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Heisses Eisen Golfplatz - IG Kulturland Zimmerberg

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Region
Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen
Donnerstag, 23. Oktober 2014
3
Anlässe
lanGnau
Zum Retter werden
Zusammen mit «Healthy and
Safe Away from Home» veranstaltet der Samariterverein
Region Thalwil einen «Restart a
Heart Day». Dort werden Interessierte instruiert, wie sie beispielsweise mit einer korrekten
Herzmassage Leben retten
können. e
Samstag, 25. Oktober, 10 bis
14 Uhr, Dorfplatz, Langnau.
Anzeigen
Sind bezüglich Golfplatz unterschiedlicher Meinung (von links): Rico Brazerol vom Komitee Ja zum Golfpark, Matthias Reutercrona, Leiter Golfanlagen der Migros, Peter Bossert von der
Manuela Matt
IG Kulturland Zimmerberg und Heinz Wiher, Grüne Wädenswil. In der Mitte Gesprächsleiterin Daniela Haag, stellvertretende Redaktionsleiterin der «Zürichsee-Zeitung».
Heisses Eisen Golfplatz
Golfplatz An einer Podiumsveranstaltung kreuzten am
Dienstag Befürworter und Gegner des geplanten Golfplatzes
in der Wädenswiler Beichlen die Klingen.
überdies auch anderen Nutzern
zugute.
Anders sehen das die Golfplatzgegner. Nach wie vor höchstens
1,5 Prozent der Bevölkerung spiele Golf, «das ist kein Breitensport», meint etwa Kantonsrätin
Renate Büchi (SP), die im Publikum sitzt. Heinz Wiher stört sich
daran, dass alle Nicht-Golfer
künftig an Maschendrahtzäunen
entlanglaufen und sich vor fliegenden Golfbällen in Acht nehmen müssen. Ein Zuhörer sagt:
«70 Hektaren gross soll die Anlage werden. So viel Platz für ein
kleines Bedürfnis, das ist Verhältnisblödsinn.»
Draussen stürmte es heftig. Drinnen, an der Podiumsdiskussion,
nicht. Engagiert, aber sachlich
und fair wurden am Dienstagabend an der von der SVP und
FDP Wädenswil organisierten
Podiumsveranstaltung Argumente für und gegen den geplanten
Golfplatz in der Wädenswiler
Beichlen ausgetauscht. Über die
Aufnahme der Anlage in den regionalen Richtplan wird im ganzen Bezirk am 30. November abgestimmt.
Über 150 Personen pferchten
sich in den zum Bersten gefüllten
Saal im Landgasthof Halbinsel
Au. Auf dem Podium sassen für
die Golfplatz-Befürworter Rico
Brazerol (Kantonsrat BDP, Komitee Ja zum Golfpark) und Matthias Reutercrona (Leiter Golfanlagen Migros), für die Gegner Peter Bossert (IG Kulturland Zimmerberg) und Heinz Wiher
(Grüne Wädenswil). Durch den
Abend führte Daniela Haag,
stellvertretende Redaktionsleiterin der «Zürichsee-Zeitung».
Unter ihrer soliden Moderationsleitung kristallisierten sich diverse Themenbereiche heraus, die
auf dem Podium und im Publikum eifrig diskutiert wurden.
Welches ist die richtige
Eignung für das Land?
Rico Brazerol macht die provokative Aussage: «Nichts schützt
Kulturland besser als ein Golfplatz.» Dort, wo ein Golfplatz sei,
werde nämlich sicher nichts verbaut. Matthias Reutercrona verweist zum Beispiel auf die einzige
noch grüne Fläche am Zürich-
«Nichts schützt
Kulturland besser,
als es ein Golfplatz
tut.»
Ist Golf wirklich
ein Breitensport?
Laut Matthias Reutercrona hat
sich Golf zum Breitensport entwickelt. 20 000 Golfer gebe es im
Raum Zürich, aber nur drei öffentliche Anlagen, wie sie die Migros in der Wädenswiler Beichlen
realisieren will. Rico Brazerol verweist darauf, dass zuletzt nur die
Fussballklubs stärkeren Zuwachs
an Spielern gehabt hätten als die
Golfer. Der geplante 18-LochGolfplatz entspreche deshalb
einem grossen Bedürfnis. Das
Areal komme mit seinen vielen
Fuss-, Velo- und Reitwegen oder
dem öffentlichen Restaurant
Rico Brazerol
berg, nämlich dort, wo der Golfpatz Dolder sei: «Ein Golfplatz ist
kein Landverschleiss wie etwa
eine Überbauung oder eine
Deponie.»
