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Abstracts - Geinitz-Award & Excursion field guide - geinitz2014.de

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3. Internationales
Hanns-Bruno-Geinitz-Symposium
3rd International
Hanns Bruno Geinitz Symposium
16. – 18.10.2014
Dresden
Tagungsleitung / Executive committee
Bernd Ullrich
Technische Universität Dresden
Lutz Kunzmann
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Markus Wilmsen
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Wissenschaftliches Komitee / Scientific committee
Thomas Bürger
Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek
Dedo Geinitz
Frankfurt am Main
Jan-Michael Lange
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Wolfgang Lange
Technische Universität Dresden
Lutz Kunzmann
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Ulf Linnemann
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Klaus Mauersberger
Technische Universität Dresden
Birgit Niebuhr
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Katrin Nitzschke
Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek
Jörg W. Schneider
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Heiner Siedel
Technische Universität Dresden
Klaus Thalheim
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Karl-Armin Tröger
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Bernd Ullrich
Technische Universität Dresden
Kirsten Vincenz
Technische Universität Dresden
Thomas Voigt
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Markus Wilmsen
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Organisationskomitee / Organizing committee
Sigrid Beutner
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Ulrike Kloss
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Birgit Walker
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Kontakt & Informationen / Contact & informations
geinitz2014@senckenberg.de
www.geinitz2014.de
60 (2): 255 – 374
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
E i n f ü h r u n g In t ro d u c tion
Ulf Linnemann
Zum Geleit ............................................................................................................................................................................................. 261
Dedo Geinitz
Preface .................................................................................................................................................................................................. 263
A u f s ä t z e Articles
Christian Geinitz
Hanns Bruno Geinitz als Beispiel für sozialen Aufstieg im Mitteldeutschland des 19. Jahrhunderts ............................................... 267
Christian Geinitz
Wie Hanns Bruno Geinitz fast zu Darwins Übersetzer wurde ............................................................................................................. 273
Ulrike Kloß
“Give the boy a box on the ear …” ...................................................................................................................................................... 279
Ellen Kühne
Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz .................................................................................................................................... 281
Geinitz-Preis 2014 — Kurzfassungen
Ge i n i t z Awa r d 2014 — Ab stracts
Jan Fischer
Palaeoecology, migration behavior, and reproductive pattern of Palaeozoic to Mesozoic freshwater sharks
revealed by stable and radiogenic isotopes ......................................................................................................................................... 299
Nadine Janetschke
Early Late Cretaceous (Cenomanian–Turonian) sequence stratigraphy and correlations around
the Mid-European Island: Plänerkalk, Elbtal and Danubian Cretaceous groups, Germany ............................................................... 301
Karolin Moraweck & Lutz Kunzmann
Palaeoclimate reconstruction within the Palaeogene using fossil plants .......................................................................................... 305
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
Contents
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
K u r z f a s s u n g e n d e r V o r t r ä g e u n d P o s t e r .......................................................... 309
A b s t r a c t s of or a l a n d p oste r presentations
Exkursionsführer
F i e l d t r i p g u id e
Markus Wilmsen & Birgit Niebuhr
Stratigraphie und Ablagerungsbedingungen der Kreide in Sachsen
(Elbtal-Gruppe, Cenomanium – Unter­coniacium) ................................................................................................................................. 347
P ro g ra m m
P ro g r a m ..................................................................................................................................................................................... 372
258
Einführung
/ Introduction
Zum Geleit
Das Museum für Mineralogie und Geologie, hervorgegangen aus der 1560 angelegten Kunstkammer des sächsischen Regenten Kurfürst August (1526–1586), gehört
zu den ältesten geowissenschaftlichen Sammlungen
weltweit. Mit der Herauslösung aus der Kunstkammer
im Jahre 1728 beginnt die über 285-jährige Geschichte
dieser traditionsreichen Institution als geowissenschaftliches Spezialmuseum. Von 1847–1898 lenkte Hanns Bruno Geinitz (1814–1900) erfolgreich die Geschicke des
Königlichen Mineralogisch-geologischen Museums im
Dresdner Zwinger und baute es zu einer der führenden
geowissenschaftlichen Institutionen in Europa aus. Am
16. Oktober 2014 jährt sich nun zum zweihundertsten
Mal sein Geburtstag.
Hanns Bruno Geinitz,
universeller Geowissenschaftler
und früher Wegbereiter einer
erfolgreichen Kooperation
zwischen Senckenberg
und TU Dresden.
Hanns Bruno Geinitz war einer der bedeutendsten Geo­
wissenschaftler Deutschlands und langjähriger Direktor
des Königlichen Museums für Mineralogie und Geo­lo­
gie, den jetzigen Senckenberg Naturhistorischen Samm­
lungen Dresden (SNSD). Darüber hinaus war er Lehr­
stuhlinhaber für Geognosie und Mineralogie und Direktor
der Bibliothek an der Technischen Bildungsanstalt, der
späteren Technischen Universität Dresden (TUD). Geinitz legte damit schon vor über 150 Jahren den Grund­stein für eine bis heute andauernde und äußerst frucht­bare
Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Aus­bildung
wissenschaftlichen Nachwuchses zwischen dem Museum für Mineralogie und Geologie und der Tech­nischen
Universität Dresden. Deshalb veranstalten beide Institutionen das internationale Symposium Geinitz 2014 zu
seinen Ehren.
Am 6. Dezember 2002 wurde der „Verbund geowissenschaftlicher Lehre und Forschung in Dresden“ zwischen
der TU Dresden (Fakultät Bauingenieurwesen/Professur
für Angewandte Geologie) und den damaligen Staatlichen Naturhistorischen Sammlungen Dresden (jetzt Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie) unterzeichnet. Aus
dem Verbund entwickelte sich eine lebhafte Kooperation
in Lehre und Forschung im Sinne von Hanns Bruno Geinitz. Zahlreiche studentische Qualifizierungsarbeiten, die
Einbindung von Senckenberg-Mitarbeitern in die universitäre Lehre sowie der Zugriff auf Großgeräte der jeweilig anderen Institution, zahlreiche ISI-gelistete gemeinsame Publikationen und Projekte bezeugen den Erfolg
des Verbundes, dessen Grundideen sich partiell auch im
heutigen Institutionsverbund „DRESDEN concept“ im
Großraum Dresden wiederfinden.
Es ist uns gelungen, ein sehr abwechslungsreiches und
interessantes Tagungsprogramm zusammenzustellen, das
die große Bandbreite der Forschung von Hanns Bruno
Geinitz in 18 wissenschaftlichen Vorträgen und zahlrei­chen Posterpräsentationen umfassend widerspiegelt.
261
Im Rahmen des Symposiums wird auch der Hanns-BrunoGeinitz-Preis 2014 an junge Geowissenschaftlerinnen
und Geowissenschaftler für eine herausragende Leistung
in den Geowissenschaften verliehen. Seien Sie besonders
gespannt auch auf die Preisträgervorträge. Im Rahmen
des Symposiums haben alle Teilnehmer des Symposiums
darüber hinaus die Möglichkeit, die aktuelle Ausstellung
im Buchmuseum der Sächsischen Landesbibliothek –
Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit
dem Titel „Gespräche mit der Erde – Geowissenschaften
in Sachsen“ zu besuchen. Auch hierbei spielt Hanns Bruno Geinitz eine bedeutende Rolle. Zu guter Letzt führt
eine Nachexkursion am 18.10.2014 angemeldete Teilnehmer der Tagung zu wichtigen Kreide-Aufschlüssen
im Raum Dresden und dem Elbsandsteingebirge. Das
„Kreidegebirge“ war ja ein zentrales Forschungsthema
des Jubilars und Grundlage für zahlreiche Monographien, die noch heute viel zitierte Standardwerke sind. Aus
Anlass des zweihundertsten Geburtstages ist auch pünktlich der erste Teil der systematisch-taxonomischen Revision der Kreide-Fossilien aus Sachsen erschienen. Viele
der darin behandelten Fossilien hat schon Hanns Bruno
Geinitz in seinen Händen gehalten.
Ich wünsche uns allen eine erfolgreiche und interessante
Tagung mit anregenden Gesprächen, den Exkursionsteilnehmern vor allem gutes Wetter und allen auswärtigen
Tagungsteilnehmern eine gute An- und Abreise.
Glück auf!
Ulf Linnemann
Frontispiz des zweiteiligen „Elbthalgebirge in Sachsen“, erschie­
nen mit mehreren Einzelkapiteln zwischen 1871 und 1875 in der
Palaeontographica 20 (I) und (II).
262
Preface
Anniversaries are occasions for celebration. With the
third International Hanns Bruno Geinitz Symposium we
celebrate the 200th birthday of one of the most influential
palaeontologists of the 19th Century, Professor Dr Hanns
Bruno Geinitz (1814 – 1900).
He was long-time director of the Museum of Mineralogy
and Geology of the current Senckenberg Natural History
Collections Dresden, chair of geology and mineralogy
and director of the library at the Technical School, later
the Technical University of Dresden which fell on the
16 October 1814.
Hanns Bruno Geinitz
Since we celebrate across 200 years
of research in the context of historic
change and advancement of science
we honour Hanns Bruno Geinitz as
scientist, researcher, pioneer who
firmly established geology, mineralogy
and palaeontology and impacting on
the advancement of geosciences not
only in Dresden but across Germany
and Europe.
This third symposium deals, at least to some extent, with
the continuity of Hanns Bruno Geinitz’ work and its importance for today’s earth sciences. Yet, new areas of research were opened and continue to be approached. The
symposium addresses four main topics i) Palaeontology
and geology of the Cretaceous System in Central Europe
and the Perm-Carboniferous in Central Europe, ii) Geology of the Bohemian Massif, iii) Applied geoscientific
topics with a more broad range of topics and iv) History
of geosciences during the 19th century which leads back
to the work of geoscientist of that area.
The symposium stands in continuity with the one which
the then Staatliches Museum für Mineralogie und Geo­
lo­gie zu Dresden, Technische Universität Dresden, Na­
tur­wissenschaftliche Gesellschaft ISIS Dresden and Ge­
sell­schaft für Geowissenschaften was held in January
2000 on occasion of Geinitz’ 100th death anniversary. It
also takes account of the first symposium organised in
the mid-sixties of the 20th Century, an event which was
overshadowed by the cold war and yet could be considered as bold approach by the then organisers to open the
politically motivated inward orientation of the geoscience scene of the former DDR. At that time most of the
participants of this third symposium were either young
students, some perhaps establishes post doc researchers,
and many not yet born. However, some of them may participate in this symposium.
Since we celebrate across 200 years of research in the
context of historic change and advancement of science
we honour Hanns Bruno Geinitz as scientist, researcher,
pioneer who firmly established geology, mineralogy and
palaeontology and impacting on the advancement of geosciences not only in Dresden but across Germany and
Europe. We also honour him as citizen, husband, father
and founder.
The work of Hans Bruno Geinitz is well documented.
This refers his work as scientist, researcher and teacher.
Looking at the proceedings of the second symposium of
January 2000 we find a large number of references that
263
address his work, the person and the academic environment of his time and life. However, little is known about
the man itself, his personality, character, his family and
the way he lived. Though the proceeding give reference
to his childhood, education, his two marriages, children
we do not really obtain insight into the person. From literature is appears obvious that he was kind of a self-made
man, workaholic, an worker quite obsessed by his projects and initiatives which included a vast correspondence with researchers across Germany, Europe and the
USA.
We can assume that he was a nature lover. Needless to
mention that he was a conservative citizen of Protestant
faith, a devote patriarch with respect to his bourgeois
family and finally a person with a lot of humour.
His hand writing and his vast correspondence which was
written in Sütterlinschrift – old German handwriting – is
difficult to read and identify by us today. Yet it would be
worthwhile to research the personal correspondence of
Hanns Bruno Geinitz with the aim to draft a more personalised biography not only in terms of the exchange of
scientific thought and work, however also with respect to
learn more about himself, his social and familial engagement. It can be assumed that the collapse of his father’s
enterprise or as we may say today bankruptcy as developer was a decisive cut in Geinitz’ biography. This occurrence may have shaped his sense for material security, his
diligence and also his strive for social inclusion.
During this third symposium, the Hanns Bruno Geinitz
Award 2014 will be granted to young geoscientists for
outstanding scientific achievements. This year’s fifth
award which we celebrate on the second day of the symposium dates back to the second symposium when the
founder and the director of the Senckenberg Natural
History Collections Dresden entered into a yearlong dialogue and resulted in the handing over of the first award
in January 2003. Subsequent awards with split-arrangements were done in 2007, 2008 and 2012. To date the
works of ten young scientists, either Master Thesis or
Doctoral Dissertations were honoured up to now.
In the name of my family I wish you a very pleasant
meeting.
Dedo Geinitz
Stachelauster Spondylus omalii? d’Archiac, 1847
aus Dresden-Plauen bei Geinitz (1872: Taf. I.42, Fig. 13).
264
Aufsätze
/ Articles
60 (2): 267 – 272
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Hanns Bruno Geinitz als Beispiel für sozialen Aufstieg
im Mitteldeutschland des 19. Jahrhunderts
Christian Geinitz
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftskorrespondent für Ostmittel- und Südosteuropa, Opernring 1, 1010 Wien, Österreich;
itz@faz.de
Kurzfassung
Innerhalb von zwei Generationen schaffte die Familie Geinitz den Aufstieg von Provinzbauern zu angesehenen städtischen Akademikern.
Hanns Bruno Geinitz war das erste Familienmitglied, das nicht auf einem Bauernhof geboren wurde. Sein Vater hatte die Grundlage für
den sozialen Erfolg gelegt, war selbst aber daran gescheitert.
Abstract
Within two generations the Geinitz family managed to advance from the ranks of provincial peasants to respected academics in the city.
Hanns Bruno Geinitz was the first family member not born at a farm house. His father had laid the foundation for this social success, but
failed himself in the process.
Es ging bunt her in der Hofapotheke zu Altenburg im
zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts. An den Markttagen,
immer mittwochs und samstags, strömten die wohlhabenden Bauern aus dem Umland in die Geschäftsräume,
um Pflaster, Kräutertees oder Salben einzukaufen. Auch
die Tierärzte und Humanmediziner deckten sich reichlich
ein, zudem erhielt das Haus am Markt Besuch von manchem Spinner und Scharlatan (Enke 2001: 220).
„Ein bedauernswerthes Individuum trat ein, das einen
Kobold für einen Besessenen verlangte und sich nicht
abweisen liess u.a.m. Täglicher Gast war auch ein
Marktkehrer, der sich als Teufels- und Feuerbeschwörer
Ansehen anmaasste und welcher bei einer hierfür abzulegenden Probe schliesslich selbst ein Opfer seiner verwegenen That wurde; mitunter producirte sich auf dem
Marktplatze ein Zahnarzt für die grosse Menge, welcher
die Zähne mit Musikbegleitung auszog und sie dann mit
dem Stallbesen wegfegen liess, oder es bat ein anderer
Künstler um die Erlaubniss, vor unseren Augen eine
grosse Portion von Glas und brennendem Pech verzehren
zu dürfen.“ (Geinitz 1900: 60 – 61)
Hanns Bruno Geinitz (1814 – 1900), der diese Zeilen im
fortgeschrittenen Alter aufschrieb, hatte von 1830 bis
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
1834 für den Altenburger Hofapotheker Friedrich Louis
Stöhr gearbeitet, zunächst als Lehrling, später als Gehilfe. Erst dann begab er sich zum Studium nach Berlin,
holte nebenbei das Abitur nach und begann anschließend
eine eindrucksvolle Hochschulkarriere. In der Rückschau mochte er die Zeit als Pharmazeut nicht missen,
da sie zum einen die Grundlagen legte für die praktische
Anwendung seiner naturwissenschaftlichen Interessen,
etwa in der Chemie und in der Botanik. „Mich hat die
Apotheke unbewusst zu den Naturwissenschaften geführt“, notierte er. Zum anderen lernte er hier, viel, ausdauernd und gründlich zu arbeiten. Auch brachte ihn der
Kundenkontakt mit unbekannten Gesellschaftsschichten
zusammen.
„Ich hatte während meines Aufenthaltes in der Apotheke mehr Gelegenheit, mit dem Bürgerthum, als mit der
Beamtenwelt, in der ich aufgewachsen war, zu verkehren und lernte die Sitten und Anforderungen des braven
Handwerkerstandes genauer kennen.“
Seine Ablehnung von Aberglauben und Spiritismus mag
in jenen Jahren ebenfalls ihren Ausgang genommen haben. In den 1840er und 1850er Jahren hielt er öffentliche Vorträge „gegen den Unfug des Tischrückens und
267
C. Geinitz: Hanns Bruno Geinitz als Beispiel für sozialen Aufstieg im Mitteldeutschland des 19. Jahrhunderts
Somnambulismus“. Als guter Empiriker überprüfte er
das Phänomen aus eigener Anschauung, nahm also an
Séancen selbst teil. „Alles dabei ist mir nur als grosse
Selbsttäuschung und Täuschung von anderen erschienen“, notierte er in sein Tagebuch. Er war erschreckt,
„wie wenige Menschen gelernt haben, richtig zu sehen
und zu beobachten“ (Geinitz 1900: 68). Hanns Bruno
Geinitz’ ältester Sohn Franz Eugen, der später in Rostock
seinerseits ein gefeierter Geologe und Mineraloge wurde,
erinnerte sich, wie der Zweifel seines Vaters auf einer der
spiritistischen Sitzungen den Zorn des Mediums erregte.
Der „klopfende Tisch“ habe den Satz formuliert: „Geinitz
raus! Worauf Geinitz sich lächelnd an die Wirthin des
Hauses mit den Worten wandte: Ich empfehle mich Ihrem
gnädigen Schutz, Frau Gräfin.“ (Geinitz 1900: 68).
Hinter diesen Beispielen steckt mehr als Anekdotisches.
Sie zeigen, wie sehr das 19. Jahrhundert in vielem noch
in vorwissenschaftlichen Zeiten feststeckte. Sie zeigen
auch, wie sich in dieser politischen, sozialen, wirtschaftlichen und eben auch akademischen Umbruchphase
einzelne Personen vom Althergebrachten lösten. Hanns
Bruno Geinitz, der einer der Väter der wissenschaftlich
betriebenen Geologie in Deutschland werden sollte, gehörte ganz sicher zu diesen Pionieren. Über seine Bedeutung als Gelehrter ist viel geschrieben worden (vgl.
Grunert & Grunert 2007a, Hebig 2000), auch über sein
Privatleben wissen wir einiges (Grunert & Grunert 2003,
2007b, Hebig 2001). Hinzuzufügen ist, dass sich Geinitz
auch familiär von seinen Wurzeln entfernte. Nicht dass
er sich von ihnen lossagte, noch sie verneinte, wohl aber
brachte er willentlich oder unwillentlich Abstand zwischen sich und seine Herkunft.
Das galt wörtlich dadurch, dass er den Großteil seines
Lebens in Dresden verbrachte, im Königreich Sachsen
also, nicht im Herzogtum Sachsen-Altenburg (bis 1826
Sachsen-Gotha-Altenburg), wo er geboren wurde. Bevor
die 1834 in Kraft getretene Bildung des Deutschen Zollvereins zu greifen begann und bevor schließlich 1871
das Kaiserreich gegründet wurde, bedeutete solch ein
Ortswechsel gewissermaßen einen Umzug ins Ausland.
Es war auch eine Trennung in gesellschaftlicher und intellektueller Hinsicht: Geinitz löste sich sowohl von der
Provinzialität seiner Vaterstadt als auch vom Ruf seines
Vaters als gefallener Emporkömmling. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass erst mit Hanns Bruno Geinitz die
Akademisierung der Familie und ihre Etablierung im
Bürgertum, genauer: im Bildungsbürgertum wirklich
vollzogen wurde. Zweifellos hatte schon der Vater die
Brücke geschlagen zwischen einer bäuerlichen Abstammung und dem städtischen Leben mit einem Beruf, der
statt manueller Arbeit eine Hochschulbildung erforderte.
Aber Geinitz Senior war in diesem Aufstieg letztlich gescheitert, während sein Sohn in der neuen Schicht nicht
nur Fuß fasste, sondern von ihr auch akzeptiert wurde.
Bemerkenswerter Weise ist Hanns Bruno Geinitz als
erster wirklich akademisch zu nennender Exponent der
Familie zugleich ihr bedeutendster geblieben. Neben
268
seinem Sohn Franz Eugen hat es niemand sonst in die
Konversationslexika geschafft (die Online-Enzyklopädie
Wikipedia [2013] führt neben Hanns Bruno und Franz
Eugen mittlerweile auch die Dokumentarfilmerin Katharina Geinitz [1946 – 2012]). Auch die Liste der wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist unerreicht (Hanns
Bruno hat in der Familie die meisten Monographien verfasst: vgl. Kühne 2000; der Strahlentherapeut Prof. Dr.
Hans Geinitz [*1965] dürfte hingegen die meisten Aufsätze publiziert habe: vgl. Datenbank zu Zeitschriftenaufsätzen im Onlinekatalog StaBiKat der Staatsbibliothek Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz [o.J.]).
Zumindest das soziale Avancement war Hanns Bruno
Geinitz in die Wiege gelegt. Als er vor 200 Jahren am
16. Oktober 1814 in einem Altenburger Stadthaus an
der Neugasse zur Welt kam, war das die erste Geburt in
der Familie außerhalb eines Bauernhofs seit mindestens
acht Generationen. Der Vater Johann Christian Traugott
Geinitz (1782 – 1839) war damals noch ein mittlerer Verwaltungsmitarbeiter, sein Titel im Bauamt des Herzogs
August von Sachsen-Gotha-Altenburg lautete „Baukontrolleur“. Aber der Aufstieg verlief schnell. 1816 wurde er
zum „Baumeister“ befördert. 1826 erhob die Regierung
des neuen Herzogs Friedrich ihn schließlich zum „Baurat“. Als solcher war er „erster Beamter des gesammten
Bauwesens im Herzogthum Altenburg“ (Geinitz 1897: 3).
Im Vormärz jedoch begann sein Stern wieder zu sinken.
In den protorevolutionären Unruhen in Altenburg im
September 1830 wurde Christian Traugott Geinitz zum
Ziel von Schmähschriften und tätlichen Angriffen. Die
Aufstände entluden sich in dem kleinen Herzogtum,
weil es als „politisch besonders rückständig […]“ galt
(Jonscher & Schilling 2005: 169). Am 11. September
bewarfen Demonstranten das Haus an der Neugasse
mit Steinen. Zwei Tage später plünderten die Aufständischen das Gebäude, schleuderten Hausrat auf die Straße
und verwüsteten den Garten (Schachtschneider & Keil
1995). Der Baurat entschloss sich daraufhin, ins nahegelegene Halle/Saale zu flüchten. Da die Stadt zu Preußen
gehörte, fühlte sich Geinitz hier „im Exil“ (Geinitz 1897:
14). Von dort ging es ins Altenburgische Eisenberg und
1834 nach Ronneburg. Der Posten dort als Rentamtmann
– Leiter der örtlichen Finanzbehörde – war der einzige,
den die herzogliche Regierung Geinitz anbieten wollte.
Sie lehnte seinen Antrag ab, in die Stadt Altenburg zurückzukehren, gestand aber zu, dass er den Titel Baurat
weiterführte und die damit verbundenen Bezüge auch in
Ronneburg erhielt. Ausgerechnet Ronneburg! Die kleine
Stadt südwestlich von Altenburg war auf Geinitz nicht
gut zu sprechen, seit er dort 1829 zur Verbesserung der
Feuersicherheit Straßen verbreitern und Häuser hatte abreißen lassen (Geinitz 1897: 9 – 10).
Die neue Arbeit, die ihm auch inhaltlich widerstrebte,
erschien Geinitz wie eine Strafversetzung, eine „Pönitenzstelle“, zumal er nie recht verstand, warum er in
Altenburg in Ungnade gefallen war (Voigt 1841: 1004).
Die gleichen Gewalten, die den Baurat zuvor protegiert
hatten – zuvörderst der Hof – , ließen ihn jetzt fallen. Es
gab Vorwürfe gegen ihn, dass er schlecht gearbeitet und
Gelder unstatthaft verwendet habe (TStAA 1831/32).
Letztlich aber wurde er von allen Anschuldigungen
entlastet und beantragte deshalb wiederholt seine volle
Rehabilitation und die Einsetzung in das alte Amt – vergeblich. Johann Christian Traugott Geinitz ist nie nach
Altenburg zurückgekehrt und starb 1839 gramgebeugt in
Ronneburg.
Über den Grund für seinen Sturz lässt sich nur spekulieren. Vermutlich hatte Geinitz in Altenburg gleich mehrere Kreise gegen sich aufgebracht: die einfachen Menschen, aus denen sich die Rebellen rekrutierten, durch
seinen üppigen Lebensstil und seine mitunter hoffärtige
Art; Bürgertum und Aristokratie durch seinen schnellen
Aufstieg und durch die privilegierte Beziehung zu Herzog Friedrich und dessen Sohn Erbprinz Joseph (Kaiser
1918: 72). In dieser Zeit der Kämpfe um Verfassungen,
um die Begrenzung der höfischen Macht und um die größere politische Partizipation des Dritten Standes war es
ein Fehler, dass sich Geinitz auf seine guten Beziehungen
zum Herrscherhaus verlassen und dabei manche aufstrebende Kraft umgangen oder düpiert hatte, zum Beispiel
Verwaltung und Ministerien bei der Bewilligung von
Bauaufträgen 1.
Dass Christian Traugott Geinitz ein „in weiten Kreisen
verhasster Mann“ war (Kaiser 1918: 72), hatte auch einen sozialen Ursprung. Als Sohn eines Landwirts und
Müllers aus dem unbedeutenden Bauerndorf Langenorla
südlich von Jena hatte er als erster aus der Familie eine
höhere Bildung genossen. Nach der Volksschule nahm er
privaten Mathematikunterricht in Orlamünde, absolvierte eine technische Lehre im Mühlen-, Land- und Wasserbau in Merseburg und studierte sechs Semester lang
Bauwesen und Kameralwissenschaften (Verwaltung und
Ökonomie) in Jena und Leipzig. Kaum vierundzwanzigjährig, kam er 1806 ohne Festanstellung nach Altenburg.
Innerhalb von 20 Jahren stieg er dort in ein wichtiges
Führungsamt auf und errang die Gunst der Herrscherfamilie. Das musste den Unmut solcher Gruppen erregen,
die ihre bevorzugte Stellung über Generationen aufgebaut und gefestigt hatten. In der Biographie über seinen
Vater beschreibt Hanns Bruno Geinitz eine Szene, in
welcher der Baurat mit dem Erbprinzen Joseph in dessen
Wagen zum Haus der Altenburger Freimauerloge fuhr.
Adelige, die dies beobachteten, hätten gezischt: „Nun ist
es mit Geinitz auf ’s Höchste gestiegen, nun muss es brechen.“ (Geinitz 1897: 29) Der Chronist Christian Friedrich Schadewitz, der Geinitz persönlich kannte, erinnerte
sich, wie Altenburgs bessere Kreise den Baurat mit Ver-
1
Der Aufruhr von 1830 hatte insofern Erfolg, als Altenburg 1831
eine Verfassung erhielt und auch einige als drückend empfundene Belastungen abgeschafft wurden, etwa die Mahlsteuer und
die Jagdfron.
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
weis auf seinen „vorherigen Stand als Müllerburschen
verleumdet haben“ (Schachtschneider & Keil 1995: 130).
Trotz aller Widerstände, die sich der Baurat zumindest
teilweise selbst eingetragen hatte, nötigt sein schneller
Aufstieg doch Respekt ab. Um das zu ermessen, empfiehlt sich ein Blick in die Familiengeschichte. Die
Her­kunft war einfach und ländlich. Der Vater Johann
Michael Geinitz (1756 – 1834) – Hanns Brunos Großvater – besaß eine kleine Landwirtschaft und nutzte die
Saale für den Holzhandel. Sein Haupterwerb stammte
von der Langenorlaer Untermühle. Als Eigentumsmüller betrieb der alte Geinitz sie auf eigene Rechnung, es
lasteten auf ihr aber auch Lehnspflichten des örtlichen
Ritterguts der freiherrlichen Familie von Beust (TStAA
1776). Die Geinitz waren nicht arm, aber weder übermäßig begütert noch einflussreich. Johann Michaels Großvater hatte in Langenorla als Schöffe bei Gericht gedient
(KiBüL 1746).
Johann Michael kam vermutlich im alten Geinitzschen
Stammgut in Langenorla zur Welt, einem Bauernhof mit
Nebengelassen, der an seinen ältesten Bruder überging;
heute dient das Gebäude als privates Kinderheim (GAL
1943). Er selbst übernahm als dritter Sohn nur einen Teil
des Familienvermögens. Mit dem Kauf der Mühle für
ihn durch seinen Vater war das Erbe 1776 weitgehend
abgegolten. Dem Müller gelang es, seinen Wohlstand
insoweit zu mehren, dass er auch seinen eigenen Söhnen ein Auskommen sichern konnte. Die Mühle erbte der
Drittgeborene, Johann Christian Michael (1791 – 1860),
der in eine Müllerfamilie in Ziegenrück eingeheirat hatte
(KiBüZ 1810). Er führte zeitweilig beide Betriebe, bevor er den Standort in Langenorla 1843 verkaufte. Der
Zweitälteste, Johann Heinrich Friedrich, starb noch zu
Lebzeiten des Vaters 1820 mit nur 33 Jahren. Wiewohl
der älteste der Brüder, erbte der spätere Baurat Johann
Christian Traugott lediglich ein 15 Acker umfassendes
Stück Wald in Hummelshain nordöstlich von Langenorla, „die Schwäne oder der Geinitzsche Hügel genannt“
(TStAA 1841). Es war, je nach Quelle, nur ein Viertel bis
zur Hälfte des Nachlasses wert, den der Bruder Johann
Christian Michael erhielt, der junge Müller. Die Schlechterstellung erfolgte, so wollte es der vorzeitige Erbvertrag der Eltern, weil Johann Christian Traugott „wegen
seiner wißenschaflichen Bildung und sonst seinen Eltern
im Verhältniß zu seinem jüngeren Bruder viel KostenAufwand verursacht hat“ (TStAA 1826).
Dieser „Kosten-Aufwand“ hat sich gelohnt, wenn man
an Johann Christian Traugotts und seiner Nachfahren Erfolge denkt. Dank der väterlichen Unterstützung durch
den Müller und den Baurat schafften die Langenorlaer
Geinitz innerhalb von zwei Generationen den Aufstieg
vom Bauernstand ins städtische Bürgertum. Ohne diese
Anstrengung wäre der berühmteste Spross der Familie,
Hanns Bruno Geinitz, wohl wie seine Vorfahren Landwirt
geworden, nicht ein gefeierter Geologie-Professor und
Geheimer Rat in der Hauptstadt des Königreichs Sachsen.
269
C. Geinitz: Hanns Bruno Geinitz als Beispiel für sozialen Aufstieg im Mitteldeutschland des 19. Jahrhunderts
Die Ursprünge seiner Familie gehen in Langenorla bis
ins 16. Jahrhundert zurück. Bis heute leben einige Abkömmlinge dort in der 13. Generation. Der erste gesicherte Vertreter – und Vorfahr von Hanns Bruno – war
Peter Geinitz 1. Von ihm berichtet das Kirchenbuch an
seinem Todestag 1675, er sei 75 Jahre alt geworden
(KiBüL 1675). In einer Ahnenliste heißt es, Peters Vater Hans sei „um 1600 in Langenorla zugewandert“
(Geinitz 1974). An anderer Stelle fand sich ein Hinweis
darauf, dass Peters Vater wohl eher Curth hieß. Ihm sei
im „Geinitz’schen Stammgut“ Peter Geinitz gefolgt, vermutlich als Sohn und Stammhalter (GAL 1943 2).
Es gibt im Mitteldeutschen Raum weitere Geinitz-Zweige. Der älteste ist für Neustadt an der Orla verbürgt, das
keine 15 Kilometer östlich von Langenorla liegt. Dort
reichen die Wurzeln der Familie bis ins 14. Jahrhundert
zurück. Am besten nachvollziehen lassen sich die Lebensdaten eines Michael Geinitz (1526 – 1614) und seiner Nachkommen (Lehen 1616) 3. Er war Ratskämmerer
in Neustadt und stammte aus einer vermögenden Tuchmacherfamilie. Ihr Name wird in den Kirchenbüchern
mitunter „Geunitz“ geschrieben (KiBüN 1553 – 1586).
Gleiches lässt sich an anderen Orten feststellen, etwa
in Erfurt, wo 1483 der Geistliche Bertold Geynitz 4 auftauchte, auch Geunitz oder Goynitz genannt (TStAR
1483, Anemüller 1905: 418, Jahr 1915: 83). Zwischen
1455 und 1480 tat in der Stadt Kahla ein Bürgermeister namens Hans Goynitz Dienst. Die Urkunden führen
ihn mitunter als Gaynitz und Gainicz (Bergner 1899:
121, 175, 177). In einigen Texten heißt er „von Geunitz“
(Denner 1935: 192).
In der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig wird ein fehlerhafter Stammbaum der Familie Geinitz verwahrt. Er geht
zurück auf die für das 17. Jahrhundert inkorrekte Kirchenbuchauswertung des Langenorlaer Pfarrers Stäps von 1897. DNBL
(1898).
2
Dort der Verweis auf ein Einwohnerverzeichnis von 1744, das
heute als verschollen gilt.
3
In der Grabpredigt auf Michael Geinitz ist die Rede von dem
„ehrlichen alten Geschlecht der Geinitz, […] derer über drithalb
hundert Jahr in unser alten Stadtchroniken gedacht wird “.
„Dritthalb“ hieß zweieinhalb. Bezieht man das auf Michaels
Sterbedatum, dann geht die Familie bis ins 14. Jahrhunderts zurück, legt man seine Geburt zugrunde, sogar bis ins 13.
4
Berthold Goynitz wurde 1495 in der Erfurter Severikirche beigesetzt, die Grabplatte liegt bis heute dort.
5
Das Dorf Geunitz wurde häufiger Geinitz geschrieben, etwa
1466 in Kahla (Bergner 1899: 133).
6
Die 1326 verbürgten Vertreter des Namens müssen als sogenannte Burgmannen ritterbürtig gewesen sein und konnten
ihren Adel seit vier Generationen nachweisen. Das Geschlecht
bestand demnach mindestens seit dem 12. Jahrhundert (siehe
auch Reitzenstein 1871: 140). Die Behauptung von Franz Eugen Geinitz, die Familie habe schon 1083 existiert, blieb ohne
Quellenbeleg (Geinitz 1900: 60).
1
270
Über den Zusammenhang der Familien Geinitz und Geunitz ist mehrfach spekuliert worden. Klar ist eine semantische Verwandtschaft, denn beide Namen gehen auf die
Ortschaft Geunitz westlich von Kahla und südlich von
Jena zurück (Gottschald 2006: 201) 5. Das Dorf wurde
erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt und gehört heute zu
Reinstädt (Kahl 2010: 89). Vermutlich ist die Bezeichnung altsorbischen Ursprungs (Vukcevich 2001: 373).
Entweder liegt ihr ein Vater- bzw. Geschlechternamen
zugrunde. Demzufolge wohnten in Geunitz die „Leute
des Goyn“. Oder der Name entwickelte sich aus dem
Wort Gojnica, was auf „einen Ort mit fruchtbarem Boden oder einen Bach mit fischreichem Wasser“ hinwies
(Fuhrmann 1975: 154¸ Eichler 1985: 137).
Die Familie v. Geunitz, die dort ansässig war und zeitweilig das örtliche Rittergut bewohnte (Martin 1894, 1908),
lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Die
früheste Erwähnung datiert auf 1265 in Erfurt (StdAE
1265), die Wurzeln liegen aber vermutlich schon im 12.
oder 11. Jahrhundert 6. Verschiedentlich heißt es, dass die
Langenorlaer/Altenburger Geinitz direkt von der Familie
v. Geunitz abstammten (Lommer 1884: 116, Engelmann
1977: 17). Dieser Lesart zufolge verarmte das Geschlecht
und gab im Dreißigjährigen Krieg das Adelsprädikat auf.
In der Lebensbeschreibung seines Vaters Hanns Bruno
Geinitz weist Franz Eugen darauf hin, dass „die directe
Verbindung mit dem alten Adelsgeschlechte von Geinitz
[Geynitz], welches in dem noch existirenden Dorfe Geunitz […] ansässig [war], durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges unterbrochen erscheint“ (Geinitz 1900:
60). Belege dafür, dass die beiden Familien identisch sind,
gibt es jedoch nicht. Zwar lassen sich nach 1643 keine
adeligen Namensträger mehr ermitteln. Gegen die These
spricht jedoch, dass die bürgerliche Version des Namens
deutlich weiter zurückreicht als die Kriegswirren von
1618 bis 1648 und dass die Schreibungen jahrzehnte-,
wenn nicht jahrhundertelang nebeneinander existierten.
Ausweislich der Telefonbücher lebt heute niemand mehr
in Deutschland, der Geunitz heißt, wohl aber lassen sich
mehr als einhundert Einträge zu Geinitz finden (Deutsche
Telekom Medien GmbH; o.J.). Bemerkenswert ist, dass
sich die Namensträger nach wie vor entlang der Saale
und der Orla in Thüringen ballen, also dort, wo der Herkunftsort Geunitz liegt – und woher auch Hanns Brunos
Familie stammt (MyHeritage; o.J.).
Literatur
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1553 und 1586, S. 8, 20, 44, 50, 78.
StdAE (1265): Testament des Erfurter Bürgers Reinhard, genannt
von der Bulze, 13.5.1265, U14 XLVIII Nr. 1, Stadtarchiv Erfurt.
TStAA (1776): Johann Michael Geinitzens Windikations- und Lehensschein über die hiesige Mühle und Zubehör, 3.12.1776,
Thüringisches Staatsarchiv Altenburg, Amtsgericht Kahla, Patrimonialgericht Langenorla, II.3, Nr. 4, S. 121 ff.
TStAA (1826): Langenorla, Erbübergabe- und Alimentationsvertrag, 2.8.1826, Thüringisches Staatsarchiv Altenburg, Amtsgericht Kahla, Patrimonialgericht Langenorla, II.3., Nr. 7, S.
249 – 261.
TStAA (1831/32): Untersuchungsakten die wider Herrn Baurath pp
Geinitz von hier – einem, der in der Nacht des 13./14. September vorigen Jahres von offener Volksgewalt betroffenen
Beamteten – angebrachten Beschwerden und Anklagen, Thüringisches Staatsarchiv Altenburg, Privatarchiv 2542, 3 Bände,
1831 – 1832.
271
C. Geinitz: Hanns Bruno Geinitz als Beispiel für sozialen Aufstieg im Mitteldeutschland des 19. Jahrhunderts
TStAA (1841): Die von dem Herzogl. Landesjustizcollegio hier
beantragte forstliche Würdigung eines von dem Baurath Geinitz weil. zu Ronneburg hinterlassenen 15 Acker haltenden in
Langenorlaer Flug gelegenen Holzgrundstücks betr. [1841],
Thüringisches Staatsarchiv Altenburg, Domänenfideikommis
C. XII, Nr. 32.
TStAR (1483): Sondershäuser Urkunden, 27.8.1483, Reg 2501, Thü­
ringisches Staatsarchiv Rudolstadt.
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(Stand 5.10.2014).
272
60 (2): 273 – 277
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Wie Hanns Bruno Geinitz fast zu Darwins Übersetzer wurde
Christian Geinitz
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftskorrespondent für Ostmittel- und Südosteuropa, Opernring 1, 1010 Wien, Österreich;
itz@faz.de
Kurzfassung
Als Heinrich Georg Bronn, der erste deutsche Übersetzer von Darwins „Entstehung der Arten“ 1862 starb, war Hanns Bruno Geinitz die
erste Wahl des Verlegers, um ihm nachzufolgen. Aber Geinitz schlug das Angebot aus, zum Teil auch deshalb, weil er von der Evolutionstheorie nicht überzeugt schien.
Abstract
When Heinrich Georg Bronn, the first German translator of Darwin’s “Orgin of Species”, died in 1862 Hanns Bruno Geinitz was the
publisher’s first choice to succeed him. But Geinitz turned down the offer, partially because he did not seem convinced by the theory of
evolution.
Hanns Bruno Geinitz (1814 – 1900) gilt als „einer der bedeutendsten Geologen und Paläontologen des 19. Jahrhunderts“ (Münch 2011), als „einer der Großen aus der
Frühzeit der deutschen Geologie“ (Pfannenstiel 1964).
Bis heute genießt er in Fachkreisen hohes Ansehen (Lange et al. 2000, Staatliche Naturhistorische Sammlungen
Dresden 2001). Vielleicht wäre er noch berühmter, wenn
er nicht 1866 einem britischen Zeitgenossen einen Korb
gegeben hätte: Charles Darwin (1809 – 1882).
Geinitz sollte in jenem Jahr eigentlich das Schlüsselwerk
des Engländers neu übersetzen, „The Origin of Species“
von 1859. Sein Heidelberger Kollege Heinrich Georg
Bronn (1800 – 1862) hatte die Schrift zuvor schon zweimal unter dem Titel „Über die Entstehung der Arten“ ins
Deutsche übertragen. Aber beide Fassungen galten als
lücken- und fehlerhaft, das „Schlusswort des Übersetzers“ spiegelte seine ambivalente Haltung zu Darwins
Thesen wider (Junker 1991: 194 – 201). Bronn starb 1862
(Quenstedt 1955). Geinitz fühlte sich zwar geschmeichelt
von dem Angebot des Stuttgarter Verlegers Christian
Friedrich Schweizerbart (1805 – 1879), das Buch zu überarbeiten, gleichwohl winkte er in seinem Antwortbrief ab.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
„So geehrt ich mich auch durch das mir von Darwin und
von Ihnen geschenkte Vertrauen bezüglich einer Revision
der neuen deutschen Auflage seines berühmten Werkes
und der Uebersetzung eines neuen Werkes von diesem
ausgezeichneten Naturforscher fühle, so ist es mir dennoch nicht möglich, diese Arbeit zu übernehmen“ (Burkhardt et al. 2004: 167 – 168, Darwin Correspondence Project; o.J.: Letter 5085). 1
Geinitz begründete die Ablehnung damit, dass er zu viel
zu tun habe, es sei „manche andere anziehende Arbeit
länger liegen geblieben“. Durch den Brief schimmern zudem sprachliche und fachliche Bedenken hindurch. Der
Schreiber empfahl statt seiner einen Kollegen in Leipzig,
den Zoologie-Professor Victor Carus (1823 – 1903; Beier
1957).
Die Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (E. Schweizer bart) war 1830 von Wilhelm Emanuel Schweizerbart gegründet
worden, seit 1841 führte sein Neffe Christian Friedrich das
Haus.
1
273
C. Geinitz: Wie Hanns Bruno Geinitz fast zu Darwins Übersetzer wurde
„Nicht allein, weil er ein grosser Verehrer der Dar­
win’schen Lehre ist, sondern auch, weil er nach einem
mehrjährigen Aufenthalte auf der Universität Oxford der
englischen Sprache vollkommen mächtig ist und als Professor der Physiologie namentlich auch diesen Fragen
näher steht, als ich es vom geologisch-palaeontologischen Standpunkte kann.“
Geinitz machte keinen Hehl daraus, dass die umwälzenden Thesen des Briten ihn selbst weniger begeisterten als
manchen seiner Kollegen. Aber er verschloss sich dem
neuen Ansatz – damals noch Darwinianismus, nicht Darwinismus genannt – nicht grundsätzlich, sondern wollte
ihn, wie er schrieb, in seiner eigenen Forschungsarbeit
ausprobieren.
„Wiewohl ich nicht zu den extremen Anhängern des Darwinianismus gehöre, so verfolge ich diesen wichtigen uns
durch Darwin bezeichneten Weg doch mit grossem Interesse und höre nicht auf, bei meinen specielleren Arbeiten die Thatsachen mit aller Unparteilichkeit zu prüfen“
(Burkhardt et al. 2004: 167 – 168, Darwin Correspondence Project; o.J.: Letter 5085).
Über Geinitz’ Haltung zu Darwins Erkenntnis, dass sich
die Arten durch natürliche Auslese herausbilden, ist wenig bekannt. Harald Walther vermutet: „Die Arbeiten
von Charles Darwin (1809 – 1882) haben Geinitz aufgrund seiner sehr konservativen Einstellung wohl kaum
stimuliert“ (Walther 2001: 62). Es wäre sicher eine lohnende Aufgabe, Geinitz’ Schriften und Reden genauer
daraufhin durchzusehen. Drei Jahre vor der Absage an
Schweizerbart hatte er sich allenfalls indirekt zu Darwin geäußert. Es ging damals um den ersten Fund eines
Fossils des Urvogels Archaeopteryx in den Solnhofener
Plattenkalken der Fränkischen Alb. Es war ein Zufall,
dass die Versteinerung nur wenige Jahre nach Darwins
Veröffentlichung entdeckt wurde, aber die Nachricht
platzte mitten hinein in die wissenschaftliche Diskussion. Die einen sahen in dem Fund eine Bestätigung der
neuen Theorie. Der Archaeopteryx schien genau eines
der von Darwin beschriebenen Bindeglieder (missing
links) zwischen zwei Arten zu sein, eine Übergangsoder Mosaikform auf dem Weg vom Reptil/Saurier zum
Vogel.
Andere Gelehrte lehnten diese Interpretation ab. Ihr
Wortführer war Richard Owen (1804 – 1892), der das
Fossil für das British Museum erwarb und dieses „Londoner Exemplar“ als einer der ersten untersuchte (vgl.
