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Bundesregierung will zusätzlich zehn Milliarden - ePaper - Die Welt

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KOMPAKT
MITTWOCH, 26. NOVEMBER 2014 | 90 CENT
NRW | 229
Die gute Seite der Schokolade
Dunkle Sorten mit einem hohen Kakaoanteil können
sehr gesund sein, wie neue Studien zeigen Wissen, Seite 28
Frisch, frischer, Chino:
Besuch auf einer
legendären Farm in
Kalifornien Bilder, Seiten 16/17
NACHRICHTEN
POLITIK
Elternzeit bald auch für
Bundestagsabgeordnete?
Vertreter mehrerer Fraktionen
fordern die bezahlte Auszeit auch
für Parlamentarier. Das hat auch
ein paar Haken. Seite 5
KULTUR
New York baut sich
eine neue Insel
Auf dem Hudson River soll ein Park
entstehen. Das wird aufwendig.
Und ein Stück Geschichte muss
weichen: das Pier 54. Seite 9
WIRTSCHAFT
Festpreis-Tarife
taugen meistens nichts
Pauschal für Strom bezahlen, das
muss für Verbraucher nicht billig
sein. Im Kleingedruckten verstecken sich oft Fallen. Seite 23
MENSCHEN & MEDIEN
Sexvorwürfe: Bill Cosby
droht Sammelklage
Recht oder Rassimus?
Die Zahl der Anschuldigungen
wegen sexueller Nötigung gegen
den beliebten Entertainer wächst.
Es geht auch um Geld. Seite 31
Tweets des Tages
Noch vier Wochen bis #Weihnachten. Verhassten Verwandten
würde ich schon jetzt einen Gutschein der Deutschen Bahn als
Geschenk sichern.
BonitoTV
Seit #WhatsApp diese Haken hat
und jetzt noch die Zeitpunkte angibt, habe ich als Stalker echt nichts
mehr zu tun #früherwarallesbesser
MoselPrinzessin
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I
n der ersten Nacht gab es immerhin keine Toten bei den Aufständen in Ferguson, Polizei und Nationalgarde hatten keine scharfe Munition geladen. Die Demonstrationen
im Rest des Landes verliefen sogar
weitgehend friedlich: Doch niemand
weiß, wie lange dieser brüchige Waffenstillstand halten kann. Denn die
Plünderungen und Brandschatzungen werden weitergehen. Dutzende
Häuser und Autos brannten schon in
der Nacht zu Dienstag, mehr als 150
Schüsse will John Belmar, der Polizeichef des Kreises St. Louis County,
gehört haben. Es braucht wohl nur
einen Querschläger, und die Zurückhaltung findet ein blutiges Ende.
Gestern schickte der Gouverneur
von Missouri deshalb weitere Nationalgardisten in die Stadt.
Der Polizist, der den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael
Brown am 9. August erschoss, hat sich
auf Notwehr berufen. Die Grand Jury
hat den Fall über Wochen geprüft und
zumindest nicht genügend Hinweise
darauf gefunden, dass es anders sein
könnte. Das sorgt für neuen Protest.
Doch längst sind gesetzestreue
Demonstranten in Gefahr, von einem
Mob übermannt und benutzt zu werden. Es wächst der Druck auf Präsident Barack Obama, nicht zuletzt aus
der „black community“, mehr zu tun,
als Respekt für den Rechtsstaat und
Gewaltverzicht zu verlangen. Er solle
selbst nach Missouri fliegen und
Frieden stiften.
Die Verlegenheit Obamas, der seit
je peinlich darauf achtete, nicht der
Präsident der Schwarzen zu sein,
wächst mit jedem Tag. Er kann im
doppelten Sinn nicht aus seiner Haut.
Schließlich machte den Kandidaten
Obama nicht zuletzt die Rede zu den
Rassenbeziehungen vom März 2008
in Philadelphia zum Favoriten. In keinem anderen Land des Erdkreises sei
seine Geschichte denkbar, sagte er damals und erläuterte die Ängste vieler
Weißer ebenso wie den Zorn der
Schwarzen, der „real sei und machtvoll“. Amerika habe die Wahl, das Beziehungsproblem nur als „Spektakel“
und „Nachrichtenfutter“ zu betrachten. Oder sich gemeinsam den Schwächen wie Stärken der Nation zu stellen. Selbst Obamas politische Gegner
feierten die lincolneske Rhetorik.
Nun bietet das lodernde Ferguson
wieder nur spektakuläres Nachrich-
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DIE WELT KOMPAKT BUNDESAUSGABE-2014-11-26-swonl-96 fdf6a96339eca546812ea42dc41d1add
tenfutter. Schwarze Proteste gegen
weiße Staatsmacht: Die Bilder könnten, schwarz-weiß entfärbt, aus den
60er-Jahren stammen. Statt nur beide Seiten um Mäßigung zu bitten,
könnte der Präsident versuchen, in
Ferguson selbst die Brände des
Zorns zu löschen.
Der Fall sorgt nicht nur in den USA
für Aufsehen. Der UN-Menschenrechtsbeauftragte Seid Raad al-Hussein hat die US-Behörden aufgefordert, Rassismusvorwürfe zu prüfen.
Das tiefe Misstrauen in der Bevölkerung müsse angegangen werden, sagte
Hussein. „Die unverhältnismäßig hohe Zahl von jungen schwarzen Amerikanern, die bei Zusammenstößen mit
der Polizei ums Leben kommen, sowie
die unverhältnismäßig hohe Zahl von
schwarzen Amerikanern, die in USGefängnissen und in Todeszellen sitzen, machen mir große Sorgen.“
Sogar das wenig zimperliche Russland hat die USA scharf kritisiert. Die
Protestwelle zeige eine extreme Vernachlässigung von Themen wie Rassismus und Verletzung der Rechte ethnischer Minderheiten in den USA, teilte das Außenministerium gestern in
Moskau mit. Seite 2/3
AFP/ SCOTT OLSON
IM INTERNET
Der weiße Polizist, der einen Schwarzen in der US-Stadt Ferguson
erschoss, wird nicht angeklagt. Die Ausschreitungen leben auf
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