close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Den BRANCHENREPORT 2014 können Sie hier - difg-verband

EinbettenHerunterladen
BRANCHENREPORT 2014
Die wirtschaftliche Lage der Fitnesswirtschaft
Mit freundlicher Unterstützung des
Deutschen Industrieverbandes
für Fitness und Gesundheit e.V.
www.difg-verband.de
BRANCHENREPORT 2014
2
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Inhalt
Inhaltsverzeichnis3
Vorwort5
1.Einleitung
6
2. Wirtschaftsstruktur in der Fitnessbranche
8
3. Risiko- und Bonitätsbewertung
3.1 Insolvenzentwicklung in der Fitnessbranche
3.2 Bonitätseinschätzung und Ausfallrisiken
3.3Ausfallrisiken
3.4Zahlungsverhalten
14
14
15
20
22
4. Die Jahresabschlussanalyse der Fitnessunternehmen
4.1Eigenkapitalausstattung
4.2Verschuldung
4.3Gesamtkapitalrendite
4.4Personalaufwandsquote
4.5 Deckungsgrad des Anlagevermögens
4.6Anlagenintensität
24
24
28
31
33
35
36
5. Die Lage der Fitnesszentren in den Metropolen Deutschlands
38
6. Die wirtschaftliche Lage der Gesundheitsbranche i.w.S.
6.1 Vorsorge- und Rehabilitationskliniken
6.2 Massage- und Krankengymnastikpraxen
6.3Altenwohnheime
41
42
43
44
7. Fazit und Ausblick
46
8.Anhang
48
Impressum
Verantwortlich für den Inhalt
Creditreform Rating AG
Dr. Benjamin Mohr
(b.mohr@creditreform-rating.de)
Layout
Druck
Metropolymorph .de
Michael Pliwischkies
Bonhoefferufer 4
10589 Berlin
Tel.: 030-68 32 92 40
E-Mail: mp@metropolymorph.de
Seltmann GmbH Druckereibetrieb
Wefelshohler Straße 31
58511 Lüdenscheid
Tel.: 02351-9 48 70
Fax: 02351-9 487 19
E-Mail: info@seltmann.de
Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Industrieverbandes für Fitness und Gesundheit e.V. – DIFG e.V., Stromstraße 41, 40221 Düsseldorf ,
Telefon: +49 (0)211 15 79 96-13, Telefax: +49 (0)211 15 79 96-15, Internet: www.difg-verband.de, E-Mail: info@difg-verband.de
Alle Rechte vorbehalten © 2014, Creditreform Rating AG, Hellersbergstr. 11, 41460 Neuss – Ohne ausdrückliche Genehmigung der Creditreform Rating AG ist es
nicht gestattet, diese Untersuchung/Auswertung oder Teile davon in irgendeiner Weise zu vervielfältigen oder zu verbreiten. Lizenzausgaben sind nach Vereinbarung
möglich. Ausgenommen ist die journalistische und wissenschaftliche Verbreitung.
Bildnachweise: Fotolia, iStock by Getty Images
Quelle: Creditreform 2014
3
BRANCHENREPORT 2014
4
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Vorwort
Seit Jahren erfreut sich die Fitnessbranche eines kontinuierlichen Wachstums. Die Branche hat es in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft,
durch neue Ideen und Strategien ihre Zielgruppen zu erweitern.
Das ist nicht der Erfolg eines Einzelnen, sondern ein gemeinsamer Erfolg
aller, die sich der Fitnessbranche zugehörig fühlen.
So werden von Seiten der Industrie durch innovative Produkte neue Anreize geschaffen, die Fitnessstudiobetreiber vor Ort sorgen durch kontinuierliche Aufbauarbeit dafür, dass heute so gut wie alle Altersgruppen und
gesellschaftlichen Schichten geschlechtsübergreifend erreicht werden.
Welche andere Sportart oder Sportstätte kann dies von sich behaupten?
Doch im Fitnessmarkt spielt eben nicht nur der sportliche Aspekt eine
Rolle. Auch im Gesundheitsbereich haben sich viele Fitnessanbieter fest etabliert. Egal ob es um Physiotherapie, Rehabilitation oder Prävention geht:
immer häufiger sind Trainingsprogramme mit oder ohne Geräteunterstützung ein wichtiger Teil des ärztlich verordneten bzw. empfohlenen Gesundungsprogramms.
Alle diese von der Fitnessbranche angeschobenen Rahmenaktivitäten
haben letztlich dazu geführt, dass sich der Fitnessmarkt auch unter betriebswirtschaftlicher Sicht in den vergangenen Jahren nochmals professionalisiert hat. Fitnessstudiobetreiber sind heute mehr denn je Manager, die
neben ihrer Fitnessaffinität auch das ganze Handwerkszeug erfolgsorientierter Unternehmensführung beherrschen und eben nicht nur an Geräten
oder bei Trainings, sondern auch bei der Unternehmensführung Höchstleistungen erbringen.
So wundert es nicht, wenn sich die Bonitätsbeurteilung bei den Fitnessstudios im Vergleich zu 2013 im Jahr 2014 noch einmal verbessert hat. Das
ist keinem Zufall oder glücklichem Umstand zu verdanken, sondern schlicht
das Ergebnis harter Arbeit. Selbst wenn sich nach Jahren fulminanten
Wachstums der Aufwärtstrend der Branche im Jahr 2013 etwas verlangsamt
hat, lassen alle Rahmendaten weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken.
Denn Fitness ist ein Investment, das sich in mehrfacher Hinsicht lohnt: wirtschaftlich, gesellschaftspolitisch und gesundheitlich.
Ralph Scholz
1. Vorsitzender DIFG e.V.
Quelle: Creditreform 2014
5
BRANCHENREPORT 2014
Dr. Benjamin Mohr
Creditreform Rating AG
Externes Rating / Volkswirtschaftliche Analysen
1.Einleitung
Der Fitnessboom ist ungebrochen. Legt man
den jüngsten Mikrozensus des Statistischen Bundesamts zugrunde, war jeder achte Deutsche (ab 18
Jahre) Mitglied in einem Fitnessstudio. Nach Angaben von Deloitte umfasste der Gesamtmarkt 2013
insgesamt 8,55 Millionen Mitglieder und damit 8,1
Prozent mehr als im Jahr 2012, als es 7,9 Millionen Bundesbürger waren. Im Jahr 2003 waren es
gerade einmal 4,38 Millionen Deutsche, die sich
bei einem Fitnessstudio angemeldet hatten. Im
langfristigen Vergleich entspricht dies einer sehr
kräftigen Steigerung von rund 95 Prozent. Zum
Vergleich: Die „Paradesportart“ der Deutschen, der
Fußball, kommt dagegen derzeit auf lediglich 6,8
Millionen Mitglieder.
Gleichzeitig wird der Wettbewerb unter den Fitnessstudiobetreibern schärfer. Jahr für Jahr drängen
neue Unternehmen auf den Markt und wollen am
Wachstum der Branche partizipieren. Für Aufsehen
hat im vergangenen Jahr das jüngste Beispiel eines
neuen Marktteilnehmers gesorgt: Die Künstlerin
Madonna strebt mit ihrer Fitnesskette „Hard Candy“
auf den deutschen Markt. Medieninformationen zufolge will sie im deutschsprachigen Raum bis 2016
35 Fitnessstudios eröffnen (Die Welt, 4.10.2013).
Der Anfang wurde zuletzt in Berlin gemacht.
6
Der Fitnessmarkt steht jedoch nicht nur für
sportliche Aspekte wie Kraft- und Ausdauertraining sowie Lifestyle. So etabliert sich die Fitnessbranche sukzessive im Gesundheitsmarkt. Es ist
längst kein Geheimnis mehr, dass von Muskelkraftund Ausdauertraining Gesundheitseffekte ausgehen und dass beim Bewegungstraining durchaus
therapeutische Anwendungsmöglichkeiten bestehen. Die Verzahnung der Fitnessbranche und des
Gesundheitswesens ist zunehmend Gegenstand
fachlicher Überlegungen in der Medizin geworden.
Dass Fitnessstudios die Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und Ärzten intensivieren, spiegelt
sich nicht zuletzt auf Veranstaltungen wie der Internationalen Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit (FIBO) wider, die in diesem Jahr unter dem
Motto „Fitness macht Gesundheit“ läuft. Daneben
findet im Rahmen der FIBO der inzwischen zweite
interdisziplinäre Fachkongress für Bewegungsmedizin statt – die FIBOmed.
Wie stellt sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld für die Fitnessbranche dar? Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2013 nur verhalten gewachsen
und hat um jahresdurchschnittlich 0,4 Prozent
(gg. Vj.) zugelegt. Zwar hat sich die konjunkturelle Dynamik im Jahresverlauf beschleunigt. Jedoch
hatte sich das BIP aufgrund des schwachen Aus-
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
gangsniveaus schwächer entwickelt als in den
beiden Vorjahren, in denen sich die gesamtwirtschaftliche Leistung um 0,7 Prozent (2012) bzw.
3,3 Prozent (2011) erhöht hatte. Ausschlaggebend
für die verhaltene Ausweitung des BIP waren das
außenwirtschaftliche Umfeld und die dementsprechend schwachen Impulse des Außenhandels
sowie die verhaltene Entwicklung der Erzeugung
im Produzierenden Gewerbe und die rückläufigen
Investitionen. Als maßgeblicher Wachstumstreiber
erwies sich dagegen die Binnenwirtschaft. Konjunkturelle Impulsgeber waren dabei insbesondere
der private Konsum, der in Bezug auf den Fitnessmarkt eine wichtige Rolle spielt. Der private Konsum war in 2013 die Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. So hat sich der private Konsum
im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent erhöht.
Den Grundstein für den robusten privaten Konsum
bildeten die günstige Entwicklung des Arbeitsmarkts, die beachtlichen Verdienstzuwächse sowie
der moderate Preisauftrieb. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Fitnessmarktes
stimmen somit optimistisch und sollten bei einem
zunehmenden Wettbewerbsdruck in einem weiter
wachsenden Zustrom an Neukunden ihren Niederschlag finden.
Wie ist es jedoch um die derzeitige wirtschaftliche Lage der Fitnessbranche bestellt? Hierüber
soll die vorliegende Studie Aufschluss geben. Dabei ist dieser Branchenreport das Ergebnis einer
langfristig angelegten Kooperation des Deutschen
Industrieverbandes für Fitness und Gesundheit e.V.
(DIFG) und der Creditreform Rating AG. Erstmalig
im Jahr 2011 erschienen, gibt der Branchenreport
in der mittlerweile dritten Auflage einen Überblick
über die finanzielle Stabilität der Fitnessunternehmen. Die Analyse sowie Folgeuntersuchungen
bieten die Grundlage für eine robuste Bewertung
und verlässliche Einschätzung des Chancen-RisikoProfils innerhalb der Fitnessbranche und ermöglichen Aussagen in Bezug auf langfristige Trends
und Entwicklungen.
Quelle: Creditreform 2014
Der Branchenreport ist wie folgt strukturiert.
Kapitel 2 beginnt mit einem Überblick über die
Struktur der Fitnessbranche. Die Verteilung der
Fitnessstudios wird nach Bundesländern, Größenklassen und Unternehmensalter dargestellt.
Vergleichend wird jeweils die gesamtwirtschaftliche Verteilung der Unternehmen beschrieben. In
Kapitel 3 beschäftigen wir uns mit einer grundlegenden Einschätzung der Risiken und Bonität der
Fitnesszentren in Deutschland. Die wirtschaftliche
Lage wird einerseits anhand des Insolvenzaufkommens beschrieben, zum anderen als verdichteter
Indikator über den Creditreform Bonitätsindex.
Darüber hinaus werden die Ausfallrisiken und das
Zahlungsverhalten der Fitnessstudios untersucht.
