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Das Match um die Betriebe - wirtschaftsblatt.at

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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014 • WWW.WIRTSCHAFTSBLATT.AT
Niederösterreich
ÖSTERREICHS ZEITUNG FÜR WIRTSCHAF T UND FINANZEN - REGIONALAUSGABE
◆ Interview Raffinerie-Leiter Thomas Gangl über den Standort Schwechat 6 ◆ Unternehmen Sunpor sucht
neue Märkte 12 ◆ Karriere Häufige Fehler bei Stelleninseraten 28 ◆ Immobilien Öko-Gebäude im Trend 30
Das Match um die Betriebe
Standort. Wo lässt es sich für
Unternehmen besser leben, in Niederösterreich oder Wien? Für Niederösterreich sprechen günstigere Flächen,
Autobahnanbindungen und perfektes
Ansiedlungs-Service. Die Bundeshauptstadt
punktet mit hochqualifizierten Arbeitskräften,
Forschungs- und Bildungsstätten sowie der
Headquarterfunktion für Osteuropa. Von Jänner
bis September 2014 verlegten 14 Betriebe ihren
Standort von Wien nach Niederösterreich. Niemetz
und Doka kommen 2015 nach Niederösterreich. Man sei
eine gemeinsame Wirtschaftsregion, betont man bei den
2-4
Ansiedlungsagenturen.
.de)
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Wildbret ab Hof.
Jetzt bestellen.
Regionalität wird auch bei Wildbret immer stärker
nachgefragt, Jäger werden zu Direktvermarktern. 10
Jeden Monat Wirtschafts-News aus Ihrem Bundesland.
Name und Anschrift an: wirtschaftsblatt.at/regional
GZ 13Z039580W Retouren an PF 100, 1350 Wien Redaktion: 1030 Wien, Hainburger Straße 33, Tel: 01 60117-0
2|
THEMA
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
STANDORT
„Wo man hilft, da
lass dich nieder“ –
Das Duell um Firmen
In Niederösterreich vergeht kein Quartal ohne Spatenstich, wie Landeshauptmann
Pröll bei solchen Anlässen betont. Immer mehr Firmen kommen aus Wien, was die
Stadt schmerzt. Neue Service-Stellen sollen 2015 Behördenwege in Wien verkürzen.
Ecoplus
Wirtschaftspark
Wolkersdorf
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
|3
3
2
Gemeinde Wolkersdorf
Ecoplus
Wirtschaftspark
IZ NÖ-Süd
Donaustadt/
Donau City
mit dem Ares Tower
Gemeindegebiet von Wiener Neudorf,
Biedermannsdorf, Guntramsdorf und
Laxenburg
1
3
Der Standortwettkampf
Niederösterreich gegen Wien
VON CLAUDIA PEINTNER UND MARKUS PÜHRINGER
M
autner-Markhof-Geschäftsführer Jürgen
Brettschneider will keine
Standort-Debatte lostreten. Aber so wirklich
zufrieden ist er mit der Situation
in Wien Simmering auch nicht
mehr. Nach einer Führung durch
die Produktionshallen kommt der
Chef des Senfherstellers auf einen
heiklen Punkt zu sprechen: „Verschlechtern sich die Rahmenbedingungen am Standort, müssten
selbst wir als Wiener Traditionsbetrieb über Abwanderung ins
Umland nachdenken.“
In direkter Nachbarschaft zum
Produktionsgelände wurden 750
Wohnungen errichtet. Brettschneider: „Die Verkehrs- und
Parksituation wird sich zuspitzen.“ Hinzu kommt, dass Mautner
jährlich bis zu einer Million € in
die Instandhaltung der über 100
Jahre alten Gebäude stecken
muss. Tatsachen wie diese bringen immer häufiger Wiener
Unternehmen, vorwiegend aus
dem produzierenden Bereich, auf
Absiedlungsgedanken.
Im Juli ließ Niemetz die Bombe
platzen. Der Schwedenbombenhersteller wird 2016 von Wien
2
Landstraße ins Industriezentrum
Süd in Wiener Neudorf ziehen.
„Die neue Betriebsstätte bietet
eine optimale Kombination aus
entscheidenden Faktoren: WienNähe, sehr gute Infrastruktur,
leichte Erreichbarkeit für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten“, erklärte Gerald Neumair,
Aufsichtsratsvorsitzender von
Heidi Chocolat AG, die Niemetz
2013 übernommen hat. In Wien
die Zelte abgebrochen haben auch
Wanzl, SPL-Tele, Matzka Rehatechnik und SHT Haustechnik.
48 Millionen € investiert
In den ersten neun Monaten dieses Jahres siedelten sich in Niederösterreich 96 Unternehmen
an. 14 davon kamen mit 376 Mit-
In Niederösterreich
sind die Leute gleich
teuer wie in Wien
JOHANN HIPFL
VORSTANDSMITGLIED
HOERBIGER
arbeitern aus Wien und investierten – soweit dem Land bekannt –
rund 48 Millionen €. Bei Betriebseröffnungsreden wiederholen
sich die Worte des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll: „Es gibt bei uns kein
Quartal ohne Spatenstich“, „Die
Betriebsansiedlung ist ein Vertrauensbeweis“, „Es ist ein MutSignal“.
Verschläft Wien die Absiedlungsthematik? Die Bejahung dieser Frage wäre zu einfach. Denn
2013 verzeichnete die Bundeshauptstadt einen Ansiedlungsrekord mit 133 internationalen Betrieben. Der Hauptgrund neben
der hohen Lebensqualität, welche
die jährlichen Mercer-Studien bestätigen, ist die BrückenkopfFunktion nach Osteuropa. Zuletzt
haben sich hauptsächlich Dienstleistungs- und Technologiefirmen
in Wien angesiedelt. Aber Wien
ist bislang auch der drittgrößte
Produktionsstandort Österreichs
– nach Oberösterreich und Niederösterreich.
Vier neue Servicestellen
Der Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, Gerhard
Hirczi, will nicht von Standortwettbewerb sprechen. „Man soll
3
Unternehmen
haben die Qual
der Wahl: Niederösterreich
baut für Ansiedlungen in
die Weite, Wien
in die Höhe
1
die Länder nicht gegeneinander
ausspielen. Unterschiedliche
Unternehmen treffen auch unterschiedliche Entscheidungen.“
Im Dezember wird die Stadt
Wien vier neue Kompetenzzentren eröffnen, um Betriebsgenehmigungen zu erleichtern, wie
Hirczi erklärt. Diese One-StopShop-Servicestellen werden im
Magistratischen Bezirksamt
untergebracht sein und sollen die
langen Behördenwege verkürzen.
Weiters verweist der Wirtschaftsagentur-Chef auch auf Betriebe,
die es nach Wien zieht: So übersiedelte zum Beispiel in diesem
Jahr Palmers von Wiener Neudorf
in den Ares Tower in Wien-Donaustadt. Palmers-Sprecherin
Gudrun Liska: „Wir haben bewusst nach einem Objekt in zentraler Lage gesucht. Das hat
Nachgefragt. „Das ist alles eine Wirtschaftsregion“
WirtschaftsBlatt: Produktionsintensive Betriebe wandern nach
Niederösterreich ab. Wie sehen
Sie diese Entwicklung?
Nikolaus Graf: Wiens Bürgermeister Michael Häupl hat 2013
gesagt: Die Stadt brauche „rauchende Köpfe statt rauchender
Schornsteine“. Ich sehe technologieintensive Industrieunternehmen nicht im Widerspruch
zur Wissensökonomie. Der Produktionssektor kann auch Nachfrage nach wissensintensiven
Dienstleistungen (F&E, Marketing, Design) schaffen.
Wo liegen die Stärken und Schwä-
chen der beiden Regionen?
Wien und Niederösterreich
stehen nicht nur in Konkurrenz,
es ist eine Wirtschaftsregion.
Niederösterreich hat Flächenvorteile, die bei Produktionsbetrieben die Logistik vereinfachen.
Wien hat den Vorteil, ein urbanes
Zentrum mit hochqualifizierten
Dienstleistungen zu sein.
Was gehört verbessert?
In Wien gibt es das Problem,
dass die ansässige Bevölkerung
kein großes Interesse hat, dass
sich auf dem ohnehin engen
Raum Betriebe ansiedeln. Das ist
eine gegebene Restriktion, mit
Ecoaustria
der man leben muss. Dennoch
muss es in Wien Erleichterungen
in der Verwaltung geben. Genehmigungen dauern zu lange.
Macht Niederösterreich bei Ansiedlungen alles richtig?
Man sollte nicht nur die großen Unternehmen im Auge haben. Wien zeigt eine gute Gründungs- und Unternehmensdynamik bei kleineren Betrieben. Jedoch zeigt die Beschäftigungsentwicklung, dass es in Niederösterreich besser gelingt,
Arbeitsplätze zu schaffen. [clp]
Nikolaus Graf ist Wirtschaftsforscher bei EcoAustria
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
4|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
aufgrund der besseren Anbindung und umliegenden Peripherie
auch Vorteile für die Mitarbeiter.“
Der Weltkonzern Hoerbiger legt
seine Standorte Simmering und
Donaustadt zusammen und errichtet in der Seestadt Aspern
eine neue Zentrale für 45 Millionen €. Auf die Frage, ob es eine
Option gewesen sei, nach Niederösterreich zu gehen, antwortet
Vorstandsmitglied Johann Hipfl:
„In Niederösterreich sind die Leute gleich teuer wie in Wien.“ In
Summe sei für den Standort nicht
die Steuerfrage entscheidend,
sondern die Bildungsdebatte.
Aufs Tempo kommt es an
Die Standortagentur Ecoplus
agiert in Niederösterreich als
One-Stop-Shop. „Interessenten
bekommen eine Handynummer
und den Kontakt zu einer Betreuungsperson, die sich um die Ansiedlung kümmert“, erklärt Geschäftsführer Helmut Miernicki.
„Die Geschwindigkeit ist für Betriebe entscheidend.“ In wirt-
schaftlich angespannten Jahren
nehme die Mietnachfrage in Wirtschaftsparks zu. In den 17 Zentren
– Ecoplus betreibt acht eigene
Wirtschaftsparks und ist an neun
weiteren beteiligt – sind über
20.200 Mitarbeiter und rund 840
nationale und internationale Firmen aktiv.
Eine davon ist Matzka Rehatechnik. Der 30-Mitarbeiter-Betrieb vertreibt und wartet Medizinprodukte wie Rollstühle oder
Krankenbetten. Nach 30 Jahren in
Wien Währing mietete sich Matzka im Jänner im Industriezentrum
Wiener Neudorf ein. „Wir haben
in Wien bei der Wirtschaftsagentur angerufen und sind von Telefonhörer zu Telefonhörer weitergereicht worden. Das war mir zu
bürokratisch“, erklärt Geschäftsführer Walter Matzka. Franz
Brosch, Geschäftsführer von
Wanzl Österreich, schätzt an Niederösterreich wiederum, dass er
keine U-Bahn-Steuer mehr zahlt.
Der Einkaufswagenhersteller
übersiedelte von Wien nach Vö-
sendorf. Aufholbedarf sieht
Brosch in Niederösterreich beim
Ausbau von flächendeckenden
Glasfasernetzwerken: „Die elektronische Infrastruktur ist in Wien
besser.“
Schwindelfreies Personal
Ein attraktiver Anziehungspunkt
für Firmen ist die Wiener Außenring-Schnellstraße S1. Neben den
großzügigen Lagerflächen sei die
gute Verkehrsanbindung ein entscheidender Faktor für die Wahl
des Standorts gewesen, sagt Walter Schneeweiss, Geschäftsführer
der Schalungstechnik-Firma Doka, die Ende 2015 mit 70 Mitarbeitern von Wien Auhof ins niederösterreichische Stetten übersiedelt. In Autobahnnähe, nämlich in
Wolkersdorf, hat sich heuer auch
das Telekommunikationsunternehmen SPL Tele/Powerlines
Group mit 300 Mitarbeitern angesiedelt. Wien sei mit Sicherheit
der beste Standort für Konzerne
und Forschungsabteilungen, ist
Geschäftsführer Rudolf Schütz
überzeugt. Bei der riesigen Fläche, die sein Unternehmen benötigt, seien aber die Grundstückspreise in Wien zu hoch. Auch aus
Mitarbeitersicht profitiert das
Hightech-Unternehmen: „Wir
brauchen Monteure, die auf Masten steigen und die schwindelfrei
sind. Die Landbevölkerung ist dafür besser geeignet“, so Schütz.
Und der Unternehmer fügt hinzu:
„Auch wenn Produktionsbetriebe
abwandern, bestimmte Dienstleistungen wie Rechtsberatung oder
Wirtschaftsprüfung werden immer aus Wien zugekauft werden.“
Modernes K&K
„Es gibt einen ständigen Austausch“, sagt Ecoplus-Chef Helmut Miernicki, auf den Standortwettbewerb mit Wien angesprochen. Und fügt augenzwinkernd
hinzu: „In gewisser Weise ist es
K&K in moderner Form – Kooperation und Konkurrenz.“
Die Autoren des Artikels erreichen Sie
unter claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
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Nachgefragt. „Es wäre so, als
hätten wir Triest zurück“
WirtschaftsBlatt: Wie sehen Sie
den Standort-Wettbewerb zwischen Wien und Niederösterreich?
Walter Ruck: Produktion wandert immer stärker aus der Stadt
ab, weil unter anderem der
Wohnbau immer näher an die
Produktionsstätten heranwandert und Betriebsflächen umgewidmet werden. Dass außerdem
in einer Stadt der bürokratische
Aufwand höher ist als am flachen Land, ist auch erklärbar.
Das will ich auch niemandem
Peroutka π
Walter Ruck ist Präsident der
Wirtschaftskammer Wien
vorwerfen. Aber es zeigt, dass
wir in Wien noch Luft nach oben
haben. Letztlich haben wir bei
den Betriebsflächen nur noch
acht Prozent Reserven.
Wer macht den besseren Job? Die
Wirtschaftsagentur Wien oder
Ecoplus?
Ecoplus hat einen gewaltigen
Vorteil: Das ist die Fläche. Das
ist ein Wettbewerbsvorteil, mit
dem wir uns schwer tun. Wien
kann mit der zentralen Lage als
Hauptstadt punkten, wo alle
wichtigen Bundesbehörden sitzen.
