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Ein leidiges Thema Der Schutzhelm - dpolg-mannheim.de

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DPolG-Kreisverband Mannheim
Stand
Ausgabe Nr. 34 / 2014 vom 13.10.2014
punkt
Informationsblatt der Deutschen Polizeigewerkschaft in der Kurpfalz
Ein leidiges Thema "Der Schutzhelm"
Von Günter Troschka, DPolG Mannheim
Es ist wieder mal einer dieser Tage. Aus welchen Gründen auch immer, Die Kollegen der Bereitschaftspolizei stehen für einen Einsatz nicht zur Verfügung. Der
Einsatzzug Mannheim ist bereits in einen Einsatz eingebunden. Auf die Schnelle werden Kollegen aus den Revieren zum Einsatz aufgerufen. Aufgrund der
Ausstattung manch einer auch ohne Helm. Was macht man nicht alles für den
Dienstherren.
Einsatzbesprechung. Hier fällt auf, dass manch ein Kollege nicht im Besitz eines Helmes ist. Kurzes Überlegen. Dann die Äußerung, dass die Kollegen ohne
Helm in die zweite Reihe sollen. Gute Entscheidung. Es ist ja hinreichend bekannt, dass Wurfgegenstände höchstens in die erste Reihe fliegen. Und da stehen ja Kollegen mit Schutzhelm. Der Einsatz geht glücklicherweise ohne Eskalation zu Ende. Will man wirklich warten, bis sich ein Kollege schwerere Verletzungen zuzieht? Vermutlich ist dann die Schreierei groß. Oder ist es wirklich so,
dass man Verletzungen billigend in Kauf nimmt?
Inhaltsverzeichnis
Günter Troschka
1
Ein leidiges Thema "Der Schutzhelm"
Dirk Neitzke
3
Das Märchen vom kleinen Eisbären (nicht ganz neu, aber immer
wieder "…")
Wie schön die Zeiten, als ein Einsatzhelm zur persönlichen Schutzausstattung
gehörte. Wobei die Helme der Polizei auch zu dieser Zeit bestimmt nicht kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Momentan reden wir von einem Preis von
387 Euro pro Helm. Offensichtlich zu viel Geld für die Sicherheit der Kollegen.
Fortsetzung auf Seite 2
Walter Krech
4
BBW-Kritik führt zu Nachbesserungen bei den Beurteilungsrichtlinien
Standpunktredaktion
DPolG - In aller Kürze
4
Standpunktredaktion
5
Kandidaten des DPolG-Kreisverbands Mannheim / Teil 5
Günter Troschka
6
Keine Disziplinarmaßnahme bei
nicht erkannter Beihilfeüberzahlung
Günter Troschka
Mehr Geld für Bundesbeamte
6
DPolG App
6
Herbert Adam
Infos für Ruheständler
7
Adam, Karl, Raufelder
8
Erinnerungen an die Mannheimer
Polizei
Kalender eingetroffen!
8
Da ist er, der Schutzhelm, aber bei der Landespolizei hat nicht jeder einen im Schrank.
Standpunkt Nr. 34 / 2014 - Seite 2 Fortsetzung von Seite 1
Es ist nicht nur für mich in keinster
Weise nachvollziehbar, dass Kollegen aus der Bereitschaftspolizei in
den Einzelldienst versetzt werden
und nur Teile ihrer Ausrüstung mitnehmen dürfen. Der Helm gehört
nicht dazu. Ich glaube zu wissen,
dass Baden-Württemberg nur eine
Polizei hat. Das erinnert mich an
amerikanische Verhältnisse, in der
in jeder Stadt eine andere Zuständigkeit herrscht und aus dem Budget des Ortes nur für diesen Bereich
etwas finanziert wird. Und es ist ja
nicht so, dass jedes Jahr ein neuer
Helm angeschafft werden muss. Die
Haltbarkeit beläuft sich auf einen
Zeitraum von 10 Jahren. Ich bin mit
Sicherheit kein Haushaltsexperte
und will auch keiner werden. Aber
rechnerisch gesehen sprechen wir
von 39 Euro im Jahr. Für mich ganz
klar. Dies ist keine Sache der einzelnen Präsidien. Das hat die Polizei
als Gesamtheit zu schultern.
