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First Floor 15 - Bauwerk

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ravel Charme Bergresort in Werfenweng
First Floor 15
a rch it ek t u r m aga z i n von bau w er k pa r k et t
Kurznachrichten
Projektberichte
Bauwerk
Kuchengeschäft in tokio
Escher-terrassen in Zürich, CH
Produktneuheit Formpark
Highschool in Thazin
Zentralmassiv in Bochum, DE
Geräuschvolles stühlerücken
restaurant in strasbourg
travel Charme Bergresort
Designers´ saturday
ripple aus london
in Werfenweng, At
Editorial
liEbE lEsErinnEn Und lEsEr,
liEbE ParkEttfrEUndE,
in der architektur geht es nicht nur um das äussere Erscheinungsbild eines Gebäudes
oder darum wie sich ein neubau in eine bestehende struktur einfügt, sondern auch
um ein harmonisches Zusammenspiel zwischen innen und aussen. der boden bildet
dabei nur ein kleines detail in der Planung – ist jedoch für die Wirkung der unterschiedlichen räume besonders prägend. in unseren Parkettwelten und ausstellungen
in stilwerken sowie bei unseren Premium-Partnern beantworten qualifizierte Einrichtungsberater ihre fragen rund um das Thema Parkett und zur individuellen
Gestaltung ihres Projektes. Mit unserem vielfältigen sortiment bieten wir nicht nur
innovative Produktkonzepte an, sondern auch eine Vielzahl an passendem Zubehör
wie treppenstufen und sockelleisten.
Wir, als schweizer traditionsunternehmen, legen Wert auf Qualität und besonders auch
auf innovation. daher wollen wir ihnen auf den seiten 26 und 27 unsere Produktneuheit
«formpark» vorstellen. stephan Hürleman und simon Husslein vom renommierten
studio Hannes Wettstein entwarfen das konzept für den bodenbelag, der eine besonders kreative anwendung bietet. Mit den innovativen neuen formaten, die wir allein
aufgrund unserer langjährigen Erfahrung so massgenau herstellen können, lassen
sich zahlreiche Verlegearten und Muster bilden. «formpark» wurde bei den iconic
awards 2014 bereits ausgezeichnet als «best of best» product.
Ein weiteres sehr aktuelles Thema, gerade im bereich von renovationsprojekten, ist
die raumakustik. in dieser ausgabe der first floor spricht Univ.-Prof. dr.-ing. Philip
leistner des fraunhofer-instituts für bauphysik über den aktuellen forschungsstand auf
diesem Gebiet. Mit «Cleverpark silente» stellen wir ihnen eine Produktserie vor, die
für eine deutliche Gehschallreduktion sowie eine optimale trittschallverbesserung sorgt
und auf dem «Cradle to Cradle®» -Prinzip basiert. so erfüllt die silente-technologie in
ihren Projekten die anforderungen, die heute an das Wohnen gestellt werden.
Herzlichst
ihr
ansgar igelbrink
President bauwerk brand and
senior Vice-President of bauwerk boen Group
inHalt
02 klEinHolZ
kuchengeschäft in tokio | bauwagen in Vlimmeren|
Highschool in Thazin | restaurant in strasbourg |
Hangzhou stool aus China | Halfbike | ripple aus london |
Julia raff
kopfhörer aus oslo | solar suntree | tufted bench aus toronto |
furnier für den Möbelbau | Geschirr aus bambus | bücher
02
08 ProJEktbEriCHtE
08
Escher-Terrassen in Zürich, CH
14
architekten: E2a / Piet Eckert und Wim Eckert /
architekten EtH bsa sia aG, Zürich, CH
simon böhm
von Cornelia krause
08
14
Zentralmassiv in Bochum, DE
architekten: stark architekten, bochum, dE
von franziska bettac
20
Bergresort in Werfenweng, AT
architekten: architekturConsult, Graz, at
simon böhm
von Monja Horrer
14
26 UntErnEHMEnsnaCHriCHtEn
Produktneuheit formpark
Geräuschvolles stühlerücken
designers´ saturday
bauwerk Parkett
simon böhm
33 iMPrEssUM
20
26
titelbild: Hangzhou stool, foto: Min Chen
2
First Floor 15
Kleinholz – Architektur
KLEINHOLZ
Architektur · Kunst · Design · Kurioses · Werkstoffe · Bücher
Das Kuchengeschäft mit Teestube, inmitten eines quirligen innerstädtischen
Wohngebiets in Tokio, behauptet sich mit seiner eigenwilligen Holzfassade in der
von konventioneller Bebauung geprägten Umgebung. Kengo Kuma Architects
entwarfen für den Auftraggeber Sunny Hill, einen taiwanesischen Hersteller kleiner,
mit Ananaskompott gefüllter Luxuskuchen, einen minimalistischen Rückzugsort
in der Grossstadt. «Unsichtbare» japanische Holzverbindungen, wie sie bei den mit
Papier bespannten traditionellen japanischen Raumteilern (Shoji) Verwendung
finden, wurden für die Konstruktion des Shops weiterentwickelt. Statt zwei Holzleisten, die orthogonal ineinandergesteckt sind, sind die 6 x 6 Zentimeter messenden Kanthölzer in 30 und 60 Grad Winkeln miteinander verbunden. Durch die
Kombination der Rahmenelemente ergeben sich gar dreidimensionale Knoten, die
der Gitterstruktur räumliche Stabilität verleihen. Das dreistöckige Gebäude wird
so von einer «Wolke» verzahnter Holzstreben umhüllt. «Inmitten der geschäftigen
Innenstadt soll ein kleiner Wald entstehen» beschreiben die Architekten ihren
Entwurfsansatz. Während das Schattenspiel im Innern tatsächlich an ein Plätzchen
Ananas mit ihrer rautenförmigen Schale – ein Bild, das die Kuchenmanufaktur
nach aussen bestens repräsentiert.
www.kkaa.co.jp
Daici Ano
unter Bäumen erinnert, weckt die äussere Gestalt eher Assoziationen an eine
First Floor 15
Kleinholz – Architektur
Auf einer grossen Weide in Vlimmeren, einem kleinen Dorf in der Nähe von
Antwerpen, steht ein ausrangierter Trailer, der vom Architekturbüro Karel
Verstraeten zu einer intimen Behausung umgestaltet wurde. Auf die bestehende
Aussenfläche wurden schmale Lamellen aus Eiche vertikal aufgeschraubt. Diese
Eichenholzverkleidung wird von einer «Glasblase» an der Stirnseite durchbrochen.
Das runde Fenster erinnert an ein übergrosses Auge, das in die Landschaft blickt.
Der Innenraum wurde mit Birkensperrholzplatten ausgekleidet. Durch die Biegeeigenschaften des Holzes liess sich die Form eines typischen Wohnwagendaches
Karel Verstraeten
nachzeichnen. Eine Besonderheit bieten die variablen Regalböden mit den vier an
den Längsseiten angebrachten Leisten: Je nach Bedarf kann nun unkompliziert ein
Schreibtisch in ein Regal oder in eine Liegelandschaft umfunktioniert werden.
www.karelverstraeten.be
Seit der Wahl von Präsident Thein öffnet sich das Land Myanmar langsam westlichen Einflüssen, was auch das Bewusstsein für Bildung verändert. In Zusammenarbeit
mit dem Projekt Burma e.V. planten Ackermann+Raff Architekten eine neue High
School auf einem bestehenden Schulgelände in Thazin, gelegen am AyeyarwadyFluss im Süden des Landes. Es entstand ein traditionsverbundener, zweigeschossiger
Holzskelettbau, der von den Dorfbewohnern mitgestaltet wurde. Das Holz der vorherigen baufälligen Schule sowie lokale Materialien wie Klinker, Eisenholz und Bambus
wurden darin verarbeitet. Sieben gleich grosse Klassenzimmer sowie das Lehrerzimmer
reihen sich aneinander und sind zugänglich über einen zum Innenhof ausgerichteten
Laubengang. Ein wabenförmiges, ornamentales Bambusgeflecht ist hier der Blickfang
und dient zugleich als Schattenspender. In seiner Luftigkeit harmoniert es mit der
leichten Holzkonstruktion des Dachgebälks. Die rote Klinkerausfachung passt sich der
die Fassade schmücken. Sie bilden eine Reminiszenz an das farbenfrohe Land.