Wie sieht Ihre Vision von Wien
in zehn Jahren aus?
Es sollte uns gelingen, die bei
Kosice stehende Breitspurbahn
nach Wien oder in den Süden
Wiens hereinzuholen. Das würde die zentrale Lage Wiens in
Europa unterstreichen. Dann
wäre das so, als hätten wir Triest
zurück.
[mpue]
wien@wirtschaftsblatt.at
6|
INTERVIEW
N
iederösterreich hat für
die OMV, Österreichs
größtes Unternehmen,
eine wesentliche strategische Bedeutung. Zehn Prozent des rot-weiß-roten Rohölbedarfs fördert die OMV aus den
Böden Niederösterreichs. Und in
der Raffinerie Schwechat, dem
wertvollsten Asset der OMV, werden pro Jahr rund neun Millionen
Tonnen Rohöl verarbeitet: Jeder
zweite Liter Kraftstoff, der in Österreich getankt wird, stammt aus
Schwechat. Wir trafen den Leiter
der Raffinerie, Thomas Gangl,
zum Interview.
WirtschaftsBlatt: Die RaffinerieMargen sind seit Jahren unter
Druck. Eine Studie sagt jeder fünften europäischen Raffinerie, insgesamt rund 100, in den kommenden
Jahren das Aus voraus. Ist der
Standort Schwechat gesichert?
Thomas Gangl: Der Wettkampf
zwischen den Raffinerien findet
statt, das ist richtig. In den vergangenen fünf Jahren wurden in
Europa 18 Raffinerien geschlossen
– die golden Zeiten bei den Margen sind vorbei. Aber der Standort Schwechat ist ein absolut sicherer. Es schließen primär die
kleineren, weniger komplexen
Raffinerien. Ein großes Asset hier
in Schwechat ist die Petrochemie.
Hier haben wir gerade wieder investiert: In eine Anlage, wo wir
Butadien erzeugen – einen ganz
wichtigen Grundstoff zum Beispiel für die Reifenindustrie.
30 Millionen wurden dafür ja in
die Hand genommen ...
Wir haben es sogar geschafft,
die Investition zehn Prozent unter
den budgetierten 30 Millionen €
abzuschließen, einen Monat vor
der Zeit. Und die Anlage hat auf
Anhieb sensationell funktioniert.
Wie wichtig wird die Petrochemie
in den kommenden zehn Jahren im
Produktmix der OMV werden? Es
ist ja die margenstärkste Veredelung des Rohstoffs Öl ...
Diesel, Jetfuel, das sind Bereiche, wo durchaus Wachstum da
ist. Benzin sinkt, das ist ein Faktum. In Burghausen erzeugen wir
zum Beispiel überhaupt kein Benzin mehr. Wir versuchen, uns sukzessive im Portfolio nach oben zu
arbeiten – und entsprechend
wichtig ist die Petrochemie. Ich
persönlich finde, der Rohstoff ist
zu wertvoll, um ihn zu verbren-
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Peroutka π
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
„Öl ist zu
wertvoll, um es zu
verbrennen“
Thomas Gangl. Der Leiter der OMV-Raffinerie in Schwechat, der größten im
Portfolio des Öl- und Gaskonzerns, über Standortsicherheit, sein Faible für Kunststoff und warum man im Raffinerie-Geschäft bisweilen auch mal Glück braucht.
VON MARKUS STINGL
In Europa wurden
18 Raffinerien geschlossen – die goldenen Zeiten bei
den Margen
sind vor-
nen. Derzeit hat die Petrochemie
einen Mengenanteil von rund 15
Prozent. Wir wollen aber generell
den Anteil an höherwertigen Produkten, das heißt, wo der Produktpreis über dem Rohölpreis
liegt, weiter steigern.
Um wie viel weiter soll der Petrochemieanteil steigen?
Es wird in den nächsten Jahren
nur kleinere Steigerungen geben.
Denn um die Dimension, die wir
jetzt haben, zu erreichen, wurde
schon in den vergangenen Jahren
massiv investiert: im dreistelligen
Millionenbereich.
Die Kapazitätsauslastung in
Schwechat betrug zuletzt rund 90
Prozent. Ein Wert, der mittelfristig
gehalten werden kann?
Die Planung und auch die letzten Zahlen waren sogar darüber,
bei fast 95 Prozent. Wir liegen
weit über dem europäischen
Durchschnitt, der bei unter 80
Prozent liegt – auch ein Indikator
für Standortsicherheit. Eine hohe
Auslastung ist natürlich ein gutes
Zeichen, denn das erreicht man
nur, wenn man die Produkte auch
verkaufen kann. 100 Prozent Auslastung ist ohnedies nicht möglich, weil es wartungsbedingte
Stillstände gibt.
Wie viel trägt die Raffinerie zum
OMV-Umsatz bei?
Dazu kann ich keine konkreten
Zahlen nennen. Aber von den 42
Milliarden € Umsatz des OMVKonzerns stammen 30 Milliarden
aus dem Refining und MarketingGeschäft. Die verkauften Produkte stammen im Wesentlichen aus
den Raffinerien, und Schwechat
ist die größte unserer Raffinerien.
Krisenregionen wie Nigeria, Libyen oder Irak, um nur einige zu nennen, sind Länder, die für Österreichs Rohölversorgung maßgeblich sind. Da kann es schnell mal
zu Lieferstopps kommen. Würden
Sie sich manchmal weniger wankelmütige Partner wünschen?
Nicht jedes Öl kann von jetzt auf
gleich in jeder Raffinerie verarbeitet werden ...
Wir haben ein sehr breites Portfolio, aus dem wir Rohöl beziehen
– und zum Glück im Vergleich zu
anderen Standorten eine enorm
hohe Flexibilität, was die Ölsorten
anbelangt. Wir können sehr stark
shiften. Das ist der Konfiguration
der Anlagen geschuldet.
Eine Anlagen-Konfiguration, die
aus diesen Überlegungen heraus in
der Vergangenheit so konzipiert
worden ist?
Zu dem Zeitpunkt, an dem die
Anlagen gebaut worden sind,
eigentlich nicht. Das ist eher ein
glücklicher Zufall. Nicht alles haben wir gesehen und geplant
(lacht).
Schwechat wird vom Triester Hafen via Pipelinenetz beliefert. Wie
wichtig wäre im Sinne der Diversifizierung die Anbindung an die
Druschba via Bratislava, die ja
schon seit Jahren projektiert ist?
Damit hätte man auf einen Schlag
Wir haben es
geschafft, die Instandhaltungskosten zu
senken und die
Verfügbarkeit zu
erhöhen
|7
Zugang zu 3000 Kilometern russischem Pipelinenetz. Ist die Trassenführung mittlerweile schon fix?
Im Detail bin ich der Falsche,
um diese Frage zu beantworten.
Es wäre auf jeden Fall eine weitere Möglichkeit, Rohöl zu beziehen. Alles, was Versorgungssicherheit betrifft, ist natürlich
positiv. Wenn es gelingt, würde
ich es natürlich positiv sehen.
Weil es eine zusätzliche Option
ist. Und ich habe immer gern viele Optionen, aus denen ich mir die
beste aussuchen kann.
Das Resultat wäre dann wohl mehr
Russen-Öl im Portfolio?
Ja – wenn entsprechend auch
die Wirtschaftlichkeit gegeben ist.
Was wir in Russland nämlich auch
sehen, ist, dass sehr stark daran
gearbeitet wird, die Wertschöpfung im eigenen Land zu halten:
Die Raffinerien in Russland werden verstärkt ausgebaut und auch
upgegradet.
Wie viel wird pro Jahr in der Raffinerie-Schwechat für Instandhaltung investiert?
Konkrete Zahlen werde ich dazu nicht nennen. Das hängt sehr
stark von den Laufzeiten der Anlagen ab. Alle sechs, sieben Jahre
haben wir Generalstopps – da
wird dann natürlich viel investiert: zweistellige Millionenbeträge, die binnen wenigen Wochen
über die Bühne gehen. Grundsätzlich kann ich sagen: Wir haben es
geschafft – was ein Kuriosum ist
–, die Instandhaltungskosten zu
senken und gleichzeitig die Verfügbarkeit zu erhöhen. Normalerweise sagt man ja: Man muss viel
ausgeben, damit man eine hohe
Verfügbarkeit hat. Nein, der richtige Weg ist es, an den richtigen
Stellen zu investieren. Wir sind
sehr stark in Richtung präventiver
Maintainance unterwegs. Da darf
man definitiv nicht sparen.
Was heuer investiert worden ist,
werden Sie mir also nicht verraten?
Nein. (lacht) Aber um ein Gefühl zu geben: Für die drei OMVRaffinerien liegen wir per anno im
dreistelligen Bereich bei den Investitionen.
Stehen abgesehen von den 30 Millionen, die heuer in die ButadienAnlage geflossen sind, in den kommenden Jahren ähnliche Investitionen an?
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
Peroutka π
Ja, wir haben immer wieder
Investitionen in der Größenordnung mittlerer zweistelliger Millionenbeträge. Das ist eine Dimension, die immer wieder auch
wirtschaftlich gut begründbar ist.
Wir versuchen natürlich auch, im
Downstream-Bereich die Investitionen niedriger zu halten, weil
wir im Upstream-Bereich wachsen wollen. Überall dort, wo wir
eine sehr klare Verzinsung über
der Hurdle-Rate haben, ist es im
Sinne des Unternehmens zu investieren.
Eine nicht unwesentliche Menge an
Wasserstoff wird bereits hier am
Standort in Schwechat produziert.
Ihr Statement zur Brennstoffzelle,
die ja von der OMV vorangetrieben wird?
Wir benötigen hier am Standort
Wasserstoff für die Entschwefelung von Kraftstoffen. Die Brennstoffzelle ist eine spannende Sache, vor allem wenn man Wasserstoff aus Sonnenenergie gewinnen
könnte. Auch in meinem Bereich
sind wir an diesem Thema dran.
Es wird aber noch Zeit brauchen.
Wir engagieren uns schon in
Richtung Infrastrukturaufbau,
Wasserstofftankstellen wurden
schon gebaut.
Wer sind denn die größten Abnehmer der Produkte, die hier in
Schwechat produziert werden?
Wir als Raffinerie-Schwechat
haben nur interne Kunden: das
Commercial-Geschäft und Retail.
Wir könnten im Prinzip zwei
Drittel des heimischen Kraftstoffmarktes abdecken. In Realität ist es jeder zweite Liter, der
verkauft wird. Die Differenz wird
teils exportiert, teils an Ölhändler verkauft.
Vor ein paar Jahren gab es Unstimmigkeiten mit dem Großkunden
BP. Bezugsverträge sollen aufgekündigt worden sein. Hat sich das
wieder gelegt?
In der Abnehmerstruktur gibt
es immer wieder Änderungen.
Mit dem einen oder anderen wird
man sich nicht mehr einig, der hat
vielleicht vor, eine andere Logistik-Schiene aufzubauen. Da ist der
Wettbewerb knallhart. Man
kämpft um Marktanteile, man
kämpft um Margen. Mein Fokus
ist, dass ich mit der Raffinerie hier
in Schwechat so gut im Wettbewerb stehe, dass jeder von uns
kaufen will und ich voll fahren
kann.
Wieviele Mitarbeiter beschäftigt
die OMV derzeit in Schwechat?
Wir haben derzeit 700 eigene
Mitarbeiter hier am Standort. Und
zusätzlich noch einmal mehr als
das an Mitarbeitern bei Partnerfirmen. Bei Revisionen, das geht
dann über einen Zeitraum von
mehreren Wochen, können es
auch schon mal bis zu 4000 Leute
sein. Wir verarbeiten hier gigantische Mengen, und das hat natürlich enorme Bedeutung auch als
Wirtschaftsfaktor für die Region:
einerseits hinsichtlich der Beschäftigung, andererseits hinsichtlich der Versorgung – beispielsweise versorgen wir auch
den Flughafen mit Wärme oder
speisen ins Fernwärmenetz der
Stadt Wien ein.
Weil es ja allerorts ein großes Thema ist: Hat auch die OMV Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden?
Bis in die späten 80er-Jahre
wurde bei der OMV querbeet aufgenommen, und die Leute wurden
umgeschult: Learning by Doing.
In den vergangenen 20 Jahren haben wir dann das Berufsbild des
Chemieverfahrenstechnikers geschaffen. Um Ihre Frage zu beantworten: Ja, es wird zunehmend
schwieriger, Lehrlinge mit einer
guten Vorbildung zu bekommen.
Derzeit haben wir knapp 80 Lehrlinge hier am Standort in Ausbildung. Das Zugehörigkeitsgefühl
zum Arbeitgeber OMV ist aber
hoch. Wir haben kürzlich zahlreiche Ehrungen für 30, 35 bis zu 45
Jahre Betriebszugehörigkeit vorgenommen.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
FAKTEN
■ Die Raffinerie Schwechat verarbeitete im Vorjahr 8,7 Millionen
Tonnen Rohöl. Daraus wurden Dieselkraftstoffe (40 Prozent), Benzin
(21 Prozent), Heizöle (14 Prozent),
petrochemische Grundstoffe (zwölf
Prozent), Kerosin (acht Prozent),
Bitumen (vier Prozent) und Sonstiges (ein Prozent) hergestellt.
Laut einer Economica-Studie beträgt der Beitrag der OMV zum niederösterreichischen BIP fast fünf
Prozent und ist damit auf gleichem
Niveau wie der Tourismus im Bundesland. Die Bruttowertschöpfung
der OMV in Niederösterreich beträgt rund zwei Milliarden €.
■ Thomas Gangl (43) ist seit 1. Juli
2014 Leiter der Raffinerie Schwechat. Darüber hinaus ist er als Senior Vice President Asset Development in der Division Refining und
Petrochemicals auch zuständig für
alle Investitionen in Technologie,
Forschung, Produktentwicklung
und Labors für alle drei OMV-Raffinerien (Schwechat, Burghausen in
Deutschland und Petrobrazi in Rumänien). In der Raffinerie Schwechat war er schon von 1998 bis
2007 in verschiedenen Funktionen
tätig. Gangl hat Verfahrenstechnik
an der TU Wien und in Salford
(England) studiert und kam 1998
zur OMV.
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
WILDBRET
Jäger als Direktvermarkter
Bundesverband d. österr. Wildtierhalter
Regionalität wird auch bei
Wildbret immer wichtiger.
