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Bericht vom Oktober - Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen

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Oktober 2014
Liebe Leserinnen und Leser,
hiermit übersenden wir Ihnen die aktuelle Oktober-Ausgabe unseres KÖN-Monatsberichts. In
den letzten Wochen ist viel passiert, die Aktionstage 2014 haben am „Tag der Deutschen
Einheit“ auf dem Bürgerfest in Hannover ihren Höhepunkt gefunden. Gleichzeitig hat das
KÖN dort für das niedersächsische Landwirtschaftsministerium das Thema „Mobile Geflügelhaltung“ mit einem echten Hühnermobil der Firma Weiland und 8 Infotafeln zu Forschungsprojekten und mobilen Stallsystemen präsentiert. In Lüneburg veranstaltete das
KÖN am 26. September eine vielbeachtete Tagung zu Neonicotinoiden und ihre Auswirkungen auf Biene, Mensch und Natur. Und es geht weiter: Am 11. November bearbeitet das BioGemüse-Fachforum unter KÖN-Regie in Syke die wachsende Nachfrage und sucht neue
Absatzwege in Frische und Verarbeitung und vom 11. – 14. November findet in Hannover die
Euro-Tier mit interessanten Themen auch zur Bio-Tierhaltung statt.
Viel Spaß beim Lesen wünscht im Namen des ganzen KÖN-Teams
Wilfried Stegmann
Themen und Neues aus dem KÖN
18. Aktionstage Ökolandbau Niedersachsen
Minister Christian Meyer überreichte den
Gewinnern des Fotowettbewerbs die Preise
Aus Bremen, Surwold und Papenburg kommen
die Gewinner des Fotowettbewerbs im Rahmen
der 18. Aktionstage Ökolandbau Niedersachsen. Niedersachsens Landwirtschaftsminister
Christian Meyer überreichte die Preise am 3.
Oktober auf dem Bürgerfest in Hannover. Er
sagte bei seiner Begrüßung: „Der Fotowettbewerb hat in diesem Jahr Premiere gefeiert und
ist gleich zu einem Highlight der Aktionstage
geworden.“
Strahlende Sieger bei der Preisverleihung des
Fotowettbewerbes am 3. Oktober in Hannover
Foto: KÖN
Den 1. Platz teilen sich die Studentinnen Laura
Hillwig und Charlotte Breitkreuz aus Bremen. Sie dürfen sich auf ein Wochenende in einem
Bio-Hotel ihrer Wahl freuen. Ihr Foto und ihr gemeinsames Bekenntnis zu „Bio“ haben der
Jury am besten gefallen. Die beiden schrieben: „Mit Bio fühle ich mich wohl, weil wir damit
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ein Stück unserer Verantwortung gerecht werden, der Natur und den Lebewesen unserer
Erde würdig zu begegnen.“
Jeder Teilnehmer am Fotowettbewerb sollte auf eine Tafel schreiben, warum ihm Bio wichtig
ist und sich anschließend mit dieser Tafel selbst fotografieren oder fotografieren lassen.
Der zweite Preis ging an Jens Ließen aus Surwold im Landkreis Emsland. Er schrieb: „Mit
Bio fühle ich mich wohl, weil ich für artgerechte Tierhaltung bin.“ Er arbeitet selbst auf einem
Bio-Hof. Für das Foto holte er gleich eine ganze Hühnerschar dazu. Jens Ließen gewinnt
einen großen Präsentkorb, gespendet vom Bauckhof. Vera Majcenic aus Papenburg ist die
dritte Gewinnerin des Fotowettbewerbs. Sie schrieb: „Mit Bio fühle ich mich wohl, weil es
mich jünger erhält.“ Und ganz unten auf die Tafel notierte sie: (86). Sie ist die älteste Teilnehmerin am Wettbewerb. Leider konnte sie an der Preisverleihung nicht persönlich teilnehmen. Vera Majcenic bekommt ein besonders aufwändig gestaltetes Kochbuch mit Rezepten
der besten Bio-Köche deshalb per Post.
Teilnehmer jeden Alters hatten beim Fotowettbewerb mitgemacht. „Das veranschaulicht, was
die Marktstudien belegen: Die Wertschätzung von Bio ist an kein Alter gebunden und die
Motive sind vielschichtig. Neben Geschmack und Gesundheit gewinnen ethische Überlegungen wie artgerechte Tierhaltung und Bewahrung unserer natürlichen Ressourcen wieder
mehr an Bedeutung“, sagte Carolin Grieshop, Geschäftsführerin der Kompetenzzentrum
Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) in Visselhövede.