www.ackermann-raff.de
Julia Raff
natürlichen Optik des Bambus an. Auffallend sind die neonfarbenen Fensterläden, die
Inmitten der Altstadt von Strasburg wurde ein Gestütshof aus dem 18. Jahrhundert
zu einem exklusiven Restaurant, der «Brasserie les Haras», umgebaut. Das Pariser
Innenarchitekturbüro Jouin Manku und die ortsansässigen Architekten von
Denu & Paradon arbeiteten eng zusammen, um den besonderen Charme des denkmalgeschützten Pferdestalls zu erhalten. Einbauten aus schwarzem Stahlblech und
Leder gliedern den Raum – im Zentrum aber steht eine imposante geschweisste
Wendeltreppe, deren Auge ein Wirbel aus geschwungenen Eichenholzlamellen
ziert, die teilweise zum Handlauf der Treppe werden. Der fast schon als Kunstobjekt
wahrgenommene Wirbel verleiht dem klaren und rustikal anmutenden Raum zeitgenössische Leichtigkeit. Der Küchenchef des Restaurants ist kein geringerer als der
Sternekoch Marc Haeberlin, Sohn des verstorbenen Ausnahmekochs Paul Haeberlin.
Beide sind für ihre exklusive und doch bodenständige Küche berühmt – ein Konzept,
Hélène Hilaire
das sich auch im «Les Haras» formvollendet widerspiegelt.
www.patrickjouin.com
3
4
First Floor 15
Kleinholz – Kunst & Design
Min Chen´s Ziel ist es, die individuelle chinesische
Designsprache zu finden. Für seinen Entwurf «Hangzhou
Stool» wählte der Designer deshalb das traditionsverbundene asiatische Material Bambus. Die 9 Millimeter
dünnen Schichten wurden zu Bögen gekrümmt. Durch
die Schichtverleimung erhält der Stuhl eine enorme
Flexibilität, die sogar hohen Gewichtsbelastungen
standhält. Beim Hinsetzen entsteht eine ergonomisch
geformte Mulde, die sowohl ein leichtes «Wippen»
ermöglicht, als auch Halt beim Sitzen gibt.
Min Chen
www.chen-min.com
Der Fahrer steht aufrecht und steuert das Gefährt durch Gewichtsverlagerung.
Nicht das «Segway» ist gemeint, sondern «Halfbike», ein von Martin Angelov und
Mihail Klenov entwickeltes, individuelles Transportmittel mit Pedalen, ähnlich
einem Fahrrad, aber kompakter. Die Architekten und passionierten Radfahrer
fühlen sich verpflichtet, das vielfältige Potenzial in der Mobilität auszuschöpfen
und smarte Fortbewegungsmöglichkeiten zu entwickeln. Mit «Halfbike» bewegt
man sich behände an Fussgängern vorbei und kommt auf diese Weise schneller
ans Ziel. Das Gefährt ist geeignet für kurze Strecken, kompatibel in öffentlichen
Verkehrsmitteln und handlich beim Treppensteigen. Das Leichtgewicht im funktionalen Design besteht aus einem Aluminiumrahmen, ergänzt durch zwei kleine
Martin Angelov/Mihail Klenov
stabilisierende Hinterräder sowie ein grosses Vorderrad. Aus dem «Rahmen» fällt
dagegen die schlanke Lenkstange aus imprägniertem Sperrholz. Sorgfältig werden
die Materialien und Komponenten ausgewählt und nur von lokalen Herstellern
bezogen. «Halfbike» bietet eine neue, mobile Perspektive für Menschen, die Spass
am sportlichen Fahrradfahren haben.
In Zeiten der Fotomontage ist es keine Besonderheit,
wenn zierliche Frauen auf Bildern ganze Möbel hochstemmen. Mit «Ripple» jedoch entstand ein Tisch, der
mit seinen 9 Kilo von jedermann tatsächlich leicht zu
heben ist und noch dazu eine erstaunliche Stabilität
aufweist. Der Designer Benjamin Hubert entwickelte
gemeinsam mit dem kanadischen Hersteller Corelam
ein minimalistisch designtes Möbel mit den Massen
2,5 Meter x 1 Meter. Als Grundlage diente ein Material,
das bereits 1947 Verwendung beim Bau des amerikanischen Flugbootes Hughes H-4 Hercules fand. Das
0,8 Millimeter starke Drei-Schicht-Birkensperrholz
wurde durch eine spezielle Laminierungstechnik zu
die Beine bestehen je aus einem zweiseitig gewellten
Sandwich, was dem Tisch die Stabilität gibt.
www.benjaminhubert.co.uk
Peter Guenzel
konstanten Wellen unter der Platte geformt. Auch
www.halfbikes.com
First Floor 15
Kleinholz – Kurioses
5
Man stelle sich einen Baum vor, der Sonnenenergie über verknüpfte Fotovoltaikpaneele in Strom umwandelt und über den Stamm für uns nutzbar macht. Diese Utopie lässt sich im Grossen (noch nicht) umsetzen. Im
Kleinformat ist die Idee jedoch schon von XD Design als Solar Suntree realisiert worden. Auf den ersten Blick wirkt der Baum wie ein Designaccessoire
für den Schreibtisch. Der Bambusstamm mit den einzelnen Ästen wurde aus
Holz handgefertigt. Er steht auf einem weissen, minimalistisch gestalteten
Kunststoffsockel mit integrierten USB-Anschlüssen. Die Äste tragen statt des
üblichen Laubs Blätter aus weissem ASB-Kunststoff, die sich auch optisch den
bekannten Solarkollektoren annähern. Die elektrische Energie wird im Inneren
durch eine 1350 mAh Lithiumbatterie gespeichert, sodass die Stromquelle für
Handys und MP3-Player je nach Bedarf verfügbar ist.
www.xddesign.eu
Die scheinbar gepolsterte Sitzfläche der «Tufted
Bench», entworfen vom amerikanischen Designduo
Joy Charbonneau und Derek McLeod, suggeriert
ein gestepptes Kissen mit weicher Haptik. Erst bei
näherer Betrachtung wird das harte Material des
Vollholzmöbels erkennbar. Die Bank besteht aus einer
Sitzfläche, die in gleichmässig gewölbte Quadrate aufgeteilt und von schräg gestellten Rundhölzern getragen wird. Die Möglichkeiten der CNC-Frästechnik
lassen solche individuellen Formgebungen zu, die mit
üblichen Verarbeitungsmethoden sehr viel aufwendiger herzustellen wären. Jedes einzelne Möbel wird
Derek McLeod
durch Schleifen und Ölen in mühevoller Handarbeit
veredelt, um die Plastizität und Holzmaserung zusätzlich herauszuarbeiten.
www.joycharbonneau.com
Bei Oslo in Grünerløkka in einer kleinen Möbelschreinerei entstand der Prototyp
für einen exklusiven Kopfhörer. Das Besondere an «Wood. Head. Phones.» ist
die eckige, unkonventionelle Form. Sowohl der Bügel als auch die quadratischen
Hörmuscheln wurden komplett aus Holz in Handarbeit hergestellt. Dank der
massgeschneiderten Fertigung sitzt das Musikaccessoire perfekt auf jedem Kopf.
Der Designer Anders Stai Fougner liess sich auf einer Keniareise von der Lebenseinstellung der Bevölkerung inspirieren. «Polé Polé» sagen die Swahili und meinen:
«slowly – gentle – take it easy». Seither fertigt Anders Stai Fougner nach diesem
www.polepoleclothing.com
Anders Stai Fougner/Sjur Gausemel Stølen
Credo mit seiner gleichnamigen Firma erfrischend andersartige Produkte.
