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Hiltruper Monatshefte - Hiltruper Missionare

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Heft 5
Hiltruper Monatshefte
September/Oktober 2014
20212 F
Inhalt
Meinhard Wittwer
Loslassen ist schwer –
Abschied von Pomio 131
50 Jahre
Gymnasium Johanneum
134
Bernhard Trilling
Die Klosterpforte
wird geschlossen
136
Liebe Leserin, lieber Leser!
Im Gedenken an
P. Prof. Dr. Klaus Demmer
140
Reinhold Frieling
Vom Gefangenen
zum Ordensmann
142
Niemand fragte mich
wie es mir geht
144
Illja Lapato
Zu Fuß nach
Budslaw pilgern
146
Margarete Möllers
Die Perlen eines jeden Tages
148
Heike Hänscheid
Nach innen gerichtet
150
Corinna Laubach
Raus aus der Tabuzone 153
Die Gemeinschaft vom Lamm 154
Gilles Coté
Die Armen im Pastoralplan
130
156
Anders leben als die große Mehrheit –
darum bemühen sich immer mehr Menschen, die erkannt haben, dass es so nicht
weitergeht. Sie ändern ihren Lebensstil,
ihre Ess- und Kaufgewohnheiten und
vermitteln auch den Kindern, was sie für
wertvoll und nötig halten. Sie befreien
sich dadurch zugleich von den Zwängen
der Medien, der Mode und Trends. Sie
sehen die Gefahren und steuern dagegen.
Ethische Selbstverpflichtungen halten
auch immer mehr Unternehmen für
notwendig. Je mehr sich Technik und
Wissenschaften entwickeln und unvorstellbare Erfolge erzielen (Denken wir
an die Raumsonde Rosetta!) desto mehr
müssen wir uns Grenzen setzen, weil
wir nicht alles dürfen, was wir können.
Paulus leitet das Hohelied der Liebe ein
mit dem Wort: „Ich zeige euch jetzt noch
einen anderen Weg!“ (1 Kor 12,31 b)
Meinhard Wittwer
Loslassen ist schwer –
Abschied von Pomio
Als Ordenspriester, der mit dem Gelübde
der Armut vertraut ist, sollte ich gelernt
haben, mich von Dingen und Menschen
zu trennen. Aber ich muss gestehen:
dieses Let-go entpuppte sich mir als ein
hartnäckiges Kopfzerbrechen nach 30
Jahren Seelsorge in Pomio – einer Pfarrei
mit 6.000 Mitgliedern an der Südküste
der Insel New Britain.
Ich klebte fest: an meinen Gläubigen, die
ich alle genau kenne, jeden mit seiner
eigenen Geschichte, jung und alt – an
den Gebäuden, die ich errichtet habe
und die zu bezahlen mir viel Sorgen
bereitete. Es fiel mir schwer, Sachen
loszulassen, die Verwandte, Freunde und
Wohltäter zum Teil mitfinanziert hatten.
Ich hing so fest an den vielen Ehen und
Familien, ich gehörte doch zu ihrem
Schicksal, ihren Sorgen und Freuden.
Ich konnte die Kinder nicht loslassen,
diese wunderbaren Muntermacher in
meinem Alltag.
Aber die eigene Natur mischt oft mit
bei Entscheidungen und hilft nach! Da
kommt dann urplötzlich das Aha-Erlebnis.
Ich will z.B. rasant ins Boot steigen – da
zuckt und knackt es in Knie und Rücken,
Auf Einkaufstour mit der Haushälterin
131
das Kreuz schmerzt. Ich versuche, das
grinsende Gesicht des Kapitäns zu ignorieren. „Relax, Pater“ schmeichelt er, und
zieht mich wie einen nassen Kopra-Sack
ins Boot. Ich vergesse auch Namen und
muss mir Denkzettel schreiben. Ich werde
schneller schlapp, lustlos und verschiebe
gern anstehende Aufgaben auf später. Da
fällt mir ein: ich bin ja schon 72 Jahre!
Ich muss kürzer treten. Ich ärgere mich
auch schneller, kleine Lappalien regen
mich auf, bin schon mal grob, nörgele
unnötig an meiner Haushälterin herum,
weiß alles besser. Wenn ich es merke, bin
ich verwirrt, mache mir Sorgen, spiele
den starken Mann.
Doch die Leute wissen längst um meine
Krise: Sie begegnen mir wie immer
freundlich und respektvoll wie den
alten Leuten im Dorf. Die Jugendlichen
messen und beurteilen den Grad mei-
nes Älterwerdens nach dem Maße, wie
ich auf ihre moderne Computermusik
reagiere. Sie stellen fest, unser Pater
hört unsere Musik auf seinem Handy,
also ist er noch nicht so alt.
So kommt der Tag, an dem ich vor meinem
Erzbischof das Handtuch werfe. Zögernd
akzeptiert er mein Los-Lass-Gesuch.
Alles ist leichter gesagt als getan.
Doch am folgenden Sonntag reiße ich
mich zusammen und teile meinen Leuten
meinen Entschluss mit. Er schlägt ein
wie eine Bombe – nervöses Knistern und
Rumoren in den Bänken, dann Tränen.
Und auf dem Kirchplatz aufgeregtes
Gedränge. „Pater, du darfst nicht einfach weggehen, du bist doch erst 72, wir
haben dich schließlich groß gefüttert,
bitte bleib noch.“
Die Frauen verabschieden mich mit einem großem Tanz, er gehört zu jedem Fest
132
Nach drei Wochen eine unvergessliche
Abschiedsfeier: Reden, Tänze, Chöre und
große Mengen Speisen. Die Frauen haben
sich übertroffen: Sie haben zu Hause
vorgekocht und das Essen zusammen
getragen auf langen Tischreihen. Im
Laufe des Festessens überraschen mich
die Mütter mit einer besonderen Tanzeinlage. 24 Frauen, alle in den T-Shirts und
Jeanshosen der Männer, bieten einen
schmissigen Rock`n Roll`.
Die Rede des Lehrers, nicht gerade mein
Freund, klingt mir bis heute nach:
„Pater; ich danke dir persönlich und auch
im Namen vieler Familien, dass du unsere
Ehen eingesegnet, unser Kinder getauft
und zum Kommunion geführt hast. Dank
dir auch, dass du unsere Sterbenden für
den Himmel vorbereitet hast.“ Dieser
Mann weiß um die Hauptaufgaben des
Priesters!
Nun genieße ich meinen Heimaturlaub
bei meinen Mitbrüdern in Hiltrup. Auch
sie haben losgelassen und nach einem
erfüllten Arbeitsleben als Priester und
Missionar die Aufgaben in jüngere Hände
gelegt. Respekt, Dank und Hochachtung
allen meinen Mitbrüdern! Auch die vielen Gräber auf unserem Klosterfriedhof
lehren mich, weiterhin treu zu meiner
Berufung zu stehen.
Ich wage einen Neuanfang – als Krankenhausseelsorger in Vunapope. Mein
Bischof sagt, die Aufgabe sei dringend
und mir angemessen.
Die Christen in Pomio haben meinen
Nachfolger akzeptiert und sorgen gut
für ihn wie ich höre.
Nachrichten
Caraveli - Peru
Bischof Juan Carlos wird neuer
peruanischer Militärbischof
Am Mittwoch, den 16. Juli 2014
ernannte der Heilige Vater Papst
Franziskus Bischof Juan Carlos
Vera Plasencia MSC, bisher Bischof
der Prälatur Caraveli, zum neuen
Militärbischof von Peru. Er bleibt
aber zunächst als Bischöflicher
Administrator bis zur Amtseinführung seines Nachfolgers dort
im Amt. Der Militärbischof hat als
Aufgabe die religiöse Betreuung der
peruanischen Streitkräfte. Sein
Bischofssitz ist Lima. Wir wünschen
unserem Mitbruder Gottes Segen
und viel Kraft für die neue Aufgabe.
