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Ausgabe4.pdf - Schweizer Armee - admin.ch

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17er NEWS
Ausgabe 4
15. Oktober 2014
www.ristl17.ch
Der tatkräftige
Gehilfe
Wie sich die Funktion des
Adjutanten mit der Zeit
entwickelt hat.
Seite 9
Die Weiterentwicklung
der Armee
Mit weniger mehr leisten
- Wie wird sich die Armee
in den nächsten Jahren
entwickeln?
Seite 6
Die Übung hat begonnen
Ein Gruppe wurde beim
Bezug eines Standortes
begleitet.
Seite 2
Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Das Warten auf das Piepsen
Die Übung “INTERARMASUISSE 41” hat begonnen - wir haben eine Gruppe beim Bezug eines
Standorts auf dem Hasenberg begleitet.
Dienstag Vormittag auf dem Hasenberg: Oberleutnant
Zurkirch und sein Team rücken an, mit der Aufgabe,
einen neuen Standort in Betrieb zu nehmen. Sie
suchen nach einer geeigneten Stelle, die Richtstrahlantenne aufzubauen. Das ist gar nicht so einfach: Vom
ersten Bauer, den sie anfragen, erhalten sie eine Absage. Offenbar hat er früher bereits einmal sein Land
zur Verfügung gestellt, danach sei aber nicht richtig
abgerechnet worden und man sei zu wenig sorgfältig
mit der Landschaft umgegangen. Er ist nicht bereit,
dem Militär noch einmal zu helfen. Etwas weiter
Richtung Wald findet die Gruppe dann doch noch
einen Bauer, der sich hilfsbereit zeigt. Schnell sind
die Fahrzeuge parkiert, die Soldaten laden ihr Material aus und tragen es die Böschung hinunter. Die
Dreibeinstütze wird anhand der Wasserwage ausgerichtet und befestigt, mit Seilen fixiert, die Kabel angeschlossen und die Schüssel montiert. Eine Stunde hat
die Gruppe Zeit, bis die Verbindung stehen muss. Ein
Soldat programmiert die nötigen Daten anhand einer
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Liste ein, alles ist bereit zur Kontaktaufnahme mit
der Empfängerantenne. Es dauert aber noch ein paar
Minuten, bis die Verbindung aufgebaut werden kann.
Die Gruppe in Muri hat den Richtstrahlbefehl noch
nicht erhalten. “Solange dieser fehlt, können Sie die
Frequenzdaten nicht einstellen”, erklärt Oberleutnant
Zurkirch, der sein GT zusätzlich mit einem Feldstecher ausgerüstet hat. Plötzlich beginnt es zu piepsen.
“Tönt gut”, sagt Zurkirch. Ein erstes Mal nimmt er mit
den AdA in Muri über die Richtfunkverbindung Kontakt auf. Dann kommt die Feinarbeit: Die Schüssel
muss ausgepegelt werden, dazu wird sie ausgerichtet,
bis die Verbindungsqualität einen gewissen Wert erreicht hat. Die Vorgabe ist 47 Dezibel oder weniger, bei
der ersten Kontrolle sind es noch 67 Dezibel. Mit Hilfe
von Kompass, etwas Fingerspitzengefühl und einigen
Absprachen gelingt es, den Pegelwert zu optimieren.
Auf der faulen Haut ausruhen können sich die AdA
nicht. Sie müssen noch weitere Standorte anfahren,
wo dann das ganze Prozedere von vorne beginnt.
Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Sozialdienst der Armee
Der Sozialdienst der Armee hilft Angehörigen der Armee die aufgrund ihrer besoldeten Dienstpflicht in ihren persönlichen, beruflichen oder familiären Verhältnissen auf Schwierigkeiten
stossen.
Das Ziel des Sozialdienst der Armee (SDA) ist, soziale
Differenzen auszugleichen. Dies durch professionelles,
rasches und unbürokratisches Handeln, durch Leisten
von problemgerechter Hilfe sowie durch beistehen
in schwierigen Lebenslagen. Die Hilfe erfolgt durch
Beratung im persönlichen, familiären, finanziellen
oder rechtlichen Fragen. Auch für Fragen im Bezug
auf das Arbeitsrecht, Erwerbsersatz, Betreibungen
oder Krankenkassenprämien ist der Sozialdienst der
Armee die richtige Anlaufstelle.
