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NATURSCHUTZ
in Freiburg
Rundbrief des NABU Freiburg
Oktober 2014
Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Freundinnen des NABU Freiburg,
wie jedes Jahr um diese Zeit möchten wir Ihnen unser neues Herbst- und Winterprogramm zukommen
lassen. Wir sind uns sicher, dass bei den spannenden
Vorträgen und Exkursionen für jedes Alter und (fast)
jeden Geschmack etwas dabei ist und wir freuen uns,
wenn die eine oder andere Veranstaltung Sie anspricht
und wir Sie auch in diesem Winter wieder bei uns begrüßen dürfen.
In dem heutigen Rundschreiben wollen wir Ihnen – bewusst nur in Kürze – von einigen aktuellen Themen des
NABU Freiburg berichten.
Stunde der Wintervögel
Vom 09. bis 11. Januar 2015 findet auch dieses Jahr
wieder die bundesweite „Stunde der Wintervögel“
statt. Dazu werden jährlich alle Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im
Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu
melden. Bei der Beobachtung in diesem Jahr wurden
im Kreis Freiburg in 131 Gärten von 182 Vogelfreunden
insgesamt 4043 Vögel gezählt, die sich auf 52 Arten
verteilen. Wir hoffen, dass Sie im kommenden Jahr
wieder genauso viel Freude daran haben mitzumachen
und uns kräftig unterstützen!
Mitgliederversammlung 2015
Zur Mitgliederversammlung am 17. April 2015 möchten wir Sie bereits heute einladen. Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:
1. Begrüßung
2. Bericht der Jugendgruppe (mit Bildern) mit
­Aussprache
3. Bericht des Vorstandes (mit Bildern) mit ­Aussprache
4. Kassenbericht
5. Bericht der Kassenprüfer
6. Entlastung des Vorstandes
7. Anträge und Verschiedenes
„Deutschlands wilde Vögel“ – Teil II
Der erste Teil dieser filmischen Entdeckungsreise in
Deutschlands Wildvogelwelt war bereits im Dezember
des vergangenen Jahres in Freiburg im Kino zu sehen.
Auch im zweiten Teil zeigt Regisseur Hans-Jürgen Zimmermann Vogelarten von den Alpen bis an die Nordsee.
Die meisten bei uns freilebenden Vögel führen ein
verstecktes Leben und entziehen sich menschlichen
Blicken. So harrte der Regisseur für manche Aufnahmen bisweilen mehrere Tage aus. In der Präsentation
des nunmehr zweiten Teils des Films lädt Hans-Jürgen
Zimmermann die Zuschauer ein, ihn bei seinen Dreharbeiten zu begleiten. Dazu verrät er seine besten
Beobachtungsplätze. Auf filmische Effekte, Computeranimationen und sonstige Filmtricks wurde wiederum
bewusst verzichtet.
Sie haben am 8. November um 16.45 Uhr im Friedrichsbau-Kino die Möglichkeit, sich von „Deutschlands wilde
Vögel“ – Teil II begeistern zu lassen. Zusätzlich besteht
die Chance auf eine Entdeckung der besonderen Art:
Regisseur Hans-Jürgen Zimmermann wird persönlich
anwesend sein.
Stadion des SC Freiburg am Flugplatz?
Bereits vor einem halben Jahr habe ich hier kurz über
die Debatte des geplanten Neubaus eines Stadions
auf dem Flugplatz berichtet. Zwischenzeitlich wurde
weiter diskutiert, Gutachten nachgebessert und Machbarkeitsstudien erstellt. Auch bei der Neuwahl des
Gemeinderats spielte das Thema eine Rolle und führte
zu neuen Mandaten. Nun dürfen die Bürger/innen entscheiden, ob sie mit dem Stadion, dem Standort und
der finanziellen Beteiligung der Stadt einverstanden
sind: Für den 1. Februar 2015 ist ein Bürgerentscheid
geplant.
Lassen Sie mich die wichtigsten Probleme aus Sicht
des Arten- und Biotopschutzes kurz wiederholen: Der
große Verlust an hochwertigen Magerrasenf lächen, der
drohende Verlust eines der immer seltener werdenden
Brutgebiete der Feldlerche, fehlende Ausweichquartiere für die Schlaf- und Überwinterungsplätze der
Dohlen, unklare Auswirkungen auf das Lokalklima.
