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Der Studienführer für den Modellstudiengang 2014/15

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Medizinstudium an der MHH
Medizinstudium
an der MHH
Der Studienführer 2014/2015
für den Modellstudiengang HannibaL
Studienführer 2014/15
Medizinstudium
an der MHH
Der Studienführer 2014/2015
für den Modellstudiengang HannibaL
MHH Studienführer 2014/15 | Vorwort
Liebe Studierende…
| Der Studienführer 2014/2015 stellt das gesamte Medizinstudium an der Medizinischen
Hochschule Hannover (MHH) mit all seinen unterschiedlichen Bereichen und Facetten vor.
Dabei zählt er nicht nur die nackten Fakten des Studiums auf, sondern vermittelt in Wort und Bild einen Gesamteindruck des Campus MHH. Zugleich
führt er durch die vielfältigen Bereiche der Lehre und gibt einen Leitfaden
durch das medizinische Curriculum.
Die MHH hat von Anfang an großen Wert auf die Ausbildung der Ärztinnen
und Ärzte gelegt. Bereits für die Gründerväter der MHH stand die Verbindung von Krankenversorgung und Lehre im Vordergrund. Die Rahmenbedingungen der medizinischen Lehre haben sich allerdings seit den 60er-Jahren
grundlegend verändert. Seit den 80er-Jahren sind die Studierendenzahlen
deutlich angestiegen und haben zu Beginn dieses Jahrtausends mit mehr
als 400 Studierenden pro Studienjahr zu einer deutlichen Überlastung der
Hochschule geführt, die einmal für 140 Studierende konzipiert war.
Auch die Krankenversorgung hat sich gewandelt. Die MHH hat sich zu einer
medizinischen Spitzeneinrichtung entwickelt, in der auf höchstem Niveau
schwere und komplexe Erkrankungen diagnostiziert und behandelt werden. Mit der Einführung der Fallpauschalen (DRG) in der Klinik ist die Arbeit
der Ärztinnen und Ärzte viel bürokratischer geworden und der ökonomische
2 | MHH Studienführer 2014/15 | Vorwort
Druck bestimmt zunehmend die Krankenversorgung. Zudem hat sich die
Anzahl der Patienten deutlich erhöht. Auch die Forschungslandschaft der
MHH hat sich rasant entwickelt. National und international gehört die MHH
zu den erfolgreichsten medizinischen Forschungseinrichtungen. Damit
muss sich auch die dritte Säule der Hochschule, die medizinische Lehre und
akademische Ausbildung, verändern, um dieser neuen Wirklichkeit Rechnung zu tragen. Nur so kann sich die Lehre zwischen Krankenversorgung
und Forschung behaupten.
2005 wurde der Modellstudiengang HannibaL (Hannoversche integrierte berufsorientierte adaptive Lehre) etabliert. Das wichtigste Element
eines Modellstudiengangs ist die Freiheit, gestalterisch in die Struktur
des Studiums einzugreifen und die Vorgaben der Approbationsordnung
kreativ umzusetzen. Der Kern des Modellstudiengangs HannibaL an der
MHH ist die patientenorientierte Ausbildung, die sich durch eine strukturierte Heran­gehensweise an die Erkrankungen auszeichnet und in erster
­Linie den Patienten mit seinen Beschwerden in den Mittelpunkt stellt. Die
­gesundheitlichen Probleme des Patienten zu erfassen und im medizinischen
Kontext adäquat darzustellen ist der Beginn der ärztlichen Tätigkeiten.
| Professor Dr. Christopher Baum – Präsident der MHH
| Professor Dr. Ingo Just – Studiendekan
­ aran schließen sich, geprägt durch molekulare und zelluläre Konzepte der
D
Erkrankung, eine zielführende Diagnostik und effektive Therapien an. Dabei
ist die individuelle Situation des Patienten ausschlaggebend für die Wahl
der Behandlungsmöglichkeiten.
sind eine kurze Zeit im Vergleich zum gesamten beruflichen Leben als Ärztin
und Arzt. Sie sind jedoch die bestimmenden Jahre, in denen der Grundstein
für die Qualität der beruflichen Tätigkeit und für den Enthusiasmus in der
Patientenversorgung sowie für die Forschung gelegt wird.
Der strukturierte Ablauf in der Patientenbehandlung ist einer der wesentlichen Grundsätze des Medizinstudiums an der MHH. Die Medizin in all
ihrer Komplexität den Studierenden verständlich zu machen und gleich­
zeitig Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden ist in Zeiten
­molekularer Medizin eine große Herausforderung. In der Studienkommission
haben wir den Aufbau der Curricula mit allen Beteiligten diskutiert und ein
praxisnahes Konzept erarbeitet. Trotzdem unterliegt der Modellstudiengang
einem kontinuierlichen Optimierungsprozess. Aber auf das, was wir, die Studierenden, die Dozentinnen und Dozenten sowie die Beschäftigten, bisher
in der Lehre bisher erreicht haben, können wir sehr stolz sein.
Wir, die wir Sie an der MHH betreuen und begleiten, hoffen, dass Sie an Ihrer
Hochschule eine aktive und lebendige Zeit erleben. Der Austausch und die
Begegnung zwischen Lehrenden und Studierenden machen letztendlich die
Qualität der Medizinischen Hochschule Hannover aus. Der Studienführer
möchte diese Atmosphäre widerspiegeln und Ihnen helfen, den Campus
der MHH besser kennen- und verstehen zu lernen.
Hannover, den 13. Oktober 2014
Prof. Dr. Christopher Baum, Prof. Dr. Ingo Just
Wir hoffen, dass Ihnen der Studienführer einen Einblick in die Komplexität
der Lehre und zugleich eine Vorstellung von der Vielfältigkeit des studentischen Lebens an der MHH gibt. Sechs Jahre Medizinstudium an der MHH
MHH Studienführer 2014/15 | Vorwort | 3
MHH Studienführer 2014/15 | Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Vorwort2
Modellstudiengang6
Einführung8
Auswahlgespräche an der MHH
16
Die Studieneingangsphase an der MHH
18
E-Learning20
OSCE Mündlich-praktische Prüfung
24
Mündliche Prüfung
26
E-Prüfung28
Die Promotion in der Medizin
30
StrucMed32
Organisation
34
Einleitung36
Studiendekan38
Studiendekanat – Studium & Prüfung
40
Das Studentensekretariat
44
Studiendekanat – FACT
46
Studiendekanat – Evaluation & Kapazität
48
Curriculumentwicklung50
Der Prüfungsausschuss
51
Das Deutschlandstudium
52
Die Studienkommission
53
Skills Lab
54
Die Bibliothek
56
Der AStA
58
Fachschaft Humanmedizin
59
Campus International
60
Mit ERASMUS+ im Ausland studieren
62
Willkommen in der MHH mit IsiEmed64
Qualitätssteigerung
66
Lehr-LOM68
Lehrpreise70
Studienqualitätsmittel72
4 | MHH Studienführer 2014/15 | Inhaltsverzeichnis
Campus
Der Sport an der MHH
Die Gruppe Erstsemesterarbeit – GEA
Campus Life e.V.
Aufklärung gegen Tabak (AGT)
IPPNW – Studierendengruppe Hannover
MSV – Mit Sicherheit verliebt
Das Teddybärkrankenhaus Hannover
Die AG Schauspiel
Der Chor der MHH
Das Symphonieorchester der MHH
Studieren mit Kind an der MHH
Der Alumni-Verein stellt sich vor
Gesellschaft der Freunde der Medizinischen
Hochschule Hannover e.V.
74
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
88
89
Curricula
90
Einführung und Studienaufbau Modellstudiengang HannibaL
92
Propädeutikum94
Zellbiologische und genetische Grundlagen der Medizin 95
Anatomische Grundlagen der Medizin
96
Chemische und Biochemische Grundlagen der Medizin
97
Physikalische und physiologische Grundlagen der Medizin I – III 98
Psychologische und soziologische Grundlagen der Medizin
99
Diagnostische Methoden
100
Pharmakologie, Toxikologie
101
Pathologie102
Hygiene, Mikrobiologie, Virologie
103
Medizinische Informatik, Medizinische Biometrie,
Medizinische Informatik
105
Public Health I
107
Klinische Medizin I
108
Dermatologie, Venerologie
109
Infektiologie, Immunologie
110
Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik
111
Chirurgie, Urologie, Orthopädie
112
Notfallmedizin115
Anästhesiologie116
Blockpraktikum Chirurgie
117
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
118
Psychiatrie und Psychotherapie
119
Blockpraktikum Innere Medizin
120
Frauenheilkunde, Geburtshilfe
121
Kinderheilkunde122
Humangenetik123
Augenheilkunde124
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde125
Neurologie126
Blockpraktikum Kinderheilkunde
127
Blockpraktikum Frauenheilkunde
128
Medizin des Alterns und des alten Menschen (Geriatrie)
129
Allgemeinmedizin130
Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin (GTE)
131
Rechtsmedizin132
Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren (RPMN)133
Blockpraktikum Allgemeinmedizin
134
Klinische Medizin II
135
„Leitsymptom Fieber“
136
Klinische Pharmakologie / Pharmakotherapie
137
Klinisch pathologische Konferenz
138
Radiologie139
Palliativmedizin140
Blockpraktikum MHH
141
Schmerzmedizin142
Arbeitsmedizin, Klinische Umweltmedizin
144
Public Health II, Sozialmedizin
145
Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
146
Ärztliche Kommunikation und Gesprächsführung im
Modellstudiengang HannibaL
148
Die Wahlfächer
150
Das Praktische Jahr (PJ)152
Anhang
154
Studien- und Prüfungsordnung vom 18.06.2014 (Auszüge)
155
Geschichte der MHH
156
Organe und Organisation der MHH
158
Lageplan162
Nützliche Kontakte rund um das Medizinstudium
161
Impressum162
MHH Studienführer 2014/15 | Inhaltsverzeichnis | 5
Modellstudiengang
Modellstudiengang
Konzept und Struktur
6 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | 7
Modellstudiengang HannibaL | Einführung
MODELLSTUDIENGANG
Die Struktur des Modellstudiengangs HannibaLs
Oktober
November Dezember
Propädeutikum
Januar
Februar
März
April
Klin. Visite
Pro
Mai
Pro
Juli
August
September
1. SJ
Diagnostische Methoden
Klinische
Medizin I
Juni
BP Innere
Medizin
2. SJ
Äquivalenz
zum M1
3. SJ
4.SJ
BP
MHH
Klinische
Medizin II *
praktisches Jahr
BP – Blockpraktikum
A-Tertial
*Differentialdiagnose und -therapie
B-Tertial
C-Tertial
8 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Einführung
5.SJ
6. SJ
M2
(schriftlich)
M3
(mündlich)
MODELLSTUDIENGANG
Der Modellstudiengang HannibaL
an der MHH – eine Einführung
| Die Medizinische Hochschule Hannover MHH ist eine der führenden medi-
zinischen Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland. International
nimmt sie sowohl in der medizinischen Forschung als auch in der Krankenversorgung eine Spitzenstellung ein und strebt ebenso in der Lehre
eine hohe Qualität an. Die MHH wurde in den 60iger Jahren als Reformuniversität (Humanmedizin und Zahnmedizin) mit dem Ziel konzipiert,
insbesondere in der klinischen Medizin eigenständige Forschungsrichtungen zu etablieren und mit wissenschaftlichen und klinischen Ressourcen
auszustatten (Department­system). Damit sollte für die geplante Zahl von
144 Studierenden der Humanmedizin ein themenorientierter, praxisnaher
Unterricht angeboten werden. Typisch für die MHH waren die frühzeitige
Aufnahme klinischer Themen in den vorklinischen Unterricht. Mit zunehmendem Wachstum der Hochschule und vor allem mit dem erheblichen
Anstieg der Studierendenzahlen auf bis zu 407 Studienanfänger in der Humanmedizin konnten diese Reformansätze nicht mehr verwirklicht werden.
Wir haben deshalb nach langjähriger Vorarbeit zum Studienjahr 2005/06 den
Modellstudiengang Medizin, „HannibaL“ (Hannoversche integrierte berufsorientierte adaptive Lehre) eingeführt. Die Grundlagen für diesen Modellstudiengang sind gemeinsam von den Studierenden und den Lehrenden der MHH
in der Studienkommission erarbeitet worden. Die zuständigen Ministerien
haben die Entwicklung des Modellstudiengangs gefördert.
Besonderheiten im Modellstudiengang „HannibaL“
Modellstudiengänge in Medizin werden in Deutschland an der Humboldt-Universität (Charité) in Berlin, in Aachen, Düsseldorf, Witten/Herdecke,
Mannheim, Hamburg, Köln und Oldenburg angeboten. Die Modellstudiengänge fühlen sich der Idee verpflichtet, das bestehende Medizinstudium zu
modernisieren, um eine bessere, berufsvorbereitende medizinische Ausbildung zu gewährleisten. Die Struktur des MHH-Modellstudienganges HannibaL unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten von denen anderer
Modellstudiengänge:
•
Der Unterricht im Modellstudiengang HannibaL findet nicht mehr in
Semestern, sondern in drei zehnwöchigen Unterrichtswochen, Tertiale
genannt, statt. Das erste Tertial beginnt Mitte Oktober und endet vor
Weihnachten. Das zweite Tertial geht von Januar bis Mitte März und das
dritte Tertial von Mitte April bis Anfang Juli. Die Zeiten zwischen dem
Frühjahrs- und Sommertertial sowie von Juli bis Oktober sind die vor­
lesungsfreie Zeit und sind für Famulaturen und wissenschaftliche Arbeiten vorgesehen. Ab dem dritten Studienjahr wird der Jahrgang gedrittelt
und die Studierenden rotieren durch die drei Tertiale des Studienjahres.
•
Alle Prüfungen werden in enger zeitlicher Beziehung zum Unterricht
durchgeführt.
•
Am Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung („M1“) nehmen die Studierenden des Modellstudiengangs HannibaL nicht teil. Alle Prüfungen in
den ersten beiden Studienjahren sind „äquivalent“ und ersetzen diese
Staatsprüfung. Der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung markiert den
Abschluss des Modellstudiengangs am Ende des fünfjährigen Studiums.
Nach dem Praktischen Jahr wird das Gesamtstudium durch die mündlich-praktische Prüfung des Dritten Anschnitts der Ärzt­lichen Prüfung
abgeschlossen.
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Einführung | 9
Modellstudiengang HannibaL | Einführung
MODELLSTUDIENGANG
Inhaltliche Ziele des Modellstudiengangs an der MHH
Die Ausbildung verfolgt zwei wesentliche Ziele:
Die Struktur des Studiums im Modellstudiengang
1.Patientenorientiert und praxisnah: Die Studierenden sollen bereits
während des Studiums zu kompetenten Ärztinnen und Ärzten ausgebildet werden, die fähig sind, mit kranken Menschen umzugehen. Deshalb
stehen der Umgang mit Patienten und die praktische ärztliche Tätigkeit
im Studium im Vordergrund. Am Ende des Studiums sollen die Studierenden in der Lage sein, selbstständig die Probleme eines Patienten
zu erfassen, aus der Anamnese und körperlichen Untersuchung eine
Verdachtsdiagnose zu formulieren, im Rahmen weiterer diagnostischer
Methoden zu einer Diagnose zu gelangen und mit einem geeigneten
Therapie- und Rehabilitationsplan den Patienten zu behandeln.
Die Tertialisierung des Medizinstudiums an der MHH bedeutet eine Dreiteilung des Jahrgangs (270 Studierende) und zugleich eine Drittelung des
akademischen Jahres in drei 10-wöchige Tertiale. Vom dritten Studienjahr
an werden die Tertiale parallel durchlaufen. Das bedeutet für die Lehrenden
an der MHH eine wesentliche Zunahme der Lehrverpflichtungen. Für die
Studierenden heißt das jedoch, dass in einem Tertial nur noch 90 Studentinnen und Studenten unterrichtet werden. Diese Studentenzahl ermöglicht
eine einfache Aufteilung in Kleingruppen und erlaubt so einen intensiven
Unterricht. Zugleich wird die persönliche Betreuung im Medizinstudium
verbessert.
2.Wissenschaftlich und forschungsorientiert: Ziel ist, die Begeisterung für klinische und experimentelle Forschung bei den Studierenden
zu wecken. Die Studierenden sollen – basierend auf den naturwissenschaftlichen Grundlagen - in molekularer Medizin ausgebildet werden, um
die molekularen Grundlagen der Krankheiten verstehen zu können. Dazu
gehört, dass sie die modernen Forschungsansätze gedanklich durchdringen und diese für die Patienten nutzbringend anwenden können.
Ein wichtiges Charakteristikum des MHH-Modellstudienganges ist die
­patientenorientierte Ausbildung. Im Vordergrund steht der Patient
mit seiner Symptomatik und seinen gesundheitlichen Problemen. Die MHH
vermittelt den Patientenbezug nicht erst nach der naturwissenschaftlichen
Grundausbildung im späteren klinischen Abschnitt, sondern gleich zu Beginn des Studiums. Der Patient steht im Zentrum der ärztlichen Tätigkeit, an
dem sich Grundlagenwissen und klinisches Wissen orientieren.
| Tertialisierung des Studiums an der MHH im Rahmen des Modellstudiengangs
10 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Einführung
Im Verlauf des Studiums werden diese Krankheitsbilder zunehmend differenzierter dargestellt, ihre Therapie erläutert und die für die Krankheiten relevanten Differentialdiagnosen vorgestellt. Auf diese Weise setzen sich die
Studierenden im Verlauf des Medizinstudiums mehrfach mit einer Krankheit
auseinander und erfahren die Medizin im Sinne einer „Lernspirale“.
„Lernspirale“ bedeutet, dass die Themen in den unterschiedlichen
­Modulen der Studienjahre in jeweils neuen Kontexten und mit zunehmender Komplexität im Verlauf des Studiums mehrfach aufgenommen, vertieft
und in Bezug auf die zukünftige berufliche Praxis fokussiert werden.
Dabei sollen die beiden wesentlichen Elemente des hannoverschen
­Modell­studiengangs, Molekulare Medizin und Praxisbezug, in jedem Modul
miteinander verknüpft werden. So reflektieren die Studierenden, angepasst
an ihren jeweiligen Wissensstand, komplexe medizinische Themen und
Fragestellungen und erwerben gleichzeitig immer mehr Handlungskompetenz für ihre spätere berufliche Tätigkeit. Dadurch entsteht ein fruchtbarer
Diskurs über die molekularen Mechanismen und Ursachen der Erkrankung
einerseits sowie die Symptome und Manifestationen bei den Patienten andererseits. Am Beispiel der „Lernspirale“ der Inneren Medizin lässt sich das
didaktische Konzept des Modellstudiengangs gut aufzeigen:
| Patientenkontakt ab dem ersten Studienjahr
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Einführung | 11
MODELLSTUDIENGANG
Bereits früh im Studium wird deshalb der strukturierte Zugang zum Patienten thematisiert, und es erfolgt eine Ausbildung entlang der Probleme
des Patienten und der klinischen Krankheitsbilder. Das Eingehen auf den
Patienten und die Erfassung der wichtigsten Beschwerden werden während
des Studiums immer wieder eingeübt. Große klinische Krankheitsbilder wie
Herzinsuffizienz oder Gelenkerkrankungen werden ebenfalls am Anfang
des Studiums vorgestellt und in den naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern Anatomie oder Physiologie aufgegriffen und beleuchtet.
Modellstudiengang HannibaL | Einführung
MODELLSTUDIENGANG
Im ersten Studienjahr ...
führt das Modul Propädeutikum die Studierenden anhand von konkreten
Fallbeispielen und klinischen Visiten in das medizinische Denken ein. Auf
naturwissenschaftlicher Grundlage (beispielsweise Genetik, Physiologie,
Anatomie) wird an realen Patienten beispielhaft das ärztliche Procedere
(Erfassen der Symptomatik, diagnostisches Procedere, therapeutische Entscheidungen) erlernt. Die Studierenden sollen den Zusammenhang zwischen ärztlicher Tätigkeit und den Grundlagenwissenschaften von Anfang
an verstehen und anwenden. Die Patientenvorstellungen, die in den
Grundlagenfächern stattfinden, verdeutlichen die Theorie am Einzelfall. Die
klinischen Visiten des Propädeutikums dienen dazu, die Studierenden
in Kleingruppen an den Patienten heranzuführen und dessen Probleme exemplarisch zu erfahren.
So verstehen die Studierenden des Modellstudiengangs bereits in der ersten Phase des Studiums, dass aktiv abrufbares Grundlagenwissen für eine
gute Ärztin und einen guten Arzt unbedingt notwendig sind.
Im zweiten Studienjahr ...
erlernen die angehenden Mediziner im Modul Diagnostische Methoden,
wie sich wichtige Krankheitsbilder manifestieren. Die Studierenden verwenden die bereits im ersten Jahr erlernten Strukturen des ärztlichen Denkens,
um die diagnostischen Methoden auf den jeweiligen Fall anzuwenden.
Neben Internisten sind Allgemeinmediziner, Dermatologen, Gynäkologen,
Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Neurologen, Pädiater und auch Zahnärzte am
Unterricht beteiligt. Aus den theoretischen Fächern sind vor allem die Physiologen sowie die Medizinischen Psychologen und Soziologen integriert.
Das Modul Diagnostische Methoden ist nicht nur in Umfang und Zusammensetzung in Deutschland einmalig, wichtiger ist vor allem seine
Platzierung im zweiten Studienjahr. Zu diesem Zeitpunkt wird an keiner
anderen deutschsprachigen medizinischen Fakultät ein vergleichbares Angebot als Teil eines Staatsexamensersatzes (M1) realisiert. Dadurch ist ein
deutlich früherer Einstieg in die klinische Praxis, nicht zuletzt in Form von
Famulaturen, möglich. Der Modellstudiengang an der MHH schafft so eine
patientenorientierte Ausbildung auf hohem wissenschaftlichem Niveau.
Dazu bedarf es intensiver Arbeit in studentischen Kleingruppen, um die
Fertigkeiten intensiv zu erarbeiten und einzuüben. Am Ende der vierzehnwöchigen Ausbildung in diesem Kurs steht eine mündlich-praktische Prüfung (OSCE Diagnostische Methoden). Hier werden die Studierenden an
Simulationspatienten einzeln geprüft. Insbesondere kommt es dabei auf
das strukturierte Vorgehen, den korrekten Einsatz der erlernten Methoden
und die genaue Anwendung manueller Untersuchungstechniken an. Das
Modul nimmt außerdem Bezug auf den Lernstoff der bisher unterrichteten
Fächer, wie beispielsweise Anatomie und Physiologie. Diese Prüfung stellt
damit hohe Anforderungen an Prüflinge und Prüfende.
Mit dem Rüstzeug des Moduls Diagnostische Methoden versehen,
stehen den Studentinnen und Studenten die Stationen der Medizinischen
Hochschule Hannover sowie die Lehrkrankenhäuser der MHH für die weitere Ausbildung offen.
Auf den klinischen Stationen können sie im Rahmen von Kursen und Famulaturen Patienten untersuchen und die Anamnese sowie das Erstellen
von Differentialdiagnosen üben. Diese „aufgearbeiteten“ Patientenfälle
werden den jeweils betreuenden Dozentinnen und Dozenten vorgestellt
und mit diesen kritisch besprochen.
| Exzellente Lehre: Vorlesungen ergänzen die frühe praxisnahe Ausbildung im
­Modellstudiengang
12 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Einführung
MODELLSTUDIENGANG
| Exemplarischer Stundenplan der ersten Woche des Moduls Propädeutikum im ersten Jahr
Datum
Wochentag
Beginn
23.02.2015
Montag
08:15 Uhr 09:00 Uhr Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Diagnostik:
8:15
9:00
Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Diagnostik: „gender aspects“
„gender aspects”
Dr. Sigrid Stöckel
24.02.2014
23.02.2015
Montag
Montag
10:00Uhr EEinführung
in f ü h r u n g inind idie
e L aLabordiagnostik
b o r d ia g n o s t ik / P r ä/aPräanalytik
n a ly t ik
09:159:15
Uhr 10:00
PProf.
r o f. LLichtinghagen
ic h t in g h a g e n
23.02.2015
24.02.2014
Montag
Montag
10:15
Uhr 11:00
10:15
11:00Uhr ZZugang
u g a n g z uzum
m H Herzpatienten
e r z p a t ie n t e n
PProf.
r o f. BBauersachs
a u e r sa c h s
24.02.2015
Dienstag
08:15 Uhr 09:00 Uhr Leitsymptom Thoraxschmerz
25.02.2015
Mittwoch
08:15 Uhr 09:00 Uhr Leitsymptom Palpitationen, Synkope, Schwindel
24.02.2014
25.02.2014
26.02.2014
Montag
Dienstag
Mittwoch
Ende
Titel
Dozent
Dr. Sigrid Stöckel
Prof. Bonz
8:15
9:00
L e it s y m p t o m T h o r a x s c h m e r z
P r o f. B o n z
8:15
9:00
L e it s y m p t o m P a lp it a t io n e n , S y n k o p e , S c h w in d e l
PD Gardiwal
26.02.2015
Donnerstag 08:15 Uhr 09:00 Uhr Körperliche Untersuchung des Herzens inkl. Befundformulierung
P D G a r d iw a l
27.02.2014
27.02.2015
Donnerstag
Freitag
Prof.
Prof.Bonz
GP
Untersuchung
des Herzens
inkl. Befundformulierung
9:00Uhr Körperliche
08:158:15
Uhr 09:00
unterstützende
apparative
Untersuchung
des Herzens
Stundenplan der zweiten Woche des Moduls Diagnostische Methoden im zweiten Jahr
| Exemplarischer
28.02.2014
Freitag
8:15
9:00
unterstützende apparative Untersuchung des Herzens
Prof. Bonz
Meyer
Prof. GP Meyer
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Einführung | 13
Modellstudiengang HannibaL | Einführung
MODELLSTUDIENGANG
Im dritten Studienjahr ...
greift das Modul Klinische Medizin (Teil I) die Innere Medizin und
­Psychiatrie wieder auf und stellt die wichtigsten Krankheitsbilder der Inneren Medizin interdisziplinär vor. Es greift auf die bereits unterrichteten
Krankheitsbilder zurück, sodass bereits zu diesem Zeitpunkt im Studium
Kenntnisse über die großen Krankheitsbilder vorhanden sind. Neben der
klinischen Darstellung werden die Krankheitsbilder von pathologischer,
physiologischer, biochemischer und pharmakologischer Seite beleuchtet.
Über das reine Wissen hinaus strukturiert diese Ausbildung das ärztliche
Vorgehen der Studierenden bei den einzelnen Patienten („von den häufigen Krankheiten zu den selteneren“) und führt zu einer vernünftigen Einschätzung des eigenen Könnens und damit zu einem „allgemeinärztlichen“
Verständnis der Studierenden.
Im vierten Studienjahr ...
lehrt die Innere Medizin in Vorlesungen, Seminaren und Bedside teaching
die noch ausstehenden Krankheitsbilder. Auch hier werden im Sinne der
„Lernspirale“ zuvor erlernte Krankheitsbilder, Kenntnisse und Fertigkeiten
der Inneren Medizin sowie pathophysiologische Grundlagen patientenbezogen angewendet und vertieft. Die „Lernspirale“ wird in diesem Jahr auch
auf andere Fächer, insbesondere Chirurgie und Psychiatrie angewendet.
Auch bei diesen Fächern wird am Patienten unterrichtet.
Im Blockpraktikum Innere Medizin sollen die Studierenden ihre Kenntnisse in Diagnostischen Methoden mit den theoretischen Kenntnissen der
wichtigen Krankheitsbilder an stationären Patienten anwenden. Die Studierenden erfahren hier konkretes ärztliches Arbeiten, Selbstständigkeit und
vertiefen ihre erlernten Fertigkeiten.
H ö rsa a l
Montag
13.10.2014
Dienstag
14.10.2014
Mittwoch
15.10.2014
Donnerstag
16.10.2014
Freitag
17.10.2014
N
N
N
N
N
Thema
COPD
8.15 Uhr: Einführung
Apoplex
Lungenembolie &
Thrombose
9:15 – 10:00
Klinik
PD Dr. Köhnlein
Klinik
Prof. Dr. Weißenborn
Grundlagen
Prof. Dr. Brenner
Grundlagen
Prof. Dr. Brenner
Grundlagen
Prof. Dr. Brenner
10:15 – 11:00
Klinik
PD Dr. Köhnlein
Klinik
Prof. Dr. Weißenborn
Klinik
Prof. Dr. Tiede
Klinik
PD Dr. Bavendiek
Klinik
Prof. Dr. Wollert
11:15 – 12:00
Grundlagen
PD Dr. Jonigk
Grundlagen
Prof. Dr. Hartmann
Klinik
Dr. Tiede
Klinik
PD Dr. Bavendiek
Klinik
Prof. Dr. Wollert
12:15 – 13:00
Therapie
Prof. Dr. Neumann
Therapie
Prof. Dr. Seifert
Therapie
PD Dr. Engli
Therapie
Prof. Dr. Stichtenoth
Therapie
Prof. Dr. Schneider
| Exemplarischer Stundenplan einer Woche des Moduls Klinische Medizin I im dritten Studienjahr
14 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Einführung
Koronare
Herzkrankheit
Herzinsuffizienz
Die einzelnen Wochen des Kurses stehen unter einem bestimmten differentialdiagnostischem Thema, wie zum Beispiel Fieber oder Bewegungsstörungen. Die differentialdiagnostischen Vorlesungen finden am Vormittag statt
und werden durch die Kurse „Radiologie und Strahlentherapie“ und „Arzneimitteltherapie“ am Nachmittag ergänzt. Auch die Inhalte dieser Kurse
sind auf das jeweilige Wochenthema bezogen. Einmal wöchentlich findet
ganztägig der Kurs „Klinisch pathologische Konferenz“ statt.
MODELLSTUDIENGANG
Im fünften Studienjahr ...
steht die Arbeit mit dem Patienten im Modul Klinische Medizin (Teil II)
im Zusammenhang mit den bisher erworbenen Fertigkeiten im Vordergrund. Nach mehr als vier Jahren kehren die Studierenden in der „Lern­
spirale“ wieder zu den Anfängen zurück. Ausgehend von der Komplexität
der ­Symptomatik und Problematik einzelner Patienten wenden die Studentinnen und Studenten ihre Kenntnisse direkt an und begreifen sie im
Kontext. So wird die Ausbildung an der MHH bezüglich der späteren Berufstätigkeit transparent und verständlich. Parallel zu diesem Kurs werden
die Pathologie einzelner Krankheiten, die bildgebende Diagnostik sowie
die pharmakologischen Therapien behandelt. Die Prüfung des Moduls fragt
anhand von Fallbeispielen das Wissen im ärztlichen Kontext ab und gilt
deshalb als gute Vorbereitung auf das Praktische Jahr.
Am Ende des Moduls Klinische Medizin II“ sollen die Studentinnen und
Studenten eine hohe Kompetenz auf den Gebieten der symptombezogenen
Differentialdiagnose haben, bildgebende Verfahren fachkundig und kritisch
im diagnostischen Einsatz beurteilen sowie einen speziellen Therapieplan
für die jeweilige Erkrankung erstellen können. Insbesondere sollen sie in
der Lage sein, eine rationale Arzneitherapie anzuwenden.
Die Struktur der „Lernspirale“ der Inneren Medizin beinhaltet alle Merkmale des MHH-Modellstudiengangs HannibaL wie Orientierung an der
Symptomatik und Problematik des Patienten, evidenz- und wissenschaftsbasierte molekulare Medizin und anwendungsorientierte sowie berufsbezogene Praxis. Auch die notwendige Qualifikation der Lehrenden spiegelt
sich in dieser Struktur wider: Neben der fachbezogenen Expertise ist eine
umfassende Kenntnis des Curriculums sowie der Verzahnung des eigenen
Gebietes mit den anderen Fächern der Ausbildung zwingend erforderlich.
| Studieren und Forschen: Ab dem dritten Studienjahr können Studierende eine experimentelle Doktorarbeit beginnen.
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Einführung | 15
Modellstudiengang HannibaL | Auswahlgespräche
MODELLSTUDIENGANG
Die Auswahlgespräche an der MHH
zum Modellstudiengang HannibaL
| Das Ziel des Modellstudiengangs Medizin ist, die Studentinnen und
S­ tudenten zu hervorragenden jungen Ärztinnen und Ärzten auszubilden.
Die Definition eines guten Arztes/einer guten Ärztin ist zwar sehr komplex,
allerdings sind sich die meisten darüber einig, dass dazu mehr als nur gute
Noten gehören. Daher versucht die MHH bereits in ihren Auswahlgesprächen, diejenigen Bewerberinnen und Bewerber auszusuchen, die im Gespräch glaubhaft ihren Enthusiasmus und ihr Engagement für den Arztberuf
vermitteln können.
Empathie, soziale Kompetenz, wache Intelligenz, Bereitschaft zur wissenschaftlichen Leistung und Teamfähigkeit sind gefragte Eigenschaften.
­Kritikfreude und -fähigkeit sind für die aktive Teilnahme am MHH-Studium
ebenfalls eine gute Voraussetzung. Nur so lassen sich die beiden Pole des
Medizinstudiums, Engagement und Anteilnahme für den Patienten sowie
Interesse an den molekularen Mechanismen der Erkrankung, verbinden.
Zum Studienjahr 2006/07 führte die MHH die Auswahlgespräche im Rahmen des Auswahlverfahrens der Hochschulen ein. Damit wird die MHH an
der Vergabe von ungefähr 60 % der Studienplätze beteiligt. Die Entscheidung für Auswahlgespräche und gegen einen Studierfähigkeitstest fiel nach
langen Diskussionen in der Studienkommission und im Senat. Die MHH
erhofft sich von den Aufnahmegesprächen einen frühen offenen Austausch
mit den Studierenden. So sollen die Bewerberinnen und Bewerber nicht nur
16 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Auswahlgespräche
anhand der Abiturnoten oder gewichteter Fachnoten Anerkennung finden,
sondern auch durch ihre Persönlichkeit.
Jede Auswahlkommission besteht aus zwei Hochschullehrerinnen / Hochschullehrern bzw. Fachärztinnen / Fachärzten, die aus unterschiedlichen
Bereichen der MHH kommen. Kriterien zur Feststellung der besonderen
Eignung der Bewerberinnen und Bewerber sind u. a. die Gründe für Berufswahl, die Studienmotivation, die sich in den Vorstellungen über Studium
und Beruf widerspiegelt, sowie besondere schulische und außerschulische
Interessen und Aktivitäten.
Darüber hinaus werden berufliche und sonstige Tätigkeiten berücksichtigt
sowie soziales Engagement. Entscheidend ist auch, wie flexibel die Bewerberinnen und Bewerber im Auswahlgespräch auf wechselnde Gesprächsthemen und verschiedene Gesprächspartnerinnen und -partner eingehen
können. Die Auswahlkommission beurteilt die Kandidatinnen und Kandidaten abschließend hinsichtlich der drei Einzelaspekte „Persönliche Voraussetzungen“, „Fachliche Aspekte“ und „Außerschulische Interessen“
und gibt abschließend eine Gesamtbewertung ab. Aus der so ermittelten
Punktzahl im Auswahlgespräch und der Abiturdurchschnittsnote wird ein
gewichteter Mittelwert (Auswahlgespräch: 49 %; Abiturdurchschnittsnote:
51 %) errechnet, wodurch eine neue Rangfolge entsteht.
MODELLSTUDIENGANG
| Der persönliche Eindruck zählt: Im Auswahlgespräch beurteilen die MHH-Dozenten auch die außerschulischen Interessen der Bewerber.
Regularien für die Auswahlgespräche an der MHH
In ihrer Zulassungsordnung für die Studiengänge Medizin und Zahnmedizin hat die MHH festgelegt, dass die Anzahl der Einladungen zu den Auswahlgesprächen dreimal so hoch ist wie die Anzahl der zu vergebenden
Studienplätze. Weiterhin kommen nur Bewerberinnen und Bewerber in die
Auswahl, die die MHH als erste Präferenz angegeben haben. Trotzdem ist
zu beobachten, dass zwar nicht alle eingeladenen Kandidatinnen und Kandidaten zu den Auswahlgesprächen erscheinen, aber diejenigen Bewerberinnen und Bewerber, die aufgrund ihres Rangplatzes einen Studienplatz
erhalten, diesen in der Regel auch annehmen.
INFO Ansprechpartner
Britta Minx
Harald Friedrichs
Kontakt
minx.britta@mh-hannover.de
friedrichs.harald@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Auswahlgespräche | 17
Modellstudiengang HannibaL | Studieneingangsphase
MODELLSTUDIENGANG
18 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Studieneingangsphase
MODELLSTUDIENGANG
Die Studieneingangsphase an der MHH
IsiEmed, GEA, Propädeutikum
| Die Zulassung zum Studium ist geschafft – das Studium kann beginnen!
Gleich in den ersten Wochen lernen die Studierenden nicht nur Vorlesungsbetrieb kennen, sondern gleichzeitig auch andere Studierende und die MHH:
1.Studieneingangswoche, die so genannte „Ersti-Woche“
2. Start des Studiums mit propädeutischen Themenwochen im Modul
­Propädeutikum
3. Vorbereitung der ausländischen Studierenden und deren Betreuung durch
Tutoren (IsiEmed)
Die Studieneingangsphase besteht aus einer Einführungswoche, der sogenannten „Ersti“-Woche, in der die Studierenden sich untereinander und die
Hochschule kennenlernen. Hierbei werden Information und Spaß optimal
kombiniert. Die studentischen Tutoren dieser „Ersti“-Woche haben auch
später im Studium immer ein offenes Ohr für Sie. Organisiert wird diese
Woche von der studentischen Gruppe Erstsemesterarbeit (GEA).
Der ersten Woche des Studiums folgen drei sogenannte Propädeutikumswochen, in denen die Studierenden an Hand von Themenwochen (z.B.
R­ ückenschmerz) in das Medizinstudium eingeführt werden. Die Besonderheit an der MHH ist, dass die Studierenden hier bereits den Umgang
mit den Patienten lernen und in das interdisziplinäre ärztliche Denken und
­Handeln eingeführt werden. Anhand ganz konkreter Fallbeispiele wird das
medizinische Denken vermittelt und der Studienanfänger mit dem ärzt­
lichen Prozedere vertraut gemacht. Der Patient steht dabei immer im Mittelpunkt. Sie beginnen Ihr Studium mit den (lebenden) Patienten und haben
erst danach Unterricht an der Leiche (im Rahmen des Anatomieunterrichts).
Abgerundet wird die Einführungsphase durch ein spezielles Integrationsprogramm für ausländische Studierende, das bereits vor dem Studienbeginn startet und die ausländischen Studierenden sprachlich, fachlich und
menschlich in das Studium einführt und sie auch während des Studiums
begleitet. Das Programm bietet neben einem persönlichen Kontakt zu den
ehrenamtlichen Lotsen auch ein Sprach- und Integrationstraining, ein fachliches Tutorium und ein Training der Patienten- und Fachsprache. Das Programm heißt IsiEmed (Integration, sprachlicher und interkultureller Einstieg
in das Studium).
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Studieneingangsphase | 19
Modellstudiengang HannibaL | E-Learning
MODELLSTUDIENGANG
E-Learning
im Modellstudiengang HannibaL
Abteilung: Peter L. Reichertz Institut für Medizinische
Informatik der TU Braunschweig und der Medizinischen
­Hochschule Hannover, Standort Hannover
| Individuelles und praxisnahes Lernen mit neuen Medien – das ist das Ziel der
E-Learning-Angebote im Modellstudiengang HannibaL. Alle E-Learning-Angebote sind zentral erreichbar über https://elearning.mh-hannover.de/.
Zu Beginn ihres Studiums erhalten alle Studierenden ihren persönlichen
Zugang zum Lernmanagementsystem ILIAS der Medizinischen Hochschule
Hannover.
ILIAS steht für Integriertes Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-­
System und ermöglicht die Bereitstellung vielfältiger multimedialer Materialien und die Nutzung verschiedener webbasierter Kommunika­tionsformen.
Dozierende an der Medizinischen Hochschule Hannover nutzen I­LIAS zur
Unterstützung der Lehre, indem sie digitale Vorlesungsskripte, multimediale
Lernmodule, interaktive Selbsttests und auch Videos über I­LIAS für die Studierenden zur Verfügung stellen. Von den Studierenden und den Lehrenden
wird ILIAS zudem als Kommunikations- und Arbeitsplattform genutzt.
E-Learning in HannibaL steht dabei nicht im Widerspruch zu einem patienten-orientierten und praxisnahen Studium, sondern schafft die Möglichkeit
detaillierte Fallbeispiele und realitätsnahe Befundbilder darzustellen. Ärztinnen und Ärzte können zudem mit dem Contentmanagementsystem Medical Schoolbook Falldaten sammeln und diese im Unterricht verwenden.
Eingebunden in ein didaktisches Konzept und gestützt durch das Engagement der Lehrenden bieten technische Entwicklungen vielfältige Möglichkeiten, um die Qualität der Lehre durch E-Learning zu verbessern. Je stärker
die Lehrenden dabei das E-Learning-Angebot in ihre Lehrveranstaltungen
einbinden, umso höher ist die Akzeptanz bei den Studierenden. Auf der
Grundlage begleitender Evaluationen werden die E-Learning-Angebote
kontinuierlich weiterentwickelt und an die Erfordernisse des Curriculums
angepasst.
20 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | E-Learning
MODELLSTUDIENGANG
| Ansicht des Lernmanagementsystems ILIAS der MHH
Mit E-Learning durchs Studium
Bereits im 1. Studienjahr lernen die Studierenden unterschiedliche E-Learning-Angebote kennen. Im Unterrichtsmodul „Zellbiologische und genetische Grundlagen der Medizin“ wird das Medical Schoolbook Zellbiologie
zur Unterrichtsunterstützung des Praktikums eingesetzt. Erfahrungen aus
der Vergangenheit haben gezeigt, dass es vielen Studierenden Mühe bereitet, sich in die mikroskopischen Techniken einzuarbeiten und Routine in der
mikroskopischen Beobachtung zu gewinnen. Um den Studierenden zu ermöglichen, sich unabhängig von ihrem Stundenplan und der Raumbelegung
des Mikroskopiersaals mit der Zellbiologie auseinanderzusetzen, wurde das
Medical Schoolbook Zellbiologie entwickelt. Es enthält Abbildungen der im
Praktikum benutzen Präparate, die beliebig vergrößert werden können und
mit Erläuterungen versehen sind. Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass
das Schoolbook Zellbiologie eine gute Lernhilfe zur Nachbereitung der Inhalte des zellbiologischen Praktikums und zur Vorbereitung auf die Klausur
darstellt. Im Rahmen des durch das Niedersächsische ­Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Projekts campusemerge (ausgezeichnete
Lehre für Niedersachsen) wurde das „Medical Schoolbook Zellbiologie“
2011 für herausragenden Einsatz von multimedialen Elementen in der
Hochschullehre prämiert.
Ein E-Learning-Einsatz, der stärker auf die aktive Mitarbeit der Studierenden setzt, ist das Beispiel einer Gruppenarbeit mit Wikis. Ein Wiki ist eine
internetbasierte Software für das kollaborative Erstellen von Texten, bei
dem verschiedene Personen zeit- und ortsunabhängig zusammenarbeiten
können. Mit den in ILIAS verfügbaren Wikis können Studierende gemeinsam Hausaufgaben bearbeiten und Texte erstellen. Mit dem Einsatz von
E-Learning-Angeboten werden so auch die Medienkompetenzen der Studierenden im Umgang mit webbasierten Programmen zur Unterstützung
des individuellen Lernens gefördert.
In Laufe des Studiums kommen dann weitere E-Learning-Angebote hinzu.
So zeigen verschiedene Lehrfilme die einzelnen Schritte einer körperlichen
Untersuchung und der ärztlichen Interaktion mit den Patienten. Von der
Begrüßung bis zur Befundformulierung für den Patienten zeigen die Filme
die komplette Untersuchung. Einzelne Untersuchungsabschnitte werden
zudem im Detail gezeigt. Die Filme unterstützen die Studierenden beim
Erlernen ärztlicher Tätigkeiten, welche sie in Kleingruppenunterricht im Modul „Diagnostischen Methoden“ und während der abschließenden Prüfung
anwenden müssen.
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | E-Learning | 21
Modellstudiengang HannibaL | E-Learning
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| Mobile Augmented-Reality-Anwendung des PLRI (mARble) am
Beispiel eines in die reale Szene eingeblendeten 3-D-Objekts
| Ausschnitt aus Video zur körperlichen Untersuchung
Durch die technischen Möglichkeiten der Hard- und Software, insbesondere
mobiler Geräte, kann das Lernen mit multimedialen Medien überall stattfinden. Als Videopodcast kann z.B. ein Film über die Schulteruntersuchung
noch schnell auf dem Weg zur Uni angeschaut werden, um sich so auf
den nächsten U-Kurs vorzubereiten. Ebenso ist es möglich, reale Objekte in einer Lernsituation mit computergenerierten Zusatzinformationen zu
versehen und so in eine „Augmented Reality“ einzutauchen. Die mobile
Applikation „mARble“, die Anfang 2013 mit dem renommierten Nachwuchs-Preis d-elina des Hightec-Verbands BITKOM in der Kategorie Campus ausgezeichnet wurde, ist eine Simulations-App, die eine Lernumgebung
für Smartphones und Tablet-Computer für Studierende bietet. Unter Einbeziehung der realen Umgebung können die Lernenden dank „Augmented
Reality” zum Beispiel Untersuchungs- oder Interview-Techniken in simulierten Situationen trainieren. Durch die Umwandlung abstrakter Symbole
in reale Abbildungen von Verletzungen oder Erkrankungen entstehen dabei
nachhaltige Lerneffekte.
22 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | E-Learning
Das E-Learning-Team der MHH
Betreut werden die verschiedenen webbasierten Lehrangebote vom E-Learning-Team des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik (PLRI).
Das PLRI ist ein gemeinsames Institut der TU Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover (http://www.mh-hannover.de/plri.html
und http://www.plri.de). Neben den Bereichen Assistierende Gesundheitstechnologien (AGT), Informationsmanagement und Informationssysteme
für das Gesundheitswesen (I2G), Mobilgeräte und Apps im medizinischen
Kontext (mHealth) gehört das Themengebiet des elektronisch gestützten
Lernens (E-Learning inkl. E-Assessment) zu den Forschungsschwerpunkten
des Instituts.
Das multidisziplinäre Team am Standort Hannover beschäftigt sich mit den
technologischen und mediendidaktischen Aspekten digitaler Lernangebote.
Dabei stehen Fragen nach den Einsatzmöglichkeiten mobiler Geräte, die
Adaption von Methoden der Künstlichen Intelligenz zur Gestaltung individueller Lernwege und die Bedingungen zur Förderung der persönlichen
Kompetenzentwicklung der Lernenden im Vordergrund des Forschungs­
interesses.
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Ziel der Forschungsaktivitäten im Bereich E-Learning am PLRI ist es, die
medizinische Ausbildung durch den Einsatz moderner Informations- und
Kommunikationstechnologien nachhaltig zu verbessern. Webbasierte Lernund Prüfungsmethoden sollen dabei die Vermittlung klinischer Fähigkeiten
und medizinischer Handlungsweisen unterstützen.
Bei der Entwicklung neuer E-Learning-Angebote arbeitet das PLRI eng mit
den verschiedenen medizinischen Fachabteilungen und Kliniken sowie dem
Studiendekanat zusammen.
Über neue Aktivitäten im Bereich der elektronischen Lehre informiert das
eLearning-Team regelmäßig im Blog unter https://elearning.mh-hannover.
de/blog.
| M. Marschollek
| M. Behrends
| B. Engelke
| J. Krückeberg
INFO Ansprechpartner
Dr. Marianne Behrends, 0511-532-3510
Dr. Jörn Krückeberg, 0511-532-4411
Dr. Ute von Jan, 0511-532-4412
Dr. Thomas Kupka, 0511-532-2553
Dr. Urs-Vito Albrecht, 0511-532-3508
Bernward Engelke, 0511-532-2555
Prof. Dr. Dr. Michael Marschollek, 0511-532-5295
Kontakt
eLearning@mh-hannover.de
| T. Kupka
| U. von Jan
| U. Albrecht
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | E-Learning | 23
Modellstudiengang HannibaL | OSCE
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OSCE
– mündlich-praktische Prüfung an der MHH
| Die Prüfungsform OSCE (Objective Structured Clinical Examination) wurde
an der University of Dundee in Schottland entwickelt. Ein OSCE beurteilt
auf objektive und standardisierte Weise unterschiedliche Aspekte konkreter
ärztlicher Tätigkeit. Er prüft sowohl Grundlagenwissen, klinisch-praktische
Fertigkeiten, kommunikative Fähigkeiten als auch die Verknüpfung und
Umwandlung von theoretischem Wissen in die Praxis (Handlungswissen,
„Know-how“).
Der OSCE ist ein flexibler Prüfungsrahmen, in dem verschiedene Methoden
Platz haben, dabei sind zur jeweiligen Fertigkeit auch Prozess und angewandte Technik beurteilbar. Jeder Prüfling durchläuft nach einem Rota­
tionsverfahren während eines OSCE einen Parcours, der sich aus verschiedenen Stationen zusammensetzt. Dabei beurteilen und bewerten die Prüfer
an jeder Station die Leistung anhand von speziell entwickelten Checklisten.
Die Prüfung an einer Station dauert in der Regel zwischen fünf und zehn
Minuten.
| Theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen: Die Prüfungsform OSCE beurteilt
­klinisch-praktische Fertigkeiten.
Praxis prüfen: Umsetzung von OSCE an der MHH
An der MHH werden derzeit die am Ende des zweiten Studienjahres im
Modul „Diagnostische Methoden“ erworbenen Fertigkeiten in Form eines
OSCE überprüft. Prüfungsstoff sind die grundlegenden ärztlichen Tätigkeiten. Dazu gehören das ärztliche Gespräch sowie die einfache klinische Untersuchung des Patienten ohne technische Hilfsmittel: Hier kommen sowohl
Simulationspatienten als auch „echte“ Patienten zum Einsatz.
An den unterschiedlichen OSCE-Stationen werden die Anamneseerhebung,
die Diagnoseübermittlung und die Fähigkeit zur Durchführung einer leitsymptomorientierten körperlichen Untersuchung geprüft.
24 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | OSCE
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| Von der Anamnese bis zur Diagnosemitteilung: In der OSCE bewerten Dozenten das Arzt-Patienten-Gespräch.
An weiteren Stationen werden an Modellen invasive Techniken wie die
Blutentnahme oder Injektionen durchgeführt. Die Erkennung von pathologischen Herz- und Lungenauskultationsbefunden werden an Simulationspuppen geprüft. Eine weitere Station handelt von der Zuordnung typischer anamnestischer Angaben oder Befunde zu typischen Blickdiagnosen.
Die neurologische Station begutachtet die Fähigkeit der Studierenden, den
Patienten gezielt über sein Leitsymptom zu befragen und anschließend
hierzu einen Untersuchungsbefund zu erheben.
Bereits in diesem frühen Stadium des Studiums wird erwartet, dass das Leitsymptom in den Kontext der verschiedenen Krankheitsbilder eingeordnet und
pathophysiologisch gedeutet werden kann. Kenntnisse über die angewendeten Untersuchungstechniken, der Unterschied zwischen physiologisch und
pathologisch, die praktische Anwendung selbst, aber auch der Umgang mit
dem Patienten fließen in die Benotung dieser OSCE-Stationen ein.
Plus an OSCE: SkilLaH erweitert Lehr- und Prüfungsspektrum
Der Prüfungsparcours wird im interdisziplinären MHH-Skills-Lab SkilLaH
realisiert, das auf 700 Quadratmetern hervorragende infrastrukturelle
Voraussetzungen dafür bietet. So wurde der OSCE am Ende des zweiten
Studienjahres um einige der im Skills Lab gelehrten Fertigkeiten erweitert.
Dies betrifft besonders die sogenannten „Medical Skills“, die ein Studierender in seiner ersten Famulatur benötigt, wie z. B. Blutentnahme oder
Injektionstechniken. Der OSCE bescheinigt somit gleichzeitig auch eine
„Famulaturreife“.
Mit zunehmender Einbindung des Skills Lab in das Gesamtcurriculum von
HannibaL sind weitere OSCE geplant.
Insgesamt stellt der OSCE eine Ergänzung des Lehr- und Prüfungsspektrums
im longitudinalen Curriculum von HannibaL dar. Das MHH-Curriculum ist am
Ausbildungsziel eines handlungskompetenten Arztes orientiert. Durch die
Überprüfung von Handlungskompetenz in den hier vorgestellten OSCE kann
bereits jetzt – mit dem SkilLaH zukünftig noch intensiver – der diesbezügliche
Lernfortschritt der Studierenden auf ideale Weise überprüft werden.
INFO Ansprechpartner
Dr. Sabine Schneidewind
0511-532-7891
schneidewind.sabine@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | OSCE | 25
Modellstudiengang HannibaL | Mündliche Prüfung
MODELLSTUDIENGANG
Die mündliche Prüfung
| Leistungsnachweise stellen innerhalb eines Studiums wichtige Orientie-
rungspunkte für Studierende und Lehrende dar. Sie bieten die Möglichkeit, vorhandenes Wissen und Können zu zeigen und bewerten zu lassen.
Gleichzeitig verweisen sie deutlich auf die Qualität der Lehre sowie auf
den Schwerpunkt eines Unterrichts. Diese Leistungsnachweise können in
unterschiedlichen Formen geprüft werden. Dabei ist ausschlaggebend, wie
die jeweiligen Kompetenzen bzw. das Wissen am besten beurteilt werden
können.
An der MHH finden neben praktischen und schriftlichen Prüfungen in allen Studienjahren auch mündliche Prüfungen statt. Diese werden vor einer
Prüfungskommission entweder in Gruppen oder einzeln abgelegt und sind
festen Regeln unterworfen, die in der Prüfungsordnung beschrieben sind.
26 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Mündliche Prüfung
Zentrale Punkte sind:
• Zulässige Prüfungsaufgaben im Medizinstudium der MHH sind strukturierte mündliche Prüfungen (Structured Oral Examination – SOE).
•
Mündliche Prüfungen sollen in der Regel mindestens 20 und nicht mehr
als 30 Minuten pro Prüfling andauern.
•
Die Prüfungskommission besteht aus mindestens zwei Prüfern, von
­denen einer der Vorsitzende ist.
•
Über jede Prüfung wird ein prüfungsbegleitendes Protokoll erstellt,
­welches von der Prüfungskommission unterzeichnet wird. Diese Protokolle werden archiviert und können auf schriftlichen Antrag eingesehen
werden.
Eine mündliche Prüfung wird häufig in Form eines Fachgesprächs eingesetzt und ist in der Lage, sowohl die Fach- als auch eine überfachliche
Kompetenz bei den Prüflingen festzustellen. Dabei liegen die Vorteile klar
MODELLSTUDIENGANG
| Denkprozesse offenlegen: In der mündlichen Prüfung begutachten die Dozenten den aktuellen Wissensstand der Studierenden.
auf der Hand: Die Studierenden können ihre Denkprozesse offenlegen, und
in relativ kurzer Zeit kann prozedurales Wissen („Wie gehe ich vor?“) abgefragt werden. Durch Nachfragen bzw. durch den bereits genannten Gesprächscharakter entsteht ein verhältnismäßig genaues Bild des aktuellen
Wissenstands der einzelnen Kandidaten.
Ob an der MHH ein Modul mit einer mündlichen, einer mündlich-praktischen, einer schriftlichen Prüfung oder einer Kombination aus den drei Prüfungsformen abschließt, ist in den jeweiligen Curricula festgelegt und auf
der Homepage des Studiendekanats einsehbar.
So führt beispielsweise das Modul „Anatomische Grundlagen der Medizin“ im ersten Studienjahr nicht nur eine Klausur, sondern auch eine münd­
liche Prüfung durch, um die Gesamtnote des Moduls zu ermitteln. Auch
das ­Modul „Physikalische und physiologische Grundlagen der Medizin“
b­ eendet seine Modulprüfung im zweiten Studienjahr mit einem mündlichen
Leistungsnachweis. Dieser findet in Gruppen statt und bildet zusammen mit
den schriftlichen Teilprüfungen die Modulabschlussnote.
Module, die allein mit einer mündlichen Prüfung abschließen und nicht die
Möglichkeit einer Kombination von schriftlicher und mündlicher Prüfung
nutzen, sind das Modul „Pathologie“ und die Blockpratika.
Um einen vollständigen Überblick über alle Prüfungsformen im Modellstudiengang HannibaL zu gewinnen, kann auf die aktuelle Prüfungsordnung
zurückgegriffen werden, in der sämtliche Prüfungsformen der einzelnen
Module aufgeführt sind.
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Mündliche Prüfung | 27
Modellstudiengang HannibaL | E-Prüfung
MODELLSTUDIENGANG
Die E-Prüfung
Mobiles elektronisches System
| Prüfung am Laptop
tronisches Prüfungssystem ein, das auf dem System Q[kju:] basiert. Das
System Q[kju:] wurde von der Firma IQuL GmbH aus Bergisch Gladbach
entwickelt und arbeitet mit mobilen Endgeräten wie Laptops, stationären
Servern und einem gekapselten (geschützten) W-LAN.
des Systems Q[kju:], das aufgrund seiner ortsunabhängigen Einsatzfähigkeit den räumlich beschränkten Begebenheiten einer Hochschule gerecht
wird, konnte dem erhöhten Prüfungsaufkommen des Modellstudiengangs
begegnet und der Aufwand erheblich reduziert werden. Zugleich ist eine
zeitnahe Ergebnismitteilung möglich.
