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Ausgabe | 42
31. Oktober 2014
Deutsche
MittelstandsNachrichten
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Steuern
Weltweiter Austausch von Steuerdaten gefährdet Unternehmen
Nicht nur Steuerflucht, auch legale Sparmaßnahmen von Unternehmen zur Vermeidung von Steuern sollen abgeschafft werden
D
as Bankgeheimnis ist ein weltweites
Auslaufmodell, doch es unterbindet
nicht nur Steuerflucht von Privatpersonen.
Auch legale Maßnahmen zur Einsparung
von Steuern, wie sie Unternehmen und
Großkonzerne anwenden, sollen wegfallen.
Gut 50 Länder wollen ab 2017 detaillierte
Kontendaten von Ausländern automatisch
austauschen und damit Steuerbetrug bekämpfen. Ihre Vertreter unterzeichneten
am Mittwoch bei einer internationalen
Steuerkonferenz in Berlin eine entsprechende Vereinbarung. Unterstützung und
die Bereitschaft, sich zu einem späteren
Zeitpunkt anzuschließen, haben mehr als
ein Dutzend weitere Staaten signalisiert –
darunter die Schweiz.
Die Initiative ist Teil der Bemühungen
der Gruppe der großen Schwellen- und
Industrieländer (G20), nicht nur Steuerbetrügern das Leben schwerzumachen,
sondern auch legale Steuerfluchtmöglichkeiten für international tätige Großkonzerne zu unterbinden, wie sie auch von
Unternehmen aus der Internetwirtschaft
genutzt werden.
Gemeldet und ausgetauscht werden
nicht nur Daten zur Identität des auslän-
Beim internationalen Austausch von Steuerdaten
wird der Eindruck erweckt, als ginge es nur um
das Ausschalten der Steuerflucht.
Foto: Flickr/Michael Springmann
dischen Kontoinhabers, inklusive seiner
Steuer-Identifikationsnummer, sondern
auch über alle Arten von Kapitalerträgen
sowie Einkünfte, die über das betreffen-
de Konto im Ausland verbucht werden.
Melden müssen die Steuerdaten neben
Banken auch Makler, bestimmte Fondsund Versicherungsunternehmen sowie
Vermögens-Sammelstellen, wie Depotverwaltungen.
Auch auf nationaler Ebene stehen
deutsche Steuerbetrüger unter Druck. Mit
Beginn des kommenden Jahres werden
über höhere Strafzuschläge und andere
Maßnahmen die Bedingungen deutlich
verschärft, um mit einer Selbstanzeige der
Strafverfolgung zu entgehen. Fast 32.000
Steuersünder sollen sich nach Medienberichten in diesem Jahr schon gemeldet
haben deutlich mehr als im gesamten Vorjahr, um noch die alte, billigere Regelung
zu nutzen.
Basis für den automatischen Informationsaustausch über Konten und darauf
verbuchte Zinsen, Dividenden und andere
Einkünfte ist ein Standard, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erarbeitet
hat.
Bundesfinanzminister
Wolfgang
Schäuble (CDU) sprach von einem „wichtigen Schritt“ für die grenzüberschreitende
Analyse
Handelskrieg lässt Exporte nach Russland immer stärker fallen
Die deutschen Exporte nach Russland brechen wegen der verschärften
Sanktionen immer stärker ein. Im August
sanken sie im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26,3 Prozent auf 2,3 Milliarden
Euro, wie das Statistische Bundesamt am
Mittwoch mitteilte. Das ist der stärkste
Rückgang seit der Finanzkrise 2009.
Von Januar bis August fiel das Minus
von insgesamt 16,6 Prozent (20,3 Milliarden Euro) geringer aus. Das entspricht einem Rückgang von rund vier Milliarden
Euro. Der Westen hatte seine Sanktionen
gegen Russland wegen des Vorgehens in
der Ukraine im Juli verschärft. Betroffen
sind beispielsweise Finanzgeschäfte, Rüstungsgüter und Hochtechnologiegeräte.
