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Küsnachter Bürger lancieren neues Projekt fürs - Lokalinfo AG

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GZA/PP 8048 Zürich
30. Jahrgang
Donnerstag, 23. Oktober 2014
Nr. 43
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Donnerstag Herausgeber: Lokalinfo AG, Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich Verlag Tel. 044 913 53 33, Fax 044 910 87 72 www.lokalinfo.ch
Küsnachter Bürger lancieren neues Projekt fürs Zentrum
Bis anhin gab es eine
Lösung für das Zentrum
bergseitig vom Küsnachter
Bahnhof. Nun verspricht die
Situation, spannend zu werden: Ein Komitee um den
Küsnachter Hermann Gericke
startet eine Initiative für ein
weiteres Zentrumsprojekt.
Philippa Schmidt
«Wir wollen, dass es zwei Projekte
fürs Zentrum gibt», erklärt Hermann
Gericke, der geistige Vater des «besucher- und umweltfreundlichen Zentrums Küsnacht» und ergänzt: «Terminlich ist es sehr gut möglich, dass
die Abstimmung über den Baukredit
für beide Projekte zeitgleich an die
Urne kommen kann, da unser Projekt
kleiner ist.» Der Maschinenbauingenieur und promovierte Wirtschaftswissenschaftler rechnet damit, dass
seine Alternative im Januar 2016 abstimmungsreif sein wird. Dies würde
sich mit dem Zeitplan für das Projekt
«Schulze und Schultze» des Gemeinderats decken: Der Projektierungskredit (5,23 Millionen Franken) wurde bereits in diesem Mai an der Urne
angenommen, eine weitere Urnenabstimmung über den Baukredit ist für
das Jahr 2016 geplant. «Es ist auch
eine Preisfrage, sicher wären viele
Model des neuen Zentrumsprojekts. Der Blick geht Richtung Zürich.
Leute froh, wenn das Zentrum in absehbarer Zeit und zu einem annehmbaren Preis fertig wäre», argumentiert Barbara Bretscher-Hotz, ein
weiteres Mitglied des Initiativkomitees.
Angst vor Steuererhöhung
Tatsächlich variieren die Kosten, welche für beide Projekte veranschlagt
werden, stark. Während das Zentrumsprojekt der Gemeinde insgesamt
64 Millionen kosten soll, rechnet das
Initiativkomitee mit 8,6 Millionen
Franken. Für ihn sei auch die Wahrscheinlichkeit einer Steuererhöhung
bei Durchführung des 64-MillionenProjektes eine wichtige Motivation,
zvg.
wie Gericke sagt. Hauptsächlicher
Grund für den Kostenunterschied
dürfte die Tatsache sein, dass der
Bau eines Parkhauses und zweier Gebäude bei dem neuen Vorschlag entfiele. Stattdessen würden die Autos
nicht unterirdisch, sondern auf zwei
Ebenen, von denen die obere die untere halb überragt, parkiert.
In den Zielvorgaben des zweistufigen Mitwirkungsverfahrens, welches
2009 und 2010 stattgefunden hat,
wurden
allerdings
unterirdische
Parkplätze gefordert: «Zwei Drittel
aller Parkplätze sind in einladenden
unterirdischen Parkplätzen untergebracht.» «Es gab auch andere Stimmen bei den Workshops», berichtet
Barbara Bretscher und Hermann Gericke besprechen das Projekt.
Gericke, der selbst im Mitwirkungsverfahren dabei war. «Es gibt viele
Leute, die dem Projektierungskredit
für ‹Schulze und Schultze› zugestimmt haben, weil sie eine Veränderung wollen. Ob sie so viel Geld ausgeben wollen, ist eine ganz andere
Frage», gibt Barbara Bretscher-Hotz
zu bedenken. Weitere Punkte, die
Kosten einsparen würden, sind etwa,
dass keine Zufahrtslösung fürs Parkhaus im Tunnel gefunden werden
müsste und dass aufgrund der vorhandenen Frischluftzufuhr keine Belüftung notwendig wäre.
Sollte die Initiative angenommen
werden, wird der Souverän voraussichtlich an der Gemeindeversamm-
Foto: phs.
lung vom 23. März 2015 über den
Projektierungskredit von 420 000
Franken für das «besucher- und umweltfreundliche Zentrum» abstimmen.
«Es geht bei dieser Abstimmung
nicht darum, welches Projekt man
bevorzugt, sondern darum, ob man
bei der Abstimmung um den Baukredit die Wahl haben will», betont Gericke. Tatsächlich ginge es bei einer
Annahme des Projektierungskredits
erst 2016 darum, welches Projekt
endgültig den Zuschlag erhält. Dann
könnten die Bürger beide Projekte
nicht nur ablehnen oder annehmen,
Fortsetzung auf Seite 5
Geben und Nehmen
Pendeln zwischen Welten
Kunst, «1:1» vereint
Zahlreiche Freiwillige – vom Schüler bis zur 90-jährigen Dame – engagieren sich für Senioren und Seniorinnen in Küsnacht. Sie ermöglichen Bingoabende, Lesekreise, Filmvorführungen, Spaziergänge und Besuche.
Seite 3
Steffi Kaul ist in Dresden aufgewachsen und hat heute durch
ihren Mann Peter Kaul auch einen Bezug zu Küsnacht. Unter
dem Motto «Von zwei Welten in ein gemeinsames Leben»,
schildern die beiden im Jürgehus ihre Erfahrungen
Seite 9
Die Malerin Claudia Böniger Roos und Fotograf Ueli Strebel
zeigen in der Küsnachter Galerie im Höchhuus Werke, die in
Zusammenarbeit entstanden sind. «1:1» heisst die besondere
Ausstellung, die am Freitag Vernissage feiert.
Seite 16
2
Stadt Zürich
Nr. 43
23. Oktober 2014
AKTUELL
«Das Beste kommt zum Schluss»
Die PBZ ist jetzt auch mobil
75 Jahre alt und immer
noch bestens bei Stimme –
Peter Kraus kommt auf
seiner Abschiedstour ins
Kongresshaus Zürich.
Mit der neuen PBZ-App, die es sowohl für Android- wie auch für
Apple-Smartphones und -Tablets
gibt, können PBZ-Kunden mobil ihr
Konto verwalten, ihre ausgeliehenen
Medien verlängern und nachschauen,
ob ihre reservierten Medien bereits
eingetroffen sind. Ein grosser Vorteil
der App besteht darin, dass sie die
Am vergangenen 18. März feierte Peter Kraus seinen 75. Geburtstag. Kurz
darauf, am 21. März, erschien sein
neues Album «Zeitensprung» und
jetzt, im Oktober und November, geht
die Rock’n’Roll-Legende wieder auf
Tournee. Diese wird eine ganz besondere werden: Unter dem Motto «Das
Beste kommt zum Schluss» verabschiedet sich der Ausnahmekünstler
nach rund 60 Jahren auf der Bühne
vom intensiven Tourleben.
«Bei meiner letzten grossen Tournee mit über 60 Terminen habe ich
zum ersten Mal bemerkt, dass mich
das Reisen und Performen in dieser
sehr intensiven Form angestrengt
hat», sagt Peter Kraus. «Denn ich bin
vom Typ her so, dass ich immer alles
gebe und mich nicht schone. Ich habe
mich mit meiner Familie beraten und
beschlossen, dass ich kürzertreten
werde.»
«Das Beste kommt zum Schluss»
ist also definitiv die letzte grosse Tour
des Ausnahmekünstlers nach rund 60
Jahren auf der Bühne. Das Publikum
kommt dabei in den Genuss eines Peter Kraus in Bestform – unterhaltsam,
humorvoll und mit dem für ihn so typischen Schuss Ironie. Dabei wird er
nur Hits singen – seine eigenen und
auch die von anderen Interpreten.
Peter Kraus hat in diesem Jahr
auch sein neues Album «Zeitensprung» aufgenommen. Dabei geht es
ANZEIGEN
Kunden daran erinnert, wann ein
ausgeliehenes Medium fällig ist. Mit
der App vereinfacht sich auch die Büchersuche im Katalog der PBZ. Durch
eine für Smartphones optimierte Ansicht gestaltet sich die Titelsuche effizienter. (pd.)
www.pbz.ch/onleihe
AKTUELLES VOM HAUSEIGENTÜMERVERBAND
Publireportage
Schimmel vermeiden
dank gezieltem Lüften
Hat Musik-, Film- und TV-Geschichte geschrieben: Peter Kraus.
darum, deutsche Hits der Gegenwart
in die 50er zu transferieren. Also in
den Sound jener Zeit, die er – wie kein
Zweiter – als Teenie-Star musikalisch
mitbestimmte. «Ich finde, dass all die
Hits von Tim Bendzko, Rosenstolz
über Culcha Candela und Marteria bis
zu Ute Freudenberg und Udo Lindenberg, die wir neu im Fifties-Sound
aufgenommen haben, einen ganz neuen Charme versprühen», erläutert
Kraus die Album-Idee. (pd./ mai.)
Sonntag, 9. November, 19 Uhr, Kongresshaus, Claridenstr. 5, 8002 Zürich.
Foto: zvg.
Wettbewerb
Lokalinfo verlost 3x 2 Tickets für
das Konzert von Peter Kraus am
9. November im Kongresshaus
Zürich. Wer gewinnen will,
schreibt ein Mail mit Betreffzeile
«Peter Kraus» und Absender an
lokalinfo@lokalinfo.ch oder eine
Postkarte an: Lokalinfo AG
Wettbewerb Peter Kraus
Buckhauserstr. 11, 8048 Zürich
Keine Korrespondenz über den Wettbewerb. Rechtsweg ausgeschlossen.
Bei tiefen Temperaturen bleiben Bewohnerinnen und Bewohner von
Häusern und Wohnungen gerne drin.
Das kann zu einem höheren Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft führen. In
städtischen Gebieten mit vielen Erwerbstätigen wird häufig nur morgens und abends gelüftet, nicht aber
tagsüber. Um in der Nacht dann in
«frischer Luft» schlafen zu können,
werden die Fenster die ganze Nacht
offen gelassen. Dies führt in Nächten
mit tiefen Temperaturen zu einem
Auskühlen der Mauern. Dadurch
kann sich an exponierten Stellen
Kondenswasser bilden, das dann zu
einem willkommenen Nährboden
wird für Schimmel.
Am besten wird eine Wohnung
täglich zwei- bis viermal während
rund fünf Minuten durch vollständiges Öffnen der Fenster gelüftet. Idealerweise sind die Fenster je auf einer
Seite der Wohnung, damit ein erwünschter Durchzug entsteht. Durch
das «Querlüften» wird die zu feuchte
Hans Barandun.
Foto: zvg.
und «verbrauchte» Luft rasch erneuert, ohne dass sich die Wohnung zu
sehr abkühlt und mit viel Energie
wieder aufgewärmt werden muss.
Unbedingt zu vermeiden ist ein Dauerlüften durch offene Kippfenster:
Damit wird nur die «Umgebung geheizt», nicht aber die Wohnräume.
Hans Barandun, Leiter
Verwaltung/Bewirtschaftung,
Hauseigentümerverband Zürich
Hauseigentümerverband Zürich,
Albisstrasse 28, 8038 Zürich,
Tel. 044 487 17 00.
Küsnachter
AKTUELL
Freiwilligenarbeit: Ein Geben und Nehmen
Es sind Schüler bis hin zur
90-jährigen Dame, die sich
im Rahmen der Freiwilligenarbeit für Senioren und Seniorinnen in Küsnacht engagieren. Sie ermöglichen
Bingoabende, Lesekreise,
Filmvorführungen, Spaziergänge und Besuche.
Philippa Schmidt
Kurz nach 5 Uhr am 15. Oktober
drangen die Einbrecher durch die
Eingangstür in das Küsnachter Sonnenbrillengeschäft Sunlight ein. Viel
mitnehmen konnten die Täter allerdings nicht, da der Lärm von einer
Anwohnerin gehört wurde, die die Polizei rief.
«Sie haben die Brillengestelle ausgeräumt und etwa 450 Brillen mitgenommen», erzählt Andreas Eugster
APROPOS . . .
Neiddebatte
Gebanntes Lauschen in einer kleinen, aber gut gelaunten Damenrunde um Vorleser Otto Dörries. Foto: Tess Zürcher
Gespräch sagt mir mein Gefühl, ob die
Person für die Tätigkeit geeignet ist
oder nicht. Ich bohre lange nach.»
Lesekreis im Seniorenheim
Spätestens beim Unterbreiten des
Dossiers, das eine Unterschrift erfordert, springen jene ab, die Freiwilligenarbeit nicht so ernst nehmen, wie es sich Kiewald wünscht.
«Diese Leute haben dann Mühe mit
dieser formellen Angelegenheit. Dabei ist Freiwilligenarbeit etwas
Ernsthaftes. Deshalb stütze ich mich
auf das Dossier. Dadurch wird das
Verhältnis verbindlich», betont sie.
Einer, der sich verbindlich festgelegt hat, ist Otto Dörries. «Dank
der Tätigkeit als Freiwilliger lese ich
nicht nur Seneca oder Geschichte,
sondern befasse mich auch mit anderen Texten», erklärt der belesene
Mann mit den gutmütigen, blauen
Augen. Regelmässig liest er in den
Seniorenheimen am See und Wangensbach vor. Früher arbeitete er
für verschiedene Verlage, darunter
auch für den Diogenes Verlag. Sein
Literatur- und Geschichtswissen ist
enorm. «Ich bin froh, vorlesen zu
können. So bleibt meine Bibliothek
zu Hause in Schuss», lacht er.
Gespannt und gut gelaunt kam
am letzten Donnerstagnachmittag
im «Leseraum» in der Villa des Seniorenheims Wangensbach ein vor-
wiegend weibliches Publikum zusammen, um dem Vorleser Dörries
zu zuzuhören. Die zweite Hälfte von
«Lavalette» von Golo Mann stand
an. Dörries unterbrach zwischendurch, um das Gelesene historisch
einzuordnen. Nach einer Stunde gebannten Lauschens löste sich der
Zirkel unter munterem Geplapper
auf. «Das war gerade recht. Mehr
wäre nicht nötig gewesen», stellte
eine Zuhörerin zufrieden fest. Dass
Dörries im Leben der Altersheimbewohnerinnen eine wichtige Rolle
spielt, bewies der Satz einer anderen Zuhörerin zu Beginn der Vorleserunde: «So, mit ihm kommt jetzt
auch der Star!»
Geschäftsleiter und Inhaber von Augenoptiker Gottheil. Diese hätten einen Wert von etwa 60 000 Franken,
so der Optiker. Die Tür wurde beim
Einbruch völlig zerstört (siehe Bild), es
entstand ein Sachschaden von mindestens 2500 Franken. Wie die Kantonspolizei auf Anfrage weiter bestätigte, konnten die Täter bisher nicht
identifiziert werden.
Der Tatsache, dass die Einbrecher
so früh gestört wurden, mag es zu
verdanken sein, dass sie weder die
Kasse noch die Uhren und den Modeschmuck aus der Vitrine stahlen. Eine
Alarmanlage hat das Geschäft schon.
Andreas Eugster überlegt sich aber
derzeit, weitere Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zu ergreifen.