Auch zeigt gerade wieder die momentane Situation, wie wichtig eine
Mann-Ausstattung zumindest in den
Streifendiensten ist. In mehreren
Städten (nicht nur Großstädte) kam
es zu spontanen Demonstrationen
mit Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und Kurden. Teilweise gewaltsam. Dies machte ein
sofortiges Eingreifen erforderlich.
Die Einsatzzüge stehen verständlicherweise nicht rund um die Uhr zur
Verfügung. Und wer muss als erstes
vor Ort? Die Kollegen vom Streifendienst. Nötigenfalls werden sie auf
die Schnelle zu Alarmeinheiten zusammengezogen. Ich möchte in
Wikinger bei einem ihrer vielen Eroberungsfeldzüge. Und merken Sie was? Wenigstens
bei denen hatte jeder einen Helm. Wäre ja sonst auch bestimmt schiefgegangen. (Wikimedia Commons, CC BY 3.0-Lizenz, Antony McCallum, WyrdLight.com, Bildausschnitt)
solch einer Situation nicht ohne
Helm dastehen und bedauere jeden
Kollegen, dem es so geht. Bleibt zu
hoffen, dass es im Rhein-NeckarKreis nicht zu solchen Spontan-Demos kommt.
Abschließend noch etwas zum Arbeitsschutz, genauer gesagt zur Hygiene. In der PSA Benutzerverordnung (Achtung jetzt kommt's: Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung
persönlicher Schutzausrüstung bei
der Arbeit) kann Folgendes nachgelesen
werden:
Persönliche
Schutzausrüstungen müssen den
Beschäftigten individuell passen.
Sie sind grundsätzlich für den Gebrauch durch eine Person bestimmt.
Erfordern die Umstände eine Benutzung durch verschiedene Beschäftigte, hat der Arbeitgeber dafür zu
sorgen, dass Gesundheitsgefahren
oder hygienische Probleme nicht
auftreten. Vielleicht ist es an der
Zeit, dass bei der Einstellung der
Polizeibeamten auf eine Einheitskopfgröße geachtet wird. Die Einsparungen wären immens. Natürlich
ist das ironisch gemeint. Aber man
könnte doch glatt auf den Gedanken
kommen. Wobei der Teil mit der Hygiene bleibt. Mir ist nicht bekannt,
dass die Helme nach Benutzung
eingezogen und ordnungsgemäß
gereinigt werden. Und rechnerisch
gesehen: Schlimm wenn die Kosten
hierfür über das Jahr gesehen höher
als die genannten 39 Euro sind. Abschließend bleibt zu bemerken.
Es ist schön zu wissen, dass die
politischen Entscheidungsträger weder einen Helm tragen noch an vorderster Front stehen.
Wir haben die Polizeireform nicht gewollt
Wir nicht!
Impressum
Der Standpunkt ist das Informationsblatt der Deutschen Polizeigewerkschaft in der Kurpfalz
Herausgeber: DPolG-Kreisverband Mannheim
V. i. S. d. P.: Walter Krech - DPolG, Polizeipräsidium Mannheim, L6,1, 68161 Mannheim, Telefon: (0621) 1687-210
E-Mail: Standpunktredaktion@gmx.de
Internet: www.dpolg-mannheim.de
Redaktionsteam: Herbert Adam, Walter Krech, Egon Manz, Dirk Neitzke, Michael Schöfer, Günter Troschka. Bilder, soweit
nicht anders genannt, DPolG Mannheim. Graphische Unterstützung: Armin Süss.
Das Redaktionsteam freut sich über eingesandte Beiträge, Reaktionen und Leserbriefe.
Hier können Sie sich auch in den E-Mail-Verteiler eintragen lassen: Standpunktredaktion@gmx.de
Standpunkt Nr. 34 / 2014 - Seite 3 -
Das Märchen vom kleinen Eisbären (nicht ganz neu, aber immer wieder "…")
Von Dirk Neitzke, DPolG Mannheim
Es war einmal eine kleiner Eisbär: Er kommt täglich pünktlich
zur Arbeit und legt sofort los. Er
ist sehr produktiv, motiviert und
zufrieden mit seiner Arbeit.
