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681241
Rathaus für Schöneiche bei Berlin
DOMUS CONSULUM
Städtebau und Baukörpergestaltung
Positionierung und Ausrichtung des
Rathausneubaus orientieren sich an seinen unmittelbar und mittelbar benachbarten Baukörpern. Er wird Teil des städtebaulich vorgegebenen Rahmens.
Schwarzplan
Städtebauliches Konzept 1:500
Die linearen, Nord-Süd ausgerichteten
Baukörper des neuen Ortszentrums finden
ihren städtebaulichen Abschluss in der
klaren
Ost-West
Ausrichtung
des
Rathausneubaus. Die Viergeschossigkeit
und die turmartige Überhöhung des
Mittelteils bilden eine angemessene
städtebauliche
Dominante
in
Entsprechung der bedeutungsvollen
Rolle.
Ein zweigeschossiger Flügelbau markiert
den Eingang in die kleinteiligere
Bebauung der Dorfaue. In Korrespondenz
zur Dorfaue 5, dem zukünftigen Bibliothekund Touristikgebäude, beschreiben
beide Baukörper flankierend den Zugang
in den neu gebildeten Stadtraum im rückwärtigen Bereich des Rathausneubaus.
Dieser vorgeschobene Zweigeschosser,
dessen Proportionen an die ensemblebildende Dorfaue 5 angelehnt ist, bildet
gleichsam die Raumkante zur vorgegeben zukünftigen Bebauung des nördlichen OZS-Abschlusses.
Das Erdgeschoss beider Baukörper
umläuft eine Rustizierung, die im
Spritzwasserbereich durch Bepflanzung
mit Bodendeckern in der Sockelzone
geschützt wird.
Auf der mineralischen Aussendämmung
sind im Bereich des Erdgeschosses
Calciumsilikatplatten als Schutz vor
mechanischer Beschädigung angebracht. Teile der Westfassade sind mit
Selbstklimmern bepflanzt, ein Verweis auf
den
Beinamen
„Waldgartenkulturgemeinde“.
Die Fassade zur Schöneicher Straße wird
nach oben von einem Pultdach abgeschlossen, Dieses erfüllt formale als auch
praktische Belange. Prädestiniert zur
Aufnahme Sonnenenergie gewinnender
Anlagen, lehnt es sich an historische
Bebauungsprinzipien an und lässt die
Hauptfassade in klassischer Dreiteilung
(Sockel, Mittelteil, Dach) wirken.
Der Großteil des Flachdachs soll extensiv
begrünt werden, sodass Regenwasser
verzögert abgegeben und problemlos
auf dem Grundstück versickert werden
kann. Kostenintensiver als eine gewöhnliche Bitumendeckung bietet das begrünte Dach einen guten Schutz der
Dachhaut, insbes. vor thermodynamischen Spannungen, ist demnach auf
Dauer wirtschaftlicher, weil langlebiger
und fungiert gleichsam als Klimapuffer,
was der Betreibung der Haustechnik zu
Gute kommt.
Lageplan 1:200
Ansicht von Norden 1:200
681241
Rathaus für Schöneiche bei Berlin
DOMUS CONSULUM
Freiflächengestaltung und Innenraumkonzept
Die Freiflächengestaltung orientiert sich an einer
gut durchgrünten, offenen und parkartigen
Struktur und spiegelt somit die Situation der
Gemeinde Schöneiche wieder.
Des Weiteren wird eine Verbindung zum gegenüberliegenden Schlosspark mit seinen freien,
baumbestandenen,
organischen
Formen
geschaffen. Die Architektursprache des geplanten Rathausvorplatzes wird aufgenommen.
Die freien rund - elliptischen Formen der
„Grüninseln“ ergeben die Wegebeziehungen zwischen dem Rathaus , dem Bibliothek / Touristik –
Gebäude und den Parkplätzen, die sich im hinteren Bereich der Freifläche ebenfalls in einer runden Parkordnung unter Bäumen einfügen.
