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Ein Turnier mit Tradition von Reitern für Reiter - Mecklenburger Pferde

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Foto: Pantel
Der Wahl-Sachse Michael
Kölz siegte mit dem DSP
Calzada im Großen Preis
der Stadt Gadebusch
Reitturnier Gadebusch | Sport
20 Jahre Hallenturnier in Gadebusch
Ein Turnier mit Tradition
von Reitern für Reiter
Seit 20 Jahren wird auf dem Zuchthof der Familie Makowei in Gadebusch die Mecklenburger
Hallensaison der Turnierreiter eröffnet. Zur Jubiläumsveranstaltung waren Reiterinnen und Reiter
aus mehreren Bundesländern gekommen.
D
as fünftägige Turnier war auch wie die anderen 19 von einer
familiären Atmosphäre geprägt, die alle Pferdefreunde gern
wieder kommen lässt. Das Turnierprogramm ist gespickt mit
Springprüfungen für Nachwuchsreiter, für die Nachwuchspferde bis
hin zu Springprüfungen der Klasse S. Von Beginn an ist neben dem
Großen Preis der Stadt Gadebusch am Sonntagnachmittag das Mächtigkeitsspringen am Samstagabend vor der großen Reiterparty in der Reithalle, zu der natürlich nicht nur Reiter kommen.
So fing alles an
Angefangen hat alles im Jahr 1991. Erst wurden ein Stutenstall und
dann ein Hengststall in dem bis dahin so ruhigen Ortsteil Güstow gebaut. Hinzu kamen Außenboxen. „Nach der ersten Hengstschau, die
draußen im strömenden Regen stattfand, war uns klar, dass eine Halle
gebaut werden musste.“, erinnert sich Dr. Lothar Makowei. Der Pferdemann betreibt mit seiner Familie nicht nur den Zuchthof sondern führt
auch eine moderne Tierarztpraxis. Zur Halleneröffnung vor 20 Jahren
fand das erste kleine Hallen-Reitturnier statt. „Natürlich auch mit einer
Springprüfung für Senioren. Schließlich wollte ich auch mitreiten.“, erzählt Lothar Makowei, der zu DDR-Zeiten selbst erfolgreicher S-Springreiter war. Für das erste Turnier lieh er sich sogar die Turnierpferde
seiner Tochter Birthe aus. Aus den Springen für die etwas in die Jahre gekommenen Reiter ist inzwischen der „Seniorencup Ü 40“ geworden und
erfreut sich nach wie vor große Beliebtheit. Zu diesem Jubiläumsturnier
gab es allein 34 Nennungen für die Springen der Klasse A und L. Nachdem die Generalprobe im Jahr 1994 gelungen war, wurde das Turnier
mit jedem Jahr größer. „Aus unserem 3-Tages-Turnier ist inzwischen
fast eine ganze Turnierwoche geworden. Vor voll besetzten Zuschauerrängen haben sich auch international bekannte Reiter gemessen.“, freut
sich der Turnierchef, der von Anfang an auch das Mächtigkeitsspringen
als Besonderheit des Turniers wollte.