Der Chef, der Löwe war überrascht zu sehen, dass der kleine
Eisbär völlig selbständig und eigenverantwortlich arbeitete und
er dachte, wenn der kleine Eisbär ohne Aufsicht schon gut arbeitetet, dann würde er unter Aufsicht noch viel mehr
leisten!
So stellte er den Büffel ein, der fundierte Führungserfahrungen hatte und bekannt dafür war, exzellente Berichte zu schreiben.
Der Büffel beschloss, zunächst, eine geregelte Zeiterfassung einzuführen. Dann brauchte er noch eine Sekretärin, um die vielen Berichte zu schreiben und stellte
die Gazelle ein, die alle Daten verwaltete und alle Telefongespräche und E-Mails überwachte.
Der Chef war hoch erfreut über die Berichte des Büffels
und bat ihn, Grafiken zu erstellen über die Produktionsdaten, Analysen und Entwicklungen, mit denen er bei
den Vorstandssitzungen glänzen konnte.
Dafür benötigte der Büffel einen neuen Computer mit
zwei Flachbildschirmen und einen Farb-Laserdrucker
und sie stellte die Ziege als Leiterin der IT-Abteilung
ein.
Der kleine Eisbär, der immer sehr produktiv und motiviert war, begann, die immer größer werdende Bürokratie zu hassen.
Ebenso die vielen Besprechungen, die fast seine gesamte Arbeitszeit in Anspruch nahmen und für die Belange in der Abteilung überflüssig waren.
Der Chef kam zu dem Entschluss, einen Abteilungsleiter
zu benennen für die Abteilung, in der der kleine Eisbär
arbeitete.
Die neue Position erhielt das Pferd, das zwar von der
Arbeit in der Abteilung keine Ahnung hatte, jedoch beim
Löwen "einen Stein im Brett" hatte. Zuerst bestellte es
sich einen neuen Teppich und einen ergonomischen
Bürostuhl für sein Büro. Zusätzlich brauchte es noch ein
Notebook, zwei zusätzliche Flachbildschirme und einen
persönlichen Assistenten, die es aus seiner früheren
Position mitbrachte, und der ihm half, eine Strategie für
eine Optimierung zur Arbeits- und Budgetkontrolle *) zu
erstellen.
*) die brauchte der Büffel unbedingt für den nächsten
Geschäftsbericht!
Die Abteilung, in der der kleine Eisbär arbeitet, ist heute ein trostloser Ort, an dem niemand mehr lacht und jeder frustriert ist.
Deshalb überzeugte das Pferd den Chef, dass es absolut notwendig sei, eine Untersuchung über die schlechte
Arbeitsatmosphäre in der Abteilung zu erstellen.
Nach einer Kosten-Nutzen-Analyse der Abteilung, in der
der kleine Eisbär arbeitete, erkannte der Löwe sehr
schnell, dass die Produktivität extrem nachgelassen hatte und beauftragte den überregional anerkannten Unternehmensberater, Hase, den Fall zu analysieren und
Verbesserungsvorschläge zu machen.
Nach 3 Monaten legte der Hase seinen mehrbändigen
Bericht vor und stellte abschließend fest: "Die Abteilung
ist überbesetzt …”
Nicht schwer zu erraten, wer entlassen wurde - natürlich
der kleine Eisbär, weil er "nicht motiviert war und auch
sonst ein negatives Verhalten zeigte".
Hinweis: Die Figuren in diesem Märchen sind fiktiv.
Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen und Dienststellen ist rein zufällig
nehme jede
Arbeit an
Standpunkt Nr. 34 / 2014 - Seite 4 -
BBW-Kritik führt zu Nachbesserungen bei den Beurteilungsrichtlinien
Von Walter Krech, DPolG Mannheim
Seit 2004 bemüht sich die Landesregierung, das Beurteilungswesen für die Landesverwaltung
zu reformieren. Nun sollte noch
vor der Sommerpause ein Eckpunktepapier für diese Reform
erstellt werden, für das eine Projektgruppe beim Innenministerium die Vorarbeit leistete.