Amundson 2007). Der Paläontologe und Zoologe, einer
der bedeutendsten britischen Naturwissenschaftler seiner
Zeit, verwarf Darwins Theorien aus religiösen Gründen
und bestritt vehement, dass es sich beim Archaeopteryx
um eine Zwischenform handelte (vgl. Shipman 1999:
24 – 30). Geinitz schlug sich 1863 in seiner Beschreibung
des Urvogels nicht ausdrücklich auf eine Seite, ließ aber
eine Neigung für Owen erkennen.
274
„Ob das Thier ein Reptil sei, wofür es Dr. Wagner 1 gehalten hat, oder ein Vogel, wofür es Owen hält, oder
eine Zwischenstufe zwischen diesen beiden Thierklassen,
hier­über sind die ausgezeichnetesten [sic] Forscher noch
nicht vollkommen einig. Owen’s Ansicht gewinnt indes
dadurch die höchste Wahrscheinlichkeit, daß das Thier
überhaupt Federn besessen hat, die man an Reptilien
noch nicht kennt, namentlich aber auch dadurch, daß
(…) die Zahl der Wirbel in dem Schwanze von VogelEmbryonen eine ganz ähnliche ist wie in dem Schwanze
des Archaeopteryx. (…) In diesem Fossil ist der embryonale Zustand beständig geworden, und es bietet demnach
dieser Prototyp der Vögel Analogien mit anderen Wirbelthieren dar“ (Geinitz 1863). 2
Es gibt weitere Hinweise darauf, dass Geinitz Darwins Vorstellungen skeptisch gegenüberstand, sich aber
gleichwohl mit ihnen auseinandersetzte. Auf den Sitzungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis“ zu
Dresden – deren Vorsitz und Ehrenvorsitz Geinitz später
übernehmen sollte – stellte unser Geologe mindestens in
einem Falle ein Werk zur neuen Sicht der Evolutionstheorie vor – um sich davon sogleich zu distanzieren. 3
Zu seiner Einstellung hieß es im Protokoll: „Gegen den
Darwinianismus überhaupt erhebt Herr Professor Geinitz paläontologische Bedenken“ (Sitzungs-Berichte der
Naturforschenden Gesellschaft Isis zu Dresden 1865).
Diese Vorbehalte wurden allerdings nicht näher erläutert
(Scholz 2001: 56).
Wenig später behaupteten einige Stimmen, dass Hanns
Bruno Geinitz ein erklärter Opponent Darwins sei. Als
Der Zoologe Johann Andreas Wagner (1797 – 1861) war wie
Owen ein Gegner des Darwinismus, schlug den Archaeopteryx
aber den Reptilien zu, nicht den Vögeln. Wagner stand im Widerspruch zum Begründer der Wirbeltierpaläontologie, Christian Erich Hermann v. Meyer (1801 – 1869). Meyer hatte 1861
erstmals eine Feder des Archaeopteryx beschrieben und den
Namen geprägt (Griechisch: alte Feder, alter Flügel oder auch
Urschwinge). Wagner nannte den Archosaurier hingegen Griphosaurus problematicus, Rätselechse. Er war überzeugt, dass
der Archaeopteryx ein Kriechtier war, die Befiederung sei nicht
mehr als Schmuck gewesen.
1
Der Hinweis darauf aus Junker & Backenköhler (1999): 261.
2
Auf der Sitzung vom 15. Juni 1865 ging es um die Schrift
eines „Dr. H. E. Richter zur Darwinschen Lehre“. Es dürfte
sich um den Mediziner Hermann Eberhard Friedrich Richter
(1808 – 1876) gehandelt haben, über dessen eigenwilligen Ansatz sich das Neue Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie im selben Jahr mokieren sollte (Ohne Autor 1865:
250 – 251). Richter, der als Strafe für die Teilnahme an der
Revolution von 1848/49 seine Professur verloren hatte, wollte
nicht ausschließen, dass die Urform allen Lebens durch Kometeneinschlag auf die Erde gekommen sein könnte (vgl. Richter
1865).
3
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Beleg führten sie das von ihm und seinem Heidelberger
Kollegen Gustav v. Leonhard (1816 – 1878) herausgegebene „Neue Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und
Paläontologie“ an (vgl. Gümbel 1883). Friedrich Rolle
(1827 – 1887), ein früher Anhänger Darwins und zu dieser Zeit geologischer Gutachter der Landgrafschaft Hessen (vgl. Wurzbach 1874), schrieb 1866 an Darwin, „dass
die Redaction [des Jahrbuchs] Gegner von Ihrer Lehre ist
und vorzugswiese dem Compromisse des Wider­stand’s
angehoert. Für Ihre Theorie finde ich nichts darin, aber
die Critiken des Jahrbuchs sind ungünstig und haemisch!“ (Burkhardt et al. 2004: 125 – 126, Darwin Correspondence Project; o.J.: Letter 5055).
Tatsächlich zeigen sich in dem Band von 1865 einige Spitzen gegen die neuen Ideen aus Großbritannien.
Aber sie sind Geinitz nicht persönlich zuzuordnen. Die
Seitenhiebe in den kleineren Beiträgen tragen zumeist
keine Autorenhinweise, in einem Falle lautet das Kürzel
„D.R.“, womit Geinitz nicht gemeint sein kann. Hier ist
von einer „Hauptinconsequenz der Darwin’schen Lehre“
die Rede, dass nämlich „von dem Schöpfer ursprünglich
doch einige Arten von Thieren und Pflanzen geschaffen
worden sind“. An anderer Stelle heißt es, „dass man in
England eifrigst bemühet ist, den von Darwin ausgehenden Ansichten nur zu viel Raum zu tragen“ (ohne
Autor 1865a, 1865b, 1865c). Eine einzige „Originalabhandlung“ in dem 900 Seiten starken Jahrbuch setzt sich
länger mit dem Thema auseinander, der Beitrag des Botanikers Heinrich Göppert (1800 – 1884; vgl. Jahn 1964).
Darin heißt es:
„[Es] lässt sich doch wahrlich nicht begreifen, wie alle
diese unter einander so verschiedenen organischen Formen in gerade Linie von einander abstammen und am
Ende in Folge der nothwendigen Consequenz der Theorie Abkömmlinge einer einzigen primordialen Form
seyn könnten, die […] unter steter Umgestaltung durch
Erblichkeit, individuelle Variation, Vererbung der Variation, Kampf um das Daseyn, natürliche Züchtung, diesen Hauptgrundsätzen der Darwin’schen Theorie, zu den
jetzt vorliegenden mannigfaltigen Lebensformen geführt
hätte […]“ (Göppert 1865: 300).
Die Haltung des „Jahrbuchs“ war nicht schärfer als die
anderer Publikationen der Zeit (vgl. Junker 2011: 366
ff.). Wenn Friedrich Rolle sie dennoch besonders herausstrich, dann weil er Geinitz vor Darwin diskreditieren
wollte. Zu dieser Zeit hoffte der glücklose hessische Wissenschaftler, der sich schon zweimal vergeblich um eine
Professur bemüht hatte, seinerseits auf den Auftrag für die
Neuübersetzung von „Origin of Species“. Ihn unterstützten der Verleger Friedrich Emil Suchsland (1808 – 1903)
und dessen Sohn Rudolf, der in Wales wohnte. Sie wollten Schweizerbart bei Darwin ausstechen und die nächste
Übersetzung der sich gut verkaufenden „Entstehung der
Arten“ im eigenen Haus herausgeben, der Hermannschen
Verlagsbuchhandlung zu Frankfurt am Main. Letztlich
jedoch setzten sich die Stuttgarter durch, woraufhin die
Suchslands zu einem Seitenhieb auf Geinitz ausholten.
Rudolf schrieb an Darwin: „Trotz allem möchte er [sein
Vater Emil] Ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass Prof. Geinitz aus Dresden bis dato stets gegen
ihre Theorie angeschrieben hat“ (Burkhardt et al. 2004:
133 – 134, Darwin Correspondence Project; o.J.: Letter
5059).
In einem Brief an Friedrich Rolle stellte Darwin wenig
später klar, dass er trotz Geinitz’ möglicherweise ablehnender Haltung Vertrauen in dessen Arbeit habe – und
dass er als Autor ohnehin keinen Einfluss auf die Auswahl der Übersetzer nehme. Dennoch zeigte Darwin zumindest Präferenzen für einige Wissenschaftler, denen er
zutraute, seine Ideen in Deutschland zu verbreiten. Um
„Origin of Species“ dort bekannt zu machen, hatte er
gleich nach dem Erscheinen 1859 zwölf Freiexemplare
verschickt. Auf der Liste standen unter anderem Bronn,
Carus und Schweizerbart, nicht aber Rolle, Suchsland
oder Geinitz (Junker & Backenköhler 1999: 254). Letzteren kannte Darwin vermutlich nicht persönlich, aber seinem Werk nach. Mitunter verwies er auf Geinitz’ Arbeiten (Darwin 1851: 77, 80). Jetzt schrieb Darwin an Rolle:
„Ich habe vermutet, dass Geinitz gegen mich ist, aber ich
hoffe, dass ihn das nicht davon abhält, bei der Korrektur
von Bronns Übersetzung sorgfältig vorzugehen. Ich hatte
mit der Auswahl überhaupt nichts zu tun, da dies einzig
dem Herausgeber der deutschen Ausgabe obliegt. Noch
wissen wir gar nicht sicher, ob Prof. Geinitz die ganze
Angelegenheit übernimmt“ (Burkhardt et al. 2004: 143,
Darwin Correspondence Project; o.J.: Letter 5063).
Wie erwähnt, sagte Hanns Bruno Geinitz tatsächlich
ab. Damit löste sich das Problem von allein, dass nach
Bronn möglicherweise ein weiterer Übersetzer zum Zuge
gekommen wäre, der nicht voll hinter Darwin stand (Amrein & Nickelsen 2008: 246 1). Schweizerbart fragte nun
Gustav v. Leonhard, hatte aber auch dort kein Glück. Die
beiden waren für den Verleger die erste Wahl, weil er seit
Jahren mit ihnen zusammengearbeitet hatte, zuletzt bei
den „Jahrbüchern“; Geinitz war dort nach Bronns Tod als
Herausgeber nachgerückt. Schließlich folgte Schweizerbart Geinitz‘ Empfehlung und lud Carus ein, Bronns Text
zu überarbeiten. Als überzeugter Darwinist und wohl
auch aus finanziellem Interesse sagte dieser gern zu, woraus sich eine jahrzehntelange erfolgreiche Partnerschaft
entwickelte, sowohl zum Verlag als auch zu Darwin. Carus‘ Versionen der „Entstehung“ und anderer Werke des
1
„… Geinitz opposed Darwin’s theory (and Darwin had learned
by painful experience, that is, by working with Bronn, what this
could lead to) … The problem, however, was resolved, when
Geinitz turned down the offer and recommended, in his place,
Carus, an enthusiastic young naturalist who also supported the
concept of natural selection.“
275
C. Geinitz: Wie Hanns Bruno Geinitz fast zu Darwins Übersetzer wurde
Briten gelten seither als deutsche Standardübersetzungen. Über den Austausch von fast 170 Briefen entstand
zwischen Darwin und dem Übersetzer eine freundschaftliche Beziehung, obgleich sich die beiden nie begegnet
sind (Junker & Backenköhler 1999: 263 – 264).
Vielleicht hätte Hanns Bruno Geinitz als Übersetzer
ebenfalls die Zuneigung des großen englischen Naturforschers gewinnen können, und vielleicht wäre auch
etwas von Darwins internationalem Ruhm auf den sächsischen Wissenschaftler abgefärbt. Aber ganz abgesehen
von seinen fachlichen Zweifeln an Darwin strebte der als
bescheiden beschriebene Geinitz nicht danach, sich mit
fremden Federn zu schmücken (Hebig 2001: 14 1, Geinitz 1900: 102). Zu tun hatte er ohnehin genug, wie sein
Nachfolger Ernst Kalkowsky (1851 – 1938) am 22. Februar 1900 in einer Gedenkrede auf Geinitz feststellte:
„Er hat die Arbeit geleistet von zwei Menschen. Menschlich ist es da nur, wenn er auch öfters geirrt hat, wenn er
manches Mal anderen Forschern nicht gerecht geworden
ist“ (Kalkowsky 1900 2).
Literatur
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The collaboration between Charles Darwin and Carl Vogt. –
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„[Es fällt] schwer zu werten, was an diesem Mann höher zu
schätzen war: seine Bescheidenheit, Güte und Hilfsbereitschaft
oder die uneigennützige Hingabe an die Wissenschaft.“ Hanns
Bruno Geinitz’ ältester Sohn Franz Eugen (1854 – 1925), der
als Lehrstuhlinhaber für Mineralogie und Geologie an der
Universität Rostock seinem Vater beruflich nachfolgte, bescheinigte diesem in einem Nachruf, „einfach und bescheiden“
gewesen zu sein. Der väterliche Wahlspruch habe gelautet:
„‘Im Glücke Demuth, Muth in Noth’. […] Sein bescheidener
Sinn war jedem Streberthum fern.“
1
Vgl. Dämmig (2009).
2
276
Geinitz, F.E. (1900): Hanns Bruno Geinitz. Ein Lebensbild aus dem
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für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, 1865: 296 – 300,
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Biographie, Bd. 18. – 307, Leipzig (Duncker & Humblot).
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in den biologischen Wissenschaften. Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie, Bd. 3. – 249 – 279, Berlin
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Ohne Autor [Kürzel: D.R.] (1865c): Buchbesprechung zu Dr. H.E.
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Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie,
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(Druck und Verlag der k. k. Hof- und Staatsdruckerei).
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(Stand 5.10.2014).
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(Stand 5.10.2014).
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Internet:
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(Stand 5.10.2014). [Übersetzung aus dem Englischen C.G.]
—
Darwin Correspondence Project (o.J.): Letter 5063. – Online im
Internet:
https://www.darwinproject.ac.uk/letter/entry-5063
(Stand 5.10.2014). [Übersetzung aus dem Englischen C.G.]
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Online im Internet:
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(Stand 5.10.2014).
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Münch, A. (2011): Geinitz, Hanns Bruno. – In: Institut für
Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. (Ed.): Sächsische
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(1814-1900)
(Stand 5.10.2014).
277
60 (2): 279 – 280
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
“Give the boy a box on the ear …
Ulrike Kloß
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Königsbrücker Landstraße 156,
01109 Dresden, Deutschland; ulrike.kloss@senckenberg.de
… that will bring him to his senses!”
These words addressed an uncle of Hanns Bruno Geinitz,
born on the 16th of October 1814, to his parents when he
heard the plans of his nephew to seek further education
in science.
Thankfully, the parents did no such thing; in fact they
encouraged and supported him in pursuing his ambitious
dream of becoming a scientist.
The foundation of his passion for nature and science
were laid in his strenuous years as an apprentice at the local apothecary from 1830 onwards. Here he learned everything necessary for producing medications and drugs:
fundamental medicine, botany, chemistry and the very
basics of human nature. Jealous of his former comrades
which were already at university, he also wanted more
for himself. In 1834 he went to Berlin with the intention
to study mainly chemistry at the Friedrich-WilhelmsUniversität (today the Humboldt-Universität). But his father made one condition: beside his studies he had to pass
his Abitur. And so Geinitz was not only seen in lectures
about chemistry, botany, physics, mineralogy, geology,
geography and more; but also swotting Greek and Latin.
However, the very busy years passed and he left Berlin
after finishing his studies and completing his Abitur exams as one of six out of 13 for Jena for further studies.
Intrigued by the lectures of Friedrich August von Quen­stedt and Friedrich Hoffman he had visited in Berlin,
his main interest lay now in mineralogy and geology.
He wrote his thesis “Beitrag zur Kenntnis des Thüringer
Muschelkalkes” and left Jena with a doctor’s degree in
1837.
After these exhausting years of studying and learning he
allowed himself several months of rest before he – fol-
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
lowing an advice of family friends – travelled in late
1837 to Dresden to apply for a position as an assistant
teacher for chemistry and physics at the technical institution of higher education, the later Dresden University
of Technology. Unfortunately, the salary as an assistant
teacher was not enough to assure a livelihood. Therefore,
he had to take a second position as a teacher at the Blochmannsche Bildungsanstalt (later Vitzthumsches Gymnasium). In 1842 he became head of the library of the university. He quit both positions due to the amount of work
he spent conducting his research subsequently.
Geinitz’ life in Dresden began successfully: working as a
teacher and being able to continue his research, as well as
his memberships in various societies like the ISIS, made
him soon a well-known personality in scientific circles
and he was often asked for advice or to give an expert
opinion about geoscientific matters. Some of them were
faulty – much to the disapproval of following generations
of geoscientists, but nevertheless opening opportunities
for further studies (e.g., Seyfferth 2003).
In 1847 Geinitz was made supervisor of the royal natural
history collections. The events of the May Uprising in
Dresden in 1849 had a deep impact on Geinitz’ further
career and the collections. On May 6th the riotous masses
set the opera on fire and the flames spread over to the
Zwinger where the collections were kept. The geological
part of the collection was destroyed, only the mineralogical part was spared.
Here, Geinitz’ positive and optimistic attitude helped him
to conquer the resulting task: soon after the events he requested funding to buy new collections to rebuild the
geological collections. His ambitions lead to the separation and the foundation of the later museum for geology
and mineralogy, whose head he became in 1857 with its
opening.
279
U. Kloß: “Give the boy a box on the ear …”
He wrote “The revolutions the earth has endured many
times in this epoch as well as in former times were endlessly bigger than as all political ones ever could be, but
nevertheless a prosperous quiescence eventuated on our
planet again afterwards, and a new, more accomplished
era began, as soon as the waves had calmed, stirred
through powers from underneath. And all the same the
political ocean will be calm and clear again, and many,
that is old and ancient, gets buried; even those, who were
preying upon it, are only left as fossil to posterity.” 1
It is this way of thinking and his passion that kept him
going through his years at the university and working in
sciences; and that left him believing in the new developments and discoveries from railway to postal service to
electrification. The drilling for the tunnel of Oberau as
well as the building sites for the railway route between
Leipzig and Dresden (opening in April 1839) were for
him a beloved playground – the teared up earth contained
many geological treasures.
It is hard to grasp his personality completely. Geinitz was
described as an always kind, diligent and gracious person, and was admired by many. We know he was married
twice – he lost his first wife due illness – and was a father
to three daughters and three sons of which one we knew
has followed his steps. He worked in many fields of the
geoscientific spectrum. Geinitz was 86 before he left his
position as head of the royal museum for mineralogy and
geology to Ernst Kalkowsky in 1898. And even then he
could not let go and criticized the innovations made by
his successor in a brief article (Geinitz 1899) shortly before his death in January 1900. He dedicated his life to
science and therefore left a vast heritage to posterity. So,
if we have learnt one very important thing from him and
his way of living it is to think forward, to seek the opportunity even in the darkest of times.
Geinitz (1849: III – IV): “Die Revolutionen, welcher der Erdball
in dieser Epoche, wie überhaupt in früheren Zeiten, mehrfach
erlitten hat, waren unendlich viel größer als alle politischen es je
sein können, und dennoch trat nach ihnen stets eine glückliche
Ruhe auf unserem Erdballe wieder ein, und eine neue, vollkommenere Weltepoche begann, so wie nur die durch unterirdische
Kräfte erregten Wogen sich wieder besänftigt hatten. So wird
auch das politische Meer wieder ruhiger werden und klarer, es
wird Vieles, das darin gealtert und veraltet ist, begraben, allein
auch Manchen, der in ihm auf Raub ausging, nur als Petrefact
noch der Nachwelt überliefern.”
1
280
References
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60 (2): 281 – 295
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz 1 List of publications by Hanns Bruno Geinitz
Ellen Kühne
Gartenweg 6, 01917 Kamenz, Deutschland
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Geinitz, H.B. (1838): Der Erdfall bei Tetschen. – N. Jb. Mineral.,
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Geinitz, H.B. (1838): Über Encrinus pentactinus. – N. Jb. Mineral.,
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Dresden (Arnold).
Geinitz,  H.B.  (1839):  Über vorweltliche Thierfährten. – Mitt. Oster­lande, 3: 104 – 112; Altenburg.
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den am 8., 9., 10., 11. und 12. April 1840 mit den Schülern der
technischen Bildungs-Anstalt und der Baugewerken-Schule
zu Dresden anzustellenden Prüfungen: 29 S.; Dresden (Mein­
hold).
Geinitz, H.B. (1840): Charakteristik der Schichten und Petrefacten
des sächsischen Kreidegebirges, Zweites Heft. A. Das Land
zwischen dem Plauen’schen Grunde bei Dresden und Dohna.
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Dresden (Arnold).
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Geinitz, H.B. (1841): Über den Muschelkalk bei Axmouth. – N. Jb.
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Geinitz, H.B. (1841): Über organische Reste im Zechstein bei Altenburg, Ronneburg und Gera. – N. Jb. Mineral., 1841: 637 –
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Geinitz, H.B. (1842): Charakteristik der Schichten und Petrefacten
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sächsisch-böhmische Schweiz, die Oberlausitz und das Innere
von Böhmen. – 63 – 116, I – XXII, Taf. 17 – 24, Dresden (Arnold).
Geinitz, H.B. (1842): Ueber Versteinerungen von Altenburg und
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Geinitz, H.B. (1842): Ueber einige Petrefakte des Zechsteins und
Mu­schelkalks. – N. Jb. Mineral., 1842: 576 – 579, 1Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1842): Über Graptolithen. – N. Jb. Mineral., 1842:
697 – 701, 1 Taf.; Stuttgart. – [betr. Ronneburg]
Geinitz, H.B. (1842): Das sächsisch-böhmische Kreidegebirge. –
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Geinitz, H.B. (1842): Die Schichtenreihe unserer Erdrinde, als Vorwort zur Betrachtung fossiler Pflanzen. – Mitt. Flora, 2: 75 –
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Geinitz, H.B. (1843): Die Versteinerungen von Kieslingswalda im
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Geinitz, H.B. (1843): Ueber die in der Natur möglichen und wirklich vorkommenden Krystallsysteme. – 16 S., 3 Taf.; Dresden
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Geinitz, H.B. (1843): Über Helicoceras und Pecten asper. – N. Jb.
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Mant. von Strehlen]
Gekürzte und leicht überarbeitete Fassung der Bibliographie
von Kühne (2000).
1
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
281
E. Kühne: Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz
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si­kalisch-geographische und geognostische Skizze für das Kö­
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142; Dresden (Arnold).
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oder physikalisch-geographische und geognostische Skizze
für das Königreich Sachsen, … bearb. von B. Cotta, H.B. Gei­nitz …: 143 – 162; Dresden (Arnold).
Geinitz, H.B. [Bearb.] (1843): Vorwort zu: Gäa von Sachsen oder
physikalisch-geographische und geognostische Skizze für das
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Mineral., 1845: 676; Stuttgart.
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Geinitz, H.B. (1846): Notiz über vermeintliche Infusorien im Pechstein von Meissen. – Allgem. dt. naturhist. Ztg., 1: 197; Dresden.
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lung in der Natur. – Allgem. dt. naturhist. Ztg., 2: 19 – 26; Dresden.
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Moscou, 20 (2): 84 – 86; Moscou.
Geinitz, H.B. (1847): Über Koch’s Hydrarchos Harlani, Terebratula Jugleri, und über das dänische Kreidegebirge. – N. Jb.
Mineral., 1847: 47 – 49; Stuttgart. – [darin Terebratula Jugleri
nov. sp. aus dem Pläner von Plauen]
Geinitz, H.B. (1847): Ueber die Auffindung von Ueberresten des
Basilosaurus oder Hydrarchos von Koch im Besonderen. – In:
Carus, C.G.: Resultate geologischer, anatomischer und zoologischer Untersuchungen über das unter dem Namen Hydrarchos von A.C. Koch zuerst nach Europa gebrachte und in
Dresden ausgestellte große fossile Skelett: 1 – 4; Dresden (Arnold).
Geinitz, H.B. (1848): Die Versteinerungen des deutschen Zechsteingebirges. – Geinitz, H.B.; Gutbier, A. von: Die Versteine­
run­
gen des Zechsteingebirges und Rothliegenden oder des
permischen Systemes in Sachsen, 1: 26 S., 8 Taf.; Dresden
(Arnold).
Geinitz, H.B. (1848): Der obere Quader. – N. Jb. Mineral., 1848:
778 – 780, 1 Taf.; Stuttgart.
282
Geinitz, H.B. (1848): Gliederung des Quadergebirges in Deutschland. – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden, 1848: 6 – 7;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1848): Beiträge zur Kenntnis der Kalksteine. – Polytechn. Cbl., 14. N.F. 2: 1057 – 1059; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1848): Ueber die Entstehung des Plauenschen Grundes. – Wochenbl. Plauenschen Grund, 1848 (5): 37, (6): 44 –
45, (7): 52 – 53, (8); Dippoldiswalde.
Geinitz, 
H.B. 
(1849 – 1850): Das Quadersandsteingebirge oder
Krei­degebirge in Deutschland. – IV + 292 S., 12 Taf.; Freiberg
(Craz & Gerlach).
Geinitz, H.B. (1849): Über den Verlust der kgl. geognostischen
Sammlung in Dresden. – N. Jb. Mineral., 1849: 294 – 295;
Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1849): Über Quader-Sandstein, Orthothrix, Stropha­
losia, Versteinerungen des deutschen Zechstein-Gebirges. – N.
Jb. Mineral., 1849: 546 – 547; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1849): Das Quader-Gebirge von Regensburg. – Protokoll Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden, 1849: 13 – 15; Dresden.
Geinitz, H.B. (1850): Charakteristik der Schichten und Petrefac­ten
des sächsisch-böhmischen Kreidegebirges, sowie der Versteinerungen von Kieslingswalda. – I – XXII, Leipzig (Arnold).
[Die im Anschluss in 2. Auflage gedruckten Hefte 1 – 4 sind
nicht überarbeiten sondern identisch mit der 1. Auflage, werden daher mit den Jahreszahlen 1839, 1840, 1842 und 1843
zitiert / The subsequently printed 2nd edition of the issues 1 – 4
has not been revised but is identical with the 1st edition and,
therefore, has to be cited with the year dates 1839, 1840, 1842,
and 1843.]
Geinitz, H.B. (1850): Das Quadergebirge oder die Kreideformation in Sachsen, mit besonderer Berücksichtigung der glau­
ko­nitreichen Schichten. – Preisschriften der Fürstlich Ja­blo­
nowski’schen Gesellschaft Leipzig, 2: 43 S., 1 color. Taf.;
Leip­zig (Weidmann).
Geinitz, H.B. (1850): Über die Zusammensetzung und Lagerung
der Kreide-Formation in der Gegend zwischen Halberstadt,
Blankenburg und Quedlinburg. – N. Jb. Mineral., 1850: 133 –
138; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1850): Bemerkungen zu „Debey’s Entwurf einer
geognostisch-geogenetischen Darstellung der Gegend von
Aachen, Aachen 1849“. – N. Jb. Mineral., 1850: 289 – 301;
Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1850): Notizen zur Kenntniss des Quadergebirges in
der Umgegend von Regensburg. – Corr.-Bl. zool.-mineral. Ver.
Regensburg, 4: 82 – 86; Regensburg.
Geinitz, H.B. (1850): Ueber die Untersuchungen der sächsischen
Grauwackenformation. – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde.
Dresden, 1850: 19 – 21 ; Dresden.
Geinitz, H.B. (1851): Uebereinstimmung der geologischen Entdeckungen mit der heiligen Schrift. – Jencke, J.F. [Hrsg.]: Freie
Gaben für Geist und Gemüth, 1: 13 – 32, 2 Taf.; Dresden.
Geinitz, H.B. (1851): Über die Kreideformation am Teutoburger
Walde. (Grünsand-Formation und Flammen-Mergel im Teutoburger Wald). – N. Jb. Mineral., 1851: 62 – 64; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1851): Über die Gattung der Graptolithinen. – Z. dt.
geol. Ges., 3: 388 – 390; Berlin.
Geinitz, H.B. (1851): Ueber den Zechstein der Wetterau. – Jahresber. Wetterauischen Ges. ges. Naturkde. Hanau, 1851: 196 –
202; Hanau.
Geinitz, H.B. (1852): Klassifikation der Kreideformation. Sack’s
Petrefaktensammlung. Geologische Sammlung in Dresden. –
N. Jb. Mineral., 1852: 459 – 460; Stuttgart. – [darin: Klassifikation der sächsischen Quaderformation]
Geinitz, H.B. (1852): On the Quader Formation of Germany. –
Quart. J., 8: 54 – 55; London.
Geinitz, H.B. (1852 – 1853): Die Versteinerungen der Grauwackenformation in Sachsen und den angrenzenden Länder-Abtheilungen. H. 1. Die silurische Formation. Die Graptolithen, ein
monographischer Versuch zur Beurteilung der Grauwackenformation in Sachsen und den angrenzenden Länderabtheilungen
sowie der silurischen Formation, H. 2. – VI + 58 + 95 S., 6 +
20 Taf.; Leipzig (Engelmann).
Geinitz, H.B. (1853): Gedächtnisrede auf Leopold von Buch gehalten am 23. April 1853 in der Aula der Polytechnischen Schule
zu Dresden. – VI + 32 S.; Dresden (Arnold).
Geinitz, H.B. (1853): Die Grauwacken-Formation in Sachsen und
den angrenzenden Länder-Abtheilungen. – Jahresber. Ges.
Natur- u. Heilkde. Dresden, [für 1851 – 1852]: 23 – 34; Dresden.
Geinitz, H.B. (1853): Die Grauwackenformation in Sachsen und
den Grenzländern. – Corr.-Bl. zool.-mineral. Ver. Regensburg,
5: 47 – 48; Regensburg.
Geinitz, H.B. (1853): Sigillarienstämme bei Niederwürschnitz. –
Dresdner J., 1853 (231) vom 6. Okt.: 931; Dresden.
Geinitz, H.B. (1853): Conularia Hollebeni Gein. aus dem unteren Zechstein von Ilmenau. – Z. dt. geol. Ges., 5: 465 – 466,
1 Abb.; Berlin.
Geinitz, H.B. (1854): Darstellung der Flora des Hainichen-Ebersdorfer und des Floehaer Kohlenbassins im Vergleich zu der
Flora des Zwickauer Steinkohlengebirges. – Preisschriften der
Fürstlich Jablonowski’schen Gesellschaft: 80 S., 14 Taf.; Leipzig (Hirzel).
Geinitz, H.B. (1854): Notiz über das relative Alter der Gebirgsschichten in den Umgebungen Ronneburgs. An die naturforschende Gesellschaft in Altenburg. – Mitt. Osterlande, 12 (3):
165 – 169; Altenburg. – [briefliche Mitteilung Dresden, 1853]
Geinitz, H.B. (1854): Früheste und späteste Nachrichten aus dem
Plauenschen Grunde. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1854 (35)
zu (179) vom 30. Juli: 137 – 138, (36) zu (182) vom 3. August:
143 – 144, (37) zu (185) vom 6. August: 146; Leipzig. – [= auch
S. 3783 – 3784, 3849 – 3850, 3908]
Geinitz, H.B. (1854): Die Mühlsteine Sachsens und ihr geognostisches Vorkommen. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1854 (7) zu
(95) vom 23. April: 25 – 27; Leipzig. – [= auch S. 1939 – 1941]
Geinitz, H.B. (1854): Untersuchungen im Gebiete der Steinkohlenformation in Sachsen. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil. 1854:
(58) zu (248) vom 19. Okt.: 229 – 230; Leipzig. – [= auch S.
5291 – 5292]; [Anzeige seiner Werke, auch Göttinger Naturforscherver. 1854. Amtl. Ber. 1860: 54 – 55]
Geinitz, H.B. (1854): Untersuchungen im Gebiete der Steinkohlenformation in Sachsen. – Sächs. Bergwerks-Ztg., 3: 314 – 316;
Freiberg.
Geinitz, H.B. (1854): Untersuchungen der Steinkohlenformation in
Sachsen. – Z. dt. geol. Ges., 6: 636 – 638; Berlin. – [Ankündigung seiner Werke; auch in: Berg- u. hüttenm. Ztg., 1855:
355 – 357; Freiberg]
Geinitz, H.B. (1855): Die Versteinerungen der Steinkohlenformation in Sachsen. – VI + 61 S., 36 Taf.; Leipzig (Engelmann).
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Geinitz, H.B. ( 1855): Die organischen Ueberreste in der Steinkohlenformation von Sachsen. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1855
(5) zu (15) vom 18. Januar: 18 – 20, (6) zu (18) vom 21. Januar:
22 – 23; Leipzig. – [= auch S. 296 – 298, 356 – 357]
Geinitz, H.B. (1855): Die anthracitischen Kohlen des oberen Erzgebirges. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1855 (73) zu (217) vom
13. Sept.: 397; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1855): Gutachten. – In: Prospekt des Niederwürschnitz-Kirchberger Steinkohlenbauvereins.
Geinitz, H.B. (1855): Gutachten, das Gühne’sche Steinkohlenfeld
bei Niederwürschnitz betr. – In: Prospekt Dresden.
Geinitz, H.B. (1855): Gutachten. – In: Prospekt des Erlbach-Leipziger Steinkohlenbauvereins. – 8 S.; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1855): Gutachten, die Felder des Zwickau-Leipziger Steinkohlenbau-Vereins. betr. – Leipzig.
Geinitz, H.B. (1855): Entgegnung auf: Schönherr, C.: Kohlenunter­
nehmungen betr. Zwickau. – Zwickauer Wochenbl., 1855 (124):
136. – Zwickauer Wochenbl., 1855 (145) vom 8. Dez.; Zwi­ckau.
Geinitz, H.B. (1856): Geognostische Darstellung der Steinkohlen­
formation in Sachsen mit besonderer Berücksichtigung des
Rothliegenden. – Die Steinkohlen des Königreichs Sachsen in
ihrem geognostischen und technischen Verhalten geschildert auf
Veranlassung des Königlich Sächsischen Ministerium des Innern, Abt. 1: VIII + 91 S., 12 Doppeltaf.; Leipzig (Engelmann).
Geinitz, H.B. (1856): Grundriss der Versteinerungskunde. – 2.
Ausg. – X + 815 S., 28 Taf., 1 Tab.; Dresden (Arnold).
Geinitz, H.B. (1856): Die Steinkohlen. – Wissenschaften im 19.
Jahrhundert, 1: 228 – 239; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1856): Ueber Steinkohlenunternehmungen in der
Mitte des erzgebirgischen Bassins, mit besonderer Rücksicht
auf die Fluren von Erlbach und Ursprung. – Leipziger Ztg.,
Wiss. Beil., 1856 (15) zu (45) vom 21. Febr.: 69 – 70; Leipzig. – [= auch S. 1011 – 1012]
Geinitz, H.B. (1856): Über den Mandelsteinporphyr von Weissig. –
N. Jb. Mineral., 1856: 665 – 666; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1856): Bestimmung mehrerer Pflanzenreste aus dem
Brandschiefer von Weissig. – N. Jb. Mineral., 1856: 666; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1856): Gutachten, das Oelsnitz-Lugauer Steinkohlenbau-Unternehmen betr. – 3 S.; Dresden (A. Wiede).
Geinitz, H.B. (1856): Gutachten, die Kohlenführung der Felder
von Oberlungwitz betr. – Leipzig.
Geinitz, H.B. (1856): Gutachten, die Aufsuchung und wahrscheinliche Verbreitung von Steinkohlenlagern im Naab-Gebiet der
Oberpfalz betr. – Weiden.
Geinitz, H.B. (1856): Gutachten, die Kohlenführung der auf dem
Schäller bei Lichtenstein gelegenen Fluren betreffend. – Magdeburg.
Geinitz, H.B. (1856): Gutachten, das Steinkohlen-Unternehmen von
Ober- und Unter-Abtei Lungwitz betreffend. – In: Prospekt der
Bergbaugesellschaft Rhenania. – Münster.
Geinitz, H.B. (1856): Gutachten. – In: Mittheilungen über den Zwi­­
ckau-Leipziger Steinkohlenbau-Verein. – [darin: Reinsdorf bei
Zwickau]
Geinitz, H.B.; Willkomm, F.W. (1856): Begutachtung der Oberölsnitzer Kohlenfelder. – Oelsnitz.
Geinitz, H.B.: Gutachten, betreffend das Steinkohlen-Unternehmen auf der Flur von Mülsen St. Niclas bei Zwickau. – [ohne
Jahr, vermutlich 1856].
283
E. Kühne: Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz
Geinitz, H.B. (1857): Das Königliche Mineralogische Museum in
Dresden. – 2., mit einem Nachtrag versehene Ausgabe. – 110 S.,
2 Taf.; Dresden (Blochmann).
Geinitz, H.B. (1857): Winke über das Vorkommen von Steinkohlenlagern in der Gegend von Bayreuth. – Bayreuth.
Geinitz, H.B. (1857): Die geognostischen Verhältnisse in den Um­
gebungen der Stadt Chemnitz, mit besonderer Rücksicht auf
die neuerdings in Frage gekommene Anlegung eines arte­si­
schen Brunnens. – Allgem. dt. naturhist. Ztg., N. F. 3: 106 –
108; Dresden.
Geinitz, H.B. (1857): Entwurf zu einem neuen Mineralsysteme. –
Allgem. dt. naturhist. Ztg., N. F. 3: 145 – 146; Dresden.
Geinitz, H.B. (1857): Ueber die Wiederaufnahme des Silberbergbaues bei Höckendorf im Thale der wilden Weiseritz. – Allgem. dt. naturhist. Ztg., N. F. 3: 206 – 208; Dresden.
Geinitz, H.B. (1857): Zwei neue Versteinerungen und die Strophalosien des Zechsteins. – Z. dt. geol. Ges., 9: 207 – 210, 1 Taf.;
Berlin.
Geinitz, H.B. (1857): Gutachten. – In: Prospekte der sächsischen
Steinkohlencompanie (Abtei Oberlungkwitz) – 26 S.; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1857): Gutachten. – In: Prospekt und Statuten der
Lichtensteiner Bergbaugesellschaft: 23 S.; Magdeburg.
Geinitz, H.B. (1857): Ueber die geologischen Verhältnisse des
Plauenschen Grundes. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil. 1857 (54)
vom 5. Juli: 217 – 219; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1858): Das Königliche Mineralogische Museum in
Dresden. – 110 S., 2 Taf.; Dresden (Blochmann).
Geinitz, H.B. (1858): Die Leitpflanzen des Rothliegenden und des
Zechsteingebirges oder der permischen Formation in Sachsen. – Oster-Programm der kgl. polytechnischen Schule Dresden: 27 S., 2 Taf.; Leipzig (Engelmann).
Geinitz, H.B. (1858): Über die Brachyopoden in der Grauwackenformation Sachsens. – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden [für 1853 – 1857]: 11 – 12; Dresden.
Geinitz, H.B. (1858): Über das Vorkommen des Goldes in Australien. – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden [für 1853 –
1857]: 12; Dresden.
Geinitz, H.B. (1858): Neuere Untersuchungen über die Anthra­zi­
te. – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden [für 1853 –
1857]: 12; Dresden. – [Zoitzberg bei Liebschwitz; Schönfeld
bei Altenberg; Brandau in Böhmen: Sigillaria oculata u. S.
renifonnis, Zwickau, Pennsylvanien]
Geinitz, H.B. ( 1858): Ueber die sächsische Kohlenformation. –
Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden [für 1853 – 1857]:
12 – 14; Dresden.
Geinitz, H.B. (1858): Ueber den Meiselschacht bei Gittersee. –
Dresdner J., 1858 (23) vom 29. Januar; Dresden.
Geinitz, H.B. (1858): Die neuesten Aufschlüsse im Bereiche der
Steinkohlenformation des erzgebirgischen Bassins. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1858 (82) vom 14. Okt.: 329 – 331; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1858): Gutachten. – In: Prospekt und Statuten des
Steinkohlenbau-Vereins Gersdorfer Vereinsglück. – 40S., 2 Kar­tenskizzen; Altenburg.
Geinitz, H.B. (1858): Gutachten. – In: Prospekt, die beabsichtigte
Association zur rentablen Fortbetreibung des Gühne’schen
Stein­
kohlenwerks zu Niederwürschnitz betreffend. – 8 S.,
40 S.; Dresden.
284
Geinitz, H.B. (1858): Gutachten über die Kohlenfelder der Chem­
nit­zer Steinkohlenbau-Gesellschaft. Prospekt Dresden. – S. 20 –
22.
Geinitz, H.B. (1858): Gutachten. – In: Prospekt zur Bildung einer
Aktiengesellschaft Montania. (Kirchberg, Seifersdorf, Pfaffenhain). – 44 S.; Dresden.
Geinitz, H.B. (1858): Die Versuche nach Steinkohlen in der bayerischen Oberpfalz. – München (Parcus).
Geinitz, H.B. (1858): Einige Bemerkungen über die Verbreitung
des Melaphyrs und Sanidin-Quarzporphyrs in der Gegend von
Zwickau. – Z. dt. geol. Ges., 10: 272 – 276; Berlin.
Geinitz, H.B. (1860): Schnee-Krystalle, beobachtet in Dresden
1845 und 1846 von J.F.A. Franke. – In: Denkschriften der
Natur­wissenschaftlichen Gesellschaft Isis zu Dresden. Festgabe zur Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens …: 20 – 28, 6 Taf.; Dresden (Kuntze).
Geinitz, H.B. (1860): Die Silurformation in der Gegend von Wils­
druff und der Orthit im Syenite des Elbthales. – In: Denkschrif­
ten der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Isis zu Dresden.
Festgabe zur Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Be­stehens …:
67 – 68; Dresden (Kuntze).
Geinitz, H.B. (1860): Der Gebirgsbau Sachsens und sein Einfluß
auf das Studium der Naturwissenschaften in Dresden. – In:
Denkschriften der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Isis
zu Dresden. Festgabe zur Feier ihres fünfundzwanzigjährigen
Bestehens …: 108 – 115; Dresden (Kuntze).
Geinitz, H.B. (1860): Die Zukunftsgeologie und Herrn Dr. G.H.
Otto Volger’s Schrift: Die Steinkohlenbildung Sachsens. –
Chem­nitzer Tagebl., 13 (70) vom 22. März: 418 – 419; Chemnitz.
Geinitz, H.B. (1860): Bemerkungen zu Volger, G.H.O. (1860):
Die Steinkohlenbildung Sachsens. Bergmännisches Gutachten
über die Höfflichkeit der Berechtigungsfelder und die Bergbauunternehmung der Lichtensteiner Bergbaugesellschaft. –
106 S.; Frankfurt a. M. – Dresdner J., 1860 (58) vom 9. März:
232 – 233; Dresden.
Geinitz, H.B. (1860): Die Zukunfts-Geologie und Herrn Dr. G.H.
Otto Volgers Schrift: Die Steinkohlenbildung Sachsens. – Z.
ges. Naturwiss., 15: 148 – 153; Halle.
Geinitz, H.B. (1860): Zur Fauna des Rothliegenden und Zechsteins. – Z. dt. geol. Ges., 121: 467 – 470; Berlin.
Geinitz, H.B. (1861 – 1884): Dyas oder die Zechsteinformation und
das Rothliegende. Mit Beiträgen von R. Eisel, R. Ludwig, A.E.
Reuss, R. Richter u.a. H. 1, 2. – XVIII + VIII + 342 S., 42
Taf., Nachträge 1 – 3; Leipzig (Engelmann). – [Hefte 1, 2 und
Nachträge 1 – 3 nachfolgend gesondert aufgeführt: 1861, 1862,
1880, 1882, 1884]
Geinitz, H.B. (1861): Dyas oder die Zechsteinformation und das
Rothliegende. Mit Beiträgen von R. Eisel, R. Ludwig, A.E.
Reuss, R. Richter u.a. H. 1. Die animalischen Überreste der
Dyas. – XVIII + 130 S., 23 Taf.; Leipzig (Engelmann).
Geinitz, H.B. (1861): Polykras ist von Zschau im Syenit des plauenschen Grundes gefunden. – Amer. J. Sci. and Arts, 31: 366;
New Haven.
Geinitz, H.B. (1861): Erteufung von Kohlen im Hedwigschacht bei
Oelsnitz. – Dresdner J., 1861 (120) vom 26. Mai: 515; Dresden.
Geinitz, H.B. (1861): Über Saurierfährten im Rothliegenden von
Hohenelbe. Reisenotizen aus England und Irland. – N. Jb. Mineral., 1861: 65 – 67; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1861): Vergleichung des englischen Millstone Grit
mit der Kohlenformation von Hainichen und Ebersdorf. – N.
Jb. Mineral., 1861: 67; Stuttgart. – [desgl. in: Berg- u. hüttenm.
Ztg., 1861; Freiberg]
Geinitz, H.B. (1861): Geologische Skizzen aus England. – Berg- u.
hüttenm. Ztg., 20, N. F. 15 (3, 5, 9): 21 – 23, 42 – 46, 84 – 88;
Freiberg.
Geinitz, H.B. (1861): Über den Riesenhirsch des Dresdener Museums. – N. Jb. Mineral., 1861: 667 – 669; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1861): Die Entstehung des Plauenschen Grundes. –
Sachsengrün, 1: 96 – 99, 105 – 107; Dresden.
Geinitz, H.B. (1861): Die Dyas, oder die Zechsteinformation und
das Rothliegende. – Z. dt. geol. Ges., 13: 683 – 691; Berlin.
Geinitz, H.B. (1861): Ueber das Vorkommen der Sigillarien in der
unteren Dyas oder dem unteren Rothliegenden. – Z. dt. geol.
Ges., 13: 692 – 694, 1 Taf.; Berlin.
Geinitz, H.B. (1861): Die zweifelsohne erste wissenschaftliche Ver­
öffentlichung über hiesige Versteinerungen und Mineralien
(nebst einem Anhange über „Lügenmiracul.“). – Jahresber.
Ges. Freunden Naturwiss. Gera, 4: 37 – 42; Gera. – [gleichzei­tig
unter dem Titel: Verhandlungen der Gesellschaft von Freunden
der Naturwissenschaften in Gera und des naturwissenschaft­li­
chen Kränzchens in Schleiz, 1; Gera 1858 – 1862]
Geinitz, H.B. (1861): Ueber die Grauwackenformation und die
Braun­kohlenlager der Oberlausitz. – Jahresber. Ges. Natur- u.