Die Umstellung von papierbasierten auf elektronisch gestützte Prüfungen erfolgte im Rahmen der Einführung des Modellstudiengangs Medizin
„HannibaL“ im Studienjahr 2005/06. Mit „HannibaL“ wurde ein modularisierter Lehrplan etabliert. Dabei wurden vorherige Abschlussprüfungen,
wie das Erste Staatsexamen (früher „M1“), durch eine kontinuierliche,
veranstaltungsbezogene Leistungsüberprüfung ersetzt. Diese Vielzahl an
Prüfungen führte zu einem entsprechend erhöhten organisatorischen Aufwand in Vorbereitung, Durchführung und Auswertung. Mit der Einführung
Von Studierenden und Lehrenden wird die schnelle Verfügbarkeit der Ergebnisse besonders geschätzt. Per Mausklick lassen sich umfangreiche
Analysen der Klausuren erstellen, die eine rasche inhaltliche Kontrolle
erlauben. Dies trägt zu einer qualitativen Aufwertung der Klausurfragen
bei, erhöht die Transparenz der Klausuren und ermöglicht somit faire und
rechtssichere Prüfungen im Human- und Zahnmedizinstudium. Seit 2005
werden an der MHH mit 200 Eingabegeräten pro Jahr für mehr als 2000
Studierende elektronische Klausuren durchgeführt.
| Die Medizinische Hochschule Hannover setzt seit 2005 ein mobiles elek-
28 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | E-Prüfung
MODELLSTUDIENGANG
| Das mobile elektronische Prüfungssystem ermöglicht
kontinuierliche Leistungskontrollen.
Zudem haben sich interessante Entwicklungen in verschiedenen beteiligten
Bereichen ergeben. Durch die Neustrukturierung der Prüfungsorganisa­
tion etablierte das Studiendekanat einen Regelkreis, in dem an verschiedenen Stellen Kontrollen zur Qualitätssicherung der Prüfungen implementiert sind. Alle wichtigen Prozesse wie die Terminierung der Prüfungen,
die Über­wachung der Online-Frageneingabe durch Lehrende sowie die
­visuelle Darstellung von Ergebnissen und Statistiken, bis hin zur Cronbach
Alpha-Berechnung zur Reliabilität der Klausurfragen, werden über diese
Online-Plattform gesteuert.
Der Ablauf einer Klausur kann unter folgendem Link getestet
werden: http://sldemo.codiplan.de/mhh/
INFO Ansprechpartner
Prof. Dr. Ingo Just (MHH)
Dr. Michael Krohn (MHH)
Daniel Möbs (IQuL GmbH)
Kontakt
Studiendekanat.just@mh.hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | E-Prüfung | 29
Modellstudiengang HannibaL | Promotion
MODELLSTUDIENGANG
Die Promotion in der Medizin
Forschung zum Wohle der Patienten
| Die Urkunden werden in einem
feierlichen Rahmen übergeben
| Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) zählt zu den forschungs-
stärksten Hochschulen in Deutschland. Rund 250 Studentinnen und Studenten promovieren jährlich an der MHH. Mit ihren Doktorarbeiten tragen
sie zum wissenschaftlichen Fortschritt und innovativen Therapiekonzepten
für die Patienten bei. Die vielfältigen Forschungsgebiete sowie klinischen,
epidemiologischen und experimentellen Themen an der MHH ermöglichen
den Studierenden hervorragende Bedingungen für eine Dissertation – eine
intensive Betreuung durch hochkarätige Wissenschaftler ist garantiert. Mit
der Doktorarbeit zeigen sie, dass sie in der Lage sind, eine anspruchsvolle
wissenschaftliche Arbeit selbstständig durchzuführen und wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu verstehen sowie deren Umsetzung kritisch
zu hinterfragen. Aus diesem Grund empfiehlt die MHH ihren Studierenden,
frühestens nach dem zweiten Studienjahr eine Promotion zu beginnen. Im
Gegensatz zu anderen Studiengängen ist die Promotionsrate im Medizinstudium sehr hoch. An der MHH liegt sie bei 70%.
Die reguläre Promotion
Die MHH bietet für Medizinstudenten verschiedene Möglichkeiten, eine
­Dissertation anzufertigen. Sie kann nach dem Studium, studienbegleitend
oder auch im Ausland angefertigt werden. An der MHH besteht zudem die
30 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Promotion
Möglichkeit, das Studium für einen bestimmten Zeitraum zu unterbrechen,
um an einer strukturierten Doktorandenausbildung (StrucMed) teilzunehmen.
Es besteht außerdem die Möglichkeit sich bereits während des Studiums für
eine wissenschaftliche Projektarbeit anzumelden (§6 der Studienordnung).
Früh werden somit wissenschaftliches Denken und die Anwendung wissenschaftlicher Methoden erlernt - eine gute Vorbereitung auf die spätere
Doktorarbeit.
Der erste Schritt besteht in der Regel aus der Suche nach einem geeigneten Thema und der Betreuung durch einen Doktorvater oder eine Doktormutter. Hier wird angeraten, die Forschungsberichte der MHH sowie
bereits fertiggestellte Doktorarbeiten und Studierende älterer Semester
zurate zu ziehen, um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Bei der Auswahl des Themas besteht die Möglichkeit, den eigenen
Schwerpunkt auf eine theoretische oder eine praktische Fragestellung zu
legen, je nach persönlichem Interesse und Neigung. Wurde ein geeignetes Thema sowie ein Betreuer gefunden, beginnt die Zeit der Recherche,
der Forschung und des Schreibens. Ein konkreter Zeitrahmen ist bei einer
klassischen Promotion nicht definierbar, da er durch verschiedene äußere
MODELLSTUDIENGANG
| Krönender Abschluss: MHH-Präsident Prof. Dr. Christopher Baum überreicht die Promotionsurkunden
Faktoren beeinflusst wird und davon, wie viel Zeit jeder individuell bis zur
Fertigstellung benötigt.
Beendet wird die Dissertation mit einer mündlichen Prüfung, die sich laut
§7 der Promotionsordnung der MHH „vor allem auf das Thema der Dissertation und damit verwandte wissenschaftliche Gebiete der Medizin und
ihrer Grundlagenfächer“ erstreckt. Die Bewertung der Dissertation zusammen mit der Note der mündlichen Prüfung ergibt letztendlich die Gesamtnote der Promotion.
Mögliche Bewertungen sind:
•
„summa cum laude“ (mit Auszeichnung bestanden)
•
„magna cum laude“ (sehr gut bestanden)
•
„cum laude“ (gut bestanden)
•
„rite“ (bestanden)
INFO Promotionsbüro
Cornelia Blankenburg
und Susanne Maibom
OE 9114
Präsidialamt
Sprechzeiten
Mo/Di/Mi 9.30-11.30, 14.00-16.00 Uhr
Kontakt
0511-532-6014/-6013
blankenburg.cornelia@mh-hannover.de
maibom.susanne@mh-hannover.de
Im Rahmen der Promotionsfeier überreicht der Präsident die Promotionsurkunde. Die Feier findet zweimal im Jahr statt. Nach erfolgreichem Abschluss
des Studiums ist es dann gestattet, den Titel Dr. med. zu führen. Nähere
Informationen zur Promotion erhalten sie im Promotionsbüro der MHH.
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | Promotion | 31
Modellstudiengang HannibaL | StrucMed
MODELLSTUDIENGANG
StrucMed
Das strukturierte Doktorandenprogramm
Leitung: Prof. Dr. Förster, Dr. Susanne Kruse
| Im Jahr 2005 rief die MHH das Strukturierte Doktorandenprogramm für
Medizinstudierende (Dr. med/Dr. med. dent.), kurz StrucMed, unter dem
Dach der Graduiertenschule (Hannover Biomedical Research School, HBRS)
ins Leben. Sprecher des Programms ist Professor Dr. Reinhold Förster, Leiter
des Instituts für Immunologie.
Das Programm richtet sich an motivierte Studierende (vorzugsweise ab dem
dritten Studienjahr), die ihr Studium komplett für neun Monate (zwei Freitertiale) unterbrechen, um eine experimentelle Doktorarbeit in sorgfältig
ausgewählten Arbeitsgruppen und Partnerinstituten der Hochschule durchzuführen. Die Doktoranden werden fest in das jeweilige Labor integriert
und nehmen an allen Veranstaltungen der Abteilung teil. Ziel ist es, nach
Möglichkeit publizierbare Ergebnisse zu produzieren.
Damit Betreuungsprobleme vermieden werden, erhält jeder Promovierende eine Hauptbetreuerin oder einen Hauptbetreuer sowie Ko-Betreuende
32 | MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | StrucMed
einer anderen Abteilung. Ein weiterer Pluspunkt des StrucMed-Programms
sind die zusätzlich angebotenen Veranstaltungen der MHH und HBRS. Hierzu zählen wissenschaftliche Kolloquien, Seminare aus dem Bereich „Soft
Skills“ sowie tierexperimentelles Arbeiten, wissenschaftliches Schreiben,
Präsentationstechniken und Statistik. Einen weiteren Anreiz bietet die
Einstellung als wissenschaftliche Hilfskraft oder die Bezahlung mit einem
­Stipendium für die Dauer des StrucMed- Programms.
Bewerbungsschluss ist jeweils Mitte März. Die Arbeiten beginnen stets Anfang
August. Nach neun Monaten (zum Sommertertial) steigen die StrucMed-Doktoranden wieder ins Studium ein. Die Doktorarbeit sollte bis Ende des Jahres
fertiggeschrieben werden. Hier gilt die Promotionsordnung der MHH. Im Frühjahr des Folgejahres müssen die Doktoranden ihre Arbeit im Rahmen eines
„StrucMed-Symposiums“ in einem Kurzvortrag präsentieren. Neben der Promotionsurkunde erhalten sie ein Zusatzzertifikat des StrucMed-Programms.
Das Studium verlängert sich voraussichtlich um ein halbes Jahr.
MODELLSTUDIENGANG
Zum Doktortitel mit System: StrucMed ermöglicht |
den angehenden Ärztinnen und Ärzten eine
studienbegleitende Promotion.
mind. 9 Monate Doktorabeit am Stück
• Mind. 1x Präsentation in Abteilung, Abteilungsseminar
• Journal Club
• Präsentation auf Kongress/Tagung, wenn möglich
• Projektbericht (Doktorarbeit oder Publikation)
Projektbericht
Präsentation auf Kongress/Tagung, wenn möglich
Promotionsprüfung
StrucMed-Symposium
Spezifische Seminare: Soft Skills, Kolloquien etc.
(50 Std.)
| Struktur von StrucMed
INFO Ansprechpartner
Dr. Susanne Kruse
HBRS Büro (Gebäude J4)
Das StrucMed-Programm startete 2005 mit 20 Promovierenden, die ausschließlich durch einen Sonderforschungsbereich (SFB 621) gefördert wurden. Zur Zeit gibt es zusätzlich 20 Stipendien in Höhe von 500 Euro für
neun Monate im Rahmen der „Hannover Biomedical Research School“
sowie Stipendien in Graduiertenkollegs, SFBs,dem klinischen Forschungsverbund Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation
(IFB-Tx) und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Mittlerweile hat das StrucMed-Programm die volle Kapazität von 50 Studierenden pro Jahr erreicht.
Kontakt
0511-532-9844
kruse.susanne@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de/hbrs.html
| S. Kruse
| R. Förster
MHH Studienführer 2014/15 | Modellstudiengang HannibaL | StrucMed | 33
Organisation
34 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation
Organisation des Studiums
und der Lehre
Einführung in Konzept und Struktur
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | 35
Organisation | Einleitung
Sportanlagen
Bewegungshalle
ORGANISATION
M
K18
P
L
K
28
Stadtfelddamm
Studiendekanat
M19
H Misburger Straße
Stadtbahn, Linie 4
Bus, Linie 123, 124, 127, 137
Eingang
Studentensekretariat
Zahnklinik
i
G
Einleitung
P
Organisation des Studiums
und der Lehre
P
K25
K15
K16
K14
K9
P
K2
K
i 11
K8
P
P
K29
P
K
6
K
5
Abschiedsraum
J7
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J4
J8
P
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K
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K
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K20
J10
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K
12
K7
K23
F
C2
K24
K1
K3
P
Haupteingang Polikliniken/
K27
| Lageplan der MHH
D
i
P
Eingang
Kinderklinik
B
P
Ambulanzen
R
A
M
P
E
Patienten
Besucher
Eingang
Hörzentrum
P
Z2
P
H Medizinische Hochschule
MO2
Stadtbahn, Linie 4
K25
i
Studierendenwohnheim
H Medizinische Hochschule
Bus, Linie 123, 137
Karl-Wiechert-Allee
Haupteinfahrt
| Um das Studium und die Lehre des Modellstudienganges HannibaL für die
rund 2000 Studierenden der Medizin zu planen, zu verwalten und zu organisieren, sind alle Beteiligte an der MHH miteinander vernetzt und übernehmen unterschiedliche Aufgaben.
Die Organisationsstruktur der Lehre ist auf der folgenden Seite abgebildet.
Das Zentrum der Lehre bilden die Curricula, in denen die Inhalte, die Struktur und Organisation der Lehrveranstaltungen dargestellt werden. In den
Curricula sind auch die Prüfungen abgebildet. Die einzelnen Curricula werden in Abstimmung mit dem Studiendekanat entwickelt und zwischen Studierenden und Lehrenden kritisch diskutiert. Anschließend werden sie der
Studienkommission zur Abstimmung vorgelegt. Nach der Verabschiedung
durch die Studienkommission sind die Curricula rechtskräftig und werden
in der Lehre umgesetzt.
Die Lehrveranstaltungen der MHH werden regelmäßig evaluiert. Die Evaluationen sind für die Qualitätskontrolle und Weiterentwicklung der Curricula
von großer Bedeutung und gehen in die Verbesserung von Inhalten und
Struktur der Lehrveranstaltungen ein. Gefördert werden sie durch eine leistungsorientierte Mittelvergabe für die Lehre.
| Orientierung auf dem Campus: Das Studentensekretariat und das
Studiendekanat unterstützen Studierende in der MHH.
36 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Einleitung
P
K17
P
Eingang
Frauenklinik
K22
J6
Carl-Neuberg-Straße
Bissendorfer Straße
Helstorfer Straße
K19
P
Eingang
Nierenzentrum
ORGANISATION
Studiendekanat
Evaluation
Prüfungen
LOM
ExtraCurriculare Lehre
curriculares Inhalte, Strukur und Organisation
der Prüfungen
Studium
Studierende
Kritische Diskussion
der Inhalte und
Strukturen
Inhalte und Struktur der Organisation der
Lehrveranstaltungen
Lehrveranstaltungen
Studentensekretariat
Beratung
Akademisches
Auslandsamt
Organistation
Präsidium
Senat
Lehrende
Kritische Diskussion
der Inhalte und
Strukturen der
Lehrveranstaltungen
Studienkommission
| Zentrale Organisations- und Kommunikationsstruktur der Lehre
Studiendekanat
Das Studiendekanat koordiniert den Studienverlauf aller Studentinnen und
Studenten der Medizin sowie das Qualitätsmanagement der Lehre an der
MHH. Es ist in die Bereiche Studium und Prüfungen, Evaluation und Kapazität, Curriculumsentwicklung und in das SkillsLab unterteilt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeiten hier sämtliche Anliegen rund um den
Studiengang HannibaL. Insbesondere erhalten Studierende Beratung und
Informationen über alle Regelungen und Abläufe des Modellstudienganges
HannibaL.
Studentensekretariat
Das Studentensekretariat ist in der Regel für alle angehenden Studentinnen
und Studenten die erste Anlaufstelle im Rahmen der Immatrikulation und
erfüllt vor allem die klassischen Aufgaben eines Immatrikulationsamtes.
Hier erhalten Studierende und am Studium Interessierte Beratung und Informationen über die Zulassung zum Modellstudiengang HannibaL.
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Einleitung | 37
Organisation | Studiendekan
ORGANISATION
Der Studiendekan
des Modellstudiengangs Medizin
| Verantwortlich für die Qualität im Medizinstudium:
Studiendekan Professor Dr. Ingo Just
| Für den Modellstudiengang Medizin ist seit dem 1. Oktober 2011 Professor
Dr. Ingo Just als Studiendekan zuständig.
Laut Niedersächsischem Hochschulgesetz (NHG) § 45 Abs. 1 und 2 sind
seine Hauptaufgaben:
„Die Studiendekanin oder der Studiendekan ist verantwortlich für die Sicher­
stellung des Lehrangebots und der Studienberatung sowie die Durchführung der Prüfungen. Sie oder er wirkt darauf hin, dass alle Mitglieder und
Angehörigen der Fakultät die ihnen obliegenden Aufgaben in der Lehre und
bei Prüfungen erfüllen.“
Prof. Dr. Just übernimmt ebenso die Funktionen des Vorsitzenden sowohl
in der Studien­kommission als auch im Prüfungsausschuss. Zudem kümmert
er sich um die administrativen Abläufe und die Organisation des Studiengangs innerhalb der MHH.
Ziele des Studiendekans sind:
• den patientenzentrierten Unterricht zu optimieren
• einzelne Module und deren Unterrichtsinhalte weiterhin besser aufeinander abzustimmen und zu vernetzen
• e inen rechtlich und inhaltlich korrekten Ablauf der Prüfungen zu
­gewährleisten
• die hohe Qualität des Medizinstudiums an der MHH zu halten und
­weiterhin zu verbessern
INFO Anschrift
Prof. Dr. Ingo Just
Zentrum Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Hochschule Hannover
Studiendekan
Studiendekanat Medizin
OE 9135
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Kontakt
0511-532-9014
studiendekanat.just@mh-hannover.de
38 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studiendekan
Medizin
Jahrgangsorganisation
und e-Studienorganisation
Dr. M. Krohn
Curriculumentwicklung
und Gremien
E- Studienorganisation
J. Müller, P. Knigge
A. Günther
K. Roth
Medizin
Zentrale Raumvergabe:
M. Belka
Studiendekan
Prof. I. Just
Sekretariat
B. Riebeck
SkilLaH (Skills Lab Hannover)
Belegungsplanung
I. Jérôme
Dr. S. Schneidewind
A. Kursch
Semesterorganisation / Prüfung
V. Kegeler
Zahnmedizin
Dr. B. Kubat
Evaluation
Dr. V. Paulmann, A. Dudzinska,
M. Bremer, L. Schauermann
Kapazititätsberechnung
H. Müller
Lehrkrankenhäuser
U. Frommknecht-Reddig
Lehr-LOM
H. Müller
ERASMUS-Studierende
Evaluation & Kapazität
PD Dr. V. Fischer
Kompetenzzentrum
Bologna-Studiengänge
Dr. B. Volke
| Organigramm des Studiendekanats
INFO Sprechzeiten des Studiendekans
nur nach Vereinbarung (Voranmeldung über
das Sekretariat des Studiendekanats)
| B. Riebeck
Sekretariat des Studiendekanats
Brigitte Riebeck
0511-532-9014
riebeck.brigitte@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studiendekan | 39
ORGANISATION
Jahrgangsorganisation
1. Studienjahr: P. Colshorn
2. Studienjahr: E. Teiwes
3. Studienjahr: N.N.
4. Studienjahr: C. Kerber
5. Studienjahr: K. Seibt
Studium & Prüfung
Organisation | Studienbetreuung
ORGANISATION
| Der Bereich Studium und Prüfung ist zuständig für die Bera-
tung Studierender und die Organisation des Studienverlaufs.
Das Studiendekanat – Studium & Prüfung
Maßgeschneiderte Betreuung der Studierenden
Leitung: Dr. Michael Krohn
| Im Bereich Studium und Prüfung dreht sich alles um die Organisation und
Koordination des Medizinstudiums. Der Studienablauf für die rund 2000
Studentinnen und Studenten der Medizin soll so reibungslos wie möglich
gestaltet werden; gleichzeitig sollen die Studierendenden unterstützt und
während ihres Studiums optimal betreut werden.
Das Dekanatsteam unter der Leitung von Dr. Michael Krohn besteht aus
den Jahrgangsbetreuerinnen sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
des FACT-Teams. Zu ihren Aufgaben gehört die Synchronisation der Stundenpläne, die optimale Einbettung des patientenbasierten Unterrichts in
den Studienablauf, die Prüfungsorganisation, die Dokumentation des Studienablaufs sowie die Bearbeitung von unterschiedlichen Fragestellungen
zum Studium.
Ebenfalls im Studiendekanat Medizin angesiedelt ist die Arbeit von Dr.
­Birgit Kubat. Sie übernimmt gemeinsam mit Verena Kegeler zahlreiche Aufgaben im Studiengang Zahnmedizin und stellt so ein Bindeglied zwischen
den beiden Studiengängen Medizin und Zahnmedizin dar.
40 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studienbetreuung
Die Jahrgangsbetreuerinnen der Studienjahre
Die Jahrgangsbetreuerinnen Petra Colshorn, Edda Teiwes, Petra Knigge,
Claudia Kerber und Kerstin Seibt stehen den Studierenden der Medizin als
erste Ansprechpartnerinnen für sämtliche Fragen und Belange rund um ihr
Studium zur Verfügung. Sie sind sowohl Anlaufstelle für die Dozentinnen
und Dozenten der MHH als auch – das bestimmt den überwiegenden Teil
ihrer Arbeit – für die Beratung der Studierenden zuständig.
Hier erhalten die Studentinnen und Studenten Unterstützung bei individuellen, studienbezogenen Fragestellungen, die über das Informationsangebot der Website hinausgehen. Dazu gehören Fragen wie:
• Was muss ich tun, wenn ich eine Prüfung wiederholen muss? Wo kann
ich mich anmelden?
• Kann ich bestimmte Teile von Modulen wiederholen? Und wann ist das
möglich?
• Wie und wo kann ich ein Freitertial beantragen?
• Wie funktioniert eine anschließende Wiedereingliederung?
• Bis wann muss ich mich spätestens im Studiendekanat gemeldet haben?
• An wen kann ich mich wenden, wenn ich Einsicht in meine Prüfungs­
unterlagen nehmen möchte?
• An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen zur Famulatur, zum
Pflegepraktikum oder zum Praktischen Jahr (PJ) habe?
ORGANISATION
| Aushänge und Informationen für die einzelnen Studienjahre im Sockelgeschoss des Gebäudes I4
Individuelle Lösungen schaffen
Der reguläre Studienverlauf kann aus verschiedenen Gründen, wie Auslandsaufenthalten, Doktorarbeiten oder aus rein persönlichen Gründen
unterbrochen werden. Damit der Wiedereinstieg in das Studium reibungslos funktioniert, erarbeiten die Jahrgangsbetreuerinnen individuelle, an
die Bedürfnisse der einzelnen Studierenden angepasste Lösungen. Damit
ermöglichen sie einen zügigen und erfolgreichen Abschluss des Studiums.
Das Studiendekanat bietet allen Studierenden der Medizin Öffnungszeiten
an, zu denen sie in die Sprechstunde kommen können. Auch eine individuelle Absprache und Terminvereinbarung per Telefon oder E-Mail ist möglich.
| M. Krohn
| P. Colshorn
| V. Kegeler
Aufgaben des Bereichs Studium und Prüfung sind weiterhin:
•
Einteilung in die einzelnen Tertiale, Seminargruppen, Kurse und in seltenen Fällen in Prüfungsgruppen
•
Erstellen, Gestaltung sowie Verwaltung von interdisziplinären Stundenplänen in enger Abstimmung mit den jeweiligen Lehrverantwortlichen
der beteiligten Abteilungen
•
Erstellen und Vergabe der Äquivalenzbescheinigung und anderer Leistungsnachweise
•
Erstellen von individuellen Bescheinigungen und Nachweisen zum
­Stu­dium
| C. Kerber
| P. Knigge
| B. Kubat
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studienbetreuung | 41
Organisation | Studienbetreuung
ORGANISATION
Mehr als 80 Prozent der Prüfungen im Modellstudiengang Medizin werden
elektronisch durchgeführt. Insgesamt finden ca. 200 elektronische Prüfungen
pro Studienjahr statt. Die Organisation übernehmen die Jahrgangsbetreuerinnen.
Das beinhaltet:
•
Vor- und Nachbereitung der elektronischen Klausuren in enger Zusammenarbeit mit den Lehrverantwortlichen der einzelnen Module
•
Führen der Prüfungsaufsicht
•
Veröffentlichung, Verwaltung und Information der Studierenden über die
Prüfungsergebnisse sowie Information der Studierenden über das Nichtbestehen einer Prüfung
Für eine lückenlose Dokumentation dieser Prüfungsergebnisse im Computersystem FACT sorgen die Mitarbeiter des FACT-Teams Jens Müller, Annegret Günther und Petra Knigge, die weiterhin für die Koordination der
Jahrgangsbetreuer zuständig ist.
Das Erstellen der Äquivalenzbescheinigung (M1) und des Gesamtscheins
übernimmt ebenfalls das Team des Bereichs Studium & Prüfung im Studiendekanat. Nach schriftlichem Antrag per Mail, die sowohl den Namen als
auch die Matrikelnummer enthalten muss, können die Bescheinigungen im
Studiendekanat abgeholt werden.
Im Sekretariat ist Brigitte Riebeck die zentrale Ansprechpartnerin im Tagesgeschehen des Studiendekanats. Sie koordiniert den reibungslosen Ablauf
sämtlicher Termine und stellt u. a. den Kontakt zum Studiendekan her.
Das Hauptanliegen des gesamten Teams ist, jeden Studierenden bestmöglich durch das organisatorisch aufwendige Studium zu begleiten. Die wichtigsten Informationen finden Sie auf der Homepage unter:
www.mh-hannover.de/studium.html.
Sie finden uns im Gebäude J4, Ebene 01
42 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studienbetreuung
M
P
K
28
Stadtfelddamm
M19
H Misburger Straße
Stadtbahn, Linie 4
Bus, Linie 123, 124, 127, 137
Eingang
Zahnklinik
i
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P
Eingang
Nierenzentrum
K25
K15
K16
K14
K9
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i 11
K8
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6
K
5
i
K3
Abschiedsraum
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J10
i
K
12
K7
J8
P
J3
D
C2
Haupteingang Polikliniken/
K27
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K24
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Eingang
Kinderklinik
K23
K1
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Ambulanzen
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A
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P
E
Patienten
Besucher
Eingang
Hörzentrum
Z2
P
H Medizinische Hochschule
MO2
P
Stadtbahn, Linie 4
K25
i
Studierendenwohnheim
H Medizinische Hochschule
Bus, Linie 123, 137
Karl-Wiechert-Allee
Studiendekanat
Brigitte Riebeck (Sekretariat)
0511-532-9014
riebeck.brigitte@mh-hannover.de
J5
J4
J1
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4
P
J2
K
10
K20
| Lageplan der MHH
P
K17
P
Eingang
Frauenklinik
K22
J6
Carl-Neuberg-Straße
Bissendorfer Straße
Helstorfer Straße
K19
P
Dr. Michael Krohn (Teamleitung)
0511-532-9010
krohn.michael@mh-hannover.de
K18
L
ORGANISATION
INFO Ansprechpartner im Studiendekanat
Sportanlagen
Bewegungshalle
Haupteinfahrt
Jahrgangsbetreuerinnen
Petra Colshorn (1. Studienjahr)
0511-532-8613
colshorn.petra@mh-hannover.de
Edda Teiwes (2. Studienjahr)
0511-532-2009
teiwes.edda@mh-hannover.de
(3. Studienjahr)
0511-532-2612
studiendekanat.studienjahr3@mh-hannover.de
Claudia Kerber (4. Studienjahr)
0511-532-2400
kerber.claudia@mh-hannover.de
Kerstin Seibt (5. Studienjahr)
0511-532-9099
seibt.kerstin@mh-hannover.de
Anträge auf Bescheinigungen
studiendekanat.bescheinigungen@mh-hannover.de
Kontakt zum FACT-Team
Dipl.-Ing. Jens Müller
0511-532-8690
mueller.jens@mh-hannover.de
| B. Riebeck
| K. Seibt
| E. Teiwes
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studienbetreuung | 43
Organisation | Studentensekretariat
Zuständig für Fragen und Belange Studierender an der MHH
lange Studierender rund um die vielen verschiedenen Studiengänge, welche
die Medizinische Hochschule Hannover anbietet.
Dazu gehören die „klassischen“ Aufgaben eines Immatrikulationsamtes,
die für alle in den Studiengängen der MHH eingeschriebenen Studierenden
ausgeführt werden, wie die Bearbeitung von:
• Zulassungsverfahren für Studienanfänger,
• Bewerbungs- und Zulassungsverfahren für höhere Fachsemester
• Zweitstudienbewerber,
• Gast- und Nebenhörer,
• Studienplatztausch,
• Einschreibung/Rückmeldung/Beurlaubung,
• Gebühren u. Beitragserhebung, Befreiung, Ermäßigung,
­Studienbeitragsdarlehen,
• Studienbescheinigungen/Studierendenausweise,
• Exmatrikulation,
• Amtliche Statistik.
Zusätzlich nimmt das Studentensekretariat der MHH im Rahmen des Stu­
dienganges Medizin folgende weitere Aufgaben wahr:
Praktisches Jahr
• Verteilung der Studierenden auf die Ausbildungsplätze in den „Akademischen Lehrkrankenhäusern“.
Wahlfächer im Modellstudiengang
• Bereitstellung eines ausreichenden Wahlfachangebotes,
• Information der Studierenden über die angebotenen Wahlfächer,
• Zuteilung der Studierenden.
Individuelle Studienbescheinigungen
• Studienverlaufsbeschreibungen,
• Studieninhaltsbeschreibungen,
• Empfehlungsschreiben bei beabsichtigten Auslandsaufenthalten
(Famulaturen/Praktisches Jahr) in verschiedenen Sprachen.
• Unterstützung bei der Anerkennung von an der MHH erbrachten
Leistungen/Abschlüssen im Ausland (Wahrnehmung der Funktion des
„Regis­trar“).
Sportanlagen
Bewegungshalle
M
K18
P
L
K19
Bissendorfer Straße
BAföG und Stipendien
• Erstellung der Leistungsnachweise nach § 48 BAföG,
• Eignungsgutachten,
• gutachterliche Stellungnahme bei Auslands-BAfög,
• Prognosebescheinigungen,
• Erstellung von individuellen Studienverlaufs- und Prüfungsverlaufs­­an­
gaben auf Anforderung des Amtes für Ausbildungsförderung.
M19
H Misburger Straße
Stadtbahn, Linie 4
Bus, Linie 123, 124, 127, 137
Eingang
Zahnklinik
i
G
P
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K25
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Abschiedsraum
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J10
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K
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K7
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K24
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Haupteingang Polikliniken/
K27
F
K1
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Eingang
Kinderklinik
C2
B
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Ambulanzen
R
A
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E
Patienten
Besucher
Eingang
Hörzentrum
P
Z2
P
H Medizinische Hochschule
MO2
Stadtbahn, Linie 4
K25
i
Studierendenwohnheim
H Medizinische Hochschule
Bus, Linie 123, 137
Karl-Wiechert-Allee
Studentensekretariat
| Lageplan der MHH
K22
K17
P
Eingang
Frauenklinik
K20
Staatliche Prüfungen/Prüfungsausschuss
• Organisation und Koordination der Prüfungskommissionen für den
„Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung“.
• Vor- und Nachbereitung der Sitzungen des Prüfungsausschusses.
44 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studentensekretariat
K
28
Stadtfelddamm
Ausländerzulassung
• Entscheidung über die Vergabe der Studienplätze im Rahmen der Ausländerquote.
Eingang
Nierenzentrum
Carl-Neuberg-Straße
| Das Team des Studentensekretariats kümmert sich um viele Fragen und Be-
Helstorfer Straße
ORGANISATION
Das Studentensekretariat
Haupteinfahrt
ORGANISATION
| Einschreiben, bescheinigen oder beurlauben: Das Team des Studentensekretariats berät und betreut rund um das Studium.
Allgemeine Studienberatung
Neben den bereits aufgeführten Punkten stellt die Beratung der Studierenden einen wesentlichen Punkt in der Arbeit des Studentensekretariats
dar. Hier werden Studieninteressierte vor der Aufnahme eines Studiums
über Abläufe und Regelungen im Fach Humanmedizin im Allgemeinen,
über Besonderheiten des Modellstudienganges HannibaL und über die verschiedenen Möglichkeiten der Bewerbungsverfahren durch die Mitarbeiter
des Studentensekretariats informiert. Außerdem hilft das Team um Harald
Friedrichs bei Fragen
• zur Anerkennung ausländischer Hochschulzugangsberechtigungen,
• zum Erwerb von Hochschulzugangsberechtigungen über berufliche B­ ildung,
• zum beabsichtigten Hochschulwechsel, Fachwechsel und Studienplatz­
tausch und
• zu Anerkennungen von im Ausland oder in anderen Fächern erbrachten
Studienleistungen weiter.
Sie finden das Studentensekretariat im Klinischen
­Lehrgebäude I1 in der Eben S0 (Erdgeschoss).
INFO Öffnungszeiten
Mo/Di/Do/Fr 9.30-12 Uhr
Di zusätzlich (in der Vorlesungszeit) 14-15.30 Uhr
Kontakt
Harald Friedrichs (Leiter)
0511-532-6016, Fax: 0511-532-6020
friedrichs.harald@mh-hannover.de
Gabriele Ulrich (Beratung, WF I und WF II)
0511-532-6017
ulrich.gabriele@mh.hannover.de
Roswitha Balthes-Kullak (Beratung)
0511-532-6018
balthes-kullak.roswitha@mh.hannover.de
Steffen Schrieber (Beratung)
0511-532-6019
schrieber.steffen@mh-hannover.de
Britta Minx (PJ-Büro/Ärztliche Prüfung)
0511-532-9042
studentensekretariat.pj@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studentensekretariat | 45
Organisation | FactScience
ORGANISATION
FACT
Der Einsatz von FACT im Modellstudiengang HannibaL
Studiendekanat, Bereich Studium & Prüfung
| FACT ist ein Softwaresystem zur Unterstützung sämtlicher administrativen
Prozesse zur Planung und Durchführung der Studiengänge an der Medizinischen Hochschule Hannover und wird seit 2005 auch im Modellstudiengang HannibaL eingesetzt.
Mit diesem System steht Ihnen ein Webservice mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie erhalten einen Zugang zu Ihren
individuellen Stundenplänen, Kurs-, Gruppen- sowie Prüfungseinteilungen
und Einsicht in Ihre erbrachten Studienleistungen. Für die Studiengangsverwaltung bildet das System zudem die Grundlage zur Generierung von
jahrgangsspezifischen Studienverlaufsdokumentationen und Kurseinteilungen. Das System beinhaltet neben der Prüfungsverwaltung die Erstellung
von Leistungsnachweisen und die Anmeldung zu Wiederholungsprüfungen.
Über das Studierendenverwaltungs- und Organisationssystem HIS-SOS
werden alle Daten der neu immatrikulierten Studierenden, darunter auch
die der Studienortwechsler und der Austauschstudenten sowie die der Exmatrikulationen, in das System importiert.
46 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | FactScience
Aufgaben und Ziele
Ziel ist es, alle im Modellstudiengang HannibaL notwendigen Daten der
Studierenden für Prüfungen und Lehrveranstaltungen im Studiendekanat
zentral verfügbar zu machen. Die Transparenz der Veranstaltungsabläufe
für Studierende und Lehrende ist erforderlich, um fächerübergreifende Unterrichtsformen zu realisieren, wie sie für den Modellstudiengang HannibaL
typisch sind.
Die Aufgabe, die Studierenden in der Rotation so einzuteilen, dass sie alle
Kurse wahrnehmen können und Überschneidungen dabei vermieden werden, war früher mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden. Erschwert
wurde diese Aufgabe durch die Eingliederung von Studierenden, die Module
und Prüfungen wiederholen, oder Studienortwechsler, die zum Teil sehr
kurzfristig in den Studienverlauf zu integrieren waren. FACT zeigt Raumund Studierendenüberschneidungen sofort an. Dadurch ist eine Problem­
erkennung und -lösung bereits vor Kursbeginn möglich.
ORGANISATION
| Individuell und maßgeschneidert: Der FACT Stundenplan ist überall abrufbar.
Weitere wertvolle Systemerleichterungen:
• Kurzfristige Änderungen von Veranstaltungszeiten können mit FACT
schnell auf mögliche Kollisionen mit anderen Veranstaltungen überprüft
werden.
• Die Studierenden können zeitgleich ihren Veranstaltungsplan erhalten.
• Die Studierenden können die Ergebnisse bestandener Modulprüfungen
einsehen und sich zu Wiederholungsprüfungen anmelden.
• Das Hörsaalmanagement nutzt FACT für die Raumbuchung und
-planung. Die Raumbelegung der gesamten MHH ist über das Intranet
einsehbar.
Die Ansprechpartner für das System FACT sind Jens Müller (IT-Projektleiter),
Petra Knigge (Organisation von Stundenplänen & Einteilungen) und Annegret Günther (Verwaltung der Prüfungsleistungen). Gern können Sie sich
bei Fragen, Problemen oder auch mit Anregungen an sie wenden.
Zentrale Raumvergabe
Die zentrale Raumvergabe koordiniert die Raumvergabe und -buchung für
die Lehre. Diese Aufgabe obliegt ebenfalls dem Studiendekanat. Durch die
Nutzung von FACT für diese Aufgabe werden Doppelbelegungen ausgeschlossen und Freiräume genutzt. Hörsäle und Seminarräume werden hierdurch optimal ausgenutzt.
INFO Ansprechpartner
Magdalena Belka
raumvergabe@mh-hannover.de
| M. Belka
INFO Ansprechpartner
Dipl. Ing. Jens Müller
0511-532-8690
mueller.jens@mh-hannover.de
Petra Knigge
0511-532-2612
knigge.petra@mh-hannover.de
Annegret Günther
05311-532-8683
guenther.annegret@mh-hannover.de
| J. Müller
| P. Knigge
| A. Günther
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | FactScience | 47
Organisation | Evaluation & Kapazität
ORGANISATION
Das Studiendekanat – Evaluation & Kapazität
Auf dem Wege zu einem akademischen Controlling
Leitung: PD Dr. Dipl.-Psych. Volkhard Fischer
| Der Bereich Evaluation und Kapazität unterstützt die Studiendekane in den
wesentlichen Planungs- und Steuerungsprozessen. Seine Aufgabe ist die
Qualitätssicherung und -verbesserung in Studium und Lehre an der MHH.
Dafür ist er im Wesentlichen in zwei Arbeitsgruppen aufgeteilt.
Arbeitsgruppe I – Evaluationsbüro
Evaluation der Lehre
Die Lehrveranstaltungsevaluation findet in Schritten statt: In der Basisevaluation werden die Studierenden des Modellstudiengangs Medizin zu
jedem einzelnen Modul befragt. Die Basisevaluation bietet erste Anhaltspunkte für zu verbessernden Aspekte in der Lehre. Auch Wünsche der Dozierenden zu bestimmten Fragestellungen können hier mit eingearbeitet
werden. Den Lehrenden bietet sich über dieses Verfahren die Möglichkeit,
eine zusätzliche Rückmeldung zu erhalten, ohne die Studierenden über Gebühr zu vereinnahmen.
Auf Wunsch der Studienkommissionen können Lehrveranstaltungen zusätzlich vertiefend evaluiert werden: Zeigen die in der Basisbefragung erfassten
Aspekte Auffälligkeiten, werden sie in einer vertiefenden Befragung aufgegriffen und mit veranstaltungsspezifischen Fragen weiter evaluiert. Zusätzlich haben die Studierenden die Möglichkeit, positive oder negative Kommentare in Form von Freitexten zu verschiedenen Aspekten zu formulieren.
So fungiert die Lehrevaluation als Impulsgeber für Verbesserungsprozesse in
der Lehre. Dabei ist der Aufwand für die befragten Studierenden relativ gering, für das Evaluationsbüro dagegen erheblich, wie Tabelle 1 erkennen lässt.
Basisbefragung
Vertiefende Befragung
Erfasste Fragebögen
1. Tertial 2009/10
44
19
4772
2. Tertial 2009/10
45
26
5166
3. Tertial 2009/10
47
32
4896
1. Tertial 2010/11
48
5
3715
2. Tertial 2010/11
46
4
4399
3. Tertial 2010/11
52
5
4510
1. Tertial 2011/12
47
2
4323
2. Tertial 2011/12
49
1
4070
3. Tertial 2011/12
52
2
4161
1. Tertial 2012/13
51
3
4649
2. Tertial 2012/13
55
2
4705
3. Tertial 2012/13
53
3
4496
1. Tertial 2013/14
50
1
4915
2. Tertial 2013/14
53
1
4696
3. Tertial 2013/14
55
2
4721
| Übersicht der Anzahl der Befragungen der letzten vier Studienjahre
im Modellstudiengang HannibaL
48 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Evaluation & Kapazität
Die Ergebnisse der Basis- und der vertiefenden Befragungen werden den
Lehrverantwortlichen der jeweiligen Module mit Bitte um Weiterleitung an
die beteiligten Lehrenden zugesandt. Auf der Online-Lernplattform ILIAS,
die den Studierenden und Lehrenden der Hochschule über ein persön­
liches Passwort zugänglich ist, veröffentlichen wir die Ergebnisse ebenfalls.
Zusätzlich werden die Ergebnisse der Basisbefragungen öffentlich ausgehängt.
Evaluation des Studiums
Neben der Evaluation von einzelnen Lehrveranstaltungen behalten wir auch
das Studium insgesamt im Blick, einschließlich des Umfelds, in dem jemand
studiert. Denn ohne die Evaluation der Studienbedingungen bleiben wichtige Rahmenbedingungen unberücksichtigt, die auch die Bewertung einzelner Lehrveranstaltungen verändern können. Dies gilt insbesondere dann,
wenn man die Beurteilungen über einen längeren Zeitraum beispielsweise
von mehreren Jahren miteinander vergleichen will. Für diese längerfristige
Perspektive setzen wir Fragebögen ein, die die Motivation zum Studium,
die Studienbedingungen oder einzelne Studienabschnitte genauer betrachten. Eine detailliertere Beschreibung dieser Fragebögen findet sich auf der
Homepage des Studiendekanates.
Arbeitsgruppe II – Akademisches Controlling
Die Arbeitsgruppe erstellt und sammelt wichtige Kennzahlen für die Durchführung von Studium und Lehre an der MHH. Dazu ermitteln wir die maximale Auslastung der verschiedenen Studiengänge unter Berücksichtigung
der Qualitätsstandards, die das Land Niedersachsen vorgibt. Wir berechnen
die Aufnahmekapazität für die alle Studiengänge an der MHH, unterstützt
die Studiengangsleitungen bei der Akkreditierung und Reakkreditierung
von Studiengängen, erfassen die quantitative Lehrleistung der Abteilungen
über alle Studiengänge hinweg und bewerten die Qualität der Lehrleistung
in den Studiengängen Humanmedizin und Zahnmedizin auf der Grundlage
der vom Evaluationsbüro gesammelten und aufbereiteten Daten.
Für den Modellstudiengang HannibaL bedeutet dies auch die Entwicklung
von Verfahren zur Bewertung der Lehrqualität und -quantität. Diese betreffen vor allem die verschiedenen Formen der Patienteneinbindung in den
Unterricht und die Verbesserung der Prüfungsqualität. Daneben werden
aber auch einfache Wege eines direkten Qualitätsmanagements in der Lehre bestritten: Der Lehrpreis für die besten Dozentinnen und Dozenten eines
Studienjahres basiert auf einer Abstimmung in der Studierendenschaft. Mit
den Lehrpreisen für die besten Module wird die Qualität der geleisteten
Lehre im Modellstudiengang nicht nur offiziell geehrt, sondern sie stellen
darüber hinaus einen Schritt zu einer leistungsbezogenen Mittelvergabe in
der Lehre dar. Ziel ist es, den Impetus der Gründerväter der MHH wiederzubeleben, die die Ausbildung zukünftiger Ärzte als zentrale Aufgabe einer
medizinischen Fakultät sahen, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
ORGANISATION
Qualitätsmanagement in Studium und Lehre
Modellstudiengang Medizin „HannibaL“
Nominierung
Lehrpreis
ModulEvaluation
Prüfungsordnung
Lehrpreis
PJ-Evaluation
Prüfungen
(KIES 2)
(Q-Exam; OSCE; mdl.)
vertiefende
ModulEvaluation
Lehrbericht
Ilias
Qualitatives
Lehr-LOM
vertiefende
StudiengangsEvaluation
StudiengangsEvaluation
FACT
Quantitativer
Überlastausgleich
Quantitative
Lehrleistung
(HSC, HSM)
weitere
Aktivitäten
Stundenpläne
Studienordnung
/ Curricula
Staff
development
Legende:
schattierte Flächen: = Neuerungen zum angegebenen Zeitpunkt
Pfeile: = offizielle Weiterverarbeitung bzw. Berücksichtigung
gestrichelte Pfeile: = informeller Einfluss
Die Gestaltung der Verträge mit den Lehrkrankenhäusern ist als langfristige Qualitätssicherung zu sehen. Aus der Vielfalt der Lehrkrankenhäuser
können die Studierenden die für sie infrage kommenden Kliniken für das
Praktische Jahr (PJ) auswählen. Die Erarbeitung und Überprüfung der zusätzlichen Qualitätskriterien für die im integrierten Studienabschnitt eingesetzten Lehrkrankenhäuser sollen über die Evaluation der praktischen Ausbildung in diesen externen Einrichtungen hinaus Impulse für die gesamte
Ausbildung liefern.
Weitere Aufgaben
Daneben gibt es noch eine Reihe von Aufgaben, für die der Bereich zuständig ist, insbesondere die ERASMUS-Koordination. Die meisten Fragen
zu einem Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studiums regelt das Akademische Auslandsamt der MHH. Möglichkeiten, Erfahrungen im Ausland zu
sammeln, sind Auslandspraktika und Auslandssemester im Rahmen des
| V. Fischer
| M. Bremer
| A. Dudzinska
ERASMUS+ Programms der Europäischen Union (EU). Das Hochschulprogramm ERASMUS+ soll die Mobilität von Studierenden, Dozenten und anderem Hochschulpersonal in den Mittelpunkt stellen. Eine wesentliche Voraussetzung für diese Mobilität ist dabei die Anerkennung von Studien- und
Prüfungsleistungen. Die dafür notwendige Beratung vor und während des
Auslandsaufenthalts sowie die Anerkennung der mitgebrachten Bescheinigungen als äquivalent zu Studien- und Prüfungsleistungen an der MHH
erfolgt durch den ERASMUS-Koordinator (PD Dr. V. Fischer).
INFO Ansprechpartner
PD Dr. Volkhard Fischer
0511-532-6015
fischer.volkhard@mh-hannover.de
| U. Frommknecht-Reddig | H. Müller
| V. Paulmann
| L. Schauermann
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Evaluation & Kapazität | 49
Organisation | Curriculumentwicklung
ORGANISATION
Curriculumentwicklung
| Ziel des MHH-Modellstudiengangs Medizin ist es, Ärztinnen und Ärzte
auszubilden, die einerseits fachlich kompetent und empathisch mit kranken Menschen umgehen können; anderseits sollen sie die molekularen
­Mechanismen und Ursachen von Erkrankungen kennen. Die Studierenden
sollen von Beginn der Ausbildung an den ärztlichen Beruf erleben und integriert in den Klinikalltag der MHH in ihre Tätigkeit als Medizinerinnen und
­Mediziner hineinwachsen. Um den Anspruch eines patientennahen und
praxisstarken Medizinstudiums umsetzen zu können, entwickelte die MHH
einen für den Modellstudiengang spezifischen Lehrplan und Curricula für
die einzelnen Module.
Was ist eigentlich ein Curriculum? Neben der organisatorischen und inhaltlichen Struktur des Studiums schafft das Curriculum (lat.: Lauf, Verlauf)
einen systematischen Überblick über alle Informationen, die das Studium
betreffen. Auf die Weise gibt es den Studierenden eine Orientierung, welche Erwartungen das Fach bzw. das Studium an sie stellt. Darüber hinaus
liefert es im Gegensatz zu einem Lehrplan, der sich auf die Aufzählung der
Unterrichtsinhalte beschränkt, auch die Lernziele, Lernprozesse sowie die
Mittel, mit denen die Ziele erreicht werden sollen und natürlich auch die
Art der Wissensüberprüfung.
Den Rahmen für ein Curriculum gibt die Studienordnung. Veränderungen
oder Weiterentwicklungen des Curriculums werden in der Regel in Zusammenarbeit mit den Studierenden, den Lehrenden und dem Studiendekanat
in der Studienkommission vorgestellt und diskutiert.
Jahrgangsübergreifende Curricula
In der Regel ist der Unterricht in den einzelnen Studienjahren inhaltlich
voneinander getrennt. Dozentinnen und Dozenten aus dem ersten Jahr
wissen oft nicht, was im vierten Jahr gelehrt wird und umgekehrt. Studierende haben den Stoff aus den ersten Semestern in späteren Jahren bereits wieder vergessen, weil einzelne Module als abgeschlossen betrachtet
werden. Eine enge Verzahnung der unterschiedlichen Fachgebiete in den
einzelnen Studienjahren erscheint zwingend notwendig.
| Die Entwicklung von Curricula erfordert übergreifende und verknüpfende Denkprozesse.
Im Sinne einer Lernspirale sollen jahrgangsübergreifende Curricula die Vermittlung von fächerübergreifendem Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten
in den verschiedenen Modulen des Modellstudienganges abbilden. Das
bedeutet, dass die Themen gezielte in den unterschiedlichen Modulen der
Studienjahre in jeweils neuem Kontext und mit zunehmender Komplexität
im Verlauf des Studiums mehrfach aufgenommen, vertieft und in Bezug auf
die zukünftige berufliche Praxis fokussiert werden. Der jahrgangsübergreifende Unterricht ist ein wesentliches Element für die wirksame Realisierung
einer praxisorientierten und wissenschaftsbetonten Lehre.
INFO Kontakt
Kathrin Roth
0511-532-5041
roth.kathrin@mh-hannover.de
| K. Roth
50 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Curriculumentwicklung
ORGANISATION
Organisation | Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss
| Seit der Einführung des Modellstudiengangs ersetzen in den ersten bei-
den Studienjahren Klausuren und mündlich-praktische Prüfungen direkt im
­Anschluss an die Module die Prüfung zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen
Prüfung (M1). Ein Studierender muss während seiner gesamten Studienzeit
eine Vielzahl an Prüfungen ablegen. Um die große Anzahl an Prüfungen pro
Studienjahr bewältigen zu können, etablierte die Hochschule 2005/2006
das elektronische und mobile Prüfungssystem Q[kju:]– eine logistische wie
organisatorische Herausforderung für die MHH. Der Prüfungsausschuss
Medizin achtet darauf, dass bei sämtlichen Prüfungen im Medizinstudium die Prüfungsordnung auf der Grundlage der geltenden Approbationsordnung für Ärzte eingehalten und umgesetzt wird. Zu seinen Aufgaben
­gehören die Bestellung der Prüfungskommissionen und die Ernennung
ihrer Vorsitzenden sowie die Anerkennung von Studienleistungen. Des Weiteren kann in Ausnahmefällen von dem Gremium ein sogenannter „vierter“ Prüfungsversuch gewährt werden. Darüber berät der Ausschuss, der
aus dem Studiendekan, zwei Mitgliedern aus dem internen Lehrkörper der
MHH, einem Vertreter des externen Lehrkörpers sowie zwei Studierenden
besteht, in nicht öffentlichen Sitzungen. Alle Beteiligten sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Die Amtszeit der Dozentinnen und Dozenten im Ausschuss beträgt drei Jahre, die der Studierenden ein Jahr. Der Senat der MHH wählt die Mitglieder
des Prüfungsausschusses auf Vorschlag der Studienkommission.
INFO Kontakt
Studiendekan Prof. Dr. Ingo Just
0511-532-9014
studiendekanat.just@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Prüfungsausschuss | 51
Organisation | Deutschlandstipendium
ORGANISATION
| Das Zusammenspiel der Akteure – nur so funktioniert das Deutschlandstipendium.
Das Deutschlandstipendium
| In einer Zeit, in der Studiengänge immer komplexer und zeitaufwendiger
werden, muss ein Stipendiensystem leistungsstarke Studierende finanziell
unterstützen, um eine klare Fokussierung auf das Studium zu ermöglichen.
Mit dem Deutschlandstipendium unterstützt die Bundesregierung begabte
und leistungsfähige Studierende; sie will herausragende Leistungen.
Einrichtung. Berücksichtigt wird auch die Überwindung besonderer biografischer Hürden, die sich aus der familiären oder kulturellen Herkunft
ergeben. Eine Auswahlkommission, bestehend aus Professoren, Wissenschaftlichem Mitarbeiter und Studierendenvertretern wählt nach diesen
besonderen Kriterien die Stipendiaten aus.
Zum Wintersemester 2011/12 startete das Deutschlandstipendium an der
MHH. Die Förderung pro Stipendium beträgt 300 Euro pro Monat. Die Stipendien werden zunächst für ein Jahr bewilligt. Eine Weiterförderung ist
unter bestimmten Voraussetzungen bis zum Erreichen der Regelstudienzeit
möglich. Übernommen werden die Stipendien zur einen Hälfte von privaten
Förderern, um die sich die Hochschule selbst bemüht. Die andere Hälfte
steuert der Bund dazu.
Wer sich auf das Deutschlandstipendium bewirbt, sollte neben guten Leistungen auch schon mal `über den Tellerrand´ hinausgeschaut haben. Zu
den Auswahlkriterien zählen jedoch nicht ausschließlich sehr gute Erfolge
an Schule oder Universität, sondern auch gesellschaftliches Engagement;
zum Beispiel in der Hochschulpolitik, in kirchlichen oder politischen Or­
ganisationen sowie der Einsatz im sozialen Umfeld oder in einer sozialen
52 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Deutschlandstipendium
INFO Kontakt
Kathrin Roth
0511-532-5041
roth.kathrin@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de/
deutschlandstipendium.html
| K. Roth
ORGANISATION
Organisation | Studienkommission
| Diskutieren und abstimmen: In der Studienkommission
erarbeiten Studierende und Dozierenden Verbesserungen für den Modellstudiengang HannibaL.
Die Studienkommission
Die ständige Kommission für Lehre und Studium
| Die Studienkommission des Studiengangs Medizin ist an der Schnittstelle
zwischen Studierenden und Dozenten angesiedelt. Sie soll zum einen einen
Interessenausgleich schaffen, zum anderen die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Studium mit Leben füllen. In der Studienkommission erarbeiten Studierende und Lehrende u. a. die Studien- und Prüfungsordnung,
überprüfen und stimmen die Curricula ab und beraten über Anträge zur
Verwendung von Studienbeiträgen.
Ihr Alltagsgeschäft ist jedoch, Probleme im Studienalltag wahrzunehmen,
zu diskutieren und zu lösen. Fragestellungen und Probleme werden über
die Mitglieder der Studentenvertretung oder als Antrag in die Studienkommission eingebracht.
Gruppe der
Professoren
und Dozenten
Gruppe der
Wissenschaftlichen ­
Mitarbeiter
Gruppe der
Studierenden
Mitglieder
Mitglieder
Mitglieder
•
•
•
•
P rof. Hermann Haller
Prof. Ulrike Raap
Prof. Lars Knudsen
Prof. Wolfgang Koppert
• Dr. Lars Friedrich
Vertreter
• Dr. Roland Kabuß
Vertreter
•
•
•
•
P rof. Christoph Gutenbrunner
Prof. Theresia Kraft
Prof. Nils Schneider
Prof. Christian Kratz
| Mitglieder der Studienkommission Medizin 2014
•
•
•
•
•
Tane Stelzer
Lasse Per Peterson
Michael Grimme
Stephan Irannejad
Anselm Derda
Vertreter
•
•
•
•
•
Marie Dücker
Nora Ziegler
Robin Bollin
Nils Pursche
David Beverungen
Die Studienkommission Medizin der MHH hat zehn stimmberechtigte Mitglieder und ist paritätisch mit Studierenden und Dozierenden besetzt. Sie
wird alle zwei Jahre neu gewählt. Den Vorsitz hat der Studiendekan, Professor Dr. Ingo Just. Obwohl Entscheidungen durch mehrheitliche Abstimmungen gefällt werden, konnte die Studienkommission bisher alle grundlegenden Probleme nach ausgiebigen Diskussionen einvernehmlich lösen.
Diese gemeinsame Geisteshaltung hat den Modellstudiengang inspiriert
und vorangebracht und ist weiterhin der Motor für seine Optimierung.
Die Beschlüsse der Studienkommission zur Studien- und Prüfungsordnung
sind Empfehlungen einer Fachkommission an den Senat, der in diesem Fall
die abschließende Entscheidung trifft.
Die Studienkommission trifft sich in der Regel einmal im Monat. Im Rahmen
dieser Treffen werden regelmäßig Protokolle erstellt, die ebenso wie die
weiteren Termine auf der Homepage der MHH einzusehen sind.
INFO
Vorsitzender
Prof. Dr. Ingo Just
Organisation
Kathrin Roth
Kontakt
roth.kathrin@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de/studienkommission.html
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Studienkommission | 53
Organisation | Skills Lab
ORGANISATION
| Praxistraining unter simulierten Bedingungen: Im Skills Lab erlernen die
Studierenden ärztliche Fertigkeiten in einem geschützten Rahmen.
SkilLaH – Das interdisziplinäre Skills Lab
Standardisierte Ausbildung in praktischen Fertigkeiten
Dr. Sabine Scheidewind, Angelika Kursch, Ingo Jérôme
| Was ist ein Skills Lab überhaupt?
Das Ausüben praktischer Fertigkeiten ist ein wichtiger Teil des Arztberufs in
Klinik und Praxis. Medizinstudierende fühlen sich hierfür oft unzureichend
ausgebildet und unsicher. Wer von ihnen kennt nicht die Situation, im Operationssaal plötzlich zusammenzuschrecken: „Sie haben sich unsteril gemacht“? Wer kennt nicht den Moment des dritten erfolglosen Versuchs einer
Blutentnahme, den dazugehörigen enttäuscht-traurigen Patientenblick und
das anschließende Eingeständnis des Scheiterns beim Stationsarzt, an dem
es nun doch wieder hängen bleibt? Und wer kennt nicht die vielen Momente
des „ersten Mals“ mit zitternder Hand am Patienten, etwa beim Legen einer
Magensonde, bei der gynäkologischen Untersuchung oder der ersten eigenen
Hautnaht? Begleitet von dem Unbehagen, ob der „richtige“ Ton im Gespräch
mit den unterschiedlichen Patienten gefunden wurde.