Kleinholz – Werkstoffe
WERKSTOFFE
Hölzer und Holzwerkstoffe für Architektur und Design
8pandas Serie 1: Der schnell wachsende Rohstoff
zu feinem Pulver vermahlen und anschliessend
Bambus ist bekannt für seine vielfältigen Anwen-
erhitzt in die gewünschte Form gebracht. Es ent-
dungsmöglichkeiten. Auch der Designer Helge Pino
standen sechs subtil gestaltete Geschirrteile, die
Ulrich, der einen konsequent ökologischen Ansatz
aufgrund abgestimmter Durchmesser der Teller
vertritt, experimentierte mit diesem zukunftsträchti-
und Tassen vielfältig kombinierbar sind. Das leichte
gen Material. Er entwickelte ein Geschirrset, das biolo-
und resistente Material von 8pandas könnte künf-
gisch abbaubar ist und zu 100 Prozent aus nachwach-
tig eine Alternative zum Plastikgeschirr werden.
senden Rohstoffen besteht. Dafür wurde der Bambus
www.8pandas.com
8pandas
First Floor 15
Pepe. Ein Zigarrenhersteller aus Spanien gab der Österreicherin Helene Steiner
den Anstoss für die Idee ihres klappbaren Stuhls «Pepe». Statt der Tabakblätter
rollt die Designerin 0,5 Millimeter starke Buchenholzfurniere zu engen Röhren,
nachdem sie diese vorab mit Klebstoff vollflächig dünn bestrichen hat. Durch
die Pressung in unterschiedlichen Winkeln werden die Rollen geformt und ergeben so in sich verdrehte Streben. Lediglich zwei Gewindestangen verbinden die
Buchenholzelemente an der Sitzkante zu einem stabilen Stuhl, der sich raumsparend zusammenklappen lässt.
Matthias Werner/carolin Klemm
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www.helenesteiner.com
First Floor 15
BÜcHER
über Holz in Architektur und Design
«Baumhäuser» In Englisch, Deutsch und Französisch. 512 Seiten. 29,95 Euro,
Frechmann Kolón GmbH, www.frechmann.com
Seit Generationen bilden Baumhäuser für Kinder und Jugendliche einen beliebten Rückzugsort und
spielerischen Mittelpunkt in ihrer Freizeit. Meist werden die provisorischen Hütten aus Brettern und
Nägeln als Familienprojekt selbst gezimmert. In der ausführlichen Dokumentation zeigen nachhaltige, zweigeschossige oder aussergewöhnliche Bauten, dass Baumhäuser nicht nur etwas für Kinder
sind. Von Nestern, Hütten und Baumverstecken über Baumforts und Spielhäuser: Die Bandbreite
reicht von funktionalen bis hin zu luxuriösen Objekten. Illustriert werden die vielfältigen Projekte auf
über 500 Seiten mit grossformatigen Fotos und Zeichnungen.
«Aufstocken mit Holz» Verdichten, Sanieren, Dämmen. Von Markus Mooser, Marc Forestier, Mélanie PittetBaschung und charles von Büren. 207 Seiten. 59,95 Euro, Birkhäuser Verlag GmbH, www.degruyter.de
Zur Nachverdichtung bestehender Bebauungen und zur energetischen Sanierung einzelner Gebäude
ist Aufstocken eine zeitgemässe Massnahme. Mit seinem geringen Eigengewicht belastet das Baumaterial Holz den Bestand wesentlich weniger als ein Massivbau. So führen die Autoren im ersten
Teil ihres Buches umfassend in die verschiedenen Möglichkeiten des Aufstockens mit Holz ein.
Unterschiedliche Projekte aus dem Bereich der Wohnungs- und Verwaltungsbauten bilden den zweiten Teil. Aussagekräftige Texte, zahlreiches Bildmaterial und detaillierte Pläne bringen den Lesern die
33 Beispiele aus der Schweiz, Österreich und Deutschland näher.
«Wood – Architecture Now!» Holz/Bois. Von Philip Jodidio. 416 Seiten. 39,99 Euro,
Taschen GmbH, www.taschen.com
Zu den Veröffentlichungen von dem bekannten Autor Philip Jodidio gehören nicht nur seine Reihe
«Architecture Now!», sondern auch Monografien über Tadao Ando, Norman Foster oder Zaha Hadid.
Auf über 400 Seiten werden wie gewohnt auch im zweiten Band «Wood» aktuelle Projekte von renommierten Architekten mit dem Werkstoff Holz vorgestellt. Fotos, Pläne und Skizzen veranschaulichen die
verschiedenen Bauten der 48 Architekurbüros. Die Bandbreite reicht dabei von Jürgen Mayer H. mit
seiner beeindruckenden Dachkonstruktion aus polyurethanbeschichtetem Holz in der historischen
Altstadt von Sevilla bis hin zu Kengo Kumas ungewöhnlicher Holzfassade für ein café in Toyama sowie
dem organisch geformten Holzgitterdach des Swatch-Omega-campus in Biel/Bienne von Shigeru Ban.
Kleinholz – Bücher
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PANORAMA RUHRGEBIET
Zentralmassiv in Bochum, Deutschland
Für viele Gemeinden ist der Umgang mit dem unliebsamen Erbe ehemaliger Hochbunker nicht einfach, zumal sie oft an städtebaulich prägnanter
Stelle stehen. In Bochum fanden Bauherr und Architekt in Zusammenarbeit
mit der Stadt eine überzeugende Lösung. Wurde das Gebäude mit seiner
stark verwitterten Betonfassade lange als «Schandfleck» wahrgenommen,
ist der Bunker, nun unter dem Namen «Zentralmassiv», zu einem neuen
Zentrum des einstigen Stahlarbeiterviertels Griesenbruch geworden.
Der Luftschutzbunker am Springerplatz in Bochum
neuen Räume und beleben durch ihre Gäste und die
aus dem Jahr 1940 konnte aufgrund seiner massi-
Studierenden den umgebenden Platz.
ven Bauweise mit Stahlbetonwänden von über zwei
Meter Dicke kaum abgerissen werden. Während des
Doch zunächst mussten aus dem verwinkelten, in
Zweiten Weltkrieges suchten in den vier Etagen der
kleine Zellen aufgeteilten Koloss Hunderte Tonnen
Anlage oft über 3.000 Menschen Schutz – obwohl
Stahlbeton herausgeschnitten werden. Die Grundris-
der Bunker eigentlich nur für 713 Personen ausge-
se erinnern mit den tief eingeschnittenen Fenstern
richtet war. Nach 1945 begann seine wechselvolle
an eine mittelalterliche Burg. Doppelte Raumhöhen
Geschichte. Bereits in der Nachkriegszeit wurden
und Galerieebenen garantieren nun, trotz verhältnis-
in die massiven Aussenwände schiessschartenartige
mässig kleiner Fensterflächen, helle und freundli-
Öffnungen geschnitten, um ihn wenigstens als Büro
che Lernräume. Für die für sich abgeschlossenen
oder Lager zu nutzen. Auch als Obdachlosenunter-
Film- und Tonstudios der Medienschule, erwies
kunft diente der Hochbunker schon, später fanden
sich die massive Bauweise sogar als Vorteil. Das
dort vereinzelt auch kulturelle Veranstaltungen
Sanierungskonzept sah auch eine energetische Opti-
statt. Bemerkenswert ist der abgerundete rechteck-
mierung vor. Um die Laibungen der Fensterlöcher
ige Grundriss, der an zwei Ecken gar zu runden
wurden Dämmstreifen gelegt, die sich an der Fassa-
Erkern vorspringt, in denen sich wendelförmige
de als graue Stilelemente abbilden und an historische
Treppen befinden.
Putzfaschen erinnern.
Aus einer privaten Initiative heraus entwickelten
Im zweiten Bauabschnitt bis Ende 2013 setzten
der solvente Bauherr und der Innenarchitekt Thomas
die Architekten dem schlichten «Zentralmassiv»
Stark ein Nutzungskonzept für den «schlafenden
eine auskragende dreigeschossige, filigrane Stahl-
Riesen». In den Jahren 2010 und 2011 wurde der
Glas-Konstruktion auf. Die aussen liegende Flucht-
Bunker saniert und umgebaut. Die Ruhrgebiets-
treppe sowie ein Aufzugsschacht verbinden Alt- und
niederlassung der privaten Medienschule SAE und
Neubau zu einem dekonstruktivistisch anmuten-
ein bereits in der Region bekanntes Kultur- und
den Ganzen, dessen Kubatur sich dem Betrachter
Kleinkunstcafé wurden zu wichtigen Mietern der
nicht sofort erschliesst und inmitten der umgebenden
Vertikal durchgängige, dunkelgraue Putzfaschen setzen die Fensterflächen des ehemaligen Bunkers
elegant von der Fassade ab.