Das gibt Jägern die Chance, sich zunehmend als Direktvermarkter zu etablieren. Auch die Exporte –
vor allem nach Deutschland – legen zu.
VON URSULA RISCHANEK
SCHWERPUNKT
LANDWIRTSCHAFT
R
ehragout, Hirschschnitzel oder Wildschweinbraten – Wildbret hat
zurzeit Hochsaison.
„Wie auch in anderen Bereichen
gewinnt dabei die Regionalität zunehmend an Bedeutung“, sagt Peter Lebersorger, Geschäftsführer
des niederösterreichischen Landesjagdverbandes – auch weil Jäger zunehmend die Rolle des Direktvermarkters übernehmen und
Rehschlögel, Hirschkalbsfilet
oder auch Wildwurst und andere
Köstlichkeiten ab Hof anbieten.
Gastronomie und Endverbraucher freut dies – kostet Wildbret
direkt vom Jäger doch bis zu 50
Prozent weniger als im Detailhandel, sagt Lebersorger. Um das
Wild aus den rund 3200 niederösterreichischen Revieren direkt
in der Region an den Kunden zu
bringen, hat der Landesjagdverband eine eigene Plattform ins
Internet (wildbret.at) gestellt, auf
der nicht nur Adressen von Direktvermarktern, sondern auch
Rezepte zu finden sind.
Dass sich Wildbret überwiegend zwischen September und
Mitte Jänner, also auf dem Gipfel
der Jagdsaison, auf den Tellern
findet, liege auch daran, dass Tiefkühl-Wildfleisch derzeit in Österreich noch kein Thema sei, sagt
Brigitte Reibenwein, Chefin des
Wildhandelsunternehmens Parzer und Reibenwein. Dabei sei
Wildfleisch prädestiniert zum
Einfrieren, könne es doch dank
des geringen Fettgehaltes ohne
Qualitätsverlust bis zu zwei Jahre
Weil sich das Verhalten der Wildtiere in Richtung Nachtaktivität ändert, nimmt die Gatterhaltung zu
Den meisten ist
nicht bewusst, wie
gesund Wildbret ist
JOSEF KAINRATH
WILDGROSSHÄNDLER
ZAHL
0,7
Kilogramm
n Rund 700 Gramm Wildbret verzehrt jeder Österreicher im Durchschnitt pro Jahr. Wenig, wenn man
bedenkt, dass der Jahresverzehr
an Fleisch bei 66 Kilo liegt. Beliebtestes Fleisch ist Schweinefleisch,
davon landen jährlich rund 39 Kilo
auf dem Teller.
im Tiefkühlschrank aufbewahrt
werden.
Rund zehn Millionen Kilogramm Wild im Wert von knapp
29 Millionen € werden pro Jahr
österreichweit zur Strecke gebracht. „Davon stammt ein Drittel
aus Niederösterreich“, sagt Lebersorger. Insgesamt verzehret jeder
Österreicher durchschnittlich
rund 66 Kilogramm Fleisch pro
Jahr, davon sind jedoch nur 0,7 Kilogramm Wildfleisch. „Den meisten ist nicht bewusst, wie gesund
Wildbret ist“, sagt Wildgroßhändler Josef Kainrath aus Ybbsitz. „Es
enthält nur zwei Prozent Fett, viele gesunde Omega-3-Fettsäuren
und ist reich an Eiweiß“, betont
auch Lebersorger. Bio sei es sowieso.
Großer Beliebtheit erfreut sich
heimisches Wildbret in der
Schweiz und in Frankreich. „Viel
geht auch nach Deutschland“,
weiß Kainrath, der pro Jahr rund
700 Tonnen Fellware kauft und
Großhändler in den erwähnten
drei Ländern mit Wildfleisch und
–produkten beliefert. Insgesamt
werden 50 Prozent des Wildfleisches exportiert.
Jagd wird schwieriger
Auf den Tellern findet sich nicht
nur Wildbret aus freier Wildbahn,
sondern auch aus Gatterhaltung.
Gezüchtet werden vor allem
Dam-, Rot- und das aus Asien
stammende Sikawild. „Jagdwild
ist mittlerweile in manchen Gegenden problematisch zu jagen“,
sagt Engelbert Erhart vom gleichnamigen Wildhof. Dort, wo viel
Unruhe herrsche, hätten sich die
Lebensgewohnheiten der Wildtiere verändert, viele seien nicht
mehr dämmerungs-, sondern
nachtaktiv. „Mangel herrscht aber
trotzdem nicht“, sagt der Obmann
der Arbeitsgemeinschaft der landwirtschaftlichen Wildhalter Niederösterreichs.
Die Autorin erreichen Sie unter
niederoesterreich@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
| 11
SCHINKEN
Regionalität sticht Bio als Kaufargument aus
Peroutkaπ
SIEGHARTSKIRCHEN. Noch ist
das Segment klein, die Wachstumsraten aber sind vielversprechend: Der Umsatz jener Produkte, die Schinkenproduzent Berger
unter dem Konzept „regional.optimal“ vermarktet, steigt seit Einführung 2009 jährlich um bis zu
50 Prozent. Aus diesem Grund haben sich nun drei Bauern neu dem
Konzept angeschlossen. „Und
2015 werden wir die Produktion
in unserem eigenen Schlachthof
zu 100 Prozent auf regional.optimal umstellen“, sagt Rudolf Berger, der das Familienunternehmen
aus Sieghartskirchen gemeinsam
mit seiner Frau Claudia und seiner Schwester Gaby Kritsch in
vierter Generation führt.
Derzeit stammen rund 20 Prozent des verarbeiteten Schweinefleisches aus dem regional.opti-
mal-Konzept. Dabei kommt das
Fleisch von gentechnikfrei gefütterten Schweinen aus 40 Bauernhöfen, die sich in maximal 50 Kilometer Entfernung von Sieghartskirchen befinden.
Ein Mittelweg
„Wirklich unter dem Konzept regional.optimal vermarktet wird
aber erst ein kleinerer Anteil“, so
Berger. Für ihn wurde damit ein
Mittelweg zwischen konventioneller und Bio-Produktion gefunden, der bei den Konsumenten offenbar auf große Akzeptanz stößt.
Denn während man im Bio-Bereich nur schwaches Wachstum
registriere, „ist die Regionalität
mit ihrer Einfachheit und Emotionalität der derzeit dominierende
Trend bei Lebensmitteln“, ist Berger überzeugt.
Schinkenhersteller Rudolf Berger will Umsatz leicht steigern
Andere Trends freilich kann
man nicht ganz so gut abfangen.
„Nachdem sich neue Strömungen
im Essverhalten wie Flexarier, Vegetarier etc. zu manifestieren
scheinen, müssen wir uns schon
sehr anstrengen, unseren Umsatz
zu halten“, sagt Berger.
Im Vorjahr setzte die Fleischwaren Berger GmbH mit rund 450
Mitarbeitern 127 Millionen € um.
An ein kleines Wachstum für
heuer glaubt Berger dennoch.
Dieses soll etwa dadurch möglich
werden, dass man sich noch stärker auf hochwertigen Kochschinken spezialisiert. Denn dieser, so
glaubt Berger, erfülle viele ernährungsphysiologische Aspekte, womit man wiederum einem Trend
folgen kann.
[ds]
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
DÄMMSTOFFE
Sunpor wächst um zehn Prozent
Sunpor
Der Radlberger Hersteller
von Kunststoffgranulaten
sieht im Sanierunsbereich
noch viel Potenzial. Als
neue Export-Märkte hat
Sunpor den Mittleren Osten und Südamerika im
Visier.
VON URSULA RISCHANEK
RADLBERG. Der niederösterreichische EPS-Granulat-Hersteller
Sunpor, der 175 Mitarbeiter beschäftigt, wächst ungebremst.
2014 sollen rund 325 Millionen €
umgesetzt werden – zehn Prozent
mehr als im Vorjahr. „Wir haben
ein gutes Ergebnis“, sagt Geschäftsführer Roman Eberstaller
zufrieden. Wachstumstreiber sei
die Sanierung, in der nach wie vor
viel Potenzial stecke. Schließlich
werden pro Jahr nur rund 1,5 Prozent des heimischen Immobilienbestandes saniert. Damit die Klimaziele erreicht werden, müssten
es jedoch drei Prozent sein, sagt
Eberstaller.
Im Zuge einer Investitionsoffensive, in die seit 2008 rund 120
Millionen € geflossen sind, wurde
auch die Kapazität aufgestockt:
Heuer werden erstmals rund
230.000 Tonnen Granulat in den
beiden Werken in St. Pölten und
Radlberg hergestellt. „Unser end-
JUNGUNTERNEHMER
PORTRÄT
Eine Melange
aus Blumen
und Kaffee
Sunpor legt den Fokus auf graues EPS-Granulat. Es dämmt deutlich besser als weißes Granulat
gültiges Ziel sind 260.000 Tonnen“, sagt Eberstaller. Erreicht
werden soll das spätestens Anfang
2016. Dann sollten auch die letzten dafür notwendigen Maschinen
aufgestellt sein. „Unser Fokus
liegt dabei auf grauem EPS“, sagt
Eberstaller. Dieses habe eine um
20 bis 25 Prozent bessere Dämmwirkung als weißes Granulat, das
der EPS-Hersteller nach wie vor,
wenn auch in geringem Maß, produziert. Während sich Sunpor
beim weißen EPS-Granulat, einem
„Massenprodukt“, europaweit mit
rund 20 Mitbewerbern messen
muss, gibt es laut Eberstaller beim
grauen nur einen, der in derselben
Qualität produziere.
Kernzone Europa
Geliefert wird weltweit, die Exportquote liegt bei mittlerweile
rund 90 Prozent. „Die Kernzone
ist allerdings Europa“, so der Sunpor-Chef. Starke Märkte seien
weiters die Türkei und China.
Neben dem Ausbau der bestehenden Märkte hat Eberstaller aber
auch neue im Visier: „Wir schau-
LUNZ AM SEE. Weil das einzige Café im Ort vergangenes
Jahr zusperrte, beschloss Annette Enöckl, sich einen ungewöhnlichen Kindheitstraum zu erfüllen. Kurzerhand
baute sie ihre 2012 eröffnete Blumenhandlung „Blumenzeit“ zum Kaffeehaus aus. „Beides macht Freude“, erklärt die 28-Jährige die Geschäftsidee.
Floristin Annette Enöckl erweiNeben Blumen und Deko-Artikeln bietet
tert ihre Blumendie Meisterfloristin und Restaurantfrau
handlung zum
nun auch Kaffee, Mehlspeisen und Eis an.
Kaffeehaus
„Das Geschäft ergänzt sich saisonal gut.“ Im
Winter boome das Blumengeschäft, im Sommer sei auf der Café-Terrasse mehr los. Um den Bekanntheitsgrad weiter zu steigern, setzt Enöckl auf Veranstaltungen wie Ausstellungen oder Musikabende.
[fri]
en uns im Mittleren Osten und in
Südamerika um.“ Rund 80 Prozent der Granulate gehen in die
Dämmstofferzeugung, 20 Prozent
werden für Verpackungen und das
Innenleben von Sporthelmen verwendet.
Für 2015 erwartet Eberstaller
trotz des schwierigeren Umfeldes
neuerlich ein Plus: „Wichtig ist,
dass der Fokus der Politik weiter
auf der Energieeffizienz liegt.“
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
NEU IM GESCHÄFT
LG KORNEUBURG
MW Service GesmbH, Siedlung
Nord 175/2, 2020 Sonnberg, FN
423788v. GF+GS: Martin Wesely.
GS: B15 Beteiligungs GmbH.
Nordland 88 MASSIV GmbH,
Wirtschaftsstraße 12 Halle 3, 2201
Hagenbrunn, FN 423745f. GF:
Benjamin Judex. GS: Neumayer
Holding GmbH.
LG KREMS AN DER DONAU
Holzer GmbH Design Tischlerei,
Gobelsburgerstr. 21, 3550 Langenlois, FN 422691f. GF: Hubert Holzer. GF+GS: Roman Holzer.
Spenzers Einzelunternehmen,
Fischamender Straße 49, 2431 Enzersdorf an der Fischa, FN
423883h. Inh.: Rudolf Gerstbauer.
Artistic Werbung Gesellschaft
m.b.H., Matznerstraße 22, 2223
Klein Harras, FN 423418z. GF+GS:
Johann Tichatschek.
CompuClean-and-more Einzelunternehmen, Berggasse 18,
3491 Straß, FN 423458h. Inh.: Sabine Haas.
Alaki Design OG, Hintersdorfer
Straße 2, 3400 Maria Gugging, FN
423815h, GS: Wolfgang Lackinger.
GS: Edda Lackinger.
Gerstbach Business Analyse
GmbH, Kollersteig 70, 3400 Klosterneuburg, FN 422879g. GF+GS:
DI Mag. Peter Gerstbach. Prok.:
Mag. Ingrid Gerstbach.
TPH Bausysteme GmbH, Hamerlingstraße 2a, 3910 Zwettl, FN
423385a. GF: Stefanie Schmidt.
GS: TPH Bausysteme GmbH.
die kleine botin Einzelunternehmen, Jochingergasse 17, 2100
Korneuburg, FN 423804t. Inh.:
Daniela Gaigg.
E.R.W.Baugesellschaft m.b.H.,
Föhrenweg 60, 2230 Gänserndorf,
FN 421296d. GF: Rudolf Weidl. GS:
Elisabeth Weidl.
LD Hausbetreuung Einzelunternehmen, Wiener Weg 12, 2201 Gerasdorf bei Wien, FN 423469z.
Inh.: Dragan Lukic.
MMag. Peter Siegl Einzelunternehmen, Neugasse 14/17, 2230
Gänserndorf, FN 422576k. Inh.:
Peter Siegl.
Oldie Point GmbH, Feldgasse 75,
2460 Bruck an der Leitha, FN
423702t. GF+GS: Franz Jüly.
LG ST. PÖLTEN
Espressotechnik & Coffee GmbH,
Linzerstraße 139-141, 3003 Gablitz, FN 423723y. GF: Markus Pramendorfer. GS: Doris Pramendorfer, VIKTOR Privatstiftung. Prok.:
Martin Cepicka.
Wiktorin Gerhard Einzelunternehmen, Linzerstraße 44, 3002
Purkersdorf, FN 422876b. Inh.:
Wiktorin Gerhard.