Der Erwerb praktischer Handlungskompetenz –einschließlich kommunikativer Kompetenz– ist ebenso wie das Erlernen medizinischen Wissens wichtiges Element einer guten und modernen Medizinerausbildung. In einem Skills
Lab wird einheitlich und standardisiert gelehrt, wie medizinisch-praktische
Fertigkeiten korrekt durchzuführen sind. Fehler am Patienten sollen dadurch
verhindert werden. Der von vielen Studierenden und jungen Ärzten als
schwierig empfundene Transfer vom „Wissen wie“ zum konkreten „Tun“,
also der Schritt von der Theorie in die Praxis, wird im Skills Lab geübt. Konkret
54 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Skills Lab
wird die Durchführung praktischer Tätigkeiten an verschiedenen Phantomen
und Übungsmodellen trainiert. Ihre kommunikativen Fähigkeiten zum Aufbau
einer tragfähigen Arzt-Patient-Beziehung, etwa das Überbringen schlechter
Nachrichten, verbessern die Studierenden mithilfe von Simulationspatienten.
Diese werden gezielt ausgebildet, und auch im Hinblick auf ein konstruktives
Feedback an die Studierenden geschult.
SkilLaH - das Skills Lab an der MHH
Das interdisziplinäre Skills Lab der MHH - SkilLaH befindet sich auf einem
Areal von knapp 700 Quadratmetern im Gebäude K10 (Kinderklinik) Ebene
U0 und wurde im Mai 2012 eröffnet.
Zunächst wird im Rahmen des Moduls „Diagnostische Methoden“ eine
Auswahl von Skills für alle Studierenden des zweiten Studienjahres verbindlich gelehrt. Weitere Skills können im Rahmen von Tutorials geübt werden,
die die Tutorinnen und Tutoren des Skills Lab anbieten. Darüber hinaus wird
das Skills Lab in der Regellehre einzelner klinischer Fächer nach Bedarf verankert. Allen Studierenden wird zudem die Möglichkeit des „freien Übens“
angeboten, indem sie sich auf der Homepage unter www.mh-hannover.de/
skillslab.html für die Nutzung der Räume und des vorhandenen Materials
anmelden können.
ORGANISATION
Die möglichen Fertigkeiten reichen von Blutentnahme über hygienische und
chirurgische Händedesinfektion bis zum Legen einer Magensonde und dem
korrekten Anlegen eines EKGs in entsprechend ausgestatteten Themenräumen. Für Kommunikationstrainings werden spezielle „Kranken-“ und
„Sprechzimmer“ mit anliegenden (durch halb verspiegelte Fensterscheiben
getrennten) Beobachtungsräumen eingerichtet.
Ein zentrales Element der Lehre im SkilLaH ist die Vermittlung praktischer
Fertigkeiten. Einige der erlernten Fertigkeiten werden im OSCE (Objective
Structured Clinical Examination) am Ende des zweiten Studienjahres geprüft („Famulaturreife“). Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die Studierenden die Übungsmöglichkeiten auch als Prüfungsvorbereitung nutzen
und das Skills Lab nach und nach zu einem festen Bestandteil im Modellstudiengang HannibaL wird.
SkilLaH wurde auch von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen
(KVN) gefördert. Die KVN bietet ca. einmal monatlich eine Sprechstunde in
den Räumen des Skills Lab an, in der sie interessierte Studierende über Möglichkeiten der Niederlassung und Fragen in Zusammenhang mit einer Tätigkeit im ambulanten Bereich beraten möchte. Für alle Fragen und Anregungen
von Studierenden und Lehrenden in Zusammenhang mit dem Skills Lab an
der MHH sind jederzeit die unten aufgeführten Ansprechpartner erreichbar.
INFO
Ansprechpartner
Dr. Sabine Schneidewind
(ärztliche Leitung)
Dipl.- Päd. Angelika Kursch
(Koordinatorin Kommunikationskurse)
Management: Ingo Jérôme
Kontakt
0511-532-7891; 0511-532-7896
schneidewind.sabine@mh-hannover.de
kursch.angelika@mh-hannover.de
jerome.ingo@mh-hannover.de
| S. Schneidewind
| A. Kursch
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Skills Lab | 55
Organisation | Bibliothek
ORGANISATION
Die Bibliothek
der Medizinischen Hochschule Hannover
| Die Bibliothek der MHH begleitet mit einem umfangreichen Servicespekt-
rum die Studierenden vom ersten Semester bis hin zur Doktorarbeit. Sie ist
als wissenschaftliches Literatur- und Informationszentrum der Hochschule
der zentrale Lern- und Informationsort für die Studierenden. Die Bibliothek
befindet sich im klinischen Lehrgebäude und bietet den Studierenden tägliche Öffnungszeiten von 8 bis 22 Uhr (am Wochenende und an Feiertagen
von 9 bis 18 Uhr).
Bibliotheksbenutzung
An der Leihstelle erhalten die Studierenden einen Bibliotheksausweis, der
sie zur Ausleihe und Nutzung aller Bibliotheksangebote berechtigt. Durch
die Einbindung der Bibliothek in das Hannoversche Bibliothekssystem
(HOBSY) können die Studierenden auch mit Literatur der Hannoverschen
Partnerhochschulen versorgt werden. An Studierende werden zudem
­Semesterschließfächer vergeben.
Literaturangebot
Die Bücher der Lehrbuchsammlung und die aktuelle medizinische Grund­
lagenliteratur sind frei zugänglich in den Lesesälen aufgestellt. Viele Bücher
werden auch in elektronischer Form angeboten, so dass sie auch von zu
Hause aus benutzt werden können. Der Bibliothekskatalog und das umfassende elektronische Angebot an Zeitschriften und E-Books sind über
die Homepage der Bibliothek aufrufbar. Für Literaturrecherchen stehen die
wichtigsten deutsch- und englischsprachigen Datenbanken zur Verfügung.
56 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Bibliothek
ORGANISATION
| Lernen und informieren: in der MHH-Bibliothek finden die Studierenden nicht nur eine große Auswahl an Lehrbüchern und Fachzeitschriften, sondern auch einen Platz zum Lernen
in den Lesesälen
9250
E-Journals
6000
E-Books
30 112
Bücher und Lehrbücher
im Lesesaal
| Bücher einschließlich Lehrbuchsammlung und Zeitschriften
in den Lesesälen und elektronischer Literatur
Lernort Bibliothek
Die Bibliothek bietet zahlreiche Einzel- und Gruppenarbeitsplätze sowie
Lernkabinen an. Die Arbeitsplätze sind teilweise mit PCs versehen, die
u. a. mit Online-Prüfungsprogrammen ausgestattet sind. Dazu gibt es „Still­
arbeitszonen“ für die konzentrierte Prüfungsvorbereitung. Im gesamten Bibliotheksbereich ist WLAN verfügbar.
Schulungen
Mehrmals wöchentlich werden Schulungen zur Datenbankrecherche, Literaturbeschaffung und Literaturverwaltung angeboten. Das Team der Information hilft jederzeit gerne bei Fragen weiter.
INFO Aktuelle Informationen und
­Ansprechpartner
finden Sie auf der Homepage der Bibliothek:
www.mh-hannover.de/bibliothek.html
Medizinische Hochschule Hannover Bibliothek
OE 8900
Leitung
Dr. A. Felsch-Klotz
0511-532-6605
Ansprechpartner
Christiane Weiss
0511-532-3338
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Bibliothek | 57
Organisation | AStA
ORGANISATION
Der AStA
Allgemeiner Studierendenausschuss der MHH
| Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) führt die Geschäfte der Stu-
dierendenschaft. Er wird jährlich vom Studierendenparlament (StuPa), dem
höchsten beschlussfassenden studentischen Gremium, gewählt und vertritt
die Studierendenschaft sowohl nach innen gegenüber dem Präsidium und
den Dekanen als auch nach außen. Der AStA kümmert sich also im Kern
um die hochschulpolitischen, sozialen und kulturellen Belange der Studierenden.
Die Referate
Die Arbeit im AStA übernehmen 13 Referentinnen und Referenten, die alle
eine Kernkompetenz besitzen, aber dennoch Hand in Hand arbeiten. Die
Koordination der einzelnen Referate mitsamt Vertretung studentischer Interessen in Gremien übernimmt der Vorsitz. Die Referentinnen und Referenten für Hochschulpolitik beispielsweise sind direkte Ansprechpartner, wenn
es Probleme mit Prüfungen und Fragen zu Curricula gibt. Das Referat für
Finanzen verwaltet das Vermögen der Studierendenschaft, wozu auch die
Verhandlungen über das Semesterticket gehören. Speziell für alle neuen
Kommilitonen gibt es das Referat für Erstsemester, das gerade zu Studienbeginn ein beliebter Ansprechpartner ist. Darüber hinaus veröffentlicht
der AStA den hochschulpolitischen Newsletter Emmah, sowie dreimal im
Jahr die Studentenzeitschrift „Curare“, die von den zwei Referaten Presse
erstellt bzw. koordiniert werden.
Das Referat für Sport kümmert sich einerseits selbst um die Sportanlagen
an der MHH, stellt aber darüber hinaus den Kontakt zum Hochschulsport
her, sodass alle Studierenden der MHH am Gesamtprogramm in Hannover
teilnehmen können. Speziell für die Kommilitonen, die gern ein Praktikum
außerhalb Deutschlands absolvieren möchten, gibt es das Referat Ausland,
das neben Tipps und Tricks für Länder und Bewerbungen auch ein Tropenseminar, mit den wichtigsten Hinweisen zu speziellen Reiseregionen und
Erkrankungen organisiert.
| Setzen sich für die Kommilitonen ein: Die AStA-Referenten kümmern sich um soziale,
kulturelle und hochschulpolitische Themen auf dem Campus.
Außerdem gibt es noch die Referate für Soziales, Kultur, und Internet mit
ihren speziellen Aufgaben.
Studentische Selbstverwaltung
Die studentische Selbstverwaltung nimmt zahlreiche interessante, aber
auch wichtige Aufgaben wahr und ist für alle Referentinnen und Referenten freiwillig neben dem eigentlichen Studium, sodass viele Probleme, die
in der Sprechstunde an den AStA herangetragen werden, bekannt sind.
Neben der wöchentlichen Sprechstunde, die von 12.15 bis 13.45 Uhr im
Gebäude I2 neben dem Wohnzimmer unter den Treppen zu Hörsaal A stattfindet, kann jedes einzelne Referat per Mail kontaktiert werden, um auch
bei dringenden Problemen schnell helfen zu können.
58 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | AStA
INFO Sprechstunde
Sprechstundevon Montag bis Donnerstag
12.15 -13.45 Uhr im Gebäude I2 unter den
Treppen zu Hörsaal A
0511-532-5414
info@mhh-asta.de
www.mhh-asta.de
Organisation | Fachschaft Humanmedizin
ORGANISATION
Fachschaft Humanmedizin
von Studenten für Studenten
| In der Fachschaft Humanmedizin leben wir das Motto: „Von Studenten
für Studenten“
Das bedeutet, wir sind selbst Medizinstudenten aus unterschiedlichsten
­Semestern und bestellen die Utensilien, die Ihr für Euer Studium braucht.
Und das ist eine ganze Menge: Präparierbesteck, Klingen, Handschuhe, Kittel,
Stethoskope, Reflexhämmer, MHH-Merchandising… Diese Dinge gehören
sozusagen zu Eurer Grundausstattung. Da wir selbst ja Nutzer unserer Produkte sind, bekommt Ihr wohl bei uns auch die kompetenteste und ehrlichste
Beratung.
Des Weiteren organisieren wir für bestimmte Bücher Sammelbestellungen, wie
zum Beispiel ein alternatives Mibi-Skript. Dazu aber noch eine kurze Anmerkung: Wir können bestimmte Bücher für euch NUR AUF BESTELLUNG und
daher VORKASSE anbieten. D.h. mindestens 10 Leute müssen sich selbstständig so organisieren, dass das entsprechende Geld eingesammelt und
an uns weitergeleitet wird. Nur dann ist es möglich den vergünstigten Preis
zu bekommen (35 € statt 47 €). Wir führen NUR DIE BESTELLUNG der
Bücher durch und geben diese dann an die Verantwortlichen im Rahmen
der Bestellung weiter.
Ihr könnt Euch jederzeit einen Organspendeausweis mitnehmen. Nicht zu
vergessen ist auch der internationale Studentenausweis. Der könnte sehr
nützlich sein, wenn ihr in den Semesterferien eine Famulatur im Ausland
macht und auch dort in Museen oder bei Attraktionen Studierendenrabatt
erhalten möchtet.
Bei allen Produkten geben wir den Einkaufspreis an Euch weiter. Das geht,
da wir das Ganze nämlich freiwillig und ehrenamtlich machen. Da wir keine
Gewinne machen bieten wir auch nur Standardprodukte, trotzdem lohnt
sich nachfragen immer, denn auf Anfrage bestellen wir auch Sachen wie
Kinderstethoskope. Überhaupt sind wir immer für neue Anregungen offen.
Krumme Rücken von schweren Büchern in der Tasche? Nasse Regenjacken
die im Hörsaal den Vordermann voll tropfen? Dagegen gibt’s doch auch
was von der Fachschaft! Wir haben von der MHH rund 150 leere Spinde zur
Verfügung gestellt bekommen, die wir kostenlos an interessierte Studenten
verleihen können. Die Spinde befinden sich im Keller von J1 (Ebene U0) bei
den Untersuchungsräumen. Um einen Spind für ein Tertial zu bekommen,
könnt ihr einfach einen Spind belegen und uns eine Mail mit Namen und
Spindnummer zuschicken.
Wie ihr seht, sorgen wir an der MHH als Fachschaft – im Gegensatz zu den
„klassischen“ Aufgaben, die Ihr vielleicht von Fachgruppen anderer Unis kennt
- vor allem dafür, dass Ihr immer gut ausgerüstet durchs Studium kommt!
Einmal die Woche wird unser Büro im vorklinischen Lehrgebäude neben der
Cafeteria zum Laden und das immer montags von 13.00 bis 14.00.
Wenn ihr Fragen habt oder mitmachen wollt KOMMT VORBEI oder
schreibt uns eine Mail.
Euer Fachschaftsteam
INFO Sprechstunde
Montag 13-14 Uhr im
­vor­klinischen ­Lehrgebäude
neben der Cafeteria (I2)
fachschaft.mhh@gmail.com
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Fachschaft Humanmedizin | 59
Organisation | Campus International
ORGANISATION
Japan - USA - Großritannien - Portugal - Spanien - Niederlande - Russland
Österreich - Türkei - Frabkreich - Italien - Ungarn - Griechenland - Schweiz
Campus International
Das Akademische Auslandsamt
| Einfühlungsvermögen, Neugier und Interesse für andere Menschen und an-
dere Lebenswelten – das sind Tugenden, die gute Medizinerinnen und Mediziner ausmachen. Um diese Eigenschaften auszubilden und zu fördern, ist
es wichtig, den eigenen Horizont zu erweitern und von anderen Kulturen,
Bildungs- und Gesundheitssystemen zu lernen, aber auch umgekehrt die
eigenen Kenntnisse und Erfahrungen in andere Länder zu transportieren.
Lernen, Lehren, Forschen – Die MHH als Partner in weltweiten
Netzwerken
Internationale Beziehungen spielen in allen Bereichen der MHH eine wichtige Rolle. Doch umfassen die internationalen Kooperationen der MHH
ganz unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Neben den vertraglich
vereinbarten Partnerschaften der MHH mit ausländischen Hochschulen auf
‚Hochschulebene’ (Frankreich, Russland, Japan) gibt es die Vielzahl der bilateralen Vereinbarungen im Rahmen von ERASMUS+. Die größte Zahl der
internationalen Kontakte sind jedoch ‚vor Ort’ verankert in den einzelnen
Kliniken und Instituten der MHH als lebendige Arbeits- und Forschungskontakte.
Zahlreiche Gastärzte und Gastwissenschaftler aus dem Ausland, viele davon aus Ländern außerhalb Europas, prägen das Bild der Hochschule und
geben der MHH ein ‚internationales Gesicht’. Mit ihren Erfahrungen aus
anderen Kulturräumen bereichern sie die Institute und Kliniken, wo sie sich
60 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Campus International
auf Zeit aufhalten, um sich in ihrem jeweiligen Fachgebiet weiterzubilden.
Eine wichtige Keimzelle für Internationalisierung an der MHH ist die
Hannover Biomedical Research School (HBRS). Die internationale Graduiertenschule HBRS bietet – in englischer Sprache – verschiedene Promo­
tionsstudiengänge an auf dem Gebiet der Life Sciences, die mit dem PhD
abgeschlossen werden.
Einmal MHH – immer MHH?
Studierenden der MHH, die einen Auslandsaufenthalt planen, bietet das
Akademische Auslandsamt Informationen zu Studienaufenthalten, Famulaturen und Praktika im Ausland auf der Webseite unter der Rubrik „International“. Interessenten werden außerdem per E-Mail, telefonisch oder
persönlich in den Sprechstunden beraten.
Alle an der MHH immatrikulierten Studierenden können mit der finanziellen
Unterstützung des EU-Bildungsprogramms „ERASMUS+“ im europäischen
Ausland studieren oder ein Praktikum machen. Gefördert werden Studienaufenthalte von mindestens drei und maximal zwölf Monaten sowie Praktika von zwei bis zwölf Monaten. Für ein Auslandsstudium stehen Plätze an
verschiedenen europäischen Partneruniversitäten zur Verfügung. Jedes Jahr
kommen auch etliche ERASMUS-Studierende aus verschiedenen europäischen Ländern an die MHH.
ORGANISATION
| Öffnet Türen ins Ausland und in die MHH:
Das Akademische Auslandsamt der MHH
Neben ERASMUS+ findet Studierendenmobilität ins europäische und außereuropäische Ausland überwiegend in Form von Famulaturen, Praktika und
PJ-Aufenthalten statt. Im Rahmen von bilateralen Kooperationen stehen
Studierenden der Humanmedizin Famulaturplätze in Japan und Russland zur
Verfügung. Achtmonatige Forschungsaufenthalte in Nordamerika bietet das
„Biomedical Sciences Exchange Program“ (BMEP) der MHH, das für Studierende der Life Sciences aus ganz Deutschland offen steht und vom Deutschen
Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziell unterstützt wird.
Auch für ausländische Studierende, die vorübergehend an der MHH studieren oder eine Famulatur bzw. Praktikum machen ist das Auslandsamt Anlaufstelle, ebenso wie für Stipendiaten und Wissenschaftler aus aller Welt,
die sich an der MHH weiterbilden wollen. Das Akademische Auslandsamt
versucht, den unterschiedlichen Interessenlagen der ausländischen Studierenden und ebenso der internationalen Stipendiaten und Wissenschaftler
gerecht zu werden und ihnen wo immer möglich Unterstützung zu gewähren, damit ihr Aufenthalt erfolgreich verläuft.
In Kürze: Das Akademische Auslandsamt der MHH
•
berät Studierende, Graduierte und Promovierte der MHH bei Fragen des
Auslandsstudiums und des Auslandsaufenthalts
•
berät und betreut ausländische Studierende und Stipendiaten an der MHH
•
informiert über Austauschprogramme und Fördermöglichkeiten
•
ist Kontaktstelle des DAAD und der Alexander von Humboldt-Stiftung
•
unterstützt Hochschulkooperationen im Rahmen von Programmen der
Europäischen Union
•
koordiniert die internationalen Hochschulpartnerschaften der MHH
•
engagiert sich in verschiedenen Gremien zum Thema ‚Ausländerstudium’
Diese und viele andere Aufgaben erfüllt das Akademische Auslandsamt in Zusam­menarbeit mit dem Senatsbeauftragten für Internationale
Hochschulangelegenhei­ten der Medizinischen Hochschule Hannover sowie
mit verschiedenen Programm- und Partnerschaftsbeauftragten.
Senatsbeauftragter für Internationale Hochschulangelegenhei­ten und
den DAAD ist derzeit Prof. Dr. Hermann Haller.
INFO Akademisches Auslandsamt / Kontakt:
0511-532-6026
auslandsamt@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de/aaa.html
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | Campus International | 61
Organisation | ERASMUS+
ORGANISATION
Mobile Mediziner
Mit ERASMUS+ im
Ausland studieren
| Jährlich entscheiden sich rund 25-30 Medizinstudierende der MHH für einen
Auslandsaufenthalt im Rahmen des ERASMUS+ Programms. Auch wenn
sich die Sprachen und Ausbildungssysteme in den Zielländern unterscheiden, bieten alle Orte neue kulturelle und soziale Perspektiven für angehende Mediziner. Nach der Rückkehr werden die Teilnehmer deshalb gebeten,
Auskunft über ihre Erfahrungen „in der Ferne“ zu geben. Mit Hilfe eines
standardisierten Fragebogens des DAAD befragt das Auslandsamt die sogenannten „Outgoings“ zu den Eigenheiten der medizinischen Fakultäten
in Spanien, Belgien, Italien oder anderen europäischen Ländern. Basierend
auf 89 Fragebögen aus den Jahren 2004-2008 werden nachfolgend einige
Resultate zusammengefasst.
Wer geht ins Ausland?
Der Anteil an Studentinnen in der Humanmedizin steigt seit Jahren stetig
an. Auch für den Austausch mit ERASMUS an der MHH gilt: die Frauen sind
mobiler. 77,5% der Teilnehmenden sind weiblich, nur 22,5% männlich (vgl.
Tabelle 1). Die Dauer des Aufenthalts variiert zwischen 3 und 14 Monaten,
die meisten Studierenden bleiben allerdings für vier Monate im Ausland
(n=34) und absolvieren dort eine Station des Praktischen Jahres. Als Fach
dominiert hierbei die Chirurgie (n=27), die Innere Medizin wird seltener im
Ausland belegt (n=7). Wahlfächer waren noch nicht vertreten.
Prozent
Wo geht es hin?
Zwar sind nicht alle Reisewünsche im Rahmen von ERASMUS zu erfüllen,
die Auswahl umfasst aber immer noch alle Himmelsrichtungen. Insofern
lässt die Analyse der Zielorte die Vorlieben deutlich zu Tage treten. Spanien
wird am häufigsten gewählt, gefolgt von Frankreich, Großbritannien und
Italien. Doch auch Finnland und Estland werden als Gastländer besucht,
um den kulturellen und medizinischen Horizont zu erweitern.
Ziel
Spanien
Frankreich
Prozent
41,6
18
Großbritannien
12,4
Italien
10,1
Finnland
6,7
Belgien
5,6
Estland
3,4
weiblich
77,5
Österreich
1,1
männlich
22,5
Portugal
1,1
Gesamt
100,0
Gesamt
100,0
| Tabelle 1: Geschlechterverteilung Erasmus-Programm
62 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | ERASMUS+
| Tabelle 2: Zielorte Erasmus-Aufenthalt
ORGANISATION
100%
90%
80%
Motive und Ergebnisse
Bei der Frage nach den Motiven treten verschiedenen Beweggründe für ein
Auslandsstudium hervor: am häufigsten werden „kulturelle Gründe“ genannt, gefolgt von dem Wunsch „europäische Erfahrungen“ zu sammeln.
Doch auch „akademische Gründe“ und „berufliche Pläne“ werden noch
von nahezu der Hälfte der Studierenden angeführt.
70%
60%
akademische Ergebnisse
persönliche Ergebnisse
50%
40%
30%
Gründe für den Auslandsaufenthalt
(Mehrfachnennungen möglich)
Antworten
20%
N
Prozent
akademische Gründe
38
11,8
10%
kulturelle Gründe
75
23,2
0%
Freunde im Ausland
27
8,4
gering/nicht
vorhanden
berufliche Pläne
35
10,8
| Zufriedenheit mit dem Aufenthalt
eine neue Umgebung
49
15,2
eruopäische Erfahrung
64
19,8
Sprache lernen
24
7,4
anderer Grund
11
3,4
Gesamt
323
100
2
3
4
hervorragend
Neugierig geworden?
Internationale Mobilität im Medizinstudium kann vielfältig sein. Unter
http://www.mh-hannover.de/772.html lassen sich viele persönliche Erfahrungsberichte nachlesen. Neben ERASMUS bieten aber auch andere
­Programme die Möglichkeit zum Studieren und Forschen im Ausland. Informationen dazu gibt es direkt im Auslandsamt.
| Tabelle 3: Gründe für Auslandsaufenthalt
Doch wie sieht es mit der Zufriedenheit aus? Welche Erwartungen werden
erfüllt, was ließe sich verbessern? Die Beurteilung der akademischen fällt
im Vergleich mit der persönlichen Bilanz eher gemischt aus. Ein eindeutiges
„hervorragend“ vergeben nur knapp 15% bei den akademischen Ergebnissen aber rund 75% bei der persönlichen Bilanz (vgl. Grafik 1). Die wohl
wichtigste Erkenntnis aus dem Aufenthalt lautet jedoch: 82% der TeilnehmerInnen können sich vorstellen, als Ergebnis Ihrer Erfahrungen auch in
einem anderen EU-Staat zu arbeiten.
INFO
Ansprechpartner
PD Dr. Volkhard Fischer
0511-532-6015
fischer.volkhard@mh-hannover.de
Akademisches Auslandsamt
0511-532-6026
auslandsamt@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | ERASMUS+ | 63
Organisation | IsiEmed
ORGANISATION
| Studieren und kommunizieren ohne Grenzen: Teilnehmerinnen von IsiEmed im Fachtutorium
Willkommen in der MHH mit IsiEmed
Programm zur Förderung der Integration von Studierenden mit
­internationalem und fremdsprachigem Hintergrund
Leitung: Prof. Dr. Christoph Gutenbrunner
| Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) begrüßt den wachsenden
Anteil an Studierenden mit fremdsprachigem Hintergrund auf dem Campus. Ihre Integration ist der MHH ein besonderes Anliegen und stellt eine
wesentliche Voraussetzung für den Studienerfolg dar. Die exzellente Ausbildung von internationalen Studierenden dient nicht nur dem medizinischen
Wissenstransfer in ihre Heimatländer, eine gelungene Integration bietet
außerdem die Chance, gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte für den Standort Deutschland zu gewinnen sowie wissenschaftlichen Nachwuchs zu rekrutieren. Denn deutsche Hochschulen stehen heute immer mehr in einem
„Wettbewerb um die besten Köpfe“. Für die medizinische Versorgung in
Deutschland gewinnt dies bei steigender Internationalisierung und Migra­
tion zunehmend an Bedeutung. Aber auch für alle anderen Fachrichtungen,
die an der MHH studiert werden können, ist die vor allem sprachliche Inte­
gration ausländischer Studierender sehr wichtig. Aus diesem Grund wird
das IsiEmed-Programm ab 2015 für die Studierenden aller MHH-Studiengänge geöffnet und in IsiEMHH umgetauft.
Das ursprünglich vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)
geförderte und 2008 gestartete Projekt IsiEmed (Integration, sprachlicher
und interkultureller Einstieg in das Studium) unterstützt Studienanfängerinnen und -anfänger mit fremdsprachigem Hintergrund. IsiEmed berücksichtigt
64 | MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | IsiEmed
in besonderer Weise die Bedeutung der interkulturellen Kompetenzen im
heutigen Arztberuf unter dem Aspekt einer modernen, multikulturell zusammengesetzten Gesellschaft.
Der MHH-Modellstudiengang Medizin bietet gleich zu Beginn des Studiums
einen patientenorientierten und praxisnahen Unterricht an und baut auf der
Kommunikation mit Patienten auf. Der kulturelle Hintergrund ist für die Krankheitsentwicklung und -interpretation sowie für die Therapieverordnung und
Rehabilitation von großer Bedeutung. Darum spielen die sprachliche Kompetenz und das Verständnis für die Kultur des Studienlandes im Vergleich zu
rein wissenschaftlichen Studiengängen eine größere Rolle. Die Kenntnisse der
deutschen medizinischen Fachsprache und der patientenspezifischen Laienbezeichnungen für Körperregionen, Symptome und Krankheiten sind Voraussetzung für das Studium der Medizin und stellen eine große Herausforderung
für Studierende mit fremdsprachigem Hintergrund dar. IsiEmed möchte durch
eine gezielte Unterstützung im ersten Studienjahr den Studienerfolg der Teilnehmer sichern und hat es sich zur Aufgabe gemacht, weitere Zielgruppen
im Lehrbetrieb der Hochschule nachhaltig für die Thematik zu sensibilisieren
und in das Programm einzubinden. Darüber hinaus fördert die internationale
Zusammensetzung der Studierendenschaft eine kulturübergreifende Kommunikation auf dem gesamten Hochschulcampus.
Projektkoordination: Christoph Egen, Klinikmanager der Klinik für Rehabilitationsmedizin
Studentische Tutoren: Abubakar Anzarov, Alexandar Petrovski, Delnaz
Fard, Kira Weyer, Thu Huong Vu
Der Erfolg des Projektes wurde mit dem Studentenwerkspreis 2012 für soziales Engagement im Hochschulbereich honoriert. Den Scheck über 1.500
Euro erhielten die Medizinstudierenden der MHH bei der feierlichen Verleihung des Preises am 14. Juni 2012 von Festredner Professor Dr. Erich Barke,
dem Präsidenten der Leibniz Universität Hannover.
Mit dem Preisgeld wurde 2013 ein interkulturelles Fest mit Volleyballturnier
auf dem MHH-Campus organisiert.
IsiEmed beinhaltet:
•
SprinT (Sprach-und Integrations-Training): interkulturelles Training für
Studienanfänger mit fremdsprachigem Hintergrund, durch studentische
Lotsen und Fachtutoren..
• IsiEhelp: fachliches, auf den Modellstudiengang Medizin, HannibaL
­bezogenes Tutorium, das als viertägiger Workshop vor Studienbeginn
und während des Semesters wöchentlich stattfindet.
•
IsiEword: Training der Patienten- und Fachsprache im Modellstudiengang Medizin,HannibaL.
• IsiEmate: Ein ehrenamtliches Lotsenprogramm mit studentischen
­Patenschaften.
Dozentinnen und Dozenten: Dr. Birgit Kubat (Organisation Propädeutikum), Prof. Dr. Christoph Gutenbrunner (Propädeutikum Rückenwoche),
Prof. Dr. Kirsten Haastert-Talini (Propädeutikum Sprachstörungen), Philip
Bintaro (Propädeutikum Nierenwoche), Dr. Gudrun Brandes (Zellbiologische und genetische Grundlagen der Medizin), Dr. Gerald Neitzke (Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin), Dr. Roland Kabuß (Chemische und
biochemische Grundlagen der Medizin), Petra Colshorn und Dr. Michael
Krohn (Einführung Prüfungen)
Studiendekanat: Petra Colshorn, Dr. Michael Krohn
Bereich Evaluation: Dr. Volker Paulmann, Agnieszka Dudzinska
INFO Projektpartner und Berater innerhalb der
Hochschule
AStA: Referat Soziales, Ausland, Erstsemester
Gruppe Erstsemesterarbeit (GEA): studentische
Projektgruppe
Professor. Hermann Haller, Senatsbeauftragter für
internationale Hochschulangelegenheiten und für
den DAAD
Akademisches Auslandsamt
Studentensekretariat
Studiendekanat
Ansprechpartner
Christoph Egen, Dipl.-Soz.-Wiss. | Dipl.-Päd.
0511 532-4117
egen.christoph@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de/isiemed.html
| C. Gutenbrunner
| C. Egen
| B. Kubat
| K. Haastert-Talini
| P. Bintaro
| G. Brandes
| G. Neitzke
| R. Kabuß
| P. Colshorn
| M. Krohn
MHH Studienführer 2014/15 | Organisation | IsiEmed | 65
ORGANISATION
Projektteam:
Projektleiter: Professor Dr. Christoph Gutenbrunner, Dozent und Lehrverantwortlicher für das Modul Propädeutikum im ersten Studienjahr des
Modellstudiengangs Medizin, Direktor der Klinik für Rehabilitationsmedizin
Qualitätssteigerung
66 | MHH Studienführer 2014/15 | Qualitätssteigerung
Qualitätssteigerung
Instrumente zur Verbesserung der Qualität
MHH Studienführer 2014/15 | Qualitätssteigerung | 67
Qualitätssteigerung | Die Lehr-LOM
QUALITÄTSSTEIGERUNG
Die Lehr-LOM
Qualitätssteigerung in der Lehre durch leistungsorientierte
­Mittelvergabe
| Die leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) ist ein Instrument der Hoch-
schule zur Verbesserung der Lehrqualität. Durch die Verteilung von qua­
litätsbasierten Bonuszahlungen soll ein finanzieller Anreiz geschaffen
­werden, die Lehre im Modellstudiengang HannibaL weiter zu optimieren.
Die MHH verteilt die für den Studiengang Medizin zur Verfügung stehende
Summe von einer Million Euro folgendermaßen:
• 90 Prozent für die Qualität der Lehrveranstaltungen
• 5 Prozent für Dozentenpreise
Die Qualität der Lehre wird durch drei Kriterien abgebildet, die über ein
Punktesystem erfasst werden: der studentischen Evaluation der Gesamtlehrveranstaltung (Note für das Modul), der Qualität der Modulabschlussprüfung und dem Unterrichtsumfang (Lehrvolumen). Die Abschlussprüfung
ist integraler Bestandteil der Lehrveranstaltung. Sie soll fair sein und nach
Leistung unterscheiden. Die Prüfungsqualität trägt zur Gesamtqualität des
Moduls bei. Die Module werden nach der erreichten Gesamtpunktzahl gerankt; die Module des obersten Drittels erhalten jeweils einen LOM-Anteil,
wobei bei der Größe des LOM-Betrages das Lehrvolumen berücksichtigt
wird. Da die meisten Module im Modellstudiengang HannibaL interdisziplinär angelegt sind, muss die LOM-Summe auf die Abteilungen heruntergebrochen werden. Dabei errechnet sich der Anteil nach der Menge der
Dozentenstunden, die jede Abteilung/Klinik in das Modul eingebracht hat.
Das auf den ersten Blick diffizile Konzept spiegelt zum einen die Schwierigkeit wider, Lehrqualität zu quantifizieren, zum anderen garantieren die unterschiedlichen Parameter jedoch eine ausgewogene und faire Abbildung
der Lehrqualität.
Die Lehrpreise werden durch eine Umfrage bei den Studierenden ermittelt.
Die Studierenden geben ihr Votum ab, wen sie für den besten bzw. zweitbesten Dozierenden des zurückliegenden Studienjahres halten. Für jedes
der fünf Studienjahre gibt es den besten und zweitbesten Dozierenden.
wird anhand dieser Umfrage der beste und zweitbeste Dozierende mit dem
Lehrpreis ausgezeichnet.
INFO Kontakt
Studiendekanat der Medizin
Prof. Dr. Ingo Just
PD Dr. Volkhard Fischer
0511-532-9014
fischer.volkhard@mh-hannover.de
68 | MHH Studienführer 2014/15 | Qualitätssteigerung | Die Lehr-LOM
QUALITÄTSSTEIGERUNG
LOM-Lehre
Ranking
5%
Modulqualität 95 %
Dozentenpreise
Prüfungsqualität
studentische Evaluation
Gesamtnote des Moduls
Lehrvolumen
Summe der Punkte
„rising star“
Modul-Ranking nach Punktwert
Modul 1
LOM-Zuteilung
Modul 15
zusätzliches Modul
höchster Punktezugewinn
im Verhältnis zum letzten
Studienjahr
Modul 30
Modul 46
| Ermittlung des Lehr-LOM-Anteils
MHH Studienführer 2014/15 | Qualitätssteigerung | Die Lehr-LOM | 69
Qualitätssteigerung | Die Lehrpreise
QUALITÄTSSTEIGERUNG
Die Lehrpreise
Die besten Dozenten und Dozentinnen der MHH
| Ob im Hörsaal, im Labor oder auf den Stationen: In allen Bereichen der MHH
leisten engagierte Dozentinnen und Dozenten ihren Beitrag, um eine hohe
Qualität in der medizinischen Ausbildung zu gewährleisten. Die MHH möchte außergewöhnliches Engagement in der Lehre öffentlich sichtbar machen.
Darum verleiht die Hochschule seit dem Studienjahr 2008/09 den Lehrpreis
Medizin. Dabei werden in jedem Studienjahr die aus studentischer Sicht
besten Dozentinnen und Dozenten per Abstimmungsverfahren ermittelt. Die
Preisvergabe erfolgt im Rahmen der Examensfeier. Die MHH schüttet dafür
insgesamt 50.000 Euro jährlich im Studiengang Humanmedizin aus.
Studierende schätzen Kompetenz und Fairness
Das breite Spektrum der studentischen Favoriten verdeutlicht, dass hervorragende Lehre unabhängig vom unterrichteten Fach Anerkennung findet:
So finden sich auf den vorderen Plätzen Lehrende aus naturwissenschaftlichen, klinisch-theoretischen oder klinisch-praktischen Bereichen. Die beigefügten Kommentare zur Wahl verdeutlichen dabei, welche Kriterien die
gute Dozentin oder den guten Dozenten ausmachen: Wie ein roter Faden
zieht sich die Wertschätzung und Anerkennung der angehenden Ärztinnen
und Ärzte gegenüber ausgeprägtem Engagement, didaktischen und fach­
lichen Kompetenzen sowie wahrnehmbarer Offenheit und Freundlichkeit zu
den Studierenden durch die Begründungen. So lautet das Urteil über die
Lehre einer Preisträgerin aus dem ersten Studienjahr stellvertretend für viele:
„kompetent, viel Praxisbezug, absolut fair, vermittelt mit ansteckender Liebe
zu ihrem Fach das Wissen ... sie lässt die Studenten nicht alleine im Studium
und gibt keinen auf!“
Gute Organisation und strukturierte Vermittlung des Stoffes sowie die sinnvolle Begleitung mit Lehrmaterialien sind darüber hinaus Merkmale, die
auch bei der Wahl des besten Moduls zählen. Auch hier gilt die Fairness
als wichtiges Kriterium. Die Studierenden evaluieren nicht per se eine einfache Klausur, wie manch ein Dozent vermutet, sondern eine angemessen fordernde Prüfung bei adäquater Vorbereitung. Ein Beispiel sind diese
Kommentare zu einem Modul aus dem zweiten Studienjahr: „beste Organisation – anspruchsvolle/fordernde Teilmodulprüfungen – größtes Engagement für das Verständnis der Studenten – Seminare und Praktika waren im
Vergleich zum Eigenstudium sehr effektiv; effektiver als bei den anderen
Modulen.“ Oder kurz und knapp: „Top Organisation, Lernmaterial wird für
jeden zugänglich gemacht, sehr gute Dozenten, faire Prüfung!“
Die Auswertung der Ergebnisse spiegelt insgesamt die Befunde der einschlägigen Forschungsarbeiten zum Thema „gute Lehre“ wider. Dadurch
wird deutlich, dass sich viele Aspekte der Lehre an der MHH durch kritische
Umsetzung der regelmäßigen Modul-Evaluationen verbessern lassen.
LEHRPREIS DER STUDIERENDENSCHAFT
SOMMERSEMESTER 2014
Sommersemester 2014
Hannover, den 24. Juni 2014
| Urkunde zum Lehrpreis des AStA
| Urkunde des Lehrpreises der MHH
70 | MHH Studienführer 2014/15 | Qualitätssteigerung | Die Lehrpreise
Die Durchsicht der Evaluationsergebnisse ist ein effektiver Einstieg.
Eine Unterstützung für junge, aber
auch für erfahrene Hochschullehrer bietet darüber hinaus das stetig
wachsende Spektrum an hochschuldidaktischen Kursen mit attraktiven
Veranstaltungen wie dem zweitägigen Basiskurs oder der 18 Monate
dauernden Ausbildung „Aktiv in der
Lehre!“. Auch in Zukunft werden die
Lehrpreise besondere Leistungen in
der medizinischen Ausbildung prämieren!
Auch der AStA belohnt besonders
guten Unterricht. Anhand einer
­eigens hierfür durchgeführten Befragung werden besonders engagierte
Dozierende von Studierenden für
den AStA-Lehrpreis vorgeschlagen
und nominiert. Die Urkunden erhalten die PreisträgerInnen jedes
Jahr auf dem AStA-Sommerfest vom
­AStA-Vorsitzenden persönlich.
QUALITÄTSSTEIGERUNG
| Hervorragende Lehre wird belohnt: die feierliche Übergabe
der Preisurkunden für den Lehrpreis Medizin der MHH.
Lehrpreis Medizin und Young Teachers‘ Award 2013 der MHH
1. Studienjahr
1. Platz: Dr. Stephanie Groos, Institut für Zellbiologie im Zentrum Anatomie
2. Platz: Prof. Dr. Matthias Ochs, Institut für Funktionelle und Angewandte
Anatomie
3. Platz: PD Dr. Nils von Neuhoff, Institut für Zell- / Molekularpathologie
Young Teachers´ Award: Prof. Dr. Lars Knudsen, Institut für Funktionelle
und Angewandte Anatomie
2. Studienjahr
1. Platz: Dr. Tim Scholz, Institut für Molekular- und Zellphysiologie
2. Platz: Prof. Dr. Bernhard Brenner, Institut für Molekular- und
Zellphysiologie
3. Platz: Dr. Martin Fischer, Institut Neurophysiologie
Young Teachers´ Award: Dr. Sabine Schneidewind, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie
3. Studienjahr
1. Platz: Prof. Dr. Ralf-Peter Vonberg, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
2. Platz: Prof. Dr. Roland Seifert, Institut für Pharmakologie
3. Platz: Prof. Dr. Ingo Just, Institut für Toxikologie
Young Teachers´ Award: Dr. Maximilian Ernst Dämmrich, Institut für
Pathologie
4. Studienjahr
1. Platz: Dr. Cordula Schippert, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
2. Platz: PD Dr. Lorenz Grigull, Klinik für Päd. Hämatologie und Onkologie
3. Platz: William Burke, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Prof. Dr. Jan
Kielstein, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen
Young Teachers´ Award: Dr. Sermin Toto, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie und Steffen Zender, Klinik für Gastroenterologie,
Hepatologie und Endokrinologie
| Die AStA-Lehrpreisträgerinnen und -träger 2014
5. Studienjahr
1. Platz: Prof. Dr. Dirk Stichtenoth, Institut für Klinische Pharmakologie
2. Platz: Prof. Dr. Karin Weißenborn, Klinik für Neurologie
3. Platz: Prof. Dr. Michael Klintschar, Institut für Rechtsmedizin
Young Teachers´ Award: Korallus, Christoph Klinik für Rehabilitationsmedizin
INFO Kontakt
Studiendekanat der Medizin
Prof. Dr. Ingo Just
PD Dr. Volkhard Fischer
0511-532-9014
fischer.volkhard@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Qualitätssteigerung | Die Lehrpreise | 71
Qualitätssteigerung | Studienqualitätsmittel
QUALITÄTSSTEIGERUNG
Studienqualitätsmittel
| Das Land Niedersachsen hat die Studienbeiträge zum WS 2014/2015 ab-
geschafft. Diese Gelder werden vom Land durch die Studienqualitätsmitteln kompensiert, die den Hochschulen ab dem WS 2014/2015 zur Verfügung gestellt werden. Sie unterliegen einer besonderen Zweckbindung
und werden im Einvernehmen zwischen dem Präsidium und der Studienqualitätskommission zur Sicherstellung und Verbesserung der Qualität der
Lehre als auch zur Verbesserung der Studienbedingungen eingesetzt. Die
­Studienqualitätskommission beschließt die Verwendung der G
­ elder. Die
Studierenden sind bei allen Entscheidungen über die Verwendung der Gelder einbezogen, d.h. sie sind in den m
­ aßgeblichen Gremien stimmberechtigte Mitglieder mit e­ inem Anteil von 50%.
Die Studienqualitätsmittel sollen vorrangig verwendet werden für:
•
Verbesserung des Betreuungsverhältnisses zwischen Studierenden und
Lehrenden
•
Zusätzliche Tutorien
•
Verbesserung der Ausstattung der Bibliothek sowie der Lehr- und Laborräume.
•
Die Verwendung für Baumaßnahmen und die Vergabe von Stipendien ist
ausgeschlossen.
Anträge über konkrete Verwendungen der Gelder werden in den jeweiligen
Studienkommissionen ausführlich beraten. Die Befürwortung eines Antrages durch die Studienkommission ist eine Empfehlung an die Studienqualitätsmittelkommission, die abschließend über die Verwendung entscheidet.
Seit der Einführung von Studienbeiträgen im Studienjahr 2006/07 standen
für den Studiengang Medizin Mittel von insgesamt knapp sieben Millionen
Euro zur Verfügung (Stand Herbst 2014).
Folgende Maßnahmen aus Studienbeiträgen wurden im Jahr 2013/14 auf
Empfehlung der Studienkommission Medizin durchgeführt:
•
Finanzierung der Erstausstattung für neu immatrikulierte Medizinstudenten (sogenannte Ersti-Pakete: Kittel, Stethoskop)
•
Finanzierung des Brückenkurses Chemie und Physik
•
Finanzierung von Exkursionen im Rahmen unterschiedlicher Lehrveranstaltungen
•
Finanzierung von zusätzlichem Lehrpersonal, Tutoren und Koordinatoren
•
Beschaffung aktueller Lehrbücher sowie von E-Books für die Bibliothek
•
sämtlicher im Modellstudiengang eingesetzten Veranstaltungsskripte
•
anteilige Finanzierung der Didaktikfortbildung für Dozenten „Aktiv-inder-Lehre“
•
Stipendien für die Teilnahme von Lehrenden am Master of Medical
Education (MME)
INFO Vorsitzender
Prof. Dr. Ingo Just
Organisation
Kathrin Roth
roth.kathrin@mh-hannover.de
| I. Just
72 | MHH Studienführer 2014/15 | Qualitätssteigerung | Studienqualitätsmittel
| K. Roth
1%
15%
23%
9%
4%
6%
42%
Exkursionen
Bücher/Lizenzen
Investitionen
Personalkosten
Projekte
Weiterbildung Dozierende
zusätzliche Lehrangebote
MHH Studienführer 2014/15 | Qualitätssteigerung | Studienqualitätsmittel | 73
QUALITÄTSSTEIGERUNG
Verwendung der Studienbeiträge 2013/2014
(Anteil Studienkommission Medizin)
Campus
Campus
Akademisches Leben an der MHH
74 | MHH Studienführer 2014/15 | Campus
MHH Studienführer 2014/15 | Campus | 75
Campus | Der Sport an der MHH
CAMPUS
| Fit im Studium und bei der Arbeit
| Das Institut für Sportmedizin bietet freies Training an rund 60 verschiedenen Ausdauerund Kraftgeräte an
Der Sport an der MHH
Leitung: Prof. Dr. Uwe Tegtbur, Direktor des Instituts für Sportmedizin an der MHH
| Der Hochschulsport wird für die Studentinnen und Studenten der MHH und
anderer Universitäten in Hannover vom Zentrum für Hochschulsport (ZfH),
das im Uni-Sportzentrum am Moritzwinkel 6 angesiedelt ist, organisiert.
Zahlreiche Angebote finden auch auf dem Campus der MHH statt. Der
Hochschulsport ist ein Angebot an alle Studierenden und Bediensteten, gemeinsam Sport zu treiben, sich zu bewegen und vom Uni-Stress zu erholen.
Organisiert wird der Hochschulsport vom Zentrum für Hochschulsport (ZfH).
Der Hochschulsport ist vorrangig breitensportlich orientiert. Das bedeutet,
dass alle Teilnehmer – egal, ob sie besonders sportlich sind oder nicht –
etwas Interessantes finden können. In den Veranstaltungen geht es nicht
primär darum, irgendwelche Spitzenleistungen zu vollbringen, vielmehr soll
jeder die Möglichkeit haben, Sportarten zu erlernen und mit Freunden und
Bekannten beim Sport Spaß zu haben.
Das ZfH organisiert ein umfangreiches Sportprogramm mit über 90 verschiedenen Sportarten und Bewegungsangeboten im Semester. In den Ferien
findet ein reduzierteres Programm statt. Der Großteil der Angebote des
Hochschulsports ist für Hochschulangehörige nicht anmeldepflichtig und
kostenfrei.
Fitness an der MHH
In der MHH können Studierende auch ihre Fitness steigern. Täglich bietet
das MHH-Institut für Sportmedizin freies Fitnesstraining an Ausdauer- und
76 | MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Der Sport an der MHH
Kraftgeräten an. Inmitten der MHH in den Räumen der Sportmedizin in
Gebäude K8 weisen Sportwissenschaftler an über 40 Kraftsequenzgeräten,
Laufbändern, Crosstrainern, Rad- und Ruderergometern in das Training ein.
Die Gebühr hierfür beträgt 15 Euro pro Monat. Falls gewünscht, erhalten
Interessierte eine sportmedizinische Leistungsdiagnostik oder finden Rat
bei den Sportärzten des Instituts.
Sowohl für den Anfänger, der die Technik erlernen möchte, bis hin zum
Wettkämpfer bietet die MHH im Rahmen des Fitnesstrainings unter Anleitung des deutschen Rekordnationalspielers im Wasserball Lars Tomanek
regelmäßig ein gezieltes Schwimmtraining in der MHH-Schwimmhalle in
Gebäude K8 an.
INFO Zentrum für Hochschulsport Hannover
0511-762-2192
info@hochschulsport-hannover.de
www.hochschulsport-hannover.de
Institut für Sportmedizin
0511-532-5499
www.mh-hannover.de/sportmedizin.html
Die Gruppe Erstsemesterarbeit – GEA
| Die Gruppe Erstsemesterarbeit (GEA)
besteht aus ungefähr 50 Studentinnen
und Studenten aus allen Semestern
der Human- und Zahnmedizin, die den
neuen Erstsemestern in ihrer Anfangszeit und vor allem in der ersten Woche
an der MHH mit Rat und Tat zur Seite
stehen. Ziel ist, den Einstieg ins Studium zu erleichtern und natürlich für
den nötigen Spaß zu sorgen. Da alle
| Mit Spiel und Spaß die MHH kennenlernen: Die GEA organisiert für die „Neuen“ eine Safari durch die Hochschule.
Mitglieder selber einmal Erstis waren
und auch für sie am Anfang alles groß, neu und verwirrend war, können finden, sind deren Integration in die Gruppe und die Weitergabe von Insie mit ihren Erfahrungen, Tipps und Hilfestellungen Ängste nehmen und formationen sowie ein reger Erfahrungsaustausch wichtige Kernaufgaben
der GEA-Tätigkeit. Dadurch ist gewährleistet, dass die nunmehr 36-jährige
Orientierung geben.
Tradition der Erstsemesterarbeit und -betreuung im Sinne der Studierenden
Bei den Einschreibungen entsteht der erste Kontakt zwischen den neuen weitergeführt und gepflegt wird.
Kommilitonen und der GEA. Diese offizielle „Anmeldung“ zum Medizinstudium wird während der Semesterferien betreut und schon hier stehen die Zur besseren Nach- und Vorbereitung finden zweimal im Jahr PlanungsMitglieder für Fragen jeglicher Art zur Verfügung. Sei es zum Studienauf- wochenenden statt. Hier wird im großen Plenum ungestört diskutiert und
bau, Studentenleben, als Wohnungsratgeber oder was man unbedingt vor ­alles Organisatorische erledigt. Zu diesem Zweck fährt die Gruppe seit rund
15 Jahren ins Tagungshaus „Drübberholz“. Auch hier stehen natürlich der
dem Studium kaufen oder besser nicht kaufen muss.
Spaß und das bessere Kennenlernen untereinander im Vordergrund. Nur
dann ist eine reibungslose Teamarbeit möglich und es können neue FreundDie Erstiwoche
Wenn die Semesterferien endlich vorbei sind, steht die von der GEA orga- schaften geschlossen werden.
nisierte Erstsemester-Woche an, in der die Neuen die MHH und vor allem Im „Winterdrübber“ steht die Nachbereitung im Vordergrund und während
sich untereinander kennen lernen sollen. In diesem Rahmen finden eine des „Sommerdrübbers“ werden die Rollen und Aufgaben für die nächste
Show, eine Rallye durch die MHH, eine Stadtführung und diverse andere Ersti-Woche vergeben und der neue Vorstand gewählt.
informative und kommunikative Aktionen statt, die dafür sorgen, dass sich
das Kennenlernen und Einleben in der neuen Heimat möglichst problemlos Die besondere Arbeit der GEA wurde bereits zweimal mit dem Preis des
gestaltet. Durch einheitliche T-Shirts sind die GEAner gut zu erkennen und Studentenwerks Hannover für soziales Engagement im Hochschulbereich
2001 und 2010 geehrt und 2012 wurde die GEA für den Preis auf Bundes­
können jederzeit angesprochen werden.
ebene vorgeschlagen. Das zeigt, dass die Arbeit der Gruppe auch außerhalb
Natürlich dienen sie nicht nur in dieser Woche als Ansprechpartner, son- der MHH und Hannover wahrgenommen und gewürdigt wird.
dern werden durch das komplette erste Semester führen und begleiten.
Den sogenannten Tutorgruppen – das sind kleinere Untergruppen (nicht Wer kann mitmachen? Generell ist jede Studentin und jeder Student, egal
nur von der GEA) von Studenten aus höheren Semestern – können sich die welchen Semesters, in der GEA willkommen und kann sich gerne mit Ideen
Erstis ganz unverbindlich anschließen. Neben viel Spaß bei diversen Aktio- und Anregungen einbringen.
nen können sich die Erstsemester bei der obligatorischen Büchervorstellung
von den Tutoren hinsichtlich der Lehrbücherwahl beraten lassen.
Das Vereinsleben
Den Rest des Jahres werden bei monatlichen Treffen aktuelle Themen und
Organisatorisches besprochen sowie Aktionen geplant und das Gruppengefüge gepflegt. Da sich glücklicherweise jedes Jahr viele neue Mitglieder
INFO Weitere Informationen finden sich unter
vorsitz@mhh-gea.de
www.mhh-gea.de
MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Erstsemesterarbeit | 77
CAMPUS
Campus | Erstsemesterarbeit
Campus | Campus Life e.V.
CAMPUS
| Hier findet studentisches Leben statt: Die wiederbelebte Cafete
im I2 - gut besucht beim Public Viewing zur WM 2014.
Campus Life e.V.
| Seit 2006 schon gibt es ihn, doch kaum einer kannte ihn bisher: den ge-
meinnützigen Verein Campus Life e.V., der in studentischer Selbstverwaltung die „alte Cafete“ des Gebäudes I2 an der MHH bewirtschaftet.
Zentrales Ziel ist die Verbesserung des Hochschulklimas, besonders beim
Thema „Verbindung der Studierenden und Mitarbeiter zum eigenen Campus“, da gerade die Human- und Zahnmediziner*innen dort sehr viel Zeit
verbringen.
Umsetzung findet dies nicht nur durch hochschulöffentliche Veranstaltungen wie z. B. Ausrichtung des Uni-Kinos, Public Viewings der WM 2014,
bunten Abenden und diversen Partys, sondern vor allem in dem Veranstaltungsraum selber (der ehemaligen Cafete), der seit neuestem „Wohnzimmer“ genannt wird. Dort befindet sich, ebenfalls ehrenamtlich betrieben,
ein Bistro, das täglich vormittags diverseste Getränke und Snacks bereitstellt. Dieses Projekt lebt durch seine Helfer und besteht seit Oktober 2013.
Es bildet zurzeit das Herzstück des „Wohnzimmers“.
Der Raum an sich soll in den kommenden Jahren umgestaltet werden, um
einen angenehmeren Aufenthaltsort zu schaffen. Hierfür trat Campus Life
e.V. zu Beginn des Jahres 2014 in Kontakt mit der FH für Innenarchitektur in Hannover, die einen Ideenwettbewerb zur Umgestaltung ausschrieb.
Das Projekt wurde regulär in das betreffende Semester integriert und die
78 | MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Campus Life e.V.
Gewinner wurden im Juni gekürt. An der weiteren Umsetzung zur Renovierung wird nun gearbeitet.
Für eben jenes Engagement in der voranschreitenden Umgestaltung, sowie das Führen des Bistros, wurde dem Verein dieses Jahr der Studentenwerkspreis verliehen. Jeder Studierende der MHH kann Mitglied des Vereins
werden und durch seine Mithilfe die Projekte unterstützen. Denn nur durch
die Unterstützung jedes Einzelnen war es bisher möglich, die vielen Ideen
und Träume tatsächlich in die Tat umzusetzen.
Daher bei Interesse einfach vorbeischauen oder eine Mail schreiben, wir
freuen uns auf Dich!
INFO Kontakt
Campus Life e. V.
info@mhh-campuslife.de
Aufklärung gegen Tabak (AGT)
Information ist der Schlüssel zum „Nein, danke“
| Tabak ist die größte Ursache für vermeidbare Krankheiten und frühzeitigen
Tod in Europa. Allein durch die Folgen des Tabakkonsums sterben täglich
mehr als 400 Menschen und der Weg für diese unheilvolle Karriere wird
bereits im Kindesalter geebnet. Ausgerechnet die Jüngsten unter uns lassen
sich schnell von der Werbemaschinerie großer Tabakkonzerne in Alltag und
Medien einwickeln, ohne sich über die Folgen für ihr weiteres Leben im
Klaren zu sein.
Diesem wichtigen Thema hat sich die AGT „Aufklärung gegen Tabak“, eine
der jüngsten studentischen Initiativen an der MHH, verschrieben. Wir als
Studenten haben die Möglichkeit unser Wissen über die Konsequenzen und
Gefahren des Tabakkonsums weiter zu tragen.
Warum nicht dort aktiv werden, wo alles beginnt?
2011 arbeitete ein Medizinstudent aus Gießen das Konzept, angeregt durch
die Aufklärungsarbeit von Studenten der Texas A&M University, aus und begann weitere Mitstreiter an anderen Universitätsstandorten zu gewinnen.
Bereits heute klären über 500 Medizinstudierende von 16 deutschen, drei
österreichischen und einer schweizer Universität pro Jahr 10.000 Schüler
der 6. bis 8. Klassen über das Rauchen auf, mit exponentiell steigender
Tendenz.
