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DEGAS in Karlsruhe - Badische Neueste Nachrichten

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EDITORIAL
2
ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG
Washington, Paris
und London
Liebe Leser und Leserinnen!
A
ls mir der Kurator der Ausstellung, Alexander Eiling, vor drei
Jahren sein Konzept vorlegte, war
ich fasziniert von der Idee, Degas’ lebenslanges Kopieren näher zu untersuchen. Denn Kopieren bedeutet für
Degas, Bildideen kreativ weiterzuentwickeln, was eigentlich eine Strategie der zeitgenössischen Kunst ist.
Doch erst während der Vorbereitungen zu unserer Ausstellung wurde
mir klar, welche Folgen seine Vorgehensweise hatte und welch’ schillernde Figur Edgar Degas eigentlich ist.
Dabei gehörte der Künstler nicht
etwa zu den offensiven Modernisten
seiner Zeit. Vielmehr ist sein Werk
tief verwurzelt in der Kunstgeschichte. Kaum ein anderer Maler damals
hat sich so intensiv mit der Malerei
der Renaissance und des Barock auseinandergesetzt wie Edgar Degas.
Nur wenn wir seinen bewundernden,
aber auch kritischen Blick zurück
als etwas Positives begreifen, kommen wir dem absoluten AusnahmeKünstler des 19. Jahrhunderts noch
ein Stück näher.
Schon meine Vorgänger haben um
die besondere Stellung Degas’ gewusst und entsprechende Ankäufe getätigt. Unsere Abteilung französischer
Malerei wurde von Kollegen mit großem Gespür für Qualität aufgebaut.
Die sieben Karlsruher Degas-Werke
eröffnen sieben ganz unterschiedliche
Blicke auf das Werk des Künstlers.
Diese starke Basis in der Sammlung
und ein originelles Konzept unseres
Kurators haben zahlreiche Leihgeber
überzeugt, und sie haben ihre Schätze
nach Karlsruhe geschickt. Das ist
heutzutage nicht mehr selbstverständlich, zumal darunter große Museen in
New York, Ottawa, Paris, London
oder Wien sind.
AUS DEM INHALT
3 Roger Willemsen /
Degas hören
4 Alexander Eiling /
Degas sehen
Pia Müller-Tamm
Foto: Norbert Miguletz
E
ine exquisite Sammlung französischer Kunst, die viel beachteten
Sonderausstellungen Vuillard, Chardin, Delacroix, Corot und Fragonard:
Bei dieser Tradition bedarf es keiner
Rechtfertigung, wenn die Kunsthalle
Karlsruhe jetzt einem weiteren französischen Künstler eine große Ausstellung widmet. Edgar Degas zählt
zu den herausragenden Künstlern des
französischen 19. Jahrhunderts.
Es ist ein großes Verdienst der
Kunsthalle, wenn sie eine weitgehend
unbekannte Seite des Künstlers präsentiert. Degas stand zwar an der
Spitze einer neuen Kunstbewegung,
war aber gleichzeitig tief in der Tradition verwurzelt. Diese Position zwischen Tradition und Innovation, die
auch für die Menschen im 21. Jahr-
Ihre Pia Müller-Tamm
Direktorin der Staatlichen
Kunsthalle Karlsruhe
7 Bestseller /
Balletttänzerinnen
8 Programm /
Alles auf einen Blick
10 Werkstatt/Dem Künstler
über die Schulter sehen
12 Konzerte /
Degas’ Nightlife
Staatssekretär Jürgen Walter
14 Vorschau /
Foto: mwk
hundert inspirierend ist, wird dem
Museumspublikum auf anschauliche
Weise vorgeführt.
Sehr gerne habe ich gemeinsam mit
dem französischen Botschafter die
Schirmherrschaft für die Ausstellung
übernommen. Sie unterstreicht die
freundschaftlichen Beziehungen unseres Landes zu Frankreich. Gerade im
Jahr des Gedenkens an den Beginn
des Ersten Weltkriegs vor einhundert
Jahren sind uns diese Beziehungen zu
unserem Nachbarn sehr wichtig.
Denn davon profitieren nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern vor allem auch die Menschen.
Edgar Degas, Steilküste, um 1892 © Marie-Anne Krugier-Poniatowski Collection
Museen loben
Ich lade Sie ein, mit uns diese wohl –
in Baden-Württemberg und vielleicht
auch darüber hinaus – einmalige Ausstellung zu betrachten und die Faszination des populären wie des noch
kaum bekannten Degas zu erleben.
Auch im 21. Jahrhundert inspirierend!
Grußwort
6 Wolfgang Ullrich /
Jürgen Walter MdL
Staatssekretär für Wissenschaft,
Forschung und Kunst des
Landes Baden-Württemberg
Karoline Luise
15 Gewinnspiel /
Wer ist Mary Cassett?
IMPRESSUM
DEGAS.
Klassik und Experiment
Anzeigensonderveröffentlichung am 31. Oktober 2014
Herausgeber: Staatliche
Kunsthalle Karlsruhe
Konzeption/Redaktion:
Carmela Thiele (ct)
Titel: Fine German
Layout, Grafik: BNN
Druck: BNN
Motiv der Titelseite:
Edgar Degas, Sängerin in
einem Pariser Gartencafé
(Detail), 1880 © Staatliche
Kunsthalle Karlsruhe
SPECIAL
ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG
3
Mit der bildenden Kunst aufgewachsen
Roger Willemsen liest den Audioguide zur Ausstellung „DEGAS. Klassik und Experiment“
Von Carmela Thiele
S
eine Stimme hat etwas Vorwärtsdrängendes, Hungriges. Hungrig
nach Wissen, nach Erfahrung? Einen
Teil seiner Karriere als Moderator
und Redner verdankt Roger Willemsen der Gabe, seinen Gedanken nicht
nur als Buchautor, sondern auch unmittelbar Ausdruck zu verleihen.
Fast alle seine Publikationen hat er
als Hörbücher herausgebracht, selbst
gesprochen, versteht sich.
Nur gelegentlich arbeitet er für
Museen und leiht dem jeweiligen Audioguide seine Stimme. Wer die Karlsruher Degas-Ausstellung auf diese
Weise erkunden will, wird begleitet
von Willemsens frischem Organ.
„Der Audioguide ist immer ein gutes
Sprungbrett, um sich einer Ausstellung zu nähern“, meint er anerkennend, fügt aber hinzu, „wichtig ist
letztendlich, einen eigenen Zugang zu
den Werken der Kunst zu finden.“
Job als Reiseleiter
in Italien
Edgar Degas, Ballettklasse, um 1880, Privatsammlung
Willemsen kennt sich aus. Der vielseitige Autor, der zuletzt mit seinem
Buch „Das hohe Haus“ politisches
Feuilleton geschrieben hat, stammt
aus einer Künstler-Familie. „Ich bin
mit der bildenden Kunst aufgewachsen, mehr als mit jeder anderen
Kunst“, erzählt der 59-Jährige. Sein
Vater war Maler und Restaurator,
seine Mutter Expertin für ostasiatische Kunst, der Onkel Archäologe.
Willemsen studierte Kunstgeschichte
in Bonn, Florenz, München und
Das zart Erdige
von Velázquez
G
Heute interessiert
ihn sehr viel mehr
zeitgenössische Kunst
Die Arbeit für den Karlsruher Audioguide hat ihm hörbar Spaß gemacht. „Degas habe ich immer als
Maler der Ballettmädchen und der
Pferderennen gesehen“, sagt er. Die
der Tradition verpflichtete Seite des
Malers sei ihm völlig unbekannt gewesen. Nie hätte er gedacht, dass der
Franzose sich auf einen Klassizisten
wie Ingres bezogen haben könnte.