Aamadeus Wine Trading GmbH,
Schamanngasse 9, 3003 Gablitz,
FN 423448v. GF+GS: Sabina Weixler, Wolfgang Weixler.
HairDay by Christina Einzelunternehmen, Kapellenfeld 26,
2111 Obergänserndorf, FN
423699m. Inh.: Christina Fida.
Kienastberger Dach- und Holzbau GmbH, Adolph Schmitt Gasse
12/15, 3500 Krems, FN 422799p.
GF+GS: Franz Kienastberger. GS:
Karin Kinastberger, BA.
Wie Auf Wolken Hand- und Fußpflege
Einzelunternehmen,
Gustl-Schmidt-Allee 1, 2102 Bisamberg, FN 423483w. Inh.: Andrea Knarek.
MM Entertainment GmbH, Bertschingerstraße 2-8/Top 6, 3500
Krems, FN 423011a. GF: Christian
Gschwantner. GS: GCL Holding
GmbH.
Landstetter GmbH, Polln 1, 3254
Bergland, FN 423353d. GF+GS:
Andreas Landstetter. GS: MMag.
Andreas Wurm.
AJET Vermögensverwaltungsund Beteiligungs-GmbH, Furthgasse 7, 2111 Rückersdorf-Harmannsdorf, FN 422909a. GF+GS:
Andreas Staudinger.
hartl GmbH, Melker Str. 15, 3512
Mautern, FN 422872x. GF+GS:
Mag.(FH) Barbara Pia Hartl, Ing.
Karl Hartl.
Reinhard Haider KG, Fritzelsdorf
10, 3661 Artstetten, FN 423321g.
GS: Reinhard Haider. Komm.:
Friedrich Haider.
UR Verwaltungs KG, Steiner
Landstraße 30, 3500 Krems, FN
423071p. GS: Dr. Claudia Rauch.
Komm.: Mag. Stefan Umdasch.
APV Nutzfahrzeuge GmbH, Gewerbestraße 2, 3370 Ybbs an der
Donau, FN 422347z. GF+GS: Jusuf
Alic, Ing. Werner Vitovec.
Zahntechnik Beer KG, Roseggergasse 4, 3830 Waidhofen an der
Thaya, FN 422406k. GS+Komm.:
Gustav Beer.
Bergfische Fischhandels OG,
Hochstraße 10, 3433 Königstetten, FN422273s. GS: Günther Manlik, Freiner Fisch GmbH, Walter
Willach.
UV Immobilien GmbH, Dr. Georg
Prader-Straße 17, 2103 Langenzersdorf, FN 423595i. GF+GS:
Ursula Vellusig.
Stefan KG, Rathausplatz 3, 2000
Stockerau, FN 423819p. GS: Stefan Kosour. Komm.: Heide Müller.
Jenonne OG, Hauptstraße 96,
2275 Bernhardsthal, FN 423532t.
GS: Jennifer Müllner, Yvonne Peran-Plessinger.
Braun LPG GesmbH, Großinzersdorf 144, 2225 Zistersdorf, FN
423529m. GF+GS: Katrin Braun.
GS: Erwin Braun.
Kalcon Immo GmbH, Adalbert
Stifter Gasse 18, 2232 Deutsch
Wagram, FN 423566t. GF+GS:
DI(FH) Murat Kalayci.
Hauer Agrar GmbH, Nonndorf 15,
3824 Raabs an der Thaya, FN
423010z. GF+GS: Ing. Roland
Hauer. GS: Waltraud Hauer, Josef
Hauer.
Chen Liang KG, Julius Raab Promenade 13, 3100 St. Pölten, FN
423352b GS: Liang Chen. Komm.:
Yujiao Hu.
Dotcom It Solutions OG, ElsaBrandström-Straße 24/2, 3300
Amstetten, FN 422567y. GS: Thomas Fellner, Michael Piuk.
LG WIENER NEUSTADT
Don Coffee Einzelunternehmen,
Saubersdorferg. 4c, 2700 Wiener
Neustadt, FN 423758z. Inh.: Mirjana Dzajic.
Kigalit GmbH, Wiener Str. 113/2.11.
C8, 2700 Wiener Neustadt, FN
423785p. GF+GS: Zsolt Csecsödi.
talent 2 talent GmbH, Prof. Dr.
Stephan Koren-Straße 10, 2700
Wiener Neustadt, FN 423659d.
GF+GS: Mag.(FH) Bernhard Hofer.
GS: MMag. Doris Hofer.
telitall.net GesmbH, Gewerbepark 2, 2821 Lanzenkirchen, FN
423616s. GF+GS: Martin Pfeifer.
GF: Mag. Stephan Ernst. GS: Reco
Holding GmbH.
P2 Parksysteme GmbH, Ferdinand-Raimund-Straße 3/7, 2560
Berndorf, FN 423693d. GF+GS:
Markus Jeitler. GS: Gerald Jeitler.
Slim Lady OG, Vöslauer Straße 9,
2500 Baden, FN 423658b. GS: Robert Kuess, Karin Burgstaller, Mario Kuess.
Vinofino Online Weinhandel - Peter Glatzl Einzelunternehmen,
Hirrieglstraße 3, 2731 St. Egyden
am Steinfeld, FN 422743g. Inh.:
Peter Glatzl.
MS 24 Einzelunternehmen, Triester Straße 12/1/15, 2351 Wiener
Neudorf, FN 423460k. Inh.: Paul
Wagner.
Exadan Linguistics Einzelunternehmen, Schneebergblick 19,
2680 Semmering, FN 423596k.
Inh.: Thorsten Dobrovich-Schuster, BA.
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
LG KORNEUBURG
Ing. Ferdinand Link Sodawasser,
Limonaden, Likörerzeugung Großhandel KG, Hauptplatz 13,
2115 Ernstbrunn, FN10952g. MV:
Mag. Kurt Schick, 2130 Mistelbach.
(K)
LG KREMS
Jungherr von Meinhard Johann
de Savornin Lohman Marktfahrer, Admonterstraße 2d, 3500
Krems Donau, Einzelfirma. MV: Dr.
Frank Eberhart Riel, 3500 Krems
Donau.
(SV)
Yvonne Zech Landwirtschaftliche Dienstleistungen, Transporte, Gewerbestraße 4, 2281 Raasdorf, Einzelfirma. MV: DI Mag. Michael Neuhauser, 1010 Wien. (SV)
Tanja Angela Polzer Kleintransporte, Am Kaibrunnen 18/5, 3900
Schwarzenau, Einzelfirma. MV: Dr.
Edmund Kitzler, 3950 Gmünd.
(SV)
Werner Pokorny Anbringen von
Zierblechteilen, Hauptplatz 20,
2410 Hainburg Donau, Einzelfirma. MV: Dr. Michaela JahnRechtsanwältin, 2230 Gänserndorf. (K)
Christine Höllmüller Pfandleihe,
Göglstraße 23, 3500 Krems, Einzelfirma. MV: Dr. Wolfgang Winiwarter, 3500 Krems.
(SV)
Schubert Immedia GmbH, Anton
Lorenzstraße 32, 2100 Korneuburg, FN283394g. MV: Mag. Stefan Tiefenbacher, 2100 Korneuburg
(K)
RCT-Service GmbH, Inkustraße
1-7/Obj.4/Top 5, 3400 Klosterneuburg, FN399432a. MV: Mag. Astrid
A. Haider, 1080 Wien.
(K)
Norbert Brandner selbständiger
Versicherungsagent, Schögglgasse 10, 3950 Gmünd, Einzelfirma.
MV: Dr. Heinrich Nagl, 3580 Horn.
(K)
BLC
Vermögensverwaltung
GesmbH & Co. KG, Heiligensteinstraße 27, 3561 Zöbing am Kamp,
FN386757k. MV: Dr. Martina Withoff, 3910 Zwettl.
(K)
LG ST. PÖLTEN
FMW
Industrieanlagenbau
GmbH, 3062 Kirchstetten Nr. 100,
FN248927w. MV: Dr. Stephan Riel,
3100 St. Pölten.
(SV)
Dipl.Ing. Franz Edelböck GmbH,
Mariazeller Straße 76, 3100 St.
Pölten, FN85029v. MV: Dr. Kurt
Weinreich, 3100 St. Pölten. (K)
Karl Prüller, Reinsberg 7, 3264
Gresten, Einzelfirma. MV: Dr.
Christine Riess, 3340 Waidhofen
an der Ybbs.
(SV)
Media Taxi Ges.m.b.H., Steinhäusl 137, 3033 Altlengbach, FN
397503p. MV: Dr. Stephan Riel,
3100 St. Pölten.
(K)
NB-Baufirma GesmbH, Obergrafendorfer Straße 47, 3100 St. Pölten, FN394794f. MV: Mag. Volker
Leitner, 3100 St. Pölten.
(K)
Niederer Powertec GesmbH, Karrotte 9, 3213 Frankenfels, FN
345766f. MV: Dr. Anton Hintermeier, 3100 St. Pölten.
(K)
LG WR. NEUSTADT
BEKG Bau und Handels Gesellschaft m.b.H., Johann Steinböckgasse 5, 2345 Brunn am Gebirge,
FN316942t. MV: Mag. Petra Biechl
Grain Rechtsanwältin, 2340 Mödling.
(K)
Kalogeo Beteiligungs GmbH,
Aredstraße 13, 2544 Leobersdorf,
FN270089s. MV: Dr. Alexander
Knotek, 2500 Baden.
(K)
Andreas Kietaibl Elektroinstallationen, Anningerstraße 2, 2521
Trumau, Einzelfirma. MV: Mag.
Maria Christina Nau Rechtsanwältin, 2340 Mödling.
(SV)
Wintertechnik Engineering Gesellschaft m.b.H., Dr. Kraitschekgasse 4, 2486 Pottendorf FN
49662h. MV: Dr. Gerhard Schilcher, 1010 Wien.
(SVE)
Kämpf Immobilien GesmbH, Dr.
Eckener-Gasse 51, 2700 Wiener
Neustadt, FN318285t. MV: Mag.
Dr. Ulrike Grünling, 2700 Wiener
Neustadt.
(K)
Quota Film- und Fernseh-PR- Beratungsgesellschaft m.b.H.,
Schrannenplatz 3/1/6, 2340 Mödling, FN109599a. MV: Dr. Rupert
Schenz, 2340 Mödling.
(K)
Thomas Karner Inh. d. Klimadesigner Heizungs- u. Sanitärtechnik e.U., Marktstraße 11, 2851
Krumbach, FN353549a. MV: Dr.
Helmut Kientzl, 2700 Wiener Neustadt.
(K)
B & C Mayer KG, Babenbergerstr.
3/1/2, 2531 Gaaden bei Mödling,
FN333055m. MV: MMag. Barbara
Pogacar, 2500 Baden.
(K)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanierungsverfahren, (SVE) = Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Forderungen können u.a. beim Kreditschutzverband, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870-1000, Fax: 050
1870-99 1000; www.ksv.at
ÜBERBLICK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
-11.475 Niederösterreich
GEHALT
-6%
IMMOBILIENPREIS
in Zahlen
Ganzjährig vollzeitbeschäftigte
Niederösterreicherinnen verdienen im Schnitt um 23,7, Prozent,
das sind 11.475 €, weniger als
männliche Kollegen. Aufs Jahr
umgelegt, arbeiten sie 87 Tage
unbezahlt. Der statistische Equal
Pay Day war heuer am 05. Oktober 2014. Die größten Einkommensnachteile hatten Vorarlbergerinnen mit 30,8 Prozent.
Während rund um Wien im ersten Halbjahr 2014 die Preise gestiegen sind, fielen sie laut Immobilien.net in Bezirken wie
Krems-Land, Amstetten oder
Horn. Die Quadratmeterpreise
für gebrauchte Einfamilienhäuser sanken in Krems-Land um
sechs Prozent auf 1300, in
Gmünd ebenfalls um sechs Prozent auf 806 €.
Niederösterreicherinnen verdienen um über 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Während
die Immobilienpreise rund um den Wiener „Speckgürtel“ steigen, sind sie in Randbezirken gesunken.
-2,7%
131,8%
480
NEUZULASSUNGEN
PFLEGEAUFWAND
LEHRSTELLEN
Im September 2014 ist in Niederösterreich
die Zahl an neu zugelassenen Pkw im Vergleich zum Vorjahresmonat laut Statistik
Austria um 2,7 Prozent auf 45.961 Fahrzeuge gesunken. Österreichweit lag das
Minus bei 4,3 Prozent. Insgesamt wurden
237.363 Fahrzeuge angemeldet.
| 15
Ende September 2014 standen laut AMSNiederösterreich 1260 Lehrstellensuchenden 480 offene Lehrstellen gegenüber. Die
Zahl an Lehrstellensuchenden lag um ein
Prozent über dem Vorjahreswert, auch der
Bestand an offenen Lehrstellen ist geringfügig gestiegen.
Bis 2030 rechnet das Wifo mit mehr als
einer Verdoppelung des öffentlichen Aufwandes im Pflegebereich. Für Niederösterreich beträgt der zu erwartete Anstieg
131,8 Prozent. Am stärksten dürften die
Aufwendungen in Vorarlberg mit 158,8
Prozent steigen.
TRENDS
Landwirtschaftliche Produktion
Insolvenzen 1.-3. Quartal 2014
Passiva (in Mio. EUR)
456
401
Wert zu Herstellungspreisen im Jahr 2013 (in Mio. €)
2354
NÖ
1681
OÖ
Gesamt: 7,08 Mrd. €
1292
ST
Anteile an  Pflanzliche
414
399
374
310
149
B
K
T
S
V
 Tierische Erzeugung  Anderes
102
W
W
ST
Gesamt: 2,00 Mrd. €
250
OÖ
198
K
142
B
Fälle (absolut)
715
Quelle: Statistik Austria
NÖ
315
429
98
98
45
S
T
V
Gesamt: 2455
379
306
152
113
141
146
Quelle: RE/MAX AustriaWirtschaftsBlatt
74
Grafik/Cmund
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Planen Sie in
der kommenden
Wintersaison einen
Skiurlaub?
66
Ja
Weiß noch nicht
Nein
Nicht nur an Betriebe, auch
an Mitarbeiter denken
N
29
%
Diskutieren Sie mit:
niederoesterreich@wirtschaftsblatt.at
5
29%
5%
66%
Ergebnis: Von 454 Lesern
planen 29 Prozent einen Skiurlaub. 66 Prozent legen
keinen Wert auf Pistengaudi.
