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JAGDmag als PDF lesen - Jagd Magazin

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1. Jahrgang 2014 | Ausgabe 5 | ISSN 2199-7896 | kostenlos
Impressum
Verlag
ERLING Verlag GmbH & Co. KG · Klein Sachau 4 · 29459 Clenze
T +49 (0) 58 44 / 97 11 88 0
mail@erling-verlag.com · www.erling-verlag.com
Erscheinungsweise
6 × im Jahr
Redaktion
Frank Radke · T 0162 / 13 39 43 9
frank.radke@erling-verlag.com
Autoren dieser Ausgabe
Carl Christian Bittorf, Sascha Geißler, RA Dr. Christian Halm, Adrian
Höber, Torsten Kleckers, Sabine Kreuziger, Anke Lehne, Josephine
Nietschmann, Frank Radke, Horst Saenger, Andreas Schurz
Abonnenten-Service
Nicole Schulze-Wons · T +49 (0) 58 44 / 97 11 88 0
nicole.schulze-wons@erling-verlag.com
Anzeigen
Horst Saenger · T +49 (0) 58 44 / 97 51 95
horst.saenger@erling-verlag.com
Satz & Layout
Nils Helge Putzier · T +49 (0) 58 44 / 97 11 88 3
helge.putzier@erling-verlag.com
Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb
der Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist unzulässig und strafbar.
Dies gilt insbesondere für Übersetzung, Nachdruck, Mikroverfilmung oder vergleichbare Verfahren sowie die Speicherung in
Datenverarbeitungsanlagen.
Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Der Verlag haftet nicht für Manuskripte,
die unverlangt eingereicht werden. Mit der Annahme zur Veröffentlichung überträgt der Autor dem Verlag das ausschließliche Recht
zur Verwertung in digitalisierter Form im Wege der Vervielfältigung
und Verbreitung als Offline-Datenbank (CD-ROM o. ä.) oder als
Online-Datenbank mit Hilfe der Datenfernübertragung. Ein Markenzeichen kann warenzeichenrechtlich geschützt sein, auch wenn ein
Hinweis auf etwa bestehende Schutzrechte fehlt.
Bildquellen
Coverfoto: wojciech nowak – Fotolia; Impressum: Angelika Wolter, pixelio.
de; S. 4, 6 (oben): Helge Ptzr; S. 6: Carl Christian Bittorf; S. 8: Deutsche Wildtier
Stiftung, Stefan Pfuetzke; S. 9: Deutsche Wildtier Stiftung; S. 10 (oben):
Köhler; S. 13 (unten): Köhler; S. 16: Lupo, pixelio.de; S. 25: Fendt AGCO; S. 33:
Mauser S. 34, 35: Josephine Nietschmann; S. 42: Pierre Selim, Wikimedia, S.
43: Cambridge Wild Cognition Research Group; S. 44: Nils Kradel; S. 45 (oben):
Derek Nelson, (mitte): Nils Kradel, (unten): bo0mel.wordpress.com; S. 46:
Nordic-Jagd.de; S. 50: Claas Nowak, naturundjagdfotografie.de; S. 51 (oben):
Savagearm; S. 52: Savagearm; S. 55: Alzbeta Brychtova 2013 – Fotolia
Falls nicht anders vermerkt: Foto vom Autor
Editorial
Willkommen
beim JAGDmag!
Frank Radke, Redaktionsleitung
Das ist sie nun, liebe Leserinnen und Leser, die erste Ausgabe
des JAGDmag. Ab sofort berichten wir hier für Sie über alle
relevanten Themen aus dem gesamten Spektrum der Jagd:
Tests, Tipps, Informationen und Storys. Sechsmal jährlich in
gedruckter Form im praktischen, raschelarmen Revierformat
erhalten Sie die Ausgaben kostenlos an zahlreichen Auslagestellen in Deutschland – und natürlich auch online.
Unser JAGDmag, gemacht von Jägern für Jäger – informativ, unterhaltend und zeitgemäß – bietet einen schnellen
Überblick: aktuell, praxisnah, knapp und fundiert, mit dem
Fokus auf das Wesentliche.
Wir wurden angespornt durch die große Sympathie und
Aufmerksamkeit, die uns bei der mehrmonatigen Aufbauarbeit begleitet haben. Wir danken allen, die uns mit Rat
und Tat geholfen oder ganz konkret mit ersten redaktionellen Beiträgen unterstützt haben.
Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieser
ersten Ausgabe und ein fröhliches Waidmannsheil!
Ihre Meinung, Anregung und Kritik ist uns sehr wichtig –
daher freuen wir uns auf Ihr Feedback.
Herzlichst,
Ihr
Frank Radke
Redaktionsleitung JAGDmag
Zur Person
Frank Radke, Jahrgang 1988, ist
gelernter Softwareentwickler. In
einer reinen Jägerfamilie groß
geworden, war er schon von Kindesbein an eng mit Jagd und Natur
verbunden. Darüber hinaus zog
es ihn früh zu den Sportschützen.
Seit nunmehr zehn Jahren hat er
einen Jagdschein. Seine Schwerpunkte liegen in der Schwarz- und
Raubwildbejagung, aber auch bei
Waffen und Technik. Darüber hinaus engagiert er sich regional aber
auch überregional für die Jagd und
ihr Ansehen in der Öffentlichkeit.
Und seit kurzem immer an seiner
Seite ist Alwin, sein Kopov-Rüde.
Inhalt
Jagd- & Revierpraxis
Leichter Ansitzschirm........................................18
Drückjagd mit Erfolg.......................................................36
Anlage eines Verbissgehölzes.........................................47
Erfolgreiche Krähenjagd.................................................42
Waffen, Munition & Optik
Die Sache mit dem Bleifrei..................................4
Savage Hog Hunter.........................................................50
Erlebte Jagd
Jagen in Namibia...............................................10
S. 36 | Drückjagd
mit Erfolg
von Andreas Schurz
Jagd & Gesellschaft
Aktuelles Jagdrecht............................................14
Kirrungen und Wirrungen...............................................22
S. 10 | Jagen in Namibia
Auf der Farm der Familie Köhler
von Sascha Geißler
die echte mobile
Jagdkanzel
von 1 Person in 3 min aufgestellt
ohne Werkzeug, kippbar
220° freies Schussfeld auf
3,6m Gewehrauflagenhöhe
schimmel- & fäulnissfest
ohne Eckholm
Straßenzulassung
Schlafkanzel mit seitlichen Bodenfenstern
alterungsbeständig,
unverrottbar
Wärme- & Schallschutzisolierung
S. 26 | Mein erster Bock!
Schnell zum Jagderfolg
von Josephine Nietschmann
nach Abschuss =
Standortwechsel
leichtes Ein-Mann-Manövrieren
nur 380 kg Gesamtgewicht
Made in Germany
Wild
Nachwuchssorgen beim Rotmilan.......... 8
durchdachte
Innenausstattung
Rückkehr des stillen Jägers – der Luchs...............54
Jagdhunde
Den Hund richtig einjagen..................... 28
vollwertige
Schlafkanzel mit seitlichen Bodenfenstern
und einer Liegefläche
von 1,95 x 0,80 m
Ausbildung
Mein erster Bock!................................... 26
Und plötzlich in der Ausbildung......................... 34
Kulinarisches
ein Leichtgewicht für
schweres Gelände;
auch den Buggy 4x4
können Sie bei uns
bestellen, zusammen
einfach unschlagbar !
Rotwildleber mit Sherry… Sauce.......... 41
Im Fokus
M 12 Solid............................................... 33
Afrikanische Schweinepest................................. 33
www.
mobilejagdkanzel.de
Udo Röck e.K. . D-88348 Bad Saulgau
Telefon +49 (0) 75 81- 52 79 14
4
Jagdmag
Die Sache mit
dem Bleifrei
Bleifreie Jagdmunition und das Für und
Wider sind zur Zeit ein viel diskutiertes
Thema und in aller Jäger Munde.
5
Waffen, Munition & Optik
Jagdmag
• Die Meinungen zu bleifreier Jagdmunition sind vielfältig, daher soll hier nicht
weiter auf die zum Teil unsachlich geführte
Grundsatzdebatte eingegangen werden. Es
sollen lediglich Tipps zur Auswahl der für
die jeweiligen Zwecke geeigneten Munition
geben werden.
Fakt ist, dass die meisten von uns künftig
mehr oder weniger gezwungen sein werden,
mit bleifreier Munition zu jagen. Andere
möchten künftig aus freien Stücken heraus
bleifrei jagen. Wer künftig mit bleifreier
Büchsenmunition waidwerken muss oder
möchte, sollte vorab das eine oder andere
bedenken und beachten.
Bleifrei gibt es von klein bis groß. Hier eine Auswahl
massestabiler Geschosse/Patronen
Die nachfolgenden Erfahrungen sollen bei der Entscheidungsfindung nach der richtigen Patrone behilflich sein. Eine Empfehlung für einen bestimmten Hersteller wird nicht gegeben. Je nachdem, was
man von seiner Patrone individuell erwartet, muss
jeder diese Auswahl für sich selbst treffen.
Ein paar grundsätzliche Betrachtungen vorweg, die übrigens auch für bleihaltige Geschosse
gelten. Präzision ist kurzum gesagt Grundvoraussetzung für ein sauberes Waidwerken und sollte
an erster Stelle stehen. Nicht jede Waffe schießt
mit jeder Patrone gleich gut. Geschossgewicht,
Ladung, Dralllänge, Freiflug etc. müssen zusammen passen. Vereinfacht ausgedrückt, es nutzt
das beste Geschoss nichts, wenn mit diesem
keine ausreichende Präzision zu erreichen ist.
Ein Streukreisdurchmesser von etwa 5 cm bis 6 cm
auf 100 m sollte mindestens angestrebt werden.
Denn sitzt die Kugel mit der nötigen Energie an
der richtigen Stelle, ist der Geschossaufbau und
das Geschossmaterial schon fast zweitrangig.
Ich selbst bin der Meinung dass 90 Prozent der
Trefferwirkung einer hochwildtauglichen Patrone im üblichen Entfernungsbereich bis 300 m in
erster Linie von einem ordentlichen Treffersitz
abhängig sind.
Erst mit zunehmender Verschlechterung
der Treffpunktlage gewinnen die zielballis-
tische Wirkungsweise und der Geschossaufbau mehr und mehr an Bedeutung.
Das Ziel aller modernen Jagdgeschosse ist es,
einen möglichst hohen Energietransfer in den
Wildkörper zu erreichen und das ganze bei möglichst geringer Zerstörung des Wildbret. Zwei
Vorgaben, die sich eigentlich entgegenstehen.
Betrachten wir nun die verschiedenen Bleifreigeschosse am Markt, ergeben sich grundsätzlich zwei »konkurrierende« Konstruktionsansätze. Dies sind zum einen die klassischen
Mantelgeschosse mit Kern aus einem möglichst
weichen aber schweren Metall wie Zinn etc.,
welches das bisherige Blei ersetzt. Zum anderen sind dies die monolithischen Geschosse die
aus einem einzigen Vollmaterial bestehen und
meist in spanabhebenden oder press Verfahren
hergestellt werden.
Die Ansätze zur Wirkungsweise der bleifreien
Geschosse entsprechen weitestgehend derer der
bisherigen Teilmantelgeschosse mit Bleikern,
also pilzförmige Deformation und mehr oder
weniger starke Splitterbildung. Es verbleibt ein
massiver Geschossrestkörper für hohe Durchschlagsleistung und sicheren Ausschuss.
Die derzeit auf dem Markt befindlichen Geschosse lassen sich grob in folgende vier Gruppen einteilen:
6
Jagdmag
a) Monolithische, masse- und formstabile
Geschosse (z. B. Impala, div. Solids)
Eher schlechte Augenblickswirkung,
verhältnismäßig geringe Energieabgabe
im Wildkörper, keine Splitter, sehr hohe
Durchschlagsleistung, geringe Zerstörung
des Wildbrets. In unseren Breiten wenig bis
ungeeignet. Für die Jagd auf gefährliches
Wild und Dickhäuter z. B. in Afrika seit
vielen Jahren jedoch üblich.
b)Monolithische, massestabile Deformationsgeschosse (z. B. GMX, Barnes (T)TSX, Naturalis)
Gute Augenblickswirkung, recht gute Energieabgabe im Wildkörper, normalerweise keine
Splitter, hohe Durchschlagsleistung und sicherer
Ausschuss, geringe Zerstörung des Wildbrets.
c) Monolithische, Deformationsgeschosse
(Teilzerleger) mit Splitterwirkung (z. B. HDB,
Bionic Yellow)
Gute Augenblickswirkung, recht gute Energieabgabe im Wildkörper, oft größere Splitter,
hohe Durchschlagsleistung des Geschossrestes und sicherer Ausschuss, höhere Zerstörung des Wildbrets gegenüber der Variante b.
d)Manteldeformationsgeschosse (Teilzerleger)
mit Bleiersatzstoff (z. B. TUG Nature, Evo
green)
Gute Augenblickswirkung, recht gute Energieabgabe im Wildkörper, oft viele Splitter
unterschiedlicher Größe, geringere Durchschlagsleistung des Geschossrestes, meist jedoch etwas höhere Zerstörung des Wildbrets
gegenüber der Varianten a, b und c.
Für fast alle bleifreien Geschosse gilt jedoch,
dass aufgrund des geringeren spezifischen Gewichtes diese im Vergleich zu herkömmlichen
Bleigeschossen, bei gleichem Gewicht länger
Links: Wundkanal in Ballistischer Seife, beschossen mit splitterfreiem bleifreien Deformationsgeschoss Kal. 30-06 (Hornady
GMX); Mitte: Wundkanal in Seife massestabiles Bleifreigeschoss keine Splitterbildung; Rechts: Seifenblock mit eingegossenem
ht-Rohr als Knochensimulanz beschossen mit 30-06 GMX Geschoss. Keine Geschosssplitter, 99,9 % Geschossrestgewicht.
sein müssen, was zu Präzisionsproblemen führen kann. Dies ist aber nur bedingt problematisch und lässt sich kompensieren.
Bei den bisherigen bleihaltigen Geschossen
war möglichst schwer und nicht zu schnell oft
das richtige Mittel der Wahl, um ein möglichst
hohes Geschossrestgewicht und somit einen sicheren Ausschuss zu gewährleisten. Dies gilt bedingt auch für bleifreie Geschosse, sofern es sich
um Teilzerleger handelt (c, d).
Massestabile Geschosse (a, b) kann man getrost
etwas leichter wählen und hat so ggf. weniger
Präzisionsprobleme. Denn diese Geschosse verlieren beim Zieldurchgang kein Gewicht.
Zudem benötigen bleifreie Deformationsgeschosse meist eine möglichst hohe Vo / Vz, um
im Ziel ein ordentliches Deformationsverhalten zu zeigen, was wiederum mit leichteren
Geschossen besser zu bewerkstelligen ist. Zugegeben, hier waren die bei uns recht beliebten
aber recht langsamen deutschen Klassiker (8 ×
57 I(R)S, 9,3 × 62, 9,3 × 74R) etwas im Nachteil.
Auch waren die klassischen metrischen Kaliber
benachteiligt, da die führenden US-Hersteller
aufgrund der geringen weltweiten Nachfrage
bisher wenig in dieser Richtung gemacht haben.
Ich selbst schieße das Kaliber .308 Win. und bin
von der 180gr Blei TM auf die 165gr Bleifrei
7
(GMX) umgestiegen und bin damit bisher sehr
zufrieden.
Oft werden beim Thema Bleifrei längere Fluchten
als Kritikpunkt angeführt, was bei den massestabilen, bleihaltigen Geschossen unter anderem
aufgrund der geringeren Splitterbildung durchaus der Fall sein kann. Das lässt sich zumindest
teilweise leicht kompensieren, indem man die
Trefferlage von hinters Blatt, aufs Blatt verlegt.
Der Bewegungsapparat wird auf diese Weise stark
beeinträchtigt und die Fluchten fallen deutlich
kürzer aus. Das trifft übrigens recht oft auch auf
so manches bleihaltige Geschoss zu, sofern diese
recht hart sind und ein hohes Restgewicht liefern.
