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Fragen und Antworten zum Lehrkräftebildungsgesetz - Schleswig

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Fragen und Antworten zum Lehrkräftebildungsgesetz
1. Warum benötigen wir ein neues Lehrkräftebildungsgesetz (LehrBG)?
Die Schullandschaft in Schleswig-Holstein hat sich geändert: weg vom dreigliedrigen
Schulsystem mit Haupt-, Realschule und Gymnasium – hin zum zweigliedrigen
Schulsystem mit Gymnasien und Gemeinschaftsschulen (mit und ohne Oberstufe).
Hinzu kommen die Berufsbildenden Schulen, an denen inzwischen ein Viertel aller
Abiturprüfungen abgelegt wird. Die Landesregierung legt ein Gesetz für eine Lehrkräftebildung vor, die der Schulstruktur in Schleswig-Holstein entspricht.
2. Welches Ziel verfolgen wir mit dem Lehrkräftebildungsgesetz?
Zukünftig wird Schleswig-Holstein eine Lehrkräftebildung haben, die auf die zentralen
Anforderungen des Schulalltags ausgerichtet ist:
•
fachwissenschaftlich orientiert am Gymnasialniveau,
•
auf den Schulalltag vorbereitend: Anpassung der pädagogisch-didaktischen
Ausbildung der zukünftigen Lehrer und Lehrerinnen an die veränderten Herausforderungen von Schule heute. Es gibt (Orientierungs-)Praktika in der Bachelorphase, ein Praxissemester in der Masterphase und eine verbindliche
Befassung mit den Themen Heterogenität, Inklusion, Deutsch als Zweitsprache und Medienkompetenz.
•
Ziel ist, die zukünftigen Sekundarlehrkräfte an allen weiterführenden Schulen
einsetzen zu können.
3. Ist das neue Gesetz Ursache für die Reform der Besoldung?
Nein. Die Reform der Lehrkräftebildung ist nicht die Ursache für die notwendige Reform der Lehrkräftebesoldung. Der Grund ist die durch die Bologna-Reform eingeleitete Umstellung auf die Bachelor- und Masterstruktur und die damit verbundene
zehn-semestrige Studiendauer für alle Lehramtsstudiengänge.
1
4. Welche Konsequenzen hat das LehrBG für die Universitäten?
Beide Universitäten gewinnen. In Kiel werden insbesondere die pädagogischen Anteile gestärkt, in Flensburg die fachlichen Anteile. Beide Universitäten haben sich
zudem auf neue Kooperationen geeinigt.
a. Konsequenzen für die CAU zu Kiel:
•
An der CAU werden Lehrkräfte in 21 Fächern für den Unterricht an Gemeinschaftsschulen und an Gymnasien ausgebildet.
•
Es werden keine Ressourcen abgebaut oder verlagert.
•
Erhalt der fachwissenschaftlichen Expertise bei gleichzeitiger Stärkung der
pädagogisch-didaktischen Studienanteile.
•
Die CAU bildet Lehrkräfte aus, die an allen weiterführenden Schulen eingesetzt werden können.
•
Die Fächer Physik, Biologie, Chemie und Geografie bleiben als Sekundarstufen-II-Fächer ausschließlich an der CAU.
•
Darüber hinaus können die folgenden Fächer ausschließlich in Kiel studiert
werden: Informatik, Italienisch, Russisch, Latein, Griechisch. (Die Musiklehrerausbildung im Bereich der Sekundarstufe II bleibt in Lübeck).
•
Die CAU plant einen „Aufbau- oder Weiterbildungsmaster“ für die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Geografie, der an der CAU für Sekundarstufe-ILehrkräfte angeboten wird. So können sie sich für den Unterricht an der Sekundarstufe II weiterbilden, sofern sie das wünschen.
b. Konsequenzen für die Universität Flensburg:
•
Erhalt der hervorragenden fachdidaktischen Expertise bei Stärkung der fachwissenschaftlichen Studienanteile.
•
Im Bereich der Grundschule bleiben in Flensburg alle Fächer erhalten.
•
Im Bereich der Sekundarstufe werden künftig elf Fächer auf Sekundarstufe-IINiveau, sieben Fächer auf Sekundarstufe-I-Niveau studierbar sein.
•
Das Studium zum Sonderpädagogen wird KMK-kompatibel reformiert.
2
•
Die in Flensburg umgesetzten Schwerpunkte der Berufsschullehrerausbildung
bleiben von der Reform unberührt.
5. Welche Fächer können zukünftig in Flensburg für das Sekundarschullehramt
studiert werden?
Das Sekundarstufe-II-Studium ist in folgenden elf Fächern möglich: Deutsch, Mathematik, Englisch, Dänisch, Spanisch, Geschichte, Wirtschaft/Politik (WiPo), Kunst,
Sport, Französisch und (im Rahmen eines Schulversuchs) das Fach „Gesundheit,
Ernährung und Verbraucherbildung“.
Daneben kann ein Studiengang Sekundarschullehrer mit Schwerpunkt Sekundarstufe I studiert werden, bei dem ein Sekundarstufe-I-Fach und ein Sekundarstufe-IIFach kombiniert werden können. Sekundarstufe-I-Fächer bleiben Physik, Chemie,
Biologie, Geografie, Musik, Philosophie, möglicherweise auch Ev. Theologie.
Ist das gewählte Sekundarstufe-I-Fach ein Mangelfach, kann es auch mit einem weiteren Sekundarstufe-I-Fach kombiniert werden.
6. Warum wird das Praxissemester eingeführt?