Ihn interessiere der moderne Degas
am meisten. Aber wer ist der moderne Degas wirklich? Gibt es überhaupt einen modernen Degas ohne
dessen Verwurzelung in der Tradition? Die Frage beantwortet die Schau
in der Kunsthalle Karlsruhe. „Wenn
ich irgend kann, schaue ich mir die
Ausstellung an“, beteuert Willemsen. Es klingt glaubhaft.
#DegasSKK
I
n der Degas-Ausstellung findet der erste Tweetup der
Kunsthalle Karlsruhe statt.
Kurator Alexander Eiling führt
am 14. November, 19 Uhr, begleitet von den „Kulturkonsorten“ Twitterati und Blogger
durch das Pariser Nachtleben,
wie es Edgar Degas in seinen
Bildern dargestellt hat.
Wer sich für einen der 25
freien Plätze anmelden möchte, schreibt bis 7. November an
tweetup@kulturkonsorten.de.
Vergessen Sie nicht, ihren eigenen Twitteraccount anzugeben! Der Hashtag lautet
#DegasSKK. Mitlesen kann
man über die
Twitterwall
der Kunsthalle:
http://degasskk.
tweetwally.com/.
Edmond Goncourt im Jahre 1874
über einen Besuch bei Edgar Degas
estern habe ich meinen
Tag im Atelier eines seltsamen Mannes namens Degas
verbracht. Nach vielen Versuchen, Ansätzen und Vorstößen
in alle Richtungen hat er sich
in die Moderne verliebt; und
in der Moderne hat er sein
Auge auf Wäscherinnen und
Tänzerinnen geworfen. [...]
Der Maler zeigt einem seine
Bilder, dabei ab und zu seine Erklärung kommentierend
Wien – allerdings nur im Nebenfach.
Er promovierte im Fach Germanistik
mit einer Arbeit über Robert Musil.
Die Kunst hat ihn immer begleitet.
Zweieinhalb Jahre jobbte er während seines Studiums als Reiseleiter
in Italien und verfasste zwei Kunstreiseführer. Heute gehört sie auf andere Weise zu seinem Leben. Unter
seinen Freunden seien Kunstsammler, er gehe auch gerne in Ausstellungen. Allerdings hätten sich seine Vorlieben seit seinem Studium mehr in
Richtung Gegenwart verlagert, am
besten kenne er sich in der Klassischen Moderne aus.
mit der Gebärde einer choreographischen Abfolge, mit der
Imitation einer ihrer Arabesken, wie die Tänzerinnen sagen. Und es ist wahrhaft sehr
komisch, ihn auf Zehenspitzen, mit gebeugtem Arm die
Ästhetik des Ballettmeisters
mit der des Malers mischen zu
sehen, während er von dem
zart Erdigen von Velázquez
und dem Umrisshaften von
Mantegna redet.
Roger Willemsen
Foto: Anita Affentranger
4
INTERVIEW
ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG
Der variantenreichste Künstler
des 19. Jahrhunderts: Edgar Degas
Wir möchten ein Fenster öffnen für ein breiteres Verständnis seines Werks
K
önnte Edgar Degas in die Zukunft reisen, wäre er wohl ziemlich erstaunt. Da hängen in einer
Ausstellung seine Familienporträts,
die zu seinen Lebzeiten sein Atelier
nicht verlassen haben, seine Monotypien, die er höchstens Freunden zeigte. Auch seine Historienbilder, die
damals kaum einer sehen wollte,
sind prominent platziert – und zwar
neben den Balletttänzerinnen, die
schon immer seine Bestseller waren.
Er wäre amüsiert, dass nun endlich
jemand den Sinn seines lebenslangen
Kopierens erkannt hat. Die Ausstellung „Klassik und Experiment“ zeigt
diese Seite von Degas. Im Gespräch
mit Carmela Thiele erläutert Kurator
Alexander Eiling, warum sie mehr
als überfällig ist.
Degas ist einer der populärsten
Künstler des 19. Jahrhunderts,
ihm werden immer wieder große
Ausstellungen gewidmet. Warum
nun auch in Karlsruhe?
Wir präsentieren ihn unter einem
Gesichtspunkt, der bislang vernachlässigt worden ist: seine außergewöhnlich intensive Kopiertätigkeit.
Kopieren hat in Deutschland einen
negativen Beigeschmack. In Frankreich dagegen wird die Kopie nicht
als etwas Negatives empfunden.
Vielmehr garantiert die Kopie den
Zugang zu höheren künstlerischen
Weihen. Und gerade bei Degas ist es
so, dass er nicht nur zu Beginn seiner
Laufbahn, sondern zeitlebens kopiert hat. Er bezog seine schöpferische Kraft gerade aus der kreativen
Aneignung und Transformation klassischer Vorbilder.
Und das zeigen Sie?
Ja, die Kopie ist der rote Faden, der
sich durch die Ausstellung zieht, und
Degas’ dialogisches Verhältnis zu den
Alten Meistern aufscheinen lässt. Er
sucht immer wieder Rückversicherung bei ihnen, möchte sich aber auch
mit ihnen messen. Sein Ziel ist es, die
Edgar Degas, Die Gesangsprobe, um 1872/73 © Dumbarton Oaks, Washington,
D. C.
Alexander Eiling vor Degas’ Porträt der Madame Jeantaud, das sich im Besitz
der Kunsthalle Karlsruhe befindet.
Foto: artis – Uli Deck
Gegenwart auch unter dem Blickwinkel der künstlerischen Leistungen der
Vergangenheit zu befragen. Das unterscheidet ihn von den Impressionisten, von Claude Monet oder Camille
Pissarro. Auch seine Reserviertheit
gegenüber dem Paradethema des Impressionismus, der Landschaft, macht
deutlich, dass er andere Themen und
Motive bevorzugt.
Ein weiterer Schwerpunkt der
Ausstellung ist das Porträt?
Fast ein Drittel seines Werks besteht aus Porträts. Degas hat um die
vierzig Selbstporträts geschaffen.
Sein Vater hat ihn dazu ermuntert.
Das Porträt sei das Juwel in der Krone seines künstlerischen Schaffens,
so hatte er es ausgedrückt. Der junge
Degas nimmt diesen Rat ernst. Während seiner dreijährigen Italien-Reise
etwa besucht er seine Verwandten,
die er zeichnet. Die wenigsten dieser
Arbeiten waren damals bekannt, er
hat den überwiegenden Teil seines
Werks für sich behalten. Degas hat
den Kunstmarkt äußerst selektiv bedient, und zwar, wenn er wollte oder
wenn er musste.
Wenn er musste?
Degas galt als der Maler der Balletttänzerinnen, die er gut verkaufen
konnte. Gleichzeitig beschwert er
sich auch darüber, dass die Händler
nur diese Motive haben wollen. Degas muss über mehrere Jahre hinweg
Gefälliges verkaufen, weil sein Vater,
der ein Bankgeschäft führte, einen
großen Schuldenberg hinterließ.
Und die Ballettszenen waren dann
richtig teuer?
Und die waren sehr, sehr teuer.
Seine Künstlerkollegen blickten mit
Neid auf die hohen Preise, die Degas
erzielte. Er war damals der am teuersten gehandelte zeitgenössische
Künstler. 1912 wird eines seiner Gemälde für unglaubliche 435 000
Franc versteigert. Das waren Werke,
die Degas einmal für um die 500
Franc verkauft hatte. Das potenziert
sich bis zu den Nachlass-Versteigerungen, in denen Unsummen für die
besten Stücke gezahlt werden. Degas vereint geschicktes Marketing
mit einer restriktiven Verkaufspolitik. Er war ein hoch kontrollierter
und zugleich skeptischer Mensch,
was dazu führte, dass er nie mit einer gefundenen Fassung zufrieden
war. Die Kopie ist dabei ein Aspekt,
sich zu schulen.