Sicherlich wird hier die Minimierung der
Fluchtdistanz mit einer etwas höheren Wildbretentwertung erkauft. Das erscheint aber insoweit
weniger dramatisch, weil gerade die entsprechenden Bleifreigeschosse ohnehin eine recht
geringe Zerstörungswirkung haben und außerdem der Wildhandel in der Regel bei Schüssen
auf das Blatt kaum Preisabschläge macht.
Sowohl bei bleihaltigen als auch bei bleifreien
Geschossen gibt es gute und weniger gute am
Markt. Wichtiger als bleihaltig und bleifrei erscheint mir die bestmögliche Kombination aus
der Treffpunktlage und der dazu passenden Geschosskonstruktion.
Unser Autor
Carl Christian Bittorf, geboren 1977, aufgewachsen in einer passionierten Jägerfamilie,
Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann
Fachrichtung Jagd- und Sportwaffen,
Weiterbildung zum Marketingfachwirt.
Über 10 Jahre Berufserfahrung in der Jagdund Sportwaffenbranche. Jagdschein seit
1999. Jagdpächter seit 2006. Sportschütze, Wiederlader und Waffensammler.
Waffen, Munition & Optik
Jagdmag
8
Jagdmag
Nachwuchssorgen beim
Rotmilan
9
Wild
Jagdmag
• Für einen unserer schönsten Greifvögel hat
Deutschland große Verantwortung, denn mehr
als die Hälfte aller Rotmilane weltweit brüten
hier. Kaum aus dem gesprenkelten Ei geschlüpft,
haben die Jungvögel reichlich Appetit. Sie benötigen viel Nahrung, um schnell zu wachsen.
Küken bleiben
hungrig im Nest
Doch die Rotmilane haben aktuell große Sorgen, denn sie finden nicht ausreichend Nahrung
für ihren Nachwuchs. Immer seltener gelingt es
den Elterntieren, ihre Jungen erfolgreich großzuziehen: Viele verhungern im Nest oder sind zu
geschwächt, um zu überleben.
»Um den Bestand der Art zu erhalten, sind
zwei Jungvögel pro Jahr und Brutpaar notwendig. Doch diese Anzahl wird oft nicht erreicht«,
so Christoph Grüneberg, Rotmilan-Experte
des Dachverbands Deutscher Avifaunisten. Der
Grund für diese Entwicklung liegt vor allem in
der Intensivierung der Landwirtschaft. Großflächige Felder aus Raps und Wintergetreide wirken aus der Vogelperspektive im späten Frühjahr wie ein dichter Teppich, der den Blick auf
die Beutetiere des Rotmilans versperrt. Lückige
Brachen und artenreiches Grünland, auf dem
die Greifvögel genügend Kleinsäuger erbeuten
können, wurden in den letzten Jahren immer
seltener. Die Folge: Rotmilan-Eltern kehren immer häufiger ohne ausreichend Futter zum Nest
zurück.
Mehr Nahrung für den eleganten Greifvogel
will nun ein neues Projekt schaffen: der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), der
Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA)
und die Deutsche Wildtier Stiftung bilden zusammen mit Praxispartnern das nationale Projekt »Land zum Leben«. Das Projekt wird im
Rahmen des Bundesprogramms Biologische
Rotmilan auch Gabelweihe
genannt auf Beutesuche
Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit
Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. In diesem Vorhaben werden land- und
forstwirtschaftliche Betriebe in elf Modellregionen über die Möglichkeiten rotmilangerechter
Landbewirtschaftung beraten und informiert.
Denn mehrjährige Kulturen wie Luzerne, extensive Ackerbewirtschaftung, die Anlage
von Grünland und Brachen können die Nahrungssituation für den Rotmilan entscheidend
verbessern. »Die Bundesländer können mit
Agrarumweltprogrammen für Landwirte viel
Gutes tun. Sie müssen ihre gemachten Zusagen zum Rotmilanschutz nun auch einhalten«,
so Uwe Lerch vom Deutschen Verband für
Landschaftspflege. Von rotmilanfreundlicher
Landwirtschaft profitieren auch viele weitere
bedrohte Arten der Feldflur, wie Feldhamster,
Rebhuhn und Feldhase. Die Umsetzung der
Maßnahmen des Projektes dient daher auch
dazu, die Ziele der nationalen Strategie zum
Erhalt der Biodiversität zu erreichen. Mehr Infos gibt es auf www.rotmilan.org und auf der
Homepage des Bundesprogramms Biologische
Vielfalt unter www.biologischevielfalt.de
10
Jagdmag
Jagen in Namibia
Vom Jagen in Afrika wird oft geträumt, der Traum
aber selten realisiert. Sascha Geißler hat es getan und
berichtet über sein zehntägiges Erlebnis auf einer
Rinderfarm östlich von Windhoek.
• Montags morgens irgendwo im Nordwesten
Deutschlands. Das Telefon klingelte, mein guter
Freund H. war am anderen Ende. »Du«, sagte er:
»Du jagst doch gerne Raubwild?! Willst Du mal
richtig auf Raubwild jagen?« »Natürlich« lautete
meine Antwort »Na klar! Wo soll ich hin? Fuchs,
Waschbär oder Enok?«. »Ach, ich dachte, ich
schicke Dich mal nach Namibia.« Meine spontane Antwort: »Zu weit, zu teuer« ließ er nicht gelten und schilderte mir ein einmaliges Angebot
»seiner« langjährigen Jagdfarm an Jungjäger mit
Raubwildpassion und ausreichend Zeit. Obwohl
das Angebot nicht gerade auf mich und meine
Möglichkeiten zugeschnitten schien, schlug er
eine Kontaktaufnahme vor und gab mir die EmailAdresse. So fing es an mit Namibia. Nach einigen
Emails und einem Gespräch über Skype war bald
klar, dass ich in Namibia jagen würde. Dort würde
ich dann auf einer Rinderfarm den Schakalen, die
wohl etwas überhand genommen hatten, auf den
Pelz rücken. Die Zeit bis zum Abflug zog sich hin
und ich konnte es kaum erwarten.
Ende August ging es dann endlich los, mit
dem Zug nach Frankfurt und dann via Direktflug nach Windhoek. Dank des Nachtfluges
und der minimalen Zeitverschiebung von nur
einer Stunde kam ich erholt an. Das Flugzeug
landete etwas verfrüht, aber mein Gastgeber erwartete mich schon. Mein Gepäck war
schnell im Auto verstaut und wir machten uns
auf den Weg zur Farm, die ca. eine Stunde weit
entfernt lag. Kaum hatten wir das Flughafengelände verlassen, sah ich den ersten Schakal
am Straßenrand. Aber es kam noch viel besser.
Hartebeest, Warzenschweine, Oryx und Paviane begegneten uns auf der Fahrt. Ich war begeistert. Mein Gastgeber und ich verstanden
uns auf Anhieb gut und wir besprachen die Pläne für die nächsten zehn Tage. Geplant war die
Jagd auf Raubwild, doch mit den Worten: »Wir
müssen Deine Jagdpläne ändern« wurde mir
offenbart, dass Wurst und Schinken gemacht
werden sollten und daher Bedarf an Fleisch
bestand. Somit erweiterte sich meine Freigabe
um Hartebeest, Oryx und Warzenschwein. Ich
konnte mein Glück kaum fassen und musste
11
mich bestimmt dreimal vergewissern, dass das
ernst gemeint war.
Nach etwa 45 Minuten bogen wir vom Trans Kalahari Highway auf eine Sandpiste ab und erreichten nach kurzer Fahrt das Tor zur Farm. Auch hier
kam direkt Wild in Anblick. Eine Herde Kudus
querte den Weg und sprang über den Zaun, als
ob es diesen gar nicht gäbe – welch unglaublich
prächtige Tiere. Leider grassierte zu dieser Zeit
die Kudu-Tollwut in Namibia und viele dieser edlen Tiere verendeten, wodurch auch die Vermehrung des Raubwildes begünstigt wurde.
Es war kurz nach 6 Uhr morgens, als wir das
Farmhaus erreichten. Es gab Kaffee und ich
lernte den Rest der Familie und die beiden Praktikantinnen kennen. Bei einer ersten Besichtigungstour der Farm mit ihren fast 10 000 ha
erlebte ich eine atemberaubende Landschaft, zudem Warzenschweine, Steinböcke und eine unglaubliche Vogelwelt. Immer mit von der Partie
waren der Sohn meiner Gastgeber und die Hunde. Nach einem ausgiebigen und leckeren Mittagessen ging es zum Flussbett und ich machte
einige Probeschüsse mit der Jagdwaffe, einem
98er in 8×57IS mit einfachem Zielfernrohr, welche ich für die nächsten Tage führen sollte.
Zwei meiner insgesamt neun Schakale. Die Beute einer
erfolgreichen Jagd.
Erlebte Jagd
Jagdmag
12
Jagdmag
Für meinen ersten Abendansitz wurde das
trockene Flussbett ausersehen. Schon nach kurzer Zeit kamen die ersten Warzenschweine in
Anblick. Aber ein ausgemergeltes Muttertier mit
drei kleinen Miniwarzi‘s stand nicht auf meiner
Liste. Der stattliche Warzenkeiler, der das Flussbett querte, hätte jeden Trophäenjäger erfreut,
aber die Küche hätte bestimmt ihr Veto eingelegt. Auf der »Bestellliste« stand Warzenschwein
in Überläufergröße. Zwei passende Warzenschweine wurden dann durch einen Viehtrieb
aufgeschreckt und gingen drei Meter hinter mir
im gestreckten Galopp vorbei, ich musste sie
leider unbeschossen passieren lassen. Nach diesen aufregenden ersten Eindrücken wurde nach
meiner Rückkehr ins Farmhaus, bei leckerem
Kudu-Schinken, der kommende Tag geplant.
Am nächsten Morgen fuhr ich noch vor der
Morgendämmerung zum schwarzen Posten, einem Erdansitz, der mir in den nächsten Tagen
noch viel Anblick und Jagderfolg bescheren sollte. Bei aufziehender Morgendämmerung fielen
am Wasser Unmengen von Vögeln ein. Es war
atemberaubend schön und die Geräuschkulisse
ein Traum. Nach drei Stunden Ansitz nahm ich
aus dem Augenwinkel eine Bewegung im Busch
wahr, mein Puls schnellte in die Höhe und der
Blutdruck schlug Saltos. Der Busch war jedoch
so dicht, dass ich nicht wirklich etwas erkennen
konnte. Hatten mir meine Sinne einen Streich gespielt oder streifte da vielleicht sogar ein Leopard
durchs Dickicht? Noch ganz angespannt erkannte
ich erst einige Minuten später die Umrisse einer
Kudukuh. Für mein noch nicht auf afrikanische
Verhältnisse eingestelltes Auge war es verdammt
Warzenschwein an der Viehtränke
schwer, hier Wild auszumachen. Auch mein Gehör half nicht wirklich weiter. Es ist unglaublich,
wie lautlos sich so große Tiere im dichten Busch
bewegen können. Mein Sitzfleisch sollte sich jedoch noch auszahlen. Langsam zog ein Warzenschwein in der passenden Größe in Richtung
Wasser. Auf etwa 80 Meter trug ich ihm die Kugel an. Trotz guten Treffers zeichnete das Stück
nicht und startete eine wilde Flucht, die erst nach
knapp 100 Metern endete. Nach der obligatorischen Wartezeit ging ich die deutliche Schweißspur aus und stand vor meinem ersten erlegten
afrikanischen Stück Wild.
Der Land Rover war schnell geholt und das Warzenschwein fix aufgeladen. Es ging zurück zur
Farm, der Farmer war zufrieden mit dem Stück.
Ich wollte nun eigentlich meine Beute aufbrechen, aber bevor ich loslegen konnte, hatten die
zwei einheimischen Mitarbeiter der Farm das
Wild bereits versorgt. Ich gönnte mir erstmal
eine Trinkpause in der warmen Sonne, bevor es
dann wieder mit dem Farmer raus ging.
Bei nahezu jeder Fahrt sahen wir Wild: Hartebeest, Warzenschweine, Strauße, Oryx, einmal
auch Zebras. Beim Abendansitz gab es Steinbock, Warzenschweine und eine weit entfernte
Herde Oryx zu bestaunen. In der Dämmerung
ging es zurück zur Farm und direkt nach dem
Abendbrot ins Bett, um am nächsten Morgen fit
zu sein.
Ich kam diesmal jedoch etwas später aus dem
Bett, es war ja auch Urlaub. Aber auf der Farm
ist der erhoffte Jagderfolg nicht an Tageszeiten
gekoppelt, hier kann man zu jeder Zeit dazu
kommen. An diesem Morgen konnte ich meinen ersten von insgesamt neun Schakalen erlegen, am Nachmittag gab es noch ein Warzenschwein für die Küche.
An meinem dritten von zehn Tagen in Namibia,
sollte ich mein größtes Stück Wild erlegen. Ich
saß bereits seit dem Morgengrauen und konnte
mehrere Warzenschweine und einen Steinbock
am Wasser beobachten. Nach fast vier Stunden
auf der hohen Kanzel trat plötzlich ein starker
Hartebeestbulle aus und zog auf das Wasser zu.
Den Schuss quittierte er mit einer kurzen Flucht,
dann hörte ich wie das schwere Wild zu Boden
ging. Das Jagdfieber setzte ein und der ganze
Hochsitz wackelte wie ein Lämmerschwanz.
Nach etwa 20 Minuten begab ich mich zu meiner Beute und zog den Bullen von etwa 140 kg
mit Hilfe einer Handwinde auf die Ladefläche
des Land Rovers. Beim Aufbrechen konnten wir
das Geschoss unter der der Decke bergen. Also
doch eine kleine Trophäe.
Jeder Tag brachte Jagderfolg. Aber auch ein
Besuch in Windhoek stand auf dem Programm.
Nach ein paar Stunden in der Stadt war ich jedoch
froh, wieder auf die Farm zurückkehren zu können. Meine Zeit in Namibia ging viel zu schnell
zu Ende. In den letzten Tagen habe ich noch acht
13
Schakale und einen Pavian erlegen können. Am
vorletzten Tag musste nach dieser sehr erfolgreichen Zeit dann aber noch ein Dämpfer her. Durch
einen Fahrfehler erlegte ich mein kapitalstes Wild
in Afrika, ich legte den Jagdwagen auf ’s Dach.
Glücklicherweise blieb es bei einem Blechschaden, welcher in Windhoek schnell wieder behoben werden konnte. Ich hoffe, dass ich bei meinem nächsten Besuch auf der Farm den Landi
trotzdem wieder fahren darf. Meinen letzten Tag
in Afrika beendete ich mit einer kleinen Pirsch,
auf der ich nochmals Warzenschweine und einen
Schakal in Anblick bekam. Meine Zeit in Namibia
war leider viel zu schnell vorbei und ich habe jetzt
schon wieder Fernweh.
Wer also von einer Reise nach Afrika träumt,
keinen Wert auf Trophäenjagd legt und lieber
das echte Leben auf einer Rinder- und Pferdefarm erleben möchte, der ist auf der Farm Groß
Osombahe 90 km östlich von Windhoek genau
richtig. Tolle Gastgeber und ein traumhaftes
Land mit viel Wild laden zum Jagen, Beobachten und Genießen ein. Es ist eine tolle Möglichkeit, auch mit einem nicht ganz so üppigen Budget, die Jagd in Afrika zu erleben und einfach
mitten drin, statt nur dabei zu sein. Die Farm
bietet darüber hinaus die Möglichkeit, ein landwirtschaftliches Praktikum (Rinderzucht und
Pferdehaltung) zu absolvieren.
Wer Näheres zur Farm und der Familie Köhler
erfahren will, kann folgende Internetseite besuchen: www.gross-osombahe.com
Sascha Geißler
Familie Köhler auf ihrer Farm
Erlebte Jagd
Jagdmag
14
Jagdmag
Jagdrecht
aktuell
In dieser Rubrik stellen wir immer
wieder aktuelle, praxisrelevante
Rechtsprechungen aus den verschiedenen Bereichen der Jagd vor, um
ein Gefühl für die Rechtslage und
Empfehlungen für das eigene Handeln zu geben.