Die Verbindung von Theorie und Praxis ist ein Qualitätsmerkmal guter Ausbildung.

Lehramtsstudierende erleben sich frühzeitig in der Lehrerrolle und können
damit frühzeitig überprüfen, ob der Berufswunsch der richtige für sie ist.
7. An welchen Schularten kann das Praxissemester erfolgen?
Praktika sollen grundsätzlich an allen Schularten möglich sein. Beim Studium eines
Sekundarstufe-II-Faches sollte das Praxissemester in diesem Fach an einer Schule
mit Oberstufe oder in Kooperation mit einer Schule mit Oberstufe absolviert werden.
Das Praxissemester kann auch an einem berufsbildenden Gymnasium oder einer
berufsbildenden Schule stattfinden.
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Die Art der Praktikumsschule ist aktuell weder gesetzlich noch durch weitere Vorgaben geregelt.
8. Bekommen die Studierenden während des Praxissemesters ein Gehalt?
Nein.
9. Gibt es ein „Praxissemesterticket“?
Nicht dem Namen nach, aber es wird eine vollständige Fahrtkostenerstattung geben.
10. Wer zahlt die Fahrtkosten während des Praxissemesters?
Das Modell wird in den Jahren 2014 bis 2017 erprobt und evaluiert: Die Studierenden
erhalten die Fahrtkostenerstattung – gedeckelt auf der Basis der ÖPNV-Preise, unabhängig davon, ob sie mit einem Pkw oder mit ÖPNV fahren.

Es gibt keine Eigenbeteiligung.

Sofern sie sich im Geltungsbereich ihres Semestertickets bewegen, erhalten
sie keine Erstattung.

In Härtefällen (z. B. wenn die Schule mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu
erreichen ist), können sie einen Zuschuss in Höhe von 20 Cent je Kilometer
(ohne Deckelung) erhalten. Diese Ausnahmen müssen auf der Grundlage der
aktuellen Reisekostenbestimmungen des Landes festgelegt werden.
Die Auszahlung soll durch die Hochschulen erfolgen.
11. Wie wird der Themenbereich Inklusion in die Lehrkräftebildung integriert?
Die Entwicklung zu einer inklusiven Schullandschaft und die Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention erfordern eine entsprechende Weiterentwicklung der
Lehrkräftebildung. Die KMK hat dazu Rahmenvereinbarungen beschlossen, die es
umzusetzen gilt. Deshalb werden pädagogische und didaktische Basisqualifikationen
in die Ausbildung für alle Lehrämter integriert: Umgang mit Heterogenität und Inklusi-
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on, Grundlagen der Förderdiagnostik, Deutsch als Zweitsprache und Medienkompetenz. An der Universität Flensburg ist dies bereits umgesetzt.
12. Was wird untergesetzlich umgesetzt?
a. Praxissemester