Top-to-bottom dark grey plastering elegantly set the window
areas in the former bunker off
from the façade.
16
First Floor 15
Panorama Ruhrgebiet – Zentralmassiv in Bochum, Deutschland
Satteldachbebauung einen besonders spannungs-
Die Wohnungen haben individuelle Zugänge und
reichen Kontrast bildet.
geräumige Dachterrassen. Die offenen Grundrisse
bieten in den Wohn-Ess-Bereichen und Küchen eine
Insgesamt vier grosszügige Wohnungen mit
Rundumaussicht. Eine schlichte, doch hochwertige
versetzt auskragenden Terrassen sind in der knapp
Innenausstattung unterstreicht den exklusiven Cha-
800 Quadratmeter grossen Aufstockung entstan-
rakter der Apartments. Bodentiefe Verglasungen, Ein-
den, die insbesondere mit spektakulärem Ausblick
bauleuchten und Schiebewände aus Milchglas, ebenso
punkten können: In alle vier Himmelsrichtungen
wie die ausgesuchten Bodenbeläge aus geschliffenem
öffnet sich das Panorama, über die nahe gelegene
Fliessestrich und geöltem Zweischichtparkett betonen
Jahrhunderthalle und – bei gutem Wetter – über
den Duktus dieses Wohnens: hoch über der Stadt –
das gesamte Ruhrgebiet.
eben etwas ganz Besonderes.
Franziska Bettac
Das durchgängig verlegte Bauwerk
Parkett bildet einen fliessenden
Übergang zwischen unterschiedlich genutzten Räumen.
The wall-to-wall parquet floors
from Bauwerk create a smooth
transition between rooms with
different uses.
First Floor 15
Farbig passend ausgewählte Möbel
schaffen mit dem leicht grauen
Schimmer des Fussbodens eine
ruhige Atmosphäre. (oben)
Ein markanter Bodenbelagswechsel sorgt für eine klare Trennung
zwischen Wohnzimmer und Eingangsbereich. (unten)
Suitably coloured furniture and
the flooring with its slightly greyish shimmer, create a calm ambiance. (above)
A striking change in flooring
marks the transition from living
room to entrance area. (below)
Panorama Ruhrgebiet – Zentralmassiv in Bochum, Deutschland
17
18
First Floor 15
Panorama Ruhrgebiet – Zentralmassiv in Bochum, Deutschland
Grundriss Erdgeschoss (oben)
Grundriss 4. Obergeschoss (Mitte)
Längsschnitt (unten)
Ground floor ground-plan (above)
4th floor ground-plan (centre)
Longitudinal section (below)
First Floor 15
Panorama Ruhrgebiet – Zentralmassiv in Bochum, Deutschland
Die auskragende dreigeschossige
Wohnaufstockung betont den
massiven Charakter des Bunkers.
The protruding three-storey ontop residential section emphasizes
the bunker’s massive feel.
Interior designer Thomas Stark joined forces with the highly
committed developer to create a new concept for using a former
over-ground bunker in Bochum. The massive World War II colossus has an unusually rounded, rectangular footprint, with round
oriels protruding on two corners, housing the staircases. First of all,
hundreds of tons of reinforced concrete had to be carved out of the
angular monster. Key tenants: the local branch of the private media
college SAE and a well-known culture and arts café – bringing life
to the surrounding plaza. The college’s film and recording studios
benefit from the solidity of the structure. Double-height rooms and
gallery levels also make for bright teaching rooms, despite the small
windows. Modernization also hinged on optimizing the bunker’s
energy requirement. The jambs round the window holes were lad
with insulating strips that stand out in the façade as grey stylish elements. During the second conversion phase, the architects added a
protruding filigree steel-and-glass on top of the “Zentralmassiv”. The
fire-escape on the outside and an elevator shaft link the old and new
builds to create a single unit. A total of four apartments with staggered terraces have thus arisen above the bunker, offering spectacular
views of the environs right round. Floor-to-ceiling glazing, flushmounted luminaires and opaque-glass sliding walls, not to mention
selected floor coverings made of polished screed and oiled bilaminate
parquet emphasize the exclusive feel of the residences.
Bauherr:
zentralmassiv baumanagement gmbh,
Bochum, DE
Architekten:
Stark Architekten, Bochum, DE
Parkett:
Villapark, Eiche Farina, naturgeölt;
Cleverpark, Eiche, matt versiegelt
Fotos:
Simon Böhm, Günzburg, DE
19
ERHOLEN UND GENIESSEN
Travel Charme Bergresort in Werfenweng, Österreich
Im österreichischen Bezirk St. Johann im Pongau liegt, umgeben
von einer malerischen Gebirgskulisse, das kleine, ruhige Bergdorf
Werfenweng. Hier plante das Grazer Büro ArchitekturConsult das
4-Sterne-Superior Travel Charme Bergresort. Die Architekten realisierten einen naturverbundenen Neubau, der sich grosszügig mit
bodentiefen Panoramafenstern dem Alpental und somit der beeindruckenden, weitläufigen Landschaft öffnet.
Auf 902 Meter Seehöhe, in schönster Alpenland-
abfallen. Das weiss verputzte Erdgeschoss öffnet sich
schaft, liegt die Gemeinde Werfenweng. Nur 45 Kilo-
mit einer geschwungenen Glasfassade nach Südwes-
meter von der Festspielstadt Salzburg entfernt, bietet
ten zum beeindruckenden Gebirgspanorama. Einen
das österreichische Dorf entspannte und erholsame
wohltuenden Kontrast bilden die drei aufgesetzten
Urlaubstage. Naturliebhaber können hier wandern,
Bettentrakte mit einer Verkleidung aus heimischem
spazieren gehen, Ski fahren, langlaufen oder ein-
Lärchenholz, die mit ihrer Optik und Haptik die Nähe
fach nur die frische Luft geniessen. Seit 1997 gehört
zur Natur unterstreicht. Mit einer Vorbehandlung
Werfenweng zu den Mitgliedern der Kooperation
wurde der natürliche Vergrauungsprozess beschleunigt.
«Alpine Pearls» und bietet seinen Gästen einen
Alle drei Bauteile orientieren sich zu einer anderen
umweltfreundlichen und nachhaltigen Tourismus
Himmelsrichtung und schaffen für jedes der 120 Zim-
an. So bildet das entschleunigende Konzept der
mer einen anders ausgerichteten Blick. Einer der
sanften Mobilität eine hohe Aufenthaltsqualität. Vor
Trakte kragt zudem auf sechs Stahlbetonstützen rund
Ort wird das eigene Auto während der Urlaubszeit
23 Meter über die Vorfahrt des Hotels hinaus und
sicher abgestellt und stattdessen zu verschiedenen
dient so als wettergeschützter Vorplatz.
Transportmöglichkeiten gegriffen – von Fahrzeugen
mit Biogas über Elektroscooter bis hin zu Fahrrad-
Dunkel geräucherte Eichenfussböden von Bauwerk
taxis und Fahrrädern ist alles dabei.
Parkett, Wandverkleidungen aus hellbeigem Quarzsandstein und ein zentral liegender Kamin erwar-
Um der geringeren Auslastung während der Neben-
ten die Urlauber beim Einchecken im Foyer. Im
saison entgegenzuwirken, entschied sich Bürger-
Erdgeschoss befinden sich zudem eine Bibliothek,
meister Peter Brandauer für den Qualitätstourismus,
eine Raucherlounge, eine Bar und zwei hoteleigene
der den Bau eines grossen Hotels mit zahlreichen
Restaurants. Im Sockelgeschoss auf der Südwestseite
Freizeitangeboten vorsah. In Zusammenarbeit mit der
hingegen liegt der Spa-Bereich mit einer einladenden
Travel Charme Kette entwickelte ArchitekurConsult
Saunalandschaft. Bodentiefe Fenster machen die
das neue Bergresort. Das Hotelareal in leichter Hang-
idyllische Umgebung auch im Inneren erlebbar. Nach
lage besteht aus verschiedenen Baukörpern, die von
ausgedehnten und kräftezehrenden Tagesaktivitäten
der Nordseite bis zur Südseite um etwa ein Geschoss
bieten die mit Liebe zum Detail gestalteten Zimmer
Geschwungene Glasfassaden in den
unteren beiden Geschossen und
bodentiefe Fenster in den Zimmern
machen die umliegende Landschaft
auch im Inneren erlebbar.