Urteil 1: Jagdhund muss nicht
angemeldet werden
Der Kläger ist Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde, Inhaber eines gültigen Jagdscheins und Halter
eines reinrassigen »Kleinen Münsterländers«,
dessen Brauchbarkeit als Jagdgebrauchshund für
die Such-, Drück- und Treibjagd auf Niederwild
(ohne Rehwild) und Raubwild vom Landesjagdverband Brandenburg bestätigt wurde.
Durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark wurde ferner bestätigt, dass zu den dienstlichen Aufgaben des Klägers auch der Jagdschutz gehöre
und deshalb u. a. das Halten und Führen eines
nach JagdHBV brauchbaren Jagdgebrauchshundes erforderlich sei.
Mit Ordnungsverfügung vom 22. März 2011 gab
die Behörde dem Kläger auf, seinen Hund der
Rasse »Kleiner Münsterländer« mit dem Ruf-
nahmen »Aki« unverzüglich, spätestens nach
Rechtskraft dieser Verfügung, gemäß § 6 HundehV anzumelden. Zugleich drohte die Beklagte
dem Kläger ein Zwangsgeld in Höhe von 500,00
Euro an, falls dieser der Aufforderung nicht
nachkomme.
Hiergegen klagte der Hundeführer erfolgreich
vor dem VG Potsdam (Urteil vom 18.02.2014
Az: 3 K 1971/11).
Gem. § 13 Abs. 1 Ordnungsbehördengesetz (OBG) können die Ordnungsbehörden die
notwendigen Maßnahmen treffen, um eine im
einzelnen Falle bestehende Gefahr für die öffent-
liche Sicherheit oder Ordnung (Gefahr) abzuwehren. Eine solche Gefahr für die öffentliche Sicherheit ist u. a. dann zu bejahen, wenn gegen eine
öffentlich-rechtliche Vorschrift verstoßen wird.
Entgegen der Auffassung der Behörde hat der
Kläger durch das Unterlassen der Anmeldung
seines Hundes nicht gegen § 6 Abs. 1 HundehV
verstoßen.
Danach ist der Hundehalter verpflichtet, die
Haltung eines Hundes mit einer Widerristhöhe
von mindestens 40 cm oder einem Gewicht von
mindestens 20 kg der örtlichen Ordnungsbehörde unverzüglich anzuzeigen und den Nachweis
der Zuverlässigkeit im Sinne von § 12 HundehV vorzulegen.
Gem. § 15 Abs. 2 HundehV gilt die Verordnung
nicht für Jagd- und Herdengebrauchshunde, soweit diese im Rahmen ihrer jeweiligen Zweckbestimmung eingesetzt werden.
Zu Unrecht ist die Behörde davon ausgegangen, dass der als Jäger aktive Hundehalter eines
Jagdgebrauchshundes nur für den Zeitraum der
Jagdausübung – hier bei der Such-, Drück- und
Treibjagd auf Niederwild (ohne Rehwild) und
Raubwild – von der Anzeigepflicht nach § 6
HundehV befreit sei. Eine solche Regelung sei
nach Auffassung des Gerichts widersinnig. § 15
Abs. 2 HundehV könne nur so verstanden werden, dass Jäger, die einen Jagdgebrauchshund
entsprechend seiner Zweckbestimmung halten,
generell von der Anzeigepflicht gemäß § 6 HundehV befreit sind.
Die Voraussetzungen für das Greifen der Ausnahmeregelung in § 15 Abs. 2 HundehV sei
bereits dann erfüllt, wenn ein Jäger einen entsprechend seiner jagdlichen Zweckbestimmung
gezüchteten sowie ausgebildeten Hund hält und
führt. Da der Kläger unstreitig Jäger ist, bedurfte
es keiner Klärung, ob ein Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde aus beruflichen Gründen gehalten ist, einen Jagdgebrauchshund zu halten.
Der Kläger unterlag bereits als Jäger und Halter
15
eines Jagdgebrauchshundes nicht der Anzeigepflicht des § 6 Abs. 1 HundehV.
Da der Kläger somit nicht verpflichtet war, der zuständigen Ordnungsbehörde die Haltung seines
Hundes anzuzeigen, stellte seine diesbezügliche
Weigerung keinen Verstoß gegen diese Vorschrift
dar. Die Beklagte durfte somit nicht gemäß § 13
Abs. 1 OBG gegen den Kläger vorgehen.
Überdies bestanden für das Gericht auch Zweifel an der Erforderlichkeit der angegriffenen
Ordnungsverfügung. Dem Kläger wurde mit
dieser aufgegeben, seinen Hund der Behörde
gegenüber anzuzeigen, obwohl der Behörde die
Haltung des Hundes bereits bekannt war. Um
Kenntnis von der Haltung des Hundes zu erlangen, war die Verfügung demnach nicht erforderlich.
Das Gericht hat daraufhin den Bescheid aufgehoben und der Behörde die Kosten des Verfahrens auferlegt.
Urteil 2: Widerruf von Jagdschein und
Waffenbesitzkarte erfolgte zu Recht
Der Bayerischer Verwaltungsgerichtshof hat
in einem Beschluss vom 21.03.2014 (Az: 21
ZB 13.2644) rechtkräftig entschieden, dass das
Landratsamt Hof gegenüber dem Kläger die
Waffenbesitzkarte und den Jagdschein zu Recht
widerrufen hat.
Für das Gericht spielte es keine Rolle, dass das
gegen den Kläger eingeleitete strafrechtliche
Verfahren sich immer noch im Ermittlungsstadium befand. Zum einen habe die Staatsanwaltschaft Hof beim Amtsgericht Hof beantragt,
einen Strafbefehl zu erlassen, so dass das Strafverfahren über das Ermittlungsstadium hinaus
gekommen sei, zum anderen sei eine rechtskräftige strafrechtliche Verurteilung nach § 5 Abs. 1
Nr. 2 b WaffG nicht Voraussetzung für die Annahme der waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit.
Der Kläger sei als waffenrechtlich unzuverlässig
gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 2 b WaffG anzusehen, weil
Jagd & Gesellschaft
Jagdmag
16
Jagdmag
Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass vom
Kläger Waffen oder Munition nicht sorgfältig
verwahrt worden sind.
Anlässlich einer Wohnungsdurchsuchung
wurde festgestellt, dass Waffen und Munition des Klägers nicht ordnungsgemäß im Sinn
von § 36 Abs. 1 WaffG aufbewahrt wurden.
Die Langwaffe mit Kal. 7 × 64 war zusammen
mit 4 Patronen im eingebauten Magazin geladen, wovon sich eine Patrone im Patronenlager
befand. Auch die Pistole Walther PP mit Kal.
7.65 wurde in einer Schachtel zusammen mit 5
Patronen aufbewahrt. Neben der Pistole lagen
ein Magazin mit 6 Schuss sowie 6 lose Patronen. Neben der Pistole SiG Sauer P 226 S mit
Kal. 9 mm Para lag in demselben Karton ein
Reservemagazin mit 12 Patronen. Außerdem
wurde in zwei Streichholzschachteln loses Pulver, das aus Schrotpatronen herausgenommen
war, aufbewahrt.
Damit stand für das Gericht fest, dass der Kläger in erheblichem Maße gegen das Gebot der
getrennten Aufbewahrung von Waffen und Munition in § 36 Abs. 1 Satz 2 WaffG verstoßen hat,
was die Annahme seiner waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit rechtfertigt.
Für das Gericht spielte die Behauptung des
Klägers, er sei falsch mit dem Medikament
»Tramal« behandelt worden und dass nach einer Umstellung der Medikation keine Verstöße
mehr zu erwarten seien, keine Rolle.
Soweit der Kläger der Auffassung war, das erstinstanzliche Urteil sei verfahrensfehlerhaft, weil
Zeugen nicht vernommen wurden, konnte er mit
diesem Argument ebenfalls keinen Erfolg haben.
Zu Recht wies ihn der Verwaltungsgerichtshof
darauf hin, dass eine Verletzung der gerichtlichen Aufklärungspflicht in einem Verfahren
auf Zulassung der Berufung grundsätzlich
dann nicht mehr geltend gemacht werden,
wenn ein anwaltlich vertretener Kläger von einem Beweisantrag abgesehen hat. Die Aufklä-
Manchmal ist es besser keine Bekanntschaft
mit Justitia zu machen.
rungsrüge stelle kein Mittel dar, um Versäumnisse des Anwalts im verwaltungsgerichtlichen
Verfahren, vor allem das Unterlassen von
förmlichen Beweisanträgen, zu kompensieren.
Hierzu muss man wissen, dass anders als in einem Klageverfahren vor dem Zivilgericht beim
Verwaltungsgericht in der mündlichen Verhandlung ein förmlicher Beweisantrag gestellt
werden muss. Dies wurde offensichtlich durch
den Anwalt versäumt.
Aufgrund eigener und fremder Fehler wurden
deshalb der Jagdschein und die Waffenbesitzkarte widerrufen.
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Fachanwalt für Versicherungsrecht
Fachanwalt für Verwaltungsrecht
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RA Dr. Christian Halm
18
Jagdmag
Leichter
Ansitzschirm
Das Revier ist allgemein gut mit Ansitzeinrichtungen ausgestattet,
an allen relevanten Stellen stehen Kanzeln oder Ansitzböcke, und
trotzdem fehlt noch was.
• Blühstreifen, Maisschneisen, Maisstoppel
oder ein bislang unbekannter Bock: ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Mittel oder auf neue und oft schnell vorübergehende Jagdmöglichkeiten will auch schnell reagiert
sein. Hier sind mobile Ansitzschirme oft das
Mittel der Wahl.
schnell gebaut und
sehr preiswert
Unser Modell ist in 10 bis 15 Minuten schnell
gebaut. Zwei Schnitte mit der Säge und alle benötigten Latten sind schon richtig abgelängt.
Mit Materialkosten von nur etwa acht Euro ist
diese Variante zudem sehr preiswert. Ich selbst
habe davon drei im Revier. Hinter Büschen oder
an Böschungen verborgen, warten sie auf ihren
Einsatz. Da sie für diesen Zweck unauffällig sein
sollen, wird kein Tarnnetz angebracht. Bei Bedarf wird stattdessen eine günstige Fleece-Decke
für fünf Euro übergeworfen. Die feine Faser hält
am rauen Holz selbst im Wind. Im zusammengeklappten Zustand (110 × 100 × 6 cm) ist ein
Transport mit dem Auto gut möglich, zumeist
19
Jagd- & Revierpraxis
Jagdmag
Werkzeug: Elektro-Tacker, Akku-Bohrer, Kappsäge
Baumaterial: Latten und Sperrholzplatte
passen gleich mehrere vor die Rückbank bzw.
hinter den Vordersitz.
Werkzeug: Kappsäge, Akkuschrauber, Elektrotacker, Pinsel, Zollstock
Material: 5 Dachlatten 24 × 48 mm, 2 Scharniere
70 × 70 mm, 1 Siebdruckplatte (oder Sperrholzplatte) 6 mm ca. 14 × 52 cm, 12 Spax 4 × 70 mm,
12 Spax 3,5 × 20 mm, wasserfester Holzleim, naturbraune Holzlasur, Klammern oder Nägel für
Tacker 25 mm
Materialkosten: ca. 8,00 €
Bauzeit: 10 bis 15 Minuten, Anstrich: 5 Minuten.
In Serienfertigung geht es noch schneller.
Bauanleitung
1. Latten (und Sperrholzplatte) lasieren
2. Latten mit Gurtband bündeln, Markierungen wie
in Skizze 1 im gebündelten Zustand anbringen
3. Vorbohrungen im gebündelten Zustand wie in
Skizze 1 dargestellt
4. erster Sägeschnitt: alle fünf Latten kürzen
5. zweiter Sägeschnitt: eine 110 cm Latte auf
90 cm einkürzen
Skizze 1: Es muss nur zwei Mal gesägt werden
200 cm
90 cm
4 cm
110 cm
4 cm
42,5 cm
4 cm
42,5 cm
Verschnitt
20 cm
90 cm
20
Jagdmag
6. aus Siebdruckplatteplatte 12 Stück 48 mm
breite Streifen von 130 mm Länge (Schnittlänge der Kappsäge) herausschneiden
7. Stiele und Riegel verschrauben, wie in Skizze 2 dargestellt
8. Siebdruckstreifen auf Eckpunkte der Stiele/
Riegel aufleimen und mehrfach mit Tacker
vernageln
9. Scharniere auf der Gegenseite auf Stiele
aufschrauben
10. Anstrich an den Sägeschnitten nacharbeiten,
insbesondere die Kanten der Siebdruckstreifen mehrfach streichen oder besser mit
Holzleim, Baumwachs, Silikon o. ä. versiegeln.
Kugelfang beachten und Waidmannsheil
Horst Saenger
Die Alternative – dieser klassische Ansitzwagen
wurde leider im Frühjahr 2014 verschrottet.
110 cm
90 cm
2×
Skizze 2: Erst verschrauben, dann Siebdruckstreifen
aufkleben und tackern
ANSITZSCHIRME WERDEN VOM HANDEL IN VERSCHIEDENEN VARIANTEN ANGEBOTEN:
Einfache Modelle bestehen aus Stangen bzw. Teleskopstangen und Tarnnetzen, der
Aufbau nimmt einige wenige Minuten in Anspruch. Etwas aufwändiger sind Faltschirme mit Scherengestellen bzw. Ziehharmonikaschirme, nach dem Auseinanderziehen ist der Aufbau bereits beendet. Selbstaufbauend sind Schirme mit Federstahlringen. Derartige Konstruktionen bieten eine hohe Mobilität, da sie in der
Regel aber keine Gewehrauflage beinhalten, sollte zusätzlich ein Zielstock mitgeführt
werden. Abspannseile oder Heringe werden teilweise zur Windsicherung benötigt. Die Preise bewegen sich zwischen 30 € bei einfachen Modellen und 300 € bei
Spiegeltarnschirmen. Als Sitzmöglichkeit bieten sich Dreibeine oder Sitzstöcke an.
22
Jagdmag
Kirrungen und
Wirrungen
Sowohl NABU als auch Bayerischer Bauernverband
beanstanden die Kirrungen der Jäger und lassen dabei
die auf dem Feld verbleibenden Ernterückstände von
über eine Million Tonnen völlig unbeachtet.
Aufnahme März 2014
23
Jagd & Gesellschaft
Jagdmag
Ernterückstand Mais – sind die Lieschblätter unbeschädigt, so können Maiskolben mehrere
Monate auf dem Feld überdauern. Dieser hier tauchte im März nach dem Grubbern wieder auf.
• Der NABU fordert mit seinem Positionspapier vom Dezember 2013 das Verbot von Fütterungen und Kirrungen und begründet dies wie
folgt:
»... Der Bestand fast aller Paarhuferarten in
Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig angestiegen. Neben einer veränderten
Landwirtschaft und dem damit verbundenen
vergrößerten Nahrungsangebot spielen aber
auch die Fütterung und der missbräuchliche
Einsatz von Kirrungen eine entscheidende Rolle.
... Der natürliche Tod von Wildtieren im Winter
und bei Nahrungsengpässen ist ein biologischer
Prozess, der zu hohe Wilddichten vorbeugen
kann. ... Der NABU fordert daher den grundsätzlichen Verzicht auf die Ausbringung von
Futtermitteln.«
Eine Rechnung
ohne die
Landwirtschaft
In einer Präsentation zum Schwarzwildsymposiums (Mai 2014) des Bayerischen Bauernverbandes wird auf insgesamt 18 Seiten die Kirrungsproblematik und der durch die Kirrungen
erfolgende Energieeintrag in die Natur abgehandelt. Die Verringerung des Energieeintrag durch
Erntereste, wird hingegen gerade mal mit vier
Worten erwähnt: Ernterückstände beseitigen
(Mulchen, Absammeln).
Dass die enormen Erntereste, die nach der Ernte in der Feldflur zurückbleiben, dem Wild eine
ungleich größere Nahrungsmenge bieten, als die
beanstandeten Kirrungen, gleichfalls aus Menschenhand stammen und im Winterhalbjahr
nahezu flächendeckend zur Verfügung stehen,
wird dabei übersehen.