Das Praxissemester an der Universität Flensburg startet in diesem Wintersemester. In den Schulen sind die Studierenden vom 27. Oktober 2014 bis zum
16. Januar 2015.

An der Universität Kiel bedarf es noch Vorarbeiten. Dafür muss die Universität
zunächst ein Grundkonzept entwickeln, mit dem MBW abstimmen und in ihren
Gremien verabschieden. Geplanter Start ist das Wintersemester 2016/17.

An der Musikhochschule Lübeck sind Praxisanteile in den Studiengang integriert, die einem Praxissemester entsprechen.
b. Inklusion und Umgang mit Heterogenität
In einer inklusiven Schule müssen Lehrkräfte die Verschiedenheiten der Schülerinnen und Schüler erkennen und auf sie eingehen können. Diagnostische Kompetenz
ist der Ausgangspunkt für die Gestaltung eines guten inklusiven Unterrichts.

An der Universität Flensburg sind entsprechende Module mit den im Wintersemester 2013/14 gestarteten Studiengängen umgesetzt. Es gibt Pflicht- und
Wahlpflichtmodule zu „Heterogenität – Umgang mit Differenz“, „Diagnostik und
Förderung“, „Lernsprachentwicklung in Deutsch als Zweitsprache“.

An der Universität Kiel wird ein Modul zum Umgang mit Heterogenität/Inklusion entwickelt.

Gleiches gilt für die Musikhochschule Lübeck.
c. Sonderpädagogik
In Schleswig-Holstein wird das eigenständige sonderpädagogische Lehramt erhalten
bleiben, es wird jedoch weiterentwickelt. Ein Konzept der Universität Flensburg liegt
bereits vor. Danach studieren die zukünftigen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen (wie schon jetzt) zwei sonderpädagogische Fachrichtungen und ein allge5
meinbildendes Fach. Zudem absolvieren sie zukünftig ein Praxissemester. Beim allgemeinbildenden Fach können die Studierenden zwischen der Ausrichtung Grundschule (mit 70 LP) oder Sekundarschule (mit 90 LP) wählen. Start des Bachelorstudienganges ist 2015.
d. Musik
Das Fach Musik wird in Flensburg für das Lehramt an Grundschulen und für die Sekundarstufe I ausgebildet. Die Musikhochschule prüft, ob für die Absolventinnen und
Absolventen ein Weiterbildungsmaster für die Sekundarstufe II angeboten werden
kann. Ein Konzept wird 2015 vorgelegt.
e. Philosophie
Das Fach Philosophie bleibt in Flensburg als Sekundarstufe-I-Fach erhalten.
f. Theologie
Vor dem Hintergrund des Staatskirchenvertrages sind die Konzepte mit den Kirchen
abzustimmen. 2014 liegen diese Konzepte vor.
13. Wie lautet die Kompromisslösung der Hochschulen vom 13. Mai 2014?

Die sieben Fächer der Universität Flensburg, über die bereits im September
2013 Einvernehmen erzielt wurde, werden auf Sekundarstufe-II-Niveau angehoben. Dabei handelt es sich um Deutsch, Mathematik, Anglistik, Dänisch,
Spanisch, Geschichte, WiPo.

Hinzu kommen die Fächer Kunst, Sport und Französisch.

