
vorwärts. Mastauswertungen zeigen oft
auch die Durchschnittsergebnisse anderer Auswertungsbetriebe, des besten
und schlechtesten Quartils. Anhand dieser Zahlen kann der Betriebsleiter feststellen, wo es gut läuft und wo es noch
Optimierungsspotenzial gibt. Auch für
3 2013 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
die Beratung bieten Mastauswertungen
hilfreiche Grundlagen.
sich der zu erwartende Ertrag pro Kilogramm eingesetzte Vollmilch kalkulieren (Grafik 3).
Grafik 1: Futtergrundlage in der Schweizer Kälbermast
andere Produktionsarten
Was ist gut? Ab wann ein Resultat
als gut eingestuft werden kann, hängt
von vielen Faktoren ab. Eine wichtige
Rolle spielt die Genetik der eingestallten
Tränker. Auch die Art und Weise der Datenerhebung kann variieren. Generell
werden folgende Ziele angestrebt:
• über 1.3 kg Tageszuwachs
• über 70 % der Kälber mit T3
Anteil Kuhmilch
Interessant für Überschussmilch
Der Einsatz von Vollmilch auf dem eigenen Milchproduktionsbetrieb ist ökologisch sinnvoll. Es fallen weder Transport- noch Lagerungsaufwände mit den
entsprechenden Qualitätsrisiken an.
Hofeigene Vollmilch wird ohne grosse
Kosten im Betrieb verwertet und liefert
Milchnebenprodukte
Grafik 2: Tränker- und Bankkälberpreise
16.00
IPS Bankkalb
SFR
12.00
QM SF Bankkalb
8.00
Tränkerpreise
4.00
0.00
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2010
2011
2012
Grafik 3: Ertrag pro Liter Vollmilch
0.80
SFR
0.60
0.40
0.20
0.00
2007
■ Vollmilch QM SF
2008
2009
■ IPS Vollmilch
Die Erhöhung der Schlachtqualität verbessert die
Wirtschaftlichkeit der
Kälbermast entscheidend.
• unter 3 % Abgänge
• unter 110 Masttage (je nach Einstallgewicht der Tränker)
• Futterverbrauch pro Kilogramm Zuwachs unter 1.85 kg
Stabile Ertragslage In den letzten
Jahren konnte sich die Vollmilch in der
Kälbermast behaupten. Sie liefert den
Kälbermästern relativ ausgeglichene Erträge. Grafik 2 zeigt, dass die Tränkerund Bankkälberpreise in der Vergangenheit ziemlich stabil geblieben sind. Mit
entsprechend grosser Sicherheit lässt
UFA-REVUE · 3 2013
eine hervorragende Schlachtqualität.
Besonders interessant ist es, Überschussmilch oder C-Milch via Kälbermast zu veredeln. In vielen Fällen bieten
die bestehenden Gebäude lüftungsund arbeitstechnisch gute Lösungsmöglichkeiten. Die moderne Technik erlaubt
es, Aufzucht- und Mastkälber an einem
Tränkeautomaten anzuschliessen und
individuell zu füttern.
Nur wenig Antibiotika Die Ausmast von nicht für die Nachzucht benötigten Kälbern auf dem Milchprodukti-
onsbetrieb ist tierfreundlich. Da hofeigene Kälber von ihrer Mutter via Kolostralmilch gegen Krankheitserreger, die
auf dem Betrieb vorhanden sind,
geimpft werden und damit über eine
stabile Immunabwehr verfügen, müssen
kaum Tierarzneimittel zur Behandlung
von Gesundheitsproblemen eingesetzt
werden. Jeder Stall hat sein eigenes
Keimmilieu. Wird ein Kalb verschoben,
muss es seine Immunabwehr am neuen
Ort anpassen und erweitern. Bis dieser
Prozess abgeschlossen ist, bleibt die
Krankheitsanfälligkeit hoch.
Ⅵ
Autor Alfred Erni,
Leiter Kälberbereich,
UFA AG, 9501 Wil,
www.ufa.ch
Rabatt auf UFAVollmilchergänzer
10 Fr./100 kg,
bis 16.3.2013 in Ihrer
LANDI
www.ufarevue.ch
3 · 13
63
PRAXISFALL
NUTZTIERE
Gesundheitsmanagement
von Gross bis Klein
ZUSAMMENARBEIT bringt viele Vorteile. Nachteilig kann sich die Verschiebung von
Tieren zwischen verschiedenen Betrieben auswirken. Dank einer gezielten MassnahmenPalette haben Gervais Gillabert und Olivier Pochon die Kälbergesundheit heute im Griff.
Michel
Dromard
Die Zusammenarbeit zwischen Gervais Gillabert und Olivier Pochon
hat 1999 begonnen. «In der Zeitung
habe ich ein Kleininserat gesehen
für einen Milchkühler, den ich auf der
Alp benötige, und so meldete ich mich
bei Olivier», erinnert sich Gervais.
Vertrauen Von 1999 bis 2008 wurden die Kühe von Gervais im Sommer
jeweils bei Montreux auf eine Alp, 1300
bis 1800 m über Meer, gebracht. Den
Winter verbrachte die Herde auf dem
«Die Kälber sind heute kräftiger»
«Während zwei Jahren Einsatz hat uns UFA top-punch überzeugt, so
dass wir dieses Produkt auch anderen Tierhaltern empfehlen», sagt
Gervais Gillabert und nennt folgende Gründe:
• «Dank UFA top-punch hat sich die Kälbergesundheit verbessert.
Vorher wurde alles versucht – Spritzen, Antibiotika und bei Durchfall
der Einsatz von Reiswasser und Elektrolytetränke… – aber nichts
wirkte.»
• «Die Kälber sind heute kräftiger, haben ein widerstandsfähiges
Immunsystem und saufen mehr.»
• «Seit vergangenem Jahr kann auf eine Spritzung mit Selen und
Vitamin E verzichtet werden.»
• «Unsere Kälber haben heute sehr schönes Fell – andere Jahre hatten
wir mit Flechten und anderen Hautkrankheiten zu kämpfen.»
Drei Gründe für Wasser-Pulver
Aus folgenden Gründen werden die Kälber auf den Betrieben Pochon/
Gillabert mit einer Wasser-Pulver-Ration gefüttert:
1 Ernährungsphysiologische Gründe: Durchfall ist seit dem Einsatz von
UFA 207 plus seltener geworden.
2 Organisatorische Gründe: Der Transport von Kuhmilch zwischen
Châtillon und Val d’Illier wäre umständlich. Die Kälber werden am
Abend vor dem Melken und am Morgen während dem Melken
getränkt. Milch von Kühen, die mit Antibiotika behandelt wurden,
wird weggeworfen und keinesfalls den Kälbern verfüttert. Auch die
restliche Milch, die nicht vermarket werden kann, gelangt in die
Gülle.
3 Betriebswirtschaftliche Gründe: Aktuell können die Kosten für die
Wasser-Pulver-Ration mit dem Industriemilchpreis konkurrieren.
64
Betrieb von Olivier in Châtillon. 2008
wurde die Alpung aufgegeben, weil
Gervais’ Vater Marc Gillabert erkrankte
und später starb. Heute leben die
Milchkühe das ganze Jahr in Châtillon.
Die beiden Züchter vertrauen und ergänzen sich bestens. Einzig rund zwölf
Kühe werden Ende Laktation auf dem
Val d’Illiez auf 2000 m Höhe gealpt. Die
Milch wird dort während 100 bis 120
Tagen zu Alpraclette verarbeitet.
Genetik langlebiger Familien
Gervais ist ein leidenschaftlicher Züchter. Sei es in Lausanne, Bulle oder Toronto – wo Viehschauen stattfinden, ist
auch er vor Ort. Sein Ziel ist es, bergtaugliche Genetik zu fördern. Die Paarungsplanung gehört in seinen Verantwortungsbereich. Angestrebt werden
Kühe mit top Exterieur, die nicht zu anspruchsvoll sind. Priorität haben Langlebigkeit und Milchleistung, nicht in
erster Linie die Eignung für Ausstellungen. Die Aushängeschilder des Betriebs
stammen denn auch von langlebigen
Familien, beispielsweise von den amerikanischen Familien Débutante Rae
(Stiere: Destry, Deuce, Dusk, Demello,
Diploma, Déthox, Bangaro) und Altitude (Big-apple, Absolute, Armani) oder
der kanadischen Familie Jodies (Jet).
Ausgewogene Fütterung Olivier
sieht die Milchproduktion in erster Linie
als letzter Schritt im Veredelungsprozess
der Futterpflanzen. Die Wahl der Silomais- und Wiesensorten erfolgt gezielt.
Neben den Erträgen werden auch Faktoren wie die Verdaulichkeit einbezogen,
um eine pansengerechte Ration erstellen
zu können. Die Mischration der Milchkühe setzt sich zusammen aus: Mais-,
Eine kleine Anekdote:
15 kg leichtes Kalb hat
überlebt
Im September 2012 ist auf dem Betrieb
Pochon ein Kalb bereits nach 7.5 Trächtigkeitsmonaten zur Welt gekommen.
Es wog nur 15 kg. Die Kinder waren
besorgt, da das kleine Geschöpf kein
Kolostrum aufnehmen wollte. So
wurden halt UFA 207 und UFA toppunch verabreicht. Das Kalb trank und
überlebte und ist heute der Liebling
der Familie.
Grassilage, Emd, Luzerne, Rapsstroh, Eiweisskonzentrat UFA 148-9, UFA-Mineralstoff 1015 TMR. An der Abrufstation
werden UFA 244-8 und 249 nach Milchmenge zugeteilt. Im Sommer wird die
Mischration mit Weide ergänzt.
700 g TS pro Liter Milch Als
wichtiges Kriterium beurteilt Olivier die
Fütterungseffizienz. Pro Kilogramm
Milch werden 700 g Trockensubstanz
(TS) verfüttert. Für die Rentabilität der
Milchproduktion und den Fortbestand
des Betriebs noch bedeutender ist der
Milchpreis. Eine kürzlich publizierte Erhebung ergab für Europa einen durchschnittlichen Milchpreis von 0.42 Fr./kg.
In der Schweiz, wo die Gebäude- und
Fütterungskosten deutlich höher liegen,
werden nur 0.50 Fr. ausbezahlt. Umso
weniger können unbefriedigende Produktionsergebnisse geduldet werden.
Raus mit den Kälbern 2007 traten bei den Kälbern der Betriebe Pochon / Gillabert Atemwegserkrankungen und Verdauungsprobleme auf. Im
Stall Châtillon konnte sich Ammoniak
3 2013 · UFA-REVUE
PRAXISFALL
NUTZTIERE
ansammeln, was die Atemwege der Kälber belastete. Nach der Umstellung auf
Iglus verbesserte sich die Lage. Als problematisch erwies sich der Transport
von Châtillon nach Val d’Illier. Obwohl
Lucienne, die Mutter von Gervais, die
Tiere gut betreute, war der Gesundheitszustand unbefriedigend. «Die Kälber, die in Val d’Illier ankamen, sahen
schlecht aus; es war schwierig, sie wieder in Form zu bringen», erinnert sich
Gervais. Bei Olivier verlief das Abtränken ebenfalls mühsam: «Die Kälber hatten wenig Appetit und erkrankten an
Durchfall oder Lungenentzündungen.»