Analog zu Kapitel 2 sollen gesamtwirtschaftliche
Vergleichswerte eine Einordnung ermöglichen. Kapitel 4 wendet sich der finanziellen Situation der
Fitnessbranche zu. Durch die detaillierte Analyse
der Vermögens- und Ertragskennzahlen wird der
Leser in die Lage versetzt, die aktuellen und zukünftigen Potenziale bzw. Risiken sowie die finanzielle
Tragfähigkeit innerhalb der Fitnessbranche unter
Berücksichtigung von Benchmarks anderer Wirtschaftszweige zu beurteilen. Kapitel 5 beleuchtet
schließlich die Wirtschaftslage von Fitnessstudios,
die in den Metropolen Deutschlands angesiedelt
sind. Da das Thema Gesundheitsvorsorge im Rahmen der Fitnessbranche eine immer größere Rolle
einnimmt, werden in Kapitel 6 die wesentlichen
bonitätsrelevanten Informationen und Kennzahlen zur Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der
„Gesundheitsbranche i.w.S.“ (Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, Massage- und Krankengymnastikpraxen, Altenwohnheime) übersichtlich aufbereitet.
Kapitel 7 schließt mit einem Ausblick, während in
Kapitel 8 die statistischen Grundlagen sowie die
Creditreform Datenbasis erläutert werden.
7
BRANCHENREPORT 2014
2.Wirtschaftsstruktur
in der Fitnessbranche
Die deutsche Fitnessbranche ist traditionell
durch ihre eher kleinteilige Wirtschaftsstruktur gekennzeichnet. Dabei ist es zwischen den
Discountern wie McFit, die das untere Preissegment bedienen, und Premiumanbietern wie
Fitness First, die sich an zahlungsfreudigere
Kunden wenden, insbesondere die Vielzahl an
kleinen Einzelstudios, die das Bild des Fitnessmarkts in Deutschland prägen. Insgesamt sind in
der Fitnessbranche rund 36.000 Personen tätig,
wobei der Durchschnitt der Unternehmen sieben
Mitarbeiter beschäftigt.
Die Segmentierung nach Unternehmensgröße zeigt, dass in der Fitnessbranche kleine
Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern am
häufigsten vertreten sind. Acht von zehn Unternehmen (80,3 Prozent) verfügen über bis zu zehn
Beschäftigte. Dabei beschäftigt mit 49,7 Prozent die eindeutige Mehrheit der Fitnessstudios
höchstens zwei Mitarbeiter.
Tabelle 1: Unternehmensverteilung
nach Anzahl der Mitarbeiter
Zahl der Mitarbeiter
Fitnessbranche
Gesamtwirtschaft
k.A.
4,9%12,1%
bis 2
49,7%
57,5%
bis 5
18,6%
14,9%
bis 10
12,0%
7,0%
mehr als 10
14,7%
8,5%
Angaben für 2013
8
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 1: Unternehmensverteilung in
der Fitnessbranche nach Mitarbeiterzahl
k.A.
bis 2
bis 5
bis 10
mehr als 10
18,6
12,0
Angaben für 2013
Alle Angaben in %
49,7
14,7
4,9
Damit spiegelt die Fitnessbranche weitgehend die Struktur des deutschen Unternehmenssektors, in dem 79,4 Prozent der Unternehmen
bis zu zehn Beschäftigte aufweisen. In 57,5 Prozent der Betriebe arbeiten bis zu zwei Personen.
Im Gegensatz zur gesamtwirtschaftlichen Struktur des Unternehmenssektors sind in den größeren Segmenten mehr Unternehmen angesiedelt.
Eine Belegschaft von mehr als zehn Mitarbeitern
besitzen immerhin 14,7 Prozent der Betriebe. In
der Gesamtwirtschaft beschäftigen 8,5 Prozent
der Firmen mehr als zehn Mitarbeiter.
Gemessen am Jahresumsatz, sinkt der Anteil
der Fitnessunternehmen mit zunehmender Unternehmensgröße. Drei von fünf Fitnesszentren
(62,0 Prozent) erwirtschaften einen Jahresumsatz
von unter 250.000 Euro. Ein weiteres Fünftel der
Quelle: Creditreform 2014
Betriebe (22,1 Prozent) setzt im Jahr zwischen
250.000 und 500.000 Euro um. Insgesamt 4,5
Prozent der Betriebe haben ein Umsatzvolumen
von mehr als einer Million Euro – auf die Unternehmensgrößenklasse „mehr als fünf Mio. Euro“
entfallen lediglich 0,2 Prozent der Fitnessbetriebe. Der branchenübergreifende Blick auf die Verteilung nach Umsatzgrößen zeigt, dass immerhin
5,3 Prozent der Unternehmen einen Jahresumsatz von mehr als fünf Mio. Euro aufweisen, weitere 12,2 Prozent einen Umsatz zwischen einer
und fünf Mio. Euro. Unter 250.000 Euro liegt das
Umsatzvolumen dagegen bei nur 55,8 Prozent
der Unternehmen.
9
BRANCHENREPORT 2014
Tabelle 2: Unternehmensverteilung nach Umsatzgrößen
Jahresumsatz
FitnessbrancheGesamtwirtschaft
bis 0,25 Mio.€
62,0%
55,8%
bis 0,5 Mio. €
22,1%
16,1%
bis 1,0 Mio. €
11,4%
10,6%
bis 5,0 Mio. €
4,3%
12,2%
mehr als 5,0 Mio. €
0,2%
5,3%
Angaben für 2013
Abbildung 2: Unternehmensverteilung in der
Fitnessbranche nach Umsatzgrößenklasse
bis 0,25 Mio. €
bis 0,5 Mio. €
bis 1,0 Mio. €
bis bis 5,0 Mio. €
mehr als 5 Mio. €
22,1
Angaben für 2013
Alle Angaben in %
62,0
11,4
4,3
0,2
Während sich an der Größenstruktur der
Fitnessbranche und der Dominanz der kleinen
Fitnessstudios in der mittleren bis langen Frist
grundsätzlich wenig ändern sollte, ist von einer
Marktsättigung bislang wenig zu spüren. Die
Fitnessbranche ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt und hart umkämpft. Neue Studios begeben
sich mit neuen aber auch bewährten Konzepten
auf den Markt. Dabei nimmt zum einen die Zahl
der Unternehmen zu, die sich im Discountseg-
10
ment mit immer günstigeren Angeboten in den
Preiswettbewerb wagen. Zudem nimmt die Zahl
der Anbieter zu, die sich auf bestimmte Zielgruppen konzentrieren und ihr Angebot entsprechend anpassen – sei es auf gesundheitsbewusste Sportler, ausschließlich Frauen oder
das Luxussegment.
Auf dem Fitnessmarkt überwiegen dennoch
weiterhin die alt eingesessenen Fitnessstudios –
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
mit 47,8 Prozent beträgt das Unternehmensalter
bei etwas weniger als der Hälfte aller Fitnessunternehmen mindestens zehn Jahre. Weitere 20,0
Prozent der Betriebe befinden sich seit fünf bis
zehn Jahren im Wettbewerb. Bei immerhin jedem
achten Fitnessstudio handelt es sich um eine
Neugründung – 12,5 Prozent der Unternehmen
sind also seit weniger als zwei Jahren am Markt.
Der Anteil der Neugründungen fällt jedoch im
Verhältnis zur Gesamtwirtschaft etwas geringer
aus, wo es sich bei 16,8 Prozent der deutschen
Unternehmen um Neugründungen handelt.
Tabelle 3: Unternehmensverteilung nach Unternehmensalter
Unternehmensalter FitnessbrancheGesamtwirtschaft
bis unter 2 Jahre
12,5%
16,8%
2 bis unter 5 Jahre
19,6%
13,8%
5 bis unter 10 Jahre
20,0%
19,1%
10 Jahre und älter
47,8%
50,4%
Angaben für 2013
Abbildung 3: Unternehmensverteilung in der Fitnessbranche
nach Unternehmensalter
bis unter 2 Jahre
2 bis unter 5 Jahre
5 bis unter 10 Jahre
10 Jahre und älter
20,0
Angaben für 2013
Alle Angaben in %
47,8
19,6
12,5
Die meisten Unternehmen der Fitnessbranche stammen aus Nordrhein-Westfalen – 22,6
Prozent aller Fitnessstudios sitzen im Westen
Deutschlands. Gemessen an der Zahl der Fitnessunternehmen rangieren die Länder Bayern
und Baden-Württemberg mit 14,7 bzw. 13,1 ProQuelle: Creditreform 2014
zent an zweiter und dritter Stelle. Wenig überraschend haben die wenigsten Fitnessstudios
ihren Firmensitz in Bremen (0,6 Prozent) und im
Saarland (1,3 Prozent) – Bundesländer, die grundsätzlich durch einen vergleichsweise geringen
Unternehmensbesatz gekennzeichnet sind.
11
BRANCHENREPORT 2014
Im Hinblick auf die Studiodichte haben sich
im Vergleich zum Vorjahr wenige Verschiebungen ergeben. Die höchste Fitnessstudiodichte,
d.h. die Anzahl der Fitnessstudios pro 100.000
Einwohner ab 18 Jahren, liegt mit 12,5 weiterhin
in Hessen vor. Dabei wurden in diesem Jahr erstmalig die neuen Bevölkerungsdaten des jüngs-
ten Mikrozensus berücksichtigt. Im Zensus 2011
(erschienen im Dezember 2013) wurde eine
grundlegende Bestandsaufnahme der Bevölkerung sowie des Gebäude- und Wohnungsbestandes in Deutschland vorgenommen. Eine ähnlich
hohe Dichte kann nur in Schleswig-Holstein
festgestellt werden (12,4).
Abbildung 4: Fitnessstudio-Dichte in den Bundesländern
Hessen
12,5
Schleswig-Holstein
12,4
Rheinland-Pfalz
11,5
Niedersachsen
11,1
Saarland
10,8
Nordrhein-Westf.
10,6
Baden-Württemb.
10,4
Deutschland
10,2
Bayern
9,8
Mecklenburg-Vorp.
9,5
Sachsen-Anhalt
9,0
Hamburg
9,0
Thüringen
8,3
Sachsen
7,9
Berlin
7,8
Bremen
7,4
Brandenburg
7,3
0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,012,0 14,0
Anzahl der Fitnessstudios pro 100.000 Einwohner ab 18 Jahren [Mikrozensus 2011], Angaben für 2013
12
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Ein hohes Angebot an Fitnessstudios existiert auch in den Bundesländern Rheinland-Pfalz
(11,5) und Niedersachsen (11,1). In Anbetracht
der Tatsache, dass viele Fitnessstudios ihren
Firmensitz in den Bundesländern Bayern und
Baden-Württemberg haben, ist die Studiodichte
vergleichsweise gering: Während in Bayern für je
100.000 erwachsene Personen 9,8 Fitnesszent-
Quelle: Creditreform 2014
ren zur Verfügung stehen, liegt die Studiodichte in Baden-Württemberg bei 10,4. Eine geringe Studiodichte besteht nach wie vor im Osten
Deutschlands. Die Dichte in den ostdeutschen
Bundesländern liegt merklich unterhalb des
bundesweiten Durchschnitts von 10,2. Die geringste Dichte ist in Brandenburg mit 7,3 sowie
in Berlin und Sachsen mit 7,8 bzw. 7,9 gegeben.
13
BRANCHENREPORT 2014
3. Risiko- und Bonitätsbewertung
In diesem Kapitel wird die wirtschaftliche
Lage der deutschen Fitnessstudios durch die
Analyse des Insolvenzaufkommens sowie als
verdichteter Indikator über den Creditreform Bonitätsindex abgebildet. Darüber hinaus werden
die Ausfallrisiken und das Zahlungsverhalten der
Fitnessunternehmen untersucht. Dabei soll die
Darstellung der Gesamtwirtschaft eine Einordnung der Branchenergebnisse ermöglichen.
3.1 Insolvenzentwicklung in der Fitnessbranche
Die Insolvenzsituation in der Fitnessbranche
hat sich im vergangenen Jahr weiter verbessert.
Seit 2010 ist die Insolvenzentwicklung in der
Tendenz abwärts gerichtet. Nachdem die Zahl der
Unternehmensinsolvenzen von 99 Betrieben im
Jahr 2010 auf 87 Insolvenzfälle in 2011 zurückgegangen war, sank die Zahl der Firmenpleiten
innerhalb der Fitnessbranche im Jahr 2012 auf
83 Betriebe. Dieser Trend hat sich im aktuellen
Erhebungszeitraum fortgesetzt. Auf Jahressicht
verringerte sich die Zahl der Insolvenzen auf 70
Fälle. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang von 15,7 Prozent.
