close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Das Land braucht Investitionen - Handwerkskammer Dresden

EinbettenHerunterladen
Anzeige
PRODUKTVIELFALT
Ausg. 20 | 17. Oktober 2014 | 66. Jhrg. | www.deutsche-handwerks-zeitung.de
Von Kröten, Krebsen
und Kinderkrippen
Teilrente ab 60 – droht damit
eine Frühverrentungswelle?
47,4 %
Nein. Gerade so kann man Mitarbeiter
lange im Betrieb halten.
32,3 %
Ja. Das Renteneintrittsalter darf nicht
weiter gesenkt werden.
20,3 %
Nur, wenn die Hinzuverdienstgrenzen
nicht geändert werden.
Teilnehmerzahl: 99;
Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de
THEMEN DIESER AUSGABE
Deutsche Goldmeister
Bei den EuroSkills, den Europameisterschaften der Berufe, ergattern
deutsche Handwerker zehn MedailSeite 6
len – davon fünf in Gold.
REGIONAL
Dresden
Von Burkhard Riering
S
Foto: Rolf Seeberg/Caro
Aktionstag Bildung
Interessierte Schüler-Eltern-Teams
Der Aktionstag Bildung der Handwerkskammer
und der IHK Dresden ist mittlerweile für viele Betriebe ein fester Termin im Jahreskalender. So war
es auch am 27. September. Allein auf dem Gelände
und im Bildungszentrum der Handwerkskammer
präsentierten sich mehr als 50 Unternehmen und
Aussteller aus dem Bereich Ausbildung. „Hier finde ich jedes Jahr einen Teil meiner neuen Lehrlinge“, sagt Roland Karnatz, Chef der Dresdner
Schornstein- und Feuerfest GmbH und seit vielen
Jahren beim Aktionstag dabei.
Was in diesem Jahr auffiel, war, dass besonders
viele Schüler mit ihren Eltern den Weg zum Aktionstag gefunden hatten. Sie wandten sich gezielt
an die Aussteller, die Schüler probierten viel aus
und es gab zahlreiche interessierte Fragen. Seite 7
Vorbildliche Ausbildungsbetriebe:
Handwerkskammer zeichnet 30 besonders engagierte Unternehmen aus
8
Kriminalität: Präventionsangebot
„Sicheres Handwerk“ bietet Betrieben
Unterstützung an
9
Steuern sparen
In der privaten Einkommensteuererklärung gibt es viel Einsparpotenzial.
Vor dem Jahresende können Sie
Seite 11
noch einiges umsetzen.
Windows 10 kommt
Der Nachfolger von Windows 8
bringt das alte Startmenü zurück und
bietet neue Funktionen. Dazu gibt es
eine Anleitung, wie Sie Windows 10
jetzt schon testen können. Seite 12
HANDWERK ONLINE
WWW.DEUTSCHE-HANDWERKS-ZEITUNG.DE
Foto: ZV
chlaglöcher in den Straßen und bröckelnde Brücken
– Deutschlands Infrastrukur droht zu verkommen.
Die öffentliche Hand hat über Jahre weniger in das Verkehrsnetz investiert als andere Industrienationen. Führende deutsche Institute und die Wirtschaft schlagen
nun Alarm.
Das Handwerk fordert, die Ausgaben für die Infrastruktur zügig zu erhöhen. „Gerade Handwerksbetriebe
spüren zunehmend den langjährigen Verschleiß der Infrastruktur. Staus an Engstellen, marode Straßensubstanz und Brückensperrungen für Nutzfahrzeuge erschweren den Handwerkern die täglichen Fahrten zu
Kunden und Baustellen“, sagte Hans Peter Wollseifer,
Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutschen Handwerks Zeitung. Die
Politik müsse schnell ihrer Verantwortung nachkommen und mehr Mittel in das gesamte Netz investieren.
Investitionen können zudem als Mittel gegen aufkommende Konjunktursorgen helfen. „Angesichts der
neuen Wirtschaftsdaten kann die Devise nur lauten: Investieren, investieren und noch einmal investieren“,
sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.
Es ist zu wenig Geld im Topf. Laut Studien fehlen pro
Jahr mindestens vier Milliarden Euro, um nur die nötigsten Sanierungen vorzunehmen. „Massive und langfristig bindende Ausgaben in der Sozialpolitik schmälern die Spielräume für Investitionen“, ärgert sich Wollseifer. Die neue Bundesregierung hat im ersten Jahr unter anderem die abschlagsfreie „Rente mit 63“, die Mütterrente und den Mindestlohn auf den Weg gebracht.
Für die Sanierung der kaputten Infrastruktur war aber
kein zusätzliches Geld da. Pakleppa: „Mehr als 50 Milliarden Euro aus der Mineralölsteuer und der Lkw-Maut
sollten eigentlich ausreichen.“
In Berlin ist das Problem nicht unbekannt. „Der Staat
gibt zu viel für Soziales und zu wenig für Investitionen
aus“, sagt selbst der Fraktionsvize von CDU/CSU, Michael Fuchs. Die SPD sieht Staat, Städte und Gemeinden ebenfalls in der Pflicht. „Wenn wir jetzt nicht mehr
investieren, holt uns das irgendwann ein“, so der VizeFraktionsvorsitzende Hubertus Heil.
Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte kürzlich als
Gastrednerin vor der ZDH-Vollversammlung an, das
Wirtschaftswachstum auch durch Investitionen in die
Infrastruktur zu sichern. Allerdings will sie dafür vor alLeitartikel: Seite 4
lem privates Kapital mobilisieren.
DIE AKTUELLE ZAHL
ONLINE-UMFRAGE
Verkaufte Auflage: 479.611 Exemplare (IVW III/2014) | Preis: 2,69 Euro
Straßen und Brücken sind marode. Über viele Jahre ist zu wenig investiert worden. Angesichts der
Konjunktursorgen fordert die Wirtschaft von der Bundesregierung, in die Infrastruktur zu investieren
Welches ist das Buch mit den lustigsten
Anekdoten? Huckleberry Finn? Pipi Langstrumpf? Nein, es ist das Werk „Die öffentliche Verschwendung“, das der Bund der
Steuerzahler herausgibt. Absurdes aus
dem Reich der öffentlichen Hand.
Hier ein paar Auszüge: Während unsere
Soldaten mit schrottreifen Panzern herumgondeln, kostet die neue Kinderkrippe der
Bundeswehr-Uni 2,5 Millionen Euro. Wir liefern künftig keine Waffen mehr an Verbündete, sondern Schaukeln, Kuschelkissen
und Dreiräder.
Die Saarländer, bekannt für ihre mediterrane Lebensart, haben gleich einen zweistelligen Millionenbetrag in einer Meeresfischzuchtanlage versenkt. Die Krebse sollen aber echt lecker sein. Die Stadt Bremen, nicht gerade die Geißens unter den
Gemeinden, hat mal eben einen intakten
Radweg für teuer Geld saniert. Den muss
man in Bremen erst einmal finden. Sollen
doch andere die
kaputten Wege
fertig machen, wir
machen die fertigen fertiger!