Im Rahmen der Untersuchungen und Begutachtungen
wurde zwar einerseits versucht, akzeptable Lösungen
zu finden, andererseits klingt klar durch, dass im Rahmen von Abwägungsprozessen die Durchsetzung des
Stadionneubaus Vorrang haben wird, da die negativen
Auswirkungen auf die Natur durch Ausgleichsmaßnahmen minimiert werden könnten. Hierbei wird allerdings sehr einfach argumentiert: Magerrasen sollen
beispielsweise v.a. auf die Deponien Eichelbuck und
Neuenburg „umgesiedelt“ werden. Abgesehen von den
kleinklimatischen Unterschieden zu den Verhältnissen
am Flugplatz auch in Bezug auf die möglichen Flächengrößen ist dies eine Mogelpackung. Dass dabei die
bereits beschlossene und gesetzlich vorgeschriebene
Rekultivierung einer ehemaligen Mülldeponie so nebenbei in modifizierter Form als Ausgleichsmaßnahme
mit erhöhtem Naturschutzwert verbucht werden soll,
zeigt meiner Meinung nach nur die Unmöglichkeit,
gleichwertige Ersatzf lächen zu finden. Der für dieses
Jahr fehlende Brutnachweis der Feldlerchen am Flugplatz soll scheinbar genutzt werden, hier gleich ganz
auf einen adäquaten Ausgleich zu verzichten. Da bei
den Dohlen die Gesamtpopulation von Süd-, Mittel- und
Ostdeutschland insgesamt nicht stark beeinträchtigt
ist, sieht man ausreichend Spielraum für die rechtliche
Genehmigung einer Bebauung und damit des Verlustes
der Schlaf- und Überwinterungsplätze der Dohlen am
Flugplatz. Die Klimamodelle sind noch nicht endgültig
berechnet, doch aus Sicht der Planungsbehörden ist
keine gravierende Verschlechterung zu erwarten. Also
kann weiter geplant werden.
Ich möchte mich hier nur auf die Themen des Artenund Biotopschutzes beschränken, natürlich sind andere mögliche Auswirkungen z.B. auf die Menschen in
der Nachbarschaft durch zusätzlichen Verkehr, Lärm
etc. auch wichtiger Teil der Debatte. Eine Gesamtbeurteilung ist sicherlich nicht einfach, auch ein Vergleich
mit der jetzt bestehenden Situation des Stadions an
der Dreisam muss gezogen werden. Aus heutiger Sicht
scheint der jetzt vorgeschlagene Standort für einen
Neubau als der am besten geeignete. Allerdings muss
man kritisch hinterfragen, wieso andere Optionen
in den letzten Jahren nicht genauer geprüft wurden,
so hätte z.B. ein Stadion auch in die Zeile der Möbelhäuser gepasst, wenn dies frühzeitig gewollt worden
wäre. Ähnliche Beispiele ließen sich hier aufzählen.
Inwieweit es richtig ist, dass die Stadt Freiburg einen
Fußballverein finanziell so umfangreich unterstützt
auch auf Kosten bzw. dem Verlust anderer Vereine wie
den Segelf liegern, darüber muss letztlich beim Bürgerentscheid abgestimmt werden.
Mein Appell: Beteiligen Sie sich, wägen Sie die Argumente ab, diskutieren Sie im Freundeskreis und stimmen Sie im Februar ab.
Freiburg in der Zukunft
Im Grunde nahtlos lassen sich die Themen „Perspektivplan für Freiburg“, „Fortschreibung des Regionalplanes
Südlicher Oberrhein“ und „Weiterentwicklung des Flächennutzungsplanes der Stadt Freiburg“ anschließen.
In den kommenden Monaten und Jahren werden hier
viele Möglichkeiten zur Beteiligung und Einmischung
auf uns zukommen. Eine Stadt wie Freiburg muss sich
Gedanken zur künftigen Entwicklung machen, dabei
darf es aber nicht nur um die Erschließung neuer
Bauf lächen gehen, auch das Ziel, die Lebensqualität
für Menschen sowie Lebensräume für Tiere und Pf lanzen ausreichend und dauerhaft zu sichern, muss zum
wichtigen Thema werden. Andere Ansatzpunkte sind
zukunftsweisende Energie- und Verkehrskonzepte,
bezahlbarer Wohnraum für alle Teile der Gesellschaft,
Innenentwicklung und Entsiegelung und vieles mehr.
Hier ist nicht nur der NABU als Verein sondern auch
jedes Mitglied aufgerufen, sich bei den Entscheidungsprozessen frühzeitig zu beteiligen und sich für vernünftige Lösungen für Mensch und Natur einzusetzen.
Konrad-Guenther-Park
Zu einem weiteren Thema des letzten Rundbriefes eine
kurze Information. Das Mediationsverfahren zwischen
der Freien Schule Kapriole, den Anwohnern, Naturschutzvertretern und der Stadt ist erfolgreich verlaufen. Nun liegt ein Kompromiss vor, der einen Ausbau
der Schule möglich macht, aber die Auswirkungen auf
den Konrad-Guenther-Park minimiert. Für den NABU
hat Gisela Friederich hier einiges erreichen können,
wir sind froh, dass sie sich mit viel Zeit und Fachkompetenz in diesem komplizierten Prozess engagiert eingebracht hat.