Heinz Wiher argumentiert, in
der Beichlen befinde sich 10 Prozent des Wädenswiler Kulturlandes. Dieses gelte es zu schützen:
«Kulturland heisst für mich aber
nicht ein Bunker vor einem Green
oder ein grosser Parkplatz.» Peter
Bossert hält fest, dass die 70 Hekt-
Anzeige
aren in der Beichlen die grösste
zusammenhängende Fläche im
Bezirk sind: «Dem Kulturland,
das wir noch haben, müssen wir
Sorge tragen.»
Von welcher Qualität ist das
Land in der Beichlen?
Von den 70 Hektaren Landwirtschaftsland sind rund 50 Prozent
Fruchtfolgeflächen. Von den zehn
für die Landwirtschaft massgebenden Nutzungs-Eignungsklassen gelten im Kanton Zürich Flä-
«Nach einer Erdverschiebung ist das
Land nicht mehr gleich
gut zu bewirtschaften.»
Peter Bossert
chen der Kategorien 1 (uneingeschränkte Fruchtfolge erster Güte) bis 6 (Futterbau bevorzugt,
Ackerbau stark eingeschränkt).
Die Fruchtfolgeflächen in der
Beichlen, die überbaut werden
sollen, sind grösstenteils in den
Kategorien 5 und 6, sagt Peter
Bossert: «Das sind aber die besten
Böden in der Region.» Dies animiert Rico Brazerol zu der Aussage: «Nur weil man keinen besseren Boden hat, macht es den
Boden nicht besser.» Er ist überzeugt: «Ein Golfplatz würde den
Boden aufwerten.» Diese Ansicht
teilt Peter Bossert nicht: «Es ist
wunderbarer Ackerbau auf den
Böden möglich, also kann man
nicht von minderwertiger Qualität sprechen.»
Für Matthias Reutercrona geht
so oder so kein Kulturland verloren, denn Fruchtfolgeflächen
müssen innert Jahresfrist wieder
zurückgeführt werden können.
Ist dies nicht möglich, muss die
Migros um flächengleichen Ersatz bemüht sein. Die Rückführung aber zweifelt Peter Bossert
an: «Nach jeder Erdverschiebung
ist das Land anschliessend nicht
Ist 2.014% Zins ein
Weihnachtsmärchen?
Pius Vogel
repräsentiert
diese für die
Bank Thalwil.
mehr gleich gut zu bewirtschaften.»
Verschlechtert der Golfplatz
die Bedingungen für Bauern?
Die Landwirtschaft hat Probleme.
Das gibt Peter Bossert unumwunden zu. Umso wichtiger sei, dass
der Boden für die Landwirtschaft
bestehen bleibe und den Bauern
keine Arbeit weggenommen werde. Für Heinz Wiher ist klar: «Wir
sollten das Umfeld für die Bauern
nicht noch schwerer machen.»
Kantonsrätin Edith Häusler (Grüne) macht darauf aufmerksam,
dass heute schon zu wenig Kulturland für die Versorgung der Bevölkerung bestehe: «Wir müssen den
Bauern das Land geben, das sie
brauchen, um Lebensmittel zu
produzieren.» Ein Zuhörer bezeichnet es als Hohn, wenn die Migros für regionale Produkte werbe,
aber gleichzeitig Landwirtschaftsland in der Region vernichte.
Rico Brazerol kann mit diesen
Argumenten nichts anfangen:
«Wenn uns die Beichlen nahrungstechnisch retten soll, dann gute
Nacht.» Landwirt Godi Pfister, der
sein Land für den Golfplatz hergeben würde, sagt: «Die Landwirtschaft wird immer zäher, ich muss
vorausschauen. Von der Migros
bekomme ich mehr, als wenn ich
meinen Bauernbetrieb führe.» Ein
weiterer Zuhörer meint: «Ich bin
«Wenn man einen
Golfplatz bauen will,
hat man nicht einfach
einen Freipass.»
Matthias Reutercrona
für einen starken Bauernstand,
aber der Golfsport ist sicher nicht
schuld am Problem der Bauern.»
Dass der Golfplatz Arbeitsplätze in der Landwirtschaft vernichte, will Reutercrona so pauschal
nicht stehen lassen. Man schaffe
30 neue Arbeitsplätze und biete
den Bauern auch eine Stelle an:
«Für die Landwirte im Gebiet
Beichlen stellt der Golfplatz also
eine Chance dar.» Heinz Wiher
rechnet anders: «Zwar werden 30
Arbeitsplätze geschaffen, aber jene von vier Bauernbetrieben und
Folgebetrieben gehen verloren.»
Bedeutet der Golfplatz eine
ökologische Aufwertung?