Rom
Die „Töchter Unserer Lieben Frau
vom hlst. Herzen Jesu“ (OLSH)
haben zur neuen Generaloberin
Schwester Marifa Mendoza aus
den Philippinen gewählt.
Würzburg
Bischof Dr. Norbert Strotmann
MSC hielt auf der Jahrestagung
Weltkirche und Mission am 16. Juni
ein Referat: „Was heißt hier Entwicklung?“ Er ist seit 18 Jahren Bischof
des Bistums Chosica am Rande von
Lima mit 1,5 Mill. Katholiken. Seine
Erfahrungen hat er in ein Projekt
der Universität Osnabrück unter
Leitung von Prof. Margit Eckholt
eingebracht „Pastoral am Rande
der Mega-Cities.“
133
50 Jahre Gymnasium Johanneum
Am 03. Juli 2014 feierte Bischof Dr.
Karl-Heinz Wiesemann im Gymnasium
Johanneum in Homburg zusammen mit
den Schülerinnen und Schülern, dem
Kollegium und Vertretern der Eltern
eine Eucharistiefeier zum 50jährigen
Bestehen der Schule. Die Aula war bis
auf den letzten Platz gefüllt, als Bischof
Dr. Wiesemann in seiner Predigt auf die
Bedeutung des Adlers einging, der als
Zeichen des Evangelisten und Apostel
Johannes auch Symbol des Gymnasiums ist:
„Sehen“ und „Zugreifen“ wie ein Adler –
das wünscht der Bischof auch den jungen
Menschen auf ihrem Lebensweg. Denn
das Johanneum will mit seinen christlichen Werten über den Fachunterricht
hinaus Gelegenheit bieten, im christlichen Glaubens- und Lebensverständnis
zu wachsen und zu reifen.
Im Anschluss an die Eucharistiefeier
besuchte Bischof Dr. Wiesemann noch
das Gelände der beiden Jugendgruppen
am Johanneum, DPSG und KSJ, wobei sich
die Jugendlichen selbst beim Lagerfeuer
vorstellen konnten und über ihre vielfältigen Aktivitäten berichteten. Dabei
brachten sie zum Ausdruck, dass die
kirchliche Jugendarbeit im Johanneum
seit 50 Jahren jungen Menschen die
Möglichkeit bietet, im sozialen Miteinander Verantwortung und Solidarität
einzuüben.
Beim anschließenden Stehempfang
in der Aula betonte Direktor Helmut
Seiwert nochmals das Selbstverständnis des Johanneums in katholischer
134
Trägerschaft und die Bedeutung der
spirituellen, personellen und finanziellen
Unterstützung der Diözese Speyer. Der
Provinzial der Herz-Jesu-Missionare, Dr.
Martin Kleer, erinnerte an die ersten
Jahre und die Geschichte der Schule bis
zum heutigen Tag.
Deutlich wurde an diesem Tag vor allem:
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
des Johanneums werden in denjenigen
sichtbar und erlebbar, für die diese Schule
gebaut worden ist:
Die jungen Menschen, die von ihrer Schulzeit geprägt Kirche und Gesellschaft in
ihrem weiteren Lebensweg mitgestalten.
Bischof Dr. Wiesemann mit dem
Schülerchor
Mit dem Bischof feierten die Messe P. Provinzial Dr. Martin Kleer (li.) und P. Superior
Heinz Limburg (re.)
Die große Schulgemeinde beim Gottesdienst
135
Die Klosterpforte
wird geschlossen
Liebe Mitchristen in Oeventrop!
Als letztem Bewohner des Missionshauses
Priesterseminars. Persönliche Bindungen,
am Haarscheid fällt mir die Aufgabe zu, die heute noch über Ozeane hinausgehen,
die Klosterpforte hinter mir zu schlie- pflegen manche Oeventroper Familien
ßen. Es erfüllt mich mit Trauer, einen
mit den ehemaligen Ordensstudenten, die
Schlusspunkt zu setzen hinter eine
sich ja auch im Rahmen der Jugendarbeit
über 100jährige Missions-, Ordens- und
oder als gute Fußballer in die Gemeinde
Gemeinschaftsgeschichte. Die Älteren
einbrachten. Mit dem Weihejahrgang
unter Ihnen erinnern sich gerne an die 1968 sank die Zahl der Ordensstudenten
vielfältigen liturgischen Hochereignisse, unserer norddeutschen Provinz auf ein
wie die alljährlichen Weiheliturgien, Minimum. So lief der Studienbetrieb aus,
Gelübdefeiern, die Missionsaussendungen
die jungen Professoren suchten sich neue
und die vielen Predigten und Vorträge Arbeitsfelder und die wenigen Studenten
durch die Professoren unseres Missions- – so wie ich vom Weihejahrgang 1970 –
Weiheliturgie im alten Missionshaus
136
setzten ihre Studien in Innsbruck fort.
Die verbliebenen älteren Professoren
bekamen mit dem neuen Kloster am
Haarscheid einen würdigen Ruhesitz;
mit ihnen auch die Handwerker unter
den Mitbrüdern, wie Bruder Trapp, der
sich in der Gemeinde engagierte. Pater
Martin Kleespies war bis zu seinem Tode
2007 Superior des Missionshauses. Uns
allen ist er mit seinem frohen Wesen
als engagierter Seelsorger noch in sehr
guter Erinnerung. Den Abschluss unserer
„Senioren-Kommunität“ machte Bruder
Nieberding, den wir in Hiltrup beerdigt
haben.
Das Haus am Haarscheid wurde zu einem
nicht mehr tragbaren Kostenfaktor. Nur
noch drei Personen lebten in diesem Haus.
Alle Anstrengungen, das Haus mit neuen
christlichen Aufgaben zu füllen, waren
vergebens. So musste das Objekt einem
Auktionshaus überantwortet werden,
das es versteigern sollte. Damit konnte
der Orden keinen weiteren Einfluss
mehr auf Käufer und Verkauf nehmen.
Ersteigert wurde es inzwischen von dem
„Verband interkultureller Zentren“ mit
Sitz in Berlin.
Freundlicherweise durften wir bis Anfang
Juni die Kapelle nutzen. Christi Himmelfahrt fand der letzte Gemeindegottesdienst
im Missionshaus statt.
Dank des Entgegenkommens der Hiltruper Schwestern kann die Tradition der
sonntäglichen Abendmesse fortgesetzt
werden. In der Kapelle des Elisabethheimes wird nun Sonntag um 19.00 Uhr ein
Gottesdienst gefeiert. Dafür bin ich den
Schwestern sehr dankbar.
Mittlerweile haben wir eine Wohnung
bezogen – Dinscheder Straße 16, die
Telefonnummer bleibt 1036. Ich stehe
gern – nach Absprache – für Gespräche
und Beichtgespräche zur Verfügung. Sie
können mich auch im seelsorglichen
Notfall anfordern, auch nachts. Ich bin
weiterhin bereit, als „Aushilfspater“ Ihnen
und Pastor Thomas zur Verfügung zu
stehen. So versuche ich, die Erinnerung
an die Herz Jesu Missionare in Oeventrop
aufrecht zu erhalten und im Sinne unserer
alten Patres und Brüder die Kontakte zu
Ihnen zu pflegen.