In dem Buch darf
der Miesbacher ExLandrat Kreidl nicht fehlen, der sich eine
sündhaft teure Geburtstagsfeier von der
Kreissparkasse spendieren ließ. Hätte dies
ein Autor für den ZDF-Vorabend verfasst,
wäre das Drehbuch abgelehnt worden, Begründung: zu unrealistisch. Als beste Geldverbrennungsmaschinen erweisen sich
aber immer noch Deutschlands regionale
Flughäfen von Nord bis Süd. Jedem Landrat seinen Flugplatz – auch wenn die meisten Bruchlandung erleiden.
Stuttgart hat unter einer Landesstraße
auf 400 Metern Straßenlänge sechs Krötentunnel bauen lassen. Jeder davon einen
Meter breit, damit auch besonders fette
Kröten durchpassen. Nur wer sagt’s jetzt
den Kröten? Wer die Kröte zu schlucken
hat, ist aber klar: der Steuerzahler. bur
128.498
Handwerkskammer Dresden
Das Land braucht Investitionen
QUERGEDACHT
Ausbildungsverträge haben deutsche Handwerksbetriebe bis 30. September 2014 abgeschlossen. Das sind nur noch minus
1,6 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum.
20.000 Plätze sind noch frei.
„geplant + ausgeführt“:
Handwerker und Architekten
können sich ab sofort für den
Seite 16
Baupreis bewerben.
Foto: Herbert Stolz
NEUE
Foto: Jakob Hoff
Ein Jahr im Bundestag: Die
Handwerksmeister Alois
Rainer und Andreas Rimkus
ziehen eine erste Bilanz. Seite 3
˾
Frisurentrends für den Winter
www.dhz.net/frisurentrends
˾
Handwerks-Wiki: Neue Einträge
zu ZUGFeRD, Benzinklausel etc.
www.dhz.net/wiki
˾
Handwerkerfrage des Tages
www.dhz.net/handwerkerfrage
˾
Inventur: Plan und Checkliste
www.dhz.net/inventur
Anzeige
Die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Bildung, darunter die 1. Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, Andrea Dombois (vorn r.), und links neben ihr Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich, ließen zur Eröffnung Ballons
Foto: André Wirsig
in den Farben der Imagekampagne in den Himmel steigen. Regional
Sachsen
Der Jugendbeirat nahm die Neuausrichtung
der Imagekampagne unter die Lupe. Franz
Gehre aus Dresden war dabei.
Seite 9
Deutsche Handwerks Zeitung
Handwerkskammer Dresden
Ausg. 20 | 17. Oktober 2014 | 66. Jahrgang
7
Impressionen vom
Aktionstag Bildung
Bundespräsident Joachim Gauck als
Festredner bei Meisterfeier
Der Festredner bei der diesjährigen Meisterfeier der Handwerkskammer Dresden
am 22. November in der Messe Dresden
hat es in sich: Bundespräsident Joachim
Gauck erweist den rund 400 Meisterabsolventen und 2.500 Gästen die Ehre. In seiner Festrede wird der Bundespräsident auf
das Thema „Handwerk im Wandel – mit
Qualifikation in die Zukunft“ eingehen.
Schneidwerkzeugmechanikermeister Stefan Stange warb für sich und
seine Innungsmitglieder um HandwerkerFoto: Agentur Haas
nachwuchs. Handwerkskammerpräsident
Jörg Dittrich wird Honorarkonsul
Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, wurde am 23. September zum Honorarkonsul der Republik Ungarn des Landes Sachsen vereidigt. Mit
dieser Aufgabe wird dem Handwerk der
Region ein weiteres Netzwerk eröffnet,
insbesondere im Bereich der internationalen Zusammenarbeit.
„Handwerkskammer vor Ort“:
­Niesky und Ebersbach-Neugersdorf
Mit der Veranstaltungsreihe „Handwerkskammer vor Ort“ informiert die Handwerkskammer Dresden regelmäßig über
aktuelle Themen aus dem Handwerk und
der Region im Landkreis Görlitz. So auch
am 21. Oktober in Niesky (Jahnhalle,
­Zufahrt über Ödernitzer Straße) und am
28. Oktober in Ebersbach-Neugersdorf
(Stadtsaal, Weberstraße 22). Beginn ist jeweils um 17 Uhr. Die Themen:
Die Eröffnung des Aktionstages Bildung 2014 bei der Handwerkskammer Dresden war zünftig. Die Gerüstbauer hatten eine Bühne errichtet, hunderte Gäste, darunter
Vertreter von Politik, Bildung und viele Handwerker, nahmen teil. Symbolisch wurden große Ballons in den Farben der Imagekampagne steigen gelassen als Zeichen dafür, dass
Foto: Agentur Haas
junge Leute mit Ehrgeiz im Handwerk genau richtig sind. Aussteller begeistert:
Klasse vor Masse
1. Strategische Personalentwicklung und
-qualifizierung (gemeinsam mit einem Qualifizierungsberater der Agentur für Arbeit);
2. Europäische Normen, Zertifikate und
Kennzeichnungspflichten („Von der CEKennzeichnung bis zur Schweißer-Norm
DIN 1090“) und
3. Aktuelles zum jew. Wirtschaftsstandort
(Niesky bzw. Ebersbach-Neugersdorf).
Anmeldung bei Tom Schneider,
Tel. 0351/4640-948, E-Mail: tom.
schneider@hwk-dresden.de
Informationsveranstaltung zur
Energie-Einkaufs­gemeinschaft
Die Energie-Einkaufsgemeinschaft des
Handwerks hat erneut sehr günstige Rahmenverträge für Strom und Gas verhandelt. Durch die Vorzugspreise können Betriebe jährlich über ein Viertel ihrer Energiekosten einsparen. Am 18. November
wird ab 17 Uhr im Bildungszentrum der
Handwerkskammer Dresden (Am Lagerplatz 8) außerdem über Einsparmöglichkeiten bei den Energie­
kosten sowie über
Energie-Effizienz-Beratung informiert. Die
Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldung bis zum 14. November
bei Christine Zeidler, Tel. 0351/4640949, E-Mail: christine.zeidler@hwkdresden.de
Aktionstag Bildung von IHK und Handwerkskammer Dresden zog 4.700 Besucher an – Handwerk punktete
H
ier gibt es so viel zu sehen und auszuprobieren. Das ist wirklich beeindruckend.“ Nicht
nur Familie Büttner aus Dresden war von dem
Aussteller-Angebot beim diesjährigen Aktionstag,
Bildung auf dem Gelände der Handwerkskammer
Dresden am 27. September sichtlich begeistert.
Insgesamt zog es 4.700 Besucher zum Aktionstag
der zeitgleich bei der IHK und der Handwerkskammer Dresden stattfand. „Heute steht hier für
uns das vielleicht wichtigste Thema der Zukunft
im Mittelpunkt: die Ausbildung von Fachkräftenachwuchs“, sagte Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich in seiner Begrüßung.
Schauen, reden, ausprobieren
Begeistert war auch die 1. Vizepräsidentin des
Sächsischen Landtages, Andrea Dombois. Für sie
ist der Aktionstag ein festes Datum im Kalender.