Für das Fach Französisch wurde vereinbart, dass das in Flensburg neu aufzubauende Fach inhaltlich komplementär zu den in Kiel vorhandenen Professuren ausgerichtet wird. Zu diesem Zweck wird die CAU mit einer Vertreterin
oder einem Vertreter in der Berufungskommission an dem Berufungsverfahren
beteiligt sein. Außerdem wird im Fach Französisch eine inhaltlich aufeinander
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abgestimmte Ausbildung angeboten, so dass Studierende Module an der jeweils anderen Hochschule belegen können.

Die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie, Physik bleiben in
Flensburg auf Sekundarstufe-I-Niveau erhalten. Die CAU wird für diese Fächer einen zweisemestrigen Weiterbildungsmaster entwickeln, der Absolventinnen und Absolventen der Universität Flensburg ebenso offen steht wie bereits im Beruf stehenden Lehrkräften.

Das Gleiche gilt für das Fach Geografie.

Das Fach Technik bleibt an der Universität Flensburg als Sekundarstufe-IFach erhalten, da es an den Schulen nur in der Sekundarstufe I angeboten
wird.

Das Fach „Gesundheit, Ernährung und Verbraucherbildung“ soll in Flensburg
als Sekundarstufe-II-Fach ausgebaut und die Anerkennung bei der KMK im
Rahmen eines Schulversuchs beantragt werden.
14. Sind Kooperationen geplant?
Neu ist, dass Hochschulen in Schleswig-Holstein stärker als bisher kooperieren werden. Dies wird ein wichtiges Element der Lehrkräftebildung sein. Ein gemeinsames
Konzept der Hochschulen und des MBW wird 2015 erstellt.
15. Gibt es Doppelstrukturen?
Es gibt seit Jahren zwei Standorte für die Lehrkräftebildung in Schleswig-Holstein,
das war und ist eine regionalpolitische Entscheidung.
16. Wie erfolgt die Akkreditierung?
Das MBW holt durch die Agentur AQAS derzeit vorab eine gutachterliche Einschätzung der vorgesehenen Personalausstattung der Sekundarstufe-II-Fächer ein. Die
weitere Begutachtung findet im Rahmen der obligatorischen externen Akkreditierung
statt. Damit ist die Einhaltung der universitären Standards gewährleistet.
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17. Gibt es ein Problem mit der Anerkennung der neuen Sonderpädagogen in
anderen Bundesländern?
Nein. Das geplante Lehramt für Sonderpädagogik erfüllt die Anforderungen der KMK.
18. Was können Studierende wann und wo studieren?
Für sieben Fächer (Deutsch, Mathematik, Englisch, Dänisch, Spanisch, Geschichte,
WiPo) an der Universität Flensburg werden die finanziellen Mittel bereits ab dem
Haushalt 2014 zugewiesen. Die Universität beabsichtigt, diese Fächer ab dem Wintersemester 2015/16 parallel als Sekundarstufe-I- und Sekundarstufe-II-Fächer anzubieten, so dass die Studierenden vorübergehend zwischen den beiden Varianten
wählen können.

Die übrigen vier Fächer (Französisch, Sport, Kunst, Ernährung und Verbraucherbildung) werden zum Wintersemester 2016/17 auf Sekundarstufe-IINiveau umgestellt.

An der CAU ist eine Anpassung der Studiengänge (Einführung Praxissemester und Modul Umgang mit Heterogenität/Inklusion) zum Wintersemester
2016/17 vorgesehen.