Platz 1
Platz 2
Platz 3
Das KÖN organisiert die Aktionstage. Von Hoffesten über Betriebsbesichtigungen, Exkursionen und Workshops bis hin zu Theatervorstellungen boten die 18. Aktionstage Ökolandbau
Niedersachsen ihren Besuchern mit über 100 Veranstaltungen ein breites Programm.
Ulrike Hoffmeister, KÖN
Bio-Gemüse Fachforum am 11. November in Syke
Deutliche Zuwächse im deutschen Bio-Gemüsemarkt der vergangenen Jahre und (noch)
nicht erschlossene Potenziale bieten Chancen für hiesige Marktakteure. Insbesondere im
Frische-Segment, aber auch in der Verarbeitung für Convenience-Produkte und Säfte gewinnen heimische Agrarrohstoffe an Bedeutung. Allerdings prägen aktuell begrenzte BioErzeugungsflächen und wachsende Importe das Marktgeschehen. Somit kann die Nachfrage
von heimischem Bio-Gemüse nur unzureichend bedient und eine aktive Marktausdehnung
trotz positiver Marktimpulse und ungenutzter Potenziale nicht ausreichend gestaltet werden.
In diesem Spannungsfeld sind Dialog und Austausch notwendig. Es gilt, den zunehmenden
Wünschen der Verbraucher nach glaubwürdigen Lebensmitteln sowie gleichermaßen den
komplexen Bedingungen der ökologischen Landwirtschaft gerecht zu werden.
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Das KÖN möchte unter der Leitung von Henning Niemann mit dieser Veranstaltung erfahrenen und neuen Bio-Gemüse-Erzeugern, -Verarbeitern sowie Groß- und Einzelhändlern aus
den nördlichen Bundesländern eine Vernetzungs-Plattform anbieten. Bei der Betriebsbesichtigung von Gemüse-Meyer in Twistringen steht die neue Bio-Verarbeitungslinie im Fokus.
Hier werden Fragen zur technischen Leistungsfähigkeit der Anlage sowie mögliche Dienstleistungen für Bio-Akteure beantwortet.
Weitere Informationen, die Namen der Referenten und die Themen finden Sie auf der KÖNHomepage unter: http://www.oeko-komp.de/gemuese und im Anhang.
Henning Niemann, KÖN
Bildserien zeigen Agrar-Missstände - 26 neu produzierte Farbgrafiken verfügbar
"Landwirtschaft konkret" ist der Titel eines neu aufgelegten und erweiterten Angebotes der
Gregor Louisoder Umweltstiftung für Lehrer, Umweltpädagogen, Journalisten und andere
Multiplikatoren (4. Auflage). Die entsprechende Mappe (A4-Abheftmappe, 126 Seiten + 26
Farbgrafiken, auch als Kopiervorlage verwendbar) kann ab sofort kostenlos gegen Einsendung einer 240-Cent Briefmarke bei der Gregor Louisoder Umweltstiftung, Brienner Strasse
46, 80333 München, info@umweltstiftung.com angefordert werden.
Quelle: Gregor Louisoder Umweltstiftung
Monatsrückblick
Mobile Geflügelhaltung am Tag der Deutschen Einheit in Hannover Das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit lockte rund 500 000
Besucher nach Hannover. Unweit
des Maschsees war unübersehbar
auf der Niedersachsenmeile ein
Original-Mobilstall für die Geflügelhaltung von ca. 4 mal 10 Meter
Ausdehnung aufgebaut. Die Haltung in mobilen Ställen ist eine
noch relativ neue, als besonders
tierartgerecht anerkannte Haltungsform für Geflügel. Sie
ermöglicht die Vermeidung von
Hühnermobil auf dem Tag der Deutschen Einheit in Hannover
Überweidungen und ungleichmäViele Besucher informierten sich über mobile Geflügelhaltung
ßigen Nährstoffeinträgen bei der
Foto: Sinja Lindemann, Bioland
Freilandhaltung. Die Präsentation
wurde vom Landwirtschaftsministerium gefördert, es verfolgt die Ausweitung und Weiterentwicklung dieser Form der Geflügelhaltung in Niedersachsen. Das Land unterstützt Landwirte
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auch durch Fördermöglichkeiten bei der Anschaffung mobiler Ställe. Ferner fördert das Land
Forschungsprojekte zur Optimierung und Weiterentwicklung von Mobilställen. Der gezeigte
Stall bot Platz für 225 Hühner. Videopräsentationen und Informationen über diese Haltungsform und über vom Land geförderte Projekte rundeten den Gemeinschaftsstand von KÖN
und Landwirtschaftsministerium ab. Mehrere Betreiber aus der Praxis der mobilen Geflügelhaltung standen den Gästen Rede und Antwort. Viele Fest-Besucher waren begeistert und
informierten sich ausgiebig. Organisiert und betreut wurde die Präsentation durch ein Team
der Aktionstage Ökolandbau Niedersachsen.