Für Heinz Wiher nicht. Zwar gesteht er, Golfplätze mögen punktuell eine ökologische Aufwertung bedeuten, «aber das Gesamtbild ist klar negativ». Er wirft der
Migros vor, sie hätten diverse Studienverfasser gekauft, um wohlwollende Resultate zu erhalten.
Natürlich habe man die Studienverfasser bezahlt, weil es ein
Auftrag der Migros gewesen sei,
sagt Reutercrona. Den Vorwurf
«Pro Natura und
WWF – das sind die
Experten, denen ich
vertraue.»
Heinz Wiher
des Kaufs bezeichnet er als «unerhört». Die Migros arbeite oft mit
Naturschutzvereinen zusammen,
habe sich in Wädenswil bereits mit
dem Naturschutzverein ausgetauscht, «der hat nicht so negativ
getönt». Reutercrona spricht diverse Auflagen an, die man erfüllen müsse, und konstatiert: «Wenn
man einen Golfplatz bauen will,
hat man nicht einfach einen Freipass.» Er betont auch: «Nur auf
einem Drittel der Fläche wird Golf
gespielt. Ein Drittel wird extensiv
genutzt, und ein Drittel ist für den
ökologischen Ausgleich reserviert.
Für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entstehen neue Lebensräume.» Heinz Wiher will den Studien
trotzdem nicht glauben: «Pro Natura, WWF, das sind die Experten,
denen ich vertraue.»
Philipp Kleiser
Er ist Geschäftsstellenleiter
in Adliswil.
Warum sollte man sein Geld noch
zur Bank bringen, wenn es dafür
fast keinen Zins mehr gibt? Man er­
hält kaum noch eine Rendite, denn
der Durchschnitt der Sparzinsen bei
Schweizer Banken beläuft sich ge­
rade noch auf bescheidene 0.20%.
Seit mehr als drei Jahren hält die
Schweizerische Nationalbank (SNB)
den Richtsatz nun schon fast bei
null und ein Ende dieser Entwick­
lung ist nicht in Sicht. Zudem hat
die Europäische Zentralbank (EZB)
im September 2014 die Leitzinsen
nochmals auf ein Rekordtief von
0.05% gesenkt. Aufgrund der An­
bindung des Frankens an den Euro
wird sich die SNB wohl kaum mit
einer Zinsanhebung vordrängen.
Dies bedeutet für die traditionel­
len Sparer, dass sie sich umschauen
müssen, wo sie ihren «Sparbatzen»
noch rentabel anlegen können.
Die Bank Thalwil sorgt nun zum
Jahreswechsel 2014/2015 in einer
befristeten Aktion mit einem Fest­
tagskonto für etwas Aufhellung an
der Zinsfront. Im Dezember 2014
erhalten Kunden, welche bei uns
zusätzliche Sparanlagen tätigen,
einen «Extrabatzen» als Weihnachts­
geschenk und im Januar 2015 hel­
fen wir ihnen noch das berüchtigte
Januarloch zu stopfen. Es ist also
kein Weihnachtsmärchen! Für
Neugeld ab einem gewissen Betrag
erhalten unsere Kunden für jeden
Franken, der im Dezember 2014
auf das Festtagskonto fliesst, einen
Zins von 2.014%! Und im Januar
2015 nimmt nicht nur die Jahres­
zahl zu, sondern auch der Zins: Das
Festtagskonto wird gar mit 2.015%
verzinst! Die Mindesteinlage für
das Festtagskonto beträgt CHF
20 000. Die Aktion dauert vom
1. Dezember 2014 bis am 31. Ja­
nuar 2015 und setzt über die Feier­
tage von Weihnachten und Neujahr
eine Trendwende zum Tiefzinsum­
feld. Informieren Sie sich über die
Details auf www.bankthalwil.ch.
In dieser Rubrik äussern sich
MitarbeiterInnen der Bank Thalwil Genossenschaft zu aktuellen
Ereignissen aus den Bereichen
Wirtschaft und Geld.
Anlässe
HorGen
Theatraler Liederabend
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100 Jahre nach Christian Morgensterns Tod unternimmt das
Duo Meier/Moser – verstärkt
durch den vielseitigen Huber –
im Atelier Hinterrüti einen ausgedehnten Tauchgang in die gro-
teske Welt der Galgenlieder. Inspiriert durch das komische und
tiefsinnige Potenzial der morgensternschen Gedichte, ziehen
die drei alle Register und bündeln ihre Kräfte für einen thea-
tralen Liederabend auf den Spuren der Galgenbrüder. e
Samstag, 25. Oktober, 20 Uhr,
Atelier Hinterrüti, Hinterrütistrasse
16, Horgen. Essen um 19 Uhr.
* Angebotsbedingungen
unter www.bankthalwil.ch
wil.ch
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