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Festgottesdienst zum Wiedereinzug in die renovierte Krypta - kath.ch

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150 Jahre St. Peter und Paul
Festgottesdienst
am 13. November 2014
zum Wiedereinzug in die renovierte Krypta
am Jubiläumstag der Kirchweihe
vom 13. November 1864
1
Grussworte
«Bischofskirche» als ökumenische Programmatik
und Ausdruck innerkirchlicher Solidarität
Die Tatsache, dass die Kirche St. Peter und Paul in Bern zugleich Pfarr- und
Bischofskirche ist und nicht Kathedrale,
hängt auch mit der ökumenischen Programmatik der altkatholischen Bewegung zusammen. Als in den Wirren um
das Erste Vatikanische Konzil nach
1870 in der Schweiz, in Deutschland
und in Österreich-Ungarn die Gegner
der beiden neuen Dogmen (Unfehlbarkeit des Papstes und sein Jurisdiktionsprimat über die ganze Kirche) exkommuniziert wurden, gründeten sie nach
ihrem Verständnis eine sogenannte
«Notkirche» bis zur Wiedervereinigung.
Gemäss ihrer katholischen Identität
wollten sie nicht Altar gegen Altar (der
Bischof leitet primär die Eucharistie)
bzw. Bischofsstuhl gegen Bischofsstuhl
stellen und verzichteten daher auf Kathedralen. Erst nachdem sich diese
drei Kirchen mit der älteren Kirche von
Utrecht in den Niederlanden 1889 zur
Utrechter Union zusammenschlossen,
entstand die altkatholische Kirchengemeinschaft als Konfession im heutigen
Sinne und das führte dann zur Errichtung einer cathedra bzw. eines Bischofstuhles in St. Peter und Paul nach 1889.
Aber man wählte bewusst den Begriff
«Bischofskirche»: hier amtet ein katholischer Bischof und sein Notbistum ist
Teil der einen katholischen Kirche.
Hier gilt es aber auch der Christkatholischen Kirchgemeinde Bern zu danken,
für das gute Miteinander von Pfarr- und
Bischofskirche. Hinzu kommt, dass die
Christkatholische Kirchgemeinde Bern
die Betriebs- und grossen stetigen Investitionskosten alleine trägt – wie auch
bei der nun gelungenen Renovation der
Krypta.
Bischof Dr. Harald Rein
Wir heissen alle Mitfeiernden herzlich willkommen,
insbesondere Erzbischof Joris Vercammen, Utrecht und Manuela Petraglio-Bürgi,
Präsidentin des Synodalrates der Christkatholischen Kirche der Schweiz,
sowie die Gäste aus der Ökumene: Bischof Andrej Cilerdzic, Wien, Serbisch-orthodoxe Diözese von Österreich und der Schweiz; Pia Grossholz-Fahrni, Vizepräsidentin des Synodalrates der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn; Josef Wäckerle, Synodalratspräsident der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons
Bern und Arno Stadelmann, Bischofsvikar des Bistums Basel, sowie Geistliche
und Laien der drei Landeskirchen und der Anglikanischen und Evangelisch-lutherischen Kirche aus der Region Bern
und der Politik: Ruedi Lustenberger, Nationalratspräsident; Christoph Neuhaus,
Regierungsrat;
die Vertreter der Berner Zünfte, der Denkmalpflege und den Architekten Martin Kurth.
Wir wünschen Ihnen ein frohes Fest.
Der Bischof, der Kirchgemeinderat und das Pfarrteam
2
«Gemeindekirche» als Ort der Begegnung über die Gemeinde hinaus
Die Kirche St. Peter und Paul ist nicht nur
die Gemeindekirche für die 900 Christkatholiken, welche verstreut in und um
Bern wohnen, sondern auch eine Innenstadtkirche. Unübersehbar neben dem
Rathaus gelegen, lockt der markante
Bau zwar nur wenig Bernerinnen und
Berner in sein Inneres, dafür umso mehr
Touristen aus der ganzen Welt. So erhält
das Gebäude von nationaler Bedeutung
eine internationale Ausstrahlung. Das
zeigen die vielen fremdsprachigen Einträge ins Fürbittenbuch genau so, wie
die Gespräche mit Menschen aus allen
Erdteilen. Bern – das ist für viele Reisende auch St. Peter und Paul!