Die Impressionisten haben anders
gearbeitet?
Claude Monet etwa ist sehr viel
spontaner, ihn interessiert hauptsächlich die Wiedergabe unterschiedlicher, momentaner Lichtzustände,
die er draußen, vor Ort beobachtet.
Degas ist ein Atelierkünstler, der das
Sonnenlicht meidet, da es seinen sehr
empfindlichen Augen schadet. Ab
Mitte 30 beginnt sich sein Augenlicht stetig zu verschlechtern. Am
Ende seines Lebens war er halb
blind. Seine Werke geben keine unmittelbaren Impressionen wieder,
sondern sind hochgradig geplant und
minutiös komponiert. Noch die
flüchtigste Bewegung in seinen Bildern verdankt sich genauer Überlegung und Konstruktion.
Kopierte er auch Porträts?
Er arbeitet sich kopierend durch
die europäische Bildnis-Tradition.
Diese liefert ihm Prototypen, die
ihm Sicherheit im Umgang mit den
Möglichkeiten und Konventionen
der Gattung geben. Er begeistert
sich vor allem für die kühle Eleganz
der Porträts der italienischen Renaissance und des Manierismus, für
Raffael und Leonardo. Daneben
sind es die Werke des französischen
Klassizismus, die er sich zum Vorbild nimmt. Degas sieht sich selbst
ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG
in dieser Traditionslinie. Die Kopien und Porträtschöpfungen entstehen dabei nicht nacheinander,
sondern zeitgleich, als er längst ein
versierter Künstler war.
Welche Rolle spielt die Grafik bei
Degas?
Die Druckgraphik ist, denke ich,
der Schlüssel zu seinem Werk. Hier
tritt sein experimenteller Ansatz
deutlich hervor. Ein wichtiger Impuls
waren die Radierungen Rembrandts,
die er als junger Mann kopiert, wie
wir im ersten Teil der Ausstellung
zeigen. Wir zeigen eine Porträtradierung, die er im Stile Rembrandts anfertigte. Wie sein Vorbild gestaltet er
jeden seiner Abzüge unterschiedlich.
„Der Besucher wird alle Motive, die er von Degas kennt,
wiederfinden, erweitert durch
jene Motive, aus denen sie einmal entstanden sind.“
Rembrandt hatte schon im Barock
besonderen Wert auf die Individualität des Einzeldrucks gelegt, eine
Überzeugung, die für Degas enorm
wichtig ist. Kein Druck ist bei ihm
wie der andere, weder in seinen frühen Radierungen, noch in seinen
späten Monotypien.
Das hört sich so an, als sei Degas
einen ganz eigenen Weg gegangen?
Degas ist einer der variantenreichsten Künstler des 19. Jahrhunderts. Man kann ihn natürlich über
seine Themen erklären, aber man
muss sein Werk auch über seine experimentellen Verfahren ausleuchten. Degas-Ausstellungen sind oftmals zugeschnitten auf die gefälligen Motive seines Schaffens, auf die
Tutus, die Ballerinen, die Jockeys.
Wir möchten ein Fenster öffnen für
ein breiteres Verständnis seines einzigartigen Werks, das nicht überlagert ist von seiner Etikettierung als
Impressionist.
INTERVIEW
Wie sieht der rote Faden der Ausstellung aus?
Wir zeigen in sieben Sektionen die
Entwicklung von Degas’ wichtigen
Themenkomplexen, von der Porträtund Historienmalerei über seine
Rennbahn- und Ballettdarstellungen
bis hin zu den Badenden des Spätwerks. Ein eigener Raum ist auch seinem sehr individuellen Zugang zur
Landschaftsmalerei gewidmet. Seine
Kopien werden uns auf dieser Reise
begleiten. Wir zeigen bekannte Motive von Degas, erweitert um die Darstellungen, aus denen sie einmal entstanden sind. So werden aus einer
Gruppe junger Spartanerinnen in einem frühen Historiengemälde die
Balletttänzerinnen, aus den Reiterfiguren des antiken Parthenon-Frieses
die Jockeys auf der Rennbahn und
aus einer Aktdarstellung, die auf eine
Geschichte von Herodot zurückgeht,
die Badenden im Waschzuber.
Warum hat Degas sich besonders
den zwei Motiven Balletttänzerinen und Jockeys gewidmet?
Die Pferde und die Tänzerinnen
sind für ihn der Ausdruck eines ständig an sich arbeitenden, sehr kontrollierten Wesens, was auch seiner
eigenen Arbeitsweise entspricht. Es
sind immer wiederkehrende Handlungsabläufe, die ihn zeitlebens faszinierten. Denn so wie er seine Bilder
stetig überdenkt und an seinen Kompositionen feilt, üben die Tänzerinnen jede Pose, obwohl sie sie bereits
beherrschen. Am Ende soll das Ergebnis spontan und leicht aussehen,
auch wenn es hart erarbeitet ist. Die
Tänzerinnen sind somit weniger als
Porträt der Darstellerinnen zu verstehen, sondern vielmehr als Metapher
für diesen hochgradig kontrollierten
Arbeitsablauf.
Also, die besondere Art, wie er
seine Werke produziert, steht im
Zentrum der Ausstellung?
Ja, er ist ein Künstler, der sehr
stark aus dem Machen kommt. Er ist
technisch und ikonografisch so breit
Edgar Degas, Alexander und Bucephalus, 1861/62, Courtesy National Gallery
of Art, Washington D.C.
aufgestellt, dass wir hier unseren Fokus setzen. Eine Ausstellung vorbereiten heißt auswählen, auswählen
heißt sich begrenzen und keine Beliebigkeit zu erzeugen. Wir machen sein
entschieden anti-impressionistisches
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bezieht sich nicht nur auf unsere
ausgesuchten Qualitätsprodukte, sondern vor allem auf unsere
langjährige Erfahrung und unsere
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LÖB HIGH-FIDELITY am Zirkel, der
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legt Löb Wert auf vorwiegend europäische Hersteller, so vertritt er etwa
NAD oder die deutsche Manufaktur
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HIGH-FIDELITY und führt auch die
„Juwelen“ der Berliner Manufaktur
Burmester für ausgemachte HörPuristen. Hier fügt sich im TV-Bereich
die deutsche Firma Loewe an, die
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Avantgarde ist, flankiert von der
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nischen Geräte zuhause zu
vernetzen und bequem alle
Inhalte parat zu haben – dafür
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in der Tradition, das zugleich aber
offen ist für die Moderne. In der
französischen Kunst, die damals im
Aufbruch begriffen ist, nimmt er eine
ganz eigene Stellung ein.
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HINTERGRUND
6
ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG
Das Medium
Ausstellung
ist nicht mehr
wegzudenken
Besucher in der Kunsthalle Karlsruhe
D
as Museum ist zu einem anregenden Ort für die ganze Familie geworden, aber auch Schulen und
die Wissenschaft profitieren von der
Arbeit der Museen. Der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich hat sich
mit dieser Tendenz zur Ausstellung
als Ort des Lernens befasst. Ihm zufolge leben wir in einem „Zeitalter
des Zeigens“. Warum das so ist, erklärt er in einem Gespräch mit Carmela Thiele.
Eine Ausstellung bietet heute meist
mehr als das Zeigen von Kunstwerken. Wie ist dieses Phänomen
zu erklären?
Also man muss erst mal sehen,
dass das eigentlich eine relativ neue
Entwicklung ist, die erst in den letzten fünf Jahrzehnten in den Museen
entstanden ist. Deren Hauptaufgaben sind ja eigentlich das Sammeln,
Konservieren, Erforschen. Das Vermitteln ist erst spät dazu gekommen, inzwischen aber ist das Ausstellen zu ihrer Hauptfunktion geworden.