IMPRESSUM
Medieneigentümer, Herausgeber und
Verleger: WirtschaftsBlatt Medien GmbH,
Anschrift: Hainburger Straße 33,
1030 Wien, Telefon: 01/60 117-0
Redaktion: DW 305, Fax 259
Vorsitzender der Geschäftsführung:
Dr. Rudolf Schwarz
Geschäftsführung: Mag. Herwig Langanger
Chefredakteure: Eva Komarek,
Gerhard Hofer
Redaktionsleitung Regionalausgaben:
Markus Stingl, DW 164,
regional@wirtschaftsblatt.at
Geschäftsleitung Werbemarkt:
Romana Stelzl, DW 281,
anzeigen@wirtschaftsblatt.at
Produktionsleitung: Ing. Matthias Netopilek
Marketingleitung: Brigitte Galley
Vertriebsleitung: Regina Giller
Abonnements:
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Regionale Ansprechpartner:
Redaktion:
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Verkauf: Alexander Reichel, regionalverkauf.niederoesterreich@wirtschaftsblatt.at,
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Offenlegung gem. § 25 MedienG. http://
www.wirtschaftsblatt.at/impressum
Hersteller: Druck Carinthia GmbH & Co KG
Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz,
sind vorbehalten. Gerichtsstand ist Wien.
iederösterreich macht in puncto Betriebsansiedlung vieles
richtig. Das würde man sich als Privatperson auch wünschen: Wer auf Wohnungssuche ist, bekommt eine Handynummer und den Namen einer Betreuungsperson genannt. Diese
kümmert sich dann – ohne Maklerkosten – um die Unterkunft und
die Einrichtung nach Wunsch. Eine Förderung gibt es oben drauf.
Diese Erfahrungen machen Unternehmer auf Herbergsuche in Niederösterreich. Betriebe wie Niemetz, Wanzl, SPL-Tele, SHT Haustechnik, Matzka Rehatechnik oder Doka entschieden sich daher im
vergangenen Jahr, von Wien nach Niederösterreich abzuwandern.
Das One-Stop-Shop-Konzept von Ecoplus funktioniert. Bezirksbehörden sind dazu angehalten, Baugewerbeverfahren rasch abzuwickeln. Freilich muss auch erwähnt werden, dass Niederösterreich
von Natur aus Startvorteile hat: Während es am Land genug freie
Flächen gibt, sind diese in Wien ein knappes Gut, das aufgrund des
Bevölkerungszuwachses primär dem Wohnbau statt Betrieben mit
rauchenden Schornsteinen gewidmet wird.
S
o fortschrittlich Niederösterreich bei der Ansiedelung der Betriebe ist, so sehr besteht Aufholbedarf beim Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und des öffentlichen Verkehrsnetzes. Was
dies mit dem Unternehmer-Zuzug zu tun hat? Durch 96 Betriebsansiedlungen von Jänner bis September 2014 kamen 1925 neue Arbeitsplätze nach Niederösterreich. Von den Wiener Rahmenbedingungen
verwöhnt, werden Mitarbeiter alsbald Schwachstellen bei der Kinderbetreuung und dem öffentlichen Verkehr entdecken. Im Bezirk
Gänserndorf mit 100.000 Einwohnern gibt es lediglich zwei Kinderkrippen, rund um den Wirtschaftspark Wolkersdorf nur eine Krippe.
Wer Vollzeit arbeitet, stößt auf Kindergärten, die teils um 14 Uhr
schließen. Ein Recht auf einen Kindergartenplatz ab 2,5 Jahren gibt
es nicht. Dafür gibt es Bezirke ohne Schulhort. Mit dem Bus zur
Arbeit zu fahren, ist während der Ferien in manchen Orten nicht möglich, in anderen ein zeitaufwendiges und
teures Vergnügen. Das Jahresticket für den Wiesel-Bus
von Gmünd nach St. Pölten kostet 1600 €. Zum Vergleich: Der Preis für eine Jahreskarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Wien beträgt 365 €.
CLAUDIA PEINTNER
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
FORUM
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 17
ZITAT
Nur wenn wir bewusster mit unserer Energie umgehen,
können wir die Energiewende schaffen
OTS
STEPHAN PERNKOPF
Energie-Landesrat Niederösterreichs (VP NÖ)
AUSGEZEICHNET
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Martina Madner [mad] Die
Arbeitsmarktexpertin schreibt
über Landespolitik, Bildung,
Karriere und Unternehmen.
Claudia Peintner [clp] Die
Betriebswirtin schreibt über
Neuigkeiten aus Unternehmen
und Wirtschaftsthemen.
Alexander Pfeffer [pepe] Der
WirtschaftsBlatt-Redakteur leitet
das Ressort Business-Talk in allen
WirtschaftsBlatt-Publikationen.
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
Markus Stingl [mast] Leitet
das Regionalressort im WirtschaftsBlatt. Berichtet über
relevante Themen für KMU.
Markus Pühringer [mpue]
Berichtet über relevante
Themen für Betriebe in Wien
und Niederösterreich.
Christoph Pridun [chp] Berichtet über wirtschaftliche Events
und Unternehmensveranstaltungen in Ihrem Bundesland.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
niederösterreich@wirtschaftsblatt.at
christoph.pridun@wirtschaftsblatt.at
Ursula Rischanek [ris] Berichtet über Neuigkeiten aus
mittelständischen Unternehmen in Niederösterreich.
Melanie Manner [man]
Berichtet über Immobilienthemen in Wien, Niederösterreich
und dem Burgenland.
Anzeigenkontakt: Alexander
Reichel ist Ihr Ansprechpartner in Niederösterreich.
niederoesterreich@wirtschaftsblatt.at
melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
alexander.reichel@wirtschaftsblatt.at,
Tel.: 0676/871 890 184
REDAKTION niederoesterreich@wirtschaftsblatt.at Telefon: 01/60 117-0 DW 305, Fax 259
18 |
FINANZEN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FINANZEN
| 19
GELDANLAGE
Mit alternativen Investments das Portfolio erweitern
Bloomberg (3)
Alternative Investments
können vieles sein – von
Hedgefonds übers Zinshaus bis hin zum Kunstwerk an der Wand. Freilich
gilt auch hier: Nicht alles
auf ein Pferd setzen.
HINTERGRUND
VON ROSA KUPPKE
D
ie Grenzziehung ist
nicht immer eindeutig: Was ist ein
alternatives Investment, was ein
herkömmliches?
„Grob gesprochen ist ein alternatives Investment eine Veranlagung, die nicht in den Bereich Aktien oder Anleihen oder dementsprechende Fonds fällt“, erläutert
Martin Greil, Generalsekretär Alternative Investment Fonds Manager (AIFM) Federation Austria.
Alternative Investments sollten
laut Greil „für eine höhere Diversifikation im Portfolio sorgen“ –
im Idealfall sollte also die Entwicklung der alternativen Anlage
mit den Entwicklungen des Mainstream-Marktes nichts zu tun haben, nicht korrelieren.
Abseits der Kapitalmärkte
Wer sich ganz abseits der herkömmlichen Kapitalmärkte bewegen will, der kann in Autos, Uhren, Diamanten oder Briefmarken
investieren. Bei Wein sind es allen
voran die großen Bordeaux-Weine, die international begehrt sind.
Vor allem die Nachfrage aus Asien
verknappt das Angebot zunehmend. Wer in Kunst investiert, so
raten Experten, sollte nur Werke
kaufen, die auch dem eigenen Ge-
■ Die Definition von alternativen
Investments ist nicht immer ganz
eindeutig und trennscharf. Generell wird davon gesprochen, dass
es Anlagen abseits von Anleihen
und Aktien und klassischen Investmentfonds sind. Darunter fallen etwa Immobilien, Rohstoffe
oder Luxusgüter. Bei Immobilien
ist in erster Linie der Erwerb von
Häusern, Liegenschaften, Feriendomizilen gemeint, es kann sich
aber auch um Fonds handeln, die
im Rahmen des Managements Immobilien physisch erwerben.
Alternative Anlageformen können
auch wertvolle Uhren, Kunstwerke,
Spitzenweine, Schmuck oder Diamanten sein. Bei der britischen
Privatbank Coutts werden im sogenannten „Objects of Desire“-Index auch Briefmarken, Classical
Cars oder seltene wertvolle Musikinstrumente als Anlageobjekte
angeführt.
Dist blub volla con unt utatvolla
sinveligni unt utat a dist paruptam quia con earuptat
schmack entsprechen: Wenn die
erhoffte Wertsteigerung ausbleibt,
kann man sich zumindest an der
Optik erfreuen.
Liebhaber-Werte
Die britische Privatbank Coutts,
ein Tochterunternehmen der
Royal Bank of Scotland, hat einen
Index mit „Passion Assets“ – frei
übersetzt mit „Liebhaber-Werte“
– entwickelt und berechnet. Im
„Objects of Desire“-Index enthalten sind beispielsweise Kunstgegenstände wie alte Meister, chinesische Kunst oder Skulpturen.
Unter der Rubrik „Collectibles“
werden Classical Cars, Münzen,
Briefmarken, Wein oder seltene
Musikinstrumente aufgeführt.
Ebenfalls enthalten sind Juwelen
und Uhren sowie Immobilien.
Alternative Investments sorgen für höhere Diversifikation
MARTIN GREIL
GENERALSEKRETÄR
AIFM AUSTRIA
Seit der Index im Jahr 2005 entwickelt wurde, ist er um mehr als
77 Prozent gestiegen. Die Kategorie „Classical Cars“ legte gar um
mehr als 250 Prozent zu, „Classical Watches“ verbuchte ein Plus
von über 170 Prozent und auch
Feriendomizile sind im Wert gestiegen.
Aber es muss nicht gleich eine
ganze Karibikinsel sein. Im Prinzip ist auch eine Eigentumswohnung ein alternatives Investment,
ebenso wie der Kauf eines Waldes
oder eines Infrastrukturfonds.
Die komplexeste Variante von
alternativen Investments sind
Hedgefonds. Zwei Merkmale sind
es für Christian Süttinger, Alternative Investments Dachfondsmanager bei der Erste-Sparinvest, die
alternative Investments kennzeichnen. „Ein klassischer Investmentfonds kauft Anleihen oder
Aktien in der Erwartung, dass sie
steigen. Ein Hedgefonds kann – je
nach Ausrichtung – von steigenden und fallenden Kursen profitieren.“
Feine Weine. Lieber länger lagern als profitlos trinken
Wein kann man trinken, natürlich. Wer seinen Durst im Zaum
hält, kann aber auch auf Wertsteigerungen der edlen Tropfen spekulieren. International begehrt
sind französische Weine, und
hier in erster Linie der Bordeaux.
„Die Nachfrage nach Bordeaux
nimmt zu, vor allem in China und
Hongkong werden die Weine immer beliebter“, sagt Robin Khanna, Geschäftsführer von Bordeaux Traders in Wien. „Das Angebot an Bordeaux ist begrenzt,
weil die Weinbauern in Frankreich per Gesetz nur eine bestimmte Menge produzieren dürfen.“ Da die eine oder andere Fla-
sche auch ausgetrunken wird,
verknappt sich das Angebot weiter. Dennoch wurden zuletzt
nicht mehr die Rekordpreise wie
noch vor zwei, drei Jahren für die
großen Bordeaux-Weine bezahlt.
Wer in Wein investieren möchte, kann in internationale WeinFonds veranlagen oder sich ein
individuelles Portfolio zusammenstellen lassen, wie es bei
Bordeaux Traders angeboten
wird. Allerdings sollte man das
nötige Kleingeld dafür haben.
Bei Bordeaux Traders kann ab
10.000 € investiert werden. Die
Voraussetzung: „Die FMA hat
uns vorgeschrieben, dass unsere
Investieren in Wein – mit Fonds
oder flaschenweise im Depot
Investoren ein Vermögen von
100.000 € vorweisen müssen“,
sagt Khanna.
Wird dann der Wein für die
Kunden gekauft, landet dieser in
einem Weinlager. Der Investor
erhält ein Eigentumszertifikat.
Wird der Wein später mit entsprechendem Gewinn verkauft,
erhält Bordeaux Traders 20 Prozent des Profits. Die Gewinne, die
der Investor macht, sind steuerfrei. Einzig, wer sich ein Fläschchen behält, um es selbst zu trinken, muss dafür dann Mehrwertsteuer zahlen.
[roku]
regional@wirtschaftsblatt.at
20 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FINANZEN
Ein alternatives Investment ist
Heute bekommen Sie für eine
eine Veranlagung, die nicht in den Unze Gold 300 Laib Brot. Das
Bereich Aktien oder Anleihen oder war bereits zur Zeit Christi so
dementsprechende Fonds fällt
Die Nachfrage nach Bordeaux
nimmt zu, vor allem in China und
Hongkong werden die Weine
immer beliebter
MARTIN GREIL
HARALD HOLZER
ROBIN KHANNA
GENERALSEKRETÄR AIFM AUSTRIA
CIO KATHREIN PRIVATBANK
GESCHÄFTSFÜHRER VON BORDEAUX TRADERS WIEN
Auf der anderen Seite zeichnen Hedgefonds die Relativität
aus. „Ein Hedgefondsmanager
muss keine explizite Meinung zu
einzelnen Aktien haben, er kann
aber der Meinung sein, dass USAktien besser sind als europäische Aktien, und diese Meinung
als Strategie in seinem Fonds umsetzen.“ Was alternative Investments in der Regel eint, sind geringere Regulierung und geringere Liquidität. Wer kauft sich
schließlich schon täglich eine Karibikinsel?
Kunstmarkt. Wissen gibt Sicherheit
Nicht alles auf ein Pferd
Ungebremst in den Himmel wachsen die Erträge von alternativen
Investments freilich auch nicht.
Von den Höchstständen haben
sich beispielsweise Gold, Diamanten, Platin oder auch die Preise
feiner Weine zuletzt entfernt. Entsprechend gilt auch hier der alte
Investment-Leitspruch: Nicht
alles auf ein Pferd setzen.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter regional@wirtschaftsblatt.at
Kunstwerke sind eine
spannende Wertanlage
Es soll ja vorkommen, dass am
Dachboden ein Bild auftaucht,
das sich als echtes Kunstwerk erweist und Geldsorgen Geschichte werden lässt. Wer nicht mit
Überraschungen spekuliert, sondern mit Kunst (viel) Geld verdienen will, sollte vor allem eines
sein: informiert. „Je besser Käufer informiert sind, umso besser“, sagt Patricia Palffy, Expertin
für moderne und zeitgenössische
Kunst im Dorotheum in Wien.