Gleichzeitig dienen sie der Versickerung des anfallendes Oberflächenwassers bzw. überschüssigen
Dachwassers.
Ansicht von Süden 1:200
Die Zufahrt führt zwischen Rathaus und Fotoladen
auf eine Gabelung von der aus die
Parkplatzsituation überschaubar ist und ein freier
Stellplatz schnell gefunden werden kann.
Vor dem Haupteingang beginnt die stilisierte
Nachbildung des Mühlenfließes in einer kleinen
Platzsituation mit Sitzbereichen und einer Skulptur
bzw. Brunnen, führt dann als farbige Einlegearbeit
durch das Erdgeschoss des Gebäudes mit den farbig angelegen Ortsteilen aus dem Gebäude heraus und endet in einem kleinen Teich, der als
Wasserbecken für die Besucher erlebbar ist und
gleichzeitig für die Aufnahme des überschüssigen
Oberflächenwassers dient.
Die zentrale Bodenintarsie im Foyer beschreibt
die Ortsteile Schöneiches in farbig angelegten
Feldern. Den Ämtern unseres Rathauses werden
die Farben der Ortsteile zugeordnet und fungieren so als Leitsystem. Denkbar wäre, in den
jeweiligen Wartezonen der Orte spezifische
Informationen der Gemeindeteile zu platzieren.
Die unmittelbar auf der Nordseite angrenzenden Wege des Rathauses sind aufgeweitet und
für Feste oder Veranstaltungen nutzbar, so dass
der ganze parkartige Freiraum zur Verfügung
steht.
Insgesamt wurde besonderen Wert auf eine
offene, für die Bürger einsehbare und zugängliche Gestaltung gelegt, die das Rathaus als
„grünen“ Mittelpunkt der Waldgartengemeinde
Schöneiche etabliert.
681241
Rathaus für Schöneiche bei Berlin
DOMUS CONSULUM
Architektur
Der Verwendung findende gelbe
Klinker des Hauptbaukörpers
nimmt sowohl Bezug auf den
Bestand des Ortszentrums als
auch auf historische Bauwerke
Schöneiches, dies in Verbindung
mit einem weißen, rein mineralisch eingestellten, farbtonstabilen und biozidfreien Außenputz.
Insgesamt soll, trotz der wirtschaftlichen Rahmenverhältnisse, auf ökologisch sinnvolle Materialien zurückgegriffen werden. So ist z.B.
geplant, den Fußboden mit dem vergleichsweise kostengünstigen
aber zu 100% biologisch abbaubaren Naturprodukt Linoleum zu belegen.
Wert wurde auf die Belichtung des Innenbereichs durch Tageslicht
gelegt.
Die für solare Wärmegewinne benötigten zahlreichen Fenster in der
Süd- und Westfassade werden durch Außen-Raffstores mit
Memoryschaltung verschattet.
Die Innentüren sind mit Oberlichten zur Tageslichtnutzung versehen.
Der Sitzungssaal erhält durch eine vergleichsweise hohe Anzahl von
Fenstern nach Norden ein optimales diffuses Licht.
1. Obergeschoss 1:200
Die klare Gliederung der dreibündigen Anlage wird durch die
geschwungenen Wände des Mittelteils aufgelockert. Diese sind - in
Anlehnung an Wald und Gärten Schöneiches - mit anspruchlosen, für
den Innenraum geeigneten Pflanzen begrünt.
Da allein ein innerer Kern sowie die Außenwände (KS 24 cm) tragend
ausgelegt werden, gewähren leichte Trennwände den Bürozellen
maximale Variabilität und Flexibilität. So ist es möglich, das Bürgerbüro
mit Ganzglaswänden vom Foyer abzutrennen und damit Transparenz
der Verwaltung, Offenheit und Bürgernähe zu implizieren.