Mit dieser Vorarbeit hatte sich
der BBW auseinandergesetzt
und seine Kritik im BBW-Magazin März 2014 auch öffentlich gemacht. Das Magazin ist auf der Homepage
der DPolG Mannheim im Internet verlinkt und kann dort
nachgelesen werden. Unter der
Überschrift "BBW kritisiert: Konzept für Eckpunkte in entscheidenden Passagen wenig zielführend" finden sich die Kritikpunkte
auf den Seiten 8-10 ausführlich
dargestellt.
wurfs für eine Neufassung der Beurteilungsverordnung.
Mit diesem Entwurf werden die Spitzenverbände der
Gewerkschaften erneut angehört und bekommen nochmals die Gelegenheit zur Stellungnahme. Weil 2015 in
vielen Ressorts wieder Regelbeurteilungsrunden anstehen, soll die Reform des Beurteilungswesen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden und die neuen Vorschriften zum 01. Januar 2015 in Kraft treten.
Inhaltlich merkt der BBW an, dass er sich mit vielfältigen
Forderungen durchgesetzt hat. Beispielsweise bezüglich der Erweiterung der Punkteskala der Leistungsbeurteilung, mit der Forderung nach Beurteilungskonferenzen, bezüglich der Beurteilungsbeiträge und mit der Forderung nach Gleichbehandlung und Chancengleichheit.
Allerdings wurde trotz der vorgebrachten BBW-Kritik die Einführung von Richtwerten für die Vergabe der Beurteilungsnoten beschlossen.
Mit Mail vom 30.09.2014 teilte
nun Susanne Hauth, die Justitiarin und Geschäftsführerin des
BBW
Beamtenbund-Tarifunion
mit, dass der Ministerrat noch vor
der Sommerpause die Eckpunkte
zur Reformierung des Beurteilungswesens in der Landesverwaltung verabschiedet hat. Dabei
seien die Ergebnisse der Beteiligungsveranstaltungen und auch
die anschließenden Stellungnahmen berücksichtigt worden und
so in die Erarbeitung der Eckpunkte eingeflossen.
Dazu verhelfen starke Fachgewerkschaften, wie in der Polizei
die DPolG und eine starke Position der Gewerkschaften in den
Personalräten. Dazu bietet sich
mit der Wahlbeteiligung und den
Stimmen für die Gewerkschaftskandidaten in Kürze ja wieder
eine gute Gelegenheit.
Weiter geht es in dem Verfahren
mit der Erarbeitung eines Ent-
Wehrt man sich vor Gericht gegen
ein Radarfoto, muss man sich
grundsätzlich nicht von der Polizei
erkennungsdienstlich
behandeln
lassen. Diese ED-Behandlung hatte
eine Richterin in einem Bußgeldverfahren angeordnet. Anhand der gefertigten Bilder des Betroffenen sollte ein Sachverständiger in der
Hauptverhandlung Aussage darüber
Alles in allem ein nicht immer
vergnügungssteuerpflichtiger Bestandteil guter Gewerkschaftsarbeit, die aber vom Dachverband
für die Kolleginnen und Kollegen
gerne geleistet wird. Und zugleich eine Arbeit, für die eine
starke Rückendeckung aus der
Beamtenschaft das entsprechende politische Gewicht schafft.
treffen, ob die Person am Steuer gesessen hat. Dies missbilligte jedoch
das Oberlandesgericht Stuttgart. In
solchen Angelegenheiten sei es üblich, dass der Sachverständige im
Gerichtssaal ein Digitalbild fertigt
und dieses mit dem Messfoto abgleicht. Auch wenn dies eine geraume Zeit in Anspruch nimmt, führt
das nicht zur Verzögerung des Ver-
fahrens. Im Vergleich zum Foto im
Gerichtssaal ist die erkennungsdienstliche Behandlung ein unverhältnismäßiger Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen.