Die Erntereste werden verursacht durch Verluste, die sich aus der eingesetzten Erntetechnik (z. B. Konstruktion, Bauart), dem
Ernteprozess (z. B. Maschineneinstellung,
Fahrweise) und den jeweiligen Bedingungen
ergeben, die zum Zeitpunkt der Ernte vorherrschen (z. B. Witterung, Bodenverhältnisse,
sonstige Standortfaktoren).
Selbst die inzwischen technisch sehr ausgereifte Erntemaschinentechnik arbeitet nicht völlig
verlustfrei. Verluste treten nach dem Stand der
Technik zwangsläufig auf. Die ermittelten Werte
für die prozentualen Verluste (Ernterückstände)
ergeben sich beispielsweise aus der technischen
Prüfung der jeweiligen Erntemaschinen.
Unvermeidbare Erntereste entstehen zum Beispiel trotz optimaler Feldbedingungen und guter Erntearbeit bei der Ernte von Körnermais.
So brechen Maiskolben schon beim Pflücken ab,
bis zu zwei Prozent Pflückverluste sind hierbei
24
Jagdmag
die Regel. Zusätzlich tritt noch bis zu ein Prozent Druschverlust auf (Ertrag 8,9 t/ha, Ernterest
267 kg/ha). Bei Silomais gilt ein Prozent Verlust
(Ertrag 8,9 t/ha, Ernterest 87 kg/ha – nur Körner)
als normal. Beim Rübenroden tritt Wurzelbruch
auf. Es gehen auch ganze Rüben verloren. Fünf
Prozent Verlust gelten hier als Stand der Technik.
Als Rodeverluste bei Kartoffeln werden Werte
zwischen ein und drei Prozent (KTBL) genannt.
• Mais 170–190 kg/ha
• Rüben 2500 kg/ha
• Kartoffeln 330 kg/ha
Die moderne Bordelektronik der Landmaschinen ermittelt mittlerweile die tatsächlich auftretenden Verluste während der Ernte mit einer
sehr zuverlässigen Genauigkeit. Darüber hinaus
wurden Praxisversuche und Forschungen zur
Feststellung der Erntereste unter realen Feldbedingungen an verschiedenen Orten und unter
unterschiedlichen Bedingungen durchgeführt.
An der Universität Hannover wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens SUNREG III
folgende oberirdisch aufliegenden Mengen an
Ernteresten ermittelt:
Die Berechnung der Gesamtmasse, der dem
Schalenwild zur Verfügung stehenden Ernterückstände auf der Basis der Erntestatistik 2013, ergibt
damit über eine Million Tonnen an Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln. Die Werte für einzelne
Bundesländer sind der Tabelle 1 zu entnehmen.
Praxistests der Firma Nordzucker durch Siebung des Bodens ergaben durchschnittliche
Ernteeinbußen bei Zuckerrüben von 1,2 Prozent
bzw. 970 kg/ha (2011) und 1,41 Prozent bzw.
1210 kg/ha (2012).
Von Hohmann und Huckschlag wurden in einer
Hochrechnung für Rheinland-Pfalz (2010), die
von Jägern eingebrachten Mengen an Kirrmais
auf 66 bis 173 kg je 100 ha Wald und Jahr beziffert
und auf dem Schwarzwildsymposium wird von
Tabelle 1
Deutschland
Niedersachsen
Bayern
RheinlandPfalz
Anbaufläche ha
Erntemenge t
Erntereste %
Erntereste t/ha
Erntereste t
Kirrmenge t
Ernterest/
Kirrmenge
Mais
43 300
0,18
7 794
1 446
5,39
Zuckerrüben
18 300
1,21
22 143
Kartoffeln
286 000
2
5 720
Mais
530 500
0,18
95 490
3 326
28,71
Zuckerrüben
57 000
1,21
68 970
Kartoffeln
1 410 200
2
28 204
Mais
592 900
0,18
106 722
2 011
53,07
Zuckerrüben
97 400
1,21
117 854
Kartoffeln
4 405 000
2
88 100
Mais
2 500 000
0,18
450 000
19 203
23,43
Zuckerrüben
357 000
1,21
431 970
Kartoffeln
9 670 000
2
169 225
Gesamt 1 051 195
25
Jagd & Gesellschaft
Jagdmag
Tabelle 2
1)
Kirrmenge
pro 100 ha
Waldfläche
und Jahr
Rheinland-Pfalz
0,1731)
Waldfläche
ha
Kirrmenge
t pro
Jahr
835 558
1 446
Bayern
0,130
2)
2 558 461
3 326
Bayern
0,1731)
2 558 461
4 426
Niedersachsen
0,173
1)
1 162 522
2 011
Deutschland
0,1731)
11 100 000
19 203
Hohmann und Huckschlag 2) Bayerischer Bauernverband
einer Kirrmenge von 130 kg je 100 ha Pirschbezirk und Jahr ausgegangen. Auf die Waldflächen
der Bundesrepublik übertragen, würden somit
19 203 Tonnen Kirrmais pro Jahr ausgebracht
werden. Die Kirrmais-Mengen für einzelne Bundesländer sind Tabelle 2 zu entnehmen.
Die Menge der Erntereste/Maiskörner ist damit in Rheinland-Pfalz etwa fünfmal, in Bayern
29-mal, in Niedersachsen etwa 53-mal und im
Bundesdurchschnitt etwa 23-mal höher, als die
beanstandeten Kirrmengen. Die erheblichen
Mengen an Ernteresten bei Kartoffeln und Rüben
sind in dieser Betrachtung nicht mal enthalten.
Die Bedeutung der von Hohmann und Huckschlag errechneten 173 kg Kirrmais bzw.
2 255 MJ pro 100 ha Waldfläche wurde auch
stark überzogen dargestellt. Die von ihnen erwähnten mehreren Frischlingsbachen von 35 kg
könnten hiervon keinesfalls gut noch überhaupt
leben. Der Futtereintrag/Kirrmais wäre nicht
einmal für eine Frischlingsbache von 17 kg Lebendgewicht (Ruheenergiebedarf bei Gehegehaltung im Sommer = 6 MJ/Tag × 365 Tage =
2 190 MJ) ganzjährig ausreichend.
Kirrungen haben großflächig betrachtet vermutlich einen viel geringeren Einfluss auf die Ernährungslage des Schalen- und Schwarzwildes, als
oft angenommen. Wenn wesentlicher Einfluss
auf die Ernährung des Wildes im Winterhalbjahr ausgeübt werden soll, dann ist ein Verbot
oder die Einschränkung von Kirrungen hier
Selbst bei sauberer Ernte bleiben durchschnittlich
180 kg Maiskörner pro Hektar auf den Schlägen zurück.
nicht wirklich zielführend. Nur eine wesentliche Reduzierung der Ernterückstände kann
wirklich Erfolg bringen. Die Wildschadensausgleichskassen in Mecklenburg-Vorpommern
haben in ihren Satzungen eine zu diesem Thema
nahezu passende Formulierung: »Sachbeiträge
die Landwirte erbringen sollen, sind insbesondere … die saubere Ernte der Feldfrüchte, um
Folgeschäden zu verhindern.« In den Präsentations-Folien des Schwarzwildsymposiums lautet
die Formulierung: »Energieeintrag der von uns
beeinflusst werden kann… Ernterückstände beseitigen (Mulchen, Absammeln)«.
Horst Saenger
26
Jagdmag
ck!
o
B
r
e
t
s
r
e
n
i
e
M
nnerung, als an das
Es gibt kaum eine eindrücklichere Eri
Jung jägerin Josephine
erste eigens erlegte Stück Wild. Die
eraus menschlichen Erlebnis
Nietschmann lässt uns an ihrem üb
Bock teilhaben.
rund um den ersten geschossenen
Am 11. Mai konnte ich mich nach allen bestandenen Prüfungen endlich Jungjägerin nennen
und zwei Wochen später sollte ich für all die
Mühen und Tränen der letzten Monate belohnt
werden. Ich hatte wieder einmal einen Ansitz
bei meinem Schwager im Revier geplant. Diesmal allerdings ging es mit der eigenen Waffe auf
die Jagd und es war sehr aufregend.
Der Wetterbericht vermeldete nur schönes Wetter und keinen Regen! Das klang schon einmal
sehr gut. Ohne große Erwartungen haben wir
geplant, wo wir gemeinsam ansitzen. Die Vorfreude war riesig!
Mein Schwager und ich haben uns angezogen
und sind dann mit meiner Bockbüchsflinte ins
Auto gestiegen und losgefahren. Mein Ritual,
bevor es rausgeht, ist, dass ich alle Punkte im
Kopf durchgehe, die ich benötige für die Jagd:
zwei Lampen, ausgepackte Taschentücher,
etwas Süßes in der Tasche (natürlich ohne Papier), Munition, Fernglas, Handschuhe, Waffe,
Hut und mein Messer. Ich hab dann meist trotzdem das Gefühl, irgendwas vergessen zu haben!
18 Uhr sind wir raus und haben unseren Stand
bezogen. Wir saßen auf einem Stand zwischen
ganz vielen Buchen. Der Stand war ringsherum
offen. Man bekam sehr viel von dem Geschehen
im Wald mit und es war echt toll. Es gab eine
Schneise hinaus aufs Feld. Die Hasen haben den
angelegten Pirschweg lieber benutzt, als einfach
durch die Buchenblätter zu hoppeln. Eines der
Häschen schaute erstmal an der Leiter hoch zu
uns in den Stand hinein. Das war schon süß!
Dann gegen 18.30 Uhr kam mein Böckchen das
erste Mal auf die Lichtung getreten. Er wollte zur
Salzlecke, die hinter unserem Stand war. Naja
leider hat eine Amsel so viel Spektakel gemacht,
dass er davonzog.
Dann wurde es wieder etwas stiller im Wald.
Gegen 20 Uhr zog ein Jährling an uns vorüber
raus aufs Feld. Es war toll, ihn zu beobachten.
Ich merkte dann, dass ich doch mal dringend
auf die Toilette müsste (ja so ist das mit den
Frauen). Ich sagte zu meinem Schwager, dass
wir dann bald los machen sollten, denn in den
Buchen dämmert es immer eher als draußen
auf dem freien Feld und die Blase wollte nicht
so recht durchhalten.
20.50 Uhr ging es nochmal los. Eine hochbeschlagene Ricke trat aus. Ihr folgten ein Schmalreh und ein Jährling. Ricke und Schmalreh
standen hinter uns und wollten aufs Feld. Der
Jährling stand vor uns und äugte immer wieder
in die Dickung links neben uns auf 100 m Entfernung. Irgendwas war da im Busch, ich wusste
nur noch nicht was.
»21.15 Uhr – Es ist
vollbracht!«
Alle drei Tiere wirkten sehr beunruhigt und nervös. Auf einmal sprang der Jährling ab durch
den kleinen Graben hindurch wieder auf die
andere Seite und da war er: »Mein Böckchen«.
Er wollte also den Jährling vertreiben. Dann
ging alles ganz schnell. Mein Schwager sagte,
ich soll mich fertig machen. Ich also einen Ohropax reingedreht (für den anderen war keine
Zeit mehr) und mein Schwager hat die Waffe
gespannt. Auf 80 m Entfernung stand er da. Ich
sah ihn durch mein Zielfernrohr. Noch drei Mal
Luft geholt und dann die Luft angehalten. Von
meinem Schwager hörte ich nur noch: »Schieß«
und da flog die Kugel. Eine Handbreite hinter
die Schulter gezielt, genau aufs Blatt und den
Abzug betätigt. Es knallte und mein Herz klopfte
bis zum Hals. Mein Ohr fiepte und es gab einen
dumpfen Knall im Ohr – aber alles gut. Mein Ohr
ist dran und ich höre noch. Das nächste Mal wird
es besser ;-)! Mein Schwager hatte die Reaktion
des Rehbockes auf den Schuss beobachtet. Er
sprang mit allen Vieren nach vorn oben ab und
war dann aus meinem Sichtfeld verschwunden.
Ich nahm den Gehörschutz raus und sah, dass
mein Schwager grinste. Ich öffnete die Waffe
und lud nach. Ich zitterte am ganzen Körper. Ich
musste dann erst mal vom Stand runter und in
eine Dickung hinter uns laufen. Das »Geschäft«
musste doch erledigt werden. Ich hab kaum Luft
bekommen und ich zitterte immer noch. Mein
Schwager hat gleich einen bekannten Jäger mit
Hund wegen der Nachsuche angerufen.
Ich sollte unten stehen bleiben und er dirigierte mich vom Stand aus zum Anschuss. Ich also
zitternd durch den Wald gestapft mit Taschentüchern in der Hand. Am Anschuss dann eins
abgelegt. Dann wartete ich bis mein Schwager
zu mir kam. Wir sind den Anschuss in Fluchtrichtung zusammen abgelaufen.
DANN: der erste Tropfen Schweiß. Wir beide
hatten ja erst gedacht, dass ich unten durch geschossen habe, doch der Tropfen sagte ja erstmal: Getroffen!
Wir sind Schritt für Schritt weiter gelaufen. Wir
fanden immer mehr Schweiß und dann die
Herzspitze. Ich lief dann nur noch meinem
Schwager in die Dickung hinterher.
Auf einmal drehte er sich um und grinste. Ich –
völlig fertig – fragte, warum er denn so grinste.
Er trat einen Schritt zu Seite und da lag er. MEIN
BÖCKCHEN! Die Tränen der Freude kullerten die
Wange entlang und mein Schwager nahm mich
in den Arm. Ich war überglücklich. Dieses Gefühl
ist einfach unbeschreiblich. Er überreichte mir
dann mit Schweiß betupft meinen Bruch. Ich
Eule hatte meinen Hut vergessen. Typisch! Wenn
man den mal braucht, hat man ihn nicht dabei.
27
Erlebte Jagd
Jagdmag
Josephine Nietschmann
Dem Jäger haben wir schnell noch mitgeteilt,
dass wir seine Hilfe doch nicht brauchen und
dann einem benachbarten Jäger geschrieben,
dass wir Erfolg hatten. Das Böckchen haben wir
ein Stück aus der Dickung heraus gezogen und
sind dann fix nach Hause gefahren. Wir mussten
die Wildwanne und die Kamera holen. Zu Hause
nahmen mich mein Freund und meine Schwester in Empfang. Beide konnten es nicht so recht
glauben. Das Auto schnell bepackt, der Freund
sich die Kamera geschnappt und schon ging es
zurück zum Stand. Zum Glück nur 5 Minuten Weg.
Das Foto entstand erst später, da war es dann
schon dunkel.
Der wunderschöne Bock wurde eingeladen und
dann sind wir zum Zerwirkraum gefahren.
Dort habe ich erstmals alleine das Wild aufgebrochen, mein Schwager gab nur Anweisung, den
Rest musste ich alleine erledigen. Ich war stolz
auf mich, alles so gut hinbekommen zu haben.
Aufgebrochen wog mein Rehbock 20 kg und wir
schätzen ihn auf etwa drei Jahre.
In meinen Augen ist er der »schönste« Bock
überhaupt. Mir ist dabei egal, was er für eine
Trophäe auf dem Haupte trägt. Der bekommt
einen Ehrenplatz über meinem Bett!
Schuss: 21.15 Uhr
Waffe: Bockbüchsflinte von Heym im Kaliber
7×57R
Meine Erinnerung, die abgeschossene Patronenhülse und mein Bruch sind Zeugen dieses
wunderschönen Augenblickes.
Josephine Nietschmann, jagd2013.blogspot.com
28
Jagdmag
Den Hund
richtig einjagen
Die erste Saison steht vor der Türe und damit die Frage,
wie gehe ich es an, dass mein Hund später so jagt, wie
ich mir das vorstelle? Einfach vom Stand laufen lassen,
den Treibern mitgeben, selber durchgehen oder wie?
• Gleich vorab: wenn ich später nicht nur einen
zufällig gut arbeitenden Hund haben will, ist es
so einfach nicht. Zunächst sollte ich entscheiden, ob ich künftig mit meinem Hund durchgehen will oder einen Standschnaller bevorzuge
und was davon der Veranlagung meines Hundes
eher entspricht. Sicher gibt es je nach Rasse Tendenzen zum Einen oder Anderen, aber auch individuelle Ausnahmen.