Sie haben in einem Vortrag gesagt,
wir würden in einem Zeitalter des
Zeigens leben, wie ist das gemeint?
Foto: Norbert Miguletz
Mir scheint, dass nicht nur das
Phänomen der Ausstellung einen
Boom erlebt hat, sondern auch andere Phänomene, die darauf hindeuten,
dass es in unserer Welt einen Wandel
gibt vom Sprechen zum Zeigen. Ein
Beispiel sind die Social Media, dass
die Leute oft mehr über Bilder als
über Worte und Sätze miteinander
kommunizieren. In gewisser Weise
könnte man darin einen Reflex sehen
auf poststrukturalistische Debatten,
in denen unserer Kultur ein Logozentrismus, eine Konzentration auf
das Medium Wort vorgeworfen wurde. Ausstellungen bieten da eine Alternative.
Wie ist es zu diesem Wandel gekommen?
Viele Denker und Philosophen, die
eben gerade jenen LogozentrismusVorwurf gemacht haben, engagierten
sich auch als Kuratoren von Ausstellungen, etwa Jean-François Lyotard
mit der legendären Schau „Les Immatérieux“ 1985 im Centre Pompidou.
Es folgte Jacques Derrida 1990 mit
„Mémoires d’aveugle“ im Louvre. Es
scheint mittlerweile zum Selbstverständnis vieler Intellektueller zu gehö-
Wolfgang Ullrich stellt einen Wandel
vom Sprechen zum Zeigen fest
ren, ihr Denken in Formen des Ausstellens zu übersetzen. Bruno Latour
und Umberto Eco haben in den letzten Jahren Einladungen zum Kuratieren von Ausstellungen angenommen.
Überhaupt ist die Rolle des Kurators
immer wichtiger geworden.
Eine Kultur des Zeigens, ist das allein ein Phänomen des 20. und 21.
Jahrhunderts?
Es gab immer wieder Wechsel und
Sprünge. So wie für die letzten Jahrhunderte selbstverständlich war, dass
Theoriebildung, dass Denken im
Medium der Schrift stattfindet, so
gab es eben andere Epochen, in denen Philosophen eher dadurch aufgefallen sind, dass sie Formen des Zeigens, des Performativen beherrscht
haben, Denkbilder damit abgegeben
haben, mit dem was sie getan haben.
Da wären in erster Linie antike Philosophen der Skepsis und des Kynismus zu nennen wie Diogenes, der in
der Tonne lebte. Er war kein Philosoph, der Bücher geschrieben hat,
sondern performativ agierte.
Zurück zum Museum. Ist es womöglich zum idealen Ort des
Nachdenkens geworden?
Kunst und Propaganda vor dem Ersten Weltkrieg
bis zum 1. März 2015
im Museum für Kunst
und Technik des
19. Jahrhunderts
Lichtentaler Allee 8
76530 Baden-Baden
www.museum.la8.de
Wolfgang Ullrich
Foto: Markus J. Feger
Inzwischen kommen viele Besucher mit dem Anspruch ins Museum,
eine neue Sichtweise auf ein Phänomen vermittelt zu bekommen. Eine
Ausstellung kann heute sogar durch
die Zuspitzung einer These die Forschung mobilisieren. Eigentlich ist
das Medium der Ausstellung in einem Fach wie der Kunstgeschichte
gar nicht mehr wegzudenken, was
das Besetzen von Themen, aber auch
den Blick auf die Themen anbelangt.
Gab es eine Ausstellung, die Sie besucht haben, die Ihre Sicht auf die
Dinge entscheidend verändert hat?
Ja, schon häufiger. Vor vier Jahren
gab es zum Beispiel in Wien eine
Ausstellung mit dem Titel „Female
Pop Art“, wo eine Reihe weiblicher
Künstler vorgestellt wurde, die in
den sechziger Jahren agiert hatten,
parallel zu Andy Warhol und Roy
Lichtenstein. Für mich war verblüffend, dass ich da ganz großartige Arbeiten zu sehen bekam, die genauso
originell waren wie die der männlichen Pop-Art-Künstler. Die kommen
aber in keinem Pop-Art-Buch vor, die
sind gar nicht existent, und für mich
war das eine der spannendsten Ausstellung der letzten Jahre.
Wolfgang Ullrich lehrt an der
Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, sein neuestes Buch „Des Geistes
Gegenwart – Eine Wissenschaftspoetik“ ist diesen Herbst bei Wagenbach
erschienen.
HINTERGRUND
ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG
7
Faszination Licht,
Körper und Raum
Warum Edgar Degas kein Impressionist ist
W
as fasziniert an diesen Bildern,
in denen junge Tänzerinnen
zu sehen sind, die sich dehnen, auf einer Bank ausruhen oder hinter den
Kulissen auf ihren Einsatz warten?
„Die Bilder wirken nur auf den ersten Blick gefällig“, sagt Sonja Maria
Krämer, Junior-Kuratorin der Karlsruher Ausstellung. Auf den zweiten
Blick werde deutlich, dass die Figuren sich meist sehr ähnlich sind, dieselben Frisuren und Kostüme tragen
und eigentlich nur durch ihre Posen
charakterisiert sind.
Die Kunsthistorikerin, die in Kürze ihre Dissertation zum Thema
„Degas und die Alten Meister“ abschließen wird, erklärt, weshalb
plötzlich Gemälde mit modernen
Themen gefragt waren. Die klassischen Historienbilder galten damals
als überholt, zudem hatte sich die
Kundschaft der Maler gewandelt.
Waren es früher der Staat und die
Kirche, die Kunstwerke in Auftrag
gaben, kaufte nun das wohlhabende
Bürgertum. „Wer wollte schon einen
mit Pfeilen durchbohrten „Heiligen
Sebastian“ im Wohnzimmer hängen
haben?“ Außerdem musste Degas
Geld verdienen, denn der Vater hatte
das Familienunternehmen nicht vor
dem Bankrott retten können.
Man dürfe sich nun aber nicht vorstellen, dass Degas am Fließband Ballettbilder produziert habe. Selbst bei
der Arbeit an seinen „articles“ blieb
sein Anspruch hoch. Zuweilen habe
er sich über die Spanne von zwei Jahrzehnten mit einem Bildaufbau be-
schäftigt. Wer genau hinschaut, entdeckt, wie intensiv der Maler den
Bildraum durchgearbeitet hat. Man
erkennt die friesartige Komposition
der Figuren, die fein herausgearbeitete Diagonale oder den kunstvoll verschachtelten Raum. Auf diese Weise
schmuggelte der Maler des modernen
Lebens das Know-how der Alten
Meister in seine Gemälde.
„Impressionist“ war
ein Schimpfwort
Degas legte seine Strategie sogar offen. Auf einer der ImpressionistenAusstellungen stellte er sein Historiengemälde Die Spartanerinnen neben seinen modernen Bildern aus.
Das war möglich, weil er die legendären Ausstellungen maßgeblich organisierte. Die Künstler waren es leid,
ihre Werke auf die jährlichen SalonAusstellungen zu schicken, wo bis zu
8 000 Werke in alphabetischer Reihenfolge ohne Rücksicht auf Format
und Inhalt an die Wände gehängt
wurden. Das war auch ein Grund,
weshalb so unterschiedliche Künstler
wie Claude Monet, Camille Pissarro
und Degas zu Ausstellungszwecken
zusammenfanden.