Der Einbruch im Optikergeschäft
ist nicht der erste an der Küsnachter
Dorfstrasse. So wurde das benachbarte Fotogeschäft in jüngster Vergangenheit gleich zweimal überfallen.
Die völlig zerstörte Tür des Geschäfts Sunlight.
ter Machart» erhielt in der Presse ein
ausgezeichnetes Echo.
In Zollikon wird Tim Krohn zusammen mit Anna Trauffer den
«Geist am Berg» aufführen. Die Bergnovelle erzählt die atmosphärische
Geschichte einer wilden jungen Frau
in einer Sprache, die so klar und rau
ist wie der Berg, auf dem die junge
Frau Stine lebt. Einfühlsam und drastisch zugleich zeichnet Krohn in seiner Novelle eine Bergwelt, die in der
Vergangenheit zu liegen scheint und
über die doch ab und zu der Hubschrauber des Hotels hinwegfegt. (e.)
Der Schweizer Bestsellerautor Tim Krohn erzählt in der
Aula Buechholz in Zollikon
die kantige und gleichzeitig
romantische Geschichte
«Der Geist am Berg».
Anna Trauffer und Tim Krohn führen eine Bergnovelle auf.
Foto: zvg.
Steuererhöhungen beantragt werden. Eine gewisse Schadenfreude
darüber, dass nun auch die reichen Goldküstenbewohner aufs
Geld schauen müssen, ist bereits
dem Titel anzumerken. Der «Blick
am Abend» wiederum fantasierte
gar, dass die Goldküste das «Beverly Hills» von Zürich sei, und
veröffentlichte infolgedessen eine
Auswahl an Sprüchen, mit denen
«Goldküstenkinder» ständig als
«Schnösel» abgestempelt würden.
Zum Beispiel: «Wurdest Du mit
dem Chauffeur zur Schule gefahren?» oder «Kennst Du Tina Turner?».
In regelmässigen Abständen
eine wohldosierte Portion Schadenfreude in Richtung Zürichsee
zu verspritzen, scheint sich der
Rest der Schweiz nicht verkneifen
zu können. Sicher, Küsnacht ist
nicht Schlieren und Erlenbach
nicht Dietikon, doch wer von hier
stammt, weiss, dass auch an diesem schönen Uferstreifen ganz
normale Exemplare der Species
Homo sapiens leben.
Um diese Neiddebatte nicht
noch zu schüren, geht manch alteingesessener Bewohner sogar so
weit, den Begriff «Goldküste»
nicht mehr zu verwenden. Zugegeben, dieser ist zweideutig, doch
eigentlich wurde damit einst die
Tatsache beschrieben, dass das
rechte Zürichseeufer abends von
der Sonne in goldenes Licht getaucht wird – zumindest wenn es
die Wolkendecke zulässt. Ich will
nicht nur meinen Wortschatz nicht
verstümmeln, sondern interpretiere den Begriff auch schlicht und
einfach dieser Bedeutung gemäss.
Ein wenig Gelassenheit angesichts
der Neiddebatte kann nicht schaden. Lasst ihnen doch ihre (Schaden-)Freude, denn wir haben dafür den See, den Pfannenstil und
die wunderschönen Tobel. Und
darauf trinke ich – ich gebs ja zu –
auch gerne mal ein Cüpli ...
Foto: zvg.
Krohns «Der Geist am Berg» in Wort und Klang
Tim Krohn wird dabei von der Klangkünstlerin Anna Trauffer begleitet.
Der Autor gilt in der Literaturszene
als glänzender Erzähler. Bekannt
sind vor allem seine Romane «Quatemberkinder» und «Vrenelis Gärtli»,
aber auch seine Inszenierungen – etwa diejenige am Einsiedler Welttheater 2013. Auch sein jüngstes Werk
«Aus dem Leben einer Matratze bes-
3
Letzte Woche führte der Artikel
«Der Goldküste geht das Geld aus»
über geraume Zeit die Liste der
meistgelesenen
Artikel
auf
www.tagesanzeiger.ch an. Darin
geht es darum, dass in mehreren
Gemeinden am Rechten Zürichseeufer, etwa in Zumikon oder in
Küsnacht von den Gemeinderäten
Küsnacht: Einbrecher schlagen bei Gottheil zu
Am letzten Mittwochmorgen
war die Bestürzung für
Andreas Eugster, Geschäftsleiter von Augenoptiker
Gottheil, gross: Einbrecher
hatten sein Geschäft
Sunlight an der Küsnachter
Dorfstrasse heimgesucht.
23. Oktober 2014
Philippa Schmidt
Tess Zürcher
«Durch die Freiwilligenarbeit und die
damit verbundene intensive Auseinandersetzung lernen alle Helfer, mit
den Schwierigkeiten des Alters besser umzugehen», sagt Judith Anna
Kiewald, Leiterin Fachstelle für Alter
und Gesundheit der Gemeinde Küsnacht. Viele möchten besser verstehen, wie es sich anfühlt, älter zu werden. «Die Freiwilligen tragen dazu
bei», so Kiewald weiter, «den Alltag
von älteren Menschen fröhlicher und
abwechslungsreich zu gestalten. Dabei erkennen sie oft selber, was sie
sich für ihre Zukunft wünschen.»
Freiwilligenarbeit sei somit geprägt
von Geben und Nehmen.
Kiewald hat selber jahrelang Freiwilligenarbeit geleistet und dabei Einblicke in Tätigkeitsbereiche erhalten,
mit denen sie sonst nie in Kontakt gekommen wäre. Schon immer war ihr
die Seniorenarbeit ein grosses Anliegen. Nach einer von ihr initiierten Bedarfsanalyse kam heraus, dass die
Küsnachter Seniorenheime Freiwillige
sehr begrüssen würden. «Jeder geistig
und körperlich Gesunde kann sich
melden», erklärt Kiewald. «Bei einem
Nr. 43
Dienstag, 28. Oktober, 19.45 Uhr, Aula
Buechholz Zollikon. Mitglieder Kulturkreis
Zollikon und Jugendliche bis 20 Jahre
freier Eintritt. www.kulturkreiszollikon.ch.
Intensivwochenende
für Erlenbachs Familien
Der Familienclub Erlenbach und das
Familienzentrum Flüügepilz planen
ein Intensivwochenende für Familien
in und um Erlenbach: Am Samstag,
1. November, findet im Kirchgemeindehaus von 9 bis 11.30 Uhr die Sportartikelbörse statt. Annahme von gut
erhaltenen Sportartikeln ist am Freitag, 31. Oktober, 17–19 Uhr.
Am Sonntag, 2. November führt
dann der Räbeliechtliumzug durch die
verdunkelten Strassen. Treffpunkt ist
um 17.30 Uhr beim Schulhaus Unterer Hitzberg. Kindergartenkinder und
1.-Klässler erhalten eine Räbe im Unterricht. Am Samstag ab 14 Uhr findet
zudem ein gemeinsames Räbenschnitzen im Familienzentrum statt. (e.)
4
Nr. 43
AMTLICHE ANZEIGEN / INFORMATION
23. Oktober 2014
Politische Gemeinde
Informationen
Porträts
Bauprojekte
Bauherrschaft:
Chinderhuus GmbH, Dillileeweg 8
8700 Küsnacht
Objekt/Beschrieb: Umnutzung Büroräumlichkeiten, Erstellen
von 2 Werbefahnen, Kletterturm und 2 Parkplätzen, am Gebäude Vers.-Nr. 1239, auf dem
Grundstück Kat.-Nr. 3355
Zone:
Kernzone K2
Strasse/Nr.:
Seestrasse 134a, 8700 Küsnacht
Das Baugesuch liegt während 20 Tagen, vom Datum der Ausschreibung an, beim Bauamt der Gemeindeverwaltung Küsnacht auf.
Begehren um Zustellung baurechtlicher Entscheide können innert der gleichen Frist schriftlich bei der örtlichen Baubehörde
gestellt werden. E-Mail-Zuschriften erfüllen die Anforderungen
an die Schriftlichkeit in der Regel nicht. Wer das Begehren nicht
innert dieser Frist stellt, hat das Rekursrecht verwirkt. Die Rekursfrist läuft ab Zustellung des Entscheides (§§ 314–316 PBG).
23. Oktober 2014
Die Baukommission
Bestattungen
Mülli geb. Elmer, Regina, von Küsnacht ZH und Schöfflisdorf ZH,
wohnhaft gewesen in 8700 Küsnacht ZH, Obere Heslibachstrasse
60, geboren am 5. April 1933, gestorben am 10. Oktober 2014.
Dinger, Paul, von Zürich, wohnhaft gewesen in 8700 Küsnacht
ZH, Seestrasse 179, geboren am 12. November 1926, gestorben
am 10. Oktober 2014
Reformierte Kirchgemeinde Küsnacht
Verteilung von Jodtabletten im Herbst 2014
Alle zehn Jahre werden im Umkreis der Schweizer Kernkraftwerke vorsorglich Kaliumiodidtabletten (Jodtabletten) an die Bevölkerung abgegeben. Neu hat der Bundesrat den Radius für die
Verteilung von 20 auf 50 Kilometer ausgeweitet. Ab Herbst 2014
werden alle Haushalte, Betriebe und öffentlichen Einrichtungen
in Küsnacht direkt beliefert.
2004 hat der Bund in den Gemeinden, die 20 Kilometer um die
Schweizer Kernkraftwerke liegen, letztmals Kaliumiodidtabletten an die Bevölkerung verteilt. Im Januar 2014 hat der Bundesrat beschlossen, den Radius für die vorsorgliche direkte Verteilung auf 50 Kilometer auszuweiten.
Bei der nächsten Neuverteilung ab Herbst 2014 werden die Kaliumiodidtabletten an alle Haushalte, Betriebe und öffentlichen
Einrichtungen verteilt, die im Umkreis von 50 Kilometern um die
Kernkraftwerke Mühleberg, Gösgen, Beznau und Leibstadt liegen. Dazu gehört auch Küsnacht.
Sie müssen nichts unternehmen. Vor der Verteilung ab Herbst
2014 erhalten alle Haushalte, Betriebe und öffentlichen Einrichtungen in Küsnacht vom Bund automatisch detaillierte Informationen.
Weitere Informationen:
Warum Jodtabletten?
Daniel Dahinden, Abteilungsleiter Hochbau und Planung: «In Küsnacht kann ich mit den Bürgern eine qualitätsvolle bauliche Entwicklung erarbeiten und die Visitenkarte der Gemeinde prägen.»
Kaliumiodidtabletten tragen dazu bei, die Sicherheit der
Bevölkerung im Umfeld eines Kernkraftwerks zu erhöhen.
Bei einem schweren Kernkraftwerksunfall kann radioaktives Iod in die Umgebung austreten. Dieses wird vom Menschen durch die Atemluft aufgenommen und reichert sich
in der Schilddrüse an. Kaliumiodidtabletten verhindern die
Aufnahme von radioaktivem Iod in die Schilddrüse.
Für weitere Informationen: www.kaliumiodid.ch
Die Kirchenpflege lädt die Kirchgemeindemitglieder herzlich ein zur
Kirchgemeindeversammlung
am Montag, 24. November 2014, 20 Uhr
Kirchgemeindehaus, Untere Heslibachstrasse 5
Geschäftsstelle Kaliumiodid-Versorgung
ATAG Wirtschaftsorganisationen AG
Tony Henzen, Karin Jordi
Tel. 031 380 79 77
kaliumiodid-versorgung@awo.ch
Geschäfte:
1. Genehmigung des Voranschlages des
Kirchengutes für das Jahr 2015
2. Wahl der Mitglieder und des Präsidenten der
Rechnungsprüfungskommission (RPK) für die
Amtsperiode 2014 bis 2018
Umfrage und Diskussion
Die Akten liegen vom 10. bis 21. November 2014
während der Öffnungszeiten (Montag bis Freitag
von 8.00 bis 11.30 und von 14.00 bis 16.30 Uhr,
andere Zeiten auf telefonische Anfrage) im Sekretariat Jürgehus zur Einsicht auf.
Stimmberechtigt sind alle in der Kirchgemeinde
Küsnacht wohnhaften Mitglieder der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons
Zürich, die das 16. Altersjahr zurückgelegt haben und im Besitze des Aktivbürgerrechtes sind.
Mitglieder mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind stimmberechtigt, wenn sie über eine
ausländerrechtliche Bewilligung B, C oder Ci verfügen.
Nicht Stimmberechtigte sind als Gäste
willkommen.
Küsnacht, 23. Oktober 2014
Die Kirchenpflege
Öffnungszeiten Bibliothek Küsnacht:
Montag:
Mittwoch:
Donnerstag:
Freitag:
Samstag:
17.00 bis 20.00 Uhr
9.00 bis 12.00 Uhr und 14.30 bis 18.00 Uhr
17.00 bis 20.00 Uhr
9.00 bis 12.00 Uhr und 14.30 bis 18.00 Uhr
10.00 bis 13.00 Uhr
Höchhus, Seestr. 123, 8700 Küsnacht
Gemeindehaus Obere Dorfstrasse 32 8700 Küsnacht T 044 913 11 11 www.kuesnacht.ch
Andreas Tanner, Abteilungsleiter Liegenschaften: «Während
meiner fast 40-jährigen Tätigkeit für die Gemeinde habe ich nie
einen langweiligen Tag erlebt. Im aktuellen Amt verwalte ich
nicht nur Liegenschaften – beispielsweise betreue ich aktuell
auch verschiedene Umbau- und Sanierungsprojekte –, sondern
unterstütze auch die Verantwortlichen für Forstwirtschaft,
Rebbau sowie für Jagd und Fischerei bei finanziellen und rechtlichen Fragen.»
Fotos: Martina Peyer
Auf der Seite für die amtlichen Publikationen werden in loser
Folge Mitarbeitende der Gemeinde Küsnacht vorgestellt, um
den Küsnachterinnen und Küsnachtern Menschen, die für die
Gemeinde im Einsatz sind, näherzubringen.
KIRCHE / AKTUELL
Küsnachter
Am letzten Sonntag im September organisiert der Frauenverein Berg traditionell
die Erntedankfeier. Diesmal
halfen weitere Frauenvereine bei den Vorbereitungen.
Foto: zvg.
Jugendlicher Schwung mit Trio Novarte
Das Ensemble «Trio Novarte» besticht
durch hohe Musikalität und jugendlichen Elan und Frische. Es besteht aus
Melinda Stocker (Violine), Andrea Sutter (Violoncello) und Sebastian Tortosa
(Klavier). Sie haben sich an der Zürcher Hochschule der Künste kennen
gelernt, unterrichten heute an verschiedenen Kantons- und Musikschulen und spielen regelmässig im Orchester der Oper Zürich, im Tonhalle
Orchester Zürich und beim Musikkollegium Winterthur.
Das Werk von Lili Boulanger entstand 1917/1918 kurz vor ihrem frühen Tod. Es trägt einen poetischen Ti-
23. Oktober 2014
5
250 Menschen kamen zum
Erntedank in den Limberg-Saal
Elan und Frische: Andrea Sutter, Sebastian Tortosa und Melinda Stocker (v.l.).
Das «Trio Novarte» bringt
im Küsnachter Seehof Werke
von Boulanger, Mendelssohn
und Ravel zum Erklingen.
Nr. 43
tel, in dem Naturstimmung zum Ausdruck kommt: «D’un matin de printemps» Mit drängendem Tempo,
rhythmischen Akkorden und Harmoniereichtum entsteht das Bild eines
strahlenden Frühlingsmorgens.