Im Raum Hannover haben wir im Sommer 2013 begonnen aktiv an Schulen
zu gehen und seitdem bereits über 600 Schüler von sechs Hannoveraner
Schulen möglichst einfach und doch lückenlos über die Folgen des Rauchens aufgeklärt.
| Die Mitglieder der AGT klären auf gegen Tabak
Wir freuen uns über alle interessierten und engagierten Studenten und
laden Euch ganz herzlich ein, das Projekt in jeglicher Art und Weise zu
unterstützen und mitzuwirken.
Die Koordination läuft über eine Facebook Gruppe, der Ihr einfach beitreten
könnt. Außerdem findet Ihr noch viele interessante Informationen und Neuigkeiten auf unserer Homepage.
Das Kernkonzept besteht darin, dass die Medizinstudenten an den Schulen
Schülern aller Schulformen eine verantwortungsvolle Entscheidung zum
Thema Rauchen ermöglichen. Vor allem der geringe Altersunterschied zwischen Schülern und uns Studenten ist ein zentraler Gedanke und verspricht
viel Erfolg und eine größere Akzeptanz.
Doch was erwartet euch?
Ihr als Tutoren geht an die Schulen und haltet Vorträge, leitet Klassenseminare und stellt Patienten vor, die von ihrem ganz persönlichen Leidensweg
und dem Rauchen berichten.
Ihr erfahrt also selbst Einiges über das Rauchen, könnt gleichzeitig eure
rhetorischen Fähigkeiten verbessern und zusätzlich noch mit einem guten
Gewissen schlafen gehen, weil IHR vielleicht den ein oder anderen abgehalten habt den falschen Weg einzuschlagen. Eine klare Win-win-Situation.
INFO Kontakt
https://www.facebook.com/groups/324926647547535/
www.gegentabak.de.
MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Aufklärung gegen Tabak | 79
CAMPUS
Campus | Aufklärung gegen Tabak
Campus | IPPNW – Studierendengruppe Hannover
IPPNW – Studierendengruppe Hannover
CAMPUS
Engagement für eine soziale Medizin
| Sind das Öko-Hippies oder Kommunisten? Solche oder ähnliche Fragen
möchte wir nun ein für alle Mal klären:
Die IPPNW ist in Deutschland zuallererst einmal eine Friedensbewegung,
die in der Zeit des kalten Krieges geformt worden ist. Allein in Deutschland
hat dieser Verein 6500 Mitglieder. IPPNW steht für International Physi­
cians for the Prevention of Nuclear War und ist fast weltweit aktiv. Durch
die gute internationale Vernetzung ist die Arbeit sowohl lokal als auch international sehr spannend.
Die Regionalgruppe in Hannover besteht derzeit aus etwa zehn studentischen aktiven Mitgliedern. Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten:
der Schwerpunkt liegt auf Friedenspolitik und Engagement gegen Atombomben. Jedes Semester setzen wir in Hannover neue Akzente, diskutieren
viel und machen auch Aktionen wie Filmvorführungen, Plakatausstellungen, Podiumsdiskussionen und Demos. Themen der Vergangenheit waren
Pharmapolitik und der Zusammenhang zwischen Frieden und Gesundheit.
Dazu lasen und diskutierten wir einzelne Kapitel aus dem Online-Kurs Medicalpeacework.org.
Im Wintersemester planten wir eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „der
andere Patient“ welche aktuell noch läuft. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es Fragen zu stellen: Welche gesellschaftlichen Gruppen werden in
unserem Gesundheitssystem benachteiligt? Wo liegen die Probleme? Und
wie könnten Lösungsansätze in einzelnen Projekten aussehen? Mit Kaffeeund Waffelaktion in der MHH sammelten wir Spenden für die medizinische
Wohnungslosenversorgung und für den Verein „Medinetze e.V.“, der sich
um die medizinische Versorgung von Flüchtlingen bemüht. Außerdem standen wir am 2. Fukushima Gedenktag an einem Infostand.
| Für eine menschenwürdige Welt: Angehende Ärztinnen und Ärzte engagieren sich in
der IPPNW für ein Leben ohne Atomwaffen.
80 | MHH Studienführer 2014/15 | Campus | IPPNW – Studierendengruppe Hannover
Das Besondere an der IPPNW ist natürlich auch der internationale Austausch mit engagierten Medizinern aus aller Welt. In diesem Jahr flog aus
unseren Reihen eine Delegation nach Oslo zu einer Konferenz der Kampagne I CAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons). Dies war
eine Konferenz der Zivilgesellschaft, mitgetragen von der norwegischen Regierung, mit hunderten Aktivisten. Bei der anschließenden Regierungskonferenz gaben 127 Staaten, auch Deutschland einen deutlichen Startschuss
für eine Welt frei von den Relikten des kalten Krieges. Das mexikanische
Außenministerium hat bereits eine Folgekonferenz angekündigt.
Andere besuchten Serbien im Rahmen des jährlichen europäischen Studierendentreffens, welches nächstes Jahr in Finnland stattfinden wird. Themen
dort waren Medienmacht, Menschenhandel und natürlich auch der Balkankrieg und die Folgen desselben.
Wer sich für unsere Arbeit interessiert, kann sich jederzeit per E-Mail bei
uns melden und nach dem nächsten Termin und den Ort für das nächste
Treffen fragen. Denn es ist gar nicht so leicht die IPPNW in eine Broschüre
zu packen. Man muss sie live erleben!
Die IPPNW Studigruppe Hannover
INFO Kontakt
ippnw-hannover@gmx.de
www.ippnwhannover.blogspot.de
www.studis.ippnw.de
CAMPUS
Campus | MSV – Mit Sicherheit verliebt
| Schutz und Aufklärung: Im Projekt MSV sorgen MHH-Studierende dafür,
dass sich Schülerinnen und Schüler unbeschwert verlieben können.
MSV – Mit Sicherheit verliebt
| Ob HIV und Aids, Pubertät oder Verhütung, unser Ziel ist es, Jugendlichen
Informationen über Sexualität und sexuell übertragbare Erkrankungen
(STD) zu geben, sie zu verantwortungsbewusstem Handeln zu ermutigen
und zur Entwicklung ihrer sozialen Kompetenz beizutragen. Als Maxime
gilt: Schutz durch Aufklärung.
Wir veranstalten mit den Jugendlichen einen Vormittag, in dem Spaß, Spiel
und methodisches Lernen im Vordergrund stehen. Fragen, die die Schülerinnen und Schüler dem Lehrer nie stellen würden, können so geklärt
werden. Dabei sollen die Jugendlichen zu selbstreflektiertem Handeln ermuntert werden. Wir thematisieren sexuell übertragbare Erkrankungen mit
einem speziellen Fokus auf HIV, aber auch Sexualität in der Gesellschaft mit
unterschiedlichen Lebensformen wird besprochen.
Es gibt bei uns keine Tabus, viele Methoden holen die Klassen auf der Wissensebene ab, wo sie sich befinden, und daraus entwickelt sich dann der
Vormittag. Fragen sind immer erlaubt! Unsere teamorientierte Arbeitsweise
ermöglicht eine zielorientierte und individuelle Wissensvermittlung. Dabei
kommt dem gegenseitigen Respekt sowohl zwischen uns und den Schülern
als auch in einer Partnerschaft eine zentrale Bedeutung zu. Damit wir am
Ende des Tages auch alle als aufgeklärt betrachten können, übt jeder das
korrekte Aufziehen eines Kondoms an einem Demonstrationsmodell.
Überregional ist MSV in der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in
Deutschland e. V. (BVMD) organisiert. Verschiedene Workshops bieten die
Möglichkeit zur Weiterbildung und zum Austausch von Methoden. Zudem
gibt es seit Neuestem internationale Kooperationen.
Ist reden über Sexualität für dich kein Tabu? Bist du bereit, Neues zu lernen
und eigene Grenzen zu entdecken? Möchtest du gemeinsam Spaß an einer
ehrenamtlichen Tätigkeit haben? Dann passt du mit Sicherheit gut in unsere bunt gemischte Gruppe von Studis aus allen Semestern!
Schau doch ganz unverbindlich bei einem unserer monatlichen Treffen
vorbei, lern uns kennen und lass dich für unsere Einsätze begeistern! Bei
Interesse melde dich am besten per E-Mail bei uns, dann können wir dir
unverbindlich weitere Infos schicken.
INFO Kontakt
msv-hannover@gmx.de
www.msv-hannover.de
www.sicher-verliebt.de
MHH Studienführer 2014/15 | Campus | MSV – Mit Sicherheit verliebt | 81
Campus | Das Teddybärkrankenhaus Hannover
CAMPUS
Das Teddybärkrankenhaus Hannover
Keine Angst vor weißen Kitteln
Apotheke auf dem Programm, damit
die kleinen Patienten mithilfe der „Bären-Medikamente“ ganz schnell wieder
gesund werden.
Die Idee zu dem Projekt stammt von der Universität Trondheim in Norwegen. Inzwischen gibt es zahlreiche Teddybärkrankenhäuser in ganz Europa
– seit 2002 auch an der MHH. Mit dem Teddybärkrankenhaus soll Kindern
die Möglichkeit gegeben werden, den Besuch beim Kinderarzt oder einem
Krankenhaus in einer entspannten Atmosphäre kennenzulernen.
| Teddybär unterm Messer: Die Medizinstudentinnen und -studenten des Teddybärkrankenhauses nehmen Kindern die Angst vor ärztlichen Behandlungen.
| Schlange mit Bandscheibenvorfall, Stoffhase mit gebrochenen Schlappohren
oder Teddybär mit Bauchschmerzen: All diese Fälle behandeln Studierende
der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Teddybärkrankenhaus
Hannover. Ziel des gemeinnützigen Projekts ist es, Kindern auf spielerische
Art und Weise die Furcht vor Ärzten und Krankenhäusern zu nehmen.
Kinder zwischen vier und sieben Jahren in zahlreichen Kindergärten aus
Hannover haben ein- bis zweimal im Jahr die Gelegenheit, mit ihrem kranken oder verletzten Kuscheltier die offene Sprechstunde zu besuchen, die
Medizinstudierende aller Fachsemester in der MHH anbieten. Oft „liefern“
die Teddyeltern ihre Schützlinge schon mit einer Krankengeschichte ins
Teddy­bärkrankenhaus ein. In ihrem Beisein leisten die angehenden Ärztinnen und Ärzte Erste Hilfe und versorgen die Kuscheltiere medizinisch: Fieber
messen, Herz oder Lunge abhorchen, Blut abnehmen – eben alles, was zu
einer umfassenden Untersuchung dazugehört. Ein gebrochenes Bein wird
fachgerecht geröntgt, bei Bauchschmerzen kommt das Sonographiegerät
zum Einsatz, und im OP werden Augen wieder angenäht.
Krankenhaussituation hautnah erleben
So erleben Kinder die Krankenhaussituation hautnah, ohne selbst von
der ärztlichen Untersuchung betroffen zu sein. Denn ein bevorstehender
Arztbesuch verursacht den Kleinen häufig ein flaues Gefühl im Bauch oder
macht ihnen sogar richtiggehend Angst.
Auch einen Rettungswagen können die Kinder dank des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) besichtigen. Anschließend steht noch der Besuch der
82 | MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Das Teddybärkrankenhaus Hannover
Training für den Umgang mit Patienten
Für die Studierenden – die Teddy-Docs – bietet das Projekt die Chance,
den Umgang mit jungen Patientinnen und Patienten zu trainieren. Denn in
der späteren Berufspraxis ist das kindgerechte Erklären von medizinischen
Handlungen und Untersuchungsschritten oft eine Herausforderung. Die
unbeschwerte Situation übt den späteren Ernstfall. Darüber hinaus macht
der Umgang mit den Teddyeltern eine Menge Spaß. Wer gerne mit Kindern
arbeitet oder einfach offen für neue Erfahrungen ist, wird im Teddybärkrankenhaus viel Freude haben.
Das TBK freut sich auf neue Teddy-Ärzte!
INFO
Kontakt
info@tbk-hannover.de
www.tbk-hannover.de
Campus | Die AG Schauspiel
CAMPUS
Die AG Schauspiel
| Die AG Schauspiel in Aktion
| Die AG Schauspiel der MHH besteht aus 10-15 Medizinstudierenden, einem
Wissenschaftler und einem Arzt, die seit mehr als vier Jahren Theaterstücke
an der Medizinischen Hochschule aufführen. Gegründet wurde die Gruppe
im November 2009. Im ersten halben Jahr hielt die Gruppe wöchentliche
Treffen mit mehr als 20 Leuten ab, bei denen Improvisationsspiele und kleinere Szenenarbeiten auf dem Programm standen. Diese Zeit diente dazu,
eine Gruppe zu formen und eine gemeinsame Basis zu schaffen. Zum Ende
des Sommersemesters 2010 startete mit „Unschuld“ von Dea Loher das
erste Bühnenprojekt an der MHH. Unschuld wurde im Februar 2011 an drei
Terminen aufgeführt.
Es folgten 2012 „Die 12 Geschworenen“ von Reginald Rose, im Sommer
2013 „Auf der Greifwalder Straße“ von Roland Schimmelpfennig und im
Winter 2013 „Feelgood“ von Alistair Beaton. Mit „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring hat die AG im Mai dieses Jahres das fünfte
Stück in vier Jahren aufgeführt und dabei ein Spektrum von der klassischen
Komödie bis zum modernen Regie-Theater bespielt. Die Probenzeit der
Projekte liegt wegen der zeitlichen Belastung im Medizinstudium bei neun
bis zwölf Monaten. Alle Schauspielbegeisterten, Bühnenbau- und Technikversierten sowie Kostümspezialisten mit oder ohne Bühnenerfahrung sind
herzlich eingeladen, bei uns vorbeizuschauen.
INFO Kontakt
sebastiankaebler@web.de
la.mue@live.de
http://mhh-schauspiel.blogspot.de
MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Die AG Schauspiel | 83
Campus | Der Chor der MHH
CAMPUS
| Auf den Krankenstationen der MHH oder bei akademischen Feiern: Der MHH-Chor tritt außerdem in der Landeshauptstadt und der Region Hannover auf.
Der Chor der MHH
| Von Studierenden in den 1980er-Jahren gegründet, steht der Chor der
MHH für ein aktives Musikleben an der Hochschule und darüber hinaus.
Der Chor tritt bei akademischen Feiern der MHH auf, im Andachtsraum der
Hochschule und traditionell zu Weihnachten auf den Krankenstationen.
Darüber hinaus führt der Chor in großen Konzerten bekannte Werke auf, zuletzt Georg Friedrich Händels „Anthem for the funeral of Queen Caroline“
und Henry Purcells „Dido and Aeneas“ oder auch das Oratorium „Messiah“
von Georg Friedrich Händel in der Marktkirche Hannover. Der Chor hat sich
außerdem einen Platz in der Silvester-Konzertreihe der Neustädter Hof- und
Stadtkirche „ersungen“.
Der Chor ist außerdem des Öfteren bei Veranstaltungen in der Landeshauptstadt und der Region Hannover zu erleben. Er wirkte beispielsweise schon beim CHORUS-Projekt der KunstFestSpiele Herrenhausen in den
Herrenhäuser Gärten mit. Auch überregional macht der MHH-Chor auf sich
aufmerksam. So nahm er am Niedersächsischen Chorwettbewerb 2009
84 | MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Der Chor der MHH
u­ nter der Leitung von Ute Schulze teil und erhielt wiederholt einen zweiten
Preis.
Die musikalische Leitung und Stimmbildung prägte in den vergangenen
Jahren die engagierte Sängerin und Gesangspädagogin Ute Schulze. Seit
2011 hat die studierte Chorleiterin Eva Filler die Leitung übernommen.
Wenn Sie Interesse haben, beim MHH-Chor mitzusingen, wenden Sie sich
gern an Frau Filler. Ein Einstieg in den Chor ist grundsätzlich jederzeit, insbesondere aber zu Beginn der Proben für ein neues Stück möglich. Die Proben
finden im großen Hörsaal F statt. Sie beginnen mittwochs um 19.15 Uhr.
INFO Ansprechpartner
Eva Filler, Chorleiterin
info@mhh-chor.de
www.mhh-chor.de
Das Symphonieorchester der MHH
CAMPUS
Das Symphonieorchester der MHH
| Das Symphonieorchester der MHH hat seinen Ursprung im Jahre 1978.
Es entwickelte sich aus einer kleinen Gruppe Musikbegeisterter zu einem
voll besetzten Symphonieorchester. Die nunmehr schon traditionell zweimal jährlich dargebotenen Konzerte (jeweils eines in der MHH und eines in
der Stadt), zu denen auch hochkarätige Solisten (Preisträger internationaler Wettbewerbe) gewonnen wurden, sichern dem Orchester heute einen,
wenn auch sehr bescheidenen, aber festen Platz im Kulturleben der Stadt
Hannover.
Das gesamte Orchester sowie auch seine Kammermusikgruppen, bestehend aus Bläsern oder Streichern, wirkten in all den Jahren an der Gestaltung akademischer Feierlichkeiten wie Preisverleihungen, Promotionen und
Verabschiedungen mit. Die Kammermusikgruppen des Orchesters haben
wiederholt erfolgreich am internationalen Festival der Chöre und Orchester in medizinischen Einrichtungen „Chorspitalia“ in Rouen in Frankreich
teilgenommen. Unser Repertoire umfasst die wichtigsten Stilbereiche symphonischer Musik. Neben den großen Werken des 19. Jahrhunderts stehen
auch Kompositionen der Klassik, der Barockzeit sowie der zeitgenössischen
Musik auf dem Programm.
Es ist verständlich, dass ein Amateurorchester nicht immer die gesamte
symphonische Besetzung, die für die Aufführung einer Symphonie notwendig ist, mit Hobby-Musikern leisten kann. Aus diesem Grunde müssen wir, je
nach Anforderungen des entsprechenden musikalischen Werkes, auch auf
das Mitwirken einzelner professioneller beziehungsweise Amateurmusiker
zurückgreifen.
Die Leitung der MHH hat durch die Bereitstellung der Räumlichkeiten für
Proben und mit der Beschaffung eines erstklassigen Konzertflügels wesentlich zur Erweiterung des Repertoires und der Entwicklung des Orchesters
beigetragen. Tatkräftig unterstützt wird das Orchester außerdem durch die
„Gesellschaft der Freunde der MHH“. Volker Worlitzsch, der neben anderen
auch dem gewählten Vorstand angehört, leitet das Orchester.
| Kammermusikgruppe aus Streichern
Da den Kern des Orchesters Studierende bilden, ergeben sich nach deren
Abschluss und Ausscheiden aus der MHH immer wieder Probleme, neue
Mitspieler zu finden. Falls Sie Interesse und Freude daran haben, in einem
qualitativ hochwertigen Orchester mitzuwirken, können Sie sich jederzeit
bei uns melden.
Die Arbeitsphasen erstrecken sich in der Regel über ein Semester und werden durch ein Probenwochenende, meist außerhalb Hannovers, abgerundet. Das Ergebnis stellen wir dem hannoverschen Publikum dann vor. Neue
Mitspieler für die nächste Spielzeit sind herzlich willkommen. Die Proben
finden montags von 19.30 Uhr bis 22 Uhr im Hörsaal F statt.
Das Symphonieorchester der MHH ist im Internet unter
www.mhh-orchester.de zu finden.
| Das Symphonieorchester bei einem Auftritt
INFO Kontakt
info@mhh-orchester.de
www.mhh-orchester.de
MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Das Symphonieorchester der MHH | 85
Campus | Studieren mit Kind an der MHH
CAMPUS
Studieren mit Kind an der MHH
| Knapp sieben Prozent aller Studierenden betreuen neben dem Studium
ein Kind. Die Verbindung von Studium und Familie stellt im Alltag einen
ständigen Balanceakt dar. Der Versuch, universitäre Ausbildung und Kindererziehung unter einen Hut zu bringen, erfordert ein enormes Organisationstalent und umfasst oft die Sorge um die materielle Existenzsicherung der
Familie sowie einen weitgehenden Verzicht auf eigene Freizeit. Der Studienverlauf gestaltet sich deshalb meist weniger geradlinig als bei kinderlosen
Kommilitoninnen und Kommilitonen. Die MHH unterstützt die Studierenden
aktiv dabei, Studium und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Auf
Initiative der Gleichstellungsbeauftragten wurde die MHH 2005 erstmals
mit dem Zertifikat audit familiengerechte hochschule ausgezeichnet und
2011 bereits zum zweiten Mal re-auditiert. Die MHH zählt damit zu den am
längsten als familienfreundlich zertifizierten Hochschulen deutschlandweit.
Was bietet die MHH Studierenden mit Kind zur Vereinbarkeit von Studium
und Familie?
Kinderbetreuung
Eine Regelkinderbetreuung auf dem Campus finden Studierende für ihre
Kinder in den Kindertagesstätten „Die Hirtenkinder“ und „Weltkinder“. 20
der 80 Plätze bei den Hirtenkindern sind für Kinder von Studierenden reserviert. Bei den Weltkindern werden 32 der insgesamt 131 Plätze an Kinder
von Studierenden vergeben. Als Ergänzung zur Regelbetreuung bietet das
Gleichstellungsbüro eine Kinderbetreuung bei Prüfungen und Veranstaltungen an. Zusätzlich gibt es eine Ferienbetreuung in den Oster-, Sommer- und
Herbstferien. Sogar für absolute Notfälle ist gesorgt: Bei unvorhersehbarem
Ausfall der privaten oder institutionellen Regelbetreuung können Studierende der MHH pro Kind und Jahr bis zu 15 Tage die Notfallkinderbetreuung des pme Familienservice auf dem Hochschulgelände in Anspruch nehmen. Aber auch bei der Suche nach einer privaten Kinderbetreuung kann
das Gleichstellungsbüro der MHH helfen.
Soziale Netzwerke
Während der Vorlesungszeit findet bei Interesse einmal im Monat ein
­Eltern-Kind-Treffen für studierende Eltern statt. Diese Veranstaltung können Studierende nutzen, um miteinander in Kontakt zu kommen, sich über
Erfahrungen und Probleme auszutauschen, Tipps zur Vereinbarkeit von Studium und Familie, zu finanziellen Fragen usw. zu erhalten, während ihre
Kinder miteinander spielen. Wenn Sie Interesse an den Treffen haben, melden Sie sich bitte im Gleichstellungsbüro! Die aktuellen Termine werden
über die Mailing-Liste (s.u.) und online auf dem Familienportal bekannt
gegeben.
Über die Mailing-Liste für Studierende mit Kind(ern) werden Einladungen
zu Veranstaltungen an der MHH, Informationen zur Kinderbetreuung an der
Hochschule, zu neuen Gesetzen, Initiativen etc. verschickt. Sie kann aber
86 | MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Studieren mit Kind an der MHH
auch zur Kontaktaufnahme untereinander genutzt werden. Bei Interesse
senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Aufnahme in Mailing-Liste
MHH-Studis mit Kind“ an familienaudit@mh-hannover.de.
Infrastruktur
Im zentralen Lehrgebäude J2 wurde ein Eltern-Kind-Raum für Studierende neu eingerichtet. Er ist mit einer Küchenzeile, einem Arbeitsplatz,
einem Reisebettchen sowie verschiedenen Spielmöglichkeiten für Kinder
ausgestattet. Der Raum kann montags bis freitags von 8:00 bis 19:00 Uhr
genutzt werden; den Schlüssel erhalten Sie im Gleichstellungsbüro, beim
AStA oder an der Rezeption des Bettenhauses (K6). Der Raum befindet sich
neben dem AStA-Sprechstundenraum im Gebäude J2, Vorklinik.
Ein gemütlicher Still- und Wickelraum in der Nähe der Bibliothek bietet die
Möglichkeit, sich in Ruhe mit dem Baby zum Stillen/Füttern und Wickeln zurückzuziehen, Schwangere können hier Ruhe finden und neue Kraft tanken.
Sozialberatung
Die Sozialberatung des Studentenwerks Hannover
bietet Studierenden mit Kind umfassende Orientierungs- und Klärungshilfe bei der Suche nach einer
Lösung für persönliche, soziale und wirtschaft­liche
Probleme. Sprechzeiten an der MHH: Dienstag,
11:00-14:00 Uhr, AStA-Sprechstundenraum, J2, Vorklinik, Raum 1070.
Der Raum befindet sich im Gebäude J1, Ebene H0, Vorbereitung Hörsaal G;
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 08:00-19:00 Uhr. Eine weitere Wickel­
möglichkeit wurde im Vorraum der Damentoiletten im Erdgeschoss des
zentralen Lehrgebäudes J2 eingerichtet. Kinderhochstühle gibt es in der
Mensa und in den Cafés des Campusbistros „Kanne“.
In der Mensa gibt es eine Mikrowelle zum Aufwärmen von Babynahrung.
Sprechen Sie einfach das Mensa-Personal an, wenn Sie das Angebot nutzen
wollen. Das gemeinsame Mittagessen von Studierenden und ihren Kindern
wird auch durch die kostenlose MensaCard Kids ­gefördert. Studierende
­Eltern können für ihre Kinder ein Tellergericht für bis zu 3,00 € in der Mensa
erhalten, wenn sie selbst ebenfalls ein Hauptgericht kaufen. Die MensaCard
Kids erhalten Sie unter Vorlage Ihres Studierendenausweises im Gleichstellungsbüro. Schließlich stehen auf dem Campus 21 Eltern-Kind-Parkplätze
vor der Frauenklinik (K11), zwischen Kinder- (K10) und Zahnklinik (K20)
sowie vor den Kitas zur Verfügung.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft gibt es Schutzbedingungen, die einzuhalten sind.
Für die Studiengänge Human- und Zahnmedizin sowie Biomedizin und Biochemie wurden Tätigkeitsempfehlungen formuliert, die auf dem Familienportal gebündelt zu finden sind. Die Schutzbedingungen können jedoch
nur eingehalten werden, wenn an verantwortlicher Stelle Kenntnis über die
Schwangerschaft besteht. Bitte informieren Sie daher frühzeitig Ihre Lehrverantwortlichen.
Individueller Studienplan
Unterstützung bei der Planung eines individuellen, familiengerechten
Stundenplans bzw. Studienverlaufs finden Studierende bei den Jahrgangs­
betreuer/inne/n des Studiendekanats.
Beratung / Information / Weitervermittlung etc.
Haben Sie Fragen zu Schwangerschaft, Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld? Benötigen Sie eine Kinderbetreuung zur Prüfungsvorbereitung oder
bei einer Klausur? Brauchen Sie Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen? Egal
welche Fragen Sie im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Studium
und Familie haben, das Gleichstellungsbüro wird mit Ihnen gemeinsam
eine Lösung finden oder Sie weitervermitteln. Melden Sie sich bei uns! Das
Gleichstellungsbüro freut sich darauf, Ihnen behilflich sein zu können.
INFO MHH – Gleichstellungsbüro
Carl-Neuberg-Str. 1, K27 (Haus A) / Ebene 1
30625 Hannover
OE 0013
Dr. Bärbel Miemietz, Gleichstellungsbeauftragte
0511-532-6501
gleichstellung@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de/gleichstellung.html
Koordinatorin audit familiengerechte hochschule
Katja Fischer
0511-532-6474
familienaudit@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de/familienportal.html
MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Studieren mit Kind an der MHH | 87
CAMPUS
Informationsveranstaltungen
Zweimal im Jahr bietet das Gleichstellungsbüro im
Rahmen des Qualifizierungsprogramms der MHH
Informationsveranstaltungen zu den Themen
„Schwangerschaft, Mutterschutz, Elternzeit – und
dann?“, „Frauen und Rente – was ist wichtig?“ und
„Pflege von Angehörigen“ an, die auch von Studierenden besucht werden können. Die Anmeldung
erfolgt über die MHH personalAkademie, OE 9025
(E-Mail: mhh.personalakademie@mh-hannover.de)
oder direkt über das Gleichstellungsbüro.
Campus | Alumni
Einmal MHH, immer MHH
CAMPUS
Der Alumni-Verein stellt sich vor
| Wer gerade für eine wichtige Prüfung kiloschwere Fachbücher wälzt, kann
sich meist kaum vorstellen, dass das Medizinstudium irgendwann ein Ende
hat. Doch dann ist der Tag des Examens da, und das bedeutet für viele den
Abschied von der MHH, möglicherweise auch von Hannover. Dann ist es
schön zu wissen, dass man über den Alumniverein ein Stück weit mit der
MHH verbunden bleiben kann.
Vorstand und Beirat des MHH-Alumni e.V.
| Prof. Dr. med.
­Siegfried Piepenbrock
(Vorsitzender) Ehem.
Direktor der Klinik für
Anästhesio­logie und
­Intensivmedizin der MHH
Der MHH-Alumni e.V. wurde im Mai 2000 gegründet, um die Beziehungen zwischen den Ehemaligen und der Hochschule mit ihren Studierenden und Lehrenden zu fördern. Zu den Mitgliedern gehören heute sowohl
Absolventen als auch Studierende, aktive und ehemalige Lehrende der
MHH. Frei nach dem Motto „Die Studierenden von heute sind die Absolventen von morgen“ bemüht sich der Alumniverein insbesondere um die
Betreuung der Studierenden an der MHH. In jedem Semester bieten wir
Praxiskurse an, in denen Studierende in kleinen Gruppen Gelegenheit zu
praktischen Übungen etwa am EKG-Gerät oder beim Legen einer Braunüle
haben. Die Themen berücksichtigen die Interessen von Studienanfängern
­(Erste-Hilfe-Kurs) ebenso wie die von Studierenden kurz vor dem Abschluss
(Examensrepetitorium). Einige der Referenten sind selbst Alumni und tragen so ihre Erfahrungen aus der Berufspraxis zurück in die Hochschule.
Ihren Abschluss feiern die frischgebackenen Ärztinnen und Ärzte der MHH
auf der vom Alumniverein organisierten Examensfeier für die Humanmedizin. Ein wichtiger Lebensabschnitt, das Studium, geht damit zu Ende.
Damit der Kontakt auch nach dem Examen nicht abbricht, gibt es die Ver­
anstaltungsreihe „Die MHH im Gespräch“, in der interessante Themen aus der MHH vorgestellt und diskutiert werden. Erstmals im Herbst
2013 fand Examen25 statt, eine Feier für alle, die vor 25 Jahren Examen
gemacht haben.
Für Alumni, MHH-Angehörige, Patienten und natürlich auch alle anderen Interessenten betreibt der Alumniverein den MHH-Hochschulshop.
­Artikel im MHH-Look – von der Krawatte bis zum USB-Stick, vom Taschenhalter bis zum Teddy mit Doktorhut – sind sowohl im Alumni-Büro als auch
in der MHH-Lounge gegenüber der zentralen Information im Bettenhaus
erhältlich. Reinschauen lohnt sich!
88 | MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Alumni
| Prof. Dr. med.
Hartmut Küppers
(Vorsitzender)
Vorsitzender der
­Gesellschaft der
­Freunde der MHH
| Dr. Eckhard Schenke
(Stellvertretender
Vorsitzender) Leiter
der Stabsstelle Fundraising & Alumni der
MHH
| Dr. med. Kai Johanning | Simon van Hove
| Prof. Dr. med.
| Prof. Dr. med.
| Prof. Dr. med.
Oberarzt, Klinik für
­Anästhesiologie der
MHH, Absolvent 2001
Bernd Haubitz, Leitender Oberarzt,
Zentrum Radiologie
der MHH
Studierender an der
MHH
| Dr. med. Philipp
Ivanyi, Assistenzarzt,
Klinik für Hämatologie,
Hämostaseologie.,
Onkologie und Stammzelltransplantation,
Absolvent 2003
Christopher Baum
Präsident der MHH
Ingo Just,
Studiendekan
für Medizin und
Bachelor-/Master­
studiengänge
INFO MHH-Alumni e.V.
Carl-Neuberg-Str.1, Haus K27 / Ebene 6
30625 Hannover
OE 9521
Katrin Fuchs und Ursula Bernsmann
0511-532-8007 oder -8162
alumni@mh-hannover.de
www.mhh-alumni.de
Gesellschaft der Freunde der Medizinischen
Hochschule Hannover e.V.
Helfen ∙ Fördern ∙ Unterstützen
| Vorsitzender: Prof. Dr. H. Küppers
| Stellvertretenter Vorsitzender: Dipl. Betrieswirt W. Albrecht | Schriftführer: M. Seidel
Die Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover
e.V. (GdF) fördert seit 50 Jahren Projekte in den Bereichen Wissenschaft,
Forschung und Lehre an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).
Die Unterstützung wird in Form von finanziellen Zuwendungen gewährt.
Die Mittel dazu erhält die GdF von den derzeit rd. 650 Mitgliedern durch
Spenden und Beiträge, testamentarische Vermächtnisse, Sammlungen bei
Jubiläen usw.
Wir sind immer dann zur Stelle, wenn schnelle und unkonventionelle Unterstützung insbesondere bei jungen Wissenschaftlern notwendig ist.
Die Freundegesellschaft
• unterstützt die Anschaffung wichtiger medizinischer Geräte
• gibt Anschubfinanzierungen für neue Forschungsprojekte
• überbrückt Gehaltszahlungen bei fehlender Planstelle
• hilft bei Auslandsaufenthalten junger Wissenschaftler
• zeichnet die besten Doktorarbeiten der MHH aus (Promotionspreise)
• vergibt, zusammen mit Sponsoren, wissenschaftliche Preise in einer
jährlichen Größenordnung von rd. 150.000 €
folgende Preise werden u. a. von der Freundegesellschaft vergeben:
• Claudia von Schilling-Preis der Claudia von Schilling Foundation
• Rudolf Schoen-Preis der TUI Stiftung
• Sir Hans Krebs Preis
• Jan Brod Preis der Abbott Arzneimittel GmbH
•
Hans-Heinrich Niemann Gedächtnispreis von Frau PD Dr. Teruko
Tamura-Niemann
Die Gesellschaft der Freunde verwaltet auch nicht rechtsfähige Stiftungen,
und zwar die: Elke und Dr. Rolf Ecklebe-Stiftung, die Tumorstiftung
­ edizinische Hochschule und die Helmut Drexler Stiftung für kardio­
M
vaskuläre Forschung und Weiterbildung an der Medizinischen Hochschule
Hannover.
Die Gesellschaft der Freunde der MHH ist eine steuerbegünstigte, gemeinnützige Einrichtung. Jede Spende sowie der Mitgliedsbeitrag kann steuerlich abgesetzt werden. Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Zuwendungsbescheinigung aus.
Wenn Sie die Freundegesellschaft und ihre Ziele unterstützen wollen, würden
wir uns über Ihre Mitgliedschaft oder eine Spende auf unser Konto freuen:
Commerzbank AG, Hannover –
IBAN: DE39 2504 0066 0312 0003 00
BIC: COBADEFFXXX
Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 5 € als Student, 30 € als natürliche
Person und 60 € als Firma.
Auf der medizinischen Forschung ruhen die Hoffnungen vieler Patienten. Ihr
Beitrag für die medizinische Forschung an der MHH hilft, diese Hoffnungen
wahr werden zu lassen.
INFO MHH – Gesellschaft der Freunde
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
OE 9522
0511-532-9398
freundedermhh@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Campus | Gesellschaft der Freunde der MHH | 89
CAMPUS
Campus | Gesellschaft der Freunde der MHH
Curricula
90 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula
Curricula
Die Lehrpläne im Einzelnen
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | 91
Curricula | Einführung und Studienaufbau Modellstudiengang HannibaL
Curricula – eine Einführung
CURRICULA
| Im Curriculum ist der gesamte Lehrplan des Studiengangs mit organisato-
rischem Ablauf abgebildet. Es werden die Lernziele, Veranstaltungsinhalte,
sowie die didaktischen Hilfsmittel und Literaturhinweise für das Eigenstudium aufgeführt. Auch die Prüfungsformate sind für jedes Modul sind
geregelt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind in der dazugehörigen
Studien- und Prüfungsordnung niedergelegt.
Der Modellstudiengang ist modular aufgebaut. Ein Modul ist eine Lehrund Lerneinheit. Sie besteht aus unterschiedlichen Unterrichtsformen, wie
Vorlesung, Seminar, Unterricht am Krankenbett, Praktika etc. und Zeit für
das Eigenstudium. Jedes Modul wird durch mindestens eine Leistungsüberprüfung abgeschlossen; abhängig vom Lernziel des Moduls werden
unterschiedliche Prüfungsformate eingesetzt, wie z.B. schriftliche Prüfungen (Multiple-Choice-Klausuren, Essayfragen-Klausuren), mündliche und
mündlich-praktische Prüfungen.
Die Übersicht über den Studienaufbau (siehe rechte Seite) - hier sind sämt­
liche Module dargestellt - erleichtert dabei die Planung des Studiums.
Auf den folgenden Seiten werden die einzelnen Module anschaulich vorgestellt.
Die dazugehörigen detailliert Curricula sind jederzeit einsehbar und auf
der Homepage des Studiendekanats unter den jeweiligen Studienjahren
zu finden, ebenso wie die rahmengebende Studien- und Prüfungsordnung.
| Eindrücke aus dem Studium:
INFO www.mh-hannover.de/hannibal.html
92 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Einführung und Studienaufbau Modellstudiengang HannibaL
Anatomische Grundlagen der Medizin
(Makroskopische Anatomie)
Anatomische Grundlagen der Medizin
(Makroskopische Anatomie)
Anatomische Grundlagen
Zellbiologische und
Anatomische Grundlagen
Physikalische und physiologische
Grundlagen der Medizin
Propädeutikum
Zellbiologische und genetische
Grundlagen der Medizin
Propädeutikum
Übersicht Studienaufbau des Modellstudiengangs HannibaL 2014/15
Tertial 1
2. Wo
3. Wo
4. Wo
Orientierungseinheit/Einführung in
die Zellbiologie und Anatomie
2. Studienjahr
Tertial 1
2. Wo
3. Wo
4. Wo
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
Tertial 2
1. Wo
2. Wo
Anatomische Grundlagen der Medizin
(Makroskopische Anatomie)
Tertial 2
5. Wo
1. Wo
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
Anatomische Grundlagen
der Medizin (Terminologie)
Physikalische und physiologische Grundlagen
der Medizin
Zellbiologische und genetische
Grundlagen der Medizin
Propädeutikum
1. Wo
5. Wo
Chemische und biochemische Grundlagen der Medizin
Chemische und bio(Biochemie) chemische Grundlagen
klinische Visite***
3. Wo 4. Wo
Dauer der Wahlfächer I und II abhängig vom jeweils ausgewählten Thema
2. Wo 3. Wo 4. Wo 5. Wo
6. Wo 7. Wo 8. Wo 9. Wo
10. Wo
2. Wo 3. Wo
1. Wo
4. Wo
klinische Visite
5. Wo
3. Studienjahr
8. Wo
9. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
der Medizin
Physikalische und physiologische
Grundlagen der Medizin
Diagnostische Methoden
Chemische und biochemische Grundlagen
Psychologische und soziologische
der Medizin Grundlagen
(Chemie) der Medizin
Wahlfach
I
klinische Visite
3. Wo
4. Wo
5. Wo
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
Physikalische und physiologische Grundlagen
der Medizin
Diagnostische Methoden
Diagnostische Methoden
Psychologische und soziologische Grundlagen der Medizin
Psychologische und soziologische Grundlagen der Medizin
Wahlfach I
* Dauer innerhalb des Tertials 1 Woche (Einteilung abhängig vom individuellen Rotationsplan)
Dauer innerhalb des Tertials 2 Wochen (Einteilung abhängig vom individuellen Rotationsplan)
**
Tertial B
Tertial C
*** Zeitpunkt abhängig vom individuellen Rotationsplan
Dauer der Wahlfächer I und II abhängig vom jeweils ausgewählten Thema
7. Wo
7. Wo
2. Wo 3. Wo 4. Wo 5. Wo 6. Wo 7. Wo 8. Wo 9. Wo 10. Wo
Anatomische
Grundlagen
Neuroanatomie
der Medizin (Mikroskopische Anatomie)
Physikalische
und physiologische Grundlagen
* Dauer innerhalb des Tertials 1 Woche (Einteilung abhängig vom individuellen Rotationsplan)
Dauer innerhalb
des Tertials 2 Wochen (Einteilung abhängig vom individuellen Rotationsplan) Tertial 3
2
**Tertial
Zeitpunkt abhängig vom individuellen Rotationsplan
***
1. Wo 2. Wo 3. Wo 4. Wo 5. Wo 6. Wo 7. Wo 8. Wo 9. Wo 10. Wo
1. Wo 2. Wo
Chemische und biochemische
Grundlagen der Medizin
(Biochemie)
6. Wo
Anatomische Grundlagen der Medizin
(Makroskopische Anatomie)
Wahlfach I
keine Veranstaltungen
Tertial A
6. Wo
1. Wo
Tertial 3
GrundlagenChemische
der Medizin
und biochemische Grundlagen
Psychologische und soziolo(Biochemie) der Medizin (Chemie)
gische Grundlagen der Medizin
Wahlfach I
5. Wo
Tertial 3
10. Wo
Physikalische und physiologische Grundlagen
der Medizin
Chemische und biochemische Grundlagen der Medizin
(Biochemie)
4. Wo
9. Wo
3. Wo 4. Wo 5. Wo 6. Wo 7. Wo 8. Wo 9. Wo 10. Wo
Anatomische Grundlagen
Zellbiologische
und
genetische Grundlagen
der Medizin (Mikrosder Medizin
Anatomie)
Physikalische
und physiologische kopische
Grundlagen
Physikalische und physiologische Grundlagen
der Medizin
3. Wo
8. Wo
Chemische und biochemische Grundlagen
der Medizin (Chemie)
Wahlfach
I
klinische
Visite***
2. Studienjahr
2. Wo
7. Wo
der Medizin
Physikalische und physiologische
Grundlagen der Medizin
Diagnostische Methoden
Chemische und biochemische
der Medizin (Chemie)
keine Veranstaltungen
Tertial 1
1. Wo
6. Wo
Anatomische Grundlagen der Medizin
(Makroskopische Anatomie)
Wahlfach I
1. Wo
5. Wo
2. Wo
Propädeutikum
1. Wo
Chemische und biochemische Grundlagen
der Medizin (Chemie)
Propädeutikum
Chemische und biochemische Grundlagen
der Medizin (Chemie)
1. Studienjahr
Neuroanatomie
Physikalische und physiologische Grundlagen der Medizin
Physikalische und physiologische
Grundlagen der Medizin
10. Wo
Pharmakologie, Toxikologie
1. Wo
2. Wo
3. Wo 4. Wo
5. Wo
6. Wo
Hygiene, Mikrobiologie, Virologie
Pathologie
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
Epidemiologie, Medizinische Informatik,
Medizinische Biometrie
Infektiologie, Immunologie
(Immunologie)
1. Wo
2. Wo 3. Wo
4. Wo
Klinische Medizin I
Public
Health I
Allgemeinmedizin
5. Wo
Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik
Propädeutikum
Anatomische Grundlagen
Medizin (Mikrosgenetische
Grundlagen
der Medizin (MikrosCurricula | Einführung
und Studienaufbau
Modellstudiengang
HannibaLder
der Medizin (Terminologie)
kopische Anatomie)
der Medizin
kopische Anatomie)
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
Dermatologie, Venerologie
Blockpraktikum Innere Medizin
(Teil 1)
4. Studienjahr
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
Pharmakologie, Toxikologie
1. Wo
5.
4. Studienjahr
Studienjahr
Arbeitsmedizin und
Klinische
Umweltmedizin
Schmerzmedizin
6.6.Wo
Wo 7.7.Wo
Wo 8.8.Wo
Wo 9.9.Wo
Wo 10.
10.Wo
Wo
Rehabilitation,
Physikalische
Medizin,
Naturheilverfahren
Blockpraktikum
Allgemeinmedizin
Notfallmedizin
Sozialmedizin
Public Health II
Rechtsmedizin
6. Wo
7. Wo
8. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
9. Wo
10. Wo
Epidemiologie, Medizinische Informatik,
Medizinische Biometrie
Public
Health I
Tertial
Tertial BB
1.1.Wo
Wo 2.2.Wo
Wo 3.3.Wo
Wo 4.4.Wo
Wo 5.5.Wo
Wo
Infektiologie, Immunologie (Infektiologie)
Klinische Pharmakologie
Klinisch pathologische Konferenz
Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz
Wahlfach II
Blockpraktikum
WahlfachChirurgie
II
keine Veranstaltungen
*
**
***
Dauer der Wahlfächer I und II abhängig vom jeweils ausgewählten Thema
5. Studienjahr
5.5.Wo
Wo 6.6.Wo
Wo 7.7.Wo
Wo 8.8.Wo
Wo 9.9.Wo
Wo 10.
10.Wo
Wo
Klinische Medizin II (Innere Medizin)
Praktikum Palliativmedizin P.med
1. Wo
2. Wo 3. Wo
Tertial C
Human1.genetik
Wo 2. Wo
3. Wo
4. Wo
4. Wo
Klinische Medizin I
Kinderheilkunde
Allgemeinmedizin
5. Wo
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
Augenheilkunde*
Allgemeinmedizin*
5. Wo
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde*
Dermatologie, Venerologie
Neurologie**
Blockpraktikum Frauenheilkunde*
Blockpraktikum Innere Medizin
(Teil 1)
Blockpraktikum Kinderheilkunde*
Tertial
Tertial CC
1.1.Wo
Wo 2.2.Wo
Wo 3.3.Wo
Wo 4.4.Wo
Wo
Anästhesie
Chirurgie, Urologie, Orthopädie
1.1.Wo
Wo 2.2.Wo
Wo 3.3.Wo
Wo 4.4.Wo
Wo 5.5.Wo
Wo 6.6.Wo
Wo 7.7.Wo
Wo 8.8.Wo
Wo 9.9.Wo
Wo 10.
10.Wo
Wo
Humangenetik
Kinderheilkunde
Dauer innerhalb des Tertials 1 Woche (Einteilung abhängig vom individuellen Rotationsplan)
Dauer innerhalb des Tertials 2 Wochen (Einteilung abhängig vom individuellen Rotationsplan)
Zeitpunkt abhängig vom individuellen Rotationsplan
Augenheilkunde*
Allgemeinmedizin*
Blockpraktikum MHH**
Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde*
Neurologie**
Wahlfach
II
Blockpraktikum
Frauenheilkunde*
Blockpraktikum Kinderheilkunde*
und Studienaufbau
Modellstudiengang HannibaL | 93
Tertial B MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | EinführungTertial
C
Tertial A
4. Wo
5. Wo
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
d
3. Wo
5. Wo
7. Wo
Infektiologie, Immunologie
(Immunologie)
Tertial
Tertial AA
2. Wo
3. Wo 4. Wo
Hygiene, Mikrobiologie, Virologie
Pathologie
Blockpraktikum Chirurgie
1. Wo
2. Wo
6. Wo
Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik
6. Wo
5. Wo
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Augenheilkunde Allgmed.
5. Wo
Tertial B
3. Wo 4. Wo
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Augenheilkunde Allgmed.
4. Wo
Chirurgie, Urologie, Orthopädie
Tertial C
2. Wo
Frauenheilkunde, Geburtshilfe
Anästhesie
1. Wo
Psychiatrie und Psychotherapie
3. Wo
10. Wo
Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie
2. Wo
9. Wo
Geriatrie
1. Wo
8. Wo
Psychiatrie und Psychotherapie
Tertial Notfallmedizin
A
7. Wo
Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie
6. Wo
Geriatrie
5. Wo
Geschcihte, Theorie, Ethik der
Medizin
3. Studienjahr
4. Wo
Frauenheilkunde, Geburtshilfe
Tertial B
3. Wo
Geschcihte, Theorie, Ethik der
Medizin
2. Wo
Blockpraktikum Innere Medizin
(Teil 2)
1. Wo
Blockpraktikum Innere Medizin
(Teil 2)
Tertial A
10. Wo
1. Wo
2. Wo
3. Wo 4. Wo
5. Wo
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
1. Wo
2. Wo 3. Wo
4. Wo
5. Wo
6. Wo
7. Wo
8. Wo
9. Wo
10. Wo
CURRICULA
Orientierungseinheit/Einführung in
die Zellbiologie und Anatomie
Anatomische Grundlagen der Medizin
(Makroskopische Anatomie)
Curricula | MSE_P_101
Propädeutikum
CURRICULA
Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
Prof. Dr. Christoph Gutenbrunner, Prof. Dr. Hermann Haller, Dr. Birgit Kubat
| Ziel dieser Lehrveranstaltung ist die strukturierte Einführung in die Klini-
sche Medizin für Studienanfänger, die einerseits den Bauplan des Studiums
erkennen und andererseits auf die Probleme der praktischen Medizin vorbereitet werden sollen.
Die Lehrveranstaltung ist in hohem Maße interdisziplinär und besteht aus
Beiträgen zahlreicher theoretischer und klinischer Abteilungen der MHH.
Die Stundenpläne der einzelnen Wochen des ersten Teils des Moduls sind
so gestaltet, so dass neben dem roten Faden der Themenwochen über das
gesamte Modul in zunehmender Komplexität grundlegende Prinzipien der
ärztlichen Tätigkeit erkennbar werden, und zwar als Lösungsweg für das
Patientenproblem (blauer Faden). Dies beinhaltet insbesondere den Weg
von der Wahrnehmung und Erfassung der Beschwerden der Patienten über
die systematische Diagnosestellung und Therapieentscheidung bis hin zur
Rehabilitation und gesellschaftlichen (Re-) Integration.
zur praktischen ärztlichen Tätigkeit im Sinne von Fähigkeiten und Fertigkeiten
geübt. Dies beinhaltet die Eigenreflexion der Arztrolle und des eigenen
Krankheitserlebens, die Gesprächsführung und Anamneseerhebung mit
Patientinnen und Patienten, erste Schritte der körperlichen Untersuchung
(gegenseitig und an Patienten), die Selbsterfahrung physikalischer Therapien und (begleitend) die ärztliche Tätigkeit auf den Stationen der MHH.
Wochenkoordinatoren:
1. Woche Nierenerkrankungen:
Prof. H. Haller, Tel.: 532-6319, E-Mail: nephrologie@mh-hannover.de
2. Woche Rückenschmerzen:
Prof. Chr. Gutenbrunner, Tel.: 532-4100
E-Mail: gutenbrunner.christoph@mh-hannover.de
Prof. M. Ochs, Tel.: 532-6740, E-Mail: Anatomie2@mh-hannover.de
Im zweiten Teil des Propädeutikums werden die Studierenden praktisch in
das ärztliche Handeln eingeführt. Unter der Anleitung von klinisch erfahrenen Ärztinnen und Ärzten werden in Kleingruppen klinische Visiten durchgeführt. Dabei werden der Umgang mit den Patienten und das ärztliche
Vorgehen exemplarisch vorgestellt und geübt. Die Studierenden sollen das
methodische Vorgehen miterleben, gezielt mit den Strukturen der Anamnese
und Diagnostik vertraut gemacht und auf der Basis des bereits Erlernten
versuchen Zusammenhänge zwischen Symptom, Krankheit und Grund­
lagenwissen zu generieren.
3. Woche Sprachstörungen:
Prof. Grothe, Tel.: 532-2897, E-Mail: Neuroanatomie@mh-hannover.de
Prof. Ochs, Tel.: 532-6740, E-Mail: Anatomie2@mh-hannover.de
Prof. Dengler, Tel.: 532-2391
E-Mail: Neurologie.Sekretariat@mh-hannover.de
In jeder der fünf Themenwochen wird die Thematik von einem Krankheitsbild
und Patientenfällen ausgehend entwickelt. Daher beginnt jeder Themenblock
mit der Vorstellung und gegebenenfalls auch Untersuchung einer Patientin
oder eines Patienten. Anhand der gewählten Krankheiten oder Krankheitsgruppen werden die Schritte des ärztlichen
Handelns (Anamnese, körperliche Untersuchung, Diagnostik, Therapieentscheidung)
konkret am Beispiel demonstriert und vertieft. Dabei werden die Beiträge einzelner
medizinischer Fächer verdeutlicht und die
Bedeutung der Grundlagenfächer hervorgehoben. Darüber hinaus werden auch die
C. Gutenbrunner
| H. Haller
psychosozialen Krankheitsanteile dargelegt |
und die Möglichkeiten rehabilitativer Interventionen dargestellt. Dabei wird auch konkretes Wissen über die Pathophysiologie
und Therapieprinzipien der exemplarisch
ausgewählten Krankheitsbilder vermittelt.
5. Woche Lungenerkrankungen:
Prof. T. Welte, Tel.: 532-3530, E-Mail: Pneumologie@mh-hannover.de
Neben der Vermittlung von Wissen und
Verständnis werden auch erste Schritte
| C. Grothe
94 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_101
| G. Neitzke
4. Woche Krebserkrankungen:
Prof. Park-Simon, Tel.: 532-9546
E-Mail: Park-Simon.Tjoung-Won@mh-hannover.de
Dr. Neitzke, Tel.: 532-4271, E-Mail: Neitzke.Gerald@mh-hannover.de
Klinische Lehrvisiten:
Prof. H. Haller, Tel.: 532-6319, E-Mail: nephrologie@mh-hannover.de
| B. Kubat
| V. Kegeler
| R. Dengler
| M. Ochs
| T.-W. Park-Simon
| T. Welte
Zellbiologische und genetische Grundlagen
der Medizin
Prof. Dr. Ernst Ungewickel, Prof. Dr. Brigitte Schlegelberger
| Für das Verständnis der Erkrankungen des menschlichen Körpers und für
die kritische Auseinandersetzung mit möglichen Behandlungskonzepten ist
das Wissen über die Funktionsweise von Zellen unverzichtbar. Neben der
Vermittlung der aktuell bekannten zellbiologischen Reaktionsmechanismen
werden praktische Fähigkeiten zur Analyse von zellbiologischen Vorgängen
eingeübt und die wissenschaftlich kritische Vorgehensweise anhand klinischer Beispiele gemeinsam erarbeitet. Anhand der verschiedenen licht- und
elektronenmikroskopischen Techniken lässt sich das Zusammenwirken von
Proteinkomplexen in und um die Zellen demonstrieren und die speziellen
zellbiologischen Abläufe in den differenzierten Zellen innerhalb der Gewebe
erarbeiten.
| Abb. 2 Unterschiedliche Methoden der Flureszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH): hier z.B.
Multicolor-FISH und Telomersonden-FISH zur Aufklärung chromosomaler Veränderungen
Die Aminosäuresequenz der vielen zellulären und sezernierten Proteine ist
im menschlichen Genom kodiert. Durch Regulation von Genexpression und
Proteinbiosynthese werden die für die speziellen Aufgaben benötigten Proteine in den verschiedenen Geweben hergestellt. Bei Störungen von Zellzyklus und Differenzierung kann es zur Tumorentstehung kommen.
| Abb. 1 Zilien im Raster- und Transmissionselektronenmikroskop
So sind z. B. im Rasterelektronenmikroskop die Oberflächendifferenzierungen an der Zelloberfläche dreidimensional erkennbar (s. Abb. 1 links). Die
Büschel von langen Zilien lassen sich sicher abgrenzen.
Eine Analyse der Queranschnitte dieser Strukturen im Transmissionselektronenmikroskop ist notwendig, um das Zusammenwirken von strukturbildenden
und bewegungsinduzierenden Makromolekülkomplexen im Innern aufzuzeigen. Die beweglichen Kinozilien sind durch den Nachweis von Motorproteinen entlang der röhrenförmigen Dubletten von Mikrotubuli gekennzeichnet
(s. Abb. 1). Fehlen dagegen die Dyneinarme sowie die zentralen Mikrotubuli,
handelt es sich um unbewegliche Zilien, die als Mechanosensoren funktionieren und für die Differenzierung von Organanlagen unverzichtbar sind.
| E. Ungewickel
| G. Goering
| S. Groos
Die Tumorgenetik liefert wichtige Hinweise zur Auslösung und Progredienz
von entarteten Zellen. Daher werden im zweiten Schwerpunkt Genetik die
Techniken in der modernen zytogenetischen Diagnostik (z. B. FISH in Abb.
2) vorgestellt. Zusätzlich wird auf die Ätiologie genetisch bedingter Erkrankungen eingegangen.
Unter klinisch-genetischen Gesichtspunkten werden die autosomalen und
geschlechtsgebundenen Erbgänge gegenübergestellt. Die Herangehensweise an ein klinisch-genetisches Problem mit der Erhebung einer Familien­
anamnese und der Stammbauminterpretation wird eingeübt, sodass sich
die genetischen Risiken für die Familienangehörigen als Grundlage für eine
fundierte genetische Beratung ermitteln lassen.
| N. von Neuhoff
| B. Schlegelberger
| B. Vajen
| B. Skwaran
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_103 | 95
CURRICULA
Curricula | MSE_P_103
Curricula | MSE_P_104
Anatomische Grundlagen der Medizin
CURRICULA
Prof. Dr. Matthias Ochs
| Anatomie ist die Lehre vom Bau des menschlichen Körpers.
Das Ziel anatomischer Lehre ist die Vermittlung eines wissenschaftlich fundierten, funktionell und klinisch relevanten Verständnisses der Struktur und
Entwicklung des Menschen. Anatomie ist somit eine wesentliche Grund­
lage ärztlichen Handelns. Das Modul „Anatomische Grundlagen der Medizin“ steht im Zentrum des ersten Studienjahrs.
Es ist in vier Teilmodule gegliedert:
Anatomie kann man nicht allein aus Büchern oder am Bildschirm lernen –
Anatomie muss man im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“. Darum
steht im Teilmodul Makroskopische Anatomie der Präparierkurs im Zentrum. In Gruppen à 5 Studierende werden unter sachkundiger Anleitung alle
Körperregionen am Leichnam über 23 Kurswochen präpariert. Vorlesungen
und Seminare vertiefen die Lerninhalte und ergänzen sie insbesondere im
Hinblick auf klinische Zusammenhänge.
Im Teilmodul Mikroskopische Anatomie steht – neben begleitenden Vorlesungen und Seminaren – ebenfalls das Praktikum im Mittelpunkt, in dem
histologische Präparate unter Anleitung selbstständig mikroskopiert, beschrieben und miteinander verglichen werden. Damit bietet der Histologiekurs bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt des Studiums die Möglichkeit,
die Fähigkeit zum genauen Hinsehen, zur exakten Befunddokumentation
und zur Differentialdiagnostik zu schulen und damit für die spätere ärzt­
liche Tätigkeit elementare Methoden zu erlernen.