„Hier als Gast teilzunehmen, ist mir – mit Blick auf
die Bedeutung und das Engagement des Handwerks in unserem Land – wichtig“, sagte sie.
Erfolgreich arbeiten
in der Schweiz
Infos beim Sprechtag
Zum „Ländersprechtag Schweiz“ lädt
die Handwerkskammer Dresden am
27. November, 09:30 Uhr (bis ca.
12.30 Uhr), ihre
Mitgliedsbetriebe ein. Die Teilnehmer erfahren, was es für
Fallstricke
zu
beachten gilt, wenn man im Alpenstaat grenzüberschreitend tätig werden will, und wie ein Markteintritt in
der Schweiz gelingen kann.
Referenten sind die Leiterin der
Abteilung Recht und Steuern der
Handelskammer
DeutschlandSchweiz in Zürich, Marion Hohmann-Viol, und die Außenwirtschaftsberaterin der Handwerkskammer Dresden, Katja Schleicher. Die
Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung bis 3. November wird gebeten.
Kontakt: Katja Schleicher,
Tel. 0351/4640-943, E-Mail:
katja.schleicher@hwk-dresden.de
Raphaele Polak vom Sächsischen Kultusministerium wurde in die Geheimnisse
der Dachschiefer-Bearbeitung eingeweiht.
Landtagsmitglied Frank Heidan (2.v.r.,
CDU) hörte ebenfalls zu. Foto: André Wirsig
Roland Karnatz, Chef der Dresdner Schornstein- und
Feuerfestbau GmbH, begeisterte den FeuerwehrnachFoto: Agentur Haas
wuchs mit seinem Handwerk. Und so gab es an den Ständen nicht nur viel zu­
sehen, sondern auch viel auszuprobieren: So
konnte bei der Kind Hörgeräte GmbH und Co. KG
eine Ohrabformung abgenommen und als Geschicklichkeitsübung ein Würfel gefräst werden.
Am Stand des Fachverbandes Tischler Sachsen
wurden kleine Sparboxen gebaut. Das SUFW
Dresden e. V. Bauzentrum bot Airbrush und Arbeiten von Zimmerern, Straßenbauern und Fliesenlegern zum Ausprobieren an und in der benachbarten Sächsischen Bäckerschule wurde das Supertalent im Teigzopfflechten gesucht.
Zudem hatten viele Firmen Lehrlinge mitgebracht, die den Jugendlichen, von denen viele mit
Eltern gekommen waren, Rede und Antwort zum
jeweiligen Beruf standen. So auch Lucas Günther,
Lehrling im Beruf Land- und Baumaschinemechaniker im 2. Lehrjahr bei der Carl Beutlhauser Baumaschinen GmbH, Dresden: „Ich bin vor zwei Jahren beim Aktionstag der Handwerkskammer auf
meinen heutigen Ausbildungsbetrieb aufmerksam
geworden. Der Besuch hatte sich also gelohnt.“
Das Fazit der Aussteller zum Aktionstag Bildung
war dann auch ähnlich: Der Aktionstag besticht
durch Klasse statt Masse.
Mehr Fotos vom Aktionstag Bildung im Internet
­unter www.hwk-dresden.de. Ansprechpartner:
Benjamin Bachmann, Tel. 0351/4640-962,
E-Mail: benjamin.bachmann@hwk-dresden.de
Die IKK hatte ebenfalls ein besonderes
Angebot für Jugendliche: kostenlose Bewerbungsfotos machen lassen. Es bildeFoto: Anke Richter
ten sich Schlangen. Mitarbeiter der Bäckerschule weihten die Besucher in das Geheimnis der
sächsischen Eierschecke ein. Foto: Richter
Aussteller-Stimmen zum Aktionstag
Dachdeckermeister Kai Wagner (Thomas Wagner
GmbH, Dresden): „Um Jugendliche für das Handwerk zu
begeistern, muss man als Betrieb raus und den direkten
Kontakt suchen. Dafür ist der Aktionstag sehr gut geeignet.“
Frank Iltzsche, Kundendienstleiter Baumaschinentechnik (Carl Beutlhauser Baumaschinen GmbH, Dresden): „80 Prozent unserer 750 Mitarbeiter haben wir
selbst ausgebildet. Dafür brauchen wir gute Lehrlinge.
Über den Aktionstag haben sich schon viele gute Erstkontakte zu Jugendlichen ergeben.“
Roland Karnatz, Chef der Dresdner Schornstein- und
Feuerfestbau GmbH: „Ich nehme seit vielen Jahren am
Aktionstag teil. Mittlerweile rekrutiere ich 33 Prozent
meiner Lehrlinge darüber. Die Gespräche beim Aktionstag mit Jugendlichen und Eltern sind von hoher Qualität,
die Jugendlichen sind sehr interessiert.“
Laura Möser, Friseurin bei Friseurmeisterin Madlen
Wenerski, Dresden: „Unser Salon nimmt zum ersten Mal
am Aktionstag teil. Es wird immer schwerer, passende
Lehrlinge zu finden, deshalb nutzen wir Ausbildungsmessen und -tage, um uns zu präsentieren.“
Sandy Falk, Marketingassistentin bei der Druckerei
Vetters GmbH & Co. KG: „Unser Unternehmen ist zum
ersten Mal dabei, weil wir gehört haben, dass es eine
sehr gute Veranstaltung sein soll. Wir können dies nur
bestätigen. Die Gespräche mit Schülern und Eltern sind
sehr gut und wir kommen im nächsten Jahr bestimmt
wieder.“
Marco Müller, Geschäftsführer der Groli Schädlingsbekämpfung GmbH, Dresden: „Um zu zeigen, wie vielseitig unser Beruf ist, präsentieren wir uns seit einigen
Jahren beim Aktionstag. Unseren neuen Lehrling haben
wir hier kennen gelernt.“
Stefan Stange, Schneidwerkzeugmechanikermeister,
Neustadt: „Ich erlebe hautnah, wie schwer es ist, geeignete Lehrlinge zu finden. Im kommenden Jahr s­ uchen
drei Betriebe unserer Innung Lehrlinge, dafür haben wir
beim Aktionstag die Werbetrommel gerührt. Wir konnten einige Interessenten für Praktika ge­winnen.“
Mehr Lehrverträge für 2014 abgeschlossen
Die 1. Vizepräsidentin des Sächsischen
Landtages, Andrea Dombois, informierte sich am Stand der Fuchs und Girke
Bau und Denkmalpflege GmbH. Foto: Wirsig
Was ein Schädlingsbekämpfer so
macht, erzählte Lehrling Paul von der
Groli Schädlingsbekämpfung GmbH DresFoto: Richter
den den Besuchern. 1.797 Jugendliche haben seit Jahresbeginn Lehrverträge im Kammerbezirk Dresden unterzeichnet
Es zieht wieder mehr Jugendliche ins Handwerk:
1.797 haben seit Jahresbeginn einen Lehrvertrag
bei Handwerksbetrieben im Kammerbezirk Dresden unterschrieben (Stand: 30.09.2014). Das sind
102 mehr (+6,0 Prozent) als zum Vorjahreszeitraum. „Der leichte Aufwärtstrend bleibt auch im
fünften Monat seit Zählung der neuen Lehrverträge bestehen. Das ist für unsere Handwerksbetriebe, für die Innungen und Kreishandwerkerschaften sowie für die Handwerkskammer Anerkennung und Ansporn zugleich, in den Bemühungen
um qualifizierten Berufsnachwuchs nicht nachzulassen“, so Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden. Er appelliert an Ausbildungsbetriebe, gezielt auf Schüler zuzugehen, z. B.
auf Ausbildungsmessen oder durch Praktikumsangebote.