Mendelssohns d-Moll-Trio gehörte
rasch zu seinen populären Werken.
Robert Schumann nannte es das
«Meistertrio der Gegenwart». Es entstand während glücklicher Tage in
Frankfurt und am Rhein. So eignet
ihm trotz der Moll-Tonart jugendlicher
Schwung, zu dem sich Kantabilität
und elfenhafte Leichtigkeit gesellen.
Ist der erste Satz von – allerdings gezügelter – Leidenschaft erfüllt, so versetzt das Andante in die Idylle eines
Liedes ohne Worte. Das Finale spielt
mit heiteren Rhythmen, wird zweimal
ins piano zurückgenommen und endet
in einer fulminanten Coda in D-Dur.
Maurice Ravel war bemüht, das Klaviertrio in a-Moll zu beenden, bevor
er seinen Kriegsdienst antrat. In einer Art Geschwindigkeitsrausch gelang ihm dies auch. Die Uraufführung
des Trios im Januar 1915 blieb in
den Aufregungen dieser Zeit allerdings fast unbemerkt. Das Klaviertrio
vermittelt einen Ausblick auf das 20.
Jahrhundert. In diesem Werk verschmelzen rhythmische, harmonische und melodische Elemente unterschiedlicher Kulturkreise. Es werden
klassische rhythmische Taktmodelle
mit asymmetrischen der südosteuropäischen Folklore entlehnten Rhythmen und baskischen Volkstänzen
kombiniert. (e.).
Sonntag, 26. Oktober, 17 Uhr, Seehof,
Hornweg 28, Küsnacht. Eintritt frei, Kollekte, Platzzahl beschränkt. Patronat: Kulturkommission Küsnacht.
Zuvor kochen die Frauen reife
Früchte vom Bauernhof zu Konfi
oder Sirup ein, backen feine Kuchen
und Gebäck. Die Pfarrer der katholischen und reformierten Kirchen
Küsnacht bereiten den Gottesdienst
vor. Die Chorgemeinschaft Männerchor Berg-Küsnacht und Sängerbund Küsnacht üben die Lieder ein.
Am Samstag wird es geschäftig
im Limberg-Saal: Es werden die vielen verschiedenen frischen Gemüse
und die zuvor liebevoll zubereitete
Köstlichkeiten
gebracht.
Einige
Frauen bereiten den Spatz (Suppe
mit Gemüse und Fleisch) in der Küche zu. Andere dekorieren die
Marktstände und die Esstische festlich. Wie viele Leute werden dieses
Jahr an den Erntedank finden?
Es sollten mehr Menschen kommen. Denn dieses Jahr lag die ganze
Arbeit nicht nur auf den Schultern
weniger Frauen. Der gemeinnützige
Frauenverein Küsnacht und der katholische Frauenverein von Küsnacht-Erlenbach hatten ihre Mithilfe
zugesagt. Um Familien auf den Erntedank aufmerksam zu machen,
wurde ein ökumenischer Kindersamstag organisiert, an welchem
rund 20 Kinder die Tischdekorationen bastelten und Lieder für den
Gottesdienst einübten. Dank der tollen Lage beim Schulhaus Limberg
konnten die Jungs und Mädchen
auch viel klettern, Fussball spielen,
springen und lachen.
Den Erntedank-Gottesdienst gestalteten die Kinder aktiv mit. Pfarrer Andrea Bianca und Pfarrer Karl
Wolf wussten gekonnt, wie die Kinder mit einzubeziehen, fragten, wofür man «Danke» sagen könnte –
vielleicht für die Sonne, die vielen
Freunde oder doch fürs fussballerische Talent? Danke sagen scheine
nicht so einfach, obwohl jeder gerne
ein «Dankeschön» bekommt. Danke
für die, trotz regnerischem Sommer,
reichhaltige Ernte. Unter den vielen
Gaben, welche die Kinder zum Altar
brachten, waren auch Kartoffeln.
Diese muss man bekanntlich ausgraben, und nach dem Waschen sind
sie in verschiedenen Formen, aber
nur gekocht zu geniessen. Ähnlich
sei es mit dem Glauben: Erst muss
man ihn suchen und dann für sich
auslegen und leben. Die Lieder der
Chorgemeinschaft und der Kinder
ergänzten den Gottesdienst.
Rund 250 Menschen kamen dieses Jahr zum Erntedank in den Limberg-Saal. Beim gemütlichen Beisammensein, Mittagessen und Einkaufen, was die Ernte beschert, entstanden viele interessante Gespräche. Die Frauen der drei Frauenvereine wurden zu Marktfrauen, Tellerwäscherinnen, Gebäckverkäuferinnen oder servierten gekonnt die
Suppe. Alt und Jung, Mann und
Frau aus ganz Küsnacht trafen sich
– und ganz nebenbei spendeten alle
für einen guten Zweck: Die Stiftung
pro integral für hirnverletzte Menschen konnte mit einem schönen Betrag unterstützt werden. (e.)
Küsnachter Bürger lancieren neues Projekt fürs Zentrum
wurde die Idee für die zweite Zentrumslösung von Hermann Gericke,
der einen ersten Prototyp des alternativen Zentrums kurz nach Annahme
des Projektierungskredites fertiggestellt hatte. Für die Ausarbeitung holte
sich der ehemalige Geschäftsführer
des Familienunternehmens Gericke
AG professionelle Hilfe, die er aus eigener Tasche bezahlte. So wurden
Pläne und ein Modell des Zentrumprojektes von der «Locher Ingenieure
AG» in Zürich im Detail umgesetzt,
während der Initiativtext (s. Box) von
einem Juristen formuliert wurde.
Fortsetzung von Seite 1
sondern würden auch in einer Stichfrage nach ihrer Priorisierung befragt.
Picknick statt Bistro
Trotz der oberirdischen Parkplätze
wollen die Initianten nicht völlig auf
eine Grünfläche, wie sie in den Zielvorgaben des Mitwirkungsverfahrens
gefordert wird, verzichten. Eine
Grünanlage schräg gegenüber der
Migros soll mit ihren Bänken insbesondere Raum für Schüler und Angestellte bieten, um mittags zu picknicken.
Das Bedürfnis nach einem Bistro,
wie es in einem der beiden Gebäude
von «Schulze und Schultze» vorgesehen ist, sieht Gericke nicht. «Wir haben doch bereits 16 Restaurants im
Umkreis», kritisiert der Küsnachter.
Hermann Gericke weist aber auch
daraufhin, dass mit dem Alternativprojekt weiterhin das Errichten von
Gebäuden möglich wäre: «Wir verbauen uns nichts damit.» Zusätzlich
sind in dem Projekt ein Zugang zum
Bahnhof durch eine Treppe sowie eine Rampe und ein Lift, zwei Einfahrten und schräg gestellte, sogenannte
Komfort-Parkplätze
vorgesehen.
Durch Bepflanzungen und Hecken
am Rand des Platzes sowie an der
Brüstung des oberen Parkdecks sollen die parkierten Fahrzeuge von
ausserhalb nicht sichtbar sein.
Parkplätze während der Bauzeit
Eine wichtige Motivation für den Start
der Initiative waren die Bauzeit sowie
ihre Auswirkungen auf Küsnacht.
Während die Initianten mit einer reinen Bauzeit von elf Monaten rechnen,
geht der Gemeinderat bei «Schulze
und Schultze» von einer etwa drei- bis
Wunsch nach Zusammenarbeit
mit dem Gemeinderat
Zwei Parkebenen, zwei Einfahrten und eine Grünfläche: Das neue Küsnachter Zentrumprojekt.
Plan: zvg.
vierjährigen Bauzeit aus. Sorgen machen sich Barbara Bretscher und
Hermann Gericke vor allem um die
Parkierungsmöglichkeiten in dieser
Zeit. Der Gemeinderat habe bis jetzt
Fehlendes
Mitwirkungsverfahren
«Für mich war die Annahme des
Projektierungskredits an der Urne
das Ergebnis eines langen Prozesses, dem das Mitwirkungsverfahren zugrunde liegt. Natürlich
ist die Initiative demokratisch legitimiert, aber an die Legitimation des Mitwirkungsverfahrens
reicht sie nicht heran», so der
Küsnachter Gemeindepräsident
Markus Ernst (FDP). Ausführlicher äussern will sich der Küsnachter Gemeinderat aber erst
nach der offiziellen Einreichung
der Initiative. (phs.)
noch keine alternativen Parkplätze
für die Bauzeit angeben können, beklagt Gericke. Beim Bau des Alternativprojektes würden hingegen immer
mindestens 60 Parkplätze zur Verfügung stehen. Im Endresultat sollen
die heute 117 Parkplätze auf 180 erhöht werden.
«In den Haupteinkaufszeiten hat
es schon jetzt zu wenig Parkplätze»,
warnt Barbara Bretscher-Hotz, welche
Inhaberin der nahen Apotheke Hotz
ist. Die beiden Initianten machen sich
Sorgen um die Umsätze des benachbarten Gewerbes, aber auch um Geschäfte im ganzen Küsnachter Dorfkern. Sie sei aber keine offizielle Repräsentantin des Gewerbes, sondern
engagiere sich aus eigenem Interesse,
stellt Bretscher-Hotz klar.
Bei den sechs Initianten handelt es
sich teilweise um Anwohner. Bretscher-Hotz und Gericke, der früher
Parteipräsident der Küsnachter FDP
war, betonen, dass die Initiative parteipolitisch unabhängig sei. Entwickelt
Dass das Komitee laut Gesetz noch
eine Begründung an den Initiativtext
anhängen musste, sieht Gericke als
Vorteil: «Es ist wichtig, dass sich die
Leute nochmals mit dem Zentrum befassen.» Er sieht sein Projekt zudem
nicht als reine Opposition, sondern
als Chance: «Wir wollen das Projekt
nicht gegen, sondern in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat durchführen.» Nun geht das Initiativkomitee mithilfe einer Informationsbroschüre, welche in alle Küsnachter
Briefkästen verteilt wird, auf die Jagd
nach Unterschriften. Um diese termingerecht für die Gemeindeversammlung vom nächsten März einreichen zu können, wird bis zum 19.
November gesammelt.
Wenn die Initiative formaljuristisch den Ansprüchen entspricht, bedarf sie zwar nur einer Unterschrift
eines stimmberechtigten Küsnachter
Bürgers, um angenommen zu werden; da eine hohe Zahl an Unterschriften jedoch einen symbolischen
Wert hat, hoffen Hermann Gericke,
Barbara Bretscher-Hotz und ihre Mitstreiter auf zahlreiche Unterstützung.
Initiativtext
Initiative für ein besucher- und
umweltfreundliches Zentrum
Küsnacht
Gestützt auf § 3 Abs. 2 der Gemeindeordnung und § 50 des
Gemeindegesetzes, reichen die
unterzeichnenden Stimmberechtigten der Gemeinde Küsnacht
die folgende Initiative ein:
• 1. Die Gemeindeversammlung
beschliesst einen Kredit von Fr.
420 000.– für die Projektierung
einer Neugestaltung des Parkplatzareals Zürichstrasse (Alternativprojekt).
• 2. Das ausgearbeitete Alternativprojekt ist den Stimmberechtigten spätestens mit dem Bauprojekt «Bauliche Neugestaltung des Zentrums» (geschätzte Kosten Fr. 64 Mio.) zur Abstimmung zu unterbreiten.
• 3. Bei der Ausarbeitung des Alternativprojekts sind folgende
Vorgaben zu berücksichtigen:
a. Auf dem Niveau Zürichstrasse soll eine zusätzliche
Parkebene erstellt werden.
b. Es sollen insgesamt ca.
180 öffentliche Parkplätze sowie
eine Anzahl von Velo- und Motorrad-Abstellplätzen
bereitgestellt werden.
c. Das Projekt beinhaltet auch
eine Parkanlage für Fussgänger.
d. Das ganze Areal soll innerhalb und am Rand begrünt werden. Bestehende Bäume sollen
wenn möglich erhalten bleiben.
Weitere Infos: www.kuesnacht-zentrum.ch.
6
Küsnachter
Nr. 43
VEREINE / PARTEIEN
23. Oktober 2014
AUS DER KÜSNACHTER POLITIK
Die Schweizermacher von Küsnacht
Lukas Relly
Wer kennt sie nicht, die Klischees
und Schauermärchen von Einbürgerungen, wunderbar überspitzt dargestellt zum Beispiel im Filmklassiker «Die Schweizermacher» von
1978, in welchem Emil Steinberger
und Walo Lüönd als Einbürgerungsbeamte einbürgerungswillige Ausländer auf Herz und Nieren testen?
Aber wie bürgert heute Küsnacht
ein? Wem wird das Küsnachter Bürgerrecht verliehen, und wem wird es
verwehrt? Und aus welchem Grund?
Wer in Küsnacht Schweizer werden will, erwirbt das Bürgerrecht
auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene in einem mehrstufigen
Verfahren, wobei Bund, Kanton und
Gemeinde jeweils definierte Aufgaben und Kompetenzen zukommen.
Der Kanton Zürich legt gewisse generelle Richtlinien im Rahmen der
Bundesgesetzgebung fest, so beispielsweise die minimale Dauer,
welche eine Bewerberin in der
Schweiz gelebt haben muss. Der
Kanton prüft auch, ob der Bewerber
etwas auf dem Kerbholz hat
Aufgabe der Gemeinde im Einbürgerungsverfahren ist die Überprüfung, ob der Bewerber integriert
ist sowie seiner finanziellen Situation (wirtschaftliche Erhaltungsfähigkeit). Jede Gemeinde entscheidet
selber, wie sie diese beiden Kriterien
überprüfen will. Früher war es üblich, dass Bürgerrechtsbewerber
sich der Gemeindeversammlung
stellen mussten und dass dort basisdemokratisch beschlossen wurde.
Küsnacht hat dieses Modell vor einigen Jahren zugunsten einer gewählten Kommission, der Bürgerrechtskommission (BRK) aufgegeben. In
anderen Gemeinden liegen Einbürgerungen in der Kompetenz des Gemeinderats. Auch in Küsnacht ist
der Gemeinderat involviert, indem
er aus seinen Mitgliedern den Präsidenten der BRK stellt.
Zur Überprüfung der Integration
und der wirtschaftlichen Erhaltungsfähigkeit stehen den vier Mitgliedern
der BRK und ihrem Präsidenten Angaben zum Lebenslauf, Steuerinformationen, allfälliger Bezug von wirtschaftlicher Hilfe, Betreibungen,
Straftaten zur Verfügung. Diese dienen als Grundlage für das Einbürgerungsgespräch, in welchem sich die
Kommission mit der Bewerberin etwa eine halbe Stunde unterhält.
Die BRK Küsnacht geht nicht –
wie im Film – zum Nachtessen zu
Bewerbern, aber Essgewohnheiten
sind nicht selten ein Thema an unseren Gesprächen und zeigen einen
Aspekt der Integration auf. Andere
Themen sind Beruf, Freizeit, Mitgliedschaft in Vereinen, beliebte Feriendestinationen, Einkaufsgewohnheiten, Freundeskreis. Im Gespräch
Am Dienstag boten die GCK Lions eine
super schwache Leistung in La
Chaux-de-Fonds und verloren sangund klanglos mit 2:6. Vor allem die
beiden Ausländer enttäuschten. Dumme Strafen führten zu Gegentreffern
und wegen offensiver Harmlosigkeit
konnten keine Treffer erzielt werden.