Palffy: „Auf Messen und Ausstellungen können Interessierte
Wissen sammeln.“ Palffy rät,
Kunstzeitschriften zu studieren
und Fachleute zu treffen. „Auch
fachliche Beratung beim Kauf
macht Sinn“, sagt sie.
Kunst kann vieles sein: Gemälde, Teppiche, alte Musikinstrumente oder Stammeskunst. Was
beliebt ist? „Derzeit historisches
Silber, Münzen und das breite
Feld der modernen und zeitge-
nössischen Kunst“, erklärt Palffy.
Im Dorotheum verkaufen sich
auch avantgardistische Werke
aus Italien der 1960er-Jahre gut.
Kunst steigt allerdings nicht
automatisch im Wert, auch der
Kunstmarkt und die einzelnen
Sammelgebiete sind Wertschwankungen ausgesetzt. Und
wenn sich Geschmäcker ändern,
sind die angesagten Künstler von
heute morgen möglicherweise
schon Ladenhüter. „Es gibt aber
viele Werke, die zumindest ihren
Wert nicht verlieren“, sagt Palffy.
Ab 1000 € kann man etwa moderne oder historische Grafik
kaufen. Experten raten, nur
Kunst zu kaufen, die einem auch
selbst gefällt. Sollte aus der erhofften Wertsteigerung nichts
werden, so bleibt einem wenigstens die Freude beim Betrachten
und Besitzen.
[roku]
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LIV-EX100FINEWINEINDEX
PLATIN FUTURE
DIAMANTENPREISINDEX
GOLD SPOT
380
1500
11000
2000
1400
9500
US-$ je Feinunze
US-$ je Karat
280
1300
1500
8000
US-$ je Feinunze
180
31.10.09
1.4.12
31.8.14
1200
29.10.13
1.5.14
29.10.
6500
2.11.09
1.5.12
20.10.14
1000
smallCharts for Bloomberg
Kurskorrektur: Von den Höchstständen der vergangenen Monate und Jahre haben sich die Indizes entfernt
29.10.09
1.5.12
29.10.14
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FINANZEN
| 21
Beigestellt (6), Bloomberg (2)
Derzeit sind historisches Silber,
Münzen und das breite Feld der
modernen und zeitgenössischen
Kunst gefragt
Ein Hedgefonds kann – je nach
Ausrichtung – von steigenden und
fallenden Kursen profitieren
Neben dem Maple Leaf und
dem Gold Eagle ist der goldene
Philharmoniker unter den TopDrei-Anlegermünzen der Welt
PATRICIA PALFFY
CHRISTIAN SÜTTINGER
GERHARD STARSICH
DOROTHEUM-EXPERTIN
DACHFONDSMANAGER ERSTE-SPARINVEST
GENERALDIREKTOR MÜNZE ÖSTERREICH
Strategie. Mais kommt und geht, Gold steht
Der goldene Wiener Philharmoniker gehört zu den Top-Drei-Anlegermünzen der Welt – „neben
dem kanadischen Maple Leaf und
dem amerikanischen Gold Eagle“,
sagt Gerhard Starsich, Generaldirektor der Münze Österreich. Er
empfiehlt Gold als Beimischung
im Portfolio – nicht als ausschließliches Investment. Ähnlich argumentiert Harald Holzer,
Chief Investment Officer der Kathrein Privatbank in Wien: „Bis
zu zehn Prozent kann man im optimalen Portfolio als strategische
Komponente halten.“
wurde. Der Preis für Kupfer ging
zuletzt zurück, für das kommende Jahr wird mit einem Angebotsüberschuss von mehr als
280.000 Tonnen gerechnet.
Im Gegensatz zu Gold – dessen
industrielle Nachfrage überschaubar ist – sind Rohstoffpreise von der Nachfrage der Industrie abhängig. Bei Agrarrohstoffen schlagen die Preise mit Rekordernten oder Ernteausfällen
nach unten und oben aus.
Rohstoffhungriges China
Gold ist unabhängig
Gold hat eine wesentliche
Eigenschaft, nämlich die der
Unabhängigkeit (Unkorreliertheit) von anderen Investments.
Während 2008 mehr oder weniger alle Anlagen in den Keller
gingen, erlebte Gold einen Höhenflug. Starsich unterstreicht
die Stabilität. „Heute bekommen
Sie für eine Unze Gold 300 Laib
Brot. Das war bereits zur Zeit
Christi so.“
Wer in den vergangenen Jahren Goldmünzen und -barren gekauft hat, ist momentan mit der
Entwicklung des Goldpreises
nicht glücklich. Von einer „lustlosen Seitwärtsbewegung“
spricht Starsich, so mancher Experte betont das Ende des Höhenfluges.
Ronald-Peter Stöferle, Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung der Incrementum
Begehrtes Kriseninvestment: Vor allem in unsicheren Zeiten
setzen nervöse Anleger gerne auf das Edelmetall
AG in Liechtenstein, teilt in seinem aktuellen Spezialreport „In
Gold we Trust“ nicht die Meinung, dass die jüngste GoldHausse zu Ende sei. Er spricht
vielmehr davon, dass sich Gold
derzeit (seit dem Allzeithoch
vom August 2011) in einer Konsolidierungsphase befinde.
Die entspricht jener Korrektur,
in der sich der Goldpreis von 1974
bis 1976 befunden habe. Den
Höchststand vom Jänner 1980
(850 USD je Feinunze Gold) erreichte Gold erst wieder im Krisenjahr 2008. Danach folgten
neue Höchststände. Im Gegensatz zu 1979/80 wird laut Stöferle
der aktuelle Goldbullenmarkt
aber nicht wegen stark steigen-
der Zinsen enden, denn heute
seien Regierungen, Haushalte
und Banken verschuldet.
Mais im Depot
Wer abseits von Gold oder Silber
andere Rohstoffe in sein Portfolio
aufnehmen will, steht vor einer
großen Auswahl: Agrarrohstoffe
wie Mais, Soja, Baumwolle, Kaffee oder Weizen sind zu haben,
Lebendvieh oder Schweinebäuche, aber auch Kupfer, Öl oder
Zinn.
Kupfer schaffte es in den vergangenen Jahren immer wieder
in die Schlagzeilen, weil Kupferdiebe Kabel stahlen, wodurch der
Betrieb von U-Bahnen und internationalen Zügen beeinträchtigt
Bei der Industrienachfrage wird
vor allem der Rohstoffhunger
Chinas beobachtet. Anleger können Rohstoffe vor allem über
ETCs (Exchange Traded Commodities) und ETFs (Exchange
Traded Funds) erwerben. Aufpassen muss man, ob das jeweilige Produkt den Rohstoff oder
das Gold wirklich erwirbt und
lagert oder sich auf den jeweiligen Rohstoff-Future, also den erwarteten Preis in der Zukunft,
stützt.
„Anleger mit einem future-basierten Investment sind oft enttäuscht, wenn der Rohstoffpreis
steigt, aber sie davon nicht viel
bemerken“, sagt Holzer. Gold,
Palladium oder Silber sind gut lagerfähig und öfter in physischer
Form Teil des Investments, während es sich bei Weizen, Soja
oder Mais zumeist um future-basierte Produkte handelt. [roku]
regional@wirtschaftsblatt.at
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BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
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Fotoproduction Leo Hims
SKIFAHREN & CO
Wintertourismus
im Zeichen des
Nachwuchses
Niederösterreichs Skigebiete positionieren sich verstärkt als Familiendestinationen.
Im Burgenland punkten Thermen mit Fokus auf Kinder und in Wien Aspern entsteht
eine Kunststoffpiste für den Skinachwuchs.
VON MARKUS PÜHRINGER
D
ie Kinder sollen es
richten. Im Skigebiet St. Corona am
Wechsel ist das die
neue Strategie.
Nachdem der Liftbetreiber im vergangenen Winter
den Skibetrieb aus Kostengründen einstellen musste, soll nun ein
neues Konzept für den erhofften
Aufschwung sorgen.
Für 2,5 Millionen € wurde in St.
Corona ein Kindersportland mit
Förderband und Beschneiungssowie Flutlichtanlage errichtet.
Für die Sommersaison wurden ein
Motorikpark und eine neue Sommerrodelbahn gebaut. Die Ausrichtung ist klar: Familien mit Kindern sollen wieder für Umsatz
sorgen. Geschäftsführer Gerald
Gabauer ist überzeugt, auf dem
richtigen Weg zu sein: „Unser Angebot ist ganzjährig, wir wollen
nun auch im Sommer mehr Gäste
als bisher anlocken.“ Für heuer
rechnet Gabauer erstmals seit Jahren wieder mit einem Umsatzplus.
St. Corona steht exemplarisch
für die Herausforderungen, vor
denen die niederösterreichischen
Skigebiete stehen. Winterurlauber
verlangen von ihren Urlaubsdestinationen laut Wirtschaftskammer vor allem zwei Dinge:
Schneesicherheit und Pistenkilometer. Beides ist in Niederösterreich mit seinen 28 Skigebieten
und 250 Pistenkilometern nur bedingt der Fall. Deshalb setzen die
Liftbetreiber nicht mehr nur auf
die Wintersaison, die im Durchschnitt bislang für zwei Drittel des
Umsatzes gesorgt hat, sondern
auch verstärkt auf Sommergäste.
Sommerattraktionen
Ähnlich die Situation im benachbarten Skigebiet MönichkirchenMariensee, das mit 13 Pistenkilometer auch zu den kleineren in
Niederösterreich zählt. Auch dort
wurde Geld in den Ausbau der
Sommerattraktionen gesteckt, so
etwa in den Ausbau der Rollerbahn.
Wir wollen nun
auch im Sommer
mehr Gäste anlocken
GERALD GABAUER
BERGBAHNEN ST. CORONA
GESCHÄFTSFÜHRER
Markus Redl, Geschäftsführer
der Niederösterreichischen Bergbahnen Beteiligungs-GmbH, die
neben St. Corona und Mönichkirchen auch noch für die Hochkar
Bergbahnen, die Ötscherlifte und
die Annaberg Lifte verantwortlich
zeichnet, sieht neben dem Sommertourismus noch einen zweiten
Trend in Niederösterreich:
„Scheinbar stehen Kurzurlaube
wieder höher im Kurs.“ Drei Viertel der Skifahrer seien Tagesgäste,
großteils aus dem Inland.
Gäste aus Wien
Vor allem höher gelegene Gebiete
wie das Hochkar mit seinem um
6,5 Millionen € renovierten Höhentrainingszentrum, dem Juva
Hochkar Sportresort, profitierten
im vergangenen Winter von den
Tagesgästen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.
„Nach der Neuübernahme des
Hochkars im Jahr 2012 können wir
durch gezielte Investitionen und
Unterstützung des Landes, der
Gemeinden und regionaler Partner gemeinsam mit dem Ötscher
auf zwei sehr erfolgreiche Saisonen zurückblicken“, sagt Rainer
Rohregger, Geschäftsführer der
Hochkar Bergbahnen GmbH. Gemeinsam mit den Ötscher-
60 Prozent der
Wintergäste
Niederösterreichs verbringen ihren
Urlaub in der
Hochkar-Ötscher-Region
ZAHL
6,0
Milliarden €
■ Seit dem Jahr 2000 investierten die heimischen Seilbahnunternehmen laut eigenen Angaben
mehr als sechs Milliarden € in Modernisierung der Anlagen, Beschneiungstechnik, Gastronomie
etc. Im Vorjahr waren es rund 507
Millionen €.
Der Kassenumsatz der Branche
ging im Winter 2013/14 im Vergleich zum Jahr davor um 2,8 Prozent auf rund 1,2 Milliarden € zurück. Die Zahl der Beförderungen
sank um etwas mehr als drei Prozent auf 585 Millionen €.
HINTERGRUND
Foltin π
■ Zur Branche gehören laut Zahlen des Bundesministeriums für
Verkehr, Innovation und Technologie 253 Seilbahnunternehmen
(Winter-, Gletscher- und Zweisaisonbetrieb, dazu elf reine Sommerbetriebe) und rund 550
Schlepplift-Unternehmen. Insgesamt verfügt die Branche über
1098 Seilbahnen und rund 1850
Schlepplifte. Auf den Sommerbetrieb (205 Seilbahnunternehmen
haben zwischen Mai und Oktober
offen) entfallen rund zehn Prozent
des Gesamtumsatzes der Branche.
■ Österreichs Skigebiete verfügen über 23.000 Hektar Pistenfläche; 60 Prozent sind beschneibar.
Laut Branchenangaben konnte der
Energieverbrauch zur Schneeerzeugung zuletzt deutlich reduziert
werden - pro Skifahrer und Tag auf
4,2 Kilowattstunden. Damit käme
ein Pkw sechs Kilometer weit.
■ Die Seilbahnen beschäftigten
rund 15.600 Mitarbeiter. Laut Zahlen der Wirtschaftskammer sichert
die Branche zudem 67.500 Arbeitsplätze bei Partnern und Dienstleistern außerhalb der Bergbahnbetriebe.
■ Der Altersdurchschnitt der Skifahrer auf Österreichs Pisten beträgt laut Gästebefragungsdatenbank der Seilbahnen 38 Jahre, ein
Wert, der sich über Jahre hinweg
stabil halte.
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
Sonnentherme Lutzmannsburg
Liften bietet das Skigebiet 38
Pistenkilometer und 18 Lifte.
Mehr als 60 Prozent der Wintergäste Niederösterreichs verbringen ihren Urlaub in der HochkarÖtscher-Region.
Ostregion legt zu
Wien und Burgenland waren im
Winter 2013/14 jene beiden Bundesländer mit den stärksten Zuwachsraten bei den Gästezahlen.
Scheinbar stehen
Kurzurlaube wieder
höher im Kurs
MARKUS REDL
GF BERGBAHNEN
BETEILIGUNGS-GMBH
NÖ
Mario Baier, Geschäftsführer des
Burgenland Tourismus, bestätigt,
dass bereits ein Drittel der Übernachtungen im Burgenland im
Winter getätigt wird.