Wilfried Stegmannm, KÖN
Große Tagung zu Auswirkungen von Neonicotinoiden auf Biene, Mensch und Natur
Imker, Landwirte und Vertreter
von Naturschutzorganisationen
tagten in Lüneburg zu den
Auswirkungen von Pestiziden
in der Landwirtschaft – insbe
sondere der Neonicotinoide.
Zu der Tagung hatten das
KÖN und der Verein für wesensgemäße
Bienenhaltung
„De Immen“ eingeladen. Nach
den Fachbeiträgen diskutierten
die Referenten, Podiumsgäste
Referenten und Veranstalter der Tagung am 26.09. in Lüneburg
und über 120 Tagungsteilnehv.l.n.r.: Dr. H. Tennekes (Toxikologe), T. Lilienthal (De Immen), S. Haffmer darüber, welche Konsemanns (PAN), T. Uhlenhaut (BUND Nds.), B. Stiffel (KÖN), W. Haefeker
quenzen aus den aktuellen
(Europäischer Berufs- und Erwerbsimkerverband), E. Meyerhoff (KÖN),
M. Kliewer (De Immen ), T. Dosch (ML Niedersachsen)
wissenschaftlichen
Studien
Foto KÖN
und Erfahrungen gezogen
werden müssen.
Neonicotinoide sind Nervengifte, welche die Verbindung der Nervenzellen unumkehrbar
schädigen. Zu den Effekten, die für Bienen dokumentiert sind, gehören Orientierungslosigkeit
aber auch Fehler im Sozialverhalten wie die Steuerung der Bruttemperatur. Neonicotinoide
werden deshalb für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht. Die EU-Kommission hatte
entschieden, dass drei Neonicotinoide ab 2013 in bienensensiblen Kulturen wie dem Raps
nicht mehr angewendet werden dürfen. Das EU-weite Einsatzverbot endet 2015.
Die Schirmherrschaft der Tagung hatte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer übernommen. Thomas Dosch, Abteilungsleiter im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, begrüßte, dass die EU-Kommission die Zulassung für drei Neonicotinoide ausgesetzt habe, betonte aber, das dies nicht reiche.
Gegen das Einsatzverbot der drei Neonicotinoide wehren sich die Hersteller. Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes (EPBA), sprach auf der Tagung in
Lüneburg über die Entscheidungswege in Brüssel und die Klage der Hersteller gegen die
EU-Kommission. Mehrere Imkerverbände wollen sich als Streithelfer in das Gerichtsverfahren einbringen. Sie benötigen dafür finanzielle Unterstützung. Walter Haefeker rief zu Spenden unter www.mellifera.de/bienenschutz auf.
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Der Niederländische Toxikologe Dr. Henk Tennekes erläuterte die Wirkungsweise der Neonicotinoide. Besonders problematisch sei, dass sich selbst Spuren zu einer tödlichen Dosis
summieren würden. Er machte Neonicotinoide verantwortlich für ein „Vogelartensterben ungeahnten Ausmaßes“, weil Vögel, die auf Insekten angewiesen sind, nicht mehr genügend
Nahrung finden würden. Die Grauammer zum Beispiel, ein in früheren Jahrzehnten häufiger
Vogel der Agrarlandschaft, ist in den Niederlanden ausgestorben und im Westen Deutschlands fast völlig verschwunden.
Susan Haffmans, Vertreterin des Pestizid Aktions-Netzwerkes e.V. (PAN) beschrieb, wie die
Risikoprüfung bei der Zulassung von Pestiziden erfolgt. Obwohl die Gesetzgebung versuche,
Risikominimierung zu realisieren, würden weiter natürliche Ressourcen mit Pestiziden belastet. Sie forderte eine Überarbeitung der Risikoprüfung bei der Zulassung, damit diese einen besseren Schutz der Bienen gewährleiste. Susan Haffmans mahnte, dass die derzeitige
Wirtschaftsweise zukünftigen Generationen die Möglichkeit nähme, ohne nicht-chemischen
Pflanzenschutz zu wirtschaften.