Abbildung 5: Unternehmensinsolvenzen in der Fitnessbranche
160
40.000
140
35.000
120
30.000
100
25.000
80
20.000
60
15.000
40
10.000
20
5.000
0
0
2006200720082009 2010201120122013
Diese Entwicklung korrespondiert mit dem
branchenübergreifenden Insolvenzaufkommen
in Deutschland. So ist die Insolvenzentwicklung
seit dem Jahr 2009, als 32.687 Insolvenzfälle verzeichnet wurden, rückläufig. Im Jahr 2012 war die
Zahl der Unternehmensinsolvenzen von 30.099
14
Fitnessbranche
Gesamtwirtschaft
Insolvenzverfahren
eröffnet/mangels Masse
abgewiesen
auf 28.297 Fälle zurückgegangen (minus 6,0 Prozent). Für das Jahr 2013 meldeten die deutschen
Amtsgerichte 25.995 Unternehmensinsolvenzen.
Dies entspricht einem Rückgang von 8,1 Prozent
gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
3.2 Bonitätseinschätzung und Ausfallrisiken
Der Bonitätsindex definiert sich als ein Scorewert, der die Bonität eines Unternehmens mit
einer dreistelligen Note zwischen 100 (sehr gute
Bonität) und 600 (Zahlungsausfall) bewertet. Er
wird aus einer Vielzahl von Informationen in ei-
nem einzelnen Wert verdichtet und ermöglicht
so eine aussagekräftige Beurteilung der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens oder einer
Branche (siehe Kasten).
Der Creditreform Bonitätsindex
Der Bonitätsindex ist der zentrale Bestandteil der Creditreform Wirtschaftsauskunft. Er
ist das einschlägige Informationsinstrument
für Kreditentscheidungen in der Unternehmenspraxis.
Zusammen mit der detaillierten Angabe der entsprechenden Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht der Bonitätsindex eine
schnelle und direkte Einschätzung der Bonität des Kunden – und damit dessen Kreditwürdigkeit. Der Index verdichtet mittels eines
mathematisch-statistischen Verfahrens 15
bonitätsrelevante Unternehmensmerkmale
und liefert damit ein aussagekräftiges Urteil
der Zahlungsfähigkeit. 3,5 Mio. deutsche Unternehmen und Selbstständige werden aktuell von Creditreform mit einem Bonitätsindex
bewertet. Merkmale, die zur Entstehung des
Bonitätsindex beitragen: Rechtsform, Unternehmensalter,
Unternehmensentwicklung,
Auftragslage, Branche, Anzahl Mitarbeiter,
Umsatz, Umsatz / Mitarbeiter, Bilanzdaten, Eigenkapital, Kapitalumschlag, Zahlungsverhal-
Quelle: Creditreform 2014
ten Unternehmen, Zahlungsverhalten Kunden,
Zahlungsweise, Krediturteil.
Für die Berechnung des Creditreform Bonitätsindex wird eine Vielzahl von Informationen recherchiert und aufbereitet, auf denen
die Bonität eines Unternehmens gründet. So
werden Angaben der Wirtschaftsauskunft wie
etwa zur Vermögens- und Ertragslage oder
Zahlungsweise ebenso berücksichtigt wie
Angaben zu Struktur- oder Branchenrisiken.
Alle bonitätsrelevanten Merkmale werden
im Rahmen einer qualitativen und quantitativen Analyse einzeln bewertet und zu einer
Gesamtnote, dem Creditreform Bonitätsindex,
verdichtet und entsprechend ihrer Relevanz
gewichtet. Dabei kann der Index grundsätzlich Werte zwischen 100 bis 600 annehmen.
Dieses Spektrum, das sich am Schulnotensystem orientiert, entspricht dem Spektrum
zwischen einer ausgezeichneten und einer
ungenügenden Bonität, die gleichbedeutend
mit der Zahlungseinstellung ist.
15
BRANCHENREPORT 2014
Die Bewertung der Kreditwürdigkeit der
deutschen Fitnessstudios hat sich gemessen
am Bonitätsindex verbessert. Der durchschnittliche Bonitätsindex für die von Creditreform erfassten Fitnesszentren lag im Jahr 2013 bei 272
Punkten und damit etwas niedriger als im Jahr
2012, als die Bonitätsbewertung mit 273 Punkten schlechter ausfiel. So scheint die Eintrübung
der Bonitätsbewertung deutscher Fitnessunternehmen damit vorerst gestoppt. Seit dem Jahr
2008 wurde ein kontinuierlicher Anstieg des Bonitätsindex in der Fitnessbranche verzeichnet. So
wurde die Branche 2008 mit 269 Punkten weni-
ger risikoreich eingestuft als in den Folgejahren.
Bis zum Jahr 2011 ist der Index bis auf 273
Punkte angestiegen.
Mit aktuell 272 Punkten wird der Fitnessbranche eine mittlere Bonität eingeräumt. Dennoch wird die Kreditwürdigkeit der Fitnessunternehmen im gesamtwirtschaftlichen Vergleich
schlechter eingestuft. Der durchschnittliche
Bonitätsindex für die Gesamtwirtschaft betrug
Ende 2013 262 Punkte, sodass die Unternehmen
als etwas weniger risikoreich bewertet wurden
als im Jahr 2012 (263 Punkte).
Abbildung 6: Entwicklung des Bonitätsindex in der Fitnessbranche
280
275
269
270
265
260
260
271
259
272
261
273
273
272
263
263
262
255
250
200820092010201120122013
Fitnessbranche
Gesamtwirtschaft
In der Bonitätsbewertung der einzelnen Wirtschaftszweige sind teilweise deutliche Unterschiede zu erkennen. Im branchenübergreifende
Vergleich erhält die Chemie- und Kunststoffindustrie die beste Bewertung. Ende 2013 wies diese
mit 245 Punkten eine gute Bonität auf. Über eine
überdurchschnittliche Kreditwürdigkeit verfügen auch die Metall- und Elektroindustrie (249
Punkte) sowie die Grundstoffindustrie (253 Punk-
16
te). Als verhältnismäßig risikoreich gilt dagegen
der konsumnahe Dienstleistungssektor mit 264
Punkten. Die schlechtesten Bewertungen werden
an Unternehmen des Verkehrs- und Logistiksektors bzw. des unternehmensnahen Dienstleistungssektors vergeben (jeweils 265 Punkte). Die
Baubetriebe haben eine durchschnittliche Bonität von 262 Punkten.
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 7: Bonitätsnoten nach Wirtschaftszweigen
Verkehr/Logistik
265
Unternehmensnahe DL
265
Konsumnahe DL
264
Gesamtwirtschaft
262
Baugewerbe
262
Einzelhandel
259
Großhandel
259
Konsumgüter
254
Grundstoffe
253
Metall/Elektro
249
Chemie/Kunststoffe
245
235 240 245250255 260 265270
Durchschnittlicher Bonitätsindex, Angaben für 2013
Indessen zeigt die Verteilung der Bonitätsnoten in der Gesamtwirtschaft, dass der Großteil
der Unternehmen (36,6 Prozent) eine gute Bonität, d.h. einen Bonitätsindex zwischen 200 und
249, besitzt. Weitere 33,9 Prozent werden in die
Klasse 250 bis 299 (mittlere Bonität) eingeordnet. Ungefähr jedes zehnte Unternehmen (9,4
Prozent) verfügt über eine sehr gute Bonität (150
bis 199). Demgegenüber ist die Fitnessbranche
eher durch einen höheren Anteil von Einstufungen in den schlechteren Bonitätsklassen
geprägt. So kann lediglich 1,3 Prozent der Fitnessstudios eine sehr gute Bonität bescheinigt
werden. Ebenfalls weniger Fitnessunternehmen
(28,7 Prozent) werden als Betriebe mit einer guten Bonität eingestuft. Dagegen überwiegt in der
Fitnessbranche die Zahl der Unternehmen mit
einer mittleren Bonität – insgesamt entfallen
zwei von fünf Fitnessstudios (40,6 Prozent) auf
diese Bonitätsklasse. Gleichzeitig liegt der Anteil
Quelle: Creditreform 2014
der Unternehmen dieses Wirtschaftsbereichs, die
in die als hoch riskant eingestufte Bonitätsklasse
350 bis 499 fallen, bei 5,1 Prozent (Gesamtwirtschaft: 3,1 Prozent).
Dass die Bonität der Fitnessunternehmen verhältnismäßig schlecht ausfällt, ist mitunter den
Strukturmerkmalen der Fitnessbranche geschuldet. Grundsätzlich befinden sich kleinere Unternehmen häufiger in der Risikoklasse 350 bis 499
– werden also mit einer sehr schwachen Bonität
bewertet. Ende 2013 waren immerhin 4,0 Prozent der deutschen Unternehmen mit bis zu zwei
Mitarbeitern als gefährdet eingestuft. Bei Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern ist dies
nur bei 1,4 Prozent der Unternehmen der Fall.
Die Stabilität der Unternehmen steigt also prinzipiell mit der Unternehmensgröße an. Dementsprechend sind kleinere Unternehmen tendenziell einer höheren Insolvenzgefahr ausgesetzt.
17
BRANCHENREPORT 2014
Der Großteil der im Jahr 2013 ausgefallenen
Unternehmen zählt nur wenige Beschäftigte
(vgl. Creditreform 2013, Insolvenzen in Deutschland Jahr 2013). In 79,5 Prozent der Fälle waren
in insolventen Unternehmen höchstens fünf
Mitarbeiter beschäftigt. Nur eines von hundert
zahlungsunfähigen Unternehmen (0,9 Prozent)
verfügte über eine Beschäftigtenzahl von über
100 Personen.
40,0%
28,7%
35,0%
33,9%
36,6%
45,0%
40,6%
Abbildung 8: Verteilung des Bonitätsindex in der Fitnessbranche
30,0%
25,0%
100 - 149 150 - 199 200 - 249 250 - 299 300 - 349 350 - 499
Fitnessbranche
Gesamtwirtschaft
18
8,2%
2,9%
3,8%
5,1%
3,1%
1,3%
0,3%
0,0%
0,0%
5,0%
5,6%
10,0%
10,2%
9,4%
15,0%
10,4%
20,0%
500 600
Angaben für 2013
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Ein Blick auf die Verteilung der Unternehmen
mit Negativmerkmalen nach Umsatzgrößenklassen zeigt, dass es in der Tat vor allem die
kleinsten Fitnessstudios waren, die harte Negativmerkmale aufzuweisen hatten (z.B. einen
Zahlungsausfall oder einen Insolvenzantrag):
Im Jahr 2013 hatten vier von fünf Unternehmen
(77,8 Prozent) mit einem Umsatzvolumen von
bis zu 250.000 Euro ein hartes Negativmerkmal.
Nicht einmal fünf Prozent der ausgefallenen Unternehmen setzten im vergangenen Jahr mehr
als eine Million Euro um.
Tabelle 4: Unternehmen mit Negativmerkmalen
nach Umsatzgrößenklassen
JahresumsatzProzentverteilung
bis 0,25 Mio. €
77,8%
bis 0,5 Mio. €
14,8%
bis 1,0 Mio. €
3,7%
mehr als 1,0 Mio. €
3,7%
Angaben für 2013
Quelle: Creditreform 2014
19
BRANCHENREPORT 2014
3.3Ausfallrisiken
Die deutsche Fitnessbranche präsentiert sich
in einer soliden Ausgangslage. So werden die
Insolvenzrisiken spürbar geringer bewertet als
im Vorjahr. Dies signalisiert der Creditreform
Insolvenzindikator, der das branchenbezogene
Ausfallrisiko misst, indem die Anzahl der Unternehmen, die im Verlauf der letzten zwölf Monate ein Negativmerkmal aufwiesen, in Relation
zur Gesamtanzahl aller wirtschaftsaktiven Un-
ternehmen der Branche betrachtet wird. Dabei
gelten neben der Haftanordnung/Abgabe der
eidesstattlichen Versicherung und einem unternehmerischen Insolvenzverfahren das Verbraucherinsolvenzverfahren von unternehmerisch tätigen Personen bzw. Selbstständigen
sowie ein Insolvenzverfahren über den Nachlass
als Negativmerkmale.
