close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Konferenz Nagyvarad/Grosswardein/Oradea

EinbettenHerunterladen
Konferenz Nagyvarad/Grosswardein/Oradea Jubilé, November 2014
Die Taufe, neu bedacht: Loskauf von der Erbsünde oder schöpferisches Handeln des Heiligen
Geistes? Von Augustin und Calvin bis ins 21. Jahrhundert.
Daniel Neeser, Genf
Résumé & Thesen
1.
Sakrament und Taufe nach Calvin  zur Auffrischung der Erinnerung
A.
Das Sakrament bei Calvin … ist ein „äußeres Zeichen, durch das Gott in unseren
Gewissen die Verheißung seines guten Willens für uns besiegelt.“ Seine Wirksamkeit liegt im
Wirken des Heiligen Geistes, doch ist es notwendig, dass „der innere Meister der Seelen seine
Kraft dazugibt“. Symbol und Zeichen haben die gleiche Bedeutung und sind lediglich
Hinweise auf eine Realität, die ihnen nicht selbst eigen ist.
B.
Die Taufe bei Calvin … ist Kennzeichen unseres Christseins und Zeichen, dass wir in
der Kirche aufgenommen und Teil des Leibes Christi sind. Sie wurde uns geschenkt, um
unserem Glauben und unserem Bekenntnis vor den Menschen zu dienen.
2.
Von Calvin bis ins 21. Jahrhundert  Kritik und Vorschläge
Es gibt einen Calvinismus nach Calvin, den Calvinismus der calvinistischen Orthodoxie, den
wir ‚Calvinolâtrie’ nennen.
A.
Die Taufe ist kein Loskauf von einer Erbsünde, sondern wappnet den Gläubigen
gegenüber dem Bösen. Wir stellen die biblische Autorität im Bezug auf die Erbsünde und
ihren Gebrauch als Grundlage für die Taufe entschieden in Frage. In den Schöpfungsberichten
gibt es keine Erbsünde, sondern ein heimtückisches Element.
Durch die Taufe ausgestattet im Kampf gegen das Böse. In der Taufe muss also nichts
vergeben werden, da die Schöpfung mit ihren Grenzen eine Gabe Gottes ist, aber sie zeugt
von der Macht des Bösen und wappnet den Gläubigen, um ihm zu begegnen, wie dies bei
Jesus der Fall ist.
B.
Die Ablehnung des Textes von Mt 28. In der Generation nach dem Reformator, wird
der Schluss des Matthäusevangeliums zu DEM Einsetzungstext der Taufe. Calvin zitiert ihn
nicht. Ich lehne den Gebrauch von Mt 28 aus folgenden Gründen ab: die von ihm ausgehende
Grundstimmung, die Unsicherheit im Bezug auf seine Authentizität, sein Fehlen in den alten
Texten, die Fülle anderer Bilder und biblischer Symbole in den Texten der ersten
Jahrhunderte, die Fragwürdigkeit seiner speziell rituellen Dimension.
C.
Die Moralisierung des Zugangs zur Taufe und die kirchliche Dimension des Glaubens.
Wir leben nicht mehr im christlichen Zeitalter, oft werden wir mit Taufanfragen von Eltern
konfrontiert, die den christlichen Glauben offensichtlich nicht oder kaum kennen, aber
dennoch wollen, dass ihr Kind getauft wird. Die Entsprechung zur Situation der Gemeinde in
den ersten Jahrhunderten (unterschiedliche Auffassungen und Kulturen, Vielfalt der Formeln,
Problem der Zulassung von Neophyten und Konvertiten) ist für uns hilfreich.
D.
Sakrament, Symbol und Ritus. Die absolute Transzendenz Gottes hat die
Reformatoren veranlasst, jeglichen Synergismus zwischen Mensch und Gott abzulehnen,
indem sie sich auf das Prinzip des sichtbaren Zeichens und der unsichtbaren Gnade beriefen.
Dies ist keine in sich schlüssige Position, da sie vorgibt, auf dem Weg der Logik etwas zu
lösen, das der Logik entnommen ist. Ein Geheimnis kann nicht in eine Erklärung gefasst und
noch weniger die Gegenwart Gottes in eine Formel gepackt werden! Der Ausdruck äusseres
Zeichen wird heute restriktiv verstanden: ein Zeichen verweist auf eine Realität, hat daran
aber keinen Anteil. Es ist lediglich ein Richtungsweiser, und dies steht im Widerspruch zum
Sakrament.
3.
Schluss: Die Taufe als schöpferisches Handeln des Heiligen Geistes
Die grundlegende Gegenwart des Geistes und der himmlischen Stimme bei der Taufe des
Herrn zeigt, dass die Taufe zuallererst ein schöpferisches Handeln Gottes, aber auch ein vom
Menschen „getätigtes“ Handeln ist, so wie das „Es geschehe“ der Maria. Der Heilige Geist
handelt seit Grundlegung der Welt. Jedes Handeln, in dem Gott schöpferisch tätig ist und ins
Leben ruft, verbindet Wort und Geist. Die Kirchen der Reformation müssen sich in ihrem
Verständnis der Wirksamkeit des göttlichen Hauches bewegen, unter anderem in der Taufe
die Gegenwart des Geistes in der Tauffeier anerkennen und sich vor dieser uns (allen
Gläubigen und nicht nur dem Zelebranten) zugestandenen geheimnisvollen Gnade verneigen,
die es uns gestattet, durch Gottes Anrufung und eine angemessene Feier Gottes Gegenwart zu
bewirken.
Übersetzt durch Katharina Vollmer Mateus.
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
1
Dateigröße
87 KB
Tags
1/--Seiten
melden