In den Vorlesungen im Teilmodul Neuroanatomie werden vorwiegend Lerninhalte zum zentralen Nervensystem vermittelt. Der neuroanatomische Kurs
besteht aus drei mikroskopischen Kurstagen, die mikrosko­pische Präparate
zum Spinalganglion, Rückenmark und den verschiedenen Gehirnabschnitten
behandeln. An drei makros­kopischen Kurstagen werden Lernziele im Rahmen
einer Einführungsvorlesung definiert. In Gruppen von 10 bis 12 Studierenden
werden dann das Rückenmark und das Gehirn präpariert und jeweils Teil­
aspekte der neurologischen Untersuchung am Gesunden zur Verdeutlichung
der funktionellen Bezüge herangezogen. Der letzte Kurstag bietet die Gelegenheit, die Lerninhalte erneut zusammenhängend zu vertiefen.
Die Anatomie verwendet eine standardisierte Nomenklatur. Terminologie ist
die Lehre von den Fachbegriffen. Die meisten anatomischen Grundbegriffe
sind lateinischen Ursprungs und werden deshalb lateinisch dekliniert. Das
Teilmodul Terminologie unterstützt die Studierenden beim schnellen, effektiven und vor allem korrekten Umgang mit anatomischen Begriffen, damit
das Fachchinesisch niemandem spanisch vorkommt.
Modullehrplan des ersten Studienjahres
| Tafelbild Hippocampus
| M. Ochs
| A. Schmiedl
96 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_104
| H. Bartels
| C. Grothe
| K. Haastert-Talini
| L. Knudsen
Chemische und Biochemische Grundlagen
der Medizin
Prof. Dr. Rita Gerardy-Schahn, Prof. Dr. Matthias Gaestel
| Grundlagen werden praxisnah vermittelt
| Die moderne Medizin wird immer molekularer. Die Fächer Chemie
und Biochemie gewinnen in der Medizin eine zunehmende Bedeutung für
das Verständnis zellulärer Funktion und Dysfunktion. Dies erfordert von den
Studierenden der Medizin und Zahnmedizin eine intensive Beschäftigung
mit Sachverhalten, die vom chemischen Basiswissen bis hin zu komplexen
biochemischen Signal- und Stoffwechselwegen reichen. Das Zentrum Biochemie trägt diesen Anforderungen durch ein strukturiertes Unterrichtsangebot Rechnung, das ausgehend von den chemischen Grundlagen im
ersten Studienjahr die Prinzipien der medizinischen Biochemie und Molekularbiologie im zweiten Studienjahr vermittelt.
Die Lehre im Fach Chemie verfolgt neben der Vermittlung der Grundlagen
auch das Ziel, chemische Prinzipien in der Biochemie, Physiologie, Pharmakologie und anderen Fächern sichtbar zu machen. Dabei soll deutlich
werden, dass die Chemie in linearem Zusammenhang zur Medizin steht,
denn alle Stoffwechselvorgänge und Funktionen des Organismus sind letztendlich chemische Reaktionen, in die der Arzt eingreift. Der Unterricht dient
der Vorbereitung auf spätere Fächer und der Vermittlung fachübergreifenden Wissens.
| Die Chemie des Atemvorgangs
Die Biochemie des Menschen wird im Kontext ihrer Funktion vermittelt.
Dies ist die Grundlage für das Verständnis der physiologischen und pathophysiologischen Zell- und Organfunktion im klinischen Studium sowie für
die spätere ärztliche Tätigkeit.
Der Unterricht soll den Prinzipien der Fächerintegration und Problemorientierung sowie des Anwendungsbezugs gerecht werden. Dazu werden
thematische Schwerpunkte gesetzt, die den Studierenden die Zusammenhänge innerhalb der Biochemie, aber auch die Bezüge zu anderen Fächern
verdeutlichen. Ziel ist das Verständnis von Prinzipien der Biochemie und
nicht die Vermittlung möglichst vieler Details.
Praktikum und Seminar ergänzen den Unterricht durch exemplarische Versuche und Vorträge, die zur Veranschaulichung des theoretischen Stoffs der
Biochemie beitragen, der Vertiefung des Lehrstoffs dienen und die klinischen Bezüge herausstellen. Übungsfragen ermöglichen den Studierenden
schon während der Kurse eine Einschätzung ihres Wissensstands und ermöglichen so ein gezieltes Nacharbeiten.
Der Chemieunterricht wird deshalb an Fallbeispielen und Krankheitsbildern
vermittelt. Diese Art des problemorientierten Unterrichts zeigt unmittelbar,
dass die Chemie die Vorgänge des Lebens bestimmt, und es wird deutlich,
wie klein der Unterschied zwischen „gesund“ und „krank“ sein kann. In
vielen Fällen sind es punktuelle Änderungen in der chemischen Qualität der
„Baumaterialien“, die zu Krankheitsbildern führen.
Die Lehre im Fach Biochemie für Studierende der Medizin und Zahnmedizin
gliedert sich in Vorlesung, Praktikum und Seminar. Ergänzend stehen elektronische Lehrmaterialien auf der Lehrplattform ILIAS zur Verfügung.
| R. Gerardy-Schahn
| M. Gaestel
| G. Meyer
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_105 | 97
CURRICULA
Curricula | MSE_P_105
Curricula | MSE_P_106
CURRICULA
Physikalische und physiologische Grundlagen
der Medizin I – III
Prof. Dr. Bernhard Brenner
| Physiologie am Menschen
| Physiologie ist die Lehre von der Funktion des menschlichen Körpers. Sie
befasst sich mit der Funktion von Zellen, Geweben, Organsystemen und
ganzen Organismen und spannt dabei den Bogen von molekularen Prozessen
über die Wechselwirkung zwischen einzelnen Zellen bis hin zu komplexen
Interaktionen verschiedener Organsysteme in unserem Körper.
Die Physiologie beruht auf der Anwendung zahlreicher physikalischer Konzepte und Methoden. Aus diesem Grunde wird in Hannover die Physik
integriert in die Physiologie in einem Modul gelehrt. Das Modul Physika­
lische und physiologische Grundlagen der Medizin dauert fast die
gesamten ersten beiden Studienjahre.
Physiologie mit integrierter Physik ist in verschiedene Themenabschnitte
eingeteilt. Jedes Themengebiet beginnt mit einer Vorlesung, gefolgt von
einem Praktikum und einem Seminar. Soweit relevant sind in Vorlesung
und Praktika jeweils ein physiologisches und zugehörige physikalische Themen kombiniert. Diese werden in den Praktika an aufeinanderfolgenden
Terminen, teilweise an aufeinanderfolgenden Tagen, unterrichtet. Jedes
| B. Brenner
98 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_106
physiologische Thema endet mit einem integrierten Physiologieseminar, das
auf der Vorstellung eines Patienten beruht und bei dem im Kleingruppenunterricht Physiologiekenntnisse wiederholt und pathophysiologische Zusammenhänge dargelegt werden.
Das Modul wird in drei schriftlichen und einer mündlichen Prüfung geprüft.
Die schriftlichen Teilprüfungen umfassen physikalische und physiologische
Themen.
Das Modul schließt mit einer mündlichen Prüfung ab, bei der ein klarer
Schwerpunkt auf physiologischen Themen liegt.
| V. Endeward
| M. Fischer
| C. Geers-Knörr
Psychologische und soziologische Grundlagen
der Medizin
Prof. Dr. Karin Lange, Prof. Dr. Siegfried Geyer
| Die Mehrzahl der körperlichen und psychischen Krankheiten wird durch das
individuelle Erleben und Verhalten der Patienten sowie ihre Lebensumstände beeinflusst. Häufig werden sie sogar dadurch hervorgerufen. Dazu zählen sowohl gesundheitsrelevante Verhaltensweisen wie Rauchen, riskanter
Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Über- oder Fehlernährung als
auch Risikofaktoren wie Übergewicht, persönlicher und beruflicher Stress
sowie prekäre soziale Lagen.
Dementsprechend werden die ärztliche Tätigkeit und ihr Erfolg durch die
persönlichen Umstände der Patienten geprägt. Mangelnde Compliance von
Patienten, unzureichende Selbstbehandlung und scheinbar unverständ­
liche, selbstgefährdende Verhaltensweisen stellen Erfolg versprechende
therapeutische Bemühungen infrage.
An konkreten Beispielen werden Zugänge, Gesprächstechniken, Anreizsysteme und soziale Hilfen vorgestellt und im Hinblick auf ihre Erfolgschancen
bewertet. Sie beziehen sich u. a. auf Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen, kardiovaskuläre Krankheiten, affektive Störungen, Demenz und ADHS.
Das Modul vermittelt in den Vorlesungen einen breiten Überblick über die
grundlegenden Prinzipien menschlichen Verhaltens und seiner Determinanten. In darauf bezogenen Seminaren werden ausgewählte Themen vertieft
behandelt und auf das ärztliche Handeln bezogen.
Am Beispiel „Essverhalten und Adipositas“ werden z. B. Lernprinzipien und
deren Interaktion mit Stress, emotionalem Befinden und physiologischen
Regulationsmechanismen erarbeitet. Behandlungskonzepte müssen hier
passgenau auf die sozialen Hintergründe und kognitiven Möglichkeiten der
Patienten zugeschnitten werden, um erfolgreich zu sein.
Dies wird an Beispielen der Patientenedukation und Therapiemotivation bei
Diabetes, PKU, Hypertonie, angeborenen Herzfehlern und weiteren chronischen Störungen illustriert.
| Psychosoziale Einflüsse auf Gesundheit und Krankheit
Der demographische Wandel und daraus erwachsende Herausforderungen für Gesundheitssysteme und die künftige ärztliche Tätigkeit bei der
Versorgung multimorbider, hochbetagter Menschen stellen einen weiteren
Schwerpunkt der Seminare dar.
Das Modul soll Studierende in die Lage versetzen, komplexe Zusammenhänge zwischen biomedizinischen, psychischen und sozialen Aspekten von
Gesundheit und Krankheit zu analysieren sowie eigene Lösungsansätze auf
der Basis eines fundierten Grundlagenwissens zu entwickeln und kritisch
zu reflektieren.
Ärztliche Aufgaben betreffen jedoch nicht nur die Kuration – ein
weiteres wesentliches Tätigkeitsfeld ist die Prävention von Erkrankungen. Am ­Beispiel von Aids, Stress und Alkoholkonsum
werden Konzepte der Verhaltens- und Verhältnisprävention
­bezogen auf ihre Erfolgschancen vorgestellt.
| J. Jaunzeme
| B. Lutze
| D. Muschik
| K. Lang
| S. Geyer
| U. Brinkmeier
| G. Ernst
| H. Sassmann
| S. Sperlich
| T. von Lengerke
| K. Zinken
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_201 | 99
CURRICULA
Curricula | MSE_P_201
Curricula | MSE_P_202
Diagnostische Methoden
CURRICULA
Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
Dr. Sabine Schneidewind, Prof. Dr. Hermann Haller
| Im OSCE kommen die im Kurs erlernten Gesprächstechniken für die Interaktion mit dem
Prüfungspatienten zum Einsatz.
| Für das Berufsleben lernen: An der Bilder-Station werden typische Beschwerden den
dazu passenden Blickdiagnosen zugeordnet.
Die Kollegen aus der Abteilung für Geschichte der Medizin werden Ihnen
und die Wichtigkeit der Interaktion zwischen Arzt und Patient gewonnen. im Rahmen von Terminologie II die lateinischen und griechischen FachausIm Rahmen der Diagnostischen Methoden wird nun ganz praktisch das drücke der Medizin sowie historische Aspekte der Medizin näherbringen.
grundlegende ärztliche Handwerkszeug erarbeitet. Da in Ihrer späteren
Berufstätigkeit das „über den eigenen Tellerrand Hinausschauen“ von Zum Abschluss des Moduls werden Sie Ihre Kenntnisse in Gesprächsführung
zentraler Wichtigkeit ist, ist dieses Modul interdisziplinär aufgebaut. In und körperlicher Untersuchung in der mündlichen-praktischen OSCE-Prüdiesem Rahmen werden die Kollegen aus der Medizinischen Psychologie, fung noch einmal anwenden.
der Medizinischen Soziologie, der Psychosomatik und der Allgemeinmedizin Ihnen Techniken zur Anamneseerhebung und Diagnoseübermittlung
näherbringen, die Sie dann im Kontakt mit Simulationspatienten direkt
anwenden werden. Beim Erlernen der körperlichen Untersuchung werden
Sie in Kleingruppen hauptsächlich von den Kollegen aus der
Inneren Medizin begleitet. Ergänzend werden Sie erfahrene
Ärzte aus der Neurologie, der Kinderheilkunde, der Dermatologie, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Krankenhaushygiene in die Besonderheiten ihres jeweiligen Fachgebietes
einführen. Die Untersuchungstechniken werden Sie zunächst
bei der gegenseitigen Untersuchung erlernen, an den Kurstagen aber auch unter Anleitung Patienten untersuchen und | S. Schneidewind
| H. Haller
| R. Dengler
| S. Geyer
pathologische Befunde erkennen und nachvollziehen können.
Der Einsatz von Modellen und Simulationspuppen (z. B. für
wichtige Auskultationsbefunde an Herz und Lunge) rundet den
praxisorientierten Aspekt des Moduls ab.
| Im Propädeutikum haben Sie bereits einen Einblick in die Vielschichtigkeit
Die parallel laufenden Vorlesungen dienen der Vermittlung der für
das Verständnis wichtigen pathophysiologischen Grundlagen und
der kommunikativen Grundlagen ärztlicher Gesprächsführung.
100 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_202
| L. Grigull
| A. Kapp
| K. Lange
| T. Lenarz
Curricula | MSE_P_301
CURRICULA
Pharmakologie, Toxikologie
Prof. Dr. Ingo Just, Prof. Dr. Roland Seifert
| Die Pharmakotherapie ist eine zentrale Säule unseres medizini­
schen Systems. Fast jede ärztliche Konsultation endet mit der Ausstellung eines Arzneimittelrezepts. Jede medizinische Disziplin bedient sich der
Arzneimittel, sogar die chirurgischen Fächer sind hiervon nicht ausgenommen. Die Arzneimittelverordnung ist damit die mit Abstand häufigste und
wichtigste therapeutische Entscheidung des Arztes überhaupt. Das Modul
„Pharmakologie & Toxikologie“ (drittes Studienjahr) legt die Grundlagen
der Pharmakotherapie dar und ist in die jahrgangsübergreifende Ausbildung im Fach Pharmakologie (Abb.1) eingebettet.
Lernziele: Die Lehre in Pharmakologie und Toxikologie gibt einen Überblick über die therapeutisch wichtigsten Arzneimittel: und deren Wirkmechanismen sowie über die charakteristischen unerwünschten Arzneimittelwirkungen; die Vermittlung der Grundlagen in Pharmakokinetik legt die
Basis für die richtige Arzneimitteldosierung bzw. -anpassung. Die Lehrinhalte bauen auf der Physiologie und Biochemie auf und orientieren sich
stark an pathophysiologischen Konzepten und wichtigen Krankheitsbildern.
Ferner werden die wichtigsten Arten von Vergiftungen und deren Behandlung besprochen.
Die Lehre wird in Form von Vorlesungen, Übungen und gegenstandsbezogenen Studiengruppen zur Arzneimittelanamnese angeboten. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Pharmakologie und Toxikologie und ist
als Vorbereitung für die Übungen konzipiert. In den
Übungen werden relevante Themen der Pharmakologie und Toxikologie besprochen und zum Teil eigenständig erarbeitet.
Studienpreis: Seit Jahren wird das beste Prüfungsergebnis mit einem Studienpreis in Höhe von 500 Euro belohnt. Der Studienpreis wird von der
Firma Merz Pharmaceutical GmbH gestiftet.
Co-Autoren von Lehrbüchern:
• Prof. Just, Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie
(Hrsg. Aktories et al.), Elsevier 2013
• Prof. Gerhard und Bigalke
(Hrsg. ­Marquardt, Schäfer, Barth), Lehrbuch der Toxikologie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2013
• Prof. Bigalke und Prof. Resch, Pharmakotherapie/Klinische Pharmakologie,
Springer 2010
• Prof. Bigalke, Beteiligung an der Erstellung von Modulen beim E-Learning, k-MED.
• Prof. Resch und Prof. Kaever, Immunpharmakologie, UTB 2010
| I. Just
| R. Seifert
| M. Böttcher
| S. Engeli
| H. Genth
| R. Gerhard
| D. Neumann
| A. Pich
| K. Resch
| A. Rohrbeck
| A. Rummel
| B. Schirmer
| H. Schneider
| C. Schröder
| S. Wolter
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_301 | 101
Curricula | MSE_P_302
Pathologie
CURRICULA
Prof. Dr. Hans-H. Kreipe
| Rudolf Virchow, der Begründer der Pathologie in Deutschland, hat als Kern
des Faches den „anatomischen Gedanken” in der Medizin bezeichnet. Das
heißt, mit den Methoden der Anatomie werden Erkrankungen über ihren
Sitz im Körper und makroskopische sowie mikroskopische Veränderungen
der betroffenen Organe definiert. Darüber hinaus ergeben sich aus der pathologischen Anatomie Einblicke in die Krankheitsursachen.
Die pathologische Anatomie hat ihre Anfänge in der Obduktionspathologie
genommen, heute macht diese weniger als 0,3 % der beurteilten Fälle in
der Pathologie aus. Als Pathologen stellen Ärzte Krankheitsdiagnosen beim
Lebenden (Biopsien) anhand mikroskopischer Organveränderungen mit so
hoher Zuverlässigkeit, dass von „histologisch gesichert“ gesprochen wird.
Mehr als 95 % aller Krebsdiagnosen z. B. stammen von Ärztinnen und Ärzten für Pathologie.
Zur klassischen Morphologie tritt in den letzten Jahren zunehmend die Molekularpathologie, die unterhalb des mikroskopisch Sichtbaren Veränderungen von Proteinen und vor allem der DNA nachweist, um Krankheitsprozesse sicher einzuordnen oder die Wirksamkeit von Medikamenten bei Krebs
im Rahmen der individualisierten Therapie vorherzusagen.
Ziele und Inhalte des Unterrichts
Die Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie ist mit sechs Jahren eine
der längsten. Daher kann die Lehre in der Pathologie nur einen Einblick
verschaffen und anders als in den anderen Fächern keine anwendbare diagnostische Kompetenz.
Was unbedingt vermittelt werden soll, sind die elementaren und grundlegenden Begriffe der allgemeinen Pathologie oder Krankheitslehre, die
auch als 70 Definitionen umfassender Katalog im Skript vorliegen. Diese
zentralen Begriffe werden anhand von 120 Krankheitsbeispielen, die durch
die Studierenden zu mikroskopieren sind, veranschaulicht. Im Modul „Klinisch-pathologische Konferenz“ soll vermittelt werden, wie die pathologische Diagnostik in das Management von klinischen Fällen integriert wird.
| Histologisches Bild eines Adenokarzinoms der Lunge aus dem Kurs Pathologie
Dazu soll jeder Studierende an einer der zahlreichen regelmäßigen klinisch-pathologischen Konferenzen an der MHH teilnehmen, und anhand
einiger häufiger und typischer Krankheitsbilder wird vorgestellt, wo pathologisch-anatomische Unterstützung bei der Diagnostik unverzichtbar ist,
was sie leisten kann und wo ihre Grenzen sind.
Organisation der Lehre im Fach Pathologie an der MHH
Im Modul Pathologie werden organübergreifende Prinzipien der allgemeinen Krankheitslehre vorgestellt, im Modul „Klinisch-pathologische
Konferenz“ wird anhand ausgesuchter klinischer Beispiele die Rolle der
diagnostischen Pathologie bei der Abklärung häufiger und komplexer
­
Krankheitsbilder erläutert.
| H.-H. Kreipe
102 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_302
| M. Christgen
Curricula | MSE_P_303
Prof. Dr. Sebastian Suerbaum, Prof. Dr. Thomas Schulz, Prof. Dr. Franz-Christoph Bange
| Mikrobiologie
Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene lehrt
im Modul „Mikrobiologie, Virologie, Hygiene“ die Bereiche „Mikrobiologie
und Hygiene“. Beide Bereiche werden getrennt und aufeinanderfolgend
dreimal jährlich angeboten.
Den Studierenden wird die mikrobiologische Diagnostik von der Entnahme
der Probe am Patienten über die gezielte Anforderung mikrobiologischer
Untersuchungen bis zur Befundung und Interpretation der Ergebnisse vermittelt, um mit diesem Wissen Infektionserkrankungen erkennen und behandeln zu können.
Die Studierenden lernen, die richtigen Patientenmaterialien für mikrobiologische Untersuchungen auszuwählen, die passenden Untersuchungen
anzufordern und die Ergebnisse richtig einzuordnen. Dies wird durch die
systematische Lehre der Erreger sowie die praktische Durchführung von Laboranalysen erreicht. Die Studierenden lernen zunächst in der Vorlesung die
Morphologie und Physiologie von Bakterien, Pilzen und Parasiten kennen.
Diese Materie wird im Praktikum durch die Untersuchung von Proben auf
Infektionserreger mit mikroskopischen, kulturellen, serologischen und anderen Methoden vertieft. Dabei gilt es auch, den Umgang mit Krankheitserregern und infektiösem Material sicher zu beherrschen. Neben traditionellen Methoden wie die Anzucht von Pathogenen auf Agarplatten werden
moderne Verfahren wie die molekulare Diagnostik präsentiert.
Es wird Wert auf die Interpretation der verschiedenen Untersuchungsergebnisse gelegt, um den Studieren- den das Prinzip der Stufendiagnostik
zu vermitteln.
Neben der systematischen Mikrobiologie wird zum differentialdiagnostischen Denken im Bereich der Infektiologie angeleitet. Schon die Anamnese
soll erste Hinweise auf den Erreger bzw. das Erregerspektrum ermöglichen,
um eine rationale Therapie bis zum Vorliegen der mikrobio- logischen Ergebnisse einzuleiten.
Sind die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchung verfügbar, ist häufig die Deeskalation von einer breiten auf eine
gezielte antibiotische Therapie möglich oder aber, beim Auftreten der immer häufiger werdenden Resistenzen, eine Umstellung der Behandlung notwendig. Dazu werden Vorlesungen zur
Differentialdiagnose und Therapie angeboten. Darüber hinaus
werden im Praktikum klinische Fälle vorgestellt und diskutiert.
Die an der Lehre beteiligten akademischen Mitarbeiter sind in
sieben forschungsaktiven Arbeitsgruppen organisiert. Das gewährleistet die ständige Aktualisierung der Lehrinhalte und ermöglicht die Vergabe von wissenschaftlichen Arbeiten mit dem
Ziel, die Ausbildung der Studierenden auch nach Abschluss des
Moduls im Rahmen von z. B. Promotionen fortzuführen.
Die Arbeitsgruppe Klinische Mikrobiologie ist auf zahlreichen Stationen der
MHH präsent und setzt dort Diagnostik- und Therapiekonzepte bei Infektionskrankheiten um. Die anderen Arbeitsgruppen sehen ihre Schwerpunkte
im Bereich der Grundlagenforschung auf den Gebieten Entzündung und
Immunität, Pathogenität und Virulenz sowie Antibiotikaresistenz und molekulare Diagnostik.
Virologie
Was passiert, wenn eine Schwangere Kontakt zu einem an Röteln erkrankten Kind hatte? Was mache ich, wenn ich mich beim Blutabnehmen an
der Nadel verletzt habe? Welche viralen Erreger können den Erfolg einer
Transplantation zunichtemachen? Virale Erkrankungen spielen in vielen medizinischen Disziplinen eine wichtige Rolle.
Die Virologie wird als Teil des „Moduls Mikrobiologie, Virologie und Hygiene“ unterrichtet. Am Vormittag findet eine Vorlesung statt, in der relevante
Virusgruppen und virale Erkrankungen vorgestellt werden. Nachmittags
werden dann einzelne Aspekte in einem praktischen Kursseminar vertieft,
in dem die Studenten auch das Spektrum der diagnostischen Techniken
kennenlernen und diese selbst in praktischen Versuchen durchführen.
In zwei Kleingruppenseminaren haben die Studenten zusätzlich die Möglichkeit, zusammen mit einem Dozenten zwei klinische Fälle zu erarbeiten.
Unsere Lehre hat das Ziel, ein generelles Verständnis für den Aufbau und
die Funktion von Viren zu vermitteln, wichtige humanpathogene Viren und
ihre klinische Bedeutung vorzustellen und die diagnostischen und therapeutischen Optionen kennenzulernen. Einzelne Themenschwerpunkte sind
hierbei das HIV, das Influenzavirus, die Familie der Herpesviren, die Gruppe
der Tumor- und Hepatitisviren und die durch Viren hervorgerufenen klassischen Kinderkrankheiten. Daneben lernen die Studenten die virologischen
Differentialdiagnosen bei Infektionen des ZNS, Respirations- und Gastrointestinaltrakts kennen.
| S. Suerbaum
| T. Schulz
| F.-C. Bange
| D. Eibach
| T. Ganzenmueller
| K. Graf
| J. Bohne
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_303 | 103
CURRICULA
Hygiene, Mikrobiologie, Virologie
Curricula | MSE_P_303
CURRICULA
Hygiene, Krankenhaushygiene
Die Krankenhaushygiene lehrt im Modul „Mikrobiologie, Virologie und Hygiene“ den Bereich Hygiene im Anschluss an Mikrobiologie und Virologie.
„Die Kunst zu heilen kann viele Leiden lindern, doch schöner ist die Kunst,
die es versteht, die Krankheit am Entstehen schon zu hindern.“
(Max von Pettenkofer, 1818–1901)
Im Hinblick darauf, dass in Deutschland ca. 500.000 Krankenhausinfektionen im Jahr auftreten und der Anteil multiresistenter Erreger zunimmt, ist
es ein wichtiges Ziel des Unterrichts, aufbauend auf den Kenntnissen der
Mikrobiologie und Virologie die Studierenden in Vorlesungen, Seminaren
und praktischen Übungen für die Prävention von nosokomialen (im Krankenhaus erworbenen) Infektionen und der Verbreitung von multiresistenten
Erregern zu sensibilisieren.
Daneben erlernen die Studierenden an Simulationspuppen das hygienisch
adäquate Legen eines zentralvenösen Katheters, das Verbinden einer Wunde, das Legen eines Harnwegkatheters und das endotracheale Absaugen
sowie das Management eines Ausbruchs.
Abteilungsinterne Forschungsschwerpunkte sind die Epidemiologie der nosokomialen Infektionen und die Präventionsmaßnahmen. Die Ergebnisse
unserer sowie anderer nationaler und internationaler Forschungsgruppen
fließen in unsere Lehre ein und gewährleisten ihre Aktualität.
Schließlich setzen die Ärzte der Krankenhaushygiene in Zusammenarbeit
mit dem klinisch tätigen Personal Strategien zur Prävention auf den Stationen um und arbeiten ebenfalls in der reisemedizinischen Sprechstunde,
sodass stets ein klinischer Bezug in unsere Lehre einfließen kann.
Schwerpunkte sind hierbei folgende Themen:
Pathogenese und Epidemiologie von relevanten nosokomialen Infektionen
(Harnwegsinfektion, beatmungsassoziierte Pneumonie, Wundinfektion
und Sepsis), Händehygiene, Desinfektions- und Sterilisationsmethoden,
Entstehungs- und Verbreitungsmechanismen multiresistenter Erreger (Oxacillin-/Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, Vancomycin-resistente
Enterokokken, Clostridium difficile-assoziierte Diarrhoe etc.) und die allgemeinen und speziellen Präventionsmaßnahmen.
Weitere Schwerpunkte sind die Bedeutung der Impfungen, reisemedizinische Fragestellungen sowie Personalschutz und Umweltmedizin, wobei hier
besonders auf die Bedeutung der Legionellose und Aspergillose im Krankenhaus eingegangen wird.
| A. Heim
| M. Hornef
| C. Josenhans
| A. Klos
| M. Messerle
| E. Ott
| C. Schmitt
| L. Schwadtke
| L. Sedlacek
| R. P. Vonberg
| H. Weißbrodt
| S. Ziesing
104 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_303
| W. Puppe
Medizinische Informatik, Medizinische
­Biometrie, Medizinische Informatik
Prof. Dr. Ulla Walter, Prof. Dr. Armin Koch, Prof. Dr. Dr. Michael Marschollek
| Das Modul vermittelt grundlegende Kompetenzen für das Verständnis wis-
senschaftlicher Studien als Basis für evidenzbasierte Medizin sowie eine
verantwortungsvolle ärztliche Haltung zu den Chancen und Risiken der
IT-basierten Krankenversorgung.
Teilmodul Epidemiologie
Epidemiologen untersuchen in wissenschaftlichen Studien Häufigkeiten
und Determinanten (Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck; präventive Faktoren wie Bewegung und Ernährung) von Erkrankungen sowie die
Wirksamkeit von Interventionen zur Prävention (z. B. Früherkennungsuntersuchungen) und Behandlung (z. B. Medikamente, Operationen) von Erkrankungen.
Aus der systematischen Erhebung und Analyse von Populationsdaten werden Erkenntnisse für den einzelnen Patienten gewonnen – ein elementarer
Bestandteil evidenzbasierter Medizin.
Die Studierenden erwerben daher grundlegende methodische Kenntnisse
für die Planung, Durchführung, Auswertung und Bewertung der Glaubwürdigkeit von Studien. Außerdem lernen sie zentrale Strukturen der epidemiologischen Surveillance (Krankheitsüberwachung) in Deutschland kennen.
Die Vorlesungsreihe erhält Praxisnähe durch die Einbindung externer Dozenten aus wichtigen epidemiologisch tätigen Institutionen des öffentlichen
Gesundheitswesens (Robert Koch-Institut, Niedersächsisches Landesgesundheitsamt). In den begleitenden Seminaren berechnen die Studierenden
u. a. Effektschätzer wie das Odds Ratio und bearbeiten und diskutieren
Abstracts von wissenschaftlichen Artikeln.
Epidemiologie - Mind Map
Passive Surveillance
Bevölkerungsimmunität
Mikrobiologie
Aktive Surveillance
Infektionskrankheiten
Altersstandardisierung
Surveillance
Epidemiolog. Krebsregister
Ausbruchsuntersuchungen
Gesundheitsberichterstattung
Hygiene
P=I * D
Ökolog. Studien
Beobachtungsstudien
Letalität
Maßzahlen
Studien
Relatives
Risiko
Rel. Risikoreduktion
Kohortenstudien
Risikofaktoren,
Ätiologie, Prognose
Systematische Reviews und Meta-Analysen
Die Kenntnis biometrischer Prinzipien ist auch für die Planung der eigenen wissenschaftlichen Arbeit erforderlich, die vielfach eine experimentelle
Komponente hat.
Präv./therapeut.
Interventionen
Experimentelle Studien
Relative
RCT
Screeningstudien
Effektschätzer
Absolute
Abs. Risikoreduktion
Confounding
Bias
Zufällige Fehler
NNT
Public Health
Konfidenzintervalle
P-Wert
Detektion
Kontrolle im
Studiendesign
Kontrolle bei
der Auswertung
...
Fall-Kontroll
Studien
Prävalenz
Mortalität
Odds
Ratio
Querschnittstudien
Population
Inzidenz
Statistische Verfahren sind geeignet, biologische Variabilität zu beschreiben und systematische (wie z. B. den Einfluss einer Therapie) von zufälligen
­Effekten zu unterscheiden.
Biometrie ist statistische Methodik, aber auch Versuchsplanung und das
Wissen darum, wie in verschiedenen Indikationsgebieten Studien geplant,
durchgeführt und ausgewertet werden müssen, damit belastbare Aussagen
zu diagnostischen Verfahren, Therapien und Prognosemodelle abgeleitet
werden können.
Ärzte müssen im Einzelfall unter Berücksichtigung der speziellen Indi­
kationen und Kontraindikationen eine Therapie für einen Patienten wählen.
Dafür müssen sie die Ergebnisse klinischer Studien verstehen und die Qualitätsindikatoren kennen, die beurteilen lassen, wie glaubwürdig die Ergebnisse einer Studie sind.
Ärzte sollten sich auch eigenständig ein Bild von Nutzen und Risiken neuer
Therapien bilden können. Deshalb werden in dieser Vorlesung die Grundbegriffe der Biometrie am Beispiel von Therapiestudien vorgestellt, deren
Ergebnisse kritisch hinterfragt werden
Infektionsschutzgesetz
Population
unter Risiko
Personenzeit
Teilmodul Biometrie
Diagnose, Therapie und Prognose sind die Säulen des ärztlichen Handelns.
Jedoch sind die Ergebnisse diagnostischer Tests nicht hundertprozentig
­sicher, und leider heilt auch kaum eine Therapie alle Patienten.
Grund dafür ist die biologische Variabilität, das komplexe Zusammenspiel
verschiedener prognostischer Faktoren, die auch der Grund dafür sind, dass
der spezifische Nutzen eines diagnostischen Verfahrens, einer Therapie oder
eines Prognosemodells praktisch nie auf der Basis einer Einzelfallanalyse
bewertet werden kann.
Selektionsbias
Informationsbias
Biometrie
= Inhaltl. Berührungspunkte mit anderen Fächern
| Visualisierung der Lehrinhalte im Fach Epidemiologie
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_304 | 105
CURRICULA
Curricula | MSE_P_304
Curricula | MSE_P_304
CURRICULA
Teilmodul Medizinische Informatik
Computergestützte Verfahren spielen in der medizinischen Versorgung eine
zentrale Rolle. Von der Befunderhebung bis zur interdisziplinären Patientenversorgung werden heute ärztliche Handlungsweisen vielfältig durch Methoden und Anwendungen aus der Medizinischen Informatik unterstützt.
In Rahmen des Unterrichts zur Medizinischen Informatik lernen die Studierenden verschiedene Einsatzbereiche von Informationstechnologien in der
Krankenversorgung kennen und erwerben grundlegende Kompetenzen um
diese im Medizinstudium und in der ärztlichen Tätigkeit zu nutzen. Ziel ist
es, dass die Studierenden eine verantwortungsvolle ärztliche Haltung zu
den Chancen und Risiken der IT-basierten Krankenversorgung entwickeln.
Die verschiedenen Einsatzgebiete der Medizinischen Informatik und deren grundlegenden Prinzipien und Methoden werden den Studierenden
anschaulich und praxisorientiert vermittelt. Zu den Themen gehören Aufbau und Einsatz medizinischer Informationssysteme, Grundlagen und Anwendungen im Bereich der Gesundheitstelematik sowie Verarbeitung und
Visualisierung medizinischer Bild- und Biosignaldaten. Vorgestellt werden
aber auch Formen und Methoden des elektronisch gestütztes Lernens,
Grundprinzipien von Diagnoseunterstützenden Systemen in der Medizin
sowie Einsatzbereiche assistierender Gesundheitstechnologien und altersgerechter Assistenzsysteme. Darüber hinaus werden Risiken und Qualitätskriterien bei der Vermittlung gesundheitsbezogener Informationen im
Internet sowie rechtliche Rahmenbedingungen des Datenschutzes in der
medizinischen Versorgung erörtert.
| Vernetzung
| U. Walter
| A. Koch
| M. Marschollek
| M. Dreier
| T. Framke
| M. Behrends
| B. Engelke
| A. Hagen
| U. von Jan
| S. Kramer
| J. Krückeberg
| T. Kupka
| S. Liersch
| A. Karch
| C. Vogel
106 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_304
Curricula | MSE_P_305
Public Health I
CURRICULA
Prävention und Gesundheitsförderung
Prof. Dr. Ulla Walter
| Prävention kommt vor dem Hintergrund der Verbreitung chronischer Krank-
heiten und des demografischen Wandels eine hohe Bedeutung zu und ist
zukünftig vermehrt in alle Bereiche der gesundheitsbezogenen Versorgung
zu integrieren. Prävention und Gesundheitsförderung umfassen neben verhaltensbezogenen Maßnahmen präventive Medikation sowie eine Veränderung der Lebensbedingungen.
Prävention strebt eine gezielte Vermeidung von Krankheiten bzw. Gesundheitsstörungen durch eine Reduktion von Belastungen und Risiken an. Die
sekundäre Prävention zielt auf Früherkennung und Frühbehandlung von
Krankheiten ab, die tertiäre Prävention auf die Verhinderung von Folgeschäden.
Gesundheitsförderung setzt nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
vor allem bei der Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potenziale an.
Die Veranstaltungen des Moduls stellen grundlegende Strategien und Konzepte von Prävention und Gesundheitsförderung dar und befassen sich mit
der Wirksamkeit verhaltens- und verhältnisbezogener Interventionen. Eine
besondere Rolle spielt die Erreichbarkeit besonders vulnerabler Zielgruppen.
Veranstaltungsthemen sind:
• Prävention systematisch in den ärztlichen Alltag integrieren
•
Lebensräume gesundheitsförderlich gestalten (Utopie oder tragfähiges
Konzept?)
•
Konzepte und Ansätze bevölkerungsbezogener Präventionsstrategien
am Beispiel HIV/Aids
•
Wirksamkeit präventiver verhaltensbezogener Interventionen bei
Risikogruppen am Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes
mellitus Typ II
•
Förderung der psychischen Gesundheit und Prävention depressiver
­Erkrankungen
•
Individuelle und gruppenbezogene Mundprophylaxe in Deutschland
•
Screening, Krebsfrüherkennung und Gesundheitsuntersuchung
•
Prävention und Gesundheitsförderung im Alter, bei Kindern und
Jugendlichen
•
Körperliches Training in der Prävention
•
Prävention durch Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)
Externe Dozierende geben einen Einblick in die Arbeit relevanter
Institutionen und Praxiseinrichtungen auf Bundes-, Landes- und
kommunaler Ebene. Die Rolle des Arztes in der Prävention sowie
das Patientengespräch stellen einen besonderen Schwerpunkt
des Moduls dar.
| C. Krugmann
| S. Liersch
| K. Mildenstein
| U. Walter
| T. Altgeld
| A. Bramsfeld
| S. Kramer
| M. Plaumann
| E. Pott
| A. Rahman
| U. Tegbtbur
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_305 | 107
Curricula | MSE_P_508
Klinische Medizin I
CURRICULA
Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
Prof. Dr. Hermann Haller, Philip Bintaro
| Modul Klinische Medizin I
Im dritten Studienjahr setzt die MHH die Ausbildung auf dem Gebiet der Inneren Medizin im Modul „Klinische Medizin I“ fort. Das Ziel der insgesamt
fünfwöchigen Ausbildung ist das intensive Studium von 15 großen, wichtigen Krankheitsbildern. Diese Krankheitsbilder werden an jeweils einem Tag
durch Kliniker, Physiologen, Pathologen und Pharmakologen vorgestellt.
Das interdisziplinäre Vorgehen soll sowohl die Verschränkung der Fächer
aufzeigen als auch die unterschiedlichen Aspekte des Herangehens an die
Krankheitsproblematik deutlich machen, vor allem das klinisch Relevante
an der jeweiligen Krankheit. Die Nachmittage stehen für das Selbststudium
zur Verfügung. Die Studierenden haben hier die Möglichkeit, die Vorlesungen in einem verbindlichen Lehrbuch zu reflektieren.
| Intensive Betreuung bei den klinischen Visiten: Im jahrgangsübergreifenden Curriculum
Innere Medizin wird die Praxis groß geschrieben.
| In Kleingruppen erlernen Studierende Fertigkeiten zur Diagnosebildung.
Innere Medizin (Teil I)
Im Rahmen des 15-tägigen Blockpraktikums üben die Studierenden im Anschluss an das Modul „Klinische Medizin I“ alle wichtigen Anamnese- und
Untersuchungsschritte an stationären Patienten. Hierfür erfolgt eine Einteilung in ausgewählte Lehrkankenhäuser der MHH. Während des Blockpraktikums nehmen die Studierenden am Stationsalltag (Visite, Untersuchung)
sowie an der apparativen und Funktionsdiagnostik teil. Schließlich wird
dann das therapeutische Vorgehen festgelegt. Darüber hinaus kann eine
Teilnahme am Nacht- oder Bereitschaftsdienst in den Notaufnahmen der
Kliniken nach individueller Absprache mit den betreuenden Ärzten vor Ort
vereinbart werden.
| H. Haller
108 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_508
| P. Bintaro
Curricula | MSE_P_308
CURRICULA
Dermatologie, Venerologie
Prof. Dr. Alexander Kapp
| Lehrkonzept Dermatologie und Venerologie
| Unser Lehrkonzept hat die Intention, das Fach Dermatologie und
Venerologie praxisnah am Patienten zu vermitteln.
| Darstellung des Kleingruppenunterrichtes (begrenzt auf Vierergruppen,
Abb. A) und des Seminars.
Die Studenten werden in unserem Modul in Vierergruppen in den Stationsund Sprechstundenalltag integriert (Abb. A) und können aktiv an den täglichen Visiten, Sprechstunden und am OP- Programm teilnehmen.
Im Kleingruppenunterricht am Krankenbett werden die dermatologische
Anamneseerhebung, Befundbeschreibung, Untersuchung und Planung eines rationalen diagnostischen Vorgehens sowie differentialdiagnostische
Überlegungen erlernt (Abb. A).
Kernaspekt des Kleingruppenunterrichts ist die selbstständige dermatologische Anamneseerhebung, Befundbeschreibung und Untersuchung eines
Patienten (Abb. B).
| Studenten untersuchen und betreuen selbstständig einen Patienten
(Abb. B).
Es erfolgt hier das eigenständige Anlegen eines Befundberichts mit Beschreibung der Effloreszenzen, Planung eines rationalen diagnostischen
Vorgehens mit differentialdiagnostischen Überlegungen, Ausarbeitung eines Therapiekonzepts und anschließender Fallpräsentation des Patienten in
der Studentengruppe mit Dozent (Abb. C).
Die Studenten können im Seminar, in dem dermatologische Erkrankungen,
deren Effloreszenzen, Differentialdiagnostik und Therapieoptionen besprochen werden, aktiv teilnehmen und haben die Möglichkeit, Lerninhalte zu
hinterfragen und zu diskutieren. Mit unseren Diakliniken mit Quiz und unserem Skript für die Studenten bieten wir darüber hinaus die Möglichkeit
zur Wiederholung und Überprüfung der erlernten Inhalte.
| Fallpräsentation des Patienten vom Student vor der Studentengruppe
mit Dozent (Abb. C).
| A. Kapp
| U. Raap
| T. Werfel
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_308 | 109
Curricula | MSE_P_309
Infektiologie, Immunologie
CURRICULA
Prof. Dr. Reinhold Ernst Schmidt, Prof. Dr. Matthias Stoll. Prof. Dr. Georg Behrens, Prof. Dr. Reinhold Förster
| Die Immunologie befasst sich mit den Bestandteilen, den Funktionen und
den Störungen des Abwehrsystems des Körpers. Unser Immunsystem dient
in allererster Linie dazu, Infektionen durch verschiedene Erreger abzuwehren. Weil dies nicht immer gelingt, zählen Infektionen zu den häufigsten
Ursachen für akute Erkrankungen und sind Hintergrund für Komplikationen
nach z. B. medizinischen Eingriffen. Auch bei chronischen Erkrankungen,
wie z. B. der Atherosklerose bei koronarer Herzerkrankung, spielen immunologische und entzündliche Prozesse eine bedeutende Rolle.
Das Versagen des Immunsystems durch angeborene oder erworbene Immundefekte kann zu schweren Komplikationen führen, und Störungen des
Immunsystems, die zu einer Reaktion gegen den eigenen Körper und zu
Autoimmunprozessen führen, können schwere systemische und organspezifische Erkrankungen verursachen. Allergische Reaktionen, also die
Überempfindlichkeit gegenüber Allergenen, sind sehr häufig und Grund
verschiedener akuter und chronischer Krankheiten.
Schließlich sind immunologische Abstoßungsreaktionen eine der wesentlichen Hürden für eine lang anhaltende Organfunktion nach allogener
Transplantation. Damit sind immunologische Kenntnisse und Therapien in
fast allen Bereichen der konservativen und operativen Medizin relevant und
spielen sowohl in der medizinischen Betreuung von Kindern als auch Erwachsenen eine bedeutende Rolle.
Ziele und Inhalte des Unterrichts
Entsprechend der breiten Palette der Erreger (Viren, Bakterien, Parasiten,
Pilze) und der möglichen Eintrittswege hat sich das Immunsystem mit verschiedenen zellulären und humoralen Komponenten ausgestattet, um eine
rasche Kontrolle der Erregerausbreitung zu erreichen und Organschädigungen zu vermeiden.
In den Vorlesungen der Dozenten der Klinik für Immunologie und Rheumatologie und des Instituts für Immunologie werden die Zellpopulationen
des Immunsystems, ihre Verteilung und Wanderung im Körper, ihre Aktivierung und Differenzierung, ihr Zusammenspiel und ihre Effektormechanismen erläutert. Es werden die zeitlichen und räumlichen Prozesse im
Rahmen von Abwehrreaktionen gegen verschiedene Pathogene vorgestellt
und ein Bezug zu den klinischen Symptomen von Infektionserkrankungen
hergestellt.
Die Gründe von angeborenen und erworbenen Immundefekten sowie die
Mechanismen allergischer Reaktionen in Haut, Lunge, Darm und anderen
Körperregionen werden erklärt und mit Beispielen verdeutlicht. Im praktischen Teil führen die Studierenden einfache Nachweismethoden von
Autoimmunantikörpern durch und markieren beispielhaft Leukozyten mit
monoklonalen Antikörpern für durchflusszytometrische Untersuchungen.
In diesem Zusammenhang werden die Prinzipien protektiver
Immunität nach Infektionen und Impfungen erläutert und
gegenüber unspezifischen Abwehrmechanismen abgegrenzt.
Grundlegende Ursachen und Prozesse von Autoimmunerekrankungen werden auf genetischer und zellulärer Ebene vorgestellt und anhand von konkreten Erkrankungen erläutert.
| R. E. Schmidt
110 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_309
| M. Stoll
| G. Behrens
| R. Förster
Curricula | MSE_P_310
CURRICULA
Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik
Prof. Dr. Ralf Lichtinghagen, Dr. Andreas Tiede
| Das Modul „Klinische Chemie“ im Studiengang Humanmedizin wird vom
Institut für Klinische Chemie (Direktor: Prof. Dr. K. Brand) unter regel­
mäßiger Beteiligung externer Dozenten sowie der Klinik für Hämatologie,
­Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation (Direktor: Prof.
Dr. A. Ganser im dritten Studienjahr ausgerichtet.
Ziel des Moduls „Klinische Chemie“ ist die Vermittlung von Grundkenntnissen der Laboratoriumsdiagnostik. Neben praktischen Kenntnissen zu
Messverfahren und Messgrößen steht die sachgerechte Beurteilung von
Laboratoriumsbefunden im Mittelpunkt der Ausbildung. Veranstaltungsinhalte sind präanalytische Grundlagen, Analytik, Postanalytik, grundlegende
klinisch-chemische Diagnostik von Nieren-, Leber- und Pankreaserkrankungen, kardiale Marker, Wasser- und Elektrolythaushalt, Anämie und Eisenhaushalt, Lipid-, Kohlenhydrat-, Purin- und Bindegewebsstoffwechsel, Entzündungs- und Tumordiagnostik, molekulare Diagnostik, therapeutisches
Drugmonitoring sowie hämostaseologische Labordiagnostik.
Das Modul unterteilt sich in einem Zeitrahmen von einer Woche in seine
Vorlesungseinheiten zu den einzelnen labordiagnostischen Themengebieten. In praktischen Übungen mit den Themen Präanalytik, Urinstatus/
Sediment, „Point of Care Testing“ (POCT) und Blutgerinnung haben die
Studierenden die Möglichkeit, ausgewählte labordiagnostische Verfahren
zu erlernen.
Darüber hinaus erhalten sie bei Laborführungen in kleinen Gruppen einen
Einblick in die apparative Ausstattung sowie analytische Verfahren und
organisatorische Abläufe in einem großen Krankenhauslaboratorium. Dort
lernen sie im Einzelnen die Bereiche klinische Chemie, Immundiagnostik,
Hämatologie/Hämostaseologie, Toxikologie/therapeutisches Drugmonitoring
und molekulare Diagnostik kennen.
| R. Lichtinghagen
| Mikroskope sind unverzichtbarer Bestandteil des Unterrichts
Anhand gemeinsamer Besprechungen von ausgewählten Laborbefunden
zu den in den Vorlesungen vermittelten Themengebieten werden die theoretisch erworbenen Kenntnisse in kleinen Gruppen jeweils an fünf Terminen
gemeinsam mit den Dozenten vertieft.
Nach Beendigung des Moduls findet in einer schriftlichen MCQ-Prüfung
(30 Fragen) eine Leistungskontrolle über das neu erworbene Wissen statt.
| A. Tiede
| K. Brand
| G. Schumann
| D. Koska
| B. Mueller
| Prof. Bühling (Cottbus)
| Prof. Fink (Bremen)
| Prof. Gässler
| N. Janzen (Hannover)
| D. Pietsch
Unsere externen
Dozenten:
(Hildesheim)
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_310 | 111
Curricula | MSE_P_401
Chirurgie, Urologie, Orthopädie
CURRICULA
Prof. Dr. Michael Winkler, Prof. Dr. Axel Stuart Merseburger, Prof. Dr. Christina Stukenborg-Colsman
| Hightech-Medizin in Urologie und urologischer Onkologie.
Die Klinik für Urologie und Kinderurologie behandelt alle gut- und bösartigen Erkrankungen des Urogenitaltraktes. Auf allen Teilgebieten verfügt die
Abteilung über einen ausgezeichneten internationalen Ruf, insbesondere
auf den Gebieten der operativen und medikamentösen Onkologie, der minimalinvasiven Chirurgie, der Steintherapie, der Andrologie und der Therapie von Blasenfunktionsstörungen.
Es werden alle gängigen offen operativen und minimalinvasiven chirurgischen Verfahren angeboten. In der Endourologie stehen sowohl Laser
als auch die photodynamische Therapie zur Verfügung. Die Abteilung gilt
als ein bekanntes Zentrum für die Neurostimulation bei Blasenfunktions­
störungen.
| Das Urologenteam
Bei der Behandlung des Prostatakarzinoms stehen offene und minimalinvasive Operationen, die Brachytherapie und medikamentöse Therapien in
Form etablierter Behandlungen und im Rahmen von Studien zur Verfügung.
Zu den Forschungsschwerpunkten gehören die Krebsforschung und Früherkennung von Tumorerkrankungen mit modernsten molekulargenetischen
Methoden sowie die molekulargenetische Beobachtung des Krankheitsverlaufs von Tumorerkrankungen sowie Untersuchungen zu den Mechanismen der Erektionsentstehung. Mitarbeiter der Klinik wurden für besondere Leistungen mit nationalen und internationalen Wissenschaftspreisen
ausgezeichnet. In allen Teilbereichen der Urologie werden Promotionen
angeboten.
Das Team der Klinik um Herrn Professor Kuczyk besteht aus mehr als 16
Ärzten und Wissenschaftlern sowie weit über 30 Pflegekräften. Dieses
Team hat umfangreiche Kompetenzen auf dem Gebiet der Urologie und
der urologischen Onkologie und sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Abteilung.
| Minimalinvasive Becken und
| Blasentumor
Nierenchirurgie
112 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_401
| Nierenstein
Die Schwerpunkte der Klinik in Überblick:
•
Therapie aller Tumorerkrankungen des Urogenitaltraktes
•
Urodynamik und elektrische Nervenstimulation zur Behandlung der
­Blasenfunktionsstörung
•
Inkontinenzchirurgie
•
Ambulante und stationäre urologische Chemotherapie
•
Minimalinvasive Knopflochchirurgie von gut- und bösartigen
­urologischen Erkrankungen
•
Minimalinvasive Steintherapie u. a. mit Laser und flexiblen Instrumenten
•
Infertilität und Mikrochirurgie
•
Fremdkörperimplantate (Alloplastik)
•
Andrologie und Erektionsstörung
•
Rekonstruktionschirurgie und Therapie der Harnröhrenenge
•
Fluoreszenzzystoskopie (PDD)
Chirurgie, Urologie, Orthopädie Orthopädische Klinik der MHH im
Annastift
Die Orthopädie im Diakonischen Krankenhaus Annastift blickt auf eine über
100-jährige Tradition. Sie ist eine der ältesten und größten orthopädischen
Kliniken Deutschlands. Mit der Inbetriebnahme der Medizinischen Hochschule Hannover im Jahre 1965 wurde das Fachkrankenhaus Annastift zunächst Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule und
ab 1980 ein Drittel dieses Krankenhauses Orthopädischer Lehrstuhl. Erster
Lehrstuhlinhaber war Professor Dr. Hans-Jürgen Refior. Die Neuorganisation
der Kliniken in eine Departmentstruktur 2009 führte die drei Kliniken in
eine gesamtheitliche Orthopädische Klinik der MHH im Annastift zusammen. Somit verbindet das Annastift und die MHH eine enge Verbindung in
Krankenversorgung, Forschung und Lehre.
Damit ist die Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover im Annastift in die Ausbildung von Studierenden eingebunden. Diese
Aufgabe nehmen wir gerne an und freuen uns, die Studierenden während
ihres Studiums in der MHH und im Annastift im Fach Orthopädie ausbilden
zu dürfen.
Der Unterricht im Fach Orthopädie vermittelt die Behandlung muskuloskelettaler Erkrankungen. Im 1. Studienjahr werden im Rahmen des
Propädeutikums die Erhebung einer Anamnese und Durchführung der orthopädischen Diagnostik für diese Erkrankungen vermittelt. Ziel ist, den
Studierenden die Grundlagen des ärztlichen Handels bis hin zur Verdachtsdiagnose beizubringen. Dieses erlernte Wissen kann im 2. Studienjahr im
Rahmen einer zweiwöchigen Tätigkeit im klinischen Alltag in der Orthopädischen Klinik im Annastift angewendet und vertieft werden. Es besteht die
Möglichkeit, den Patienten von der Anamnese (Aufnahmestation) bis zur
Therapie in den Operationssaal zu begleiten. Dem Studierenden wird ein
Facharzt als Ansprechpartner für diese Zeit zugeordnet. Gemeinsam wird
die erhobene Anamnese und die weitere Therapie besprochen.
Im 4. Studienjahr erfolgen im Rahmen des Moduls „Operatives Stoffgebiet-Orthopädie“ die Vertiefung der Grundlagen der orthopädischen
Anamnese und Diagnostik sowie die konservative und operative Therapie
orthopädischer Erkrankungen. Die Studierenden erhalten einen Überblick
über Fehlbildungen und angeborene Entwicklungsstörungen des Bewegungsapparates sowie erworbene Knochen- und Gelenkerkrankungen. Des
Weiteren wird eine Übersicht über Erkrankungen der Muskeln, Sehnen,
Sehnenscheiden und Bänder erfolgen. Spezielle skelettale Tumore sowie
Knochen- und Gelenkinfektionen und neurogene orthopädische Erkrankungen werden vermittelt. Die Behandlung orthopädischer Krankheitsbilder erfolgt organbezogen (Wirbelsäule, Schulter, Hüfte, Knie, Fuß) unter
Einbeziehung der technischen Orthopädie. Neben der Vorlesung findet in
einem begleitenden Seminar eine Vertiefung der speziellen konservativen
und operativen Therapie orthopädischer Krankheitsbilder statt. Das erlernte
Wissen kann im Rahmen des Unterrichts am Krankenbett in der Praxis geübt werden. In einem zweiwöchigen Blockpraktikum besteht die Möglichkeit, den klinischen Alltag in der Klinik kennenzulernen und unter Aufsicht
das erlernte Wissen im Rahmen der ambulanten Sprechstunde, Stationsarbeit und im Operationssaal anzuwenden.
Im 5. Studienjahr soll das erworbene Wissen interdisziplinär Anwendung
finden. Klinische Fragestellungen werden vom Symptom zur Therapie dargestellt. Im Rahmen des Moduls „ Klinische Medizin II“ für den Bewegungsapparat werden die Kliniken Orthopädie, Unfallchirurgie, Physikalische Medizin, Rheumatologie und Allgemeinmedizin muskuloskeJuni 2012
lettale Krankheitsbilder und Symptome darstellen und differentialdiagnostisch erläutern.
Im 6. Studienjahr (Praktisches Jahr) besteht die Möglichkeit, neben den
Pflichtfächern Innere Medizin und Chirurgie die Orthopädie als Wahlfach
zu belegen. In den 16 Wochen dieser Tätigkeit wird der Studierende bereits in den gesamten klinischen Alltag einbezogen. Der Alltag umfasst die
Tätigkeit auf der Station in den Sprechstunden und im Operationssaal. Neben der klinischen Tätigkeit wird auch eine wöchentliche Fortbildung durch
erfahrene Kollegen erfolgen. Vielen Studenten haben bis dahin schon ihr
Blockpraktikum, eine Famulatur oder ihre Doktorarbeit bei uns absolviert.
Neben den Pflichtveranstaltungen in der Humanmedizin bietet die Orthopädische Klinik der MHH im Annastift noch weitere Lehrveranstaltungen für
Studierende der Humanmedizin, Tiermedizin oder Maschinenbau an.
| M. Winkler
| A. Merseburger
| C. Stukenborg-Colsman | D. Daentzer
| H. Bektas
| A. Haverich
| T. Herrmann
| T. Hüfner
| F. Imkamp
| M. Jäger
| W. Knitsch
| M. A. Kuczyk
| F. Lehner
| J. Klempnauer
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_401 | 113
CURRICULA
Curricula | MSE_P_401
Curricula | MSE_P_401
CURRICULA
Vorlesung Muskuloskelettale Biomechanik
und Implantattechnologie
Eine dieser extra-curriculären Veranstaltungen ist die Vorlesung/ Kurs „Muskuloskelettale Biomechanik und Implantattechnologie“. Diese Veranstaltung wird interdisziplinär in verschiedenen Studiengängen, beispielsweise
in Biomedizintechnik und Maschinenbau im Wintersemester angeboten.