Tabelle: Betriebsspiegel
Adresse
Haupttätigkeiten
Arbeitskräfte
Nutzfläche
Pflanzenbau
Tierhaltung
Gebäude
Lieferrecht
Olivier + Laurence
Pochon, 1473 Châtillon (FR)
Milchproduktion und Ackerbau
Gervais + Aline Gillabert
1863 Val d’Illiez (VS)
Milchviehaufzucht, Paarungsplanung und
Besamungstechniker
Olivier, Lehrling und Unterstützung
Gervais (30%), Unterstützung
durch Laurence und die vier Kinder
durch Aline und Lucienne
33 ha
12 ha
10 ha Silomais, 9 ha Grünland (Silage und Weide), Naturwiesen, Alp Chaupalin
8 ha Zuckerrüben, 4 ha Saatweizen, 8 ha Ökofläche, (Futter für Rinder und Galtkühe)
50 Kühe der Rassen Holstein und Red-Holstein, 80 Rinder zwischen 6 bis 30 Monaten
und 20 Kälber
Boxenlaufstall für Milchkühe, Tiefstreue für Rinder und Galtkühe, Boxen für Kälber
430 000 kg Industriemilch, 25 000 kg Alpmilch, 9000 kg pro Laktation
Versorgung des ungeborenen
Kalbes Bei anhaltenden Problemen
Separate Dosis für Stier- und
Kuhkälber In der Tränkephase wird
mit der Kälbergesundheit wird am besten das ganze System analysiert, um eine nachhaltige Lösung zu finden. Entscheidend ist etwa das Management
rund ums Abkalben, das im Fall dieses
Porträts in Châtillon stattfindet. Im ersten Monat der Galtzeit erhalten die Kühe die Ration der Aufzuchtrinder: Grassilage, Ökoheu und Mineralstoff UFA
993. Drei bis vier Wochen vor dem Abkalben kommt eine Transitration mit
Maissilage, Eiweisskonzentrat und UFA
260 Abkalbefutter zum Einsatz. In dieser Phase geht es darum, das Immunsystem der Kuh zu stimulieren, Milchfieber
und Ketose vorzubeugen und beste Voraussetzungen für eine problemlose
Säuberung der Gebärmutter und gute
Eutergesundheit zu schaffen. Auch die
Entwicklung des ungeborenen Kalbes,
sein Mineralstatus und die Kolostrumqualität kann beeinflusst werden.
mit unterschiedlichen Pulverdosierungen gefahren:
• Bei den Stierkälbern beläuft sich die
Konzentration auf 130 g Pulver pro
Liter Tränke, um ein Maximum von 5 l
pro Mahlzeit zu erhalten und das
Wachstumspotenzial auszunutzen.
Das gilt bis zum Alter von 15 Tagen
bei Holstein-Fleischrassen-Kreuzungen und bis zum Alter von 30 Tagen
für Holstein- und Red-Holstein-Muni.
• Bei den Kuhkälbern beträgt die Konzentration 100 g pro Liter Tränke mit
einem Maximum von 6 l pro Tag in
zwei Rationen. Das Absetzen erfolgt
in Abhängigkeit der Entwicklung mit
100 bis 120 Tagen.
Kolostrum gleich nach Geburt
Die Kolostrumgabe erfolgt, wenn immer möglich, innerhalb der ersten zwei
Lebensstunden via Flasche. Nach drei
Mahlzeiten mit mütterlichem Kolostrum werden die Kälber bis zum Absetzen mit UFA 207 plus ernährt. Zusätzlich
kommt während der Tränkephase das
Kälberfutter UFA 116 ad libitum zum
Einsatz. Im Alter von vier bis sechs Monaten gibt’s Wiesen- und Luzerneheu
und 2 bis 2.5 kg UFA 219 Aufzuchtfutter
pro Tier und Tag. Die darauf folgende
Ration besteht aus der Mischung der
laktierenden Kühe, ergänzt mit Heu
oder während der Alpung mit UFA 256
Fibralor.
UFA-REVUE · 3 2013
Stärkung des Immunsystems In
Val d’Illier werden die Kälber in Abteilen à 4 bis 5 Tiere gehalten. Nach der
Ankunft erfolgt eine Behandlung gegen
Läuse und Milben. Positiv sind die Erfahrungen auch mit dem Wirkstoffkonzentrat UFA top-punch, das auf dem Betrieb von Olivier gleich zu Beginn seiner
Lancierung im Januar 2011 eingeführt
worden war. «Als Michel uns dieses Produkt vorstellte, waren wir skeptisch.
Denn wir hatten schon viele Pülverchen
ausprobiert», so die Betriebsleiter. «Als
wir im Jahr 2007 erneut mit einer
Krankheitsserie zu kämpfen hatten, war
es Michel, der uns den Tipp gab, die
Kälber im Freien aufzustallen. So vertrauten wir ihm auch, was die Wirkstoffergänzung anbelangt», begründet Gervais. Seither wird UFA top-punch
systematisch ab der ersten Lebenswoche eingesetzt. Die Stierkälber erhalten
bis zum Verkauf 40 g pro Tag in zwei Gaben, die Kuhkälber bis im Alter von zwei
Monaten dieselbe Dosis. «Die Kosten
liegen unter 10 Fr. pro Kuhkalb», rechnet Gervais vor, der die Verantwortung
für das Absetzmanagement trägt. «Ich
verabreiche UFA top-punch mindestens
während 30 Tagen, nachdem die Tiere
auf meinem Betrieb angekommen sind.»
Fazit Gervais Gillabert und Olivier
Pochon sind die Probleme im Kälberstall
ganzheitlich angegangen. Es wurden sowohl Aspekte hinsichtlich Management
(frühe und ausreichende Kolostrumgabe), Haltung (Iglu) und Fütterung (Pulver-Wasser, Mineral-/Wirkstoffergänzung) angepasst. Auch die Fütterung der
Galtkühe wurde ins Konzept einbezogen (Transitration, Einsatz Abkalbefutter). Der Rückblick zeigt: Man hat an
den richtigen Hebeln gedreht. Heute erreicht die Betriebsgemeinschaft ihr Ziel,
langlebige und leistungsstarke Kühe zu
züchten, besser denn je. Probleme in
Folge der Distanz zwischen den beiden
Betrieben – einziger Nachteil der erfolgreichen Zusammenarbeit – konnten abgefedert werden.
Ⅵ
Kälber, die ausreichend
mit Mineral- und
Wirkstoffen versorgt
sind, saufen mehr.
Autor Michel
Dromard, Ressortleiter
Milchvieh im
UFA-Beratungsdienst,
1070 Puidoux,
www.ufa.ch
UFA top-punch ist
ein Wirkstoffkonzentrat
mit Vitaminen,
Mineralstoffen,
Spurenelementen,
Pflanzenextrakten und
essenziellen Ölen.
Einsatz : 40g/Tier/Tag
für Kälber unter 100kg
Lebendgewicht (LG),
danach 40g/100kg LG.
UFA top-punch ist bis
am 16. März 2013 mit
10 % Rabatt erhältlich.
www.ufarevue.ch
3 · 13
65
PREMIUM
NUTZTIERE
Plus 0.5 mm Fett pro Woche
JUNGSAUEN MIT RESERVEN bringen mehr und schwerere Ferkel zur Welt und
sind langlebiger. Deshalb lohnt sich der Einsatz eines Konditionierungsfutters
zwischen der Eigenleistungsprüfung und dem ersten Belegen. Der zusätzliche Energieschub begünstigt eine rechtzeitige Trächtigkeit.
Barbara
Eichenberger
Alois
Gämperli
Die Wirtschaftlichkeit der Muttersauenhaltung ist eng mit der
Fruchtbarkeit und Nutzungsdauer
sowie der Anzahl verkaufter Ferkel
pro Sau verknüpft. Entscheidende Voraussetzungen für den Erfolg werden in
der Aufzucht gelegt. Mit folgenden
Massnahmen fördern professionelle
Produzenten die Leistung ihrer Sauen:
• Zukauf von «Primera»-Jungsauen, um
sich ganz auf die Mastferkelproduktion konzentrieren zu können.
• Idealerweise stehen etwa 30 % der
Sauen noch vor dem dritten Wurf.
Erstlingswürfe moderner «Primera»Sauen sind bereits relativ gross, bei
geringeren Ferkelgewichten aber ausgeglichener als bei Altsauen.
• Abgetrennter Eingliederungsstall für
Jungsauen, der konsequent im ReinRaus-Verfahren bewirtschaftet wird.
Rückenspeck in mm
66
UFA 367 condition
ELP
UFA 362 Extra
Gewebe- und Skelettwachstum
Skelettprobleme gehören zu den häufigsten Abgangsursachen bei Sauen.
Störungen beim Fundament werden
durch zu schnelles Gewebewachstum
begünstigt, bei dem die Skelettentwicklung hinten nachhinkt. Eine mittlere Lebendtagzunahme von rund 580 g ermöglicht es, die Sauen bei idealem Alter
und Gewicht zu belegen. Zu schnelles
Wachstum, Fundamentschäden und
frühzeitige Verfettung lassen sich vermeiden, indem in der Aufzuchtphase
nicht zu intensiv gefüttert wird. Besonders wichtig in dieser Periode ist die Mi-
10 JAHRE
BIBLIS
QUALITÄT
Konditionstraining
mit UFA 367 condition
UFA 367 condition wird als Alleinfutter
ab dem 160. Lebendtag bis zum Decken
der Jungsauen eingesetzt. Dank 13.2 MJ
VES und tiefem Proteingehalt wird der
Körperfettaufbau gefördert. Das Futter
ist bestmöglich mit Mineralstoffen
ausgerüstet und erlaubt das Füllen der
Depots. Die Zulage von L-Carnitin
unterstützt den Fettstoffwechsel. Biotin
und organisch gebundene Spurenelemente fördern die Klauenbildung und
bereiten die Jungsau optimal auf die
Reproduktionsphase vor. Zum Einsatz
kommen 3 bis 3.5 kg UFA 367 condition
pro Tier und Tag.
Vorteile:
• mehr Fettreserven bereits in der
ersten Säugezeit
• grössere Würfe
• höhere Ferkelgewichte
• verminderte Krankheitsanfälligkeit
(MMA u.a.)
• Fruchtbarkeit
• Langlebigkeit
10 % Rabatt auf UFA 367 condition,
bis 23. März 2013 in Ihrer LANDI
Grafik: Mehr Speck mit Konditionierungsfutter
17
16
15
14
13
12
11
10
9
8
• Erstbelegung im Alter von 220 bis
240 Tagen, bei 125 bis 135 kg Gewicht und mindestens 15 bis 18 mm
Rückenspeckdicke (Besamung: 2.
oder 3. Rausche).
• Aufrechterhaltung eines guten Gesundheitsstatus der gesamten Herde
mit einem angepassten Management
(z. B. regelmässiges Entwurmen, Hygienekonzept).
UFA 361 Extra
1. Belegung
Eingliederung
ad lib-Phase
155
32 MJ Phase
Trächtigkeit
270
Alter der Jungsau in Tagen
Säugezeit
385
3 2013 · UFA-REVUE
PRE MI U M
neral- und Wirkstoffversorgung. Die Zugabe eines Mineralstoffs wie UFA 395
füllt die Knochendepots auf und kann zu
sichtbaren Fundamentverbesserungen
führen. Nicht nur Kalzium (Ca) und
Phosphor (P), auch Vitamin D braucht
es, weil dieses die Ca- und P-Einlagerung im Skelett unterstützt.
Rückenspeck ist wichtig Mehrere Untersuchungen belegen: Ein gezielter Körperfettaufbau ab der Eigenleistungsprüfung (ELP) bringt bei den
späteren Würfen mehr und schwerere
Ferkel und wirkt sich auch auf die Langlebigkeit positiv aus. Rückenspeck hat
folgende Funktionen:
• Energiereserve für Wachstum und
Laktation
• Isolation (weniger Energieverlust)
• Speicher für fettlösliche Vitamine
• Speicher für Hormone
Konditionstraining ab ELP In
den vergangenen Jahrzehnten ist durch
die Zucht fleischreicher Schweine der
Fettanteil am Körper stetig zurückgegangen. Langlebige Zuchtsauen sind jedoch auf einen minimalen Körperfettanteil angewiesen. Dafür wird ein
energiereiches Futter mit einem tiefen
Proteingehalt empfohlen. Schweinemast- oder Säugendfutter enthalten zu
viel Protein, bei Galtsauenfutter ist der
Energiegehalt zu tief. Konditionierungsfutter wie UFA 367 condition verfügen
über ein optimales Lysin-VES-Verhältnis
für Jungsauen. Damit die Jungsauen genug Zeit haben für die Rückenspeckbildung, dauert die Eingliederungsphase
mindestens einen Monat. Ziel in dieser
Phase sind Tageszunahmen von 700 g und mehr.