Abschließend danke ich für mehr als
100 Jahre Vertrauen und Sympathie im
Sinne des auferstandenen Herrn, der
uns in sein Herz geschlossen hat. Ein
besonderes „Vergelt`s Gott“ gilt den treuen
MessdienerInnen aus dem Wohnheim St.
Christophorus und Matthias Marx für
seinen engagierten Einsatz an der Orgel.
Oevenrop im Mai 2014
Ihr Pater Bernhard Trilling,
Herz Jesu Missionar
Antwort in den Pfarrnachrichten:
Die Pfarrgemeinde bedankt sich für das
gute und unkomplizierte Miteinander
in den vielen Jahren; auch über das
Angebot zur weiteren Unterstützung
freuen wir uns.
137
Nachrichten
er ein Dankamt zur Goldenen Hochzeit
seiner Schwägerin und seines Bruders.
Pater Theo Bäumer und Pater Meinhard
Wittwer machen ebenfalls Urlaub in
der Heimat.
Lima - Peru
Auf dem Generalkapitel der Hiltruper
Missionsschwestern in Lima wurde als
neue Generaloberin Schwester Barbara
Pater Provinzial Dr. Martin Kleer hat vom
Winkler aus den USA gewählt. Sie löst 24. Juli bis 17. August die Mitbrüder der
Schwester Mechthild Schnieder ab. Zu „Region Peru“ besucht. (Wir berichten
ihren Mitarbeiterinnen im Generalrat darüber im nächsten Heft!)
wählten die Delegierten Schwester Nicola
Sprenger (Deutschland), Schwester Doro- Innsbruck
thy Patiu (Papua-Neuguinea), Schwester Am 31. August haben drei Novizen der
Juana Valera (Lateinamerika), Schwester süddeutschen Provinz sich durch die
Bonaventura Kim (Korea).
Gelübde an die Gemeinschaft gebunden.
Hiltrup
Am Missionstag im Mutterhaus der Hiltruper Schwestern nahmen 10 Mitbrüder
teil, darunter die Missionare auf Urlaub
Bischof em. Bernardo Kühnel und Pater
Werner Mühl aus Peru.
Aus Neuguinea kam Erzbischof em. Karl
Hesse auf Heimaturlaub. Er nahm u.a. am
Liborifest in Paderborn teil, besuchte die
holländischen Schwestern in Tilburg, die
im Erzbistum Rabaul gearbeitet haben
und traf viele Freunde und Förderer.
In der Heimatkirche Voßwinkel feierte
138
Philippinen
Ordensmachwuchs
Anfang Juni haben acht junge Männer
das zweijährige Noviziat begonnen.
Vier befinden sich im zweiten Jahr. Vier
Novizen banden sich im Juli durch die
ersten Gelübde, zwei entschieden sich
endgültig für die Gemeinschaft durch
die sog. Ewigen Gelübde.
Primiz in der Klosterkirche Unsere Liebe Frau in Oberhausen
Bruder Konrad Schlattmann (29) OFM
Conv. empfing am 14. Juni die Priesterweihe im Würzburger Dom. Dort
studierte er Theologie und lernte die
Franziskaner-Minoriten kennen. Nach
dem Noviziat in Maria Eck und der ersten
Profess setzte er die Studien fort. Nach
dem Examen 2013 legte er dei ewige
Profess ab und band sich endgültig an
die Ordensgemeinschaft. Als Diakon
sammelte er pastorale Erfahrungen
während eines Gemeindepraktikums
in Gelsenkirchen-Ückendorf. Unsere
Gemeinde der Klosterkirche gestaltete
dem Primizianten ein eindrucksvolles Fest,
an dem neben seinen Ordensmitbrüdern
unsere Mitbrüder Pater Fritz Biermann
(ehem. Pfarrer) und Pater Klaus Roos
als aktueller Pfarrer teilnahmen. Für
ihn ist es ein besonderes Geschenk zu
seinem 25jährigen Jubiläum als Pfarrer
der Gemeinde.
Bruder Konrad ist in diesem Sommer
eingesetzt in der Pilgerseelsorge in Assisi
und in Ponferrada, einer Pilgerherberge
auf dem Jakobsweg.
139
Kondolenzschreiben
Im Gedenken an...
Pater Prof. Dr. Klaus Demmer MSC
geb. 27-05-1931, gest. 18-07-2014
Geboren in der St. Josef-Pfarrei in Münster wandte er sich nach seinem Abitur
am Ratsgymnasium an die Herz-JesuMissionare in Hiltrup, wo er 1952 die
ersten Gelübde ablegte. Im August 1957
wurde er zum Priester geweiht.
Nach Grundstudium in Rom und Promotion begann er seine Lehrtätigkeit
innerhalb des Ordens zunächst in Kleve
(1961); dann übernahm er die Moraltheologie in Oeventrop. Es erfolgte ein Ruf
an die Theologische Fakultät in Paderborn, wo er von 1966-1970 lehrte. Klaus
Demmer war der erste an der Gregoriana
in Rom mit voller Stelle Lehrende, der
nicht aus dem Kreis der Jesuiten kam.
Hier wirkte er von 1970-2003. Neben
tiefgeistig, konzentriert und unermüdverschiedenen Gastprofessuren in den
lich nachzugehen. Ruhig, liebenswürdig
USA und anderswo zeichnen P. Demmer und zurückhaltend war er vielen – nicht
umfangreiche Buchveröffentlichungen in
zuletzt auch seinen früheren Studenten
der Moral-Theologie aus; für namhafte – stets ein guter Zuhörer und Ratgeber.
Schriften schrieb er Artikel und Essays. Nach dem Abschied von Rom lebte
Neben drei Festschriften wurden ihm
Klaus Demmer in den letzten 11 Jahren
in der MSC-Kommunität in Münster, in
die Boni- fatius-Medaille der Deutschen
der zweiten Amtsperiode als Superior
Bischofskonferenz, 1999 die Auszeichnung
zum Dr. h.c. in Fribourg, die Verdienst- des Hauses. Er erlag nach einem Kranmedaille der Gregoriana sowie die der kenhausaufenthalt von vier Tagen den
Kath. Universität Mailand und das BVK Folgen schwerster Verletzungen, die er
1. Klasse verliehen.
sich nach einem Sturz zugezogen hatte.
Seine disziplinierte und anspruchslose Wir gaben Klaus Demmer am Mittwoch,
Lebensweise waren auch bestimmend
dem 23. Juli 2014 das letzte Geleit und
dafür, der einzig wichtigen Frage nach Gott
feierten in der Kapelle der Herz-Jesu-
140
Missionare in Münster-Hiltrup das Auferstehungsamt. Anschließend wurde er
auf dem Klosterfriedhof bestattet.
Lieber Herr Weihbischof, lieber Mitbruder Stefan Zekorn, lieber Herr Professor,
lieber P. Ulrich Berges! Von dir, lieber
Stefan, habe ich schon gehört, dass P.
Klaus Demmer nach einem Sturz in
Münster verstorben ist. Ich habe ihn
außerordentlich geschätzt und vor kurzem noch in einem großen Essay zu Karl
Rahner gewürdigt als jemand, der über
Karl Rahner und die Moraltheologie wohl
das beste geschrieben hat, außerdem
auch von Rahner in vielem angestoßen
worden ist. Ich war natürlich schon
länger in Rom weg, als er 1970 an die
Gregoriana kam. Aber alle seine Bücher
haben mir viel gegeben, auch die mehr
spirituellen Texte.
Ich möchte Ihnen, lieber Ulrich Berges,
und der Gemeinschaft der Herz Jesu
Missionare mein herzliches Beileid sagen.