In der Rangliste der wichtigsten
deutschen Exportkunden rutschte das
Schwellenland vom 11. auf den 13. Platz
ab. Wegen der schwachen Konjunktur waren die Ausfuhren nach Russland bereits
2013 um 5,2 Prozent gefallen, nachdem
sie in den Jahren zuvor um bis zu knapp
31 Prozent jährlich gestiegen waren.
Wichtigste Exportgüter in den ersten
acht Monaten dieses Jahres waren Maschinen mit einem Anteil von 22,6 Prozent, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (19,0 %) sowie chemischen
Erzeugnissen (10,0 %). Der Exportrückgang fiel bei Fahrzeugen mit 27,3 Prozent
am stärksten aus. Bei Maschinen schlägt
ein Minus von 17,2 zu Buche, bei Chemieprodukten von 5,9 Prozent.
Der russische Präsident Wladimir
Putin verschärft den Ton gegenüber dem
Westen. Die USA wollten die Weltordnung gemäß ihren eigenen Interessen
neu gestalten und erhöhten damit das
Risiko internationaler Konflikte, sagte
Putin in einer Rede. Russland werde sich
nicht erniedrigen, um eine Aufhebung
der „falschen Sanktionen” des Westens zu
erreichen, fügte er hinzu.
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Zusammenarbeit in Steuerfragen. Er lud
andere Länder ein, der Vereinbarung beizutreten. Zu den Folgen erklärte er zuvor
in der Bild-Zeitung: „Steuerhinterziehung
wird viel schwieriger.“ Und er fügte hinzu:
„Das Bankgeheimnis in seiner alten Form
hat ausgedient.“ Mit dem Informationsaustausch verliere es künftig auch an Sinn,
Steuer-CDs mit Kontendaten von deutschen Bürgern aus anderen Ländern zu
kaufen. Unterdessen begann eine Debatte
innerhalb des deutschen Regierungslagers, ob der neue Informationsaustausch
nicht auch Folgen für die Besteuerung
von Kapitalerträgen in Deutschland haben
sollte. SPD-Politiker forderten, die Abgeltungssteuer, mit der Zinsen, Dividenden
und ähnliche Einkünfte pauschal mit 25
Prozent belegt werden, zu ändern. Es sollte
sichergestellt werden, dass auf solche Ein-
künfte wieder der persönliche Steuersatz
erhoben wird.
Mit der Vereinbarung zum automatischen Informationsaustausch verlieren
Steuerbetrüger in aller Welt Fluchtburgen
für Geld, das sie vor ihrem heimischen
Fiskus verstecken wollen. Zu den Erstunterzeichnern der Vereinbarung, mit der
diese sich zur Umsetzung der neuen Regeln in nationales Recht verpflichten, zählen neben Deutschland, Großbritannien,
Frankreich, Italien und Spanien auch vermeintliche Steueroasen wie Liechtenstein,
Bermuda und die Cayman-Inseln.
Genaue Zahlen, wie viel Geld den Steuerbehörden der Länder durch Betrügereien
entgehen, gibt es nicht. Die EU-Kommission hatte unlängst von rund einer Billion
Euro im Jahr gesprochen, die den Ländern
der Union durch Steuerbetrug und -ver-
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meidung verloren gehen. OECD-Generalsekretär Ángel Gurría sprach jüngst von
zwei Billionen Dollar, die Privatpersonen
und Konzerne in Steueroasen und Niedrigsteuerländer verschöben.
Bei dem neuen OECD-Standard zum
automatischen
Informationsaustausch
geht es schwerpunktmäßig um private
Vermögen, die an den Steuerämtern vorbeigeschleust werden. Künftig sollen aber
Banken und andere Finanzinstitute in den
einzelnen Ländern ihren nationalen Steuerbehörden Informationen über Konten
und darauf verbuchte Transaktionen melden, die sie dann den Kollegen in Partnerländern weiterleiten. Dabei geht es aber
nicht nur um Konten von Privatpersonen,
sondern auch von Treuhändern, Trusts
und Stiftungen, hinter denen solche ihre
Geldgeschäfte oft verbergen.