Nach § 33 Abs. 7 des Gesetzentwurfes sind die Studiengänge grundsätzlich
bis 2017, im Übergang bis spätestens 2019 umzustellen. Diese Regelung garantiert den Hochschulen die notwendige Flexibilität.
19. Wie sehen Kosten und Finanzierung des Ausbaus der Universität Flensburg
aus?
Die Regierungsfraktionen haben den Rahmen für den strukturellen Aufwuchs auf bis
zu 2 Millionen Euro jährlich, für einmalige Investitionen auf bis zu 1,5 Millionen Euro
festgesetzt.
Nach dem Kompromiss mit der CAU und der Universität Flensburg sind für den personellen Aufwuchs 835.000 Euro vorgesehen; hinzukommen 20 Prozent Overheadkosten (Anmietungen, eventuell benötigtes Verwaltungspersonal). Damit sind circa 1
Millionen Euro jährlich zu veranschlagen. Es besteht also ein finanzieller Spielraum
zum Ausgleich für unvorhergesehene Kosten.
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Für einmalige Investitionskosten wird ca.1 Million Euro bereitgestellt.
Diese Kosten (1 Million Euro pro Jahr für Personal und 1 Million Euro einmalig für
Investitionen) werden aus dem Haushalt des MBW finanziert und bleiben unter der
von den Regierungsfraktionen gesetzten Obergrenze.
20. Wofür investiert die Universität Flensburg?
Die einmaligen Investitionen in Höhe von circa 1 Millionen Euro entfallen auf folgende Bereiche:
a. Sportlabor
Grundlage für die Kosten der Ausstattung Sportlabor (312.000 Euro) sind die Kostenrichtwerte für Hochschulgebäude der Bauministerkonferenz. Für die Ausstattung des
Sportlabors wurden Ersteinrichtungskosten auf der Basis dieser Richtwerte kalkuliert.
b. Infrastrukturmittel
Der Ausbau der Universität Flensburg wird auch mit einer Fortentwicklung der Bibliotheksausstattung verbunden sein. Hinzu kommen unter anderem Kosten für Informationstechnologien, interaktive Technologien für digitales Lernen und je nach Fach
Ausstattungen wie Druckerpressen oder Staffeleien. Dafür sind circa 800.000 Euro
ausreichend.
Darüber hinaus greifen die Studierenden auf die Bestände der Universität Kiel und
des dänischen Bibliotheksystems zurück.
c. Betriebskosten
Die Betriebskosten werden aus dem Grundhaushalt der Universität getragen.
21. Was kostet eine Professur in Flensburg?
Für die neuen Professorenstellen werden circa 130.000 Euro einschließlich Ausstattung kalkuliert.
Grundsätzlich ist an der Universität Flensburg eine Professur wie folgt ausgestattet:
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 1 Professur
 0,5 wissenschaftlicher Mitarbeiter
 0,25 Sekretariat
Für eine Professur legt das MBW generell Kosten in Höhe von 75.000 Euro, für einen
wissenschaftlichen Mitarbeiter von 65.000 Euro und für eine Sekretariatsstelle von
60.000 Euro zugrunde (die Finanzierung in Flensburg erfolgt anteilig, s.o.). Mittel für
die sächliche Ausstattung sind in den Overheadkosten enthalten.
An der Universität Flensburg kann nicht die Ausstattung der Universität Kiel zugrunde
gelegt werden, da sich deren Ausstattung an Maßstäben für ein fachwissenschaftliches Vollstudium orientiert. Es gibt keine Standards der KMK für die personelle Ausstattung einzelner Fächer.
22. Welche neuen Lehrämter wird es zukünftig für den Sekundarbereich in
Schleswig-Holstein geben?
Es gibt zwei Lehrämter:
Das erste hat zwei Sekundarstufe-II-Fächer: Diese Lehrkräfte unterrichten an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen (Sekundarschullehramt).
Das zweite hat entweder ein Sekundarstufe-I-Fach und ein Sekundarstufe-II-Fach
oder zwei Sekundarstufe-I-Fächer. Die so qualifizierten Lehrkräfte können ebenfalls