Die Vorlesung beinhaltet eine hochschulübergreifende Initiative des Zentrums für Biomedizintechnik der Leibniz Universität Hannover, der Medizinischen Hochschule Hannover sowie der Stiftung Tierärztliche Hochschule
Hannover. Der Kurs bietet Studenten aus unterschiedlichen Fachbereichen
Einblicke in die angewandte Biomechanik, wie sie von der Ärzteschaft und
den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Orthopädischen Klinik praktiziert
wird. Die Vorlesungen beinhalten folgende Themen und praktische Übungen:
blick über die unterschiedlichen und vielfältigen Forschungsthemen aus
den Bereichen muskuloskelettaler Medizin.
INFO
Organisation und Ansprechpartner
für studentische Angelegenheiten
Prof. Dr. Christina Stukenborg-Colsman
Sekretariat Frau Clausnitzer
0511-5354-242
PD Dr. med. D. Daentzer
•
Kinematik – Grundlagen und Anwendungen
•
Röntgen-Stereophotogrammetrie-Analyse (RSA)
•
Knochen und Knorpel (Anatomie – Adaptation – Remodelling)
•
Knochen (Umbau, Wachstum und Heilung)
•
Endoprothetik
•
Osteosynthese
•
Biomechanik der Wirbelsäule
•
Kinderorthopädie, Technische Orthopädie
•
Muskeln, Sehnen, Bänder, Sportmedizin
Tutorium „Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten in der
experimentellen Biomechanik“
Das Tutorium wird im Rahmen des Studienabschlusses Biomedizintechnik
von der Orthopädischen Klinik der MHH im Annastift im Sommersemester
angeboten und verfolgt das Ziel, den Studierenden ein Methodenwissen
zum Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten zu vermitteln.
Forschungsbesprechung des Labors für Biomechanik und
Biomaterialien
Die Forschungsbesprechung bietet Studentinnen und Studenten während
einer Doktor-, Master-, Diplom- oder auch Projektarbeit die Möglichkeit,
ihre eigenen Arbeiten vorzutragen. Durch eine regelmäßige Teilnahme an
einem solchen Forum erhalten die Studierenden einen umfassenden Über-
| C. Macke
| R. Nustede
| M. Oelke
| M. Panzica
| C. Radtke
| N. Richter
| S. V. Rojas
| G. Scheumann
| H. Tezval
| B. Ure
| P. Vogt
| H. Windhagen
| M. Winny
| M. Hanke
114 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_401
Curricula | MSE_P_402
CURRICULA
Notfallmedizin
Prof. Dr. Wolfgang Koppert
| In der Notfallmedizin wird nicht nur im Studium als Querschnittsfach, son-
dern auch im medizinischen Alltag über Fächergrenzen hinweg gelernt und
berufsgruppenübergreifend gearbeitet.
Daher hat im Modul Notfallmedizin neben der Vermittlung notfallmedizinischen Wissens in den Vorlesungen insbesondere das praktische Erlernen
der Behandlung von lebensbedrohlichen Störungen in realistischen Fallbeispielen eine große Bedeutung. An den drei praktischen Unterrichtstagen
werden in Kleingruppen zunächst die Basistechniken, wie z.B. Basic Life
Support (BLS), Maskenbeatmung und Atemwegsicherung, Diagnostik und
Therapie lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen aber auch Elektrotherapie (Defibrillation) an speziellen Trainern geübt. Diese werden dann in
lebensnahen Szenarien an Simulationsphantomen im Team angewendet
(Advanced Life Support/ ALS). Medizinische Hintergründe, Ätiologie, Pathophysiologie und leitliniengerechte Behandlung bzw. weitere stationäre
Behandlungsoptionen sind Gegenstand der immer wieder eingestreuten
Besprechungen in den Kleingruppen.
| In der Notfallmedizin wird nicht nur im Studium als Querschnittsfach, sondern auch im
medizinischen Alltag über Fächergrenzen hinweg gelernt...
| ... und berufgruppenübergreifend gearbeitet. Neben der Vermittlung notfallmedizinischen Wissens. ..
| ... hat das praktische Erlernen der Behandlung von lebensbedrohlichen Störungen in
lebensnahen Szenarien große Bedeutung.
| W. Koppert
| L. Friedrich
| K. Johanning
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_402 | 115
Curricula | MSE_P_403
Anästhesiologie
CURRICULA
Prof. Dr. Wolfgang Koppert
| Ähnlich der Wissenschaft ist auch die Lehre bzw. die Entwicklung von Lehr-
konzepten/Curricula ein interaktiver, dynamischer Prozess. In der Klinik für
Anästhesiologie und Intensivmedizin hat die Lehre seit jeher einen herausragenden Stellenwert. Dies zeigt sich nicht nur durch gute Evaluationen der
Studierenden, sondern auch durch Auszeichnungen wie den Wilhelm-­HirtePreis für herausragende Lehre 2002. Im Jahre 2009 wurde das Notfallpraktikum mit dem erstmalig vergebenen Lehrpreis der MHH für die beste
Veranstaltung im vierten Studienjahr ausgezeichnet.
Dabei bestimmen vor allem Innovationen und moderne didaktische Methoden die Lehrkonzepte der beiden Module. Beispielsweise nimmt die Klinik
für Anästhesiologie und Intensivmedizin am deutschlandweiten Simula­
tionsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI) zur Verbesserung der Lehre teil. Seit 2004 bietet die Klinik mit
HAINS (Hannöverscher Anästhesie-, Intensiv- und Notfallsimulator) Simulationsunterricht und Zwischenfallsmanagement im Modul Anästhesie und
als Wahlpflichtunterricht an.
Es ist zudem eine Vielzahl an Maßnahmen getroffen worden, um die Lehre
kontinuierlich zu verbessern und an die Veränderungen im Modellstudiengang HannibaL sowie an die Wünsche und Erwartungen der Studierenden
anzupassen. Dazu werden aktuell strukturelle, curriculare und auch lehr­
didaktische Projekte umgesetzt.
| Das Anästhesieteam bei der Arbeit
| W. Koppert
116 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_403
| L. Friedrich
| K. Johanning
Curricula | MSE_P_404
Prof. Dr. Michael Winkler (Chirurgie), Prof. Dr. Christina Stukenborg-Colsman (Orthopädie), Prof. Dr. Axel Stuart
­Merseburger (Urologie)
| Das Modul findet im Rahmen des Chirurgie Tertials im vierten Studienjahr
statt. Es beinhaltet die Eingliederung der Studierenden in den Tagesablauf
der Abteilung für den Zeitraum von zwei Wochen, sodass Einblicke in die Arbeitsabläufe einer chirurgischen Station und ggf. der Poliklinik oder Ambulanz
stattfinden. Nach Möglichkeit erhält der Studierende Einblicke in fachspezifische Operationen und hat die Gelegenheit aktiv an diesen als Assistenz
teilzunehmen. Unter Anleitung sollen Routineuntersuchungen und chirurgische Basisfertigkeiten wie Verbandwechsel, Wundversorgung, chirurgische
Nahttechniken und chirurgischer Wundverschluss erlernt werden. Weiterhin
werden Patientenanamnesen sowie eine systematische Patientenvorstellung
sowie die täglichen Visiten mit den Studierenden erarbeitet.
Orthopädie, Urologie) eingeteilt. In jeder Abteilung steht dem Studierenden
ein fester Ansprechpartner in Person eines Stations- oder Ambulanzarztes
zur Verfügung.
Am Ende des zweiwöchigen Blockpraktikums steht die mündliche Modulprüfung. Geprüft werden erlernte Inhalte aus den vergangenen zwei Wochen. Die Inhalte der Abschlussprüfung sowie die Note werden auf dem
„Laufzettel“ notiert und vom Prüfer, einem Beisitzer und dem Studierenden
unterschrieben.
INFO Ansprechpartner
Dr. med. Stephan Jutzi
jutzi.stephan@mh-hannover.de
Für das Blockpraktikum werden Studierenden in einer Abteilung des Zentrums Chirurgie der MHH (bestehend aus ACH, HTTG, PHW, UCH, KCH,
| M. Winkler
| A. Merseburger
| C. Stukenborg-Colsman | D. Daentzer
| H. Bektas
| A. Haverich
| T. Herrmann
| T. Hüfner
| F. Imkamp
| M. Jäger
| J. Klempnauer
| W. Knitsch
| M. A. Kuczyk
| F. Lehner
| C. Macke
| R. Nustede
| M. Oelke
| M. Panzica
| C. Radtke
| N. Richter
| S. V. Rojas
| G. Scheumann
| H. Tezval
| B. Ure
| P. Vogt
| H. Windhagen
| M. Winny
| M. Hanke
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_404 | 117
CURRICULA
Blockpraktikum Chirurgie
Curricula | MSE_P_405
CURRICULA
Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie
Prof. Dr. Martina de Zwaan, Dr. Stefanie Jasper, PD Dr. Burkard Jäger
| Die Psychosomatische Medizin ergänzt auf diagnostischer Ebene eine so-
matisch orientierte Funktionsdiagnostik und Ursachensuche um den Einfluss von und die Auswirkungen auf psychische Faktoren. Auf therapeutischer Ebene fokussiert das Fach auf die Entwicklung und Anwendung von
wissenschaftlich fundierten Methoden psychotherapeutischer und psychopharmakologischer Einflussnahme. Zudem umfasst die Psychosomatik die
Prävention und Rehabilitation von Krankheiten und Leidenzuständen, an
deren Verursachung psychosoziale und psychosomatische Faktoren einschließlich dadurch bedingter körperlich-seelischer Wechselwirkungen
maßgeblich beteiligt sind.
Seit 1970 ist die Psychosomatik Pflichtfach der Approbationsordnung, seit
1992 (in der ehem. DDR seit 1978) gibt es eine eigene Gebietsbezeichung,
die 2003 auf dem deutschen Ärztetag in den „Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“ umbenannt wurde.
Jüngere Entwicklungen des Faches zeigen eine stärkere Orientierung auf
„somatopsychische Krankheitsbilder“, d.h. die Diagnostik und Unterstützung von psychischen Wirkungen schwerer oder langfristiger körperlicher
Krankheitsprozesse, der sich auch die Klinik für Psychosomatik der MHH
verpflichtet fühlt. Psychotherapeutische Methoden der Einflussnahme bleiben auch für dieses Gebiet das therapeutische Mittel erster Wahl.
Ziele und Inhalte des Unterrichts
Das Modul „Psychosomatik“ (eine Blockwoche) soll dem zukünftigen Arzt/
der Ärztin die Kompetenz vermitteln, psychische Faktoren bei körperlichen
Erkrankungen zu erkennen, diagnostisch einzuordnen und geeignete Maßnahmen zu initiieren.
Einen Schwerpunkt bilden häufige psychosomatische Krankheitsbilder
im engeren Sinne, wie z.B. Essstörungen, funktionelle („somatoforme“)
Erkrankungen oder Traumafolgestörungen. Einen weiteren Schwerpunkt
bildet die praktische Vermittlung von ärztlicher Gesprächskompetenz, z.B.
im Kontakt mit schwierigen Patientinnen und Patienten, im Rahmen problematischer Krankheitsverläufe oder bei chronisch körperlich kranken Patientinnen und Patienten.
erfolgt dann verpflichtend für jeden Studierenden praktischer Unterricht in
Kleingruppen („Praktikum“). In diesem Rahmen hat jede/r Student/in die
Gelegenheit, beispielhaft psychosomatische Patientinnen und Patienten zu
erleben und eigenständig unter Anleitung eine biografische Anamnese zu
erheben sowie ein Störungsmodell und einen Therapieplan zu entwickeln.
Da wir zu Beginn der Lehrwoche die Grundlagen einer Anamneseerhebung
und Diagnosestellung mit den Studierenden erneut aufgreifen, die sie bereits in früheren Studienabschnitten kennengelernt haben, gibt es kaum
Berührungsängste aufseiten der Studierenden, und wir erleben diese Arbeit
als sehr hilfreich und motivationsfördernd.
Zum Abschluss der Woche erfolgt eine Wissensüberprüfung mittels einer
Multiple-Choice-Klausur, die durch die durchgehend guten Ergebnisse immer wieder eine hohe Lernbereitschaft und ein Interesse der Studierenden
an unserem Fach zeigt.
Organisation der Lehre im Fach Psychosomatik an der MHH
Jeder der insgesamt fünf Lehrtage beginnt mit zwei aufeinanderfolgenden
Vorlesungen, die eine Einführung in die verschiedenen Lehrinhalte vermitteln sollen. Im Anschluss daran haben die
Studierenden die Möglichkeit, zwischen mehreren verpflichtenden Seminaren zu wählen, in denen sie ihr Wissen und ihre individuellen Interessenschwerpunkte vertiefen können.
Sowohl in den Vorlesungen als auch in den Seminaren bemühen wir uns
stark um Praxisbezug und Patienteneinbindung, was von den Studierenden bislang als sehr positiv bewertet wurde. In den Nachmittagsstunden
118 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_405
| M. de Zwaan
| S. Jasper
| B. Jäger
Curricula | MSE_P_406
CURRICULA
Psychiatrie und Psychotherapie
Dr. Stefan Bartusch, Prof. Dr. Stefan Bleich, PD Dr. Marcel Sieberer
| Das Fach Psychiatrie und Psychotherapie besitzt eine hohe klinische Bedeu-
tung, die sich auch in die anderen klinischen Fächer hinein erstreckt. Explizites Ziel unseres Unterrichtes ist es, die Studierenden auch auf eine spätere
praktische Tätigkeit als Arzt/Ärztin im psychiatrischen und nicht-psychiatrischen Feld vorzubereiten. Der Psychiatrieunterricht bietet dabei oftmals
andere Lern- und Lehrerfahrungen als der Unterricht in den somatischen
Fächern. Kommunikative Fertigkeiten besitzen einen hohen Stellenwert;
Reflektionen über die ärztliche Rolle werden angestoßen.
Form und Inhalt des Psychiatrieunterrichts
Nach der Umstellung auf den Blockunterricht (zwei Wochen) benannten
wir acht didaktisch begründete Schwerpunktthemen, die jeweils ganztägig
unterrichtet werden: Klassifikation psychiatrischer Erkrankungen/Erhebung
des psychopathologischen Befunds; affektive Störungen; Angst-/Zwangserkrankungen und posttraumatische Störungen; Persönlichkeitsstörungen;
Schizophrenie und wahnhafte Störungen; Abhängigkeitserkrankungen;
organische psychische Störungen; Notfallpsychiatrie/Suizidalität. Jeder
dieser Unterrichtstage beginnt mit einer Vorlesung im Hörsaal (die trotz
Freiwilligkeit gut besucht ist). Anwesenheitsverpflichtung besteht für die
folgenden zwei Doppelstunden Seminarunterricht (ca. 15 Studierende pro
Unterrichtsgruppe; mit Mittagspause). Den Unterrichtsgruppen sind feste
Dozententeams zugeordnet, und auch die Polikliniken sind als Ausbildungsorte mit einbezogen. Im Seminarunterricht wird das Tagesthema vertieft:
vormittags wird in jeder Unterrichtsgruppe ein Patient (meist durch Studierende selbst) mit seiner Krankheitsgeschichte und seinen damit verbundenen Erfahrungen vorgestellt. Im Anschluss an die Patientenvorstellung
werden auch Aspekte der Gegenübertragungsanalyse und der praktischen
Gesprächsführung erläutert.
den ein umfassendes und plastisches Bild der psychiatrischen Versorgungslandschaft und psychiatrischen Praxis zusammen.
Begleitend zum Kurs wird nachmittags für jeden Studierenden in Kleinstgruppen Unterricht am Krankenbett auf den einzelnen psychiatrischen
­Stationen der MHH angeboten.
Die mündlichen und schriftlichen Rückmeldungen der Studierenden sind
kritisch und insgesamt sehr positiv. Besonders wichtig ist uns die Wertschätzung des Engagements der Lehrenden und des hohen Praxisbezugs
der Lehre. Die Ergeb­nisse der zentral erhobenen Evaluation (s. Grafik) sind
für uns Bestätigung und gleichzeitig Ansporn, das Unterrichtskonzept stetig
weiterzuentwickeln.
Im Nachmittagsseminar wird unter Nutzung unterschiedlicher didaktischer
Methoden das Tagesthema weiter theoretisch vertieft hinsichtlich Diagnostik und Therapie. Grundsätzlich versuchen wir dabei, den Dialog der Studierenden untereinander zu fördern und sparen auch kontroverse Themen und
Sichtweisen nicht aus.
Integriert in den Unterricht sind auch Praxistage („externe Tage“) mit Hospitationen oder Exkursionen. Exkursionsziele sind externe psychiatrische
Krankenhäuser, auch eine forensische Einrichtung gehört dazu. Hier wird
der Tagesablauf vor Ort organisiert, wobei neben dem Kennenlernen der
Versorgungsstruktur auch Begegnungen und Gespräche mit Patienten vorgesehen sind.
Die Hospitationen führen die Studierenden zumeist einzeln an praktische
Aspekte der psychiatrischen Behandlung heran. So bieten wir beispielsweise Plätze im Heimbereich, rehabilitativen Einrichtungen, im psychiatrischen
Konsiliardienst, ambulanten Beratungsstellen, Suchteinrichtungen, dem
MDK oder auch dem Betreuungsgericht an. So setzt sich für die Studieren-
| S. Bartusch
| S. Bleich
| M. Sieberer
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_406 | 119
Curricula | MSE_P_408
Blockpraktikum Innere Medizin
CURRICULA
Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
Prof. Dr. Hermann Haller, Susanne Hoyer, Philip Bintaro
| Das Modul setzt sich aus morgendlichen Vorlesungen über die gesamten 5
Wochen, Patienten-Gesprächen und -Untersuchungen mit dazugehörigem
Unterricht in den ersten 3 Wochen sowie einem Hämatologie- und Radiologie-Kurs zusammen.
u­ nterschiedlichen Fächern der Inneren Medizin betreut. Vormittags werden
Patienten vorgestellt, Krankenakte und Befunde studiert und der Patient
durch die Studierenden systematisch untersucht, z.T. gemeinsam mit dem
Dozenten. Im Vordergrund stehen dabei die Erhebung und das Kennenlernen typischer pathologischer Befunde durch eigenes Untersuchen von
Patienten und Besprechung der Patientenproblematik und Krankheiten in
Verbindung mit differentialdiagnostischen Überlegungen und therapeutischen Maßnahmen.
| Vorlesung mit Patientenbeteiligung
In den Vorlesungen werden, aufbauend auf den Lehrveranstaltungen Propädeutikum, Diagnostische Methoden und Klinische Medizin I, die wichtigen Krankheitsbilder aus den 6 Fachgebieten der Inneren Medizin vorgestellt und in ihrem klinischen Kontext erörtert. Zusätzlich werden wichtige
Syndrome sowie differentialdiagnostische Leitsymptome behandelt.
Im 3-wöchigen Unterricht am Krankenbett („Bedside-Teaching“) werden
die Studenten in Kleingruppen durch jeweils drei Dozenten/innen aus
| Unterrichtet findet auch am Krankenbett statt.
120 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_408
| Patientenuntersuchungen gehören zum Unterricht dazu.
Im nachmittäglichen Unterricht stellen die Studenten jeweils die vormittags
untersuchten Patienten mit ihrer Problematik vor und besprechen das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen mit dem Dozenten. Der
Dozent vertieft in der Unterrichtseinheit das Wissen zu Krankheitsbildern
der Inneren Medizin anhand von Fallbeispielen.
Ergänzt wird der Unterricht am Krankenbett in der 4. und 5. Modulwoche
durch ein Praktikum in der Radiologie und einen Mikroskopierkurs, in dem
unter Anleitung und Aufsicht eigenständig Blutausstriche von Patienten mit
hämato-onkologischen Erkrankungen studiert werden.
| H. Haller
| S. Hoyer
| P. Bintaro
Curricula | MSE_P_409
CURRICULA
Frauenheilkunde, Geburtshilfe
Prof. Dr. Peter Hillemanns, Dr. Cordula Schippert
| Die Gynäkologie und Geburtshilfe ist eines der spannendsten Fachge-
biete der Medizin, da es sehr unterschiedliche Teilbereiche beinhaltet. Wir
sehen die Menschen noch als ungeborenes Leben, von der Geburt bis hin
zum Senium. Während der sechstägigen Vorlesungsreihe bringen wir den
Studierenden das große Spektrum der Frauenheilkunde und Geburtshilfe in
vielfältiger Form näher.
Die Vorlesungen orientieren sich an den verschiedenen Teilbereichen des
Faches und werden ausschließlich von den jeweiligen auf das entsprechende Gebiet spezialisierten Bereichsleitungen gehalten.
•
Gynäkologische Endokrinologie /
Reproduktionsmedizin
• Pränataldiagnostik und Geburtshilfe
• Urogynäkologie
• Operative Gynäkologie
• Gynäkologische Onkologie
Die Studierenden erwartet in diesem Modul eine umfangreiche und abwechslungsreiche Lehrveranstaltung. Die Vorlesungen enthalten neben
theoretischen Teilen vor allem viele praktische Beispiele wie Operationsvideos, Patientinnenvorstellungen und insbesondere aus der Geburtshilfe
Falldarstellungen.
Besonderer Wert wird auf interdisziplinäre Zusammenhänge gelegt, welche
die Grundlage für die erfolgreiche Zertifizierung des Brustzentrums und
Krebszentrums der MHH sowie der Auszeichnung als „Babyfreundliches
Krankenhaus“ bilden.
Im Forschungszentrum der Frauenklinik werden ferner in fünf verschiedenen Arbeitsgruppen zahlreiche medizinische wie auch naturwissenschaft­
liche Doktoranden und Doktorandinnen betreut (Molekulare Gynäkologie,
Biochemie und Tumorbiologie, Perinatale Neuroepidemiologie, Hebammenwissenschaft, Experimentelle Geburtshilfe).
Am Ende der Vorlesungsreihe haben die Studierenden ein umfassendes
Grundwissen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe erlernt, welches dann
im nachfolgenden Blockpraktikum praktisch erweitert wird. Wir freuen uns
auf eine spannende Arbeit mit den Studierenden.
| Geburtshilfe ist nur ein Aspekt der umfangreichen Ausbildung des Moduls
| P. Hillemanns
| C. Schippert
| H. H. Günter
| H. Hertel
| U. Hille
| C. von Kaisenberg
| T-W. Park-Simon
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_409 | 121
Curricula | MSE_P_410
Kinderheilkunde
CURRICULA
PD Dr. Lorenz Grigull
| Wir möchten die Studierenden gut und pra-
xisnah auf das spätere Berufsleben während
des Moduls Pädiatrie vorbereiten. Daher
gibt es an der Kinderklinik neben den Vorlesungen über das Fach „Pädiatrie“ auch das
sogenannte problemorientierte Lernen (POL).
Dutzende Dozierende wurden in dieser für die
MHH noch relativ neuen Lehr- und Lernmethode in Praxisseminaren mit Unterstützung
von Pädagogen der Universität Braunschweig
geschult, um so die Basis für diese Art des
Lernens zu schaffen.
Für das POL werden reale klinische Fälle didaktisch so aufbereitet, dass Kleingruppen
(in der Regel weniger als 10 Studierende)
an diesen Fällen das Vorgehen bei der Diagnosestellung und Therapieplanung selbstständig erarbeiten können. Die Aufbereitung
der Fälle für das POL ist sehr aufwendig, | Praxis durch Bedside-Teaching: In der Kinderheilkunde ergänzt das problemorientierte Lernen und der
Unterricht am Krankenbett den Frontalunterricht
da reale Patientenbefunde, Laborwerte und
Röntgen- oder Schnittbild-Befunde in den Fall
eingearbeitet werden. Diese POL-Fälle stellen in gewisser Weise die Quint- sodass der erhöhte organisatorische und inhaltliche Aufwand die Ergebessenz des Unterrichts am Krankenbett dar, weil damit Probleme pointiert nisse rechtfertigt. Darüber hinaus lernen die Studierenden hier, ihr bereits
und im Verlauf dargestellt werden können. POL schafft Raum für eigene vorhandenes, oft beeindruckend großes Fachwissen auch in der Praxis des
Überlegungen und erfordert auch die Anwendung eigenen Wissens. Diese klinischen Falls anzuwenden.
Lernaspekte können beim Bedside-Teaching nicht so gut vermittelt werden,
Die durchweg positiven Erfahrungen mit dem POL in der Pädiatrie haben
schließlich stehen dort die praktischen Aspekte im Vordergrund.
dazu geführt, dass POL vonseiten der Studienkommission Unterstützung
Wesentliche Ziele dieser – für die MHH noch neuen – Lernform sind, dass erfahren hat.
der Student im Diskurs mit den anderen „Kollegen“ erfährt, eigene Meinungen zu vertreten und ggf. auch durchzusetzen, auf der anderen Seite Die MHH ist damit in guter Gesellschaft: POL ist Methode der Wahl in den
aber auch zuzuhören und die Ideen und Meinungen der anderen zu res- Medizinstudiengängen in Harvard, der LMU, der Charité und in Heidelberg.
pektieren und zu berücksichtigen. Probleme des klinischen Alltags werden POL bietet in der Pädiatrieausbildung eine Brücke zwischen der klassischen
Vorlesung, für die im Tertialsystem nur sehr wenig Zeit zur Verfügung steht,
erstmals aufgedeckt und Umgangsformen untereinander geschult.
und dem Blockpraktikum, das im Anschluss an das Modul auf den StatioPOL wird parallel zur Hauptvorlesung eingesetzt, sodass Inhalte, die am nen und Funktionsbereichen des Zentrums für Kinderheilkunde stattfindet.
Vormittag in der Vorlesung (theoretisch) besprochen wurden, zum Teil und
je nach Fall bereits am Nachmittag im POL Anwendung finden. Darüber
hinaus kommt es beim POL zu einer Erweiterung des Lehrwissens. Dies
geschieht oft unbemerkt, da das Erlesen von neuer Information mit der
Motivation geschieht, den Fall auch wirklich lösen zu wollen.
Diese neue Form des Lernens wird seit Einführung von Dozierenden und
Studierenden gleichermaßen positiv angenommen. Die Wissensvermittlung
an die Studierenden ist nicht schlechter als bei klassischen Unterrichtssystemen, macht aber Studierenden und Dozierenden deutlich mehr Spaß,
122 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_410
| L. Grigull
| H. Hartmann
| D. Viemann
Curricula | MSE_P_411
CURRICULA
Humangenetik
Prof. Dr. Brigitte Schlegelberger
| Zytogenetik
Klinisch relevante numerische und strukturelle Aberrationen der Autosomen und Gonosomen; Lyon-Hypothese; chromosomale Polymorphismen;
Rekombination, Segregation und spezifische Risiken bei balancierten chromosomalen Strukturveränderungen, Zytogenetik des Spontanabortus.
Pränatale Diagnostik
Indikationen; Altersund Abortusrisiko; klassische Untersuchungsmethoden: Amniozentese, Chorionbiopsie und deren Ergebnisse; Aneuploidie-Screening: Interphase-FISH, OF-PCR; neue Methoden.
Molekulargenetische Untersuchungsmethoden mit Fallbeispielen
DNA-Extraktion, Polymerasekettenreaktion (PCR), Agarosegelelektrophorese, Restriktionsverdau, Sequenzierung.
Genetische Epidemiologie
Allelfrequenz; Genotypfrequenz; Genzählmethode; Hardy-Weinberg-Gesetz;
Modulatoren des Hardy-Weinberg-Gleichgewichtes in menschlichen Populationen.
Tumorgenetik
Kennzeichen erblich bedingter Tumorerkrankungen; prädiktive Diagnostik;
Beispiele für Erkrankungen mit autosomal dominanter Tumordisposition.
Epigenetik
Mechanismen der Epigenetik; X-Inaktivierung; Imprinting; Imprintingdefekte inkl. Krankheitsbilder; Epigenetik und Krebs; klinische Anwendungsmöglichkeiten.
Molekulargenetische Grundlagen vererbbarer Erkrankungen
Vorstellung verschiedener Mutationsklassen und deren Bedeutung für a.)
den Phänotyp und b.) neue Therapieansätze am Beispiel der Mukoviszidose; Therapie genetischer Erkrankungen; Genetische Modifier; Suche nach
Erkrankungsgenen am Beispiel der Neurofibromatose.
Molekularzytogenetische Diagnostik
Indikationen, Identifizierung klinisch relevanter Strukturaberrationen mittels FISH und arrayCGH; Mosaike; Mikrodeletionssyndrome.
Biochemische Genetik
Untersuchung von Erkrankungen, die der zyto-/molekulargenetischen
­Diagnostik schwerer zugänglich sind. Enzyme zeigen Aktivitätsunterschiede,
die zwar auf Polymorphismen oder Mutationen beruhen, jedoch durch Konzentrationsund Aktivitätsmessungen diagnostiziert werden (Beispiele: AGS,
a-1-Antitrypsin-Mangel, ETS u. a.).
Genetisches Risiko, genetische Beratung
Mendelsche Erbgänge, mitochondriale Vererbung, polygene und multifaktorielle Vererbung mit Fallbeispielen. Expressivität, Antizipation, Heteroplasmie, Pleiotropie, Co-Dominanz und Pseudodominanz. Beispiele für das
empirische, vom Verwandtschaftsgrad, vom Ausmaß der Fehlbildung und
eventuell vom Geschlecht abhängige Wiederholungsrisiko.
| B. Schlegelberger
| W. StuhrmannSpangenberg
| M. Arslan-Kirchner
| B. Keyser
| Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH) mit Whole-Chromosome- Painting-Sonden zum
Nachweis einer reziproken Translokation zwischen einem Chromosom 4 (rot) und einem
Chromosom 9 (grün)
| K. Miller
| A. Schoener
| S. Schubert
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_411 | 123
Curricula | MSE_P_413
Augenheilkunde
CURRICULA
Prof. Dr. Carsten Framme
| Die Augenheilkunde befasst sich mit dem wichtigsten Sinnesorgans des
Menschen, über das 80% unserer Informationen aufgenommen werden.
Das Auge ist zwar mit einem Gewicht von ca. 7,5 g verhältnismäßig klein,
aber umso empfindlicher gegenüber pathologischen Prozessen. Aber auch
besonders falsche oder ungeschickte Manipulationen, Fehldiagnosen und
unsachgemäße Behandlung können bereits in sehr kurzer Zeit verheerende
Folgen nach sich ziehen.
Zwischen der Augenheilkunde und anderen Fächern der Medizin bestehen
zahlreiche enge Verflechtungen, insbesondere mit der Inneren Medizin
wegen der Möglichkeit zur Inspektion des Augenhintergrundes bei Gefäßveränderungen und wegen der Augenbeteiligung bei vielen Allgemeinerkrankungen. Nicht geringer sind die Beziehungen zur Neurologie, da das
Auge ein vorgeschobener Gehirnteil ist, und die Hälfte aller Hirnnerven
ausschließlich oder mittelbar zum Auge führen. Vielfältige Verbindungen
gibt es auch zur Hals-Nasen-Ohrenheilkunde wegen der Orbitanähe, der
Nebenhöhlen, zur Dermatologie, zur Kinderheilkunde und zum Ökologischen Stoffgebiet aufgrund der Bedeutung von Erblindung und deren
sozio­ökonomischer Bedeutung.
| Augendruckmessung
| Fluoreszenzangiographie
| Augenschema
| Optische Cohärenztomographie
Im Zweiten Teil haben die Studenten in Praktische Kursen in kleinen Gruppe die Gelegenheit Techniken und Untersuchungsmethoden der Augenheilkunde, die auch für den Nicht- Augenarzt relevant sind, problemorientiert
zu erlernen, Patienten zu untersuchen und einen Einblick in die Besonderheiten der ophthalmologischen Anamnese und Untersuchung in der klinischen Praxis zu bekommen. Einzelne Krankheitsbilder und ihre Differentialdiagnosen können im Rahmen von Patientenvorstellungen unter Anleitung
eines Dozenten vertieft und diskutiert werden.
| Im OP
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit an den Visiten, der poliklinischen
Ambulanz teilzunehmen und an dem breiten universitärem Spektrum der
mikrochirurgischen Augenoperationen, wie z.B. Strabismusoperationen,
Glaukomoperationen, Hornhauttransplantationen, Kataraktoperationen,
sowie bei alle Arten von Netzhautoperationen direkt zu partizipieren.
Das Curriculum der Augenheilkunde hat es zum Ziel theoretisches Wissen
über ophthalmologische Erkrankungen durch die Vorlesungen im Ersten
Teil zu vermitteln und dem Studenten eine Vorstellung von den Merkmalen
der ophthalmologischen Anamnese und deren Bedeutung zu geben. Dieses
Wissen soll ein symptombezogenes Erkennen und Lernen ermöglichen, um
im praktischen Teil die Symptome richtig zu deuten und differentialdiagnostisch sinnvolle Entscheidungen treffen zu können.
| C. Framme
124 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_413
Curricula | MSE_P_414
CURRICULA
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Prof. Dr. Thomas Lenarz
| Lehrkonzept HNO
Die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde wird im Rahmen des Humanmedizinstudiums in zwei Modulen angeboten. Zunächst ist
im zweiten Studienjahr im Rahmen des Moduls diagnostische
Methoden der HNO-Spiegel-Kurs vorgesehen. Hierbei haben
die Studenten die Gelegenheit, über einen Zeitraum von einer
Woche die Otoskopie und Rhinoskopie zu erlernen. An jedem
Lehrtag wird ein anders Organ untersucht. Zunächst erfolgt eine
kurze Demonstration eines Videos, in dem die Untersuchungsmethoden schemenhaft sowie am Patienten vorgeführt und die
Einzelheiten sowie die richtigen Handgriffe ausführlich erläutert werden. Anschließend haben die Studenten die Gelegenheit, sich gegenseitig zu untersuchen. Der Kurs wird von einem
Dozenten und dem Vorlesungsassistenten gemeinsam geführt,
sodass die Studenten beim Erlernen der HNO-Spiegelunter­
suchungen immer begleitet werden.
Die Vertiefung in Hals-Nasen-Ohrenheilkunde erfolgt im 4. Studi- | Unterricht am Patienten: Eine Studentin untersucht, PD Dr. Omid Majdani beobachtet.
enjahr. Hierbei sind die Studenten jeweils im Rahmen eines einwöchigen Blockes bei uns. Der Unterricht ist nach Organen aufgebaut, sodass In Zusammenarbeit mit den Kollegen der Neurochirurgie sowie StrahlentheOhr, Nase, Hals, Speicheldrüsen, Pharynx, Larynx, Trachea, Schädelbasischirur- rapie findet dann jeweils eine Stunde zur Vertiefung in die benachbarten
gie immer gebündelt dargestellt werden. Die einleitenden Vorlesungen finden Fächer statt, um sowohl die Differentialdiagnostik der Erkrankungen, als
in der 4. Vorlesungswoche eines jeden Tertials für alle Studierenden des Tri- auch die notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit zu demonstrieren.
mesters gemeinsam statt. In den 3 Tagen wird jeweils eine Vorlesung zu den An dem jeweiligen Freitag haben die Studenten die Möglichkeit, in der
abzuhandelnden Organen stattfinden, in dem die Anatomie und Physiologie HNO-Poliklinik, auf den Stationen oder in HNO-OP direkt den klinischen
repetiert werden. Im Anschluss daran werden im Rahmen eines Seminars Ablauf bei der Behandlung der Patienten zu verfolgen.
die diagnostischen Methoden vorgestellt und die Differentialdiagnostik wird
angesprochen. In den folgenden Wochen (5. Bis 10. Vorlesungswoche eines Alle genannten Vorlesungen und Unterrichtseinheiten am Krankenbett sojeden Tertials) werden die Studenten bei uns jeweils in kleinen Gruppen (10 wie Seminare werden von Herrn Prof. Lenarz, den Oberärzten oder Fachbereichsleiter geführt. Während der gesamten Unterrichtseinheit steht ein
bis 13 Studenten) jeweils für eine Woche unterrichtet.
Assistenzarzt für die Organisation des Unterrichtes, vor allem aber zum
Bei dem „Unterricht am Krankenbett“ werden bedingt durch die Notwen- Ansprechen der Patienten auf deren Teilnahme am Unterricht und die Vordigkeit der endoskopischen Untersuchungen bei den diversen Hals-Na- bereitung der jeweiligen Fälle sowie für die Verbesserung der Schnittstelle
sen-Ohrenärztlichen Krankheiten nicht die Studenten ins Patientenzim- zwischen den Dozenten und Studenten zur Verfügung, der von seinen sonsmer gebracht, vielmehr werden die Patienten, die sich freiwillig für den tigen Verpflichtungen in diesem Zeitraum entbunden ist.
Studentenunterricht melden, in dem Unterrichtsraum vorgeführt. Zu jeder
Stunde wird dann im Rahmen eines Kurzvortrages ein Überblick über die Seit der Einführung der digitalen Übertragung der endoskopischen UnterDiagnosestellung und Therapie des jeweiligen Krankheitsbildes vermittelt, suchungen von allen Patienten auf dem Leinwand ist das Fach für viele Teilanschließend werden nach je nach Möglichkeit und Verfügbarkeit zwei bis nehmer sehr viel übersichtlidrei Patienten untersucht, die von dem Krankheitskomplex betroffen sind. cher geworden, sodass hier
Es werden sowohl prä- als auch postoperative Fälle sowie konservative das Interesse der Studenten
Therapieregimen dargestellt. Die spezielle Anamneseerhebung wird den an unserem Fach deutlich geStudenten vermittelt, die Bildgebung (Röntgen, CT, MRT; PET) werden in stiegen ist und viele sich nach
dem Seminarraum aktuell aufgerufen und auf dem Bildschirm demonstriert. dem Kurs bei uns für FamulaDurch die Ankopplung der Endoskopiereinheit an dem Beamer können alle turen oder Absolvieren eines
Untersuchungsbefunde übersichtlich und weit vergrößert für alle anwesen- Tertials des Praktischen Jahres
| T. Lenarz
| O. Majdani
vorstellen.
den auf dem Leinwand dargestellt und die Details erklärt werden.
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_414 | 125
Curricula | MSE_P_415
Neurologie
CURRICULA
| Hammer und Stimmgabel
Prof. Dr. Reinhard Dengler
| Die Bedeutung der modernen Neurologie hat wegen der enormen kli-
nisch-wissenschaftlichen Fortschritte und der zunehmenden Alterung der
Bevölkerung in den letzten 20 Jahren entscheidend zugenommen. Da das
Nervensystem den ganzen Körper durchsetzt und viele seiner Funktionen
steuert, haben neurologische Erkrankungen Verbindungen mit allen anderen klinischen Disziplinen.
Im Rahmen des zweiwöchigen Neurologie-Moduls lernen die Studierenden die wesentlichen Krankheiten der Neurologie und Neurochirurgie kennen. Zu den wichtigsten Themen gehören Hirninfarkte und Hirnblutungen,
Meningitiden und Enzephalitiden, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose,
Epilepsien, Hirntumore, Schädelhirntraumata, Neuropathien und neuromuskuläre Krankheiten. Ziel des Curriculums ist nicht nur das Vermitteln
von theoretischem Wissen über neurologische Erkrankungen innerhalb von
Vorlesungen, sondern vor allem das Kennenlernen der Erkrankungen im
klinischen Alltag durch Praktika auf Station, in unserer Poliklinik mit den
verschiedenen Spezialambulanzen oder der Notaufnahme sowie in Seminaren mit Patientenvorstellungen. Nach der aktuellen ÄAppO sollen die
einzelnen Fachdisziplinen der Medizin problemorientiert vermittelt werden.
Durch die enge Verzahnung von theoretischen mit praktischen Inhalten im
Modul „Neurologie“ wird den Studierenden ein symptombezogenes Lernen erleichtert mit dem Ziel, aus einer klinischen Symptomkonstellation
differentialdiagnostische Überlegungen formulieren zu können.
In kleinen Gruppen haben die Studierenden die Gelegenheit, Patienten mit
unterschiedlichen neurologischen und neurochirurgischen Krankheitsbildern zu anamnestizieren und neurologisch zu untersuchen. Hierbei können die im Curriculum „Diagnostische Methoden“ im zweiten Studienjahr
erworbenen Fähigkeiten aufgefrischt und angewandt werden, um einen
| Monitoring
Einblick in die Besonderheiten der neurologischen Anamnese und Untersuchung in der klinischen Praxis zu bekommen.
Einzelne Krankheitsbilder und ihre Differentialdiagnosen können im Rahmen von Patientenvorstellungen unter Anleitung eines Dozenten vertieft
und diskutiert werden. Durch Praktika in verschiedenen Funktionen erhalten die Studierenden außerdem erste Kenntnisse über die wesentlichen
speziellen diagnostischen Methoden der Neurologie und Neurochirurgie
wie z. B. Neuroradiologie, Liquordiagnostik, Elektrophysiologie und Neurosonographie.
| R. Dengler
| E. Voß
| S. Petri
| M. Nakamura
| C. Schrader
| D. Dressler
| J. K. Krauss
| K. Kollewe
| H. Lanfermann
| J. Lang
| M. Stangel
| C. Trebst
| F. Wegner
| K. Weißenborn
126 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_415
Curricula | MSE_P_416
CURRICULA
Blockpraktikum Kinderheilkunde
PD Dr. Lorenz Grigull
| KinderärztInnen betreuen vom Frühgeborenen bis hin zum
jungen Erwachsenen Menschen in unterschiedlichsten Lebensund Entwicklungsstufen. Das macht eine Besonderheit der
­Pädiatrie aus. Entsprechend berücksichtigen wir bei der Untersuchung und Behandlung von Kindern die körperliche, geistige,
emotionale und psychosoziale Entwicklung unserer Patienten.
Hinzu kommt der Kontakt zu den Eltern, denn diese nehmen
natürlich eine Schlüsselrolle in der Interaktion zwischen Arzt
und Patient ein.
Wir möchten den Studierenden die Pädiatrie nahebringen, weil
nahezu jeder klinisch tätige Arzt auch Kinder behandelt. Entsprechend sind grundlegende Kenntnisse über „Krankheiten
bei Kindern und Jugendlichen“ in vielen medizinischen Disziplinen ein wertvolles Gut. Vielleicht hilft es dem späteren Allgemeinmediziner, eine schwere Grunderkrankung frühzeitig zu erkennen und erste Behandlungsschritte zu veranlassen oder die
harmlose Infektion von einer drohenden Sepsis abzugrenzen.
Im Rahmen der pädiatrischen Lehre an der MHH werden den
Studierenden diese Aspekte vermittelt werden. Im zweiten
Studienjahr erhalten im Rahmen des Moduls Diagnostische
Methoden die Studierenden einen Überblick über die normale
Entwicklung des Kindes sowie über besondere Aspekte der klinischen Untersuchung von Kindern. Mittels Bedside-Unterrichts
in Kleingruppen wird die Untersuchung geübt.
| Praktische Übung macht den Meister: der Unterricht am Krankenbett ergänzt Vorlesungen
und problemorientiertes Lernen.
Den Schwerpunkt der pädiatrischen Lehre bilden im vierten Studienjahr
die Module Fachlehre Pädiatrie und Blockpraktikum. Im Rahmen der
zweiwöchigen Fachlehre, die mit der Humangenetik verschränkt ist, werden
Störungen der kindlichen Entwicklung sowie häufige und für die Pädiatrie
typische Krankheitsbilder behandelt. Die Vorlesungen sind nach Schwerpunkten gegliedert, die in einem Bogen die Entwicklung vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen abbilden.
Nachmittags wird in Kleingruppen unter Anleitung eines Tutors das eigenständige Lösen von klinischen Fällen aus der Pädiatrie nach der Methode
des problemorientierten Lernens erarbeitet. Die Lehrresultate werden in
einer elektronischen MC-Klausur überprüft.
Im Rahmen des anschließenden einwöchigen Blockpraktikums werden
die Studierenden auf den Stationen des Zentrums Kinderheilkunde und
Jugendmedizin unterrichtet. Das Blockpraktikum startet am Morgen mit
einem gemeinsamen Seminar, in dem Dozenten der jeweiligen Abteilungen
Grundprinzipien der Anamnese- und Untersuchungstechniken sowie pädiatriespezifische pathophysiologische, differentialdiagnostische und therapeutische Prinzipien besprechen. Anschließend verteilen sich die Studenten
in Kleingruppen, die jeweils von zwei Tutoren über die gesamte Woche be-
treut werden. Dabei lernen die Studenten unter Aufsicht der Tutoren, Anamnesen zu erheben, Untersuchungstechniken zu vertiefen und diagnostische
Methoden wie die Interpretation von Röntgenbildern. Auch das probeweise
Schreiben einer diagnostischen und therapeutischen Verordnung ist Teil des
Unterrichts. Die Leistungskontrolle erfolgt durch eine strukturierte münd­
liche Prüfung am Ende der Praktikumswoche.
Pädiatrische Inhalte fließen darüber hinaus in Lehrmodule zu verschiedenen
Zeitpunkten des Studiums ein, vom Propädeutikum im ersten Studien­
jahr über das Modul „Diagnostische Methoden“ im zweiten Studien­
jahr, das Modul „Klinische Medizin II“ im fünften Studienjahr bis zum
Praktischen Jahr.
| L. Grigull
| H. Hartmann
| D. Viemann
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_416 | 127
Curricula | MSE_P_417
Blockpraktikum Frauenheilkunde
CURRICULA
Prof. Dr. Peter Hillemanns, Dr. Cordula Schippert
| Die Studierenden absolvieren in Kleingruppen jeweils eine Woche
lang das Blockpraktikum Frauenheilkunde.
Während dieser Woche werden die Studierenden intensiv und vor allem
praktisch unterrichtet. Unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Henrietten- bzw. Friederikenstiftung unterstützen uns tatkräftig. Hierdurch kann
gewährleistet werden, dass jede/r einzelne Studierende exklusiv in einem
Funktionsbereich aktiv wird.
Neben vertiefenden Seminaren sollen die Studierenden die Grundlagen
der Anamneseerhebung bei gynäkologischen und geburtshilflichen Erkrankungsbildern vertiefen und mit den betreuenden Kolleginnen und Kollegen
die Symptomatik und differentialdiagnostischen Überlegungen diskutieren.
Die Studierenden werden insbesondere mindestens einen ganzen Tag im
Kreißsaal aktiv sein, um Geburten mitzuerleben und zu betreuen. Dies
schließt ein Training der Interpretation von Kardiotokographien (CTG)
mit ein. Des Weiteren erlernen die Studierenden gynäkologische und geburtshilfliche Untersuchungstechniken, z. T. an Untersuchungsphantomen.
­Neben der Geburtsmechanik werden auch Zangengeburten an Puppen eingeübt und Dammschnitte am Nahtsimulator versorgt.
| Mammographie-Training im Brustzentrum
Die Betreuung der Studierenden selbst ist sehr persönlich orientiert und
wird von der Oberärztin Dr. Cordula Schippert koordiniert.
| Aus Dudenhausen: praktische Geburtshilfe
| CTG unter der Geburt
| P. Hillemanns
128 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_417
| C. Schippert
Medizin des Alterns und des alten Menschen
(Geriatrie)
Prof. Dr. Klaus Hager, Prof. Dr. Nils Schneider, Dr. Meiken Brecht, Dr. Volker Grosse, Dr. Olaf Krause
| Geriatrie ist eine medizinische Disziplin, die sich mit den physischen, psy-
chischen und sozialen Aspekten in der Behandlung alter Menschen – auch
am Lebensende – befasst. Geriatrische Patienten zeichnen sich durch einen hohen Grad an Vulnerabilität (Gebrechlichkeit; frailty) und durch aktive
Mehrfacherkrankungen aus. Dies erfordert einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. Geriatrische Medizin überschreitet daher die organmedizinisch orientierte Medizin. Angesichts der Unumkehrbarkeit des Alterungsprozesses und der vielen inkurablen Erkrankungen sind wichtige Ziele der
Behandlung, den funktionellen Status des älteren Patienten zu optimieren
sowie dessen Lebensqualität und Selbstständigkeit zu verbessern.
Die Medizin des Alterns und des alten Menschen ist ein „junges“
Fach an der MHH. Bis 2004 wurden nur Electives bzw. Vorlesungen als
Teil anderer Fachbereiche angeboten. Das Querschnittsfach wurde mit der
Novelle der Approbationsordnung 2003 geschaffen, der erste Kurs an der
MHH fand 2004 statt.
Stellenwert. Die Multimorbidität des alten Menschen erfordert einerseits
ein breites, fachüberschreitendes Wissen des Altersmediziners, andererseits aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen. Letzteres
kommt in der Natur des Querschnittsfachs zum Ausdruck.
Die Grundkenntnisse der Medizin des Alterns und des alten Menschen
werden im Rahmen von Vorlesungen sowie zur Vertiefung in Praktika bzw.
Lehrvisiten vermittelt. An den 20 Vorlesungsstunden nehmen Geriater, Allgemeinmediziner sowie Dozierende aus verschiedenen Kliniken der MHH
teil. Damit sollen organübergreifende wie auch organspezifische Aspekte
abgebildet werden. Die Praktika bzw. Lehrvisiten in Gruppen werden im
Zentrum für Medizin im Alter (Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung) in
Hannover-Kirchrode durchgeführt. Vorlesungsskripte werden online auf Ilias
zur Verfügung gestellt.
Weiterführend sind Promotionen und Forschungsvorhaben ebenso möglich
wie Famulaturen und PJ-Aufenthalte im Zentrum für Medizin im Alter.
Beispiele für die behandelten Themen:
• Assessment, geriatrisches Management
• Geriatrische Syndrome (z. B. Stürze, Delir, Demenz, Inkontinenz)
• Häufige Erkrankungen und Notfälle im Alter
•
Besonderheiten der Versorgung alter Menschen in der Hausarztpraxis
sowie im Pflegeheim
• Pharmakologie im Alter
• Prävention, soziale und ethische sowie palliativmedizinische Aspekte
| Mit dem Age Explorer können typische Einschränkungen im Alter simuliert werden.
Erkrankungen werden in der Regel organbezogen gelehrt. Die Krankheiten
des alten Menschen unterscheiden sich nicht generell, jedoch im Detail von
denen im jüngeren Alter. Die Symptome werden untypischer und organferner, sie können sich lediglich als funktionelle Verschlechterung manifestieren. Die begleitenden Probleme von Aktivität, Teilhabe und Kontextfaktoren
sowie psychosoziale Probleme bekommen in der Geriatrie einen höheren
Ziele des Querschnittsfaches sind u. a.:
•
die Vermittlung von Wissen um die medizinischen Besonderheiten im
höheren Alter
•
das Erlernen eines grundlegenden Wissens und „Handwerkszeugs“ (z.B.
Assessment), um sich einen Eindruck von den Problemen im Alter auf der
Ebene von Funktion, Selbstständigkeit und sozialen Unterstützungssystemen zu verschaffen
•
das Werben um Verständnis und Empathie für die Situation des alten
Menschen und
•
ein Abbau von Widerständen, sich mit den alten Patienten überhaupt
auseinanderzusetzen
INFO Ansprechpartner
Prof. Dr. med. K. Hager
0511-289-3222 (Sekr.)
klaus.hager@ddh-gruppe.de
www.geriatrie-hannover.de
| K. Hager
| N. Schneider
| M. Brecht
| V. Grosse
| O. Krause
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_418 | 129
CURRICULA
Curricula | MSE_P_418
Curricula | MSE_P_419
Allgemeinmedizin
CURRICULA
Prof. Dr. Nils Schneider, Dr. Jutta Bleidorn (Stellv.)
| Die meisten Menschen suchen bei gesundheitlichen Beschwerden oder
Problemen zunächst einen Hausarzt auf. Er führt die Erstdiagnostik und
Behandlung durch, löst viele Probleme direkt in der Praxis oder bei Hausbesuchen und stellt die Weichen, wenn eine weitergehende spezielle
­Versorgung im Krankenhaus oder bei Fachärzten erforderlich ist. Hausärzte
betreuen ihre Patienten kontinuierlich über oftmals viele Jahre und kennen ihr
häusliches Umfeld. Hausarztpraxen sind die Orte, an denen Sie die ­Medizin
in ihrer ganzen faszinierenden Breite erleben.
Mit unserem Lehrkonzept möchten wir Ihnen die Faszination und Vielfalt
der Allgemeinmedizin näher bringen und zu einer qualitativ hochwertigen
Ausbildung zukünftiger (Haus)ärzte und -ärztinnen beitragen. Auch wenn
Sie selbst später nicht als Allgemeinmediziner arbeiten sollten, so werden
Sie als künftige Ärztinnen und Ärzte auch in anderen Fachrichtungen von
der allgemeinmedizinischen Lehre profitieren.
Deshalb werden Sie im Studienverlauf immer wieder auf unser Fach­treffen
– mit eigenen Lehrveranstaltungen, Wahlfächern und Beteiligungen an
­anderen Modulen sind wir longitudinal und jahrgangsübergreifend im
­Curriculum des HannibaL-Studienganges präsent (s. Abb.)
Bereits zu Anfang des Studiums haben Sie die Möglichkeit, im Wahlfach
I „Langfristige Patientenbetreuung in der hausärztlichen Praxis“ einen
­Patienten über einen längeren Zeitraum zu begleiten und das hausärztliche
Arbeiten kennenzulernen.
Im 3. Studienjahr beginnt unser Fach Allgemeinmedizin (MSE_P_503)
JamA: Jahrgangsübergreifende allgemeinmedizinische
mit Vorlesungen und Seminaren mit Einsatz von Simulationspatienten zu
­Ausbildung
JamA: Jahrgangsübergreifende allgemeinmedizinische Ausbildung
typischen hausärztlichen Fällen, das im 4. Studienjahr fortgesetzt wird.
6. Studienjahr
Anhand von exemplarischen Schwerpunktthemen lernen Sie dabei die BePJ-Wahltertial
sonderheiten der hausärztlichen Vorgehensweise kennen und sind gerüstet
5. Studienjahr
Beteiligung am Modul Palliativmedizin
für das Blockpraktikum Allgemeinmedizin (MSE_P_507) im 5. StudiBeteiligung am Modul Klinische Medizin II
enjahr, das in Kooperation mit mehr als 200 Lehrpraxen in Niedersachsen/
Blockpraktikum Allgemeinmedizin
Bremen durchgeführt wird.
4. Studienjahr
Beteiligung am Modul Geriatrie
Modul Allgemeinmedizin, Teil 2
3. Studienjahr
Modul Allgemeinmedizin, Teil 1
2. Studienjahr
Beteiligung am Modul Diagnostische Methoden
Wahlfach 1: Langfristige Begleitung eines Patienten in der hausärztlichen Praxis − Fortsetzung −
1. Studienjahr
Wahlfach 1: Langfristige Begleitung eines Patienten in der hausärztlichen Praxis
Für wissenschaftlich Interessierte bestehen in unseren zahlreichen
­Forschungsprojekten im Bereich der Versorgungsforschung ebenso wie in
klinischen Studien vielfältige Möglichkeiten der Promotion.
Beteiligung am Propädeutikum
| Das Lehrkonzept der Allgemeinmedizin
| N. Schneider
| J. Bleidorn
130 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_419
Im Praktischen Jahr haben Sie die Möglichkeit, Allgemeinmedizin als
Wahltertial zu belegen und sich damit intensiv mit der hausärztlichen Versorgung auseinanderzusetzen. Ob an der Nordsee, in Hannover oder an
anderen Orten – Sie werden täglich den Umgang mit einer Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsanlässe erleben und erlernen. Neben der individuellen Betreuung durch „Ihren“ Lehrarzt finden begleitende Seminare im
Institut für Allgemeinmedizin statt.
| A. Wünsch
| U. Junius-Walker
| S. Bortfeld
| R. Stegemann
Curricula | MSE_P_420
CURRICULA
Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin (GTE)
Kommissarische Leitung: Dr. Gerald Neitzke
| Die Medizin durchläuft einen ständigen Wandlungsprozess. Einige Aspekte,
die Sie im Rahmen Ihres Studiums lernen, werden in dieser Form schon
dann nicht mehr Bestand haben, wenn Sie ärztlich tätig sind. Dies bezieht
sich auf konkrete fachliche Inhalte, aber auch auf Konzepte von Krankheit
und Gesundheit, das Menschenbild, das ärztliche Selbstverständnis oder
die juristischen und sozialpolitischen Rahmenbedingungen.
Im GTE-Unterricht bieten wir Ihnen die Chance, sich aktiv mit diesen Veränderungen auseinanderzusetzen. Wir werden gemeinsam an einzelnen
Beispielen den fachlichen und moralischen Wandel nachvollziehen (von der
Vergangenheit zur Gegenwart), um die aktuellen Probleme in ihren Kontexten zu erkennen. Dies soll Ihnen helfen, sich konstruktiv mit zukünftigen
Herausforderungen auseinanderzusetzen.
Sie werden dabei – anders als sonst – einen vor allem historisch und philosophisch geprägten Blick auf Ihr Fach einnehmen: Was ist Gerechtigkeit?
Warum ist die Medizin heute naturwissenschaftlich-experimentell geprägt?
Wie hat sich das Selbstverständnis ärztlichen Handelns entwickelt? Was
sind Grundelemente der Forschungsethik und guten wissenschaftlichen
Praxis? Welche Rolle kommt Ärzten an den Grenzen des Lebens zu?
Wir möchten Sie unterstützen, zu ausgewählten Themen eine eigene Einstellung zu entwickeln, die historisch und ethisch reflektiert ist. Im Vordergrund
steht für uns daher, dass Sie Ihre Meinung – z. B. im gesundheitspolitischen
Diskurs – nicht nur äußern, sondern auch mit Argumenten begründen, um
sie auf ein rationales Fundament zu stellen.
Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass Sie den Wandel Ihres Berufes auch in
Zukunft aktiv begleiten und gestalten können. Das Lehrangebot in GTE soll
Ihnen eine Basis für eine inhaltliche und methodische Auseinandersetzung
mit den unterschiedlichen Facetten der Medizin bieten.
Zusätzlich zu den verschiedenen Reflexionsanstößen im Kurs werden auch zentrale nationale und internationale Regelungen und
Empfehlungen (u. a. „Deklaration von Helsinki“, „Sicherung guter wissenschaftlicher
Praxis“, „Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung“) vorgestellt.
| G. Neitzke
| C. Beyer
| I. Hirschberg
| H. Knüppel
| S. Stöckel
| D. Strech
| C. Wolters
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_420 | 131
Curricula | MSE_P_501
Rechtsmedizin
CURRICULA
Prof. Dr. Michael Klintschar
| Das Fach Rechtsmedizin wird als Blockprakti-
kum in zwei Wochen als Vorlesung, Seminar und
Praktikum unterrichtet. Im Kurs Rechtsmedizin
wird den Studierenden allgemeines rechtsmedizinisches Grundwissen mit theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungen vermittelt.