Wirtschaft
Deutschland fällt bei Innovationen zurück
Die deutsche Wirtschaft verliert Innovationskraft. Im Vergleich mit 35 Industrieländern fiel sie zwei Plätze zurück
D
ie deutsche Wirtschaft ist nach einer Expertenstudie in Hinblick
auf ihre Innovationsstärke international
leicht abgerutscht. In der am Mittwoch
veröffentlichten Studie „Innovationsindikator 2014“, die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und
zwei weiteren Instituten angefertigt wurde, fiel sie gegenüber dem Vorjahr unter
35 Industrieländern auf Rang fünf von
drei zurück.
Besonders in der Automobilbranche
ist der Rückfall zu spüren. Die deutschen
Hersteller VW, Daimler und Audi schafften es nicht in die Top-20 der innovativsten Autobauer.
Auch die deutsche Wissenschaft
musste beim Thema Innovationen mit
Rang neun eine Position abgeben. Dennoch erreichte Deutschland insgesamt
wie im Jahr 2013 Rang sechs und festigte diesen sogar noch, wie es in einer
gemeinsamen Erklärung der beiden
Auftraggeber der Studie, der TelekomStiftung und des Industrieverbands BDI,
hieß.
Angeführt wird die Rangliste der
innovationsstärksten Länder dem Bericht zufolge von der Schweiz und Sin-
Gesamtindikator der Innovationskraft einzelner Länder
Grafik: Innovationsindikator 2014
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gapur, gefolgt von Schweden, Belgien
und Finnland. Im Vergleich der großen
Wirtschaftsräume habe sich Europa seit
2000 langsam, aber stetig verbessert und
sei dann 2010 an Nordamerika vorbeigezogen. Asien halte lediglich im Bereich
Wirtschaft mit den beiden anderen Regionen bei der Innovationskraft mit.
Der BDI nutzte die neuen Zahlen
dazu, seine Forderung nach mehr steuerlicher Förderung privater Investitionen
in diesem Bereich zu erneuern. „Wir brauchen eine stärkere staatliche Unterstützung privater Investitionen in Forschung
und Entwicklung”, sagte das Mitglied
der BDI-Hauptgeschäftsführung Dieter
Schweer. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) prüft derzeit im
Zuge der internationalen Debatte über
Steuerbegünstigungen für Patent- und
Lizenzeinnahmen, ob es hier Ansatzpunkte für eine solche Steuerförderung
geben könnte.
Die Bildung ist mit einem elften Rang
und nur 48 Punkten der Schwachpunkt
Deutschlands im Innovations¬indikator.
Der Indikatorwert Deutschlands verbesserte sich jedoch im zweiten Jahr in
Folge. Dies lag primär an besseren PISAErgebnissen, einer weiteren Internationalisierung der Hochschulausbildung und
mehr Promovierten in natur- und inge-
20.05.14 15:53
nieurwissenschaftlichen Fächern.
Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Innovationen zählen
nicht zu den besonderen Stärken, auf die
das deutsche Innovationssystem aufbauen kann. Im Bereich Gesellschaft liegt
Deutschland auf Rang 11 und damit im
Mittelfeld der innovationsorientierten
Volkswirtschaften.
Mit 55 Punkten erreicht Deutschland
den achten Rang im internationalen Vergleich des Beitrages des Staates zur Innovationsleistung. Die deutsche Regierung
hält sich bei der Unterstützung der Forschungstätigkeit von Unternehmen weiterhin stark zurück.
Innovation
Recycling: Waschmaschine verwendet gefiltertes Duschwasser
Türkische Studenten entwickelten eine Kombination aus Waschmaschine und Dusche – mit dem Ziel, Wasser zu sparen
A
hmet Burak Aktas und seine drei Kollegen haben sich das Wassersparen
zur Aufgabe gemacht. Sie entwickelten Washit – eine Kombination aus Dusche und
Waschmaschine, mit der große Mengen
Wer 15 Minuten duscht, verbraucht durchschnittlich etwa 150 Liter. Das brachte vier türkische Studenten auf die Idee, das Wasser gleich zweimal zu
verwenden.