Bei Bedarf wird den Armeeangehörigen durch den
Sozialdienst Unterwäsche vermittelt. Auch das benutzen der Soldatenwäscherei ist kostenlos.
Nähere Informationen gibt es unter der Nummer:
0800 855 844.
Quelle: www.vtg.admin.ch
Finanzielle Hilfe erfolgt nach Bedarf und Entscheid
des Sozialberaters bei gemeinsamer Erstellung eines
Budgets. Finanzielle Zuschüsse bekommt man zum
Beispiel für Engpässe oder als Vorschuss bis der Erwerbsersatz fliesst. Unter Umständen kann ein Teil der
Wohnungsmiete übernommen werden.
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Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Prävention beginnt im Alltag - Teil 2
Blindgänger
Motf Z. befindet sich mit seiner Freundin Laura auf
einer Bergwanderung. Motf Z. bewundert die schöne
Bergwelt. Gleichzeitig entdeckt Laura einen länglichen Gegenstand zwischen den Felsbrocken. Aus
Neugier nähert sie sich und berührt das Objekt.
Es ereignet sich ein gewaltiger Knall. Der jungen Frau
wird durch die Kraft der Detonation der rechte Arm
abgerissen. Durch das überlegte Handeln von Motf Z.
und den raschen Einsatz der REGA überlebt Laura
den Unfall schwer verletzt, wird aber ihr Leben lang
behindert sein.
Blindgänger sind bei unsachgemässer
Behandlung von unberechenbarer
Gefährlichkeit. Die geringste Berührung kann selbst
nach Jahren die Zündung
auslösen. Deshalb gilt: Nie
ein Geschoss berühren,
Fundort markieren und
die Polizei (117) alarmieren!
Entladekontrolle
Nach dem Gefechtsschiessen führt der Zugführer die
Entladekontrolle durch. Dabei löst sich ein Schuss. Sdt
K. hat seine Waffe trotz Befehl nicht ordnungsgemäss
entladen.
Die Kugel streifte als Querschläger einen Kameraden
und verletzte diesen an der Hand. Monatelange Beeinträchtigung der Beweglichkeit, eventuell bleibender Schaden.
Daher: Eine Waffe ist immer als geladen zu betrachten! Nie die Waffe auf etwas richten, dass man nicht
treffen will!
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Gehörschutz
Nach dem Standschiessen meldet Sdt B. seinem Zugführer, dass er auf dem rechten Ohr nichts mehr
höre. Es stellt sich heraus, dass er statt die Gehörschutzschalen aufzusetzen, einen Zigarettenfilter in
die Ohren gestopft hat.
Sdt B. erlitt einen bleibenden Gehörschaden und ist auf
einem Ohr taub. Zudem wurden die Versicherungsleistungen wegen Grobfahrlässigkeit gekürzt.
Jeder ist für sein Gehör selber verantwortlich. Vor
dem Schiessen und vor dem Betreten des Schiessstandes sind die Gehörschutzschalen aufzusetzen.
Improvisierte Mittel taugen nichts. Ein Gehörschaden
behindert den Betroffenen ein Leben lang.
Zeitdruck
Aufgrund einer Fehleinschätzung der Zeitverhältnisse
verlegen die Übermittlungssoldaten A. und Z. eine
Telefonleitung nicht wie verlangt im Hochbau, sondern quer über den Vorplatz von Bauer F. Die Leitung
ist weder richtig gesichert noch gekennzeichnet.
In der Dämmerung stolpert Bauer F. über das frei
liegende Kabel.
Bauer F. erleidet durch den Sturz eine Unterarmfraktur und muss während 12 Wochen arbeitsunfähig geschrieben werden. Die Haftpflichtleistungen des Bundes betragen mehr als Fr. 21’000. Nebst den hohen
Kosten entsteht ebenfalls Leid für die stark belastete
Ehefrau von Bauer F. Sie muss den Hof viele Wochen
lang alleine führen.