Lars Neher (zum 1:1) und Ramón
Diem (zum 2:4) waren wenigstens
noch zwei Torschützen. Folgte nun
der steile Fall zum Tabellenende?
Weit gefehlt! Es folgte, in gleich
zwei Begegnungen gegen Langenthal,
eine massive Leistungssteigerung – die
Performance einer Spitzenmannschaft,
die aber noch nicht zur Normalform
gefunden hat. Innert 48 Stunden konnte der Gegner Langentahl gleich zweimal geschlagen werden. Fünf verschiedene Torschützen (Neher, Büsser,
Tremblay, Senteler und Brandi) bauten
wird ganz nebenbei auch klar, ob
die Bewerber ausreichende Deutschkenntnisse haben.
Einen besonderen Stellenwert
nimmt das Verständnis für politische Zusammenhänge ein. Mit dem
Erwerb des Bürgerrechts erwirbt
sich der Kandidat ja primär das
Recht, an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen. Dabei betonen
wir gegenüber den Kandidaten jeweils, dass die politische Gesinnung
keinen Einfluss auf das Verfahren
hat – dies im Gegensatz zum
Lukas Relly, EVP, ist seit 2010 Mitglied der
Bürgerrechtskommission.
LED-Aktion zum
«Energyday 14»
Am «Energyday 14», dem nationalen
Tag der Energieeffizienz vom kommenden Samstag, offeriert die Energiestadt Küsnacht 800 LED-Lampen
zum Preis von 5 Franken (maximal
fünf Lampen pro Person). Die Energiestadt will damit die Bevölkerung
zum sorgsamen Umgang mit Energie
motivieren.
Die Vorteile von LED-Lampen sind
offensichtlich: Sie brauchen zehnmal
Mal weniger Strom als Glühlampen
und können eine Lebensdauer von
über 15 Jahren erreichen. Im Gegensatz zu Sparlampen fällt bei der Entsorgung zudem kein giftiges Quecksilber an.
Am Stand vor dem Gemeindehaus
sind drei Typen erhältlich: zwei verschiedene LED-Lampen für den Ersatz von 40-Watt-Glühbirnen sowie
LED-Spots, die Halogenspots ersetzen
können (Hochvolt, ohne Trafo). Da es
verschiedene
Lampensockel
gibt,
nimmt man am besten seine alte Lampe als Muster mit. (pd./ mai.)
Samstag, 25. Oktober, 10–14 Uhr oder solange Vorrat. Vor dem Gemeindehaus.
Cecilia Matasci
Foto: zvg.
Eine Woche mit Hochs und Tiefs
Hanspeter Rathgeb
Lukas Relly, EVP
Diese drei LED-Lampentypen sind
am Stand erhältlich.
Fotos: zvg.
Vögel im Winter füttern oder nicht?
GCK’s Lars Neher (r.) zeichnete sich zweimal als Torschütze aus.
Die GCK Lions erlebten eine
ereignisreiche Woche. Es
standen Begegnungen mit
La Chaux-de-Fonds und
Langenthal auf dem Plan.
«Man findet typischerweise
rasch zu einer
einheitlichen Meinung»
Schweizermacher-Film. Es interessiert einzig und allein die Tatsache,
dass die Bewerber ein politisches Interesse und Verständnis zeigen.
Meistens wird der BRK im Rahmen des Gesprächs klar, ob die Kriterien Integration und wirtschaftliche Erhaltungsfähigkeit gegeben
sind, manchmal sind noch weitere
Abklärungen nötig. Auch wenn die
einzelnen Mitglieder der BRK ihre
Schwerpunkte in der Beurteilung
zum Teil etwas anders setzen, Abstimmungen sind nicht nötig. Man
findet typischerweise rasch zu einer
einheitlichen Meinung.
Das bisher Beschriebene folgt
dem sogenannten Ordentlichen Einbürgerungsverfahren. Gewisse Einbürgerungswillige profitieren von
Erleichterungen oder Vereinfachungen, so beispielsweise Ehepartner
von Schweizern, in der Schweiz geborene Ausländer, Jugendliche, die
in der Schweiz zur Schule gingen.
Ein Spezialfall stellt auch das Erteilen des Küsnachter Gemeindebürgerrechtes an Schweizer dar oder
wenn ein Küsnachter Bürger sein
Gemeindebürgerrecht aufgibt. In
den allermeisten dieser Fälle kann
die BRK einen Entscheid aufgrund
der Akten ohne Gespräch treffen.
bis zur zweiten Pause eine deutliche
5:1-Führung auf. Am Schluss hiess es
noch 5:3. Trotz starkem Ansturm der
Langenthaler im Schlussabschnitt
konnte der Sieg über die Distanz gerettet werden. Eine reife Leistung.
Die Bestätigung der guten Leistung
des gesamten Teams folgte zwei Tage
später auf der KEK. Nach schwachem
Beginn mit vielen Fehlzuspielen im eigenen Drittel und einem 0:1-Rückstand als Folge davon, nahm Trainer
Matti Alatalo ein frühes Timeout. Dies
zeigte offenbar Wirkung. Alle Spieler
zeigten mehr Konzentration. Noch im
Startdrittel konnte Junior Bachofner
ausgleichen. Ein Doppelschlag im Mittelabschnitt durch Brandi und Tremblay innert 53 Sekunden brachte die
Entscheidung. Die knappe 3:1-Führung wurde bis zum Schluss mit vereinten Kräften verteidigt.
So nahe beieinander liegen im
Sport Hochs und Tiefs. Es war erfreulich, wie sich das junge Team der GCK
Lions mit Konzentration in der Defensive und Kampfgeist das Glück zu diesen zwei etwas überraschenden Siegen steigern konnte. Damit etablierten
sich die Küsnachter im breiten Mittelfeld der Tabelle und können zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Langsam naht der Winter. Viele unserer Vögel begannen jedoch schon
Ende Sommer, sich darauf vorzubereiten: Mauersegler, Rauchschwalben
und andere Zugvögel haben sich bereits auf den langen Flug in ihre afrikanischen Winterquartiere gemacht.
Andere Arten schaffen es, trotz Frost,
Schnee und Nahrungsmangel in unseren Breitengraden hier zu überleben. Die widrigen Lebensumstände
gefährden im Allgemeinen ihre Bestände nicht.
Auch wenn es für sie also nicht
überlebenswichtig ist, hilft eine Fütterung den hier überwinternden Vögeln doch, Kälte und Nahrungsmangel zu überwinden. Von der Fütterung profitieren übrigens Meisen,
Amseln und andere gut ans städtische Umfeld angepasste Vögel am
meisten. Seltenere und bedrohte Arten werden kaum zu den Vogelhäuschen kommen – sie können wir nicht
retten, indem wir ihnen Futter zur
Verfügung stellen. Ihnen bietet nur
ein gesundes und nahrungsreiches
Umfeld noch eine Überlebenschance.
Futterstellen nützen andererseits
auch uns Menschen: Wir können die
Vögel beobachten, und vor allem Kinder können so etwas von der spannenden Natur erleben.
Es gibt einige grundlegende Regeln für das Füttern von Vögeln: Da
die Vögel nach den langen Nacht-
Eine Blaumeise tankt Energie für kalte Winternächte.
stunden hungrig sind, sollten sie das
Futter am Morgen vorfinden. Weiter
sollten sie vorzugsweise natürliches
Futter erhalten, ungesalzen und ohne
jegliche chemischen Zusätze. Brot
oder gewürzte Essensreste sind nicht
ratsam. Aus ökologischen Gründen
sollten wir auch keine exotischen
Produkte wie Kokosfett, Palmöl oder
Erdnüsse verfüttern. Wichtig ist, Futterstellen so anzubringen, dass sie
vor Nässe und Eis geschützt sind und
sich in der Nähe von Bäumen oder
Foto: zvg.
Gebüschen befinden, in denen sich
die Vögel notfalls vor Gefahren in
Schutz bringen können. Diese schützenden Gebüsche sollten einen Mindestabstand von zwei Metern zu den
Vogelhäuschen haben: So können
Räuber wie Katzen die Vögel beim
Fressen nicht unbemerkt angreifen.
Vogel-Nisthilfen
und
FutterhäuschenWorkshop in Hirslanden: Sonntag, 26. Oktober, 14 bis 17 Uhr im Quartiertreff Hirslanden, Forchstrasse 248. Weitere Informationen unter www.birdlife-zuerich.ch.
Kinderkleiderbörse für den Herbst und Winter
Am kommenden Samstag findet die
Kinderkleiderbörse des FamilienClubs Küsnacht statt. Angeboten werden Herbst- und Winterkleider, Schuhe, Outdoorbekleidung, Skis, Schlittschuhe, Babyzubehör, Kinderwagen,
Autositze, Sportartikel, Spielsachen,
Kinderbücher etc. Die Kunden
schreiben die Waren selbst an, eine
Registrationsnummer kann vorgängig
in der Ludothek in Küsnacht bezogen
werden. Der Verkaufspreis wird
selbst bestimmt. Warenannahme am
Freitag, 24. Oktober, von 18.30 bis
20 Uhr. Wer Artikel gebracht hat,
darf eine halbe Stunde vor dem offiziellen Verkauf den Vorverkauf nutzen. Ein Viertel des Erlöses geht an
eine gemeinnützige Organisation, den
Rest erhält der Kunde. Nicht verkaufte Kleider können in ein Projekt in
Rumänien gegeben werden. (e.)
Samstag, 25. Oktober, 10–15 Uhr, Foyer
und Heslihalle, Untere Heslibachstr. 33,
Küsnacht. Infos: Nicole Sciaranetti, Tel.
044 910 31 77, nic_haefeli@bluewin.ch.
Stadt Zürich
Nr. 43
23. Oktober 2014
7
Baureportage Wohnüberbauung Oasis
«Oasis»: Innovative Architektur, kreativ realisiert
In Witikon entstehen an guter Lage
22 Eigentumswohnungen in drei
Gebäuden. Die Wohnüberbauung
Oasis zeichnet sich durch variantenreiche und flexible Grundrisse
mit 2½ bis 5½ Zimmern aus.
Die Neuüberbauung Oasis an der Witikonerstrasse 486 in Witikon besticht durch ihren zurückhaltenden klassischen Stil. Durch die aussergewöhnliche Form der Gebäudehülle sind
die Wohnungsgrundrisse spannend und alles
andere als 08/15. Grosszügige Innenflächen
charakterisieren die Grundrissgestaltung der
2½- bis 5½-Zimmer-Wohnungen, teilt die Immovesta AG, die für die Vermarktung der Wohnungen zuständig ist, mit. Die offenen Räume
bilden die Basis für individuelle Einrichtungswünsche und ermöglichen eine gute Möblierbarkeit. Wegen der grossen Fensteröffnungen
auf allen drei beteiligten Fassadenseiten sind
die Wohnungen stets lichtdurchflutet. Sitzplätze
und gedeckte abgerundete Balkone ergänzen
im Freien das Raumangebot und laden zum
Verweilen ein.
Es kommen ausschliesslich hochwertige
Materialien zur Anwendung. Besonders erwähnenswert sind die exklusiven Bulthaup-Küchen,
das schöne Mosaik in den Nasszellen sowie die
hochwertigen, gebürsteten Landhausdielen, die
zum Standard gehören. Die 3½-Zimmer-Wohnungen sind 90 bis 107 Quadratmeter gross,
die 4½-Zimmer-Wohnungen 110 bis 122 Quadratmeter und die 5½-Zimmer-Wohnungen
124 bis 150 Quadratmeter. Zudem gibt es Lofts
im Attikageschoss. Das Treppenhaus ist in modernster Sichtbetonweise erstellt. Ein Lift ist
vorhanden, die Überbauung ist rollstuhlgängig.
Die zueinander versetzte Positionierung der
3- bis 4-geschossigen Gebäude einerseits und
die durchdachte Anordnung der Wohnungen
und Zimmer andererseits schaffen einander abgewandte Räume, wo man sich ungestört zurückziehen kann. Die Gartenwohnungen haben
private Bereiche mit Sitzplatz und Sichtschutz
zwischen den Vorgärten und allgemeinen Flächen. Dem gegenüber stehen die Fusswege,
Aufenthaltszonen und allgemein zugänglichen
Rasen- und Grünflächen zwischen den Gebäuden, die gemäss Immovesta AG das nachbarschaftliche Zusammenkommen begünstigen
und ermöglichen.
Die Neuüberbauung Oasis besticht durch ihren klassischen Stil.
Minergie zertifiziert
Fotos: zvg.
Die Überbauung wird im Minergiestandard erstellt, die Wärmegewinnung findet mittels Erdsonde statt. Jede Wohneinheit verfügt über eine
eigene Komfortlüftung. Das Qualitätslabel Minergie steht für optimalen Wohnkomfort und
garantiert einen geringen Energieverbrauch.
Des Weiteren gehört zur Neuüberbauung
ein grosszügiges Parkplatzangebot in der Tiefgarage. Aber auch die Erschliessung der Neubausiedlung mit Auto, ÖV und zu Fuss ist gut.
Die Bushaltestelle befindet sich unmittelbar vor
der Haustür.
Eine Rohbaubesichtigung ist zurzeit möglich. Der Bezug ist auf 1. April 2015 geplant.
(pm.)
www.oasis-zuerich.ch, Kontakt: Gisela Büscher, Telefon 044 279 75 55, gisela.buescher@immovesta.ch.
Die offenen Räume bilden die Basis für individuelle Einrichtungswünsche.
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AG, «Kleinanzeigen», Buckhauserstr. 11, 8048 Zürich. Diese Inserate
sind nur für private Anbieter. Aufträge, die bis Freitag, 10.00 Uhr,
bei uns eintreffen, erscheinen in der nächsten Ausgabe. Den Text
bitte in Blockschrift ausfüllen (pro Feld 1 Buchstabe, Satzzeichen oder
Wortzwischenraum).
❏ Freizeit/Ferien
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❏ Fitness/Gesundheit
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❏ Diverses
❏ Fahrzeuge
Name/Vorname:
Strasse:
PLZ/Ort:
Telefon:
❏ Wohnungen
❏ Möbel/Antiquitäten
8
Küsnachter
Nr. 43
23. Oktober 2014
Die Seite des Handwerks- und Gewerbevereins Erlenbach erscheint 2014 an folgenden Daten:
Nr. 43, 23. Oktober – Nr. 50, 11. Dezember
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in unserer Rubrik
«Auf einen Blick»:
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Küsnachter
AKTUELL
Nr. 43
23. Oktober 2014
9
«Ich habe überhaupt nicht geahnt, was ich riskiere»
Aufgewachsen ist Steffi Kaul
in Dresden, doch inzwischen
hat die 48-Jährige durch
ihren aus Küsnacht stammenden Mann Peter Kaul
auch einen Bezug zur Seegemeinde. «Von zwei Welten
in ein gemeinsames Leben»,
unter diesem Motto schildern die beiden ihre Erfahrungen am 2. November im
Küsnachter Jürgehus.
Grenze ankündigte – die Berliner
Mauer fiel noch am gleichen Tag.