Hierzu bewährt sich die
Ad-libitum-Fütterung.
Versuche
auf
UFA-Bühl
bestätigen, dass die Ad-libitum-Fütterung von UFA 367 condition während
der ersten 30 Tage nach der ELP zu einem starken Fettzuwachs führt. Die USFettdicke wuchs über 0.5 mm pro Woche (Grafik). In der anschliessenden
restriktiven Fütterung (32 MJ VES) bis
zum Decken betrug der Rückenspeckzuwachs immerhin noch über 0.2 mm pro
Woche. In einem früheren Versuch auf
UFA-Bühl konnte die Rückenspeckzunahme bei Jungsauen mit einem
Konditionierungsfutter gegenüber der
Kontrollgruppe bis zum Abferkeln verdoppelt werden. Dass Fettreserven nötig sind, zeigte sich in der vierwöchigen
Säugezeit, während der die Sauen über
3 mm Rückenspeck verloren.
L-Carnitin Unterstützend zur Förderung des Fettansatzes kann die Zugabe
von L-Carnitin wirken. Der vitaminähnliche Stoff kommt in fast allen Körperzellen vor und ist ein natürlicher Bestandteil der Nahrung. Auf UFA-Bühl
haben Sauen, die vor dem Abferkeln
Futter mit L-Carnitin erhielten, 0.6 mehr
Ferkel pro Wurf abgesetzt. Wissenschaftler der Martin-Luther Universität
erklären dies aufgrund eigener Studien
dadurch, dass Carnitin die Versorgung
der Föten verbessert. Die Zulage von LCarnitin zahlt sich auch bei Jungsauen
aus. Versuche ergaben bessere Trächtigkeitsraten und grössere Würfe .
Ⅵ
«Jetzt werden die Jungsauen rechtzeitig rauschig»
Ernst Rechsteiner weiss, dass in der Ferkelproduktion jeder Tag zählt.
Rechtzeitiges Rauschen und erfolgreiches Belegen sind entscheidend für
eine gute Wirtschaftlichkeit. Je besser die Abferkelquote, desto höher
die Anzahl Ferkel je Sau und Jahr und die Futtereffizienz. Deshalb wird
auf der Staatsdomäne Münsterlingen, bei der Ernst Rechsteiner für die
Schweinehaltung zuständig ist, alles getan, um die Fruchtbarkeit der
Muttersauen zu fördern.
Über ein Jungsauenabonnement werden «Primera»-Tiere bei der
Anicom AG zugekauft. Als Ergänzung zur Galtsuppe mit UFA 362-6
erhalten sie UFA 367 condition. «Seither kommen die Jungsauen
rechtzeitig in Rausche», stellt der Betriebszweigleiter fest. «Da pro
Abferkelstall acht Buchten vorhanden sind, will ich möglichst immer
acht Sauen miteinander decken. Mit UFA 367 condition hat das bisher
bestens geklappt.» Vorher habe man mit Traubenzucker versucht, die
Fruchtbarkeit und den Fettansatz der Jungsauen zu fördern. Doch mit
der aktuellen Strategie fielen die Resultate besser aus. «Man kann fast
zuschauen, wie die Jungsauen an Gewicht zulegen», rühmt Ernst
Rechsteiner. Positiv auf Gesundheit und Fruchtbarkeit wirkt sich auch
das zusätzliche Mineralstoffdepot aus UFA 367 condition aus.
In der ersten Säugezeit wird UFA 361-6 mit
dem Hochkonzentrat UFA top-pig ergänzt,
um den Konditionsverlust zu minimieren.
«Das hat sich bewährt», bilanziert Ernst
Rechsteiner mit Blick auf die Geburtsgewichte der Ferkel und die Gesundheit der
Sauen. Angesichts der heutigen Leistungen
bringe man sonst zu wenig Nährstoffe in
die Jungsauen.
Nach der Fütterung plant Hansueli Iseli,
Pächter der Staatsdomäne Münsterlingen,
auch den Galtsauenstall, wo die Jungsauen
zuerst in einer separaten Bucht gehalten
werden, noch zu optimieren. Der Stall ist
etwas zu kalt. Deshalb sollen das Dach
erneuert und die Wände isoliert werden.
Ernst Rechsteiner
leitet den Bereich
Schweineproduktion
der Staatsdomäne
Münsterlingen.
Autoren Dr. Barbara
Eichenberger, Technischer Dienst, UFA AG,
3360 Herzogenbuchsee;
Alois Gämperli, UFA
2000 Zuchttechniker,
9501 Wil; www.ufa.ch
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2013
3 · 13
67
NUTZTIERE
Impfverzicht lohnt sich nicht
PARVOVIROSE kommt in der Schweiz dank flächendeckender Impfung nur noch
selten vor. Insbesondere auf kleinen Betrieben kann die Parvo-Impfung relativ
viel Aufwand mit sich bringen. Dennoch sollte nicht darauf verzichtet werden, wie
ein Praxisfall zeigt.
Jenny
Markov
Die Fruchtbarkeit der Sauen ist das
Kapital des Schweinezüchters. Wird
eine Sau während der Trächtigkeit
gepflegt und gefüttert und am Ende
bringt sie nur wenige lebende Ferkel zur
Welt, dann ist viel Arbeit und Futter verlorengegangen. Deshalb sind Krankheiten, welche zu Fruchtbarkeitsstörungen
führen, besonders gefürchtet.
Rechtzeitig forschen Eine hohe
Gehäuft vorkommende
Totgeburten oder
Aborte, vor allem aber
auch mumifizierte
Ferkel legen den Verdacht auf Parvovirose
nahe.
68
Umrauscherquote ist noch am ehesten
zu verschmerzen. Immerhin wird innerhalb von drei Wochen bemerkt, dass die
Sau nicht trägt. Selbstverständlich sollte
trotzdem rechtzeitig nach der Ursache
geforscht werden. Aborte stellen bereits
einen grösseren Verlust dar, da die Sauen länger gefüttert wurden und das Problem oft unbemerkt bleibt. In der Gruppenhaltung wird Abortmaterial meist
von anderen Sauen gefressen, so dass
der Abort erst entdeckt wird, wenn die
Sau wieder in Rausche kommt. Am teuersten sind Fruchtbarkeitsstörungen,
die zu embryonalem Tod ohne Abort
führen. Der Wurf wird ausgetragen, es
kommen aber nur wenige lebende Ferkel zur Welt. Der Rest sind Totgeburten,
Mumien oder wurde bereits im Frühstadium resorbiert.
Meldung ab dem dritten Abort
Alle vier Symptome (Umrauschen,
Aborte, Mumien und Totgeburten) können auf einem Betrieb gleichzeitig oder
einzeln vorkommen. Bei vielen Krankheiten treten sie auch gestaffelt auf, also
nach der Erstinfektion sind Umrauscher
und Aborte zu verzeichnen und erst zu
einem späteren Zeitpunkt Mumien und
Totgeburten. Eine Trächtigkeit ist eine
komplizierte Sache, die durch viele Faktoren gestört werden kann. Treten die
Störungen gehäuft auf, muss unbedingt
eine Abklärung gemacht werden. Gemäss Tierseuchegesetz besteht ab dem
dritten Abort eine Meldepflicht an den
Tierarzt. Mittels Blutuntersuchung müssen einige Krankheiten, die möglicherweise Aborte zur Folge haben, ausgeschlossen werden: PRRS, Schweinepest,
Aujeszky’sche Krankheit, Brucellose,
Leptospiren, Listerien… Aber auch häufigere Infektionen wie Rotlauf, Influenza
(Grippe) oder eine Belastung mit Mykotoxinen können zu Aborten und Mumien führen.
Ohne Fieber und Husten Kommen in einem Betrieb auffällig viele mumifizierte Ferkel zur Welt, ohne dass
sonstige Symptome wie Fieber, Husten
oder Aborte beobachtet wurden, dann
liegt der Verdacht Parvovirose nahe. Das
porcine Parvovirus (PPV) kommt weltweit vor und viele Schweine sind gesunde Träger des Virus. Es vermehrt sich im
Verdauungstrakt der Schweine, ohne
Symptome zu verursachen. Das Virus
kann in der Umgebung während vielen
Monaten überleben und ist resistent gegenüber den meisten Desinfektionsmitteln. Die Sauen infizieren sich über das
Maul durch Tröpfchen und scheiden ein
SMEDI-Syndrom
Das Krankheitsbild der Parvovirose wird
allgemein als SMEDI-Syndrom bezeichnet:
• Stillbirth (Totgeburt) bei Infektionen
kurz vor dem Geburtstermin,
• Mumification (Mumifizierung) bei
Infektion zu verschiedenen Trächtigkeitszeitpunkten,
• Embryonic Death (Embryonaltod) bei
Infektionen vor dem 35. Tag und
• Infertility (Unfruchtbarkeit) nach
Erstinfektionen in einer Herde.
bis zwei Wochen später wieder Viren
aus über Kot, Speichel und Nasensekret.
Nach zirka zehn bis 14 Tagen erreicht
die Infektion auch die Föten in der Gebärmutter. Die Plazenta ist nicht betroffen, daher kommt es selten zu Aborten.
Die rasche Zellteilung in den Embryonen bietet dem Virus optimale Vermehrungsbedingungen. Es wandert von Fötus zu Fötus, so dass es zur berühmten
«Mumien-Leiter» kommt. Das heisst, einige Embryonen sterben ab, einige werden mumifiziert, manche tot geboren
und einige sind lebensschwach bei der
Geburt. Dies geschieht nur, wenn die Infektion vor dem 70. Trächtigkeitstag
stattfindet. Bei einer späteren Infektion
werden aktiv Antikörper gebildet und
die Föten entwickeln sich normal.
Gefährdete Sauen rechtzeitig
einleiten Als früheste Symptome einer Herdeninfektion tritt gehäuftes Umrauschen auf. Die Sauen erscheinen äusserlich gesund, zeigen kein Fieber und
die Fresslust ist ungestört. Meistens
wird die Infektion erst bemerkt, wenn
es vermehrt zu Würfen mit nur zwei bis
3 2013 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
vier lebend geborenen Ferkeln oder typischen Mumien kommt. Der Infektionszeitpunkt liegt dann bereits etwa
zwei bis drei Monate zurück. Ist der gesamte Wurf mumifiziert oder tot, wird
die Geburt nicht ausgelöst und es
kommt zum Übertragen bis zu einer
Woche. Deshalb wird bei einem akuten
Ausbruch empfohlen, die nächsten Sauen rechtzeitig einzuleiten, um schleppende Geburten zu vermeiden. Dies erhöht die Überlebenschancen der lebend
geborenen Ferkel. Ansonsten kann nicht
viel getan werden. Glücklicherweise
hinterlässt die Infektion keine Schäden
am Geschlechtsapparat. Die Sauen bleiben zuchttauglich. Eine überstandene
Infektion führt zu einer guten Immunität, die mindestens ein Jahr anhält.
nem Ausbruch in der gesamten Herde.
Dies zeigt sich zum Beispiel bei einer
Dissertation am Virologischen Institut
des Tierspitals Zürich von 1984: In 48 %
der Fälle mit Aborten wurden Parvoviren nachgewiesen. Bereits 1992 war die
Verbreitung deutlich kleiner. Eine Dissertation zu den Ursachen von Aborten
und Totgeburten ergab nur noch in
knapp 30 % der Fälle die Diagnose Parvovirose. Werden alle untersuchten Abortfälle des Instituts für Veterinärpathologie Zürich von 1988 bis 1999
betrachtet, so wurden in 15 % der Fälle
Parvoviren nachgewiesen. Eine neuere
Dissertation der Schweineklinik Zürich
zum Thema Abortursachen fand 2010
nur noch 3 % Fälle mit Parvovirose.