Die Kirchgemeinde hat über Jahrzehnte
grosse finanzielle Anstrengungen unternommen, um den Bau zu erhalten und
zu erneuern. Es grenzt fast an ein Wunder, dass in den letzten Jahren immer
wieder Menschen bereit waren, der
Kirchgemeinde beizutreten und so dieses Gebäude für die nächste Generation
zu erhalten. Dabei war weniger der
bröcklige Sandstein ausschlaggebend
als die hier gefeierte katholische Liturgie. Sie gibt einen festen Halt im Leben
und stellt gleichzeitig die Verbindung
mit Gott her. Der Kirchgemeinderat ist
dankbar, dass die nun abgeschlossene
Renovation der Krypta so gut gelungen
ist und freut sich, wenn das Gotteshaus
durch Christkatholiken aber auch Menschen anderer Kirchen weiterhin genutzt wird.
Dr. Beatrice Amrhein, Präsidentin
des Kirchgemeinderates
Gotteshaus als ein Zeichen des Göttlichen mitten in der Stadt
Eine katholische Kirche im reformierten
Bern neben das Rathaus zu bauen, war
vor 150 Jahren eine weitsichtige Tat.
Pfarrer Antoine Baud (1805-1867), Gemeindepfarrer seit 1832, hatte es damit
geschafft, hier dem christlichen Glauben wieder die Pluralität zu geben, welche ihm seit den Anfängen inne ist. Und
er hat schon damals aufgezeigt, was
heute eine Landeskirche will: Im Dialog mit dem Staat der Gesellschaft eine
Brücke bauen, welche über die engen
persönlichen, städtischen und kantonalen Grenzen hinausreicht. Die Kirche
neben dem Rathaus ist ein Manifest für
den christlichen Glauben, welcher im
Auftrag Jesu das Gebot der Liebe allen
Menschen verkündet.
Wer durch das Tor der Kirche schreitet,
wer also den Schritt aus der Hektik des
Alltags in die Stille des Kirchenraums
wagt, der erkennt, dass er sich in einem
Gotteshaus befindet. Die Kirche ist ein
Kraftort, in der die Begegnung mit dem
Göttlichen leichter fällt als draussen.
Dabei tanken Menschen zu verschiedenen Zeiten auf: Während den Gottesdiensten, bei einem Konzert, beim Betrachten eines Kunstwerkes, beim Anzünden einer Kerze, beim stillen Sitzen.
Ich bin überzeugt, dass wir in unserer
Gesellschaft solche Orte brauchen,
welche jenseits der kommerziellen Angebote den Menschen ermöglichen,
über sich hinauszuwachsen. Ich bin der
Kirchgemeinde dankbar, dass sie dies
mit der Kirche St. Peter und Paul möglich macht.
Pfarrer Christoph Schuler, Präsident
der Kryptaplanungskommission
3
Festgottesdienst zum Wiedereinzug in die renovierte Krypta
am Tag der 150. Wiederkehr der Kirchweihe
von St. Peter und Paul vom 13. November 1864
Die Gottesdienstgemeinde versammelt sich in der Krypta.
Eingangsspiel auf der renovierten Orgel von Thomas Wälti: J. S. Bach: Entrata
Bischof Dr. Harald Rein eröffnet die Feier und segnet das Wasser, das für die Besprengung gebraucht wird.
Segensgebet zum Wiedereinzug in die renovierte Krypta
B Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
G Der Himmel und Erde erschaffen hat.
B Der Herr sei mit euch.
G Und mit deinem Geiste.
B Lasset und beten.
Barmherziger, heiliger Gott, …
Durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn
,
der mit dir und dem Heiligen Geiste lebt und wirkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
GAmen.
Der Bischof besprengt den Altar, die Kirche, die Orgel und die Mitfeiernden.
Währenddessen singen Gemeinde und Chor:
CG 798
Gemeinde: Strophen 1,3,5
Chor mehrstimmig: Strophen 2,4
Die Gemeinde setzt sich zur Begrüssung von Gästen, zu Dankesworten und zum
Grusswort von Regierungsrat Christoph Neuhaus, Kirchendirektor
Danach erhebt sich die Gemeinde zum Gesang: CG 823,1,4
Die Gemeinde folgt dem Bischof und der Assistenz durch die Seitentüre und betritt die Oberkirche durch
das Hauptportal. Sie ist gebeten, in den vorderen Reihen Platz zu nehmen.
Orgelspiel auf der historischen Gollorgel von 1885: N. de Grigny (1671-1703): Dialogue
Kollekte (Tagesgebet)
CG 102
Gloria
Der Kirchenchor singt aus der Messe «Missa secunda» von Ferenc Farkas (1905-2000)
Wortgottesdienst
1. Lesung
Ezechiel 47, 1-9.12
Graduale
2. Lesung
1 Korinther 3, 9-17
Halleluja
«King of kings and lord of lord is glory» (Kanon)
Evangelium
Johannes 2,13-22
Nach dem Evangelium wird der Hallelujaruf ein Mal wiederholt.