Heil­kde. Dresden, [für 1858 – 1860]: 7 – 9; Dresden.
Geinitz, H.B. (1861): Geologische Mitteilungen über die Schweiz
und das Erzgebirge. – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden, [für 1858 – 1860]: 9; Dresden.
Geinitz, H.B. (1861): Ueber Contactwirkungen der Grünsteine im
Voigtlande. – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden, [für
1858 – 1860]: 9 – 10; Dresden.
Geinitz, H.B. (1861): Mitteilungen über die British Association in
Oxford und die naturhistorischen Museen Englands. – Jahres­
ber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden, [für 1858 – 1860]: 10 –
12; Dresden.
Geinitz, H.B. (1862): Dyas oder die Zechsteinformation und das
Rothliegende. Mit Beiträgen von R. Eisel, R. Ludwig, A.E.
Reuss, R. Richter u.a. H. 2. Die Pflanzen der Dyas und Geologisches. – VIII + 131 – 342, Taf. XXIV – XLII; Leipzig (Engelmann).
Geinitz, H.B. (1862): Das Königl. Mineralogische Museum in
Dresden. – 2., mit einem Nachtrage versehene Ausgabe. – III +
110 S., 2 Taf.; Dresden (Burdach).
Geinitz, H.B. (1862): Beschreibung des Skelettes von Cervus hibernicus. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1861]:
30 – 32; Dresden.
Geinitz, H.B. (1862): Über Zechsteinformation und das Rothliegende. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1861]:
63 – 65; Dresden.
Geinitz, H.B. (1862): Die neuesten Aufschlüsse im Gebiete der
Steinkohlen-Formation Sachsens. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1861]: 114 – 116; Dresden.
Geinitz, H.B. (1862): Versteinerter Wald bei Chemnitz. – Dresdner
J., 1862 (227) vom 1. Okt.: 945 – 946; Dresden.
Geinitz, H.B. (1862): Ueber einige Thiere der Vorwelt im Königl.
mineralogischen Museum zu Dresden, mit Bezug auf das Nibelungen-Lied. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1862 (23) vom 20.
März: 113 – 115; Leipzig.
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Geinitz, H.B. (1863): Mitteilungen über das in Irland für das hiesige zoologische Museum acquirirte Skelett des Riesenelenn
Cervus Hibernicus (C. giganteus, C. megaceros, C. euryceros
Aut.). – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden, [für 1861 –
1862]: 12 – 13; Dresden. – [betr. Dresdener zoologisches Museum]
Geinitz, H.B. (1863): Übersicht über seine neueste Bearbeitung an
der Formation der Dyas. – Jahresber. Ges. Natur- u. Heilkde.
Dresden, [für 1861 – 1862]: 13 – 14; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Granit mit Kupferkies und Tetraedrit aus dem
Kirnitzschthale bei Schandau. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1862]: 48; Dresden. – [vermutlich von Geinitz
vorgelegt]
Geinitz, H.B. (1863): Über J. Barrande’s Forschungen in der Silurformation Böhmens. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1862]: 49 – 51; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Notiz über die alte und neue Naturgeschichte
von Victoria, von Prof. M. Coy. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1862]: 53; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Knochen von Elephas primigenius in der
Lommatzscher Gegend. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1862]: 121; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Über Mineralien des Löbauer Berges. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1862]: 125; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Legt vor Meteoreisen von Sarepta, mehrere
Stücke Eisen aus Sachsen; Nontronit oder Pinguit aus der Eisenbahn bei Schlauroda unweit Görlitz. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1862]: 125; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Ueber Thierfährten und Crustaceen-Reste in
der unteren Dyas, oder dem unteren Rothliegenden, der Gegend von Hohenelbe. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden.
[für 1862] Beilage (4 – 6): 136 – 139, 2 Taf.; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Das Erzgebirge und das Fichtelgebirge sind
geologisch ein Ganzes. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1862]: 155; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Mittheilungen über die Braunkohlenbecken
im Süden des Erzgebirges. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1862]: 155 – 156; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Über Titanit im Syenit von Pennrich bei
Dresden. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1862]:
156; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Kuglige Absonderungen im Thonsteinporphyr von Hänichen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1862]: 236; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Über versteinerte Baumstämme in der Gegend von Chemnitz; über das Rothliegende. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1862]: 236 – 237; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Über den Ferdinand-Schacht des ErlbachLeipziger Steinkohlenbau-Vereins. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1862]: 238 – 239; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Über die Juraformation am Maschkenberge
zwischen Daubitz und Schönlinde, Umgegend von Rumburg
und Schönlinde. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1862]: 239, 240 – 241; Dresden.
Geinitz, H.B. (1863): Beiträge zur Kenntniss der organischen Über­reste in der Dyas (oder permischen Formation zum Theil) und
über den Namen Dyas. – N. Jb. Mineral., 1863: 385 – 398, 2
Taf.; Stuttgart.
285
E. Kühne: Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz
Geinitz, H.B. (1863): Vorkommen von Trilobiten bei Hohenelbe. –
N. Jb. Mineral., 1863: 444; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1863): Über zwei neue dyadische Pflanzen. – N. Jb.
Mineral., 1863: 525 – 530, 2 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1863): Podocrates Dülmensis und Klytia Leachi. –
N. Jb. Mineral., 1863: 756 – 758; 1 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1863): Ein fossiler Vogel im lithographischen Schiefer von Solenhofen. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1863 (25)
vom 26. März: 109; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1863): Über ein neues Steinkohlenbassin in Sachsen. – Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1863 (67) vom 20. August:
295 – 296; Leipzig.
Geinitz, H.B. (1863): Die Chemnitzer Steinkohlenactiengesellschaft.
Gutachten vom 29. Juli 1863.
Leonhard, G.; Geinitz, H.B. [Hrsg.] (1863 – 1879): Neues Jahrbuch
für Mineralogie, Geologie und Palaeontologie, 1863 – 1879:
17 Bde.; Stuttgart (Schweizerbart).
Geinitz, H.B. (1864): Backenzahn von Elephas primigenius aus
der Elbe, Gegend von Hosterwitz bei Dresden. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1863]: 40; Dresden.
Geinitz, H.B. (1864): Ueber Dalmanites Kablikae und Kablikia
dyadica Gein. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1863]: 50; Dresden.
Geinitz, H.B. (1864): Über Diluvialgeschiebe bei Satow in Mecklenburg. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1863]:
102; Dresden.
Geinitz, H.B. (1864): Geschiebe von Faxökalk unweit Strahwalde bei Löbau. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1863]: 102; Dresden.
Geinitz, H.B. (1864): Reisebericht über Westfalen und die Rheingegenden. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1863]:
160; Dresden.
Geinitz, H.B. (1864): Über organische Überreste in dem Dachschie­
fer von Wurzbach bei Lobenstein. – N. Jb. Mineral., 1864: 1 –
9, 2 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1864): Palaeosiren Beinerti Gein., ein neues Reptil
aus der unteren Dyas von Oelberg bei Braunau. – N. Jb. Mineral., 1864: 513 – 516, 2 Abb.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1864): Zwei Arten von Spongillopsis Gein. – N. Jb.
Mineral., 1864: 517 – 519; Stuttgart. – [Sp. dyadica Gein. im
Zwickau-Chemnitzer Bassin, S. 518]
Geinitz, H.B. (1864): Über Süsswasser-Conchylien in der Steinkohlenformation. – N. Jb. Mineral., 1864: 651 – 654; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1864): Leaia Bäntschiana Gein. aus der unteren
Dyas von Werschweiler bei Neunkirchen. – N. Jb. Mineral.,
1864: 657 – 658; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1864): Bemerkung zu Volger, G.H.O.: Die Steinkohlenunternehmungen im Kgr. Sachsen und die Wissenschaft. –
Dt. Industrieztg., 1864 (11) vom 11. März. – Dt. Industrieztg.,
1864 (13): 127; Chemnitz.
Geinitz, H.B. (1864): Steinkohlen-Unternehmungen in Sachsen. –
Leipziger Ztg., Wiss. Beil., 1864 (15) vom 21. Februar: 63 – 64;
Leipzig.
Geinitz, H.B. (1864): Mittheilungen über das Steinsalzwerk Staßfurt. – Jb. Volks- u. Landwirthschaft, 8 (1) [für 1861]: 57 – 61;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1864): Ueber den Stand der neueren SteinkohlenUnternehmungen in Sachsen. – Jb. Volks- u. Landwirthschaft,
8 (3) [für 1863]: 149 – 171; Dresden.
286
Geinitz, H.B. (1865): Glückliches Resultat mit dem Bohrloch des
Hohendorf-Bernsdorfer Vereins. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1864]: 28 – 29; Dresden. – [Pechkohlenflöz]
Geinitz, H.B. (1865): Kupferlasur im Grauwackenschiefer von Treu­
en i.V. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1864]: 32;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1865): Steinmark aus dem Glimmerschiefer von
Raun zwischen Adorf und Brambach. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1864]: 214; Dresden.
Geinitz, H.B. (1865): Bleiglanz in Steinkohle von Zauckerode. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1864]: 214; Dresden.
Geinitz, H.B. (1865): Petrefakten von Khaa. – N. Jb. Mineral.,
1865: 214 – 215; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1865): Über einige seltene Versteinerungen aus der
unteren Dyas und der Steinkohlen-Formation. – N. Jb. Mineral., 1865: 385 – 394, 2 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1865): Notiz zu Graptolithenschiefer bei Lauban.
(Ein­sendung von R. Peck). – N. Jb. Mineral., 1865: 459; Stuttgart.
Geinitz, 
H.B.; Fleck, 
H.; Hartig, 
E. (1865): Die Steinkohlen
Deutsch­land’s und anderer Länder Europa’s, ihre Natur, Lage­
rungs-Verhältnisse, Verbreitung, Geschichte, Statistik und
tech­nische Verwendung. Bd. 1: Geologie. Bd. 2: Geschichte,
Statistik und Technik. – 3 Bde. – X + 420 S., 38 Holzschnitte;
1 Atlas mit 28 Ktn.; VIII + 423 S., 96 Holschnitte, 13 Taf., 1
Kt.; München (Oldenbourg).
Geinitz, H.B. (1866): Über den Pläner bei Räcknitz. – Sitz.-Ber.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1865]: 65; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866): Über Elbgeschiebe bei Dresden. – Sitz.-Ber.
naturwiss. Ges. Dresden, [für 1865]: 66 – 67; Dresden. – [darin:
Zschertnitz]
Geinitz, H.B. (1866): Verzeichnis von 18 eingesendeten Mineralien, Gesteinen und Versteinerungen der Oberlausitz. – Sitz.-Ber.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1865]: 80 – 81; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866): Chronologische Uebersicht der SteinkohlenAblagerungen in Europa. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1865]: 86 – 87; Dresden.
Geinitz, H.B.; Eisel, R. (1866): Profil der Grauwacke zwischen
Gera und Lohma bei Schmölln. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1865]: 42; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866 – 1867): Erinnerung an Christian August von
Gutbier. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1866]:
59 – 63; Dresden. – [mit Schriftenverzeichnis]
Geinitz, H.B. (1866 – 1867): Nachtrag zu dem Verzeichnis diluvialer Geschiebe bei Dresden. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1866]: 65; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866 – 1867): Über Eozoon canadense im Urkalk
von Maxen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden [für
1866]: 100, 134; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866 – 1867): Über Eisenblüthe bei Stenn unweit
Zwickau. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1866]:
100 – 101; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866 – 1867): Über das Auftreten der Steinkohlenformation bei Nenntmannsdorf. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1866]: 101 – 102; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866 – 1867): Über die verschiedenen Zonen der
Steinkohlenformation Nordamerikas. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1866]: 104; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866 – 1867): Schöner Anbruch von Silberglanz und
Rothgiltigerz auf „Vertrau auf Gott“ bei Oberkunnersdorf im
Weisseritzthale. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1866]: 133; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866 – 1867): Über einen Urnenfund bei Lomnitz
zwischen Radeberg und Königsbrück. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1866]: 133; Dresden.
Geinitz, H.B. (1866): Über Arthropleura armata Jordan in der Stein­
kohlen-Formation von Zwickau. – N. Jb. Mineral., 1866: 144, 1
Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1866): Bemerkungen über das Vorkommen einiger
sächsischer Brachiopoden. – N. Jb. Mineral., 1866: 862 – 863;
Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1867): Carbonformation und Dyas in Nebraska. –
Eingegangen bei der Akademie am 10. September 1866 – Verh.
k. Leopoldino – Carolinischen dt. Akad. Naturforscher, 33 (Abh.
4): XII + 91 S., 5 Taf.; Dresden (Blochmann). – [Druck 1866]
Geinitz, H.B. (1867 – 1868): Hinweis auf den Aufsatz von F.A.
Fallou: Über den Löss, besonders in Bezug auf sein Vorkommen im Königreiche Sachsen. – N. Jb. Mineral., 1867:
143 – 158. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1867]:
31; Dresden.
Geinitz, H.B. (1867 – 1868): Beiträge zur Geschichte verschiedener Steinkohlen-Unternehmungen in Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1867]: 61 – 63; Dresden.
Geinitz, H.B. (1867 – 1868): Untersuchung eines Lehmes von Theu­
ma bei Plauen i.V. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1867]: 67 – 68; Dresden. – [Bodenanalyse H. Fleck]
Geinitz, H.B. (1867 – 1868): Chromocker im Euritporphyr von
Lobs­dorf bei Glauchau. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1867]: 70; Dresden.
Geinitz, H.B. (1867 – 1868): Ueber einen neuen Meteoriten. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1867]: 158 – 160;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1867): Carbonformation und Dyas in Nebraska. –
N. Jb. Mineral., 1867: 1 – 9; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1867): Beiträge zur älteren Flora und Fauna. – N. Jb.
Mineral., 1867: 273 – 290, 1 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1867): Anthracosia Weissiana Gein. – N. Jb. Mineral., 1867: 682; Stuttgart.
Geinitz, H.B.; Liebe, K.T. (1867): Ueber ein Aequivalent der takonischen Schiefer Nordamerika’s in Deutschland und dessen
geologische Stellung. – Der Akademie übergeben am 5. Februar 1866. – Verh. k. Leopoldino – Carolinischen dt. Akad. Naturforscher, 33 (Abh. 3): IV + 52 S., 8 Taf. + Holzschnitte; Dresden (Blochmann) – [darin: Geinitz, H.B.: 1.Die organischen
Ueberreste im Dachschiefer von Wurzbach bei Lobenstein. S.
1 – 24; 2. Liebe, K.T.: Das Alter der im Reussischen Oberlande
brechenden Dachschiefer. S. 25 – 52]
Geinitz, H.B. (1868): Geologische Mittheilungen über die Pariser Ausstellung im Jahr 1867. – N. Jb. Mineral., 1868: 1 – 24;
Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1868): Bemerkungen und Fossilbestimmungen zu:
Hartung, H.: Über die Schiefer von Lobenstein, Heinersdorf
und Wurzbach. – N. Jb. Mineral., 1868: 65; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1868): Die Galerie archéologique oder Galerie de
l’histoire du travail der Pariser Ausstellung im Jahre 1867 und
andere auf das Alter des Menschengeschlechtes bezügliche
Notizen. – N. Jb. Mineral., 1868: 129 – 137; Stuttgart.
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Geinitz, H.B. (1868): Über das Meteoreisen von Nöbdenitz und
eine bei Weißenborn unweit Zwickau gefundene Eisenmasse. –
N. Jb. Mineral., 1868: 459 – 463, 1 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1868): Die fossilen Fischschuppen aus dem Plänerkalke in Strehlen. – In: Denkschrift der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden zur Feier ihres fünfzigjährigen
Bestehens zugleich als Festgabe für die Mitglieder der 42. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte am 19. September 1868: 31 – 48, 4 Taf.; Dresden (Teubner).
Geinitz, H.B. (1868): Alluvium und Diluvium. – Sitz.-Ber. Ges.
Natur- u. Heilkde. Dresden, 1868 (1): 59 – 61; Dresden.
Geinitz, H.B. (1868): Über das Diluvium der Gegend von Dresden. – Sitz.-Ber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden, 1868 (1): 61,
68, 69; Dresden.
Geinitz, H.B.(1869): Quarzkrystalle im unteren Pläner von Plauen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1868]: 36;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Bernstein von Hermsdorf bei Ruhland. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1868]: 51; Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Über einen geognostischen Ausflug nach Gör­
litz und Umgegend. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1868]: 58 – 59; Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Mammuth-Stoßzähne, Knochen von Mammuth, Rind und Mensch im Triebischthal bei Meißen. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1868]: 114 – 115; Dresden.
Geinitz, H.B.(1869): Feuersteinmesser bei Saalfeld und Görlitz. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1868]: 115; Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Ausflug in die Gegend von Lobenstein, Saalfeld und Pössneck. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1868]: 116; Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Eisenkies mit Nadelholzfragmenten aus
dem Braunkohlenthone von Meißen. (Eingesendet von Schumann). – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1868]:
178; Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Über fossile Pflanzenreste aus der Dyas von
Val Trompia. – N. Jb. Mineral., 1869: 456 – 461, 1 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1869): Über fossile Pflanzen aus der Steinkohlenformation am Altai. – N. Jb. Mineral., 1869: 462 – 465, 1 Taf.;
Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1869): Über U. Schlönbach’s Arbeiten über böhmische Kreide. – N. Jb. Mineral., 1869: 496 – 500; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1869): Neueste Forschungen im Gebiete der Steinkohlenformation und des Rothliegenden. – Jb. Volks- u. Landwirthschaft, 9: 73 – 81; Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Ueber den Löß. – Jb. Volks- u. Landwirthschaft, 9: 218 – 223; Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Ueber die in Dresden verwendeten Baumaterialien. – Jb. Volks- u. Landwirthschaft, 9: 262 – 272; Dresden.
Geinitz, H.B. (1869): Zur Geologie der Quellen von Teplitz und
Schönau. – Sitz.-Ber. Ges. Natur- u. Heilkde. Dresden, 1. Januar 1868 – 1. Juni 1869: 118 – 119; Dresden.
Geinitz, H.B.; Sorge, C.T. (1869): Uebersicht der im Königreiche
Sachsen zur Chausseeunterhaltung verwendeten Steinarten. –
116 S.; Dresden (Blochmann).
287
E. Kühne: Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz
Geinitz, H.B. (1870): Mittheilungen aus dem Königl. Mineralogischen Museum in Dresden über das Jahr 1869. – 7 S.; Dresden
(Blochmann).
Geinitz, H.B. (1870): Die Gänge in der Döhlener Steinkohlenformation sind Ausfüllungen von oben. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1869]: 30; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Riesiger Calamites cannaeformis von Zauckerode. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1869]:
30; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Über einen Ausflug in das Erzgebirge. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1869]: 65 – 67; Dres­
den. – [Wolkenstein, Zöblitz, Fürstenberg, Lössnitz, Wilden­fels]
Geinitz, H.B. (1870): Bemerkungen zu: Günther, A.F.: Über ein
sogenanntes versteinertes Gehirn (vom alten Johanniskirchhofe zu Dresden). – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden 1869
(1870): 63 – 64. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1869]: 64, 83 – 84; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Wadenbein des Mammuth von Hilbersdorf
bei Chemnitz. (Eingesendet von Engelhardt). – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1869]: 160; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Neues Verzeichniss der Meteoriten des k. k.
Hofmineralien-Cabinets in Wien. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1869]: 160; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Equisetites infundibuliformis Br. u. Sigillaria
catenulata Lindl. von Lugau. (Eingesendet von Bergdirektor
Kneisel). – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1869]:
187; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Ein Exemplar von Pleuromeja Sternbergi
Mün. sp. aus dem bunten Sandstein von Bernburg. – Sitz.-Ber.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1869]: 187; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Nierenförmige Concretionen aus dem Thonstein von Baselitz bei Priestewitz (eingesendet von Rittergutsbesitzer Richter). – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1869]: 187; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Über die Fauna des Löß bei Meißen. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1869]: 190; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Über den Kalk von Miltitz bei Meissen. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1869]: 190; Dresden.
Geinitz, H.B. (1870): Über organische Überreste aus der Steinkohlenformation von Langeac, Haute-Loire. – N. Jb. Mineral.,
1870: 417 – 424, 1 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B.; Fischer, A. (1870): Fossile Conchylien von Pössneck. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1869]: 190;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1871 – 1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Erster
Theil. Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): I.1 –
I.319, Taf. I.1 – I.67, Cassel.
Geinitz, H.B. (1871): Ueber eine neue fossile Frucht aus dem Zechsteine und einige Ueberreste aus der Steinkohlenformation. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1870]: 60 – 65, 1
Abb.; Dresden. – [darin: S. 63: Rhabdocarpus Kneiselianus
Gein. aus der Lugauer Steinkohlenformation]
Geinitz, H.B. (1871): Über den Untergrund von Dresden, insbesondere die Quartärbildungen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.Isis
Dresden, [für 1870]: 85 – 86; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Über einen Ammoniten aus dem unteren Pläner von Leutewitz bei Dresden. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1870]: 86; Dresden.
288
Geinitz, H.B. (1871): Mammuth und Rhinoceros bei Kötzschenbroda und über den Löss von Mockritz, Plauen, Schieritz und
Priesa (Meißen). – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1870]: 132 – 133; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Schnecken und Säugetierreste aus dem Löss
des Elbtales. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1870]: 133; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Mitteilung über die Herausgabe und den
Fortschritt der Monographie über das Elbthalgebirge in Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1870]:
134 – 135; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Vorlage von einem fußartigen Gebilde aus
dem Plänerkalk von Weinböhla. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1870]: 148; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Nordische Geschiebe mit Kreideversteinerungen, Cidaris-Arten in Feuersteinen von Rothschönberg im
Triebischthale, Terebratula camea von Hartmannsdorf. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1870]: 148; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Über Bernstein von Großröhrsdorf in Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1870]: 148;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Versteinerungen aus einer sandigen Ablagerung der Kreideformation von Château de Meauene bei Lude,
unweit Angers im Departement Maine-et-Loire. – Sitz.-Ber.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1870]: 149 – 151; 1 Taf.;
Dres­den. – [Berichtigung S. 258]
Geinitz, H.B. (1871): Palmacites? Reichi Gein. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1870] 150 – 151, 1 Taf.; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Vorlage zweier nordischer Geschiebe aus der
Niederlausitz mit Orthoceras und Trilobiten. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1870]: 179; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Keckia annulata Glocker im unteren Quader
von Gorknitz bei Weesenstein. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1870]: 180; Dresden.
Geinitz, H.B. (1871): Nachschrift zu: Richter, R.: Die Pflanzen des
Lehester Schiefers betreffend. – N. Jb. Mineral, 1871: 623;
Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1871): Über fossile Pflanzen aus der Steinkohlenformation am Altai. – In: Cotta, B. von: Der Altai: 167 – 179, Taf.
II, III; Leipzig (Weber).
Geinitz, H.B.; Hauptmann, [ohne Angabe, vermutlich L.] (1871):
Vorlage eines Profils von der Goldenen Höhe bis DresdenAltstadt. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1870]:
86; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872 – 1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Zweiter Theil. Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica,
20 (II): I – VII, II.1 – II.245, Taf. II.1 – II.46, Cassel.
Geinitz, H.B. (1872): Mittheilungen aus dem Königl. Mineralogischen Museum in Dresden für die Jahre 1870 und 1871. – 12
S.; Dresden (Blochmann).
Geinitz, H.B. (1872): Palaeophycus macrocystoides Gein. im Dach­
schiefer von Lössnitz. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dres­den,
[für 1871]: 1 – 2; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Steinkohlenpflanzen aus dem Gottes-SegenSchacht bei Lugau. – Sitz.-Ber. naturwiss., Ges. Isis Dresden,
[für 1871]: 4 – 5; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Über die Auffindung von violettem Flußspath im Syenit des Lössnitzgrundes bei Dresden. – Sitz.-Ber.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1871]: 88; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Über die Entstehung der säulenförmigen
Sandsteine bei Zittau. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1871]: 88; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Über fossile Seeschwämme, besonders der
Quader- und Plänerformation Sachsens. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1871]: 88 – 90; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Mitteilung über die Herausgabe und den
Fortschritt der Monographie über das Elbthalgebirge in Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1871]: 89 –
90, 93 – 94; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Über das Konglomerat von Zeschnig bei
Hohnstein. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1871]:
94, 139 – 140; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Ueber eine Steinaxt von Nadelwitz. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1871]: 111; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Lingula in der Grauwacke von Zschorna bei
Radeburg. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden [für 1871]:
139; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Alaun- und Kieselschiefer vom Eichberge
zwischen Königswartha und Weißig. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1871]: 147; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Worte des Gedenkens für Dr. Günther. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1871]: 177; Dresden.
Geinitz, H.B. (1872): Bestimmung der gefundenen Pflanzenreste. –
In: Klien, [ohne Angabe]: Ueber dyassische Brandschiefer und
Schieferthone der Gegend von Oschatz. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1871]: 188 – 189; Dresden. – [S. 189
Pflanzenreste aus der Dyas von Limbach, Mügeln, Lonnewitz
und Klein-Ragwitz]
Geinitz, H.B. (1872): Ueber Delesse, Lithologie du fond des mers
de France et des mers principales du globe. – Paris, 1872. 2
Bde., 1 Atlas. – N. Jb. Mineral., 1872: 795 – 813, Taf. IXa, IXb;
Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1872): Bemerkungen über das Vorkommen von Lingula Roualti Salter an der Dubrau bei Groß-Radisch. – N. Jb.
Mineral., 1872: 892; Stuttgart. – [abschließende Mitteilung an
einem Referat]
Geinitz, H.B. (1872): Meteoreisen von Nenntmannsdorf bei Pirna. – Dresdner J., 1872 (303) vom 31. Dez.: 1934; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Das Königliche Mineralogische Museum zu
Dresden. – 95 S., 2 Taf.; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Über den Erdstoß vom 6. März 1872. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1872]: 3 – 5; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Brandschiefer der Dyas auf der Gegend von
Oschatz. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1872]:
97; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Über Reste von Rhinoceros tichorhinus und
Elephas primigenius bei Plauen und Räcknitz. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1872]: 98; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Calamiten-artiger Körper in dem Knotenschiefer von Weesenstein. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1872]: 98; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Versteinerungen aus dem oberen Quader von
Königstein und der Gegend von Pirna. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1872]: 98; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Versteinerungen aus dem oberen Quader des
neuen Michel’schen Brunnen auf Königstein. (Eingesendet
von Leo). – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1872]:
98; Dresden.
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Geinitz, H.B. (1873): Pholas sclerotites Gein. im wahrscheinlich
oberen Quader von Plauen. (Eingesendet von Trauer). – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1872]: 98; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Mitteilung über die Herausgabe und den
Fortschritt der Monographie über das Elbthalgebirge in Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1872]: 98 –
103; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Paläontologische Mittheilungen aus dem Mineralogischen Museum in Dresden. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden [für 1872]: 125 – 131, Taf. 1; Dresden. – [Inhalt
nachfolgend aufgeführt]
Geinitz, H.B. (1873): Paläontologische Mittheilungen aus dem Mi­
neralogischen Museum in Dresden. 1. Calamiten-artiger Kör­
per in dem Knotenschiefer von Weesenstein. – Sitz.-Ber. na­
tur­wiss. Ges. Isis Dresden, [für 1872]: 126 – 127, Taf. 1, Fig.
1; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Paläontologische Mittheilungen aus dem Mineralogischen Museum in Dresden. 2. Die älteste Muschel der
Ober-Lausitz. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1872]: 127 – 128, Taf. 1, Fig. 2, 3; Dresden. – [Lingula Roualti
Salter, Groß Radisch]
Geinitz, H.B. (1873): Paläontologische Mittheilungen aus dem Mineralogischen Museum in Dresden. 3. Fossile Myriapoden in
dem Rothliegenden bei Chemnitz. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1872]: 128 – 131, Taf. 1, Fig. 4 – 7; Dresden. – [Fossilien im Hornstein von Altendorf]
Geinitz, H.B. (1873): Paläontologische Mittheilungen aus dem
Mineralogischen Museum in Dresden. Ein von Prof. Credner
vorgelegter Körper aus der Grauwacke von Klein-Zschocher
erinnert an Pterinea Sowerbyi Mac Coy. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1872]: 126; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Die Verbreitung der Inoceramen in den
Schichten des sächsischen Elbthalgebirges. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1872]: 145 – 146; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Über die im Königreich Sachsen verwendeten Chausseematerialien. – Jb. Volks- u. Landwirthschaft, 10
(1) [für 1872]: 1 – 10; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Ueber die im Kgr. Sachsen vorkommenden
Kalksteine. – Jb. Volks- u. Landwirthschaft, 10 (1) [für 1872]:
85 – 97; Dresden.
Geinitz, H.B. (1873): Über Inoceramen der Kreideformation. – N.
Jb. Mineral., 1873: 7 – 23; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1873): Blicke auf die Wiener Weltausstellung im
Jahre 1873. – N. Jb. Mineral., 1873: 897 – 919; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1874): Mittheilungen aus dem Königl. Mineralogischen Museum in Dresden für die Jahre 1872 und 1873. – 11
S.; Dresden (Blochmann).
Geinitz, H.B. (1874): Dr. August Emanuel Reuss. – Leopoldina, 9
(9, 10): 67 – 72; Dresden.
Geinitz, H.B. (1874): Neue Pflanzenfunde im Brandschiefer bei
Weißig. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1873]:
4; Dresden. – [untere Dyas]
Geinitz, H.B. (1874): Über das Meteoreisen von Nenntmannsdorf. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1873]: 4 –
6; Dresden.
Geinitz, H.B. (1874): Vorlage einer Tafel mit Abbildungen von
Inoceramus. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1873]: 34 – 35; Dresden.
289
E. Kühne: Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz
Geinitz, H.B. (1874): Mittheilung über die Bearbeitung der fossilen Vegetation von Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1873]: 68 – 69; Dresden.
Geinitz, H.B. (1874): Ueber die neuesten Versuche auf Steinkohlen bei Weißig. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1873]: 87 – 89; Dresden.
Geinitz, H.B. (1874): Spuren von Steinkohlenpflanzen aus dem
Porphyrgebiete des Kohlberges zwischen Dippoldiswalde und
Schmiedeberg. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden. [für
1873]: 89; Dresden.
Geinitz, H.B. (1874): Über Mammut-, Rhinoceros- und Bisonreste
in Spalten des Quadersandsteins im Liebethaler Grund. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1873]: 179 – 180; Dresden.
Geinitz, H.B. (1874): Zur Geologie der Umgegend des Liebethaler
Grundes. Baculitenmergel, den oberen Quadersandstein überlagernd, bei Zatzschke. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1873]: 180 – 181; Dresden.
Geinitz, H.B. (1874): Nachruf auf C.F. Naumann. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1873]: 201; Dresden.
Geinitz, H.B. (1874): Zur Erinnerung an Dr. Carl Friedrich Naumann, geb. am 30. Mai 1797 und gest. 26. Nov. 1873 zu Dresden. – N. Jb. Mineral., 1874: 147 – 154; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1875): Fund eines Mammutzahnes in der Gegend
von Pirna. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1874]:
1; Dresden. – [Fund von Mammutzähnen bei Liebethal: S. 197;
Reste von Mammut, Rhinoceros, Bos. u.a.m. im sächs. Elbtal:
S. 229]
Geinitz, H.B. (1875): Mitteilung über die Herausgabe und den
Fortschritt der Monographie über das Elbthalgebirge in Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1874]: 120,
194; Dresden.
Geinitz, H.B. (1875): Bericht über eine Exkursion in den Plauenschen Grund. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1874]: 121; Dresden.
Geinitz, H.B. (1875): Bemerkungen über Ammonites Woollgari
Sow. und Nautilus sublaevigatus d’Orb. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1874]: 121; Dresden.
Geinitz, H.B. (1875): Über gediegenes Silber im Urkalk von Miltitz im Triebischthal. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1874]: 122; Dresden.
Geinitz, H.B. (1875): Über Pecheisenstein, Stilpnosiderit von Langenstriegis bei Frankenberg. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1874]: 211; Dresden.
Geinitz, H.B. (1875): Basalt von Tannenbergsthal bei Auerbach
i.V. mit Feldspatkristallen, Orthoklas und Oligoklas. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1874]: 211; Dresden.
Geinitz, H.B. (1875): Über einen angeblichen Diamant von Oderwitz. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1874]: 212;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1875): Über Knorria Benedeniana Gein. aus der bel­
gischen Steinkohlenformation. – N. Jb. Mineral., 1875: 687 –
689, 1 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B.; Geinitz, E. (1875): Neues Meteoreisen aus der Gegend von Eisenberg, Altenburg. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1874]: 5 – 6; Dresden.
Geinitz, H.B. (1876): Beiträge zur Geologie und Palaeontologie
der Argentinischen Republik. 2. Palaeontologischer Theil, Abt.
2. Ueber Rhaetische Pflanzen- und Thierreste in den argentini-
290
schen Provinzen La Rioja, San Juan und Mendoza. – Palaeontographica, Suppl. 3: 14 S., 2 Taf.; Cassel (Fischer).
Geinitz, H.B. (1876): Die Urnenfelder von Strehlen und Grossenhain. – Mitt. kgl. mineral. Museum Dresden, 1: 32 S., 10 Taf.;
Cassel.
Geinitz, H.B. (1876): Mittheilungen aus dem Königl. Mineralogischen Museum in Dresden über die Jahre 1874 und 1875. –
14 S.; Dresden (Blochmann).
Geinitz, H.B. (1876): Bohrversuche auf Steinkohle bei Chemnitz
und über Versuche nach Steinkohlen in Sachsen im Allgemeinen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1875]: 4 – 5;
Dresden.
Geinitz, H.B. (1876): Worte der Erinnerung an Sir Charles Lyell. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1875]: 5 – 6; Dresden.
Geinitz, H.B. (1876): Über einen großen Quarzkrystall von Tannenbergsthal bei Auerbach. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1875]: 6; Dresden.
Geinitz, H.B. (1876): Das Silberloch im Plauenschen Grund. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1875]: 6; Dresden.
Geinitz, H.B. (1876): Über Elephas primigenius von Prohlis bei
Dresden. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1875]:
18; Dresden.
Geinitz, H.B. (1876): Mitteilung über die Herausgabe und den
Fortschritt der Monographie über das Elbthalgebirge in Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1875]: 121 –
124; Dresden.
Geinitz, H.B.; Engelhardt, [ohne Angabe, vermutlich H.] (1876):
Vorlage von roten Turmalinen aus dem Granit von Wolkenburg. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1875]:
3 – 4; Dresden.
Geinitz, H.B.; Marck, W. von der (1876): Zur Geologie von Sumatra. – Palaeontographica, 22: 399 – 414, 2 Taf.; Cassel. – [zugleich: Mitt. kgl. mineral. Museum Dresden, 2: 16 S., 2 Taf.]
[darin: 1. Geinitz, H.B.: Zur Geologie von Sumatra’s Westküste. S. 399 – 404; 2. Marck, W. von der: Fossile Fische von Sumatra. S. 405 – 414]
Geinitz, H.B. (1877): Über neue Aufschlüsse in der Steinkohlenformation des Plauenschen Grundes. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1876]: 10 – 11; Dresden.
Geinitz, H.B. (1877): Bericht über eine Exkursion nach dem Kaiserschachte bei Klein-Opitz. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1876]: 11; Dresden.
Geinitz, H.B. (1878): Zur Geologie von Dresden. – In: Sanitäre
Verhältnisse und Einrichtungen Dresdens: 16 – 32; Dresden
(Weiske).
Geinitz, H.B. (1878): Kaukasische Versteinerungen. – In: Schneider, O. [Hrsg.]: Naturwissenschaftliche Beiträge zur Kenntniss
der Kaukasusländer: 154 – 157; Dresden (Burdach).
Geinitz, H.B. (1878): Über cenomane Versteinerungen von Zscheila. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1877]: 17,
74; Dresden.
Geinitz, H.B. (1878): Über die fossilen Pferde. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1877]: 42 – 44; Dresden.
Geinitz, H.B. (1878): Über den Stand der geologischen Specialaufnahme des Königreichs Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1877]: 116; Dresden.
Geinitz, H.B. (1878): Nachschrift zu J.T. Sterzel betr. Palaeojulus
dyadicus. – N. Jb. Mineral., 1878: 733; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1879): Führer durch das K. Mineralogisch-geologische Museum in Dresden. – 86 S., 1 Grundriß, 1 Tab.; Dresden
(Blochmann).
Geinitz, H.B. (1879): Friedrich August Fallou gestorben. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1878]: 1 – 2; Dresden.
Geinitz, H.B. (1879): Hermann Mietzsch gestorben. – Sitz.-Ber.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1878]: 2 – 3; Dresden.
Geinitz, H.B. (1879): Verzeichnis der Versteinerungen aus dem
oberen Quadersandstein der Hackkuppe bei Saupsdorf. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1878]: 144; Dresden.
Geinitz, H.B. (1879): Ueber zwei neue Kreide-Pflanzen. – N. Jb.
Mineral., 1879: 113 – 115, 1 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1879): Nekrolog. Professor Dr. Gustav Leonhard.
(1816 – 1878). – N. Jb. Mineral., 1879: 224c – 224d; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1879): Zur Nereiten-Frage. – Z. dt. geol. Ges., 31:
621 – 623; Berlin.
Geinitz, H.B. (1879): Palaeojulus oder Scolecopteris. – Z. dt. geol.
Ges., 31: 623 – 627; Berlin.
Geinitz, H.B. (1879): Rezension zu: Gümbel, C.W.: Geognostische
Beschreibung des Königreichs Bayern. 3. Abt. – Gotha 1879. –
Leopoldina, 15 (19 – 20): 157 – 160; Halle a. S. – [darin S. 160
zur Nereiten-Frage]
Geinitz, H.B. (1880): Dyas oder die Zechsteinformation und das
Rothliegende. Mit Beiträgen von R. Eisel, R. Ludwig, A.E.
Reuss, R. Richter u.a., Nachtrag 1. Mit Beiträgen von Drude,
Vetter, Weiss. – Mitt. kgl. mineral.-geol. u. praehist. Museum
Dresden, 3: 43 S., 7 + 1 Taf.; Cassel (Fischer). – [Nachträge zur
Dyas I] [darin: 1. Die fossilen Pflanzen in den Hornsteinplatten
des mittleren Rothliegenden von Altendorf bei Chemnitz: S.
1 – 12, 2. Die fossile Flora des Kupferschiefers: S. 13 – 32, 3.
Beitrag zur fossilen Fauna des Geraer Kupferschiefers und
des oberen Perm in Russland: S. 33 – 39, 4. Saurier-Fährten
im bunten Sandsteine der Grothenleite bei Meerane: S. 39 – 40]
Geinitz, H.B. (1880): Nachruf Prof. Dr. Gustav Leonhard. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1879]: 1 – 2; Dresden.
Geinitz, H.B. (1880): Die neuen geographischen und geologischen
Durchforschungen der Vereinigten Staaten Nordamerikas. –
Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1879]: 2 – 5; Dresden.
Geinitz, H.B. (1880): Über Reste der Steinkohlenformation von
Lugau in Sachsen. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1879]: 7 – 11, 1 Taf.; Dresden. – [Tier- u. Pflanzenversteinerungen aus dem Carl-Schacht der Lugau-Niederwürschnitzer Steinkohlenwerke]
Geinitz, H.B. (1880): Ueber die neuesten Fortschritte der geologi­
schen Forschungen in Nordamerika. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1879]: 113, 115 – 121; Dresden.
Geinitz, H.B. (1880): Die Schliffflächen auf Porphyr am kleinen
Berg bei Hohburg unweit von Wurzen. – Sitz.-Ber. naturwiss.
Ges. Isis Dresden [für 1879]: 130 – 131; Dresden.
Geinitz, H.B. (1880): Profil im Keilbusch unterhalb Meißen. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1879]: 131; Dresden.
Geinitz, H.B.; Deichmüller, J.V. (1880): Blattina dresdensis Gein.
und Deich. vom Kaiser-Schacht bei Klein-Opitz. – Sitz.-Ber.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1879]: 12 – 13; Dresden.
Geinitz, H.B. (1881): Vorlage verschiedener Mineralvorkommnisse von Hinterhermsdorf. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1880]: 7; Dresden.
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Geinitz, H.B. (1881): Legt vor: die bisher erschienenen Sectionen
der geologischen Specialkarte des Königreichs Sachsen. – Sitz.Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1880]: 7 – 8; Dresden.
Geinitz, H.B. (1881): Über den sogen. Urkalk von Tharandt mit
Pflanzenresten. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1880]: 9; Dresden.
Geinitz, H.B. (1881): Ueber die Fortschritte der geologischen Forschungen in Nordamerika. – Sitz.-Ber. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1880]: 59 – 74, 98; Dresden. – [Abh. 10]
Geinitz, H.B. (1881): Achille Delesse (Nachruf). – Leopoldina, 17:
195 – 197; Halle a. S.
Geinitz, H.B. (1881): Rhätische Versteinerungen aus der Argentinischen Republik. – N. Jb. Mineral., 1881 (2): 103; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1881): Über Renthierfunde in Sachsen. – Z. dt. geol.
Ges., 33: 170 – 171; Berlin.
Geinitz, H.B. (1882): Die Entdeckung fossiler Saurier aus der
Gruppe der Stegocephalen in dem Kalke des Rothliegenden
von Niederhässlich. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1881]: 4 – 5; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1882): Mittheilungen über die bis jetzt im Königreiche Sachsen aufgefundenen Renthierreste. – Sitz.-Ber. u.
Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1881]: 6 – 7; Dresden.  –
[Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1882): Vorlage der Photographie eines großen Araucariten-Stammes aus Chemnitz. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1881]: 26; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1882): Ein Riesen-Psaronius aus dem Rothliegenden von Chemnitz. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis
Dresden [für 1881]: 26; Dresden. [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1882): Zum Alter der Steinkohlenformation des
Plauenschen Grundes. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1881]: 42; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1882): Dr. A. Baltzer: Der mechanische Contact von
Gneiss und Kalk im Berner Oberland. Bern, 1880. 255 S. + 1
Atlas. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1881]: 36 – 40; Dresden. – [Abh. 4]
Geinitz, H.B. (1882): Die Versteinerungen des lithographischen
Schie­fers im Dresdener Museum. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1881]: 51 – 56; Dresden. – [Abh. 6]
Geinitz, H.B. (1882): Ueber die ältesten Spuren fossiler Pflanzen
in Sachsen. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1881]: 78 – 85, 1 Taf., Holzschnitte; Dresden. – [Abh. 9]
Geinitz, H.B. (1882): Ueber die Fortschritte der geologischen Forschungen in Nordamerika. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1881]: 86 – 96; Dresden. – [Abh. 10]
Geinitz, H.B. (1882): Kreischeria wiedei H.B. Gein., ein fossiler
Pseudoscorpion aus der Steinkohlenformation von Zwickau. –
Z. dt. geol. Ges., 34: 238 – 242, 1 Taf.; Berlin.
Geinitz, H.B.; Deichmüller, J.V. (1882): Die fossilen Saurier in
dem Kalke des Rothliegenden von Niederhässlich im Plauenschen Grunde bei Dresden. – 2 Bl.; Dresden (K. Mineral.-geol.
u. prähist. Mus.).
Geinitz, H.B.; Deichmüller, J.V. (1882): Dyas oder die Zechsteinformation und das Rothliegende. Mit Beiträgen von R. Eisel,
R. Ludwig, A.E. Reuss, R. Richter u.a., Nachtrag 2. – Mitt. kgl.
mineral.-geol. u. praehist. Museum Dresden, 5: VIII + 9 – 46, 9
Taf.; Kassel, Berlin (Fischer). – [Nachträge zur Dyas II]
Geinitz, H.B.; Deichmüller, J.V. (1882 – 1883): Die Saurier der unteren Dyas von Sachsen. – Palaeontographica, 29: VIII + 9 – 46,
291
E. Kühne: Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz
9 Taf.; Cassel. – [auch erschienen unter dem Titel: Nachträge
zur Dyas II; siehe vorhergehende Aufnahme]
Geinitz, H.B. (1883): Über Versuche nach Kohlen im Quadergebirge Sachsens. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1882]: 68 – 69; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1883): Über die Leitfossilien des Quadersandsteins. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1882]: 69 – 71; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1883): Übersicht über die Versteinerungen aus dem
Mittelquader von Groß-Cotta und aus dem Ober-Quader von
Postelwitz. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1882]: 70; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1883): Versteinerungsführender Plänermergel aus
der Hohen Straße in Dresden. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss.
Ges. Isis Dresden [für 1882]: 70 – 71; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1883): Bemerkungen über die Grenze von Dyas und
Trias in Sachsen. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden [für 1882]: 80; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1883): Zur Erinnerung an Eduard Desor, Ehrenmitglied der Isis seit dem Jahr 1865. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1882]: 27 – 30; Dresden. – [Abh. 4]
Geinitz, H.B. (1883): Ein fossiler Pseudoscorpion aus der Steinkohlenformation von Zwickau. – Sitz. – Ber. u. Abh. naturwiss.
Ges. Isis Dresden, [für 1882]: 31 – 32; Dresden. – [Abh. 5]
Geinitz, H.B. (1883): Ueber den gegenwärtigen Stand der prähistorischen Forschungen in Frankreich und Deutschland. – Sitz.Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1882]: 127 –
134; Dresden. – [Abh. 12]
Geinitz, H.B. (1883): Über Kreischeria Wiedei, Annularia sphenophylloides und über Kreidepetrefacten von West-Borneo. – Z.
dt. geol. Ges., 35: 204 – 205; Berlin.