Sorgfältige Vorbereitung
Egal welche Variante, bevor es in die Saison
geht, sollte mein Hund körperlich trainiert und
gesund sein. Altersgemäßes Laufen, Joggen oder
Radeln mit steigender Intensität macht Hund
und Herrchen fit. Und mein Hund sollte durch
entsprechende Übungen bereits wissen, wie er
mich mittels seiner Nase wiederfinden kann,
denn dann bleibt mein Hund auch auf einer
größeren Bewegungsjagd gelassen, wenn er sich
weiter von mir entfernt hat. Dazu bieten sich
zum Beispiel die Führerfährten an, wo ich mich
verstecke und mein Hund mich suchen muss.
Aber auch durch die ersten eigenständigen Ausflüge des Hundes lernt er, am Ende seinen Weg
zurück zu mir zu finden.
Vor Beginn einer Jagd bereite ich meinen
Hund auf seinen Einsatz vor. Ich gebe ihm
früh morgens einige Stunden vor Jagdbeginn
Futter, und zwar etwa ein Drittel der Tagesration. So hat der Hund mehr Energiereserven und
wird weniger zum Anschneiden verleitet. Unsere Rassen sind so besessen von der Jagd, dass es
nicht nötig ist, ihren Beutewillen zusätzlich mit
Hunger anzuheizen. Das Futter wird mit viel
Wasser gestreckt, so kann ich einer Dehydration
vorbeugen. Je nach Gelände und Witterung biete ich auch zwischendurch Wasser an.
Am Sammelplatz ziehe ich meinem Hund
seine Warn- oder Schlagschutzweste an,
dazu noch die Ortung. Ein mögliches Glöckchen soll keinesfalls den Laut ersetzen, sondern nur sicherstellen, dass der Hund, wenn er
29
stumm auf dem Rückwechsel zu mir ist, nicht
versehentlich als Wild angesprochen wird. Am
Hund findet sich in jedem Fall meine Handynummer, so dass jeder, der meinen Hund aufgreift mich informieren kann. Die Nummer
sollte so groß geschrieben sein, dass man sie
auch dann noch lesen kann, wenn der Hund
sich aus welchem Grund auch immer (verletzt,
Beute verteidigend) nicht anfassen lässt. Je nach
Haartyp und Witterung packe ich den Hund
bis zum Zeitpunkt des Schnallens zusätzlich in
eine Decke oder in einen Hundemantel, damit
seine Muskulatur nicht zu kalt wird. Sicher jagt
ein guter Hund auch aus dem eiskalten Zustand
los, aber gesund ist das nicht. Während der Jagd
habe ich ein kleines Notfallset mit, damit ich im
Fall der Fälle Erste Hilfe leisten kann.
Erste Erfahrungen
mit dem Wild
Für die allerersten, prägenden Beuteerfahrungen beim Stöbern ist es sinnvoll, wenn der Hund
Wasser muss nach Bedarf angeboten werden
Jagdhunde
Jagdmag
30
Jagdmag
Alleine Suchen und Jagen will gelernt sein
auf kleineren Stupseljagden, vielleicht sogar ganz
allein eingesetzt wird. Dabei darf er eine von
Schützen umstellte Dickung absuchen, bringt er
Wild auf die Läufe, so bestehen gute Chancen,
dass dieses vor ihm gestreckt werden kann. Dadurch, dass keine anderen Hunde beteiligt sind,
lernt er eigenständiges Arbeiten und schlägt sich
nicht nur anderen jagenden Hunden bei.
Möchte ich meinen Hund auf eine Wildart
spezialisieren oder eine bestimmte definitiv
nicht von ihm bejagt wissen, dann darf ich in
den ersten Jahren nur solche Jagden besuchen,
wo er möglichst ausschließlich die gewünschten
Erfahrungen macht. Die Freigaben seitens der
Jagdleitung müssen sich also mit meinen Wünschen decken. Mit den Jahren kann ich sicherlich am Laut erkennen, was mein Hund vor sich
hat, aber in der ersten Saison höre ich nur, dass
er jagt, aber nicht was und kann keinesfalls sinnvoll eingreifen, um eine falsche Wildwahl zu unterbinden, so dies rasse- und ausbildungsbedingt
überhaupt machbar ist. Kommt der Hund nun
mit dem von mir unerwünschten Wild noch passend einem Schützen, ist die falsche Verknüpfung
perfekt. Als Durchgeher habe ich noch die Option, meinen Hund zunächst am Strick zu führen
und erst dann zu anderen Hunden zu schnallen,
wenn diese die Zielwildart gestellt haben. Kann
das Wild nun unter Beteiligung meines Hundes
erlegt werden, ist dies natürlich eine wertvolle
Verknüpfung. Bei diesem Vorgehen aber bitte bedenken, dass nicht alle Hunde untereinander am
erlegten Stück friedlich sind. Optimaler Weise
sind mir die anderen Hunde persönlich bekannt
und deren Hundeführer auch anwesend.
Soll mich mein Hund später beim Durchgehen
begleiten, so übe ich dies von Anfang an. Sobald
der Hund in meinem Umfeld Wild gefunden hat
und damit laut jagend entschwindet, bleibe ich
stehen und warte auf seine Rückkehr. Sollte ich
anhand des Lautes oder eines Ortungssystems
erkennen, dass er Wild gestellt hat, versuche ich
ihm zu Hilfe zu eilen, um gemeinsam das Wild
zu erlösen – der Idealfall ist, dass wir als Team
Beute machen. Erst wenn der Hund routinierter wird, gehe ich, während er jagt, schon ein
Stück weiter. Kommt er zu mir zurück, wird er
gelobt und zur weiteren Suche geschickt. Wird
mir seine Suche um mich herum zu weiträumig, pfeife ich ihn zu mir, um ihn dann erneut
in eine vielversprechende Dickung zu schicken.
Wir jagen gemeinsam, ich gebe die Richtung, die
Dickung vor, der Hund sucht sie ab, jagt bis das
Wild erlegt wird und kommt dann zu mir zurück. Sucht der Hund zu weiträumig um mich
herum, könnte ich genauso gut auf einem Stand
stehen. Gesundes Wild kann ich als Durchgeher
regulär nicht vor dem Hund erlegen, da Durchgehschützen gemäß Unfallverhütungsvorschriften nicht erlaubt sind. Einzige Möglichkeit: der
Jagdleiter hat den einen oder anderen Stand frei
gelassen, den ich als Durchgeher nun vorübergehend besetze.
Jagen vom Stand aus
Bei der Variante Standschnaller sieht das natürlich anders aus. Mit etwas Glück drückt der Hund
mir das Wild zu und ich kann es vor ihm erlegen.
Wenn es die Sicherheit erlaubt, eile ich nach dem
Schuss zum Stück und feiere dort mit meinem
ebenfalls eintreffenden Hund unseren Erfolg. Darf
ich den Stand nicht verlassen, kann ich ihn zumindest begeistert loben. Wobei ich persönlich nicht
mehr auf Drückjagden gehe, wo es Hundeführern
prinzipiell nicht erlaubt wird, den Stand zu verlassen, selbst dann wenn ihr Hund beim Stellen von
krankem Wild offensichtlich Hilfe braucht. Mit
Warnkleidung versehen und bei regelmäßigem
Rufen muss es möglich sein, sich ungefährdet
durch ein Treiben zu bewegen – schließlich gibt es
auch Durchgeher, Treiber und Hunde.
Soll mein Hund vom Stand jagen, bitte ich in der
ersten Saison um Plätze in Dickungsnähe, damit
mein Hund, wenn er sich von mir löst möglichst
bald auf spannende Fährten oder gar Wild trifft.
Wenn mein junger Hund sich so gar nicht von
meinem Stand lösen mag, dann kann es sein,
dass ihm noch die nötige Reife fehlt. Ich kann
jetzt einfach abwarten, was sich auf den nächsten
Jagden tut. Ich kann vorübergehend mit ihm gemeinsam durchgehen, um ihn an Wild zu bringen oder ich schnalle ihn ein paar Mal zu einem
ihm bekannten und wohl gesonnen Althund,
der ihm zeigt, welche Freuden da im Busch auf
ihn warten. Letzteres sollte ich aber nicht all zu
oft machen. Denn so lernt mein Hund nicht alleine suchen und jagen, sondern tendenziell das
Beischlagen, wenn er Artgenossen laut jagen
hört. Entsprechend schnalle ich auch zeitversetzt, wenn ich zu meinem Junghund auch noch
einen oder mehrere Althunde führe. Es macht
jagdlich wenig Sinn, wenn meine Hunde nur
als geschlossene Gruppe unterwegs sind. Das
31
sie beischlagen, wenn einer von ihnen verletztes
Wild stellt, ist eine ganz andere Nummer.
Am Ende der Jagd warte ich auf meinen Hund
am Stand oder dort, wo er zuletzt von mir gesehen wurde, auch wenn moderne Ortungsgeräte
einen dazu verleiten, den Hund irgendwo im
Gelände einzusammeln und so schneller zum
Streckenplatz und auch zum Schüsseltreiben zu
kommen. Denn wenn ich den Hund immer selber suche und einfange oder auch wenn andere
das für mich tun, lernt der Hund nicht, sich an
mir zu orientieren, nach einer Jagd zu mir zurück zu kehren, sondern wird in seinem Aktionsradius immer weiter.
Ich habe meinen Hund nicht als eine Art Einladungskarte zu Bewegungsjagden, sondern
möchte, wenn möglich, mit ihm gemeinsam
Erfolg haben. Statt ihn einzusammeln übe ich
lieber ein weit tragendes »Jagdende – Rückrufsignal« sobald ich anhand der Ortung sehe, dass
sich mein Hund meinem Standort nähert. Bei
mir angekommen gibt es viel Lob und wenn er
mag noch eine Kleinigkeit zu futtern. Regelmäßig verknüpft kann ich den Hund so vielleicht
eines Tages auch aus größerer Entfernung am
Ende vom Trieb zu mir zurück lotsen.
Nach der Jagd versorge ich als allererstes meinen Hund, dann das Wild, dann mich. Das heißt
ich ziehe ihm seine Jagdsachen aus und untersuche ihn gründlich auf mögliche Verletzungen.
Auch bei tieferen Wunden kann es vorkommen,
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Jagdhunde
Jagdmag
32
Jagdmag
dass diese nicht bluten oder schon durch Haare und Schmutz so zu kleben, dass sie nur beim
genauen Hinsehen auffallen. Ein Blick auf die
Schleimhäute im Maul gehört auch dazu, sie
sollten schön rosa sein. Mögliche Verletzungen
werden je nach dem selbst versorgt oder es geht
zum Tierarzt. Entsprechende Telefonnummern
und Adressen sollten sich zwar auf der Standkarten einer gut organisierten Jagd finden, aber
ich suche mir vorsichtshalber auch selber schon
entsprechende Daten raus. Ist der Hund nass,
wird er abgetrocknet. Auch frieren soll er jetzt
nicht, daher stecke ich ihn je nach Fell, Umgebungstemperatur und Warteplatz in einen Hundemantel. Das hat nichts mit Verweichlichen zu
tun. Ein abgekämpfter Hund, der anschließend
noch friert, gar nass ist, kann langfristig (z. B.
Arthritis) aber auch kurzfristig (z. B. Niereninsuffizienz) schwer erkranken. Ich möchte aber
möglichst lange einen gesunden, belastbaren
Hund mit zur Jagd nehmen können. Ich biete
ihm Wasser an und dann darf er sich an einem
ihm angenehmen Platz einrollen und erholen.
Spätestens nach ein bis zwei Stunden schaue ich
wieder nach ihm, wenn ich ihn nicht in meinem
direkten Umfeld habe. Jetzt ist die Erregung der
Jagd abgeklungen, möglicherweise sehe ich erst
jetzt, dass mein Hund auf der Jagd doch etwas
abbekommen hat, weil er beispielsweise humpelt oder blasse Schleimhäute hat. Meist ist aber
alles paletti und der junge Hund oft schon wieder gut erholt, bereit zu neuen Taten.
Wie viele Jagden nun in welchem Abstand folgen ist abhängig vom Individuum und
den jeweiligen Umständen an
den Jagdtagen. Auch wenn ich
viele Jagdeinladungen habe
und mein Hund vor Energie
und Passion nur so zu trotzen
scheint, sollte ich ihm ausreichend Erholungspausen
zur Regeneration gönnen.
So werde ich über viele Jahre
einen fitten und belastbaren
Jagdbegleiter haben.
Handynummer und Name stehen gut sichtbar auf der
Warnweste
Unsere Autorin
Dipl. Biologin, Fachbuchautorin,
Referentin Anke Lehne betreibt eine
Hundeschule im Landkreis Schwäbisch Hall. Mit Hunden aufgewachsen,
hat sie sich vor 14 Jahren der Jagd
verschrieben, natürlich mit Hund. In
ihrem Haushalt leben derzeit
drei Brandlbracken und ein BGS.
www.canine-companion.de
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Im Fokus
Jagdmag
M 12 Solid – Balance und
Führigkeit in Perfektion
Die M 12 Solid von Mauser setzt in der Kategorie »Führigkeit« neue Maßstäbe. Neben der
standardisierten M 12 Ausstattung wie Ganzstahlkonstruktion mit Mauser typischem offenen
Ladefenster, weichem, hervorragend laufendem
Schlossgang und perfekt geformtem Schaft mit
»Prince of Wales«-Pistolengriff gibt es die Jagdwaffe mit gekürztem, dickem (19 mm) 51 cm
Kurzlauf. Das Ergebnis: Eine Jagdwaffe mit außergewöhnlicher Stabilität, Balance und Praxistauglichkeit. Der dicke, kurze Lauf optimiert den
Schwerpunkt der Waffe und somit das Schwingungsverhalten beim Schuss. Das bringt besonders bei Bewegungsjagden die entscheidenden
Vorteile. Aber auch auf der Einzeljagd im engen
Hochsitz punktet die M 12 Solid durch ihren 51 cm
Kurzlauf. Dank der perfekten Balance des dicken
Laufes liegt die Büchse beim Jäger ruhig im Anschlag – die Voraussetzung für präzises Schießen.
Höchsten Sicherheitsanspruch bietet die 3-Stellungssicherung SRS, die direkt auf den Schlagbolzen wirkt. Der brillante Direktabzug ist mit einem
Abzugsgewicht von 950 Gramm perfekt für den
präzisen Schuss ausgelegt. Das herausnehmbare Zick-Zack-Magazin mit großer Ladekapazität
und hellem Stahlboden rundet den Auftritt ab.
Erhältlich ist die M 12 Solid sowohl in der Holzals auch in der Synthetikausführung und mit oder
ohne offener Visierung ohne Aufpreis.
Afrikanische Schweinepest
Das Agrarministerium von Schleswig-Holstein
rät zu Beginn der Jagdreisesaison aus Sorge vor
einer möglichen Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest dringend davon ab, Jagdreisen in die betroffenen östlichen Mitgliedsstaaten
zu unternehmen.
Dies gilt in besonderem Maße für Jäger, die auch
Schweinehalter sind oder die anderen Kontakt
zu Schweinebeständen haben. Sollte es dennoch
zu Jagdreisen in die betroffenen Mitgliedsstaaten kommen, ist höchste Vorsicht geboten. Vor
der Rückkehr ist die gesamte Jagdausrüstung
gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Das
Mitbringen von Jagdtrophäen oder von Fleisch
oder Fleischprodukten stellt ebenfalls eine große
Verschleppungsgefahr dar und sollte in jedem
Fall unterbleiben. Aus den Restriktionsgebieten
ist ein Verbringen verboten, so das Ministerium
Es müssen alle Vorsorgemaßnahmen ergriffen
werden, damit das hoch infektiöse Virus nicht
verschleppt wird. Die Einschleppung der ASP
nach Schleswig-Holstein hätte gravierende Folgen sowohl für alle Schweine haltenden Betriebe wie auch für die Wildschwein-Population, so
der Appell des Ministeriums.