Foto: Ahmet Burak Aktas
Wasser gespart werden können. Zum Vergleich: Wer 15 Minuten duscht, verbraucht
durchschnittlich etwa 150 Liter. Eine
Waschladung kommt mit weniger aus,
dennoch werden im Durchschnitt rund 38
Liter Wasser verwendet.
Ziel von Washit ist es, das Wasser
zweimal zu verwenden. Und das nicht
nur zu Hause, sondern die Macher hinter
dem Projekt denken noch weiter. So sollen
die Kombigeräte auch in Fitness-Centern,
auf Festivals und an Flughäfen aufgestellt
werden.
Es geht nämlich bei Washit gar nicht
darum, große Waschladungen zu säubern.
Vielmehr kann bei jeder Dusche eine kleine Ladung Wäsche gereinigt werden. Deshalb ist das Konzept auch an öffentlichen
Plätzen und Veranstaltungen einsetzbar.
Wer bei Festivals eine Dusche nimmt,
kann danach auch seine Hose und T-Shirt
wieder anziehen. Auf Flughäfen funktioniert dies genauso. Beispielsweise, wenn
Passagieren längere Wartezeiten bevorstehen. So bleiben auf einer langen Reise die
Kleidung und der Mensch frisch.
Dafür gibt es dann sogar spezielle Versionen der Erfindung, die extra für die öffentliche Anwendung gedacht sind. Hierbei ist der Zugang zur Waschmaschine in
der Duschkabine selbst zu finden. Bei der
privaten Version für die eigenen vier Wände ist der Schacht außerhalb der Kabine.
So können Nutzer in der Öffentlichkeit die
Dusche betreten, sich dort entkleiden und
duschen. Am Ende holen sie die saubere
Wäsche wieder aus der Maschine, ziehen
sich an und verlassen die Dusche.
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Eine logische Frage, die sich hier aufdrängt, ist: Wieso sollte jemand nasse Klamotten anziehen? Sinn macht dieses Gerät natürlich nur, wenn die Wäsche nicht
nur sauber, sondern auch trocken die Maschine verlässt.
Glücklicherweise haben sich die Entwickler auch diesem Thema angenommen. Neben der Waschmaschine ist auch
ein Trockner eingebaut. Somit wird die
Wäsche während einer Dusche tatsächlich
gereinigt und im Anschluss getrocknet.
Deshalb ist der Einsatz in der Öffentlichkeit von derart großem Nutzen. Die Kleidung ist sofort wieder einsatzfähig, weil
sie rein und trocken ist.
Zuhause wollen die Forscher Washit
vor allem in den Tagesablauf eingebaut
sehen. Wer täglich duscht, kann nebenbei
auch seine Wäsche vom Vortag waschen.
Dabei werden Geld, Zeit und Wasser gespart. Die Tage von großen Stapeln mit
dreckiger Kleidung könnten somit gezählt
sein.
Die genaue Funktionsweise erklären
die kreativen Köpfe auf ihrer Homepage
wie folgt: Abwasser von der Dusche wird
mit Hilfe der ersten Wasserpumpe gefiltert. Danach läuft das gereinigte Wasser in
den Tank. Wird Washit aktiviert, befördert
eine zweite Pumpe das Wasser aus dem
Tank sowohl in die Waschmaschine als
auch zurück in den Duschkopf.
Das Duschwasser wird somit zweifach
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verwendet. Die Filter lassen sich leicht
austauschen und zeigen mit einer LEDLampe an, wann es Zeit für einen Wechsel
wird. Der Dampf von Dusche und Maschine wird über Öffnungen an der Decke der
Duschkabine abgelassen.
Für die Konstruktion haben die vier
Forscher übrigens den Concept Design
Award 2012 verliehen bekommen. Aktuell
dürfen keine weiteren Details zur Entwicklung genannt werden. Auf Anfrage von
den Deutschen Wirtschafts Nachrichten
hat Ahmet Burak Aktas mitgeteilt, dass
sich das Team derzeit in Verhandlungen
befinde. An Washit sind demnach Hersteller aus der Türkei und Deutschland interessiert.