Ein Verwertungsverbot verneinte jedoch das OLG Stuttgart. Die
Rechtslage habe die Richterin zwar
verkannt, aber dabei nicht willkürlich
gehandelt. (GT)
Standpunkt Nr. 34 / 2014 - Seite 5 -
Kandidaten des DPolG-Kreisverbands Mannheim
für die Personalratswahl am 24.-27.11.2014
Örtlicher Personalrat (Beamte)
Alex Schadrin
PRev. Neckarstadt
Platz 16
Mirjam Schmidt
PRev. Neckarau
Platz 14
Martin Bundschuh
Pp Flughafen
Platz 20
Sandra Romberg
PRev. Oststadt
Platz 26
Michael Hafen
PHFST
Platz 12
Michael Schloer
PRev. Sandhofen
Platz 18
Martin Jost
PRev. Ladenburg
Platz 25
Michael Böhm
KD-HD-K8
Platz 24
Standpunkt Nr. 34 / 2014 - Seite 6 -
Keine Disziplinarmaßnahme bei nicht erkannter Beihilfeüberzahlung
Von Günter Troschka, DPolG Mannheim
Einem Beamten wurden wegen eines Kommafehlers
(13.565,00 EUR statt richtig 135,65 EUR) bei der Berechnung einer Beihilfeleistung statt der ihm zustehenden 447,23 EUR ein Betrag von 7.161,90 EUR zugebilligt und auch überwiesen.
Der Irrtum wurde bemerkt.
Der Beamte gab daraufhin
an, während eines zweimonatigen Auslandsaufenthalt
die eingehende Post nicht
aufmerksam durchgelesen
zu haben. Ferner habe er
auf die Richtigkeit des Beihilfebescheides vertraut. Trotzdem wurde gegen ihn ein
Disziplinarverfahren eingeleitet und ein Verweis ausgesprochen.
Mit Erfolg klagte er dagegen
vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Dieses fand
die Pflichtverletzung des Beamten zur Überschreitung
der Erheblichkeitsschwelle
nicht für überschritten. Ihm
hätte zwar die Überzahlung
schon aufgrund der Höhe auffallen müssen. Auch musste er sich die mangelnde Aufmerksamkeit seiner Angehörigen anlasten lassen, die bei seiner Abwesenheit die
Posteingänge betreuten. Den sich daraus ergebenden
Vorwurf grob fahrlässigen
Handelns hielt das Gericht
jedoch für sich genommen
nicht geeignet, die Disziplinarwürdigkeit des unterlassenen Hinweises auf die
Überzahlung zu begründen.
Nicht der Beamte habe die
Überzahlung
veranlasst.
Vielmehr lag der Fehler im
Verantwortungsbereich des
Dienstherrn. Hierfür bedarf
es eine zusätzliche Rechtfertigung beim disziplinarrechtlichen Einschreiten. Dies
kann der Fall sein, wenn der
Beamte die Überzahlung bemerkt und es darauf ankommen lässt ob der Fehler entdeckt wird.
"Mein Gott, sind Sie reich." "Ach, das habe ich alles bloß
einem Kommafehler zu verdanken." (Quelle: Openclipart)
(Urteil vom 24.6.2014, OVG
Lüneburg, Az. 20 BD1/14)
Mehr Geld für Bundesbeamte
Von Günter Troschka, DPolG Mannheim
In seiner Sitzung am 9. Oktober hat der Bundestag mit Zustimmung aus allen Fraktionen das Bundesbesoldungsanpassungsgesetz verabschiedet. Die Dienst- und Versorgungsbezüge der Bundesbeamten werden damit angehoben. Rückwirkend zum 1. März 2014 um 2,8 Prozent und
zum 1. März 2015 um 2,2 Prozent. Mit dieser Anpassung
wird der Tarifabschluss für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Bundes vom April 2014 wirkungsgleich auf
die verbeamteten Kolleginnen und Kollegen übertragen.
Der Deutsche Beamtenbund wertete die zeitige Umsetzung des Gesetzes als Zeichen der Wertschätzung des
Dienstherren Bund gegenüber seinen Beamten und Versorgungsempfängern.