Predigt
CG 860
CG 105
CG 860
Erzbischof von Utrecht, Dr. Joris Vercammen
Der Chor singt «Cantique de Jean Racine» von Gabriel Fauré.
Deutsche Übersetzung (Peter Gerloff) nächste Seite oben:
4
Wort aus Gott vor der Zeit, du Anfang ohne Ende,
das alles schuf und durchdringt und belebt,
zum Lobpreis deiner Macht erheben wir die Hände,
vor dessen Größe alles Sein erbebt.
Ergiess auf uns das Feuer der göttlichen Gnade,
dass Nacht und Schuld vor deiner Stimme fliehn,
und lass nicht zu, dass wir, verirrt auf dunklem Pfade,
uns deinem heiligen Willen entziehn.
Du Quelle aller Weisheit, schenk Liebe und Glauben,
wenn wir vereint deine Gaben erflehn,
und was uns eigne Torheit und Herzenshärte rauben,
lass unterm Strahl deiner Wahrheit erstehn.
Fürbitten
Jede Bitte nimmt die Gemeinde auf mit dem Ruf «Gospodi …»
CG 106.2
CG 427
Sakramentsgottesdienst
Credo
Friedensgruss
Offertorium (Gabenbereitung)
Gedächtnisse
Eucharistiegebet
CG 433
CG 108
CG 904, 1-4
CG 109.1
CG 110/112
Brotbrechung
CG 116
Kommunion
Das Gebet des Herrn
CG 120
Nach dem Lobpreis und Dank - 1. Teil singt der Chor das Sanctus aus der «Missa secunda»
Anschliessend singt der Chor das Agnus Dei aus der «Missa secunda».
Nach der Einladung sind die Getauften zum Empfang der Kommunion unter den beiden Gestalten von Brot
und Wein an die Chorstufen eingeladen.
Dankgebet
Gesang nach der Kommunion: «Te Deum»
Grusswort
Mitteilungen
Abschluss
Entlassung und Segen
Ausgangsspiel
CG 121
CG 495, 1,3,9
CG 122.2 / 123.2
auf der historischen Gollorgel von 1885: J.G. Rheinberger (1839-1901): Monologue
Alle sind nun zum Apéro in den Seitengängen der Oberkirche eingeladen.
Die für das Abendessen angemeldeten Gäste sind gebeten, sich um 20.30 Uhr im Kirchgemeindesaal, einzufinden.
Wir danken den Mitwirkenden:
Anna Barbara Dütschler, Violine
Patrizia Kuonen, Violine
Sabine Viret, Viola
Kathrin Bögli, Violoncello
Daniela Giacobbo, Kontrabass
Christine Brechbühl, Orgel
Christkatholischer Kirchenchor Bern
mit Gästen aus dem Kirchenchor Zürich
und dem Vokalensemble altricanti
Leitung: Helene Ringgenberg
Liturgisch Mitwirkende:
Bischof Dr. Harald Rein
Erzbischof Dr. Joris Vercammen, Utrecht
Pfr. Christoph Schuler
Pfrn. Anne-Marie Kaufmann
Diakon Patrick Zillig
Nancy Rahn, Lektorin
Gerhard Walter, Lektor
Wir danken auch den Ministranten,
den Sakristanen und
den Helferinnen und Helfern beim Apéro.
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St. Peter und Paul und seine Krypta
Schon bei der Weihe vor genau 150 Jahren galt St. Peter und Paul als etwas Besonderes ‒ das erste katholische Gotteshaus im Staate Bern nach der Reformation.
Ebenso aussergewöhnlich war auch der Standort direkt neben dem Sitz einer protestantisch geprägten Regierung, zudem hatte der Bau als preisgekröntes Projekt
internationale Beachtung in den Fachkreisen gefunden: Was wir heute vor uns haben,
ist eines der bedeutendsten Beispiele der «dogmatischen Neugotik», einer in der
Schweiz ausgesprochen raren Architekturströmung.
Zu verdanken ist unsere Kirche vor allem zwei Persönlichkeiten: einem charismatischen Gemeindepfarrer
und einem noch sehr unerfahrenen Architekten. Pfarrer
Antoine Baud (1805-67), Leiter der jungen und finanzschwachen katholischen Gemeinde, brachte nicht nur
die nötigen Gelder zusammen; er schaffte es auch, den
reformierten Regierungsmitgliedern die diffusen Ängste
vor «romgesteuerten» Bürgern zu nehmen und sie zu
motivieren, den exklusiven Bauplatz neben dem Rathaus
kostenlos zur Verfügung zu stellen. Und dem erst 23-jährigen Edouard Deperthes (1833-98) aus Reims gelang
mit seinem ersten Projekt auf Anhieb ein grosser Wurf ‒ eine frühgotische französische Kathedrale im Kleinformat, gesehen durch die Augen des 19. Jahrhunderts
und auf höchst eigenständige Weise den beengten topographischen Verhältnisse
angepasst.