Innovation
Autohersteller zögern mit der Umsetzung von Innovationen
Im Vergleich zu anderen Branchen fällt die Innovationskraft der Autoindustrie trotz neuer Trends deutlich zurück
D
ie Modernisierung des Automobils
bringt große Herausforderungen
für Autobauer mit. Neue Trends wie
das automatisierte Fahren, die Weiterentwicklung von Elektroautos und die
Vernetzung der Autos mit dem Internet setzen neue Standards. Hersteller
halten sich angesichts der unsicheren
Marktbedingungen mit der Umsetzung
der Innovationen in neuen Modellen
zurück.
Eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group listet nur
vier Autobauer in den Top 20 der innovativsten Unternehmen auf. Im Vorjahr
waren es noch neun. Offenbar haben
viele Hersteller die Suche nach grüner
und smarter Technologie zurückgefahren. Geschafft haben es dieses Jahr nur
Tesla, Toyota, BMW und Ford.
„Das ist ein Zeichen, dass die Autoindustrie schneller handeln muss“, sagte Hadi Zablit, Co-Autor der Studie, der
Financial Times. Im Moment seien die
Entwicklungen „zu konservativ“. Kostenreduzierungen machen der Branche
zu schaffen. Viele Hersteller können die
Entwicklung der Absatzzahlen in einem
unsicheren Umfeld nicht abschätzen.
Die Rabattschlacht auf dem europäischen Markt zwingt die Hersteller seit
dem vergangenen Jahr zu Kostensen-
Das Model S von Tesla.
kungen.
Weniger als zwei Drittel aller Befragten geben an, mehr Geld für Innovationen ausgeben zu wollen. Im vergangenen Jahr waren es noch 71 Prozent. 62
Prozent halten Innovationen für eine
der drei wichtigsten Prioritäten, im Vorjahr waren es 84 Prozent.
Nur Tesla konnte seinen Platz unter
den innovativsten Unternehmen deutlich steigern. Das Unternehmen aus
Kalifornien stieg um 34 Plätze auf den
Foto: Flickr/David van der Mark
höchsten Platz unter den Autoherstellern. Das neueste Modell S von Tesla beinhaltet Elemente des automatisierten
Fahrens.
Die deutschen Hersteller VW, Daimler und Audi schafften es nicht in die Top
20.
Die Studie untersuchte die Innovationskraft von über 1.500 Unternehmen.
Apple gewann das zehnte Jahr in Folge
den Preis für das innovativste Unternehmen, gefolgt von Google und Samsung.
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Innovation
Aeromobil soll Straßen und Flughäfen entlasten
Eine Mischung aus Sportwagen und Leichtflugzeug könnte den Straßen- und Luftverkehr für immer verändern
Das Aeromobil ist ein Sportwagen mit Leitwerk und Tragflächen.
A
m kommenden Montag will die Firma Aeromobil den Prototypen ihres
fliegenden Fahrzeuges mit dem gleichen
Namen in Wien präsentieren. Das Fahrzeug ist für den Straßenverkehr vorgesehen und hat automatisch ausklappbare
Tragflächen. Die Optik des fliegenden Autos ähnelt einem Sportwagen mit einem
Heck, das ein bisschen zu lang geraten
scheint.
Der Rumpf ist schlank und flach aufgrund der zwei Seitenleitwerke, unter de-
Foto: aeromobil.com
nen die hinteren beiden Räder angebracht
sind. Sind die Tragflächen eingeklappt,
beträgt die Gesamtlänge des Fahrzeuges
sechs Meter, das Auto ist dann 1,6 Meter
breit. Bei ausgeklappten Tragflächen beträgt die Spannweite mehr als acht Meter.
Als Antrieb für den Flugmodus dient ein
Propeller.
