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Berufliche Vorsorge - TaxInfo - Kanton Bern
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Kanton Bern
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Berufliche Vorsorge
1 Beiträge
1.1 Periodische Beiträge
Die periodischen Beiträge, welche im Rahmen des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
(BVG) geleistet werden, sind steuerlich abziehbar (Art. 38 Abs. 1 Bst. d des bernischen Steuergesetzes (StG) und
Art. 33 Abs. 1 Bst. d DBG (Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer).
1.2 Einkäufe
Einmalige Beiträge (Einkäufe), welche im Rahmen des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVG) geleistet werden, sind steuerlich abziehbar (Art. 38 Abs. 1 Bst. d StG und Art. 33 Abs. 1 Bst. d DBG). Die Höhe
der Einkäufe ist beschränkt (Gesetz und Vorsorgereglemente).
Die Vorsorgeeinrichtungen berechnen den individuell maximal möglichen Einkauf und vermindern diesen stets um folgende Positionen:
a) Guthaben auf Freizügigkeitskonten inkl. bereits bezogener Freizügigkeitsleistungen (Art. 60a Abs. 3 BVV2;Verordnung über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge), nicht aber Barbezüge im Freizügigkeitsfall nach
Art. 5 Freizügigkeitsgesetz (FZG).
b) Guthaben der Säule 3a, welche die Summe der Beiträge übersteigen, die unselbständig Erwerbstätige ab 24 Jahren maximal
hätten einzahlen dürfen (Art. 60a Abs. 2 BVV 2).
c) Bei bereits erfolgter (Früh-)Pensionierung in einer anderen Pensionskasse, um das für die Rentenberechnung massgebliche
Altersguthaben bzw. das ausbezahlte Alterskapital.
Einkäufe sind ausschliesslich zulässig, wenn keine Vorbezüge für Wohneigentum (WEF) getätigt worden sind oder wenn die
entsprechenden Vorbezüge vor dem Einkauf (gegen Rückerstattung der geleisteten Steuern) wieder in die Pensionskasse einbezahlt
worden sind (Art. 79b Abs. 3 BVG).
Sollen Leistungen dereinst in Kapitalform bezogen werden, muss bei einem Einkauf Art. 79b Abs. 3 BVG beachtet werden (siehe unten,
Ziff. 2.3).
Bei Weiterführung der Vorsorge über das ordentliche Rentenalter hinaus bemisst sich das Einkaufspotenzial nach dem ordentlichen
reglementarischen Pensionierungsalter (Art. 33b BVG). Für Personen, die aus dem Ausland zuziehen und noch nie einer
Vorsorgeeinrichtung in der Schweiz angehört haben, ist die Einkaufsumme beschränkt (Art. 60b BVV 2).
2 Leistungen
Leistungen aus Vorsorgeeinrichtungen sind steuerbar.
2.1 Renten
Die von der Vorsorgeeinrichtung ausgerichtete Rente wird zu 100 % zusammen mit dem übrigen Einkommen besteuert (Art. 26 StG und
Art. 22 DBG). Bei der direkten Bundessteuer wird der Abzug der Beiträge erst seit der Einführung des BVG-Obligatoriums zugelassen.
Aus diesem Grund werden die Renten bei der direkten Bundessteuer teilweise abgestuft besteuert.