Zu den fünf beliebtesten Berufen bei den neuen
Lehrlingen gehören Kraftfahrzeugmechatroniker
(249 neue Ausbildungsverträge), Friseur (150),
Elektroniker (125), Tischler (95), Anlagenmechaniker für Sanitär/Heizung/Klima (76). Gleichwohl
bieten in der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer unter www.hwk-dresden.de/lehrstellen 400 Handwerksbetriebe Ausbildungsplätze
noch für das aktuelle bzw. schon für das nächste
Lehrjahr an.
Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk
Dresden können ihre Lehrstellen- und Praktikums­
angebote kostenfrei in die Online-Börsen der Handwerkskammer eintragen lassen. Kontakt: Ingolf
Radecke, Tel. 0351/4640-946, E-Mail: ingolf.
radecke@hwk-dresden.de
Fachgerechtes Zerlegen zeigten die
Fleischer. Unter den Zuschauern war
auch der neue Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Klaus Schuberth (6.v.l.). Foto: Wirsig
8
Deutsche Handwerks Zeitung
Handwerkskammer Dresden
Ausg. 20 | 17. Oktober 2014 | 66. Jahrgang
Gute Lehrlinge ausgezeichnet
Freisprechungsfeier der KHS Bautzen
Berufemarkt in Bautzen mit 83 Ausstellern und 800 Schülern
Mehr als 800 Schüler haben in diesem
Jahr am 19. September den Berufemarkt
in Bautzen innerhalb der Bautzener Unternehmertage genutzt, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis zu informieren. Insgesamt 83 Aussteller präsentierten sich dabei, darunter die Kreishandwerkerschaft Bautzen, die Handwerkskammer Dresden sowie die Tischler-, Dachdecker-, Kfz- und Elektrotechnikerinnung.
Letztere hatten zahlreiche Praktikums- und
Lehrstellenangebote mitgebracht, die im
Vorfeld bei den Innungsbetrieben angefragt worden waren.
Eine Besonderheit beim Berufemarkt ist
der Aktiv-Parcours, bei dem sich Schüler
praktisch in Berufen für jeweils 30 Minuten
erproben können. Der Andrang war so
groß, dass es drei Durchgänge mit jeweils
120 Schülern gab. Das Handwerk war mit
den Bereichen Bäcker, Friseur, Holz und
Elektrotechnik vertreten.
Fünf der 30 „Vorbildlichen Ausbildungsbetriebe 2014“ und Gratulanten (v.l.): Ulrich Haase (Obermeister der Innung Metall Kamenz), Andrea Dombois (1. Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages), Thomas Vogel (HTS Haustechnik & Services GmbH, Dresden), Konrad Zschornak (Retschke-Zschornak Heizungstechnik und Gasdruckanlagen GmbH, Radibor), Jens Hankel (Fielmann Zittau), Frau Claus (Konditormeister Claus, Coswig), Sebastian Hantusch (Wettertrotz Baugesellschaft mbH, Ebersbach-Neugersdorf),
Raphaele Polak (Abteilungsleiterin im sächsischen Kultusministerium) und Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich. Foto: André Wirsig
Am 13. September fand im DeutschSorbischen Volkstheater Bautzen die
Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft (KHS) Bautzen statt.
Dabei wurden 74 Gesellen der Berufe
Bäcker, Fleischer, Fachverkäufer im
Bäcker- und Fleischerhandwerk, Friseure, Dachdecker, Maler und Lackierer, Maurer, Tischler und Bürokaufleute freigesprochen. Kreishandwerksmeister Joachim Winter hatte
eine gute Nachricht: Im Landkreis
Bautzen wurden mehr Lehrverträge
abgeschlossen als im Vorjahr.
Für gute Leistungen konnten zehn
junge Gesellen besonders geehrt
werden: Tim Rödel (Bäcker; Bäckerei
Fehrmann, Göda), Max Berger (exon
GmbH, Bautzen) und Nadine Müller
(Josef Schmitz GmbH, Neukirch) –
beide Bürokaufleute; die Fachverkäufer im Fleischerhandwerk Astrid
Noack (Fleischerei Walde, Räckelwitz), Franziska Pröger (Schiebocker
Fleischverarbeitungs GmbH, BIW),
Tony Weickelt (Marktkauf Görlitz),
Martina Weiser (Fleischerei Richter
GmbH & Co KG, Löbau) und Susann
Wengatz (Viereichener Fleisch- und
Wurstwaren, Weißwasser), die beiden Tischler August Wünsche und
Konrad Schneider (Ligneus GmbH,
Ottendorf-Okrilla).
Ein weiterer Höhepunkt war die
Ehrung der Obermeisterin der Friseur-Innung Bautzen, Szilvia Schiffel,
mit der „Goldenen Ehrennadel der
KHS Bautzen“.
Jugendliche begleiten,
prägen und ausbilden
Handwerkskammer Dresden zeichnet 30 „Vorbildliche Ausbildungsbetriebe 2014“ aus
Das Handwerk punktete beim Bautzener Berufemarkt mit praktischen Vorführungen – hier die Friseure. Foto: KHS Bautzen
Änderungen im
Arbeitsschutzgesetz
Gefährdungsbeurteilung
Laut Arbeitsschutzgesetz ist unter einer Gefährdungsbeurteilung (§ 5
ArbSchG) die systematische Analyse
und Bewertung aller relevanten Gefährdungen, denen ein Arbeitnehmer
im Kontext seiner beruflichen Tätigkeit ausgesetzt ist, zu verstehen. Darauf basiert die anschließende Ableitung und Umsetzung aller zum
Schutz der Sicherheit und der Gesundheit erforderlichen Maßnahmen, die zudem hinsichtlich ihrer
Wirksamkeit überprüft werden müssen. Das Gesetz fordert somit, Gefährdungen bei der Arbeit frühzeitig
zu ermitteln und diesen präventiv,
das heißt noch bevor gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Unfälle
auftreten, entgegenzuwirken.
Seit September 2013 ist die Berücksichtigung psychischer Belastungen definierter Bestandteil dieser
Gefährdungsbeurteilung. Entsprechende Regelungen wurden in den
§§ 4 und 5 (ArbSchG) verankert.
Für Arbeitgeber ergibt sich mit
dieser Gesetzesänderung die Pflicht
zur Beurteilung und möglichst optimalen Vermeidung psychischer Belastungsquellen am Arbeitsplatz.
Unternehmen mit durchschnittlich weniger als 21 Beschäftigten haben diesbezüglich die Wahl zwischen
der Regelbetreuung durch Bestellung
einer Fachkraft für Arbeitssicherheit
und dem Unternehmermodell lt.