„Wir wollen sicherstellen, den persönlichen Transport spannender, effizienter
und nachhaltiger zu gestalten. Durch das
stetig wachsende Automobilaufkommen
auf den Straßen und die überfüllten Flughäfen, ist die persönliche Beförderung
nicht mehr das, was sie einmal war”, sagt
Stefan Klein, Co-Gründer und CTO (Technischer Leiter, Anm. d. Red.) von AeroMobil.
Der „fliegende Roadster” wurde in
Wien im Zuge des Pioneers Festival am
29. Oktober 2014 enthüllt. Mit über 2.500
internationalen Meinungsführern und
mehr als 600 High-Tech-Start-ups ist
das Pioneers Festival eine der führenden
Veranstaltungen für Zukunftstechnologien und Wissenschaft. „Wir bei Pioneers
können uns keine Technologie vorstellen,
die mehr für die Zukunft steht als das
fliegende Auto“, sagt Jürgen Furian, CoGründer von Pioneers.
Das Aeromobil 3.0 ist bereits ein weiterentwickeltes Modell, der aktuelle Prototyp (2.5) hatte bereits vor einem Jahr seinen Jungfernflug. Das Unternehmen mit
Sitz in Bratislava arbeitet seit den 90er
Jahren an dem fliegenden Auto. Zahlreiche Firmen arbeiteten bereits an einem
Flugauto, so zum Beispiel das US-Unternehmen Terrafugia (ehemals MIT), berichtet das Web-Portal Golem.de. Auch das USMilitär sei an der Innovation interessiert.
Energiewende
Neuer Emissionshandel könnte schon 2017 in Kraft treten
Deutschland und Großbritannien wollen den Handel mit CO2-Zertifikaten schneller reformieren, als es der Industrie lieb ist
N
ach der Einigung der EU-Staaten auf
neue Klimaziele für 2030 drückt neben Deutschland auch Großbritannien
bei der Reform des Emissionshandels aufs
Tempo. „Ich will das Gesetzgebungsverfahren für die 2030-Ziele bis zum Frühjahr
auf dem Weg haben und ich sehe keine
Gründe für eine Verzögerung”, sagte der
britische Energie- und Umweltminister Ed
Davey der Nachrichtenagentur Reuters am
Dienstag. Es wäre ein starkes Signal, wenn
die Pläne zur Reform des Handels mit
Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten bis
April abgeschlossen seien.
Deutschland hatte bereits darauf
gedrungen, dass die sogenannte Marktstabilisierungsreserve (MSR) schon 2017
und nicht wie bisher von der EU-Kommission geplant 2021 eingeführt werde.
Ziel der Reform ist es, die Rechte zum
CO2-Ausstoß zu verknappen, damit den
Preis für diese Zertifikate zu erhöhen
und somit Industrie und Kraftwerksbetreibern mehr Anreize für Investitionen
in den Klimaschutz zu liefern. Deutschland und Großbritannien hätten sehr
ähnliche Vorstellungen, dass die MSR
schon 2017 gelten sollte, sagte Davey.
Auch Frankreich sei sehr nahe an diese Position herangerückt. Viele weitere
Minister aus der EU sprächen ebenfalls
davon, den Reservemechanismus früher
einzuführen.
Im deutschen Energiemix macht die klimaschädliche Kohlekraft knapp 45 Prozent aus.
Foto: Flickr/Last Hero
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Knackpunkt in der Debatte könnte
indes Polen sein, dessen Wirtschaft stark
von klimaschädlichen Kohlekraftwerken
abhängig ist. Höhere Preise bei den Verschmutzungsrechten würden deshalb
vor allem diese Kraftwerke treffen. Die
Regierung in Warschau hatte sich wiederholt gegen ambitioniertere Klimaziele und die deutliche Verringerung des
Ausstoßes von CO2 gewehrt. Vergangene
Woche stimmte Polen beim EU-Gipfel in
Brüssel nach zähen Verhandlungen zwar
dafür, bis 2030 den CO2-Ausstoß EU-weit
um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, trotzte den anderen Mitgliedsstaaten aber dafür finanzielle Zugeständnisse ab.