Deshalb: Immer genügend Zeit einplanen! Selbstverantwortung und Mitverantwortung durch die Kader
sind wichtigster Bestandteil der Sicherheit. Gemeinsam werden Unfälle verhindert. Zeitdruck und Bequemlichkeit verführen oft zum Improvisieren. Dabei
bleibt die Sicherheit meistens auf der Strecke.
Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Sport
Ein Grenadierzug spielt auf einem Acker im Kampfanzug und mit hohen Schuhen Fussball. Auf das
Aufwärmen der Muskeln wird verzichtet und es fehlt
eine Spielleitung. In der Folge prallt Kpl H. mit einem
Kameraden zusammen.
Kpl H. zog sich eine komplizierte Unterschenkelfraktur zu, war 6 Wochen hospitalisiert und weitere
6 Wochen in der Rehabilitation. Sein Kamerad erlitt
eine Muskelzerrung.
Fussball und andere Mannschaftssportarten bergen
erhöhte Unfallgefahren wenn z.B. Terrain, Ausrüstung und Kondition ungenügend sind.
Sichtbarkeit
uf dem Rückweg vom Ausgang wird Sdt R. am Dorfrand au einer dunklen, regennassen Strasse von einem
Automobilisten angefahren. Sdt R. trug trotz Befehl
keine Leuchtgamasche oder Sohlenblitze.
Sdt R. musste mit schweren inneren Verletzungen
und Brüchen mehrere Wochen hospitalisiert werden
und war dann weitere 2 Monate arbeitsunfähig. Der
Automobilist erhielt eine Busse wegen Nichtanpassen
der Geschwin- digkeit an die Sichtverhältnisse.
Deshalb: Auf schlecht beleuchteten Strassen und bei
diffuser Witterung stets lichtreflektierendes Material
tragen; nachts eventuell ein Licht mitführen. Beim Fehlen eines Trottoirs grundsätzlich links marschieren;
geführte Kolonnen marschieren rechts.
Zecken
Rekr S. unternimmt mit der Familie einen Sonntags- spaziergang im Wald. Die Gefahr eines allfälligen Zeckenbisses während dieser Jahreszeit wird
komplett ignoriert. Ein paar Tage später beginnt Rekr
S. unter hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und
Nackensteifheit, Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen zu leiden. Rekr S. muss zur Behandlung ins
Spital eingeliefert werden.
Je nach dem wie schwer der klinische Verlauf der Erkrankung ist, treten lang anhaltende oder bleibende
Restschäden auf. Relativ häufig sind auch psychische
Veränderungen wie beispielsweise Antriebsschwäche
oder Depressionen die Folge. Auch Todesfälle sind
möglich. Insgesamt sterben etwa 1–2 Prozent der
Patienten, bei denen das Virus das zentrale Nervensystem befällt.
Eine ursächliche Therapie gegen die FrühsommerMeningoenzephalitis gibt es nicht. Ist sie einmal ausgebrochen, kann man nur versuchen, die Symptome
zu lindern. Es ist besonders wichtig, Infektionen von
vorneherein zu verhindern (Impfung und geeignete
Kleidung wie z. B. lange Hosen tragen).
Rückenschaden
Uem Sdt M. hebt eine ca. 50 kg schwere Kiste in gebeugter Haltung alleine auf einen Lastwagen und erleidet einen Rückenschaden.
Uem Sdt M. war während sechs Wochen arbeitsunfähig und hat immer noch permanent starke Rückenschmerzen.
Daher: Schwere Gewichte nie alleine tragen und
immer mit gestrecktem Rücken anheben. Rückenschäden sind oftmals nicht heilbar.
Quelle: vtg.admin.ch
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Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Weiterentwicklung der Armee (WEA)
Der Bundesrat und das Parlament behandeln momentan die Vorlage mit der Botschaft zur Änderung der Rechtsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Armee. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen ist ab 2017
geplant.
Die Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren stark
gewandelt, und wird dies wohl auch in Zukunft tun.