Curved glass facades on the two
lower stories and floor-to-ceiling
windows in the rooms mean you
can fully experience the surrounding countryside even when indoors.
22
First Floor 15
Erholen und geniessen – Travel Charme Bergresort in Werfenweng, Österreich
die Möglichkeit zum Entspannen. Der italienische
Architekt und Designer Lorenzo Bellini, der bereits
in einigen Travel Charme Hotels für ein wohltuendes
Ambiente sorgte, entwarf das Konzept im alpinen Stil
und setzt mit natürlichen Materialien sowie kräftigen
Farben Akzente. Helles, edles Parkett, warme Eichenund Buchenholzmöbel sowie mit Stoff bespannte
Betthäupter schaffen eine heimelige Atmosphäre.
Drei weitere Residenzen im Westen und Süden des
Areals vervollständigen das Wohnangebot. Die geräumig gestalteten Apartments sind durch Brücken
miteinander sowie mit dem Hotel verbunden, die die
Laufwege dabei angenehm verkürzen. Geprägt durch
flache Satteldächer und Lärchenholzfassaden nehmen
die Häuser Bezug auf das Hotel – sind in ihrer baulichen Ausformung jedoch wesentlich kleiner. Dadurch
bilden diese ebenso wie die gesamte Anlage einen passenden Übergang zur angrenzenden Dorfbebauung.
Monja Horrer
First Floor 15
Eingebettet in die malerische
Alpenlandschaft, passen sich die
unterschiedlichen Gebäudetypen
der Hanglage an. (oben)
Warme Metalltöne und braunbeige Farben prägen die offene Bar
im Lobby Bereich. (links)
Heller Quarzsandstein und hochwertiges Parkett von dem Schweizer
Traditions-unternehmen unterstreichen den naturverbundenen
Charakter des Bergresorts. (rechts)
Embedded in a picturesque Alpine
setting, the different building types
all fit the slope snugly. (above)
The public bar in the lobby stands
out for the warm colours of metal
and brown/beige. (on the left)
Bright quartz sandstone and highgrade parquet round out the natural feel of the mountain resort.
(on the right)
Erholen und geniessen – Travel Charme Bergresort in Werfenweng, Österreich
23
24
First Floor 15
Erholen und geniessen – Travel Charme Bergresort in Werfenweng, Österreich
Grundriss Bettentrakte (oben)
Grundriss Erdgeschoss (Mitte)
Grundriss Sockelgeschoss (unten)
Bedroom sections – ground-plan
(above) Ground floor – groundplan (centre) Podium floor –
ground-plan (below)
First Floor 15
Erholen und geniessen – Travel Charme Bergresort in Werfenweng, Österreich
In liebevoll eingerichteten Zimmern mit ruhigen Farben finden
die Gäste nach ihren Tagesaktivitäten Erholung.
Guests can recover from daytime
exertions in lovingly furnished
rooms with calm colours.
The township of Werfenweng lies in the most beautiful part of the
Austrian Alps. Lovers of nature can enjoy hiking, downhill or crosscountry skiing, or simply breathing the fresh crisp air. Out of season,
the mountain village feels as good as empty, as there are almost no
tourists. For this reason, Mayor Peter Brandauer resolved to counteract this feeling of a dormitory town by encouraging high-end tourism,
a plan entailing building a grand hotel. In cooperation with the Travel
Charme chain, ArchitekurConsult designed the new mountain resort.
The hotel ensemble is made up of different interconnected buildings
located on a slight slope. The complex’s ground floor is resplendent
in white plaster and boasts a curved glass facade. The three on-top
buildings housing the bedrooms contrast with this gracefully and are
clad in local larchwood. All three sections are aligned in a different
direction, meaning each of the 120 rooms has a different view. One
of the three wings actually stands on six reinforced concrete columns
and rises some 23 meters above the hotel forecourt and thus provides
an entrance sheltered from the elements. Italian architect and designer
Lorenzo Bellini came up with an Alpine-style concept and relies on
natural materials and earthen colours to set the tone in the rooms.
The accommodation is rounded out by three other residences on the
grounds. Characterized by flat pitched roofs and larchwood facades,
the houses reference the hotel, but are far smaller in size and thus foster an appropriate transition to the village next door.
Bauherr:
Werfenweng Hotel Errichtungs- und Besitzgesellschaft mbH, Werfenweng, AT
Betreiber:
Travel Charme Hotel GmbH, Berlin, DE
Architekten:
ArchitekturConsult ZT GmbH, Graz, AT
Gestaltung Interieur:
Lorenzo Bellini, Rom, IT
Parkett:
Cleverpark, Eiche Farina, naturgeölt;
Trendpark, Eiche geräuchert Farina, naturgeölt
Fotos:
Simon Böhm, Günzburg, DE
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ExklusivEs WohnEn
Escher-Terrassen in Zürich, Schweiz
Der Markt an teuren Wohnungen in Metropolregionen Westeuropas
scheint noch nicht gesättigt. Trotz zunehmender verdichtung der
städte hält der Zuzug weiter an. in Zürich entstand im Frühjahr
2014 am Rand eines aufgelassenen industrieareals ein hochhaus mit
51 hochwertigen Wohnungen. Die verzahnung der Escher-Terrassen
mit einem von der Zürcher oper genutzten Bestandsbau thematisiert
eindrucksvoll die Geschichte des ortes.
Die wenigsten Grossstädte verfügen noch über
verbindung von Alt und neu stellen die Ausfach-
zentrumsnahe industrieareale, die sich über die
ungen der Fensteröffnungen des Magazins mit
Jahre zu begehrten Wohnlagen entwickelt haben.
dem neubauklinker dar, der über ein aufwendiges
Besonders in der kombination mit Bestandsbauten,
verfahren seine für den Baustoff ungewöhnlichen
die oft noch den rauen Charme ihrer einstigen nut-
Graunuancen erhielt. ursprünglich handelt es sich
zung erkennen lassen, ziehen sie investoren und in
um einen gelben Münsterländer klinker, dem die
der Folge gut betuchte käufer oder Mieter an. Den
gelben Farbpigmente entzogen wurden.
Gemeinden selbst bieten diese orte willkommene
Flächen der innerstädtischen verdichtung.
Der über die gesamte Höhe mit diesem stein verkleidete Bau staffelt sich ab dem 5. Wohngeschoss
Im Westen Zürichs liegt das ehemalige Werksgelände
terrassenförmig zurück und gibt dem hochhaus
des unternehmens Escher-Wyss, dem synonym
seine signifikante Form. Überraschend löst sich das
für soliden schweizer Maschinenbau. Mit den im
einheitliche Bild mit den gezielt gesetzten Fenster-
Frühjahr 2014 fertiggestellten Escher-Terrassen
öffnungen nach süden in raumhohe verglasungen
entstand, unter Einbeziehung des ehemaligen Guss-
auf. Die geschickt angeordneten Grundrisse erlau-
modellmagazins, auf 21 Geschossen ein exklusives
ben es, dass jede der 51 unterschiedlich grossen
Wohnambiente direkt an der limmat. Den hallen-
Mietwohnungen die privilegierte himmelsrichtung
artigen Bestandsbau und die ersten beiden ober-
nutzen kann. E2A Eckert Eckert Architekten war es
geschosse nutzt das opernhaus Zürich für seine
wichtig, die innengestaltung mit der klaren Fas-
Probebühnen, nachdem das alte Backsteingebäude
sadengestaltung in Übereinstimmung zu bringen.
zuvor für die sammlung Friedrich Christian Flicks
sichtbetonwände, die sich mit weiss verputzten
vorgesehen war. Die verzahnung des formal rigiden
oberflächen abwechseln, und hochwertiges helles
hochhauses mit dem über 100 Jahre alten industrie-
Eichenholzparkett von Bauwerk sind prägend für
charme des Bestands macht diesen ort einmalig.
alle Wohnungen. Bäder und küchen zeigen sich in
Akribisch genau wurde der Übergang beider Fas-
zurückhaltenden beige-weissen Tönen. Die offenen
saden geplant, um einen horizontalen versatz der
Grundrisse erlauben grosszügige Räume, in denen
einzelnen klinkerlagen zu vermeiden. Eine sichtbare
sich das Tageslicht ungehindert verteilen kann.