In der anschließenden Podiumsdiskussion berichtete Tomas Brückmann, BUND Bundesverband, dass es zwölf Regionen in Deutschland gäbe, die ihre Grünflächen ohne den Einsatz
von Pestiziden pflegen würden. Diese könnten ein Zeichen setzen – ähnlich wie die gentechnikfreien Regionen. Der Vizepräsident der Landesjägerschaft Niedersachsen und Landwirt Helmut Blauth betonte, dass Artenvielfalt das Immunsystem der Erde sei, ohne das die
Menschheit nicht überleben werde. Er forderte, dass alle Organisationen Hand in Hand arbeiten müssten. Christoph Koch, Vorstandsmitglied im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund, sieht Bienen als Umweltindikatoren. Sie seien „der Kanarienvogel des Bergmanns“,
der vor Gift warnen würde. Jürgen Hirschfeld, Niedersächsisches Landvolk, wünscht sich,
dass alle Parteien im Dialog bleiben würden, dazu gehöre aber auch, Verständnis für die
Situation der Landwirte aufzubringen. Fehler müssten mit Unterstützung der Wissenschaft
korrigiert werden. Cornelis Hemmer, Stiftung für Mensch und Umwelt betonte, dass Verbraucher eine große „Korrigierungskraft“ und viele Möglichkeiten hätten, Veränderungen herbeizuführen.
Dass sich so viele Menschen für ein solch komplexes Thema interessierten, zeige, wie wichtig eine derartige Tagung sei, die von 15 Verbänden, Vereine, Stiftungen und Unternehmen
unterstützt worden ist. Die Beiträge zur Tagung können auf der Homepage des KÖN
www.oeko-komp.de/bienen nachgelesen werden.
Ulrike Hoffmeister, KÖN
5
Die Bio-Branche traf sich zur BioNord in Hannover – mit neuen KÖN-Marktdaten 2014
Landwirtschaftsminister Christian Meyer und
die Bürgermeisterin der Stadt Hannover
Regine Kramarek besuchten den KÖN Stand und
informierten sich über das Bio-Schulobstprojekt.
Foto: BioMessen, Florian Arp
KÖN-Geschäftsführerin Carolin Grishop
stellte auf der BioNord die neu erschienenen
Marktdaten 2014 vor.
Foto: KÖN, Wilfried Stegmann
Die BioNord, die am 14. September in Hannover stattfand, war mit 4.100 Fachbesuchern
und 388 Ausstellern gut besucht. Inhaber, Filialleiter, Mitarbeitende und Auszubildende aus
Bio-Fachhandel und Reformhaus nutzten die Fachmesse, um sich intensiv mit Produzenten
ökologischer Lebensmittel und Vertretern der Bio-Verbände zu unterhalten.
Das KÖN informierte auf der Messe über das niedersächsische Schulobstprogramm. Zahlreiche Bio-Geschäfte und Abokistenvermarkter gehören inzwischen zu den SchulobstLieferanten mit Bio-Obst und Bio-Gemüse. So können Schulen ohne zusätzlichen Aufwand
und ohne Kosten durch Auswahl eines entsprechenden Lieferanten gesunde Zwischenmahlzeiten in Bio-Qualität anbieten.
Auf der Messe wurden zudem die KÖN-Marktdaten vorgestellt und an den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer überreicht. Die 16 seitige Broschüre „Marktdaten 2014 – Neue Chancen für den Ökolandbau“ mit Zahlen, Daten, Fakten über niedersächsische Bio-Märkte werden seit mehreren Jahren regelmäßig zusammengetragen. Diese
Marktinformation kann von der KÖN-Homepage www.oeko-komp.de/Informationsmaterial
heruntergeladen werden.
„Auf den BioNord treffen sich die, für die Bio wirklich Kerngeschäft ist. Das macht die Veranstaltung sehr effektiv für Aussteller und Besucher und ermöglicht gleichzeitig intensive Kommunikation, die über das Tagesgeschäft hinausgeht“, erläuterte Wolfram Müller, Veranstalter
der BioMessen. Bereits am Abend zuvor war das zehnjährige Bestehen der BioMessen im
Convention Center der Messe Hannover ausgiebig gefeiert worden. Die nächste BioNord
wird am Sonntag, den 27. September 2015 wiederum in Hannover stattfinden.
Wilfried Stegmann, KÖN
6
„Ökolandbau: Mehrwert für die Natur!“ Mehr Regenwürmer auf Bio-Äckern
Die wichtigste Grundlage des ökologischen Landbaus ist ein gesunder, lebendiger Boden.