Übersicht:
Art und Form der
Leistung
Kantonssteuer
Direkte Bundessteuer
- Altersleistungen
- Altersrenten
Steuerbar zu 100% (Art. 26 Abs. 1 StG)
Steuerbar zu 60/80/100% Art. 22 Abs. 1 +
Art 204 DBG)
- Kinderrente
Steuerbar zu 100% beim Empfänger der
Hauptrente (Art. 26 Abs. 1 StG)
Steuerbar zu 60/80/100% beim Empfänger der
Hauptrente Art. 22 Abs. 1 + Art 204 DBG)
- Hinterlassenenleistungen
Steuerbar zu 100% Art. 26 Abs. 1 StG)
Steuerbar zu 60/80/100% (Art. 22 Abs. 1 +
http://www.taxinfo.sv.fin.be.ch/taxinfo/display/taxinfo/Berufliche+Vorsorge
26.10.2014
Berufliche Vorsorge - TaxInfo - Kanton Bern
- Witwen- und
Witwerrenten
- Rente der geschiedenen
Ehefrau
- Waisenrente*
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Art. 204 DBG)
*Waisenrenten sind bei minderjährigen Kindern
durch den Inhaber der elterlichen Sorge zu
versteuern. Ab Volljährigkeit versteuert der/die
Waise die Rente selbst.
*Waisenrenten sind bei minderjährigen Kindern
durch den Inhaber der elterlichen Sorge zu
versteuern. Ab Volljährigkeit versteuert der/die
Waise die Rente selbst.
- Invalidenleistungen
- Invalidenrente
Steuerbar zu 100% (Art 26 Abs. 1 StG)
Steuerbar zu 60/80/100% (Art. 22 Abs. 1 +
Art. 204 DBG)
- Kinderrente
Steuerbar zu 100% beim Empfänger der
Hauptrente (Art. 26 Abs. 1 StG). Insbesondere
auch ab Volljährigkeit der Kinder.
Steuerbar zu 60/80/100% beim Empfänger der
Hauptrente (Art. 22 Abs. 1 + Art. 204 DBG).
Insbesondere auch ab Volljährigkeit der Kinder.
2.2 Kapitalleistungen
Kapitalleistungen aus der 2. Säule werden gesondert vom übrigen Einkommen zum Vorsorgetarif besteuert (Art. 44 StG und
Art. 38 DBG). Dies gilt auch dann, wenn die Kapitalleistung nicht an die Vorsorgenehmerin oder den Vorsorgenehmer, sondern an ihre
Erben ausbezahlt wird.
Der Kapitalbezug ist in folgenden Fällen möglich oder vorgesehen:
a) Bei Beendigung der Erwerbstätigkeit "Pensionierung", spätestens aber fünf Jahre nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters (
Art. 13 BVG), oder wenn der Todes- oder Invaliditätsfall eingetreten ist (Art. 18 oder 23 BVG).
b) Bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit (Art. 5 Abs. 1 Bst. b FZG).
c) Beim endgültigen Verlassen der Schweiz (Art. 5 Abs. 1 Bst. a FZG i. V. m. Art. 25f FZG).
d) Bei einem Vorbezug für den Erwerb von selbstbewohntem Wohneigentum (Art. 30a BVG).
Kapitalleistungen unter CHF 5'200 sind steuerfrei. Dies gilt bei Ehepaaren für jeden Ehepartner einzeln, auf seine Kapitalleistung
bezogen. Werden dem Versicherten oder den gemeinsam steuerpflichtigen Ehegatten im gleichen Kalenderjahr (z.B. zufolge Erreichens
des Pensionsalters) gleichzeitig mehrere Kapitalleistungen aus der 2. Säule und der Säule 3a ausgerichtet, so werden die Leistungen
zusammengerechnet und gesamthaft besteuert. Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz werden Kapitalleistungen aus der 2.
Säule in jenem Kanton besteuert, in welchem der Empfänger im Zeitpunkt der Fälligkeit der Leistung wohnt. Anders bei einem
innerkantonalen Wohnsitzwechsel. In einem solchen Fall wird die Kapitalleistung im Zeitpunkt der Fälligkeit aufgrund der Steueranlage
der aktuellen Wohnsitzgemeinde besteuert. Bei einem nachträglichen Wohnsitzwechsel wird die Veranlagung per 31. Dezember
nochmals überprüft, und allfällige Differenzen werden aufgrund unterschiedlicher Steueranlagen ausgeglichen.