§ 2 BGV. Zur Thematik rechtlich sichere Durchführungsprozesse in der
Gefährdungsbeurteilung informieren
die zuständigen Berufsgenossenschaften.
Allgemeine Informationen zu arbeitsschutzrelevanten Fragen: Harald
Burkhardt, betriebswirtschaftlicher Berater der Handwerkskammer Dresden,
Tel. 0351/4640-933, E-Mail: harald.
burkhardt@hwk-dresden.de
Impressum
Handwerkskammer Dresden
01099 Dres­­den, Am Lagerplatz 8,
Te­­le­­fon 4640-30, Fax 4719188,
E-Mail: info@hwk-dresden.de,
Internet: www.hwk-dresden.de
Ver­­ant­­wort­­lich:
Hauptgeschäftsführer
Dr. Andreas Brzezinski
A
m 27. September wurden traditionell im Rahmen des Aktionstages Bildung der Handwerkskammer
Dresden 30 Betriebe aus dem Kammerbezirk Dresden mit Medaille, Urkunde und Schild „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb 2014“ geehrt. Mit der
Auszeichnung „wird ein sichtbares
Zeichen für die vorbildliche Ausbildung in Sachsen gesetzt. Diese
Handwerksbetriebe vermitteln aktuelles Wissen mit hoher Qualität und
bauen für die Zukunft vor“, würdigte
Andrea Dombois, 1. Vizepräsidentin
des Sächsischen Landtages, in ihrer
Festrede die Leistung der „Vorbildlichen Ausbildungsbetriebe“.
„Unsere Lehrlinge sind unsere Zukunft!“, bestätigte Thomas Vogel, Geschäftsführer der HTS Haustechnik &
Services GmbH, Dombois’ Aussage
in seiner Rede. Er verstehe die Ausbildung von Lehrlingen keineswegs
als betriebliche Belastung, sondern
als „tolle Chance, junge Menschen in
einem ihrer wichtigsten Lebensabschnitte zu begleiten, zu prägen und
neue Fachkräfte zu gewinnen“.
Mit Auszeichnung werben
Die duale Ausbildung im Handwerk
sei ein „Weg in die qualifizierte Arbeitswelt“, so Raphaele Polak, Abteilungsleiterin im Sächsischen Staatsministerium für Kultus. Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich betonte in seiner Rede u. a. die Bedeutung der Weltoffenheit im Handwerk.
Als Beispiel dafür, wie grenzüberschreitender Austausch funktionieren kann, nannte er die WEA Wärme-
und Energieanlagenbau GmbH aus
Sebnitz. Dazu sagte Jens Schulze, Betriebsleiter bei WEA: „In jedem Lehrjahr bilden wir einen deutschen sowie zwei bis drei tschechische Lehrlinge zum Anlagenmechaniker SHK
aus.“ In Zeiten von sinkenden Bewerberzahlen müsse man neue Wege
gehen. Zur Auszeichnung als „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb“ sagte
er: „Das ist eine gute Werbung für
den Betrieb und macht hoffentlich in
Zukunft Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, auf uns aufmerksam.“
Einen Überblick über die dies­
jährigen Preisträger erhalten Sie im
­Internet unter www.hwk-dresden.de.
Ansprechpartner: Benjamin Bachmann,
Tel. 0351/4640-962, E-Mail: benjamin.bachmann@hwk-dresden.de
Ausbilder auf Bildungsreise
Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen in Paris – Kontakte für Kooperation geknüpft
Auf nach Frankreich hieß es am
21. September für elf Berufsschul­
lehrer und Ausbilder verschiedener
Gewerke aus dem Kammerbezirk
Dresden. Im Rahmen einer von der
Handwerkskammer Dresden organisierten Bildungsreise für Berufsbildungspersonal waren sie in und um
Paris unterwegs.
Dabei besichtigten die Teilnehmer
u. a. Bildungszentren, Berufsschulen
und Handwerksbetriebe vor Ort. Zudem gab es ein Treffen mit Vertretern
von regionalen Wirtschafts- und
Handwerksorganisationen. Ziel aller
Begegnungen war der Erfahrungsaustausch mit Fachkollegen.
„Die Handwerkskammer Dresden
organisiert seit vielen Jahren dreiwöchige Lehrlingsaustausche mit der
Partnerkammer in Val de Marne bei
Paris. Jetzt wollten wir auch den Ausbildern mal die Möglichkeit geben,
neue fachliche Eindrücke im Ausland
zu sammeln und sich vom Nutzen
der Auslandspraktika für ihre Auszubildenden zu überzeugen“, so Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer
der Handwerkskammer Dresden.
Mit Erfolg: Friseurmeisterin Simone Wehnert, Inhaberin des Dresdner
Salons „Haare’s-zeiten“, ist begeistert von dem Aufenthalt: „Es hat sich
auf jeden Fall gelohnt: Wir haben viel
erlebt, hatten ein interessantes Programm und konnten die Facetten der
beruflichen Bildung in Frankreich
kennenlernen.“ In Zukunft möchte
auch sie ihren Auszubildenden die
Chance auf ein Auslandspraktikum
ermöglichen.
Von der Bildungsreise brachte
auch Andreas Marian Wenk, Inhaber
der Tischlerei Wenk aus Panschwitz-
Auszeichnung der besten Lehrlinge bei der Freisprechungsfeier der KHS BautFoto: Klaus-Peter Rast
zen. Beim Thema „Innendämmung“
macht kein Handwerker dicht
Fachveranstaltung der Handwerkskammer gut besucht
In Sachsen gibt es zahlreiche Bestandsgebäude, die zwar einer energetischen Sanierung bedürfen, an
deren Fassade aber nichts verändert
werden darf. Hierbei kommen dann
Innendämmsysteme ins Spiel. Ein
Thema, was Handwerker, Bauunternehmer, Planer und Immobilienverwalter bewegt – wie es jüngst eine
kostenfreie Fachveranstaltung von
Handwerkskammer Dresden und der
Sächsischen Energieagentur Saena
zum Thema „Innendämmung – Einführung und Grundlagen“ (Modul 1)
zeigte. 118 Teilnehmer waren der
Einladung gefolgt.
Dabei wurden vor allem bauphysikalische Aspekte von Innendämmsystemen beleuchtet: Wie sieht es
mit dem Feuchteverhalten der Konstruktionen aus und welche Auswirkungen haben dabei Wärmebrücken?
Wie funktionieren die verschiedenen
Innendämmsysteme und wo liegen
deren Vor- und Nachteile? Welche
Fachveranstaltungen 2015
Das Thema „Innendämmung“ wird
2015 in zwei weiteren Veranstaltungen
vertieft. Am 19. März 2015 folgt das
Modul 2 „Detaillösungen“, das unter anderem auf praxisrelevante Wärmebrückenbeispiele eingeht. Am 1. Oktober
2015 findet das Abschlussmodul „Besonderheit Denkmal“ unter Einbeziehung von Holzbalkendecken und Holzbauteilen in der Konstruktion statt.