Von ASP-Infektionen sind in den Baltischen Staaten und Polen bei den Hausschweinen überwiegend sogenannte Hinterhofhaltungen (Kleinsthaltungen) betroffen. Die meisten Fälle werden aus
Lettland berichtet, wo zudem auch die Klassische
Schweinepest nachgewiesen wurde. Mittlerweile
sind größere Teile Lettlands von Maßnahmen gegen die ASP betroffen, auch in Litauen, Polen und
Estland sind sogenannte Restriktionsgebiete eingerichtet. Aus diesen Gebieten darf unter anderem
kein Wildschweinefleisch, Produkte daraus oder
Trophäen in andere Mitgliedsstaaten verbracht
werden. Das Virus ist in gefrorenen, geräucherten
oder gepökelten Fleischwaren monatelang haltbar.
In Estland wurden erste Fälle Anfang September
bei Wildschweinen an der Grenze zu Lettland
festgestellt. Ein weiterer Fall wurde im Norden
Estlands festgestellt, ca. 200 km von den ersten
Fällen entfernt. Die Zahl der Fälle vor allem bei
Wildschweinen nimmt weiter zu und es werden
auch Fälle in Landesteilen festgestellt, die bisher
nicht von der Afrikanischen Schweinepest betroffen waren. Die steigende Zahl von Feststellungen
und die weit voneinander entfernt auftretenden
Fälle geben besonderen Anlass zur Sorge.
34
Jagdmag
Und plötzlich
in der
Ausbildung
Oft entwickelt sich das anfangs eher zögerlich angegangene Vorhaben, einen Jagdschein zu machen, zum Selbstläufer und dann
zur Passion. Eine gut strukturierte Ausbildung, ein straffer Zeitplan, die bestandene Prüfung sowie schließlich der erste Jagderfolg lassen die letzten Zweifel schwinden.
• Ende September letzten Jahres saß ich
beim Infoabend der Kreisjägervereinigung
und war geschockt! Morgen schon auf den
Schießstand? Ich? Wirklich? Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass wir erst einmal
die Theorie beherrschen müssen und dann
zum Praktischen übergehen, aber: weit gefehlt! Offensichtlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, was mich die kommenden Wochen und Monate erwarten sollte.
Ja, ich wusste, dass es das »grüne Abitur« genannt
wird. Ich wusste auch, dass es sicherlich für
mich eine Stange Arbeit bedeuten würde, denn
ich saß da und hatte keinerlei Vorkenntnisse.
Als Frau führe ich leidenschaftlich meine Labrador Retriever, durch sie kam ich erst auf den
Gedanken, mich in Richtung Jagd fortzubilden.
Ich ernähre mich bewusst, bin gerne in der Natur und hier auch sehr interessiert, verbringe nahezu all meine Freizeit, damit meine Hunde ihren Anlagen entsprechend zu beschäftigen. Und
irgendwann zeigte mir meine Junghündin, dass
mehr in ihr steckt, als nur grüne Säckchen aus
dem hohen Gras zu apportieren. Daher reifte
recht schnell die Idee, den Jagdschein zu machen,
zumal im schönen Nordschwarzwald die Möglichkeiten unbegrenzt scheinen und die Jagd vieles von dem vereint, was ich ohnehin schon lebe.
Also gut, dann ging es eben am nächsten Morgen auf den Schießstand. Ich bin generell eine
taffe Person aber das, was ich erlebte, hat mich
umgehauen. Wir kamen an, wurden sachgemäß
von unseren künftigen Ausbildern eingewiesen.
Was ist wo wann erlaubt, wie hat man mit den
Waffen und der Munition umzugehen etc. Zu
dem Zeitpunkt folgten 16 gespannte Gesichter dem Vortrag. Und dann ging es ans Eingemachte: das erste Mal verließ der Rehbock den
Schießstand und fuhr in 100 Meter Entfernung
in Position. Währenddessen richtete ich mich
auf meiner Bahn ein, wie es mir empfohlen
wurde und ich bekam meine erste Waffe in die
Hand. Mein Herz raste, ich zitterte und ich erkannte mich selbst nicht wieder. Niemals hätte
ich damit gerechnet, dass ich einen solchen Respekt vor diesem Jagdwerkzeug haben würde.
Mehrmals musste ich durchatmen um mich
35
Ausbildung
Jagdmag
Und plötzlich in der Ausbildung, der erste Morgen auf
dem Schiessstand
einigermaßen zu beruhigen. Unter den Augen
meines Ausbilders prüfte ich zum ersten Mal
die Munition, den Lauf und ob die Zieloptik
passend eingestellt war. Dann lud ich die Waffe
und rief mich vehement zur Ruhe. Ich visierte
den Rehbock an der markierten Stelle an und
machte den Finger krumm. Der Schuss löste
sich ordnungsgemäß, ich legte die Waffe schnell
weg und ließ die Scheibe hereinfahren. Ein glatter Zehner! Die restlichen vier Schuss liefen genauso gut aber mit gleichmäßigem Herzflattern
meinerseits. Zitternd stellte ich die Waffe wieder
ab. Das ist nun genau 34 Wochen her – seit heute bin ich Jungjägerin! Unglaublich, was wir als
Gruppe und jeder Einzelne in dieser kurzen aber
sehr intensiven Zeit gemeinsam erleben durften.
Noch heute habe ich große Ehrfurcht vor der
Waffe und finde das auch passend. Auch meine
Waffe nun daheim zu haben, ist ein ungewohntes Gefühl, das mich mit Ehrfurcht erfüllt. Ich
hoffe, diese nie zu verlieren und freue mich auf
die ersten Erfahrungen.
Waidmannsheil!
Sabine Kreuziger
36
Jagdmag
Drückjagd
mit Erfolg!
Immer wieder hört man am morgendlichen Treffpunkt oder
nach dem Jagdtag am Streckenplatz den Spruch: den kann
man überall hinhocken,…der bringt immer was mit,…der hat
immer Anlauf,…der ist »schon wieder« Jagdkönig etc.
37
Jagd- & Revierpraxis
Jagdmag
• Diesen Aussagen bin ich einmal nachgegangen und habe neben meinen persönlichen
Beobachtungen, ausführliche Gespräche mit
ebenfalls intensiv an Drückjagden teilnehmenden Jagdfreunden und über mehrere Jahre zusammengetragene Standzettel, auf denen die
Schützen ihre Beobachtungen eintragen sollten,
zusammengetragen und ausgewertet.
Das kurz und knapp zusammenfassbare Ergebnis zeigt, dass solch herausragend erfolgreiche
Schützen im Schnitt nicht mehr oder weniger
Anlauf hatten als ihre weniger glücklichen Jagdkollegen bzw. -kolleginnen. Worin also liegt deren Erfolg begründet?
Als Gast auf einer Drückjagd hat man wenig
Einfluss – weder auf Standverteilung, Ablauf,
Hundeeinsatz (außer man bringt selbst einen
brauchbaren Hund mit), noch auf Art und Zustand des Drückjagdstandes. Man wird einem
Stand zugeteilt, bekommt – wenn man Glück
hat – eine kurze Einweisung und muss sich also
mit der Situation arrangieren und in den nächsten Stunden das Beste daraus machen.
Gute Gründe für ausbleibenden Jagderfolg
Lassen Sie uns einen typischen Drückjagdmorgen doch einmal in Gedanken durchspielen.
Man findet sich morgens am Treffpunkt ein,
begrüßt alte Bekannte. Wie so oft ist das Wetter eher auf der Seite des Wildes, Regen und
Schneefall wechseln sich ab und der mäßige
Wind macht die Sache nicht angenehmer.
Man lauscht, hoffentlich aufmerksam, der Ansprache des Jagdleiters. Danach klaubt man
seine sieben Sachen zusammen und rückt auf
Ansitzwagen, Pkw oder zu Fuß ab, um seinen
Drückjagdstand einzunehmen.
Dort angekommen versucht man gerade auf den
glitschigen Holzplanken des Standes Halt zu fin-
Die Jagd beginnt schon vor dem Treiben
den und ist dabei sich einzurichten. Wild, welches von anderen ihren Stand angehenden Jägern hoch gemacht wurde, zieht unbehelligt an
einem vor, während man mit der Thermoskanne
in der Hand um Gleichgewicht kämpft.
Nachdem man sich letztlich vollständig eingerichtet hat, die Thermoskanne einen sicheren
Platz gefunden hat und zuletzt schließlich auch
die Waffe schussbereit ist, überblickt man das
Gelände. Offensichtlich hat jemand vergessen,
an diesem Platz die Schussschneisen zu überprüfen und ausgerechnet in der Hauptschussrichtung streckt ein Baum seine Äste genau in
unsere Schussbahn. Nachdem man sich lange
genug über diesen Umstand geärgert hat, tritt
selbstredend genau in dieser Richtung Wild aus,
sichert, dreht einem eine Nase und verschwindet unbeschossen in der nächsten Dickung.
38
Jagdmag
Zu allem Überfluss übernimmt auch noch Petrus
vor Diana die Führung und öffnet alle Schleusen. Ein unangenehmer Schneeregen fällt auf
einen herab und auch wenn der Wind im Wald
gemäßigt ankommt, genügt doch sein gelegentliches an den Bäumen Schütteln, um einen immer
wieder mit zusätzlichem Nass zu überziehen. Mit
hochgeschlagener Kapuze und eingezogenem
Genick versucht man sich soweit möglich, den
Unannehmlichkeiten des Wetters zu entziehen.
Die im Regen raschelnde und einem zudem
Blickwinkel raubende Kapuze des Regenmantels
sorgt dafür, dass es einem Familienverbund
Rotwild glückt, an einen heran zu pirschen und
überraschend wenige Meter vor einem, langsam
ziehend die Schneise zu queren.
Trotz blitzartigem in Anschlag gehen, gelingt es
auf Grund der nass geregneten Optik nicht, das
einzeln stehende Kalb sauber mit dem Leuchtpunkt aufzunehmen und man muss zusehen wie
es zwei Sekunden später in der Dickung verschwindet.
Am Ende des Jagdtags hat man dann doch eigentlich einiges an Anblick gehabt, doch irgendwie kam man nicht zu Schuss. Man behält sein
Erlebtes lieber »für sich«. Man möchte ja seine
eigene Unzulänglichkeiten weder eingestehen
noch weitergeben. Und der XY, der feist grinsend auf dem Streckenplatz steht, hatte doch
wieder ungehörigen Anlauf und ungehemmt
»zugeschlagen«.
Wie erhöhe ich nun
meine Erfolgsquote?
Über die Jahre an denen meine Freunde und
ich an Drückjagden als Schützen, Hundeführer
Durchgeher oder auch Nachsuchenführer teilnahmen, kristallisierten sich einige wenig aufwendige Dinge heraus, die die Effektivität und
damit den Erfolg auf Drückjagden signifikant
erhöhen.
Als das Erste empfiehlt es sich, dass man, sobald man seinen Stand erreicht hat, selbigen
schnellstmöglich auf Sicherheit (Standfestigkeit,
glitschige Bodenbretter) überprüft und bezieht.
Gegen rutschige Hochsitzböden hat sich ein
Tarnnetzschal bewährt, den man gewöhnlich
um den Hals trägt und den man einfach ausgebreitet auf den Boden legt.
Das Netzmuster wirkt fast wie eine »Schneekette«, allerdings in diesem Fall völlig geräuschlos.
So vorbereitet hat man auch bei schneller Bewegung einen sicheren Stand. Damit fällt schon
mal ein ablenkender Faktor weg.
Auf dem nun rutschsicheren Hochsitz macht
man sich eingehend mit der Umgebung vertraut und legt fest, in welche Richtungen man
sicheren Kugelfang hat, wo man schießen, und –
noch viel wichtiger – wo man NICHT (!) schießen kann.
39
Dabei macht man kurze Anschlagübungen und
»bestreicht« das Gelände so, als wenn die Waffe
geladen wäre. Hierbei prägt sich der Bewegungsablauf und Schussbereich samt Geländemarken
am besten ins Gedächtnis ein.
In diesen ersten 15 Minuten wird man feststellen, ob noch irgendwelche Äste das Schussfeld
im Nahbereich behindert. Die im Rucksack verstaute Klappsäge kann einem dann schon sehr
gute Dienste erweisen.
Nun kann man die Waffe laden, gesichert/
entspannt und vor allem griffbereit ablegen.
In den meisten Situationen hat sich eine diagonal über die Brüstung oder auf den Schoß abgelegte Waffe als wesentlich schneller in Anschlag
zu bringen herausgestellt, als eine in der Ecke
»Mündung nach oben« abgestellte Waffe. Eine
Hand hat man dabei fast immer am Griffstück.
Selbstredend, dass die Mündung der Waffe dabei immer auf einen sicheren Kugelfang gerichtet gehört!
Präsenz versus
Gemütlichkeit
So vorbereitet sollte man gerade die erste Viertelstunde mit höchster Aufmerksamkeit verbringen, denn gerade in den ersten Minuten ist
von Anstellern oder angehenden Jägern aufgeschrecktes Wild unterwegs bzw. versucht Hochwild, noch unverfolgt von spurlauten Hunden,
auf den Fernwechseln zu verschwinden. Danach
ist immer noch genug Zeit, es sich auf dem DJ
Bock »gemütlich« zu machen.
Dass man nicht mit auf der Brüstung abgelegten Füßen und dem Handy in der Hand
auf dem Bock herumlungert, sollte eigentlich
selbstverständlich sein, jedoch wurde ich diesbezüglich als Durchgeher schon öfter eines
Besseren belehrt. Offensichtlich ist die Kommunikation mit Freunden wichtiger, als die
Handyenthaltsamkeit im Hinblick auf 120 Minuten Konzentration für die Jagd, auf die man
sich seit Wochen gefreut hat und extra zig Kilometer angereist ist.
Nicht nur einmal habe ich Jagdkollegen mit der
Kaffeetasse in der einen und dem »süßen Stückchen« in der anderen Hand angetroffen. Unglaublich…offensichtlich verhungert, verdurstet
...so wird man nicht schnell genug reagieren können, der Jagderfolg bleibt aus!
Jagd- & Revierpraxis
Jagdmag
40
Jagdmag
oder unterzuckert mancher während eines zwei
Stunden Jagdtriebs.
Solchermaßen abgelenkt, ist man nach der Jagd
sicherlich auch einer der ersten an der Gulaschkanone, denn zum Aufbrechplatz braucht man
dann, vom Jagdbetrieb abgelenkt, vermutlich eh
nicht zu gehen.
Gegen Regen hat sich ein großer Anglerschirm
mit etwa 1,6 m Durchmesser sehr bewährt, den
man mit einem Spanngurt am Drückjagdstand
befestigt. Nicht nur dass man selbst trocken bleibt,
auch die Waffenoptik und Brille ist vor Regen
oder Schnee geschützt. Zudem verkriecht man
sich nicht unter irgendwelchen Kapuzen und hat
somit ringsum das volle Sicht- und Gehörfeld.
Sollen Durchgeher oder Standnachbarn über den
»Regenschirmjäger« ruhig lästern. Der Erfolg
(und trockene Klamotten) wird ihm Recht geben!
Meist wird es zum Ende der Jagd etwas ruhiger,
die Hunde sind abgejagt, das Wild weit versprengt und es fallen immer weniger Schüsse.
Nun neigt man leicht dazu, schon so langsam
aufzuräumen, seine sieben Sachen zusammen
zu packen und merkt daher kaum, wie sich das
Wild langsam wieder vorsichtig in seine Einstände zurückbewegt.
Daher sollte man auch in der letzten Viertelstunde besonders aufmerksam sein und es wäre
nicht das erste Mal, dass bei einem solchen Jäger
am Stand der letzte Schuss fällt.
Zusammenfassend kann man sagen: Wer seinen
Drückjagdstand minimal optimiert (Rutschfestigkeit, Wetterschutz, Schussfeld) unnötigen
Ablenkungen (Handy, Brotzeit) soweit wie möglich reduziert und gerade in der »heißen« Phase kurz nach Jagdbeginn und ebenso kurz vor
Jagdende besonders aufmerksam ist, erhöht seine Chancen ungemein, sofern auch Diana mitspielt, beim nächsten Strecke legen mit zu den
erfolgreich(er)en DJ-Teilnehmern zu gehören.