Die querformatigen Fenster
lassen nur erahnen, welche
individuellen Grundrisse der
verschiedenen Wohnungstypen
sich dahinter befinden.
Portrait-format windows allude
to the customized footprints of
the different types of apartments
behind them.
10
First Floor 15
Exklusives Wohnen – Escher-Terrassen in Zürich, Schweiz
Weisse Wände, hochwertiges
Parkett von Bauwerk und eine
angenehm warme Lichtstimmung
bieten in den Treppenhäusern ein
passendes Entree.
White walls, high-end parquet flooring and pleasantly warm lighting in
the stairwells combine to create the
right welcoming tone.
Dafür sorgen die grossen Fensterelemente, die im
Hochwertige Holz-Metall-Fenster lassen nicht
geöffneten Zustand die Wohnfläche auf die Terrassen
nur den Lärm draussen, sondern halten auch
hinaus erweitern. Gläserne Brüstungen lassen den
die Energiekosten niedrig. Die Escher-Terrassen
Blick weit über Zürich hinaus in die Ferne schweifen.
unterliegen dem Minergiestandard, einem speziell
in der Schweiz angewandten Qualitätslabel für
Mit der individuell regulierbaren, kontrollier-
Neubauten und modernisierte Altbauten, das den
ten Wohnraumlüftung ist ein gutes Raumklima
Komfort des Nutzers in den Vordergrund stellt.
auch bei geschlossenem Fenster gewährleistet.
Cornelia Krause
First Floor 15
Beigefarbene Mosaikfliesen und ein
durchgängig verlegter Bodenbelag
sorgen im Badezimmer für eine
wohnliche Atmosphäre. (oben)
Die offen gestalteten Grundrisse
verbinden Wohn-Ess- und küchenbereich. (Mitte)
Grosse, bodentiefe Fenster ermöglichen im obergeschoss der Maisonette-Wohnungen einen freien
Blick auf Zürich. (unten)
Beige-coloured mosaic tiles and
wall-to-wall flooring create a homely feel in the bathrooms. (above)
The open ground-plans link the
living/dining room and the kitchen
area. (centre)
large floor-to-ceiling windows offer
an uncluttered view out over Zurich
from the upper floors of the maisonette apartments. (below)
Exklusives Wohnen – Escher-Terrassen in Zürich, Schweiz
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12
First Floor 15
Exklusives Wohnen – Escher-Terrassen in Zürich, Schweiz
Grundrisse Wohnungstypen
(oben) Grundriss Erdgeschoss
mit nutzung (Mitte) längs- und
Querschnitt (unten)
Apartment types – ground-plans
(above) Ground floor and usage –
ground-plan (centre) longitudinal
section and elevation (below)
First Floor 15
Exklusives Wohnen – Escher-Terrassen in Zürich, Schweiz
Zwischen dem klinker des
Bestandsgebäudes und dem grauen stein des neuen Wohnturms
wurde durch gleichfarbige Fensterausfachungen ein spannender
Übergang geschaffen.
using window bracings of the
same colour, an exciting transition
was created from the clinker of the
old building to the grey stones of
the new residential high-rise.
in spring 2014, a high-rise featuring 51 high-end apartments
opened its doors on the former grounds of the Escher-Wyss
company in Zurich. in the form of the “Escher Terraces”, incorporating the former warehouse for iron moulds, an exclusive
21-storey residential world emerged directly on the banks of the
limmat River. opernhaus Zürich uses the old building, shaped
like a hall, and the first two upper stories to house its rehearsal
facilities. Meticulous attention was paid to designing the transition from the old to the new façade to avoid any horizontal protrusion of the individual layers of clinker brick. originally yellow
Münsterländer clinker brick was utilized, stripped of the yellow
pigment. The frontage of the building is completely covered
with the brick, which is staggered as of the 5th residential floor,
the set-backs creating patios outside each apartment to give
the high-rise its striking shape. surprisingly, on the south side,
the façade with its carefully positioned window openings is not
consistent with this, but boasts floor-to-ceiling glazing instead.
ingeniously arranged layouts mean each of the rental apartments
can exploit the privileged view. E2A Eckert Eckert Architekten
attached great importance to harmonizing the interior design
with the clear appearance of the façade. All of the apartments
feature fair-faced concrete walls alternating with white plaster
surfaces as well as high-grade bright oak parquet flooring.
Bauherr:
Allreal holding AG, Baar, Ch
Architekten:
E2A / Piet Eckert und Wim Eckert / Architekten
ETh BsA siA AG, Zürich, Ch
Parkett:
Cleverpark, Eiche Farina, naturgeölt
Fotos:
simon Böhm, Günzburg, DE
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First Floor 15
Unternehmensnachrichten – Produktneuheit Formpark
UntErnEhMEnsnAchrichtEn
Produktneuheit Formpark
Ein Klassiker unter den Parkettböden: der Fischgrat in Eiche
geräuchert. (links)
Das geometrisch verlegte Parkett
in Eiche Avorio schafft zusammen
mit den hellen Möbeln einen
ruhigen Wohnraum. (Mitte)
Mit «Formpark» lassen sich
zahlreiche Muster verwirklichen. (rechts)
Von ruhig bis lebendig, klassisch bis modern: Über
ein Jahr lang entwarfen, planten und zeichneten der
Architekt stephan hürlemann und der industrieDesigner simon husslein vom renommierten studio
hannes Wettstein. Das Zürcher Duo entwickelte
bereits das neue showroom-Konzept für die Bauwerk
Parkettwelten und ist nun auch für die kreative Produktneuheit «Formpark» verantwortlich. Zahlreiche
Verlegemöglichkeiten, von Diagonalverband über
Fischgrat bis hin zum schiffsboden, Flechtmuster
oder sogar dem ganz individuellen Pattern, lassen
sich mit dem innovativen Parkett verwirklichen.
Dank der zwei unterschiedlich grossen Dielenformate können sogar nahtlose, fliessende Übergänge
von einem Muster zum anderen realisiert werden.
Das Besondere an den tiefgebürsteten, naturgeölten und 4-fach gefasten Elementen ist die Breite
Unternehmensnachrichten – Produktneuheit Formpark 27
Bauwerk Parkett
First Floor 15
von 260 Millimetern, die in zwei unterschiedlichen
nenden Umgang mit den Werkstoffen, so bezieht es
Längen von 520 und 780 Millimetern kombinier-
das verwendete holz ausschliesslich aus nachhaltiger
bar sind. Diese für Parkett ungewöhnlichen Masse
Forstwirtschaft. Eine Miniaturausgabe mit Modell-
erlauben unzählige Entwürfe, die es ermöglichen,
klötzen des Bodenbelags ermöglicht den Architek-
individuelle räume zu gestalten. Gewählt werden
ten spielerisch das Produkt vorab besser kennen zu
kann zwischen drei Farben – Eiche, Eiche geräu-
lernen. so kann nach verschiedenen Mustervarianten
chert und Eiche Avorio.
der endgültige Entwurf umgesetzt werden.
Eine technische Herausforderung bei der Verwirklichung lag darin, einen besonders präzise gefertigten
Winkel der Elementkanten herzustellen, um alle
Verlegevarianten in höchster Qualität ausführen zu
können. Eine schwierigkeit, der sich Bauwerk stellte und dank ihrer langjährigen Erfahrungen sowie
innovativen herstellungsmethoden umsetzen konnte. Auch bei diesem hochwertigen Parkett legt das
schweizer traditionsunternehmen Wert auf scho-
stephan hürlemann (rechts) und
simon husslein entwarfen das
Konzept zu «Formpark», welches mit
dem iconic Award «Best of Best» des
Jahres 2014 ausgezeichnet wurde.