Ich werde dankbar in den kommenden
Tagen, wo er sicher seine letzte Ruhe
finden wird, an ihn im Gebet und im
Geist denken. Mit brüderlichem Gruß
Karl Kardinal Lehmann
Pater Demmer war in Rom mein moraltheologischer Lehrer und hat mich
durch sein Denken stark geprägt. Ich
verdanke ihm vieles und werde ihm in
seiner denkerisch konsequenten, aber
menschlich bescheidenen Art immer ein
wertschätzendes Andenken bewahren...
Möge der Herr Pater Demmer seinen
unermüdlichen Dienst für die Sache der
theologischen Ethik reichlich belohnen
und ihm das ewige Leben schenken.
Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Freiburg
Noch vor drei Jahren hielt Professor
Demmer eine Gastvorlesung an unserer Fakultät. Pater Demmer gebührt
Anerkennung und Respekt für sein
theologisches Lebenswerk.
Die Theologische Fakultät Paderborn wird
ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Im Namen der Theologischen Fakultät
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
und auch im eigenen Namen möchte
ich Ihnen unsere Anteilnahme amTod
von P. Prof. Dr. Klaus Demmer MSC zum
Ausdruck bringen, die verbunden ist mit
großer Dankbarkeit und Anerkennung für
das moraltheologische Wirken unseres
verehrten Kollegen und Lehrers, das
weltweite Ausstrahlung entfaltet hat.
Es war mir pesönlich wie auch mehreren
Kollegen ein Bedürfnis, dass ich auch für
unser Kollegium an der Beisetzung am
23.07.2014 in Hiltrup teilnehme. Ich danke
Ihnen für die Möglichkeit der Konzelebration und Ihre Gastfreundschaft mit
schönen Begegnungen im gemeinsamen
Abschiednehmen von P. Klaus Demmer.
Im Fakultätsrat legen wir in unserer
gemeinsamen christlichen Auferstehungshoffnung ein Gedenken für ihn ein, der
dies Geheimnis unseres Glaubens auch
in seinem priesterlich-seelsorglichen
Wirken verkündet hat.
Prof. Dr. Klaus Baumann, Dekan
141
Reinhold Frieling
Vom Gefangenen
zum Ordensmann
Pater Reinhold Frieling (88) feierte in
Hiltrup kürzlich das 60-jährige Priesterjubiläum und ist seit 65 Jahren Ordensmann.
Aus diesem Anlass hat die Redaktion ihn
gebeten, unseren Lesern einige Erinnerungen als Soldat und Kriegsgefangener
mitzuteilen.
Geboren wurde ich 1926 in Dülmen,
zwischen den beiden großen Kriegen,
in der Zeit der Weimarer Republik. 1932
kam ich in die Grundschule, wuchs also
hinein in die Hitlerzeit, in das Dritte Reich,
das uns als das „Tausendjährige Reich“
versprochen und angepriesen wurde.
Meinen Wunsch, Priester zu werden,
142
habe ich zum ersten Mal überhaupt
geäußert, als es Zeit wurde, von der
Volksschule ins Gymnasium zu wechseln. Dem Verständnis unserer Eltern,
ihren Mühen, Opfern, ihrer vorsichtigen
Geduld und ihrem Verhandlungsgeschick
ist es zu verdanken, dass mein Bruder
Josef 1936 und ich 1937 ins Gymnasium
aufgenommen wurden.
Im Herbst 1942 wurde mein Bruder Josef
von der Schule weg zum Heer einberufen und nach der Grundausbildung in
Frankreich in Griechenland eingesetzt.
Ich selbst musste im Februar 1943 mit
unserer ganzen Klasse – ohne persönlichen Einberufungsbefehl – als „Luftwaffenhelfer“ in die heimische Flakstellung
einrücken. Von dort mussten wir morgens
zum Unterricht in die Schule.
Danach, und wenn es vorher schon Fliegeralarm gab direkt, auf dem schnellsten
Weg n die Flakgeschütze. Später mussten
die Lehrer zum Unterricht zu uns in die
Stellung herauskommen. Wir blieben
dort. Mit dem Jahreswechsel 1943-1944
ging unsere LWH- Flakzeit zu Ende.
Wir „Altgedienten“ wurden in alle Winde
zerstreut: Nach 14 Tagen zum Reichsarbeitsdienst und/oder in die Wehrmachtseinheiten eingezogen. Ich blieb noch einige
Wochen verschont und ging wie früher
zur Schule. Dann bekam ich meinen
regulären Gestellungsbefehl und landete
bei der Marine. Der kurzen Aufnahmezeit In der Lagerzeit hatte ich viele Aufgaben,
in Kiel folgte die Grundausbildung in
zuletzt als englischsprechender MitarbeiLübeck. Danach die Sonderausbildung
ter in der Lagerleitung. Bald durfte ich mit
im Nachrichtenwesen zum Signalgast
militärisch-amerikanischer Fahrerlaubnis
in Waren/Müritz in Mecklenburg. Bald
Jeep, Dodge und Transport-Lastwagen
musste die Marine unsere Ausbildung
fahren. Mit der Markierung am Fahrzeug
abbrechen und den Kurs abgeben an „PW-Driver = Kriegsgefangenen-Fahrer
die Infanterie. Der Transport ging ins
blieb ich von französischen Behörden und
Protektorat Böhmen-Mähren.
Amtsträgern unbehelligt. Als chaplainsUnser Marineblau wurde gegen Feldgrau
boy, d.h. Helfer, Küster und Fahrer des
getauscht. Wir wurden ausgerüstet mit deutschen Lagerpfarrers durfte ich mit
ihm die umliegenden Gefangenenlager
Karabinern, Infanteriegeschützen und 12
für Gottesdienstfeiern besuchen. Auch
cm-Granatwerfern. Schließlich wurden
wir einem neu aufgestellten Volksgre- Krankentransporte wurden mir gelegentnadierregiment zugeordnet.
lich aufgetragen. Nebenbei entstanden
Ich hatte mich schon damit abgefun- 1946 auch noch einige Nummern einer
Lager-Kirchen-Zeitung, hektographiert
den, dass es weiter nach Osten gehen
würde. Überraschend fuhren wir aber unter dem Titel „Kirche und Heimat.“
nach Aachen.
Seit der Gefangennahme galt ich zuhause
Am 21. Oktober 1944 sind wir in ame- als vermisst. Erst im Sommer 1945 durfte
rikanische Gefangenschaft geraten und
ich mit den Angehörigen in Verbindung
mit der Bahn in ein amerikanisches
treten und Briefe schreiben. Nach 2 ½
Lager nach Frankreich verlegt worden. Jahren wurde ich im Januar 1947 endlich
– Bazancourt bei Reims.
entlassen.
Die Gefangenen im Stacheldraht-Seminar Chartres, ganz links Josef Frieling
143
Aufgrund der Vorsemester-Bescheinigung
konnte ich neun Monate später in Lüdinghausen das Abitur machen.
Bald darauf bat ich die Hiltruper Missionare um Aufnahme in die Gemeinschaft und begann das Postulat, dann
das Noviziat. Am 30. September 1949
band ich mich durch die Gelübde an die
Gemeinschaft.
Mein Bruder Josef kam Ende 1946 nach
Chartres ins sog. Stacheldraht Seminar
der kriegsgefangenen Theologiestudenten unter dem Regens Abbé Stock. Drei
Professoren aus Heidelberg prüften
ihn und er bestand das Abitur. Als er
Anfang 1947 in Münster aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, ging
er zuerst zum Borromäum und meldete
sich zum Theologiestudium. Dann fuhr
er nach Hause.