Die Form des Ausstellens hat sich in
den vergangenen 150 Jahren grundlegend verändert, und auch die Vorstellungen über Kunst. Die Maler etwa,
die heute als Impressionisten auf Auktionen Spitzenpreise erzielen, verstanden sich selbst eher als Realisten. Die
Bezeichnung „Impressionist“ hinge-
Edgar Degas, Drei Tänzerinnen (blaue Röcke, rote Mieder), Detail, um 1903
© Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler
Foto: Peter Schibli, Basel
gen galt als Schimpfwort. Geprägt
hatte es der Kunstkritiker Louis Leroy, der sich auf einen Bildtitel eines
Sonnenuntergangs von Monet bezog.
„L’impression“, ein momentaner Eindruck, konnte den akademischen Regeln zufolge nicht mehr sein als eine
erste Skizze, niemals aber ein vollendetes Kunstwerk.
Bei Degas’ Ballettszenen liege die
Sache noch einmal anders, so Krämer.
„Es handelt sich um hochartifizielle
Bilder, es sind keine individuell aufge-
fassten Figuren.“ Auch würden sie
das Geschehen nicht bestimmen, sondern seien allenfalls Ausführende
oder passive Beobachterinnen. Handlung und Erzählung, zentrale Merkmale der Historienmalerei, seien bei
Degas übersetzt in Bildräumlichkeit,
in Körperlichkeit und Gestik. Diese
Elemente stünden nun für sich. Damit
habe Degas das Inhaltliche der Malerei unterlaufen. Das mache ihn modern, und nicht allein seine neuen
Themen.
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ÖFFNUNGSZEITEN
Täglich 10 bis 18 Uhr, jeden
Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet;
montags geschlossen, 24. und
31. Dezember 2014 geschlossen,
1. Januar 2015 ab 13 Uhr geöffnet
EINTRITT
regulär: 12 Euro
ermäßigt: 9 Euro
Schüler: 3 Euro
Familien: 24 Euro
Alles auf
einen Blick!
DEGAS. Klassik und Experiment
8. November 2014 bis 1. Februar 2015
ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Täglich (außer montags) 16 Uhr,
Teilnahmegebühr: 2 Euro
Beratung und Buchung von
Führungen: +49(0)7 21 / 9 26 26 96,
info@kunsthalle-karlsruhe.de
ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG
9. Dezember, 19 Uhr
Themenführung: Die Lust am
Experiment: Degas und das Pastell
(Astrid Reuter)
10. Dezember, 13 Uhr,
Junge Kunsthalle
Kurzführung: Degas in der Jungen
Kunsthalle (Elena Welscher)
11. Dezember, 19 Uhr,
Feuerbachsaal
Konzert: Feuillets d’album – Danse
et Scénes: Klavierabend mit Werken
von Chopin, Ravel, Debussy,
Skrjabin, Strawinsky.
Di, 23. Dezember, 19 Uhr
Themenführung: Degas und das
Ballett (Susanne Stephan-Kabierske)
Audioguide: 4 Euro
deutsche Fassung: gesprochen von
Roger Willemsen
Audioguide für Kinder: 2 Euro
PROGRAMM 2015
7. Januar, 19 Uhr
Blickwechsel: Neue Studien zu
Degas, Podiumsgespräch mit
Christian Berger (Universität
Mainz), Jonas Beyer (Hamburger
Kunsthalle) und Sonja Maria
Krämer (Kunsthalle Karlsruhe).
Moderation: Pia Müller-Tamm
Katalog an der Museumskasse
oder im Onlineshop: 39 Euro
Begleitheft: 1 Euro
Garderobenentgelt: 1 Euro
PROGRAMM 2014
8. November, 11 Uhr
Eröffnungsmatinée „DEGAS.
Klassik und Experiment
13. Januar, 19 Uhr
Themenführung: Degas und die
Porträtmalerei (Alexander Eiling)
8. November, 11.30 Uhr
Eröffnung „Wie malt Degas?“
Junge Kunsthalle“
14. Januar, 13 Uhr
Kurzführung: Degas und Rembrandt
(Alexander Eiling)
11. November, 19 Uhr
Themenführung:
Degas und die Alten Meister
(Alexander Eiling)
15. Januar, 19 Uhr
Vortrag: Wie durch ein Schlüsselloch“ – Die Aktdarstellungen von
Edgar Degas aus Perspektive der
Gender Studies. Nina Trauth
(Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)
12. November, 13 Uhr
Kurzführung: Degas und das Bordell
(Nina Trauth)
Kunstlicht
13. November, 19 Uhr,
Feuerbachsaal
Konzert: Das Moderne in der Klassik
und das Klassische in der Moderne:
Kompositionen unter anderem von
Beethoven, Reich, Mozart, Crumb
und Fauré.
14. November, 19 bis 21 Uhr
Tweetup in der Kunsthalle,
Anmeldung bis 7. November unter
tweetup@kulturkonsorten.de
26. November, 13 Uhr,
Kurzführung: Degas und die Historienmalerei (Sonja Maria Krämer)
27. November, 19 Uhr,
Feuerbachsaal
Konzert: La Femme –
Portrait et Nouvelles
Ein Liederabend mit Werken von
Alkan, Debussy, Gounod, Chausson,
Fauré, Hindemith.
6. Dezember, „Midnight-Shopping“
Ausstellung geöffnet bis 24 Uhr
Finden Sie ein Weihnachtsgeschenk
im Shop der Kunsthalle!
Vortrag von Professor Beat
Wyss (HfG Karlsruhe): Degas
und das Kunstlicht. Malerei
im Zeitalter des Nachtlebens.
(22. Januar, 19 Uhr in der
Kunsthalle)
Edgar Degas, Tänzerin, 1882-1885, Köln, Wallraf-Richartz-Museum, Fondation
Corbaud
Foto: RBA
KONZERTE, WORKSHOPS, APP
Konzerte: Das Konzertprogramm (13., 27. November,
11. Dezember, 29. Januar)
wurde von Dr. Anna Zassimova und Prof. Markus
Stange konzipiert. Es musizieren Studierende und DozentInnen der Hochschule
für Musik Karlsruhe. Erweiterte Öffnungszeiten an den
Konzerttagen bis 21 Uhr.
Eintritt zum Konzert jeweils:
4 Euro / 2 Euro.
Kurse/Workshops: Für Kinder, S. 11, für Erwachsene
unter www.kunsthalle-karlsruhe.de
App: Zur Degas-Ausstellung
gibt es die Kunsthallen-App
mit drei Hörproben des Audioguides, sowie Veranstaltungsterminen und weiteren
Informationen. Kostenfrei
im Play Store (Android) und
im App Store (Apple) erhältlich.
27. Januar, 19 Uhr
Degas’ Mal- und Drucktechnik.
Eine Dialogführung mit den
Werkstattleitern der Kunstakademie
Karlsruhe (Alexander Eiling / Sonja
M. Krämer mit Boris Berber / Maltechnik und Ulrich J. Wolff / Drucktechnik)
28. Januar, 13 Uhr
Kurzführung: Degas in New Orleans
(Alexander Eiling)
29. Januar 2015, 19 Uhr,
Feuerbachsaal
Konzert: Promenade avec Degas –
Paysage et la Vie de la Ville, Ein
kommentierter musikalischer Abendspaziergang mit Werken unter anderem von Offenbach, Mussorgsky,
Ravel, Dutilleux.
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RUNDGANG
9
10
FAMILIEN UND KINDER
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Wie malt Degas?
Dem Künstler in der Jungen Kunsthalle über die Schulter schauen
W
ir haben lange überlegt, wie
wir die Degas-Begleitausstellung in der Jungen Kunsthalle gestalten“, sagt Petra Erler-Striebel, langjährige Museumspädagogin an der
Kunsthalle Karlsruhe. Parallel zu dem
Highlight im Hauptgebäude verwandelt sich nun die Villa an der HansThoma-Straße in eine begehbare Büh-
ne, die Aspekte der Malerei Degas’
zum Thema macht. In der Werkstatt
im Obergeschoss der Jungen Kunsthalle hingegen können die Besucher
jungen Künstlern bei der Arbeit über
die Schulter sehen und auch selbst
zum Pinsel greifen. Zielgruppe der
Aktionen sind Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 14 Jahren.