28
First Floor 15
Geräuschvolles stühlerücken – Philip Leistner
Philip Leistner
sGc / istockphoto.com
GEräUschVoLLEs stÜhLErÜcKEn
Die akustischen Eigenschaften von Bodenbelä-
Die im Zusammenhang mit Bodenbelägen auftre-
gen werden bislang vor allem unter zwei Aspek-
tenden Geräusche können aber noch weitere Ursa-
ten betrachtet. An erster stelle geht es um die Ent-
chen haben. in sporthallen, Kitas und auch im eige-
stehung und Ausbreitung des trittschalls in den
nen Zuhause können aufprallende Bälle beachtliche
raum unter der angeregten Decke mit Bodenbe-
schallpegel erzeugen, die trittschall und Gehgeräu-
lag (trittschalldämmung). Dieses Merkmal ist mit
sche bei Weitem übertreffen. in hotelfluren, Bahn-
Bezug auf die nutzung normativ geregelt, und der
höfen und Flughäfen sind es wiederum die heutzu-
Wettbewerb wird immer wieder von neuen Pro-
tage unzähligen rollkoffer, deren rolllaute erheblich
duktlösungen beflügelt. Zweitens werden im Ver-
stören können. Messverfahren oder gar Angaben
gleich von harten mit weichen Bodenbelägen die im
zur geräuschmindernden Wirkung von Bodenbelä-
raum selbst angeregten Gehgeräusche adressiert
gen sind jedoch für diese Verursacher nicht bekannt.
und diskutiert. Dazu gibt es zwar (noch) keine gere-
Die Berücksichtigung bleibt also bestenfalls der indi-
gelten Anforderungen, aber es besteht störpotenzi-
viduellen Erfahrung des umsichtigen Planers, nut-
al und damit Marktbedarf an bewertbaren Aussa-
zers oder Betreibers überlassen. natürlich kann hier
gen. Leider kursieren hierzu sehr unterschiedliche
auch nicht nur die Akustik allein über die Auswahl
Angaben, die auf verschiedenen Mess- und Bewer-
des Bodenbelags entscheiden. Belastbarkeit und Pfle-
tungsverfahren beruhen. Ein fundierter Produkt-
getyp, Brandschutz und schallschutz, einige andere
vergleich wird dadurch erheblich erschwert.
Parameter und keinesfalls zuletzt die ästhetik sind
rollende Koffer können mit
erheblichen Geräuschen verbunden sein, deren Ausprägung auch
vom Bodenbelag abhängen.
First Floor 15
Geräuschvolles stühlerücken – Philip Leistner
29
als massgebende Kriterien in Einklang zu bringen.
nach objektiven und praktikablen Gesichtspunk-
Keine leichte Aufgabe, die sich bei fehlenden oder
ten erfolgen soll. Eine zielgerichtete Behandlung
unsicheren Bewertungsdaten oft als unlösbar erweist.
und Beeinflussung von Geräuschen durch stühlerücken setzt deren messtechnische Bestimmung vor-
Vor diesem Hintergrund ist eine weitere schallquelle,
aus. Die schaffung einer geeigneten Methode ist der
an der Bodenbeläge beteiligt sind, etwas näher darge-
erste schritt zur Minderung. im Fraunhofer-insti-
stellt: die Geräuschentstehung infolge stühlerückens,
tut wurde daher ein Messverfahren konzipiert und
wenn sich Personen von ihrem stuhl erheben oder
erprobt. Mit diesem Verfahren wurden bereits erste
sich hinsetzen. in hellhörigen räumen, wie in man-
Messungen an einer reihe von Kombinationen aus
chen restaurants oder Kantinen, übertreffen die ver-
Bodenbelag, stühlen und stuhlgleitern durchgeführt.
ursachten schallpegel mitunter deutlich den sprachUrsache für die Geräuschentstehung ist die als slip-
weder Kommunikation noch ruhe möglich sind.
stick-Effekt bekannte Balance aus haft- und Gleit-
Aber auch im raum darunter werden Geräusche hör-
reibung. Durch diesen Effekt erfolgt die Bewegung
bar, die lauter als der sonstige trittschall sein kön-
nicht gleichförmig, sondern in mehreren ruckartigen
nen. Für schüler und Lehrer in Unterrichtsräumen
Abschnitten. infolgedessen wird das Gestell des stuhls
sind das «vertraute» Phänomene. Einige rezepte zur
zu schwingungen angeregt, die insbesondere über die
Verringerung von Geräuschen durch stühlerü-
stuhlbeine, aber mitunter auch über die sitzfläche und
cken haben sich zwar vermeintlich etabliert, aber
Lehne als schallwellen in den raum abgestrahlt wer-
ihre praktische Anwendung stösst auf andere hin-
den. Gleichzeitig werden die schwingungen auch in
dernisse. Die beliebten Filzgleiter halten intensiver
den Boden eingeleitet, von wo aus sie sich im Gebäu-
Bodenreinigung nicht lange stand und bei Glei-
de ausbreiten und selbst in anderen, entfernten räu-
tern aus Kunststoff treten Überraschungen je nach
men noch hörbar sind. Beispielhafte Messergebnisse
Bodenbelag auf. Auch die unterschiedlichen hörer-
zeigen fünf zufällig ausgewählte stühle, die durchweg
fahrungen je nach Form und Material der stüh-
vierbeinig (holz, Metall), gebraucht und mit unter-
le sind wenig hilfreich, da die Auswahl eigentlich
schiedlichen stuhlgleitern (Kunststoff, Filz, Metall-
01
02
03
04
05
06
01-05: Fraunhofer-institut, 06: luckyraccoon / istockphoto.com
Ergebnisse einer Messung an
fünf zufällig ausgewählten
stühlen auf einer Betondecke
(140 mm) mit Laminatboden
und schaumstoffunterlage im
Vergleich zu einem männlichen
Geher mit sportschuhen.
pegel im raum, sodass bei wiederholtem Auftreten
30
First Floor 15
Geräuschvolles stühlerücken – Philip Leistner
Kunststoff) ausgestattet waren. Als akustischer
selbst bestimmt. schliesslich bietet aber auch die Kon-
Vergleich diente ein männlicher Geher mit sport-
struktion und Beschaffenheit des stuhls Ansatzpunkte
schuhen. Erwartungsgemäss fallen die schallpegel
zur Geräuschbeeinflussung, wie die steifigkeit und
im unteren raum geringer als oberhalb der Decke
schwingungsneigung des Gestells sowie die Verbin-
aus. Auch unterscheiden sich die schallpegel je nach
dung mit sitzfläche und rückenlehne.
stuhl beziehungsweise stuhlgleiter um bis zu 20 dB.
in ähnlicher Größenordnung liegt der beim stühle-
Natürlich stellt sich die Frage der Priorität, mit
rücken erzeugte schallpegel über dem Pegel mensch-
der Geräusche durch stühlerücken im Vergleich zu
licher Gehgeräusche. Dieses Ergebnis repräsentiert
anderen Bereichen des schallschutzes zu behan-
natürlich nur einen Ausschnitt der vielen Kombinati-
deln sind. statt eines fraglichen Mittelwertes sollte
onen von stühlen und Bodenbelägen. Es ist aber ein-
diese Frage daher anwendungsbezogen beantwortet
deutig hinsichtlich der möglichen Lautstärke von
und dann praktisch berücksichtigt werden, zumal
Geräuschen durch stühlerücken. Als wichtigster Ein-
für die störwirkung von Geräuschen nicht nur die
fluss auf die Geräuschentstehung steht die Materi-
häufigkeit, sondern auch Lautstärke und spekt-
alkombination aus stuhlfüssen und -gleitern sowie
rum massgebend sind. Bei gezielter Beachtung und
Bodenbelag sicher im Vordergrund. sie bestimmt das
Beeinflussung anhand vorhandener Mess- sowie
jeweilige slip-stick-risiko bei Bewegung der stühle.
Beurteilungsdaten ist der technische Auf wand be-
hinzu kommt die Gewichtsbelastung und Geschwin-
herrschbar und die nutzer sind dankbar für eine
digkeit des bewegten stuhls, die der nutzer jedoch
akustische störung weniger.