Unfall mit glücklichem Ausgang
Eines Morgens flog eine junge Eule
gegen die großen Flurfenster. Sie war
lange betäubt und wir glaubten sie
sei tot. Über eine Stunde bewegte sie
sich langsam und mühsam. Etliche
Mitbrüder verfolgten das Schauspiel.
Schließlich hatte sie sich erholt und
flog zu unserer Freude davon.
144
Niemand fragte mich,
wie es mir geht
Eine 85jährige Hiltruper Schwester
hat mir ihren erschütternden Bericht
gegeben. Sie will nicht genannt werden.
(Redaktion)
Es war ein harter Weg. Ich war gerade
11 Jahre alt. Das erste Kriegsjahr war
vorbei. Es nahm uns unseren Vater (41
Jahre alt). Meine Mutter (36 Jahre alt) legte
ihre Sorgen über ihre sechs unmündigen
Kinder auf einem Herz-Jesu-Altar nieder.
Sie war verzweifelt. Die Sinnlosigkeit und
Grausamkeit des Krieges steigerte sich
von Jahr zu Jahr. 1943 brannte Hamburg.
Frauen und Kinder mussten die Stadt
in bereitgestellten Zügen in Richtung
„Unbekannt“ verlassen. Meine Mutter, in
der Krankenpflege tätig, wurde zurückgehalten, um im Lazarett tätig zu werden.
Eine Odyssee begann. Ich war 13 Jahre
alt. Die Geschwister, die ich bei mir
hatte, waren 11 Jahre, 7 Jahre und 4
Jahre alt. Man quetschte uns in einen
Waggon. Angst machte sich breit. Die
sanitären Anlagen waren versperrt
mit Gepäck und Kinderwägen. Für die
menschlichen Bedürfnisse konnten nur
Blechdosen innerhalb der überfüllten
Abteile benutzt werden. Sie wurden durch
die Fenster entleert. Es war brüllend
heiß. Juli! Irgendwann und auf Umwegen erreichten wir eine uns bekannte
Familie in Zwickau. In einem kleinen
Dorf nahe der Stadt wurden wir auf drei
Familien verteilt. Dieses „Zu-Hause-Sein“
währte nur 14 Tage. Wir erhielten keine
Aufenthaltsgenehmigung. Dafür aber
vier Fahrkarten nach „Westpreußen.“
Die Dorfbewohner weinten.
Sicher, aber verstört, kamen wir nach
Leipzig. Hier war Zugwechsel. Da alles
stockdunkel war, aber mehrere Züge
in der Halle standen, gerieten wir in
unserer Angst in einen falschen Zug.
Er war voller Soldaten, die an die Front
mussten. Sie sahen uns Kinder, zogen
uns in ein Abteil, versteckten uns unter
die Bänke bis der Zug abfuhr. Sie wussten,
dass sie etwas Verbotenes taten. Aber,
sie dachten an ihre eigenen Kinder in
der Heimat.
Als ihr Kommandant uns bemerkte, gab
es einen Riesenkrach. Irgendwo, unterwegs, wo es noch sicher war, mussten
wir aussteigen. Irgendwann erreichten
wir ein Auffanglager in Thorn. Von dort
ging es weiter durch polnische Dörfer
zu unserer zweiten „Endstation.“ Hier
wurden wir vier Kinder aufgeteilt. Wir
waren nicht willkommen. „Wenn ihr
etwas zu fressen haben wollt, müsst ihr
euch das erst verdienen.“ So wurden wir
Großstadtkinder zu Kühe-Hütern. Die
Maden hingen am Schinken, die Fliegen schwammen mittags in der Suppe.
Wir magerten ab. und fielen draußen
beim Heuen in der prallen Sonne um.
Auf eigene Faust und mit letzter Kraft
rissen wir hier nach 3 Wochen aus. Wir
vereinbarten einen Treffpunkt und,
wieder lange unterwegs, erreichten wir
die „Fränkische Schweiz“ (Oberfranken).
Dort lebte seit geraumer Zeit eine Tante
von uns in einem Zimmer. Sie war in
Hamburg ausgebombt. Entsetzt, nichts
wissend, standen wir völlig verschmutzt
um 6.00 Uhr morgens vor ihrer Tür.
Ausgehungert.
Ihre Wirtin machte sofort den Badeofen
fertig und bereitete uns ein gutes Frühstück. Doch wir aßen nichts. Alle wurden stumm. Bettvorleger wurden unser
Nachtquartier, bis wir in einer Pension
bis Kriegsende untergebracht wurden.
Weil wir Vier noch Kinder waren, wurde
kein Ofen mit Ofenrohr durchs Fenster
genehmigt. Im Winter wurde unser
Zimmer zum „Kristallpalast.“ Die Bettlaken riss ich morgens von der Wand.
Sie waren festgefroren. So schob ich eins
der Betten in die Mitte des Raumes, und
wir schliefen, um warm zu werden, nur
in einem Bett.
Der Krieg ging zu Ende. Die fremde
Besatzung beschlagnahmte unsere
Pension als Lazarett. Innerhalb einer
Stunde mussten wir das Haus verlassen
haben. So standen wir Vier wieder vor
der Tür. In einem Felsenkeller fanden
wir Schutz vor der Nacht. Hungrig. Die
Kanonen donnerten. Es war gefährlich.
Halb verhungerte Trecks zogen durch
die Ortschaft.
Nach einer Woche bezogen wir erneut
unsere Pension. Die Besatzung machte
bessere Unterkünfte für sie aus. Unser
Zimmer war ein Gräuel der Verwüstung,
ekelerregend. Wir lebten von Mundraub.
Niemand kochte für uns. Und ich konnte
nicht kochen. Und was sollte man auch
kochen, wenn nichts da war.
. Ein Soldat wurde auf mich aufmerksam.
Er wollte mir was Gutes zu essen besorgen.
Nur sollte ich an einen bestimmten Ort
kommen. Ausgehungert und gutgläubig
sagte ich zu. Ich erzählte es überall.
Und das war meine Rettung. Junge Müt-
145
ter bewahrten mich vor Schrecklichem.
Gelacht hatte ich schon ein paar Jahre
nicht mehr. Vom Kindesalter war ich
ohne Übergang.in das Erwachsensein
getreten. Nur Sorgen. Niemand fragte.
mich, wie es mir geht, ob ich zurecht
käme. Bis eines Tages die. ambulante
Krankenschwester auf ihrem Motorrad
durch die Ortschaft raste, mich sah,
und trotz großer Eile anhielt, von ihrer
Maschine stieg, zu mir kam und ganz viel
Zeit für mich hatte. Ich konnte plötzlich
reden. Da war jemand, die hörte zu. Sie
gab mir das Gefühl, bei ihr „zu Hause
zu sein, angenommen zu sein.“
Und als ich wieder alleine auf der Straße
stand, fasste ich den festen Entschluss,
auch so eine Schwester zu werden; eine
Schwester, die sich sorgt. Alle Kinder
auf der Welt sollten es einmal gut bei
mir haben. Sie sollten nie hungern, nie
frieren, nur lachen und lernen, sich
selbst zu helfen, frei und froh. Und eine
schöne Jugendzeit erleben.
Ein Werbezettel für die wieder eröffnete
Aspirantinnenschule in Hiltrup leitete
meinen einmal gefassten Entschluss ein.