Der erste Teil der Führungen findet
jedoch prinzipiell vor Originalen in
der Hauptausstellung statt, etwa vor
den Ballett- und Jockeybildern von
Degas. „Wir fragen, wie fühlt sich
Tüll an, kann man Ballettatmosphäre schnuppern?“ Spezielle Requisiten
sollen Assoziationen auslösen und
eine unmittelbare Begegnung mit den
Kunstwerken anstoßen. „Es ist wichtig, dass die Kinder Bilder nicht nur
mit den Augen und dem Verstand
wahrnehmen“, betont Erler-Striebel.
In der Jungen Kunsthalle geht es
anschließend um die technischen
Tricks und Kniffe, die den französischen Maler zu einem der erfindungsreichsten seiner Zeit machten. Wie
kommt es, dass viele seiner Figuren
eine ähnliche Haltung einnehmen?
Warum ließ er große leere Flächen im
Bild? Degas’ außergewöhnlicher Bildaufbau verdankt sich nicht unwesentlich den japanischen Holzschnitten.
Diese waren Mitte des 19. Jahrhunderts in Paris beliebte Sammelobjekte.
Eine Kopie eines Jockey-Bildes dient
als Vorlage für eines der Tableaux, in
denen die Besucher einzelne Elemente
verschieben und so eigene Kompositionen testen können.
Eigene Kompositionen
testen
Edgar Degas, Rennpferde in einer Landschaft (Detail), 1894 © Museo ThyssenBornemisza. Madrid
Aber auch atmosphärisch sind Degas’ Bilder speziell – gerade die berühmten Ballettszenen. Eine Rauminszenierung mit Tutus, Spitzenschuhen und leiser Musik verbreitet Ballettsaal-Flair. Die Dinge sollen Assoziationen auslösen, aber auch dazu
anregen, Fragen zu stellen. Die Museumspädagogin gibt ein Beispiel:
Die Kunstvermittlerinnen: Petra ErlerStriebel (li.) und Sibylle Brosi Foto: artis
„Was war da eigentlich auf den Bildern zu sehen, die wir im Hauptgebäude betrachtet haben? Warum hat
Degas eigentlich die Tänzerinnen nur
selten in Aktion gezeigt, sondern
meist während der Pause oder hinter
den Kulissen dargestellt?“
Selbst Monotypien
herstellen
Zu den Finessen des Malers gehört
der Wechsel zwischen detailliert und
frei gemalten Partien. Das Gesicht
von Degas’ „Büglerin“ etwa ist markant herausgearbeitet, die im Hintergrund hängende Wäsche dagegen ist
nur angedeutet. In einem der Räume
im Erdgeschoss können sich Kinder
und Jugendliche gegenseitig fotografieren. Das ausgedruckte Bild dient
im Obergeschoss in der Werkstatt als
Ausgangspunkt eines Selbstporträts.
Wer sich für eine der spektakulärsten
Techniken Degas interessiert, kann
selbst Monotypien herstellen. „Degas über die Schulter zu sehen“ bietet
hier auch für Erwachsene eine bereichernde Vertiefung.
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FAMILIEN UND KINDER
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11
Hallo,
ich heiße
Emma
Zeitreise für Kinder
per Audioguide
A
ls Erzählerin tritt das
Malermodell Emma Dobigny auf. Sie stand Degas für
seine Gemälde „Die Büglerin“
und „Schmollen“ Modell. Die
junge Frau gab es also wirklich! Allerdings weiß man wenig über sie. Im Kinder-Audioguide taucht sie als unkompliziertes Mädchen auf. Außerdem sind zu hören: Degas’
Kunsthändler Durand-Ruel,
mehrere Ballettmädchen und
andere Personen.
Anhand von elf ausgewählten Werken wird erzählt, wer
Degas war, wie er arbeitete und
was ihn interessierte. Unter
den Beispielen sind ein Selbstporträt, eine Landschaft, ein
Historienbild, aber auch bekannte Ballett- und JockeySzenen. Gefragt wird: Was ist
eine Pose? Welche Bedeutung
hat die Körperhaltung der Figuren und deren Bewegungen?
Edgar Degas, Tänzerinnen im grünen Zimmer, um 1879 © Detroit Institute of Arts, USA / City of Detroit Purchase /
Bridgeman Images
Alles offen
Akademie-Absolventen arbeiten in der Jungen Kunsthalle
D
egas ist ein Künstler, der über
das Machen zu seiner Art der
Malerei gekommen ist. Kunst ist ein
lebendiger Prozess, dennoch muss er
kanalisiert werden. Um solche Vorgänge nachvollziehbar zu machen,
werden für die Dauer der Degas-Ausstellung drei junge Künstler in der
Werkstatt der Jungen Kunsthalle arbeiten. Es sind Absolventen der Karls-
ruher Kunstakademie. Sie werden
täglich für einige Stunden ansprechbar sein und auf Wunsch auch praktische Tipps geben.
Ihre gemeinsame Fragestellung lautet: Was bedeutet mir heute das Werk
von Edgar Degas, der immerhin vor
mehr als hundert Jahren gelebt hat? Jeder der Beteiligten wird dieser Frage
anders nachgehen. Enver Isufi etwa
beschäftigt sich normalerweise mit
Projektionen, Licht und Raum. Wie er
sich von dem Franzosen inspirieren
lassen wird, liegt nicht unbedingt auf
der Hand. Christoph Heimbach hingegen will sich ganz konkret mit den
von Degas bevorzugten künstlerischen
Techniken, mit der Monotypie und
dem Pastell, auseinandersetzten. Für
Andres Kilian ist noch alles offen. ct
Angebote für Familien
Aus dem Begleitprogramm WIE MALT DEGAS?
Edgar Degas, Jockeys vor dem Rennen (Detail), 1878/79 © The Barber Institute
of Fine Arts, University of Birmingham
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Sa., So. und in den Ferien,
13 bis 16 Uhr; für Kinder ab 5
Jahren und ihre Familien.
Keine Anmeldung erforderlich.
Eintritt frei! Materialkosten:
1 bis 3 Euro
Kurse am Samstagnachmittag für Kinder
„Tänzerin, ihre rechte Fußsohle betrachtend“ – Sa., 15. 11.,
14 bis 16.30 Uhr, Aus Ton und
Tüll eine Ballerina gestalten.
Für Kinder ab 5 Jahren. Gebühr: 5 Euro
„Druckfrisch“ Sa., 29. 11., 14
bis 17 Uhr, Auf Glasplatten Farbe auftragen, Linien hineinritzen, abdrucken, mit Pastellkreide die Drucke weiterbearbeiten
… eine kleine Serie von „Monotypien“ entsteht. Für Kinder ab
8 Jahren. Gebühr: 5 Euro
„Porträts à la Degas“, Sa., 13.
12., 14 bis 17 Uhr, sich fotografieren und den Hintergrund
des Fotos in der Art Degas mit
Pinsel, Spachtel und Farbe bearbeiten. Für Kinder ab 8 Jahren. Gebühr: 5 Euro
„Kino mit Handbetrieb“, Sa.,
27. 12., 14 bis 17 Uhr, In der
Bildertrommel Pferde rennen
und Ballerinen tanzen lassen.
Für Kinder ab 8 Jahren. Gebühr: 5 Euro
„Ballerinen und Jockeys im
Kasten“, Sa., 24. 1. 15, 14 bis
17 Uhr, Inspiriert von Degas’
Bildern, Reiter und Tänzerinnen malen, ausschneiden und
auf Rennbahn und Bühne im
Karton bringen. Für Kinder ab
5 Jahren. Gebühr: 5 Euro
In den Weihnachtsferien
„Degas entdecken“, 2. bis 4.