Abbildung 9: Entwicklung des Ausfallrisikos in der Fitnessbranche
4,00
3,57
3,50
3,49
3,19
3,02
3,05
3,00
2,50
2,22
2,30
2,00
2,65
2,25
2,15
2,06
2,05
1,50
200820092010 2011 2012 2013
Fitnessbranche
Gesamtwirtschaft
20
Creditreform Risikoindikator,
Angaben in %
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Während der Insolvenzindikator in der Fitnessbranche im Jahr 2012 bei 3,05 Prozent notierte, lag er im vergangenen Jahr bei nur noch
2,65 Prozent. Das heißt auf 10.000 Fitnessunternehmen kommen 265 Betriebe, die mit einem
Negativmerkmal behaftet waren. Folglich konnten die Fitnessunternehmen ihre Aufwärtstendenz fortsetzen. In den Jahren 2009 und 2010
lag der Anteil der ausfallgefährdeten Unternehmen mit 3,57 bzw. 3,49 Prozent deutlich höher.
Die Insolvenzrisiken für die deutsche Wirtschaft sind im letzten Jahr vor dem Hintergrund
des moderaten Wachstumskurses in Deutschland
leicht gesunken. So betrug der Creditreform Insolvenzindikator Ende 2013 2,05 Prozent. Damit
liegt der Index 0,01 Prozentpunkte unter dem
Niveau des Vorjahres (2,06 Prozent). Im Branchenvergleich sind der Bausektor und der Verkehrs- und Logistiksektor die Schlusslichter. Im
Baugewerbe waren Ende 2013 2,81 Prozent der
Firmen ausfallgefährdet. Im Vergleichszeitraum
des Vorjahres war dies nur bei 2,67 Prozent aller
Bauunternehmen der Fall. Dagegen ist das Gefährdungspotenzial im Verkehrs- und Logistiksektor deutlich zurückgegangen – von 3,99 Prozent im Vorjahr auf derzeit 3,81 Prozent.
Abbildung 10: Ausfallrisiko in der Fitnessbranche
nach Bundesländern
Bremen
7,32
Berlin
5,02
Sachsen-Anhalt
4,47
Hessen
3,86
Mecklenburg-Vorp.
3,79
Nordrhein-Westf.
3,23
Sachsen
3,23
Hamburg
2,33
Niedersachsen
2,25
Saarland
2,17
Schleswig-Holstein
2,09
Brandenburg
1,94
Baden-Württemb.
1,90
Bayern
1,69
Rheinland-Pfalz
1,57
Thüringen
0,63
0,00 2,004,006,00 8,00
Creditreform Risikoindikator, Angaben für 2013 in %
Quelle: Creditreform 2014
21
BRANCHENREPORT 2014
Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass in
Bremen die größten Insolvenzrisiken vorliegen,
wobei nicht übersehen werden sollte, dass Bremen das Bundesland mit dem geringsten Unternehmensbesatz ist und sich Schwankungen in
der Insolvenzbetroffenheit entsprechend stärker im Insolvenzindikator niederschlagen. Zum
Jahresende 2013 liegt der Anteil der mit einem
Negativmerkmal behafteten Fitnessunternehmen in Bremen bei 7,32 Prozent. Mit einem gewissen Abstand folgen die Länder Berlin und
Sachsen-Anhalt. Hier liegt der Insolvenzindika-
tor mit 5,02 bzw. 4,47 Prozent etwas niedriger,
aber dennoch noch merklich über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Vergleichsweise gering
ist die Insolvenzbetroffenheit in den südwestlichen Teilen Deutschlands. Während in BadenWürttemberg 1,90 Prozent aller Fitnessstudios
als insolvenzgefährdet gelten, ist dies in Bayern
bei 1,69 Prozent der Betriebe der Fall. Auch in
Rheinland-Pfalz herrscht mit einem Risikoindex
von 1,57 Prozent eine geringe Insolvenzgefahr.
Die geringsten Insolvenzrisiken weist aktuell das
Land Thüringen auf (0,63 Prozent).
3.4Zahlungsverhalten
Ein nicht hinreichendes Ausmaß an Liquidität
stellt eine der häufigsten Insolvenzursachen dar.
Dabei zählen Veränderungen im Zahlungsverhalten der Kunden zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die Liquiditäts- und Finanzsituation
kleiner und mittelgroßer Unternehmen. Denn
Betriebe kommen ohne eine ausreichende Eigenkapitalisierung schnell in Liquiditätsnöte,
wenn sich nicht oder zu spät beglichene Rechnungen häufen sollten.
Das Zahlungsverhalten wird anhand der gewichteten durchschnittlichen Überfälligkeit in
Tagen gemessen. Die so genannte DSO-Kennzahl
(DSO = Days Sales Outstanding) ist die Summe
der mit dem jeweils zu zahlenden Betrag gewichteten Überfälligkeiten in Tagen bezogen auf
die Summe der zu zahlenden Beträge. Ein niedrigerer Wert steht für ein besseres Zahlungsverhalten. Hierbei werden nur Vorgänge mit überschrittenem Zahlungsziel berücksichtigt.
Den auf dem Creditreform Debitorenregister
Deutschland basierenden Berechnungen zufolge
hat sich das Zahlungsverhalten der Fitnessstudios im Jahr 2013 verschlechtert. Bis zur Begleichung einer Rechnung ließen die FitnessstudioBetreiber mehr Zeit vergehen als im Jahr 2012.
Im Durchschnitt bezahlen die Fitnessbetriebe
ihre überfälligen Rechnungen mit einem Zahlungsverzug von 13,85 Tagen. Im Jahr 2012 fielen
die Zahlungsverzögerungen mit durchschnittlich
11,00 Tagen deutlich geringer aus.
Auch in der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung wurden Rechnungsbelege etwas schleppender beglichen als im Vorjahr. Eine bereits
überfällige Rechnung wurde im Jahr 2013 mit
einem durchschnittlichen Verzug von 9,45 Tagen
überwiesen – 0,15 Tage mehr als 2012, als es
noch 9,30 Tage waren.
22
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 11: Entwicklung der Zahlungsverzugsdauer
in der Fitnessbranche
17,00
16,00
15,92
15,00
14,00
13,85
14,00
13,00
12,08
12,00
11,00
10,52
10,00
11,00
9,00
9,00
11,00
9,02
9,00
9,30
9,45
8,00
7,00
200820092010 2011 2012 2013
Fitnessbranche
Gesamtwirtschaft
Quelle: Creditreform 2014
Angaben in Tagen
23
BRANCHENREPORT 2014
4. Die Jahresabschlussanalyse der
Fitnessunternehmen
Bilanzdaten und daraus berechnete Kennzahlen aus den Jahresabschlüssen von Unternehmen ermöglichen eine Beurteilung der Risikotragfähigkeit eines Unternehmens oder einer
Branche. Zur Analyse der finanziellen Risikotragfähigkeit der Fitnessbranche werden im Folgen-
den Bilanzkennzahlen aus der Bilanzdatenbank
der Creditreform Gruppe herangezogen. Dabei
werden neben der Eigenkapitalquote und dem
Verschuldungsgrad Kennzahlen zur Rentabilität
und Vermögensstruktur untersucht.
4.1Eigenkapitalausstattung
Die Untersuchung der Kapitalstruktur soll
eine Abschätzung der Finanzierungsrisiken in
der Fitnessbranche ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist die Eigenkapitalquote eine der
zentralen Indikatoren für die Beurteilung der
Risikotragfähigkeit. Prinzipiell nimmt die Solidität der Finanzierung mit einem steigenden Anteil des Eigenkapitals zum Gesamtkapital zu, da
ein hoher Eigenkapitalanteil die Haftungsbasis
eines Unternehmens verbessert, eine weitgehende Unabhängigkeit von Fremdkapitalgebern
24
sicherstellt und die Liquidität entlastet. Dabei
ist es vor allem die Funktion als Risikoträger,
die das Eigenkapital bei der Analyse der finanziellen Stabilität zu einer zentralen Kennzahl
macht. Denn verfügt ein Unternehmen über
eine höhere Eigenkapitalbasis, kann es sich tendenziell auch höhere Verluste erlauben. Bei der
Berechnung der Eigenkapitalquote wird das
bereinigte Eigenkapital durch die bereinigte
Bilanzsumme dividiert.
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 12: Entwicklung der durchschnittlichen
Eigenkapitalquote in der Fitnessbranche
24,0
23,1
22,0
20,0
20,5
20,3
2009
2010
22,5
18,0
16,0
14,0
12,0
10,0
2011
2012
Angaben in %
Die Eigenkapitalsituation hat sich im Vorjahresvergleich etwas verschlechtert. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote sank von 23,1
Prozent im Jahr 2011 auf 22,5 Prozent in 2012.
Damit liegt die Eigenkapitalausstattung der Fitnessunternehmen jedoch über dem Niveau der
Jahre 2009 und 2010, als die Eigenkapitalquote
im Durchschnitt 20,5 bzw. 20,3 Prozent betrug.
Der gesamtwirtschaftliche Vergleichswert beträgt
28,3 Prozent.
Im Zusammenhang mit einer Analyse der Eigenkapitalquote nimmt der Schwellenwert von
zehn Prozent eine wichtige Rolle ein. Unternehmen, die ein Eigenkapital von weniger als zehn
Prozent gemessen an der Bilanzsumme aufwei-
Quelle: Creditreform 2014
sen, gelten als unterkapitalisiert und sind prinzipiell anfälliger für Finanzierungsprobleme. Eine
Analyse von Durchschnittswerten kann jedoch
insofern zu kurz greifen, als dass Schieflagen
unentdeckt bleiben. So zeigt eine detailliertere
Betrachtung, dass durchaus ein beträchtlicher
Anteil von Fitnessstudios als schwach kapitalisiert bezeichnet werden muss. Immerhin drei
von zehn Fitnessbetrieben (33,6 Prozent) waren
2012 zu schwach kapitalisiert – wiesen also eine
Eigenkapitalquote von weniger als zehn Prozent
auf. Dies sind etwas weniger eigenkapitalschwache Fitnessunternehmen als im Jahr 2011, als
noch 36,7 Prozent mit einer solch niedrigen Eigenkapitalquote ausgestattet waren.
25
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 13: Anteil unterkapitalisierter Fitnesszentren
nach Bundesland
Bremen
66,7
Saarland
50,0
Sachsen-Anhalt
41,7
Berlin
40,7
Schleswig-Holstein
40,0
Mecklenburg-Vorp.
37,5
Nordrhein-Westf.
35,0
Bayern
31,3
Hessen
31,1
Sachsen
30,8
Baden-Württemberg
29,8
Brandenburg
28,6
Thüringen
27,3
Rheinland-Pfalz
27,3
Niedersachsen
26,4
Hamburg
20,0
0,00 20,040,060,0 80,0
Anteil der Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote < 10 %, Angaben für 2012 in %
26
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Differenziert nach einzelnen Bundesländern
zeigt sich ein recht unterschiedliches Bild. Am
besten scheint es um die Solvenz der Fitnessunternehmen im Norden Deutschlands bestellt.
So sind es insbesondere die Unternehmen in
Hamburg und Niedersachsen, die mit 20,0 bzw.
26,4 Prozent einen geringen Anteil an schwach
kapitalisierten Betrieben aufzuweisen haben. In
den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Thüringen liegt der Anteil der Fitnessbetriebe, die eine
Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent aufweisen, mit 27,3 Prozent auf einem ähnlich niedrigen Niveau. Vergleichsweise schwach stehen
dagegen die Fitnessstudios aus Bremen und dem
Saarland da. Zwei von drei Bremer Studios (66,7
Prozent) verfügen über eine Eigenkapitalquote
von unter zehn Prozent. Im Saarland gilt jedes
zweite Unternehmen (50,0 Prozent) als unterkapitalisiert. Auch in den beiden Bundesländern
Sachsen-Anhalt (41,7 Prozent) und Berlin (40,7
Prozent) scheinen die dort ansässigen Fitnessbetriebe relativ geringe Risikopuffer zu besitzen.