Illja Lapato
Zu Fuß nach Budslaw pilgern
„Ich bedanke mich, Gott, unser Herr, für
diesen Morgen. Gib uns deinen Frieden
für den heutigen Tag“, so beendet die
Weißrussin Olga Kusmerska (24 Jahre)
ihr Gebet. Die junge Frau bekreuzigt sich
und sieht frohen Mutes in die Ferne, wo
aus dem Nebel langsam die Silhouette
einer Kirche auftaucht – wirklich ein
besonderer Tag ist gekommen: Es ist
sehr früh am Morgen. Olga steht im
Hof einer privaten Pilgerherberge in
Dolginowo, wo sie zusammen mit ihrem
Mann und dem kleinen Henryk übernachtet hat. Die hellen Sonnenstrahlen
lösen die Nebelschleier auf. Der Morgen
ist still und noch taufeucht; es duftet
nach frischgemähtem Gras. Dolginowo,
ein typisches weißrussisches Dorf im
146
Minsker Gebiet, ist die letzte Station der entschieden, seine Taufe auf besondere
Wallfahrt „Minsk-Budslaw.“ Olga pilgert Weise zu feiern und unvergesslich zu
zusammen mit ihrer Familie zu Fuß mit. machen.
Heute ist der letzte Tag des Weges: Bis „Es hat uns nicht gefallen zu sehen, wie
in Polen dieses Sakrament oft in einer
zum nationalen Heiligtum Budslaw sind
es noch 18 Kilometer.
halben Stunde in der Kirche erledigt
Olgas Mann – Bartek Kusmerski (32) – ist wird. Danach gibt es dort häufig eine
Feier mit teuren Geschenken und viel
auch schon wach. Zusammen mit Olga
bereitet er alles Nötige für die Taufe Alkohol: „Kein schöner Rahmen für eine
seines Erstgeborenen vor: Eine Kerze, Taufe!“, meint Olga. Um das zu vermeiden,
ein Kreuzchen für den Täufling und ein
haben wir uns entschieden, unseren
weißes Taufkleid.
Sohn auf der Wallfahrt nach Budslaw
Bartek ist Pole und nach ihrer Hochzeit taufen zu lassen.“ „Diese Wallfahrt ist
hat das Ehepaar in dem westlichen Nach- übrigens schon die zweite für unseren
barland gewohnt. Olga sagt, sie hätten
Sohn. Die erste hat er in meinem Bauch
sich schon vor der Geburt ihres Sohnes
miterlebt“, lacht Olga.
Heute wird ihr Sohn Henryk getauft!
147
Margarete Möllers
Die Perlen eines jeden Tages
Als Betreuungsassistentin habe ich die
unsere Aufgabe, davon zu wissen, wie die
wunderbare Aufgabe, Menschen, die mit
Schnur des Lebens bisher aussah. Dann
Demenz leben, begleiten zu dürfen. Vom
können wir im Sinne des uns anvertrauten
Einzug in das Altenpflegewohnheim, in
Menschen handeln und würdevoll mit
dem ich arbeite, bis zu ihrer Verabschie- ihm umgehen. „Stell Dir nun den Tod
als Schließe des Lebens vor. Dann wird
dung in das ewige Leben. Und oft noch
ein Stück darüber hinaus.
es rund, das Sein hier auf der Erde. Dass
„Stell Dir vor, das Leben sei wie eine Per- Anfang und Ende zusammenpassen und
lenkette“ – mit diesem Bild beschreibe
bereit sind, geschlossen zu werden, ist
ich gerne Schülern in der Pflege und Teil unserer Arbeit.“
ehrenamtlichen Mitarbeitern unser „Es geht nicht darum, dem Leben mehr
Tun – „und jeder gelebte Tag sei eine Tage zu geben, sondern den Tagen mehr
Perle. Dem Tag eine runde, harmoni- Leben.“ (Cicely Saunders) – dieser Leitsche Gestalt zu geben, da können wir spruch des Palliativ-Care-Gedankens
helfen.“ Die schon gelebten Tage liegen
umschreibt, was meine Aufgabe ausmacht,
aneinander, die Biografie des Lebens ist
sehr passend. Täglich treffe ich auf neue
schon umfangreich. Wir schauen uns das
Situationen, Menschen kommen mit
lange Stück Perlenkette, das zu erkennen
unterschiedlichen Befindlichkeiten und
ist, genauer an. Bei einer Demenz ist es Anliegen auf mich zu. Beschäftigung mit
148
Blumen, Backen, Bewegung – Aktionen
so vielfältig wie die einzelnen Biografien.
Zuhören, Gemeinschaft erleben lassen,
singen, albern sein, lachen, trösten, beten,
an die Hand nehmen – vielfältig sind die
jeweils passenden Mittel um die Perle
des Tages zu polieren. Aber auch: etwas
einfach so sein lassen, wenn es gut ist.
So sagte eine 93jährige Dame mit fortgeschrittener Demenz, die ich eines Tages
besuchte: „Heute möchte ich alleine sein.
Ich bin so glücklich!“ Und wirklich: ihre
Augen strahlten, ihr zahnloses Lächeln
wirkte jung und wunderschön. „Ich bin
verliebt!“, so vertraute sie mir an: „in
einen jungen schönen Mann. Und der
hat so herrliche Locken!“ Sie freute sich
über meine Mitfreude und wir sagten
auf Wiedersehen. Verliebt? In dem Alter?
Unwahrscheinlich? Wahr-scheinlich!
Es ist der Schein ihrer Wahrnehmung,
den sie mir vertrauensvoll mitteilt. Sie
empfindet Liebe, sie spürt geliebt zu sein,
sie spürt, lieben zu können. Und nur das
ist wichtig für ihren Moment.
Dankbar bin ich für die Erfahrungen
in meinem Arbeitsalltag auch für mein
eigenes Leben. So treffe ich täglich Menschen, die in ihrem Leben so manchem
Tag zu Glanz verholfen haben, und jeder
gibt mir auf seine Art Unterrichtsstunden.
Die Menschen, die mit Demenz leben,
zeigen uns so deutlich, dass die Schnur,
die alles zusammenhalten kann, die
Liebe ist. Die Liebe zu uns, die Liebe zu
unserem Nächsten. Und das im Glauben
an das „Wie es war im Anfang,“ im Leben:
„so auch jetzt“ und in der Hoffnung auf
ein Sein „immerdar.“
Wir gratulieren
Pater Theo Vogelpoth
16.10. – 75 Jahre
Pater Hans Ollertz
11.11. – 85 Jahre
Pater Eusebio Ramirez
16.12. – 60 Jahre
�
�
Pater Klaus Roos,
25 Jahre Seelsorger
der Klosterkirche
Unsere Liebe Frau
149
Heike Hänscheid
Nach innen wirken
Das Leben genau auf die Weise zu
verbringen, die man sich erträumt hat,
und das in 57 Ordensjahren noch nie
bereut zu haben: Die 83jährige Schwester
Adelgaris, als Küsterin für die Kapelle
im Herz-Jesu-Krankenhaus zuständig,
bekennt sich dazu mit freudiger Miene
und ebenso freudigem Herzen. „Ich bin
da, wo ich immer hinwollte.“
Wo andere junge Frauen den Orden der
Hiltruper Missionsschwestern wählten,
um in fremden Ländern und Kontinenten die Liebe Gottes zu den Menschen
zu tragen, da suchte sie ihre geistliche
Heimat im Kleinen, im Nahen, ja im
Innersten: „Schon als Kind war ich
fasziniert von dem, was die Jungen als
Messdiener während der Liturgie am
Altar machen konnten“, lächelt sie in
Erinnerung an diese Zeit in Rindern am
Niederrhein, als es für Mädchen noch
undenkbar war, einen solchen Dienst
neben dem Priester zu tun. „Ich habe
daheim immer mit der Hauspostille als
Messbuch geübt“, streicht sie liebevoll
über das gewichtige alte Druckwerk, das
sie noch heute in Ehren hält. Ihren Weg
von der Entscheidung für das Ordens-
Schon seit jeher erfüllte Sr. Adelgardis eine tiefe Freude bei der Ausübung
der vielfältigen Küster-Tätigkeiten.