Ein gesunder Boden ist geprägt von einer enorm großen Vielfalt an Tieren, Pflanzen, Algen,
Pilzen und Mikroorganismen. Sichtbar sind für uns vor allem die größeren Arten, besonders
auffällig sind die Regenwürmer. Nachdem sie die trockenen Monate zusammengerollt in einer kleinen Erdkapsel verschlafen haben, werden sie jetzt im Herbst wieder aktiv und erbringen dabei Beachtliches.
Weltweit gibt es mehr als 3.000 Regenwurmarten, bei uns in Deutschland sind es immerhin
39. Grundsätzlich kann man drei verschiedene Gruppen unterscheiden: Streubewohner,
Flachgraber und Tiefgraber. Streubewohner kommen im Grünland, in Wäldern und im Kompost, auf dem Acker jedoch nur selten vor. Flachgraber halten sich in den obersten 40 Zentimetern des Bodens auf, Tiefgraber graben vertikale Röhren, die bis in eine Tiefe von 3-4 m
reichen. Genaugenommen fressen sie sich durch den Boden und bereiten so jede Nacht
etwa die Hälfte ihres Körpergewichts an Humus. Sie ernähren sich von abgestorbenen
Pflanzenteilen, die von Mikroben quasi vorverdaut sind oder weiden Algenrasen an der Bodenoberfläche ab. Ihre Kothäufchen kann man an der Bodenoberfläche sehen, sie geben
einen Hinweis auf die Aktivität im Boden (bei mehr als 20 Kothäufchen auf einem 50 x 50 cm
Quadrat hat man eine gute Wurmaktivität vorzuweisen). Regenwürmer können auf einem
Quadratmeter jährlich 10 kg mit Nährstoffen angereicherten Kot im und am Boden ablegen!
An der Oberfläche sorgen die Kothäufchen dafür, dass der Boden nicht so schnell verschlämmt. Die tiefgrabenden Arten kleiden auch ihre senkrechten Wohnröhren mit ihren Exkrementen aus. Dadurch stabilisieren sie nicht nur das Bodengefüge, sie durchlüften den
Boden, erhöhen die Durchwurzelbarkeit und Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens.
Der Ökolandbau fördert durch vielfältige Fruchtfolgen und mehrjährigen Kleegrasanbau sowie den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel das Bodenleben. Durch die
Düngung mit Mist oder Kompost wird organische Substanz in den Boden gebracht, die eine
gute Nahrungsquelle für Regenwürmer und andere Bodenorganismen bietet. Der Ökolandbau fördert durch seine Wirtschaftsweise das Bodenleben. Wissenschaftliche Studien belegen, dass auf Bio-Äckern nicht nur fast doppelt so viele Regenwürmer aktiv sind, sondern
auch mehr verschiedene Arten, besonders auch tiefgrabende Arten vorkommen.
Will man Regenwürmer gezielt fördern, so muss man nicht nur für ausreichend Nahrung sorgen, sondern auch Bodenverdichtung vermeiden und ggf. die Bodenbearbeitung anpassen.
Denn wird während der aktiven Zeiten im März/April und September/Oktober gepflügt, können die Regenwurmverluste bei 25% liegen, werden rotierende Geräte eingesetzt sogar bei
70%!
Birgit Petersen, KÖN
Anonyme Meldestelle im LAVES eingerichtet
Seit dem 1. Oktober können in Niedersachsen über eine "anonyme Meldestelle" Informationen über Unregelmäßigkeiten, Verstöße oder Missstände in den Bereichen gesundheitlicher
Verbraucherschutz, Tiergesundheit und Tierschutz einheitlich gesammelt, geprüft und weitergegeben werden. Somit besteht insbesondere für Mitarbeiter in der Fleischproduktion oder
in tierhaltenden bzw. tierverarbeitenden Betrieben die Möglichkeit, Verstöße auch anonym zu
melden. Verbraucherschutzminister Christian Meyer: "Viele Skandale konnten und können
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nur aufgedeckt werden, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betriebe diese bei den zuständigen Behörden gemeldet haben. Mit einer professionell besetzten Meldestelle werden
nun Insiderinformationen auf Verstöße gesammelt, geprüft und an die jeweils zuständigen
Behörden weitergegeben. Damit schützt Niedersachsen nicht nur die Verbraucherinnen und
Verbraucher besser, sondern auch die in der Lebensmittelproduktion Tätigen vor Sanktionen
durch den Arbeitgeber."
