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27. Juli 1994

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27.10.2014
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© Luzerner Neuste Nachrichten; 27.07.1994
Sport
Der SC Kriens steigt als Mitfavorit in die NLB­Saison 1994/95
« und keiner merkt, dass wir auf dem gleichen Niveau wie der
FCL stehen»
10 Neue, 14 Abgänge, dafür noch immer der gleiche Trainer: Fide Fässler. Sein
Ziel: Ligaerhalt. Unsere Prognose: Kriens ist Co­Favorit.
Mit Vukic habe er gesprochen. Aber, so ergänzt Fide Fässler, an der Nase herumführen
lasse er sich nicht.
Vukic, das ist ein Stürmer von Delsberg, der vor einem Jahr Kriens verliess und den Trainer
Fässler gerne zurückgehabt hätte. Doch Vukic, der den Kriensern zuerst Hoffnungen
machte, schob die Offerten vor sich her ­ bis es Fide Fässler zu bunt wurde. Dieses Thema
ist nun ad acta gelegt. Vukic bleibt in Delsberg, und Fässlers Gram hält sich in Grenzen.
Schliesslich hat es doch noch geklappt mit seinem Wunschtransfer. Seit Montag ist
Augustine Ahinful,
der 19jährige «Dortmunder» aus Ghana, ein Krienser, der jene Rolle spielen soll, wie es
Vukic gewiss auch hätte tun können.
«Ahinful hat alle Anlagen, die ein Stürmer mitbringen muss. Er ist schnell, kopfballstark,
wendig, mit einem guten Schuss ausgestattet und einer, der den Ball halten kann»,
schwärmt Fässler.
Der wiederholte Neubeginn
Das Krienser Kader hat mit Ahinful den zehnten Neuzuzug erhalten. 14 Akteure haben den
Verein verlassen, und Fide Fässler, der in seine dritte SCK­Saison steigt, steht vor einem
(erneuten) Neubeginn. «Damit», sagt er, «muss man sich in Kriens eben abfinden. Kriens ist
eine Schlafstadt, und keiner merkt, dass wir in den letzten Jahren auf dem gleichen Niveau
wie der FC Luzern gespielt haben und immer noch auf gleicher Stufe stehen.»
Es reize ihn schon, sagt Fässler, mal eine Mannschaft zu trainieren, die länger als
nur eine Saison beieinander bleibt. Kriens ist für den Lehrer am kantonalen Lehrerseminar in
Rickenbach allerdings der ideale Verein, obwohl er mit seinem 75­Prozent­Pensum
ausgelastet ist. «Und schliesslich», sagt der Schwyzer, «gibt es in der Innerschweiz nicht
viele Alternativen, in der Nationalliga Trainer zu sein. Die einzige wäre der FCL »
Das rege Kommen und Gehen auf dem Kleinfeld ändert allerdings nichts daran, dass der SC
Kriens zu den Mitfavoriten der NLB­Saison 1994/95 gezählt wird. Die vier Afrikaner ­ Bwalya
und Nkhonjera spielen neben Gross und Koch im Mittelfeld ­ tragen und prägen das Spiel,
und «sie sind mit ihrer ganzen Lebensart für die Mannschaft eine Bereicherung» (Fässler).
Dazu scheinen die weiteren Neuverpflichtungen genau den Anforderungen zu entsprechen.
Im Abwehrzentrum soll Urs Schönenberger als Libero die Abwehr vor Goalie Ueli Brunner
dirigieren, vor ihm ist JeanPhilippe Karlen Manndecker, und Franz Elster sowie Manfred
Joller machen die Flanken dicht. «Die Transferkommission mit Erich Renggli, Pierre
Lehmann und Hansruedi Stalder hat hervorragende Arbeit geleistet und aus den zur
Verfügung stehenden Mitteln das Optimum herausgeholt», sagt Fässler, dessen
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Transferwünsche alle erfüllt wurden.
Eitel Freude herrscht in Kriens ob der Aussichten für die neue Saison also. Die Mannschaft
steht, und Fide Fässler weiss genügend Alternativen zur Hand. Alternativen, die er
besonders hervorhebt. «Da ist zum Beispiel ein Frank Triebold», so Fässler. «Der kümmert
sich praktisch rund um die Uhr um die
Schwarzen, obwohl sie ihm eigentlich den Platz wegnehmen. Das gleiche gilt auch für Beni
Zwyssig. Solche Typen sind für eine Mannschaft unersetzlich.» Nur, und das weiss auch
Fässler, Garantie für den Erfolg sind solche internen Gereimtheiten bei weitem nicht. «Die
wahre Stärke einer Mannschaft zeigt sich erst in der Stunde der Niederlage.»
Russisches Roulette
Gemeinhin wird in Kriens der Ligaerhalt auf die Fahne geschrieben. Die Favoritenrolle wird
abgeschoben. Wohin, das spielt keine Rolle. «Aufgerüstet haben alle», weiss Fässler.
«Bellinzona zum Beispiel kaufte Spieler ein, obwohl sie finanziell vor dem Ruin stehen.
Schaffhausen wird gewohnt stark sein, hinter Locarno, Yverdon und Carouge muss man
auch ein Fragezeichen setzen. Wenn ich vom Ligaerhalt spreche, dann ist das nur
realistisch.»
Ähnliches glaubt auch Toni Burri, der Präsident der
Krienser. «Die Abstiegsrunde NLB/1. Liga wird zum russischen Roulette», sagt Burri, «wenn
sich ein Schlüsselspieler verletzt, ist man ohne mit der Wimper zu zucken bei den sieben
Absteigern. Schon oft missriet sogenannten Transfersiegern die Saison.» Gewiss, einen der
beiden ersten Plätze zu belegen wird angesichts der Konkurrenz kein leichtes Unterfangen,
doch das Spielerpotential dazu hat der SC Kriens zweifellos.
Spielt Jonson Bwalya?
Am Samstag nun beginnt also für Kriens die neue Saison. Ob dies allerdings mit vier
Afrikanern geschieht oder nicht, steht noch im Raum. Bwalya, der seit dem 15. Juli 1989 in
der Schweiz spielberechtigt ist, gilt bei der Nationalliga in Bern immer noch als Ausländer.
Sollte Bwalya bis am Samstag nicht den Status des «Fussballschweizers» erhalten, muss
der SCK auf einen der vier Schwarzen verzichten.
Peter Birrer
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