Um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen, passt
sich die Armee unter dem Stichwort WEA (Weiterentwicklung der Armee) den neuen Gegebenheiten
an. Die wichtigsten Vorgaben für die WEA sind ein
Bestand von 100’000 AdA, ein Kostendach von 5
Mrd. Franken und rund 5 Mio. Diensttage pro Jahr.
Die drei Hauptaufgaben (Verteidigung von Land und
Bevölkerung, Unterstützung der zivilen Behörden
und Friedenssicherung) bestehen dabei nach wie vor.
Die Bereitschaft der Armee soll aber grundlegend
verbessert werden, einerseits durch ein neues Mobilmachungssystem und anderseits durch die Bezeichnung von Milizformationen mit hoher
Bereitschaft. Ebenso sollen zur Intervention im
Luftraum künftig zwei bewaffnete Flugzeuge rund um
die Uhr einsatzbereit sein.
In der “weiterentwickelten Armee” werden drei
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Kategorien von Leistungen unterschieden. Erstens die permanent zu erbringenden Leistungen (z.B. Wahrung der Lufthoheit oder
Basisleistungen). Dazu gehören der Erhalt und die
Weiterentwicklung von Fähigkeiten zur Abwehr eines
militärischen Angriffs, die Wahrung der Lufthoheit
mit Sensoren und normalem Luftpolizeidienst und
die Basisleistungen (z.B. Unterstützung der zivilen
Behörden, Betrieb Führungsnetz Schweiz, logistische
und sanitätsdienstliche Leistungen, Unterstützung
der Polizei und des Grenzwachtkorps etc.).
Zweitens die vorhersehbaren Leistungen, die im Rahmen vorhersehbarer Einsätze (z.B. Konferenzschutz)
erbracht werden. 8000 AdA werden für den Konferenz-/ Objektschutz gerechnet, weitere 2500 AdA
für die Wahrung der Lufthoheit mit verstärktem
Luftpolizeidienst. Innerhalb von Tagen soll der Assistenz-dienst im Ausland bereitstehen, zum Beispiel
für Beiträge zur humanitären Hilfe. Innert Wochen
Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
bis Monaten will man Friedensförderung mit bis zu
500 AdA betreiben können. Die dritte Kategorie
sind nicht vorhersehbare Leistungen, die bei überraschend eintretenden Ereignissen erbracht werden
(z.B. Katastrophen oder Terrorbedrohung). Innert
Stunden müssen erste Einsatzkräfte vor Ort sein, dies
sind die Durchdiener- und Berufsformationen. Weitere Leistungserbringung erfolgen mit bis zu 35’000
AdA innert 10 Tagen.
Anpassung der Armeeorganisation
Mit der Weiterentwicklung der Armee wird der
Sollbestand der Armee von heute 200’000 auf 100’000
reduziert. Somit werden auch Anpassungen der
Armeeorganisation und eine Neugliederung der
Führungsstrukturen erforderlich. Die Bereiche
werden neu in Einsatz, Ausbildung und Unterstützung gegliedert.
Die Verkleinerung der Armeebestände zieht eine
generelle Anpassung der Führungsstrukturen nach
sich. Daher soll die Führung auch in besonderen und
ausserordentlichen Lagen möglichst gleich funktionieren, wie sie in der normalen Lage aufgestellt ist. Mit
einer Gliederung in die Bereiche Einsatz, Ausbildung
und Unterstützung werden das Heer und die Luftwaffe aufgelöst und in die neuen Kommandostrukturen integriert.
Im Rahmen der Weiterentwicklung sollen alle
Einsatzverbände vollständig ausgerüstet werden.
Durch die Reduktion und Verkleinerung der
Verbände erfolgt eine Neuzuweisung des Materials.
Die Armee verfügt heute bereits über leistungsfähige
Systeme, doch ist eine vollständige Ausrüstung aller
Truppen nicht möglich. Mit der Verkleinerung der
Armee und der Neuzuweisung des Materials ist nun
eine vollständige Ausrüstung der Einsatzverbände
vorgesehen. Mit dieser markanten Verbesserung ist
auch das Ausrüstungsmaterial für die Grundausbildung durchgehend sichergestellt. Das neue, abgestufte Bereitschaftssystem und die Erfüllung des
Leistungsprofils im Rahmen der Weiterentwicklung
der Armee sind nur umsetzbar, wenn die Truppen
vollständig ausgerüstet werden können. Marginale
Ausrüstungslücken werden weiterhin vor allem bei
Radfahrzeugen und Übermittlungsmitteln bestehen.