Geinitz, H.B. (1883): Untersuchungen von Kreidefossilien von
Borneo. – In: Verbeek, R.D.M.: Over het Voorkomen van Gesteenten der Krijtformatie in de Residentie Wester-Afdeelingen van Borneo. – Verslagen en Meded. Koninkl. Akad. Wetenschapp. Afdeel. Natuurkde., 2. R. D. 18; Amsterdam.
Geinitz, H.B.; Deichmüller, J.V. (1883): Die fossilen Saurier in
dem Kalke des Rothliegenden von Niederhässlich im Plauenschen Grunde bei Dresden. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1882]: 7 – 9; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1884): Vorwort zu: Dyas oder die Zechsteinforma­
tion und das Rothliegende. Mit Beiträgen von R. Eisel, R.
Lud­wig, A.E. Reuss, R. Richter u.a., Nachtrag 3. Deichmüller,
J.V.: Branchiosaurus petrolei Gaudry sp. aus der unteren Dyas
von Autun, Oberhof und Niederhässlich. – Mitt. kgl. mineral.geol. u. praehist. Museum Dresden, 6: 17 S., 1 Taf.; Kassel
(Fi­scher). – [Nachträge zur Dyas III]
Geinitz, H.B. (1884): Mitteilung über Hornsteine und verkieselte
Hölzer aus dem Rotliegenden des Döhlener Beckens. – Sitz.Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1883]: 25; Dres­
den. – [darin: Scolecopteris elegans Zenker von Klein-Naun­
dorf] [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1884): Joachim Barrande. Erinnerungsworte. – Sitz.Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1883]: 63 – 67;
Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1884): Die sogenannten Koprolithenlager von Helm­
stedt, Büddenstedt und Schleweke bei Harzburg. – Sitz.-Ber.
u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1883]: 3 – 14, Taf. I;
Dresden. – [Abh. 1]
292
Geinitz, H.B. (1884): Die diluvialen Gletscher des nördlichen Europas mit besonderer Beziehung auf Sachsen. – Sitz.-Ber. u.
Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1883]: 15 – 27; Dresden. – [Abh. 2]
Geinitz, H.B. (1884): Ueber neue Funde in den Phosphatlagern von
Helmstedt, Büddenstedt und Schleweke. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1883]: 37 – 45, Taf. II; Dresden. – [Abh. 5; Nachtrag S. 105 – 111]
Geinitz, H.B. (1884): Ueber einige Kiesablagerungen und die diluvialen Säugethiere des Königreichs Sachsen. – Sitz.-Ber. u.
Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1883]: 93 – 101; Dresden. – [Abh. 13]
Geinitz, H.B. (1884): Nachträge zu den Funden in den Phosphatlagern von Helmstedt, Büddenstedt u.a. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1883]: 105 – 111; Dresden.  –
[Abh. 15]
Geinitz, H.B. (1884): Joachim Barrande. (Nekrolog) – Leopoldina,
20: 78 – 82; Halle a. S.
Geinitz, H.B. (1884): Ueber Korallen und Brachiopoden von Wildenfels. – Z. dt. geol. Ges., 36: 661 – 664; Berlin.
Geinitz, H.B. (1884): Über die Grenzen der Zechsteinformation
und der Dyas überhaupt. – Z. dt. geol. Ges., 36: 674 – 676; Berlin. – [Protokoll]
Geinitz, H.B.; Dittmarsch, A. (1884): Über die Grenze von Trias
und Dyas. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1883]: 18 – 20, Taf. III; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B.; Vater, H. (1884): Attractorisches Magneteisen von
Berggießhübel. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1883]: 27 – 28; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1885): Aug. Jul. Rudolph gestorben. – Sitz.-Ber. u.
Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1884]: 20; Dresden. –
[Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1885): Ueber die neuesten geologischen Forschungen in Nordamerika. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1884]: 65 – 82; Dresden. – [Abh. 2]
Geinitz, H.B. (1885): Paläontologische Beiträge. 1. Ueber Thierfährten in der Steinkohlenformation von Zwickau. Saurichnites
Heringi Gein.; 2. Ueber Milchzähne des Mammuth, Elephas
primigenius Blumb. im Dresdener Museum. – In: Festschrift
der Naturwissenschaflichen Gesellschaft Isis in Dresden zur
Feier ihres 50jährigen Bestehens am 14. Mai 1885: 63 – 74, 2
Taf.; Dresden (Wamatz & Lehmann).
Geinitz, H.B. (1885): Rückblick auf die 32. allgemeine Versammlung der deutschen geologischen Gesellschaft am 24. bis 28.
September 1844 zu Hannover. – Leopoldina, 21 (3 – 4): 38 – 39;
Halle a. S.
Geinitz, H.B. (1885): Ueber die Grenzen der Zechsteinformation
und der Dyas überhaupt. – Leopoldina, 21 (5 – 6, 7 – 8): 52 – 55,
73 – 76, 6 Fig.; Halle a. S.
Geinitz, H.B. ( 1885): Zur Geschichte des angeblichen MeteoritenFalles in Hirschfelde bei Zittau. – Verhandl. k. k. geol. Reichsanst., 1885 (7): 188 – 191; Wien.
Geinitz, H.B. (1886): Mitteilung über die Entdeckung des Whewellit in der Steinkohlenformation des Plauenschen Grundes. –
Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1885]: 29;
Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Geröll mit Scolithus linearis Hall von Dittersbach in Sachsen. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1885]: 30; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Der „Meteorit“ zu Hirschfelde bei Zittau
vom Jahre 1885. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1885]: 30, 58; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Über das Vorkommen der Dreikantner. –
Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1885]: 36;
Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Über das Diluvium der sächsischen Schweiz. –
Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1885]: 66;
Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Bericht über eine geognostische Exkursion
nach Dippoldiswalde (unter Führung durch J.O. Wolfarth). –
Sitz.-Ber. u. Abb. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1885]: 73 –
76; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Bericht über den Besuch des 3. Internationalen Geologen – Kongresses (Berlin 1885) in Dresden und seine
Exkursionen. – Sitz.-Ber. u. Abb. naturwiss. Ges. Isis Dresden,
[für 1885]: 76 – 77; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Schmelzwasser der diluvialen Gletscher als
Strukturbildner der sächsischen Schweiz. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1885]: 77; Dresden. – [Sitz.Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Zur Erinnerung an Frau Elwine von Burchardi, geb. Härtel. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1885]: 95 – 98; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1886): Ueber Palmacites? Reichi Gein. – Sitz.-Ber.
u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1885]: 7 – 9; Dresden. – [Abh. 2]
Geinitz, H.B. (1886): Zur Dyas in Hessen. – In: Festschrift des Vereins für Naturkunde zu Cassel zur Feier seines fünfzigjährigen
Bestehens: 250 – 256, 1 Tab.; Cassel.
Geinitz, H.B. (1887): Vorwort zu: Führer durch das Kgl. Mineralogisch-Geologische und Praehistorische Museum zu Dresden/
hrsg. von d. Generaldirection d. Königlichen Sammlungen für
Kunst u. Wissenschaft. – 57 S.; Dresden (Baensch).
Geinitz, H.B. (1887): Über die Winkel bei Dreikantnern. – Sitz.Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1886]: 16; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1887): Nekrolog Ernst von Otto. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1886]: 27; Dresden. – [Sitz.Ber.]
Geinitz, H.B. (1887): Ueber Nautilus Alabamensis Morton, Nautilus ziczac Sow. und Nautilus lingulatus v. Buch. – N. Jb. Mineral., 1887 (2): 53 – 56, 1 Taf.; Stuttgart.
Geinitz, H.B. (1888): Der Meteorit von Djati-Pengilon. – Sitz.-Ber.
u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1887]: 11, 36 – 37;
Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1888): Die Bildung der Erzgänge. – Sitz.-Ber. u.
Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1887]: 37; Dresden. –
[Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1888): Halbopal-Concretionen vom Scheibenber­
ge. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1887]: 37; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1888): Zu dem „Grauen Conglomerate“ Sachsen. –
Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1887] : 46;
Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B.; Conwentz, H. (1888): Betuloxylon aus Tertiärsand
vom Pöhlberge. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1887]: 37; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Geinitz, H.B.; Wohlfahrt, J.O. (1888): Über die ehemalige größere Ausdehnung des Quadersandsteines bei Dippoldiswalde. –
Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1887]: 10;
Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1889): Mineralogisch-Geologisches und Prähistorisches Museum. – In: Führer durch die Königlichen Sammlungen zu Dresden: 111 – 117; Dresden (Baensch).
Geinitz, H.B. (1889): Zur Dreikantnerfrage. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1888]: 8 – 9; Dresden.
Geinitz, H.B. (1889): Über den neuerlichen Fund eines Meteoreisens bei Papstdorf in der sächs. Schweiz. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1888]: 32; Dresden.
Geinitz, H.B. (1889): Petrefactenfunde im Rothliegenden. – N. Jb.
Mineral., 1889 (2): 193 – 194; Stuttgart. – [Scolecopteris von
Klein­naundorf]
Geinitz, H.B. (1890): Ueber einige Lycopodiaceen aus der Steinkohlenformation. – Mitt. kgl. mineral.-geol. u. praehist. Museum Dresden, 9: 10 S., 2 Taf.; Cassel (Fischer).
Geinitz, H.B. (1890): Die Graptolithen des K. Mineralogischen
Mu­seums in Dresden. – Mitt. kgl. mineral.-geol. u. praehist.
Mu­seum Dresden, 9: 11 – 35, 1 Taf.; Cassel (Fischer).
Geinitz, H.B. (1890): Vorkommen eines Melaphyrganges und einiger Gangtrümer mit Arsenkies in dem Granitbruch am
Prießnitzwasserfall bei Klotzsche. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1889]: 27 – 28; Dresden. – [Sitz.Ber.]
Geinitz, H.B. (1890): Über das Kohlenvorkommen bei Borna unweit Nenntmannsdorf und die Gliederung des Quadersandsteins. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1889]: 28 – 29; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1890): Bemerkungen über das Alter der Kalksteine
von Borna und Nenntmannsdorf und das Magneteisenerzlager
von Berggießhübel. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1889]: 35; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1890): Ueber die rothen und bunten Mergel der oberen Dyas bei Manchester. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1889]: 48 – 57; Dresden. – [Abb. 3; Nachtrag
1890 (1891)]
Geinitz, H.B. (1890): On the Red and Variegated Marls of the Upper Dyas near Manchester. Translated from Isis in Dresden
… – Trans. Manchester geol. Soc., 20 (19): 19 S. – [Translated by Mark Stirrup, aus Sitz.-Ber. u. Abb. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, 1889 (1890): 48 – 57; Abb. 3]
Geinitz, H.B. (1890): Dr. Friedrich August v. Quenstedt, Universitäts-Professor in Tübingen, gest. im 81. Lebensjahre daselbst
am 21. December 1889. – Leopoldina, 26: 120 – 121; Halle a. S.
Geinitz, H.B. (1891): Über die Crednerien der subhercynischen
Kreide. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1890]: 24; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1891): Nachträgliche Mittheilungen über die rothen
und bunten Mergel der oberen Dyas bei Manchester. – Sitz.Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1890]: 29 – 30;
Dresden. – [Abh. 5]
Geinitz, H.B. (1891): Ueber einige Eruptivgesteine in der Provinz
Sao Paulo in Brasilien. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis
Dresden, [für 1890]: 31 – 34; Dresden. – [Abh. 6]
Geinitz, H.B. (1892): Bemerkungen über das Alter des Granits von
Altenberg und der erzgebirgischen Gneise. – Sitz.-Ber. u. Abh.
293
E. Kühne: Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz
na­turwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1891]: 6; Dresden. – [Sitz.Ber.]
Geinitz, H.B. (1892): Angebliche Meteoriten von Wiesbaden und
von Radeberg. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1891]: 7, 27; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1892): Cenomane Versteinerungen von Niedergrund. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für
1891]: 7 – 8; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1892): Über den Stand der geologischen Landes­
untersuchung des Königreichs Sachsen. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1891]: 25; Dresden.
Geinitz, 
H.B. 
(1892): Über die Gletscherschliffe von GroßSchweid­nitz bei Löbau. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges.
Isis Dresden, [für 1891]: 25; Dresden.
Geinitz, H.B. (1892): Meteorstein von Misshof in Kurland. – Sitz.Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1891]: 28 – 29;
Dresden. – [Sitz.-Ber.]
Geinitz, H.B. (1892): Vorwort zu: Pocta, P.: Ueber Spongien aus
der oberen Kreide Frankreichs in dem K. Mineralogischen Museum in Dresden. – Mitt. kgl. mineral.-geol. u. praehist. Museum Dresden, 11: 3 – 4; Cassel.
Geinitz, H.B. (1892): Die Versteinerungen des Herzogthums Sachsen-Altenburg. – Mitt. Osterlande, N. F. 5: 161 – 199; Altenburg.
Geinitz, H.B. (1893): Vorwort zu: Nachtrag zu dem Führer durch
das kgl. mineralogisch-geologische Museum/hrsg. von d. Generaldirection d. Königlichen Sammlungen für Kunst u. Wissenschaft. – 25 S.; Dresden (Baensch).
Geinitz, H.B. (1893): Bericht über die neue Aufstellung in dem Kö­
nigl. Mineralogischen Museum zu Dresden. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1892]: 3 – 7; Dresden. – [Abh. 1]
Geinitz, H.B. (1893): Bohrversuche für eine neue Wasserwerksanlage auf Tolkewitzer Flur bei Dresden. – Sitz.-Ber. u. Abh.
naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1892]: 58 – 59; Dresden. –
[Abh. 9]
Geinitz, H.B. (1895): Die mineralogisch-geologischen Sammlun­
gen der Königlich Technischen Hochschule zu Dresden. –
Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1894]:
14 – 17; Dresden. – [Abh. 2]
Geinitz, H.B. (1896): Bemerkungen über Abstammung und Veränderungen in Inoceramus-Arten der Kreideformation. – Sitz.Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1895]: 35; Dresden.
Geinitz, H.B. (1896): Der Syenitbruch an der Königsmühle im
Plauenschen Grunde bei Dresden. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1895]: 30 – 32, 1 Taf.; Dresden.
– [Abh. 3]
Geinitz, H.B. (1896): Die Fortschritte der geologischen Landesaufnahme in den Vereinigten Staaten Nordamerikas. – Sitz.-Ber.
u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1895]: 68 – 70; Dresden. – [Abh. 5]
Geinitz, 
H.B. 
(1897): Der Baurath Geinitz in Altenburg.
1782 – 1839. – 37 S., 1 Abb.; Dresden (Baensch). – [Als Manuskript gedruckt]
Geinitz, H.B. (1897): Bericht über eine Exkursion nach dem Plauenschen Grund. – Sitz.-Ber. u. Abh. naturwiss. Ges. Isis Dresden, [für 1896]: 10 – 11; Dresden. – [Sitz.-Ber.]
294
Geinitz, H.B. (1898): Die Calamarien der Steinkohlenformation
und des Rotliegenden im Dresdener Museum. Beiträge zur
Systematik. – Mitt. kgl. mineral.-geol. u. praehist. Museum
Dresden, 14: VIII + 29 S., 1 Taf.; Leipzig (Engelmann).
Geinitz, H.B. (1899): Sur Stereosternum tumidum Cope du Musée
royal de Minéralogie de Dresde provenant de Sao-Paulo (Brésil). Traduit par J. Fraipont. – Ann. Soc. geol. Belgique, 25: 8
S., 1 Taf.; Liege.
Geinitz, H.B. (1899): Othniel Charles Marsh. Zur Erinnerung. –
Leopoldina, 35: 122 – 124; Halle a. S.
Geinitz, H.B. (1899): Zur Geschichte des Kgl. Mineralogischen
und Geologischen Museums in Dresden mit der Prähistorischen Sammlung. – Leopoldina, 35: 189 – 192; Halle a. S.
In der vorliegenden Bibliographie sind neben den Hauptwerken
von Hanns Bruno Geinitz eine Vielzahl seiner Arbeiten erfasst,
die in verschiedenen Periodika erschienen sind, insbesondere zur
Thematik Geologie, Paläontologie und Mineralogie von Sachsen.
Auch einige der zahlreichen Rezensionen fanden Aufnahme. Die
Auswahl der Veröffentlichungen ist weitgehend anhand der untenstehenden Literaturzusammenstellungen erfolgt (Jentzsch 1874,
Geinitz 1900a, b, Pietzsch 1922), wobei sowohl die von Jentzsch
(1874) als auch von Pietzsch (1922) formulierten Titel der Berichte über die Sitzungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Isis zu Dresden in der damaligen Schreibweise übernommen worden sind. Bei der chronologischen Ordnung ist jeweils
das Erscheinungsjahr des Gesamtbandes maßgebend, nicht das
Datum einer Sitzung, woraus sich Unterschiede in der Zitierweise
ergeben können. Desweiteren sei darauf hingewiesen, dass manche Arbeiten in Periodika und auch als selbständige Veröffentlichungen erschienen sind, was teilweise zu Abweichungen der Seitenzählung geführt hat. Für die Kreide-Monographien von Hanns
Bruno Geinitz wird eine ausführliche Zitierweise von Niebuhr
(2014) vorgeschlagen.
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Literatur
Geinitz, F.E. (1900a): Hanns Bruno Geinitz. Ein Lebensbild aus
dem 19. Jahrhundert. – Leopoldina, 36: 59 – 70, 85 – 89, 98 –
104, Halle a. S. [mit Schriftenverzeichnis]
Geinitz, F.E. (1900b): Hanns Bruno Geinitz (gestorben). – Cbl. Mineral., Geol. u. Paläont., 1900: 6 – 21, Stuttgart. [mit Schriftenverzeichnis und Bildnis]
Jentzsch, A. (1874): Die geologische und mineralogische Literatur
des Königreiches Sachsen und der angrenzenden Ländertheile
von 1835 – 1873. – 1 – 132, Leipzig.
Kühne, E. (2000): Schriftenverzeichnis von Hanns Bruno Geinitz. –
In: Lange, J.-M.; Linnemann, U.; Thalheim, K.; Kunzmann, L.;
Schneider, J.; Voigt, T. (Eds.): An International Symposium in
Honour of Hanns Bruno Geinitz, 28.01. – 30.01.2000, Dresden.
Abstracts and Excursion Guide. – Schriften staatl. Mus. Mineral. Geol. Dresden, 11: 24 – 45, Dresden.
Niebuhr, B. (2014): Zur korrekten Zitierweise der Kreide-Monographien von Hanns Bruno Geinitz. – Geol. Sax., 60 (1):
13 – 16, Dresden.
Pietzsch, K. (1922): Die geologische Literatur über den Freistaat
Sachsen aus der Zeit 1870 – 1920. – 1 – 232, Leipzig.
295
Geinitz-Preis
2014
— Kurzfassungen
Geinitz Award
2014
— Abstracts
60 (2): 299 – 300
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Palaeoecology, migration behavior, and reproductive
pattern of Palaeozoic to Mesozoic freshwater sharks
revealed by stable and radiogenic isotopes
Jan Fischer
Urweltmuseum GEOSKOP, Burg Lichtenberg (Pfalz), Burgstraße 19, 66871 Thallichtenberg, Germany; j.fischer1@yahoo.de
The biogenic fluor-apatite in shark teeth is regarded as a
valuable, diagenetically resistant geochemical archive of
the ambient water chemistry and temperature at the time
of tooth formation. It represents a geochemical “snapshot” of the aquatic environment where the tooth was
formed not where it was deposited. It is promoted by the
fast and lifelong lasting tooth replacement in all sharks,
fossil as well as extant ones. Since the palaeoecology
of Late Palaeozoic and Early Mesozoic xenacanthiform
and hybodontiform sharks from predominantly European
basins is controversial, the tooth oxygen and strontium
isotope composition is used here to differentiate between
marine and freshwater signatures with respect to the hydrological cycle (Fig. 1) and the Phanerozoic strontium
seawater curve in order to decipher whether they had a
migratory or stationary freshwater lifestyle. Altogether,
430 δ18OP values and 175 87Sr/86Sr ratios derived from
teeth of several fossil shark taxa of several time slices
from altogether 50 sites have been analysed for significance with regard to palaeoenvironmental conditions and
potential migration behaviour. Tooth preservation was
ascertained by cathodoluminescence microscopy.
The Palaeozoic (Late Carboniferous–Early Permian)
tooth samples yield low δ18OP and high 87Sr/86Sr values
typical for freshwater settings. Some deviating δ18OP values from Spain and Germany can be attributed to significant evaporative enrichment of 18O in the ambient water.
Overall, this suggests a fully freshwater-adapted lifestyle
for a variety of xenacanthiform and hybodontiform shark
taxa in Late Palaeozoic European basins.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
The Latest Triassic (Rhaetian) tooth samples from
bone beds of the Central European Basin indicate a shift
from marine to brackish conditions in the south and west
of the shallow epicontinental Rhaetian Sea towards extensively brackish conditions with low salinities in the
eastern part due to massive fluviatl influx. Here, the δ18OP
values indicate euryhaline adaption of hybodontiform
sharks without a basin-wide migration pattern. Differences between taxa from the same site might indicate
some degree of niche partitioning.
The evaluation of the δ18OP and 87Sr/86Sr datasets
provided here proves its worthwhile use in order to contribute to long-lasting palaeobiological controversies.
Therefore, further isotope investigations of fossil shark
remains show considerable potential for growth in understanding regarding palaeoecolgy, palaeoenvironment
conditions as well as palaeoclimatology, in marine and
non-marine areas.
Moreover, the oviposition strategies (habitat shift,
nursery areas, site fidelity) inferred from fossil egg capsule and hybodontiform shark teeth from a Middle Triassic site in Central Asia are remarkably similar to those
of modern relatives suggesting that the reproductive
patterns seen in extant sharks originated well before the
Cenozoic. The results unequivocally prove oviparous behaviour of hybodontiform sharks in freshwater unknown
in extant sharks.
299
J. Fischer: Palaeozoic to Mesozoic freshwater sharks
Fig. 1. Background of the interpretations is the present day hydrological cycle, which schematically comprises of evaporation, atmospheric
vapor transport, precipitation and subsequent return of meteoric waters to the ocean, combined with an isotopic fractionation (Rayleigh
distillation). It results in a variation of 18O/16O ratios in natural compounds depending on latitude, altitude, distance to the ocean, climate,
and amount of precipitation. One would expect that sharks in case of migratory behaviour would mirror the distinct oxygen isotope composition of the different environments in their tooth enameloid.
300
60 (2): 301 – 303
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Early Late Cretaceous (Cenomanian–Turonian)
sequence stratigraphy and correlations around the
Mid-European Island: Plänerkalk, Elbtal and Danubian
Cretaceous groups, Germany
Nadine Janetschke
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Königsbrücker Landstraße 159,
01109 Dresden, Germany; nadine.janetschke@senckenberg.de
Detailed Cenomanian – Turonian sequence stratigra­phic
investigations have been conducted in different sedimentary basins, situated around the emergent Mid-European
Island (MEI). The North German (i.e., Müns­terland and
Lower Saxony), the Saxonian and the Da­nub­ian Cre­
taceous with their respective deposits, combined in the
Plänerkalk, Elbtal and Danubian Cretaceous groups,
serve as the key localities of this study (Fig. 1). For the
sequence stratigraphic correlations between costal, shallow marine and hemipelagic settings, high-resolution
integrated stratigraphic approaches such as macrofossil bio­
stratigraphy based on ammonite and inoceramid zones, chemo-, cyclo- and event stratigraphy have
been used. An extremely careful data interpretation was
strongly required, considering the correlation of carbonate- and sili­
ci­
clastic-dominated sedimentary systems
within this re­search project (see Janetschke et al. subm.
for a synopsis).
As a result of the detailed investigations (Wilmsen et
al. 2010, Niebuhr et al. 2011, 2012, Richardt & Wilmsen
2012, Richardt et al. 2013, Janetschke & Wilmsen 2014),
a corresponding number of altogether ten depositional
sequences (DSs) has been recognized for the investigated
time interval in all three study areas. These depositional
sequences are defined by ten sequence boundaries (SBs);
five of those are observed in both stages, the Cenomanian
(SBs Ce 1–5) and the Turonian and (SBs Tu 1–5). The
sequence boundaries have been identified in basin margin (unconformities forming stratigraphic gaps or major
erosion surfaces) as well as in offshore positions (correlative conformities), occuring in identical stratigraphic
positions, meaning that they are in fact strictly timeequivalent. A comparison with the recently published
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
eustatic charts of Haq (2014) generally shows a broad
accordance. In particular, some discrepancies occur in
the Turonian, concerning SB Tu 3 and 4 or KTu1, KTu2
and KTu4 of Haq (2014), respectively. These might result from divergent interpretations of the hierarchy of sequences or sea-level cycles.
Consequently, these observations provide firm evidence that eustatic sea-level changes governed the sedimentation and stratigraphic architecture of the lower Upper Cretaceous around the MEI. The major onlap phase
was the Late Cenomanian–Early Turonian, finally culminating in a late Middle Turonian maximum flooding.
Albeit tectonic activity, starting in the Middle Turonian,
led to increased subsidence of marginal troughs in front
of uplifted zones, as especially exemplified by the thickness development of the Elbtal and Danubian Cretaceous
groups, this inversion movements could not overprint or
mask the eustatic signal.
In addition, the reconstructions of sea-level changes
presented herein indicate large-scale variations of up to
50 m within a time span of much less than a hundred
thousand years. These high rates implicate glacio-eustasy
as driving factor for the early Late Cretaceous sea-level
fluctuations. All other so far known geological processes
are either too long-term or of too low amplitude.
Moreover, the periodical patterns, underlying the
sea-level changes, refer to an orbital forcing mechanism. Cyclostratigraphical calibration methods revealed
the recurrence of sea-level falls every 1.2 myr, regularly
amplified in a 2.4 myr mode. This strongly suggests the
formation of Cenomanian–Turonian third-order sealevel falls due to Antarctic ice build-up during shortterm cooling events (“cold snaps”), triggered by low-
301
N. Janetschke: Early Late Cretaceous sequence stratigraphy and correlations around the Mid-European Island
Fig. 1. Key localities of detailed Cenomanian–Turonian sequence stratigraphic investigations conducted in different sedimentary basins,
situated around the Mid-European Island (MEI): a 1, North German Cretaceous, southern Münsterland (Anröchte and Werl); a 2, North
German Cretaceous, central Münsterland (Halle/Westf.); a 3, North German Cretaceous, Lower Saxony (Konrad core 101); b 4, Saxonian
Cretaceous (HG 7006 Krietzschwitz); c 5, Danubian Cretaceous, Bodenwöhrer Senke; c 6, Danubian Cretaceous, Regensburg–Kelheim
area (modified after Janetschke et al. subm.).
frequency modulations of the Milankovitch oscillations
(cf. Flögel et al. 2011, Hinnov & Hilgen in Gradstein et
al. 2012).
References
Flögel, S.; Wallmann, K.; Kuhnt, W. (2011): Cool episodes in the
Cretaceous – Exploring the effects of physical forcings on
Antarctic snow accumulation. – Earth Planet. Sci. Lett., 307:
279 – 288, Amsterdam.
Haq, B.U. (2014): Cretaceous eustasy revisited. – Glob. Planet.
Change, 133: 44 – 58, Amsterdam.
302
Hinnov, L.A.; Hilgen, F.J. (2012): Cyclostratigraphy and Astrochonology. – In: Gradstein, F.M.; Ogg, J.G.; Schmitz, M.D.;
Ogg, G.M. (Eds.): The Geologic Time Scale 2012. – 63 – 83,
Oxford (Elsevier).
Janetschke, N.; Wilmsen, M. (2014.): Sequence stratigraphy of the
lower Upper Cretaceous Elbtal Group (Cenomanian–Turonian
of Saxony, Germany). – Z. dt. Ges. Geowiss., 165: 179 – 208,
Stuttgart.
Janetschke, N.; Niebuhr, B.; Wilmsen, M. (subm.): Inter-regional
sequence stratigraphic synthesis of the Plänerkalk, Elbtal and
Danubian Cretaceous groups (Germany): Cenomanian–Turonian correlations around the Mid-European Island. – Cret.
Res.: Amsterdam.
Niebuhr, B.; Wilmsen, M.; Chellouche, P.; Richardt, N.; Pürner, T.
(2011): Stratigraphy and facies of the Turonian (Upper Cre-
taceous) Roding Formation at the southwestern margin of the
Bohemian Massif (Southern Germany, Bavaria). – Z. dt. Ges.
Geowiss., 162: 295 – 316, Stuttgart.
Niebuhr, B.; Richardt, N.; Wilmsen, M. (2012): Facies and integrated stratigraphy of the Upper Turonian (Upper Cretaceous)
Großberg Formation south of Regensburg (Bavaria, southern
Germany). – Acta Geol. Polon., 62: 595 – 615, Warsaw.
Richardt, N.; Wilmsen, M. (2012): Lower Upper Cretaceous standard section of the southern Münsterland (NW Germany): carbon stable-isotopes and sequence stratigraphy. Newsl. Stratigr.,
45: 1 – 24, Stuttgart.
): 2014
GEOLOGICA SAXONICA
— und
60 (2Poster
Kurzfassungen
der Vorträge
Richardt, N.; Niebuhr, B.; Wilmsen, M. (2013): Late Cenomanian–
Early Turonian facies development and sea-level changes in
the Bodenwöhrer Senke (Danubian Cretaceous-Group, Bavaria, Germany). – Facies, 59: 803 – 827, Berlin.
Wilmsen, M. Niebuhr, B. Chellouche, P. Pürner, T.; Kling, M.
(2010): Facies pattern and sea-level dynamics of the early Late
Cretaceous transgression: a case study from the lower Danubian Cretaceous Group (Bavaria, southern Germany). – Facies,
56: 483 – 507, Berlin.
303
60 (2): 305 – 306
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Palaeoclimate reconstruction within the Palaeogene
using fossil plants
Karolin Moraweck and Lutz Kunzmann
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Sektion Paläobotanik, Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden,
Germany; karolin.moraweck@senckenberg.de
The Palaeogene was a time of extraordinarily strong
climate and environmental changes. During this period,
the Earth´s climate experienced a major global warming
and subsequent cooling and shifting from more or less
ice-free greenhouse conditions during the Palaeocene/
Eocene turnover towards substantial glaciation of Antarctica during the Oligocene. Most of these remarkable
temperature excursions and changes as well as global
carbon dioxide levels are estimated from the marine
realm. Maximum ocean water temperature curves calculated from oxygen isotopes of benthic organisms are often parallelized with global climate evolution and global
atmospheric CO2 levels. The terrestrial record, however,
is not so well understood and indicates partly distinct
and different developments, which means global ocean
water temperature values and changes not necessarily
mirror continental palaeoclimate. Plants, dependent on
certain temperature conditions and water availability are
excellent proxies which mirror palaeoclimatic and palaeoenvironmental conditions and shifts of those. Despite
changes in the floristic composition of the plant assemblages, also morphological and anatomical characters
(leaf size, stomatal parameters) of land plants through
time give indication of adaptations to distinct climatic
and environmental changes. To detect these shifts, we analyse plant assemblages from different stratigraphic ages
of the Weisselster Basin, which represents the southern
extension of the Mid-German Estuary of the Palaeogene
North Sea. Basin’s sediments cover marine, tidal, estuarine and fluvial deposits including lignites. To track possible palaeoclimatic changes we (1) plot palaeoclimate
estimates (mainly MAT, seasonality in the distribution of
precipitation) and shifts in leaf traits through time and
(2) compare them with commonly used palaeoclimate
reconstructions derived mainly by marine records. First
palaeoclimatic results, covering a time interval from the
late Eocene to the Oligocene–Miocene boundary, show
no significant temperature trend. In addition to the analy-
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
sis of plant assemblages using leaf physiognomic methods and nearest living relatives, we also focused on tracing morphological and anatomical adaptions of selected
long-lived taxa to track possible adaptation strategies
on atmospheric pCO2-changes (e.g., stomatal density,
stomatal index, leaf venation density). The contribution
will focus on different possibilities to use the material
stored in palaeobotanical collections focusing on modern
applied scientific issues such as global climatic changes.
We therefore show results derived with different methods: (1) the possibility of coupling morphometric traits
and stomatal parameters with climate conditions, (2) results obtained by quantitative palaeoclimate methods for
a variety of sites within the Weisselster Basin (Fig. 1),
(3) on taphonomic biases due to different palaeoenvironments and thus (4) the applicability of different methods
to derive palaeoclimatic evidences.
305
K. Moraweck, L. Kunzmann: Palaeoclimate reconstruction within the Palaeogene using fossil plants
Fig. 1. Palaeoclimate estimates derived by the Coexistence Approach and CLAMP for various sites within the Mid-German Weisselster
Basin (modified from Kunzmann et al., in prep.).
References
Kunzmann, L., Kvaček, Z., Teodoridis, V. & Moraweck, K. (in
prep): Tracing terrestrial palaeoclimatic changes – vegetation
dynamics of riparian forest in central Europe during late Palaeogene. – Palaeontographica Abt. B.
306
Vorträge und
Poster
— Kurzfassungen
Oral and poster
presentations
— Abstracts
60 (2): 309 – 311
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Der geotektonische Rahmen der Permokarbonentwicklung in der Thüringer-Wald-Senke
Dieter Andreas 1 und Jürgen Wunderlich 2
1
 Ottogerd-Mühlmann-Str. 26, 07743 Jena, Deutschland — 2 An der Siedlung 17, 07751 Jena, Deutschland; juewu@gmx.de
In subparallel zum variszischen Streichen orientierten
SW-NE-Senken (Saale-Unstrut-, Kraichgau-Main- und
Saar-Nahe-Senke) setzt im älteren Oberkarbonium die
Molasseentwicklung ein. Sie wurden durch gleichlaufende kollisional angelegte Tiefenbrüche geschient, an
denen durch stetige NW-SE-Extension im Rahmen der
Reäquilibrierung des bereits um 10 km erodierten Kollisionsorogens über einen Zeitraum von ca. 40 Ma ein
raumschaffendes flaches Abgleiten erfolgte. Spät-synkollisional angelegte, krustale NW-SE-Transformstörungsysteme (Querzonen) untergliedern sie in Teilsenken. Im
Grenzbereich von Mitteldeutsch-Böhmischer und Süddeutscher Großscholle waren diese Senken blockiert. Sie
haben diese Mitteleuropäische Scharnierzone nie überwunden, sondern sind über Dehnungsbrüche verknüpft
und münden in sie ein.
Die bruchtektonische Kontur der Thüringer WaldSenke ist darum wesentlich ein Ergebnis differenzierter,
autonomer geodynamischer Prozesse, die innerhalb der
mobilen Grenzfuge zwischen Mitteldeutsch-Böhmischer
und Süddeutscher Großscholle seit dem höheren Stefan
(300–305 Ma) abgelaufen sind und über mehr als 60 Ma
mit der von außen einwirkenden strukturellen Formung
interagiert haben. In lokal wechselnden Beckenkonfigurationen sind hierbei summarisch etwa 6.000 m mächtige, hochoberkarbonisch-unterpermische Rotliegendsedimente und -vulkanite abgelagert worden.
Die Ausgangsstruktur der krustalen Formung der
Grenzzone zwischen beiden Großschollen bildete das
Bayerische Pfahlstörungssystem. Es wird als vormals
initiale Bruchstruktur im neoproterozoisch-cadomischen
Basement betrachtet, die sich, bei generellem WNWESE-Streichen und spät- bis frühpostkollisional in Strukturabschnitte zerschert, über mehr als 600 km vom Bayerischen Wald im SE über Oberpfälzer und Thüringer
bis zum Teutoburger Wald im NW verfolgen lässt. Die
Göttingen-Ruhla-Regensburg-Linie (Conrad et al. 1996)
stellt dazu das persistente Strukturelement der im Tiefenniveau Unterkruste-Oberer Mantel (Asthenosphäre) ge-
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
steuerten Extensions- und Scherprozesse im Grenzraum
Mitteldeutsch-Böhmische zu Süddeutsche Großscholle
dar. Letztere beeinflussen mit linearer Aufbeulung, Magmenintrusionen, Erosion und nachfolgender zentraler
Grabenbildung die Strukturformung und tektonomagmatische Aktivierung in der höheren Kruste im Scharnierraum beider Großschollen während des Permokarbons
signifikant.
Die permokarbone zentraleuropäische N-S-Riftzone
Oslograben-Skagerrag-Bolzano-Varese-Korsika quert
auf einer Länge > 2.000 km diskonform sämtliche orogen geprägten Krusteneinheiten. Als Hannover- bzw.
Niedersachsen-Rift endet der nördliche Arm westlich
vom Thüringer Wald an einem ± 200 km langen Querrift.
Diese Thüringer-Wald-Riftgrabensenke steht mit den
initialen vulkanogen-sedimentären Abfolgen der Möhrenbach-Formation in ihrem Ostabschnitt am Beginn
der Permokarbonentwicklung und bildet den nördlichen
Ausgangspunkt für den südlichen zentraleuropäischen
Riftabschnitt innerhalb der Süddeutschen Großscholle.
Im Bereich der Mitteldeutsch-Böhmischen Großscholle
ist die Riftzone nicht ausgebildet. Ausschließlich hier
entstanden störungskontrollierte, um N-S streichende, ±
äquidistante riftähnliche furrows oder Halbgräben.
Nach zweifelsfrei entlang der Göttingen-Ruhla-Regensburg-Linie durch Aufwölbung und Dehnung erfolgter Grabenbildung ist um 305 Ma (Wende Westfal/Stefan)
im Ergebnis des asturischen Kompressions­
ereignisses
die Mitteldeutsch-Böhmische in N-S-Richtung gegen die
Süddeutsche Großscholle gepresst und randlich aufgeschoben worden. In diesem Kontext wurden Teile der NWSE-Transformstörungsfelderung über verbindende flache
detachments mit Abschnitten der WNW-ESE-Felderung
des Pfahl-Systems zu einem neuen, krustal fixier­ten randlichen Bruchsystem der Mitteldeutsch-Böhmi­schen Großscholle, der sog. Fränki­schen Strukturzone („Fränkische
Linie“ i.w.S.) bzw. Neo-Pfahlstruktur, verknüpft.
Die heutige Thüringer-Wald-Struktur ist wiederum
das wesentliche Ergebnis von o.g. Aktivitäten an der
309
Kurzfassungen der Vorträge und Poster
Abb. 1. Der Thüringer Wald im höheren Oberkarbon – Perm in seinem mitteleuropäischen Umfeld (Andreas 2014).
310
): 2014
GEOLOGICA SAXONICA
— und
60 (2Poster
Kurzfassungen
der Vorträge
Göttingen-Ruhla-Regensburg-Linie. Diese haben erneut
im Zeitraum nach der Heraushebung von Abschnitten
der Goldlauter-Formation, nach Erosion und sedimentärvulkanogener Grabenfüllung während des Zeitraums der
Oberhof-Formation, mit dem saalischen oder ThüringerWald-Kompressionsevent um 283 Ma den Grabeninhalt
deformiert und den ehemals breiteren Raum der Zwischenschollen-Grabensenke auf das gegenwärtig noch
erhaltene Strukturmuster des Thüringer Waldes eingeengt. Trotz nachfolgender zahlreicher weiterer wechselhafter Aktivitäten während des Rotliegend-Zeitraums ist
dieses tektonische Grundmuster erhalten geblieben.
Literatur
Andreas, D. (2014): Der Thüringer Wald im Zeitraum der StefanUnterperm-Entwicklung – ein Abschnitt der Zentraleuro­pä­i­
schen N-S-Riftzone innerhalb des Mitteleuropäischen Groß­
schol­lenswcharniers. – Freiberger Forsch.-H., C 547: 1 – 181,
Frei­berg.
Conrad, W.; Behr, H.-J.; Trzebski, R. (1996): Die LINSSER-Filte­
rung des Schwerefeldes der Süddeutschen Großscholle und
ihre Interpretation. – Z. geol. Wiss., 24 (1/2): 21 – 40, Berlin.
311
60 (2): 312
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Late Pennsylvanian Poroblattinidae (Insecta, Blattoidea)
of Morocco – palaeecological and phylogenetical
implications
Abouchouaib Belahmira 1, Jörg W. Schneider 2, Hafid Saber 1 and
Abdelouahed Lagnaoui 1
 Université Chouaib Doukkali, Département de Géologie, BP 20, 24000 El Jadida, Morocco; belahmirachouaib@yahoo.fr —
 TU Bergakademie Freiberg, Institut für Geologie, Bernhard-von-Cotta-Straße 2, 09596 Freiberg, Germany
1
2
Late Pennsylvanian (Stephanian A/B) gray sediments
of the Souss basin, High Atlas Mountains, Morocco,
contain the so far oldest known entomofauna in NorthAfrica. The Souss basin consists of the two tectonically
isolated sub-basins of Ida Ou Ziki and Ida Ou Zal. The
insects are preserved in lacustrine fine-bedded to laminated black silt- and claystones which are interbedded
with channel sandstones. The depositional environment
could be reconstructed as a very extended low gradient
alluvial braidplain transitional to a flood basin.
Absolutely dominant are blattoids (cockroaches),
very rare are blattinopsids and ?orthopterans. About
40 % of the blattoids finds (ca. 400 specimens) belong
to one genus, Opsiomylacris of the family Mylacridae,
25 % are Spiloblattinidae with two genera, 20 % Phylo-
312
blattidae, and 15 % are Poroblattinidae. Poroblattinids
are the smallest Palaeozoic blattoids. They are characterised by strongly sclerotized fore wings (tegmina), which
form beetle like elytra with highly specialized venation
pattern. Therefore, they are erroneously regarded as precursors of some Mesozoic blattoids by several authors.
In reality they disappear already in the Early Permian.
Compared to Late Pennsylvanian European and North
American entomofaunas of the palaeoequatorial biotic
pro­vince, poroblattinids are relatively common in the
Souss basin. This may be related to relatively xeric conditions in the areas surrounding the braidplain as indicated by xeromorphic plants (walchians, callipterids, and
early ginkgophytes) and the dominating xeromorphic
Opsiomylacris.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
60 (2): 313
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Bestimmungs- und Verbreitungsatlas der Tertiärflora
Sachsens, Teil 1: Angiospermenblätter und Ginkgo
Mareike Eberlein
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Paläobotanik,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Germany; mareike.eberlein@senckenberg.de
Die vorliegende Arbeit stellt den ersten Teil eines Nachschlagewerks zur Tertiärflora Sachsens dar. Dieser Teil
umfasst alle Taxa, die sich auf Angiospermenblätter und
auf Ginkgo gründen. Auf einen Überblick zum regionalgeologischen Kenntnisstand des Tertiärs in Sachsen folgend, werden phytostratigrafische Konzepte vorgestellt
und ein historischer Abriss der tertiärpaläobotanischen
Forschung in Sachsen gegeben. Nach der Erfassung aller bis Ende 2013 für das sächsische Tertiär publizierten
pflanzlichen Makrofossilien und deren Fundorte, werden
die fossilen Taxa von Laubblättern selektiert, ausge­
wertet und dem aktuellen Forschungsstand angepasst.
Für 187 von 235 untersuchten Taxa werden Datenblätter für einen Bestimmungsatlas erstellt. In diesem Atlas
werden makro- und mikromorphologische Merkmale
der Arten beschrieben, sowie Angaben zur Systematik,
Synonymie, Paläoökologie und räumlicher und zeitlicher Verbreitung gemacht. Der beschreibende Teil wird
durch Abbildungen und instruktive Zeichnungen ergänzt.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
Im Ergebnisteil werden die dokumentierten Daten nach
ihrer Qualität innerhalb der Literatur begutachtet und
anwendungsbezogen diskutiert. Eine Bibliografie der
umfangreichen paläobotanischen Literatur für sächsische
Pflanzenfossilien rundet die Arbeit ab. Um die taxonund fundortbezogenen Daten visualisieren und effektiv
verwalten zu können, werden diese in ein Open-SourceGeoinformationssystem (GIS) überführt. Die im GIS
implementierten Untersuchungsergebnisse ermöglichen
erstmalig sowohl eine Generierung von Verbreitungskarten für die Taxa tertiärer Angiospermenblätter und
des Ginkgos in Sachsen als auch eine Abfrage von topografischen, geologischen und paläobotanischen Informationen zu den Fossilfundstellen. Ein für das Fossilmaterial entwickelter Bestimmungsschlüssel erlaubt zudem
eine grobe Determination der Funde im Gelände. Das
Kompendium wird in gedruckter und digitaler Version
für die freie Nutzung zur Verfügung gestellt.
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© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Nachweis einer Foraminiferen-Mikrofauna in der Oberkreide der Ohmgebirge-Grabenzone: stratigraphische
und fazielle Konsequenzen
Olaf Elicki, Christian Kreher, Michael Bader und Michael Magnus
TU Bergakademie Freiberg, Institut für Geologie, Bernhard-von-Cotta-Straße 2, 09599 Freiberg, Deutschland;
Olaf.Elicki@geo.tu-freiberg.de, Christian.Kreher@student.tu-freiberg.de, Michael.Bader@student.tu-freiberg.de,
Michael.Magnus@geo.tu-freiberg.de
Kretazische, der Trias diskordant auflagernde Sedimente
im Ohmgebirge (NW-Thüringen) repräsentieren Reliktvorkommen, die aufgrund lokaler Tektonik im Bereich
einer Grabenzone am östlichen Rand der Altmark-Eichsfeld-Schwelle erhalten geblieben sind. Sie sind nahezu
ausschließlich durch Lesesteine und temporäre Aufschlüsse belegt. Bisherige Arbeiten befassten sich mit auf
Makrofossilien-Funden basierender Biostratigraphie sowie mit petrographischen und sequenzstratigraphischen
Aspekten. Die Sedimente sind durch ein basales Konglomerat, geringmächtige Grünsande sowie nachfolgende
Schluff-, kalkige Sand- und Kalksteine repräsentiert.
