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Cristina Trivulzio di Belgiojoso Vortrag von Dr. Karoline Rörig

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Kämpferin für die Einheit: Cristina Trivulzio di Belgiojoso
Vortrag von Dr. Karoline Rörig
Die Tochter von Gerolamo Trivulzio (1778–1812) und Vittoria dei Marchesi Gherardini
(1790–1836) wurde geboren als Cristina Trivulzio. Mit 16 Jahren heiratete sie am 24.
September 1824 in der Mailänder Kirche San Fedele den Prinzen Emilio Barbiano di
Belgiojoso. Ehemann Emilio Barbiano di Belgiojoso Sowohl die eigene Familie als auch
die ihres Mannes gehörten den norditalienischen Rebellenkreisen an, die das Land von
der österreichisch-habsburgischen Fremdherrschaft befreien wollten. Auch Cristina
begeisterte sich für diese Ideen. Nach vier Jahren verließ sie ihren Mann und widmete sich
ganz der Freiheitsbewegung, dem Risorgimento. Cristina verfasste Pamphlete des
Widerstandes und war als Botin und Passfälscherin aktiv. Vor der Verfolgung durch die
Leute des österreichischen Staatskanzlers Metternich flüchtete sie unter abenteuerlichen
Umständen nach Marseille, wo sie von der Gemeinde der italienischen Emigranten
aufgenommen wurde. 1831 zog sie von dort weiter nach Paris. Ihr dortiger literarischpolitischer Salon in der Rue d'Anjou wurde zum Anziehungspunkt für Exil-Italiener. Dort
lernte sie unter anderen Lafayette und im März 1833 Heinrich Heine kennen. Ab 1834
verband sie mit Heine eine lebenslange enge Freundschaft. Er hielt sich häufig in ihrem
Pariser Haus und in ihrem Schloss La Jonchère bei Bougival auf. Im Februar 1834
unterstützte sie auch das Freikorps von Giuseppe Mazzini besonders großzügig – mit
Unterstützung deutscher und polnischer Mitstreiter hatten Mazzini Freischärler eine
Invasion Savoyens geplant, die aber im Keim erstickt wurde; Mazzini floh nach Paris. In
Paris wandte sich Belgiojoso auch der Geschichtsschreibung zu, angeregt vor allem durch
den Historiker François-Auguste Mignet, mit dem sie lange ein Verhältnis hatte, und der
vermutlich auch der Vater der 1838 geborenen Tochter Marie war. Ab 1836 betrieb sie
einen Literarischen Salon, in dem auch Honoré de Balzac, Frédéric Chopin, Franz Liszt
und Alfred de Musset verkehrten. Nach einer Generalamnestie zu Beginn der 1840er
konnte Belgiojoso erstmals wieder zurück in ihre geliebte Heimat und pendelte fortan
zwischen Paris und Locate bei Mailand. In dieser Zeit verfasste sie mehrere große
historische Werke über die Geschichte der Lombardei und die österreichische
Fremdherrschaft sowie über den Ursprung des katholischen Dogmas. Die Arbeit über das
Dogma kam auf den päpstlichen Index und konnte nur in Frankreich erscheinen. Weiter
blieb Belgiojoso dem Freiheitskampf eng verbunden, und als 1848 die Revolution
ausbrach, war sie in Rom mitten im Geschehen. Sie rüstete selbst ein Freikorps aus. Doch
auch dieser Versuch schlug fehl, da die französische Armee den Kirchenstaat rettete.
Enttäuscht von Frankreich wanderte Cristina mit ihrer Tochter und einem Kindermädchen
in die Türkei aus und zog in eine landwirtschaftliche Kommune italienischer Emigranten.
Dort schrieb sie Werke über die türkische Kultur. Mitte der 1850er Jahre konnte sie nach
Mailand zurückkehren, wo sie weiterhin schriftstellerisch tätig blieb. 1861 erfüllte Camillo
Cavour ihren Traum: Italien wurde ein eigenständiger Nationalstaat. Zehn Jahre später
starb sie 63-jährig auf dem Familiensitz in Locate.
Informationen:
Datum: Montag, 20. Oktober 2014
Uhrzeit: 19.00 Uhr
Ort: Universität, Stuttgart, Raum 17.12
Veranstaltet von: Italienzentrum Stuttgart, Dante Gesellschaft e.V. Stuttgart
Im Rahmen der XIV. Settimana della Lingua Italiana nel Mondo
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Seele and Geist
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