Regelwerke sind wichtig und welche
Nachweise sind am besten geeignet?
Mit der kompetenten Beantwortung
der Fragen durch die Fachreferenten
konnten zahlreiche Unsicherheiten
zum Thema Innendämmung bei den
Teilnehmern beseitigt werden.
Ansprechpartner: Frank Schellhorn,
Energie-Effizienz-Zentrum für Gebäude
der Handwerkskammer Dresden, Tel.
0351/8087-614, E-Mail: frank.schellhorn@hwk-dresden.de
Nachweis der Kompetenz
DQR und EQR auf Zeugnissen der Handwerkskammer
Ausbilder aus Handwerksbetrieben (darunter Friseure, Tischler und Raumausstatter) sowie Lehrer von Berufsschulzentren in Sachsen waren für eine Woche auf Bildungsreise in Paris – im Partnerkammerbezirk der Handwerkskammer Dresden (hier
Foto: privat
vor dem Bildungszentrum für Kunsthandwerk in Paris). Kuckau, wertvolle Erfahrungen und
Kontakte mit. „Unser Lehrling war
vor einiger Zeit in Paris zum Lehrlingsaustausch. Nun wollte ich mir
selbst ein Bild von seinem Gastbetrieb machen und mich über die Arbeit meines Lehrlings erkundigen.
Ich konnte dabei wertvolle Kontakte
knüpfen und strebe eine weitere Zusammenarbeit mit den französischen
Kollegen an. Geplant ist ein gegenseitiger Austausch unserer Lehrlinge
für ein Jahr während der Ausbildungszeit.“
Besonders angetan waren Simone
Wehnert und Andreas Marian Wenk
von der Ausbildungsfinanzierung in
Frankreich. „Handwerk wird dort für
junge Leute sehr attraktiv gemacht –
die Ausbildungsvergütung ist für alle
Gewerke gleich, damit fällt der finanzielle Aspekt bei der Berufswahl nicht
ins Gewicht“, so die Friseurmeisterin. In Frankreich leistet der Staat dabei einen Teil der Ausbildungsfinanzierung. „Da haben wir in Deutschland noch Nachholbedarf“, ergänzt
Wenk. Die Bildungsreise wurde
durch das europäische Programm
„Leonardo da Vinci“ gefördert.
Mobilitätsberatung der Hand­
werkskammer Dresden, Ivana Purath,
Tel. 0351/4640-995, E-Mail:
ivana.purath@hwk-dresden.de
Auf den von der Handwerkskammer
Dresden ausgestellten Gesellen-/Abschlussprüfungs- und Meisterprüfungszeugnissen befindet sich seit
diesem Jahr auch der Hinweis, wie
der jeweilige Abschluss innerhalb des
Europäischen Qualifikationsrahmens
für lebenslanges Lernen (EQR) und
des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) einzuordnen ist. Für die
Fortbildungsprüfungszeugnisse ist
das im Bereich des Handwerks derzeit für den „Geprüften Kfz-Servicetechniker“ und den „Geprüften Betriebswirt“ nach der Handwerksordnung möglich.
Der EQR wurde von der EU-Kommission entwickelt, um Bildungsabschlüsse innerhalb der Europäischen
Union besser vergleichen zu können.
Der EQR ist ein Raster aus acht aufeinander aufbauenden Niveaus, denen
Abschlüsse zugeordnet werden können. Je höher das Niveau eines Abschlusses ist, desto umfangreicher
sind die Kompetenzen, die damit
nachgewiesen sind.
Der DQR setzt dieses 8-stufige
Modell für die Einordnung deutscher
Bildungsabschlüsse um. Für die Abschlüsse der beruflichen Aus- und
Fortbildung in Deutschland gilt: Ausbildungsabschlüsse mit zweijähriger
Ausbildungszeit sind dem Niveau 3
zugeordnet, Ausbildungsabschlüsse
mit 3- bis 3,5-jähriger Ausbildungszeit dem Niveau 4, gängige Fortbildungsabschlüsse dem Niveau 5, die
Meisterabschlüsse dem Niveau 6 und
der „Geprüfte Betriebswirt“ nach der
Handwerksordnung dem Niveau 7.
Aus dem DQR ergeben sich jedoch
keine Rechtsansprüche auf die Zu­
lassung zu anderen Bildungsgängen
oder die rechtliche Gleichstellung
mit anderen Abschlüssen.
Weitere Infos zum EQR und DQR
­sowie Antworten auf häufig gestellte
Fragen finden Sie unter www.dqr.de.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Dresden: Regina Hörnig,
­Leiterin Abteilung Prüfungen,
Tel. 0351/8087-581, E-Mail:
regina.hoernig@hwk-dresden.de
Deutsche Handwerks Zeitung
Sachsen
Ausg. 20 | 17. Oktober 2014 | 66. Jahrgang
Leonardo Award
für Dresdner Firma
Es geht um die Wurst
Lehrlinge sagen ihre Meinung
Imagekampagne: Jugendbeirat lobt und kritisiert
stamos + braun
Die Dresdner stamos + braun prothesenwerk gmbh hat den Leonardo
Award in der Kategorie Marketing/
Innovation gewonnen. Die Verleihung fand am 26. September in Düsseldorf statt. Mit dem Preis werden
aller zwei Jahre Unternehmen aus
dem Gesundheitswesen für herausragende und innovative Leistungen
geehrt. Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 2.000 Unternehmen beworben.
Die stamos + braun prothesenwerk gmbh wurde vor einem Jahr
von Alex Stamos und Orthopädietechnikermeister Christoph Braun
gegründet. Das Unternehmen stellt
täuschend echt aussehende Silikonprothesen her und erlangte innerhalb kürzester Zeit mit außergewöhnlichem Marketing und pfiffigen
Ideen einen hohen Bekanntheitsgrad
in der Branche. Dafür verlieh die Jury
dem Start-up-Unternehmen den Leonardo Award.
Am 22. September fand in Leipzig der diesjährige Leistungswettbewerb des Handwerks in den Berufen Fleischer und
Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk/Bereich Fleisch auf Landesebene statt. Bei den Fachverkäufern siegte Mareen Engelmann
(2.v.r.) aus Großenhain. Ihr schauten bei ihrer Arbeit die Radiomoderatoren von Radio R.SA Böttcher (2.v.l.) & Fischer (M.) sowie
der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Ralf Scheler (r.), über die Schulter. Mareen Engelmann vertritt nun Sachsen in ihrem
Foto: HWK Leipzig
Beruf beim Bundeswettbewerb. Hilfe zur Selbsthilfe
Präventionsangebot „Sicheres Handwerk“ als Unterstützung für Unternehmen
Von Anke Richter
Mit pfiffigen Ideen zum Erfolg: Alex
Stamos (l.) und Orthopädietechnikermeister Christoph Braun aus Dresden.