Erstmals wurden gezielt mikropaläontologische Un­
tersuchungen vorgenommen. Diese lieferten eine hoch­
diverse Foraminiferen-Mikrofauna aus monotonen, ma­kro­skopisch nicht differenzierbaren Kalksteinen (Fo­ra­
mi­ni­feren-Mudstones, Foraminiferen-Wackestones). Insgesamt wurden mehr als 7000 Foraminiferen extrahiert,
die anhand charakteristischer morphologischer Merkmale in 9 Morphogruppen mit insgesamt 26 Mor­pho­­typen
gruppiert wurden. Morphogruppen und -typen il­
lus­
trieren die morphologische Diversität und Aus­ge­gli­chen­
heit (eveness). Drei Morphogruppen (5 Morphotypen)
repräsentieren planktische Formen, 6 Morpho­
gruppen
(21 Morphotypen) sind einer benthischen Lebens­weise
zuzuord­nen.
Mit Hilfe der quantitativen Verhältnisse von planktischen zu benthischen Foraminiferen (erste Differenzierungsstufe) und der Anteile der Morphogruppen in der
jeweiligen Probe (morphological assemblages, zweite
Differenzierungsstufe) lässt sich die makroskopisch monotone Karbonatfazies klar differenzieren. Proben, welche von planktischen Foraminiferen dominiert werden,
umfassen zwei deutlich voneinander differenzierbare Faziestypen, deren Unterscheidung anhand der Anteile an
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planktisch-planspiralen und benthisch-triserialen Morphotypen möglich ist. Von benthischen Foraminiferen
dominierte Proben hingegen lassen sich bezüglich ihrer
Anteile an planktischen Morphogruppen (Verdopplung
der Anteile trochospiraler Morphotypen) und benthischen
Morphogruppen (Dominanz biserialer bzw. trochospiraler Formen) in jeweils zwei deutlich unterschiedliche Faziestypen differenzieren.
Trotz derzeit noch ausstehender, umfassender taxonomischer Zuordnung der Foraminiferen (entsprechende
Untersuchungen sind Gegenstand aktueller Bearbeitung)
konnte unter anderem bereits die planktische Index-Foraminifere Rotalipora cushmani nachgewiesen werden.
Damit ist eine Ausweitung der aufgrund von Makrofossilien bislang als Unter- bis ? Mittelcenomanium angenommenen biostratigraphischen Reichweite der kretazischen Sedimente bis mindestens in das Obercenomanium
erwiesen.
Es zeigt sich, dass aufgrund der Foraminiferen-Mor­
photypisierung eine paläoökologische und paläogeogra­
phische Detaillierung vermeintlich monotoner Fazies­
typen vorgenommen werden kann. Das untersuchte
reliktische Kreidevorkommen erweist sich als Ablagerung eines ökologisch durchaus differenzierten, borealen Litorals unter offenmarinen Verhältnissen, was
überregionale Vergleiche mit stratigraphisch ähnlichen
Vorkommen im Subherzyn ermöglicht. Die gewonnenen Resultate schließen nicht nur Lücke im paläogeographischen und stratigraphischen regionalgeologischen
Kenntnisstand, sie liefern auch geeignete Werkzeuge für
detailliertere Schlussfolgerungen und Rekonstruktionen
und verdeutlichen eindrucksvoll die unbedingte Notwendigkeit, selbst sehr schlecht aufgeschlossene und nur
punktuell auftretende Reliktvorkommen auch mikropaläontologisch zu untersuchen.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
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The Early Maastrichtian benthic meso- and macrofauna
of Kronsmoor (northern Germany): an integrated ecosystem analysis of the Late Cretaceous Chalk Sea
Julia Engelke 1, Klaus J. K. Esser 2, Christian Linnert 3, Jörg Mutterlose 3 and Markus Wilmsen 1
 Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Paläozoologie,
Königsbrücker Landstr. 159, 01109 Dresden, Germany; Julia.Engelke@senckenberg.de — 2 Pommerweg 4, 25479 Ellerau/Holstein,
Germany — 3 Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik, Ruhr Universität Bochum, Universitätsstr. 150, 44801 Bochum, Germany
1
The relatively small modern shelf seas are characterized
by high biological productivity, suggesting that primary
productivity in shelf seas should have been even more
important during much of the greenhouse world of the
geological past when large, shallow epicontinental seas
existed. However, the structure of marine fossil food
chains in pre-Cenozoic oceans is poorly understood. This
is also true for the food chain of the Cretaceous Chalk
Sea due to the lack of high-resolution integrated palaeobiological, palaeoecological and geochemical data.
The Saturn quarry near Kronsmoor (Schleswig-Hol­
stein, northern Germany) offers an undisturbed section of
Upper Campian to Lower Maastrichtian Chalk (Kronsmoor and Hemmoor formations; Niebuhr 2006). This
section is the target of the DFG Project “Biodiversity and
plankton-benthos coupling: an integrated ecosystem ana­
lysis from the Late Cretaceous Chalk”. The aim of this part
of the study is the reconstruction of the benthic community with meso- and macrofossils. A 32 m-thick detailed
section of the Lower Maastrichtian Belemnitella pseudobtusa, B. obtusa and B. sumensis zones was logged and bulk
samples of about 5 kg each were retrieved in a distance of
one meter. First samples have been washed and macrofossils that have been collected in-situ have been studied.
Thus, some preliminary results can be reported.
The lower part of the section is poorly macrofossiliferous and possibly represents an oligotrophic phase.
The upper part contains numerous macrofossils and may
reflect a more mesotrophic phase. This interpretation is
supported by the appearance of flint-bearing sediments
in the uppermost part, at the transition into the Hemmoor
Formation. As a result, there is a change in the macrobenthic community (increase in abundance of brachiopods,
echinoids, serpulids and bivalves). The few washed sam-
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
ples show a diverse assemblage of bryozoans, benthic
foraminifers, ostracods, fragments of brachiopods and bivalves, spines and corona plates of different echinid taxa,
sponge debris and tiny serpulids. The macrofauna of irregular echinoids such as Echinocorys were infaunal detritivores. The other irregular echinoids (e.g., Galerites)
lived epifaunally and were grazer-deposit feeders. The
bivalves such as Pycnodonte vesicularis and Spondylus
spinosus as well as the brachiopods (e.g., Neoliothyrina
obesa), crinoids and corals were mostly suspension feeders and they lived either mobile or stationary epifaunally.
Nektonic organism such as belemnites, ammonites and
nautilids are rather rare and were taxonomically already
analysed (e.g., Niebuhr 2003).
Furthermore, the belemnite genus Belemnitella is
used for the biozonation (e.g., Schulz 1982). In the final
analysis, the planktonic data from the other part of this
project and benthic data will be coupled in order to reconstruct the Chalk Sea ecosystem.
References
Niebuhr, B. (2003): Late Campanian and Early Maastrichtian ammonites from the white chalk of Kronsmoor (northern Germany) – taxonomy and stratigraphy. – Acta Geol. Polon., 53:
257 – 281, Warszawa.
Niebuhr, B. (2006): Multistratigraphische Gliederung der norddeutschen Schreibkreide (Coniac bis Maastricht), Korrelation
von Aufschlüssen und Bohrungen. – Z. dt. Ges. Geowiss., 157:
245 – 262, Stuttgart.
Schulz, M.-G. (1982): Erster Nachweis der Belemnitengattung
Belemnitella (B. pulchra n. sp.) im mittleren Untermaastricht
NW-Deutschlands. – Geol. Jb., A 61: 279 – 293, Hannover.
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© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Through the backdoor: What Upper Cretaceous sediments of Schmilka (Elbsandsteingebirge, Saxony) reveal
about a former sedimentary cover of the Lausitz Block
Mandy Hofmann 1, Thomas Voigt 2 and Ulf Linnemann 1
 Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Geochronologie,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Germany; many.hofmann@senckenberg.de — 2 Friedrich-Schiller-Universität Jena,
Institut für Geowissenschaften, Lehrstuhl für Allgemeine und Historische Geologie, Burgweg 11, 07749 Jena, Germany
1
Upper Cretaceous sediments in Saxony are mainly restricted to the predominantly marine clastic units filling
the Elbe Zone (e.g. Pietzsch 1963, Voigt & Tröger in Niebuhr et al. 2007). This zone is confined by the Lausitz
Block (part of the West-Sudetic Island) in the NE and the
Erzgebirge (part of the Mid-European Island) in the SW.
The sediments of Cenomanian to Coniacian age were deposited in a narrow sea strait connecting northern cold
Boreal water of N–NW Europe with the Tethyan warmwater areas in the S. Former studies showed already, that
the West-Sudetic Island (Lausitz-Krkonosze High) with
its now eroded cover sediments were the most possible
source area for the Upper Cretaceous sediments of the
Elbe Zone (e.g. Voigt 1994 and 2009, Wilmsen et al.
2011).
We present detrital zircon U/Pb ages from six samples from the ca. 400 m thick sandstone succession close
to Schmilka (Großer Winterberg area), comprising the
whole section. We found an unexpected input of Mesoand Paleoproterozic ages in the uppermost part of the
section, representing typical Baltica ages. This talk will
show that a possible source for these detrital zircons can
be found in the former sedimentary cover of the Lausitz
Block. The limited amount of ca. 540 Ma ages (typical
for Lausitz Block) and predominance of variscan ages in
all samples confirm covering of the Cadomian basement
units of the Lausitz Block by sediments, too.
Our data show, that basement rocks of the Lausitz
Block were not available for erosion until at least Middle
to Late Coniacian times.
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References
Pietzsch, K. (1963): Geologie von Sachsen. – 1 – 870, Berlin (VEB
dt. Wiss.).
Voigt, T. (1994): Faziesentwicklung und Ablagerungssequenzen am
Rand eines Epikontinentalmeeres – Die Entwicklungsgeschich­
te der Sächsischen Schweiz. – Dissertation, TU Berg­aka­demie
Freiberg: 1 – 130. [unveröff.]
Voigt, T. (2009): Die Lausitz-Riesengebirgs-Antiklinalzone als krei­
dezeitliche Inversionsstruktur: Geologische Hinweise aus den
umgebenden Kreidebecken. – Z. geol. Wiss. 37, 15 – 39, Ber­lin.
Voigt, T.; Tröger, K.-A. (2007): Elbtal-Gruppe. – In: Niebuhr, B.;
Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese,
F.; Wilmsen, M. (Eds): Lithostratigraphie der norddeutschen
Oberkreide. Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 49 – 66, Hannover.
Wilmsen, M.; Vodrázka, R.; Niebuhr, B. (2011): The Upper Ceno­
manian and Lower Turonian of Lockwitz (Dresden area, Saxony, Germany): lithofacies, stratigraphy and fauna of a transgressive succession. – Freiberger Forsch.-H., C 540: 27 – 45,
Freiberg.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
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16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
New sequence stratigraphic data on the lower Upper
Cretaceous Elbtal Group (Middle Cenomanian – Upper Turonian of Saxony)
Nadine Janetschke and Markus Wilmsen
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Königsbrücker Landstraße 159,
01109 Dresden, Germany; nadine.janetschke@senckenberg.de, markus.wilmsen@senckenberg.de
Palaeogeographically situated between the Mid-European Island (MEI) in the SW and the Lusatian Massif
(Lausitz) in the NE, the deposition of the Elbtal Group
(Saxonian Cretaceous) took place in a terrestrial to neritic
environment. Strata are dominated by marine siliciclastics that accumulated on a graded shelf essentially showing three main facies zones: the coarse-grained nearshore
zone (“Küstensandsteinzone”), the transitional zone
(“Fa­ziesübergangszone”) and the fine-grained marly offshore zone (“Plänerfazies”).
Our detailed sequence stratigraphic study bases on
new data for the Cenomanian – Turonian, predominantly
yielded from the continuous, recently available Krietz­sch­
witz core section from the sea-level-sensitive transitional
facies zone around Pirna (Janetschke & Wilmsen 2014).
Additional data have been provided by the logging of different outcrops as well as by the stratigraphic reinterpretation of literature data.
A regular stacking pattern of decametre-scale is evident, consisting of retrogradational marly-calcareous
so-called Pläner intervals and progradational sandstone
packages. Separating unconformities are interpreted as
sequence boundaries (SBs), giving important hints for
the unravelling of the early Late Cretaceous sea-level
history. SBs have been laterally tracked and dated, using
high-resolution macrofossil biostratigraphy.
In total, seven sequence boundaries (SB Ce 4 and 5,
SB Tu 1 – 5) have been identified for the Middle Cenoman­
ian – Late Turonian interval, defining seven third-order
depositional sequences (DS Ce 4 and 5, DS Ce – Tu 1,
DS Tu 2–5).
Deposition of DS Ce 4 (Niederschöna Formation)
and DS Ce 5 (Oberhäslich Formation), capped by unconformities SB Ce 4 (latest Middle Cenomanian) and
SB Ce 5 (mid-Late Cenomanian), was strongly influenced
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
by pre-transgression topography. Thus these depositional
sequences can be completely missing on basement highs.
DS Ce–Tu 1 (Dölzschen Formation–middle Schmilka
Formation; mid-Late Cenomanian–Early Turonian in
age) started with the major plenus Transgression. With
a second pulse, onlap continued into the earliest Turonian, finally levelling the pre-existing palaeotopography
and culminating in a subaerial unconformity (SB Tu 1,
Early–Middle Turonian boundary interval). Consequently, during the Turonian more uniform sedimentation
patterns established. DS Tu 2 (early–mid-Middle Turonian) represents the upper Schmilka and lower Postelwitz formations. DS Tu 3 (middle Postelwitz Formation;
mid-Middle–earliest Late Turonian) is characterized by
a significant rise in sea-level that is terminated by a following forced regression in the earliest Late Turonian
(SB Tu 3; sudden basinward shift into coarse-grained
sandstone facies). Renewed sea-level rise is documented
within DS Tu 4 (upper Postelwitz Formation; early–midLate Turonian) by a significant fining-trend. An abrupt
coarsening in grain size responding to strong regression
resulted in the formation of SB Tu 4 (mid-Late Turonian)
and basinward progradation of thick-bedded sandstones
in the lower part of DS Tu 5 (uppermost Postelwitz and
lower Schrammstein formations). Highstand shallowing
of this sequence ended with unconformity SB Tu 5 (late
Late Turonian).
All DSs and their third-order bounding unconformities developed in the Saxonian Cretaceous have been
proved for coeval sections by sequence stratigraphic
correlations around the MEI (e.g., Münsterland, Lower
Saxony and Danubian Cretaceous). These observations
support eustatic sea-level changes as the main driver
for the sequence stratigraphic architecture of the Elbtal
Group.
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Kurzfassungen der Vorträge und Poster
References
Janetschke, N.; Wilmsen, M. (2014): Sequence stratigraphy of the
lower Upper Cretaceous Elbtal Group (Cenomanian–Turonian
of Saxony, Germany). – Z. dt. Ges. Geowiss., 165: 179–208.
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16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Friedhöfe als Zeugnisse der Natursteinverwendung
in Dresden im 19. Jahrhundert
Martin Kaden, Nadine Janetschke und Jan-Michael Lange
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Petrographie,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Deutschland; martin.kaden@senckenberg.de, nadine.janetschke@senckenberg.de,
jan-michael.lange@senckenberg.de
Die Schaffensperiode von Hanns Bruno Geinitz fiel in
die Zeit einer rasanten Entwicklung der Stadt Dresden.
Neben der fortschreitenden Industrialisierung und dem
Ausbau der Verkehrswege nahmen auch die Bevölkerungszahlen stetig zu. Lebten um 1850 etwa 95.000 Einwohner in der Stadt, waren es 1890 bereits 276.000. Die
damit einhergehenden höheren Mortalitätsraten machten die Schließung alter und die Einrichtung neuer Begräbnisplätze notwendig. So wurden beispielsweise der
Vorgänger des Alten Annenfriedhofs im Jahr 1854 und
der Eliasfriedhof im Jahr 1876 geschlossen. Großflächig und großzügig angelegte Friedhöfe – wie der Neue
Annenfried­hof in Löbtau (1875) und der Johannisfriedhof in Tol­kewitz (1881) – hingegen werden eröffnet.
In einem seit 2009 laufenden Projekt werden Grabmalgesteine auf ausgewählten Dresdner Friedhöfen sys­
tematisch erfasst und ausgewertet. Anhand des Grab­malbestandes auf historischen Friedhöfen können Rück­
schlüsse auf die Verwendung von Bau- und De­ko­rations­
gesteinen mit hoher zeitlicher Auflösung gezogen werden.
Dagegen bietet der öffentliche städtische Raum Dresdens
durch die zahlreichen Um- und Neubauten sowie die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nur bedingt die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Verwendung und
Anwendung von Naturstein von der Mitte bis zum Ende
des 19. Jahrhunderts zu verschaffen. Provenienzanalysen
zu den eingesetzten Gesteinssorten ermöglichen Rückschlüsse auf Transportwege und Handels­
beziehungen
und sind daher von kulturhistorischer Re­le­vanz.
Schwerpunktmäßig wurden für diesen Zeitraum bis
1945 der Eliasfriedhof (1680 bis 1876 geöffnet), der Johannisfriedhof (1881 eröffnet) und ergänzend bzw. vergleichend dazu der Städtische Friedhof in Görlitz (1847
eröffnet) untersucht und die Ergebnisse publiziert (Heinz
et al. 2009, Kaden et al. 2013, Kaden et al. im Druck
a, b).
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
Literatur
Heinz, F.; Kaden, M.; Lange, J.-M.; Teichmann, B. (2009): Grabmalgesteine Johannisfriedhof Dresden-Tolkewitz. – Miniaturen zur Geologie Sachsens. GeoKommunen, 2: 1 – 64, Dresden.
Kaden, M.; Tietz, O.; Lange, J.-M.; Mühle, E.; Kempgen, M.; Ja­
netschke, N. (2013): Grabmalgesteine auf dem Städtischen
Fried­hof Görlitz. – Miniaturen zur Geologie Sachsens. Geo­
Kom­munen, 5: 1 – 64, Dresden.
Kaden, M.; Lange, J.-M.; Heinz, F. (im Druck a): Grabmalgesteine
auf dem Eliasfriedhof.
Kaden, M.; Janetschke, N.; Lange, J.-M. (im Druck b): Petrographische Untersuchungen auf ausgewählten Friedhöfen in Dresden. – Denkmalpflege in Sachsen. Mitteilungen des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, Jahrbuch 2014, Dresden.
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© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Von einer Energiewende zur nächsten: die Brennstoffgeologische Sammlung an der TU Bergakademie Freiberg zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Ilja Kogan 1, Birgit Gaitzsch 1 und Norbert Volkmann 2
 TU Bergakademie Freiberg, Geowissenschaftliche Sammlungen, Bernhard-von-Cotta-Str. 2, 09596 Freiberg, Deutschland;
i.kogan@gmx.de — 2 TU Bergakademie Freiberg, Bereich Brennstoffgeologie, Gustav-Zeuner-Str. 12, 09596 Freiberg, Deutschland
1
Von 189 Veröffentlichungen des Hanns Bruno Geinitz
(1814 – 1900) sind fast 30 der Kohle gewidmet. Dies
zeigt nicht nur die Vielfalt seiner wissenschaftlichen Interessen, sondern vor allem die wachsende Bedeutung
fossiler Brennstoffe zu seiner Zeit. Geinitz befasste sich
jedoch nicht nur theoretisch mit Stein- und Braunkohle,
er versuchte sich im Karcha-Dresdener BraunkohlenVerein auch vier Jahre lang als Unternehmer.
Auch in der 1765 gegründeten, hauptsächlich dem
Erzbergbau verpflichteten Freiberger Bergakademie
spielte die Kohlenforschung eine immer größere Rolle.
Hatte sich noch Abraham Gottlob Werner (1749 – 1817)
nur am Rande mit Stein- und Braunkohlenvorkommen
beschäftigt, so führte schon dessen Schüler Novalis
(Fried­rich Leopold Frhr. von Hardenberg, 1772 – 1801)
in seinen letzten Lebensjahren eine gezielte Prospektion
auf Braunkohle durch. 1846 publizierte Bernhard von
Cotta (1808 – 1879) eine Anleitung zum „Aufsuchen
von Braun- und Steinkohlen“, 1856 die erste sächsische
„Koh­len­karte“.
Eine neue Qualität erreichte die Kohlengeologie in
Freiberg mit der Berufung Otto Stutzers (1881 – 1936)
zum außerordentlichen Professor für Geologie 1913.
Sys­
tematisch legte Stutzer eine brennstoffgeologische
For­schungs- und Lehrsammlung an, die mit der Gründung des Insitituts für Brennstoff-Geologie 1927 auf
solide Beine gestellt wurde. Neben Kohlenpetrographie
und Erdölgeologie hatte sich Stutzers Institut besonders
auf Paläobotanik spezialisiert, die als Schlüssel zum Verständnis der Genese und der Eigenschaften verschiedener
Kohlelithotypen begriffen wurde. Dazu entwickelte der
Botaniker Karl Alfons Jurasky (1903 – 1945) in Freiberg
eine bis heute gebräuchliche Methode der Kutikular­
analyse.
Als wichtigster Energierohstoff der DDR stand die
Braunkohle nach dem Krieg noch mehr im Fokus anwen-
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dungsorientierter Forschung. Das nicht zur Bergakademie gehörende, aber mit dieser personell eng verknüpfte
Deutsche Brennstoffinstitut (DBI) entwickelte sich zwischen 1956 und 1991 zur wichtigsten Forschungseinrichtung auf diesem Gebiet; nach seiner Neustrukturierung
im Zuge der deutschen Wiedervereinigung ging eine umfangreiche Belegsammlung in den Besitz der Bergakademie über.
Heute umfasst die Brennstoffgeologische Sammlung,
die einer von sechs Teilbereichen der Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg ist,
etwa 430.000 Objekte. Dazu gehören Handstücke aus
dem Altbestand der Bergakademie, Stutzers Öl-, Schiefer-, Torf- und Kohleproben aus aller Welt, paläo- und rezentbotanische Präparate sowie technische und künstlerische Erzeugnisse. Zu manchen Funden liegen detaillierte
Berichte bzw. Analysebefunde vor. Der besondere Wert
der Sammlung erklärt sich zum einen aus der Tatsache,
dass viele Fundorte, wie z.B. inzwischen geflutete Tagebaue, nicht mehr existieren, zum anderen aus der Vielfalt
der in der Sammlung vertretenen Objekte, die den Weg
von der organischen Ausgangssubstanz über das Gestein
zum Produkt nachvollziehen helfen.
Mit Unterstützung der DFG und in Zusammenarbeit
mit den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen
Dres­den werden derzeit Teile dieser weltweit einzigartigen Brennstoffgeologischen Sammlung digitalisiert und
in einer Datenbank erfasst. Hierarchisch aufgebaute Klas­
si­fi­kationssysteme (Thesauri) für Fundorte, Alter und
Objekt­gruppen sollen einen Standard für die Datenver­
waltung vorgeben und die Suche und Einordnung erleichtern. Langfristig wird die Sammlung somit nicht nur
als historisches Gut gesichert, sondern auch Fachleuten
für Forschung und Lehre zugänglich gemacht.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
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16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
New finds of fossil wood from the Paleogene
of Doupovské hory and České středohoří Mts.
(Bohemian Massif, Czech Republic)
Vít Koutecký and Jakub Sakala
Charles University in Prague, Faculty of Science, Institute of Geology and Palaeontology, Albertov 6, 128 43 Prague, Czech Republic;
koudasml@post.cz, rade@natur.cuni.cz
Results of the Master Thesis by the first author (V.K.)
are presented here for the first time. It deals with the systematical description of new Paleogene woods from the
volcanoclastic sediments of Doupovské hory and České
středohoří Mountains. 37 specimens were found in the
localities Vrbice, Nechranice, Bečov and Divoká rokle,
and identified as two types of conifers (Cupressaceae s.l.)
and six types of angiosperms (families Lauraceae, Betulaceae, Ulmaceae and Malvaceae). Both conifers (Glyptostroboxylon rudolphii and Taxodioxylon gypsaceum)
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
are already known from the Tertiary of northwestern Bohemia, but five angiosperms (Cinnamomoxylon seemanianum, Alnus tsemrylica, Ulmoxylon cf. kersonianum,
Grewioxylon ortenburgense, Manilkaroxylon sp.) are described for the first time in the studied area; a sixth type
of angiosperm wood was labelled only as “Xylotype: Nechranice 1” due to its poor preservation.
This research was supported by the grants GA1423108S and PRVOUK P44.
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16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Geo- und montanwissenschaftliche Sammlungen
Freiberg und Dresden: Ein Pilotprojekt zur Erschließung
und Digitalisierung objektbezogener wissenschaftlicher
Sammlungen
Jan-Michael Lange 1, Nadine Janetschke 1, Martin Kaden 1, Birgit Gaitzsch 2, Andreas Massanek 2 und Gerhard Heide 2, 3
 Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Petrographie,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Deutschland; jan-michael.lange@senckenberg.de, nadine.janetschke@senckenberg.de,
martin.kaden@senckenberg.de — 2 TU Bergakademie Freiberg, Geowissenschaftliche Sammlungen, Bernhard-von-Cotta-Str. 2,
09596 Freiberg, Deutschland; birgit.gaitzsch@geosamm.tu-freiberg.de, andreas.massanek@geosamm.tu-freiberg.de — 3 TU Bergakademie
Freiberg, Institut für Mineralogie, Brennhausgasse 14, 09596 Freiberg, Deutschland; gerhard.heide@mineral.tu-freiberg.de
1
Die Anlage der geowissenschaftlichen Sammlungen an
der TU Bergakademie Freiberg datiert in die Zeit der
Gründung der Institution im Jahr 1765. Damit zählen
die Freiberger Sammlungen, wie auch das 1728 als Na­
turalienkabinett aus der kurfürstlichen Kunstkammer
aus­gegliederte Dresdner Museum für Mineralogie und
Geo­logie (heute Teil der Senckenberg Naturhistorischen
Samm­lungen Dresden), zu den ältesten geowissenschaft­
lichen Sammlungen der Welt.
Im Rahmen eines DFG-finanzierten Pilotprojekts
wurden drei Teilkollektionen der bedeutenden und wissenschaftshistorisch wichtigen Freiberger Geowissenschaftlichen Sammlungen – die Dünnschliffsammlung,
die Brennstoffgeologische Sammlung und die ÄußereKennzeichen-Sammlung von A.G. Werner – zur Erschlie­
ßung, Digitalisierung und Visualisierung ausgewählt.
Die Sammlungen werden in einer öffentlich zugänglichen Datenbank unter Nutzung des Sammlungsmanagementsystems AQUiLA – als neue Version von SeSam
– erfasst, wobei eine Weiterentwicklung zu dessen Anpassung an die geowissenschaftlichen Anforderungen
nötig ist. Spezifische Thesauri, basierend auf den mine­
ra­
logischen, petrographischen, paläontologischen und
stra­tigraphischen Standardklassifikationssystemen (bei­
spiels­
weise Füchtbauer 1988, Strunz & Nickel 2001,
Le Maitre 2008, Fettes & Desmons 2011, Gradstein et
al. 2012, LithoLex) werden integriert und historisch
wichtige Bestimmungen und Bezeichnungen sollen er­
gänzbar sein. Es wird außerdem ein Ort-Zeit-Thesaurus
implementiert, der die Veränderungen in der administra-
322
tiven Zugehörigkeit der Fundorte abbildet. Fehlende Angaben zu geographischen Koordinaten, ungenaue oder
unsichere Lokalitätsbeschreibungen werden durch retrospektive Georeferenzierung ermittelt.
Ein Prototyp für die Datenbankstruktur und virtu­
elle Organisation der sehr heterogenen Teilsammlungen wurde erarbeitet. Ziel des Projekts ist neben der
On­
line­
zugänglichkeit auch die Nutzung des erweiterten AQUiLA-Systems für andere geowissenschaftliche
Sammlungen, wie die petrographischen Sammlungen der
Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden.
Literatur
Fettes, D.; Desmons, J. (2011, Eds.): Metamorphic Rocks. A Classification and Glossary of Terms. – 1 – 258, Neuaufl., Cambridge (Cambridge Univ. Press).
Füchtbauer, H. (1988, Ed.): Sedimente und Sedimentgesteine. Se­di­
ment-Petrologie, Teil II. – 1 – 1141, 4. Aufl., Stuttgart (Schwei­
zerbart).
Gradstein, F.M.; Ogg, J.G.; Schmitz, M.D.; Ogg, G.M. (2012, Eds.):
The Geologic Time Scale 2012. – 1 – 1176, Oxford (Elsevier).
Le Maitre, R.W. (2008, Ed.): Igneous Rocks. A Classification and
Glossary of Terms. – 1–256, 2. Aufl., Cambridge (Cambridge
Univ. Press).
LithoLex: http://www.bgr.de/app/litholex/index.php
Strunz, H.; Nickel, E.H. (2001): Strunz Mineralogical Tables.
Che­mical-Structural Mineral Classification System. – 1 – 870,
9. Aufl., Stuttgart (Schweizerbart).
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
60 (2): 323
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
A detailed review of the Late Cretaceous pycnodont
fish fauna from Saxony (eastern Germany), with a
comparison of the pycnodont fish diversity from the
Bohemian Cretaceous Basin (Czech Republic)
Martin Licht 1 and Ilja Kogan 2
 Tannenweg 6, 32105 Bad Salzuflen, Germany; martinlicht1@arcor.de — 2 TU Bergakademie Freiberg, Institut für Geologie,
Bernhard-von-Cotta-Straße 2, 09599 Freiberg, Germany
1
Pycnodontiformes (Actinopterygii, Neopterygii) represents a monophyletic clade of predominantly Mesozoic
fishes, which are mostly associated with reef environments. Their fossil record comprises about 175 million
years and ranges from the Late Triassic to the Eocene.
During the Mesozoic, they had almost a worldwide distribution and the fossil environments are usually characterised by shallow waters in coastal, reefeal or brackish-freshwater areas. They are characterized by a high
rounded, laterally flattened body and usually elongated
dorsal and anal fins that form together with the generally
fan-shaped caudal fin an effective rudder for manoeuvring in structured habitats. These fishes are morphological comparable to extant reef fishes, such as members
of Chaetodontidae or Scaridae, which often are used
as models for the interpretation of pycnodontiform fish
biology. However, closer relationships to these groups
do not exist because pycnodontiform fishes are considered to represent the basal sister group to teleosts. Pycnodontiform fishes from the Upper Cretaceous deposits
of Saxony are known for more than a century and they
have been reported by several authors in the past. However, not much is known concerning their paleobiology
and influences on their paleobiography. Furthermore,
continuous changes in the nomenclature of Saxonian
pycnodonts and number of species revealed by different
authors during this period have required a detailed modern revision. Following current taxonomic knowledge,
altogether three valid species, Anomoeodus angustus,
Anomoeodus muensteri and Pycnodus scrobiculatus, occurred in the Late Cretaceous of Saxony. Although the
Late Cretaceous of Saxony was closely associated with
and faunistically influenced by the Bohemian Cretaceous
Basin during the Late Turonian, there are differences in
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
the pycnodont fauna between these two areas. Whereas
six species are reported from the Bohemian Basin, there
is just one species known from Saxony for the Late Turonian. This is surprising because even the pelagic and
common pycnodont genus Gyrodus is not found in Saxony. Reasons for the different pycnodont species diversity
in Saxony were changing environmental conditions, such
as temperature and sea-level changes, exemplifying that
these fishes were sensible to environmental changes like
modern reef fishes.
323
60 (2): 324 – 325
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
The mid-Cretaceous Fossil-Lagerstätte at Annopol,
central Poland
Marcin Machalski
SeInstytut Paleobiologii PAN, ul. Twarda 51/55, 00-818 Warszawa, Poland; mach@twarda.pan.pl
This mid-Cretaceous (uppermost lower Albian–lower
Turonian) condensed, phosphorite-bearing succession
is exposed along the limbs of the Annopol anticline
along the east bank of the Wisła River, central Poland
(Samsonowicz 1925, Marcinowski & Radwański 1983,
Walaszczyk 1987, Machalski & Kennedy 2013). The succession (Fig. 1) comprises a series of thin transgressive
units, capped by layers of reworked phosphatic nodules
and clasts, hardgrounds and burrowed omission and/or
erosional surfaces, reflecting a series of regression maxima. Ever since the discovery of the anticline in 1923,
it has been known that the Annopol succession is rich
in fossils. However, so far this palaeontological potential
has only been poorly exploited, especially with respect to
vertebrates. This situation changed when a new project
involving the abandoned underground phosphorite mine
at Annopol was initiated by the author. Over 2,000 vertebrate fossils have been collected to date, both in the mine
and at ground level (by screenwashing of sediment).
This material comprises remains of various vertebrate
groups (Fig. 1), including bony fish, lamniform sharks,
chimaeroids (Popov & Machalski 2014), protostegid
turtles, platypterygiine and ophthalmosaurine ichthyosaurs, pliosaurid and elasmosaurid plesiosaurs, as well
as pterosaurs (ornithocheiroids and/or azhdarchoids; see
Machalski & Martill 2013). In previous studies solely the
occurrence of isolated skeletal elements from Annopol
was recorded, and such concentrations were linked to repeated burial/exhumation cycles leading to the formation
of phosphorite beds. The present project demonstrates
that vertebrate fossils occur in a much wider spectrum of
preservational states, ranging from worn, isolated bones
to semi-articulated and articulated portions of skeletons.
The best-preserved material occurs between the reworked
horizons, suggesting its attritional accumulation in conditions of low sedimentation rate. Vertebrate fossils preserved in reworked horizons were subject to only minor,
short-term intraformational and within-habitat redeposition, in contrast to associated ammonite moulds which
324
represent a wide range of stratigraphic levels (disharmonious time-averaging sensu Kowalewski 1996). The present project illustrates that even highly condensed marine
deposits, such as the Annopol Lagerstätte, may provide
a vertebrate fossil record of complex history, but of better quality, stratigraphical constraint and spatio-temporal
resolution than conventionally anticipated.
Literatur
Kowalewski, M. (1996): Time-averaging, overcompleteness, and
the geological record. – J. Geol., 104: 317 – 326.
Machalski, M.; Kennedy, W.J. (2013): Oyster-bioimmured ammonites from the Upper Albian of Annopol, Poland: stratigraphic
and palaeobiogeographic implications. – Acta Geol. Polon.,
63: 545 – 554.
Machalski, M.; Martill, D.M. (2013): First pterosaur remains from
the Cretaceous of Poland. – Ann. Soc. Geologorum Poloniae,
83: 99 – 104.
Marcinowski, R.; Radwański, A. (1983): The mid-Cretaceous trans­
gression onto the Central Polish Uplands (marginal part of the
Central European Basin). – Zitteliana, 10: 65 – 96.
Popov, E.; Machalski, M. (2014) : Late Albian chimaeroid fishes
(Holocephali, Chimaeroidei) from Annopol, Poland. – Cret.
Res., 47: 1 – 18.
Samsonowicz, J. (1925): Esquisse géologique des environs de Ra­chów sur la Vistule et les transgressions de l’Albien et du
Cé­no­manien dans les sillon nord-européen. – Sprawozdania
Państ­wowego Instytutu Geologicznego, 3: 45 – 118.
Walaszczyk, I. (1987): Mid-Cretaceous events at the marginal part
of the Central European Basin (Annopol-on-Vistula section,
Central Poland). – Acta Geol. Polon., 37: 61 – 74.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
): 2014
GEOLOGICA SAXONICA
— und
60 (2Poster
Kurzfassungen
der Vorträge
Fig. 1. Ranges of main vertebrate groups in the mid-Cretaceous Annopol succession.
325
60 (2): 326
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Foraminiferen der Oberkreide im Subhercyn bei
Hoppenstedt: stratigraphische und fazielle Relevanz –
vorläufige Ergebnisse
Tim Meischner 1, Olaf Elicki 1 und Frank Horna 2
 TU Bergakademie Freiberg, Institut für Geologie, Bernhard-von-Cotta-Straße 2, 09599 Freiberg, Deutschland;
Olaf.Elicki@geo.tu-freiberg.de, meischner@mailserver.tu-freiberg.de — 2 Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie, Abt. Geologie, Halsbrücker Straße 31a, 09599 Freiberg, Deutschland; Frank.Horna@smul.sachsen.de
1
Das klassische Profil Hoppenstedt (Kalk- und Mergel­
steine) repräsentiert einen stratigraphisch und faziell
überregional bedeutsamen Oberkreide-Aufschluss. Wäh­
rend eine auf Makrofauna und Sedimentologie basie­
rende Modellvorstellung zur Stratigraphie und sequenzstratigraphischen Einordnung bereits vorliegt, ist die
Mi­kro­fauna bislang im Wesentlichen unbearbeitet. Die
Untersuchung der Foraminiferen-Mikrofauna wurde nun
im Rahmen eines Projektes an der TU Bergakademie
Frei­berg begonnen. Zielstellung ist es, das morphologische und taxonomische Formenspektrum der Foraminiferen-Fauna (“morphological assemblages“) zu erfassen,
die paläoökologische und stratigraphische Zuordnung
zu präzisieren sowie mikro- und makropaläontologische
Daten miteinander zu korrelieren.
Die vorliegende Arbeit basiert auf einer detaillierten
Dokumentation und Beprobung des gesamten Profils
(“bed-by-bed“) und der mikropaläontologischen Analyse
erster ausgewählter Probenhorizonte kritischer Intervalle
(Grenzbereiche: Unter-/Mittelcenomanium, Mittel-/Ober­cenomanium, Obercenomanium/Unterturonium, Unter-/
Mittelturonium, Mittel-/Oberturonium). In einem ersten
Teilprojekt wurden 14 Proben der o.g. Grenzbereiche mikropaläontologisch untersucht. Alle analysierten Proben
belegen generell eine klare Dominanz planktischer Formen. Es wurden 6 morphologische Gruppen mit insgesamt 15 Morphotypen (planktisch: 7, benthisch: 8) – mit
klarer Dominanz weniger Typen – ausgehalten.
Im bislang als Unter-/Mittelcenomanium interpretierten Grenzbereich wurde das Nanno-Taxon Whiteinella
aff. archeocretacea nachgewiesen, welches jedoch erst im
untersten Obercenomanium, nach Aussterben von Rotalipora cushmani, auftritt. Im Grenzbereich Obercenomanium/Unterturonium erscheint neben einer signifikanten
Zunahme von Calcisphären bei gleichzeitigem Rückgang
326
der Foraminiferen-Diversität das Index-Taxon Helveto­
globotruncana helvetica. Daraus resultiert für diesen
Bereich eine Korrelation mit dem stratigraphischen Auftreten von Mammites nodosoides und Collingnoniceras
woollgari sowie Mytiloides div. sp., Ino­ce­ramus lamarcki
und Inoceramus apicalis. Weitere Fo­raminiferen-Taxa
umfassen bislang Heterohelix striata, Rotalipora appen­
ni­nica, Gavelinella complanata aff. pertusa, Gyroi­di­noi­des
umbilicatus, Cibicidoides sp. aff. volzianus, Am­mo­dis­cus
cretaceus und Hedbergella delrio­ensis. Der Grenz­bereich
Unterturonium/Mittelturonium zeichnet sich durch eine
große Vielfalt globigeriner Foraminiferen in der sogenannten Weißen Grenzbank aus.
Die auftretenden benthischen Formen sowie die
große Dominanz planktischer Foraminiferen verweisen
paläoökologisch auf eine Sedimentation im distalen Bereich des mittleren/äußeren Schelfs bis Bathyals.
Es zeigte sich, dass verschiedene Aufbereitungsmethoden und unterschiedliche Probenvolumina z.T. deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung der gewonnenen Foraminiferen-Mikrofauna zur Folge hatten. Die
Qualität der Erhaltung ist bei Anwendung der Methode
nach Nötzold zumeist besser und für taxonomische Untersuchungen (insbesondere bei planktischen Formen) zu
bevorzugen. Eine Aufbereitung mittels verdünnter Essigsäure führt tendenziell zu höheren Individuenzahlen
und ist für die Erfassung des Verhältnisses planktischer
zu benthischer Foraminiferen, für paläoökologische Aussagen und für statistische Zwecke sinnvoll. Die Anwendung verschiedener Aufbereitungstechniken bei jeder zu
untersuchenden Probe ist daher ratsam. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes ist eine Kalibrierung der
makro- mit der mikropaläontologisch basierten Biostratigraphie der tieferen Oberkreide im Profil Hoppenstedt
denkbar.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
60 (2): 327 – 328
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Magnetostratigraphy and the geological time scale
of the Dyas
Manfred Menning
Geoforschungszentrum, Telegraphenberg, 14473 Potsdam, Deutschland; menne@gfz-potsdam.de
The term “Dyas” was introduced by Marcou (1859) and
Geinitz (1861) in the two volumes of his famous monograph “Dyas oder die Zechsteinformation und das Rothliegende”. Currently, the Dyas is part of the Regional
Stratigraphic Scale (RSS) of Central Europe. In comparison with the Global Stratigraphic Scale (GSS), in Germany the Dyas starts in the latest Carboniferous Gzehlian
stage and finishes in the latest Permian latest Changhsingian stage. In Central Europe the basal boundary of the
mapping unit Rotliegend is diachronous in several basins
whereas the base of the Zechstein and of the overlying
Buntsandstein are quasi-isochronous in the Central European Basin. The Deutsche Stratigraphische Kommission
defined those basal boundaries in 1991, 2005 and 2006
(Subkommission Perm-Trias 2011: 8 – 11 http://www.stra­tigraphie.de/perm-trias/ Beschlüsse No. 60, 53 and 2).
This commission also classified the Rotliegend and
Zech­stein as (lithostratigraphic) groups and the Dyas as
a super­group.
Palaeomagnetic and magnetostratigraphic investigations in the Dyas have been carried out for 50 years. In
the synopsis “Stratigraphie von Deutschland” the results
were analysed in detail using the same criteria to define
magnetozones and magnetoevents. They were integrated in correlation charts in volume X for the Rotliegend
of the Innervariscan Basins by Menning & Bachtadse
(2012) and volume XI for the Buntsandstein including
parts of the Zechstein by Menning & Käding (2013).
Some misinterpretations have been clarified or corrected
and the magnetostratigraphic results are now more consistent with each other.
„Magnetic index-fossils“ are needed for reliable magneto-correlations. Such markers are very long magnetozones or typical polarity patterns. Long magnetozones
are available in the Rotliegend and at the ZechsteinBuntsandstein boundary:
(1) The Rotliegend accumulated mainly in a time span
of reversed polarity, the so-called Carboniferous-Permi-
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
an Reversed-Polarity Superchrone / Megazone which
lasted from ca. 315 to ca. 265 Ma, whereas the upper
part of the Rotliegend along with the Zechstein and Buntsandstein belong to the Permian-Triassic Mixed-Polarity
Superchrone / Megazone which began at ca. 265 Ma. The
boundary of both superchrones is the Illawarra Reversal (IR). This is the best regional and global time marker
in the Permian because there are only a few fossils and
radio-isotopic age determinations applicable for long distance correlation. The main value of the Permian magnetostratigraphy is that well investigated thick sections
and rocks of very different origin can be correlated on a
regional to global scale using the IR.
(2) At the Zechstein-Buntsandstein boundary is the long
magnetozone s1n (s = Buntsandstein, 1 = oldest zone in
the Buntsandstein, n = normal polarized), which was already used successfully to extrapolate the position of the
Permian-Triassic boundary from the Global Stratotype
Section and Point (GSSP) in South China in marine sediments into the continental succession of Central Europe
(Menning et al. 2005).
Within the mainly reversed time of the pre-Illawarra
Rotliegend there are a minimum of four short zones of
normal polarity. The oldest one is in the Manebach Formation of the Thüringer Wald, whereas the three others
are in the Donnersberg Formation of the Saar-Nahe Basin. The post-Illawarra-Rotliegend in northern Germany
contains at least five magnetozones but perhaps more because the 1100 m thick post-Illawarra-Rotliegend section
of the well Mirow 1/74 is incompletely investigated because of gaps in the drillcores (Menning in Langereis et
al. 2010). In the Zechstein there are at least four magnetozones, however its lower part is not investigated magnetostratigraphically. Thus, there are a minimum of nine
magnetic zones in the post-Illawarra Rotliegend plus the
Zechstein. When applying 14 Ma for the time span from
the IR to top of the Zechstein, as in the STD 2002, the
327
Kurzfassungen der Vorträge und Poster
average duration of a magnetozone is longer than 1 Ma,
whereas it is only 0.3 Ma in the Buntsandstein.
The magnetostratigraphic data are related to sedimentary cycles: (1) in the late Rotliegend Elbe Subgroup they
last ca. 400 ka (long eccentricity) and (2) in the Zechstein and Buntsandstein the cycles have a duration of ca.
100 ka (short eccentricity) when induced by variations
of the insolation (Milankovitch 1941). Those cycles and
52 radio-isotopic age determinations, mainly on zircons
from tuffs from South China, the Southern Alps and Hungary; as well as a Re-Os age from Sangerhausen (Brauns
et al. 2003) have been used to calibrate the Regional and
Global Stratigraphic Scale from the Middle Permian to
the Middle Triassic. These data and the cycles are bioand magnetostratigraphically integrated and internally
consistent.
The boundary of the global stages Changhsingian-Induan (Permian-Triassic) has a numerical age of ≈ 252.5
Ma (rounded to 0.5 Ma), whereas the Zechstein-Buntsandstein boundary as used in Germany is ≈ 100 ka older
(Menning et al. 2005). The age of 258 Ma (rounded to 1
Ma) for the base of the Zechstein results from an integration of global geological time indicators (Menning 1995).
It has been confirmed by a Re-Os age determination on
the Kupferschiefer of Sangerhausen of 257.3 ± 1.1 Ma
(Brauns et al. 2003, error from Brauns pers. comm.).
The age of 258 Ma fits well to 50 cycles à 100 ka in the
Zechstein according to Käding (in Menning et al. 2005),
whereas Menning & Szurlies (in Menning et al. 2005)
discussing a duration of the Zechstein of only 2.8 Ma.
The age of about 300 Ma for the basal Rotliegend is supported by numerous isotopic age determinations on lavas
and tuffs.