Ein besonderes Raumerlebnis entsteht durch verschiedene
Raumhöhen von Bürozellen und Fluren. Aus wirtschaftlichen Gründen
soll auf Systemböden und weitestgehend auf abgehängte Decken
verzichtet werden. Allein in den Flurbereichen und im Sitzungssaal sind
die Decken abgehängt, um Raum für die benötigte
Gebäudetechnik zu schaffen. Die Bürozellen werden mit der
Haustechnik, insbesondere der Lüftungssysteme, über die Flurzonen
erschlossen.
Das Eheschließungszimmer liegt an exponierter Stelle über den
Dächern Schöneiches und macht eine Hochzeit zu einem besonderen Ereignis. Foyer und Wartebereiche bieten Raum für temporäre
Ausstellungen regionaler
Künstler.
Erdgeschoss 1:200
Querschnitt 1:200
Kellergeschoss 1:200
Längsschnitt 1:200
Ansicht von Osten 1:200
681241
Rathaus für Schöneiche bei Berlin
DOMUS CONSULUM
Energiekonzept
Technische Gebäudeausrüstung
Grundlage der Überlegungen zur Haustechnik bilden neben der Beachtung
einschlägiger
Normen
und
Richtlinien
die
diesbezüglichen
Arbeitsanforderungen in öffentlichen Einrichtungen (AMEV-Richtlinien).
Im Sinne eines energieeffizienten Konzeptes bedingen folgende Aspekte weitere Prioritäten:
Grundsatz der ressourcenschonenden Energieverwendung
Forderungen gemäß Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz sowie der EnergieEinspar-Verordnung
Vorbildwirkung als öffentliche Einrichtung
Wettbewerbsanforderung bezüglich Passivhaus-Standard
TGA Konzept o.M.
Dementsprechend wurden die Schwerpunkte, wie in der schematischen
Darstellung zu erkennen, beim Einsatz regenerativer Energien zur
Wärmeerzeugung (Geothermie über Wärmepumpe, optionale SolarthermieNutzung) sowie der effizienten Nutzung durch Deckung des HauptHeizwärmebedarfs über eine hocheffiziente Lüftungsanlage mit regenerativer
Wärmerückgewinnung gesetzt.
Die weitere Konzeptumsetzung erfolgt grundsätzlich gemäß PassivhausVorgaben (PHPP), um einen ganzheitlichen Ansatz in allen betroffenen
Bereichen umzusetzen.
Energetische Hülle
Die Konzeption des Baukörpers erfolgt neben den vorgenannten Aspekten
nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt eines hinsichtlich energetischen
Standards guten A/V-Verhältnisses (aktuell 0,31). Weiterhin sind die
Dachflächen in Süd-Ausrichtung für eine Nutzung von Solarthermie bzw.
Photovoltaik unter Beachtung der städtebaulichen Überlegungen optimiert.
Nach Abbildung der energetischen Hülle im Bilanzierungsmodell (nach DIN
V18599 bzw.PHPP) erfolgt die Optimierung zur Umsetzung der Zielwerte bei den
U-Werten, dem Heizwärmebedarf und dem Bedarf an Primärenergie.
3.OG
Ein besonderer Stellenwert kommt der Beachtung von Bauteilanschlüssen hinsichtlich Wärmebrücken zu. Diesbezüglich sind z.B. die Fensteranschlüsse sowie
die Anbindung der Bodenplatte kritische Punkte, welche bereits in der
Konzeptphase entsprechende Berücksichtigung finden. Die weitere
Umsetzung erfolgt mit rechnerischem Nachweis der Wärmebrücken sowie der
Einbeziehung optimierter Details mit Priorität bei der späteren Umsetzung auf
der Baustelle einschließlich der entsprechenden Luftdichtigkeit mit Nachweis.
2.OG
1.OG
3. Obergeschoss 1:200
EG
KG
2. Obergeschoss 1:200
Ansicht von Westen 1:200
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