1., 14.30 bis 17 Uhr, Malen
und Drucken wie der Künstler
selbst. Für Kinder ab 8 Jahren.
Gebühr: 20 Euro
Buchung
0721/926-3370; service@
kunsthalle-karlsruhe.de; weitere
Kurse: kunsthalle-karlsruhe.de
12
HINTERGRUND
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Sogar Picasso kopierte Degas
Lesetipps: Romane von Émile Zola, Erinnerungen des legendären Kunsthändlers Vollard
I
Die Kuratoren Alexander Eiling und Sonja M. Krämer entscheiden am Modell
über die Wandfarben.
Foto: artis – Uli Deck
ch betrachtete Picasso und sah Degas“, sagte Richard Kendall, einer
der wichtigsten Degas-Experten,
während eines Vortrags. Für ihn war
Degas schon immer ein „gefährlich
moderner Künstler“. Picasso habe
Degas „updated“, ihn erneuert. Auf
Deutsch ist leider nur noch antiquarisch zu haben: Richard Kendall
(Hrsg.): Edgar Degas. Leben und
Werk in Bildern. Delphin-Verlag,
München 1988.
Lieferbar ist weiterhin das DegasStandardwerk des erst im vergangenen Jahr verstorbenen Kunsthistorikers Werner Hofmann aus dem Jahre
2007: Degas und sein Jahrhundert,
C. H. Beck Verlag, München, 241
Abbildungen, davon 159 farbig, in
Leinen, zum Preis von 58 Euro.
Eine besonders enge Freundschaft
verband den Kunsthändler, Galeristen und Verleger Ambroise Vollard
(1866-1939) mit den Malern Paul
Cézanne, Pierre Auguste Renoir und
Edgar Degas, in deren Ateliers er ein
gern gesehener Gast war. Seine Erinnerungen sind jüngst in einer bibliophilen Ausgabe erschienen: Ambroise Vollard, Gespräche mit Cézanne,
Renoir, Degas, Band 1 der „Erinnerungen und Gespräche“, 320 Seiten,
mit zahlreichen s/w- sowie 30 farbigen Abbildungen, Halbleineneinband, 29,80 Euro.
Unersättlichen zu empfehlen sind
die kompletten Tagebücher der Gebrüder Goncourt: Edmond de Goncourt, Jules de Goncourt, Journal
1851 bis 1896, Erinnerungen aus
dem literarischen Leben 1851 bis
1896. 11 Bände in Leinen gebunden,
Gerd Haffmans bei Zweitausendundeins, Leipzig 2013 für 250 Euro. Die
einzigartige Werk-Ausgabe schaffte es
mehrfach auf die SWR-Bestenliste.
Leider derzeit nicht mehr lieferbar,
doch lohnt es sich auch, dieses Buch
antiquarisch zu beziehen: Émile Zola,
Das Werk (14. Band des zwanzigbändigen Rougon-Macquart-Zyklus).
Der Roman beschreibt die Pariser
Künstlerszene und die Entstehung
des sogenannten Impressionismus.
Die Hauptfigur Claude Lantier ist
Paul Cézanne nachempfunden. Andere Werke von Zola sind noch als Paperback bei dtv erhältlich: Thérèse
Raquin, Das Paradies der Damen, Wie
man heiratet und wie man stirbt. ct
Katalog und Fächer mit
Degas-Motiv.
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en DEGAS. Klassik und
Experiment-Ausstellungskatalog erhalten Sie bis zum 23.
Dezember zusammen mit dem
hochwertigen Degas-Stofffächer
für 43 statt für 49,90 Euro.
Der Katalog ohne Fächer
kostet im Museum 39 Euro. Er
umfasst 300 Seiten, zahlreiche
Farbabbildungen und Texte
von Anett Göthe, Bettina
Kaufmann, Sonja Maria Krämer, Pia Müller-Tamm, Astrid
Reuter, Dorit Schäfer, Mary
Anne Stevens und Margret
Stuffmann. Er ist in Leinen gebunden und erscheint 2014 im
Hirmer Verlag, München.
HINTERGRUND
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13
Paris im Zwielicht
Oper und Café-Concert: Die klingende
Nachtseite des Malers Edgar Degas
Von Isabel Steppeler
M
aler sucht Tutu oder tiefen
Ausschnitt.“ Hätte Edgar Degas für seine Bild-Motive annonciert, wären Sätze wie diese denkbar. Soviel man weiß, hat Degas für
manche Bildideen aber nicht annonciert, sondern die Orte selbst aufgesucht. Und vermutlich wäre sein
Bruder glücklicher gewesen, hätte
ihn Edgar 1875 zum Beispiel in die
Uraufführung von Georges Bizets
„Carmen“ in die Pariser Opéra comique ausgeführt, oder wenigstens
in ein Mozart’sches Singspiel, das
auf dem Programm der Opéra gestanden hatte. Aber nein, stattdessen muss sich der arme René eines
Abends in einer Situation wiedergefunden haben, die man heute wohl
mit dem Bierzeltschock eines Feinsinnigen bei seinem ersten Oktoberfestbesuch vergleichen könnte. Pikiert berichtet René, sein Bruder
habe ihn genötigt, „stumpfsinnige
Lieder wie das vom Maurergesellen
und anderen Unsinn“ anzuhören.
Konzerte unter
freiem Himmel
Nun waren die Brüder Degas nicht
im Bierzelt, sondern in einem der damals so beliebten Café-Concerts.
Denn freilich gab es zu dieser Zeit in
Paris nicht nur die Hochkultur an
der Opéra, am von Gioachino Rossini geleiteten Théâtre Italien oder der
Société des concerts du Conservatoire mit Musik von Georges Bizet, César Franck, Richard Wagner und Co.
Wo findet man das einfache Vergnü-
gen? Genau, im Zwielicht. Und es
zog bei Weitem nicht nur das Proletariat in die Gartencafés außerhalb
des von Georges-Eugène Haussmann
neu gestalteten Stadtzentrums. Im
Grünen gab es abends unter freiem
Himmel auf Pavillonbühnen bei
künstlicher Beleuchtung kokette Unterhaltungsprogramme. Das faszinierte die Einheimischen aus Unterund Mittelschicht ebenso wie die
zahlreichen Touristen. Aber auch die
feinere Gesellschaft zog das an. Besonders beliebt war das Café des
Ambassadeurs auf den Champs-Élysées. Dort begegnete Edgar Degas
ebenso seinen Motiven wie in den
Garderoben ansehnlicher Schauspielerinnen. Es war genau die richtige
Atmosphäre für die schummrigen
und zwielichtigen Augenblicke, die
sich ganz großartig zu seiner neuen
Malweise mit faszinierenden Lichtspielen fügten: der Monotypie.
Im flirrenden Licht
der Gaslampen
In den späten 1870er Jahren zelebrierte Degas förmlich mit Helldunkel-Effekten das ein wenig dubiose Geschehen der Café Concerts
in Monotypien, einer von ihm bevorzugten Mischform aus Zeichnung
und Druckgrafik. Schummrige Szenen zwischen den Stützpfeilern der
Pavillonarchitektur, singende und
gestikulierende Frauen im fahlen
Licht der typischen runden Gaslampen, alles in allem stark verknappte
und doch sehr ausdrucksstarke Motive sind das Ergebnis. Insbesondere
die nachträglich mit Pastellkreide
Edgar Degas, Sängerin in einem Pariser Gartencafé (Detail aus Fächerbild),
1880 © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
kolorierten Blätter leben von der flirrenden Stimmung etwa einer abendlichen Darbietung von Chansons von
Komponisten wie Léon Xanrof,
Maurice Boukay oder Louis Ganne.