Nur 3 % der Abortfälle Früher
Impfschema je nach Betriebsgrösse Dieser Rückgang ist auf den
war das Krankheitsbild gut bekannt und
weit verbreitet. Es betraf vor allem Jungsauen, die neu in eine Herde eingegliedert wurden und noch keine ausreichende Immunität besassen. Oder es
kam nach dem Zukauf einer infizierten
Jungsau oder eines Ebers plötzlich zu ei-
fast flächendeckenden Einsatz der Impfung gegen Parvovirose zurückzuführen
(Fragebogen von 2010: über 93 % der
Betriebe impfen gegen PPV). Dabei
handelt es sich um einen Totimpfstoff,
der ein geringes Impfrisiko darstellt. Die
Sauen werden bereits vor der Erstbele-
gung grundimmunisiert durch zweimaliges Impfen im Abstand von jeweils vier
Wochen. Danach wird immer gegen Ende der Säugezeit nachgeimpft, damit
der Impfschutz bei der nächsten Belegung wieder ganz frisch ist. Im Prinzip
hält die Impfung gegen Parvoviren für
ein ganzes Jahr. Die Impfung wird aber
häufig als Kombinationsvakzine zusammen mit Rotlauf eingesetzt, gegen die
der Impfschutz nur sechs Monate anhält. Für kleinere Betriebe können aufgrund der kurzen Haltbarkeit des Impfstoffs auch andere Impfschemas
angewandt werden, zum Beispiel das
zweimalige Impfen der gesamten Herde
im Jahr, wobei frisch tragende Sauen
ausgelassen werden. So ist sichergestellt, dass jede Sau mindestens einmal
jährlich geimpft wurde.
Praxisfall Es ist aber nicht so, dass
die Parvoviren wegen der Impfung aus
der Schweizer Schweinepopulation verschwunden sind. Dies musste ein kleinerer Zuchtbetrieb im Berggebiet
schmerzlich erfahren. Die Herde besteht
aus zehn Zuchtsauen, die im Nebenerwerb betreut werden. Die Tiere sind gut
gepflegt, sauber gehalten und eigentlich
problemlos. Seit einigen Jahren wird in
Rücksprache mit dem Bestandestierarzt
auf die Impfung gegen Parvovirose verzichtet. Es war immer kompliziert, den
passenden Impfmoment zu finden, ohne zu viel Impfstoff wegwerfen zu müssen, da die Haltbarkeit und Wirksamkeit
von Impfstoffen sehr begrenzt ist, nachdem die Flasche einmal angebrochen
wurde. So kam es, dass im letzten Frühjahr plötzlich Parvovirose mit den klassischen Symptomen ausbrach. In zwei
Würfen gab es viele Mumien und Totgeborene, einige lebensschwache Ferkel
und eine Remonte wollte gar nicht ferkeln. Als es dann endlich zur Geburt
kam, war diese so problematisch, dass
die Jungsau noch während der Geburt
getötet werden musste. Der Wurf bestand nur aus Mumien.
Fazit Im beschriebenen Fall betraf
der Verlust «nur» zwei Würfe und eine
Jungsau. Doch auf die Betriebsgrösse
betrachtet ist es ein enormer Schaden.
Es hätte noch viel Impfstoff entsorgt
werden können, bevor sich der Verzicht
gerechnet hätte.
Ⅵ
UFA-REVUE · 3 2013
Bei einer ParvoviroseInfektion nach dem
70. Trächtigkeitstag
entwickeln sich die
Ferkel normal.
Sauen werden bereits
vor der Erstbelegung
gegen Parvovirose
geimpft und danach
immer gegen Ende
Säugezeit.
Autorin Dr. med. vet.
Jenny Markov,
Schweinegesundheitsdienst (SGD), Büro
Zürich-Ostschweiz,
8057 Zürich,
www.suisag.ch
Für Fragen zu den
verfügbaren Impfstoffen
und dem Impfschema
wenden Sie sich am
besten an den Tierarzt
oder den zuständigen
SGD-Berater. Und
sollten trotz Impfung
vermehrt Fruchtbarkeitsstörungen oder
Aborte auftreten, ist
ebenfalls der Tierarzt zu
konsultieren.
www.ufarevue.ch
3 · 13
69
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Fortsetzung
Seite 74
3 2013 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
Mehrpreis für Alpschweine
ZUR VERWERTUNG VON SCHOTTE werden seit jeher auch Schweine
auf den Alpen gehalten. Seit einiger Zeit kann über das Label «Alpschwein®» ein
Mehrpreis generiert werden. Dabei gilt es, die Bedingungen hinsichtlich Tierbesatz,
Haltung und Fütterung einzuhalten.
Auch im Jahr 2013 läuft das Programm der Alpschweine, das sich
zunehmender Beliebtheit bei den
Konsumenten erfreut. Es ist wichtig, sich jetzt schon Gedanken über die
Produktion zu machen. Im Label gibt es
zwei Produktionsarten, bei denen sich
die Haltungsbedingungen leicht unterscheiden (siehe Tabelle).
Paul
Steiner
50 kg beim Einstallen Damit die
Schweine bereits zu Mastbeginn genug
Schotte aufnehmen, um das raue Alpklima gut zu ertragen und in den rund 80
bis 90 Tagen das Schlachtgewicht zu erreichen, sollten sie bei der Einstallung
rund 50 kg wiegen. Beim «Pro Montagna Alpschwein» ist es Vorschrift, dass
die Jager bereits im Berggebiet geboren
und auch dort aufgezogen worden sind.
Aus ökologischen Gründen darf bei den
Programmen «Alp Schwein» und «Pro
Montagna Alpschwein» maximal ein
Schwein pro Kuh gehalten werden. Für
die Produktion kommen Alpen in der
Alpschweine lassen sich bestens vermarkten.
ganzen Schweiz und im Fürstentum
Lichtenstein in Frage. Es muss gekäst
werden und somit Molke (Schotte)
anfallen, die vor Ort sinnvoll veredelt
werden kann. Ebenso wichtig: Die Zufahrt auf die Alp muss sichergestellt
sein.
Attraktive Preise Bei der Preisgestaltung liegt eine Mindestpreisgarantie
Bild: LSAG
auf Basis der offenen Kalkulation mit
dem Jagerpreis der Woche 16 im aktuellen Jahr vor. Der Mindestpreis wird zu
diesem Zeitpunkt festgelegt. Der Produzent profitiert dadurch von attraktiven
Preisen.
Die Schweine werden ab zirka 20.
August bis zum Ende der Alpsaison (vor
Bettag) abgeholt und gelangen so zu
den Abnehmern.
Ⅵ
Tabelle: Produktionsarten
®
Jager
Grundanforderungen
(BTS+Raus)
Spezielle Haltungsanforderungen
Fütterung
Platzanforderungen
Auslauf auf Naturboden
Flächenrostanteil
Kontrolle
Zuschlag pro
kg Schlachtgewicht
UFA-REVUE · 3 2013
®
Alp Schwein
QM-Jager aus dem Tal
Produktionsrichtlinien
Alp Schwein® klassisch
Pro Kuh maximal ein Alpschwein
Pro Montagna Alpschweine
QM-Jager aus dem Berggebiet
Produktionsrichtlinien
Alpschwein® Pro Montagna
Pro Kuh maximal ein Alpschwein
Schotte (Molke) mit Labelergänzungsfutter
Bei Fütterung im Auslauf mindestens
0.6 m2 Liegefläche, bei Fütterung in der
Bucht mindestens 1.0 m2
Zusätzlich zur Raus-Verordnung pro
Alp-Schwein dauernd mindestens 40 m2
Naturbodenauslauf
Maximal 30 %
Unabhängige Kontrolle durch kantonalen
landwirtschaftlichen Kontrolldienst
Schotte (Molke) mit Labelergänzungsfutter
Bei Fütterung im Auslauf mindestens
0.6 m2 Liegefläche, bei Fütterung in der
Bucht mindestens 1.0 m2
Zusätzlich zur Raus-Verordnung pro
Alp-Schwein dauernd mindestens 40 m2
Naturbodenauslauf
Maximal 30 %
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Autor Paul Steiner,
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der Geschäftsleitung,
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3 · 13
71
BIO-SEITE
Wertschöpfung steigern mit
Bio-Legehennen
DIE EIERPRODUKTION ermöglicht es dem Bio-Betrieb, für einen wachsenden
Markt mit sicherem Absatz zu produzieren. Was dabei alles zu bedenken ist, erklären
Andreas Braun und Markus Schütz im Interview.
Der Schweizer Bio-Eiermarkt
wächst. Heute liegt die Jahresproduktion bei über 100 Mio. Eiern,
was rund 14 % der Schweizer Produktion ausmacht. Aktuell werden wieder Bio-Eier gesucht. Die UFA-Revue
hat zwei Bio-Produzenten zu den Erfahrungen mit Legehennen befragt.
UFA-Revue: Was mögen Sie an den Legehennen?
Markus Schütz (MS): Die Bio-Haltung ist tierfreundlich. Ein glückliches
Tier macht auch den Bauer glücklich.
Andreas Braun (AB): Konsumentinnen und Konsumenten sind bereit, für
Bio-Eier einen fairen Preis zu bezahlen.
Dass die tierfreundliche Haltung geschätzt wird, motiviert mich. Auch ist es
schön, für einen wachsenden Markt
produzieren zu können.
Warum sind Sie in die Eierproduktion eingestiegen?
MS: Auf unserem Hof wurden schon
immer Hühner gehalten. Meine Eltern
haben diesen Betriebszweig ausgebaut
und die Eier von 800 Hühnern alle direkt vermarktet. Für mich stellte sich die
«Man muss Freude
haben an den Tieren»,
nennt Andreas Braun
eine wichtige Voraussetzung für einen
Einstieg in die
Legehennenhaltung.
72
Betriebsspiegel
Generationengemeinschaft August und
Andreas Braun, 8505 Pfyn
Nutzfläche: 15 ha
Tiere: 2000 Legehennen, 20 Milchkühe
(noch bis Frühjahr 2013)
Pflanzenbau: Mais, Weizen, Kartoffeln
und Wiese
Arbeitskräfte: Familien von August und
Andreas Braun, Aushilfen bei Arbeitsspitzen
Markus Schütz, 4802 Strengelbach
Nutzfläche: 16.5
Tiere: 3000 Legehennen, 10 – 15 BioWeidebeef
MS: Zwei Drittel des Mistes verwenden
wir selber. Für den Rest war es bei mir
im Kanton Aargau kein Problem, Abnehmer zu finden. Hühnermist lässt sich
bestens transportieren.
Welchen Arbeitsaufwand bringen Bio-Legehennen mit sich?
MS: Die publizierten Kalkulationen
stimmen. Allerdings gibt es grosse Unterschiede von Herde zu Herde.
AB: 2000 Hennen geben pro Jahr rund
1450 Stunden Arbeit. Sie beschäftigen
etwa eine halbe Arbeitskraft.
Frage, ob ich diesen Zweig ausbauen
oder aufgeben sollte. Bald merkte ich,
dass man auch für den Handel gewinnbringend Eier produzieren kann. Aufgrund der Vorkalkulation habe ich mich
schliesslich für eine Aufstockung der
Produktion entschieden. Die Hühnerhaltung ist für meinen Betrieb ideal, da
ich vor allem von den familieneigenen
Arbeitskräften viel Unterstützung habe.
AB: Auch bei uns waren 500 Hühner
schon immer ein Standbein neben der
Milchproduktion. Bio-Legehennen bieten eine willkommene Gelegenheit, die
Wertschöpfung auf dem relativ kleinen
Betrieb zu steigern.