Sie kann bis zu einer Höhe von 2,25 Meter ausgebaut werden. Den Hallenrekord hält seit 2009 Daniel Wascher vom Landgestüt Redefin mit
Sergeant Pepper über die 2,22 Meter hohe Lübzer Mauer. Achaz von
Buchwald aus Schleswig-Holstein siegte 2005 und 2006. Auch nach
Brandenburg ging der Sieg im Mächtigkeitsspringen schon. In die Siegerliste eingetragen hat sich auch Sigmar Stroehmer vom Haupt- und
Landgestüt Neustadt/Dosse. Mit seinem aktuellen Sieg im Preis von
Lübzer Pils und AFP Andreas Fettchenhauer Pferdesport über eine
Höhe von 2,15 Metern sicherte sich Thomas Kleis vom gastgebenden
Reit- und Fahrverein Gadebusch den dritten Sieg. Der gelang ihm auf
seinem mächtig springenden Spezialisten, dem 11jährigen Deutschen
Sportpferd (DSP) AFP’s Quick Vainqueur (Quick de Baussy - Le Vainquer) unter dem tosenden Applaus der Zuschauer in der rappelvollen
Halle. Hans-Günther Stürze (RV Etingen) scheiterte in diesem Stechen
der drei letzten mit seinem 14jährigen KPWM Turbo Times (Goodtimes – Ramiro). Marcus Braunisch (RV Moorhofe) trat mit der 12jährigen Sachsen-Anhaltiner Stute Caseda (Cardenio – Serverus xx) als letzter Starter im dritten Stechen nicht mehr an. Zur Siegerehrung hatten
sich die Gadebuscher wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Wenn
vor 25 Jahren die Mauer in Berlin fiel und somit der Weg zur deutschen
Einheit frei wurde, ging es in Gadebusch eigentlich darum, den Mauerfall zu vermeiden. In Erinnerung an diese denkwürdigen Tage vor 25
Jahren wurden die Teilnehmer am Mächtigkeitsspringen im Trabbi herein gefahren. Die Reiter drehten im Innern, auf der Motorhaube und
im Kofferraum der inzwischen zum Kult-Auto geworden „Pappe“ in der
Reithalle ihre Runden und erinnerten mit ihrem „Gestank“ so manchen
an alte Zeiten. Danach wurde traditionell eine Tanzfläche mitten im
Parcours ausgelegt und bis in die Morgenstunden gefeiert. Die letzten
Gäste gingen heim, als die ersten aus der Parcoursmannschaft am Sonntagmorgen mit ihrer Arbeit begonnen haben. Alles war wieder pünktlich
zum fünften und letzten Turniertag präpariert.
Die Gadebuscher Mauer gehört dazu
Nachwuchsprüfungen für zwei- und
vierbeinige Pferdesportler
„Ich bin selber SB geritten, erfolgreich mit Deister, und es gehört zu
unserem Turnier einfach dazu.“, sagt Makowei wohl wissend, dass diese
Spezialspringprüfung die ganze Mannschaft immer vor höchste Aufgaben stellt. „Selbst ich als Turnierleiter muss den einen oder anderen
noch am Samstagnachmittag überzeugen, am Abend zu reiten“, weiß der
Tierarzt über die Probleme zu berichten. Inzwischen gibt es aber schon
zahlreiche Spezialisten, die eigens für dieses Mauerspringen trainieren.
Vor fast 20 Jahren baute Rene Kollwitz die Gadebuscher Turnier-Mauer.
Am letzten Tag wurden mit einer Springprüfung der Klasse S im Stechen
die besten 7- und 8-jährigen Youngster ermittelt. Der Sieg war dann international und ging an den Spanier Guillermo Gonzalez-Alonso vom
RuFV Elmshorn und Umg. mit der schnellsten Null-Runde auf dem
7jährigen Holsteiner Curtis (Contact Me – Chalan). Platz zwei sicherte sich Marcel Buchheim (RFV Isernhagener Land) mit der 8jährigen
Choice (Hann; Cornet Obolensky – Gotenk). Als bester Mecklenburger
landete Jörg Möller (RFV Lübtheen-Garlitz) auf Classimo (Holst; Cla11 I 14 – Mecklenburger Pferde I
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Foto: Pantel
Fotos: Pantel
Reitturnier Gadebusch | Sport
Stolz war Dr. Lothar Makowei
natürlich auch über den Sieg
seines Sohnes Philipp mit
dem Familienpferd Balouna
Windana und über das erfolgreiche Abschneiden seines
Bereiters Michael Nagel!
rimo – Corrado I) auf Platz drei. Denise Svensson (RFV Neu Benthen) mit Lakja-W ins Stechen. Mit einem Abwurf verschenkte die Reiterin
blieb mit Stylist (Hann; Stalypso – Acorado I) als vierte fehlerfrei. Auf aufgrund des schlechteren Ergebnisses im Springen den Gesamtsieg.