Dass die Grenzöffnung an diesem
Abend und ohne Zustimmung der
Volkspolizei verkündet wurde, stellte
sich später als Missverständnis heraus, änderte aber nichts am Niedergang der DDR.
«Wir haben vor dem Fernseher
gesessen, und uns liefen die Tränen
übers Gesicht», erinnert sich Steffi
Kaul an den Mauerfall. Alles sei aber
auch sehr unwirklich gewesen. Sie
seien davon ausgegangen, dass sie
ganz schnell rüberfahren müssten,
da die Grenze zum Jahresende sicher
wieder geschlossen werde.
Philippa Schmidt
Wer mit Steffi
Kaul über das Leben in der DDR
redet, sollte Zeit
mitbringen, denn
was sie zu erzählen hat, stimmt
manchmal nachdenklich, ist aber Steffi Kaul. F: zvg.
auch wahnsinnig
interessant. Zwei Stunden dauert das
Gespräch, welches die Frau des
Schweizer Honorarkonsuls in Dresden, Peter Kaul, mit der Redaktorin
führt. Aufgrund der Tatsache, dass
das Ehepaar mit seinen Kindern in
Radebeul bei Dresden wohnt, findet
dieses am Telefon statt.
Dass die Kauls Anfang November
nach Küsnacht kommen, nahm seinen
Anfang in einem Besuch der Reformierten Kirchgemeinde Küsnacht in
Dresden. Pfarrer Andrea Bianca hielt
anlässlich eines Kanzeltauschs im
Jahr 2012 eine Predigt in der berühmten Dresdner Frauenkirche. Nun
steht nicht nur eine Gegenpredigt
des Frauenkirchenpfarrers Sebastian
Feydt (siehe Box) an, sondern auch
besagtes Gespräch, welches ebenfalls
von der Reformierten Kirche Küsnacht
organisiert wird. Seinen Ursprung
nahm dieses darin, dass Küsnachter
Kirchgemeindemitglieder Steffi Kaul
2012 einige Fragen zu Dresden und
zur DDR stellten und schliesslich alle
gebannt lauschend um sie herum sassen. «Hinterher bekam ich sogar noch
zwei Dankesbriefe, in der meine Erzählungen als authentisch und aufschlussreich gelobt wurden», erinnert
sie sich.
Fauxpas bei der Grenzöffnung
Als es 1989 zuerst in Leipzig und
dann auch in anderen ostdeutschen
Städten mit den Montagsdemonstrationen losging, hatte die damals 23Jährige gerade ihr zweites Kind bekommen. Während sie zuerst die
dramatischen Ereignisse vor dem
Fernsehschirm verfolgte, plante sie
später, gemeinsam mit einer Freundin und dem Säugling an einer Demonstration teilzunehmen. Erst die
Intervention ihres ersten Mannes
hielt sie vom Protest mit dem Kinderwagen ab. «Wir waren uns damals
gar nicht bewusst, wie gefährlich das
war», gesteht sie sich heute leicht ungläubig ein. Ganz genau im Gedächtnis geblieben ist ihr der 9. November
1989, als Politbüro-Mitglied Günter
Schabowski an einer internationalen
Pressekonferenz die Öffnung der
ANZEIGEN
Ungebetene Mitleser
Dass das System, ja der ganze Staat
aufhören würde zu existieren, hätte
sie damals nie gedacht. Dass aber etwas mit der Deutschen Demokratischen Republik nicht stimmte, hat
Steffi Kaul wohl geahnt. «Wenn mir
im Studium gesagt wurde, dass der
Marxismus-Leninismus die einzig wissenschaftlich begründete Weltanschauung sei, hatte ich schon meine
Zweifel», betont sie und ergänzt, dass
sie an der Fachschule oft als kritische
Zuhörerin angeeckt und sogar aufgrund ihrer Fragen nach Hause geschickt worden sei. «Ich war nicht
wirklich systemkritisch, sondern habe
einfach gerne diskutiert», relativiert
sie, sagt aber auch: «Ich habe damals
überhaupt nicht geahnt, was ich riskiere. Heute denke ich, es hätte auch
ein schlimmes Ende mit mir nehmen
können.»
Repression und Überwachung der
DDR erlebte Steffi Kaul regelmässig im
Alltag. Etwa in der Form, dass die
Lehrer bereits im Primarschulalter die
Theks der Kinder durchsuchten.
«Wenn dann ein Mickey-Mouse-Heft
gefunden wurde, welches natürlich
verboten war – da aus dem Westen –,
wurde dieses hochgehalten, man wurde vor der Klasse befragt und schämte
sich in Grund und Boden», entsinnt
sie sich mit Grausen. Sie habe dies
aber nur als Überprüfung empfunden,
ob der Ranzen ordentlich sei. Dass sie
überwacht worden seien, sei ihr als
Kind nicht wirklich aufgefallen. «Als
uns später ein Freund, der bei der Armee war, erzählt hat, dass die Stasi
private Briefe durchliest, fand ich das
doch sehr unangenehm», räumt die
vierfache Mutter ein. Man habe dann
aber einfach noch einige Sätze für die
ungebetenen Mitleser in den Brief
reingeschrieben.
Nach der Wende wurde Steffi Kaul
allerdings vor ganz andere Probleme
gestellt. «Ich habe im Nullkommanichts gemerkt, dass mein Studienabschluss nichts mehr gilt, habe ich
doch sozialistische Ökonomie gelernt»,
resümiert sie. Bitterkeit liegt dennoch
nicht in ihrer Stimme. «Ich hatte keine
Ahnung, wie man eine Lohnsteuer berechnet oder wie das mit den Überweisungen funktioniert», schildert sie
ihre damalige Situation in einer Buchhaltung, in der plötzlich alles auf den
Kopf gestellt wurde. An den westdeutschen Berater, der zur Umstrukturierung geschickt worden war, erinnert
sie sich ungern: «Es war alles neu für
uns, und das hat er einfach nicht ver-
Die beeindruckende Dresdner Frauenkirche.
Foto: Harald Heuer
Frauenkirchenpfarrer predigt in Küsnacht
Sie ist weltberühmt, die Frauenkirche in Dresden, der sächsischen
Landeshauptstadt. Und gastfreundlich: Immer wieder stehen hier
Geistliche aus dem In- und Ausland
auf der Kanzel. Gelegentlich predigen auch die Frauenkirchenpfarrer
andernorts. Nachdem Pfarrer Andrea Bianca 2012 im symbolträchtigen Gotteshaus zu Gast war,
kommt es nun zum Kanzeltausch:
Sebastian Feydt, Pfarrer der Frauenkirche, predigt am 2. November,
dem Reformationssonntag, um 10
Uhr erstmals in der reformierten
Kirche Küsnacht. Gemäss der Botschaft der Frauenkirche, «Brücken
bauen – Versöhnung leben – Glauben stärken», sucht er den Brückenschlag
Deutschland–Schweiz
im Zuge der
baldigen
500-JahreFeier der Reformation.
Pfarrer Feydt
wird die Frage stellen, in
wessen Hand
es liegt, wie
sich ein LePfarrer
Sebastian ben gestaltet
Feydt. F.: René Gaens und entfaltet.
Musikalisch
begleitet wird er von der Toggenburger Messe.
Die Frauenkirche ist nicht nur ein
bemerkenswertes Beispiel für barocke
Sakralbaukunst, sondern fasziniert
auch durch ihre Geschichte. Im 18.
Jahrhundert baute George Bähr den
charakteristischen Kuppelbau, doch
bereits seit dem 11. Jahrhundert
gab es an derselben Stelle eine Vorgängerkirche. Am 15. Februar 1945,
zwei Tage nach einem Bombenangriff auf Dresden, stürzte die Frauenkirche ein. Die Pfeiler im ausgebrannten Gotteshaus konnten die
Kuppel nicht mehr tragen. Die Ruine
wurde so belassen und galt seit Anfang der 1960er-Jahre als Mahnmal
gegen Krieg. Nach der Wende, ab
1994, wurde die Frauenkirche
schliesslich wieder aufgebaut. Als
am 30. Oktober 2005 die Weihe der
erneuerten Kirche gefeiert wurde,
gingen die Bilder um die Welt. Auch
heute noch gilt die prächtige Kirche
als Symbol des Friedens. (phs/mai.)
standen.» Doch Steffi Kaul schlug sich
auch im wiedervereinten Deutschland
durch, indem sie schnell lernte und
das Gelernte umsetzte. «Ich hatte
Glück: Ich habe immer wieder Arbeit
gefunden, wenn die Firmen pleite gingen, bei denen ich gearbeitet habe»,
erklärt sie. Ihr Vater, ein Professor an
der Technischen Universität, sei mit
der neuen Situation weniger gut klar
gekommen. Als sich alle Universitätsangestellten neu bewerben mussten,
verzichtete der damals 63-Jährige auf
diesen Schritt und liess sich lieber
frühpensionieren.
Durch einen neuen Stellenantritt
lernte Steffi Kaul auch ihren heutigen
Mann kennen. 1992 wurde sie in der
Firma eingestellt, welche Peter Kaul
ein Jahr zuvor mit einem Partner
übernommen hatte. «Als sich dann
mehr zwischen uns entwickelt hat,
musste ich wieder eine neue Anstellung finden», berichtet sie mit ver-
schmitztem Unterton – der Stellenverlust liess sich wohl verschmerzen.
Auch für Peter Kaul änderte sich
durch die neue Liebe einiges. «Eigentlich wollte er nur etwa zwei Jahre in
Ostdeutschland bleiben, diese Pläne
haben sich dann aber auch wegen mir
geändert», gibt sie zu.
bensart herrscht, habe ich lange gar
nicht wahrgenommen», so Kaul. Es
sei extrem spannend, wie der Schweizer im Gegensatz zum Deutschen denke: Die Deutschen seien doch viel direkter. «Ich finde aber diese Schweizer Form von Umgang miteinander
schön, sie ist viel freundlicher»,
schwärmt sie und ergänzt schmunzelnd: «Ich lerne es langsam und verunsichere nun damit die Deutschen.»
Am 2. November wird Steffi Kaul
wohl kaum für Verunsicherung sorgen: Vielmehr bietet sie Küsnachterinnen und Küsnachtern die Gelegenheit,
diesen schwierigen, aber ungemein
spannend Teil der deutschen Geschichte näher kennenzulernen.
Andere Mentalität
Mittlerweile hat sich ihr Mann nicht
nur beruflich im Bundesland Sachsen
etabliert, sondern ist als Honorarkonsul auch für die ehrenamtliche Betreuung der hiesigen Auslandschweizer
zuständig. Parallel dazu hat Steffi Kaul
in den letzten mehr als 20 Jahren die
Schweiz immer besser kennengelernt.
Ein Land, das sie zuvor, auch aufgrund der Reiserestriktionen der DDR,
noch nie besucht hatte. «Ich habe bei
meinem ersten Besuch kein Wort verstanden», erzählt sie lachend. «Dass
in der Schweiz eine ganz andere Le-
«Von zwei Welten in ein gemeinsames Leben»: 2. November, 11 Uhr, Juka im Jürgehus, Küsnacht. 2. November, 10 Uhr:
Predigt des Pfarrers der Dresdner Frauenkirche, Sebastian Feydt, in der reformierten Kirche Küsnacht.
10
Küsnachter
Nr. 43
23. Oktober 2014
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Küsnachter
AKTUELL
Nr. 43
23. Oktober 2014
11
«Küsnachter» goes Notting Hill
Ein Studium an einer Topuniversität im Ausland ist
der Traum vieler Studenten
– so auch unseres Autors.
Kurz vor seinem Abflug
nach London weiss er eins
mit Sicherheit: Die Erfüllung des Traums muss man
sich hart verdienen.
Unser Mann
in London
Daniel Ammann (24) ist in Zürich
aufgewachsen und hat 2008 ein
Praktikum beim «Züriberg» absolviert. Nach seinem Bachelorstudium an der Universität Zürich
verbringt er aktuell ein Jahr in
London für seinen Wirtschaftsmaster an der London School of
Economics (LSE). Für den «Züriberg» berichtet er monatlich über
Interessantes und Auffälliges, Kurioses und Alltägliches aus dem
britischen Grossstadtleben.
Daniel Ammann
Den Entscheid fällte ich vor genau
einem Jahr: Ich würde die Schweiz
verlassen und meinen Master im
Ausland absolvieren. Nach meinem
Bachelorgrundstudium in Publizistik- und Wirtschaftswissenschaft an
der Universität Zürich hatte ich ein
Praktikum bei einem Verlagshaus
angehängt und war wieder voller
Lust, vor meinem definitiven Berufseinstieg noch einmal neues Wissen
aufzusaugen. Allein, der Folge-Masterstudiengang an der Uni Zürich
reizte mich überhaupt nicht. Und
viele andere Optionen für einen
Master hat man in der Schweiz –
trotz einheitlichem System – leider
nicht, will man nicht mehrere Semester lang Kurse nachholen.
Also ins Ausland. An eine EliteUni mit gutem Ruf, wo es vor weisen
Professoren und interessierten Mitstudenten nur so wimmelt; in eine
internationale Metropole, wo es abseits vom Studienalltag noch den sozialen und kulturellen Horizont zu
erweitern gilt. Keine Frage: So sollte
es sein! Ich ahnte ja nicht im Entferntesten, mit welchem Kosten- und
Arbeitsaufwand dieses Ziel verbunden sein würde.
Den Eingang bzw. Zugang zur London School of Economics hat unser Korrespondent Daniel Ammann gefunden.
Motivationsschreiben – und das alles
im Wissen, dass die Aufnahmequote
für den Studiengang nicht einmal 10
Prozent beträgt.
Mit dem positiven Bescheid der
Uni einige Monate später fiel mir ein
Stein vom Herzen. Und ein neuer
Schübel Arbeit kam auf mich zu: Bewerbungen für Stipendien (die Studiengebühren gehen in England leider in die Zehntausende) und Zimmer (Wohnungen sind in London leider noch knapper als in Zürich) beschäftigten mich nun für weitere
Monate. Ausserdem wurde von der
Uni auch gleich schon eine lange Bücherliste mitgeliefert, die bis zum
Studienanfang bewältigt werden
sollte.
Tausende von Möglichkeiten
Was erwartet mich?
Bei meinem Arbeitgeber bekam ich
eine befristete Anstellung für ein
Jahr und begann parallel dazu sogleich den Bewerbungsprozess für
das Auslandstudium. Das heisst: Zuerst einmal galt es, aus den Tausenden von möglichen Studiengängen
den perfekten für mich herauszufiltern. Unis von Tokio bis San Francisco buhlen um die talentiertesten
jungen Menschen und locken mit
unzähligen spannenden Spezialisierungsrichtungen und glamourösen
Karriereaussichten. An Studienbeschreibungen, Videos, Unirankings
und Übersichtsseiten mangelt es im
Internet nicht – die tatsächliche Qua-
Und nun also gehts los. Ein Zimmer
habe ich gefunden – ein ziemlich
schäbiges zwar, aber einigermassen
bezahlbar. Die Finanzierung sollte
ebenfalls klappen, dank der Unterstützung
einer
Studienstiftung.