Beschreiben Sie einen Normaltag.
AB: Es beginnt um 6.30 Uhr mit der
Überprüfung der Futter- und Wasseraufnahme via Computer. Man geht durch
den Stall, kontrolliert die Hühner, Futter- und Tränkeeinrichtungen und hebt
Bodeneier auf. Danach werden die Eier
im Nest gesammelt und gereinigt. Dies
ist die Hauptarbeit, auch nach dem
Morgenessen. Zwischendurch erfolgen
weitere Kontrollgänge, anfangs Umtrieb
bis sechs Mal, am Schluss noch zirka drei
Mal pro Tag. Um den Mittag werden die
Hühner auf die Weide gelassen. Im Winter oder bei Schlechtwetter wird mindestens der Zugang zum ungedeckten
Laufhof geöffnet. Ab 16.00 Uhr streuen
wir Körner, nehmen die restlichen Eier
aus und um 17.00 Uhr führen wir die
Tiere zurück in den Stall. Vor dem Eindunkeln helfen wir Hühnern auf die
Stange, die noch auf dem Boden sind.
Einmal pro Woche wird gemistet.
Was mussten Sie punkto Nährstoffbilanz
vorkehren?
AB: Wir geben die Hälfte des Hühnermistes an benachbarte Bio-Betriebe ab.
Wie meistern Sie die intensive Phase rund
ums Ein- und Ausstallen?
MS: Fürs Ausstallen benötigen wir sieben Personen während 1.5 Stunden. Für
Pflanzenbau: Frisch- und Verarbeitungsgemüse, Getreide, Natur-, Kunstwiesen
Arbeitskräfte: Betriebsleiter-Ehepaar,
Eltern von Markus, 1 Angestellter
(ca. 20 %), Teilzeitangestellte und
4 Saisonniers
3 2013 · UFA-REVUE
BIO-SEITE
Über 500 000 Eier pro Tag
die Reinigung und Reparaturen sind
zwei Personen während sieben Tagen
beschäftigt. Es ist wichtig, die Leerzeit
im Stall kurz zu halten. Hier liegt Geld
drin. Daher lohnt es sich, mit Angestellten oder Lohnunternehmen zu arbeiten.
Was geschieht mit den Althühnern?
MS: Ich lasse die Tiere privat von einem
Metzger schlachten und vermarkte das
Fleisch direkt. So verkaufe ich jährlich
2000 Suppenhühner oder Hühnerbrüste
und -schenkel. Mich motivieren dabei
der Bio-Gedanke und die Tatsache, dass
ich weiss, wohin die Tiere gehen.
Können Sie etwas zur Wertschöpfung aus
der Bio-Legehennenhaltung sagen?
MS: Auch hier stimmen die Kalkulationen von den Abnehmern und Agridea in
etwa. Wenn’s gut läuft, können die Deckungsbeiträge höher liegen, wenn’s
schlecht läuft tiefer. Positiv erscheint mir
die geringe Abhängigkeit von den Direktzahlungen.
Gibt es eigentlich eine Versicherung, die
Risiken wie Krankheitsausbrüche deckt?
MS: Ich habe eine Epidemieversicherung. Mit 3000 Hühnern ist das Risiko
sonst zu gross.
AB: Zu den versicherten Risiken gehören zum Beispiel Salmonellen und Viruskrankheiten wie Vogelgrippe, die man
medikamentös nicht therapieren kann.
MS: Wünschenswert wären robustere
Hennen. Wir arbeiten mit einem Hochleistungstier, das auf die Bio-Bedingungen nicht abgestimmt ist.
Mit welcher Abschreibungs- und Amortisationsdauer rechnen Sie beim Stall?
AB: Er wird innerhalb von 20, die Einrichtungen innerhalb von 10 Jahren abgeschrieben. Im Vergleich zu anderen
Betriebszweigen ist die Amortisationsdauer bei der Hypothek kurz, vorausgesetzt, es läuft alles wie geplant.
MS: Natürlich hängt dies auch von der
Entwicklung in den anderen Betriebszweigen ab.
Auf dem Bio-Betrieb
lassen sich mit
Geflügelhaltung
interessante
Deckungsbeiträge
erzielen. Neben
Bio-Eierproduzenten
sind auch BioGeflügelmäster
gesucht.
Kontakt: UFABeratungsdienst
(siehe Kasten).
-
Auskünfte zum Einstieg in die BioEierproduktion erteilt:
Daniel Meierhans, EiCO, Weyermannsstr. 18, 3008 Bern, ෟ 031 380 88 12,
E-Mail: daniel.meierhans@eico.ch
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der
EiCO?
AB: Mir ist die Regionalität sehr wichtig. Als einer der ersten Bio-Produzenten profitiere ich von einem Vertrauensverhältnis zur EiCO.
MS: Bei mir gaben die menschlichen
Kontakte den Ausschlag. Ich merkte,
dass ich es mit einem professionellen
Partner zu tun habe. Positiv finde ich,
dass die EiCO direkt an die Grossverteiler liefert, so dass bis zur Ladenfront wenige Schritte dazwischen stehen.
Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit ein Betrieb mit Bio-Legehennen glücklich wird?
AB: Man muss Freude haben an den
Tieren und die ganze Familie muss hinter der Bio-Produktion stehen. Nur wegen den Hühnern auf Bio umzustellen,
empfehle ich nicht. Weiter ist wichtig,
auf der Absatz-und Lieferantenseite
gute Partner zu haben. In besonderen
Situationen muss man sich Zeit
freischaufeln können, um die
Tiere intensiver zu betreuen.
Die EiCO ist eine der wichtigsten Eierhandelsfirmen der Schweiz. Als national
tätiges Unternehmen, hat EiCO Abnahmeverträge mit Produzenten aus allen
Regionen der Schweiz. Rund 15 % dieser
Landwirte produzieren biologisch. In
den Kompetenzzentren Bern und
Märstetten (TG) werden täglich über
500 000 Eier auf deren Qualität geprüft,
gewogen und in unterschiedliche
Verpackungen gepackt. EiCO beliefert
alle namhaften Detailhandelsunternehmen der Schweiz mit einem Vollsortiment, das vom regional ausgelobten
Rohei bis zum perfekt gekochten BioOsterei reicht. Als genossenschaftlich
organisiertes Unternehmen sieht sich
EiCO als Bindeglied zwischen dem
Eierproduzenten und dem Detailhandel.
Anforderungen Bio-Eierproduktion
• Freude an Tieren.
• Freie Arbeitskapazitäten (1450 h/Jahr).
• Reserven in der Nährstoffbilanz. 50 %
der anfallenden Nährstoffe müssen
auf dem Betrieb eingesetzt werden.
• Zertifizierte Bio-Betriebe
(keine Umstellungsbetriebe).
• Zukunftsbetriebe.
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•
«Auch für den Handel
kann man kostendeckend und gewinnbringend Eier
produzieren», zeigen
die Erfahrungen von
Markus Schütz.
Puidoux:
Zollikofen:
Sursee:
Wil:
ෟ 058 434 09 00
ෟ 058 434 10 00
ෟ 058 434 12 00
ෟ 058 434 13 00
MS: Bevor man einsteigt, sollte man sich
gut informieren, viele Ställe anschauen
und mit Praktikern diskutieren. Sonst
kommt das böse Erwachen, sobald Probleme auftreten. Die Arbeitskräfte für
die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der
Hühner und auch eine solide finanzielle
Basis müssen vorhanden sein.
Ⅵ
Interview Matthias Roggli,
UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.
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UFA-REVUE · 3 2013
3 · 13
73
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Raum Ostschweiz
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ende Mai
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Frühjahr oder Sommer
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zu verkaufen
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4-Rad mit Bremse,
Geschirr u. Landen
Fortsetzung
Seite 87
3 2013 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
LANDLEBEN
Naturholzmöbel – 3600 Pulsschläge weniger pro Nacht!
Am 15. und 16. März 2013 präsentiert Diga im Rahmen der traditionellen Frühjahrs-Hausmesse die
neue Naturholz-Collection. Im
Trend sind Kernbuche und Eiche. Eine Studie der medizinischen Universität Graz fand heraus, dass Holz eine
heilsame Wirkung entfalten kann,
wenn es massiv und unbehandelt
besessen, beschlafen und bewohnt
wird. In einem Experiment wurden
für Testpersonen in zwei Arbeitszimmern je ein Bett aufgestellt eines aus
reinem Naturholz und eines aus
künstlich imitiertem Holz. 3600
Pulsschläge weniger in der Nacht,
längere Tiefschlafphasen, bessere
subjektive Schlafqualität, ein stärkeres vegetatives Nervensystem sowie
bessere Konzentrationsfähigkeit wa-
ren das beeindruckende positive Fazit für Naturholz.
Wer Naturholz schätzt, ist bei Diga Möbel gut aufgehoben. Die neue
Diga-Naturholz-Collection 2013 beweist stilvoll, dass Naturholz mit
modernem Wohndesign optimal
vereinbar ist. Weil Diga nicht nur in
der Schweiz, sondern auch in kleinen Manufakturen im EU-Raum produziert, profitiert der Kunde vom
starken Franken. Als einziger Anbieter von Qualitätsmöbeln gibt diga
auch eine Tiefstpreisgarantie ab. Fin-
det der Kunde das gleiche Modell
anderswo günstiger, wird der Differenzbetrag zurückerstattet. Alle mit
dem «Subito-Signet» ausgezeichneten Modelle (über 30 % des Sortiments) werden innert 5 Tagen geliefert und montiert. Aktuell findet
man das ganze Programm wohnfertig präsentiert in allen 10 Wohnaustellungen in Crissier (VD), Dietikon
(ZH), Dübendorf (ZH), Emmen (LU),
Galgenen (SZ), Granges-Paccot (FR),
Hägendorf (AG), Lyssach (BE), Pratteln (BL) und Rickenbach (SG).
Diga gewährt allen LANDI-Mitgliedern während der Hausmesse am
15. und 16. März einmalig 20 + 5 %
Barzahlungsrabatt, gratis geliefert
und montiert.
Diga Möbel, www.diga.ch.
Karins Tipp
Potenziale und Perspektiven
Gesunder Brotaufstrich
Vogelmiere-Sprossspitzen fein
schneiden, mit etwas geriebenem Meerrettich vermengen,
ein paar Tropfen Zitronensaft dazugeben. Soviel Öl dazugeben,
bis eine streichfähige Paste entsteht.
Die Vogelmiere ist nicht nur
für uns eine Delikatesse, sie ist
eine wichtige Vogelfutterpflanze. Bäuerinnen beobachten
eine vermehrte Eierproduktion,
wenn die Vogelmiere für ihre
Schützlinge zugänglich ist.
Interessant ist die Vogelmiere
auch für die Kinder. Wenn sie die
unteren Stängelteile vorsichtig
auseinander ziehen, entdecken
sie den elastisch-sehnigen Teil,
den so genannten Hühnerdarm.
Karin Näf
www.kraeuterkurse.ch
UFA-REVUE · 3 2013
Anfangs Februar 2013 fand in Wien
eine Tagung mit rund 180 Teilnehmenden aus Österreich, Deutschland, Südtirol, der Schweiz und Japan statt. In Vorträgen, Praxisforen
und Podiumsdiskussionen wurden
die Potenziale von Frauen in ländlichen Regionen ausgetauscht, beispielsweise in der von Mathilde
Schmitt (Österreichische Akademie
Sebastian Pichelhofer, © Frauen am Land 2013
der Wissenschaften) geleiteten Podiumsdiskussion mit Hermine Hascher (Agridea), Andrea Schwarzmann
(Österreich),
Hiltraud
Erschbamer (Südtirol), Christine
Bühler (Schweiz) und Judith MoserHofstadler (ÖBV-Via Campesina
Austria). Mehr Infos zur Tagung:
www.wiso.boku.ac.at.