Dass das Burgenland nicht mit
Pistenspaß dienen kann, liegt topografisch auf der Hand. Bei den
Gästen punkte man, so Baier, mit
Thermen wie Lutzmannsburg,
Stegersbach und St. Martin, die
sich im Winter immer größerer
Beliebtheit erfreuen. Die heurige
Wintersaison starte im Burgenland Ende November mit einem
Kulinarik-Fest rund um den Neusiedler See, wo man 10.000 bis
15.000 Besucher erwarte.
In der Bundeshauptstadt sorgt
indes ein ausgefallenes Projekt für
Aufsehen. Der Unternehmer und
Skilehrer Martin Freiberger plant
in Wien Aspern eine Skierlebniswelt mit Piste, Langlaufloipe und
Rodelbahn. Die Besonderheit:
Keine Schneeauflage, sonder eine
Kunststoffplane soll die Piste wetterunabhängig machen.
Um 700.000 € baut Freiberger
derzeit – bis Weihnachten soll das
Projekt fertiggestellt sein – eine
80 Meter lange und 70 breite
Piste für Kinder. Denn für wirklich Skierprobte ist die Plastikpiste wohl nichts.
Aber auch in Wien sollen es,
was den Wintersport betrifft, erst
mal die Kleinsten richten.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter regional@wirtschaftsblatt.at
Im Burgenland sind die Thermen das große Thema im Wintertourismus, Skifahren geht dort nicht
Nachgefragt. „Freeride-Trend tangiert die
kleineren Skigebiete nur am Rande“
WirtschaftsBlatt: Die Wintersaison steht unmittelbar bevor – welche Trends orten Sie 2014/2015?
Markus Eck: Der Trend hin zu
Genuss-Skitouren, dem Fahren
abseits der Piste wird nicht abreißen, er wird sich verstärken.
Auch aus Kostengründen, Skitouren sind günstiger.
Skigebiete haben aus verschiedenen Gründen zu kämpfen – wie
schätzen Sie die Situation im Hinblick auf den Freeride-Trend ein?
Je früher es ins Tal schneit,
desto besser für die Skigebiete,
egal ob groß oder klein. Meiner
Meinung nach tangiert der Freeride-Trend die kleineren Skigebiete nur am Rande, für die ist es
ausschlaggebender, ob sie sich
Beschneiungsanlagen leisten
können oder nicht. Wir als Pieps
GmbH (Umsatz 2013: sechs Millionen €, Anm.) arbeiten mit großen Gebieten zusammen, also
Lech/Zürs oder Montafon. Hier
ist der Bedarf an Sicherheitsausrüstung groß.
Wintersportler, die vermehrt den
Weg abseits der Pisten suchen, benötigen Sicherheitsausrüstung –
wie sehr tangiert Sie das?
Sehr, ich kann mich noch an
Zeiten erinnern, als Skigebiete
gesagt haben, „bei uns gibt es keine Lawinen“. Nun treten Skigebiete mit Wunsch nach Schulungen an uns heran, und Organisationen empfehlen Sicherheitsausrüstungen, die unsere Produkte beinhalten: LawinenPieps, Schaufel und Sonde. Auch
Lawinen-Airbags wie unser Jetforce werden immer wichtiger.
Für 2014 erwarten wir eine schöne Umsatzsteigerung.
Hartl
Markus Eck, Geschäftsführer
der Pieps GmbH aus Lebring
Die Pieps GmbH hat eine Exportquote von 70 Prozent sowie einen
Weltmarktanteil von 40 Prozent.
Was unterscheidet Sie vom Mitbewerb?
Meiner Meinung nach ist es
die enge Verbindung zwischen
Praxis und Ingenieurskunst. In
unserem Entwicklerteam arbeiten drei ehemalige Bergführer,
wir kennen die Anforderungen
an unsere Produkte sehr genau.
Die gesamte Entwicklung passiert in der Zentrale in Lebring,
wir haben auch eine kleine Produktion hier. Zudem sind wir bemüht, alle Produktionsschritte
im nahen Umfeld zu behalten
bzw. aus Asien zurückzuholen.
Die Leiterplatten unserer LVSGeräte werden zum Beispiel von
Anton Paar in Graz hergestellt.
Seit 2012 steht die Pieps GmbH im
Eigentum des amerikanischen
Black-Diamond-Konzerns. Was
hat sich verändert?
Wir sind weiter ein eigenständiges Unternehmen, profitieren
aber vom Netz eines internationalen Konzerns. Das macht auch
die Planung einfacher. [male]
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KONJUNKTUR
| 25
UMFRAGE
Die Zukunft bringt ...
Jeden Monat bitten wir Unternehmer und Manager aus führenden Betrieben um ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Dieses Konjunkturbarometer bietet einen Einblick in die Entwicklung in Ihrem Bundesland.
ANTON CECH
CENTER MANAGER
SHOPPING CITY
SÜD
UNIBAIL-RODAMCO AUSTRIA
PETER LAYR
VORSTANDSSPRECHER
EVN
BEATRIX
POLLAK
VORSTANDSSPRECHERIN
SHT
HAUSTECHNIK AG
ALFRED
HUDLER
VORSTAND
VÖSLAUER
MINERALWASSER
AG
SOFIE
KADANKA
GESCHÄFTSFÜHRERIN
MONDIAL GMBH
JANET KATH
GESCHÄFTSFÜHRERIN
INTERIO
GEORG
BURSIK
GESCHÄFTSFÜHRER
BAUMIT
WOPFINGER
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen in
den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja, für
welche Bereiche werden
sie gesucht?
l Die gesamtwirtschaftlichen
Rahmenbedingung sind weiterhin herausfordernd.
s Äußerst positiv, auch wegen
des Weihnachtsgeschäfts. Wir
rechnen mit wachsenden Frequenz- und Umsatzzahlen.
Unsere Mieter suchen
laufend Mitarbeiter. Mehr
Infos auf der Jobbörse unter
www.scs.at.
t Politische Instabilitäten
wirken weiter dämpfend.
l Wir rechnen mit einer normalen, saisonalen Entwicklung.
Das Wetter spielt im Winterhalbjahr die entscheidende Rolle.
Wir konzentrieren uns auf
unser Kerngeschäft, vereinzelt
suchen wir Spezialisten, vor allem für Vertrieb und Technik.
l Die Lage wird sich nicht
merklich verbessern. Viele KMU
spüren die Investitionsmüdigkeit der öffentlichen Hand.
l Das letzte Quartal ist ein Indikator für das kommende Jahr:
Wir rechnen auch 2015 nicht mit
einem enormen Aufschwung.
Wir suchen laufend
qualifizierte Mitarbeiter.
www.sht-gruppe.at
t Viele Menschen müssen
sparen. Das lässt sich am nachlassenden Konsum zum Ende
jeden Monats ablesen.
s Die neue Ein-Liter-Glasmehrwegflasche kommt im Handel
sehr gut an und die Gastronomie und der Export wachsen.
Wir haben eine Lehrstelle in
der Lebensmitteltechnik ausgeschrieben. www.voeslauer.
com/web/Karriere
l Ich denke, dass eine Bodenbildung nach wie vor nicht in
Sicht ist. Eine Rezession 2015
wird damit wahrscheinlicher.
s Für einen Großteil Mondials
bricht jetzt die Hochsaison an.
Die Vorausbuchungslage verspricht Gutes.
l Nein, aktuell suchen wir
nicht.
s Nach dem sonnigen Oktoberbeginn hat die Abkühlung
die Kauffreude der Konsumenten eindeutig gesteigert.
s Wegen unseres Weihnachtsmarktes ist in den nächsten
Monaten mit einer Umsatzsteigerung zu rechnen.
Ja, wir suchen Verstärkung
im Verkauf und in der Zentrale wird noch einen Möbeleinkäufer. www.interio.at/jobs
t Die Stimmung am Bau trübt
sich ein. Baustoffhändler wie
Verarbeiter sind besorgt, zumal
staatliche Impulse völlig fehlen.
t Der Herbst lässt, außer
beim Wetter, bisher keinen
Optimismus aufkommen: Wir
rechnen mit einem Rückgang.
Ja, für den Außendienst in
Wien, NÖ und Burgenland,
einen Vertriebsleiter, Maschinenputzer sowie Lehrlinge.
Peroutkaπ (2), Foltinπ, SCS, SHT, beigestellt (2)
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RECHT & STEUERN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
RECHT & STEUERN
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colourbox.de, Ecovis
ARBEITSPLATZ
Betriebe
müssen Psyche
prüfen
WIEN. Seit einer Novelle im
Arbeitnehmerschutzgesetz
(ASchG) 2012 müssen alle
Unternehmen in Österreich die
„arbeitsbedingten physischen
und psychischen Belastungen,
die zu Fehlbeanspruchungen
führen können“, ermitteln und
beurteilen. Die Arbeitsinspektorate statten seit 2013 in einem
ersten Schritt vor allem größeren Betrieben Besuche ab, um
diese Vorgänge zu kontrollieren, aber auch, um zu beraten.
Konkret müssen die Unternehmen durch einen standardisierten Fragebogen (Anm. erhältlich auf www.arbeitsinspektion.gv.at) oder in moderierten, anonymisierten Gruppengesprächen ermitteln, wo
Schwachstellen liegen: Liegt
eine hohe körperliche oder
geistige Belastung vor? Beispiele dafür wären ein häufiger
Umgang mit unzufriedenen
Kunden, der Zwang zum Dauerlächeln oder eine Unterforderung bei Aufgaben.
Abgefragt werden muss auch
die Zufriedenheit mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes
oder mit dem Organisationsklima. Gibt es ausreichend
Unterstützung durch Führungskräfte oder Kollegen?
Werden Mitarbeiter aureichend informiert? Passt die Beleuchtung?
Konkrete Maßnahmen
Tauchen psychische Fehlbelastungen auf, sind Betriebe verpflichtet, „konkrete und nachvollziehbare“ Maßnahmen zu
setzen und diese zu dokumentieren. Fühlen sich Mitarbeiter
etwa von E-Mails in der Freizeit belästigt, können Betriebe
Server so einstellen, dass nach
18 Uhr kein Weiterleiten erfolgt. Ausgegangen ist die NeuRegelung im ASchG von der
EU. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Krankenstände aufgrund psychsicher Fehlbelastung zu reduzieren.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
nehmenswert mittels eines Multiplikators in Verbindung mit Umsatz, Gewinn vor Zinsen und
Steuern (EBIT), Gewinn vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) oder dem Jahresüberschuss. Vorteil dieser Methode ist die schnelle
Berechnung.
GASTKOMMENTAR
Was mein
Betrieb
Wert ist
Achtung vor Fehlern
Die Planungsrechnung erfolgt durch den Unternehmer bzw. das Controlling im Betrieb. Der
Unternehmenswert wird vom Wirtschaftstreuhänder errechnet. Fehler treten in KMU oft bereits bei der Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung auf und verfälschen die Planungsrechnungen und so die prognostizierten finanziellen
Überschüsse. Ebenso häufig wird der Diskontierungssatz falsch bestimmt. Schon kleine Veränderungen von Annahmen bewirken Schwankungen beim Wert: Es braucht daher niemanden zu
wundern, wenn zwei Gutachter des Öfteren zu
völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Die Einschätzung des Unternehmenswertes
ist eine der schwierigsten Aufgaben für
Unternehmer. Maschinen oder Kunden sind
nebensächlich. Es kommt auf Zukunftsgewinne und die richtigen Formeln an.
BARBARA
HÖLZL
Was ein Unternehmen tatsächlich am Papier
D
ie Gründe für eine Unternehmensbewertung sind vielfältig:
Unternehmensnachfolge als Erwerber oder Veräußerer, Verkauf
von Unternehmensanteilen, Einund Austritt von Gesellschaftern,
Umgründungen oder als Planungsinstrument für
Unternehmensstrategien.
Die Einschätzung des eigenen Unternehmenswertes ist jedoch einer der schwierigsten unternehmerischen Vorgänge. Bilanzkennzahlen aus
aktuellen Bilanzen zu ermitteln, ist in Sekunden
möglich, da sie auf Vergangenheitsdaten aufbauen. Bei der Unternehmensbewertung sind aber
die zukünftigen finanziellen Überschüsse des
Unternehmens zu planen. Die gängigen Methoden der Bewertung wurden in einem neuen Fachgutachten vom 26. März 2014 von der Kammer
Fehler treten in KMU oft bereits
bei der Analyse der Gewinnund Verlustrechnung auf
der Wirtschaftstreuhänder beschlossen. Wesentliches Ziel ist die Aufwertung rechnerischer Verfahren zur Unternehmensbewertung.
Planung künftiger Cashflows
Die Basis jeder Bewertung ist die Planung künftiger Cashflows. Zu berücksichtigen sind insbesondere interne Plandaten und Analysen der Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie der
vom Unternehmen angebotenen Leistungen.
Ebenso sind marktbezogene Faktoren wie die Ent-
wicklung der Branche, Konkurrenzsituation und
Absatzmärkte relevant. Der Substanzwert, wie
etwa Betriebsgrundstücke oder Maschinen eines
Unternehmens, haben für die Unternehmensbewertung keine Bedeutung. Die Substanzwertmethode, bei der die aktuellen Marktwerte der Vermögensgegenstände ermittelt werden, wird heutzutage nur mehr herangezogen, um prognostische
Bewertungsmethoden zu untermauern.
Formel zur Berechnung
Die finanziellen Überschüsse werden in der Regel in Phasen geplant, welche abhängig von Struktur, Größe, Branche und Lebensdauer des zu bewertenden Betriebes unterschiedlich lang sind.
Die Detailplanung sollte zumindest für die nächsten drei Jahre durchgeführt werden. Für die Zeit
danach wird die Formel der „ewigen“ Rente herangezogen. Das bedeutet, dass nach Ablauf der
zweiten Phase davon ausgegangen wird, dass der
ermittelte Ertrag auf ewig aufrechterhalten werden kann. Zwei Berechnungsverfahren sind in der
Praxis am gängigsten: das Diskontierungsverfahren und die Multiplikatormethode.