Rückblickend ist das letzte Jahr wie
im Flug vergangen. Und mir wird
klar: So sehr ich mich auch über die
Uni, den Studiengang, die Wohnung,
die Stadt informiert habe – was das
nächste Jahr bringen wird, kann ich
mir nicht so recht vorstellen. Ich
weiss einzig, dass ich mich in das
bisher grösste Abenteuer meines Lebens stürze. Und darauf freue ich
mich.
Diese altehrwürdige Elite-Uni wird ein Jahr Ammanns Zuhause.
lität einer Universität und eines Studiengangs lässt sich aus der Ferne
aber nur sehr schwer abschätzen.
Nach Stunden, Tagen und Wochen des Informierens war ich dann
überzeugt, den idealen Masterstudiengang gefunden zu haben – an der
London School of Economics (LSE).
Der Ansatz der LSE, unternehmerische Fragen kritisch und mit breitem Spektrum an sozialwissen-
schaftlichen Theorien anzugehen,
beeindruckte mich. Der auf Entrepreneurship, Innovation und Unternehmensentwicklung spezialisierte
Master schien wie auf mich zugeschnitten.
Also nahm ich das Bewerbungsverfahren auf. Schrieb Professoren
für ein Referenzschreiben an, von
denen ich hoffte, sie würden sich
vielleicht an mich erinnern. Büffelte
Fotos: dam.
wochenlang für den GMAT, einen international standardisierten Einordnungstest für Wirtschaftsstudiengänge. Absolvierte einen weiteren
Sprachtest, da mein vor mehr als
zwei Jahren absolviertes Diplom
nicht mehr aktuell genug war. Ich
liess notariell beglaubigte Übersetzungen meiner Universitäts- und Arbeitszeugnisse anfertigen. Schrieb
nächtelang an einem mehrseitigen
Frischs Werk bleibt weiter frisch
Wie kam Literat Max Frisch
von der Idee zum Buch?
In der ETH-Bibliothek können Interessierte auf Spurensuche gehen.
Nach einer vierjährigen Schaffensphase legt Max Frisch im September
1964 seinen neuen Roman «Mein Name sei Gantenbein» der Öffentlichkeit
vor. Zusammen mit «Stiller» und
«Homo faber« zählt er zum zentralen
Prosawerk von Frisch. Anlässlich des
50-Jahr-Jubiläums zeigt das MaxFrisch-Archiv an der ETH-Bibliothek
bis 30. Januar 2015 Trouvaillen zur
Textgenese und Rezeption eines Romans, der bis heute in 35 Sprachen
übersetzt wurde.
Die Texte flogen ihm nicht zu
Leicht ist ihm das Schreiben nicht gefallen. Während der vierjährigen
Schaffensphase bekennt Max Frisch
wiederholt gegenüber Freunden und
Vertrauten, dass es mit dem Roman
nur langsam vorangehe, weil dieser
einem Sandhaufen ähnle, der kein
Turm zu werden vermag. Dennoch
lasse ihn die «irre Spielerei» nicht
los. Bereits Ende 1959 verfügt er
über eine erste handschriftliche Ideensammlung, die er mit «Der Blindgänger» betitelt. Ein Jahr später veröffentlicht er in der «Weltwoche» den
Text «Unsere Gier nach Geschichten», der zu einem programmatischen Entwurf für den neuen Roman
wird. Nicht die Biografie eines Helden steht im Zentrum des Textes,
sondern die Vielfalt an Entwürfen zu
einem Ich. Der Ich-Erzähler hat die
Möglichkeit, Geschichten wie Kleider
anzuprobieren und zu einer Spielfigur, zu Variationen von Existenzmöglichkeiten zu werden. Auch Ingeborg
Bachmann, mit der Frisch von 1958
bis 1962 zusammenlebt, liest das
Manuskript. Aufgrund ihrer Eindrücke überarbeitet Frisch das Manuskript noch mehrere Male. Seinem
Schriftstellerkollegen Martin Walser
gegenüber bekennt er die Sorge,
«dass Lila-Gantenbein gleichgesetzt
werde mit Bachmann-Frisch. Das
wäre schrecklich. Ich musste auf vieles, Erfundenes, deswegen verzichten.» Als er im März 1964 die vorerst
letzte Fassung an seinen Verleger
schickt, entscheidet er sich für den
Titel «Mein Name sei Gantenbein».
Briefe mit Walser und anderen
Mit Bangen sieht Frisch ersten Reaktionen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis entgegen. Er befürchtet, dass das Buch wegen «der lustig
getarnten Trostlosigkeit» ein Misserfolg werden könnte. Entgegen dieser
Erwartung löst der Roman nach seinem Erscheinen eine grosse Resonanz bei den Lesern aus. So steht er
von Oktober 1964 bis Februar 1965
auf Platz 1 der Bestsellerliste der Zeitung «Die Zeit». Bereits wenige Monate nach der Erstausgabe wird die
Auflage von 100 000 überschritten. In
der zeitgenössischen Literaturkritik
hingegen findet das Buch vielfach
Vor 50 Jahren: Max Frisch in Rom, 1964.
skeptische bis ablehnende Aufnahme.
Neben Frischs erster Ideensammlung zu «Gantenbein» zeigt das MaxFrisch-Archiv in seiner Ausstellung
Originalbriefe von Martin Walser, Joachim Kaiser und Kurt Hirschfeld,
bei denen Max Frisch während sei-
Foto: Pia Zanetti, Zürich/zvg.
nes Schreibprozesses kollegiale Ermunterung fand. Und neben Dokumenten zur Rezeptionsgeschichte
dürfen natürlich auch Blindenbrille
und Pfeife nicht fehlen. (pd.)
Max-Frisch-Archiv an der ETH-Bibliothek,
Rämistrasse 101, 8092 Zürich. Montag bis
Freitag 10 bis 17 Uhr. Eintritt frei.
12
Stadt Zürich
Nr. 43
23. Oktober 2014
AUTOMOBIL
Mini bringt neuen Fünftürer auf den Markt
Der Mini entwickelt sich
dank der Potenz von BMW
zur Grossfamilie. Die dritte
Generation des 2001 wiederbelebten Klassikers ist
ab dem 10. Oktober erstmals auch als Fünftürer
erhältlich.
che Zusatzausstattung in den Bereichen Komfort, Sicherheit und Unterhaltung, dass mit markant höheren
Endpreisen gerechnet werden muss.
Das gilt auch für die übrigen Karosserievarianten, die in den kommenden Monaten sukzessive dem neuen
Basismodell angepasst werden. Fehl
am Platz sind Bedenken, der grössere
Fünftürer könnte weniger Vergnügen
bereiten. Die erste Ausfahrt auf der
linken Strassenseite durch die faszinierende Landschaft entlang der
Themse vermittelt das vertraute Gokart-Gefühl. Die schmalen Strassen,
die engen Kurven und die wohlwollend grüssenden Bewohner der irgendwo stehen gebliebenen Dörfer
schaffen den passenden Rahmen –
very british! Wer den Komfort in den
Vordergrund stellt, muss sich nach
anderem umsehen. Im hart gefederten Mini geniesst Fahrspass oberste
Priorität. Die Vorteile der immer
noch knappen Aussenmasse kommen
in der Stadt zum Tragen: Der Fünftürer ist ein Schmuckstück mehr für
aktive Junge und jene, die sich noch
nicht alt fühlen.
Peter Lattmann
Wenige Wochen nach der Lancierung
der Basisversion schickt die BMW
Group schon den zweiten Spross der
neuen Mini-Generation auf den
Markt, und dabei handelt es sich um
eine echte Premiere: Erstmals überhaupt stellt die britische PremiumMarke mit deutschen Ernährern einen Fünftürer ins Kleinwagensegment. Der ebenso bestückte Crossover Countryman ist schon etwas höher angesiedelt. Damit der Fünftürer
konkurrenzfähig wird, sind der Radstand um 7, die Gesamtlänge um 16
Zentimeter verlängert und Höhe wie
Breite im Sinne der Sache minim angepasst worden.
Fahrmodus bestimmt Farbe
Gross genug für Einkäufe
Die Erhöhung der Bein- und Kopffreiheit im Fond und die Vergrösserung des Kofferraums erlauben mehr
Verwendungsmöglichkeiten. Ein Vergnügen ist es trotzdem nicht, die
Fahrt als Grossgewachsener auf einem der Hintersitze antreten zu müssen. Bei den vergleichbaren Rivalen
in dieser Klasse ist das aber auch
nicht anders. Wer sich noch daran
erinnert, wie er einst von der blonden Schönheit nach der durchzechten Nacht im voll gepferchten MiniOriginal nach Hause gefahren worden ist, fühlt sich fast schon wie im
siebten Himmel, aber aus einem an-
Länger, höher, geräumiger: «Mini goes maxi» – auch beim kleineren Modell der Mini-Baureihe.
deren Grund als damals. Für kurze
Distanzen reicht das aktuelle Platzangebot aber in jedem Fall. Dank der
im Verhältnis 60 zu 40 teilbaren und
umklappbaren Fondsitzlehne kann
das Gepäckraumvolumen von 278
auf 941 Liter erweitert werden. Das
reicht auch für grössere Wochenendeinkäufe.
So originell die Mini-Macher bei
der Formensprache sind, so schwer
tun sie sich bei der Taufe ihrer ständig wachsenden Palette. Undefinierte
Geschlechter haben traditionelle Namen wie Mini One, Cooper, John
Works Cooper, Cabriolet, Roadster
oder Coupé, andere offenbar männliche Zöglinge heissen Clubman, Paceman und Countryman. Vom Fünftürer sind sie offenbar so überzeugt,
dass er fantasielos gleich auch als
solcher angepriesen wird. Eine Überlegung wert ist er trotzdem.
Der Aufpreis gegenüber dem Basismodell hält sich mit 1100 Franken
absolut im Rahmen. Bei der Markt-
IN KÜRZE
Zusätzlich zum Benutzerhandbuch, das in elektronischer Form geliefert wird,
können Käufer eines Alfa
Romeo 4C mithilfe ihres
Smartphones künftig Infos
über ihr Fahrzeug abfragen.
Lexus hat fünf Klassensiege im
aktuellen Gebrauchtwagenreport
der deutschen Gesellschaft für
Technische Überwachung (GTÜ)
eingefahren. Über fünf Millionen
Hauptuntersuchungen
wurden
dafür ausgewertet und 240 Modelle miteinander verglichen.
Die Leser des Fachmagazins «auto motor und sport» haben den
Porsche Macan und den 911 Targa zu den besten Design-Neuheiten 2014 gekürt. Der Macan setzte sich in der Kategorie der grosse Geländewagen, der Targa bei
den Cabriolets durch.
Didier Cuche
greift wieder an
Er war immer schon schnell und
wird es wohl auch immer sein:
Didier Cuche, Ex-Skirennfahrer
und
Audi-Markenbotschafter,
wird zum ersten Mal ein Langstreckenrennen in einem Audi R8
LMS Ultra bestreiten. Cuche wird
zusammen mit der Ex-DTM-Pilotin Rahel Frey und dem aktuellen
DTM-Fahrer Nico Müller am
Start stehen – und wie immer die
perfekte Kurvenlinie suchen.
einführung in der Schweiz am 10.
Oktober stehen vier effiziente TwinPower-Turbomotoren zur Wahl. Der
Cooper wird von einem Vierzylinderbenziner mit 136 PS auf die Vorderräder angetrieben, der Cooper S mit
192 PS und die entsprechenden Dieselversionen mit 116 oder 170 PS.
Die Preisspanne reicht von 27 000 bis
33 500 Franken. Wie bei der Konzernmutter BMW umfasst die Liste
der Optionen aber so viele attraktive,
nützliche und teils sogar unentbehrli-
Handyfreundlich: Alfa Romeo
entdeckt die Interaktivität
Lexus
gebraucht top
Porsche räumt
bei Leserwahl ab
Fotos: zvg.
Die immer noch retro-progressive Anordnung der Armaturen und Bedienungshebel ist im Fünftürer übersichtlicher und kundenfreundlicher
geworden. Die Gänge werden mit einem urchigen Schaltstock geordnet.
Um den herum platziert ist ein Drehring für drei Fahrstufen, mit denen
die Kennlinien von Gaspedal und Lenkung dem persönlichen Geschmack
angepasst werden. Der gewählte
Fahrmodus beeinflusst auch die Farben der Armaturenumrandung. Das
ist zwar nicht von grosser Bedeutung,
passt aber bestens zum Charakter der
sympathischen Familie, die einfach
etwas anders sein will.
Leicht und auch sehr schnell: In weniger als 6 Sekunden spurtet der
neue Abarth 695 Biposto auf 100 Stundenkilometer.
Foto: zvg.
Radikal: Abarth 695 Biposto
Er ist ein gut aussehender
Kraftzwerg, der Abarth 500.
Der ab November erhältliche Abarth 695 Biposto
legt nochmals kräftig einen
drauf.
Der Abarth 500 überzeugt Fahrpuristen weltweit: Er ist sehr klein, sehr
leicht, stark motorisiert und dadurch
wieselflink. Nun bringt Fiats Sportabteilung den «radikalsten Abarth aller
Zeiten» auf den Markt: den Abarth
695 Biposto (ab 49 000 Franken). Der
Name ist dabei Programm: Auf die
beiden Plätze im Fond wurde verzichtet, dafür sorgt hinter den Vordersitzen ein Titanrahmen für mehr
Stabilität und Sicherheit. CarbonSitzschalen, H-Gurte und Carbonverkleidungen kennt man aus anderen
Sportversionen, doch der kleine Italiener legt auch diesbezüglich noch ei-
nen drauf: Auf Wunsch ist der Biposto mit einem bisher nur aus dem
Rennsport bekannten, unsynchronisierten
Klauengetriebe
(Dogring
Transmission) erhältlich, mit dem
sich die Gänge regelrecht hineinknallen lassen. Auch ein Data Logger für
die digitale Datenaufzeichnung ist im
kleinen Fiat erhältlich.
Auf Komfort wird aus Gewichtsgründen verzichtet: Nebelscheinwerfer, Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder ein Radio sucht man vergebens. Die Vorderfenster aus Polycarbonat sind feststehend und nur
mit einer Durchreiche ausgestattet,
die Motorhaube mit Powerdome ist
aus Alu. Dadurch wiegt der Abarth
695 Biposto lediglich 997 Kilogramm.
Entsprechend wirkt sich die Leistung
von 190 PS des 1,4-l-Benziners aus:
Der Winzling spurtet in 5,9 Sekunden
von 0 auf 100 Stundenkilometer – so
schnell ist in seinem Segment kein
anderes Auto. (zb.)
Die Smartphone-App «Alfa Romeo
InfoMobile» führt das Benutzerhandbuch mit «AR+» (Augmented Reality)
ein. Diese Technologie wurde von SEAC02, einem führenden Unternehmen für Virtual- und AugmentedReality-Software, entwickelt.
Kostenlose App
kann kostenlos heruntergeladen werden und ist derzeit in fünf Sprachen
verfügbar
(Italienisch,
Englisch,
Französisch, Deutsch und Spanisch).
Der gesamte Inhalt des «AR+»-Benutzerhandbuchs ist Cloud-basiert. Zudem lassen sich Details an jedem Ort
in Echtzeit aktualisieren, sodass jederzeit die neuesten Daten zur Verfügung stehen. Die Benutzer werden
benachrichtigt, wenn neue Handbücher, Modelle usw. verfügbar sind.