Voraussichtlich findet 2015 in
Deutschland eine weitere Frauentagung statt.
Esther Thalmann
Tagungsband Landfrauen
Aus der Tagung «Frauen in der Landwirtschaft», die 2011 in Bern statt-
fand, liegt nun ein
Sammelband vor und
gibt Einblick in die
vielfältigen Themenkreise, die gegenwärtig Frauen in der Landwirtschaft beschäftigen. ISBN 978-3905561-95-1, 23 Fr.
www.efefverlag.ch.
Prämienbefreite Rekruten
Leistet jemand mehr als 60 Tage Militärdienst, untersteht er der Militärversicherung, die Krankheit und Unfall deckt. Die Versicherungspflicht
kann sistiert werden. Die Sistierung
betrifft die Grundversicherung, die
Zusatzversicherung bleibt prämienpflichtig. Die Versicherten müssen
ihre Krankenkasse mindestens acht
Wochen vor Beginn der Rekrutenschule informieren. Die Agrisano jedoch nimmt auch verspätete Meldungen entgegen. Dazu sind eine
Kopie des Marschbefehls und die
Bestätigung des Dienstantritts einzureichen.
ww.agrisano.ch
Sistierung
während der
RS für die
Krankenkassengrundversicherung.
Verlosung
Bistroschürze
im Edelweisslook
Bistroschürzen im Edelweisslook
sind beliebt. Neu hat der Landwirtschaftliche Informationsdienst auch
kurze Bistroschürzen im Edelweisslook im Angebot, die sich sowohl an
der Frau wie auch am Mann gut machen. Die Schürze ist dunkelblau,
mit einem vertikal eingenähten
Streifen Original-Edelweissstoff. Auf
der Bordüre des Bändels ist die
Schürze mit dem Slogan «Gut, gibt's
die Schweizer Bauern» auf deutsch
und französisch dekoriert. Die
Schürzen sind gut waschbar bei
60 °C und bügelfrei.
Die UFA-Revue verlost fünf kurze
Edelweissbistroschürzen im Wert
von je 26 Fr. Schreiben Sie eine SMS
an 880 (90 Rp.) mit KFL Edelweiss
Name Adresse. Einsendeschluss ist
der 15. März 2013.
Gewinner UFA-Revue 2/2013
Katharina Bartholmé-Moser aus
Mettmenstetten, Martial Fleury aus
Berolle, Cédric Gillioz aus BasseNendaz, Brigitte Mori aus Rüdtligen und Thomas Zeberli aus Zug
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Tagesaktuelle Neuigkeiten
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75
LANDLEBEN
Die Landwirtschaft im Film
FILMARCHIVIERUNG Das filmische Schaffen in der Landwirtschaft
begann im frühen 20. Jahrhundert. Spannend ist die Vielfalt an Themen, die
sich in den Filmproduktionen finden. Diese bäuerliche Filmkultur darf nicht
in Vergessenheit geraten. Es lohnt sich, die Filmbestände im Archiv für Agrargeschichte nach Trouvaillen zu durchstöbern.
Thomas
Schibli
In den Beständen des Archivs für
Agrargeschichte (AfA) befindet sich
eine Vielzahl dokumentarischer Filme über die Landwirtschaft. Zur Erhaltung dieses Filmmaterials muss das
Agrararchiv grosse Anstrengungen unternehmen. Alle Filme werden an Spezialgeräten visioniert und neu verpackt.
Visionieren heisst, dass jeder Film vollständig angeschaut wird. Informationen
über sein Format, seine Länge, über die
an der Produktion beteiligten Personen
sowie eine Zusammenfassung davon,
was im Film zu sehen ist, werden tabellarisch festgehalten.
Wer sich für das archivierte Filmmaterial interessiert, kann via eines OnlinePortals auf www.agrararchiv.ch digitalisierte Ausschnitte von alten Filmen
anschauen. Das Originalmaterial wird
im Lichtspiel, einem spezialisierten
Filmarchiv, in Bern gelagert.
Inhaltlich finden sich drei Themenbereiche häufig in dem vom AfA gesammelten Filmmaterial. Es sind dies:
1. Die Interaktion von Wissenschaft,
Verwaltung und agrarischer Praxis.
2. Die Darstellung bäuerlicher Arbeit.
3. Die Visualisierung des Verborgenen.
Wissenschaft, Verwaltung und
agrarische Praxis Zum Bereich
«Wissenschaft, Verwaltung und agrarische Praxis» gehören beispielsweise viele Viehzuchtfilme. Viehzuchtverbände
waren neben Organisationen aus der
Milchwirtschaft Pioniere in der Produktion landwirtschaftlicher Filme. Sie
nutzten den Film schon ab den frühen
1920er-Jahren primär als Propagandamittel. Die Koordination der Filmproduktionen zur schweizerischen
Viehzucht übernahm damals die Kom76
mission schweizerischer Viehzuchtverbände (KSV, heute ASR). Nach einem
ersten, bisher unbekannten «Schweizerischen Tierzuchtfilm» von 1923/24 erschienen in den Jahren 1939 auf die
Landesausstellung in Zürich und 1947
auf die schweizerische Tierausstellung
im Rahmen der zürcherischen Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung hin
zwei weitere Viehzuchtfilme. Diese waren alle schwarz-weiss und befassten
sich mit verschiedenen Rinderrassen.
Mitte der 1950er-Jahre strebte man die
Produktion eines neuen Viehzuchtfilmes in Farbe an, der auch filmtechnisch
auf der Höhe der Zeit sein sollte. Dazu
erstellte nun jeder der vier schweizerischen Viehzuchtverbände einen Film
über die eigene Rasse. Die Fertigstellung dieser Filme erfolgte auf die Landesausstellung von 1964 in Lausanne.
Die vom Fleckviehzuchtverband in
Auftrag gegebene Produktion trug den
Titel «Glück im Stall». Der Film zeigt die
Interaktionen zwischen dem einzelnen
Viehzüchter und dem wissenschaftlichen Apparat des Viehzuchtwesens. In
einer interessanten Sequenz geht der
Züchter im Kopf die Überlegungen
durch, die er sich bei der Besamung der
Kuh Alpina macht. In einer anderen Szene wird anhand der Milchkontrolle die
moderne Auswertung von Daten gezeigt – also die Grundlagen des Herdebuchwesens. Die Szene, in welcher sich
der Bauer und die Bäuerin über die
Zucht besprechen, wird überlagert von
der Intervention des staatlich-verbandlichen Beraters, dem es um die Durchsetzung einer flächendeckenden Milchkontrolle zur Steigerung des Fettgehalts
und Standardisierung der Milchqualität
geht.
Bäuerliche Arbeit Die archivierten
Filme, die zum Themenbereich «bäuerliche Arbeit» gehören, zeigen den Umgang mit dem «Lebendigen», also mit
der Natur. Diese Dokumente illustrieren
zudem die vielfältigen Beziehungen von
Eltern und Kindern, Männern und Frauen sowie von Meistersleuten und
Dienstboten in der Landwirtschaft.
In der Hierarchie der Dienstboten
standen die Melker ganz zuoberst. Weil
sie den Viehbestand betreuten, hatten
sie Mitsprache in Zuchtfragen und waren auch verantwortlich für die Milchqualität. Zum Zielpublikum eines
1956/57 produzierten Lehrfilms über
die Reinigung des Milchgeschirrs
(Milchgeschirr unter der Lupe) gehörten
deshalb die Melker, aber auch die Bäuerinnen und Mägde. Denn für die Reinigung und Pflege des Milchgeschirrs waren im ganzen 20. Jahrhundert meist
Frauen verantwortlich. Dass ein Film,
der die Förderung der Milchqualität
durch eine korrekte Reinigung des
Milchgeschirrs zum Ziel hatte, von der
Propagandazentrale der Schweizerischen Milchwirtschaft in Auftrag gegeben und mitkonzipiert wurde, illustriert,
dass Werbung im Agrarsektor schon immer sowohl die Konsumenten- als auch
die Produzentenseite mit einschloss.
Bäuerinnen im Film Eine der
wichtigsten Verfechterinnen der Idee,
im Rahmen der Ausstellung über Frauenarbeit (SAFFA) 1928 in Bern einen
Film über die Bäuerinnenarbeit zu drehen, war die waadtländer Bäuerin Augusta Gillabert-Randin. Sie bewirtschaftete zusammen mit ihrem Ehemann von
1893 – 1914 das Gut «La Faye» in der
Nähe von Moudon. Nach dem Tod ihres
3 2013 · UFA-REVUE
LANDLEBEN
Mannes führte sie den Betrieb selber
weiter und gründete 1918 mit der Association des productrices de Moudon
(APM) die erste Bäuerinnenorganisation
der Schweiz.
Wahrscheinlich waren es gerade die
Möglichkeiten einer bildgetreuen Darstellung, die den Bäuerinnen den Film
als geeignetes Medium für die Präsentation ihrer Arbeit erscheinen liess.
Denn während es in anderen Bereichen
bereits klare Vorstellungen über die eigenständigen Arbeitsbereiche der
Frauen gab, waren die Tätigkeiten der Bäuerinnen noch
sehr eng an jene der Bauern gebunden. Ausserdem erhofften sich
die Initiantinnen von einem Film über
die waadtländer Bäuerinnen auch einen
Gegenpol zur Industrie- und Gewerbelastigkeit der SAFFA.
Die Produktion des Filmes übernahm
Arthur Adrien Porchet. Mit ihm handelten Augusta Gillabert-Randin und ihre
Kolleginnen aus, dass er einen Streifen
von 1000 Metern Länge mit dem Titel
«La paysanne au travail» produzieren
sollte, der die Arbeit von Bäuerinnen
aus dem ganzen Kanton innerhalb eines
Jahresablaufs darstellte. Nicht nur an
der SAFFA, sondern auch bei den anschliessenden Vorführungen in den
Waadtländer Dörfern kam der Film
beim Publikum gut an.
Reichtum der Erde Ein
anderer
Film aus der Romandie, «Richesse de la
terre», wurde 1939 im Auftrag der Zentrale für Handelsförderung unter der Regie von Fred Surville gedreht.
Neben der Thematisierung des Zusammenspiels von Mensch und Tier im
UFA-REVUE · 3 2013
bäuerlichen Alltag wird im Film aus der
heutigen Perspektive vor allem ersichtlich, wie sich die Wahrnehmung der
Landschaft mit den sich verändernden
Arbeitsprozessen in der Landwirtschaft
wandelte.
Visualisierung des Verborgenen
So wie Filme bereits sehr früh zur Darstellung bäuerlicher Arbeitsprozesse
und Arbeitsfelder eingesetzt wurden,
spielte dieses Medium in der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Landwirtschaft auch eine wichtige Funktion
bei der Visualisierung von Erscheinungen und Prozessen, die im Alltag zwar
wirksam, aber oft von blossem Auge gar
nicht sichtbar waren: So beispielsweise
Bakterien, Viren und Käfer. Diese dem
menschlichen Auge verborgenen Einwirkungen auf den bäuerlichen Alltag
bekamen dank den in Filmen gezeigten
Animationen und mikroskopischen Vergrösserungen buchstäblich ein Gesicht.
Zur Eindämmung, Bekämpfung oder
Nutzung dieser «verborgenen Realitä-
ten» spielten Filme lange Zeit eine wichtige Rolle.