Rang fünf platzierte die Schwedin mit einem Abwurf außerdem Linus Den sicherte sich Charlotte Scheibler. Beide Reiterinnen belegten zwar
(DSP; Lichtblick – Pierot II). Lokalmatador Philipp Makowei (RFV Ga- in der Dressurreiterprüfung gemeinsam mit der Wertnote von 8,9 Platz
debusch) sicherte sich mit seinen beiden Youngstern Chivas Regal (Old; 1. Am Ende konnte aber Charlotte Scheibler trotz Punktgleichheit die
Chacco Blue – Prinz Oldenburg) und Cibelle (Old; Cypriano – Licanto) neue Böckmann-Sattelbox mit nach Hause nehmen. In Gadebusch gab
die Plätze sechs und sieben. Unter den Stechteilnehmern war lediglich es eine weitere junge Amazone, die im Preis des Fördervereins Reiterein achtjähriges Pferd. Traditionell wie auf zahlreichen anderen Turnie- nachwuchs und Jungzüchter siegte. Stina Packheiser (RSG Neuendorf)
ren wurde auch das Hallenturnier in Gadebusch mit Aufbauprüfungen legte mit Lena die schnellste Null-Runde im Stechen hin.
für vier- bis sechsjährige Springpferde bestückt. 11 Sieger in Prüfungen
der Klasse A bis M wurden ermittelt. Zu den Siegerinnen zählte auch Der Große Preis der Stadt Gadebusch
die Mecklenburger 6jährige Stute Calgary (Cellestial – Cor de la Bryere). Sie wurde von ihrer Reiterin Claudia Hoppe (RFV Arkona) mit Die Springprüfung der Klasse S mit zwei Sternen am Samstag sollte ein
der Wertnote von 8,6 bzw. 8,5 in der Springpferdeprüfung der Kl. L Ausblick auf den Großen Preis liefern. Noch am Samstag kam an Matund M auf Platz ein pilotiert. Zahlreiche Touren für die jungen Nach- hilda Karlsson (Nord. U. Flottbecker RV) niemand vorbei. Die zierliche
wuchsreiter wurden ebenfalls in den Zeitplan integriert. Mit dem Sieg kleine Schwedin, die in Sri Lanka geboren ist, legte mit ihrem großen
der S-Springprüfung in der APF Junior Future Tour sicherte sich der 13jährigen Schimmel (DSP) Lancetti (Levisto – Caprilli) die schnellste
15jährige Christoph Maack (RSV Kirch-Mummendorf) auf Dylenn den Zeit im Stechen hin, an der sich alle anderen Bewerber die Zähne ausStartplatz im Finale der Tour beim CSI in Neustadt/Dosse im Januar bissen. Lediglich Heiko Schmidt (RV Neu Benthen) galoppierte mit sei2015. Der Sieg mit der Wertnote von 8,6 in der M-Stilspringprüfung der nem Hengst Chap (Cellestial – Contender) auf knapp 1,5 Sekunden an
Eggersmann Tour sichert Christin Wascher (RFV Landgestüt Redefin) das Ergebnis auf Platz zwei heran. Im Großen Preis der Stadt Gadebusch
den Startplatz beim Finale dieser Tour auf der Partner Pferd in den Mes- verfehlten beide das Stechen der Zwei-Sterne-S-Springprüfung, das nur
sehallen im Januar 2015 in Leipzig. Spannend war es auch in Gadebusch sechs Pferde erreichten. Der „Wahl“-Sachse aus Baden-Württemberg,
beim Böckmann-Junior-Cup-Finale. Die 20punktbesten Mecklenbur- Michael Kölz (RFV Leisnig), qualifizierte glatt alle drei Pferde, mit
ger Nachwuchsreiter des Jahrgang 1996 und jünger, die während der denen er im Umlauf starten durfte. Christoph Kauert (Schönebecker
Saison ermittelt wurde, waren startberechtig. Der Sieger wurde aus einer SC) erreichte mit zwei Pferden das Stechen. Der dritte Reiter im BunStilspringprüfung der Kl. L und einer Dressurreiterprüfung ermittelt. de war Lokalmatador Thomas Kleis, der sich mit dem Hannoveraner