Dabei werden u. a. die Dokumentation und Interpretation von Untersuchungsbefunden überlebender Gewaltopfer, die Spurensicherung und
-asservierung, Drogen- und Alkoholwirkungen
im Straßenverkehr, toxikologische Untersu- | Körperliche Untersuchung von Gewaltopfern
chungsmethoden, arztrechtliche Aspekte zur
Patientenaufklärung und zur Schweigepflicht sowie die Interpretation von
Leichenschaubefunden besprochen und z. T. auch eigenständig angewandt.
| Untersuchung von Verkehrsunfällen
Die Vorlesung deckt das gesamte Spektrum des Faches Rechtsmedizin
inklusive Thanatologie, Traumatologie, Toxikologie, Hämatogenetik und
klinischer Rechtsmedizin ab. In kleinen Seminargruppen (Einteilung Seminargruppen) erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich mit einzelnen
Themenkomplexen (häusliche Gewalt, Drogen, Alkohol, forensische Andrologie, Schweigepflicht/Aufklärung, Leichenfundort und Verletzungsbegutachtung) intensiver auseinanderzusetzen.
Im Praktikum (Einteilung Praktikumsgruppen) erlernen die Studierenden in
Kleingruppen die sorgfältige Durchführung der äußeren Leichenschau, das
gewissenhafte Ausfüllen einer Todesbescheinigung sowie Grundlagen zum
Sektionswesen, ggf. mit der Teilnahme an einer inneren Leichenschau.
| Leichenschaukurs
Das Kursskript Rechtsmedizin orientiert sich an den Vorlesungsinhalten,
beinhaltet z. T. auch Seminarthemen und gibt den Studierenden eine stichwortartige Übersicht, wobei eine Vertiefung unter Zuhilfenahme gängiger
Lehrbücher (siehe nachfolgende Seiten) erwünscht ist.
| Forensische Toxikologie
132 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_501
| M. Klintschar
| A. Fieguth
Curricula | MSE_P_504
CURRICULA
Rehabilitation, Physikalische Medizin,
­Naturheilverfahren (RPMN)
PD Dr. Gerald Küther
| Obwohl die diagnostischen und therapeutischen Verfahren der Rehabili-
tation, Physikalischen Medizin und Naturheilkunde in der alltäglichen klinischen Arbeit einen hohen Stellenwert besitzen, sind deren Grundlagen
in der früheren studentischen Ausbildung kaum vermittelt worden. Selbst
in der späteren Facharztweiterbildung fanden diese Bereiche in der Regel
nur eine ungenügende Beachtung, obwohl der sachgerechte Einsatz dieser
Therapieverfahren detaillierte Kenntnisse voraussetzt.
Nicht zuletzt auch der zunehmende ökonomische Druck bei der ambulanten Verordnung (z. T. mit Regressandrohungen für einen aus dem Rahmen
fallenden Verordnungsumfang) erfordert aber ein ausreichendes Verständnis der Grundlagen der entsprechenden Methoden, ihrer Einsatzmöglichkeiten und Grenzen sowie ihrer Kontraindikationen.
Ziel des zweiwöchigen Unterrichts im Querschnittsbereich RPMN ist es daher – ähnlich wie im Pharmakologieunterricht, bei dem ein sachgerechter
Umgang mit medikamentösen Verordnungen vorbereitet wird –, ein Grundverständnis für die in diesem Bereich eingesetzten Verfahren zu vermitteln.
Im gegebenen Zeitrahmen kann und soll dabei ein erster Einblick in dieses
Gebiet geliefert werden, wobei neben der Vermittlung zum Verständnis
wichtiger physiologischer und pathophysiologischer Grundlagen besonderer Wert auf die praktische Unterweisung in Form von Selbsterfahrung,
Übungen und einer Exkursion in Rehabilitationskliniken gelegt wird. Angesichts der beträchtlichen Zahl ganz unterschiedlicher Therapieformen ist es
naturgemäß nur möglich, eine Auswahl repräsentativer Verfahren in dem
Kurs konkret vorzustellen.
Der Unterricht ist so aufgebaut, dass am ersten Vormittag nach einer Information über den Kursablauf das Fachgebiet inhaltlich im Überblick vorgestellt wird.
An den folgenden Vormittagen werden dann im Vorlesungsrahmen die verschieden Themen ausgeführt. Zur besseren systematischen Einordnung sind
die einzelnen Vormittage soweit möglich thematisch gegliedert, sodass z. B.
die Grundlagen der manualmedizinischen Diagnostik und Behandlung bei
Erkrankungen des Bewegungssystems oder die physikalisch-rehabilitative
Behandlung bei neurologischen Störungen an jeweils getrennten Tagen
blockweise behandelt werden.
| Gruppenbild des Teams der Abteilung Rehabilitationsmedizin
An den Nachmittagen finden nach vorgegebenem Plan als Pflichtteil gruppenweise praktische Übungen statt, in denen einzelne Verfahren (z. B. die
klassische Massage) in Selbsterfahrung kennengelernt werden. Ein Praktikum vermittelt Selbsterfahrungen mit der Auswirkung von Behinderungen
im Alltag. Hier erleben die Studierenden z. B., wie es sich anfühlt, sich als
Rollstuhlfahrer in der Öffentlichkeit zu bewegen oder immobilisert im Bett
einer Klinik versorgt zu werden. Am Montag der zweiten Kurswoche findet ebenfalls als Pflichtteil gruppenweise eine Exkursion in verschiedene
Rehabilitationskliniken im Umland statt, in denen die Praxis rehabilitativer
Diagnostik, die Rehabilitationsplanung und die konkrete Behandlung von
Patienten vorgestellt werden. Gerade dieser Teil ist von besonderer Bedeutung, da hierbei ein konkreter Einblick in die Arbeit der Rehabilitations­
kliniken geboten wird.
Den Abschluss des Kurses bildet ein einstündiges Repetitorium, in dem
auf die Abschlussklausur vorbereitet wird. Das für die Prüfung notwendige
­Wissen ist in einem Kursskript zusammengefasst.
| G. Küther
| C. Gutenbrunner
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_504 | 133
Curricula | MSE_P_507
Blockpraktikum Allgemeinmedizin
CURRICULA
Prof. Dr. Nils Schneider, Dr. Jutta Bleidorn (Stellv.)
| Im fünften Studienjahr findet das Blockpraktikum All-
gemeinmedizin statt – hier lernen Sie zwei Wochen
lang die hausärztliche Medizin in ihrer ganzen Breite
kennen. Nach einer kurzen Einarbeitung werden Sie
selbstständig Patienten befragen, untersuchen und
Behandlungsvorschläge machen, die Sie dann mit
Ihrem Lehrarzt diskutieren. Darüber hinaus nehmen
Sie an Haus- und Heimbesuchen und eventuell auch
Notdiensten teil.
Lernziele sind u.a.
•
Symptombezogene Anamnese, hausärztliche
Gesprächsführung und Untersuchung bei häufigen
Erkrankungen einüben
•
Besonderheiten der hausärztlichen Kommunikation anwenden: partizipative Entscheidungsfindung,
Förderung der Therapietreue, Förderung der
Eigenständigkeit des Patienten
•
Bewertung von Befunden, weitere hausärztliche
Stufendiagnostik und Erarbeitung von Behandlungsplänen einüben
•
Die Prinzipien des „Abwartenden Offenhaltens“
und der „Vermeidung Abwendbar Gefährlicher
| Verteilung der Lehrpraxen – die Landkarte wird regelmäßig überarbeitet und ist zu finden unter:
www.mh-hannover.de/fileadmin/institute/allgemeinmedizin/bilder/Lehrpraxen_9_1_9.jpg
Verläufe“ anwenden
•
Patientenkonzepte von Krankheit und Kranksein
ermitteln und in ihrer Bedeutung für die Beratung verstehen
Für das Blockpraktikum stehen über 200 Einzel – und Gemeinschafts­
praxen sowie einige Medizinische Versorgungszentren in Niedersachsen
und angrenzenden Regionen zur Verfügung. Die inhaltliche Struktur des
Blockpraktikums einschließlich der genauen Lernziele wird durch ein Portfolio erleichtert, in dem auch Platz für Reflexionsübungen und die Dokumentation von Patientenkontakten vorgesehen ist.
| N. Schneider
| J. Bleidorn
134 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_507
| A. Wünsch
Vor der Praxiszeit bieten wir ein Wiederholungs– und Einführungsseminar
an, im Anschluss freuen wir uns über Ihre Rückmeldung in der abschließenden „Feedback-Stunde“.
Für viele Studierende wird das Blockpraktikum Allgemeinmedizin – dank
vieler engagierter Lehrärzte – zu einem echten Erlebnis. Wir hoffen, dass
auch Sie von der Teilnahme profitieren werden!
| U. Junius-Walker
| S. Bortfeld
| R. Stegemann
Curricula | MSE_P_508
Klinische Medizin II
CURRICULA
Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
Prof. Dr. Hermann Haller, Dr. Susan Hellweg
| Der Kurs des 5. Studienjahres stellt eine in-
terdisziplinäre differentialdiagnostische und
-therapeutische Aufarbeitung von Leitsymptomen dar. Ziel des Kurses ist eine fachübergreifende Vorbereitung der Studierenden auf
das Praktische Jahr, wobei die Auswahl der
Themen sowohl unter dem Aspekt der Häufigkeit der Erkrankungsbilder bzw. Leitsymptome als auch unter Berücksichtigung der
Komplexität derselben getroffen wird. Zum
Kurs parallel laufen bzw. in diesen integriert
sind die Fächer Radiologie/Strahlenschutz,
Klinische Pharmakologie, Pathologie sowie
Immunologie/Infektiologie mit jeweils eigenständigem Leistungsnachweis.
Die erste Hälfte der Woche eins behandelt
das Management häufiger Leitsymptome in
der Notfallmedizin. Exemplarisch sind hier
„Akute Bewusstseinsstörungen“, „Polytrauma“ oder „Akute Dyspnoe“ zu nennen. In
der zweiten Wochenhälfte folgt einerseits die
Abhandlung ausgewählter Themen der Kardiologie wie z.B. „Herzrhythmusstörungen“ | Auch eine Vorlesung kann Praxis vermitteln: Patientenvorstellung in der Vorlesung
unter Berücksichtigung der bis dahin in den
vorangegangen Studienjahres gelesenen Themen sowie die differen­tial- Grundlegendes Element der interdisziplinären Aufarbeitung aller Leitsymptherapeutische Betrachtung des Metabolischen Syndroms und des D
­ iabetes tome ist die Präsentation von Patientenfällen. Dies kann entweder in Form
von Fallschilderungen, Videopräsentationen oder unmittelbarem Patientenmellitus.
kontakt in der Vorlesung geschehen. Im Anschluss werden vom Zentrum
In Woche zwei erfolgt die interdisziplinäre Aufarbeitung des Leitsymptoms Radiologie über insgesamt drei Tage die Themengebiete im Block unterrich„Gangstörung“. Woche drei hat das Vorgehen bei „Lymphknotenschwel- tet, welche sich nicht für eine in die Leitsymptome integrierte Darstellung
lungen“ sowie die differentialdiagnostische Aufarbeitung der „Anämie“ eignen. Prüfungsmodus ist eine 100 Fragen umfassende MC-Fragen-bazum Thema. In Woche vier werden einerseits Hauptthemen der „Trans­ sierte Klausur.
fusionsmedizin“ gelehrt, wobei dies unter Integration eines praktischen
Laborteils geschieht, ferner stellt die Abteilung Pneumologie an zwei Tagen
das differentialdiagnostische Vorgehen bei ausgewählten Leitsymptomen
wie „Obstruktive Lungenerkrankungen“ dar. Woche fünf behandelt das
Leitsymptom „Fieber“, welches dem Scheinnachweis Infektiologie/Immunologie zugerechnet wird.
In der sechsten Woche werden ausgewählte Leitsymptome aus der Psychiatrie dargestellt. Dies geschieht - wie in den anderen Themengebieten
auch - nach Möglichkeit unter Aufarbeitung von Patientenfällen. Die zweite
Wochenhälfte widmet sich dem Management von Erkrankungen des Bewegungsapparates, wobei hier eine Dreigliederung in „Erkrankung kleiner
Gelenke, großer Gelenke sowie der Wirbelsäule“ erfolgt. Das abschließende
Thema des Kurses stellt das Leitsymptom „Bauchschmerz“ dar.
| H. Haller
| S. Hellweg
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_508 | 135
Curricula | MSE_P_309
„Leitsymptom Fieber“
CURRICULA
In der Veranstaltungsreihe Klinisch Medizin II im fünften Studienjahr
Prof. Dr. Reinhold Ernst Schmidt
| Fieber ist eines der häufigsten Krankheitssymptome und kommt in allen Be-
reichen der klinischen Medizin vor. Nosologisch und pathophysiologisch ist
zunächst die Abgrenzung eines Fiebers von anderen Zuständen mit erhöhter Körpertemperatur (Hyperthermie) zu fordern. Selbst dann bleibt Fieber
ein besonders vieldeutiges Leitsymptom eines Zustands mit pathologisch
veränderter autonomer Temperaturregulation. Ein breites Spektrum proinflammatorischer (Dys-)Regulationsvorgänge im Gefolge von Infektionen,
rheumatologisch-autoimmunologischen Erkrankungen, allergischen oder
toxischen Reaktionen, ätiologisch unklaren Systemerkrankungen, Tumorerkrankungen und posttraumatischen Zuständen kann mit Fieber einhergehen. Insofern steht die Differentialdiagnose des Leitsymptoms aus unterschiedlichen, teilweise interdisziplinären Blickwinkeln ganz im Vordergrund.
Fieber kann, insbesondere bei einigen Immundefekten, initial das einzige
Symptom einer lebensbedrohlichen, meist infektiösen Komplikation sein –
und muss in dieser Situation für den angehenden Arzt ein Alarmzeichen
sein, das unmittelbare Intervention und eine empirische, kalkulierte Differentialtherapie erfordert. Andererseits ist diese aktionistisch anmutende
Vorgehensweise streng abzugrenzen von anderen fieberhaften Zuständen,
in denen zunächst jede Intervention möglichst vermieden werden sollte,
um sorgfältig weitere Begleitsymptome und -erkrankungen zu erfassen und
eine rationale, gezielte Diagnostik durchzuführen. Erst danach stellt sich in
diesen Fällen die Frage nach der Differentialtherapie. Diese sollte, fast in
allen Fällen, in denen dies möglich ist, primär einen kausalen Ansatz haben,
der ggf. durch symptomatische antipyretische Maßnahmen zu ergänzen ist.
Im Lehrmodul stehen die grundsätzlichen Prinzipien der differentialtherapeutischen Ansätze gegenüber den spezifischen Details wie z. B. der von
Dosierungsfragen oder spezifischen operativen Techniken im Vordergrund.
Die „Fieberlehre“ ist zwar ein seit dem Altertum medizinhistorisch begründeter eigenständiger Bereich in der Medizin, geht jedoch heute in unterschiedlichen Bereichen der konservativen und operativen Fachgebiete auf.
Seit den 1960er-Jahren wurden ganz besonders in Deutschland, dem Ursprungsland einer wissenschaftlich begründeten Infektionsmedizin, viele
Strukturen einer eigenständigen infektiologischen und immunologischen
Medizin zugunsten einer organbezogenen Fachzuordnung aufgegeben
oder infrage gestellt. Mit dem zunehmenden Einsatz von immunsuppressiven und immunmodulatorischen Therapiestrategien und dem zunehmenden Problem der Selektion von Erregern, die resistent gegen verfügbare
antivirale und antimikrobielle Chemotherapeutika sind, kehrt sich diese
Entwicklung in jüngerer Zeit teilweise wieder um. Seit 2005 ist die Infektiologie als eine eigenständige zusätzliche Weiterbildung bei den Ärztekammern eingeführt worden, und über eine eigenständige, ärztlich verantwortete Krankenhaushygiene wird die weitere Verzahnung von Klinik und
Mikrobiologie gefördert.
Somit umfasst das Modul neben Differentialdiagose und -therapie auch
die Prävention und Rehabilitation von Krankheiten und Leidenszuständen,
deren Leit- oder Begleitsymptom das Fieber ist.
Ziele und Inhalte des Unterrichts
Das Modul „DDT–Leitsymptom Fieber“ (eine Blockwoche) soll dem zukünftigen Arzt die Kompetenz vermitteln, Fieber und auf Fieber hinweisende
Zustände zu erkennen, diagnostisch einzuordnen, geeignete Maßnahmen
zur rationalen Diagnostik zu initiieren und die Grundzüge für eine sachgerechte Therapie zu beherrschen. Schwerpunkte liegen in unterschied­
lichen klinischen Bereichen der konservativen und operativen Medizin, aber
teilweise auch präklinisch in den Prinzipien einer rationalen virologischen
und mikrobiologischen Diagnostik. Teile des Unterrichts werden zeitgleich
von mehreren Dozenten aus unterschiedlichen Fachgebieten bestritten, in
denen fallbezogene Aspekte interaktiv und aus unterschiedlichen Gesichtspunkten diskutiert werden.
Besonderheiten des Moduls
Das Lehrmodul gehört von Inhalt und Struktur her zum zehnwöchigen DDTKurs im fünften Studienjahr. Das Modul hat aber eine eigenständige Klausur mit 30 MC-Fragen, die im Anschluss an die DDT-Woche „Fieber“ noch
vor den anderen DDT-Klausuren gesondert stattfindet. Das Bestehen dieser
Klausur qualifiziert – in Verbindung mit dem Bestehen der „Immunologie
I“-Klausur (im Lehrplan des dritten Studienjahres) für den Schein „Immunologie“. Die Erlangung dieses Scheins ist eine notwendige Voraussetzung
für das Praktische Jahr.
| R. E. Schmidt
136 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_309
| G. Behrens
Curricula | MSE_P_509
CURRICULA
Klinische Pharmakologie / Pharmakotherapie
Prof. Dr. Dirk O. Stichtenoth, Prof. Dr. Jens Jordan
| Das darf man nicht gleich ...
| Die Arzneimitteltherapie ist genauso anspruchsvoll, effektiv und risikoreich
wie ein chirurgischer Eingriff. Medikamente retten Leben, ohne die moderne Arzneimitteltherapie würden viele Erkrankungen tödlich verlaufen,
die heute als heilbar eingestuft werden. Doch Medikamente bergen auch
ein hohes Risikopotenzial. Aufgrund von Medikationsfehlern sterben in
Deutschland mehr Menschen als im Straßenverkehr.
... das soll man gleich können
Hauptverzeichnis Rote Liste
01. Abmagerungsmittel
02. (unbesetzt)
03. Acidosetherapeutika
04. Analeptika/Antihypox.mika
...
...
...
83. Venentherapeutika
84. Vitamine
85. Wund- und
Narbenbehandlungsmittel
86. Zytostatika
Dasselbe Medikament kann in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und
Begleiterkrankungen unterschiedlich starke Wirkungen entfalten. Nur ein
Bruchteil der gängigen Arzneimittel: ist auch für Kinder zugelassen. Die
Anwendung von Arzneimitteln bringt darum eine große Verantwortung
mit sich. Jeder Mediziner, unabhängig von seiner Fachrichtung, muss sich
ein fundiertes Wissen über die Wirkungen, Wechsel- und Nebenwirkungen
von Arzneistoffen sowie deren Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung im
menschlichen Körper erwerben.
Die Aufgabe des Faches Klinische Pharmakologie ist es, die Therapie mit
Arzneimitteln für den Patienten effizienter und sicherer zu gestalten. Basierend auf den im Modul „Allgemeine Pharmakologie/ Toxikologie“ im
dritten Studienjahr erworbenen Kenntnissen über Wirkmechanismen, Pharmakokinetik und unerwünschte Wirkungen sollen die Studierenden lernen,
eine medikamentöse Therapie kritisch zu beurteilen und nach den Kriterien
Sicherheit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu optimieren. Zu diesem
Zweck vermittelt das Modul „Klinische Pharmakologie und Pharmakotherapie“ den angehenden Ärztinnen und Ärzten ein breites Wissensfundament und die Maßstäbe der Arzneimittelkunde. Dadurch sollen die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen in der Lage sein, trotz des steten Wandels
der Therapiestrategien und der zur Verfügung stehenden Arzneimittel aktuelle Erkenntnisse und Forschungsergebnisse individuell zum Wohle des
Patienten umzusetzen
Das Modul Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie hat eine bundesweite Beispielfunktion, die auch international publiziert wurde (Stichtenoth
DO, Frölich JC, Eur J Clin Pharmacol 2004; 60: 225-9). Das Modul besteht
aus sieben Vorlesungen mit praktischen Aufgaben, welche die zentralen
Inhalte der Klinischen Pharmakologie wie z. B. das Thema Arzneimittelentwicklung (siehe Curriculum) vermitteln. Der Anwendung dieses Wissens
im klinischen Kontext dienen gegenstandsbezogene Studiengruppen mit
Fallvorstellungen, die sich mit den Vorlesungen abwechseln.
Um die Studierenden beim Eigenstudium zu unterstützen
und die Fülle des Stoffes zu ordnen, wird ein Begleitbuch
zur Verfügung gestellt, das eine Vorschau auf die Lernziele
und die Lerninhalte der jeweiligen Veranstaltung enthält,
Lehrbuch- und Literaturempfehlungen gibt sowie für jede
Lehrveranstaltung eine Übungsaufgabe enthält, die mit dem
Vorwissen und Recherche lösbar ist.
Die Verzahnung mit den klinischen Fächern ist kennzeichnend für das innovative und praxisnahe Lehrkonzept HannibaL der Medizinischen Hochschule Hannover. Gewährleistet wird dies dadurch, dass das Modul „Klinische
Pharmakologie/Pharmakotherapie“ in das übergeordnete Modul „Differentialdiagnostik und Therapie“ eingebettet ist.
Eine wichtige Maßnahme zur Sicherung des Lernerfolges und Förderung
des Eigenstudiums ist die Bereitstellung der aktuellen Lehrmaterialien der
Dozenten auf der Lehr-Homepage des Instituts (www.mh-hannover.de/modulklinpharm.html).
Als Leistungskontrolle erfolgt am Ende jedes Tertials eine schriftliche, fachbezogene Prüfung mit Schwerpunkt auf den gelehrten Inhalten. Diese Prüfung wird als Multiple-Choice-Klausur mit dem elektronischen und mobilen
Prüfungssystem Q[kju:]-Exam durchgeführt, das mit dem Modellstudiengang entwickelt wurde. Dadurch wird eine valide, faire und rechtssichere
Prüfung gewährleistet. Als Anreiz für Spitzenleistungen und um die Bedeutung des Moduls zu unterstreichen, wird ein Studienpreis für die beste Abschlussklausur vergeben.
| D.O. Stichtenoth
| J. Jordan
| S. Engeli
| C. Schröder
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_509 | 137
Curricula | MSE_P_510
Klinisch pathologische Konferenz
CURRICULA
Prof. Dr. Hans-H. Kreipe
| Rudolf Virchow, der Begründer der Pathologie in Deutschland, hat als Kern
des Faches den „anatomischen Gedanken” in der Medizin bezeichnet. Das
heißt, mit den Methoden der Anatomie werden Erkrankungen über ihren
Sitz im Körper und makroskopische sowie mikroskopische Veränderungen
der betroffenen Organe definiert. Darüber hinaus ergeben sich aus der pathologischen Anatomie Einblicke in die Krankheitsursachen.
Die pathologische Anatomie hat ihre Anfänge in der Obduktionspathologie
genommen, heute macht diese weniger als 0,3 % der beurteilten Fälle in
der Pathologie aus. Als Pathologen stellen Ärzte Krankheitsdiagnosen beim
Lebenden (Biopsien) anhand mikroskopischer Organveränderungen mit so
hoher Zuverlässigkeit, dass von „histologisch gesichert“ gesprochen wird.
Mehr als 95 % aller Krebsdiagnosen z. B. stammen von Ärztinnen und Ärzten für Pathologie.
Zur klassischen Morphologie tritt in den letzten Jahren zunehmend die
­Molekularpathologie, die unterhalb des mikroskopisch Sichtbaren Veränderungen von Proteinen und vor allem der DNA nachweist, um Krankheitsprozesse sicher einzuordnen oder die Wirksamkeit von Medikamenten bei
Krebs im Rahmen der individualisierten Therapie vorherzusagen.
Was unbedingt vermittelt werden soll, sind die elementaren und grundlegenden Begriffe der allgemeinen Pathologie oder Krankheitslehre, die
auch als 70 Definitionen umfassender Katalog im Skript vorliegen. Diese zentralen Begriffe werden anhand von 120 Krankheitsbeispielen, die durch
die Studierenden zu mikroskopieren sind, veranschaulicht. Im Modul
­„Klinisch-pathologische Konferenz“ soll vermittelt werden, wie die pathologische Diagnostik in das Managment von klinischen Fällen integriert
wird.
Dazu soll jeder Studierende an einer der zahlreichen regelmäßigen klinisch-pathologischen Konferenzen an der MHH teilnehmen, und anhand
einiger häufiger und typischer Krankheitsbilder wird vorgestellt, wo pathologisch-anatomische Unterstützung bei der Diagnostik unverzichtbar ist,
was sie leisten kann und wo ihre Grenzen sind.
Organisation der Lehre im Fach Pathologie an der MHH
Im Modul Pathologie werden organübergreifende Prinzipien der allgemeinen Krankheitslehre vorgestellt, im Modul „Klinisch-pathologische
Konferenz“ wird anhand ausgesuchter klinischer Beispiele die Rolle der
­diagnostischen Pathologie bei der Abklärung häufiger und komplexer
Krankheitsbilder erläutert.
| Histologisches Bild eines Adenokarzinoms der Lunge aus dem Kurs „Pathologie“
Ziele und Inhalte des Unterrichts
Die Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie ist mit sechs Jahren eine
der längsten. Daher kann die Lehre in der Pathologie nur einen Einblick
verschaffen und anders als in den anderen Fächern keine anwendbare diagnostische Kompetenz.
| H.-H. Kreipe
138 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_510
| F. Länger
Curricula | MSE_P_511
Radiologie
CURRICULA
Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz
Prof. Dr. Frank Wacker
| Bildgebende radiologische Verfahren vom einfachen Röntgen über die Com-
putertomohtraphie, die Sonographie bis zur Magnetresonanztomographie
erlauben neben der direkten Darstellung der Anatomie und Pathologie des
lebenden Menschen auch Aussagen zur Funktion einzelner Organe. Diese Methoden sind von zentraler Wichtigkeit in der Diagnosefindung und der Therapiesteuerung. Die digitale Aufarbeitung, die Wertung der morphologischen und
Funktionellen Information und die Kommunikation von Bild und Befund sind
Aufgaben der Diagnostischen Radiologie und Neuroradiologie.Die Radiologinnen nutzen nicht mehr ausschließlich ionisierende Strahlung (die „klassischen“
Röntgenstrahlen) sondern weitere bildgebende Verfahren wie z. B. die Magnetresonanztomographie oder den Ultraschall. Durch immer schneller werdende
Aufnahmetechniken werden dabei funktionelle Informationen (z. B. Herzwandbewegungen, Organperfusion, Aktivität funktioneller Hirnareale) direkt dargestellt. Zusätzlich haben, insbesondere gemeinsam mit der Nuklearmedizin
Kombinationsuntersuchungen Eingang in die klinische Diagnostik gefunden.
Das bildgestützte minimal-invasive Vorgehen in der Interventionellen
­Radiologie erlaubt neben transarteriellen Eingriffe in der Angiographie gezielte Biopsien, Drainagen von Flüssigkeitsverhalten und die perkutane lokale
Ablation von Tumoren. Dies erfolgt in der Regel bildgestützt unter Verwendung von CT und US. Therapeutische Maßnahmen unter angiographischer
Kontrolle sind z. B. die Beseitigung von Gefäßverengungen, die zuerst aufgebohrt und mit Ballonkathetern behandelt werden und ggf. mit Stent zur
Offenhaltung der Gefäße versorgt werden. Diese können auch verwendet
werden, um Gefäßaussackungen (Aneurysmen) auszuschalten. Gezielte Gefäßverschlüsse (Embolisationstherapie) mit kleinen Metall-Spiralen, Gefäßkleber oder Partikeln werden zur Blutstillung eingesetzt. Die Embolisation in
Kombination mit lokaler Chemotherapie (TACE) für die Tumorthearpie gehört
ebenfalls zum Spektrum der interventionellen Radiologie.
Im Einzelnen sollen folgende Lernziele vermittelt werden:
• Technisch-physikalische Grundlagen einschl. Strahlenschutz
• Grundfertigkeiten der Bildanalyse
•
Erkennung häufiger Krankheitsmuster in den verschiedenen Modalitäten
bildgestützter Diagnostik
•
Diagnostische Algorithmen und multimodale Bildgebung
•
Möglichkeiten bildgestützter Interventionen
Alle gängigen Modalitäten von konventioneller Röntgen-Bildgebung über Sonographie, Computertomographie, Magnetresonanztomographie und Angio-
| F. Wacker
| S. Dettmer
| J. Weidemann
| G. Stamm
graphie werden mit ihren Vor- und Nachteilen einschl. Strahlenschutzaspekten
sowie den Kontraindikationen behandelt. Thematische Schwerpunkte sind
Thorax, Abdomen, Skelett, Urogenitalsystem, Herz- und Gefäßsystem, Mamma
und ZNS. Die Studierenden sollten am Ende des Studiums das Funktionsprinzip
der unterschiedlichen Methoden in ihren Grundlagen verstanden haben. Häufige und in der Bildgebung typische Krankheitsbilder sollen richtig beschrieben
und erkannt werden. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden sollten
den Studierenden präsent sein, sodass sie für eine spezielle Fragestellung bei
einem bestimmten Patienten die geeignete, d.h. diagnostisch zielführende und
kosteneffektive Untersuchungsmodalität auswählen können. Indikationen und
Techniken interventionell-therapeutischer Maßnahmen werden vorgestellt.
Neben dem Einsatz im Rahmen bildgebender Verfahren kommen ionisierende Strahlen auch im Bereich der Therapie zum Einsatz (Strahlentherapie)
– in kurativen Konzepten häufig in Verbindung mit anderen onkologischen
Therapien wie der Operation oder der Chemotherapie. Die modernen bildgebenden Verfahren und technischen Möglichkeiten ermöglichen dabei
eine Hochpräzisionsbestrahlung unter optimaler Erfassung des Tumorgewebes und gleichzeitiger Schonung der umgebenden gesunden Organe.
Im Rahmen der Lehrveranstaltungen der Klinik für Strahlentherapie und
Spezielle Onkologie werden in diesem Zusammenhang sowohl die strahlenbiologischen und physikalischen Grundlagen als auch die Rolle der
Strahlentherapie im Rahmen solcher interdisziplinärer onkologischer Therapiekonzepte beispielhaft dargestellt. Nach Abschluss des Curriculums sollten die Studierenden die grundsätzlichen biologischen und physikalischen
Aspekte verstanden haben und bei den häufigen Tumorentitäten den Einsatz der Strahlentherapie im interdisziplinären Kontext benennen können.
Als typisches Querschnittsfach werden die Inhalte das ganze Studium hindurch
interdisziplinär in verschiedenen Lehrveranstaltungen vermittelt: 1. Studienjahr:
Propädeutikum; Anatomie | 2. Studienjahr: Diagnostische Methoden; Wahlfach
I (zusammen mit Anatomie) | 3. Studienjahr: Wahlfach II Radiologie | 4. Studienjahr: Blockpraktikum Innere; operatives Stoffgebiet – Chirurgie | 5. Studienjahr:
Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz | 6. Studienjahr:
Optionales PJ-Tertial Radiologie
Ergänzend werden interaktive multimediale Lernmodule über die fachübergreifende webbasierte ILIAS-Lernplattform angeboten (z. B. Lernmodul
­Basis-Thoraxbefundung oder Lernmodul Computertomographie bei Vielfachverletzten/Polytrauma).
| D. Steinmann
| F. M. Bengel
| M. Bremer
| H. Christiansen
| M. Werner
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_511 | 139
Curricula | MSE_P_512
Palliativmedizin
CURRICULA
Prof. Dr. Christoph Reuter, Prof. Dr. Arnold Ganser, Prof. Dr. Nils Schneider
| Palliativmedizin wird als eine umfassende Behandlung und Betreuung
von Menschen mit unheilbaren weit fortgeschrittenen Erkrankungen verstanden. Bedingt durch die Zunahme chronischer sowie Tumorerkrankungen und vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung
wird der Bedarf an palliativmedizinischer Versorgung in den kommenden
Jahren weiter steigen.
Ziel der Palliativmedizin ist es, den Patienten eine möglichst gute Lebensqualität bis zum Tod zu ermöglichen. Dabei sollen körperlich belastende
Symptome gelindert und entsprechend den Wünschen der Patienten auch
soziale und seelische Belastungen sowie spirituelle Fragestellungen berücksichtigt werden. Dabei ist Palliativmedizin auf Arbeitsweisen und Kenntnisse
verschiedener Professionen angewiesen.
Je nach Schwere und Verlauf der Grunderkrankung und den begleitenden
Belastungen und Fragestellungen kann man eine allgemeine und spezielle
Palliativversorgung unterscheiden. Im Spannungsfeld von Behandlungswünschen und Therapiebegrenzung dem einzelnen Menschen eine gute
und angemessene Behandlung zukommen zu lassen ist eine Herausforderung für alle professionellen und ehrenamtlichen Begleiter sowie für die
Familien der Betroffenen. Diese Herausforderung besteht sowohl für die
stationäre als auch für die ambulante Versorgung und besonders an den
Schnittstellen.
Die Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation (mit Palliativmedizin), das Institut für Allgemeinmedizin,
das Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin und die
Forschungs- und Lehreinheit Psychologische Medizin haben ein spezielles
Curriculum für das QSF Palliativmedizin entwickelt, das medizinische und
psychologische ebenso wie ethische und rechtliche Aspekte einschließlich
Versorgungsfragen integriert und Sie auf kommende berufliche Herausforderungen vorbereitet.
Das QSF umfasst insgesamt 37 Stunden, aufgeteilt in:
1. Vorlesungen:
Diese führen Sie in die Palliativmedizin unter besonderer Berücksichtigung
der unterschiedlichen Perspektiven ambulanter und stationärer Versorgung
ein. Inhalte der Inneren Medizin und Schmerztherapie werden mit dem
­Fokus auf Symptomkontrolle wiederholt.
2. Praktikum/Patientenkontakt:
In Gruppen von ein bis vier Studenten besuchen Sie einen Patienten aus
einem Hospiz/einer Palliativstation, aus einer palliativmedizinisch tätigen
hausärztlichen Praxis oder anderen Einrichtung der ambulanten Palliativ­
versorgung oder ein konsiliarisch palliativ behandelter Patient der MHH
und führen eine erweiterte Anamnese und Untersuchung durch.
3. Seminar:
Sie stellen „Ihren“ Patienten in einem Referat vor und diskutieren Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten sowie ethische Aspekte mit Ihren
Kommilitonen und den Dozenten im Hinblick auf die o. g. Schwerpunktthemen.
Lernziele:
• Symptombehandlung bei Schwerkranken und Sterbenden
• Erlernen einer angemessenen Sterbebegleitung an Fallbeispielen
•
Kenntnisse über die speziellen Versorgungsmöglichkeiten für Schwerkranke und Sterbende
•
Kenntnis der Rechtsgrundlagen von Sterbehilfe/Sterbebegleitung und
Kenntnis der relevanten Versorgungstrukturen
• Fähigkeit zum schnittstellenübergreifenden Behandeln der Patienten
• Ethische Gesichtspunkte ärztlicher Behandlung am Lebensende
Schwerpunktthemen:
• Symptomkontrolle
•
Sozialrechtlicher Rahmen: Versorgungsstrukturen und
­Schnittstellenprobleme
• Situation der Angehörigen
• Sterbehilfe/Suizid: ethische Gesichtspunkte und Konflikte
| C. Reuter
140 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_512
| A. Ganser
| N. Schneider
Curricula | MSE_P_513
CURRICULA
Blockpraktikum MHH
Prof. Dr. Hermann Haller
| Das Modul „Blockpraktikum MHH“ befindet sich
im C-Tertial des fünften Studienjahres. Hier haben
Sie die Chance, einen eigenen Schwerpunkt zu
setzen oder ihn zu überprüfen, bevor die Wahl für
das PJ getroffen werden muss. Fachgebiete, die im
bisherigen Studium besonders interessierten, aber
noch nicht in der Praxis erprobt wurden, können
hier kennengelernt und das bereits erworbene
Wissen in Differentialdiagnostik und -therapie in
der Praxis angewandt und vertieft werden.
Das Blockpraktikum MHH dauert insgesamt zwei
Wochen und erfolgt auf einer von Ihnen selbst
ausgewählten Station bzw. Ambulanz der MHH.
Der Zeitpunkt ist flexibel wählbar und kann je
nach Verfügbarkeit der Wunschstation und individueller Studienplanung auch in die vorlesungsfreie Zeit verschoben werden. Die Voraussetzung
zur Teilnahme am MHH Blockpraktikum ist der
vollständige Besuch des vierten Studienjahres.
| Kennenlernen des Arztalltags im Studium – unter Supervision steht die ganzheitliche Betreuung von Patienten im
Durch das Blockpraktikum wird Ihnen ein unmit- Mittelpunkt des Moduls.
telbarer Einblick in den Stations- bzw. Poliklinikalltag gewährt, um die Rolle als Arzt/ Ärztin in der Betreuung von Patienten
und innerhalb eines Teams zu erleben. Das bedeutet, dass es innerhalb
dieser zwei Wochen Ihre Aufgabe sein wird, selbstständig drei Patienten
von A bis Z zu betreuen. Dazu gehören u. a. die Aufnahmeuntersuchung,
Diagnostik und Therapieplanung. So kann das Gelernte der letzten Jahre
angewandt und weiter verfestigt werden.
Während dieser Zeit steht Ihnen selbstverständlich ein fester Ansprechpartner in Person des Stations- bzw. Ambulanzarztes zur Verfügung. Er berät
bei Fragen, steht in schwierigen Situationen zur Seite und begleitet Ihr ärztliches Handeln.
Auch das Verfassen von Arztbriefen und gegebenenfalls die Entlassungsuntersuchung stellen einen wesentlichen Punkt im Konzept des Moduls dar.
Die Studienleistung im Modul besteht darin, über zwei Patienten, die Sie
betreuen, Arztbriefe zu verfassen. Damit Sie dafür das nötige Handwerkszeug mit auf den Weg bekommen, findet vor Beginn des Blockpraktikums
ein Seminar zum Verfassen von Arztbriefen statt. Hier lernen Sie, die wichtigen Informationen zum Patienten strukturiert und der Situation angebracht
zu Papier zu bringen, sodass der weiterbehandelnde Arzt die von Ihnen
begonnene Therapie nachvollziehen und fortführen kann.
Die Modulabschlussprüfung besteht aus zwei Patientenvorstellungen entweder im Rahmen einer Visite oder einer Frühbesprechung. Sie werden von
Ihrem betreuenden Arzt benotet und die Note wird auf einem „Laufzettel“
notiert. Der vollständig ausgefüllte Laufzettel und die mit Ihrem betreuenden Arzt besprochenen Arztbriefe geben Sie im Anschluss des Moduls
im Studiendekanat ab. Die Note des Blockpraktikums MHH geht zu 25 %
in ein bereits abgeleistetes Blockpraktikum mit ein. Dabei bestimmt der
Schwerpunkt des Blockpraktikums MHH das Modul, in das die Note einfließt.
Ziel ist es, Sie vor Beginn des Praktischen Jahres in Ihrer Schwerpunktsetzung zu unterstützen, Sie supervidiert an den Alltag als Stationsarzt/-ärztin
heranzuführen und Ihnen die Grundlagen zum Verfassen von Arztbriefen
mit auf den Weg zu geben.
Die freie Wahl der Station lässt Ihnen den Freiraum für Ihre individuelle
Entfaltung. Mit Blick in die Zukunft können Sie sich Türen öffnen oder auch
manchmal schon im Vorfeld sehen, was Ihnen möglicherweise nicht so liegt.
| H. Haller
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_513 | 141
Curricula | MSE_P_515
Schmerzmedizin
CURRICULA
Das „Longitudinale Modul Schmerzmedizin“ (LoMoS) – ein Beispiel
für interdisziplinäres Lehren und Lernen
Dr. Lars Friedrich, Dr. Kai Johanning, Prof. Dr. Wolfgang Koppert
| Warum ist Schmerzmedizin wichtig?
In der klinischen Tätigkeit als Ärztin oder Arzt werden Sie immer auch mit
Schmerzproblemen Ihrer Patienten konfrontiert. Schmerzen sind der häufigste Grund, warum Patienten einen Allgemeinarzt aufsuchen. Daher sollte
jeder Arzt Schmerzen richtig diagnostizieren und mit einfachen Algorithmen
bzw. Interventionen behandeln können. Leider wird dieser Tatsache bis jetzt
im Medizinstudium nicht genügend Rechnung getragen. Hinsichtlich des
therapeutischen Managements stoßen junge Ärzte rasch an ihre Grenzen
und fühlen sich schlecht vorbereitet – und das soll nicht so bleiben!
Die Approbationsordnung verweist nur in allgemeiner Form auf „Schmerzen“, vorhandene Curricula und Lernzielkataloge sind ungeeignet, für die studentische Lehre herangezogen zu werden, da sie sich auf die Weiterbildung
„spezielle Schmerzmedizin“ nach der Approbation beziehen. Schmerztherapie wurde an der MHH im 4. Studienjahr im Modul Anästhesiologie mit 7
Vorlesungs- und 4 Seminarstunden sowie im 5. Studienjahr im Modul „Pallia­
tiv­medizin“ unterrichtet. Da Ihr Stundenplan bereits mehr als voll ist, möchte
das „longitudinale Modul Schmerzmedizin“ keine neuen Unterrichtsstunden
produzieren, sondern den vorhandenen Lehrplan innovativ nutzen!
Sie lernen bereits während Ihres gesamten Medizinstudiums – verteilt
über alle Studienjahre und in nahezu allen Fachbereichen – Aspekte der
Schmerzmedizin kennen. Diese Inhalte werden bis jetzt nicht im Sinne einer
Lernspirale, die zuvor Erlerntes an anderer Stelle wieder aufgreift und fortführt, genutzt, sondern stehen nebeneinander, oftmals mit Redundanzen
oder Lücken. Die Bedeutung der Schmerzmedizin für die klinische Praxis
wird so nicht deutlich (genug), und der Bezug auf die Behandlung eines
Schmerzpatienten fehlt. Für Schmerzmedizin gilt vielleicht noch etwas mehr
als sonst in der Medizin: „Einfache Lösungen können bei komplexen Problemen nicht erfolgreich sein“. Eine erfolgreiche Therapie kann immer nur
interdisziplinär gelingen. Gleichzeitig können Sie am Beispiel Schmerzmedizin grundlegende klinisch-diagnostische Herangehensweisen üben und
insbesondere auch ärztliche Haltungen und Einstellungen zu schwierigen
Themen (z.B. „der schwierige Patient“, Entscheidungen am Lebensende,
Überbringen schlechter Nachrichten) konkretisieren.
Schmerzmedizin stellt hohe Ansprüche, sowohl an Patienten als auch im
besonderen Maße an ihre Behandler. Die Probleme der Patienten sind vielfältig und oftmals durch eine lange Lebens- und Krankengeschichte verursacht. Die Behandlung erfordert Geduld, und eine vollständige Heilung ist
mitunter nicht möglich. Nur wenige fühlen sich dem Thema gewachsen,
viele versuchen es zu vermeiden – wir möchten Ihnen diese Scheu nehmen
und das nötige Handwerkszeug liefern.
| Im Jahrgangsübergeifenden Curriculum Schmerzmedizin lernen die Studierenden durch das gesamte Studium hindurch Schmerzen richtig zu diagnostizieren und zu behandeln.
142 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_515
CURRICULA
Curricula | MSE_P_515
Das „longitudinale Modul Schmerzmedizin“, entwickelt als Projektarbeit im
Rahmen des Studiengangs „Master of Medical Education“ (MME), ist ein
Novum an deutschen Fakultäten. Alles, was derzeit zum Thema Schmerzmedizin unterrichtet wird, soll didaktisch aufbereitet und miteinander vernetzt
werden. Es entsteht so ein „longitudinales Curriculum Schmerzmedizin“,
dem Sie entnehmen können, was Sie zu welchem Zeitpunkt wissen, erläutern oder anwenden können. Der Zusammenhang zwischen Grundlagen
in der Vorklinik und Patientenbehandlung in der Klinik soll Ihnen deutlich
werden. Sie werden also immer wieder in unterschiedlichem Kontext auf
Schmerzmedizin treffen, das LoMoS-Logo soll Ihnen bei der Orientierung
helfen. Die Lehrinhalte werden auch auf einer Online-Plattform bereitgestellt werden. Prüfungen erfolgen zunächst wie bisher im Rahmen der Prüfungen der einzelnen Fachbereiche. Eine Modulprüfung mit Repertorium ist
in Vorbereitung.
Die Entwicklung von „LoMoS“ zu einem fertigen Curriculum ist noch lange
nicht abschlossen, an vielen Stellen wird noch Feinabstimmung notwendig
sein. Sie werden regelmäßig dazu befragt werden – bitte nutzen Sie die
Möglichkeit, uns mitzuteilen, wo Sie noch Optimierungsbedarf sehen, und
lassen Sie Ihre Vorstellungen einfließen!
Für alle Fragen und Anregungen von Studierenden und Lehrenden in ­Zusammenhang
mit dem „longitudinalen Modul Schmerz­
medizin“ sind die Lehrverantwortlichen
jederzeit gern erreichbar.
INFO Kontakt
Dr. Lars Friedrich
0176 1532 3346
friedrich.lars@mh-hannover.de#
| L. Friedrich
| K. Johanning
| W. Koppert
Dr. Kai Johanning
0511 532 9375 oder 0176 1532 3319
johanning.kai@mh-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_515 | 143
Curricula | MSE_P_516
Arbeitsmedizin, Klinische Umweltmedizin
CURRICULA
Prof. Dr. Renate Wrbitzky
| Arbeitsmedizin
Lernziele und allgemeine Informationen für Studierende
Die Studierenden verfügen nach Abschluss des Moduls über praxisrelevante
und prüfungsrelevante Basiskenntnisse in der Arbeitsmedizin. Durch Fallbeispiele, Patientenvorstellungen und Betriebsbegehungen in regionalen Wirtschaftsunternehmen mit den betreuenden Arbeitsmedizinern werden Einblicke
in die praktische Tätigkeit der Arbeits- und Betriebsmedizin erlangt und die
Fertigkeit vermittelt, ausgesuchte arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
durchführen zu können. Dabei sollen insbesondere Kenntnisse und Fähigkeiten
zur Beurteilung von arbeitsbedingten Einflüssen auf die Gesundheit oder die
sich hieraus möglicherweise ergebenden Krankheitsbilder, wie z. B. bestimmte
Berufskrankheiten, übermittelt werden. Inhaltlich richtet sich das Modul nach
der neuen Approbationsordnung für Ärzte und ist somit auch als Prüfungsvorbereitung für das Staatsexamen zu sehen. Daher wird der Besuch des Moduls
sowohl zur Vorbereitung der Prüfung als auch des Staatsexamens empfohlen.
Hauptthemen sind:
•
Historie der Arbeitsmedizin, allgemeine Grundlagen sowie Grundlagen
des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für die ärztliche Tätigkeit, Grundsätze und Konzepte der Arbeitsmedizin.
•
Arbeitsbedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten: Es werden Kenntnisse und Fähigkeiten zur Abschätzung des ursächlichen Zusammenhangs von Erkrankungen und Arbeit vermittelt.
•
Körperliche Belastungen und Beanspruchungen: Es werden Kenntnisse
und Fähigkeiten zur Einschätzung von unterschiedlichen körperlichen
Belastungen, wie Lärm, Vibrationen, Hitze, Heben und Tragen sowie weiterer physikalischer und biologischer Noxen übermittelt.
•
Psychische Belastungen und Beanspruchungen: Welche Gefahren drohen durch zunehmende psychomentale Belastungen am Arbeitsplatz
und durch eine verlängerte Lebensarbeitszeit? Es werden präventive und
therapeutische Möglichkeiten vorgestellt.
•
Gefahrstoffe in der Arbeitswelt: Es werden ausgewählte Gefahrstoffe,
deren messtechnische Erfassung, die Interpretation von Messdaten sowie deren Wirkung auf den menschlichen Körper vorgestellt.
•
Biologisches Monitoring als diagnostisches Instrument: An ausgewählten Beispielen werden die Möglichkeiten und Grenzen der Untersuchung
von Gefahrstoffen in human-biologischem Material und arbeitsmedizinische Grenzwertsysteme (Deutschland, EU, USA) vorgestellt. Schwerpunktthemen sind krebserzeugende und hautresorptive
Stoffe sowie analytische und toxikologische Aspekte des
Biomonitorings.
Klinische Umweltmedizin
Lernziele und allgemeine Informationen
für Studierende
Im Bereich der Klinischen Umweltmedizin werden Patienten
mit Beschwerden und Erkrankungen, die umweltassoziiert
144 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_516
| R. Wrbitzky
sind oder als solche empfunden werden, ärztlich untersucht, beraten und
behandelt.
Die Klinische Umweltmedizin ist ein sogenanntes Querschnittsfachmit Bezügen zu unterschiedlichen Fachgebieten, da organische Erkrankungen differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden müssen. U. a. sind Fachdisziplinen wie Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin, Dermatologie, HNO-Heilkunde,
Innere Medizin, Mikrobiologie und Hygiene, Neurologie, Pharmakologie, und
Toxikologie, Psychiatrie und Psychosomatik, Radiologie, Sozialmedizin und
Epidemiologie relevant. Die Studierenden lernen im Modul „Klinische Umweltmedizin“ den Umgang mit Patienten, die oftmals fixiert auf eine umweltassoziierte Genese ihrer Beschwerden sind, auch wenn bei medizinisch-wissenschaftlicher Betrachtung ein derartiger Zusammenhang nicht hergestellt
werden kann. Sie erwerben Kenntnisse sowohl über unsinnige alternative
diagnostische Verfahren und Therapien als auch über rationale Diagnostik
und Therapien und die sinnvolle Einbeziehung anderer Fachdisziplinen. Bei
der Darstellung von Einflüssen der Umwelt auf die Gesundheit werden aktuelle Themen mit aufgegriffen. Die Hauptthemen werden in Zusammenarbeit
mit unterschiedlichen Kliniken und Instituten der MHH dargestellt:
Hauptthemen sind:
•
Einführung in das Querschnittsfach Umweltmedizin (Institut für Arbeitsmedizin)
•
Typische umweltmedizinische Syndrome, Fallvorstellungen und Umweltkatastrophen (Institut für Arbeitsmedizin)
•
Biomonitoring in der Umweltmedizin, Anwendung und Bewertung
­(Institut für Arbeitsmedizin)
•
Obstruktive Lungenerkrankung und Umwelt (Klinik für Pneumologie)
•
Schimmelpilze – Freund oder Feind (Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene)
•
Risikofaktoren Trinkwasser (Institut für Medizinische Mikrobiologie und
Krankenhaushygiene)
•
Umweltbezogene Körperbeschwerden aus psychosomatischer Sicht
(Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie)
•
Ernährungseinflüsse auf Wohlbefinden und Gesundheit (Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie)
•
Zahnersatz-Probleme in der zahnärztlichen Praxis (Klinik für Zahnärzt­
liche Prothetik)
•
Umweltbezogene Strahlenbelastung (Klinik für Nuklearmedizin)
| T. Rebe
| M. Bader
| W. Rosenberger
Curricula | MSE_P_517
CURRICULA
Public Health II, Sozialmedizin
Prof. Dr. Thorsten Meyer, PD Dr. Christian Krauth
„Ich habe übrigens seit vielen Jahren das Paradoxon aufgestellt, dass
die steigende Vervollkommnung der ärztlichen Kunst wohl dem Individuum zugutekommt, die menschliche Gesellschaft aber ruinieren wird.“
Christian Albert Theodor Billroth* in einem Brief an Brahms, 1892
| Ärztliche Tätigkeit findet immer unter gesellschaftlichen Rahmenbedingun-
gen statt. Die Art und Weise, wie wir unser Gesundheitssystem organisieren, hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Versorgung der Patientinnen
und Patienten. Neben dem, was wir als qualitativ gute Medizin bezeichnen,
spielen rechtliche Rahmenbedingungen und finanzielle Anreize eine entscheidende Rolle. Dabei befindet sich unser Gesundheitssystem in einem
stetigen Wandlungsprozess. Neben sich stetig ändernden medizinischen
Verfahren und Technologien rücken zunehmend die Finanzierbarkeit des
Gesundheitssystems und die Ökonomisierung der ärztlichen Tätigkeit in den
Vordergrund. Steigende Ausgaben für Gesundheitsleistungen, eine immer
älter werdende Gesellschaft und sich verändernde Bedürfnisse an die Medizin auf Seiten der Bevölkerung stellen das Gesundheitssystem vor große
Herausforderungen. Für Mediziner ist es unumgänglich sich mit den stetig
ändernden Bedingungen im Gesundheitssystem auseinanderzusetzen und
aktiv an der Gestaltung des Gesundheitswesens mitzuwirken. Angehende
Mediziner sollten die Strukturen und Akteure im Gesundheitswesen und
ihre Steuerungsmechanismen kennen, frühzeitig lernen sich mit ökonomischen Fragestellungen auseinanderzusetzen sowie aktuelle gesundheitspolitische Diskussionen einordnen zu können.
Das Modul Sozialmedizin & Gesundheitsökonomie gibt den angehenden Medizinerinnen und Medizinern einen Einblick in das deutsche
Gesundheitswesen, vermittelt die Positionen und Denkweisen der verschiedenen Akteure und zeigt aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen auf.
Die Schwerpunkte der Veranstaltung bilden:
• Das deutsche Gesundheitssystem
• Internationale Gesundheitssysteme
• Finanzierung des Gesundheitswesens
• Ambulante Versorgung
• Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD)
*Christian Albert Theodor Billroth († 1894) war ein deutschösterreichi­scher Mediziner und einer der bedeutendsten Chirurgen
des 19. Jahrhunderts. Er wird allgemein als der Begründer der
modernen Bauchchirurgie und Pionier der Kehlkopfchirurgie
angesehen.
| T. Meyer
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Bedeutung der Selbsthilfe für die medizinische Versorgung
Einführung in die Gesundheitsökonomie
Gesundheitsökonomische Evaluationen
Krankenhausmanagement
Qualitätsmanagement
Fehlermanagement
Medizinrecht
Evidenz-basierte Gesundheitsversorgung
Aktuelle gesundheitspolitische Diskussionen (Priorisierung in der Medizin)
Eine Vertiefung und Anwendung der Inhalte erfolgt im Rahmen eines
begleiteten Seminars am Beispiel eines Themenbereichs, z.B. Versorgung
vulnerabler Patientengruppen, gesundheitsökonomische Evaluation, Evidenz-basierte Medizin, Schwer zu versorgende Regionen, Sozialmedizinische Begutachtung. Die Themen werden in Kleingruppen unter Anleitung
erarbeitet und beinhalten eine Exkursion sowie Zeit zum Selbststudium. Am
Ende des Seminars erfolgt eine Präsentation der erarbeiteten Inhalte. Die Studierenden sollen befähigt werden, das Gesundheitssystem und seine Akteure
aus verschiedenen Perspektiven, z.B. Gesundheitsökonomie, Gesundheitsmanagement, Versorgungsforschung etc., anhand von unterschiedlichen
Ausgangspunkten kennenzulernen und zu verstehen.
Diese Lehreinheit soll dazu beitragen, dass die Studierenden neben einer
individuellen-klinischen Perspektive eine gesellschaftlich- bevölkerungsbezogene Perspektive auf die Gesundheitsversorgung erlangen. Eine solche
Perspektive ist für eine bedarfsgerechte Gestaltung von Gesundheitsversorgung unabdingbar. Ihr Ziel muss es sein, auch die Gesundheit der Bevölkerung insgesamt zu verbessern und die Krankheitslast einschließlich ihrer
sozialen Folgen zu reduzieren. Hierzu gehört eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit medizinischen Handelns
und einer gerechten Verteilung von Solidarleistungen. Die Studierenden
sollen in den Vorlesungen und Seminaren nicht nur theoretisches Wissen
vermittelt bekommen, sondern lernen sich mit sozialmedizinischen und
ökonomischen Fragestellungen auseinanderzusetzen, die verschiedenen
Sichtweisen nachvollziehen und diese auf aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen übertragen zu können.
| C. Krauth
| D. Nowik
| J. Stahmeyer
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | MSE_P_517 | 145
Curricula | Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
CURRICULA
Jahrgangsübergreifendes Curriculum
Innere Medizin
Prof. Dr. Hermann Haller
MSE_P_101 Propädeutikum | MSE_P_508 Klinische Medizin I (im 3. Studienjahr) | MSE_P_408 Blockpraktikum
Innere Medizin | MSE_P_508 Klinische Medizin II (im 5. Studienjahr)
| Die ärztliche Berufsausbildung in der MHH beinhaltet mehr als nur die blo-
ße Vermittlung von Wissen und praktischen Fertigkeiten. Die Studierenden
sollen sich während des Studiums zu praktisch kompetenten und dabei
reflektierten und kritischen Ärztinnen und Ärzten entwickeln. Der Modellstudiengang HannibaL möchte auch die ethische Einstellung zum ärztlichen
Beruf vermitteln.
Lernziele und Betreuung
Das Fach Innere Medizin stellt einen wichtigen Baustein der medizinischen
Ausbildung dar. Viele Erkrankungen der Organsysteme haben ihre Ursache
in internistischen Erkrankungen. Die Grundlagen dafür sind im Bereich der
Physiologie, Pathologie und der Biochemie zu suchen. Das bedeutet, dass
im jahrgangsübergreifenden Curriculum der Inneren Medizin diese Aspekte
besonders reflektiert werden müssen.