Bedrohtes Filmerbe Das Archiv
für Agrargeschichte stösst meist unerwartet auf Filmarchivalien. Und oftmals
wissen selbst die Besitzer nicht um die
Schätze, die in ihren Kellern lagern. Damit die Filme aber auch den kommenden Generationen zur Verfugung stehen, müssen sie in einem aufwändigen
Prozess gesichtet, beschrieben und korrekt gelagert werden. Ohne die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen
und der Bereitschaft diese Arbeit zu finanzieren, drohen die wertvollen und
sinnlich erfahrbaren Quellen in Vergessenheit zu geraten oder gar zerstört zu
werden. Der Film prägte als zentrales
Medium des 20. Jahrhunderts ganze
Generationen. Entsprechend vielfältig
sind die Themen, die sich in den Produktionen finden. Je nach Lesart und
Fragestellung erhält man deshalb aus
den Filmen auch unterschiedliche Informationen über die Vergangenheit. Ⅵ
Standbilder aus dem
Film «Glück im Stall»,
1964, Regie August
Kern. Bilder oben links
Nach der Visionierung
neu verpackter Film im
16 mm Format. Bild oben
Ausschnitte von
Landwirtschaftsfilmen
sind auf der Homepage
www.agrararchiv.ch zu
finden.
Autor Der Historiker
Thomas Schibli ist
wissenschaftlicher
Mitarbeiter beim Archiv
für Agrargeschichte,
3007 Bern,
www.agrararchiv.ch
www.ufarevue.ch
3 · 13
77
LANDLEBEN
Hinter den Kulissen einer
Landwirtschaftsausstellung
AGRISCHA 2013 Am 6. und 7. April 2013 findet die vierte «agrischa – Erlebnis
Landwirtschaft» in Chur statt. Eine Ausstellung in dieser Grösse erfordert auch eine zeitund arbeitsintensive Vorbereitung innerhalb des bäuerlichen Organisationsteams.
Barbara
Buchli-Dönz
Landwirtschaftsausstellungen
schlagen eine Brücke zwischen dem
bäuerlichen Leben und der nichtbäuerlichen Bevölkerung, sie sind
erlebnisreich und bleiben bei Jung und
Alt positiv in Erinnerung. So auch die
bündnerische Erlebnisausstellung Agrischa, wo rund 12 000 Besucherinnen
und Besucher hautnah eine moderne,
natürliche, aber auch zukunftsgerichtete
Bündner Landwirtschaft erleben.
vertretern der diesjährigen Gastregion
Bündner Herrschaft/Fünf Dörfer, Plessur
und Imboden aufgeteilt. Der Aufwand
in den Hauptbereichen Tiere, Festwirtschaft, Infrastruktur, Sponsoring und
Kommunikation ist gross. Die Vorbereitungen sind seit letztem Sommer im
Gange. Eine grosse Herausforderung ist
es jeweils, diesen Grossanlass zu finanzieren – ohne Sponsoren und Gönner
ein Ding der Unmöglichkeit.
Noch gut einen Monat bis ans
Ziel Die Organisation der gesamten
Der Schlüssel zum Erfolg Um
Landwirtschaftsausstellung ist auf ein
18-köpfiges Team aus Bauernvereins-
An beiden Tagen erwartet
die Besucher eine Vielzahl an Tierpräsentationen. Foto: agrischa
Programm
Samstag, 6. April 2013
• Milchviehausstellung und –rangierung
• Schulklassen präsentieren ihre Bastelkuh
• Abendprogramm mit Kapelle Oberalp und Partyband Alpenstarkstrom
Sonntag, 7. April 2013
• Tag des Pferdes
• Jungzüchter Lieblingstierwettbewerb
• Schafausstellung mit Interregionencup
Zusätzlich erwarten Sie an beiden Tagen
• Attraktionenring mit Rassenpräsentationen
• Familienolympiade
• Streichelzoo, Strohburg und Trettraktorenparcours
• Landmaschinenausstellung
• Handwerks- und Produktemarkt
• Kartoffel-Showkochen in der Bündner Landfrauenküche
• Festwirtschaft mit allen Sinnen geniessen
• Diverse Musikformationen auf dem Festgelände
www.agrischa.ch
78
den zweitägigen Grossanlass auf die Beine zu stellen und die Bündner Landwirtschaft im «Schaufenster» zu präsentieren, braucht es die Mithilfe von rund
650 freiwilligen Helfern. Rund 450
Bäuerinnen und Bauern aus den Gastgebervereinen werden an beiden Ausstellungstagen zur Mithilfe aufgeboten. Sie
absolvieren ihren Einsatztag als Botschafter ihres Berufszweiges. Zusätzlich
wirken Vereinigungen wie die Bündner
Landfrauen, Bündner Jungzüchter und
regionale Vereine aktiv mit.
Der richtige Mann am richtigen
Platz Der Kanton Graubünden ist seit
vielen Jahren als Zuchtkanton, speziell
bei der braunen Rindviehrasse, national
und international bekannt. Bündner
Bauern, welche viel Motivation und
Freude an der Zucht haben, stehen bei
der traditionellen Milchviehrangierung
am Agrischa-Samstag im Mittelpunkt. Es
ist kein Zufall, dass das Organisationskomitee die Federführung an den Meisterlandwirt Andi Walser aus Haldenstein
übertragen hat. Der 40-jährige Familienvater ist nicht nur als Präsident von Bruna Grischuna oder als Verbandsexperte
von BraunviehCH bekannt, sondern
auch als erfolgreicher Brown Suisse
Züchter. Während seiner Hofabwesenheit halten seine Frau Myrta, die drei
Kinder, Eltern und Schwiegereltern sowie der Lernende Martin Egli aus St. Antönien zu Hause die Stellung. Der stattliche Milchwirtschaftsbetrieb umfasst 70
Braunviehtiere und 9 Pensionspferde.
Gelebte Tradition verbindet Im
Ressort Milchvieh verteilen sich die Aufgaben auf fünf engagierte Bauern. Budget, Infrastrukturplan, Schauablauf und
Reglemente mussten erarbeitet und
auch dem Amt für Tiergesundheit eingereicht werden. Die Wahl des richtigen
Tagesspeakers, kompetente Schauexperten und attraktive Ehrendamen sind
für eine spannende Austragung bis zur
Misswahl entscheidend.
Vom Chef zum Teilnehmer Jeder
Züchter kann selber entscheiden, mit
welchen Tieren er für seinen Betrieb
werben will. Er muss die Tiere optimal
für die Ausstellung vorbereiten. Hierzu
gehört nicht nur das Laufen am Halfter,
sondern wichtig ist auch, dass die sensiblen Hochleistungstiere gesund und
topfit sind und sich am Ausstellungstag
von ihrer schönsten Seite präsentieren.
Als Gründungsmitglied der Bündner
Jungzüchter ist Andi Walser stolz, dass
auch der Züchternachwuchs im 20. Jubiläumsjahr mitwirkt.
Ⅵ
Autorin Barbara Buchli-Dönz
leitet die Geschäftsstelle des Bündner
Bauernverbands in Cazis (GR).
www.ufarevue.ch
3 · 13
3 2013 · UFA-REVUE
REZEPT
LANDLEBEN
Traditionell und innovativ
RHEINTALER REZEPTE Margrith Keller aus Grabs kocht mit
Energie und Finesse. Gerne experimentiert sie mit neuen
Gerichten. Im Haushalt hat sie diesbezüglich volle Freiheit, ist sie
hingegen als Präsidentin der Werdenberger Bäuerinnen
Apérogruppe unterwegs, heisst es genau nach Plan vorgehen.
Pikante
Ribelmaiswähe
Teig
200 g Mehl
70 g Butter
½ KL Salz
5 – 6 EL Wasser (kalt)
Einen Wähenteig herstellen. Zugedeckt
ca. 30 Minuten an der Kälte ruhen lassen. Auswallen und auf einem Wähenblech auslegen.
Füllung
½ l Wasser
10 g Salz
100 g Rheintaler Ribelmais
100 g Schinken oder Speckwürfel
½ Zwiebel
150 g Gemüsewürfeli
(Rüebli, Lauch, Sellerie)
Peterli
100 g Reibkäse, rezent
2 Eier, verquirlt
1 dl Rahm
1 dl Milch
Das Wasser mit Salz aufkochen und den
Ribel einrühren. Auf kleiner Hitze 10
Minuten kochen und dann auskühlen
lassen. Schinken und Gemüse fein
schneiden. Andämpfen und mit der Ribelmasse mischen. Käse, Eier, Rahm und
Milch mit der Ribelmasse verrühren.
Würzen und die Masse auf dem Wähenteig verteilen.
Backen: 30 Minuten bei 200 Grad Celsius. Lauwarm servieren.
Margriths
Burgundertopf
600 g Rindsvoressen
150 g Speckwürfel
1 grosse Zwiebel
1 EL Mehl
1 Flasche Blauburgunder
½ Orange
Salz, Pfeffer
Gemahlener Ribelmais
AOC in Vollkorn-Qualität
aus dem Rheintal.
Die Zwiebeln fein schneiden und mit
den Speckwürfeln im Brattopf andünsten. Aus der Pfanne nehmen und das
Voressen auf grosser Hitze anbraten.
Mehl darüber streuen und mitrösten bis
das Mehl etwas Farbe annimmt. Mit
Rotwein ablöschen bis das Fleisch bedeckt ist. Speckwürfel und Zwiebel wieder dazu geben. Gut würzen. Eine Orange waschen und halbieren und die eine
Hälfte mit der Schale in der Sauce
mitkochen (vor dem Servieren herausnehmen). Auf mittlerer Hitze
zwei bis zweieinhalb Stunden kochen (oder im Winter den Topf ins
Ofenrohr schieben). Je besser der
Wein, desto besser ist auch der Burgundertopf.
Ⅵ
Bäuerin mit Piff
Margrith Keller (61)
wohnt mit ihrem Mann
Hans in Grabs (SG).
Freude hat sie nicht nur
an ihren drei Kindern,
sondern auch an den
Grosskindern im Alter
zwischen vier und 21
Jahren. Von Juni bis
Dezember verkauft sie
am Werdenberger
Markt (am 1. Samstag
im Monat) ihre Backwaren und Obst.
Nächstens starten
Margrith und Hans
Keller mit einem neuen
Betriebszweig, nämlich
mit «Bed&Breakfast».
Für Kurzweil und Arbeit
ist also gesorgt. Wenn
sie denn nichts anderes
zu tun hätte, erzählt
Margrith Keller, dann
schnitze sie – wunderschöne Figuren, kleine
mit dem Schnitzwerkzeug und grosse
mit der Motorsäge.
Die engagierte Bäuerin Margrith
Keller ist Präsidentin des
Vereins Bäuerinnen-Apérogruppe
Werdenberg. Mitte Februar 2013
feierte diese erfolgreiche ApéroGruppe ihr zehnjähriges Jubiläum.
www.baeuerinnen-apero.ch
UFA-REVUE · 3 2013
79
RARITÄTEN & NOSTALGIE
LANDLEBEN
Volkskunde im Kurs
DIE SCHWEIZERISCHE TRACHTENVEREINIGUNG
organisiert einen interessanten Kurs «Volkskundliche
Schweizer Geografie» unter der Leitung von Johannes
Schmid-Kunz.
Was ist das:
Ein Käsejerb oder
ein Erbsensieb?
Schreiben Sie die
Antwort an:
info@ufarevue.ch oder
per Post: UFA-Revue,
Theaterstr. 15a,
8401 Winterthur.
Verlost wird ein LANDIGutschein im Wert von 20 Fr.
Einsendeschluss Mitte Monat.
Der Kurs richtet sich an volkskundlich interessierte Personen und findet am 6. April 2013 im Kirchgemeindehaus Winterthur-Stadt und
am 7. April 2013 im Hotel Bern statt.
Der Tageskurs gibt Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der volkskundlichen Tätigkeitsgebiete. Fragestellungen
sind:
• In welchem Beziehungsgeflecht stehen Tracht, Musik, Tanz, Gesang und
Sprache und was haben sie mit der
Trachtenvereinigung zu tun?
• Was hat die Überlieferung und was
haben Modeströmungen zu heutiger
Volkskultur beigetragen?
Der Kursleiter Johannes Schmid-Kunz
(Bild) ist ein vielseitiger Volkskulturspezia-
list, Volksmusiker (Hannelimusig, Quartett Laseyer), Volkstanzleiter (Volkstanzkreis Zürich) und
Buchautor. Beruflich ist er
in der schweizerischen Trachtenvereinigung (Geschäftsführer) engagiert und amtet als Leiter des Hauses für Volksmusik in
Altdorf.