Und sie zeigen spannungsreich ange-
schnittene Szenen aus ungewöhnlicher Perspektive, etwa der beliebten
Sängerin und Tänzerin Emilie Bécat.
Das ist die klingende, singende, kurzum: die Nachtseite des berühmten
Tutu-Malers.
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Konzert in der Kunsthalle! Die Hochschule für Musik Karlsruhe präsentiert ein
passendes Degas-Konzertprogramm (siehe S. 8), vier Abende, an denen die
Ausstellung bis 21 Uhr geöffnet ist.
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14
VORSCHAU 2015
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Die „Vielwisserin und
Vielfragerin von Baden“
Große Landesausstellung zum 300. Stadtgeburtstag
für die Meister-Sammlerin Karoline Luise von Baden
I
m Juni nächsten Jahres ist es soweit. Die Kunsthalle Karlsruhe
lässt den Ruhm der einstigen Karlsruher Schlossherrin Karoline Luise aufleben. Im Zentrum des in Kooperation mit dem Generallandesarchiv erarbeiteten Projekts steht ihr MahlereyCabinet, das bis heute einen Grundstock der Karlsruher Gemäldegalerie
darstellt. Da einige ihrer Erwerbungen inzwischen in andere Hände geraten sind, haben es sich Kurator Holger Jacob-Friesen und sein Team zur
Aufgabe gemacht, ihre einstige
Sammlung zu rekonstruieren. Als Karoline Luise 1783 im Alter von knapp
60 Jahren in Paris starb, umfasste ihre
Kollektion 205 Werke.
Sie war eine Frau, die sich weder
durch zahlreiche Schwangerschaften
noch durch ihre gesellschaftlichen
Verpflichtungen in ihren Ambitionen
bremsen ließ. Bereits als junges Mäd-
chen hatte Karoline Luise Zeichenunterricht erhalten, später lernte sie den
Schweizer Maler Jean-Etienne Liotard
kennen, der ihren Kunstgeschmack
entscheidend prägen sollte. Die Markgräfin stand aber auch in regem Austausch mit der damaligen geistigen
Welt. Unter ihren 56 Briefpartnern
waren nicht nur Kunstagenten in Paris
oder Den Haag, es gehörten auch Gelehrte wie Voltaire, Herder und Lavater dazu. Als Letzterer sie 1782 das
erste Mal besuchte, beschrieb er sie in
seinem Tagebuch als „Vielwisserin
und Vielfragerin von Baden“.
Die Malerei blieb ihre stärkste Passion. Zu den Gemälden, die sie meist
erst nach intensiver Begutachtung und
Diskussion mit Experten erwarb, gehörten die entsprechenden Rahmen.
An den mit Reliefs geschmückten, vergoldeten Meisterleistungen des Kunsthandwerks ist jedoch die Zeit nicht
Jean Etienne Liotard,
Prinzessin
Karoline Luise von
Hessen-Darmstadt,
1745 © Staatliche
Kunsthalle Karlsruhe
spurlos vorbeigegangen. Die Kunsthalle Karlsruhe hat deshalb eine Spendenkampagne initiiert, um die Restaurierung von 30 dieser Prunkrahmen zu finanzieren. Von Firmen und dem Verein der Freunde der Kunsthalle wur-
den erste komplette Rahmenpatenschaften übernommen, doch kann sich
auch jedermann als „Silber- oder
Bronze-Pate“ engagieren. Mehr Informationen finden sie unter www.meister-rahmen2015.de.
ct
Die GLOBALE
Das neue Kunstereignis: 300 Tage am ZKM 2015 – 2016
Von Peter Weibel
D
Leandro Ehrlich, Bâtiment, 2004, Nuit Blanche, Paris, France © Leandro Erlich
Studio
ie Globalisierung hat die Welt
verändert. Politik, Ökonomie,
Ökologie werden zunehmend von
ihr bestimmt und machen sie für uns
in allen Bereichen des Alltags bemerkbar. Dabei hat die Aufhebung politischer und
geografischer Schranken auch Effekte auf
die Kultur.
Galten lange Zeit
Kunst, Philosophie
und Religion als Systeme der Welterklärung, sind seit der
Neuzeit Naturwissenschaften, Technik und Politik als Referenzsysteme hinzugekommen. Sie interpretieren die
Welt und haben auch eine neue
„Werkzeug-Kultur“ geschaffen, mit
der sie die Welt technisch verändern.
Zugleich ist der Mensch heute zum
wichtigsten Einflussfaktor auf die
Prozesse der Erde geworden – wir
sprechen hier von der Epoche des
Anthropozän. Darüber hinaus ist er
– seit der Gebrauch von Werkzeugen
die natürlichen Organe des Menschen ersetzt – in die Phase der ExoEvolution eingetreten. Heute leben
wir in einer Epoche der Re-Technisierung, in einer „Renaissance 2.0“,
in der von Planern, Architekten, In-
genieuren, Designern und Künstlern
die Werkzeuge geschaffen werden,
die vom Menschen zum Überleben
benötigt werden. Wie heute in der
Kunst diese komplexen Entwicklungen, die einer neuen Form der Präsentation bedürfen, sichtbar und verständlich gemacht werden, ist
Thema der GLOBALE.
Die GLOBALE wird
die kulturellen Effekte
der
Globalisierung
sichtbar machen und
zugleich die Verbindungen von Kunst,
Wissenschaft
und
Technologie, von digitaler Revolution und
Demokratieentwicklung
offenlegen. Das Kunstereignis wird zeigen, wie sich Kunst und
Wissenschaft durch neue Technologien einander annähern und so eine
Dimension der Zukunft eröffnen –
eine „Renaissance 2.0“. Die „Infosphäre“, die den globalen Datenaustausch und die Organisation von
Gütern durch Datenverkehr garantiert, wird einen weiteren entscheidenden Bereich darstellen.
Disziplinen wie Kunst, Design, Architektur, Musik, Medien, Naturwissenschaften, Technik, Ökonomie
und Ökologie etc. werden neue Perspektiven aufzeigen und neue Optionen thematisieren.
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15
Degas-Gewinnspiel
Wer war Mary Cassatt?
Mitmachen und gewinnen!
D
egas besuchte oft den Louvre,
um die Alten Meister zu kopieren. Ungewöhnlich ist deshalb seine
Radierung, die eine moderne Szene in
der Gemäldegalerie zeigt. Zu sehen
sind zwei elegante Damen. Die eine
schaut in ein Buch, die andere wendet
sich vom Betrachter ab und den Bildern zu. Ihr Name ist Mary Cassatt.
Wir möchten wissen, in welchem Verhältnis sie zu Degas stand:
A. War sie Degas’ Geliebte?
B. War sie sein bevorzugtes Modell?
C. War sie eine Kollegin?
Wissen Sie die Lösung? Dann freuen wir uns bis 5. Dezember über Ihre
Antwort per Mail an presse@kunsthalle-karlsruhe.de.
Edgar Degas, In der Gemäldegalerie
des Louvre, 1879/80 © Staatliche
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Kunsthalle mit dem Museums-Pass.
Der Museums-PASS-Musées ist zu-
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Tänzerinnen beim Eislaufen nacheifern (2 Tickets für die Eisbahn).
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die Reise „Paris – Klassik und Experiment. Auf den Spuren von Edgar
Degas“ vom 28. 1. bis 1. 2. 2015.
Mehr Informationen erhalten Sie bei
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Edgar Degas, Selbstporträt mit erhobenem Hut, um 1863 © Calouste
Gulbenkian Foundation, Lisbon
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Foto: Catarina Gomes Ferreira
Adresse &
Anfahrt
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Karlsruhe, Telefon
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