Das Ziel der Ausbildung in der Inneren Medizin ist das strukturierte, differentialdiagnostische und -therapeutische Vorgehen bei einem Patienten,
der mit einer bestimmten Symptomatik vorstellig wird. Darüber hinaus müssen die Studierenden das individuelle Leiden des Patienten und die Bedeutung der Erkrankung für das Individuum erkennen lernen.
Ein jahrgangsübergreifendes Curriculum benötigt einen strukturierten Lernzielkatalog. Darin sollen nicht nur die einzelnen Lernziele, sondern auch das
Erreichen dieser Lernziele und deren Verknüpfung mit anderen Lehrinhalten
in den verschiedenen Jahrgängen beschrieben werden.
Lernspirale: Aufgreifen in neuem Kontext
Ein zentrales Element des Modellstudiengangs ist die Lernspirale. Darunter
| Vorlesung mit Patientenbeteiligung
versteht man nicht nur die reine Wiederholung, sondern das Aufgreifen von
bereits gelerntem Stoff in einem anderen Kontext, sowie die Anwendung
des Wissens. Das bedeutet, dass beispielsweise anatomische Kenntnisse
oder molekularbiologische Zusammenhänge nicht nur als Wissen vorausgesetzt werden, sondern dass dieses Wissen explizit in klinischen Zusammenhängen und bei praktischen Fertigkeiten angewendet wird. Darum
erstreckt sich die Lernspirale nicht nur auf die Vorlesungen, sondern findet
sich auch in anderen Unterrichtsformen, wie die praktischen Übungen im
SkillsLab oder dem elektronischen Lernen wieder.
Auch an die Studierenden stellt eine Lernspirale erhöhte Anforderungen.
Ein Thema ist nie endgültig abgeschlossen und kann nach Abschluss ­einer
Lerneinheit (Modul) nicht einfach „abgehakt“ werden. So positiv und
intensiv sich eine wiederholte Beschäftigung mit dem Stoff auswirkt, bedeutet es jedoch auch, dass Lehrinhalte in späteren Prüfungssituationen
präsent sein müssen und abgerufen werden können.
Von einer Ebene zur nächsten – die Jahre in der Übersicht
Erstes Studienjahr: Propädeutikum
Das Curriculum Innere Medizin beginnt im ersten Studienjahr mit dem
Modul Propädeutikum. Hier werden exemplarisch die beiden Seiten der
Medizin – die naturwissenschaftliche Betrachtung von Mechanismen,
Funktionen und Erkrankungen und die lebensgeschichtliche Komponente
der Krankheitserfahrung – vermittelt und in einen gemeinsamen Kontext
gestellt. In der ersten Woche des Studiums lernen die Studierenden dies am
Beispiel eines konkreten Patientenfalles. Ausgehend von einem krankheitsspezifischen Symptom wird das Leiden des Patienten mit der Analyse des
Leitsymptoms und nachfolgender Anamnese aufgearbeitet. So wird den
Studierenden deutlich, warum ein naturwissenschaftliches Verständnis für
differentialdiagnostische Überlegungen essentiell ist.
Die erste Woche des Studiums beschäftigt sich mit Nierenerkrankungen.
Klinische Symptome der Patienten wie Ödeme und Hypertonie werden ausführlich dargestellt. Darüber hinaus werden auch genetische Nierenerkrankungen mit den humangenetischen und molekulargenetischen Grundlagen
vorgestellt. Am Ende der Woche haben die Erstsemester einen Überblick
über zentrale zellbiologische und physiologische Prinzipien anhand von
konkreten Patientenbeispielen erhalten.
Das Ausbildungsziel ist, dieses strukturierte Regelwerk (Begleitsymptom,
Anamnese, Verdachtsdiagnose, Untersuchungsbefund, diagnostisches Vorgehen und Diagnose) systematisch zu erlernen. In den anderen Wochen
des Propädeutikums werden Rückeneschwerden, Lungenerkrankungen
sowie der Brustkrebses vorgestellt. Begleitet wird das Propädeutikum von
klinischen Visiten in der Poliklinik und auf Krankenstationen, in denen ein
Dozent einer kleinen Gruppe von jeweils sechs Studierenden das Herangehen
146 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
Curricula | Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin
Zweites Studienjahr: Diagnostische Methoden
Die erlernten Fertigkeiten im Propädeutikum werden in der zweiten Hälfte
des zweiten Studienjahres im Modul „Diagnostische Methoden“ wieder
aufgenommen. Das bereits vorgestellte Handwerkszeug wird nun vertieft
und intensiv gelehrt. Die Schritte der Anamnese, die körperliche Untersuchung, das differentialdiagnostische Vorgehensweise sowie die anamnestischen Techniken werden ausführlich geübt. Zum Einsatz kommt dabei
praktischen Übungen, Schauspielpatienten sowie Lernpuppen im Skills Lab.
Diese Fertigkeiten werden am Ende des zweiten Studienjahres in einem umfangreichen praktisch-mündlichen Examen (OSCE) geprüft. Die Fertigkeiten
werden in den darauffolgenden Jahren in Kursen und Famulaturen vertieft.
Drittes Studienjahr: Klinische Medizin I
Im dritten Studienjahr wird die Ausbildung auf dem Gebiet der inneren
Medizin im Modul „Klinische Medizin I“ fortgesetzt. Das Ziel der insgesamt
vierwöchigen Ausbildung ist das intensive Studium von 15 großen internistischen und psychiatrischen Krankheitsbildern. Diese Krankheitsbilder
werden an jeweils einem Tag durch Kliniker, Physiologen, Pathologen und
Pharmakologen vorgestellt. Das interdisziplinäre Vorgehen soll sowohl die
Verschränkung der Fächer aufzeigen als auch die unterschiedlichen Aspekte
des Herangehens an die Krankheitsproblematik deutlich machen, vor allem
das klinisch Relevante an der jeweiligen Krankheit.
Im Rahmen des Blockpraktikums üben sie im Anschluss alle wichtigen
Untersuchungsschritte an stationären Patienten. Über einen Zeitraum von
insgesamt drei Wochen befassen sie sich jeden Tag ausführlich mit der
Krankengeschichte eines Patienten. Dabei kommen strukturelle Hilfsmittel
wie Anamnese- und Untersuchungsbögen zum Einsatz, die am Ende des
Moduls von Dozentinnen und Dozenten kritisch begutachtet und auf Vollständigkeit geprüft werden. Am Ende des dritten Studienjahres haben die
Studierenden die wichtigsten Krankheitsbilder kennengelernt und sind in
der Lage, selbstständig Patienten zu untersuchen.
Viertes Studienjahr: Blockpraktikum Innere Medizin
Im Blockpraktikum (zweiter Teil), das bereits im dritten Studienjahr beginnt,
werden die Krankheitsbilder der Inneren Medizin vertieft und in Vorlesungen abgehandelt. Auch hier geht es vor allem darum, in den Vorlesungen
nicht nur den Stoff zu präsentieren, sondern die klinisch-relevanten Kenntnisse zu vermitteln. Am Nachmittag dieser Kurstage werden mit dem sogenannten Bedside- Teaching Klinik und Pathophysiologie zusammenhängend gelehrt. Die Prüfungen am Ende dieser Kurse erfolgen entsprechend
dem Aufbau des Blockpraktikums sowohl mündlich als auch schriftlich.
| H. Haller
| C. Gutenbrunner
| B. Kubat
CURRICULA
an den Patienten demonstriert. Die klinischen Visiten im ersten Studienjahr der MHH dienen damit nicht nur dem Austausch von Informationen,
sondern versuchen, den Enthusiasmus der Studierenden für klinische und
molekulare Medizin zu wecken und zu fördern.
| Lernspirale durch jahrgangsübergreifende Curricula: Beispiel Innere Medizin
Fünftes Studienjahr: Klinische Medizin II (Innere Medizin)
Das bisher Gelehrte der Inneren Medizin wird im fünften Studienjahr symptombezogen zusammengefasst und unter differentialdiagnostischen und
–therapeutischen Gesichtspunkten angewendet. Eine Woche lang werden
beispielsweise Gang- und Bewegungsstörungen unterrichtet. Die verschiedenen Krankheitsbilder, die diesen Symptomen zugrunde liegen können
(neurologische Krankheitsbilder, Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen), werden
nochmals vorgestellt – begleitend dazu die Klinisch-pathologische Konferenz, die bildgebende Verfahren sowie die Arzneitherapie (Klinische Pharmakologie). Am Ende des Tertials haben die Studierenden die Qualifikation
zum Start in das praktische Jahr erreicht.
Das Ziel des Jahrgangsübergreifenden Curriculums im Modellstudiengang
HannibaL ist, Medizinerinnen und Mediziner auszubilden, die fähig sind,
die klinische Symptomatik des Patienten zu begreifen, sinnvoll in die Diagnostik einfließen zu lassen und im Rahmen dieses Prozesses die jeweiligen
naturwissenschaftlichen Grundlagen solcher pathologischer Veränderungen zu reflektieren und in ihre Überlegungen mit einzubeziehen. Es geht
darum, die Kenntnisse so einzusetzen, dass eine strukturierte Bearbeitung
des Patienten von der Anamnese über die körperliche Untersuchung bis
zum Einsatz von technischen Untersuchungshilfen wie Röntgen, MRT oder
Sonographie durchsichtig wird.
| S. Schneidewind
INFO Kontakt
Prof. Dr. Hermann Haller
0511-532-6319
nephrologie@mh-hannover.de
| P. Bintaro
| S. Hoyer
| S. Hellweg
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Jahrgangsübergreifendes Curriculum Innere Medizin | 147
Curricula | Ärztliche Kommunikation und Gesprächsführung im Modellstudiengang HannibaL
Ärztliche Kommunikation und Gesprächs­führung
CURRICULA
im Modellstudiengang HannibaL
| Im Verlauf des Medizinstudiums erwerben Sie als angehende Ärztinnen
und Ärzte eine große Menge medizinischen Wissens und lernen zahlreiche
diagnostische und therapeutische Optionen kennen. Damit Sie diese zum
Wohl Ihrer späteren Patienten einsetzen und anwenden können, sind sehr
spezifische Fähigkeiten im Bereich Kommunikation, Gesprächsführung und
Interaktion erforderlich. Ohne Kommunikation mit dem ärztlichen Kollegenkreis, in der Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team und vor allem
mit Ihren Patienten und deren Angehörigen kann ärztliches Wissen nicht
hilfreich eingesetzt werden.
Der Modellstudiengang HannibaL bietet den Studierenden von Beginn an
vielfältige Möglichkeiten sich mit ärztlichem Tun und Denken vertraut zu
machen und es zu erproben. Grundlage ist jeweils eine gelungene, vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung. Im Verlauf des Studiums wird theoretisch und praktisch mittels unterschiedlicher didaktischer Methoden die
Auseinandersetzung mit ärztlicher Gesprächsführung ermöglicht. Ärztliche
Gesprächsführung wird geübt und reflektiert - und zwar vom ersten bis zum
letzten Studienjahr.
Im 1. Studienjahr wird die vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung als
explizites Lernziel zum Beispiel in den Vorlesungen des Propädeutikums
thematisiert. Darüber hinaus wird mittels erster praktischer Übungen zur
Gesprächsführung der Grundstein für zwei weitere wichtige Lernziele gelegt: Strukturieren einer Konsultation sowie die Einbindung der Patientenperspektive. Im Sinne einer Lernspirale werden anschließend beide Fähigkeiten am Beispiel Anamneseerhebung und Diagnosemitteilung praktisch
geübt und so die theoretischen Grundlagen unmittelbar erfahrbar gemacht.
Im Modul „Diagnostische Methoden“ findet im 2. Studienjahr in sieben
Lerneinheiten ein intensives supervidiertes Probehandeln in Kleingruppen
statt. Das Feedback aus der Perspektive der Dozenten, der Kommilitonen
und von trainierten Simulationspatienten wirkt dabei unterstützend und ist
für den Lernerfolg unverzichtbar. Die Simulationspatienten werden in drei
Lerneinheiten eingesetzt und von der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie geschult und betreut. Ergänzend werden theoretische
Reflexionen zu zentralen Inhalten ärztlichen Denkens und Handelns, etwa
dem Diagnosebegriff, der Prognose und der Indikationsstellung angeboten
und auf Kommunikation bezogen. Das Modul schließt mit einer multidisziplinären Prüfung ab (OSCE). In zwei Prüfungsstationen (Anamneseerhebung und Diagnosemitteilung) demonstrieren die Prüflinge die erlernten
Skills zu ärztlicher Gesprächsführung. Die fachspezifischen Curricula greifen
anschließend das Lernziel Anamneseerhebung erneut und intensiv auf –
ganz im Sinne der Lernspirale. Sie unterstreichen damit die Bedeutung der
Lernziele für den weiteren Kontakt mit Patienten im Verlauf des Studiums.
So steht zum Beispiel im 3. und 4. Studienjahr in der allgemeinärztlichen
Lehre erstes hausärztliches therapeutisches Probehandeln auf dem Lehrplan
und ist wiederum eingebunden in Rollenspielen mit Simulationspatienten.
In diesem Zusammenhang können aufbauend auf den Basiskompetenzen
Aspekte wie Compliance-Non-Compliance von Patienten sowie Risikokommunikation mit Patienten als herausfordernde Kontexte aufgegriffen und
diskutiert werden. So setzen auch die Psychosomatik und Psychiatrie im
4. Studienjahr einen Schwerpunkt auf ärztliche Gesprächskompetenz im
Kontakt mit „schwierigen Patienten“. Ebenso wird die Psychodynamik von
Interaktionen ausdrücklich als inhaltlicher Schwerpunkt reflektiert.
Auch die zahlreichen Blockpraktika, zum Beispiel der Inneren Medizin im
3. und 4. Studienjahr oder der Kinderheilkunde im 4. Studienjahr, bieten
den Studierenden die Chance, sich kritisch mit der eigenen kommunika­
tiven, sozialen und emotionalen Kompetenz als zukünftige Ärzte auseinander zu setzen.
148 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Ärztliche Kommunikation und Gesprächsführung im Modellstudiengang HannibaL
CURRICULA
Curricula | Ärztliche Kommunikation und Gesprächsführung im Modellstudiengang HannibaL
Im Rahmen des Moduls „Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin“ im
4. Studienjahr werden moralische Bewertungen im ärztlichen Denken
und Handeln reflektiert und die Kommunikation über wertbezogene Inhalte
geübt. Wie können die jeweiligen Überzeugungen von Ärzten oder Patienten begründet werden? Im Vordergrund steht dabei die Verständigung
über den Sinn und Zweck von Therapiemaßnahmen. Im 5. Studienjahr
vertiefen insbesondere die Lehrinhalte der Palliativmedizin den Themenbereich „herausfordernde Kontexte und Emotionen“. Selbständiger Kontakt
zu Patienten, die palliativmedizinisch betreut werden, ist dabei ausdrücklich
Bestandteil des Lehrkonzeptes.
Im 5. Studienjahr findet das Blockpraktikum der Allgemeinmedizin statt.
Hier sind supervidiertes ärztliches Handeln im hausärztlichen Setting und
insbesondere die selbständige Interaktion mit Patienten erfahrbar. Ergänzt
werden die aufgeführten Beispiele durch Lehrinhalte verschiedener Fachrichtungen, die Interaktionen mit Patienten - etwa im Rahmen des Bedside-Teachings in der Kinderheilkunde, der Dermatologie oder im Blockpraktikum der Inneren Medizin – ermöglichen. Wahlfächer bieten darüber
hinaus Vertiefungsoptionen zu kommunikativen Herausforderungen, wie
zum Beispiel das Wahlfach „Patientenuniversität“. Die Studierenden können hier ihre Souveränität im Kontakt mit interessierten Patienten erproben
und trainieren, medizinisches Wissen verständlich zu vermitteln. Im Wahlfach Notfallmedizin der Anästhesiologie (HAINS-Woche), wird an einem
Nachmittag mit trainierten Simulationspatienten ein emotional herausforderndes Notfallszenario geübt und reflektiert.
| L. Grigull
| | A. Kursch
Regelmäßig treffen sich Dozenten aus verschiedenen Lehrbereichen mit
dem Ziel, die Vorgaben der ärztlichen Approbationsordnung zu ärztlicher
Gesprächsführung als Ausbildungs-und Prüfungsgegenstand umzusetzen.
Diese AG Kommunikation arbeitet an der Weiterentwicklung des longitudinalen Kommunikationscurriculums im Modellstudiengang HannibaL, indem
sie sich folgende Fragen stellt:
• Welche Lernziele sollen oder müssen abgebildet werden?
• Sind die Lernziele zufriedenstellend aufeinander abgestimmt?
•
Sind sie vor dem Hintergrund von aufeinander aufbauenden Kompetenzstufen sinnvoll platziert?
• Lassen sich Redundanzen oder Lücken feststellen?
•
Und vor allem: Fühlen sich die Studierenden am Ende des Studiums auf
die kommunikativen Herausforderungen des ärztlichen Handelns gut
und umfassend vorbereitet?
Lassen Sie uns zu diesen zentralen Fragen weiterhin im Gespräch bleiben
oder ins Gespräch kommen!
INFO Kontakt
Angelika Kursch
0511-532-7891
kursch.angelika@mh-hannover.de
| H. Lingner
| G. Neitzke
| T. von Lengerke
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Ärztliche Kommunikation und Gesprächsführung im Modellstudiengang HannibaL | 149
Curricula | Die Wahlfächer
Die Wahlfächer
CURRICULA
zwei Wahlfächer belegt werden: je ein Wahlfach I und ein Wahlfach II. Die
Leistungen im Wahlfach werden benotet und mit Note im Zeugnis ausgewiesen.
Wahlfach II
Die Absolvierung des 2. Wahlfaches ist im Modellstudiengang für das 5.
Studienjahr im Freitertial vorgesehen. Auch hier können Sie aus dem Angebot der Wahlfächer II frei wählen.
Die Anmeldung zu den Wahlfächern I und II erfolgt im Studentensekretariat
bei Frau Ulrich (Geb. I1, S0, 1460) zu den Sprechzeiten.
Die Teilnahme ist nach der Anmeldung lt. Studienordnung, § 13, Absatz 1
verpflichtend.
Man kann sich aber auch schon ab dem 3. Studienjahr für ein Wahlfach II
eintragen, vorausgesetzt man hat das Wahlfach I absolviert und es lässt
sich mit dem Stundenplan vereinbaren.
Das aktuelle Angebot finden Sie hier: www.mh-hannover.de/24645.html
| Bis zum Abschluss des Zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung müssen
Wahlfach I
Das Wahlfach I belegen Sie in der Regel während der ersten beiden Studienjahre. Sie können aus dem Angebot der Wahlfächer I frei wählen.
Das aktuelle Angebot finden Sie hier: www.mh-hannover.de/24588.html
Wahlpflichtfächer I
2014/2015
Modulcode
Abteilung / Fach
Thema
Lehrverantwortliche/r
MSE_WP_231.1
Sportmedizin
Grundlagen der Sportmedizin 1. Termin
Prof. Dr. Tegtbur
MSE_WP_231.2
Sportmedizin
Grundlagen der Sportmedizin 2. Termin
Prof. Dr. Tegtbur
MSE_WP_232
Geschichte der Medizin
Historische und philosophische Analysen des Gesundheitswesens am Beispiel
des Nationalsozialismus
Prof. Lohff/Dr. Stöckel
MSE_WP_233
Med. Psychologie und Pädiatrie
Langzeitbehandlung chronisch kranker Kinder
PD Dr. Lange/Prof. Danne
MSE_WP_235
Biologie/Genetik
Grundlagen der genetischen Diagnostik un Gentherapie
PD Li/Prof. Schambach
MSE_WP_238
Exp. Pneumologie
Mechanismen der akuten Lungenentzündung
PD Dr. Maus WS od. SS
MSE_WP_239.1
Innere Medizin
Vom Symptom zur Funktion
Prof. Haller (Mo.-Gruppe)
MSE_WP_239.2
Innere Medizin
Diagnose auf Bildern – Differentialdiagnosen und molekulare Mechanismen
von Krankheiten
Prof. Haller (Mi.-Gruppe)
MSE_WP_240
Funkt. Und angew. Anatomie
Klin. Bedeutung der topogr. Anatomie der Hand | WS od. SS
Prof. Rieck/Prof. Schmiedl
MSE_WP_241
Interdisziplinäre Notfall- und
Katastrophenmedizin
Grundlagen der Notfall- und Katastrophenmedizin
Prof. Adams
MSE_WP_242
Funkt. Und angew. Anatomie
Anatomie im Röntgenbild (WS od.SS)
Dr. Dettmer/Prof. Schmiedl
MSE_WP_245
Med. Psychologie
Naturheilverfahren in der ärztl. Praxis
Dr. Lingner
MSE_WP_246
Allgemeinmedizin
Langfristige Begleitung eines Patienten
Dr. Bleidorn
MSE_WP_247
Anästhesiologie
Anatomy meets Anesthesia
Dr. Larmann
INFO Studentensekretariat
Gabriele Ulrich
0511-532-6017
ulrich.gabriele@mh-hannover.de
150 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Die Wahlfächer
CURRICULA
Curricula | Die Wahlfächer
Wahlpflichtfächer II
2014/2015
Modulcode
Abteilung / Fach
Thema
Lehrverantwortliche/r
MSE_WP 530
Neurochirurgie
Allgem. Neurochirurgie-Grundlagen 3.Studienjahr
Prof. Krauss
MSE_WP 531
Neurochirurgie
Neurochirurgie-Neuroonko./pädi. Hirntumoure 4.J.
Prof. Krauss
MSE_WP 532
Neurochirurgie
Neurochirurgie-Stereotakt.+ funkt. NCH 5. J.
Prof. Krauss
MSE_WP 533
MKG-Chirurgie
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Prof. Gellrich, Prof. Eckardt
MSE_WP 534
Psychosomatik
Psychotherapie
Prof. de Zwaan, Dr. Henniger
MSE_WP 535
Kardiologie
EKG-Kurs
Prof. Klein
MSE_WP 536
Kardiologie
Klinische Kardiologie in Fallbeispielen
Prof. Hausmann, PD Limbourg
MSE_WP 537
Nuklearmedizin
Nuklearmedizin
Prof. Bengel
MSE_WP 538
Psychiatrie und Psychotherapie
Schizophrenie
PD Schlimme
MSE_WP 539
Frauenheilkunde
Frauenheilkunde
Dr. Schippert
MSE_WP 540
Anästhesiologie/Notfallmedizin
Peri-arrest arrhythmias
Capewell/Temps
MSE_WP 541
Anästhesiologie
Sicherheit in schw. Situationen (HAINS-Woche)
PD Johanning
MSE_WP 543
Anästhesiologie/Friederikenstift
Anästhesie von A-Z
PD Gottschalk
MSE_WP 544
Rehabilitationsmedizin
Einführung in die manuelle Medizin
Prof. Gutenbrunner/Dr. Sturm
MSE_WP 545
Dermatologie / Hautklinik
Allergologie
Prof. Kapp, Prof. Wedi
MSE_WP 546
PHW-Chirurgie
Wundmanagement
PD Radtke
MSE_WP 547
Rechtsmedizin
Med. Kriminalistik
Prof. Klintschar
MSE_WP 548
HNO-Heilkunde
Rhinologie und Allergologie in der HNO-Heilkunde
Dr. Stolle
MSE_WP 549
Geschichte, Ethik u. Theorie der
Medizin
Klinische Ethik
Dr. Neitzke, Dr. Hirschberg
MSE_WP 550
Sportmedizin
Sportmedizin in Prävention, Therapie und Rehabilitation
Prof. Tegtbur
MSE_WP 551
Gastroenterologie
Gastroenterologische diagnostische u. interventionelle Endoskopie
Prof. Manns, Dr. Lankisch
MSE_WP 552
Klinische Pharmakologie
Praktische Arzneitherapie
Prof Dr. Stichtenoth
MSE_WP 553
Strahlentherapie
Radioonkologie
Prof. Christiansen / Prof. Bremer
MSE_WP 554
Epidemiologie
Pat.-Uni: Medizin erklären - medizinische Zusammenhänge patientengerecht
vermitteln
Prof. Dierks / Fr. Seidel
MSE_WP 556
Radiologie
System. Bildanalyse d. Röntgenthoraxdiag.
Prof. Schörner
MSE_WP 557
Radiologie
Schnittbilddiagnostik i.d. Radiologie
PD Grunert
MSE_WP 558
Augenheilkunde
Augenheilkunde in der Praxis
PD Hanne
MSE_WP 559
VIANNA
Neuroimplantate u. sensorische Prothesen
Prof. Kral, PD Maier
MSE_WP 560
Innere Medizin, Henriettenstiftung
Hämatologie und internistische Onkologie
Prof. Koenigsmann
MSE_WP 561
IFB
Einblicke in die Translationale Herzforschung
Prof. Thum
MSE_WP 562
Orthopädie & Sporttraumatologie
Sportorthopädie - Hands on
Prof. Siebert/Dr. Skutek
MSE_WP 563
Viszeralchirurgie
Transplantationsmedizin
PD Frühauf, PD Lehner, Dr. Doede
MSE_WP 565
PHW-Chirurgie
Plast. Chirugie/Senologie: Mammakarzinom
PD Busche
MSE_WP 566
Viszeralchirurgie
Einführung in die Laparoskopie
Prof. Winkler
MSE_WP 567
Nephrologie
Gefäßmedizin
Prof. Limbourg
MSE_WP_569
PHW-Chirurgie
Regenerative Ansätze in der Plastischen Chirurgie
Prof. Dr. Reimers-Fadhlaoui
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Die Wahlfächer | 151
Curricula | Das Praktische Jahr (PJ)
Das Praktische Jahr (PJ)
CURRICULA
| Fünf Jahre lang haben die angehenden Ärztinnen und Ärzte in den patien-
tenorientierten und praxisnahen Modulen des Modellstudiengangs HannibaL das nötige Rüstzeug erhalten, das sie nun im anschließenden Praktischen Jahr (PJ) im klinischen Alltag anwenden, unter Anleitung üben und
erweitern. Sie besitzen nun ausreichend Kenntnisse von Erkrankungen und
deren Pathogenese und haben konkrete Vorstellungen von diagnostischen
und therapeutischen Strategien. Jetzt können sie ihre erworbenen Fertigkeiten im sechsten Jahr des Medizinstudiums anwenden. Das PJ markiert den
letzten Abschnitt des Studiums vor dem Abschlussexamen und ist gleichzeitig der Beginn einer 48 Wochen dauernden ausschließlich praktischen
Tätigkeit. Die Ausbildung gliedert sich in drei Abschnitte von je 16 Wochen.
Jeweils eines dieser Tertiale findet in den Fächern Innere Medizin, Chirurgie
und in einem klinischen Wahlfach statt. Das PJ kann in den verschiedenen
Kliniken der Hochschule, in den zahlreichen Akademischen Lehrkrankenhäusern der MHH oder auch an Lehrkrankenhäusern anderer Hochschulen
absolviert werden. Das sogenannte PJ-Logbuch, das seit dem 1. April 2013
verpflichtend zu führen ist gilt als Voraussetzung für die Anmeldung zur
ärztlichen Prüfung. Die Ausgabe des Logbuchs an die Studierenden vor dem
PJ koordiniert das PJ-Büro.
Die schriftliche Bewerbung für das PJ erfolgt über das PJ-Büro der MHH.
Vorraussetzung für die Anmeldung zum PJ ist der Nachweis über das
­bestandene M2-Examen. In einem Vordruck haben die Studierenden die
Möglichkeit, ihre Ortswünsche für die einzelnen PJ-Blöcke anzugeben. Die
Zuteilung erfolgt jedoch durch die Hochschule.
PJ-Logbuch
Max Mustermann
12.06.1984 Musterstadt
f
PJ-Logbuch
Innere Medizin
Chirurgie
f
Max Mustermann
(Wahlfach)
12.06.1984 Musterstadt

Innere Medizin
Chirurgie

(Wahlfach)
Herbst

STUDIUM
LEHRE
2013
201
3
Frühjahr
f
2014
Das Praktische Jahr dient vor allem dazu, sich eine ärztliche Routine in den
im Studium erworbenen Qualifikationen anzueignen und den klinischen
Tagesablauf für einen längeren Zeitraum zu erleben und zu erproben. Darum hat die kompetente Betreuung der Studierenden hier oberste Priorität
und wird in der Regel unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung von
erfahrenen Oberärztinnen und Oberärzten vorgenommen. Die PJler haben
hier die Chance, ein strukturiertes Zeitmanagement und die systematische
„Aufarbeitung“ der Patienten zu trainieren. Außerdem lernen sie im Klinikalltag sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen besser kennen und
haben die Gelegenheit, sich darüber klar zu werden, welche Perspektiven
für das spätere Berufsleben in Frage kommen. Auf ihrer Website bietet die
MHH eine Liste ihrer Lehrkliniken an. Die Entscheidung an welches Haus sie
gehen, sollten die Studierenden von ihren beruflichen Plänen – akademische Karriere oder eigene Arztpraxis – abhängig machen. Es besteht aber
auch die Möglichkeit, das PJ im Ausland abzuleisten. Über internationale
Austauschprogramme wie ERASMUS+ werden PJ-Plätze in den Partneruniversitäten innerhalb der Europäischen Union vermittelt.
Zu den Aufgaben im PJ gehören neben verschiedenen Routinetätigkeiten
ebenso die Betreuung von Patienten wie die komplette Aufnahme von neu
ankommenden Patienten sowie die Vorstellung der Neuzugänge beispielsweise bei der Chefarztvisite oder beim zuständigen Stationsarzt. Außerdem
nehmen die PJler an klinischen Konferenzen teil und es stehen Ihnen –
abhängig vom jeweiligen Lehrkrankenhaus – zahlreiche innerbetriebliche
Fortbildungen wie internistische Basiskurse oder EKG- und Sonografie-­
Kurse offen.
STUDIUM
LEHRE
| Das PJ-Logbuch der MHH
INFO Ansprechpartnerin
Britta Minx (PJ-Büro/Ärztliche Prüfung)
0511-532-9042
studentensekretariat.pj@mh-hannover.de
152 | MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Das Praktische Jahr (PJ)
CURRICULA
Curricula | Das Praktische Jahr (PJ)
| Visite in der MHH-Kinderklinik: Im PJ erlagen dee Studierenden ärztliche Routine
MHH Studienführer 2014/15 | Curricula | Das Praktische Jahr (PJ) | 153
Anhang
Anhang
154 | MHH Studienführer 2014/15 | Anhang
Anhang | Studien- und Prüfungsordnung
Studien- und Prüfungsordnung (Auszüge)
ANHANG
vom 18.06.2014
Allgemeine Informationen zum Medizinstudium
| Kommunikation
Zur Erleichterung und Beschleunigung der Bearbeitung von Anträgen,
­Anfragen und Einwänden können diese per E-Mail an das Studiendekanat
gerichtet werden. Dabei ist die Stud.Mail-Adresse zu verwenden. Anträge,
Anfragen und Einwände können nur bearbeitet werden, wenn sie von I­ hrem
individualisierten Account zu uns gelangen. Newsletter bzw. alle wichtigen
Informationen des Studiendekanats werden ebenfalls ausschließlich an diese
Adresse versandt.
Einteilung in das Modul
Mit der Tertialeinteilung sind Sie zu den dort stattfindenden Modulen eingeteilt.
Nur nach Rücksprache und Genehmigung durch das Studiendekanat können
Sie hiervon abweichen. Falls Sie z.B. durch Teilnahme an dem StrucMed- oder
ERASMUS+ Programm keinen regulären Studienverlauf haben, melden Sie sich
bitte immer ab der 8. Woche des laufenden Tertials im Studiendekanat, um
Ihren weiteren Studienverlauf für das kommende Tertial zu besprechen.
Erstprüfungen
Mit der Einteilung in ein Modul sind Sie automatisch zur Modulabschlussprüfung angemeldet. Beachten Sie dazu auch Ihren individuellen
FACT-Stundenplan. Die Prüfungsergebnisse werden zeitnah in ILIAS ­unter
dem entsprechenden Studienjahr bekannt gegeben: https://elearning.
mh-hannover.de. Darüber hinaus werden die Prüfungsergebnisse neben
den Glaskästen im Sockelgeschoss des Gebäudes I4 ausgehängt. Über das
Nichtbestehen einer Prüfung werden Sie schriftlich informiert.
Wiederholungs- bzw. Nachholprüfungen
Zur nächstmöglichen Wiederholungs- oder Nachholprüfung melden Sie sich
selbstständig online an. Die Anmeldung muss spätestens sieben Werktage
vor der Prüfung erfolgen. Sowohl der Prüfungstag als auch Sonn- und Feier­
tage sind von dieser Zählung ausgeschlossen. Wenn Sie nicht die nächstmöglichen Prüfungswiederholungen wahrnehmen, kann dies zu einer Verlängerung Ihres Studiums führen.
Wenn Sie an einer Wiederholungs- bzw. Nachholprüfung teilnehmen möchten und dies mit einer Pflichtveranstaltung kollidiert, zeigen Sie die Prüfungsteilnahme dem Lehrverantwortlichen an. Für die Prüfungszeit sind Sie
entschuldigt.
Wenn Sie dreimal (d. h. endgültig) eine Modulprüfung nicht bestehen, werden Sie darüber schriftlich informiert.
•
Das endgültige Nichtbestehen einer Modulprüfung in den ersten beiden
Studienjahren ist gleichbedeutend mit dem endgültigen Nichtbestehen
des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung (M1). Sie werden exmatrikuliert. Zugleich bedeutet das, dass Sie in Deutschland nicht mehr Medizin studieren dürfen.
•
Bei endgültigem Nichtbestehen einer Prüfung in den Studienjahren drei
bis fünf können Sie Ihr Studium an der MHH nicht beenden.
Rücktritt von Prüfungen
Nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes (z.B. Krankheit) sind Sie entschuldigt (Rücktritt). Erkrankungen sind innerhalb von drei Werktagen
durch ärztliches Attest zu belegen und zusammen mit der Bezeichnung
der Prüfung und Nennung des Prüfungstermins (Vordruck nach Anlage 5
der Prüfungsordnung) im Studiendekanat vorzulegen. Der Tag der Prüfung
wird nicht als Krankheitstag gezählt; der Samstag zählt jedoch als Werktag.
Sonstige wichtige Gründe sind ebenfalls schriftlich zu belegen. Bei unentschuldigtem Fehlen gilt die Prüfung als nicht bestanden. In den Studienjahren drei bis fünf ist eine Abmeldung von einer Modulprüfung ohne Angaben
von Gründen bis zu 10 Werktage vor dem Prüfungstermin möglich. Eine
Wiederanmeldung zur gleichen Prüfung ist danach nicht mehr möglich.
Einsicht in Ihre Prüfungsunterlagen
Wenn Sie Einsicht in Ihre Prüfungsunterlagen nehmen möchten, wenden
Sie sich an den Lehr-/Prüfungsverantwortlichen des Moduls. Bitte beachten
Sie evtl. Terminvorgaben.
Was darf ich einsehen?
•
Protokoll der mündlichen bzw. mündlich-praktischen Prüfung
•
Die Klausur in Printversion inklusive der Bewertungsmaßstäbe.
Testate
Testate sind keine Prüfungen, sondern Zulassungsvoraussetzungen für Prüfungen. Sie werden nicht benotet. Testate können auch schriftlich durchgeführt werden. Dann sind mindestens 60 % der in den gesamten Testaten
erreichbaren Gesamtpunktzahl zu erreichen (kumulatives Verfahren). Bei
mündlichen Testaten ist das Bestehen einer bestimmten Anzahl von mündlichen Testaten vorgesehen. Näheres regeln die Curricula.
Freitertiale
Freitertiale können zur Anfertigung einer Dissertation, wegen einer Schwangerschaft bzw. Kindererziehung oder zur Vorbereitung auf eine Wiederholungsprüfung genommen werden. Sie sind schriftlichen mit Begründung beim
Studiendekanat zu beantragen und zwar bis Mitte/Ende des Vortertials.
Die aktuelle Studien- und Prüfungsordnung des Modellstudiengangs Medizin finden Sie im Gesamten auf der Website des Studiendekanats unter:
www.mh-hannover.de/hannibal.html
Sollten Sie Fragen haben oder sollten Unklarheiten bestehen, steht Ihnen
das Team „Studium & Prüfung“ gern zur Verfügung.
Sie erreichen uns telefonisch oder per Mail von Montag bis Freitag z­ wischen
9 -15:30 Uhr.
Die persönlichen Sprechzeiten sind Montag, Dienstag und Donnerstag von
13 -15 Uhr.
Während des Tertials erreichen Sie uns zusätzlich dienstags von 8-9 Uhr
und donnerstags von 15-17 Uhr.
Können Sie diese Zeiten nicht wahrnehmen, vereinbaren wir mit Ihnen auch
gern einen individuellen Termin.
MHH Studienführer 2014/15 | Anhang | Studien- und Prüfungsordnung | 155
Anhang | Geschichte der MHH
Geschichte der MHH
ANHANG
Zur Geschichte des Studiums an der Medizinischen Hochschule Hannover
Prof. em. Dr. Brigitte Lohff
| Modell der MHH 1963 (Quelle: Hochschularchiv MHH)
| Die MHH ist auf Empfehlung des Wissenschaftsrates von 1961 zur Verbrei-
terung und Verbesserung der ärztlichen Ausbildung gegründet worden. Die
Grundlage dafür war ein modernes Studienkonzept, entwickelt von Prof.
Fritz Hartmann, Mitglied des Gründungsauschusses:
1.Kleingruppen-Unterricht im Verhältnis 1 : 1 zwischen Vorlesung und
Übungen am Krankenbett oder in Laboratorien
2.Block-Unterricht als zwischen den Fächern koordinierte problemorientierte Form der Lehre
Ein städtisches Krankenhaus sollte gleichzeitig Hochschulklinik werden.
Dieses sollte aus 4 klinischen Abteilungen der Inneren Medizin (Allgemeine
Innere Medizin, Gastroenterologie und Endokrinologie, Krankheiten der Bewegungsorgane und Krankheiten des Stoffwechsels) und 3 Abteilungen für
Chirurgie (Allgemeinchirurgie, Herz- und Thoraxchirurgie, Unfallchirurgie)
bestehen und nach anglo-amerikanischem Vorbild in Departments vereinigt
werden. (Quelle: Hochschularchiv MHH; Nachlass Prof. Dr. Fritz Hartmann).
Anfänglich hieß die heutige MHH „Medizinische Akademie“. Das erste Mal
wird der Name MHH in den Akten vom 25. November 1964 erwähnt. Neben den Kliniken des Oststadt- und Nordstadt-Krankenhauses sowie des Annastiftes stellten die Tierärztliche Hochschule und die Technische Hochschule
Räume zur Verfügung. Die seitens des Bundes und des Landes aufgebrachten
Kosten beliefen sich bis 1969 auf 157 Millionen DM (ca. 80. Millionen Euro).
Bis Frühjahr 1978 stiegen die Baukosten auf insgesamt 900 Millionen.
Für die Hochschule war eine Jahrgangsstärke von 144 Studierenden geplant.
Diese Zahl ergab sich aus 8 x 16 Teilnehmern an Seminaren und Übungen in
Laboratorien: „Entscheidender ist die Zahl für den Unterricht am Krankenbett: Jeder klinische Lehrer betreute eine, später mit steigender Studentenzahl
mehrere Gruppen mit jeweils 4 Studenten. Ihnen werden 2 Kranke zu ärztlichem Gespräch und Untersuchung übergeben, so dass je 2 Studenten für
156 | MHH Studienführer 2014/15 | Anhang | Geschichte der MHH
| Bau des Bettenhauses (Quelle: Hochschularchiv MHH)
einen Kranken verantwortlich sind.“ (Quelle: Hochschularchiv MHH Rede von
Prof. Hartmann zum 40-jährigen Bestehen der MHH im Mai 2005)
Am 17. Mai 1965 erfolgte die Schlüsselübergabe an den Gründungsrektor
der MHH Prof. Dr. Schön, und die Hochschule begann ihre Lehr- und Forschungstätigkeit mit den 3 ordentlichen MHH-Professoren: Egon Fauvet
(Gynäkologie); Hans-Stephan Stender (Radiologie) und Fritz Hartmann
­(Innere Medizin) sowie den mit der Lehre beauftragten Professoren: Alwin
Hinzpeter (Angewandte Physik), Martin Bopp (Botanik), Alfons Schoebel
(Chemie), Andreas Steudel (Experimentalphysik).
Erste Vorlesung am 22. April 1965
41 Studierende konnten zum Sommersemester ihr Medizinstudium an der
MHH beginnen, nachdem sie auf der Grundlage ihrer Abiturleistungen und
einer schriftlichen Ausführung und Begründung ihres Studienwunsches zugelassen worden waren. Die erste Vorlesung an der MHH fand bereits am
22. April 1965 in einem Kellerraum des Oststadt-Krankenhauses statt. In
der „Villa Bernsdorff“ (Nähe Weidetorkreisel/Gehägestraße) begann 1970
der Unterricht der Zahnheilkunde an der MHH.
Konzil und Senat waren die wichtigsten hochschulpolitischen Gremien, die
über die Leitlinien in Forschung und Lehre wie auch über die Besetzungen
von Lehrstühlen entschieden. Der Rektor sowie die Prorektoren wurden
vom Konzil gewählt. Neben den Rektoren leiteten die Geschicke der MHH
bis 1978 sowohl ein Kurator als auch bis 1999 ein Kanzler, unterstützt
von Prorektoren für Studium bzw. Forschung. Seit 2004 leiten die MHH ein
gewählter Präsident und zwei Vorstandsmitglieder, die für die Belange der
Klinik und der Verwaltung und Wirtschaft zuständig sind. Zusätzlich beraten
und entscheiden ein Hochschulrat, die Klinikkonferenz und der Senat die
Belange der Hochschule. Unterstützt werden sie von einem Studien- und
ANHANG
| Handskizze des Lehrgebäudes durch den
Architekten Gudbert Nissen
(Quelle: Hochschularchiv MHH)
| Titelblatt der 14. Ausgabe der Zeitschrift
| Begrüßung der ersten Studierenden der MHH in der alten Ärztekammer durch die
Curara, hrsg. vom AStA der MHH
MHH-Professoren am 14. Juni 1965 (Quelle: Hochschularchiv MHH)
e­ inem Forschungsdekan. Seit 1965 haben 10 Rektoren und zwei Präsidenten die MHH geleitet. 1997 änderte sich auch die Anschrift der Hochschule von Konstanty-Gutschow-Straße – der Name ihres Architekten – zu
Carl-Neuberg-Straße. Seitdem ist die MHH mit dem Namen des 1877 in
Hannover geborenen Gründers und Direktors des Kaiser-Wilhelm-Instituts
für Biochemie verbunden, der 1939 in die Emigration gezwungen wurde.
den PhD-Abschluss. Die Zahl der akademischen Abschlüsse umfasst nunmehr
den des Dr. med., des Dr. med. dent., des Dr. rer. biol. hum. und seit 2010
des Dr. rer. nat. und PhD Pub. Health. 1966 eröffnete die Schule für Medizinisch-Technische Laborassistenten/innen. Sie war Teil der vom Gründungsausschuss schon 1962 – in seiner 2. Sitzung – vorgesehenen „Lehranstalt für
Medizinische Hilfsberufe der MHH“.
Einführung des Modellstudiengangs 2005
Als Studienort besaß die MHH hohe Attraktivität, sodass die Zahl der Studierenden innerhalb von fünf Jahren auf das 13-Fache anstieg und seitdem
kontinuierlich anwuchs, auch wenn das Studieren damals teuer war. Erst
mit der Einführung des Modellstudiengangs 2005 konnten konstante Zulassungszahlen erreicht werden. Die anfänglichen Ideale einer Reformuniversität der medizinischen Ausbildung mussten mehr und mehr mit der Zunahme der Studierendenzahlen, der fehlenden Räume und der rechtlichen
Veränderung des Studiums in Richtung verbindlicher Multiple-Choice-Prüfungen für alle Studienorte verlassen werden. Diesen Trend haben sowohl
die Studierenden als auch viele Dozenten versucht aufzuhalten.
Fast 600 Auszubildende können heute an fünf Schulen u. a. folgende Berufe
erlernen: Arzthelferin, Zahnarzthelferin, Kinderkrankenschwester, Krankenschwester, Feinwerktechniker, Kommunikationselektroniker, Logopädin,
Med.-technische Assistentin, Med.-techn. Radiologieassistentin, Diätassistentin, Tierpfleger (Quelle Hochschularchiv MHH und Jahresbericht MHH 2010).
| Vorlesungsverzeichnis 1966
(200.- DM haben beute den
­Kaufwert von ca. 310.- €
(Quelle: Hochschularchiv MHH)
Am 29. April 2002 wurde im Bundesrat die 9. Novelle der Approbationsordnung für Ärzte verabschiedet. Die nach der 9. Novelle der Approbationsordnung zu unterrichtenden Fächer und Querschnittsbereiche des klinischen
Studienabschnittes werden an der MHH in Tertialen von je zehn Wochen
angeboten. Jedes Fach bzw. jeder Querschnittsbereich wird in einem zeitlichen „Block“ unterrichtet, der ausreichend Zeit für ein Selbststudium enthalten soll und durch eine Prüfung abgeschlossen wird. Da der Gesamtjahrgang in drei Gruppen von 90 Studierenden aufgeteilt wird, ergeben sich
drei unterschiedliche Tertialabfolgen (Quelle: Studiendekanat).
600 Auszubildende lernen an fünf Schulen
Neben dem Medizin- und Zahnmedizinstudium konnten schon seit 1975
ein Studium der biomedizinischen Technik und seit 1990 ein Masterstudium für Public Health (seit 2010 auch als PhD) an der MHH aufgenommen
werden. Mittlerweile existiert seit über 10 Jahren der internationale Studiengang an der Hannover Biomedical Research School für einen entsprechen-
JAHR
1965
1970
1975
1980
1985
1990
1995
2000
2005
2010
Humanmed.
41
518
1093
2498
3121
3094
2823
2829
2612
2020
Zahnmed.
43
181
421
488
466
459
434
430
503
| Anzahl der Studierenden an der MHH 1965-2010
MHH Studienführer 2014/15 | Anhang | Geschichte der MHH | 157
Anhang | Organe und Organisation der MHH
ANHANG
Organe und Organisation der MHH
Darstellung des Aufbaus und des Zusammenwirkens
| Ausgehend vom Niedersächsischen Hochschulgesetz und der geltenden
Grundordnung ist die kleinste selbstständige organisatorische Einheit das
Institut oder die Klinik bei bettenführenden Abteilungen, geleitet von ­einer
W3- bzw. C4-Professur. In der MHH werden z. Zt. 68 wissenschaftliche
­Institute oder Kliniken geführt. Die Klinik- oder die Institutsdirektoren und
-direktorinnen sind eigenverantwortlich im klinischen und wissenschaft­
lichen Auftrag; sie verwalten die ihnen zugewiesenen Budgets selbstständig, organisieren in Eigenverantwortung die Forschung.
Die Institute oder Kliniken bilden die 4 Sektionen:
• Sektion I Vorklinik,
• 2 klinische Sektionen (II und III) und
• Sektion IV Klinische Theorie und Theoretische Einrichtungen.
Über die Zugehörigkeit von Kliniken und Instituten zu den Sektionen entscheidet gemäß der Grundordnung der MHH der Vorstand im Benehmen
mit dem Senat. Die Mitglieder der Sektionen werden in einem gesonderten
Wahlverfahren parallel zur Senatswahl nach den Mitgliedsgruppen gewählt
und sind zwei Jahre im Amt. Die Sektionen sind formal Kommissionen des
Senates und werden im Auftrag des Senates tätig. Die Sektionsvorsitzenden nehmen mit beratender Stimme an den monatlichen Senatssitzungen
teil. Die Sektionen bilden im Auftrag des Senates fest zusammengesetzte
Promotionsausschüsse und wickeln die Dissertationsverfahren bis zu einer
Beschlussvorlage für den Senat ab. Die Sektionen setzen Vorbereitungsausschüsse für anstehende Habilitationsverfahren ein, machen Gutachtervorschläge und legen dem Habilitationsausschuss des Senates die Entscheidung zur Eröffnung eines Verfahrens vor. Alle wichtigen strukturellen und
wirtschaftlichen Themen und Themen der Selbstverwaltung sollen vor einer
Entscheidung im Senat den Sektionen zur Beratung vorgelegt werden. So
sichert die MHH ein hohes Mitspracherecht in allen wesentlichen Angelegenheiten.
Oberstes akademisches Gremium im Sinne der Selbstverwaltung ist der
­Senat der MHH, der derzeit aus 13 Mitgliedern besteht (sieben Mitglie-
158 | MHH Studienführer 2014/15 | Anhang | Organe und Organisation der MHH
der aus der Gruppe der Professorinnen und Professoren, je zwei Mitglieder aus der Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen, der Gruppe
der Mitarbeiter/innen im Technischen und Verwaltungsdienst und aus der
Gruppe der Studierenden) und alle zwei Jahre in geheimer Wahl gewählt
wird. Der Senat der MHH schlägt im Einvernehmen mit dem Hochschulrat
dem Fachministerium die Präsidentin bzw. den Präsidenten der MHH zur
Bestellung vor, die/der zugleich den Vorsitz im Senat führt, zu den Sitzungen
des Senates einlädt, die Tagesordnung erstellt und für die Veröffentlichung
des Protokolls sorgt.
Der Senat wählt Studienkommissionen und wählt auf Vorschlag der Studienkommission die Studiendekane oder Studiendekaninnen, die mit
beratender Stimme dem Senat angehören. Darüber hinaus wählt der Senat
der MHH eine nicht im Gesetzt vorgesehen Forschungskommission und auf
Vorschlag der Präsidentin oder des Präsidenten einen Forschungsdekan
oder eine Forschungsdekanin, der oder die der Forschungskommission
vorsitzt und ebenfalls mit beratender Stimme dem Senat angehört.
Gemäß den Bestimmungen des Niedersächsischen Hochschulgesetztes beschließt der Senat den mehrjährigen strategischen Entwicklungs- und Leistungsplan, der zwischen der MHH und dem Fachministerium über mehrere
Jahre vereinbart wird. Darüber hinaus entscheidet das Präsidium über den
Abschluss einer Zielvereinbarung und den Wirtschaftsplan. Zu beidem ist
der Senat vor dem Beschluss zu hören und zu informieren. Der Senat hat
ein umfassendes Informationsrecht.
Nach dem Niedersächsischen Hochschulgesetz hat der Vorstand der MHH
die Aufgabe der Struktur- und Entwicklungsplanung lediglich im Benehmen
mit dem Senat. Das hauptamtliche Präsidium der MHH, zugleich deren
Vorstand, trägt die alleinige wirtschaftliche Verantwortung und besteht
aus dem Präsidenten (zugleich Sprecher des Präsidiums) mit der Ressortverantwortung für den Bereich Forschung und Lehre, dem Vizepräsidenten
für Krankenversorgung und dem Vizepräsident für Wirtschaftsführung und
Administration. Die Amtszeit des Präsidiums beträgt sechs Jahre.
Studierende
Lehrende
Studiendekan
Anhang | Organe und Organisation der MHH
ANHANG
Studiendekanat
Hochschulrat
7 Mitglieder aus
Politik, Wissenschaft
und Wirtschaft
Vorstand
Amtszeit 6 Jahre
Präsident
Vize-Präsident
Vize-Präsident
Verantwortlich für
Forschung und Lehre
Verantwortlich für
Krankenversorgung
Verantwortlich für
Wirtschaftsführung und
Administration
Senat
13 Mitglieder:
7 Professoren,
2 wiss. Mitarbeiter,
2 nicht-wiss.
Mitarbeiter,
2 Studierende
Klinikkonferenz
10 Mitglieder
68 wissenschaftliche Abteilungen
Abt. A
Abt. B
Abt. C
Abt. D
Abt. E
Abt. F
| Prof. Dr. med.
Christopher Baum
Präsident
Abt. G
Abt. N
| Dr. med. Andreas
Tecklenburg
Vorstand
Krankenversorgung
| Schematische
Gliederung
der MHH
| Andrea J.
Aulkemeyer
Vorstand
Wirtschaftsführung
und Administration
MHH Studienführer 2014/15 | Anhang | Organe und Organisation der MHH | 159
Anhang | Lageplan
Lageplan
ANHANG
Die MHH im Überblick
Hörsäe
Studiendekanat
Bibliothek
Studentensekretariat
SkilLaH
160 | MHH Studienführer 2014/15 | Anhang | Lageplan
Nützliche Kontakte rund um das Medizinstudium
… an der MHH
AKADEMISCHES AUSLANDSAMT
(International Office)
www.mh-hannover.de/aaa.html
Telefon: +49 (0)511-532-6026
Fax: +49 (0)511-532-6027
E-Mail: auslandsamt@mh-hannover.de
ALLGEMEINER STUDIERENDEN-­
AUSSCHUSS (AStA)
www.mhh-asta.de
Telefon: 0511-532-5409
Fax: 0511-532-8414
E-Mail: info@mhh-asta.de
STUDIENDEKANAT
www.mh-hannover.de/hannibal.html
Professor Dr. Ingo Just (Studiendekan)
Sekretariat
Brigitte Riebeck
Telefon: 0511-532-9014
Fax: 0511-532-8022
E-Mail: riebeck.brigitte@mh-hannover.de
STUDIUM & PRÜFUNG
Dr. Michael Krohn
E-Mail: krohn.michael@mh-hannover.de
GLEICHSTELLUNGSBÜRO
www.mh-hannover.de/gleichstellung.html
Dr. Bärbel Miemietz,
­Gleichstellungsbeauftragte
Telefon: 0511-532-6501
Fax: 0511-532-3441
E-Mail: gleichstellung@mh-hannover.de
EVALUATION & KAPAZITÄT
PD Dr. Volkhard Fischer
E-Mail: fischer.volkhard@mh-hannover.de
PROMOTIONSBÜRO
www.mh-hannover.de/129.html
Cornelia Blankenburg, Susanne Maibom
Telefon: 0511-532-6013/-6014
E-Mail: blankenburg.cornelia@mh-hannover.de
E-Mail: maibom.susanne@mh-hannover.de
STUDENTENSEKRETARIAT
www.mh-hannover.de/15570.html
Harald Friedrichs (Leiter)
E-Mail: friedrichs.harald@mh-hannover.de
SOZIALBERATUNG AN DER MHH
Dienstag 11:00-14:00 Uhr in den Räumen des
AStA
Sozialberatung durch das Studentenwerk
Hannover
E-Mail: soziales@studentenwerk-hannover.de
PSYCHOLOGISCH-THERAPEUTISCHE
­BERATUNG FÜR STUDIERENDE AN DER MHH
jeden letzten Dienstag im Monat,
9:00-12:00 Uhr im I4 (Studiendekanat), Ebene
HO, Raum 1524 (gegenüber dem Aufzug)
E-Mail: info@ptb.uni-hannover.de
CURRICULUMENTWICKLUNG
Kathrin Roth
E-Mail: roth.kathrin@mh-hannover.de
…und außerhalb:
LANDESPRÜFUNGSAMT NIEDERSACHSEN
Gerhard Geuke-Wittkopp (Leiter)
Ärztehaus
Berliner Allee 20
30175 Hannover
Telefon: 0511-380-2590
PSYCHOLOGISCH-THERAPEUTISCHE
­BERATUNG FÜR STUDIERENDE
www.ptb.uni-hannover.de
Christine Mauer, Dipl. Psych. (Leitung)
Welfengarten 2c
30167 Hannover
Telefon: 0511-762-3799
E-Mail: info@ptb.uni-hannover.de
STUDENTENWERK HANNOVER
www.studentenwerk-hannover.de
Abteilung Ausbildungsförderung
Callinstraße 30a
30167 Hannover
Telefon: 0511-76-88126
E-Mail: bafoeg.hannover@sw-h.niedersachsen.de
Sozialberatung beim Studentenwerk
Hannover
Karen Tepel
Telefon: 0511-76-88919
Ina Klyk
Telefon: 0511-76-88922
Dorothea Tschepke
Telefon: 0511-76-88935
E-Mail: soziales@studentenwerk-hannover.de
MÄNNERBÜRO HANNOVER e.V.
www.maennerbuero-hannover.de
Ilse-Ter-Meer-Weg 7
30449 Hannover
Tel.: +49 (0)511-123 589 0
E-Mail: info@maennerbuero-hannover.de
MHH Studienführer 2014/15 | Anhang | Nützliche Kontakte rund um das Medizinstudium…an der MHH | 161
ANHANG
Anhang | Lageplan
Anhang | Impressum
ANHANG
Impressum
| Herausgeber:
Studiendekanat
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Tel: + 49 511-532-9014
Fax: + 49 511-532-8022
www.mh-hannover.de
Redaktion:
Kathrin Roth, E-Mail: roth.kathrin@mh-hannover.de
Professor Dr. Ingo Just, E-Mail: studiendekanat.just@mh-hannover.de
(V.i.S.d.P.)
Layout und grafische Umsetzung:
Frank Heymann, Grafikdesign, Hannover
Fotoredaktion:
Tom Figiel Photographie, www.figiel-photographie.de
Weidendamm 3, 30167 Hannover
Karin Kaiser
Bodo Kremmin
Pressestelle der MHH
Druck:
Digitale Medien der MHH
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
Auflage: 600 Exemplare
Gedruckt in Deutschland
Copyright:
Der Studienführer ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt.
Jede Verwertung, die über die engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes hinausgeht, ist ohne schriftliche Zustimmung des Herausgebers unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigung Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie Einspeicherung und
Verarbeitung in elektronische Systeme.
Die Rechte der Bilder und Darstellungen liegen bei den Abteilungen, die für die Ausrichtung der jeweiligen Module verantwortlich sind.
Alle anderen Bilder: Tom Figiel Photographie; Pressestelle der MHH
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nicht völlig auszuschließen. Daher erfolgen die Angaben ohne jegliche Verpflichtung und Garantie des Herausgebers oder der Autoren.
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© 2014 Medizinische Hochschule Hannover
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