Abbildung 14: Durchschnittliche Eigenkapitalquote
nach Wirtschaftszweig
Unternehmensnahe DL
34,0
Chemie/Kunststoffe
33,0
Grundstoffe
32,8
Konsumnahe DL
30,4
Metall/Elektro
30,0
Großhandel
26,9
Konsumgüter
26,0
Einzelhandel
19,5
Baugewerbe
18,5
Verkehr/Logistik
18,5
0,0 10,020,030,040,0
Angaben für 2012 in %
Quelle: Creditreform 2014
27
BRANCHENREPORT 2014
Beim Blick auf die aktuelle Lage in den verschiedenen Wirtschaftszweigen ergeben sich
bei der Eigenkapitalquote branchenspezifische
Unterschiede. Im Jahr 2012 waren es insbesondere der Verkehrs- und Logistiksektor und das
Baugewerbe, die jeweils mit durchschnittlich
18,5 Prozent die niedrigste Eigenkapitalausstattung aufweisen. Über eine relativ geringe Risikotragfähigkeit verfügt auch der Einzelhandel.
So sind die Einzelhandelsunternehmen mit 19,5
Prozent vergleichsweise schwach kapitalisiert.
Dagegen verfügen Industrieunternehmen und
unternehmensnahe Dienstleister über deutliche
größere Eigenkapitalpolster. Die höchste durchschnittliche Eigenkapitalquote hat der unternehmensnahe Dienstleistungssektor (34,0 Prozent),
dicht gefolgt von der chemischen Industrie (33,0
Prozent) und der Grundstoffindustrie (32,8 Prozent). Solide finanziert scheinen auch die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie sowie
die konsumnahen Dienstleister zu sein, die 2012
eine Quote von 30,0 bzw. 30,4 Prozent aufwiesen.
4.2Verschuldung
Die Kennzahl Verschuldungsgrad wird ebenfalls als Indikator für das finanzwirtschaftliche
Risiko eines Unternehmens herangezogen. Der
Verschuldungsgrad zeigt an, inwieweit die Unternehmen einer Branche fremdfinanziert sind,
indem das Fremdkapital in Beziehung zu den
bereinigten Eigenmitteln gesetzt wird. Ein niedriger Verschuldungsgrad steht dabei für ein geringeres finanzwirtschaftliches Risiko, weil damit
eine bessere Bewältigung des Kapitaldienstes
sicherzustellen ist. Da das Fremdkapital zurückgezahlt werden muss, geht eine höhere Fremdfinanzierung mit einem größeren Risiko für das
Unternehmen einher. Somit stellt der Verschuldungsgrad die Abhängigkeit von externen Gläubigern dar. Ein höherer Verschuldungsgrad ist
ferner als Risikofaktor zu betrachten, da die Kapitalbeschaffung mit mehr Schulden schwieriger
werden dürfte.
28
Insgesamt hat die Verschuldung der deutschen Fitnessunternehmen im Jahr 2012 zugenommen. Nachdem sich der durchschnittliche
Verschuldungsgrad von 2010 auf 2011 von 3,06
auf 2,56 verringert hatte, ist er im Jahr 2012 auf
3,25 gestiegen. Damit liegt er merklich über dem
Schwellenwert von Zwei. Erst ein FremdkapitalEigenkapital-Verhältnis von 2:1 deutet grundsätzlich auf ein bilanziell gesundes und finanziell solide wirtschaftendes Unternehmen hin. Im
bundesweiten Vergleich hat sich das Verhältnis
von Fremd- zu Eigenkapital in diesem Zeitraum
von 1,61 auf 1,88 erhöht.
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 15: Entwicklung des Verschuldungsgrads
in der Fitnessbranche
4
3,5
3
2,5
3,25
3,06
2,56
2,53
2
1,5
1
0,5
0
2009
2010
2011
Unter dem Schwellenwert von Zwei lagen im
Jahr 2012 39,3 Prozent der Fitnessunternehmen.
Im Vergleich der Wirtschaftszweige gestaltet
sich die Konstellation weitgehend analog zur
Eigenkapitalsituation. Im Verkehrs- und Logistiksektor und im Baugewerbe ist eine verhältnismäßig ungünstige Verschuldungssituation
zu verzeichnen. Der Anteil der Logistikfirmen
mit einem Verschuldungsgrad von bis zu 2,0
betrug 2012 44,6 Prozent. Nicht sehr viel besser sieht es im Bausektor aus, in dem nur 46,3
Prozent der Unternehmen die Schwelle von 2,0
unterschreiten können. Bereits mehr als jedes
Quelle: Creditreform 2014
2012
zweite Unternehmen (51,3 Prozent) konnte im
Einzelhandel einen Verschuldungsgrad unter
2,0 melden. Den Spitzenwert weist der unternehmensnahe Dienstleistungssektor aus: Bei
zwei von drei Unternehmen (68,2 Prozent) wurde eine Verschuldungsgrad unter 2,0 registriert.
Auch bei den Unternehmen der Chemie- und
Kunststoffindustrie (58,0 Prozent) und des konsumnahen Dienstleistungssektors (58,7 Prozent)
scheint sich die Verschuldungssituation relativ
moderat darzustellen.
29
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 16: Verschuldungsgrad nach Wirtschaftszweig
Unternehmensnahe DL
68,2%
Chemie/Kunststoffe
58,7%
Konsumnahe DL
58,0%
Metall/Elektro
56,7%
Grundstoffe
56,6%
Großhandel
54,5%
Konsumgüter
52,9%
Einzelhandel
51,3%
Baugewerbe
46,3%
Verkehr/Logistik
44,6%
0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0%70,0%
Anteil der Unternehmen mit einem Verschuldungsgrad < 2, Angaben für 2012
Im Durchschnitt waren die deutschen Fitnessstudio-Betreiber in 2012 mit 111.000 Euro
verschuldet. Damit ist die Verschuldung im Vorjahresvergleich gestiegen. Im Jahr 2011 waren
die Fitnessbetriebe mit durchschnittlich 93.000
Euro verschuldet. Dabei lassen sich im Hinblick
auf die Höhe der Verschuldung Größeneffekte
feststellen. So fiel die Höhe der Verbindlichkeiten
bei den kleineren Unternehmen geringer aus als
bei den größeren Fitnessbetrieben. Mit der tendenziell umfangreicheren Anlagenausstattung
der größeren Studios scheinen auch ein erhöhter Kapitaleinsatz und eine höhere Verschuldung
einherzugehen. Fitnessstudios mit mehr als ei-
30
ner Million Euro Jahresumsatz waren 2012 im
Durchschnitt mit 306.000 Euro verschuldet. Bei
den Betrieben, die nur zwischen 500.000 und einer Million Euro umsetzen, schlug dagegen eine
Verschuldung von durchschnittlich 115.000 Euro
zu Buche. Kleine Fitnessstudios (weniger als
250.000 Euro Umsatz) wiesen lediglich 60.000
Euro an Verbindlichkeiten aus.
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Tabelle 5: Verschuldungssituation der Fitnessstudios
Verbindlichkeiten
20122011
11193
davon mit Restlaufzeit
bis 1 Jahr
70
53
von 1 bis 5 Jahre
58
41
169
110
über 5 Jahre
Durchschnittliche Höhe der Verbindlichkeiten (Median) als Verschuldung,
Angaben in Tsd. Euro
Im Kontext der Analyse der Verschuldungssituation kommt ferner dem Zeitraum, über den
das Fremdkapital für Unternehmen verfügbar
ist, eine bedeutende Rolle zu. Denn prinzipiell
gilt die Finanzierung eines Unternehmens als
sicherer, je länger das Fremdkapital zur Verfügung steht. Zwar sind kurzfristige Fremdmittel
in der Regel günstiger. Kurzfristige Verschuldung
bedeutet allerdings auch, dass das Fremdkapital kurzfristig zurückgezahlt werden muss. Die
hierfür nötigen liquiden Mittel sind jedoch nicht
immer vorhanden. Zudem kann ein hoher Grad
der kurzfristigen Verschuldung zu einer höheren
Ausfallsgefahr des Unternehmens führen, da es
in einem solchen Fall auf eine kurzfristige An-
schlussfinanzierung angewiesen ist, die nicht zu
jedem Zeitpunkt gesichert sein muss. Die kurzfristige Fremdkapitalquote der Fitnessbranche
ging im Vorjahresvergleich zurück. Die kurzfristige Fremdkapitalquote gibt an, welcher Teil des
Gesamtkapitals kurzfristig, d.h. im folgenden Geschäftsjahr, an die Kapitalgeber zurückzuführen
ist. Während der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals an der bereinigten Bilanzsumme 2011
bei durchschnittlich 73,33 Prozent lag, waren
es 2012 nur noch 72,0 Prozent. Damit war die
kurzfristige Verschuldung bei den Fitnessstudios
überdurchschnittlich hoch. Branchenübergreifend beträgt die kurzfristige Fremdkapitalquote
49,80 Prozent (2011: 51,29 Prozent).
4.3Gesamtkapitalrendite
Die Gesamtkapitalrentabilität wird als Indikator für die Verzinsung des im Unternehmen
eingesetzten Gesamtkapitals herangezogen. Sie
berechnet sich als Quotient aus dem um den
Zinsaufwand erweiterten Jahresüberschuss und
der bereinigten Bilanzsumme. Steigende Werte
deuten auf die zunehmende Fähigkeit und Effizienz eines Unternehmens hin, mit dem zur Verfügung stehenden Vermögen nachhaltig Gewinne
zu erzielen.
Quelle: Creditreform 2014
Insgesamt arbeiteten die Fitnessunternehmen rentabler als im Vorjahr. Sie konnten ihre
Gesamtkapitalrentabilität auf Jahressicht von
5,63 Prozent im Jahr 2011 auf 6,94 Prozent in
2012 steigern. Die Gesamtkapitalrendite der Fitnessunternehmen liegt damit wieder ungefähr
auf dem Niveau des Jahres 2010, als 6,89 Prozent
verzeichnet wurden. Im gesamtwirtschaftlichen
Durchschnitt lag die Gesamtkapitalrentabilität
der Unternehmen bei 5,96 Prozent, nachdem sie
31
BRANCHENREPORT 2014
im Jahr 2011 6,62 Prozent betragen hatte. Will
die Fitnessbranche die Ertragskraft weiter hoch
halten, gilt es mit Blick auf die nächsten Jahre vor
allem, weiterhin eine hohe Zahl neuer Mitglieder
anziehen zu können. Eine Aufgabe, die sich angesichts des zunehmenden Wettbewerbs immer
schwieriger gestalten dürfte.
Tabelle 6: Gesamtkapitalrendite
der Fitnesszentren
Gesamtkapitalrendite
Fitnessbranche
6,94 (5,63)
Gesamtwirtschaft
5,96 (6,62)
Angaben für 2012 in %, ( ) = Vorjahreswerte
Ein Vergleich der durchschnittlichen Gesamtkapitalrendite unter den Wirtschaftszweigen festigt den Befund, dass die Fitnessbranche im Jahr
2012 vergleichsweise wirtschaftlich arbeitete.
So liegt die durchschnittliche Gesamtkapitalrendite im Dienstleistungssektor bei 4,65 (konsumnahe Dienstleistungen) bzw. 5,19 Prozent
(unternehmensnahe Dienstleistungen). Deutlich
rentabler arbeiten jedoch die Einzelhändler, die
im Jahr 2012 durchschnittlich 8,36 Prozent erzielen konnten. Auch die Chemie- und Kunststoffindustrie weist mit 8,02 Prozent eine relativ hohe
Ertragskraft auf.
Allerdings sollte die Betrachtung der Branchendurchschnitte nicht über die mangelnde Ertragskraft bei einer Vielzahl von Fitnessstudios
32
hinwegtäuschen. Weitere Analysen zeigen, dass
doch ein recht hoher Anteil der Fitnessstudios
nicht rentabel arbeitet. Ein Drittel der Fitnessbetriebe (32,8 Prozent) weist eine Gesamtkapitalrentabilität von unter zwei Prozent auf. Damit
hat sich zwar der Anteil der ertragsschwachen
Unternehmen in der Fitnessbranche gegenüber
dem Vorjahr verringert (2011: 37,5 Prozent).