Diese Lücken haben jedoch keinen entscheidenden
Einfluss auf die Gesamtleistung der Armee und sollen
im Rahmen der materiellen Erneuerung geschlossen
werden.
Umsetzung ab 2017
Die Umsetzung der vorgesehenen Massnahmen für die Weiterentwicklung der Armee soll
auf den 1. Januar 2017 erfolgen. Rekrutenschulen und Kaderlehrgänge sowie die Ausbildungsdienste der Formationen sollen ab 2017 nach dem
neuen Modell und in den angepassten Strukturen der
Armee durchgeführt werden können. Damit will der
Bund die Armee fexibel einsatzbereit, gut ausgebildet, vollständig ausgerüstet und regional verankert
gestalten.
Politik entscheidet
Die Weiterentwicklung der Armee wurde im September 2014 durch den Bundesrat in einer “Botschaft”
formuliert und an das Parlament überwiesen. Nun
ist es an den poltitischen Kräften in Bern über unsere Armee als Sicherheitsreserve zu diskutieren, das
geforderte Profil zu definieren und letztlich über die
Weiterentwicklung abzustimmen. Dieser politische
Prozess ist für viele Sicherheitspolitiker eine grosse
Herausforderung. Für uns als Schweizer Bürger in
Uniform ist es spannend, diesen Prozess zu beobachten. Die parlamentarische Beratung dauert bis
2015.
In der Politik ist 2015 ein Wahljahr auf eidgenössischer Ebene. Es dürfte interessant sein zu sehen
welche Politiker und Parteien sich in der ArmeeDebatte wie exponieren.
Quelle: Broschüre “Unsere Schweizer Armee von Morgen”
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Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Interview mit dem S1
Was sind Ihre Aufgaben als S1 des Ristl Bat 17?
Vordienstlich bin ich für das Aufgebot von Stab und
Hilfspersonal zuständig, für das Urlaubswesen, das
Einrücken, die Bestellung der Smartcarts, ich spreche
mich mit dem Orts-QM, Behörden und Gemeinden
ab. Während dem WK mache ich die Mannschaftsund Urlaubskontrolle auf Stufe Stab, die Führung der
Kanzlei, ich muss Rapporte führen und bin für das
Disziplinarstrafwesen auf Stufe Bataillon zuständig.
Ich muss mich um die Qualifikationen, Terminlisten und andere Dinge kümmern. Nach dem Dienst werden die Qualifikationen für das Personaldossier bereitgestellt, ich muss die Diensttagemeldungen
machen, Adresslisten führen und Formulare verwalten - es sind also sehr viele administrative Aufgaben,
die ich zu erledigen habe.
Und wie werden die vor- und nachdienstlichen Arbeiten in Diensttage umgerechenet?
Gar nicht, das mache ich in meiner Freizeit.
Dann ist neben Organisationstalent offenbar auch
Einsatzwille gefragt. Sind Sie gerne im Militär?
Ja. Wie vermutlich viele AdA habe auch ich vor dem
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Dienst mehr Mühe, mich zu motivieren, weil ich in
die Uniform steigen darf (und auch etwas muss) und
sich mein Umfeld dementsprechend ändern wird.
Wenn ich dann eingerückt bin, bin ich gerne da, sonst
würde ich es nicht machen.
Was hat Sie in der RS dazu bewogen, weiter zu
machen?
Ich bin mit neutralen Gefühlen eingerückt, ich wusste
noch nicht, ob ich weitermachen werde. Ich konnte
dann eine Offizierslaufbahn einschlagen, das hat mir
gepasst. Ich konnte meine Leistungsfähigkeit unter
Beweis stellen und meine Grenzen kennen lernen.
Wieviele WK haben Sie schon absolviert und welches war der spannendste?