Davey betonte, dass die Formulie-
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rung „mindestens” in der Abschlusserklärung des EU-Gipfels bedeute, dass
es keine Möglichkeit gebe, wieder unter
die Zielmarke von 40 Prozent zu fallen.
Jüngsten Zahlen der EU-Kommission
zufolge hat die EU bereits die Voraussetzungen erfüllt, den CO2-Ausstoß bis
2020 wie geplant um 20 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.
Finanzen
Umfrage: Unternehmen fragen mehr Kredite nach
Banken erwarten bis Jahresende einen Anstieg bei der Kreditnachfrage bei Firmen. Auch bei Privaten steigt die Nachfrage
E
ine steigende Nachfrage von Unternehmen nach Bankkrediten lässt auf
eine Belebung der mauen Konjunktur in
der Eurozone hoffen. Unter 137 befragten Geldhäusern stellte eine wachsende
Mehrheit ein verstärktes Interesse seitens der Firmen an Darlehen fest, heißt
es in dem am Mittwoch veröffentlichten
Kreditbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) für Juli bis September. Für das
laufende vierte Quartal wird eine deutlich stärkere Nachfrage erwartet. Dynamischer ist derzeit die Kreditvergabe an
private Haushalte – vor allem Immobiliendarlehen sind hier gefragt.
„Die Nachfrage nach Bankkrediten
legt zu, was wohl vor allem den niedrigen
Zinsen zu verdanken ist“, sagte Ökonom
Martin van Vliet. Im Sommer lockerten
die Banken das zweite Quartal in Folge
ihre Konditionen für den Geldverleih an
Firmen – darunter in den beiden größten
Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich. In Italien und Spanien blieben die Standards unverändert. Bis
zu einem Aufschwung ist es aber noch ein
weiter Weg. „Wir bleiben skeptisch und sehen vor allem die hohe Unterauslastung
und strukturelle Schwäche der Wirtschaft
in Frankreich und Italien als Bremsfaktor
für die Kreditnachfrage und die Konjunktur“, sagte Bayern-LB-Experte Johannes
Mayr.
„Gleichzeitig berichteten die Banken
aber auch, dass wiederaufkeimende Risi-
EZB-Chef Mario Draghi hat die Voraussetzungen für günstige Kredite mit der Senkung des Leitzinses
auf ein Rekordtief eingeleitet.
Foto: Consilium
kobedenken die Kreditstandards beeinträchtigen könnten“, erklärte die EZB mit
Blick auf das Wiederaufflammen der Eurokrise. Dennoch wird von den meisten
Banken für das laufende Schlussquartal
mit weiter gelockerten Kreditbedingungen gerechnet.
Die EZB kämpft mit einer Vielzahl von
Instrumenten dafür, dass mehr Kredite
vergeben werden und so die Konjunktur
angekurbelt wird: Der Leitzins wurde auf
das Rekordtief von 0,05 Prozent gedrückt,
den Banken Strafgebühren für bei der
EZB geparktes Geld aufgedrückt, während
sich die Institute bei der Zentralbank zu
extrem günstigen Bedingungen mit Geld
eindecken können. Zuletzt wurde zudem
mit dem Kauf von Wertpapieren (Covered
Bonds) begonnen, um die Bilanzen der
Banken zu entlasten und so Platz für neue
Kredite zu schaffen. Die EZB hatte die
Banken für ihren vierteljährlichen Bericht
zwischen Ende September und Anfang
Oktober befragt.
Impressum Herausgeber: Dr. Michael Maier. Redaktion: Thomas Gollmann, Anika Schwalbe, Jennifer Bendele. Layout: Nora Lorz. Copyright: Blogform
Social Media GmbH, Kurfürstendamm 206, D-10719 Berlin. HR B 105467 B. Telefon: +49 (0) 30 / 81016030, Fax +49 (0) 30 / 81016033. Email: info@blogformgroup.com. Erscheinungsweise wöchentliches Summary: 52 Mal pro Jahr. Bezug: abo@blogformgroup.com. Mediadaten: media@blogformgroup.com.
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