Prof. Dr. Philip Leistner studierte
an der tU Dresden und promovierte
anschliessend an der tU Berlin. seit
2005 leitet er die Akustikabteilung
am Fraunhofer-institut für Bauphysik iBP in stuttgart. seine
Forschungsschwerpunkte sind insbesondere die Bau- und raumakustik sowie der technische und
aktive schallschutz.
räumliche Messsituation zur
Bestimmung von Geräuschen
infolge stühlerücken. Die Bewegung
des stuhls erfolgt statt mit einer
Versuchsperson mittels einer
mechanischen Vorrichtung, die
den stuhl mit reproduzierbarer
Geschwindigkeit und Last bewegt.
schallmessung
senderaum
Empfangsraum
schallmessung
Fraunhofer-institut für Bauphysik iBP, stuttgart
Bodenbelag
First Floor 15
31
Cleverpark Silente
Bauwerk hat mit der Silente-Technologie eine innovative
Systemlösung entwickelt, welche durch die Kombination des
Parketts Cleverpark mit der patentierten Silente Tritt- und
Raumschalldämmunterlage eine sehr gute Gehschallreduktion sowie gleichzeitig eine optimale Trittschallverbesserung
erreicht.
neutral und gibt keine unerwünschten Emissionen an die
Raumluft ab. Cleverpark Silente wird in bewährter Bauwerk
Qualität in der Schweiz entwickelt und produziert. Die
Bauwerk Qualität gilt aber auch in Bezug auf Beratung/
Service und Verlegung. Die innovative Cleverpark Silente
Systemlösung ist Cradle to Cradle silver zertifiziert.
Leise
Die innovative Silente-Technologie bewirkt, dass sowohl der
Gehschall als auch der Trittschall sehr deutlich reduziert werden. Unabhängige Prüfinstitute (IHD Dresden und ÖTI Wien)
haben dies geprüft und die sehr guten Testergebnisse belegt.
Schonend
Produkte, welche mit der Silente-Technologie ausgestattet
sind, bieten Wohnkomfort für höchste Ansprüche: dank
Lärmreduktion schonen sie die Nerven und dank elastischer
Akustikmatte die Gelenke. In den gesamten Bauwerk
Produkten mit Silente-Technologie sind ausschliesslich Stoffe
Nachhaltig
verarbeitet, die für Mensch und Umwelt unbedenklich sind.
Die Bauwerk Silente Tritt- und Raumschalldämmunterlage
Dank dem geschlossenen Kreislauf im Produktions- und
ist alterungsbeständig und fungiert im Falle eines Ausbaus
Lebenszyklus von Cleverpark Silente schont Bauwerk die
als Trennschicht, wodurch ein schneller Ausbau des Parketts
wertvolle Ressource Holz und handelt verantwortungsvoll
ermöglicht wird. Sie ist wohngesund, denn sie ist geruchsfür die nachfolgenden Generationen.
schaubild der silenteUm den Wohnkomfort in Ein- und Mehrfamilien«cradle to cradle®»-Prinzip, welches für Kreislauf-
technologie (oben)
Die serie «cleverpark silente»
gibt es in Eiche natur (unten
links), Eiche Farina (unten
Mitte) und Eiche geräuchert
(unten rechts).
häusern zu verbessern, entwickelte Bauwerk Parkett
schliessung und Qualitätssicherung bei der Beschaf-
eine systemlösung, die die raumakustik wesent-
fung der rohstoffe steht. Alle Bestandteile bieten die
lich angenehmer gestaltet. Die silente-technologie
Möglichkeit, nach einer langjährigen nutzung recy-
kombiniert die bekannte «cleverpark»-serie mit einer
celt und wieder verwendet zu werden. Dabei wird
patentierten, integrierten, elastischen silente tritt-
das verlegte, beanspruchte Parkett ausgebaut, in das
und raumschalldämmunterlage. Diese Verbindung
Werk zurückgeführt, gereinigt und danach lackiert
ermöglicht eine deutliche Gehschallreduktion von
oder geölt. so kann der neu entstandene Fussbo-
etwa 70 Prozent und erreicht gleichzeitig eine tritt-
denbelag wieder für den Verkauf zur Verfügung
schallreduktion von minus 53 Prozent. «cleverpark
gestellt werden. Dieser umweltfreundliche Lebens-
silente» ist neben dem bekannten Eicheton noch in
zyklus kann mehrfach wiederholt werden. Das
zwei weiteren nuancen erhältlich. in den tönen Farina
schweizer Unternehmen betont auch mit diesem
(weiss) und geräuchert (dunkles Braun) schaffen die
Produkt seine nachhaltige sichtweise und schafft
Parkettböden in jedem innenraum eine passende
eine schonende Weiterverwendung der natürlich
Atmosphäre. Die silente-Produkte beruhen auf dem
vorkommenden rohstoffen.
Bauwerk Parkett
Bauwerk Parkett
Bauwerk Parkett – Cleverpark Silente
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First Floor 15
Bauwerk Parkett – Designers’ Saturday
BAUWERK PARKETT
Designers’ Saturday
ideenskizze Messestand:
studio hannes Wettstein
Zum dritten Mal nimmt das schweizer traditions-
sestand ist mit einem schwarzen Vorhang verdunkelt
unternehmen Bauwerk Parkett am Designers´ satur-
und wird mit einer angenehmen Geräuschkulisse
day vom 31. Oktober bis zum 2. november 2014 in
bespielt. Eine lang gezogene Lichtschleuse führt die
Langenthal teil. Die alle zwei Jahre stattfindende Ver-
Besucher in das unbekannte innere. Dort bildet eine
anstaltung bietet international bekannten Firmen die
grosszügig verlegte Parkettfläche den Mittelpunkt
Möglichkeit ihre aktuellsten Produkte in charakteris-
der Ausstellung. Über das eigens für den Designers´
tischen industriehallen in szene zu setzen. Dabei ent-
saturday entworfene Fussbodenmuster fliegen meh-
stehen durch die Präsentation für die Besucher unge-
rere schwingvögel aus einzelnen Parkettriemen vor
wöhnliche Einblicke in die Designwelt. Bei Bauwerk
einem leuchtenden hintergrund. Dabei setzt das far-
Parkett liegt der schwerpunkt der inszenierung auf
benreiche schauspiel von sonnenauf- bis sonnenun-
der Produktneuheit «Formpark». Der geplante Mes-
tergang die Vögel besonders in szene.
First Floor 15
Zu guter Letzt
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Zu Guter LetZt
Mit dem unkonventionellen Aussehen wollte der
niederländische Designer Paul heijnen die Anmutung der winzigen mechanischen Bestandteile und
ihre Funktion hervorheben. Zahlreiche Gelenke
ermöglichen eine aussergewöhnliche Flexibilität –
sie lassen einen Zehenspitzenstand zu oder sogar
eine in die hocke gehende Position. Dabei scheint
«hyperion» eher ein lebendes, skurriles insekt zu
sein als eine bewegliche, justierbare Leuchte. so
faszinierend der «kleine», hölzerne Prototyp auch
aussieht, umso beeindruckender wirkt die acht
Meter grosse stahlfigur. Der eigenartigen, kuriosen Kreatur, die von einem weit entfernten Planeten stammen mag, kann sich die Öffentlichkeit seit
2013 in der Frozen Fountain in Amsterdam nähern
www.paulheijnen.com
rene van der hulst
und sie bestaunen.
iMPrEssUM
First Floor
redaktion
Architekturmagazin von Bauwerk Parkett
Bauwerk Parkett AG,
cornelia Krause, Monja horrer (GKt)
Herausgeber
Bauwerk Parkett AG
Printed in Germany
ch-9430 st. Margrethen
© by Bauwerk Parkett
www.bauwerk.com
Alle rechte vorbehalten. insbesondere das recht auf Verbreitung,
nachdruck von text und Bild, Übersetzung in Fremdsprachen sowie
Verlag
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Gesellschaft für Knowhow-transfer
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in Architektur und Bauwesen mbh (GKt)
aller Abbildungen. änderungen und irrtümer vorbehalten.
D-70771 Leinfelden-Echterdingen
Verlagsleitung ir. Kristina Bacht M.sc.
seit 1935 fertigt das schweizer traditionsunternehmen Bauwerk mit sorgfalt,
Präzision und leidenschaft Holzböden in bester Qualität und perfekter Ästhetik.
Als einer der führenden Parketthersteller Europas bieten wir unseren Kunden ein
komplettes, innovatives und wohngesundes sortiment für die bewusste Gestaltung
ihres persönlichen lebensraums.
www.bauwerk-parkett.com
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