Bei den Diskontierungsverfahren ergibt sich
der Unternehmenswert aus dem Barwert finanzieller Überschüsse. Die Berechnung des Barwerts erfolgt mit dem Kapitalisierungszinssatz
(risikoloser Zinssatz zzgl. unternehmensabhängiger Risikoaufschlag). Je höher der Kapitalisierungszinssatz ist, desto niedriger wird der Wert
des Unternehmens ausfallen. Für einen kleinen
Gewerbebetrieb wird der Kapitalisierungszinssatz aufgrund des Risikoaufschlages höher sein
als beispielsweise bei einem leichter handelbaren
börsenotierten Unternehmen.
Multiplikatorverfahren ermitteln den Unter-
wert ist, steht nicht in den Sternen, sondern beruht auf rechnerischen Verfahren
■ Die Autorin ist Steuerberaterin bei ECOVIS Austria,
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
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VORTRAG
X Teamkultur im
Betrieb von morgen
WR. NEUSTADT. Einzelne können
die immer komplexer werdenden Zusammenhänge in Betrieben kaum mehr überblicken. Zukunftsforscher Erik Händeler
stellt fest: „Je mehr Produktivität
von Gedankenarbeit abhängt,
desto mehr sind wir auf das Teilwissen anderer angewiesen.“ An
der FH Wiener Neustadt spricht
Händeler am 12.11. über eine
neue Teamkultur. [mad]
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PERSONALSUCHE
Mit dem
Stelleninserat
für sich werben
Bei der Suche nach den
optimalen Mitarbeitern
bringt so manches Inserat
von Klein- und Mittelbetrieben nicht den gewünschten Erfolg. Dabei
lassen sich manche Fehler
einfach ausräumen.
VON MARTINA MADNER
M
it einer Liste an fachlichen Qualifikationen und einem Anforderungsprofil alleine ist ein Stelleninserat selten
von Erfolg gekrönt. Dessen ist
sich Bert Jandl, Geschäftsführer
des Feriendorfs Vila Vita Pannonia in Pamhagen im Burgenland,
sicher. „Wir unterscheiden uns
mit der sozialen Komponente von
den Stelleninseraten anderer“,
sagt Jandl. Das Soziale spiegelt
sich im 164 Mitarbeiter großen
Betrieb zum Beispiel an Kinderbetreuung vor Ort, Freizeitangeboten für Mitarbeiter oder auch
Aus- und Weiterbildung wider.
Stelleninserate sind für Jandl
auch ein Marketinginstrument: „Es
ist sicher schwieriger geworden,
Fachkräfte zu finden. Tourismusberufe müssen für junge Menschen oder Wiedereinsteigerinnen
attraktiver werden. Auch die Generation 50 plus, in der viele hochqualifiziert sind, ist bei uns herzlich willkommen.“
Was Jandl bereits umsetzt, empfielt Christian Klement, Geschäftsführer der Personalberatung ePunkt, auch anderen kleinen und mittleren Unternehmen
(KMU): „Wesentlich ist beim Stelleninserat, dass Unternehmer es
als Werbeplattform für sich im
Kundenkreis Arbeitsmarkt sehen.
Der Kandidat ist kein Bittsteller.“
Bei der Suche nach den besten der
Besten müssen sich Unternehmen
mit ihren Inseraten aus der Masse
an Angeboten herausstechen. Irma Brazda, Leiterin des Bundesländergeschäfts der Personalberatung Iventa, sieht das ähnlich:
„Nicht nur bei Technikern auch in
der Bilanzbuchhaltung, Lohnverrechnung und im Controlling haben die Bewerber oft zwei bis drei
Angebote in der Hand. Da liegt es
an den Unternehmen, sich um sie
zu bewerben.“
Unternehmen vorstellen
Ziel eines Stelleninserats ist natürlich die rasche Besetzung der
Stelle mit dem passenden Mitarbeiter. Laut Florens Eblinger,
Geschäftsführer von Eblinger und
Partner, geht es deshalb um die
Stressresistenz wird
als 60-StundenWoche interpretiert
FLORENS EBLINGER
GESCHÄFTSFÜHRER
EBLINGER & PARTNER
Technisch und
kaufmännisch
ausgebildete
Bewerber können
aus vielen Stellenangeboten wählen
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„Treffsicherheit, eine qualitativ
gute und hohe Rücklaufquote“
von Bewerbungen.
Der Stil muss zum Unternehmen passen: „In der Kreativszene
kann das Inserat vermitteln: Bist
du schräg genug für uns?“, meint
Eblinger. Die Industrie müsse dagegen mit eher faktenorientierten
Argumenten wie der Marktposition oder konkreten Alleinstellungsmerkmalen der Produkte
punkten. Klar ist jedenfalls, dass
sich insbesondere KMU, die – anders als Konzerne oder BranchenLeitbetriebe – weitgehend unbekannt sind, sich Bewerbern vorstellen sollten: Die kurz umrissene Unternehmensphilosophie
sollte im Inserat nicht fehlen.
sei in einem Betrieb auch ein Projektmanager, in einem anderen gehe es rein um den Außendienst.
Mit zu detaillierten Vorgaben
könne man sowohl Branchenfremde verschrecken als auch hoch motivierte Personen mit einer fehlenden Qualifikation, die sich im Betrieb erwerben lässt. Für Bewerber
sind Möglichkeiten zur Weiterbildung und Entwicklung der Karriere laut Klement durchaus Gründe,
die für einen Betrieb sprechen.
Platz sparen könne man bei Nona-Aussagen, Controller sind per
Definition zahlenaffin und PRLeute kommunikativ. Vor manchem warnt Eblinger sogar:
„Stressresistenz wird von vielen
Häufige Fehler
WUSSTEN SIE …
Das Anforderungsprofil und das
Aufgabengebiet sollten nicht die
Suche nach der Eier-legendenWollmilch-Sau vermitteln. Große
Firmen, die mit 250 Bewerbungen
rechnen müssen, können laut
Eblinger sehr eng ausschreiben.
Ein Nischenunternehmen, sollte
aber Spielraum offen lassen.
Brazda ergänzt: „Interne Positionsbezeichnungen sollte man
besser vermeiden. Damit ist noch
nicht klar, was die konkreten Anforderungen sind.“ Ein Vertriebler
■ Diskriminierung ist in betriebliche Stellenausschreibungen verboten. Nicht gesetzeskonform wäre
die Suche nach einem „Abwäscher
mit sehr guten Deutschkenntnissen“. Das diskriminiert Migranten
und Frauen. Für die Tätigkeit reicht
„gutes“ Deutsch aus und mit der
Formulierung „Abwäscher/in“
spricht der Betrieb auch Frauen an.
■ Gehaltsangaben in Inseraten
sind ebenfalls verpflichtend. Ein
Kandidaten als 60 StundenArbeitswoche interpretiert.“
Aber: „Eine gewisse Ehrlichkeit ist
schon wichtig, schließlich kostet
die Personalsuche Geld. Wenn der
neue Mitarbeiter den Betrieb
gleich wieder verlässt, beginnt die
Suche von neuem.“
Konkret sollten auch die Gehaltsangaben sein: „Der kollektivvertragliche Mindestlohn mit der
Bereitschaft zur Überzahlung ist
eine Nullaussage, die abschrecken
kann. Charmanter ist eine realistische Bandbreite, die auch Topleute anspricht.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
korrektes Beispiel wäre: „2000 €
brutto pro Monat laut Kollektivvertrag, eine Überzahlung ist abhängig
von beruflicher Qualifikation und
Erfahrung möglich“. Die Kür sind
realistische Spielräume, wie „2500
bis 3000 € je nach Erfahrung.
■ Beim ersten Verstoß erfolgt jeweils eine Verwarnung durch die
Bezirksverwaltungsbehörde, bei
weiteren Verstößen ist mit Geldstrafen bis 360 € zu rechnen.
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
30 |
IMMO-TRENDS
NACHHALTIGKEIT
GEWERBEIMMOBILIEN
NIEDERÖSTERREICH
Architektur im Dienste
der Photovoltaik
Büro, Miete, Oktober 2014
AngebotsTendenz gg. Sept.
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Wiener Neustadt (Stadt)
9,1
Wien-Umgebung
8,8
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
Laut der KPMG-Studie „Property
Lending Barometer 2014“ wird Österreichs Immobilienmarkt als stabil bewertet. Die befragten Banken
sehen das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung als strategisch
wichtig an und zeigen sich aufgeschlossen bezüglich der Finanzierung von Projekten.
Für Windkraft Simonsfeld
hat das Architekturbüro
Reinberg ein Headquarter
errichtet, mit dem das
Optimum aus der Ausnutzung der Sonnenenergie
herausgeholt werden soll.
VON MELANIE MANNER
V
iele nachhaltige Gebäude sind absolut Standard – sie haben sich
halt ein Zertifikat geholt“, sagt Robert Lechner, Geschäftsführer des österreichischen
Ökologieinstituts. Nur wenige
Projekte würden wirklich aufgrund der Energieeffizienz und
der verwendeten Materialien hervorstechen. Lechner ist aber überzeugt, dass jenseits der Vermarktung des Nachhaltigkeitsbegriffs
vor allem ebenjene Kriterien in
Zukunft als maßgeblich verbleiben werden. Als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet er das Headquarter von Windkraft Simonsfeld in
Ernstbrunn. „Es zeigt vorbildhaft,
wie eine Plus-Energiebilanz erreicht werden kann.“ 68 Windkraftanlagen hat das Unternehmen
in Österreich, zwei in Bulgarien.
„In unserem Geschäftsfeld wäre
es kontraproduktiv, für unser
Headquarter einfach ein 08/15-Gebäude hinzustellen“, sagt Projektentwickler Georg Hartmann.
Das Wiener Architekturbüro
Reinberg entwarf für Windkraft
Simonsfeld daher ein Plus-Energie-Gebäude, das dem Image des
Unternehmens gerecht werden
soll. Die einfach gestaltete Lagerhalle und der Bürokomplex sind
aus Brettsperrholz gebaut, die tragenden Holzwände sind innen mit
Lehm verputzt. Einzig die Südwand ist aus Glas und gibt den
Blick auf den Windpark frei. Die
Netto-Baukosten betrugen 3,3
Millionen €.
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
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Architekturbüro Reinberg ZTgesmbH
Für Architekt Georg Reinberg
war die Herausforderung, die baulich optimalen Bedingungen für
die Photovoltaik zu schaffen. „Es
ging uns eben nicht darum, ein
konventionelles Gebäude mit vielen Photovoltaikanlagen abzudecken.“ Das bedeutet zum Beispiel
eine hohe Flächeneffizienz für die
Solarnutzung. 637 Quadratmeter
an Photovoltaikelementen an Fassade und Dach erbringen eine
Höchstleistung von knapp 50 Kilowatt. Zusätzlich können weitere
800 Quadratmeter angebracht
werden. Das Gebäude ist aber bereits so im Energie-Plus.
Energiespeicherung
Außerdem wird verbrauchsseitig
mit dem Licht gespielt: Sämtliche
Büros sind von Norden her direkt
belichtet und erhalten von Süden
diffuses Licht. Sonnenschutz ist
daher nicht notwendig. Die südseitige Glaswand ist mit transparenten Photovoltaikmodulen ausgerüstet, die Sonnenenergie di-
Sonnennutzung ohne Sonnenschutz: Die Firmenzentrale von Windkraft Simonsfeld führt es vor
rekt aufnehmen und in der Mittelwand aus Beton speichern. Eine
Überhitzung beziehungsweise ein
Energieverlust bleibt aus.
Windkraft Simonsfeld ist nicht
das einzige Unternehmen aus
dem Öko-Bereich in Reinbergs
Portfolio, das Vorzeigeprojekte
verlangt. „Das Interesse an Niedrigenergie-Häusern und PlusEnergiehäusern nimmt stark zu“,
sagt Reinberg, der zu seinen Kun-
den auch Solarsystemanbieter
Sonnenkraft oder Naturschwimmteich-Anbieter Biotop zählt.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
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32 |
BUSINESSTALK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
GET-TOGETHER
APA-Fotoservice/Preiss
Feierliches
Opening
WOLKERSDORF. „Wenn sich ein international erfolgreiches Unternehmen für Niederösterreich als
Standort seiner neuen Zentrale entscheidet, dann ist
das ein untrügliches Zeichen für die Anziehungskraft
des Wirtschaftsstandorts“, freute sich LH Erwin
Pröll. Anlass war die feierliche Eröffnung des
neuen Standorts des Telekommunikationsanbieters SPL Tele und des Engineering- und
Montagespezialisten Powerlines Group
im ecoplus Wirtschaftspark. Elf Millionen € wurden investiert.
Gerhard Ehringer, CEO der Powerlines Group GmbH, Rudolf Schütz, Eigentümer der SPL Tele GmbH & Co. KG, Landeshauptmann Erwin
Pröll und Reinhard Karl, Vorstandsdirektor der Raiffeisen Landesbank NÖ/Wien, (v.li.) bei der Eröffnung des neuen Standorts
JUBILÄUM
Ein Fest
mit Aussicht
WOLKERSDORF. Eine Zeitreise durch die Jahrzehnte
wurde anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Velux
Österreich übernommen. Michael Walter, Geschäftsführer der Tochtergesellschaft des dänischen Dachfenster-Herstellers, konnte dazu am Firmensitz u.a.
begrüßen: Jorgen Tang-Jensen, Vorstandvorsitzender von Velux International, Botschafterin
Liselotte Plesner, Landesrätin Petra Bohuslav, Bürgermeisterin Anna Steindl
sowie Eternit-Vorstand HansJörg Kasper.
Velux
Jorgen TangJensen (li.), Vorstandvorsitzender von Velux
International,
und Michael
Walter, Chef der
österreichischen
Tochter des dänischen Dachfenster-Herstellers, beim Anschneiden der
Jubiläumstorte
Roman Seidl
Zum Anstoßen:
Charity-Weinlese
KUFFERN. „Weinlesen für
den guten Zweck“: Unter
diesem Titel wurde zum
Weingut Steyrer im Traisental geladen. Mit dabei
waren u.a. Christoph Madl,
Chef der Niederösterreich
Werbung, Bernhard Lackner, Vorstand der Nö. Versicherung, und Landesrätin Petra Bohuslav.
Ihr Event ist unser Business
Ein rundes Jubiläum, das Ihr Unternehmen feiert, eine festliche
Präsentation, zu der Sie Business-Partner laden, oder ein Galaabend,
der mit hochkarätigen Gästen über die Bühne geht: Halten Sie uns auf
dem Laufenden, schicken Sie uns Informationen und mailen Sie uns!
regionaltalk@wirtschaftsblatt.at
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