150
Begegnungen und Gespräche mit Patienten:
Sr. Adelgardis reicht die Krankenkommunion.
leben bis hin zum Eintritt ins Hiltruper
Noviziat mit damals 21 weiteren jungen
Frauen ist sie allein gegangen, hat Eltern
und Geschwistern erst spät von ihrem
Entschluss berichtet. Die Hiltruper
Schwestern lernte sie im Exerzitien-Haus
in Kleve kennen und wusste rasch, dass
sie in der Herz-Jesu-Verehrung ihre Spiritualität gefunden hatte. „Nach einem
Jahr Ausbildung in der Krankenpflege in
Essen brachten mich meine Eltern und
ein Bruder nach Hiltrup – nach kurzem
Abschiedsschmerz wusste ich aber genau,
dass ich nun angekommen war.“
Ihre tiefe Freude an den vielfältigen
Küster-Tätigkeiten überzeugte die Oberin,
und schon bald war Schwester Adelgaris
mit Leib und Seele der gute Geist der
Kapellen im Krankenhaus, im Park und
auch im Mutterhaus der Schwestern.
Wenn sie davon erzählt, sprüht sie
auch heute noch – selbst, wenn sie aus
Gesundheitsgründen inzwischen nur
noch die Kapelle im zweiten Stock des
Krankenhauses liebevoll betreut – vor
Begeisterung für diese Aufgabe.
Und die ist wirklich vielseitig. Denn
neben der Vorbereitung der Werktagsund Sonntags-Gottesdienste, Andachten, Taufen oder Trauer-Gottesdienste
ist Schwester Adelgaris auch für den
Blumenschmuck und die jahreszeitliche
Dekoration der Kapelle zuständig. „Zu
Weihnachten oder zu Erntedank bringe
ich auch schon mal Steine oder Kürbisse
zur Dekoration von zuhause mit“, lässt
sie der Kreativität gerne freien Lauf.
Immer wieder trifft sie in der Kapelle
Patienten oder Angehörige, freut sich über
Gespräche oder Begegnungen, wenn sie
die Kommunion in die Krankenzimmer
bringt.
Schwester Adelgaris sorgt dafür, dass
alles am rechten Platz ist, dass die Kerzen
151
brennen, die Gewänder der Seelsorger
in Ordnung sind, Messbuch, Schalen
und Kelche bereit stehen und – etwa bei
Krankensalbungen – die Heiligen Öle an
ihrem Platz sind. Die holt die Ordensfrau
jedes Jahr bei der Weihe im Paulus-Dom
persönlich ab – meistens mit dem Fahrrad! Ähnlich wie früher das Friedenslicht
aus Bethlehem; das haben inzwischen
Jugendliche aus der Gemeinde übernommen. Mit den Sternsingern, die im
Januar die Kranken besuchen, zieht sie
allerdings noch immer gerne über die
Stationen. Besonderes Highlight für sie
sind die jährlichen Sakristan-Tagungen
des Bistums: „Referate, Besichtigungen,
Austausch mit anderen Küsterinnen
und Küstern und meist auch eine praktische Arbeit lassen mich immer ganz
neu aufgetankt zurückkehren“, strahlt
die Ordensfrau und zündet dabei die
Altar-Kerzen für den Gottesdienst an.
Scheinbar unspektakulär, aber doch
eine Lebensaufgabe voller Hingabe. Ein
Leben am richtigen Ort. „Da, wo ich
immer hinwollte.“
Heike Hänscheid, Herzschlag Ausgabe
21. Oktober 2013, S. 17
Das Gymnasium unserer Mitbrüder in Salzburg-Liefering hat vor kurzem
einen Schulgarten mit Kräutern angelegt, aus dem sich die Köche für die
Mahlzeiten bedienen.
152
Corinna Laubach
Raus aus der Tabuzone
Sebastian Burger mag den Austausch, ist
neugierig und guckt gerne genau hin. Die
„Mood Tour“ liegt ihm deshalb besonders
am Herzen. Ein einmaliges Projekt, das
sich an ihm unbekannte Menschen mit
und ohne Depressionserfahrung richtet.
Ihm geht es bei der gigantischen Radtour
quer durch die Bundesrepublik keinesfalls um die Therapie dieser Krankheit.
Im Gegenteil. „Die Mitradelnden sollten
sich nicht in einer akuten Phase befinden.“
Burgers Anliegen ist es, ein weitverbreitetes Krankheitsbild aus der Tabuzone
Man könnte denken, Sebastian Burger zu holen. Er will offen und vorbehaltlos
sei ein fanatischer Radfahrer. Seine bis- über Depressionen sprechen, helfen Vorherige Zweirad-Bilanz kann sich mehr urteile abzubauen und den Erkrankten
als sehen lassen: 1999 legte er auf zwei
durch die Bewegung in der Natur ein
Rädern mehr als 14.000 Kilometer von
Stück Lebensfreude zurückgeben.
Frankfurt am Main nach Peking zurück.
GEMEINSAM EIN ZEICHEN SETZEN
2001 durchkreuzte er ein halbes Jahr auf
dem Tandem Südamerika, 2005 folgte Wer sich mit Depressionen beschäfeine Tandem-Tour mit Blinden nach Sin- tigt, weiß, dass Bewegung ein Weg aus
dem schwarzen Loch sein kann. Auch
gapur. 2009 fuhr er mit Gehörlosen durch
Sebastian Burger hat diese Erfahrung
Südamerika und 2012 startete die erste
„Mood Tour“, um auf die Volkskrankheit am eigenen Leib gemacht. Geholfen
Depression aufmerksam zu machen. In
hat ihm das Laufen. Doch Sport ist bei
sieben Etappen ging es 4.500 Kilometer seiner Mitmach-Aktion nur ein Medium.
durch Deutschland. „Dabei laufe ich
Neben dem gemeinsamen Erleben und
eigentlich viel lieber“, bekennt der 34Jäh- dem Austausch untereinander geht es
rige. Das Radfahren jedoch – gerade mit vor allem um das Gespräch mit Interesdem Tandem – lebe von der Interaktion. sierten und den Medien vor Ort in den
Und das wiederum gefällt dem Bremer jeweiligen Städten. Authentisch soll von
gut. Auf seinen Touren durch Asien und
eigenen Erfahrungen berichtet werden.
Südamerika hat er viele Menschen mit
Christlicher Digest
ganz unterschiedlichen Geschichten
06/2014, S. 11
kennengelernt.
153
Die Gemeinschaft vom Lamm
Bei der „Gemeinschaft vom Lamm“
handelt es sich um einen relativ jungen
Orden. Ihm gehören die „Kleinen Schwestern vom Lamm“ und die „Kleinen Brüder
vom Lamm“ an. Seit 1996 ist Kardinal
Christoph Schönborn, Erzbischof von
Wien, der verantwortliche Bischof der
Gemeinschaft diözesanen Rechts. Zur
„Familie vom Lamm“ zählen neben
Schwestern und Brüdern auch Laien,
Unverheiratete, Familien, Jugendliche,
Kinder und Diözesanpriester. Die Gemeinschaft wurde am 6. Februar 1983 von
Erzbischof Jean Chabbert, Bischof von
Perpignan in Frankreich, errichtet. Am
16. Juli 1983 wurde sie vom Ordensmeister, Bruder Vincent de Couesnongle OP,
als „zur Familie des heiligen Dominikus
angehörend“ anerkannt. Die Ordensleute
sind sowohl von der Spiritualität des
heiligen Dominikus als auch des heiligen
Franziskus geprägt.