Es ist jetzt schon mein vierter WK. Das letzte Jahr
als neuer S1 war “cool”, obwohl ich nur eine Teildienstleistung von zwei Wochen beim Rist Bat 17 machen
konnte. Die vielseitigen Einsätze und Befehlsgebungen haben mich als S1 gefordert.
Was machen Sie im zivilen Leben?
Ich berate mehrere KMU’s in Informatikbelangen und
studiere nebenbei noch Informatik in Rapperswil.
Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Der S1 als tatkräftiger Gehilfe
Das Wort Adjutant leitet sich aus dem lateinischen adiutor ab und bedeutet Helfer. Ein Rückblick über die Geschichte des tatkräftigen Gehilfen des militärischen Führers.
Die Bezeichnung Adjutant war im spanischen Heerwesen (“ayudante”) bereits im 17. Jahrhundert gebräuchlich - seine Aufgabe ist aber wesentlich älter.
Seit es Armeen gibt, stehen den Feldherren und Kommandanten erfahrene Helfer zur Seite. Sie sind bereits
in Berichten über die Feldzüge der Perser, Griechern,
Mazedonier und der Römer erwähnt. Der Zürcher
Hauptmann Johann Heinrich Wirz nennt in seinem
Werk über “Einrichtung und Disziplin eines Eidgenössischen Regiments zu Fuss” unter denen das Heer betreuenden Offizieren den “General Adjutanten”. Aus
dem “Allgemeinen Militärreglement der Eidgenössischen Kontingenttruppen” aus dem Jahre 1807 geht
hervor, dass dem Eidgenössischen Generalstab zwei
Flügeladjutanten angehörten. Der eine besorgte die
Korrespondenz betreffend Berichte und Vorschläge
und verfasste die militärischen Aufträge an die Kantone. Der andere zog mit dem Oberkommandanten
ins Feld. In der Armee, wie General Gullaume-Henri Dufour sie formte, war der Divisionsadjutant ein
Offizier, der im Bedarfsfall auch Truppen führte, wie
zum Beispiel Oberst Siegfried im Gefecht bei Gisikon.
Während der Grenzbesetzung 1870/71 trat ein Stabschef an die Stelle des Adjutanten - vorerst als zweiter
Kommandant, dann als Leiter einer Gruppe von Offizieren mit selbständigen Aufgaben.
Der Adjutant ist stets in einer ausgesprochenen Vertrauensstellung geblieben, sei es als Führungsgehilfe im Stab von Truppenkörpern, sei es als Chef der
Adjutantur in den Stäben der Grossen Verbände.
Als Zeichen dieser besonderen Stellung trägt er die
Achselschnur, die es den Adjutanten früherer Zeiten
ermöglicht haben mag, auch zu Pferde die Befehle
des Kommandanten schriftlich festzuhalten. Seit der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Achselschnüre in verschiedenen Armeen als Offiziersauzeichnungen getragen.
Nicht immer waren Adjutanten mit der Schnur ausgerüstet, aber seit etwa 1870 erscheint die Adjutantenschnur in der Form, in der sie heute getragen wird.
Sie ist das äussere Zeichen für die Funktion des Adjutanten und wird rechts getragen.
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Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Impressionen
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Ausgabe 4 - 15. Oktober 2014
Die Letzte
Wir suchen DICH!
Hast du ein Flair fürs Schreiben und möchstest während dem nächsten WK einer spannenden und abwechslungsreichen Tätigkeit nachgehen? Wenn ja haben wir genau das Richtige für dich.
Wir suchen für unser Komm Team motivierte Soldaten oder Unteroffiziere welche uns bei der Erstellung der
Truppenzeitung “17er NEWS” unterstützen.
Wenn du Interesse hast melde dich bei Fach Of (Hptm) Fabio Cianciola (fabio.cianciola@gmail.com).
Das Wetter im Raum Bremgarten
Quelle: http://www.meteoschweiz.admin.ch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag
Montag
19°C
18°C
20°C
21°C
20°C
Impressum
Presse- und Informationsoffizier:
FachOf (Hptm) Fabio Cianciola
fabio.cianciola.cf458@mil.admin.ch
Redaktion:
Sdt Dominic Kobelt
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