Concerning the stratigraphic terminology, a large majority of the German Subkommission Perm-Trias (2011:
15) voted in 2006 to use “Folgen” and formations within
the Germanic Trias and Dyas of Central Europe. Folgen are bundles of cycles. The four Folgen ro1 to ro4
of the late Rotliegend, the seven Folgen z1 to z7 of the
Zechstein and the s1 to s7 of the Buntsandstein are time
slices with quasi-isochronous boundaries. On the other
hand, formations are well known mapping units, such as
Parchim, Mirow, Dethlingen and Hannover in the late
Rotliegend, Werra, Staßfurt, Leine, Aller, Ohre, Friesland and Fulda in the Zechstein and Calvörde, Bernburg,
Volpriehausen, Detfurth, Hardegsen, Solling and Röt in
the Buntsandstein. In the inner parts of the Central European Basin, the boundaries of Folgen und formations
are generally the same; however, in marginal facies the
boundaries of formations are rather diachronous. Nevertheless, formations of the marginal areas can be often allocated to (several) Folgen.
328
References
Brauns, C.M.; Pätzold, T.; Haack, U. (2003): A Re-Os study bearing on the age of the Kupferschiefer black shale at Sangerhausen (Germany). – Abstracts XVth Int. Congr. Carbonif. Perm.
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Hendrich, A. (Koordination und Gestaltung): Strati­graphi­sche
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Zentrum), Frankfurt a. M. (Forsch.-Inst. Sencken­berg).
Geinitz, H.B. (1861 – 1862), mit Beiträgen von R. Eisel, R. Ludwig,
A. E. Reuss, R. Richter u.a.: Dyas oder die Zechsteinformation
und das Rothliegendes. 1: I – XVIII, 1 – 130, Taf. 1 – 23 [1861],
2: I – VIII, 131 – 342, Taf. 24 – 42 [1862], Leipzig (Engelmann).
Langereis, C.G.; Krijgsman, W.; Muttoni, G.; Menning, M. (2010):
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Marcou, M.J. (1859): Dyas et Trias ou le Nouveau Grès Rouge en
Europe dans l’Amerique du Nord et dans l’Inde. – Archiv Sci.
Bib. Universelle: 1 – 63, Genève (Ramboz et Schuchardt).
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P.A.; Peryt, T.M.; Ulmer-Scholle, D.S. (Eds.): The Permian of
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Rotliegend. Teil I: Innervariscische Becken. Schriftenr. dt. Ges.
Geowiss, 61: 176 – 203, Hannover.
Menning, M.; Kaeding, K.-C. (2013): Magnetostratigraphie, Zy­k­
lo­stratigraphie, geologische Zeitskala und Nomenklatur des
Buntsandstein von Mitteleuropa. – In: Deutsche Stratigraphi­
sche Kommission (Hrsg.), J. Lepper, J; Röhling, H.G. (Koordination und Redaktion für die Subkommission Perm-Trias)
(2011): Stratigraphie von Deutschland XI. – Der Buntsandstein. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 69: 163 – 210; Hannover.
Menning, M.; Gast, R.; Hagdorn, H.; Käding, K.-C.; Simon, T.;
Szurlies, M.; Nitsch, E. (2005): Zeitskala für Perm und Trias in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002,
zyklostratigraphische Kalibrierung von höherer Dyas und Germanischer Trias und das Alter der Stufen Roadium bis Rhaetium 2005. – Newsl. Stratigr., 41 (1/3): 173 – 210, Berlin.
Milankovitch, M. (1941): Kanon der Erdbestrahlung und seine An­
wendung auf das Eiszeitproblem. – König. Serb. Akad., 33:
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Subkommission Perm-Trias (2011): Beschlüsse der Deutschen Stra­
tigraphischen Kommission zu Perm und Trias 1991 – 2010. –
Z. dt. Ges. Geowiss., 162 (1): 1 – 18, Stuttgart.
60 (2): 329
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
An enigmatic and rare rosetted trace fossil:
Dactyloidites ottoi (Geinitz, 1849) from the Cenomanian
(Upper Cretaceous) of Saxony and Bavaria
Birgit Niebuhr and Markus Wilmsen
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Paläozoologie,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Germany; birgit.niebuhr@senckenberg.de, markus.wilmsen@senckenberg.de
Rosetted trace fossils are widespread throughout the geological record and have been recorded from deep-water
flysch to deltaic deposits. Dactyloidites ottoi (Geinitz,
1849), however, is a relativlely rare form, being known
from the Jurassic to the Neogene, mostly occurring in
shallow-marine and deltaic siliciclastic environments.
Dactyloidites ottoi, originally described by Geinitz
(1849) as Spongia ottoi, is discussed based on a careful
re-description of the type material and other specimens
from quartz-rich sandstones of the Cenomanian Oberhäslich Formation of Saxony and new occurrences from the
Cenomanian Regensburg Formation (glauconitic sandstones, Bavaria; see Wilmsen & Niebuhr 2014). It is a
feeding trace that consists of fan-shaped spreiten structure originating from a central, vertical to oblique shaft
leading downwards into the sediment. The branching radial elements (up to 20, 4 – 6 mm wide) are sub-horizontal
protrusive vertical spreiten, mostly forming incompletely
circular rosettes with radii of 200 – 270° and diameters
between 30 – 75 mm. The ichnotaxonomic classification
of the trace has been discussed controversially. Gyrophyl­
lites kwassizensis Glocker, 1841 from contemporaneous nearshore glauconitic sand-stones in the Bohemian
Cretaceous Basin is similar to D. ottoi but its radial elements are club-shaped, unbranched and do not show any
spreiten. The validity of the ichnogenus Haentzschelinia
Vyalov, 1964 (type ichnospecies Spongia ottoi) is questioned because the essential behaviour expressed by its
form is basically the same as in Dactyloidites Hall, 1886.
Other characters such as different size, age and depositional environment as well as shape of rosettes (circular
versus fan-shaped) and number of radial elements are not
valid ichnotaxonomic arguments. Thus, the classification of Spongia ottoi in Dactyloidites is reasonable. The
potential tracemaker of D. ottoi was a worm-like organism systematically digging the sediment for organic food
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
particles. This interpretation is supported by observations
on the feeding behaviour of the modern lugworm Arenicola marina: when nutrient-rich sediments occur at living
depth, the lugworm directly ingests the surrounding sediment by generating radial tunnels originating from the
central shaft, resulting in rosetted structures very similar
to D. ottoi. The ichnospecies ranges from the Jurassic to
the Neogene and predominantly occurs in shallow-water,
nearshore to deltaic, nutrient-rich siliciclastic settings
(Skolithos and upper Cruziana ichnofacies). The formation of the trace is thus dependent on relatively shallow
water depths and the presence of organic-rich sediments
at living depth. Furthermore, there are taphonomic limitations: high sedimentation rates towards the top of shallowing-upward cycles support the preservation of D. ottoi, while low accumulation rates during transgressive
sediment starvation enhance the chances of their destruction by subsequent bioturbation (especially by Thalassinoides isp. and Ophiomorpha isp.). Thus both the formation and the preservation of D. ottoi are related to specific
palaeo-environmental and taphonomic conditions.
References
Wilmsen, M.; Niebuhr, B. (2014): The rosetted trace fossil Dactyloidites ottoi (Geinitz, 1849) from the Cenomanian (Upper Cretaceous) of Saxony and Bavaria (Germany) – ichnotaxonomic
remarks and palaeoenvironmental implications. – Paläont. Z.,
88: 123 – 138.
329
60 (2): 330 – 331
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Kreide-Fossilien in Sachsen, Teil 1
Birgit Niebuhr und Markus Wilmsen
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Paläozoologie,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Germany; birgit.niebuhr@senckenberg.de, markus.wilmsen@senckenberg.de
Hanns Bruno Geinitz (1814 – 1900) war einer der bedeutendsten Universal-Geognosten Deutschlands und
langjähriger Direktor des Museums für Mineralogie und
Geologie der jetzigen Senckenberg Naturhistorischen
Sammlungen Dresden. Anlässlich seines 200. Geburts­
tags im Oktober diesen Jahres wird, basierend auf der
großen Sammlung sächsischer Kreide-Fossilien, der
erste Teil einer taxonomischen Revision verschiedener
Gruppen auf zahlreichen, überwiegend farbigen Fototafeln vorgestellt. „Kreide-Fossilien in Sachsen, Teil 1“
umfasst acht Kapitel:
1. Einführung (Wilmsen, M. & Niebuhr, B.): Die ElbtalGruppe mit ihren 14 Formationen (Untercenomanium –
Unterconiacium; Voigt & Tröger in Niebuhr et al. 2007)
wurde in einem schmalen Meeresarm zwischen Erzgebirge und Lausitzer Massiv abgelagert. Die Lithofazies
reicht von fluviatilen Sandsteinen, Konglomeraten über
Quarzsandsteine, Pläner (karbonatische Siltsteine) bis zu
Kalkmergeln.
2. Geinitz-Zitate (Niebuhr, B.): Zu den maßgeblichen
Arbeiten von Hanns Bruno Geinitz gab und gibt es immer
wieder widersprüchliche Zitate in den wissenschaftlichen Bearbeitungen der Fossilien, da insbesondere das
„Elbthalgebirge in Sachsen“ fast ausschließlich nur mit
den Jahreszahlen der Gesamtausgaben (1871 – 1875
und 1872 – 1875) gedruckt wurde. Hier wird die korrekte Zitierweise, auch die der als „Charakteristik“ und
„Quadersandsteingebirge“ bekannten Arbeiten, für die
taxonomischen Beschreibungen der darin von Geinitz
aufgestellten Arten präsentiert.
3. Korallen (Löser, H.): Bevorzugt im Roten Konglo­
merat der Meißen-Fm (oberes Untercenomanium) und
der Klippenfazies der Dölzschen-Fm (oberes Oberce­
no­manium) wurden ca. 120 verschiedene Taxa nachge­
wiesen. Einzelkorallen aus dem Strehlener Kalk der unteren Streh­len-Fm (mittleres Oberturonium) treten hinzu.
330
60 davon werden, größtenteils als Dünnschliffe, abgebildet und kurz taxonomisch beschrieben.
4. Serpuliden und Sabelliden (Jäger, M.): Die ca.
20 Taxa sind besonders in der Klippenfazies und den
Plänersandsteinen der Dölzschen-Fm (oberes Obercenomanium) sowie im Strehlener Kalk der unteren
Strehlen-Fm (mittleres Oberturonium) häufig anzutreffen. Das Massenvorkommen der Sabellide Glomerula
lombricus, die früher Serpula gordialis genannt wurde,
gab dem obercenomanen Serpulasand von Bannewitz
seinen Namen.
5. Muscheln (Niebuhr, B., Schneider, S. & Wilmsen,
M.): Muscheln machen den überwiegenden Anteil der
sächsischen Kreide-Sammlung aus und sind bisher wei­
testgehend unrevidiert. Geinitz (1871 – 1875, 1872 – 1875)
beschreibt knapp 150 Taxa, davon sind nach unserer
Revision ca. 120 zu erhalten. Gut 100 Taxa werden auf
14 Fototafeln präsentiert. Nur wenige Arten tragen als
Erstbeschreiber den Namen von Geinitz.
6. Inoceramen (Tröger, K.-A. & Niebuhr, B.): Aufgrund
ihrer biostratigraphischen Relevanz wurden die inoceramiden Muscheln in einem separaten Kapitel beschrieben.
Die in Sachsen vorkommenden Inoceramen bei Geinitz
(1871 – 1875, 1872 – 1875) und Andert (1911, 1934) wer­
den heute 3 Gattungen (Inoceramus, Mytiloides, Crem­
noceramus) mit 24 Arten und einigen Unterarten zu­ge­
ordnet.
7. Ammoniten (Wilmsen, M. & Nagm, E.): 35 Ammoniten-Arten konnten in der sächsischen Kreide nachgewiesen werden. Die obercenomanen bis mittelturonen
Assoziationen werden durch recht stark ornamentierte
Desmoceratidae, Acanthoceratidae und Collignoniceratidae dominiert (Wilmsen & Nagm 2013). Im Oberturonium gesellen sich vermehrt heteromorphe Ammoniten
hinzu.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
8. Belemniten (Wilmsen, M.): Belemniten sind seltene Funde mit jeweils einem Taxon aus der Meißen-,
Dölzschen- und Strehlen-Fm.
Literatur
Andert, H. (1911): Die Inoceramen des Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges. – Festschrift des Humboldtvereins zur Feier
seines 50jährigen Bestehens: 33 – 64, Taf. 1 – 9, Ebersbach.
Andert, H. (1934): Die Kreideablagerungen zwischen Elbe und
Jeschken, Teil III: Die Fauna der obersten Kreide in Sachsen,
Böhmen und Schlesien. – Abh. preuß. geol. L.-Anst., N.F., 159:
1 – 477, Abb. 1 – 93, Taf. 1 – 19, Berlin.
Geinitz, H.B. (1871 – 1875). Das Elbthalgebirge in Sachsen. Der
untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): I.1 – I.319, Taf.
I.1 – I.67; Cassel.
): 2014
GEOLOGICA SAXONICA
— und
60 (2Poster
Kurzfassungen
der Vorträge
Geinitz, H.B. (1872 – 1875). Das Elbthalgebirge in Sachsen. Der
mittlere und obere Quader. – Palaeontographica 20 (II): I – VII,
II.1 – II.245, Taf. II.1 – II.46; Cassel.
Niebuhr, B.; Wilmsen, M. (2014): Kreide-Fossilien in Sachsen, Teil
1. – Geol. Sax., 60 (1): 1 – 254, Dresden.
Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt,
T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. Dt. geol. Ges., 55: 1 – 136,
Hannover.
Wilmsen, M. & Nagm, E. (2013): Upper Cenomanian–Lower Turonian ammonoids from the Saxonian Cretaceous (lower Elb­
tal Group, Saxony, Germany). – Bull. Geosc., 88: 647 – 674,
Prague.
331
60 (2): 332
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Palaeoecological aspects of the evolution of the
oyster genus Rhynchostreon Bayle
Jakub Rantuch and Martin Košťák
Institute of Geology and Palaeontology, Faculty of Science, Charles University in Prague, Albertov 6, 128 43 Praha 2, CzechRepublic;
jakub.rantuch@gmail.com, kostak@natur.cuni.cz
This paper presents an analysis of palaeoecological aspects of the evolutionary processes in the oyster genus
Rhynchostreon Bayle. According to the latest results
of research, the evolution of genus appears to be more
dynamic than previously assumed. The processes of internal dynamics of the environment in conjuncture with
other studied aspects of the late Cretaceous environments
(e.g. paleotemperature, salinity, etc.) were significant
factors that initiated selective pressure and represent important components for the evolution of the group. Furthermore, we provide the overall hypothesis about coevolution of intrageneric lineages in Rhynchostreon. The
definiton of evolutionary trends of intrageneric lineages
within the presented hypothesis (including a description
332
of new oyster species) is supported by various analytical methods, which anchors them in the current zoological nomenclature system. Scanning electron microscopy,
isotope geochemistry and biometrical analysis of the
shell in combination with sedimentological methods suggest a relation of lithofacies (as a result of environmental
aspects) and evolutionary processes. The transregional
concept of proposed ecological-evolutionary models,
based on material studied from various paleogeographic
regions of the Cretaceous world, enhances the taxonomic
and ecological applicability of the genus Rhynchostreon.
We consider this integrated approach absolutely necessary for any future steps in order to resolve similar huge
taxonomic problems in other groups.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
60 (2): 333
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Das Niederhäslich-Kalkstein-Member – Eine Spielwiese
von Hanns Bruno Geinitz
Nico Schendel
TU Bergakademie Freiberg, Institut für Geologie, Bernhard-von-Cotta-Straße 2, 09599 Freiberg, Deutschland; nico_schendel@gmx.de
Das Niederhäslich-Kalkstein-Member in den Unterrotliegend-Sedimenten des Döhlen-Beckens bildet mit
dem Schweinsdorfer Brandschiefer-Flöz die palustrinelakustrine Endphase einer Fining-upward-Sequenz aus
Klastiten und Pyroklastiten. Das Member besteht aus
laminierten, grüngrauen bis graubraunen, bituminösen
Kalken und Mergelkalken, die in zwei Bänken auftreten. Ab 1855 kam es zu paläontologischen Untersuchungen der Fossilfunde durch H.B. Geinitz, C.H. Credner,
R. Hauße und andere, welche diese Lagerstätte zu einer
der reichsten Tetrapoden-Fundpunkte im europäischen
Unterpermium machen. Weitere paläontologische Belege in Form von Muscheln, Ostrakoden, Biomatten
und marinen Kalkalgen, sowie vollkörperlich erhaltenen
Süß­
wasserschwämmen, unterstreichen die Besonderheit dieser Fossillagerstätte. Das Fehlen von Fischen
deutet auf einen endorheischen See mit wesentlichen
ökologischen Barrieren hin. Erst in der zweiten Hälfte
des 20. Jahrhundert wurden wenige lithofazielle Untersuchungen veröffentlicht, sodass hier eine größere Wissenslücke besteht.
Nach dem Hochwasser von 2002 konnte an einem
Interimsaufschluss am Weißeritz-Ufer am Windberges
in Freital das Member grob dokumentiert und intensiv
beprobt werden. Dieses Profil ist Grundlage der aktuellen litho- und biofaziellen Untersuchungen, die das Ablagerungsmilieu der Karbonate detaillierter wiedergeben
sollen. Im Zuge dieser lithofazielle Erfassung wurden die
Tetrapodenfunde unter dem lithologischen Aspekt katalogisiert und der Versuch unternommen, diese konkreten
Lithoeinheiten im Profil zuzuordnen.
(2) Darauf folgt der dominante Lithotyp eines grauen,
schwach laminierten Kalksteins aus Peloidmikrit. Als
Variation davon existiert ein silifizierter Bereich mit
Hornsteinkörpern. Der Peloidmikrit ist Folge eines stromatolitischen Aufbaus durch Biomatten, deren Vorkommen an eine Seichtwasserzone gebunden ist.
(3) Es folgt ein massiger, von Sparitlagen durchsetzter,
stark bituminöser Mikrit mit zweiklappig erhaltenen Ostrakoden. Der hohe Gehalt an Bitumen verweist auf eine
Faulschlammbildung.
(4) Im Hangenden wird dieser Mikrit von einer stärker
klastischen Fazies sowie Aschetuffen abgelöst und endet
in zyklischen Aufarbeitungslagen.
(5) Der oberste Bereich des Kalkflözes bildet einen
eben-feinlaminierten, schluffigen bis tonigen Kalkstein
(Korngrößenlaminit), der an der Basis durch diagenetische Bildung von dog-tooth- und Faserkalzit verdrängt
wird und im Topbereich diese als Poikiloblasten enthält.
Ein weiteres Merkmal sind Trockenrissstrukturen, die ein
zeitweiliges Austrocknen der Stillwasserbereiche anzeigen. Zusätzlich ist das ganze Profil von klastischen Gängen durchzogen, die auf eine starke vulkano-tektonische
Aktivität im Döhlen-Becken hindeuten.
Es zeigen sich 14 Lithoeinheiten, die sich grob in 5 Litho­
fazies einteilen lassen:
(1) Die Basis bilden helle, stark wellig geschichtete
Mergel. Hier sind die einzigen Makroflorenreste und
Durchwurzelungen im Profil vertreten. Zusammenhängend kann dies als Uferzone interpretiert werden.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
333
60 (2): 334 – 335
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Kalkschwämme im Ökosystem des Hilskonglomerates
in der unterkretazischen Braunschweiger Bucht
(Hauterivium, NW-Deutschland)
Ekbert Seibertz 1 und Radek Vodrážka 2
 Institut für Geoökologie, TU Braunschweig, Langer Kamp 19c, 38106 Braunschweig, Deutschland; hilskonglomerat@seibertz.de —
 Czech Geological Survey, Klárov 13/3, 11821 Praha, Czech Republic; radek.vodrazka@seznam.cz
1
2
Mit der zweiten großen Kreide-Transgression erweiterte
sich das Niedersächsische Becken zur Zeit der tieferen
Unterkreide nach Norden auf die Pompeckjsche, nach
Süden auf die Mitteldeutsche und nach Osten auf die
Altmark-Schwelle. An der Wende Valanginium/Hauterivium entstand im heutigen SE-Niedersachsen zwischen dem Harz im Süden und der Flechtingen-Roßlauer
Scholle im Norden die Braunschweiger Bucht. Sie ist
durch hercynisch und rheinisch streichende Salz-Strukturen gegliedert und weist eine enge Bindung an die im
Untergrund vorgezeichneten tektonischen Linien auf mit
einer komplexen Wechselbeziehung zwischen Tektonik
und Halokinese.
Am Asse-Heeseberg-Zug, einer Sattel-Struktur südöstlich von Braunschweig, und seinen korrespondierenden Randsenken, der nördlichen Schöppenstedter und
der südlichen Remlingen-Pabstorfer Mulde, wurde die
Hauterivium-Transgression feinstratigraphisch sowie
makro- und mikrofaziell untersucht. Sie wird hier durch
eine grobkörnige Karbonat-Fazies repräsentiert, wobei
Untergrund-Bereiche mit verschieden starker Salz-Abwanderung und synsedimentärer Bruchtektonik zu differenzierten Lebens- und Ablagerungs-Räumen führten.
Drei Regionen wurden schwerpunktmäßig untersucht:
Nordflanke der Asse: Großräumige Gliederung in zwei
Akkumulations-Räume mit durch synsedimentärer Tektonik bedingter ausgeprägter Morphologie und höheren
Energie-Indizes. Hier konnten ein westliches Ökosystem
mit Austern-Bryozoen-Schwamm-Assoziationen auf
höher gelegenen tektonischen Schwellen und ein östliches mit Austern-Brachiopoden-Assoziationen in tieferer
Schollen-Position definiert werden.
334
Südflanke der Asse: Kleinräumige Gliederung in differenzierte Akkumulations-Bereiche durch tektonische
Hoch- und Tiefschollen mit jeweils unterschiedlichen
Energie-Indizes. Es konnten ein Ökosystem mit AusternSerpuliden-Bryozoen-Assoziationen auf Hochschollen
und in Tiefschollen Brachiopoden-Serpuliden-Assoziationen ausgehalten werden.
Südflanke des Heeseberges: Gliederung in mäßig differenzierte Akkumulations-Räume durch tektonische
Hoch- und Tiefschollen und insgesamt weniger ausgeprägter Morphologie sowie allgemein eher niedrigeren
Energie-Indizes. Generell gesehen werden die Ökosysteme von Austern-Bryozoen- und Austern-BrachiopodenAssoziationen geprägt.
Bei allen bislang untersuchten Spongien handelt es sich
um typische Kalkschwämme aus der Klasse Calcarea
Bowerbank, Subklasse Calcaronea Bidder. Erste Studien zeigen, dass alle zur Ordnung Stellispongiida Finks
& Rigby gehören, welche Kalkschwämme mit einem
inzoen Basalskelett repräsentiert. Die Gattungen Elasmoierea Fromentel ( = Elasmocoelia sensu Roemer), Peronidella Zittel in Hinde ( = Polycoelia sensu Roemer)
und Elasmostoma Fromentel sind die am häufigsten vorkommenden. Roemer (1841, 1864) beschrieb und bildete
viele Spongien aus dem Hilskonglomerat der nördlichen
Schöppenstedter Mulde ab. Einige seiner Gattungen
müssen dringend revidiert werden oder sie befinden sich
in unsicherer systematischer Position; andere wurden
später mit lithistiden Demospongien synonym gesetzt.
Wir konnten bislang jedoch keine solche und/oder hex­
aktinellide Schwämme in den Aufsammlungen identifizieren.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
): 2014
GEOLOGICA SAXONICA
— und
60 (2Poster
Kurzfassungen
der Vorträge
Obwohl einige Schwämme ein sehr begrenztes Repertoire in ihrer gestaltlichen Ausbildung aufweisen, konnten wir dies in dem Material nicht verifizieren. Im Gegensatz dazu zeigen die Poriferen des Hilskonglomerates
eine große Form-Variabilität, die zur Interpretation des
Paläoenvironment genutzt werden kann, da die Gestalt
eher eine Reaktion auf Umwelt-Bedingungen darstellt,
als genetische Vorgaben zu reflektieren. Ein typisches
Beispiel ist die extrem plastische Gattung Elasmostoma,
deren Gestalt vermutlich durch wechselnde hydrodynamische Verhältnisse im Lebensraum beeinflusst wurde.
Literatur
Roemer, F.A. (1841): Die Versteinerungen des Norddeutschen
Kreidegebirges. – 1 – 145, Hannover.
Roemer, F.A. (1864): Die Spongitarien des nord-deutschen Krei­de-Gebirges. – 1 – 62, Cassel.
335
60 (2): 336
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Timing of Tertiary basalt magmatism in eastern Germany:
insights from in situ isotope analyses of detrital zircon
from Seufzergründel placer deposits
Benita-Lisette Sonntag 1, Ulf Linnemann 1, Axel Gerdes 2 and Bernd Ullrich 3
 Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Germany;
benita-lisette.sonntag@senckenberg.de — 2 Goehte-Universität Frankfurt am Main, Institut für Geowissenschaften,
Facheinheit Mineralogie-Petrologie und Geochemie, Altenhöfer Allee 1, 60438 Frankfurt am Main, Germany. – 3 TU Dresden,
Fakultät für Bauingeneurwesen, Institut für Geotechnik, George-Bähr-Str. 1a, 01069 Dresden, Germany
1
Since several hundred years the Seufzergündel creek
in the Sächsische Schweiz (Germany) is a well-known
historical place for bigger sized heavy minerals with
partly gemstone quality. In the upper part of the creek a
pipe-shaped mafic rock body crops out that intrudes Upper Cretaceous sandstones. Pleistocene loess sediments
cover most of these rocks.
Considering the question which source the heavy
minerals of the Seufzergründel placer originally had,
600 heavy mineral grains were analyzed by using a SEM
(Scanning Electron Microscope) in combination with
EDX observations (Energy Dispersive X-ray spectroscopy). A large portion of heavy minerals is basaltic in origin (e.g. Augite and Diopside). Other minerals indicate
an origin under high pressure as well as high temperature
conditions that must have been originated from the lower
crust or upper mantle (e. g. Pyrope). EDX analysis results
indicate more than 20 different heavy minerals.
Concerning that the bigger zircon grains could be related to the pipe-shaped mafic rock body the age should
be determined. Two different types of zircon grains have
been analyzed in the placer: (1) small needle-shaped
grains within fractions sized from 0.063 to 0.4 mm and
(2) larger rounded grains between 0.4 and 3 mm long.
Altogether 69 zircon grains of the placer were dated by
LA-ICP-MS (Laser Ablation-Inductive Coupled PlasmaMass Spectrometry).
Zircon size seems to correlate with the measured
age. 20 equal and concordant analyses on 6 of the larger
grains yielded a concordia age of 30.8 ± 0.2 Ma (± 2σ;
MSWDC+E : 1.6) suggesting a common origin and crystallization age of rounded zircons. The ages are clearly
younger than the Upper Cretaceous and their grain size is
incompatible with a transport by aeolian processes lead-
336
ing to the deposition of the Pleistocene loess cover overlying the mafic rock.
The smaller zircons probably derived from the loess
cover and the Upper Cretaceous sandstones. About 30
spots on tiny needle-shaped zircons yielded concordant
ages ranging from ~ 350 to ~ 290 Ma. Assumedly these
zircons came from exhumed plutonic bodies of the Variscan Orogen (e. g. Meissen Massif). U-Pb ages of ~ 490
and ~ 560 to ~ 650 Ma suggest that some of the zircons
derived from pre-Variscan (Cadomian) basement rocks
(e. g. Lausitz Plutonic Complex). Some other zircons
seem to derive further from north by aeolian transport. A
few ages fall in the range of ~ 400 to ~ 440 Ma that could
mirror the tectono-magmatic event of the docking of
Avalonia to Baltica. Besides that three other small grains
show the ages in range from 1.1 to 1.5 Ga being typical
for the anorogenic plutonism in Baltica (e. g., “Rapakivi
Event”).
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
60 (2): 337
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Reptiliomorpha der Niederhäslich-Formation (Rotliegend)
von Freital
Frederik Spindler
TU Bergakademie Freiberg, Institut für Geologie, Bernhard-von-Cotta-Straße 2, 09599 Freiberg, Germany; mail@frederik-spindler.de
Die Sammlungen von Hanns Bruno Geinitz (Dresden)
und Carl Hermann Credner (heute in Freiberg) enthalten
zahlreiche Fossilien aus dem unterpermisch verfüllten
Döhlen-Becken von Freital. Die Tetrapoden der Niederhäslich-Formation (Sakmarian) sind während des Abbaus geringmächtiger Kalksteinflöze im späten 19. und
frühen 20. Jahrhundert geborgen worden. Überwiegend
sind temnospondyle „Amphibia“ vertreten, jedoch auch
Seymouriamorpha (Discosauriscus), wenige Lepospondyli (Batropetes), Reptilia (Kadaliosaurus) und Synapsida (Palaeohatteria, Edaphosaurus). Der kleineren
Sammlung von Geinitz fehlen einige dieser Elemente,
jedoch waren bis dato allein aus ihr zusätzlich Diadectidae belegt.
Im Zuge der Revision basaler Sphenacodontia („Pelycosauria“) wurde die Identität aller Stücke überprüft.
So kamen auch Neubestimmungen vor, nach welcher von
Palaeohatteria nun weit mehr Funde bekannt sind. Histologische Untersuchungen belegen, dass beinahe alle
Funde von Palaeohatteria von Tieren stammen, die ihr
erstes Lebensjahr nicht vollendet haben. Da die Alttiere
völlig fehlen, ist eine ontogenetische Habitatverschiebung anzunehmen, bei der Brutpflege ausgeschlossen ist.
Die taxonomische Identität mit dem geologisch älteren
Pantelosaurus (Döhlen-Formation) kann rein morphologisch nicht ausgeschlossen werden. Beide Gattungen
stehen phylogenetisch den Therapsida nahe, sind also bedeutende Funde für die früheste Phase der Säugetierlinie.
Die ökologische Rolle mittelgroßer Sphenacodonten als
Gipfelraubtiere im Döhlen-Becken ist strittig, abhängig
von (1) der ontogenetischen Habitatverschiebung, (2) der
funktionalen Interpretation des Gebisses von Pante­lo­
saurus, das eher an kleine Beute adaptiert scheint, und
(3) der Ökologie des Riesenvielfüßers Arthropleura, dessen Ernährungsweise unbekannt ist.
Unter den Neubestimmungen bislang nicht oder inkorrekt angesprochener Skelettreste sind auch weitere
Reptilien, die teils von dem bisher einzigen Belegstück
abweichen. Mindestens zwei Arten dieser im frühen
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
Perm noch marginal vertretenen Gruppe waren demnach
im Döhlen-Becken beheimatet. Ein langbeiniger Typ ist
mit dem Araeosceliden Kadaliosaurus bereits bekannt.
Für einen Typ mit stämmigeren Beinen kommt eine Einordnung bei Captorhinidae in Frage, die in Europa bislang kaum und bislang auch nicht aus dieser Stufe bekannt sind.
Ein fragmentarischer Fund, vormals als Sphenacodontier bestimmt, stellt den ersten Nachweis eines großwüchsigen Seymouriamorphen dar. Formen wie die ausgewachsenen Seymouria aus Thüringen sind nicht belegt,
sodass möglicherweise ein adulter Discosauriscus vorliegt. Ohnehin wird ein ontogenetischer Zusammenhang
beider Taxa diskutiert. Ökologisch liegt zwar eine ontogenetische Trennung amphibischer Jungtiere und terrestrischer Alttiere vor, jedoch waren Letztere – anders als
bei den Sphenacodonten – im Becken vertreten.
Die insgesamt sehr reiche Tetrapodenfauna von Niederhäslich ist durch die Neubearbeitung zusätzlich zur
Geltung gekommen. Der begrenzte Lebensraum des
vulkanogen gestressten Döhlen-Beckens kann als Brutstätte diverser Arten betrachtet werden, wobei die Frage
einer ontogenetischen Habitatverschiebung erstmals seit
langem wieder fundiert in den Blick der Paläobiologie
paläozoischer Reptiliomorphen rückt.
337
60 (2): 338 – 339
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Hanns Bruno Geinitz und die mineralogische Sammlung am Königlich Mineralogisch-geologischen
Museum in Dresden
Klaus Thalheim
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Mineralogie,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Deutschland; klaus.thalheim@senckenberg.de
Im Jahre 1847 trat Hanns Bruno Geinitz (1814 – 1900)
die Stelle des Inspektors der Mineraliengalerie und der
Galerie der Vorwelt am Königlich Sächsischen Naturhistorischen Museum im Dresdner Zwinger an. Er widmete sich 1849 sogleich der mineralogischen Ausstellung,
denn seit 1814 waren die Minerale nach dem Wernerschen System aufgestellt. Geinitz gruppierte sie nach
dem moderneren Mohsschen Mineralsystem um. Schon
1857 erfolgte eine weitere Umgestaltung. Geinitz war
gerade zum Direktor des Königlichen Mineralogischen
Museums ernannt worden, entwickelte er für die Ausstellung ein eigenes System, das auf den Arbeiten der bedeutendsten Mineralogen der damaligen Zeit basierte. Es
kombinierte chemische sowie praktische Gesichtspunkte
und hatte den Vorteil der Zusammenschau der einzelnen
Mineralgruppen und Rohstoffe. Zugleich trennte Geinitz
die „Vaterländisch-sächsische Sammlung“ von der systematischen Mineralsammlung. Veranlassung dazu gab
eine wertvolle Schenkung sächsischer Minerale durch
v. Römer auf Löthain im Jahre 1852. Diese Teilung der
Sammlungen hatte für die weitere wissenschaftliche Entwicklung des Museums eine entscheidende Bedeutung.
Und sie hat bis heute Bestand.
Im Jahre 1868 legte Geinitz den „General-Katalog der
Mineralogischen Sammlung des Koen. Min. Museums in
Dresden“ an, der über die Gliederung und Entwicklung
dieser Sammlung detailliert Auskunft gibt. Daneben hat
Geinitz mehrere Kataloge und Journale zu Zugängen,
Abgaben sowie Ausgaben während seiner Tätigkeit am
Museum geführt, die uns heute noch zusätzliche Informationen zur Sammlungsentwicklung liefern.
Im Jahr 1891 konnte die Ausstellungsfläche erweitert
werden. Der mineralogische Teil profitierte mit der Aufstellung von Kristallmodellen und von Erzstufen sowie
der besseren Präsentation der Meteoritensammlung.
338
Obwohl Geinitz wissenschaftlich vorwiegend auf den
Gebieten der Geologie und Paläontologie tätig war und
nach dem Zwingerbrand von 1849 hauptsächlich die von
schweren Verlusten betroffenen geologisch-paläontologischen Sammlungen wieder aufbaute, erweiterte er in
seiner Amtszeit auch die mineralogischen Sammlungen.
Um den Fortschritt der Wissenschaft darstellen zu können, bemühte er sich um die neuesten mineralogischen
Entdeckungen. Geinitz erwarb ca. 5.700 mineralogische
Objekte neu. Er gab aber auch 5.198 Minerale und Meteorite aus dem Museumsbestand durch Tausch und Verkauf
ab. Dies geschah zum Erwerb von Fossilkollektionen
und Mineralstufen. Die Bilanz am Ende seiner Amts­zeit
weist einen Bestand von ca. 14.800 inventarisier­ten und
katalogisierten Mineralstufen auf.
Geinitz ging 1898 nach 51jähriger Tätigkeit am
Museum in den Ruhestand. Abgesehen von seinen Arbeiten über die in der Natur vorkommenden Kristallsysteme (1843) und über neue Meteoriten (1867, 1868,
1873, 1874, 1885) war das Gebiet der Mineralogie für
ihn kein bevorzugtes Forschungsthema. Für Geinitz war
die Mineralogie an erster Stelle ein Gebiet der breiten
Wissensvermittlung am Museum und ein Lehrfach an
der Hochschule. Die einführenden Worte zu seiner Vorlesung Mineralogie im Oktober 1876 in Dresden „Die
Wissenschaft ist international, die Mineralogie aber ist
sächsisch!“ machen deutlich, welche Bedeutung er der
Mineralogie beimaß, hatte sie in Sachsen doch eine große
Tradition aus dem Bergbau und strahlte noch zu seiner
Zeit von hier in alle Welt aus.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
): 2014
GEOLOGICA SAXONICA
— und
60 (2Poster
Kurzfassungen
der Vorträge
Literatur
Thalheim, K. (2001): Die Mineralogische Sammlung am Königlich
Mineralogischen Museum in Dresden unter Hanns Bruno Geinitz. – Geol. Sax., 46/47: 17–27.
Vogt, J.H.L. (1930): A Review of Geological Advance. – Reprinted
from Engineering and Mining World, October (1930), 4 S. [H.
B. Geinitz, October 1876, introductory remarks to his lectures in mineralogy: “Science is international, but mineralogy is
Saxon.”].
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60 (2): 340 – 341
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Geologische Kartierung der preußischen Oberlausitz
1857 durch Ernst Friedrich Glocker (1793 – 1858) im
Auftrag der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz –
Kontakte zu Hanns Bruno Geinitz (1814 – 1900)
Anke Tietz
TU Bergakademie Freiberg, Geowissenschaftliche Sammlungen, Brennhausgasse 14, 09596 Freiberg, Germany;
Anke.Tietz@extern.tu-freiberg.de
Die Naturforschende Gesellschaft zu Görlitz (NfG) führte 1856 und 1857 eine geologisch und bodenkundlich
ausgerichtete Kartierung der preußischen Oberlausitz
(1815 – 1845) durch. Ernst Friedrich Glocker übernahm
im Auftrag der 1811 gegründeten Gesellschaft die geologischen Arbeiten und verfasste die „Geognostische Beschreibung der preußischen Oberlausitz, theilweise mit
Berücksichtigung des sächsischen Antheils“ (1857), die
zwei Karten im Farbdruck einschließt (Abb. 1, 2). Die
Quellen zu diesem außergewöhnlichen Kartier-Projekt
rund 15 Jahre vor Gründung staatlicher geologischer
Einrichtungen im damaligen Preußen und Sachsen belegen Kontakte zu Alexander von Humboldt (1769 – 1859)
sowie zu verschiedenen staatlichen Ämtern in Preußen,
Sachsen und Österreich.
Glockers Monographie enthält detaillierte Daten zu
damaligen Forschungsschwerpunkten, die u. a. die heuti­ge Quartär-Geologie und Geschiebekunde, tertiäre Braun­
kohlen und paläontologische Funde sowie Basalte und
die lithostratigraphische Abgrenzung zwischen dem da­
ma­ligen Tertiär und Diluvium umfassen. Herausragend
und überregional bedeutend ist der im Zuge des KartierProjektes gelungene Erstnachweis für Silur durch Grapto­
lithen am Pansberg bei Horscha nordwestlich Görlitz.
Glockers Monograptus-Funde ermöglichten es, für die
bis dahin als fossilfrei geltenden „Krystallinischen Schiefern“ oder „Urthonschiefer“ eine sedimentäre Bildung zu
postulieren. Nur wenige Jahre später ge­langen der NfG
340
1865 an einer weiteren Lokalität der preu­ßi­schen Oberlausitz Graptolithen-Funde, die neue über­regionale bio­
stratigrafische Silur-Zuordnungen einlei­teten.
Im Zuge des Kartier-Projektes lassen sich Kontakte
zwischen Ernst Friedrich Glocker und Hanns Bruno Geinitz nachweisen. Der schlechte Erhaltungszustand der in
den 1860er Jahren am Steinberg bei Lauban (Lubań, PL)
aufgefundenen Graptolithen veranlasste die NfG Hanns
Bruno Geinitz zu konsultieren. Dieser Austausch war
von einem Objekttransfer begleitet.
Literatur
Glocker, E.F. (1857): Geognostische Beschreibung der preussischen Oberlausitz, theilweise mit Berücksichtigung des sächsischen Antheils. Nach den Ergebnissen einer auf Kosten der
naturforschenden Gesellschaft in Görlitz unternommenen Reise entworfen von Ernst Friedrich Glocker. – Abh. Naturforsch.
Ges. Görlitz, 8: 1–434, Abb. 1–50 Abb., 1 Taf., 2 Karten.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
): 2014
GEOLOGICA SAXONICA
— und
60 (2Poster
Kurzfassungen
der Vorträge
Abb. 1. Titelkartusche, Legende und Maßstab der geologischen Karte (Glocker 1857).
Abb. 2. Titelkartusche, Legende und Maßstab der bodenkundlichen Karte (Glocker 1857).
341
60 (2): 342
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Cribrospongiids (Porifera, Hexactinellida) from the
Bohemian – Saxonian Cretaceous Basin
Radek Vodrážka
Czech Geological Survey, Klárov 3/131, 11821 Prague 1, Czech Republic; Radek.Vodrazka@geology.cz
Cribrospongiidae Roemer, 1864 (Hexactinosida, Hexactinellida) represents a substantial component of sponge
faunas from the Bohemian-Saxonian Cretaceous Basin.
A total number of 960 specimens of cribrospongiids
(both newly collected material and material from institutional collections) from 45 localities (Upper Cenomanian
– Middle Coniacian) have been studied in detail. Considering the fact that this large number of specimens comes
from various locations (and thus various palaeoenvironmens) it was rather surprising that they belong only
to four taxa of cribrospongiids, representing the genera
Hillendia Reid, 1964 and Guettardiscyphia Fromental,
1860.
The occurrence of the species Hillendia isopleura
(Reuss, 1846) is restricted to nearshore facies of the Upper Cenomanian in Saxony and Bohemia (e.g., Reuss
1846, Geinitz 1871), but has been recorded also from numerous Lower Turonian outcrops of nearshore facies of
Bohemia (Kutná Hora, Kolín and Čáslav districts). The
overall shape of the skeleton is quite variable which is
a response to the turbiditic environments of nearshore
facies; the character of the substrate has also important
influence on the size and shape of sponge skeletons.
The species Hillendia bohemica (Počta, 1883) shows
the highest morphologic variability within all known
cribrospongiids and occurs from Middle Turonian to
Middle Coniacian in the Bohemian part of BohemianSaxonian Basin. The peak of abundance of this species is
restricted to the middle part of the Upper Turonian (Hyphantoceras Event), which is also the case of occurrences in the United Kingdom (Hillendia polymorpha in Reid
1964) and Poland (Scupin 1913). Upper Turonian – basal
Middle Coniacian occurrences of this species are also
documented from the Cretaceous of Germany from the
Passau region (Pleurostoma ramosum in Gerster 1881).
The remaining two species of cribrospongiids –
Hillendia scyphus (Počta, 1883) and Guettardiscyphia
sp. n. – represent most probably endemic taxa. The first
species is restricted to few localities in the Upper Turoni-
342
an of north-western Bohemia and the latter was recorded
from Lower Turonian sediments of nearshore facies in
the Železné Hory, Kolín and Čáslav districts of Eastern
and Central Bohemia.
References
Geinitz, H.B. (1871): Die Seeschwämme des unteren Quaders. –
In: Geinitz, H.B. (1871 – 1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Erster Theil. Der untere Quader. Palaeontographica, 20 (I):
I.1 – I.42, Taf. I.1 – I.10, Cassel.
Gerster, C. (1881): Die Plänerbildungen um Ortenburg bei Passau. – Nova Acta Kais. Leopold. Carol. deutsch. Akad. Naturforscher., 42 (1): 1 – 59, Halle.
Počta, P. (1883): Beiträge zur Kenntniss der Spongien der böhmischen Kreideformation. I. Abtheilung: Hexactinellidae. – Abh.
Math.-naturwiss. Cl. Kön. Böhm. Gesell. Wiss., 4 (12): 1 – 45,
Prag.
Reid, R.E.H. (1964): Upper Cretaceous Hexactinellida of Great
Britain and Northern Ireland. Part IV. – Palaeontogr. Soc., 117
(for 1963): XLIX – CLIV, London.
Reuss, A.E. (1846): Die Versteinerungen der böhmischen Kreideformation. – 1 – 148, Stuttgart.
Scupin, H. (1913): Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna. – Pa­
laeontogr. Suppl., 6: 1 – 278, Stuttgart.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
60 (2): 343
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Biofacies and depositional environment of the Upper
Cenomanian Oberhäslich Formation (Elbtal Group,
Germany)
Markus Wilmsen
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Paläozoologie,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Germany; markus.wilmsen@senckenberg.de
In Saxony, the early Late Cretaceous transgression is
documented by the onlap of shallow-marine sandstones
of the lower Upper Cenomanian Oberhäslich Formation
onto Palaeozoic rocks of the eastern Erzgebirge, the central part of the Mid-European Island. Based on detailed
logging of numerous sections south of Dresden and the
study of extensive collection material hosted in the Museum für Mineralogie und Geologie (MMG), the depositional environment and macrobenthic assemblage of the
Oberhäslich Formation have been reconstructed.
South of Dresden, the Oberhäslich Formation attains a maximum thickness of ca. 30 m, but it may be
completely absent due to considerable pre-transgression
topography. Nearshore sections are characterized by
fossil-poor, high-energy pebbly coarse-grained sandstones with planar cross-stratification deposited above
fair-weather wave base. Bioturbated, fine- or rarely medium-grained quartz-rich sandstones accumulated below
the fair-weather wave base. From this facies, most of the
fossils from the Oberhäslich Formation have been collected. The biostratigraphy is based on numerous finds
of Inoceramus ex gr. pictus Sowerby. As a rarity, also the
zonal index ammonite Calycoceras naviculare (Mantell)
has been found, confirming an early Late Cenomanian
age. The Oberhäslich Formation shows a fining-upward
trend that may be reversed towards the very top. It has
been deposited in a single a 3rd-order sea-level cycle of
ca. 1 myr duration and is capped by an unconformity at
the base of the overlying Dölzschen Formation (upper
Upper Cenomanian).