Die exponierte Lage auf der Kante des Aarehanges liess einen in der Region seltenen Bautyps entstehen – eine Krypta. Statt wie beim
Münster eine Terrasse für den Kirchenbau aufzuschütten, wurde hier das Gegenteil gewählt
und als Fundament eine ausgedehnte Unterkirche in das Terrain eingetieft. Der grosse Vorteil
dieser Lösung: Man hatte damit einen zusätzlichen Andachtsraum geschaffen, der im Gegensatz zur Oberkirche einigermassen
heizbar und als Winterkirche zu nutzen war.
Als St. Peter und Paul 1875 an die christkatholische Gemeinde überging und dann
zur «Bischofskirche» aufstieg, war diese Krypta der ideale Ort für die Umsetzung eines altkatholischen Kernanliegens: Hier liessen sich im Simultanverhältnis
andere Konfessionen beherbergen. In dieser nie unterbrochenen Tradition wurden bei der jüngsten Renovation auch die Bedürfnisse der gegenwärtigen Gäste,
der eritreischen koptisch-orthodoxen Gemeinde St. Georg, ganz bewusst berücksichtigt. Die neu multifunktional nutzbare Krypta wird so zu einer Stätte für vielfältige Begegnungen. Dr. Jan Straub
6
Wir danken allen Spendern herzlich.
Spendenbeträge ab Fr. 1‘000.00
Ernst Göhner Stiftung, Zug
Röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde, Bern
Koptisch-Orthodoxe Kirche St. Georg, Bern
Bindschedler Rudolf, Muri
Christkath. Stiftung Gemeindewerke, Bern
Roth Urs, Kerzers
Gesellschaft zu Zimmerleuten, Bern
Gesellschaft zu Schmieden, Bern
Christkatholischer Frauenverein, Bern
Kaufmann Emil, Recherswil
Schuler Christoph, Bern
Amrhein Beatrice, Bern
Gerny Hans und Marianne, Bern
Mathys Rosmarie, Bern
Pörksen Roder Judith und
Roder Hans Martin, Bern
Saner-Weber Maria, Luzern (in memoriam)
Stämpfli Publikationen AG, Bern
von Arx Urs, Liebefeld
Worni Erika und Bruno, Bern
Kamber-Elias Ruth, Bern
Kaufmann Kurt und Gertrud, Uetendorf
Knoch Christoph, Gümligen
Liebisch Gerta, Adelboden
Moll Bernhard, Einigen
Osswald Hildegard, Rosshäusern
Parris-Tank Erika, Bern
Roth Helene M., Basel
Roth Mischa, Bern
Ruprecht Robert, Bern
Rüthy Niklaus, Bern
Safar Oaleed, Bern
Schaad Elsbeth, Bern
Schweizer Edith, Interlaken
Sekulic Hagmann Angelika, Tafers
Soder Peter, Uetendorf
Soder Willy, Möhlin
Soland Ursula, Spiez
Soland-Röthlisberger Ursula, Bern
Stauffer Anne Marie, Burgdorf
Steudler Kurt, Gasel
Studer-Moll Esther, Biberstein
Stutz-Schobinger Vera, Bern
Thoma Claudia, Mühlethurnen
Thoma Waltraud, Bern
Trachsel Peter und Ruth, Zollikofen
Vogt Christine, Bern
Vogt-Rüthy Christina, Bern
von Arx Marianne, Köniz
von Arx Sebastian, Bern
Spendenbeträge bis 1‘000.00
Allianz Suisse, Zürich
Arnold Stefanie, Bern
Baumgartner K. und M., Bern
BEKB Berner Kantonalbank, Bern
Berlis Angela, Bern
Betschart Friedrich, Bern
Bieri-Flühmann Doris, Ittigen
Bistumsregion St. Verena, Basel
Blümle-Stamm Esther, Lentigny
Dätwyler Francis, St. Imier
De Roche von Arx Miriam, Bern
Ev.-ref. Kirchgemeinde Nydegg, Bern
Gerber Selma und Ulrich, Aeschi
Haldimann Rudolf, Bern
Isenegger Therese, Interlaken
Jäggi-Fink Jean-Claude, Schliern b. Köniz
Janser Christoph, Bern
Jespersen Rita, Bern
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Seele and Geist
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