NABU-Forum zieht um
Ab Herbst findet das NABU-Forum an einem neuen
Ort statt. Wir verlassen mit einem weinenden Auge
das Glashaus im Rieselfeld und nutzen nun die neuen
Räumlichkeiten im „Treffpunkt Freiburg“. Großer
Vorteil für uns ist, dass wir uns am Schwabentor sozusagen mitten in der Stadt treffen können, so dass wir
für alle interessierten NABU-Mitglieder und Freunde
gut erreichbar sind. Kommen Sie doch einfach mal
vorbei, genaue Informationen und Termine finden Sie
im Programm.
Herzliche Grüße und auf ein Wiedersehen
Ihr
Dirk Niethammer, 1. Vorsitzender
2/3
Josef Ruf (1938 – 2014)
Traurig und bestürzt mussten wir uns im August
von Josef Ruf verabschieden, der uns unerwartet
mitten aus seinen Aktivitäten für immer verlassen hat. Der NABU Freiburg verliert mit ihm ein
langjähriges und besonders aktives Mitglied, das
unsere Gruppe jahrzehntelang mitgestaltet hat.
1981 ist Josef Ruf der DBV Kreisgruppe Freiburg
beigetreten, bereits 1984 wurde er in den Vorstand
gewählt, dem er 24 Jahre als Beisitzer angehörte.
Von Anfang an galt sein großes Interesse unseren
Schutzgebieten. Besonders am Arlesheimer See,
wo er den Betreuer Herrn Ernst stets unterstützte,
aber auch in unseren anderen Schutzgebieten, sei
es im Humbrühl, im Hochstetter Feld oder bei der
Apfelernte auf der Streuobstwiese in Gundelfingen – überall half er all die Jahre tatkräftig mit. Er
machte Bestandaufnahmen und Kontrollgänge in
den Schutzgebieten und dokumentierte die Gestaltung und Entwicklung in unzähligen Fotos.
Darüber hinaus hat Josef Ruf zahlreiche Exkursionen für den NABU geleitet, z.B. im Frühjahr zu
Vogelstimmen, im Sommer zu Insekten, im Herbst
zum Birdwatch, im Winter zu Wasservögeln. Auch
viele naturkundliche Wanderungen hat er durchgeführt, seine Artenkenntnis war enorm, er kannte sich nicht nur bei Vögeln aus, auch Libellen,
Schmetterlinge, Heuschrecken, Reptilien und Amphibien wusste er zu finden und den Teilnehmern
zu zeigen. Viele von uns werden sich an besondere
Beobachtungen und Erlebnisse erinnern, die er
auf seinen Führungen ermöglichte. Fotografieren
war seine Leidenschaft; wenn wir ein Foto für ein
Plakat oder einen Vortrag suchten, Josef Ruf hatte
es längst „im Kasten“ bzw. auf CD und stellte es
ohne irgendwelche Ansprüche einfach zur Verfügung. Gerade bei den Mitgliederversammlungen
riefen seine eindrucksvollen Bilder von Eisvögeln,
Haubentauchern und vielen anderen Arten bei den
Anwesenden immer Begeisterung hervor.
Auch Vortragsabende hat er selbst gestaltet; er
hatte einen Blick für die kleinen und großen Tiere,
und er zeigte nicht nur die Natur hier in unserem
Raum sondern berichtete auch über Reisen z.B.
nach Afrika.
2008 wurde ihm vom NABU-Vizepräsident Helmut
Opitz die Ehrennadel in Gold für seine Verdienste
überreicht, 2011 konnten wir ihn für seine 30-jährige Mitgliedschaft und all die viele Arbeit für den
NABU ehren.
Mit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand hörten
seine Aktivitäten für unseren Verband aber nicht
auf, im Gegenteil, er war weiter in allen Bereichen
aktiv und packte weiter überall dort an, wo es
notwendig war. Dabei hat der „Sepp“ um seine
Leistungen nie viel Aufhebens gemacht, er war
kein Mann der großen Worte, sondern ein Mann
der Tat! Für uns alle im NABU ist sein unerwarteter
Tod ein schmerzlicher Verlust. Durch seine vielfältigen Tätigkeiten hinterlässt er in unserer Gruppe
auf fachlicher und persönlicher Ebene eine riesige
Lücke.
Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Kindern und Enkeln und vor allem seiner Frau
Rosemarie die mit ihm gemeinsam im und für den
NABU all die Jahre tätig war, und die jetzt ohne ihn
weiterleben muss.
Wir alle vermissen ihn, der NABU Freiburg ist ihm
zu großem Dank verpf lichtet. Wir werden unser
Mitglied Josef Ruf, den Sepp, nicht vergessen und
ihm ein ehrendes Andenken wahren.
NABU Naturschutzbund Deutschland · Gruppe Freiburg e.V.
Münsterplatz 28 · 79098 Freiburg · Tel: 0761 2 92 17 11 · Fax: 0761 3 61 54
nabu-freiburg@web.de · www.nabu-freiburg.de · www.alpensegler-freiburg.de
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Seele and Geist
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