Foto: PR/stamos + braun
Handwerk und
Denkmalpflege
Fortbildung Restaurator
Das Görlitzer Fortbildungszentrum
für Handwerk und Denkmalpflege
e.V. (GFBZ) bietet Fortbildungskurse
zum Geprüften Restaurator im
Handwerk sowie zum Geprüften
Fachhandwerker für Restaurierungsarbeiten in den Gewerken Maurer,
Maler, Stuckateur, Steinmetz, Tischler und Zimmerer im Vollzeitkurs an:
Fachübergreifender Teil (Theorie):
10.11.2014 bis 19.12.2014
Fachtheoretischer Teil für den
­Geprüften
Fachhandwerker
24.11.2014 bis 28.11.2014
Fachpraktischer Teil: 05.01.2015
bis 13.03.2015
Eine zweijährige Fortbildung in Teilzeit (Unterricht i. d. R. an den Wochenenden) zum Geprüften Restaurator im Handwerk und Geprüften
Fachhandwerker für Restaurierungsarbeiten in den Gewerken Maurer,
Maler und Lackierer, Stuckateur bietet der Förderverein für Handwerk
und Denkmalpflege e.V. Rittergut
Trebsen (FHDRT) an. Geplanter Beginn: 8. Oktober 2014, Einstieg auch
verspätet möglich.
Mehr zu den Kursen im Internet
unter: www.denkmalzentrum.de bzw.
www.denkmalpflege-trebsen.de
Alles Wichtige
fürs Handwerk
unter:
deutsche-handwerks-zeitung.de
Impressum
Ver­­ant­­wort­­lich: Hauptgeschäftsführer
Dr. Andreas Brzezinski,
Am Lagerplatz 8, 01099 Dres­­den,
Telefon 0351/4640-406,
Fax 0351/4640-34406,
E-Mail: info@hwk-dresden.de
9
„Ich bin jeden Morgen froh, wenn
ich die Türen zur Werkstatt öffne und
alles in Ordnung ist.“ Wie Tischler
Marcel Schramm aus Bertsdorf-Hörnitz geht es wahrscheinlich vielen
Handwerksunternehmern im Kammerbezirk Dresden. Oft folgt jedoch
nach dem Aufschließen das böse Erwachen, wenn in die Werkstatt eingebrochen worden ist und Werkzeuge und Fahrzeuge entwendet wurden.
Hier setzt seit Februar das gemeinsame Präventionsangebot „Sicheres
Handwerk“ der Handwerkskammer
Dresden mit dem Landeskriminalamt Sachsen an. Das Angebot ist
deutschlandweit einmalig und hat
als Ziel, die Diebstahlkriminalität in
Handwerksbetrieben zu minimieren
und die Sicherheit zu erhöhen.
Bekannt, doch wenig genutzt
Wie die jüngste Umfrage der Handwerkskammer Dresden zur Sicherheitslage in den grenznahen Regionen zeigt, wird das Präventionsangebot immer bekannter, „doch es gibt
noch Nachholbedarf bei der An­
wendung“, wie Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich sagt. So gaben
30 Prozent der befragten Betriebe an,
das Präventionsangebot zu kennen,
und wiederum jeder Sechste unter
diesen 30 Prozent hat es schon
­genutzt. „Mit dem Angebot wollen
wir unsere Mitgliedsbetriebe aktiv
bei der Kriminalitätsbekämpfung
und Gefahrenprävention unterstützen und sie noch stärker für betriebliche Sicherheitsmaßnahmen sensibilisieren“, so Jörg Dittrich.
Tischler Marcel Schramm findet
solche Angebote wichtig, genau wie
Informationsveranstaltungen
vor
Ort. „Ich war im Frühjahr bei einer,
da war neben mir nur noch ein weiterer Unternehmer da. Obwohl ich
allein in meinem engen Umfeld zig
Handwerker kenne, die schon Opfer
von Einbruch und Diebstahl wurden.“ Er selbst habe einige Sicherheitsmaßnahmen getroffen wie z. B.
eine Alarmanlage. Eine Option ist für
ihn auch die künstliche DNA, um seine Maschinen damit zu kennzeichnen.
Solch aufgeschlossene und informierte Unternehmer wünscht sich
Wolfgang Trautmann von der Polizeilichen Beratungsstelle des Landkreises Görlitz viele. „Natürlich hat
Prävention Grenzen, aber man muss
sich erstmal damit beschäftigen.“
Laut Trautmann lohnt es sich auch,
vor einem Neu- oder Umbau im Betrieb mögliche Sicherheitsmaßnahmen auszuloten.
Dies hat auch Kraftfahrzeugtechnikermeister Thomas Hänsel aus
Pulsnitz getan, als er seine neue
„Für mich stand bereits als Kind fest,
dass ich Bäcker werden will. Etwas
mit meinen eigenen Händen erschaffen und meine Kreativität einbringen, das ist genau mein Ding“, begründet Franz Gehre seine Entscheidung für eine Lehre bei der Bäckerei
Richter in Dresden. Seine Leidenschaft für das Handwerk möchte der
18-Jährige nun auch an andere Jugendliche weitergeben und engagiert
sich deshalb im Jugendbeirat der
Imagekampagne des deutschen
Handwerks, der über den Zentralverband des Deutschen Handwerks einberufen wurde. Schließlich richtet
sich die deutschlandweite Kampagne
vor allem an Jugendliche, um diese
für das Handwerk zu gewinnen.
Der Jugendbeirat tagte zuletzt am
26. September und nahm die Neuausrichtung der Imagekampagne des
Handwerks genau unter die Lupe.
Insgesamt 35 Lehrlinge aus ganz
Deutschland – alle im zweiten Lehrjahr, aber aus unterschiedlichen Gewerken – trafen sich in Berlin.
Die Lehrlinge des Jugendbeirats
diskutierten eifrig über den neuen
Imagefilm, die Plakate, die neuen
Motive und den Internetauftritt. „Wir
waren uns einig: Die Imagekampagne
hat auf jeden Fall Potenzial, Jugendliche zu erreichen“, so Franz Gehre. Allerdings gab es auch Kritik von Seiten
der jungen Leute: „Wir finden den
neuen TV-Spot nicht gelungen – er
schießt einfach am Ziel vorbei. Ohne
Bäckerlehrling Franz Gehre aus Dresden
vertritt die Region im Jugendbeirat der
Imagekampagne. Foto: Linda Wolter/Agentur Haas
die Erläuterungen der Mitarbeiter der
verantwortlichen Agentur hinterlässt
er viele Fragezeichen“, berichtet
Franz Gehre. Die Plakate wurden von
den Teilnehmern dagegen als sehr
aussagekräftig beurteilt.
Franz Gehre wurde von der Fachbereichsleiterin seiner Berufsschule
für den Beirat vorgeschlagen und ist
begeistert von dem Projekt: „Die
Teilnahme ist für mich eine tolle Erfahrung. Es herrschte beim Treffen in
Berlin eine sehr angenehme Atmosphäre unter den Teilnehmern und
ich bin stolz darauf, an dem Projekt
mitwirken zu können.“
Mehr zur Imagekampagne unter
www.hwk-dresden.de/imagekampagne. Ansprechpartner: Claudia Fischer,
Tel. 0351/4640-404, ­E-Mail: claudia.
fischer@hwk-dresden.de
„Sicheres Handwerk“
Das Präventionsangebot beinhaltet im
ersten Schritt einen Selbstcheck anhand einer speziell für Handwerksbetriebe entwickelten Checkliste zu sicherheitsrelevanten Themenkomplexen
wie Objekt- und Gebäudeschutz, Überfall- und Einbruchmeldeanlagen, Zugangskontrolle, Wertgegenstände, Baustellenfahrzeuge/Baumaschinen.