Für die kommende Drückjagdsaison wünsche
ich allen einen guten Anlauf, eine ruhige Hand
und ordentlich Waidmannsheil.
Unser Autor
Andreas Schurz geb. 1967
Passionierter Bergjagd- und Drückjagdjäger
Aktiver Hunde- und Nachsuchenführer (BrBr)
JGHV Richter (DBV), Sportschütze und Wiederlader
Sicherer Stand – guter Schuss
41
Kulinarisches
Jagdmag
Rotwildleber
mit Sherry-Zwiebel-Apfel-Rahmsoße
an gestampften Kartoffeln
Zutaten für 3 bis 4 Personen
• 1 Leber vom Schmaltier/Schmalspießer
• 4 mittelgroße Zwiebeln
• 2 Äpfel (säuerliche Sorte)
• 200 ml süße Sahne
• Sherry
• Mehl
• Milch
• Butter
• 1 kg Kartoffeln
• ½ Bund Petersilie
Die Leber putzen, von Häuten befreien und etwa
eine Stunde wässern, dann in fingerdicke, etwa
5 cm lange Streifen schneiden.
Kartoffeln schälen und kleinschneiden und in
Salzwasser gar kochen.
Die Zwiebeln in feine Ringe schneiden, die Äpfel
schälen und in feine Spalten schneiden.
Die Leberstreifen in Mehl wälzen und Butter
in einer ausreichend großen und hohen Pfanne
erhitzen. Die Leber in die heiße Pfanne geben,
Zwiebeln und Apfelspalten hinzu und bis kurz
vor den gewünschten Garpunkt regelmäßig
durchschwenken.
Mit einem guten Schuss Sherry ablöschen, kurz
aufköcheln lassen und mit Sahne aufgießen und
mit Pfeffer und Salz abschmecken, abdecken
und ein wenig nachziehen lassen.
Gekochte Kartoffeln mit einem guten Stück Butter, einen großen Schluck Milch, Salz, Pfeffer,
geriebener Muskatnuss und der gehackten Petersilie vermengen und ordentlich stampfen.
Je nach Geschmack kann man vor dem Anrichten der Soße noch ein bis zwei Teelöffel Preiselbeeren beigeben, um eine feine, leicht süßliche
Note zu erreichen.
Torsten Kleckers
42
Jagdmag
Krähen
jagen gehen
Worauf kommt es bei der erfolgreichen Krähenjagd mit dem sogenannten »freundlichen Lockbild« an? Was sind die typischen Anfängerfehler?
Wie lassen sich diese vermeiden? Der Beitrag
von Sascha Geißler soll den Einstieg in
die Krähenjagd erleichtern.
43
Jagd- & Revierpraxis
Jagdmag
Auf der Getreidestoppel finden Krähen nach dem Drusch reichlich Nahrung
• Rabenkrähen sind, wie generell alle Krähenvögel, extrem lernfähig und passen sich
perfekt den örtlichen Gegebenheiten an. Dies
erkennt man unter anderem an den in den letzten Jahren stetig gewachsenen Beständen.
Krähen sind ein wichtiger Bestandteil unserer
Reviere und erfüllen als Allesfresser wichtige
Funktionen, wie beispielsweise mit der Beseitigung von Fallwild. Durch die starke Zunahme
der Bestände steigt allerdings auch der Druck
auf das übrige Niederwild. Insbesondere Jungtiere werden gerne von Krähen genommen. Und
durch die hohe Lernfähigkeit und das strategische Vorgehen erschließen sich Rabenkrähen
immer wieder neue Nahrungsquellen.
Um die Rabenkrähe erfolgreich zu bejagen, ist
es unerlässlich, ebenfalls strategisch vorzugehen
und sich das natürliche Verhalten der Krähen
zu Nutze zu machen. In den letzten Jahren hat
sich insbesondere die Jagd mit dem sogenannten
freundlichen Lockbild, welches sich das natürliche
Verhaltend der Krähe zur Gruppenbildung bei der
Nahrungsaufnahme zu Nutze macht, als besonders erfolgreich erwiesen. Ein großer Vorteil dieser
Jagdmethode ist auch, dass der Anteil der »schlaugeschossenen« Krähen möglichst klein gehalten
wird und auch größere Strecken möglich sind.
Der Aufbau der Lockvögel erfolgt in der Regel
frühmorgens im Dunkeln. Wer erst bei Tageslicht aufbaut, verpasst den ersten und häufig
besten Anflug hungriger Krähen in der Dämmerung. Außerdem besteht die Gefahr, von
anstreichenden oder beobachtenden Krähen in
Bäumen entdeckt zu werden. Eine Verknüpfung
von Jäger – Lockbild – Abschuss von Artgenossen sollte den intelligenten Krähen möglichst
vorenthalten werden, damit die schnell lernfähigen Rabenkrähen auch bei zukünftigen Jagden
nicht misstrauisch werden.
44
Jagdmag
Das A und O eines erfolgreichen Lockjagdtages
ist eine intensive Aufklärungstätigkeit. Die aktuell bevorzugten Schlaf- und Futterplätze sowie
die Flugrouten der Krähen müssen ausgekundschaftet werden, um einen optimalen Standplatz
für den Schirm zu finden. Besonders attraktiv
für Krähen sind z. B. frisch abgeerntete Getreidefelder, frisch gemähte Wiesen, umgebrochene
Ackerflächen. Aber auch Stände in der Nähe von
attraktiven Fraßplätzen wie z. B. Müllkippen,
Kompostierungsanlagen, Silos oder FreilandSchweinezuchten sind besonders erfolgversprechend. Feldgehölze, Waldränder oder hohe
Baumgruppen sollten bei der Standplatzwahl
unbedingt gemieden werden, weil die Krähen
dort häufig außerhalb der Schrotschussentfernung angestrichen kommen. Außerdem kann
Empfohlene Ausrüstung
• 10–20 Beflockte oder besockte Lockkrähen
• 3–5 m Nylon Tarnnetz (»Tarngardine«)
• 3–6 m blickdichtes Ultraleichttarnnetz
• 4–6 Teleskopstangen für den Schirmbau
• 8–12 Klemmen für Tarnnetz
• Tarnanzug + Kopfnetz + Handschuhe
• Gewehrsocke
• Krähenlocker (z. B. Crow Call, Lockschmiede)
störendes Astwerk die Sicht stark einschränken
und eine sichere Schussabgabe verhindern.
Perfekte Tarnung
Der Krähenjagdprofi überlässt in punkto Tarnung nichts dem Zufall und sorgt für eine absolut perfekte Tarnung. Dies bedeutet in der
Praxis, dass die Verwendung eines Tarnanzuges
inklusive Kopfnetz und Handschuhen bei der
Krähenjagd absolut notwendig ist. Tarnung des
Schirmes: Als Tarnnetz hat sich Nylon Tarnnetz
(»Tarngardine«) in Max 4 oder AGP Muster bewährt. Es ist sehr leicht, löst die menschliche Silhouette auf und hat eine Höhe von etwa 1,5 m.
Darüber hinaus ist es leicht transparent, um
anstreichende Krähen bereits frühzeitig wahrnehmen zu können. Zur Befestigung des Netzes werden vier bis sechs Alu-Teleskopstangen
verwendet, die in der Höhe stufenlos verstellbar
sind. Das Netz wird mit Klemmen befestigt. Für
die Verblendung der Rückwand und einem Teil
der Seiten und der Front empfiehlt sich die Verwendung eines blickdichten Tarnnetzes.
Das Ziel bei der Lockjagd besteht darin, die
Rabenvögel auf Schrotschussentfernung an den
Stand zu locken. Deshalb muss der Jäger den
Krähen ein entsprechend attraktives Lockbild
anbieten. Krähenjagdprofis arbeiten mit dem
freundlichen Lockbild. Es imitiert Krähen bei
der Nahrungsaufnahme und wird daher auch
Futterlockbild genannt. Die Krähenattrappen
(Lockkrähen) werden möglichst naturgetreu auf
dem Feld platziert. Mindestens zehn bis zwanzig
Krähenattrappen sollten dabei verwendet werden. Zu viele sind es nie. Je mehr desto besser.
Viele Lockkrähen täuschen den ankommenden
Vögeln attraktive Futterquellen vor. Beflockte
oder besockte Lockkrähen sind den Kunststoffkrähen vorzuziehen. Sie verfügen über merklich
bessere optische Eigenschaften als vergleichbare
Kunststoffkrähen, da sie zum Beispiel nicht unnatürlich glänzen. Eine spezielle Anordnung der
Lockvögel, beispielsweise alle gegen den Wind,
ist nicht notwendig und wirkt unnatürlich. Die
45
Jagd- & Revierpraxis
Jagdmag
Oben: Beflockte Lockkrähen – nur saubere
Exemplare ohne Verschmutzungen einsetzen.
Mitte links: Das Lockbild sollte unmittelbar
vor der Jagd noch im Dunkeln aufgebaut
werden
Mitte rechts: Mit dem Crow Call kann man
sowohl den Ruf der jungen Krähen, als
auch den der Altvögel imitieren. Hierzu
muss nur der Winkel des Lockers verändert
werden. Umso schräger der Winkel ist,
desto tiefer klingt der Locker.
Unten: Statt Ansitzschirm geht notfalls
auch eine Reihe Mais
46
Jagdmag
Lockkrähen sollten völlig zufällig aufgestellt
werden. So sieht man Krähen auch in der Natur sitzen. Die am weitesten entfernte Lockkrähe sollte dabei maximal 20 bis 25 Meter vor
dem Schirm stehen. Eine gute Ergänzung zum
Lockbild sind Wächterkrähen in angrenzenden
Sträuchern/Bäumen oder auf erhöhten Ansitzen
(z. B. Teleskopstäbe). Mit Hilfe eines akustischen
Krähenlockers kann man seine Strecke noch
verbessern (z. B. Crow Call).
Zum Transport der voluminösen Lockkrähen
werden Transportsäcke (z. B. Seesack der BW oder
ähnliches) benötigt. Ein Hocker bzw. Dreibein
macht das Warten im Schirm deutlich bequemer.
Selbstladeflinten sind von Vorteil, da ein
rascher dritter Schuss zur Verfügung steht. Am
sinnvollsten ist jedoch die Verwendung der vertrauten Flinte. Schrotpatronen mit einer Vorlage
von 28 bis 36 g und eine Schrotgröße von 2,5
Der nächste Anflug kann kommen.
bis 3 mm sind gut geeignet. Als ideal hat sich
2,7 mm erwiesen. Es empfiehlt sich, vorher die
Deckung mit verschiedenen Patronensorten auf
einer Anschusscheibe zu ermitteln.
Helfer bei der Krähenjagd ist ein sicherer Verlorenbringer. Der Hund wird von den Krähen
bei weitem weniger störend empfunden, als der
Jäger.
Weitere Informationen unter
www.kraehenwiki.wikispaces.com
Ausrüstung
www.halali24.de
www.hubertus-fieldsports.de
www.nordic-jagd.de
www.forstbekleidungschmidt.de
www.floba-jagd.de
www.lockschmiede.de
Sascha Geißler
Anlage eines
Verbissgehölzes
Mit der Anlage eines Verbissgehölzes schafft man im Revier mit
wenig Aufwand eine kostengünstige und dauerhafte Möglichkeit
für eine zusätzliche, attraktive Äsung.
47
Jagd- & Revierpraxis
Jagdmag
48
Jagdmag
• Einmal richtig installiert, erfüllt ein Verbissgehölz ohne nennenswerten Pflegeaufwand
über viele Jahre seinen Nutzen. Gerade in von
Nadelholz dominierten Waldkomplexen wirkt
eine solche Reviereinrichtung wie ein Magnet
auf unsere wiederkäuenden Schalenwildarten.
Als Pflanzenarten für das Verbissgehölz eignen
sich die meisten Laubholz- und Straucharten.
Dabei sollte das Hauptaugenmerk auf den heimischen Gehölzen liegen. Man sollte das Einbringen von florenfremden Gehölzen und Ziersträuchern vermeiden.
Bei der Pflanzenauswahl muss man weniger auf
den Standort schauen, als auf die Verfügbarkeit.
Sicherlich sollten die Gehölzarten aber auch ein
wenig auf die Boden- und Niederschlagsverhältnisse vor Ort abgestimmt sein. So machen Erlen- oder die meisten Weiden-Arten auf armen
und trockenen Sandstandorten wenig Sinn, da
sie sich hier überhaupt nicht oder nicht gut entwickeln würden.
Besonders geeignet sind Gehölzarten, die in der
Umgebung nur wenig und selten vorkommen,
gerade diese Pflanzen ziehen Rehwild und Co.
magisch an.
Oftmals bekommt man im Frühjahr Pflanzmaterial für einen sehr kleinen Preis oder sogar
kostenlos bei den regionalen Forstbaumschulen.
Dort finden sich um diese Jahreszeit oft Restsortimente, die aus Platzgründen sonst untergepflügt oder kompostiert werden.
Material
• 6 geschälte Douglasienstangen á 2 m
• 3 geschälte Douglasienstangen á 3 m
• eine gute Hand voll ausreichend langer Nägel
• 8 m alter Kulturzaun
• eine gute Hand voll Krampen und 140er Nägel
• 20 bis 30 Gehölze je nach Sortiment (Halbheister bis Heister)
Aus den Stangen wird ein einfacher Rahmen
genagelt, der von seinem Aussehen her an ein
49
Jagd- & Revierpraxis
Jagdmag
Zelt erinnert. In diesen Rahmen werden dann
die Pflanzen gesetzt. Der alte Kulturzaun wird
von außen auf den Rahmen aus Stangen genagelt. Auf diese Weise können die Pflanzen in den
nächsten Jahren kontinuierlich durch den Zaun
wachsen und Knospen, Blätter und Triebe können ganzjährig durch das Wild geäst werden.
Die Pflanzen werden mit Hilfe des Zauns nie so
weit verbissen, dass sie in ihrer Existenz bedroht
wären. Die Gehölze reagieren auf den Verbiss
mit der Bildung vieler neuer Triebe und werden
mit den Jahren zu knospenreichen »Apfelbäumchen«.
Bei der Anlage des Verbissgehölzes sollte man
darauf achten, dass es längs und nicht quer zu einer potentiellen Ansitzeinrichtung in der Nähe
steht. Dass erleichtert später die Wildbeobachtung oder die Bejagung ungemein.
Zu zweit investiert man für das Stangen werben
und schälen sowie den Aufbau und die Pflan-
Blick vom Hochsitz: Verbissgehölz längs zur
Schussrichtung anlegen
zung einen Vormittag. Für die Pflanzung wählt
man am besten eine feuchte kühle Witterungsperiode, so dass die Pflanzen schnell anwachsen
und sich vital entwickeln.
Torsten Kleckers
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50
Jagdmag
Die Savage
Hog Hunter
Nun mal ganz ehrlich: Der Schrank ist voll
und eigentlich hat man alles, was man für die
Jagd braucht. Vom Kleinkaliber bis zur hochwildtauglichen Büchse ist alles vorhanden.
Doch da ist dieses Gefühl... ich bräuchte doch
noch... oder einfach nur haben wollen?!?
51
Waffen, Munition & Optik
Jagdmag
Das Prachtstück
• Nun, da ich in den letzten Jahren vermehrt
auf Schwarzwild waidwerken darf und mich
dabei auch mal am und im Mais bewege, hatte
ich die perfekte Ausrede. Ein neuer Repetierer
musste her und das Anforderungprofil war auch
schnell definiert.
• max. 52 cm Lauflänge
• einstellbarer Abzug
• Kunststoffschaft
• Weavermontage
• Kurzsystem im gängigem Mittelkaliber
• hohe Präzision ab Werk
• max. 1000 € Anschaffungskosten
(inkl. Montage)
Mit dieser Liste wurde zunächst Tante Google
befragt. Und es gab prompt einige heiße Anwärter. Dann stand der Besuch beim Büchsenmacher an. Es gab so einiges, was mich bereits
sowohl von der Haptik als auch vom Ergebnis
auf dem Schießstand schon schwer in Versuchung geführt hat.