In Nachfolge der beiden großen Heiligen
verpflichten sich die Schwestern und
154
Brüder zur radikalen Armut, zur Gemeinschaft mit den Armen, zur betenden
Kontemplation und zur verkündigenden
Mission des Evangeliums. Zurzeit umfasst
der Orden etwa 130 Schwestern und
30 Brüder. Diverse Gründungen finden
sich in Frankreich, Spanien, Österreich,
Polen, den USA, Argentinien und Chile.
In Deutschland ist die Gemeinschaft
in Kevelaer und in Münster vertreten.
Hauptsitz der Gemeinschaft ist St. Pierre
bei Fanjeaux, in dessen Nähe der heilige
Dominikus wirkte. Die Schwestern tragen ein mittelblaues Ordenskleid, einen
dunkelblauen Schleier, bis zur feierlichen
Profess ein Holzkreuz und danach eine
hölzerne Medaille mit der Darstellung
des Lamms.
(Kirchensite, Bistum Münster)
Das bescheidene Zeugnis
nicht gering schätzen
Wichtiger als die kirchlichen Institutionen sind und bleiben die einzelnen Christenmenschen. Die Zukunft des christlichen Glaubens wird nicht zuletzt davon
abhängen, dass es immer wieder Menschen gibt, die diesen Glauben in seinem
Kern neu für sich entdecken und daraus zu leben versuchen. Das kann sich in
einem längeren Prozess abspielen, aber auch als spontane Bekehrung. Nicht alle
Bekehrten, alle „Neuchristen“ sind in gleicher Weise glaubwürdig oder gar sympathisch. Aber sie können für ihre Mitmenschen doch ein lebendiger „Beweis
des Geistes und der Kraft“ werden und so Manchen mindestens zum Nachdenken bringen. Allerdings sollte man auch diejenigen nicht vergessen, denen eine
Bekehrungserfahrung nicht zuteil wird. Sie gehen vielleicht mehr oder weniger
regelmäßig zum Gottesdienst, obwohl sie ihre Zweifel gegenüber der christlichen
Botschaft haben, sie halten an überkommenen Traditionsbeständen, an biblischen Texten und Kirchenliedern fest, die für sie mehr sind als Bildungsgut, auch
wenn sie dadurch in Begründungsschwierigkeiten gegenüber ihrem sozialen und
kulturellen Umfeld kommen, sie bemühen sich, den Glauben argumentativ zu
verteidigen, auch wenn es ihnen angesichts eigener intellektueller Anfragen und
der schmerzlich erlebten eklatanten Unzulänglichkeiten und Kleinkariertheiten
des kirchlichen Betriebs schwer fällt.
(Ulrich Ruh in der Herder Korrespondenz)
Viele Christen bekennen sich zu ihrem Glauben
durch die Teilnahme an einer Wallfahrt.
155
Gilles Cote
Die Armen: eigenverantwortlich
und respektiert
Aus dem Pastoralplan des Bistums Daru
Kiunga in Papua Neuguinea
Wir wollen, dass die katholische Kirche
ein Modell und zugleich Zeugin der
Gerechtigkeit ist, ebenso Anwältin von
Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Dies
erfordert, dass wir Menschen befähigen
hin zu größerer Eigenverantwortlichkeit,
Gerechtigkeit in Fragen von Arbeitsbedingungen und -möglichkeiten sicherstellen
und für die Anerkennung der Rechte
aller, besonders der Frauen und Kinder,
eintreten. Wir müssen Menschen mit
den notwendigen Fähigkeiten ausstatten,
um Konflikte friedlich lösen zu können.
In ähnlicher Weise muss die Kirche
zu einem Modell und einer Zeugin der
Integrität der Schöpfung, ja zu einer
Anwältin der Sorge um die Umwelt
werden. Die Zielsetzung ist also nicht,
sich um die Armen zu sorgen, sondern
sie zu befähigen, damit sie ihrer Armut
entrinnen können.
Alle Aktivitäten beginnen dort, wo die
Menschen leben; Wir planen und bringen
unsere Aktivitäten gemäß den Nöten
und Bedürfnissen der Menschen auf den
Weg; Wir bieten an, was die Menschen
imstande sind zu empfangen, so dass sie
auch antworten können; Unsere Einladungen richten sich an alle Menschen,
nicht nur an diejenigen, die sonntags zur
Kirche kommen, denn alle sind Kinder
156
Gottes; Niemand ist so arm, dass er/sie
nichts anzubieten hat; Jeder von uns
hat eine besondere Gabe oder Fähigkeit
anzubieten, die dem Leben der Gemeinschaft dienlich ist; Es ist besser, dass viele
Menschen etwas tun, als das wenige
alles tun.
(Forum Weltkirche: Nr. 4,
Juli-August 2013 Seite 20)
Bischof Gilles Coté (re.) mit P. Aloys
Escher am Missionssonntag 2013
So leben die Menschen in den Dörfern von Papua-Neuguinea
Bischof Gilles Coté (re.) singt und spielt mit Kindern und Eltern
157
Die Wächter am Grabe Jesu sind entsetzt über den Auferstandenen.
Altar in der Nikolai-Kirche in Rostock
Verstorbene
Schwester M. Eleonore MSC
Elisabeth Ebbigmann
geb. 20.07.1923 in Greven
erste Profess 16.08.1947
Stationen:
Dülmen-Karthaus, Wiesbaden,
Haus Widey
gest. 05.07.2014 in Hiltrup
Schwester M. Alena MSC - Maria Lampert
geb. 23.08.1918 in Wollbach
erste Profess 02.08.1941
Stationen:
Mayen, Paffrath
gest. 06.07.2014 in Paffrath
158
Schwester M. Theogonia MSC
Maria Ridder
geb. 05.07.1920 in Oer
erste Profess 02.08.1941
Lebte als Musikerin nur in Hiltrup
gest. 14.07.2014 in Hiltrup
Schwester M. Bernhild MSC - Eva Gebhardt
geb. 23.12. 1922 in Berlin
erste Profess 16.08. 1953
Stationen: Dorsten, Buer-Erle, Hamm,
Balduinstein, Paffrath
gest. 19.07.2014 in Hiltrup
Förderer
Heinz van Bebber, Neuss
Josefa Hölzer, Maria Kraas, Franziska
Kleinehr, Arnsberg-Oeventrop
Ernst Scholz, Riesenbeck
Elfriede Schoo, Ochtrup
IMPRESSUM 124. Jahrgang
Fotos: Titel:
P. Meinhard Wittwer und die Vorsitzende des Pfargemeinderates bei der
Abschiedsfeier Foto: MSC Archiv
Rückseite:
Lichtspiele
Foto: photocase
S. 131/132
S. 134/135
S. 136
S. 138
S. 139
S. 140
S. 142/143
S. 144
S. 146/147
S. 148
S. 149
S. 150
S. 153
S. 154
S. 156/157
S. 158/159
MSC Archiv
Walter Schürer
MSC Archiv
MSC Schwesternarchiv
Anne Ahrens
Hans Pittruff
MSC Archiv
Klaus Eppmann
Illja Lapato
Margarete Möllers
Anne Ahrens
Heike Hänscheid
Jörg Sarbach
Gemeinschaft vom Lamm
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