The macrobenthic assemblage of the Oberhäslich
Formation is dominated by relatively large bivalves,
most notably Rhynchostreon suborbiculatum (Lamarck)
(29%) and Inoceramus ex gr. pictus (21%). Pinna spp.
(4.5%), Rastellum cariantum (Lamarck) (3.7%) and Ger­
villaria? neptuni (Goldfuss) (2%) are subordinate ele-
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
ments. Moderately common are smaller bivalve taxa
such as representatives of the genus Neithea (11%), other
pectinids (~ 4%) and limids (7%) while gastropods are
nearly absent. Non-molluscan benthic invertebrates are
likewise rare and represented by irregular (Holaster sp.,
Hemiaster sp., Catopygus? sp.) and regular echinoids
(spines of cidarids) as well as siliceous sponges (e.g., Siphonia sp.). All formerly calcareous-shelled body fossils
are preserved as steinkerns. Large Thalassinoides and
Ophiomorpha burrows indicate that crustaceans have
been an important part of the infauna, associated by irregular echinoids and polychaetes. Pervasive bioturbation resulted in a post-depositional homogenization of
the sediments. Connected with a shallowing at the top
of the Oberhäslich Formation, Skolithos-like burrows
have been observed at one section while at another, the
rosetted trace fossil Dactyloidites ottoi (Geinitz) occurs
in abundance.
The benthic assemblage of the Oberhäslich Formation is moderately diverse, consisting of ca. 35 taxa. It
is dominated by semi-infaunal (bakevelliids, modiolines,
pinnids) and epifaunal (resp. epibyssate) suspensionfeed­ing bivalves (inoceramids, oysters, pectinids, limids).
Deep-infaunal bivalves are missing. Deposit-feeding
biota are comparably rare, possibly related to the organic-poor character of the substrate (mature quartz sand).
The frequent occurrences of articulated bivalves suggest
episodic rapid burial, most probably by storm events
(tempestites). A current-influenced, well-oxygenated and
nutrient-rich environment between the fair-weather and
storm-wave bases is inferred for the fine-grained sediments of the Oberhäslich Formation.
343
60 (2): 344
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Ammonites of the Saxonian Cretaceous (Elbtal Group,
Germany), part 1: Cenomanian to Lower Turonian
Markus Wilmsen 1 and Emad Nagm 2
 Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Paläozoologie,
Königsbrücker Landstraße 159, 01109 Dresden, Germany; markus.wilmsen@senckenberg.de —2 Geology Department, Faculty of
Science, Al-Azhar University, Assiut, Egypt; emad.nagm@yahoo.com
1
Lower Upper Cretaceous (Cenomanian – Lower Coniac­
ian) sedimentary rocks in Saxony, well-exposed in the
Elbe Zone between Meißen, Dresden, Pirna and the
Czech border, consist of marine siliciclastics and marls
or siliceous, silty – marly limestones (so-called Pläner).
Lithostratigraphically, these strata are integrated in the
Elbtal Group, and they are forming an important link between the temperate Boreal shelf of northwestern Europe
and the Tethyan warm-water areas to the south. Considerable similarities exist in terms of litho- and biofacies to
contemporaneous strata from the Bohemian Cretaceous
Basin.
In the course of an ongoing revision of the Cretaceous macrofaunas of the Saxonian Cretaceous, also the
Cenomanian to Lower Turonian ammonoid faunas of the
Elbtal Group have been revised based on the study of
ca. 300 specimens hosted in the Museum für Mineralogie und Geologie (MMG) of the Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden (Wilmsen & Nagm 2013).
The Late Cenomanian – Early Turonian ammonoids of
the Elbtal Group are predominantly strongly ornamented
and widely distributed acanthoceratids (acanthoceratines
and mammitines; see Wilmsen & Nagm 2013). In total,
16 species have been identified and, based on this revision, a number of ammonoids are now reported and/
or illustrated for the first time from the Elbtal Group of
Saxony: Neocardioceras juddii barroisi, Watinoceras co­
lora­do­ense, Spathites (Jeanrogericeras) reveliereanus,
Sci­ponoceras gracile and Scaphites equalis.
Biostratigraphically, the study demonstrated the
presence of all Upper Cenomanian and Lower Turonian
standard ammonite biozones in the lithostratigraphic
succession of the lower Elbtal Group. Lower (and potentially lower Middle) Cenomanian ammonites are rare
and confined to the Meissen Formation (Schloenba­chia
varians, Turrilites cf. costatus). The lower Upper Ce­no­
manian Calycoceras naviculare Zone (represented by
344
the Oberhäslich Formation), the mid- and upper Upper
Cenomanian Metoicoceras geslinianum and Neocar­dio­
ceras juddii zones (represented by the Dölzschen Formation), and the Lower Turonian Watinoceras coloradoense
and Mammites nodosoides zones (represented by the
Brießnitz and Schmilka formations).
Important taxonomic corrections relate to a single specimen of N. juddii barroisi from the Dölzschen
Formation of Dresden-Plauen which has formerly been
identified as Subprionocyclus neptuni (Geinitz) as well
as W. coloradoense which has been identified as Schlönbachia [sic] gracillima Kossmat. Mammites binicostatus
Petrascheck, 1902, a common ammonite from the Lower
Turonian, is a subjective junior synonym of Spathites
(Jeanrogericeras) reveliereanus (Courtiller, 1860). Tragodesmoceras dresdense (Petrascheck, 1902) must be
regarded as a nomen dubium.
Reference
Wilmsen, M.; Nagm, E. (2013): Upper Cenomanian – Lower Turonian ammonoids from the Saxonian Cretaceous (lower Elbtal
Group, Saxony, Germany). – Bull. Geosci., 88: 647 – 674.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
Exkursionsführer
/ Field trip guide
60 (2): 347 – 369
16 Oct 2014
© Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 2014.
Stratigraphie und Ablagerungsbedingungen der
Kreide in Sachsen (Elbtal-Gruppe, Cenomanium –
Unter­coniacium)
Stratigraphy and depositional setting of the
Cretaceous in Saxony (Elbtal Group, Cenomanian –
Lower Coniacian)
Markus Wilmsen und Birgit Niebuhr
Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Mineralogie und Geologie, Sektion Paläozoologie,
Königsbrücker Landstraße 156, 01109 Dresden, Deutschland; markus.wilmsen@senckenberg.de, birgit.niebuhr@senckenberg.de
Revision accepted 23 September 2014.
Published online at www.senckenberg.de/geologica-saxonica on 14 October 2014.
Kurzfassung
Die integrierte Stratigraphie und Ablagerungsbedingungen der Kreide in Sachsen (Elbtal-Gruppe, Cenomanium bis Unterconiacium) werden in einem NW–SE-Schnitt von distal nach proximal anhand ausgewählter Aufschlüsse vorgestellt. Die Elbtal-Gruppe bildete sich in
einem schmalen Meeresbecken zwischen der Mitteleuropäischen Insel im Südwesten und der Westsudetischen (oder Lausitzer) Insel im
Nordosten. Lithofaziell wird die Elbtal-Gruppe durch fluviatile und marine Sandsteine, karbonatische Siltsteine (Pläner), Mergel und Mergelkalke geprägt, die sich nach dem Nivellieren der prä-Transgressionstopographie im späten Cenomanium auf einem gradierten Schelf
in Abhängigkeit von Wassertiefe und -energie ablagerten. Die distalen Mergel und Pläner werden in Stopp 1 thematisiert. Die Stopps 2
und 3 widmen sich dem Transgressionsgeschehen während des späten Cenomanium. In den Stopps 4–7 nähert sich die Exkursionsroute
paläogeographisch zunehmend der proximalen, sandigen Küstenfazies an, um im letzten Stopp an der Lausitzer Überschiebung, der nordöstlichen Randstörung der Elbtal-Gruppe, zu enden. Dabei werden auch Zusammenhänge zwischen Stratigraphie, Strukturgeologie und
dem Landschaftsbild thematisiert. Der Makrofossilreichtum der Elbtal-Gruppe erlaubt eine detaillierte biostratigraphische Gliederung,
und auf Meeresspiegelschwankungen beruhende sedimentäre Diskordanzen bilden die Basis für weitreichende sequenzstratigraphische
Korrelationen.
Abstract
The integrated stratigraphy and depositional environments of the Saxonian Cretaceous (Elbtal Group, Cenomanian to Lower Coniacian)
are detailed in a NW–SE transect from distal to proximal visiting selected outcrops. The sediments of the Elbtal Group formed in a narrow
basin between the Mid-European Island in the southwest and the Westsudetic or Lusatian Island in the northeast. In terms of lithofacies,
the Elbtal Group comprises fluvial and marine sandstones, calcareous siltstones (Pläner) as well as marls and marly limestones that have
been deposited – after the levelling of the Cenomanian pre-transgression topography – in response to changing hydrodynamic properties
on a grain-size graded shelf. The distal marls and Pläner deposits are the topic of stop 1 while stops 2 and 3 unravel the Late Cenomanian
transgression history. During stops 4–7, the excursion route is palaeogeographically onshore-directed, focussing on the proximal sandy
lithofacies. At the last stop, the field trip ends at the Lausitz thrust fault, forming the northeastern tectonic border of the Elbtal Group.
Furthermore, relationships between stratigraphy, structural geology and geomorphology are discussed. The rich macrofossil content of the
Elbtal Group allows a detailed biostratigraphic subdivision of the succession while sea level-controlled sedimentary unconformities form
the basis for sequence stratigraphic correlations.
ISBN 978-3-910006-53-9 | ISSN 1617-8467
347
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
1. Einleitung
Im  Bereich  des  Elbtales  zwischen  Meißen  und  der
Grenze zur Tschechischen Republik sind in Sachsen
(Deutschland) Sedimentgesteine der tieferen Oberkreide (Cenomanium – Coniacium, ca. 98 – 88 Millionen
Jahre vor heute) sehr gut erschlossen. Diese Elbtalkreide nimmt eine wichtige vermittelnde Position zwischen
den Ablagerungen des temperierten Boreals im Norden
(z. B. norddeutsche Kreidevorkommen) und den tethyalen Warmwasservorkommen im Süden ein. Sie wurde in
einer recht engen Meeresstrasse zwischen der Westsudetischen (oder auch: Lausitzer) Insel und der RheinischBöhmischen Masse (= Mitteleuropäische Insel) abgelagert und zeigt starke litho- und biofazielle Bezieh­ungen
zu zeitgleichen Ablagerungen und Faunen des Böhmischen Kreidebeckens im Südosten. Lithologisch ist die
Elbtalkreide durch fluviatile und marine Sandsteine,
Siltsteine, Tone, Mergel und Mergelkalke dominiert, die
heute in der so genannten Elbtal-Gruppe lithostratigraphisch zusammengefasst werden (Tröger & Voigt in Niebuhr et al. 2007). Die Elbtalkreide ist ein klassisches Gebiet der geognostischen Forschung in Deutschland und
geowissenschaftlich (stratigraphisch, sedimentologisch
und paläontologisch) detailliert untersucht worden. Der
Fokus der Exkursion liegt auf der Schichtenfolge (Stratigraphie), der Litho- und Biofazies und den Ablagerungsbedingungen der Elbtal-Gruppe.
2. Geologischer Überblick
Paläogeographisch gehören die Sedimentgesteine der
Elbtal-Gruppe eher zum südöstlichen Bereich des norddeutschen Kreideschelfs, auch wenn die Fazies starke
Ähnlichkeiten zu der des Böhmischen Kreidebeckens
aufweist (Abb. 1). Die Elbtalkreide bildete sich in einem
schmalen Meeresbereich zwischen dem Böhmischen
Massiv als östlichem Teil der Mitteleuropäischen Insel
im Südwesten und einer Insel im Nordosten, die durch
den Lausitz-Block gebildet wurde (Westsudetische oder
Lausitzer Insel). Dieses Teilbecken wird im Folgenden
als Sächsisches Kreidebecken bezeichnet. Heute ist die
Füllung des Beckens in einem tektonischen Halbgraben
erhalten, dessen aktive NE-Grenze durch die Lausitzer
Überschiebung gebildet wird. Die nordöstliche Begrenzung der heutigen Kreideverbreitung ist also tektonisch
bedingt. Die Mächtigkeitszunahme der Kreidesedimente
in Richtung auf die Randstörung auf bis zu 1.000 m und
fazielle Daten (konglomeratische Schüttungen) lassen
vermuten, dass die Lausitzer Überschiebung zumindest
ab dem (mittleren) Turonium als synsedimentär aktives
Strukturelement die Sedimentation in der Elbezone beeinflusste (Voigt 1994, 2009). Sie steht damit im direkten
geodynamischen und temporären Zusammenhang mit
einer ganzen Reihe NW/SE-streichender Strukturen in
348
Mitteleuropa, die im Zuge einer früh-oberkretazischen
Änderung im Bewegungssinn von Afrika und Iberia zur
Europäischen Platte durch Einengung charakterisiert waren (Kley & Voigt 2008, Voigt 2009).
Trotz der potentiell durch synsedimentäre Tektonik
beeinflussten Sedimentation lassen sich in der Elbtalkreide eine ganze Reihe von sedimentären Sequenzen und
Sequenzgrenzen zeitlich und räumlich recht gut fassen,
deren gute Korrelation mit zeitgleichen früh-oberkretazischen Abfolgen in anderen Kreidebecken eine vorwiegend eustatische Kontrolle wahrscheinlich erscheinen
lässt (Tröger & Voigt 1995, Voigt & Tröger 1996, S. Voigt
et al. 2006, Wilmsen & Niebuhr 2009, Wilmsen et al.
2010, 2011, Niebuhr et al. 2011, 2012, Wilmsen & Nagm
2013). Eine aktuelle sequenzstratigraphische Zusammenfassung präsentieren Janetschke & Wilmsen (2014).
Der folgende geologische Überblick orientiert sich
an der aktuellen lithostratigraphischen Gliederung der
Elbtal-Gruppe (Tröger & Voigt in Niebuhr et al. 2007, s.
Abb. 2). Dabei sind die Formationen der Zittauer Kreide
nicht berücksichtigt worden.
Ein erster Meeresvorstoß in die Elbezone erfolgte vor
etwa 98 – 97 Millionen Jahren (Ma) im späten Untercenomanium von Norden her. Diese Transgression erreichte
das heutige Meißen (Meißen-Formation, Prescher & Tröger 1989, Tröger & Voigt in Niebuhr et al. 2007). Konglomeratische, sandige Bioklastkalke weisen einen küstenund klippennahen, gegliederten Ablagerungsraum aus.
Die Reichweite der Meißen-Formation wird gewöhnlich
auf das obere Untercenomanium beschränkt. Allerdings
legt das Vorkommen eines turrilitiden heteromorphen
Ammoniten nahe, diese bis in das untere Mittelcenomanium auszudehnen (Wilmsen & Nagm 2014). Die fluviatilen Sedimente der Niederschöna-Formation (Voigt 1998)
werden mit einem fortschreitenden Anstieg des Meeresspiegels im Mittelcenomanium in Verbindung gebracht
(rückwärts-gerichtetes Aufschottern der Flussläufe bei
Anwachsen des verfügbaren Platzes bzw. Anheben der
Erosionsbasis). Eine bedeutende marine Transgression erfolgte im Obercenomanium über ein ausgeprägtes Relief
von Niederungen (in verwitterungsanfälligen Gesteinen,
z. B. permischen Sedimenten) und Schwellen (gebildet
durch verwitterungsresistente Gesteine wie Granitoide).
Der Sedimenteintrag erfolgte überwiegend von Südwesten (Erzgebirge als Teil des Böhmischen Massivs) und
von Nordosten (Westsudetische Insel). Dabei verlief eine
Kette von isolierten Inseln und Schwellen entlang des
südwestlichen Randes des Sächsischen Kreidebeckens
(Seifert 1955, Tröger 1956, Voigt et al. 1994, S. Voigt et
al. 2006, Wilmsen et al. 2011). Die ObercenomaniumTransgression geschah in zwei Schüben, der naviculareund der plenus-Transgression. Im frühen Obercenomanium (Calycoceras-naviculare-Zone) wurden zunächst
die flachmarinen Sande, Silte und glaukonitischen Mergeltone der Oberhäslich- und Mobschatz-Formationen
abgelagert. Sie führen eine diverse makrobenthische
Fauna, insbesondere Muscheln. Charakteristisch sind
Schilllagen der Austern Rhynchostreon suborbiculatum
(Lamarck) und Rastellum carinatum (Lamarck) sowie
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 1. Paläogeographie und Ablagerungsbedingungen der Kreide in Sachsen (Elbtal-Gruppe).
a, Paläogeographie der frühen Oberkreide (spätes Cenomanium, etwa 94 Ma) mit Lage des Sächsischen Kreidebeckens (Detailkarte in b,
verändert nach Philip & Floquet 2000).
b, Detailkarte der Paläogeographie der Kreide in Sachsen und Böhmen (verändert nach Voigt 1994). Man beachte die vermittelnde Posi tion der Elbtal-Gruppe zwischen der borealen Kreide im Norden und der tethyalen Kreide im Süden.
Fig. 1. Palaeogeographie and depositional setting of the Saxonian Cretaceous (Elbtal Group).
a, Palaeogeography of the early Late Cretaceous (late Cenomanian), modified after Philip & Floquet (2000), the map area of b is indicated.
b, Detailed palaeogepgraphy of the Saxonian and Bohemian Cretaceous (modified after Voigt 1994). Note the intermediate position of the
Elbtal Group, mediating between the temperate Boreal in the north and the Tethyan warm-water settings in the south.
lokal von Glycymeris obsoleta (Goldfuss). Der zweite spät-cenomane Meeresvorstoß erfolgte nach einem
kurzfristigen Abfall des Meeresspiegels vor etwa 94,5
Ma an der Wende von der Calycoceras-naviculare- zur
Metoicoceras-geslinianum-Zone (Sequenzgrenze SB Ce
5 sensu Janetschke & Wilmsen 2014). Der rasche Anstieg
während der M.-geslinianum-Zone im späten Oberceno-
manium [plenus-Transgression nach dem charakteristischen Belemniten Praeactinocamax plenus (Blainville)]
führte zum Ertrinken vieler noch verbliebener Inseln und
vielfach zum direkten Auflagern (Onlap) der DölzschenFormation auf vormals festländische Grundgebirgsbereiche (Schander 1923, Tröger 1956, Voigt et al. 1994, S.
Voigt et al. 2006, Wilmsen et al. 2011).
349
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
Abb. 2. Chrono-, Bio- und Lithostratigraphie der Elbtal-Gruppe (ohne Zittauer Gebirge).
Fig. 2. Chrono-, bio- and lithostratigraphy of the Saxonian Cretaceous (Elbtal Group) without the Zittau Mountains.
Mit dem Nivellieren der prä-Transgressionstopographie im späten Cenomanium konnten sich im Turonium
unter fortschreitendem Meeresspiegelanstieg einheitlichere Sedimentationsbedingungen eines gradierten
Schelfs etablieren (Abb. 3). Im frühen Turonium bildeten
sich in der Meeresstraße zwischen der Westsudetischen
Insel und der Böhmischen Masse (Erzgebirge) schräggeschichtete Sande, deren einheitlich gerichtete Leeblätter
und Progradationsmuster einen Gezeiten-dominierten
Sandtransport nach NW belegen (Schmilka-Formation;
Voigt 1999). Diese hochenergetischen Flachwassersandsteine verzahnen sich (mit einem Übergangsbereich bio350
turbater, siltig-toniger Feinsandsteine) mit der feinkörni­
gen Beckenfazies im Raum Dresden (kalkige Siltsteine = Pläner und Mergel der Brießnitz-Formation). Nach
einer sedimentären Diskontinuität, verursacht durch
einen Meeresspiegelabfall an der Wende Unter-/Mittelturonium (Sequenzgrenze SB Tu 1 sensu Janetschke &
Wilmsen 2014) erfolgte im frühen Mittelturonium eine
erneute starke Transgression. Diese verschob die Küstenlinie offenbar weit nach W auf die Böhmische Masse,
so dass das südwestliche Liefergebiet (Erzgebirge) seine
bisherige Bedeutung verlor: das Gros der Siliziklastika
der Mittelturonium- bis Unterconiacium-Sandsteine des
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 3. Die Elbtal-Gruppe als hydrodynamisch zonierter (= gradierter) Schelf. Typische Mikrofaziesbilder aus den prinzipiellen Berei
chen (distaler tieferer Schelf, mittlerer Schelf und proximaler Innenschelf) illustrieren die Korngrößengradierung.
Fig. 3. The Elbtal Group interpreted as a hydrodynamically graded shelf. Characteristic microfacies images from distal, intermediate and
proximal zones illustrate the grain size grading.
Elbsandsteingebirges (Postelwitz- und SchrammsteinFormationen) und ihrer feinkörnig-mergeligen Beckenpendants (Räcknitz- und Strehlen-Formationen, Abb. 2,
s. a. Tröger & Wejda 1997) entstammen der Westsude­
ti­
schen Insel. Die höchsten Sedimentmächtigkeiten
wer­den dabei unmittelbar vor der NW/SE-streichenden
Rand­störung (Lausitzer Überschiebung) beobachtet (De­
po­center). Stürme hatten für die Verteilung der Sedi­
mente eine große Bedeutung, wie häufige gradierte
Schichtung, Kolke und Beulenschichtung (hummocky
cross-stratification, HCS) belegen (Voigt 1994, 2011).
Wiederholt in die flachmarinen Küstensande eingeschaltete, matrixreiche Brekzien und Konglomerate (Schuttströme, z. B. nahe Hohnstein) südwestlich der Lausitzer
Überschiebung legen nahe, dass durch synsedimentäre
Bewegungen der Randstörung signifikante Topographie
erzeugt und auf der Lausitz zunächst vorwiegend Deck­
ge­birgs­schichten (Unterkreide, Jura, Permotrias?) ab­ge­
tragen wurden (Voigt 2009, Hofmann et al. 2013). Die
Lausitz ist dabei nur ein Teilbereich einer großmaßstäb­
lichen NW – SE-streichenden Inversionsstruktur (Lausitz-Prignitzer Wall), die (zusammen mit anderen Inver-
sionsstrukturen in Mitteleuropa) durch SW – NE-gerichtete Kompression aktiviert wurde (T. Voigt et al. 2006,
Kley & Voigt 2008, Voigt 2009, Niebuhr et al. 2011).
Die Inversion dauerte mit Sicherheit bis in die spätere
Oberkreide (Campanium) an (vgl. Entwicklung am Harznordrand: T. Voigt et al. 2006), was durch Spaltspurendaten (Erosionsbeträge von mehreren Kilometern mit
Hebungsraten von etwa 100m/Ma, Lange et al. 2008)
und dem Persistieren mariner Kreidesedimentation im
Nordsudetischen Kreidebecken (nördlich der Lausitzer
Insel; z. B. Haller 1963) gestützt wird. Inkohlungsdaten
belegen zudem eine wesentlich höhere Kreidemächtigkeit als durch das heutige Erosionsniveau erhalten (Voigt
2009). Die jüngsten oberflächlich anstehenden Schichten
der Elbtalkreide datieren in das Coniacium: der Sandstein e der Schrammstein-Formation erreicht das Unterconiacium, die Strehlen-Formation im Raum Dresden
reicht bis in das untere Mittelconiacium (Abb. 2).
Für die rechtselbischen Mittelturonium- bis Unterconiacium-Sandsteine der Hinteren Sächsischen Schweiz
erarbeitete Lamprecht (1928, 1934) eine bis in die jüngste
Vergangenheit angewendete Gliederung, die auf den weit
351
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
Abb. 4. Verbreitung der Kreide in Sachsen (Elbtal-Gruppe, grün) und Lage der besuchten Kreide-Lokalitäten. Vorkommen von grob
körnigen, konglomeratischen Einschaltungen in turonzeitlichen Sandsteinen der Postelwitz- und Schrammstein-Formationen
nach Seifert (1937).
Fig. 4. Distribution of the Saxonian Cretaceous (Elbtal Group, green) with indication of the sites visited during the field trip. Occurrences
of conglomeratic intercalations into the Turonian Postelwitz and Schrammstein formations after Seifert (1937).
verfolgbaren, feinkörnigen Einschaltungen beruht. Diese
bilden durch die bevorzugt in ihnen ansetzende Verwitterung deutliche Schichtfugen und Absätze aus, welche die
Sandsteinstufen gegeneinander abgrenzen. Die Sandsteine wurden mit lateinischen Buchstaben durchnummeriert
(Sandsteine a – e, z. T. mit Untergliederung in a1 – a3 resp.
c1 – c3), die feinkörnigen Schichtfugen erhielten griechische Buchstabenkürzel (a, b, g, d). Die Sandsteine a1 – a3
werden nach dieser Gliederung im Hangenden von der
Schichtfuge a3 begrenzt und der Sandstein b von der
Schichtfuge b3. Die markanteste Schichtfuge der Hinteren Sächsischen Schweiz, der so genannte g3-Horizont
im mittleren Oberturonium, wird heute zur Grenzziehung zwischen der Postelwitz- und der SchrammsteinFormation verwendet (Tröger & Voigt in Niebuhr et al.
2007). Die gute Anwendbarkeit des Lamprechtschen
Gliederungsprinzips beruht (wie man heute annimmt)
darauf, dass die feinkörnigen Schichtfugen weitverbreitete Transgressionsmaxima widerspiegeln und damit als
Ausdruck einer Phase der maximalen Überflutung eine
sequenz- und chronostratigraphische (also zeitliche)
Signifikanz haben (Voigt 1994, Janetschke & Wilmsen
2014).
Die Elbtalkreide ist ein klassisches Gebiet der geog­
nostischen Forschung in Deutschland und in Bezug auf
Paläontologie, Stratigraphie und Sedimentologie recht
intensiv untersucht worden. An dieser Stelle sei nur
auf einige wesentliche historische und neuere Arbeiten verwiesen: Geinitz (1839 – 1843, 1849, 1871 – 1875,
352
1872 – 1875): fundamentale Arbeiten zur Paläontologie
und Stratigraphie; Petraschek (1902): Ammoniten der
Kreide in Sachsen; Schander (1923): grundlegende Arbeit zur Transgression des Cenomanium; Lamprecht
(1928, 1934): Sandstein-Gliederung der Hinteren Sächsischen Schweiz; Prescher (1954, 1981): Petrographie,
Stratigraphie; Seifert (1955): Stratigraphie und Paläogeographie; Tröger (1956, 1967, 1969, 2003, 2008): Paläontologie und Stratigraphie, insbesondere Inoceramen; Rast
(1959): geologischer Führer durch das Elbsandsteingebirge, Voigt (1994): Sedimentologie und Stratigraphie; Tröger & Voigt (in Niebuhr et al. 2007): moderne Lithostratigraphie; Tröger & Voigt (1995), Voigt & Tröger (1996),
S. Voigt et al. 2006 und Janetschke & Wilmsen (2014):
Sequenzstratigraphie der Kreide in Sachsen. Übersichtsdarstellungen zur Geologie von Sachsen bzw. der Elbtalkreide finden sich bei Pietzsch (1962), Beeger & Quellmalz (1994), Tröger (2003) sowie Tröger (in: Pälchen &
Walter 2008). Eine aktuelle Revision der Kreidefaunen
präsentieren Niebuhr & Wilmsen (2014).
3. Aufschlüsse
Die Exkursionsroute führt von Dresden aus über Pirna
und Königstein bis in die Hintere Sächsische Schweiz
(Elbsandsteingebirge, Abb. 4). Dabei werden in einem
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 5. Profil der Räcknitz-Formation in Dresden-Kemnitz (Profilaufnahme N. Janetschke, SNSD) und Mikrofaziesbild einer Pläner
bank. Die Legende gilt für alle folgenden Abbildungen.
Fig. 5. Section of the Räcknitz Formation in Dresden-Kemnitz (logging by N. Janetschke, SNSD) with typical microfacies image of
the Pläner beds. The legend applies for all following figures.
NW – SE-Schnitt von distal nach proximal die Stratigraphie und sedimentären Faziesräume des Sächsischen
Kreidebeckens in acht Exkursionsstopps thematisiert.
tobahnzubringers zur A4. Die Zufahrt erfolgt vom ABZubringer.
3.1. Stopp 1
Chronostratigraphie: Mittelturonium, Collignoniceraswoollgari-Zone, biostratigraphisch eingestuft durch das
Auftreten des Index-Ammoniten.
Mergel und Pläner der RäcknitzFormation in Dresden-Kemnitz
Lage: Der Aufschluss in Dresden-Kemnitz liegt nahe der
Eisenbahnlinie Dresden – Leipzig im OT DD-Kemnitz,
westlich der Meißner Landstraße und nördlich des Au-
Lithostratigraphie: Räcknitz-Formation (Tröger & Voigt
in Niebuhr et al. 2007).
Beschreibung und Interpretation: Der Aufschluss der
Räcknitz-Formation in DD-Kemnitz stellt eine der wenigen Möglichkeiten dar, die Mergel- und Plänerfazies
im Raum Dresden zu studieren. Am Hang oberhalb der
Bahnstrecke sind in mehreren Kleinaufschlüssen immer
353
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
wieder einige Profilmeter von dunkelgrauen Mergeln und
dm-mächtigen, mittelgrauen Plänerbänken erschlossen
(Abb. 5). An Fossilien finden sich Inoceramen, Ammoniten (u.a. der Leitammonit Collignoniceras woollgari),
Gastropoden und Austernbruch. Feiner Pflanzenhäcksel
kommt ebenfalls gelegentlich vor. Das Gestein ist stark
bioturbat (inhomogene Gefüge), diskrete Spurenfossilien
(z. B. Chondrites isp.) sind allerdings selten. Mikrofa­
ziell handelt es sich bei den Plänerbänken um bioturbate,
siltige bis feinsandige Mud- bis Wackestones oder kalkige Siltsteine mit Feinsandanteil (Abb. 5). Das feinkörnige (schlammige) Gefüge sowie die Biofazies indizieren
für die Mergel- und Plänerfazies der Räcknitz-Formation
Ablagerungsbedingungen unterhalb der Sturmwellenbasis (Schelfschlick). Die terrigene Beeinflussung, insbesondere der Plänerbänke, ist hoch (Ton, Silt, Feinsand
und Pflanzenhäcksel). Zeitgleiche Ablagerungen im
Raum Meißen sind durch wesentlich höhere Karbonatgehalte und geringere siliziklastische Beeinflussung charakterisiert.
Weiterführende Literatur: Janetschke & Wilmsen (2014).
3.2. Stopp 2
Heidenschanze und Muschelfelsen in
Dresden-Coschütz
Lage: Beim Profil Heidenschanze handelt es sich um
einen ehemaligen Steinbruch, der sich in Dresden-Coschütz in einem Waldstück etwa 300 m nordwestlich
von Alt-Coschütz direkt am Rand zum Tal der Weißeritz befindet. Der Name „Heidenschanze“ geht auf eine
bronzezeitliche Wallanlage zurück. Isolierte Blöcke des
so genannten Coschützer Muschelfelsens befinden sich
unterhalb des Steinbruches am Hang zur Weißeritz.
Lithostratigraphie: Oberhäslich- und Dölzschen-Formationen.
Chronostratigraphie: Obercenomanium (Calycocerasnaviculare- und Metoicoceras-geslinianum-Zonen).
Beschreibung: Das Profil im ehemaligen Steinbruch
erschließt eine etwa 11 m mächtige Abfolge von Sandsteinen und Konglomeraten (Abb. 6). Die unteren 6 m
werden von dickbankigen, mittel-, zum Topp grobkörnigen Quarzsandsteinen (Unterquader) der OberhäslichFormation gebildet, die in die Calycoceras-naviculareZone datieren. Bankfugen werden durch matrixreiche,
schlecht zementierte, Quarzfeinkies-führende Grobsandlagen mit isolierten Geröllen gebildet, die lateral undulieren oder auch zusammenlaufen können. So werden
z. T. linsige Sandsteinpakete von variabler Mächtigkeit
definiert. Intern zeigen sich dm-mächtige, trogförmige
Schrägschichtungskörper und Rinnenstrukturen. Selten
354
findet sich Austernbruch. Zum Topp hin zeigt sich eine
Kornvergröberung und einzelne Gerölle schwimmen in
der mittel- bis grobkörnigen Sandstein-Matrix. Im Nordteil des Steinbruches verzahnen sich die Sandsteine mit
linsenförmigen, groben, matrixgestützten Konglomeraten. Die gut gerundeten Gerölle erreichen bis ca. 50 cm
im Durchmesser, bestehen überwiegend aus stark verwitterten Monzoniten und sind in eine mittelsandige Matrix
eingebettet.
Die Sandsteine der Oberhäslich-Formation werden
mit einem scharfen Basalkontakt von einer etwa 4 – 6 m
mächtigen Konglomerat-Einheit der unteren DölzschenFormation erosiv überlagert (Abb. 6). Die gut gerundeten
Monzonit-Gerölle haben einen Durchmesser von wenigen cm bis zu mehreren dm und ihre Korngröße variiert
lateral und vertikal sehr stark. In den Zwickeln zwischen
den Komponenten befinden sich als Matrix sandige
Schalentrümmerkalke (bioklastische Grain- und Rud­
stones) mit einer reichen Flachwasserfauna aus Austern
und anderen Muscheln, Schnecken, Serpeln, Korallen
und Rudisten. Im höheren Teil des Konglomerats wurde der Belemnit Praeactinocamax plenus (Blainville)
gefunden und die unteren Partien des globalen Oceanic
Anoxic Events (OAE) 2 konnten anhand charakteristischer positiver Exkursionen der KohlenstoffisotopenWerte nachgewiesen werden (Voigt et al. 1994, S. Voigt
et al. 2006). Die Konglomerate der Dölzschen-Formation
gehören dem mittleren Obercenomanium an (Metoicoceras-geslinianum-Zone). Überlagert werden die Konglomerate von kalkigen Siltsteinen (Plänern) des höheren
Obercenomanium (obere Dölzschen-Formation), die den
im Ratssteinbruch sichtbaren Schichten entsprechen (im
Steinbruch nicht mehr aufgeschlossen, aber etwas weiter
nördlich oberhalb des Konglomerats noch sichtbar).
Unterhalb der Steinbruchsohle am nördlich angrenzenden Hang zur Weißeritz liegen mehrere m-große
Blöcke eines leicht rötlichen, Muschelschill-reichen,
fein- bis mittelkörnigen Sandsteins, der als „Muschelfelsen von Koschütz bei Dresden“ bereits von H.B. Geinitz
(1871 – 1875) beschrieben wurde. In diesen Blöcken sind
lagenweise dicht gepackte Schalen einer glycymeriden
Muschel (Glycymeris obsoleta) und von Austern der Art
Rhynchostreon suborbiculatum angereichert. Darüber hinaus sind großwüchsige Gastropoden und Rudisten nicht
selten. Es handelt sich bei diesen Gesteinen um das Liegende der Unterquader-Sandsteine im Steinbruch, die der
unteren Oberhäslich-Formation zugeordnet werden können und etwa 5 m Mächtigkeit erreichen (Walter & Suhr
1997; Abb. 6).
Interpretation: Die Abfolge repräsentiert küstennahe
Ablagerungen in unmittelbarer Nachbarschaft einer ehemaligen Steilküste, die durch die Monzonite gebildet
wurde (Voigt et al. 1994, S. Voigt et al. 2006). Im Zuge
der Cenomanium-Transgression kam es im frühen Obercenomanium zu einem raschen Meeresspiegelanstieg
und zum Auflagern flachmariner Sande der OberhäslichFormation auf den Rand der Monzonit-Küstenklippe,
deren Topp-Bereich allerdings landfest blieb. Monzonit-
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Gerölle wurden im Brandungsbereich zugerundet und
verzahnen sich als konglomeratische Rinnenfüllungen
mit den Sanden der Oberhäslich-Formation. Sturmdomi­
nierte Sedimentationsverhältnisse dokumentieren sich
in den Schill-reichen Sturmablagerungen (Tempestiten)
des Coschützer Muschelfelsens. An der Wende von der
Calycoceras-naviculare- zur Metoicoceras-geslinianumZone erfolgte eine rascher Meeresspiegelabfall, der dazu
führte, dass die Konglomerate der unteren DölzschenFormation als Geröllstrandablagerungen abrupt und erosiv die flachmarinen Sandsteine der Oberhäslich-Formation überlagern (Abb. 6). Dieser Meeresspiegelabfall war
ein recht rasches und globales, d.h. eustatisches, Ereignis und korreliert mit der Sequenzgrenze SB Ce 5 (vgl.
Janetschke & Wilmsen 2014). Nach kurzer Zeit stieg
noch innerhalb der Metoicoceras-geslinianum-Zone der
Meeresspiegel wieder rasch an (kalkige Zwickelfüllungen des Konglomerats) und schuf dabei genügend Platz,
um die Ablagerung recht feinkörniger, siltig-kalkiger
Sedimente (Pläner) oberhalb des Konglomerates zu ermöglichen. Die Transgression ging einher mit dem so
genannten Praeactinocamax-plenus-Event, einem durch
einen besonderen Belemniten gekennzeichneten stratigraphischen Leithorizont, der in ganz NW-Europa (und
darüber hinaus) verfolgbar ist (plenus-Transgression).
Weiterführende Literatur: Schander (1923), Seifert (1955),
Tröger (1956), Voigt et al. (1994), Walter & Suhr (1997),
S. Voigt et al. (2006), Tröger & Voigt (in Niebuhr et al.
2007), Janetschke & Wilmsen (2014).
3.3. Stopp 3
Abb. 6. Profil der Oberhäslich- und unteren Dölzschen-Formation
an der Heidenschanze in Dresden-Coschütz (verändert
und ergänzt nach Wilmsen & Niebuhr 2009). Legende in
Abb. 5.
Fig. 6. Section of the Oberhäslich and lower Dölzschen forma
tions at the Heidenschanze in Dresden-Coschütz (modi
fied after Wilmsen & Niebuhr 2009). Legend in Fig. 5.
Der Hohe Stein und Teichbruch
in Dresden-Plauen am Ostufer der
Weißeritz sowie Blick auf den Ratssteinbruch auf der gegenüber liegenden Talseite in Dresden-Dölzschen
Lage: Der Hügel mit dem Aussichtsturm an der Coschützer Straße liegt hoch über dem Plauenschen Grund, dem
Flusstal der Weißeritz im Südwesten von Dresden. Ursprünglich als Steinbruch der Gemeinde Coschütz angelegt, ging er 1863 in Privatbesitz über – und das rettete dieses einzigartige Naturdenkmal vermutlich vor
dem kompletten Abbau durch Fossilien-Freaks. Denn
der neue Besitzer, der eine Gastwirtschaft und auf dem
noch verbliebenen 10 m hohen Hügel einen Aussichtsturm bauen ließ (Abb. 7), bangte wegen des Interesses
um die Standfestigkeit der Fundamente und ließ 1896
ein Schild aufstellen mit der Aufschrift „Nicht Pickern!“
(Wolf 2006). Nun wuchs der Aufschluss zu – bis er 1975
wieder freigelegt und unter Naturschutz gestellt wurde.
Aber „Pickern“ ist nach wie vor verboten! Von mehreren
Aussichtspunkten, die an einem Wanderweg direkt an der
Steilkante des Weißeritz-Tales liegen, hat man einen gu355
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
Abb. 7.
Der Hohe Stein in Dresden-Plauen: fossilreiche oberceno­mane Sedimente (ca. 94 Ma) aus der Brandungszone des
sächsischen Kreide-Meeres füllen einen Brandungskessel
im kristallinen Grundgebirge.
Fig. 7. The Hoher Stein in Dresden-Plauen: fossiliferous sedimentary rocks (Upper Cenomanian, ca. 94 Ma) fill a trough
from the surf zone of the Saxonian Cretaceous Basin
erod­ed into the crystalline basement.
ten Überblick über den Plauenschen Grund und auf den
Ratssteinbruch auf der gegenüber liegenden Seite des
Flusstales, einem ehemaligen Monzonit-Steinbruch mit
den auflagernden Sedimenten der Kreidetransgression.
Lithostratigraphie: Dölzschen-Formation, der Ratssteinbruch ist die Typuslokalität (Tröger & Voigt in Niebuhr
et al. 2007).
Chronostratigraphie: mittleres bis oberstes Obercenomanium, Metoicoceras-geslinianum- und Neocardioceras juddii-Zonen, biostratigraphisch eingestuft durch
das Auftreten des Belemniten Praeactinocamax plenus
sowie der Ammoniten Metoicoceras geslinianum und
Neocardioceras juddii.
356
Beschreibung: Die Steilkanten des Plauenschen Grundes werden von einem Monzonit des Meißner Massivs
aufgebaut, einem paläozoischen Pluton, der vor ca.
330 Millionen Jahren in der Spätphase der variszischen
Orogenese aufdrang. Am Hohen Stein wurden durch
die Erosionswirkung von Brandungswellen im späten
Cenomanium bis zu 5 m tiefe und 3 m breite Taschen
ausgekolkt und mit fossilreichen Sedimenten der unteren Dölzschen-Formation verfüllt (Abb. 7). Neben den
konglomeratischen Geröllen des Monzonits am Grund
der Taschen finden sich u.a. Muschelschill, Austern,
Brachiopoden, Seeigel-Stacheln, Korallen, Bryozoen,
Haifisch-Zähne und Schwämme (Abb. 8). Die Taschenfüllungen am Hohen Stein sind mit über 130 Taxa sehr
fossilreich. Die Fauna ist durch zumeist festsitzende oder
mit Haftapparaten ausgestattete (fixosessile) und/oder
dickschalige Arten dominiert. Auch eine der bekanntesten sächsischen Fossilstufen der Sektion Paläozoologie
des Museums für Mineralogie und Geologie in Dresden,
eine Austern-Gruppe, gebildet durch zahlreiche Rastellum carinatum (Lamarck), kommt von hier. Die überlagernden Pläner der höheren Dölzschen-Formation sind
eher fossilarm: die Konglomerate und Schalenschuttkalke sind fast zehnmal diverser als die Pläner (Tröger
1956).
Der Teichbruch zeigt das transgressive Auflagern
der Dölzschen-Formation auf den Monzonit ohne Brandungskessel (Abb. 8). Dafür finden sich hier dünne Kieselschwamm-Rasen (Biostrome) direkt auf der Transgressionsfläche. Darüber legen sich die feinkörnigen,
schwach glaukonitischen Pläner der oberen DölzschenFormation.
Am Ratssteinbruch ist das transgressive Auflagern
der Kreide auf das Grundgebirge deutlich zu erkennen.
Die Schichten fallen, dem allgemeinen Schichtenverlauf
an der Südflanke des Elbtal-Grabens folgend, mit 2 – 3°
flach nach NE ein. Auch ein Onlap der Kreideschichten
auf die undulierende Oberfläche des Monzonit nach Südwest ist gut zu erkennen. Oberhalb eines basalen Transgressionskonglomerates mit dem Belemniten Praeactinocamax plenus (Abb. 8) steht hier ein kalkiger Siltstein,
ein so genannter Pläner oder „Plawener Stein“, an, wie
er bereits im 15. Jahrhundert nach dem auf der anderen
Weißeritzseite liegenden Dorf Plauen genannt wurde. In
der kalkig-tonigen Matrix des Pläners findet sich neben
etwas gerundetem, feinkörnigem Quarz auch das autigene Mineral Glaukonit. Das Kreide-Profil des Ratssteinbruches zeigt den plenus-Pläner und ist die Typuslokalität der Dölzschen-Formation. Die Grenze zur hangenden
Brießnitz-Formation ist nicht mehr aufgeschlossen.
Interpretation: Der Hohe Stein zeigt Sedimente einer
typischen, küstennahen Felsklippenfazies, auf der unter hochenergetischen Bedingungen Brandungskessel
ausgekolkt und Konglomerate bzw. Schalentrümmerkalke in ihnen gefangen und abgelagert wurden. Dieses geschah während eines Meeresspiegelanstiegs in
der Metoicoceras-geslinianum-Zone vor etwa 94,5 Ma
(Voigt et al. 1994, S. Voigt et al. 2006). Der Teichbruch
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 8.
S – N-Profilkorrelation von der Heidenschanze zum nördlichen Ratssteinbruch über die cenoman-zeitliche Küstenklippe in Dresden-Plauen (verändert und ergänzt nach Voigt et al. 1994 und S. Voigt et al. 2006) mit charakteristischen Mikrofaziesbildern der
Brandungskesselfüllungen (links) und der überlagernden Pläner (rechts). Das Vorkommen des Belemniten Praeactinocamax
plenus dokumentiert den wichtigen Leithorizont des plenus-Events. Legende in Abb. 5.
Fig. 8.
S – N transect from the Heidenschanze to the northern Ratssteinbruch across the Cenomanian coastal cliff in Dresden-Plauen
(modified and supplemented after Voigt et al. 1994 and S. Voigt et al. 2006) with characteristic microfacies images of the surf
pocket fills and the overlying Pläner sediments. The occurrence of the belemnite Praeactinocamax plenus provides an important
stratigraphic marker bed (the plenus Event of authors). Legend in Fig. 5.
zeigt dieselbe Situation ohne Brandungskessel auf einer
Abrasionsplattform. Bei fortschreitendem Meeresspiegelanstieg ertranken die Küstenklippen des Plauenschen
Grundes komplett und es konnten unter ruhigeren Sedimentationsverhältnissen unterhalb der Sturmwellenbasis kalkige Siltsteine (Pläner) und Mergel zum Absatz
kommen (Abb. 8). Am Teichbruch wuchsen zunächst
Kieselschwammrasen auf der Transgressionsfläche auf.
S. Voigt et al. (2006) rekonstruierten auf Basis stratigraphischer Architekturen und fazieller Daten einen absoluten Meeresspiegelanstieg etwa 20 – 30 m für die plenusTransgression. Die Untersuchung zeitgleicher Abfolgen
in Dresden-Lockwitz (Wilmsen et al. 2011) und unpublizierte Daten zu Onlap-Architekturen im Ratssteinbruch
(Wilmsen & Janetschke, in Vorb.) legen sogar einen
Meeresspiegelanstieg von 50 m während der Metoicoceras-geslinianum-Zone nahe.
