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Diese Diplomarbeit wurde mit dem Eratosthenes-Preis 2001 des

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A
V
Thesen. zur Diplomarbeit
.
»Zur Geschichte der Feststellung und Kennzeichnung von Eigentums- und Herrschaftsgranzen in Sachsen«
des Geodätischen Instituts der Technischen Universität Dresden
eingereicht von: Frank Reichert
angefertigt am Lehrstuhl für Bodenordnung und Bodenwirtschaft
1.) Anband zahlreicher Quellen und Einzelbeispiele wird die historische Entwicklung der Ermittlung, Festlegung und Kennzeichnung von Grenzen in Sachsen nach. gezeichnet.
2.) Als frühe Grenzzeichen dienten vor allem Grenzhügel, Grenzhäume, Grasraine
und F:eldsteine, deren Entfernung bereits im Sachsenspiegel unter strenge Strafe
)
gestellt wurde.
3.) Die Grenzabmarkung war ausschließlich Sache des Gerichts; seit 1856 fiel sie in
den Aufgabenbereich geprüfter Feldmesser.
4.) Die Kosten für die Herstellung und das Einbringen von Grenzzeichen wurden
normalerweise zu gleichen Teilen von den Grenznachbarn getragen. Im sächsischen
BGB von 1863 wurde dies verbindlich festgeschrieben.
5.) Die Vermessung ZUl' Vorbereitung eines neuen Grundsteuersystems führte 1835
zu einer· durchgehenden Grenzfeststellung aller steuerpfiichtigen Grundstücke durch
die Ortsgerichte. Die Katasterkarten nahmen spätestens seit 1866 am öffentlichen
Glauben des Grundbuchs teil.
6.) Das bis ins 19. Jahrhundert bestehendep. Feudalsysteli\s'kannte kein freies Grundstückseigentum. Neben den Grundstücksgrenzen bestanden zahlreiche vom Besitz
des Grund und Bodens getrennte Ge:rechtigkeiten wie Hutungsrecht, Bergrecht,
Fischerei~ und Jagdiecht.
7.) Flurgrenzen
unter~og
man alljährlich oder in gewissen Abständen einer rege}.,
mäßigen Besichtigung durch die ganze Gemeinde. Neben den Grenzbeschreibungen
in den Amtserbbüchern wurde so eine Sicherung des Grenzverlaufs bewirkt.
8.) Weichbildgrenzen umschlossen städtische Territorien, in denen im Gegensatz ·
zum Landrecht des Sachsenspiegels das als Weichbildrecht bezeichnete Stadtrecht
galt. ·
9.) Die Ausübung der Patrimonialgerichtsbarkeit seitens der feudalen Grundherren
führte zur Notwendigkeit rä.wnlicher Abgrenzung der Gerichtszuständigkeit.
10.) Die Ämter waren die räumlichen Bezirke der Lokalverwaltung auf heutiger
Kreisebene. Wegen der relativen Selbständigkeit dieser Verwaltungseinheiten waren
die Amtsgrenzen von besonderer Bedeutung für die Abgrenzung der Berechtigung
zur Einnahme landesherrlicher Steuern und Feudala.bgaben.
11.) Die Feststellung der Landesgrenzen oblag speziell eingerichteten Kommissionen
auf höchster Ebene. Erst seit 1889 war das Domänenvermessungsbüro als Vorläufer
des Landesvermessungsamtes dafür zuständig.
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2 n. ":f .
S5
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Bildung
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