Zu den weiteren Diensten der App
«Alfa Romeo InfoMobile» gehören die
«Händlersuche», um den nächsten
Händler oder Werkstattbetrieb für
den 4C zu finden, «Erdgas- und
LPG-Tankstellen», um die nächste
Tankstelle zu finden, «Neuigkeiten
und Aktionen», um immer über die
letzten Neuigkeiten von Alfa Romeo
auf dem Laufenden zu sein, und die
«Pannenhilfe», um im Notfall Hilfe
anfordern zu können. Über den
Dienst «Kontakt» erreicht man direkt
den Kundendienst oder gelangt zum
Kontaktformular auf der Alfa-RomeoWebsite. (zb.)
Und so funktionierts: Der Benutzer
richtet die Kamera seines Smartphones auf ein Teil des Fahrzeugs
und erhält umgehend die dazugehörigen Informationen. Richtet der Fahrer sein Smartphone beispielsweise
auf den Öldeckel, so erfährt er umgehend, wann der nächste Ölwechsel
ansteht und welches Öl er dafür verwenden soll. Ein
Blick mit dem
Smartphone auf
die Reifen zeigt
den
korrekten
Luftdruck
an,
während das Fokussieren
auf
den Tempomathebel Informationen über die verschiedenen
Kommuniziert mit dem Mobiltelefon seines
Funktionsweisen
anzeigt. Die App Alfa Romeo 4C mit «Augmented Reality».
Besitzers:
Foto: zvg.
Stadt Zürich
Nr. 43
23. Oktober 2014
13
ZÜRICH INSIDE
Ursula Litmanowitsch
E-Mail: litmanowitsch@gmail.com
Herzensangelegenheit: Regierungsrat Thomas Heiniger und Gattin
Susanne.
Marlene (10) freut sich gemeinsam mit Professor Felix Sennhauser (l.)
und Kispi-Ball-Mitbegründer Michel Rey über den hohen Spendenbetrag.
Kispi-Chefarzt Martin Meuli mit
Gattin Claudia, Chefärztin am
Spital Aarau.
Oliver Wolfensberger (Peach) präsidiert das Kispi-Ballkomitee seit zehn
Jahren. Seine Frau Olivia Fischer hat ein grosses Herz für Kinder mit
einer Behinderung.
Cyril und Corinne Koller. Der Auktionator führte am Ball eine Versteigerung durch.
Private Sponsoren: Juristen Katharina und Richard Wuermli, Inhaber
«Tax Expert».
VIPs öffnen Herz und
Geldbeutel für kranke Kinder
Traditionsgemäss eröffnet jeweils der
Kispi-Ball im Fünfsternehaus Baur au
Lac die Ballsaison. Heuer war es bereits die 10. Auflage, dem die hohe
VIP-Dichte immer wieder Glanz verleiht. Die Gönnerinnen und Gönner
spendeten im vergangenen Dezennium insgesamt 3,5 Millionen. Dieses
Jahr kam der Erlös ausschliesslich
kritisch kranken Kindern der Intensivstation im Kinderspital zugute.
Hauptperson des Abends war
Marlene (10), die von Moderator
Sven Epiney interviewt wurde und
mit ebenso intelligenten wie humorvollen Antworten glänzte. Das aufgeweckte Mädchen im Rollstuhl erzählte, dass es nur dank Botox, das in
seine Beine gespritzt werde, weniger
Muskelkrämpfe habe und dass dadurch die Therapie besser anschlage.
Ballbesuchende, die vielleicht das
Nervengift anderweitig applizieren
lassen, haben die leise Botschaft des
kranken Kindes sehr wohl verstanden und fast beschämt zur Kenntnis
nehmen müssen.
Der ehemalige Hotelmanager des
Baur au Lac, Michel Rey, konnte in
seiner Funktion als Gründer des Benefizanlasses einen Check in der Höhe
von 750 000 Franken an den Chef des
Kinderspitals, Professor Felix Sennhauser, übergeben. Sennhauser, mandatierter Lobbyist für die jüngsten und
schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft, wünscht sich, dass die
treuen Gäste auch in den kommenden
zehn Jahren buchstäblich am Ball bleiben. Mit dem Ballticket für 750 Franken ist nämlich jeweils schon mal der
Grundstock für die Äufnung des Spendenbetrags gelegt. Erstmalig fand heuer eine Versteigerung unter der Leitung von Auktionator Cyril Koller statt.
Dadurch kamen nochmals 142 200
Franken zusammen.
Dieses Jahr sah man auffallend
viele wunderschöne Ballkleider der
Damen. Opulente Kreationen konnte
man zum Beispiel an Miss Schweiz
Laetitia Guarino oder Olivia Fischer, Partnerin von BallkomiteePräsident Oliver Wolfensberger, bewundern. Die junge Mutter ist nach
der Geburt ihrer Tochter wieder gertenschlank. Sie habe die gute Figur
dank langem Stillen schnell wieder
erlangt, verriet die ehemalige Miss
Zürich. Beim Tanzen bis in die frühen Morgenstunden konnten viele
Ballgäste auch allfällige Kalorien aus
dem formidablen Galadinner schnell
wieder los werden.
«Baur au Lac»-Besitzerpaar Andrea und Gigi Kracht
mit Dorothea Mühlemann-Egle (Mitte).
Susanne Bernasconi und Martin
Vollenwyder, Präsident Eleonorenstiftung (Kispi).
Vorstand Gönnerverein Kispex (v.l.n.r.): Ursula Gross
Leemann, Barbara Frey, Sandra Vassalli.
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Kaufgesuch: BRIEFMARKEN!
(Auch alte Briefe und Ansichtskarten)
Sofort bar oder als Auktionseinlieferung
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Bitte Termin vereinbaren: Tel. 043 244 89 00
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Zürcher Puppen- und Spielzeugbörse
im Kongresshaus Zürich
Claridenstrasse, Gartensaal
Sonntag, 26. Oktober 2014, 10 bis 16 Uhr
Eintritt Fr. 8.–, Kinder bis 12 Jahre frei
Mit Tram bis Bürkliplatz, P in der Umgebung
Zum Verkauf gelangen: • Puppen und Puppenzubehör
• Eisenbahnen • Autos
• Plüschtiere • Kinderbücher • Puppenküchen • Kochherde
• Verkaufsläden • Puppenkleider • Barbie-Artikel
• Baukästen • Blechspielzeug • Schiffe • Dampfmaschinen
• Teddybären • Fachbücher usw.
Replikas und neue Künstlerpuppen sind nicht zugelassen!
Organisation: Puppenklinik J. und K. Alber,
Zelgstrasse 6, 8003 Zürich, Tel. 044 462 03 11,
www.spielzeugmesse.ch, E-Mail alberboerse@yahoo.com
14
Küsnachter
Nr. 43
23. Oktober 2014
Veranstaltungen & Freizeit
BUCHTIPP
Was, wann, wo – Tipps für Anlässe in der Region
Einblicke in die Enge
Donnerstag, 23. Oktober
Als 1918 bis
1927 der Bahnhof Zürich-Enge
neu gebaut und
Gleise
verlegt
wurden, mussten
über
40
Häuser weichen.
Dabei kam die
sogenannte Beder-Chronik zum
Vorschein. Diese gelangte 2013
als Schenkung ans Staatsarchiv
Zürich und liegt nun transkribiert
und mit einer kenntnisreichen
Einleitung versehen gedruckt vor.
Die Beder-Chronik ist in
mehrfacher Hinsicht eine wertvolle Quelle. Einerseits liefert sie
eindrückliche Einblicke in die
Zürcher Lebensverhältnisse des
17. und 18. Jahrhunderts, andererseits stellt sie ein interessantes
Beispiel frühneuzeitlicher Schriftlichkeit und Selbstzeugnisschreibung dar. Bartli Beder, der erste
Chronist, beschränkt sich in seinen Aufzeichnungen auf die wichtigsten, für das Überleben unmittelbar entscheidenden Dinge:
Ernte, Wetter, Brot- und Weinpreise. Mit Jakob wendet sich jedoch bereits die zweite Generation vermehrt anderen Themen zu.
Er war offensichtlich über das europäische Kriegsgeschehen zumindest in groben Zügen informiert. Die Beschreibung der
Krankheiten in seiner wie in anderen Familien zeigt, dass die Familie Beder in das Gemeinwesen
der Stadt eingebunden war. Kaspar in der dritten Generation erweitert den Blick auf die Gemeinde als Gemeinschaft, indem er beginnt, über Wahlen in politische
und kirchliche Ämter Buch zu
führen. Heinrich schliesslich verstärkt diese Ausrichtung der Aufzeichnungen seines Vaters noch.
Seine Nähe zu den tonangebenden Familien in der Enge ist unübersehbar.
15.00–17.00 «Musikmamsell» am Marronifest: Verena Speck spielt Schallplatten zum Thema «Essen
und Trinken», verbunden mit unterhaltsamen
Anekdoten. Das Küchenteam brät Marroni und
serviert weitere kulinarische Köstlichkeiten für
Gäste von nah und fern. Anmeldung und Infos:
Tel. 044 913 71 11, seniorenheime@kuesnacht.ch.
Seniorenheim am See, Seestrasse 264.
19.00–20.00 Ski-Fit 2014/15: Skiturnen für alle,
organisiert vom Bürgerturnverein Küsnacht. Keine Anmeldung nötig, Einstieg jederzeit möglich.
Leitung/Infos: Nelly Voegeli-Sturzenegger, Tel.
044 912 08 33 oder voegi@ ggaweb.ch,
www.btvk.ch. Turnhalle 2 bei der Heslihalle, Untere Heslibachstrasse 33, Küsnacht.
Sarah Biäsch, Silvia Klöti-Grob (Hg.). Die
Beder-Chronik. Aufzeichnungen einer Familie aus der Zürcher Vorstadtgemeinde Enge
über vier Generationen (1620–1772).
Geheimes Wien
Nach jahrelanger
Recherche
durchleuchtet
der
mehrfach
ausgezeichnete
Aufdeckerjournalist Emil Bobi
in seinem Buch
«Die Schattenstadt: Was 7000 Agenten über
Wien aussagen» die Hintergründe
der Geheimdienste in Wien. Er
eröffnet zusätzlich tiefe Einblicke
in die österreichische und Wiener
Seele, die wie geschaffen ist für
Geheimnisse, Getuschel und Informationen, die lediglich geflüstert werden können.
Welche Rolle spielen Österreich und Wien am Parkett der
internationalen
Nachrichtendienste? Was macht die österreichische Hauptstadt zu einem globalen Umschlagplatz für Geheimnisse aller Art? Und was sind die
Hintergründe der diesjährigen
Geschehnisse in Österreich?
Emil Bobi, Die Schattenstadt. Verlag Ecowin.
Freitag, 24. Oktober
15.00–17.00 Live-Pianomusik: Mit Evelyne Kunz.
Tertianum Residenz Zollikerberg (Restaurant
Rondo), Sennhofweg 23, Zollikerberg.
15.00–20.00 Weindegustation: Zu Gast ist Francesco Bonuzzi mit seinen Weinen aus dem Veneto.
www.villacanestrari.com. Unicovino SA, Dorfstrasse 11, Küsnacht.
17.00–21.00 KunstAusleih: Sechs Künstler des Vereins KunstAusleih präsentieren eine Auswahl ihres Schaffens. Sämtliche Werke kann man mieten
und nachträglich auch erwerben. Ausstellung bis
Sonntag, 26. Oktober. Villa Meier Severini, Zollikerstrasse 86, Zollikon.
18.00–21.00 Offenes Atelier: Hommage an ein
Meilemer Pfahlbauer-Gefäss. Atelier Bettina Baumann, Burgstrasse 18, Meilen.
18.15–22.00 Pralinen selber herstellen: Etwa zwölf
Sorten Pralinen mit oder ohne Alkohol. Zweiteiliger Kurs. 2. Teil am 25. Okt., 7.45–11.30 Uhr.
Sonntag, 26. Oktober
Kursleitung: Brigitte Bleuler, Hauswirtschaftslehrerin. Anmeldung und Infos: Tel. 044 915 15 32
oder b.berner@schule-erlenbach, Schulhaus Oberer Hitzberg, Schulhausstrasse 61, Erlenbach.
20.00 Theater: Das Theater Kanton Zürich spielt
das Stück «Der Gott des Gemetzels» von Yasmina
Reza. Eintritt frei, Kollekte. Kath. Pfarreizentrum
St. Georg, Kirchstrasse 4, Küsnacht.
17.00 Klassisches Konzert: Mit dem Trio Novarte.
Eintritt frei (Kollekte), Platzzahl beschränkt, Seehof, Hornweg 28, Küsnacht.
12.00–17.00 Offenes Atelier: Hommage an ein
Meilemer Pfahlbauer-Gefäss. Atelier Bettina Baumann, Burgstrasse 18, Meilen.
Samstag, 25. Oktober
Dienstag, 28. Oktober
10.45 «Von der Freiheit im Denken bis zum Trotz im
Glauben»: Mit libref-Preisträger Peter Bichsel.
10.45 Uhr Disputation, 15 Uhr Podium, 16.30
Uhr Preisverleihung, 17.45 Uhr Gottesdienst.
Kontakt: Pfr. Andreas Cabalzar, Erlenbach,
pfrcab@bluewin, Tel. 044 910 45 60. Reformierte
Kirche Erlenbach.
11.00–17.00 Weindegustation: Zu Gast ist Francesco Bonuzzi mit seinen Weinen aus dem Veneto.
www.villacanestrari.com. Unicovino SA, Dorfstrasse 11, Küsnacht.
12.00–17.00 Offenes Atelier: Hommage an ein
Meilemer Pfahlbauer-Gefäss. Atelier Bettina Baumann, Burgstrasse 18, Meilen.
12.15–15.45 Pralinen selber herstellen: Etwa zwölf
Sorten Pralinen mit oder ohne Alkohol. Zweiteiliger Kurs, 2. Teil am 26. Okt., 9–12:45 Uhr. Kursleitung: Brigitte Bleuler, Hauswirtschaftslehrerin.
Anmeldung und Infos: Tel. 044 915 15 32 oder
über b.berner@schule-erlenbach, Schulhaus Oberer Hitzberg, Schulhausstrasse 61, Erlenbach.
17.00–19.00 Lesung: Anlässlich der Fotoausstellung mit Eva Iten und Romeo Vendrame und «Zürich liest» liest die mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnete Zürcher Autorin Dorothee
Elmiger aus ihrem Roman «Schlafgänger». Um
Reservation wird gebeten. kunst@kunstraumegg.ch. Kunstraum Egg, Dorfstrasse 22, Egg.
19.45 «Der Geist am Berg»: Eine kantig-romantische Bergnovelle, erzählt vom Schweizer Bestsellerautor Tim Krohn und der Klangkünstlerin Anna Trauffer Aula Buechholz, Buechholzstrasse 9,
Zollikon.
Mittwoch, 29. Oktober
12.00 Mittagstisch für Senioren: Ein feines Essen in
einer angenehmen Atmosphäre. Anmeldung bis
Montag, 27. Oktober, 11 Uhr, an Sonia Oesch,
044 914 22 24. Ref. Kirchgemeindehaus, Untere
Heslibachstrasse 2, Küsnacht.