Dennoch kommen lediglich die Betriebe des
konsumnahen Dienstleistungssektors auf einen
höheren Anteilswert (38,6 Prozent). Werte von
mehr als zwei Prozent signalisieren eine akzeptable Gesamtkapitalrentabilität. Der niedrigste
Anteilswert kann im Handel registriert werden.
Sowohl der Einzelhandel (20,6 Prozent) als auch
der Großhandel (21,5 Prozent) stechen in Bezug
auf die Wirtschaftlichkeit heraus.
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 17: Gesamtkapitalrendite nach Wirtschaftszweig
Konsumnahe DL
38,6%
Unternehmensnahe DL
29,3%
Verkehr/Logistik
29,2%
Grundstoffe
25,0%
Konsumgüter
24,6%
Chemie/Kunststoffe
24,0%
Metall/Elektro
22,3%
Baugewerbe
21,5%
Großhandel
21,5%
Einzelhandel
20,6%
0,0% 10,0% 20,0%30,0% 40,0% 50,0%
Anteil der Unternehmen mit einer Gesamtkapitalrendite < 2 %, Angaben für 2012
4.4Personalaufwandsquote
In der Regel repräsentiert die Personalaufwandsquote neben der Materialaufwandsquote den größten betrieblichen Kostenfaktor. Die
Personalaufwandsquote setzt den ausgewiesenen Personalaufwand in Verhältnis zur Gesamtleistung eines Unternehmens. Sie ist somit
eine Kennzahl zur Bewertung der Effizienz eines Unternehmens und gibt Aufschluss über die
Wirtschaftlichkeit des Personaleinsatzes. Eine
niedrigere Kennzahlausprägung kann auf einen
effizienteren Einsatz des Personals bzw. eine höhere Produktivität hindeuten. Indessen kann eine
Verschlechterung der Personalaufwandsquote
mitunter auf höhere Tarifabschlüsse oder Sozialversicherungsbeiträge zurückzuführen sein.
Gemessen an dieser Kennzahl scheinen die
Unternehmen der Fitnessbranche ihre Effizienz
stabilisieren zu können. So ist die Personalaufwandsquote der Fitnessstudios im VorjahresverQuelle: Creditreform 2014
gleich nahezu unverändert geblieben. Während
sich die Personalintensität im Jahr 2011 auf
25,77 Prozent belief, lag sie in 2012 mit 25,86
Prozent auf einem vergleichbaren Niveau. Im
gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt ist die Personalaufwandsquote von 24,06 Prozent im Jahr
2011 auf 24,16 Prozent in 2012 leicht gestiegen.
Die Fitnessbranche sieht sich grundsätzlich
der Herausforderung gegenübergestellt, dass
die Mitglieder eine kundenfreundliche Betreuung und hohe Betreuungsqualität wünschen und
gleichzeitig aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks die Kosten für die Werbung von
Neukunden sowie für Investitionen in Infrastruktur zur Abgrenzung von der Konkurrenz steigen.
Dem versuchen Fitnessstudio-Betreiber unter
anderem dadurch zu begegnen, indem verstärkt
auf formalisierte Betreuungsprozesse und virtuelle Trainingssysteme gesetzt wird.
33
BRANCHENREPORT 2014
Tabelle 7: Personalaufwandsquote
der Fitnesszentren
Personalaufwandsquote
Fitnessbranche
25,86 (25,77)
Gesamtwirtschaft
24,16 (24,06)
Angaben für 2012 in %, ( ) = Vorjahreswerte
Im Zusammenhang mit der Personalintensität sind branchenspezifische Muster von einem
etwas geringeren Interesse, da ein Vergleich
aufgrund der hohen Branchenabhängigkeit in
der Regel nur innerhalb der Peergroup sinnvoll erscheint. Im Allgemeinen dürften höhere
Personalaufwandsquoten eher in den Dienstleistungssektoren zu beobachten sein als im
Handel oder der Industrie. Ein Blick auf die
durchschnittliche Personalaufwandsquote nach
Wirtschaftszweig unterstreicht dies. Während die
Personalaufwandsquote bei den konsumnahen
Dienstleistern im Durchschnitt 42,32 Prozent
und bei den unternehmensnahen Dienstleistern
29,44 Prozent beträgt, liegt diese im Einzelhandel
bei 14,00 Prozent – im Großhandel bei nur
10,51 Prozent.
Abbildung 18: Personalaufwandsquote nach Wirtschaftszweig
Konsumnahe DL
42,32
Unternehmensnahe DL
29,44
Baugewerbe
28,35
Metall/Elektro
28,15
Verkehr/Logistik
25,33
Konsumgüter
23,10
Chemie/Kunststoffe
21,23
Grundstoffe
20,71
Einzelhandel
14,00
Großhandel
10,51
0,0% 10,0% 20,0%30,0% 40,0% 50,0%
Angaben für 2012 in %
34
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
4.5 Deckungsgrad des Anlagevermögens
Der Deckungsgrad des Anlagevermögens
wird als Indikator für die Solidität der Finanzierung des Anlagevermögens herangezogen und
ist definiert als der Quotient aus der Summe von
Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital
und dem Anlagevermögen. Eine hohe Abdeckung
des Anlagevermögens mit langfristigem Kapital
steht für eine solide Finanzierung des Anlagevermögens bzw. die Gewährleistung einer strukturellen Zahlungssicherheit. Grundsätzlich sollten Werte um 100 Prozent angestrebt werden, da
auch Teile des Umlaufvermögens längerfristig
finanziert werden sollten.
Tabelle 8: Anlagendeckung
der Fitnesszentren
Anlagendeckung
Fitnessbranche
Gesamtwirtschaft
59,48 (69,78)
105,73 (108,49)
Angaben für 2012 in %, ( ) = Vorjahreswerte
Insgesamt muss festgestellt werden, dass der
Deckungsgrad in der Fitnessbranche auch im Jahr
2012 merklich unterhalb von 100 Prozent liegt.
Dabei ist der Deckungsgrad des Anlagevermögens der Fitnessunternehmen wieder gesunken,
nachdem im Jahr zuvor ein Anstieg registriert
worden war: 2012 waren im Durchschnitt 59,48
Prozent des Anlagevermögens durch langfristiges Kapital finanziert. Dies bedeutet im Grunde
Quelle: Creditreform 2014
genommen, dass rund 40 Prozent der Anlagen
kurzfristig finanziert werden mussten. Im Jahr
zuvor belief sich die durchschnittliche Anlagendeckung der Fitnessbetriebe auf 69,78 Prozent,
nach 63,70 Prozent in 2010. Der gesamtwirtschaftliche Vergleichswert ist im Jahr 2012 von
108,49 auf 105,73 Prozent gesunken.
35
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 19: Anlagendeckungsgrad nach Wirtschaftszweig
Großhandel
66,6
Einzelhandel
60,9
Metall/Elektro
60,4
Baugewerbe
59,8
Chemie/Kunststoffe
57,0
Unternehmensnahe DL
56,2
Konsumgüter
52,4
Konsumnahe DL
50,9
Grundstoffe
43,6
Verkehr/Logistik
39,7
0,0% 20,0%40,0% 60,0%80,0%
Anteil der Unternehmen mit einer Anlagendeckung > 100 %, Angaben für 2012 in %
Eine Anlagendeckung von mindestens 100
Prozent kann lediglich ein Viertel der Fitnessstudios (26,6 Prozent) vorweisen. Erheblich höher liegt der Deckungsgrad im Handel. Zwei
Drittel der Großhandelsunternehmen (66,6 Prozent) können eine Anlagendeckung von mehr als
100 Prozent vorweisen. Im Einzelhandel sind es
immerhin 60,9 Prozent und in der Metall- und
Elektroindustrie 60,4 Prozent der Betriebe. Am
unteren Ende des Spektrums rangieren die Unternehmen des Verkehrs- und Logistiksektors
und der Grundstoffindustrie mit 39,7 bzw. 43,6
Prozent.
4.6Anlagenintensität
Die Anlagenintensität wird als Indikator für
die Flexibilität des Unternehmens hinsichtlich
der Anpassung an Beschäftigungsschwankungen bzw. veränderte Marktbedingungen im Allgemeinen herangezogen. Die Anlagenintensität
beschreibt die Beziehung des Anlagevermögens
zur bereinigten Bilanzsumme, wobei es eine geringe Anlagenintensität dem Unternehmen erleichtert, auf Veränderungen im Absatzbereich
zu reagieren. Eine höhere Anlagenintensität si-
36
gnalisiert, dass finanzielle Mittel zeitlich länger
gebunden sind. Hinsichtlich der Kostenstruktur
können sich Vorteile ergeben, wenn eine niedrige
Anlagenintensität den Fixkostenanteil reduziert.
Des Weiteren kann ein zu hohes Anlagevermögen auf der Unternehmensebene darauf hindeuten, dass Fehlinvestitionen getätigt wurden.
Auch im Jahr 2012 konnte ein Anstieg der Anlagenintensität in der Fitnessbranche verzeichnet werden. Nachdem die Anlagenintensität beQuelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
reits im Jahr zuvor von durchschnittlich 35,66 auf
37,84 Prozent gestiegen war, betrug der Anteil
des Anlagevermögens an der bereinigten Bilanzsumme im Jahr 2012 nunmehr 40,98 Prozent.
Branchenübergreifend sind 2012 28,21 Prozent
des Gesamtvermögens durch das Anlagevermögen gebunden gewesen – etwas mehr als im Jahr
2011, als dieser Wert bei 27,93 Prozent lag.
Tabelle 9: Anlagenintensität
der Fitnesszentren
Anlagenintensität
Fitnessbranche
40,98 (37,84)
Gesamtwirtschaft
28,21 (27,93)
Angaben für 2012 in %, ( ) = Vorjahreswerte
Der Betrieb eines Fitnessstudios kann als
vergleichsweise anlagenintensives Geschäft
bezeichnet werden. Daher ist der höhere Wert
der Fitnessunternehmen prinzipiell wenig überraschend. Fitnessstudios haben einen hohen
Kapitalbedarf bei Ersatzinvestitionen in neue
Gerätschaften. Scheinbar wird innerhalb der
Fitnessbranche in einem noch nicht hinreichenden Ausmaß von Leasingoptionen Gebrauch gemacht, wodurch sich die Anlagenintensität spürbar verringern lassen könnte.
Bei einer Unterscheidung nach der Unternehmensgröße zeigt sich, dass insbesondere größere über ein vergleichsweise hohes Anlagevermögen verfügen. Bei Fitnessbetrieben, die im Jahr
mehr als eine Million Euro umsetzen, liegt die
durchschnittliche Anlagenintensität bei 51,5
Prozent. Zum Vergleich: Die Anlagenintensität
der Fitnessbetriebe mit einem Umsatzvolumen
zwischen 500.000 und einer Million Euro be-
Quelle: Creditreform 2014
trägt im Durchschnitt 42,5 Prozent. Bei kleineren
Studios (Umsatz von weniger als 500.000 Euro
im Jahr) liegt der Vergleichswert bei lediglich
39,8 Prozent.
Ein Branchenvergleich erscheint wenig sinnvoll, da die Kennzahl Anlagenintensität traditionell stark branchenabhängig ist. Bei Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe ist
in der Regel eine wesentlich höhere Anlagenintensität zu verzeichnen als bei Unternehmen
aus dem unternehmensnahen Dienstleistungssektor, da Industrieunternehmen einen höheren Bedarf an technischen Produktionsanlagen
haben. So kommt z.B. ein Unternehmen aus der
Grundstoffindustrie auf eine durchschnittliche
Anlagenintensität von 45,12 Prozent, während
die Anlagenintensität eines unternehmensnahen Dienstleisters im Durchschnitt 11,58
Prozent beträgt.