Die Besteuerung der Kapitalleistung erfolgt im Jahr der Fälligkeit. Altersleistungen werden am ersten Tag fällig, an dem kein
Versicherungsschutz mehr besteht. Endet der Versicherungsschutz am 31.12. des Kalenderjahres, ist die Kapitalleistung erst im
Folgejahr steuerbar. Das gilt auch dann, wenn die Kapitalleistung bereits im laufenden Jahr ausbezahlt wird. Die vorzeitige Auszahlung
wird steuerlich wie ein Darlehen behandelt. Die erhaltene Kapitalleistung ist im Vermögen aufzuführen (z.B. höheres Bankguthaben),
wird aber durch die Darlehensschuld gegenüber der Vorsorgeeinrichtung (Formular 4 der Steuererklärung) neutralisiert.
2.3 Kapitalleistungen innert drei Jahren nach Einkauf
Werden Einkäufe geleistet, ist in den darauffolgenden drei Jahren jeder Kapitalbezug verboten. Das gilt auch dann, wenn mit dem
konkreten Einkauf eine Rente finanziert wurde oder wenn der konkrete Einkauf erst später zur Auszahlung gelangt. Ein Kapitalbezug
aus einer Vorsorgeeinrichtung ist auch dann unzulässig, wenn in den drei letzten Jahren ein Einkauf in eine andere Vorsorgeeinrichtung
getätigt wurde.
Wird trotzdem innerhalb der Dreijahresfrist eine Kapitalleistung bezogen, kann der privilegierte Vorsorgetarif nicht gewährt werden. Die
Kapitalleistung würde bis zur Höhe der Einkäufe der letzten drei Jahre zusammen mit dem übrigen Einkommen zum ordentlichen Tarif
besteuert. Nur eine darüber hinausgehende Kapitalleistung wird zum Vorsorgetarif besteuert. Auf eine rückwirkende Aufrechnung des
Einkaufs im Jahr des Einkaufs wird verzichtet.
Beispiel 1
Bestehendes Vorsorgekapital: CHF 800'000
Einkauf: CHF 200'000
Innert drei Jahren nach dem Einkauf werden CHF 200'000 als Kapital bezogen. Der Rest dient zur Finanzierung einer Rente.
Steuerfolgen: Die gesamte Kapitalleistung wird zusammen mit dem übrigen Einkommen zum ordentlichen Tarif besteuert. Die Rente
wird ordentlich besteuert.
http://www.taxinfo.sv.fin.be.ch/taxinfo/display/taxinfo/Berufliche+Vorsorge
26.10.2014
Berufliche Vorsorge - TaxInfo - Kanton Bern
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Beispiel 2
Bestehendes Vorsorgekapital: CHF 800'000
Einkauf: CHF 150'000
Innert drei Jahren nach dem Einkauf werden CHF 250'000 als Kapital bezogen. Der Rest dient zur Finanzierung einer Rente.
Steuerfolgen: Die Kapitalleistung wird im Umfang von CHF 150'000 (Höhe des Einkaufs) zusammen mit dem übrigen Einkommen
zum ordentlichen Tarif besteuert. Die restliche Kapitalleistung von CHF 100'000 wird zum Vorsorgetarif besteuert. Die Rente wird
ordentlich besteuert.
Liegen besondere Verhältnisse vor, in welchen der Kapitalbezug im Zeitpunkt des Einkaufs nicht erwartet werden konnte (z.B.
Kündigung durch Arbeitgeber mit anschliessender Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit), kann der Vorsorgetarif für die ganze
Kapitalleistung gewährt werden.
Diese Praxis gilt für alle Einkäufe, die seit dem Bekanntwerden des Bundesgerichtsurteils 2C_658/2009 (19. August 2010) getätigt
wurden. Für Einkäufe vor dem 19. August 2010 mit anschliessendem Kapitalbezug gilt die vorsorgerechtliche Beurteilung des
Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV (siehe Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 88, Rz. 511).
____________________
Fassung vom 14.01.2014
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26.10.2014
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