Diese im Koalitionsvertrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen vereinbarte Kontaktstelle ist
eine wichtige Ergänzung zu den bereits bestehenden Möglichkeiten der Meldung von Informationen an die zuständigen Stellen. Die Hinweise können auch ohne Angabe personenbezogener Daten abgegeben werden, sofern persönliche Nachteile durch die Meldung befürchtet werden. Die Vorwürfe werden einer ersten Prüfung unterzogen, damit es nicht zu
Falschinformationen oder Denunziationen kommt, und dann an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Die Anonymität solle auch nur in Ausnahmefällen greifen. Um Verstößen auch
wirklich nachzukommen und rechtswirksam zu sanktionieren, sind namentliche Zeugenaussagen natürlich besser.
Ein spezielles Kontaktformular auf der Internetseite des LAVES steht nun ebenso zur Verfügung wie eine spezielle E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer. Alle Kontaktinformationen
sind auf der Homepage des LAVES ( www.laves.niedersachsen.de ) veröffentlicht. Die Meldungen werden in der Meldestelle aufgenommen und im Anschluss an die jeweils zuständige
Stelle (kommunale Behörden, Fachdezernate des LAVES oder das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium) zur Bearbeitung weitergeleitet.
Quelle: LAVES
Verkehrte Gentech-Welt? Monsanto warnt vor Risiken
Das kam überraschend: eine Studie, an der Mitarbeiter von Monsanto beteiligt waren, warnt,
beim Anbau von Gentechnik-Soja des Agrochemie-Konzerns könne es zu unerwünschten
Effekten kommen. Eine in Nord- und Südamerika auftretende Schädlingsart könne sich dadurch besser verbreiten. „Unsere Ergebnisse sollten als Alarm interpretiert werden, dass der
Befall mit S. eridania auf Feldern mit Bt-Sojabohnen zunehmen kann“, schreiben die Forscher. Bt steht für Bacillus thuringiensis. Die Sojapflanzen haben mittels Gentechnik ein Gen
des Bakteriums eingebaut bekommen und sondern dadurch ein Gift ab, das Insekten töten
soll. Bei der Falterart Spodoptera eridania klappt das aber offenbar nicht so wie geplant. Sie
gedeiht prächtig auf der Gentech-Soja „Intacta“, die nicht nur ein Gift produziert, sondern
auch noch gegen das Herbizid „Roundup“ immun ist. Die Studie wurde vor wenigen Tagen
auf der Seite des Fachjournals Bulletin of Entomological Research veröffentlicht.
Quelle: www.keine-gentechnik.de
Veranstaltungshinweise
Dienstag
14.10.
10.00 bis
16.30 Uhr
Erfolgreiche Vermarktung über Abokisten
Beim diesjährigen Treffen der Bioland-Betriebe mit Lieferdiensten steht der intensive Erfahrungsaustausch im Vordergund. Eine ausgiebige Betriebsbesichtigung des Lieferdienstes
Lotta Karotta findet statt. Anmeldung: Veranstalter: Bioland e.V., Tagungsbüro
Ort: Backfisch/Schlick GbR, Gartestr.50 a, 37130 Gleichen-Rittmarshausen, Anm. bis 7.10.Kosten für Verpflegung werden vor Ort bezahlt, Teilnahmebeitrag: keiner, die Veranstaltung
wird aus Mitteln des Landes Nds. gefördert und ist kostenfrei.
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Mittwoch
22.10.
14.00 bis
18.00 Uhr
Einstieg in die Bio-Hühnerhaltung – Was ist zu tun?
Bio-Eier sind nachgefragt. Damit die Verbrauchernachfrage durch die regionale Erzeugung gedeckt werden kann, sind interessierte Betriebe weiterhin gesucht. Die Veranstaltung informiert
über rechtliche und praktische Aspekte zur Umstellung auf den ökologischen Landbau mit Hühnerhaltung und Möglichkeiten der Vermarktung
Veranstalter: Bioland e.V., Tagungsbüro
Ort: Kudammhof, Kurfürstendamm 46, 29352 Adelheidsdorf-Großmoor,
Kosten für Verpflegung werden vor Ort bezahlt, Teilnahmebeitrag: keiner, die Veranstaltung wird
aus Mitteln des Landes Nds. gefördert und ist kostenfrei.
Dienstag
11.11.
09.30 bis
16.30 Uhr
Bio-Gemüse-Fachforum
Deutliche Zuwächse im deutschen Bio-Gemüsemarkt der vergangenen Jahre und (noch)
nicht erschlossene Potenziale bieten Chancen für hiesige Marktakteure. Insbesondere im
Frische-Segment, aber auch in der Verarbeitung für Convenience-Produkte und Säfte gewinnen heimische Agrarrohstoffe an Bedeutung.