37
BRANCHENREPORT 2014
5. Die Lage der Fitnesszentren in
den Metropolen Deutschlands
In diesem Kapitel wird untersucht, ob sich
im Hinblick auf die finanzielle Solidität der Fitnessbranche Muster ergeben, wenn auf die Fitnessunternehmen in den deutschen Großstädten fokussiert wird. Dabei untersuchen wir die
Fitnessstudios in Städten mit mehr als 400.000
Einwohnern: Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am
Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Insgesamt sitzt ein
Fünftel der Fitnessstudios (19,2 Prozent) in diesen Metropolen. Grundsätzlich dürfte es um die
Bonität der in den Metropolen ansässigen Fitnesszentren aufgrund der höheren Studiodichte
und des damit einhergehenden deutlich höheren
Wettbewerbsdrucks schlechter bestellt sein.
38
Eine Auswertung des Bonitätsindex der Studios in deutschen Großstädten zeigt, dass diesen
im Durchschnitt – ebenso wie der Fitnessbranche
insgesamt – eine mittlere Bonität eingeräumt
werden kann. Gegenüber einem Durchschnittswert von 272 Punkten für die gesamte Branche
erreichen Fitnessstudios in Metropolen einen
Bonitätsindex von 287 Punkten. Dementsprechend wird die Kreditwürdigkeit dieser Fitnessbetriebe als unterdurchschnittlich eingestuft.
Bemerkenswert ist, dass sich die Bonitätsnoten
im längerfristigen Vergleich verbessert haben.
Während der Bonitätsindex in den Jahren 2010
und 2011 bei 294 Punkten verweilte, verringerte
er sich im Jahr 2012 auf 291 Punkte. Im Jahr 2013
hat er sich weiter verbessern können und fiel auf
nunmehr 287 Punkte.
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Abbildung 20: Entwicklung des Bonitätsindex
der Fitnesszentren in Metropolen
287
2013
272
291
2012
273
294
2011
273
294
2010
272
240 250260270 280290300
Fitnessbranche
Gesamtwirtschaft
Die insgesamt niedrigere Kreditwürdigkeit
schlägt sich jedoch in den Finanzkennzahlen der
in den Metropolen ansässigen Fitnessunternehmen nieder. So sind die Studios in Großstädten
im Hinblick auf ihre Kapitalstruktur vergleichsweise schwach aufgestellt. Die Unternehmen
liegen mit einem durchschnittlichen Verschul-
dungsgrad von 5,41 deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 3,25. Auffallend ist dabei,
dass die Verschlechterung in Bezug auf die Verschuldungssituation im Vorjahresvergleich gravierender ausfiel als in der Fitnessbranche insgesamt (2011: 3,96).
Tabelle 10: Verschuldungsgrad der
Fitnessstudios in Metropolen
2012 20112010
Metropolen
5,41 3,963,22
Fitnessbranche
3,25 2,563,06
Angaben für 2012
Quelle: Creditreform 2014
39
BRANCHENREPORT 2014
Analog hat sich auch die Eigenkapitalsituation etwas stärker eingetrübt als dies in der Fitnessbranche insgesamt der Fall war. Während
die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Fitnessbranche im Jahr 2012 22,5 Prozent betrug
(2011: 23,1 Prozent), belief sie sich in den Fitnessunternehmen in Großstädten mit mehr als
400.000 Einwohnern auf 19,1 Prozent (2011:
21,3 Prozent).
Abbildung 21: Eigenkapitalquote und Anlagendeckung
in städtischen Fitnessstudios
80,00
70,00
67,78
60,00
64,34
50,00
40,00
30,00
20,00
31,70
19,10
34,74
21,30
10,00
0,00
EigenkapitalquoteDeckungsgradAnlagenintensität
2012
2011
Angaben in %
Die Anlagenintensität hat sich auf Jahressicht
verringert – von 34,74 Prozent im Jahr 2011 auf
aktuell 31,70 Prozent. Im Gegensatz dazu ist
der Anteil des Anlagevermögens an der bereinigten Bilanzsumme in der Fitnessbranche insgesamt von 37,84 auf 40,98 Prozent gestiegen.
Dies könnte darauf hindeuten, dass die in der
Tendenz größeren Metropolen-Fitnessstudios
ein effizienteres Kostenmanagement betreiben und Leasingfinanzierungsmodelle stärker nutzen, was dazu führt, dass ein geringe-
40
rer Teil der Bilanzsumme im Anlagevermögen
gebunden ist und die Flexibilität dieser Fitnessstudios erhöht.
Gleichzeitig hat sich der Deckungsgrad des
Anlagevermögens bei den Fitnessstudios in den
Großstädten erhöht. Nachdem die Anlagendeckung im Jahr 2011 noch 64,34 Prozent betragen hatte, ist diese binnen Jahresfrist auf 67,78
Prozent gestiegen. Ein Wert, der immer noch unter den 100 Prozent, jedoch über dem Branchendurchschnitt von 59,48 Prozent liegt.
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
6. Die wirtschaftliche Lage der
Gesundheitsbranche i.w.S.
Im Rahmen der vorangegangenen Kapitel
wurden die Wirtschaftsstruktur und die finanzielle Risikotragfähigkeit der Fitnessbranche
beleuchtet. Im Branchenreport 2013 wird erstmalig dargelegt, dass unter dem Themenkreis
„Fitness“ in der heutigen Zeit eine Reihe weiterer Aspekte der Gesundheitsvorsorge zu subsumieren sind und eine Analyse, die allein auf
Fitnesszentren abstellt, vermutlich zu kurz
greifen dürfte.
Der Gesundheits- und Pflegemarkt ist vor
dem Hintergrund des medizinischen Fortschritts,
der steigenden Lebenserwartung und des demographischen Wandels im Allgemeinen als
Wachstumsmarkt zu bezeichnen. Angesichts eines Rückgangs der familiären Strukturen in der
Bevölkerung sowie des Wunsches der Pflegebedürftigen nach möglichst langer Selbstständigkeit steigt die Nachfrage nach der Pflege im
Heim aber auch nach ambulanter Betreuung.
Dagegen könnte das Wachstum des Pflegemarkts in der langen Frist durch eine sich zunehmend schwieriger gestaltende Finanzierbarkeit
des Gesundheitsmarktes durch die Mittel der
öffentlichen Haushalte und Sozialsysteme gehemmt werden.
Gleichzeitig ist der Bedarf an Rehabilitationsleistungen in den letzten Jahren kontinuierlich
gestiegen. Maßgeblich für diese Entwicklung ist
Quelle: Creditreform 2014
wiederum die demographische Entwicklung. Die
so genannte Baby-Boomer-Generation kommt
allmählich in ein Alter, das von einem zunehmenden Rehabilitationsbedarf begleitet wird. Nach
Angaben des Statistischen Bundesamts wurden
in den deutschen Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen im Jahr 2012 rund zwei Millionen Patienten behandelt – ein Anstieg 2011 um
39.000 Patienten bzw. zwei Prozent. Die Anzahl
der Pflegetage nahm um 1,1 Millionen auf 51
Millionen zu (plus 2,3 Prozent). Insgesamt lastet
auf den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen ein hoher Kostendruck, der die Notwendigkeit eines proaktiven Kostenmanagements nach
sich zieht.
Um die jüngsten Entwicklungen zu berücksichtigen und im Hinblick auf die Fitnessbranche einen Blickwinkel einzunehmen, der die
Schnittstellen zwischen Fitness und Gesundheit
entsprechend würdigt, werden im Folgenden die
Strukturdaten sowie die bonitätsrelevanten Informationen und Kennzahlen zur Einschätzung
der wirtschaftlichen Lage der Vorsorge- und
Rehabilitationskliniken, Massage- und Krankengymnastikpraxen sowie Altenwohnheime
dargestellt, die wir als „Gesundheitsbranche
i.w.S.“ zusammenfassen (zur Datengrundlage
siehe Kapitel 8).
41
BRANCHENREPORT 2014
6.1 Vorsorge- und Rehabilitationskliniken
Tabelle 11: Unternehmensverteilung nach Anzahl der Mitarbeiter
Zahl der Mitarbeiter
2013
2012
k.A.
4,94%5,45%
bis 2
21,38%
24,45%
bis 5
7,33%
7,50%
bis 10
6,05%
6,81%
56,39%
55,79%
mehr als 10
Tabelle 12: Unternehmensverteilung nach Umsatzgröße
Jahresumsatz
20132012
bis 0,25 Mio. €
8,33%
10,37%
bis 0,5 Mio. €
8,33%
9,44%
bis 1,0 Mio. €
12,41%
13,33%
bis 5,0 Mio. €
35,19%
34,07%
mehr als 5,0 Mio. €
35,56%
32,78%
Tabelle 13: Unternehmensverteilung nach Unternehmensalter
Unternehmensalter
20132012
bis unter 2 Jahre
6,73%
9,37%
2 bis unter 5 Jahre
8,09%
8,60%
5 bis unter 10 Jahre
18,40%
20,10%
10 Jahre und älter
62,86%
61,93%
Tabelle 14: Kennzahlen der Risiko- und Bonitätsbewertung
Jahr
Insolvenzaufkommen
Bonitätsindex
Ausfallrisiko (%)
DSO (in Tagen)
2013
4 251
0,3510,44
2012
8 251
0,6810,21
42
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Tabelle 15: Bilanzkennzahlen
Eigenkapitalquote
20122011
53,4458,67
Verschuldungsgrad
0,770,61
Gesamtrentabilität
2,182,03
Personalaufwandsquote
63,6061,85
Anlagendeckung
94,9498,14
Anlagenintensität
70,1770,77
6.2 Massage- und Krankengymnastikpraxen
Tabelle 16: Unternehmensverteilung nach Anzahl der Mitarbeiter
Zahl der Mitarbeiter
2013
2012
k.A.
6,40%7,31%
bis 2
39,46%
38,85%
bis 5
23,97%
23,46%
bis 10
18,54%
16,35%
mehr als 10
16,30%
14,02%
Tabelle 17: Unternehmensverteilung nach Umsatzgröße
Jahresumsatz
20132012
bis 0,25 Mio. €
50,80%
53,28%
bis 0,5 Mio. €
27,88%
27,30%
bis 1,0 Mio. €
13,28%
11,24%
bis 5,0 Mio. €
8,03%
7,45%
mehr als 5,0 Mio. €
0,58%
0,73%
Tabelle 18: Unternehmensverteilung nach Unternehmensalter
Unternehmensalter
20132012
bis unter 2 Jahre
16,46%
15,29%
2 bis unter 5 Jahre
22,09%
22,35%
5 bis unter 10 Jahre
25,29%
24,33%
10 Jahre und älter
40,83%
38,04%
Quelle: Creditreform 2014
43
BRANCHENREPORT 2014
Tabelle 19: Kennzahlen der Risiko- und Bonitätsbewertung
Jahr
Insolvenzaufkommen
Bonitätsindex
Ausfallrisiko (%)
DSO (in Tagen)
2013
13 276
0,6311,32
2012
15 273
0,7613,00
Tabelle 20: Bilanzkennzahlen
Eigenkapitalquote
20122011
24,8432,16
Verschuldungsgrad
1,491,22
Gesamtrentabilität
3,604,04
Personalaufwandsquote
55,9949,83
Anlagendeckung
83,0890,28
Anlagenintensität
43,4646,23
6.3Altenwohnheime
Tabelle 21: Unternehmensverteilung nach Anzahl der Mitarbeiter
Zahl der Mitarbeiter
2013
2012
k.A.