Gleichzeitig ist die Besoldungsanpassung ein wichtiges Signal für die Anfang 2015 beginnende Einkommensrunde
des öffentlichen Dienstes der Länder. Hans-Ulrich Benra
vom DBB äußerte sich dahingehend, dass die Dienstherren der Länder gut beraten seien, den Tarifabschluss des
nächsten Jahres zeit- und wirkungsgleich auf die Landesbeamten zu übertragen. Wer sich dem entgegenstellt,
sorgt für Staatsverdrossenheit beim eigenen Personal.
Und bereits im Vorfeld versicherte CDU-Landesfraktionschef Peter Hauk gegenüber Beamtenbundchef Volker
Stich, dass im Falle eines Wahlsieges bei den Landtagswahlen 2016 der grün-rote Sparkurs beendet wird. Man
wird sich zur geeigneten Zeit an solche Worte erinnern.
Aber bis dahin sind die nächsten Tarifverhandlungen hoffentlich bereits unter Dach und Fach.
Standpunkt Nr. 34 / 2014 - Seite 7 -
Infos für Ruheständler und solche, die es bald werden
Von Herbert Adam, DPolG Mannheim
dbb: Alle "Beamtenversorgungstöpfe" sollen zusammengefasst
werden
Bei der Hauptversammlung der
Bundesseniorenvertretung am 5.
Juni 2014 in Berlin bekräftigte der
Bundesvorsitzende des dbb Klaus
Dauderstädt die Forderung nach
einer Zusammenlegung aller beim
Bund und in den Ländern bestehenden Rücklagen für die Beamtenversorgung in eine Art "Versorgungsanstalt". Zu Erinnerung: Mit dem Versorgungsreformgesetz 1998 (VReformG) hat der Bundesgesetzgeber § 14 a Bundesbesoldungsgesetz eingeführt. In dem Gesetz wird ausgeführt, dass, um die Versorgungsleistungen angesichts
der demographischen Veränderungen und des Anstiegs
der Zahl der Versorgungsempfänger zukünftig sicherzustellen, bei Bund und Ländern Versorgungsrücklagen
als Sondervermögen einzurichten sind.
der Versorgungsrücklage in Baden-Württemberg haben
wir im letzten Standpunkt berichtet. Käme eine Zusammenlegung der Versorgungstöpfe, sollte nach Vorstellung des dbb-Bundesvorsitzenden das Geld von der
Bundesbank verwaltet werden. Er verspricht sich davon
mehr Sicherheit und Stabilität der Anlage.
Dass das Geld der Beamten und Ruheständler in der
Vergangenheit nicht immer mündelsicher angelegt wurde, zeigt das Beispiel Nordrhein-Westfalen. Dort hatte
man 2011 runde 6,5 Prozent des Gesamtvermögens –
in Euro: 220 Millionen – in griechische Wertpapiere angelegt. Zur Eurokrise brauche ich ja nichts mehr zu sagen, außer, dass sie noch nicht vorbei ist. In Baden-Württemberg hatte man immerhin zu gleichen Zeitpunkt für 10 Millionen griechische Papiere im Topf. Einige Bundesländer – insbesondere im Norden – haben
sich einfach in der klammen Haushaltssituation aus den
Rücklagen bedient, um den Haushalt nicht allzu
schlecht dastehen zu lassen. Bayern zahlt nach mir vorliegenden Informationen derzeit nicht in den Topf ein.
Buchhalterisch wächst zwar das Vermögen im Topf, tatDie Sondervermögen "Versorgungsrücklage" werden sächlich aber wird Bayern neue Schulden machen müsdurch die Gelder gespeist, welche
sen, wenn es 2030 an die Auszahdurch die Verminderung von Belung geht. Hauptsache der Haussoldungs- und Versorgungsanhalt stimmt. 2030 ist wahrscheinlich
passungen um 0,2 % einbehalten
keiner der heute verantwortlichen
wurden. Diese Maßnahme sollte
Politiker mehr im Amt, wenn eine
zum Absenken des Besoldungsneue Generation Schulden machen
und Versorgungsniveaus um 3 %
muss. In Baden-Württemberg dürführen. Als Zeitraum wurde dafen die Gelder nach den gesetzlimals die Zeit vom 1.1.1999 bis
chen Bestimmungen mit einem Bezum 31.12.2013 festgelegt. Durch
trag bis zu 50 Prozent in Aktien andie Absenkung des Besoldungsgelegt werden. Aktien sind im
und Versorgungsniveaus von daGrunde sehr spekulative Anlagen.