Tagungsort: Bioland Hofrestaurant Voigt, Syke-Gessel
Anmeldung beim KÖN bis 31.10. (siehe Flyer im Anhang), Tagungsgebür 55 € / 60 €
Dienstag
11.11. bis
Freitag
14.11.
EuroTier 2014
Bei der weltweiten Leitmesse für landwirtschaftliche Nutztierhaltung werden diverse Systeme und Angebote präsentiert. Mobile Stallsysteme für Geflügel werden in Halle 26, am
Stand A02 von Bioland und am Stand D06b von Demeter vorgestellt. Das Forum Geflügel
in Halle 11, Stand B50 greift in besonderer Weise das Thema „Tierwohl“ auf. Über BioRinderhaltung und Bio-Schweinehaltung informieren ebenfalls zahlreiche Aussteller und
Vorträge, Ort: Messegelände, 30521 Hannover
Donnerstag
13.11.
09.00 bis
12.00 Uhr
Arbeitnehmertag: Zehnkämpfer F. Busemann: „Erfolgsfaktor Leidenschaft“
Zum 8. Mal veranstaltet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen des Arbeitnehmertag in der Agrarwirtschaft eine Talkrunde. Die Veranstaltung findet während der Messe EuroTier in Hannover im Convetion Center, 3. OG, Saal 1 und befasst sich mit dem Thema „Karriere im Fokus“. Es werden ungefähr 1.000 Gäste erwartet. Die Teilnahme an der Veranstaltung
ist kostenlos. Eine Anmeldung ist unter arbeitnehmertag@lwk-niedersachsen.de erforderlich.
Anmeldeschluss ist der 1.November.
Montag
17.11.
13.30 bis
18.00 Uhr
Fachtag: Bio-Qualität – (er)leben
Der Fachtag richtet sich an Kunden von Naturkost Nord sowie weitere Interessierte. Nach dem
Eröffnungsvortrag von Nicolai Fuchs „Qualität im Handel – wie geht das?“ sind die Teilnehmer
eingeladen, in vier Arbeitsgruppen mit den Referenten Constanza Müller-Djalili, Christoph Lehmann, Karsten Runge, Klaus Braun und Simon Döring aktiv unterschiedliche Aspekte des Themas zu diskutieren.
Teilnahmegebühr 75 €, für Kunden von Naturkost Nord kostenlos
Veranstaltungsort: Rudolf Steiner Haus, Mittelweg 11-12, 20148 Hamburg
Mehr Informationen und Anmeldung bei Désirée Ricken, Tel. 04105/58040-116 (Montag bis
Freitag 9–13 Uhr), Email: fachtag@naturkost-nord.de
Mittwoch
19.11.
14.00 bis
18.00 Uhro
Rechts- und Steuerfragen landwirtschaftlicher Betriebe
Themen: Altenteil auf Gemeingütern, Investieren auf fremdem Gut & Boden, Rechtsform- und
Haftungsfragen für Vorstände
Referenten: Thomas Rüter, Rechtsanwalt, Annika Nägel, Beraterin Betriebsentwicklung
Anthroposophisches Zentrum, Wilhelmshöher Allee 261, 34131 Kassel
Die Seminargebühr beträgt 60,- € inkl. Seminarunterlagen, Getränke und Imbiss. Anmeldung per
Mail an : rueter@hohage-may.de (Thomas Rüter)
Weitere Informationen zu den genannten Veranstaltungen können Sie auch über unseren Veranstaltungskalender unter www.oeko-komp.de/veranstaltungen
erfahren. Hier finden Sie weitere Veranstaltungen rund
um den Ökolandbau!
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Bio-Gemüse-Fachforum
Deutliche Zuwächse im deutschen BioGemüsemarkt der vergangenen Jahre und
(noch) nicht erschlossene Potenziale bieten
Chancen für hiesige Marktakteure.
Insbesondere im Frische-Segment, aber auch
in der Verarbeitung für Convenience-Produkte
und Säfte gewinnen heimische Agrarrohstoffe
an Bedeutung. Allerdings prägen aktuell
begrenzte Bio-Erzeugungsflächen und
wachsende Importe das Marktgeschehen.
Somit kann die Nachfrage von heimischem BioGemüse nur unzureichend bedient und eine
aktive Marktausdehnung trotz positiver
Marktimpulse und ungenutzter Potenziale nicht
ausreichend gestaltet werden. In diesem
Spannungsfeld sind Dialog und Austausch
notwendig. Gilt es doch den zunehmenden
Wünschen der Verbraucher nach
glaubwürdigen Lebensmitteln sowie
gleichermaßen den komplexen Bedingungen
der ökologischen Landwirtschaft gerecht zu
werden.