15.00–17.00 Tag der offenen Tür: In der Computeria Herrliberg. Ob PC oder Mac, es werden alle
Fragen beantwortet. Eintritt frei, keine Anmeldung. Alters- und Pflegeheim Im Rebberg, Schulhausstrasse 44, Herrliberg.
Donnerstag, 30. Oktober
15.00–16.00 Diavortrag: «Mexiko – abseits der
Heerstrassen». Diavortrag von Adolf Frick. Tertianum Residenz Zollikerberg, Sennhofweg 23.
18.30–20.00 Vortrag: «Sport nach Knieverletzungen – Ein Knie heilt nie ganz – richtig oder
falsch?». Referat von Carmen Grosse. Privatklinik
Bethanien, Toblerstrasse 51, Zürich.
Neue Babysitterkurse in Küsnacht
In Zusammenarbeit mit der reformierten Kirche, dem Familienclub
und dem Familienzentrum führt das
SRK Zürich am 15. und 16. November jeweils von 9 bis 15 Uhr einen
Babysitterkurs im Kirchengemeindehaus durch.
Der Kurs richtet sich an Jugendliche von 13 bis 16 Jahren. Er dient
dazu, die Jugendlichen auf die Aufgaben eines Babysitters vorzubereiten.
Sie lernen die Entwicklungsphasen
vom Baby zum Kleinkind kennen,
aber auch, wie man einen Brei zubereitet, welche Temperatur die Milch
im Schoppen haben sollte und wie
man ein Kleinkind wickelt und alters-
gerechte Spiele durchführt. Zudem
erfahren sie, wie sie sich bei Krankheiten und Notfällen verhalten sollten
und wie sich Unfälle vermeiden lassen. Die Jugendlichen werden zudem
über die Rechte und Pflichten als Babysitter aufgeklärt. Am Ende des
Kurses gibt es ein Zertifikat – einen
Beleg für Eltern, dass der zukünftige
Babysitter weiss, was zu tun ist. Der
Kurs kostet 65 Franken.
Anmeldung bis spätestens 31. Oktober an: Reformierte Kirchgemeinde
Küsnacht, Katrin Heeb, Untere Heslibachstr. 2, 8700 Küsnacht. Weitere
Infos: Katrin Heeb, 044 914 20 47
oder katrin.heeb@kuesnacht.ch.
KIRCHEN
Katholisches Pfarramt
Küsnacht-Erlenbach
Küsnacht, St. Georg
Samstag, 25. Oktober
9.30 Krypta «Fiire mit de Chliine»
17.00 Eucharistiefeier
Sonntag, 26. Oktober
30. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Eucharistiefeier
18.00 Santa messa nella cripta
Itschnach
Friedhofkapelle Hinderriet
Sonntag, 26. Oktober
9.00 Eucharistiefeier
Erlenbach
Kirchenzentrum St. Agnes
Samstag, 25. Oktober
18.30 Eucharistiefeier
Reformierte Kirchgemeinde
Küsnacht
Sonntag, 26. Oktober
10.00 Kirche: Drittklass-Gottesdienst zum Thema Taufe
Pfr. René Weisstanner
Anschliessend Apéro
10.15 Pflegeresidenz Bethesda
Pfrn. Katharina Zellweger und
Pfrn. Ruth Stenger
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Donnerstag
Auflage: 12’734 (Wemf beglaubigt)
Jahresabonnement: Fr. 90.–
Inserate: Fr. 1.06/mm-Spalte
Anzeigenschluss:
Freitagmorgen, 10 Uhr
Geschäftsleitung/Verlag:
Liliane Müggenburg
Redaktion: Philippa Schmidt (phs.),
E-Mail: kuesnachter@lokalinfo.ch
Redaktionelle Sonderthemen:
Pia Meier (pm.), Lisa Maire (mai.)
Ständige Mitarbeiter:
Willi Glogger (glo.), Willy Neubauer (wn.),
Nicole Isele (is.)
Sport: Hanspeter Rathgeb (hr.)
Anzeigenverwaltung: Andrea Kehl,
Mayjoy Föhn, Tel. 044 913 53 33
Anzeigenverkauf:
Heidi Haltiner, Tel. 044 910 88 26,
haltineh@bluewin.ch
Produktion: AZ Verlagsservice AG, 5001 Aarau
Abonnementsdienst: Tel. 044 913 53 33,
abo@lokalinfo.ch
Redaktion/Verlag, Vertrieb: Lokalinfo AG,
Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich, Tel. 044
913 53 33, Fax 044 910 87 72
E-Mail: lokalinfo@lokalinfo.ch,
www.lokalinfo.ch
Druck: NZZ Print, Schlieren
Küsnachter
Veranstaltungen & Freizeit
Der Fotograf Ueli Strebel lässt zu den Bildern von Claudia Böniger Roos seine Assoziationen spielen.
Fotos: zvg.
Zwei Künstler – ein Kunstwerk
Die Malerin Claudia Böniger
Roos und Fotograf Ueli
Strebel zeigen in der Galerie
im Höchhuus Werke, die in
Zusammenarbeit entstanden sind. «1:1» heisst die
besondere Ausstellung.
Mit Ueli Strebel und Claudia Böniger
Roos finden zwei ganz unterschiedliche und gleichzeitig harmonierende
Künstlerpersönlichkeiten
zusammen. Beide sind eigenständige
Künstler, doch das Salz in der Suppe
ist ihr Zusammenspiel.
Ausgangspunkt sind Claudia Böniger Roos' filigrane Zeichnungen und
Malereien. Sie lässt sich von Alltäglichem inspirieren und verarbeitet ihre
Gedanken malend und zeichnend –
als würden diese dabei in die Finger
fliessen –, wie die Künstlerin es selber umschreibt. Am liebsten kreiert
sie ihre feinen poetischen Bildwelten
mit dem Rapidografen, einem hochpräzisen Tuschestift, wie ihn früher
Architekten benützten.
Nun kommt Ueli Strebel ins
Spiel: Der Fotograf lässt zu den Bildern von Claudia Böniger Roos seine
Assoziationen spielen und macht
sich mit seiner Kamera auf die Suche nach einem fotografischen Äquivalent. So findet er zum Beispiel in
Wasseroberflächen,
Schwemmgut,
Steinen, Architektur oder PET-Dosen überraschende, geistreiche und
humorvolle Analogien zu den Malereien. Es entstehen Bildpaare, die
sich – trotz zweier Urheber – als ein
Werk verstehen und sich jeweils
paarweise gerahmt präsentieren.
Die Ausstellung wird begleitet
von einem weiteren Künstler-Duo:
Der Cellist Mattia Zappa und der
Jazzklarinettist Marco Santilli umrahmen die Vernissage. Und im Anschluss an die Finissage am Sonntag, 9. November (17 Uhr), geben
die beiden Musiker aus dem Tonhallenorchester Zürich ein hochkarätiges Konzert in der reformierten Kirche Küsnacht mit einem vielfältigen
Programm von Klassik, Jazz und
Tango bis hin zu osteuropäischen
Klängen. (e.)
Vernissage, Freitag, 24. Oktober, 19 Uhr,
Galerie Höchhuus, Seestrasse 123, Küsnacht. Ausstellung bis 9. November, Öffnungszeiten: Mi und Fr 14–19 Uhr, Sa und
So 14–17 Uhr.
Kunst, die man mieten kann
Es ist schon fast Tradition:
Im Herbst zeigen Künstlerinnen und Künstler vom
Verein KunstAusleih eine
repräsentative Auswahl
ihres Schaffens in der Villa
Meier Severini in Zollikon.
Die Idee ist nicht mehr ganz neu,
aber noch immer findet sie bei
Kunstliebhabern und Firmen Anklang: Bilder und Skulpturen können
gegen eine bescheidene Miete leihweise übernommen werden. Im Gegensatz zum traditionellen Kunstmarkt – und als Gegenstück zu der
wachsenden Zahl von internetbasierten Galerien – steht beim KunstAusleih der Austausch zwischen
Künstler und Kunde im Mittelpunkt.
Dieser Austauschgedanke äussert
sich zum Beispiel darin, dass die
Künstlerinnen und Künstler an den
Ausstellungen
immer
anwesend
sind. Sie freuen sich jeweils auf rege
Gespräche mit den Besucherinnen
und Besuchern. Die Villa Meier Severini bietet den idealen Rahmen für
solche Begegnungen.
Die Kunstschaffenden wünschen
sich selbstverständlich auch Kunden, die sich auf ein Bild oder ein
Objekt zur Verschönerung der Woh-
Einladungskarte (Ausschnitt) des Vereins KunstAusleih: Werke der sechs
ausstellenden Künstlerinnen und Künstler.
Foto: zvg.
nung oder zur Umgestaltung des Arbeitsplatzes auf ein Jahr oder auch
länger einlassen möchten. Die Miete
auf Zeit ermöglicht es, einmal etwas
Ungewohntes zu versuchen – da es
ja nicht für ein ganzes Leben sein
muss.
Natürlich ist es auch möglich,
das geliehene Werk nachträglich zu
erwerben. Dabei wird dem Käufer
oder der Käuferin eine Jahresmiete
gutgeschrieben. Beliebt sind auch
Gutscheine, die beim Künstler der
Wahl eingelöst werden können.
Dieses Jahr an der Ausstellung in
der Villa Severini mit von der Partie
sind: Rita Cedraschi, Simone Gysi,
Simon Krüsi, Annemarie Graf, Inez
van Deelen Sigg und Ira van der
Merwe. (e)
Freitag, 24. Oktober, 17–21 Uhr, Samstag,
25. Oktober, 11–20 Uhr, Sonntag, 26. Oktober, 11–17 Uhr, Villa Meier-Severini,
Zollikerstr. 86, Zollikon.
Nr. 43
23. Oktober 2014
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Küsnachter
Nr. 43
23. Oktober 2014
KULTUR
10 Jahrzehnte Haushalt, Wohnen und Büro
Das Museum für Gestaltung
gibt mit «100 Jahre
Schweizer Design» einen
ersten Einblick in sein
Schaudepot am neuen
Standort, dem Toni-Areal.
Elke Baumann
Zürich West wächst und wächst und
wächst. Das Museum für Gestaltung
hat neu seine Räume auf dem Hochschulcampus Toni-Areal bezogen.
Aus der ehemaligen Milchfabrik wurde eine «Fabrik für Bildung und
Kunst». Am 26. September war es so
weit: Um 19 Uhr hat das Museum für
Gestaltung am neuen Standort sein
Schaudepot geöffnet. 500 000 Objekte aus der Plakat-, Design-, Kunstgewerbe- und Grafiksammlung sind
nun unter einem Dach vereint und in
ihrer 140-jährigen Geschichte der Öffentlichkeit erstmals zugänglich.
Als Teil der Zürcher Hochschule
der Künste (ZHdK) ist das Museum
für Gestaltung eines der erfolgreichsten Museen der Stadt und seine
Sammlung weltweit anerkannt. In
vier Monaten wurden insgesamt rund
2300 Tonnen Material verschoben!
Für die Welti Furrer AG war es der
grösste Umzug der letzten 20 Jahre,
an dem täglich etwa 60 bis 70 Mann
und 7 bis 9 Lkws im Einsatz standen!
Drei Klimazonen für die Objekte
Die Bestände des Museums sind im neuen Schaudepot unter idealen Bedingungen zugänglich.
Die gezügelten Bestände des Museums, darunter eine grosse Musikinstrumenten- und eine einzigartige Marionettensammlung, sind im neuen
Schaudepot unter idealen Bedingungen übersichtlich und gut zugänglich.
Es wurden insgesamt drei Klimazonen eingerichtet, die den unterschiedlichen konservatorischen Anforderungen der Objekte Rechnung
tragen. Herzstück der Sammlung bildet ein freistehendes, begehbares
Hochregallager – über zwei Geschosse, sechs Meter hoch. Sitzmöbel, Liegen, Lampen, Schränke und Keramik
können hier aus der Nähe studiert
werden. Für den Studenten der
ZHdK verbindet die Sammlung Praxis
und Unterricht, Lehre und Forschung, Kunst und Wissenschaft.
Dem Besucher geben tägliche, thematische Führungen Einblicke in eine Kollektion von internationaler
Bedeutung.
Foto: Betty Fleck
Eternit AG, Gussform zum Strandstuhl von Willy Guhl, 1954.
Sigg AG, Bettflasche und Trinkflasche 1925 und 1968.
Foto: U. Romito
Feller AG, Kippbalkenschalter, ca.
1948.
Fotos: FX. Jaggy & U. Romito,
Willy Guhl, Modelle zum ScobalitStuhl, 1948.
gross und klein und immer wieder
Sitzmöbel: bequem und unbequem,
gepolstert, klassisch oder stapelbar,
aus Eternit oder Aluminium, für
Haus, Garten und Stammtisch. Jeder
von uns ist ihnen im Lauf der Zeit irgendwo schon mal begegnet. Auf der
Hermès Schreibmaschine haben wir
tippen gelernt, auf der Elna Nähmaschine unsere ersten krummen Nähte gesteppt und auf Vaters Minox-Ka-
mera heimlich verwackelte Bilder geschossen. Der Gang durch die Ausstellung ist ein Vergnügen. Man erinnert sich an Dinge, die man gekannt
und gewusst hat.
Das Museum für Gestaltung an
der Ausstellungsstrasse 60 ist nun
für Renovationsarbeiten geschlossen.
Das denkmalgeschützte Gebäude von
1933 wird voraussichtlich 2017 als
Ausstellungsort wieder eröffnet.
Wechselausstellung «100 Jahre Schweizer
Design» bis 8. Februar 2015. Toni-Areal.
Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr, Mi 10–
20 Uhr, Mo geschlossen. Eintritt: Fr. 12.–/
8.– berechtigt zum Besuch der Ausstellung
sowie zur Teilnahme an Führungen durch
die Sammlungen. Führungen durch die
Sammlungen (nur mit Reservation): Di–Fr
12 Uhr, Mi 17 Uhr, So 13 Uhr. Reservationen online über Website-Formular, Mail
an
vermittlung@museum-gestaltung.ch,
telefonisch: 043 446 66 20. Weitere Informationen: www.museum-gestaltung.ch.
Bitte nicht berühren
Den Auftakt zur Eröffnung im Schaudepot macht die Ausstellung «100
Jahre Schweizer Design». Vom Lichtschalter über den Sparschäler bis
zur Freitagtasche und Wärmeflasche, vom ersten Telefon und Carlo
Gozzis Marionette zum Landi-Stuhl
und Le Corbusiers Liege: Schweizer
Designs gelten als ehrlich, zuverlässig, unspektakulär und benutzerfreundlich. Mit über 800 Objekten
aus der Designsammlung präsentiert
die Eröffnungsausstellung erstmals
eine umfassende Übersicht Schweizer Arbeiten. Alltägliche Dinge und
herausragende Gegenstände von
«Tüftlern» und namhaften Künstlern
ANZEIGEN
Paillard S.A., Schreibmaschine Hermes Baby, 1938.
entworfen, dazu Texttafeln, Kataloge, Plakate und Fotografien, zeigen
die Schweiz als Designland.
Es kommt Nostalgie auf
Themeninseln führen durch zehn
Jahrzehnte Haushalt, Wohnen und
Büro. Hier kommt Nostalgie auf:
Pfeifenkessel, Ochsner Kübel und
Knoblauchpresse aus Grossmutters
Küche, Leuchten aller Art, Tische
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Seele and Geist
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