an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien eingesetzt werden – allerdings in dem
Fach, in dem sie lediglich auf Sekundarstufe-I-Niveau studiert haben, ausschließlich
in der Mittelstufe einer Gemeinschaftsschule oder eines Gymnasiums (Sekundarschullehramt mit Schwerpunkt Sekundarstufe I).
Die Kombination von zwei Sekundarstufe-I-Fächern ist nur möglich, wenn ein Mangelfach gewählt wird. Die entsprechend ausgebildeten Lehrkräfte sind berechtigt, in
der Sekundarstufe I zu unterrichten und können an Gemeinschaftsschulen eingesetzt
werden. Auch der Einsatz an einem Gymnasium ist möglich.
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23. Werden die neuen Lehrämter in den anderen Ländern anerkannt?
Nach den Ländergemeinsamen Umsetzungsrichtlinien (Beschluss der KMK vom 7.
März 2013) haben sich die Länder verpflichtet, Bewerberinnen und Bewerbern, die
ein Lehramtsstudium gemäß den Vorgaben der Kultusministerkonferenz absolviert
haben, unabhängig vom Land, in dem der Abschluss erworben wurde, über die formale Anerkennung von Abschlüssen hinaus auch einen gleichberechtigten Zugang
zum Vorbereitungsdienst für den ihrem Abschluss entsprechenden Lehramtstyp zu
ermöglichen.
24. Im LehrBG ist ein neues Gremium vorgesehen; welche Aufgabe hat es und
wie ist es besetzt?
Es handelt sich um das „Beratungsgremium“. Das Gremium soll besetzt sein mit Vertretern und Vertreterinnen der Hochschulen, des Instituts für Qualitätsentwicklung an
Schulen Schleswig-Holstein (IQSH), der Schulen und Lehramtsstudierenden unter
Einbeziehung des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und
Mathematik (IPN) und des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft des Landes
Schleswig-Holstein.
Aufgabe des Gremiums wird die gemeinsame Beratung, Koordinierung und Bewertung von Fragen der Lehrkräftebildung sein.
25. Wie entwickelt sich der zukünftige Lehrkräftebedarf?
Die Schülerzahlen an allen öffentlichen Schulen in Schleswig-Holstein sinken bis
2020 voraussichtlich um 50.000 – von 385.000 im Schuljahr 2013/14 auf 335.000 im
Schuljahr 2021/22.
Bei einer durchschnittlichen Lehrer-Lebensarbeitszeit von 35 Jahren müssen in jeder
Dekade rund 30 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer ersetzt werden. In den 2020erJahren werden rund 20.000 Planstellen neu zu besetzen sein. Das sind real circa
25.000 Lehrkräfte, weil einige Lehrkräfte in Teilzeit arbeiten. Pro Dekade müssen
damit 7.500 Lehrkräfte ersetzt werden. Daraus ergibt sich ein jährlicher Lehrerbedarf
von 750.
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In Schleswig-Holstein haben im Jahr 2012 laut dem Statistikamt Nord 1.610 Studienanfängerinnen und -anfänger ein Lehramtsstudium aufgenommen. Mit dem Master
werden erfahrungsgemäß 910 abschließen. Einem jährlichen Lehrkräftebedarf von
750 in den 2020er-Jahren stehen also 910 Absolventinnen und Absolventen gegenüber. Um alle Stellen optimal zu besetzen, benötigen wir sogar noch mehr junge
Lehrkräfte:
Sehr konservativ gerechnet benötigen wir 25 Prozent mehr Absolventen als zu besetzende Stellen – also 1.000 pro Jahr.
Die Gründe:

Nicht alle Absolventinnen und Absolventinnen arbeiten nach Abschluss des
Studiums als Lehrkraft.

Ihre Fächer entsprechen nicht immer dem tatsächlichen Bedarf.

Die Schulen brauchen die Möglichkeit einer Bestenauswahl.

Nicht alle Absolventen bleiben in Schleswig-Holstein.
26. Wann tritt das LehrBG in Kraft?
Vorbehaltlich eines zustimmenden Beschlusses durch den Schleswig-Holsteinischen
Landtag, 23. Sitzung, tritt das LehrBG am 1. August 2014 in Kraft.
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