Das KÖN möchte mit dieser Veranstaltung
erfahrenen und neuen Bio-Gemüse-Erzeugern,
-Verarbeitern sowie Groß- und Einzelhändlern
aus den nördlichen Bundesländern eine
Vernetzungs-Plattform anbieten. Bei der
Betriebsbesichtigung von Gemüse-Meyer steht
die neue Bio-Verarbeitungslinie im Fokus. Hier
werden Fragen zur technischen
Leistungsfähigkeit der Anlage sowie mögliche
Dienstleistungen für Bio-Akteure beantwortet.
Veranstalter
Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH
Bahnhofstr. 15b
27374 Visselhövede
www.oeko-komp.de
Fax 0 42 62 / 95 93 – 77
Henning Niemann
Verarbeiter- und Handelsberatung
Tel. 0 42 62 / 95 93 - 63
Tagungsort
Bioland Hofrestaurant Voigt
An der Wassermühle 18
28857 Syke-Gessel
Tel. 0 42 42 / 83 63
Tagungskosten und Anmeldung
Bio-Gemüse-Fachforum
wachsende
Nachfrage und
neue Absatzwege
in Frische
und Verarbeitung
Die Verpflegung ist im Tagungsbeitrag enthalten.
Anmeldung:
* Fax-Anmeldung:
- Beitrag wird vor Ort entrichtet: 60 € / Pers.
* Online-Anmeldung:
- mit Lastschriftverfahren:
55 € / Pers.
(unter: www.oeko-komp.de/gemuese)
Sie erhalten eine Quittung vor Ort sowie „OnlineAnmelder“ eine automatische Anmeldebestätigung.
Anmeldeschluss:
31.10.2014
11. November 2014
Bioland Hofrestaurant Voigt
Syke-Gessel
Moderation: Henning Niemann, KÖN
gefördert aus Mitteln des:
Datum, Unterschrift: ..........................................................
27374 Visselhövede
16:30 dort Ende der Veranstaltung
Weitere Teilnehmer: ..................................................................
14:30 Betriebsbesichtigung Gemüse-Meyer
in Twistringen:
Ca. 20 km mit eigenen PKWs fahren
Christina Meyer:
Bio-Einkauf und –Vertrieb /
Nachhaltigkeitsbeauftragte, Meyer
Gemüseverarbeitung GmbH, Twistringen
Bahnhofstr. 15b
13:30 Mittags-Buffet
Jochen Walz:
Einkauf, Zwergenwiese Naturkost GmbH,
Silberstedt
Telefon: ..........................…………..Fax:…………………………
13:00 Steigender Mengenbedarf für BioGemüse-Verarbeitung und Handel
 Knut Schäper, Naturkostkontor Bremen
 Jochen G. Mannsperger, Voelkel
 Jochen Walz, Zwergenwiese
 Christina Meyer, Gemüse Meyer
Jochen G. Mannsperger:
Einkaufsleitung, Voelkel GmbH, Pevestorf
Stichwort „Gemüse“
12:15 Perspektiven für deutsche BioFrische in der Gemüsetheke
 Johannes von Eerde, REWE
E- Mail: .........................................................................................
Knut Schäper:
Geschäftsführung, Naturkost Kontor
Bremen GmbH, Bremen
Niedersachsen GmbH
11:45 Kaffee-Pause
PLZ + Ort: ………………..............................................................
Johannes von Eerde:
Category Manager Gemüse, REWE Markt
GmbH, Köln
Kompetenzzentrum Ökolandbau
11:10 Faire Abnehmer-LieferantenBeziehungen im Schweizer
Biolandbau – Erwartungen und
Zufriedenheit der Handelspartner
 Daniel Mühlrath, Uni Kassel
Anschrift: ......................................................................................
Daniel Mühlrath:
Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, Fachgebiet Betriebswirtschaft,
Universität Kassel, Witzenhausen
Name, Vorname: ……………………………………………………..
10:10 Bio-Gemüsemarkt:
Anbauentwicklung, Preisgestaltung
und Verbrauch unter der Lupe
 Sonja Illert, AMI
Fax: 04262/ 95 93-77
10:00 Begrüßung
Sonja Illert:
Produktmanagerin Gartenbau mit
Schwerpunkt Gemüse, AMI – Agrarmarkt
Informations-Gesellschaft mbH, Bonn
Firma / Institution:……………………………………………………
09:30 Eintreffen - Kaffee-Gespräche
Referenten
Anmeldung zum Bio-Gemüse-Fachforum bis zum 31. Oktober 2014
Dienstag, 11. Nov. 2014
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Seele and Geist
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