In einem zweiten Schritt kommen Mitarbeiter der polizeilichen Beratungsstellen in den Betrieb, unterstützen
beim Ausfüllen der Checkliste und decken Sicherheitslücken vor Ort auf.
Alle Informationen zum Präventionsangebot „Sicheres Handwerk“ sowie
die Checklisten und Kontakte zu Ansprechpartnern in der Region finden
Sie im Internet unter www.hwk-dresden.de/sichereshandwerk.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Dresden: Jana Müller, Tel. 0351/4640-451, E-Mail:
­jana.mueller@hwk-dresden.de
Werkstatt geplant hat. Das Ergebnis
sind u. a. Sicherheitstüren, eine
Alarmanlage und künstliche DNA auf
Maschinen. „Zudem werden jeden
Abend ­Schlüssel und Werkzeuge eingeschlossen bzw. mitgenommen“, so
Hänsel.
„Der Aufwand ist groß, doch seit
einem Jahr ist Ruhe“, fügt der KfzTechnikermeister ­hinzu.
Kampf gegen Schwarzarbeit
Neue Gewerbeanzeigenverordnung schließt Lücke
Der Bundesrat hat am 11. Juli 2014
eine neue Verordnung zur Ausgestaltung des Gewerbeanzeigeverfahrens
(GewAnzV) verabschiedet. Die neue
Gewerbeanzeigenverordnung soll die
Arbeit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) erleichtern und auch
Scheinselbstständigkeit verhindern.
Bisher waren mit der Gewerbeanzeige keine Nachweispflichten über
das Vorhandensein einer Betriebsstätte, von Geschäftsräumen oder eines Geschäftskontos verbunden.
Durch die jetzt vorgesehene Verpflichtung der Behörden, Gewerbeanzeigen auf Anhaltspunkte für
Scheinselbstständigkeit zu prüfen
und diese Verdachtsfälle der FKS zu
übermitteln, wird nun eine seit langem offene Regelungslücke geschlossen. Die Verordnung tritt zum 1. Januar 2015 in Kraft.
„Schwarzarbeit richtet nicht nur
enormen wirtschaftlichen Schaden
durch Steuerausfälle an. Sie kann
auch die Existenz rechtschaffen arbeitender Betriebe gefährden und
muss daher entschieden bekämpft
werden. Daher begrüßt die Handwerkskammer Dresden die Neuregelungen des Bundesrates zur Bekämpfung von Schwarzarbeit“, so Andreas
Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der
Handwerkskammer Dresden.
Zudem kann jeder bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit helfen,
indem jeder Verdachtsfall entweder
der zuständigen Kreishandwerkerschaft oder der Handwerkskammer
mitgeteilt wird. Ein Formular mit allen notwendigen Angaben dazu ist
auf der Internetseite der Handwerkskammer Dresden eingestellt unter
www.hwk-dresden.de.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Dresden zum Thema
Schwarzarbeit: Stefan Lehmann,
Leiter Handwerksrolle, Tel. 0351/
4640-455, E-Mail: stefan.lehmann@
hwk-dresden.de
Betriebsblindheit aufweichen
Polizeihauptkommissar Wolfgang Trautmann im DHZ-Interview
Das Präventionsangebot „Sicheres
Handwerk“ wurde gemeinsam erarbeitet vom Landeskriminalamt Sachsen und der Handwerkskammer
Dresden. Seine Umsetzung findet es
jedoch in den verschiedenen Regionen unter Einbeziehung der polizeilichen Beratungsstellen vor Ort.
Die Deutsche Handwerks Zeitung
hat mit dem Polizeihauptkommissar
Wolfgang Trautmann von der Polizeilichen Beratungsstelle im Landkreis Görlitz über seine bisherigen
Erfahrung mit dem Projekt und seine
Beratungs- und Aufklärungsarbeit
gesprochen.
DHZ: Herr Polizeihauptkommissar
Trautmann, das Präventionsangebot
„Sicheres Handwerk“ ist im Februar
dieses Jahres offiziell gestartet. Was
ist seitdem geschehen?
Trautmann: Wir stellen das kostenfreie Angebot bei unseren Beratungsterminen und Veranstaltungen zum
Thema Sicherheit in der Region vor
und es stößt auf Interesse. Natürlich
liegt es an jedem Betriebsinhaber
selbst, ob er es nutzen möchte. Es ist
ein Anfang gemacht und wir hoffen
natürlich auf wachsende Resonanz.
Polizeihauptkommissar
Wolfgang
Trautmann von
der Polizeilichen
Beratungsstelle
im Landkreis
­Görlitz. Foto: privat
DHZ: Gibt es bestimmte Gewerke, die
besonders von Kriminalität betroffen sind und für die deshalb das Präventionsangebot „Sicheres Handwerk“ ein guter Ansatz wäre, sich zu
schützen?
Trautmann: Betroffen sind alle: vom
Autohaus über Baubetriebe mit Bau-
stellen bis hin zum Tischler und Zimmermann – überall, wo es etwas zu
holen gibt.
DHZ: Was sind die gängigen Sicherheitslücken, die bei Betrieben durch
Sie und Ihre Kollegen entdeckt werden?
Trautmann: Das sind unverschlosse-
ne Tore und angekippte Fenster, keine oder nur schwache Grundstücksumzäunung, offen zugängliche (Original-)Schlüsseln sowie leicht zu öffnende Schlösser. Der Blick von außen
hilft, Betriebsblindheit aufzuweichen.
So hatten wir z. B. neulich einen Einbruchsfall bei einer Tischlerei, wo die
Diebe über den Späneabzugsschacht,
der in einen Holzverschlag führte, in
die Werkstatt gelangt sind.
DHZ: Was raten Sie den Betrieben?
Trautmann: Bei unseren Beratungen
empfehlen wir immer ein „Optimales
Schutzkonzept“, das drei Bereiche
umfasst: 1. das aktive Sichern durch
bauliche und mechanische Maßnahmen; 2. das Aufstellen von Zutritts-
und Verhaltensregeln im Betrieb – für
Mitarbeiter und Kunden; 3. das Nutzen elektronischer Systeme zur Überwachung und Meldung von Gefahren. Zu jedem Punkt schauen wir individuell, was im Betrieb möglich ist.
DHZ: Was müssen Handwerksbetriebe machen, um das für sie kostenfreie Präventionsangebot „Sicheres
Handwerk“ zu nutzen?
Trautmann: Sie müssen sich nur an
die für sie zuständige polizeiliche Beratungsstelle wenden und einen Termin vereinbaren. Dafür sollte man so
eineinhalb bis drei Stunden Zeit einplanen. Vorab muss man sich noch
mit der Checkliste beschäftigen, die
dann vor Ort gemeinsam durchgegangen wird.
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
18
Dateigröße
3 266 KB
Tags
1/--Seiten
melden