Die Springprüfung sicherte sich Franziska Lass (RFV Griebow) mit Ca- Hengst For Success (For Pleasure – Stakkato) qualifizierte. Hallenspreroline. Auf Platz zwei landete Charlotte Scheibler (RV Rostocker Heide) cher Oliver Kremer stellte vor dem Stechen fest: „Der Sieger wird auf
mit Mondnixe. Mit der besten Stilnote von 8,8 ging Christin Wascher alle Fälle mit K beginnen.“ Den Reigen der Stechteilnehmer eröffnete
18
I Mecklenburger Pferde – 11 I 14
Der erfolgreichste Reiter des
Turniers, Thomas Kleis, wurde
dritter mit For Success im Großen Preis von Gadebusch
Michael Kölz mit Calzada (Liberty Sun – Couleur-Rubin). Er legte mit
der erst 8jährigen DSP-Stute gleich eine Null-Runde in 39,82 Sekunden
vor. Christoph Kauert leistete sich mit Cuba (Hann; Canturo – Deputy
Head xx) einen Fehler. Danach kam Thomas Kleis mit seinem sichtbar
erregten For Success in die Bahn. Noch etwas abgelenkt riss der Hengst
den ersten Sprung fand dann sofort zu seiner gewohnt hervorragenden
Springform zurück und absolvierte den restlichen Stechparcours ohne
weiteren Abwurf in einer Zeit von 38,34. Diese Zeit sollte am Ende auch
die schnellste gewesen sein, war aber eben mit dem einen Abwurf belastet. Gleich jeweils zwei Fehler machten im Anschluß sowohl Kölz mit
Cornet’s Darkside (Westf; Cornet Obolensky – Lancer) als auch Kauert
mit Orplid (Rhld; Orlando – Gralshüter). Vor dem letzten Teilnehmer
im Stechen war klar: der Sieger heißt Michael Kölz. Nur mit welchem
Pferd musste im letzten Ritt entschieden werden. Da hatte Kölz den Beschäler des sächsischen Landgestüts Moritzburg, FST Dipylon (Dinglinger – Lavall I) gesattelt. Mit dem 10jährigen DSP-Hengst blieb Kölz
fehlerfrei, ritt aber mit 43,73 auf Sicherheit und sicherte so der Gestütsverwaltung sicher die Gewinnsumme für den zweiten Platz. Den Sieg
holte sich Kölz mit seiner Stute und war sehr glücklich: „Ich bin froh,
dass nach gestern Abend das heute so super lief. Ich war lange nicht hier
und hoffe aber, dass ich nun doch wieder kommen darf.“, bedankt sich
der frisch verheiratete beim Veranstalter und dem fachkundigen Publikum. Platz Drei in dieser Zwei-Sterne-S-Springprüfung komplettierte
die große Schleifensammlung des erfolgreichsten Reiters des Hallenturniers, Thomas Kleis. „So ist der Sport. Ich habe schon beim Einreiten gemerkt, dass der Hengst sehr aufgeregt war. Aber ich bin insgesamt sehr
zufrieden.“, resümiert Kleis das Turnier auf heimischem Terrain. Auch
Turnierchef Dr. Lothar Makowei freute sich, dass alles gut geklappt hat.
Stolz war er natürlich auch über den Sieg seines Sohnes Philipp mit dem
Familienpferd Balouna Windana und über das erfolgreiche Abschnei-
den seines Bereiters Michael Nagel. Fünf Turniertage sind immer eine
Herausforderung an sein Team und die fleißigen Helfer. „Fast 6000 Zuschauer an den Turniertagen sind der Dank an uns alle, dass wir auf dem
richtigen Weg sind.“, freut sich Makowei über die Besucherzahlen und
denkt schon wieder darüber nach, was im nächsten Jahr als kleine Überraschung bei der Show gezeigt werden könnte.
Christine Pantel
Die Teilnehmer am Mächtigkeitsspringen
posierten gern vor der 2,15 Meter hohen Mauer,
eingerahmt vom Sponsor Andreas Fettschenhauer und Turnierchef Dr. Lothar Makowei.
Foto: Pantel
Mächtigkeitsspringen:
Riesenjubel auf den Tribünen zum Sieg des Lokalmatadoren Thomas Kleis
11 I 14 – Mecklenburger Pferde I
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