Weiterführende Literatur: Geinitz (1871 – 1875), Häntzschel (1933), Tröger (1956), Pietzsch (1962), Beeger &
Quellmalz (1994), Voigt et al. (1994), Tröger (2003),
S. Voigt et al. (2006), Tröger & Voigt (in Niebuhr et al.
2007), Wilmsen & Niebuhr (2009), Wilmsen et al. (2011).
3.4. Stopp 4
Steinbruch der Sächsischen Sand
steinwerke im Lohmgrund bei
Dohma-Cotta
Lage: Der aktive Steinbruch der Sächsischen Sandsteinwerke liegt ca. 5 km südlich von Pirna und ca. 1,5 km
357
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
Lithostratigraphie: Cottaer Bildhauersandstein der Schmil­
ka-Formation.
Chronostratigraphie: Unterturonium (Watinoceras-coloradoense- und Mammites-nodosoides-Zone).
Abb. 9.
Profil des Cottaer Bildhauersandsteins der oberen Schmilka-Formation im aktiven Steinbruch Lohmgrund der Sächsischen Sandsteinwerke (verändert nach Wilmsen & Niebuhr 2009). Legende in Abb. 5.
Fig. 9.
Section of the Cottaer Bildhauersandstein of the upper
Schmilka Formation in the active Lohmgrund quarry of
the Sächsische Sandsteinwerke (modified after Wilmsen
& Niebuhr 2009). Legend in Fig. 5.
südwestlich der Ortschaft Rottwerndorf zwischen den
Wegen Schindergraben und Lohmgrund.
358
Beschreibung: Das Profil der Schmilka-Formation im
Lohmgrund umfasst eine ca. 22,50 m mächtige Abfolge
von dickbankigen, überwiegend feinkörnigen Sandsteinen (Quadersandsteine), die von dm-dicken, tonig-siltig-feinsandigen Fugen voneinander abgegrenzt werden
(Abb. 9, 10a). Oberhalb der obersten Abbausohle stehen
in der verwachsenen Böschung schlecht aufgeschlossen dünn- bis mittelbankige Sandsteine in Wechsellagerung mit siltig-sandigen Mergeln an. Die Mächtigkeit
der Sandsteine ist recht konstant bei ca. 3 m, lediglich
im mittleren Profilbereich kommt eine, allerdings durch
dünne Bankfugen gegliederte, ca. 5 m mächtige Bank
vor. Die Sandsteine sind bioturbierte, quarzreiche Feinsandsteine mit tonigem Bindemittel (Cottaer Bildhauersandstein), lediglich die beiden obersten Bänke errei­
chen jeweils zum Banktopp hin mittlere Korngröße.
Die Toppfläche der Sandsteine ist scharf, zum Teil auch
eisen­schüssig und daher braun gefärbt. Das Gefüge der
Sandsteine ist durch sehr intensive Bioturbation geprägt
und hat einen flaserigen Charakter (Abb. 10b). Als typische Spuren können Thalassinoides isp. und Ophiomorpha nodosa (mit noppiger Wandstruktur) anhand der charakteristischen Y-förmigen Verzweigungen identifiziert
werden. Häufig finden sich auch keulenförmig verdickte
Gang­partien, die als „Wendestellen“ der Gangerzeuger
(mut­maßlich Zehnfußkrebse der Familie Callianassidae)
gedient haben und früher von Geinitz (1871 – 1875) als
Schwamm (Spongia saxonica) beschrieben wurden. Im
oberen Profilteil wurden typische senkrechte, U-förmige
Spreitenbauten (Diplocraterion isp.) beobachtet, vom
Topp der obersten Bank führen senkrecht bleistiftdicke
Skolithos-artige Bauten über 1,5 m tief ins Substrat hinab
(Abb. 10c). Größere, häufig auch angebohrte Treibholzreste finden sich als schwarze (= inkohlte) Einschlüsse
im gesamten Profil, auch fein verteilte Pflanzenhäcksel
sind zahlreich. Makrofossilien sind recht häufig, allerdings ist die Fauna nicht sehr divers, da Inoceramen
der Mytiloides-labiatus-Gruppe und Steckmuscheln der
Gattung Pinna die Vergesellschaftung stark dominieren
(Abb. 10a). Die beiden unteren, jeweils 3 m mächtigen
Sandsteinbänke sind recht reich an Mytiloides labiatus,
die dort oft in Nestern zweiklappig (par-)autochthon
vorkommen, aber auch höher gefunden werden. Selten
eingeschaltete Schill-Lagen mit isolierten Klappen reflektieren episodische Aufarbeitungsereignisse. Pinna ist
ebenfalls im gesamten Profil verbreitet, zeigt aber im höheren Profilbereich eine größere Häufigkeit und kommt
dort oft in Lebensstellung vor. Daneben finden sich gelegentlich weitere Muscheln (z. B. Lima sp., Pectiniden)
und Kiesel­schwämme. Ammoniten sind äußerst selten.
Interpretation: Die litho- und biofaziellen Daten erlau­
ben die Rekonstruktion eines gut durchlüfteten, über-
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 10. Geländeaspekte der Schmilka-Formation. a, Schmilka-Formation in der Fazies des Cottaer Bildhauersandsteins im aktiven
Steinbruch Lohmgrund der Sächsischen Sandsteinwerke. b, Anreicherung von Inoceramen der Gattung Mytiolides im unteren
Profilteil. c, stark bioturbates Gefüge. d, senkrechte, Skolithos-artige Bauten im oberen Profilteil.
Fig. 10. Field aspects of the Schmilka Formation. a, Schmilka Formation (Cottaer Bildhauersandstein) in the active Lohmgrund quarry
of the Sächsische Sandsteinwerke. b, accumulation of inoceramids of the genus Mytiolides in the lower part of the section. c,
strongly bioturbated fabric. d, vertical, Skolithos-like burrows in the upper part of the section.
wiegend niedrig-energetischen Lebensraumes im mittleren Schelfbereich unterhalb der Schönwetter-Wellenbasis (Voigt 1999). Epibyssate (Mytiloides) und semiinfaunale Muscheln (Pinna) dominieren die benthischen
Lebensgemeinschaften, dazu gesellt sich reiches infaunales Leben (Krebse, Würmer etc.). Der konstant hohe
Eintrag an Feinsand und Pflanzenresten zeigt, dass ein
bewachsenes Festland nicht allzu fern lag. Die Bankpaare von dünner, feinkörniger Fuge und dicker Sandsteinbank können als wiederholte Verflachungszyklen
(Parasequenzen) gedeutet werden, die von marinen
Flutungsflächen am Topp der Sandsteinbänke gegenein­
ander abgegrenzt werden. Insgesamt dokumentiert die
zyklische Abfolge der Schmilka-Formation an diesem
Aufschluss einen übergeordneten Verflachungstrend,
der sich sowohl in der Korngröße (mittelsandig zum
Topp) als auch der Biofazies, insbesondere den Spurenfossilien (küstennahe Skolithos-Ichnofazies zum Topp
hin), widerspiegelt. Der Trend kulminiert in einem Erosionshorizont nahe der Unter-/Mittelturonium-Grenze
(Sequenzgrenze SB Tu 1, siehe Janetschke & Wilmsen
2014).
359
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
Abb. 11. Schematisches Profil der Schmilka-Formation an der Ottomühle (links, verändert nach Voigt 1994) und Detailprofil in der Fel
sengasse mit Sequenzgrenze SB Tu 1 im Unter-/Mittelturonium-Grenzbereich (rechts, nach Janetschke & Wilmsen 2014).
Fig. 11. Schematic section of the Schmilka Formation at the der Ottomühle (left, modified after Voigt 1994) and detailed section of the
Felsengasse including sequence boundary SB Tu 1 (Lower/Middle Turonian boundary interval; right, according to Janetschke &
Wilmsen 2014).
Weiterführende Literatur: Voigt (1994, 1999), Tröger &
Voigt (in Niebuhr et al. 2007), Janetschke & Wilmsen
(2014).
3.5. Stopp 5
Felswände nahe der Ottomühle
im Bielatal
Lage: Nahe der Ottomühle im Bielagrund, ca. 2 km südlich der Ortschaft Rosenthal-Bielatal, sind oberhalb des
Besucherparkplatzes weiträumige Steilwände ausgebildet, die als Kletterfelsen genutzt werden. Berühmt sind
zwei Felstürme, die so genannten Herkulessäulen.
Lithostratigraphie: Labiatus-Quader der oberen Schmilka-Formation.
Chronostratigraphie: oberes Unterturonium bis Unter-/
Mittelturonium-Grenzbereich.
Beschreibung: Das ca. 30 – 40 m mächtige Profil an den
Felswänden im Bielatal erschließt den oberen Teil der
labiatus-Quader der Schmilka-Formation und ist zeit360
gleich zu den im Lohmgrund gezeigten Feinsandsteinen
des Cottaer Bildhauersandsteins entstanden (Abb. 11). Es
wird dominiert durch mittel- bis grobkörnige Quarzsandsteine, die in dm-dicken planaren Vorschüttungskörpern
intensiv schräggeschichtet sind (Abb. 12). Die Leeblätter
der Schrägschichtungskörper sind sehr einheitlich nach
NW gerichtet. Crustaceen-Bauten (Ophiomorpha, Thalassinoides) sind häufig, werden aber zum Topp des Profils deutlich seltener (Voigt 1994, 1999). Gleichgerichtet
nehmen die durchschnittliche Mächtigkeit der Schrägschichtungskörper ab und die Korngröße zu, um in einem
markanten Intervall bei Profilmeter 29,50 – 31,50 Grobsand- bis Feinkies-Größe zu erreichen (Abb. 11). Innerhalb dieses Paketes gibt es eine deutliche Erosionsfläche,
und oberhalb nimmt die Korngröße rasch wieder ab,
um graduell in die feinsandig-mergeligen Schichten der
Übergangsfazies der Postelwitz-Formation überzugehen.
Inoceramen der Mytiloides labiatus-Gruppe erlauben
eine Datierung des Profils, oben treten M. subhercynicus
und M. hercynicus hinzu (Voigt 1994).
Interpretation: Die obere Schmilka-Formation an der Ottomühle repräsentiert flach-subtidale Gezeitensande des
oberen Vorstrandes (Voigt 1994, 1999). Diese wurden in
der Meerenge zwischen der Westsudetischen Insel und
dem südwestlich gelegenen Böhmischen Massiv auf-
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 12. Sedimentstrukturen im labiatus-Sandstein der Schmilka-Formation. a, unidirektionale planare Schrägschichtung in der Schmilka
Formation an der Ottomühle. b, Entstehung planarer Schrägschichtungskörper durch Migration geradliniger Antiformen am
Meeresboden.
Fig. 12. Sedimentary structures of the labiatus Sandstone of the Schmilka Formation. a, unidirectional planar cross-bedding in the
Schmilka Formation at the Ottomühle. b, formation of planar crossbeds due to migration of straight-crested antiforms at the sea
floor.
grund von dominierend NW-gerichteten Gezeitenströmungen abgelagert. Wie im distaleren Parallelprofil zeigt
sich auch hier eine graduelle Verflachung, die in einer
Erosionsdiskordanz im Unter-/Mittelturonium-Grenz­be­
reich bzw. im tiefsten Mittelturonium endet (Sequenzgrenze SB Tu 1 sensu Janetschke & Wilmsen 2014). Bei
dieser inmitten eines feinkiesigen Grobsandes ausgebildeten Sequenzgrenze handelt es sich um ein bio- und
sequenzstratigraphisches Äquivalent der „Hornsand-Un­
con­
formity“ der Danubischen Kreide-Gruppe auf der
SW-Seite des Böhmischen Massivs (Niebuhr et al. 2011).
Die folgende früh-mittelturone Transgression zeigt sich
in einem klaren fining-upward-(= nach oben feiner werdend) Trend (Abb. 11).
Weiterführende Literatur: Voigt (1994, 1999), Tröger &
Voigt (in Niebuhr et al. 2007), Janetschke & Wilmsen
(2014).
3.6. Stopp 6
Steinbruch Reinhardtsdorf
Lage: Der aktive Steinbruch der Sächsischen Sandsteinwerke liegt unmittelbar westnordwestlich von Reinhardtsdorf. Am zentralen Dorfplatz biegt man in den Dr.-JakobiWeg und folgt diesem bergan ca. 500 m nach Westen.
Lithostratigraphie: Postelwitz-Formation (Grenzbereich
Sandstein a3 zu Sandstein b).
Chronostratigraphie: Mittel-/Oberturonium-Grenzbereich
(obere Collignoniceras-woollgari- bis untere Sub­pri­ono­
cyclus-neptuni-Zone). Das Vorhandensein von sehr großwüchsigen Inoceramus lamarcki stuemckei Heinz spricht
für eine stratigraphische Position sehr hoch im Mittelturonium oder bereits im basalen Oberturonium. Die Indexart
für die Basis des Oberturonium, Inoceramus perplexus
Whitfield (= Inoceramus pietzschi Tröger) konnte bisher
nicht nachgewiesen werden, weil sie (faziell oder erhaltungsbedingt) in der sandigen Lithofazies generell fehlt.
Beschreibung: Das Profil im Steinbruch Reinhardtsdorf
beginnt unterhalb der heute aktiven Bruchsohlen auf dem
Niveau einer historischen Abbausohle im nördlichen
Bruchteil. Hier stehen bis zu 7,50 m mächtige Pakete aus
bräunlichen Fein- bis Mittelsandsteinen an, die an durch
Bioturbation akzentuierten Bankfugen in dicke (1 – 2 m)
Bänke unterteilt werden (Abb. 13). Gelegentlich zeigen
sich flache Rinnenstrukturen. Das Gefüge der Sandsteine
ist stark bioturbiert, vereinzelt können OphiomorphaBauten identifiziert werden. Oberhalb einer 20 cm mächtigen, siltig-feinsandigen Fuge beginnt ein weiteres Sandsteinpaket, dessen Topp in den unteren Bereich der neuen Abbausohle hineinreicht (Profilmeter 7,75 – 12,50).
Dieses Paket ist ebenfalls intern in Bänke gegliedert und
zeigt ein deutliches coarsening-upward (nach oben gröber werdend) von bräunlichen Fein- zu hellen, quarzreichen, z. T. feinkiesigen Grobsandsteinen. In den oberen
2 m zeigen sich flache Rinnenstrukturen (z. T. mit Tonlagen nachgezeichnet), viele Pflanzenhäcksel und auch
größere inkohlte Holzstücke sowie starke Bioturbation.
Im obersten Bereich befinden sich grob verfüllte Bauten,
die Toppfläche ist scharf und etwas eisenschüssig. Mit
361
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
einer weiteren, 10 cm dünnen, siltigen Fuge beginnt ein
nächstes Sandsteinpaket (Topp bei 17,10 m), welches
den unteren, momentan abgebauten Sandsteinhorizont
(Quader) darstellt. Im unteren Bereich des Paketes, bei
ca. 13 m, zeigt eine gradierte Feinkies-Sandsteinlage mit
Hummocky cross-bedding (HCS, Beulenschichtung)
Sturmeinfluss, gefolgt von bioturbierten, grünlichen
Feinsandsteinen mit Tonflasern und Pflanzenhäckseln.
Undeutliche, mehr oder weniger horizontbeständige
Bankfugen gliedern auch dieses Paket in untergeordnete
Bänke. Im mittleren Bereich des Paketes (bei ca. 15 m)
kommen großwüchsige, stark berippte Inoceramen (Inoceramus lamarcki stuemckei Heinz) vor (Abb. 13d).
In der obersten Bank (15,50 – 17,10 m), einem quarzreichen Fein- bis Mittelsandstein, wurden Pinna cretacea
(Schlotheim) in und ex situ gefunden (Abb. 13c), dazu
gesellen sich zahlreiche, auch angebohrte, Holzreste und
starke Bioturbation. Im oberen Bereich findet sich eine
gradierte, erosiv eingeschnittene Feinkies-/Grobsandlage
mit bis zu 3 cm großen Quarzgeröllen, die wiederum von
einem ca. 20 cm dicken, total bioturbat entschichteten
Mittelsandstein überlagert wird. Grob und fein verfüllte Gänge aus dieser Lage, darunter auch bis zu 60 cm
lange, bleistiftdünne Skolithos-Bauten, durchteufen die
unterlagernde Kieslage. Der Topp des Paketes ist wiederum scharf und eisenschüssig und wird von einem dmdicken Tonhorizont überlagert, der die Basis des nächsthangenden Sandsteinpakets definiert (dem oberen, im
Abbau befindlichen Quader, zwischen 17,20 – 21,00 m).
Dieser wiederum ist intern in zwei coarsening-upwardZyklen von Fein- bzw. Mittelsandstein zu feinkiesigem
Grobsand gegliedert (Grenze bei 19 m). An der Grenze
befindet sich ein diskontinuierlicher Tonsaum. In der unteren Bank sind großwüchsige Inoceramus lamarcki stuemckei Heinz nicht selten, in der oberen sind reliktisch
trogförmige Schrägschichtungskörper erhalten. Limide
und pectinide Muscheln sowie Austern [Rhynchostreon suborbiculatum (Lamarck)] kommen ebenfalls vor.
Der obere Profilteil (21,00 – 23,50 m) besteht aus einer
Wechselfolge von bioturbierten, hellen, quarzreichen
Fein- bis Mittelsandsteinen, in die bräunliche, dm-dicke,
grobsandig-feinkiesige Lagen mit erosiver Basis eingeschaltet sind. In diesen finden sich Quarzgerölle bis 3 cm
Durchmesser und viele pectinide Muscheln. Krebsbauten
(Ophiomorpha isp., Abb. 13a) sind zum Teil mit grobem
Material (Grobsand bis Feinkies) verfüllt. Die hangenden 2 m bestehen aus einer dem direkten Unterlager
faziell sehr ähnlichen Wechselfolge, sind aber bereits
zu stark verwittert. Das Profil wird von einer quartären
Löß(lehm)-Decke abgeschlossen.
Interpretation: Die Analyse der litho- und biofaziellen
Daten der Postelwitz-Formation aus dem Steinbruch in
Reinhardtsdorf resultiert in der Rekonstruktion eines
überwiegend mäßig energetischen, gut durchlüfteten,
nährstoffreichen und normal marinen Ablagerungsraumes oberhalb der Sturmwellenbasis. Gelegentlich verschiebt sich der Ablagerungsraum auch in höherenergetische Faziesbereiche oberhalb der Schönwetterwellen362
basis (gröbere Fazies mit Sedimentstrukturen zum Topp
der Sandsteinpakete und im oberen Profilteil generell).
Eine reiche Infauna hat zumeist, mit Ausnahme der oberen Profilteile, zu einer vollständigen Durchwühlung
des Sedimentes und zur Vernichtung fast aller primären
Sedimentstrukturen geführt. Diese stabilen Fein- bis
Mittelsandsubstrate wurden von einer benthischen Lebensgemeinschaft, die durch epifaunale Muscheln wie
großwüchsige und stark skulpturierte, flach dem Substrat aufliegende Inoceramen (Inoceramus lamarcki
stuemckei), Pectiniden und Limiden sowie durch semiinfaunale Muscheln (Pinna) charakterisiert wurde (Abb.
13c, d), bevorzugt. Der hohe Eintrag an Pflanzenresten
zeigt, dass ein bewachsenes Festland nicht allzu fern lag.
Bedeutende Sturmereignisse sind durch HCS und Schilllagen mit exhumierten, großwüchsigen Pinna creatcea
dokumentiert (s. a Voigt 2011).
Insgesamt dokumentiert die zyklische Abfolge der
Postelwitz-Formation in Reinhardtsdorf einen übergeordneten Verflachungstrend (Abb. 13), der sich sowohl
in der Korngröße (grobsandig-feinkiesig zum Topp), Sedimentstrukturen, der Biofazies und der abnehmenden
Zyklenmächtigkeit ins Hangende (Abnahme des verfügbaren Platzes) widerspiegelt. Sequenzstratigraphisch
zeigt sich hierin ein progrades Faziesmuster des späten
Hochstandes (normale Regression). Da am StandardSandsteinprofil der Hinteren Sächsischen Schweiz im
Schrammstein-Winterberg-Gebiet (Lamprecht 1928,
1934) nach eigenen Beobachtungen der Kontakt von
Sandstein a3 zu Sandstein b durch eine bedeutende Sequenzgrenze geprägt ist (s. a Janetschke & Wilmsen
2014), sollte die regressive Abfolge in Reinhardtsdorf
sinnvollerweise dem Topp von Sandstein a3 entsprechen.
Der rechtselbische, ca. 30 m mächtige, kompakte, grobe
Sandstein b soll linkselbisch hier im „Cunnersdorfer Revier … fein- bis mittelkörnig, jedenfalls feiner als im Gebiet der Schrammsteine und des Winterberg-Gebietes“
sein (Seifert 1955: 68). Es ist also schwierig, ihn in dieser
Lithofazies vom Sandstein a3 zu unterscheiden.
Weiterführende Literatur: Seifert (1955), Voigt (1994,
2011), Tröger & Voigt (in Niebuhr et al. 2007), Wilmsen
& Niebuhr (2009), Janetschke & Wilmsen (2014).
3.7. Stopp 7
Aussichtspunkt Kaiserkrone mit Blick
auf die Schrammsteine
Lage: Die Kaiserkrone liegt unmittelbar nordöstlich von
Schöna an der Bahnhofsstraße, die hinunter ins Elbtal zu
den (linkselbischen) S-Bahnhöfen Schmilka-Hirschmühle und Schöna führt.
Lithostratigraphie: obere Postelwitz-Formation (Sandsteine c1 – c3) und Schrammstein-Formation (Sandsteine
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 13. Profil und (Bio-)Fazies der Postelwitz-Formation im aktiven Steinbruch der Sächsischen Sandsteinwerke in Reinhardtsdorf
(verändert und ergänzt nach Wilmsen & Niebuhr 2009). Legende in Abb. 5. a, Ophiomorpha-Gang im oberen Profilteil. b, nahe
zu symmetrischer Großrippel. c, Pinna cretacea (Schlotheim) in und ex situ. d, Inoceramus lamarcki stuemckei Heinz. e, kom
plett bioturbierte Schichtfuge zwischen zwei Sandsteinbänken.
Fig. 13.
Section of the Postelwitz Formation in the active quarry of the Sächsische Sandsteinwerke in Reinhardtsdorf (modified after
Wilmsen & Niebuhr 2009). Legend in Abb. 5. a, Ophiomorpha burrow from the upper part of the section. b, nearly symmetrical
large ripple. c, Pinna cretacea (Schlotheim) in and ex situ. d, Inoceramus lamarcki stuemckei Heinz. e, completely bioturbated
interbed between two sandstone layers.
363
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
Abb. 14. Geomorphologie und Lithostratigraphie der Hinteren Sächsischen Schweiz. a, Blick vom nördlichen Teilgipfel der Kaiserkrone
auf die Schrammsteine mit Sandsteinstufen, Leithorizonten und Formationsgliederung (aus Wilmsen & Niebuhr 2009). b, sche
matisierter Schnitt von der Kaiserkrone zum Großen Winterberg (verändert nach Lemme & Engelmann 1959). c, g3-Horizont an
der Kaiserkrone.
Fig. 14. Geomorphology and lithostratigraphy of the Saxonian Switzerland. a, view from the northern peak of the Kaiserkrone towards
the Schrammstein Massif with indication of sandstone units, marker beds and formations (after Wilmsen & Niebuhr 2009).
b, schematic cross-section from the Kaiserkrone to the Großer Winterberg (modified after Lemme & Engelmann 1959). c, g3 ho­
rizon at the Kaiserkrone.
d und e); an der Kaiserkrone selbst nur bis Sandstein d
(unterer Teil), im Schrammsteinblick auch Sandstein e.
Chronostratigraphie: Oberturonium und (im Schrammsteinblick) Unterconiacium.
Beschreibung: Die Kaiserkrone stellt einen typischen
kleineren, bereits in fortschreitender Zerstörung begriffenen Tafelberg des Elbsandsteingebirges dar. Der Gipfel
ist an NNW/SSE-streichenden Klüften in drei Einzelfelsen zergliedert, die, von der Ferne betrachtet, den kronenartigen Habitus des Felsen ausmachen. Mit 354 m ist
sie etwas niedriger als der unmittelbar südlich gelegene
Zirkelstein (384 m), aber einfacher zu besteigen, und bietet vom nördlichen Teilgipfel einen phantastischen Ausblick auf das Schrammstein-Winterberg-Gebiet, in dem
von Lamprecht (1928, 1934) die klassische Gliederung
der Hinteren Sächsischen Schweiz in die Sandstein-Stufen a – e erarbeitet wurde (Abb. 14a).
364
Die bewaldeten Hänge der Kaiserkrone bestehen aus
der oberen Postelwitz-Formation (Sandsteine c1 – c3), die
„Krone“ (d. h. der Felsgipfel) aus großbankigen, grobsandig-feinkiesigen Sandsteinen des Sandsteins d der
unteren Schrammstein-Formation (Abb. 14b). Zwischen
Sandstein c3 der oberen Postelwitz-Formation und Sandstein d der unteren Schrammstein-Formation liegt als gut
kenntlicher Marker der γ3-Horizont (Abb. 14c). Dieser
ist feinsandig ausgebildet, weniger stark zementiert und
bildet somit immer deutliche Schichtfugen und -höhlen
aus, an denen die Verwitterung bevorzugt ansetzt (deutlich am „Krümelsand“ zu erkennen). An vielen Stellen
ist auch die typische Alaunverwitterung mit ihren charakteristischen „fressenden Wunden“ zu sehen, die an
der frischen, gelblichen Farbe der Sandsteine kenntlich
sind. Im Niveau des γ3-Horizonts führt ein Ringwanderweg um die drei Teilgipfel herum. Vom Nordgipfel aus
kann an den alten Postelwitzer Brüchen im Typusprofil
am Elbhang sehr schön die Postelwitz-Formation erkannt
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 15. Distal – proximal-Korrelation des Strehlener Kalks (untere Strehlen-Formation, mittleres Oberturonium) mit dem Zeichener Ton
(Faziesübergangsgebiet) und dem g3-Horizont (Hintere Sächsische Schweiz) an der Basis der Schrammstein-Formation als Aus
druck eines Transgressionsmaximums; TST = transgressiver Systemtrakt, HST = Hochstand-Systemtrakt. Profil in Strehlen nach
Tröger & Wolf (1960).
Fig. 15. Distal – proximal correlation of the Strehlen Limestone (lower Strehlen Formation, mid-Upper Turonian) with the Zeichen Clay
(facies transition zone) and the g3 horizon (Saxonian Switzerland) at the base of the Schrammstein Formation as a result of a
maximum floding zone; TST = transgressive systems tract, HST = highstand systems tract. Strehlen section after Tröger & Wolf
(1960).
werden (insbesondere die Sandsteine a1 – a3, die dort
als „Postaer Sandstein“ gebrochen wurden; Abb. 14a).
Die Schrammsteine werden zunächst oberhalb des γ3Horizonts von etwa 50 – 60 m hohen, senkrechten Felswänden des Sandsteins d der unteren Schrammstein-Formation geformt. Etwa 20 m unterhalb der Gipfel befindet
sich eine weitere Schichtfuge (d2-Horizont), der an einer
oft bewachsenen Stufe den hangenden Sandstein e der
Schrammstein-Formation abgrenzt (Abb. 14a). Der d2Horizont umfasst ein etwa 4 m mächtiges Intervall dünnbankiger, bioturbater Feinsandsteine. Sandstein e erreicht
am Großen Winterberg mindesten 80 m Mächtigkeit; an
den Schrammsteinen sind ca. 20 m erhalten, welche die
oberste Kappe des Gipfelzuges bilden. Nur wenige der
„Steine“ des Elbsandstein-Gebirges haben, wie z. B. der
Lilienstein und der Pfaffenstein, auf ihren Gipfeln noch
Reste des Sandsteins e erhalten.
Interpretation: Die Grenze von der Postelwitz- zur
Schrammstein-Formation stellt einen bedeutenden mittel-oberturonen Leithorizont dar: im γ3-Horizont dokumentiert sich eine bedeutende Transgression (gut sortierte, feinkörnige marine Quarzarenite), die nach Verglei-
chen mit den Beckenprofilen im Raum Dresden mit dem
Strehlener und Weinböhlaer Kalk und dem darin dokumentierten Hyphantoceras-Event bzw. dem Zeichener
Ton im Faziesübergangsgebiet korrelieren dürfte (Seifert 1955, Voigt 1994, Tröger & Wejda 1997, Janetschke
& Wilmsen 2014, Abb. 15). Die groben Sandsteine der
unteren Schrammstein-Formation bestehen überwiegend aus (z. T. rötlichen) Quarzen, haben aber eine sehr
schlechte texturelle Reife (schlechte Sortierung und Zurundung). Die Ablagerung erfolgte in relativer Küstennähe, die Transportwege aus dem Liefergebiet (Lausitz)
waren eher kurz. Gleichsam konnte wohl aufgrund rascher Ablagerung und Überdeckung keine nennenswerte
marine Maturierung der Sande im Küstengebiet erfolgen.
Das spricht für hohe Absenkungsraten im Bereich vor
der Lausitzer Überschiebung und entsprechende synsedimentäre tektonische Aktivität.
Der d2-Horizont signalisiert ein weiteres Transgressionsereignis in der grobsandigen Küstenfazies der
Schrammstein-Formation. Es handelt sich dabei mutmaßlich um ein Ereignis des frühsten Coniacium, insbesondere unter Berücksichtigung einer Korrelation des d2Horizontes mit dem Zatzschker Mergel (s. Abb. 2). Gesi365
M. Wilmsen, B. Niebuhr: Exkursionsführer — Kreide in Sachsen
chert ist das Vorkommen von Inoceramen der Cremnoceramus-waltersdorfensis- und Cremnoceramus-deformisGruppen des Unterconiacium im Zatzschker Mergel bei
Pirna-Zatzschke Allerdings wurden aus den Übertage
anstehenden Sandsteinen c, d und e des SchrammsteinWinterberg-Gebietes bisher wenig bis keine biostratigraphisch verwertbaren Fossilien geborgen. Alle wichtigen
Leitfossilen der oberen Postelwitz-Formation und der
Schrammstein-Formation, einschließlich der unterconiacischen Index-Inocerame Cremnoceramus inconstans
aus der Bohrung Rathewalde (Tröger 2008), stammen
aus dem Übergangsbereich der sandigen zur mergeligen
Lithofazies zwischen Pirna – Wehlen – Rosenthal – Bielatal (vgl. Tröger & Voigt in Niebuhr et al. 2007, Tröger &
Niebuhr 2014).
Weiterführende Literatur: Seifert (1955), Rast (1959), Voigt
(1994), Tröger & Voigt (in Niebuhr et al. 2007), Wilmsen
& Niebuhr (2009), Janetschke & Wilmsen (2014).
3.8. Stopp 8
Hocksteinaussicht nahe Hohnstein
Lage: Die Hocksteinaussicht ist eine rechtselbische Felsbastei am westlichen Polenztalhang, gegenüber dem Ort
Hohnstein. Vom Parkplatz unterhalb der Hocksteinschänke führt ein ausgeschilderter Wanderweg südostwärts in
Richtung Polenztal. Über die Teufelsbrücke erreicht man
die auf einem Felsvorsprung gelegene Hocksteinaussicht.
Lithostratigraphie: Schrammstein-Formation.
Chronostratigraphie: Oberturonium bis Unterconiacium.
Beschreibung: Der Hockstein umfasst eine gegliederte Felsplattform, deren nahezu senkrecht Wände in das
über 100 m tiefer gelegene Polenztal abfallen (Abb. 16).
Auf der anderen Seite des Tales erhebt sich der von einer
Burg gekrönte Hohnstein, auf dessen Nord- und Ostseite
der gleichnamige Ort liegt. Von Hohnstein zur Hocksteinschänke verläuft in Serpentinen gewunden die Mühlbergstraße in das Polenztal hinab und als Wartenbergstraße
wieder hinauf. 1958 wurde bei Straßenbauarbeiten auf
der westlichen Talflanke die Lausitzer Überschiebung
eindrucksvoll angeschnitten (Rast 1959). Dabei wurde
der Lausitzer Granodiorit mit flach nordostwärts einfallendem tektonischem Kontakt auf stark zerklüfteten und
verkieselten Turonium-Sandsteinen angetroffen. Vom
direkten Kontakt wurde eine 20 – 30 cm mächtige Zone
einer „grauen, tonig-schmierigen Substanz“ beschrieben,
die durch „stärkste Pressung und Zerreibung des Granits
entstanden ist“ (Rast 1959: 114). Neben diesem mutmaßlichen Mylonit sind auch Harnische in den Sandsteinen
der unmittelbaren Umgebung sehr häufig und zeigen die
enormen, bei der Aufschiebung wirksamen Kräfte. Lei366
der sind die Aufschlussverhältnisse und die Zugänglichkeit am Anschnitt an der Wartenbergstraße mittlerweile
stark eingeschränkt.
In den Sandsteinen der Postelwitz- und Schrammstein-Formationen finden sich hier, nahe der Lausitzer
Überschiebung, immer wieder eingeschaltete matrixreiche Brekzien und Konglomerate mit bis zu faustgroßen
Komponenten (Abb. 4). Diese weisen auf ein erhöhtes
Relief in unmittelbarer Umgebung und die Verfügbarkeit
von Grobklastika hin. An Komponenten finden sich Jurakalke, Eisenschwarten, Quarz, rote Siltsteine und limonitisierter Sandstein (Häntzschel 1928, Seifert 1937, Voigt
2009). Ihr Auskeilen nach Westen indiziert eine östliche
Herkunft von der Lausitz.
Geomorphologisch zeigt sich der lithologische Wechsel an der Lausitzer Überschiebung eindrucksvoll durch
die Form des Polenztales: im Norden zeigt sich das „Granitpolenztal“ mit sanften Hängen und breiter, wiesenbedeckter Talsohle. Flussabwärts, nach Süden, ändert sich
der Charakter rasch und schroffe, Cañon-artige Wände
begleiten das enge, tief eingeschnittene „Sandsteinpolenztal“. Die Polenz hat sich hier in die Sandsteine d und
e der Schrammstein-Formation (Oberturonium bis Unterconiacium) eingeschnitten.
Interpretation: Die Lausitzer Überschiebung ist als das
Sächsische Kreidebecken im Nordosten begrenzendes
Strukturelement möglicherweise auch schon seit dem spä­ten Cenomanium aktiv gewesen (Voigt 2009). DebrisFlow-Ablagerungen in den Sandsteinen der Postelwitzund Schrammstein-Formationen zeigen aber erst ab dem
Mittelturonium verstärkte Hebung und Erosion der Lausitz und flexurelle Subsidenz des vorgelagerten Randtroges an. Dabei wurden bis in das frühe Coniacium
überwiegend Deckgebirgsschichten von der Lausitz abgetragen (Voigt 2009, Hofmann et al. 2013). Da im Sächsischen Kreidebecken keine jüngeren Schichten als Coniacium erhalten sind, kann über den weiteren Verlauf der
Beckenentwicklung nur spekuliert werden. Es ist aber davon auszugehen, dass die heute erhaltene, maximal etwa
1 km mächtige Kreidebedeckung ursprünglich wesentlich
größer war (Voigt 2009) und für die Lausitzer Überschiebung ein ähnlicher zeitlicher Ablauf wie an der Harznordrandstörung mit einer Kulmination in Santonium und
Campanium zu erwarten ist (s. T. Voigt et al. 2006).
Weiterführende Literatur: Häntzschel (1928), Seifert (1937),
Rast (1959), Voigt (2009), Hofmann et al. (2013).
Danksagung
Wir danken den Sächsischen Sandsteinwerken GmbH (Pirna), insbesondere den Herren U. Jahr und J. Roßrucker, für die Genehmigung zum Betreten der aktiven Steinbrüche im Lohmgrund und
in Reinhardtsdorf. Ein herzliches Dankeschön geht auch an M.H.
Fischer (SNSD) für das gewohnt professionelle Layout.
GEOLOGICA SAXONICA — 60 (2): 2014
Abb. 16. Vereinfachte geologische Karte rund um Hohnstein (nach Rast 1959) mit Lage der Hocksteinaussicht.
Fig. 16. Simplified geological map of the Hohnstein area (after Rast 1959) with position of the Hocksteinaussicht.
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zur Geologie Sachsens. GeoTope, 2: 1 – 15, Dresden.
369
Programm
/ Program
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), Zellescher Weg 18, 01069 Dresden, Vortragssaal der Zentralbibliothek, 1. Stock im Nordflügel / lecture hall, 1st floor, northern wing.
Hanns-Bruno-Geinitz-Symposium / Hanns Bruno Geinitz Symposium
F r e i t a g / F r i d a y
ab/from
8:00
9:00 – 9:30
9:30 – 10:00
//
17.10.2014
Anmeldung / registration
Grußworte, Musik, Verleihung der Hanns-Bruno-Geinitz-Preise 2014
address of welcome, music and Hanns Bruno Geinitz awards 2014
J. Fischer
Palaeoecology, migration behavior, and reproductive pattern of Palaeozoic to Mesozoic
freshwater sharks revealed by stable and radiogenic isotopes
Seite/
page
261
299
N. Janetschke
10:00 – 10:30
Early Late Cretaceous (Cenomanian–Turonian) sequence stratigraphy and correlations
around the Mid-European Island: Plänerkalk, Elbtal and Danubian Cretaceous groups,
Germany
301
K. Moraweck & L. Kunzmann
305
D. Andreas & J. Wunderlich
309
11:50 – 12:10
M. Menning
327
12:10 – 12:30
F. Spindler
337
12:30 – 12:50
N. Schendel
333
M. Machalski
324
10:30 – 11:00
11:00 – 11:30
11:30 – 11:50
12:50 – 14:00
14:00 – 14:20
Palaeoclimate reconstruction within the Palaeogene using fossil plants
Kaffeepause und Posterpräsentationen / coffee break and poster presentations
Der geotektonische Rahmen der Permokarbonentwicklung in der Thüringer Wald-Senke
Magnetostratigraphy and geological time scale of the Dyas
Reptiliomorpha der Niederhäslich-Formation (Rotliegend) von Freital
Das Niederhäslich-Kalkstein-Member – Eine Spielwiese von Hanns Bruno Geinitz
Mittagspause und Posterpräsentationen / lunch break and poster presentations
The mid-Cretaceous Fossil-Lagerstätte at Annopol, central Poland
M. Licht & I. Kogan
14:20 – 14:40
A detailed review of the Late Cretaceous pycnodont fish fauna from Saxony (Eastern
Germany), with a comparison of the pycnodont fish diversity from the Bohemian
Cretaceous Basin (Czech Republic)
323
14:40 – 15:00
J. Rantuch & M. Košťák
332
15:00 – 15:20
R. Vodrážka
342
15:20 – 15:40
15:40 – 16:00
16:00 – 16:20
16:20 – 16:40
16:40 – 17:00
17:00 – 17:20
Palaeoecological aspects of the evolution of the oyster genus Rhynchostreon Bayle
Cribrospongiids (Porifera, Hexactinellida) from the Bohemian-Saxonian Cretaceous Basin
T. Meischner, O. Elicki & F. Horna
Foraminiferen der Oberkreide im Subhercyn bei Hoppenstedt: stratigraphische und
fazielle Relevanz – vorläufige Ergebnisse
M. Hofmann, T. Voigt & U. Linnemann
Through the backdoor: What Upper Cretaceous sediments of Schmilka (Elbsandsteingebirge, Saxony) reveal about a former sedimentary cover of the Lausitz Block
Kaffeepause und Posterpräsentationen / coffee break and poster presentations
A. Belahmira, J.W. Schneider, H. Saber & A. Lagnaoui
Late Pennsylvanian Poroblattinidae (Insecta, Blattoidea) of Morocco – palaeecological
and phylogenetical implications
V. Koutecký & J. Sakala
New finds of fossil wood from the Paleogene of Doupovské hory and České středohoří
Mts. (Bohemian Massif, Czech Republic)
M. Eberlein
Bestimmungs- und Verbreitungsatlas der Tertiärflora Sachsens, Teil 1:
Angiospermenblätter und Ginkgo
326
316
312
321
313
A. Tietz
17:20 – 17:40
17:40 – 18:00
18:00 – 19:30
372
Geologische Kartierung der preußischen Oberlausitz 1857 durch Ernst Friedrich Glocker
(1793–1858) im Auftrag der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz – Kontakte zu
Hanns Bruno Geinitz (1814–1900)
340
I. Kogan, B. Gaitzsch & N. Volkmann
Von einer Energiewende zur nächsten: die Brennstoffgeologische Sammlung an der TU
320
Bergakademie Freiberg zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Sektempfang vor dem Buchmuseum der SLUB, Möglichkeit zum Besuch der Ausstellung
„Gespräche mit der Erde – Geowissenschaften in Sachsen“ /
reception in front of the book museum of the SLUB including drinks and the possibility to visit
the exhibition “In a dialogue with the Earth – Geosciences in Saxony”
Technische Informationen: Ein Laptop mit Windows 7 und Office 2010 samt Full-HD-Beamer (16:9) steht im Vortragsraum
zur Verfügung. Bitte die Vorträge bis spätestens in der Pause vor Ihrem Vortragsblock auf den PC aufspielen. Vortragsdauer:
15 Minuten plus 5 Minuten Diskussion (ausgenommen Geinitzpreis-Vorträge).
Donnerstag / Thursday // 16.10.2014
18:00 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag in der Ausstellung
der SNSD / public lecture
Japanisches Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden
ab 20:00 Uhr Informelle Zusammenkunft / informal
get-together
Bierwirtschaft „Watzke am Goldenen Reiter“, Hauptstraße 5a, 01067 Dresden.
Po s t e r b e i t r ä g e / p o s t e r c o n t r i b u t i o n s
1
2
O. Elicki, C. Kreher, M. Bader & M. Magnus
Nachweis einer Foraminiferen-Mikrofauna in der Oberkreide der Ohmgebirge-Grabenzone:
stratigraphische und fazielle Konsequenzen
J. Engelke, K.J.K. Esser, C. Linnert, J. Mutterlose and M. Wilmsen
The Early Maastrichtian benthic meso- and macrofauna of Kronsmoor (northern Germany): an
integrated ecosystem analysis of the Late Cretaceous Chalk Sea
N. Janetschke & M. Wilmsen
314
315
3
New sequence stratigraphic data on the lower Upper Cretaceous Elbtal Group (Middle Cenomanian–
Upper Turonian of Saxony)
317
4
M. Kaden, N. Janetschke & J.-M. Lange
319
5
6
7
8
9
10
11
12
Friedhöfe als Zeugnisse der Natursteinverwendung in Dresden im 19. Jahrhundert
J.-M. Lange, N. Janetschke, M. Kaden, B. Gaitzsch, A. Massanek & G. Heide
Geo- und montanwissenschaftliche Sammlungen Freiberg und Dresden: Ein Pilotprojekt zur
Erschließung und Digitalisierung objektbezogener wissenschaftlicher Sammlungen
322
B. Niebuhr & M. Wilmsen
330
Kreide-Fossilien in Sachsen, Teil 1
B. Niebuhr & M. Wilmsen
An enigmatic and rare rosetted trace fossil: Dactyloidites ottoi (Geinitz, 1849) from the Cenomanian
(Upper Cretaceous) of Saxony and Bavaria
E. Seibertz & R. Vodrážka
Kalkschwämme im Ökosystem des Hilskonglomerates in der unterkretazischen Braunschweiger
Bucht (Hauterivium, NW-Deutschland)
B.-L. Sonntag, U. Linnemann, A. Gerdes & B. Ullrich
Timing of Tertiary basalt magmatism in Eastern Germany: insights from in situ isotope analyses of
detrital zircon from Seufzergründel placer deposits
K. Thalheim
Hanns Bruno Geinitz und die mineralogische Sammlung am Königlich Mineralogisch-geologischen
Museum in Dresden
M. Wilmsen
329
334
336
338
Biofacies and depositional environment of the Upper Cenomanian Oberhäslich Formation (Elbtal
Group, Germany)
343
M. Wilmsen & E. Nagm
344
Ammonites of the Saxonian Cretaceous (Elbtal Group, Germany), part 1: Cenomanian to Lower Turonian
Samstag / Saturday // 18.10.2014
8:00 – 18:00 UhrNachexkursion / post-symposium field trip
„Stratigraphie und Ablagerungsbedingungen der Kreide in Sachsen (Elbtal-Gruppe,
Cenomanium – Unterconiacium)“ / “Stratigraphy and depositional setting of the Cretaceous
in Saxony (Elbtal Group, Cenomanian–Lower Coniacian)”
Leitung/guides: Markus Wilmsen & Birgit (Sarah) Niebuhr, Dresden
Nur für zur Exkursion angemeldete Teilnehmer / only for participants which registered for the field trip.
Treffpunkt für die Exkursion / meeting point for the excursion:
7:45 Uhr: Palaisplatz gegenüber dem Japanischem Palais / 7:45 a.m. at Palaisplatz in front of the Japanisches Palais.
Technical information: A laptop with Windows 7 and Office 2010 as well as a full-HD beamer (16:9) will be provided in
the lecture hall. Please upload your talk to the system latest in the coffee/lunch break before your presentation is scheduled.
Duration of talks: 15 minutes plus 5 minutes of discussion (with the exception of the Geinitz award lectures).
373
Abb. 1. Überblicksplan der Dresdener Innenstadt mit Lage der Konferenzlokalitäten. / Fig. 1. Overview map of the city centre of Dresden with location of the conference sites.
3. Internationales Hanns-Bruno-Geinitz-Symposium / 3rd International Hanns Bruno Geinitz Symposium · 16. – 18.10.2014 · Dresden
374
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