Die Auswahl in der angepeilten Preisklasse ist
mittlerweile recht groß, insbesondere amerikanische Anbieter schienen meine Wünsche zu
erfüllen. Ich hatte die Möglichkeit, mehrere Aspiranten auf dem Schießstand zu testen. Von der
Präzision her waren sie gut bis sehr gut, aber so
richtig warm wurde ich mit keinem. Entweder
gefiel mir die Haptik nicht, der Abzug war zu
hart oder der Verschluss lief eher hakelig. Auch
hatten die meisten Aspiranten nur einen dünnen
Lauf, was mir nicht so wirklich gefällt.
Als ich dann mal wieder auf dem Schießstand
war, traf ich einen Schützen der eine Savage
führte und mit Fabrikmunition recht eindrucksvolle Streukreise schoss. Kunststoffschaft, kurzer schwerer Lauf und ein wirklich sehr guter
Abzug. Das passt doch! Auf meine Frage nach
der Modelbezeichnung hieß es nur: Savage Hog
Hunter. Die Waffe war im Kaliber .223 Rem
und das passte nun gar nicht zum angepeilten
Einsatzbereich. Also nochmal kurz das Internet
4 Schuss Rem Core Lokt 150 gr geschossen aus einem Schießgestell. Überzeugende Präzision.
52
Jagdmag
befragt und schnell war klar, diese Waffe gibt es
auch in .308 Win und .338 Win Mag.
Gleich am nächsten Tag habe ich meinem Büxner
eine SMS geschickt und mal angefragt, was denn
das Objekt meiner Begierde inklusive Leupold
Quickrelease Montage kosten sollte. Der Preis
passte perfekt in mein Budget und ich bestellte
eine Savage Hog Hunter im Kaliber .308 Win. Ungefähr sechs Wochen später kam der ersehnte Anruf und ich konnte meine neue Jagdwaffe abholen.
Gleich noch zwei Pakete Remington Core Lokt
150gr mitgenommen und ab nach Hause. Noch
am selben Tag wurde ein DDoptics 2,5–10×56
HDX montiert und die Waffe mit Hilfe eines Lasers voreingerichtet sowie der Abzug justiert. Um
an die Einstellschraube des AccuTriggers zu kommen, muss die Waffe leider ausgeschäftet werden,
aber dann lässt sich der AccuTrigger Abzug wirklich sehr gut einstellen und überzeugt sogar einen
bekennenden Stechernutzer wie mich.
Bis zum nächsten Standbesuch musste ich leider
noch ein paar Tage warten, doch das Ergebnis
sprach für sich.
Die Präzison »Out of the Box« möchte ich
als überragend bezeichnen. Seitdem ist die
Waffe zu meinem ständigen Begleiter im Revier
geworden. Und auch bei Versuchen mit bleifreier Munition konnte die Savage Hog Hunter mit
guter Präzision glänzen. Lediglich der Kunst-
stoffschaft fühlt sich sehr »plastikhaft« an und
ist am mündungsseitigen Ende des Vorderschaftes etwas weich. Es liegt aber wohl in der Natur
der Sache, dass man keinen Houge oder einen
Schaft von Blaser oder Sauer erwarten darf, aber
für diese Preisklasse geht der Schaft durchaus in
Ordnung. Das Schwingverhalten der Waffe ist
sehr gut und der Besuch im Schießkino und der
Einsatz auf Drückjagd macht richtig Spaß. Alles
in allem bin ich sehr zufrieden und nur meine
geliebte BBF nehme ich noch lieber mit raus. Für
alle, die einen günstigen, robusten und präzisen
Repetierer suchen, ist die Savage Hog Hunter auf
alle Fälle eine Überlegung wert. Zudem bleibt zu
hoffen, dass in Zukunft Schalldämpfer für Jäger
in D zugelassen werden und dann bietet die Hog
Hunter mit ihrem ab Werk vorhanden Laufgewinde ein weiteres Pro Argument.
Die zum Lieferumfang gehörende Weaverschiene in Kombination mit der Leupold Quickrelease
Montage ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der
Verwendung von verschiedenen Optiken.
Einziger Wermutstropfen ist bei meiner Waffe
die offene Visierung. Hier reicht der Einstellbereich nicht aus, so dass bei 50 m Schussentfernung ein Hochschuss von fast 10 cm entsteht.
Alles in allem ist die Savage Hog Hunter eine
hervorragende und zuverlässige Waffe, die sich
im täglichen Revieralltag bewährt hat.
Sascha Geißler
Savage Hog Hunter im Überblick
Gesamtlänge: 103 cm
Lauflänge: 51 cm
Schaft: Kunststoffschaft ohne AluBettung
Magazin: innenliegendes 4 Schuss
Magazin (3 Schuss bei .338 WinMag)
Offene Visierung
Accutrigger, Abzugssicherung
Mündungsgewinde
Kaliber: .223 Rem, .308 Win, 338
WinMag
Jagdmag
53
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54
Jagdmag
Die Rückkehr des
stillen Jägers
Die Zahl der Jäger steigt in Deutschland permanent an. Eine gute und positive Entwicklung in
jeder Hinsicht. Der Jäger, mit dem wir uns hier
befassen wollen, ist allerdings nicht von der
Gattung Homo sapiens sondern ein anderer.
Der Heimkehrer in die Landschaften
Deutschlands:
• Lynx lynx der eurasische Luchs, Europas
größte Wildkatze
Der Luchs hat eine Körperlänge zwischen 80
und 120 Zentimetern und einer Schulterhöhe
von 50 bis 70 Zentimetern. Die Vorderbeine
sind um 20 Prozent kürzer als die Hinterbeine. Die Pranken sind groß und verhindern im
Winter, dass der Luchs tief im Schnee einsinkt.
Die Spuren seiner Pranken sind mit einer
Breite von fünf bis sieben Zentimetern für die
Vorderpranke und vier bis sechs Zentimetern
für die Hinterpranke etwa dreimal so groß wie
die einer gewöhnlichen Hauskatze. Anders als
bei Fuchs oder Hund fehlen bei Luchsfährten meistens Krallenabdrücke, da die Krallen während des Laufens in die Hauttaschen
in den Pranken zurückgezogen werden. Der
männliche Luchs, auch Kuder genannt, wiegt
durchschnittlich 20 bis 25 kg, weibliche Luchse wiegen im Schnitt 15 Prozent weniger als
männliche Luchse.
Der stille Jäger mit den Pinselohren
ist wieder da
Seit den 1950 wandert der Luchs in alte Luchsreviere in Deutschland wieder ein, oder er wird
in vielen Fällen gezielt ausgewildert im Rahmen
großer Naturschutzprojekte, unter anderem mit
der Unterstützung der Jägerschaft.
Heute können wir von gesicherten Luchs-Vorkommen im Harz, Fichtelgebirge, dem Spessart,
der Sächsischen Schweiz, in Nordhessen, Pfälzer Wald, im Arnsberger Wald, der Eifel, dem
Odenwald, sowie im Thüringer Wald und im
Bayrischen Wald ausgehen. Diese Habitate hat
sich der Luchs als Lebensraum zurückgeholt,
mit und ohne menschliche Hilfe.
Erforschung der Ökologie von Luchs und Reh
Über vier Jahre, von Anfang 2009 bis Ende 2012,
untersuchte ein Forscherteam grenzüberschreitend die Ökologie der Luchs- und Rehpopulationen sowie die Räuber-Beute-Dynamik der
beiden Arten im Naturraum Bayerischer Wald/
Böhmerwald. Im Mai 2013 wurden auf einer
55
Wild
Jagdmag
Fachtagung im Waldgeschichtlichen Museum
St. Oswald die folgenden wichtigsten Ergebnisse
des mit INTERREG-Geldern der Europäischen
Kommission geförderten Projektes vorgestellt:
Durch Fotofallen-Monitoring in den benachbarten Nationalparks Bayerischer Wald und
Šumava konnten im Untersuchungszeitraum
zwischen 16 und 19 erwachsene Luchse mit
dazugehörigen Jungtieren nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurden mittels Satellitentelemetrie die Streifgebietsgrößen von 10
besenderten Luchsen bestimmt. Dabei zeigte
sich, dass die Streifgebiete von Männchen mit
durchschnittlich rund 430 Quadratkilometern
deutlich größer sind, als die der Weibchen mit
durchschnittlich rund 120 Quadratkilometern.
Eine Kartierung von potenziell geeigneten
Luchshabitaten auf Basis der Lebensraumnutzung der besenderten Luchse ergab, dass im
Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Österreich eine Population von etwa 100 territorialen
Luchsen leben kann, die Hälfte davon im Böhmerwald. Eine Analyse der tatsächlichen Ver-
breitung der Tiere in Ostbayern zeigte jedoch,
dass weite Gebiete, die als Luchslebensraum
geeignet sind, aktuell nicht vom Luchs besiedelt
werden.
Rehe erwiesen sich als mit das wichtigste Beutetier der Luchse. Sie stellten 79 % der nachgewiesenen Risse. Weitere 17 % waren Rothirsche,
während Füchse, Hasen und Wildschweine zusammen einen Anteil von nur 4 % stellten. Im
Sommer fressen Luchse auch viele Kleinsäuger.
Keiner der besenderten Luchse erbeutete jedoch
ein Haustier.
Das Beuteverhalten der Luchse ist erwartungsgemäß ein entscheidender Faktor für die Sterblichkeit der Rehe im Nationalpark. Ihre Lebenserwartung ist seit der Rückkehr der Luchse
deutlich gesunken. Aktuell wird etwa die Hälfte
vom Luchs gerissen, ein Viertel wird vom Menschen erlegt (dies bezieht sich auf Rehe, die das
Nationalparkgebiet verlassen und daher bejagt
werden) und jedes zehnte Reh fällt dem Straßenverkehr zum Opfer. Bei den restlichen Tieren
56
Jagdmag
konnte die Todesursache nicht mehr bestimmt
werden. Da beim Reh natürliche Mortalitätsfaktoren mittlerweile überwiegen und der Verbiss
junger Bäume sehr niedrig ist, wurde die Bejagung des Rehs 2012 im gesamten Nationalpark
eingestellt.
Ein Ziel des Projektes war es auch, die Akzeptanz von Luchsen in der Bevölkerung zu untersuchen. Umfrageergebnisse zeigten hier, dass
etwa 90 % der Urlauber und 70 % der Einheimischen den Luchs sympathisch finden. Dennoch
ist etwa ein Drittel der Einheimischen der Meinung, dass Luchse Schäden verursachen und gefährlich sind. Trotz hoher Akzeptanz in weiten
Teilen der Bevölkerung kann der Luchsbestand
im Untersuchungsgebiet aufgrund der geringen
Anzahl der Tiere nicht als gesichert angesehen
werden. Insbesondere illegale Tötungen, von denen einige in den letzten Jahren bekannt, jedoch
bislang nicht aufgeklärt wurden, stellen eine
große Gefahr für den Fortbestand der Population dar.
Mit selbstauslösenden Wildkameras können
Tiere in freier Wildbahn dokumentiert werden.
Seit 2008 gibt es im Nationalpark Bayerischer
Wald ein Fotofallen-Monitoring, um die Anzahl
der Luchse im Gebiet zu schätzen. Seit 2009 findet das Fotofallen-Monitoring auf einer Fläche
von ca. 800 km² in den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava statt, denn auch Luchse
machen nicht an der Grenze halt.
An 67 Standorten wurden 112 Kameras aufgestellt. Um die Identifikation der Tiere zu gewährleisten werden an jedem Standort zwei
gegenüber aufgestellte Kameras eingesetzt, um
beide Seiten der Tiere zu fotografieren.
Im Untersuchungszeitraum konnten an 64,2 %
der ausgewählten Standorte Luchse fotografiert
werden. Insgesamt waren es 16 selbstständige
Luchse. Darunter befanden sich 7 Weibchen
und 8 Männchen, bei einem Tier war das Geschlecht unbekannt, mit insgesamt 9 Jungtieren.
Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die An-
zahl der beobachteten Tiere kaum verändert.
Nur in der Saison 2011/12 wurden mit 18 Tieren
zwei Luchse mehr erfasst.
Luchse halten sich nicht an die Grenzen des Untersuchungsgebiets und wandern oft weit über
die Nationalparke hinaus. Ohne Berücksichtigung dieses Verhaltens würde die Populationsdichte der Tiere überschätzt werden. Dies wird
bei der Dichteberechnung mit der ½ MMDM
Methode (Mean Maximum Distance Moved)
berücksichtigt: Dafür wird ein Puffer um das
Untersuchungsgebiet gelegt, dessen Radius
der Hälfte des Mittelwerts der zurückgelegten
Strecke eines Luchses entspricht. Dazu wird
für jedes Individuum die Entfernung der zwei
am weitesten entfernten Fotofallenstandorte
bestimmt und anschließend der Mittelwert für
alle Individuen berechnet. Als Resultat ergab
sich ein Pufferradius von 4,925 km, woraus eine
Referenzgebietsfläche von 1478 km² hergeleitet
werden konnte. Unter der Berücksichtigung der
selbstständigen Luchse ergibt sich daraus eine
tatsächliche Dichte von 1,08 Luchsen/10000 ha.
Konkurrent oder
Jagdkollege?
Ist der Luchs nun ein Konkurrent der Jäger –
einer, der uns die Beute streitig macht? Ja oder
Nein? Diese Frage, die so viele Jäger beschäftigt,
gilt es zu klären.
Das Beutespektrum des Luchses umfasst alle
in seinem Lebensraum vorkommenden kleinund mittelgroßen Säugetiere und Vögel. Von
der Maus bis zum jungen Wildschwein, ja selbst
Fische stehen auf seiner Speisekarte. Die bevorzugte Beute des Luchses ist und bleibt allerdings
das Reh, was bis zu 80 % seiner Nahrung ausmacht.
Ein Luchs erbeutet pro Woche etwa 2,5 Hasen
oder ein Huftier – das macht übers Jahr 52 bis
56 Rehe oder junges Rotwild (Faustformel). Die
Reviergröße des Luchses liegt im Durchschnitt
bei 250 Quadratkilometer (25 000 ha), natürlich abhängig von den topografischen Verhältnissen und der Besiedlung des Revieres durch
den Menschen, dabei ist die Überlappung der
männlichen Luchsreviere mit denen der weiblichen Luchse zu berücksichtigen. Das würde
bedeuten, dass auf einer Fläche von 250 Quadratkilometern jährlich ca. 84 Rehe dem Luchs
zur Beute werden. Bei einer durchschnittlichen
Größe eines deutschen Jagdrevieres von ca. 300
ha entspricht ein Luchsrevier ca. 83 Jagdrevieren.
Dem zufolge wird im Durchschnitt ein(!) Reh
pro Jahr in einem Jagdrevier im Luchsgebiet gerissen. Der Fallwildanteil durch den Straßenverkehr ist meist bedeutend höher.
Durch die Anwesenheit des Luchses könnte sich
allerdings das Verhalten der potenziellen Beutetiere ändern. Sie stehen unter einem höheren
Stress, dies wiederum führt zur einer geringeren
Produktionsrate.
Die Bestände nehmen ab und das Wild wird
heimlicher, so die eine These.
57
Wild
Jagdmag
Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von
der Vereinigung »Für Jagd in Deutschland«.
Für Jagd in Deutschland (FJD) ist ein Verein, der
sich sowohl politisch, als auch gesellschaftlich
für die Belange der Jagd einsetzt: »Die Jagd
soll den Stellenwert erhalten, der ihr zusteht
und das ist die Mitte der Gesellschaft. Jung,
dynamisch und offensiv – das ist die FJD.«
www.fuerJAGD.de
www.facebook.com/fuerJAGD
Es ist äußerst fraglich, ob der Luchs den Rehwildbestand wirklich nachhaltig senken kann. Vielmehr wird der Rehwildbestand vor allem über
die Beschaffenheit des Lebensraumes reguliert.
Der Luchs kann dabei höchstens das Verhalten
und die regionale Verteilung des Rehwildes beeinflussen, so dass man ihn nicht als direkten
Konkurrenten um die Beute betrachten sollte.
Ein besonderer Dank für die Bereitstellung der
Daten und die gute Zusammenarbeit gilt dem
Nationalpark Bayrischer Wald.
Adrian Höber
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