Fragen zu den Themen können vor
dem Kurs eingereicht werden. Der Kurs
kostet inklusive Pausenverpflegung und
Kursunterlagen 25 Fr.
Anmeldung: Schweizerische
Trachtenvereinigung, Rosswiesstrasse 29, 8608 Bubikon,
Tel. 055 263 15 63, Fax 055 263 15 61,
www.trachtenvereinigung.ch
Gastrokultur im Sensebezirk
Der Sensebezirk ist der einzige rein
deutschsprachige Bezirk im Kanton
Freiburg. Hauptort ist Tafers. Dort in der
Pfarreiwirtschaft St. Martin ist auch die
«Wier Seisler Gastro & Kultur GmbH» zu
Hause. Diese Firma will den Sensebezirk
und seine Leute in den Mittelpunkt
stellen. Die Nähe zum Senslermuseum
und dem wunderbaren Dorfplatz
ermöglichen eine ideale Zusammenarbeit in den Bereichen Gastronomie und
Kultur. Gastronomie ist am 21. März,
5. September und 14. November 2013
angesagt, dann kochen nämlich die
Seisler Bäuerinnen Monique Lehmann,
Lötscher Rosemary und Antonia
Schneuwly ihre Liebingsrezepte.
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RARITÄTEN
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Erscheinungszahl: Ⅺ 1 x
Ⅺ2x
Ⅺ Ich bin Mitglied der LANDI
Foto: wierseisler.ch 2012
10.–
20.–
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40.–
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jede weiter Zeile Fr. 10.– Für LANDI-Mitglieder gratis.
Name, Vorname
Strasse, PLZ, Wohnort
Telefon
Datum, Unterschrift
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Auflösung «Was ist das»!
Bei dem gesuchten Gegenstand
handelte es sich um eine Blech-Einkaufsliste. Gewonnen hat Marion Weibel aus
Schlatt (TG).
3 2013 · UFA-REVUE
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16. März
März2013
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09.00 – 16.00 Uhr
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Tag 1: Anreise mit der Bahn
nach Zermatt – Hotelbezug und
Übernachtung in Zermatt
Am Fusse des Matterhorns liegt Zermatt, dessen
be
touristische Entwicklung eng mit dem wohl berühmtesten Berg der Welt verknüpft ist. Der autofreie Ferienort hat seinen ursprünglichen ChaCha
rakter erhalten und bietet fast unbegrenzte
Ausflugsmöglichkeiten.
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Tag 2: Fahrt mit dem Glacier Express
nach St. Moritz
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Vom Matterhorn ins Oberengadin oder umgekehrt in rund 8 Stunden. Natürlich gäbe es auch
schnellere Wege. Aber keinen schöneren als den
mit dem Glacier Express, dem Panoramazug
quer durch die Schweizer Alpen. Hier ist wirklich
der Weg das Ziel. Hinauf auf den 2033 m hohen
Oberalppass, hinunter in die Rheinschlucht,
durch 91 Tunnels und über 291 Brücken, von Zermatt am Fusse des Matterhorns bis zum weltbeweltbe
kannten Kurort St. Moritz. Die Tagesreise mit
dem Glacier Express ist alles ausser langweilig.
Die Panoramawagen bieten uneingeschränkte
Sicht auf Passhöhen und Bergseen, schroffe
Steilwände und unberührte Wälderr, in von Wasser gegrabene, tiefe Schluchten mit bizarren
Steinformationen, über sanfte Ebenen und in
typische Bergdörferr. Im Jahr 1930 verkehrte der
erste Glacier Express ab Zermatt, der heute zu
den fünf weltweit bekanntesten, touristischen
Marken der Schweiz gehört. Hotelbezug und
Übernachtung in St. Moritz.
Tag 3: Heimreise oder Verlängerungsnacht in St.Moritz
Moritz
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Die Reise kann in beide Richtungen durchgeführt
werden. Verlängerungsnächte in St. Moritz und
Zermatt sind möglich.
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Feurige Mexikanerinnen
ZINNIEN sind zauberhaft schöne Blüten für Balkon, Garten
und Vasen. Sie trumpfen bis zum Frost mit prächtigen, brillant
leuchtenden Farben auf. Im März kann man sie in Schalen
aussäen – und damit die Schnecken austricksen. Dann blühen
die Schönheiten kurz nach dem Auspflanzen Ende Mai.
Grüne Tipps für den Nutzund Ziergarten
Edith
Beckmann
oben: Blüte
als Kunstwerk: Wer kann dem
Charme von Zinnien
widerstehen?
Bild: Cornerstone/pixelio.de
rechts: Sonniger
Blütenschatz: Zinnien
verbreiten unbeschwerte Fröhlichkeit.
Bild: Holger Beckmann
Zinnien locken
Schmetterlinge an: Ein
farbenprächtiger
Schwalbenschwanz
nascht Nektar.
Bild: Dieter Haugk/pixelio.de
Wo Zinnien blühen, geben sich
Schmetterlinge und Bienen ein
munteres Stelldichein. Sie werden
von der strahlenden Leuchtkraft der
Blumenkinder genauso magisch angezogen, wie die Augen der Betrachter.
Ausgesprochen dankbar sind Zinnien
auch. Unermüdlich öffnen sie neue Blüten bis zum Frost. Sogar in der Vase hal-
ten sie gut zwei Wochen. Zudem zahlt
sich das fleissige Schneiden für Sträusse
aus. Das animiert die Pflanze, neue Blütenknospen auszubilden.
• Bodenabdeckung (Mulch) auf den
Beeten abrechen. Als Grunddüngung
pro Quadratmeter zwei Schaufeln
Kompost oder Volldünger ausbringen
und leicht einhacken.
Von niedlich zu imposant
• Erdbeerbeete säubern, vertrocknete
Blätter abschneiden und Zwiebeln
zwischen die Pflanzen stecken.
Die
Vielfalt ist betörend. Nicht nur bei den
Farben, sondern auch bei den Wuchshöhen, Blütenformen und -grössen ist
Auswahl garantiert. Niedrige Sorten wie
«Profusion» in apartem Kirschenrot,
Weiss und Orange wachsen kompakt
und werden gerade einmal 30 Zentimeter hoch. Damit eignen sie sich perfekt
auch für Töpfe und Balkonkistchen, genauso wie diejenigen der Zahara-Gruppe.
Überaus imposant sind hingegen dick
gefüllte Zinnienblüten. Diejenigen von
«Perserteppich» sind zweifarbig und
thronen auf halben Meter hohen Stängeln. Sie werden als Samenmischung in
reichem Farbenspiel angeboten.
Etwas höher wachsen die Zinnien
«Pepermint Stick» mit attraktiv gefleckten Blüten. Und wer so richtig zum Blütenspektakel aufspielen will, wählt Riesenmischungen oder Dahlienblütige
Zinnien mit rund einem Meter Höhe.
Robuste Blumenpracht Zinnien
sind widerstandsfähig gegen Krankheiten und ausgesprochen pflegeleicht. Auf
Dünger können sie weitgehend verzichten, auf nasse Füsse aber auch: Nur ja
nicht zu viel giessen! Obwohl Zinnien
ausgeprägte Sonnenkinder sind, trotzen
sie sogar Regenwetter.
Es lohnt sich, Zinnien bereits im März
in Schalen im Zimmer auszusäen.
Pflänzchen einzeln in kleine Töpfchen
setzen (pikieren), sobald sie sich mit
zwei Fingern gut fassen lassen. Dann
UFA-REVUE · 3 2012
• Wenn Beetrosen sichtbar treiben, die
Zweige auf 15 Zentimeter Länge
zurückschneiden. Angehäufelte Erde
ausebnen, Rosendünger streuen und
oberflächlich einhacken.
• Auch bei Beerensträuchern ist die
erste Düngung fällig.
• Stauden und Ziergräser kurz vor dem
Neuaustrieb handbreit über dem
Boden abschneiden.
• Heidegärten mit einem sauren
Volldünger in zwei Gaben versorgen:
Im März und April jeweils etwa 20
Gramm pro Quadratmeter ausstreuen.
kann man gegen Ende Mai blühende
Pflanzen ins Freie setzen. So sind sie vor
Schnecken gefeit: Sie machen sich mit
Vorliebe über Jungpflanzen her, wenn
Ende April direkt in den Garten ausgesät
wird. Die Erde sollte leicht sauer sein.
Eine Bodenabdeckung aus Moorbeeterde oder Torfersatz ist deshalb willkommen.
Ⅵ
Autorin Edith Beckmann, Freie
Journalistin BR aus Frauenfeld (TG),
leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln
in der Landwirtschaft.
www.ufarevue.ch
3 · 13
85
ICH BIN GERNE BAUER
LANDLEBEN
Ziel ist der
Vollerwerb
Christoph Moser hat eine vielseitige
Ausbildung hinter sich. Er ist Landmaschinenmechaniker, Technischer Kaufmann und aktuell Meisterlandwirt. Auf
allen Berufen hat er gearbeitet. Als
Landwirt profitiert er vom erworbenen
Wissen, weil er beispielsweise die Maschinen selber reparieren kann und sich
auch im Büro auskennt.
Weil Vater Moser im Jahr 2007
starb, galt es zu entscheiden: Beruf oder
Betrieb? Zusammen mit seiner Familie
wählte Christoph schliesslich die Landwirtschaft und bildete sich entsprechend weiter. «Finanziell musste ich
zwar Einbussen in Kauf nehmen, aber
mir gefällt die Selbstständigkeit», begründet er. Als Kadermitarbeiter in einem Gewerbebetrieb war Christoph
Moser stark engagiert gewesen. «Heute
habe ich mehr Zeit für die Familie», freut
sich der Vater dreier Töchter.
2010 erfolgte die Gründung der Betriebsgemeinschaft «Eimatthof» zusammen mit einem Ackerbaubetrieb. Dieser
Schritt habe sich bewährt. Zwei Männer
schaffen mehr als einer und können sich
bei Bedarf vertreten. Die Betriebsgemeinschafter Moser und Schnyder verfolgen das Ziel, einmal ganz von der
Landwirtschaft leben zu können. Deshalb wird der Milchviehstall mit viel Eigenleistung ausgebaut. Mut für diesen
Schritt gab auch die Betriebsstudie, die
Christoph Moser im Rahmen der Meisterausbildung erstellte. Gründe, die
Christoph Moser (35) aus Halten (SO)
«Es hat Vorteile, bei der Meisterausbildung etwas älter zu sein. Denn dann
weiss man genau, was man will.»
Meisterausbildung zu absolvieren, waren der Wunsch, mehr über die Landwirtschaft zu erfahren und das Know
how an Lehrlinge weitergeben zu können.
Matthias Roggli
86
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Impressum
UFA-Revue
Die Mitglieder-Fachzeitschrift
der fenaco-LANDI Gruppe.
Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8,
9 und 11 erscheinen mit im
Abonnement inbegriffener
Beilage des LANDI-Contact.
ISSN 1420-5106.
Herausgeber
fenaco Genossenschaft,
Erlachstrasse 5, 3001 Bern
Hans Peter Kurzen,
Publizistische Leitung
UFA-REVUE · 3 2013
Mitherausgeber
LV-St. Gallen, GVS Schaffhausen.
Die Beteiligungen der Herausgeber an anderen Unternehmungen sind in den gültigen
Geschäftsberichten aufgeführt.
Erhältlich beim Verlag.
Redaktion
Tel. 058 433 65 30
Fax 058 433 65 35
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Dr. Roman Engeler (Chefredaktor), Daniela Clemenz, Christian
Hirschi, Gaël Monnerat, Cyril de
Poret und Matthias Roggli.
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8401 Winterthur
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Verlag
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