5,66%6,13%
bis 2
16,26%
17,14%
bis 5
5,92%
5,66%
bis 10
5,46%
5,58%
64,87%
65,49%
mehr als 10
Tabelle 22: Unternehmensverteilung nach Umsatzgröße
Jahresumsatz
20132012
bis 0,25 Mio. €
7,48%
7,35%
bis 0,5 Mio. €
7,94%
8,13%
bis 1,0 Mio. €
12,90%
13,68%
bis 5,0 Mio. €
54,13%
50,13%
mehr als 5,0 Mio. €
22,32%
20,71%
44
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
Tabelle 23: Unternehmensverteilung nach Unternehmensalter
Unternehmensalter
20132012
bis unter 2 Jahre
12,07%
13,50%
2 bis unter 5 Jahre
7,16%
8,53%
5 bis unter 10 Jahre
16,55%
16,86%
10 Jahre und älter
62,38%
61,12%
Tabelle 24: Kennzahlen der Risiko- und Bonitätsbewertung
Jahr
Insolvenzaufkommen
Bonitätsindex
Ausfallrisiko (%)
DSO (in Tagen)
2013
32242 0,849,06
2012
19244 0,498,52
Tabelle 25: Bilanzkennzahlen
Eigenkapitalquote
20122011
35,7030,65
Verschuldungsgrad
0,781,62
Gesamtrentabilität
2,992,78
Personalaufwandsquote
50,3556,43
Anlagendeckung
89,6584,86
Anlagenintensität
63,2659,72
Quelle: Creditreform 2014
45
BRANCHENREPORT 2014
7. Fazit und Ausblick
Insgesamt kann die wirtschaftliche Lage der
Fitnessunternehmen im Allgemeinen als stabil
bezeichnet werden. Im Jahr 2013 hat sich die
Ausfallgefahr in der Fitnessbranche verringert.
Gemessen am Creditreform Insolvenzindikator
werden die Insolvenzrisiken mit 2,65 Prozent
deutlich niedriger bewertet als im Jahr zuvor. Die
Insolvenzsituation hat sich dementsprechend
weiter aufgehellt. Die Zahl der Insolvenzen ging
um 15,7 Prozent auf 70 Fälle zurück. Dies spiegelt sich auch im Bonitätsindex der Branche. Die
Bonitätsnoten der Fitnessbetriebe haben sich im
vergangenen Jahr verbessert – die Bonität wird
momentan mit 272 Punkten bewertet. Dagegen
hat sich die Zahlungsmoral der Fitnessunternehmen in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert. Im Durchschnitt vergeht mehr Zeit,
bis Fitnessstudios ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.
Die Analyse der Jahresabschlüsse der Fitnessunternehmen zeigt, dass sich die Rentabilität der Fitnessunternehmen erhöht hat. Die
durchschnittliche Gesamtkapitalrendite ist im
Vorjahresvergleich gestiegen und die Personalaufwandsquote ist stabil. Jedoch muss auch im
Hinblick auf die finanzielle Risikotragfähigkeit
etwas Wasser in den Wein gegeben werden. So
haben sich die Kennzahlen der Vermögens- und
Kapitalstruktur im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Auch wenn die Eigenkapitalquote
über dem Niveau der Jahre 2009 und 2010 liegt,
hat sich die Eigenkapitalsituation etwas eingetrübt. Und während die rückläufige Anlagendeckung darauf hindeutet, dass das Anlagevermögen im Jahr 2012 etwas weniger solide finanziert
gewesen ist, scheinen die Fitnessstudios vor dem
Hintergrund der gesunkenen Anlagenintensität
etwas an Flexibilität gegenüber sich veränder-
46
ten Marktbedingungen eingebüßt und in einem
zu geringen Ausmaß Gebrauch von Leasingoptionen gemacht zu haben.
Die Untersuchung der Fitnessstudios, die ihren Sitz in deutschen Großstädten haben, lieferte
überwiegend erfreuliche Ergebnisse. Zwar kann
analog zur Fitnessbranche insgesamt von einer
negativen Entwicklung der Kapitalstruktur gesprochen werden. Dennoch sendeten die übrigen
Indikatoren der finanziellen Solidität positive Signale. So setzte die Verbesserung der Kreditwürdigkeit ihren positiven Trend fort. Gleichzeitig
haben sich die Kennzahlen der Vermögensstruktur (Anlagendeckung, Anlagenintensität) – entgegen dem Branchentrend – verbessert.
Indessen kann der Fitnessmarkt in seiner Gesamtheit immer noch nicht als gesättigter Markt
bezeichnet werden. Auch wenn die Fitnessbranche hart umkämpft ist, bleibt sie dennoch ein
Wachstumsmarkt. Die stärkere Beachtung des
Fitnesstrainings in der Medizin und die zunehmende Bedeutung der Fitness für die körperliche
und innere Gesundheit dürften den Fitnessstudios zusätzlichen Auftrieb geben.
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Fitnessbranche geben im laufenden Jahr Anlass zu Optimismus. Insgesamt dürfte
das Wachstum der deutschen Wirtschaft in 2014
deutlich zulegen. Nach 0,4 Prozent im Jahr 2013
könnte das Wirtschaftswachstum in der Spanne
zwischen 1,7 und 1,9 Prozent liegen. Grundsätzlich befindet sich die deutsche Wirtschaft auf
einem moderaten Expansionskurs, wobei das
Wachstum durch die allgemeine Verunsicherung, welche die rezessiven Tendenzen in einer
Vielzahl von Staaten des Euroraums sowie die
Perspektiven für den weiteren Verlauf der euro-
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
päischen Schuldenkrise umgab, in der jüngsten
Vergangenheit spürbar gedämpft wurde. Mit der
konjunkturellen Aufhellung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und der graduellen Erholung im Euroraum dürften sich die belastenden Faktoren abschwächen, was sich belebend
auf die Investitionstätigkeit und den Export auswirken sollte.
Der private Verbrauch dürfte auch 2014 eine
der wichtigsten Stützen der deutschen Wirtschaft sein. Umfragebasierte Frühindikatoren
wie der GfK-Konsumklimaindex signalisieren,
dass im laufenden Jahr eine Fortsetzung des Aufwärtstrends beim privaten Konsum zu erwarten
ist. Der Gesamtindikator für das Konsumklima in
Deutschland ist im Februar 2014 auf 8,3 Punkte gestiegen. Dies ist nach 7,7 Punkten im Januar
der höchste Wert seit August 2007. Zudem befinden sich die Einkommenserwartungen mit 48,6
Punkten auf einem 13-Jahres-Hoch.
Quelle: Creditreform 2014
Auch in der Fitnessbranche werden die Perspektiven für das laufende Jahr positiv bewertet. Dies signalisiert der DIFG Branchenindex
by Würtenberger des vierten Quartals 2013, im
Rahmen dessen Entscheider der Fitnessbranche
zur derzeitigen Geschäftslage sowie zu den Perspektiven der Fitnessbranche befragt wurden.
Drei von fünf befragten Fitnessunternehmen
(59,1 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft, wenn sie nach ihren Erwartungen für die
Branche in den kommenden sechs Monaten gefragt werden. Ein weiteres Drittel der Befragten
(36,4 Prozent) geht davon aus, dass sich an der
Geschäftslage mittelfristig wenig ändern wird.
Lediglich 4,5 Prozent der befragten Betriebe sind
im Hinblick auf die Branchenerwartungen pessimistisch eingestellt.
47
BRANCHENREPORT 2014
8.Anhang
Die Daten aus den Creditreform Wirtschaftsdatenbank stellen die Datengrundlage
der Untersuchung dar. Die Creditreform Wirtschaftsdatenbank umfasst rund vier Millionen
wirtschaftsaktive Unternehmen und selbstständig Tätige mit Sitz in Deutschland sowie einer
Vielzahl von Datensätzen zu bereits geschlossenen oder insolventen Unternehmen. Damit gilt
sie als umfangreichste Datenbasis zu deutschen
Unternehmen weltweit.
Diese Datensätze können mit Bilanzinformationen aus der Creditreform Bilanzdatenbank
angereichert werden, die Jahresabschlüsse zu
deutschen Kapitalgesellschaften enthält. Auf Basis der Bilanzdatenbank der Creditreform Gruppe
können zur weiteren Analyse der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens oder innerhalb
einer Branche Bilanzkennzahlen errechnet werden, die in der Praxis häufig zum Einsatz kommen.
Die Creditreform Wirtschaftsdatenbank enthält aktuelle Wirtschafts- und Bonitätsinformationen, wobei jedes Quartal ein Datensatz aller
zu diesem Zeitpunkt aktiven Unternehmen angefertigt und archiviert wird. Mittels dieses Datenpanels lassen sich z.B. Entwicklungen unter einzelnen Unternehmen und Branchen analysieren.
Die Merkmale, die zu den Unternehmen in der
Datenbank hinterlegt sind und selektiert werden
können, bestehen u.a. aus:
Der oben genannten Systematik der Wirtschaftszweige des Statistischen Bundesamtes
folgend, wurde die Fitnessbranche in der vorliegenden Studie über ihren fünfstelligen Branchencode identifiziert: 93.13.0 (Fitnesszentren).
Neben der Fitnessbranche wurden in Abschnitt
6 zusätzlich einzelne Branchen von besonderem
Interesse untersucht, die unter „Gesundheitsbranche i.w.S.“ subsumiert wurden. Dabei sind insgesamt drei Branchen berücksichtigt worden: die
Branche „Vorsorge- und Rehabilitationskliniken“
(WZ08-Code 86.10.3), die Branche „Massagepraxen, Krankengymnastikpraxen, Praxen von medizinischen Bademeisterinnen und Bademeistern,
Hebammen und Entbindungspflegern sowie von
verwandten Berufen“ (WZ08-Code 86.90.2) sowie
„Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime“ (WZ08-Code 87.30.0). Im Zuge der Analyse
der Branche 86.90.2 wurde eine Einschränkung
der Rechtsform vorgenommen: Die Untersuchung beschränkt sich auf die Rechtsformen AG,
BGB Gesellschaft, GmbH, GmbH & Co. KG sowie
OHG. Um einen für statistische Betrachtungen
signifikanten Datenbestand zu gewährleisten,
wurde für die Analyse der Bilanzkennzahlen die
Oberbranche 86.90.0 herangezogen.
vollständige Firmenadresse, Bundeslandkennzeichen,
PLZ und Telefonnummer
Gründungsdatum, Angaben zu Mitarbeiter- und
Umsatzzahlen, Rechtsform des Unternehmens,
Bonitätsinformationen
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur, Besitzanteile
sowie weitere Informationen zu den Firmeninhabern
bzw. Gründern (bspw. Anzahl, Alter, Geschlecht)
vorhandene gerichtliche Negativkennzeichen zu einem
Unternehmen wie z.B. die Eröffnung oder der Abschluss
eines unternehmerischen Insolvenzverfahrens mit den
entsprechenden Datumsinformationen
Wirtschaftszweig in Form eines fünfstelligen WZ-Codes
gemäß der Systematik der Wirtschaftszweige des
Statistischen Bundesamtes von 2008.
48
Quelle: Creditreform 2014
BRANCHENREPORT 2014
In Bezug auf das Benchmarking im Zuge der
vergleichenden Analysen nach Wirtschaftszweig
wurden Branchenaggregate gebildet. Die Defini-
tion bzw. Zusammensetzung der WZ08-Cluster
ist der folgenden Übersicht zu entnehmen.
Tabelle 26: Schlüssel Branchenaggregate
Wirtschaftszweig
WZ 2008
Baugewerbe41-43
Großhandel46
Einzelhandel47
Verkehr und Logistik
Unternehmensnahe Dienstleistungen
Konsumnahe Dienstleistungen
49-53
61-66, 68-74, 77-78, 80-82
55-56, 79, 86-93, 95-96
Chemie/Kunststoffe20-22
Metall/Elektro24-30
Grundstoffe
01-09, 19, 23
Konsumgüter
10-18, 31-32
Quelle: Creditreform 2014
49
BRANCHENREPORT 2014
50
Quelle: Creditreform 2014
>
www.difg-verband.de
GEMEINSAM FÜR EINE ERFOLGREICHE
FITNESS- UND GESUNDHEITS-BRANCHE
> ZIELGRUPPEN
erschließen & begeistern
> MARKT TRANSPARENZ
> PERSPEKTIVEN
herstellen & kommunizieren
entwickeln & verwirklichen
Inkasso Becker Wuppertal GmbH & Co. KG
DIFG e.V. Stromstraße 41 40221 Düsseldorf Telefon: +49 (0)211 15 79 96-13 Telefax: +49 (0)211 15 79 96-15 Internet: www.difg-verband.de E-Mail: info@difg-verband.de
Schutzgebühr: 30 EURO
ISBN: 978-3-9814805-3-5
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
25
Dateigröße
1 964 KB
Tags
1/--Seiten
melden