mals 75 Prozent auf 71,75 ProIch glaube zwar nicht, dass Mapzent hat sich das Ganze allerpus die umstrittenen Aktien aus
dings nach hinten verschoben, soFrankreich aus dem Sondervermödass wir heuer noch die 0,2 Progen der Beamten und Ruheständzent-Regelung haben. Die Mittel
ler überteuert gekauft und ins Deder Sondervermögen dürfen nur
pot gelegt hat. Aber für ausgezur Finanzierung künftiger Versorschlossen halte ich angesichts der
gungsausgaben verwendet wervielen Meldungen über den Umden. In Baden-Württemberg ist
gang mit den Versorgungsrückladies durch das Gesetz über eine
gen, die in den Nachrichten kursieVersorgungsrücklage des Landes
ren es nicht. "Ma wes es net." ZuBaden-Württemberg (VersRück- Ob sie wohl noch da ist, die Versorgungs- mindest mir fehlt hier die Transparücklage? (Wikimedia, Bild ist public domain)
lG) geregelt. Über die Entwicklung
renz.
Termine
Polizeipensionäre Mannheim
15.10.2014, 15.30 Uhr, Treffen im PSV-Clubhaus
Seniorenkreisverbände im öffentlichen Dienst Wiesloch, Heidelberg
13.11.2014, 15.00 Uhr, Versammlung in Leimen, "Zum Bären", Rathausstr. 20, Thema noch nicht bekannt.
Seniorenkreisverbände im öffentlichen Dienst Mannheim und Schwetzingen
16.10.2014. 14.30 Uhr, Bürgerhaus in MA-Neckarstadt, Luthersstr. 15-17, Referat von Prof. Dr. HP-Schwöbel zu
dem Thema: "Luscht off Lache Lusccht off Denke".
Standpunkt Nr. 34 / 2014 - Seite 8 -
Geschichte(n) und Erinnerungen an die Mannheimer Polizei
Zusammengestellt von Herbert Adam, Gerhard Karl und Klaus Raufelder
Detailverliebt oder Selbstbeschäftigung
Das Dokument hat uns unser
Kollege Norbert Leidig zur
Verfügung gestellt. Es gehörte zu dem ersten und auch
einzigen Wasserwerfer, den
die Stadt Mannheim nach
dem Krieg angeschafft und
auch unterhalten hat. Mit der
Verstaatlichung der Mannheimer Polizei ging der Wasserwerfer in den Bestand der
Landespolizeidirektion Karlsruhe über.
Die Übergabe erfolgte am
11.08.1978. Aus dem Kilometerstand lässt sich leicht ersehen, dass der Wasserwerfer
nicht sehr oft eingesetzt war.
Er betrug bei dem Wechsel
zum Land gerade mal 3958
Kilometer. Zieht man die
Fahrstrecken ab, die bei der
Ausbildung und den Übungen
mit dem Fahrzeug erbracht
wurden, kann man erkennen,
dass er so häufig eigentlich
nicht erforderlich war. Wie
dem auch sei, es war für die
damaligen Verhältnisse doch
ein recht brauchbares Einsatzmittel. Aus den Archiven
ist erkennbar, dass das Sonderfahrzeug bei der Verkehrsüberwachung
angesiedelt
war.
Eine der mir noch bekannten
Besatzungen war als Kommandant
Polizeikommissar
Hartmann und als weitere Mannschaft Edwin Wagenblaß und der Kollege Kleisner. Wann das Fahrzeug dann end gültig verschrottet wurde, entzieht sich unserer Kenntnis.
Kalender liegen in L 6 in
folgenden Zimmern aus:
→ 465 bei Günter Troschka (Beamte)
oder
→ 427 bei Dirk Neitzke (Beamte)
oder
→ 462 bei Michael Schöfer (Arbeitnehmer)
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Seele and Geist
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